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Ratgeber Frau und Familie Ente gut, alles gut (Vorschau)

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11/2012 <strong>Ratgeber</strong> <strong>Frau</strong> <strong>und</strong> <strong>Familie</strong><br />

Backstube:<br />

Adventsbäckerei<br />

<strong>Ente</strong> <strong>gut</strong>,<br />

<strong>alles</strong> <strong>gut</strong><br />

€ 3,00<br />

Österreich: € 3,40<br />

Schweiz: SFR 4,60<br />

Kosmetik:<br />

Schön mit<br />

Meersalz,<br />

Milch <strong>und</strong><br />

Mandelöl<br />

Garten:<br />

Kräuter- <strong>und</strong><br />

Gewürzpflanzen<br />

Unser Reiseziel:<br />

Augsburg


6<br />

Adventsbäckerei<br />

Köstliche Plätzchen<br />

INHALT November 2012<br />

42<br />

Tolle Knolle<br />

Raffinierte<br />

Kartoffelrezepte<br />

64<br />

Natürliche Schönmacher<br />

Zaubernuss<br />

76<br />

Kuschelmaschen<br />

40<br />

Ganz edel<br />

104<br />

Sauna<br />

<strong>und</strong><br />

Dampfbad<br />

136<br />

Augsburg<br />

ESSEN, TRINKEN<br />

Alle Jahre wieder:<br />

Erstes Adventsgebäck 6<br />

Formvollendet:<br />

Stollen in Form <strong>und</strong> Glas gebacken 14<br />

Backen im November:<br />

Apfel-Eierlikör-Torte 20<br />

<strong>Ente</strong> <strong>gut</strong>, <strong>alles</strong> <strong>gut</strong> -<br />

Raffinierte <strong>Ente</strong>ngerichte 22<br />

Kulinarisches Quiz 29<br />

Kulinarische Reise: Allgäu 30<br />

Schätze im Glas: Liköre <strong>und</strong> Sirup 34<br />

Bestseller-Rezepte unserer Leser 36<br />

Marktbummel 38<br />

Ganz edel: Wildschwein 40<br />

Tolle Knolle: Herzhafte Kartoffelrezepte 42<br />

Küchenkalender 49<br />

Extra: Steckrüben 50<br />

Rezeptverzeichnis 54<br />

Büchertipps 54<br />

Übrigens: Kaffeezubereitung 55<br />

Herstellernachweis 153<br />

SCHÖNHEIT, WELLNESS<br />

Meersalz, Milch <strong>und</strong> Mandelöl 58<br />

Natürliche Schönmacher: Zaubernuss 64<br />

MODE, KREATIV<br />

Winter-Blues 68<br />

Wohlfühlwäsche 72<br />

Kuschelmaschen 76<br />

Advent, Advent … 82<br />

Kreativ-Werkstatt 88<br />

Herstellernachweis 153<br />

GESUNDHEIT, MEDIZIN<br />

Hydrotherapie 90<br />

Kleine Helfer: für Ihren Badetempel 97<br />

Balneotherapie 98<br />

Sauna <strong>und</strong> Dampfbad 104<br />

Aktiv gegen ... Vergesslichkeit 110<br />

Unser Kind: Taschengeld 112<br />

Krankheiten-ABC: H 114<br />

Hilfen für die Seele:<br />

Vom Umgang mit dem Schicksal 116<br />

FAMILIE, KIND, ALLTAG<br />

Roswitha Stemmer-Beer:<br />

Von der täglichen Trauer 120<br />

Blick in die Zeit: Neue Heimat Namibia 142<br />

WOHNEN, GARTEN, NATUR<br />

Mein schönes Zuhause:<br />

Hilfsmittel im Alter 124<br />

Aus aller Herren Länder:<br />

Exotische Kräuter <strong>und</strong> Würzpflanzen 126<br />

FREIZEIT, FERIEN, UNTERHALTUNG<br />

Tolle Prämien für unsere Leser 112–113<br />

Kurzgeschichte:<br />

Turnschuhe im Schnee 130<br />

Augsburg 136<br />

Neues vom <strong>Ratgeber</strong>-DINO:<br />

Riesenpech vor Weihnachten … 148<br />

Rätselauflösungen <strong>und</strong> Gewinner 154<br />

Sudoku 155<br />

Kreuzwort-Preisrätsel 56, 156<br />

<strong>Vorschau</strong> 158<br />

Impressum <strong>und</strong> Herstellernachweis 153<br />

4 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

5


ADVENTSBÄCKEREI<br />

Schoko-Macadamia-<br />

Plätzchen<br />

(Rezept für etwa 30 Stück)<br />

Zutaten:<br />

200 g Zartbitter-Schokolade,<br />

160 g Butter,<br />

125 g Zucker,<br />

1 Ei (M),<br />

Mark einer Vanilleschote,<br />

½ Päckchen Backpulver,<br />

2 TL Lebkuchengewürz,<br />

200 g Mehl,<br />

80 g gehackte Macadamien,<br />

2 cl brauner Rum,<br />

Puderzucker nach Belieben.<br />

Den Backofen auf 180° C (Gas Stufe<br />

2 − 2 ½) vorheizen. Ein Backblech<br />

mit Backpapier auslegen.<br />

Die Schokolade fein hacken. Die<br />

Butter mit dem Zucker cremig rühren,<br />

das Ei unterrühren. Schoko -<br />

stückchen, Vanillemark, Backpulver,<br />

Lebkuchengewürz, Mehl <strong>und</strong><br />

Macadamien mischen <strong>und</strong> mit<br />

dem Rum unter die Butter-Zucker-<br />

Ei-Masse rühren.<br />

Mit einem Teelöffel kleine Häufchen<br />

auf das vorbereitete Backblech<br />

setzen. Im vorgeheizten<br />

Backofen etwa 10 Minuten backen.<br />

Auf einem Kuchengitter abkühlen<br />

lassen. Nach Belieben mit Puderzucker<br />

besieben.<br />

Zubereitungszeit: 45 Minuten.<br />

Nährwert pro Stück ca.: 2 g Eiweiß,<br />

9 g Fett, 12 g Kohlenhydrate,<br />

135 kcal (565 kJ).<br />

Hildaplätzchen<br />

(Rezept für etwa 50 Stück)<br />

Zutaten für den Knetteig:<br />

200 g weiche Butter,<br />

80 g Zucker,<br />

1 Päckchen Vanillezucker,<br />

1 TL fein abgeriebene Schale<br />

einer Bio-Orange,<br />

300 g Mehl,<br />

1 Msp. Backpulver,<br />

100 g Crème fraîche.<br />

Außerdem:<br />

1 Eigelb (M),<br />

2 TL Milch,<br />

2 EL Hagelzucker,<br />

200 g rotes Johannisbeergelee.<br />

Die Butter cremig rühren. Nach<br />

<strong>und</strong> nach den Zucker, den Vanillezucker<br />

<strong>und</strong> die Orangenschale unterrühren.<br />

Das Mehl mit dem Backpulver<br />

mischen <strong>und</strong> die Hälfte davon<br />

im Wechsel mit der Crème<br />

fraîche unterrühren. Zum Schluss<br />

das übrige Mehl unterkneten. Den<br />

Teig zugedeckt im Kühlschrank<br />

mindestens 2 St<strong>und</strong>en ruhen lassen.<br />

Zwei Backbleche mit Backpapier<br />

auslegen. Den Backofen auf 175° C<br />

(Gas Stufe 2) vorheizen.<br />

Den Teig auf leicht bemehlter Arbeitsfläche<br />

2 − 3 mm dick ausrollen.<br />

Plätzchen mit gewelltem Rand<br />

<strong>und</strong> etwa 4,5 cm Ø ausstechen. Auf<br />

die vorbereiteten Backbleche legen,<br />

aus der Hälfte der Plätzchen<br />

ein Loch von etwa 1 cm Ø ausstechen.<br />

Das Eigelb mit der Milch verquirlen,<br />

die Ringe damit bepinseln. Mit<br />

Hagelzucker bestreuen. Im vorgeheizten<br />

Backofen 10 − 12 Minuten<br />

nach Sicht backen. Auf einem Kuchengitter<br />

auskühlen lassen.<br />

Das Gelee leicht erwärmen <strong>und</strong><br />

kräftig durchrühren. Jeweils einen<br />

Klecks auf die ganzen Plätzchen<br />

geben. Die Ringe auflegen <strong>und</strong><br />

vorsichtig andrücken. Fest werden<br />

lassen.<br />

Alle<br />

Jahre<br />

wieder ...<br />

Zubereitungszeit: 1 St<strong>und</strong>e,<br />

zusätzlich Kühlzeit.<br />

Nährwert pro Stück ca.:<br />

1 g Eiweiß, 4 g Fett,<br />

9 g Kohlenhydrate,<br />

78 kcal (328 kJ).<br />

Genießen Sie die kommende Adventszeit <strong>und</strong><br />

planen Sie jetzt, welche unserer köstlichen<br />

Vorschläge Sie backen werden. Die Plätzchen auf<br />

diesen <strong>und</strong> den folgenden Seiten schmecken schon<br />

jetzt, sind aber auch noch länger haltbar.


ADVENTSBÄCKEREI<br />

Weihnachtswürfel<br />

(Rezept für etwa)<br />

85 Stück<br />

Zutaten für den Teig:<br />

100 g Orangeat,<br />

50 g Zitronat,<br />

50 g Sultaninen,<br />

50 g Zartbitter-Schokolade,<br />

6 Eier (L),<br />

4 EL lauwarmes Wasser,<br />

400 g brauner Zucker,<br />

4 cl Rum,<br />

1 TL gemahlene Nelken,<br />

1 TL gemahlener Zimt,<br />

2 TL Pottasche,<br />

100 g Honig,<br />

250 g gemahlene Haselnüsse,<br />

500 g Mehl.<br />

Zum Füllen:<br />

450 g schwarzes Johannisbeergelee,<br />

Puderzucker zum Besieben.<br />

Orangeat, Zitronat <strong>und</strong> Sultaninen<br />

fein würfeln. Die Schokolade reiben.<br />

Ein Backblech mit Backpapier<br />

auslegen. Den Backofen auf 180° C<br />

(Gas Stufe 2 − 2 ½) vorheizen.<br />

Die Eier mit dem lauwarmen Wasser<br />

dickcremig aufschlagen. Nach<br />

<strong>und</strong> nach den Zucker zugeben <strong>und</strong><br />

weiterschlagen, bis die Masse sehr<br />

cremig geworden ist. Rum, Nelken<br />

<strong>und</strong> Zimt untermischen. Die Pottasche<br />

in wenig Wasser auflösen,<br />

ebenfalls unter die Eimasse rühren.<br />

Den Honig leicht erwärmen <strong>und</strong><br />

fließend in die Masse einrühren.<br />

Die Haselnüsse <strong>und</strong> die Früchte zugeben.<br />

Die Schokolade mit dem<br />

Mehl mischen, zugeben <strong>und</strong> <strong>alles</strong><br />

zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten.<br />

Den Teig gleichmäßig auf dem vorbereiteten<br />

Blech verstreichen. Im<br />

vorgeheizten Backofen etwa 35 Minuten<br />

backen. Stäbchenprobe<br />

durchführen. Aus dem Ofen nehmen<br />

<strong>und</strong> auskühlen lassen.<br />

Die Teigplatte einmal quer durchschneiden,<br />

die untere Platte mit<br />

Zubereitungszeit:<br />

1 ¼ St<strong>und</strong>en.<br />

Nährwert pro Stück ca.:<br />

2 g Eiweiß, 3 g Fett,<br />

15 g Kohlenhydrate,<br />

93 kcal (391 kJ).<br />

dem Gelee bestreichen.<br />

Die<br />

obere Platte<br />

aufsetzen <strong>und</strong><br />

etwas andrücken.<br />

Aus der Kuchenplatte<br />

Würfel von 3,5 x 3,5 cm<br />

schneiden. Ringsum mit Puderzuckerbesieben.<br />

Dattel-Walnuss-<br />

Brötchen<br />

(Rezept für etwa 80 Stück)<br />

Zutaten:<br />

100 g Datteln,<br />

250 g Mehl,<br />

2 gestrichene TL Backpulver,<br />

1 Prise Salz,<br />

120 g brauner Zucker,<br />

120 g Butter,<br />

70 g gehackte Walnusskerne,<br />

1 Ei (L), 2 EL Milch.<br />

Außerdem:<br />

Puderzucker zum Besieben.<br />

Die Datteln entkernen <strong>und</strong> in feine<br />

Würfel schneiden. Das Mehl mit<br />

dem Backpulver auf eine Arbeitsfläche<br />

sieben, in der Mitte eine<br />

Mulde formen. Salz, Zucker, die<br />

Butter in Stückchen <strong>und</strong> die Walnüsse<br />

auf dem Mehlrand verteilen,<br />

Ei <strong>und</strong> Milch in die Mulde geben.<br />

Alles rasch von außen nach innen<br />

zu einem Teig verkneten.<br />

Den Teig in drei Portionen teilen,<br />

daraus drei Rollen von etwa<br />

20 cm Länge <strong>und</strong> 2 cm Ø rollen. In<br />

Folie wickeln <strong>und</strong> im Kühlschrank<br />

etwas fest werden lassen. Wieder<br />

herausnehmen <strong>und</strong> nochmals<br />

nachrollen, bis die Rollen schön<br />

r<strong>und</strong> sind. Im Kühlschrank weitere<br />

2 − 3 St<strong>und</strong>en ruhen lassen.<br />

Backbleche mit Backpapier auslegen.<br />

Den Backofen auf 180° C (Gas<br />

Stufe 2 − 2 ½) vorheizen.<br />

Die Teigrollen in 3 − 4 mm dicke<br />

Scheiben schneiden.<br />

Auf die vorbereiteten<br />

Backbleche<br />

legen. Im vorgeheizten Ofen in<br />

8 − 10 Minuten goldbraun backen.<br />

Herausnehmen <strong>und</strong> auf einem Kuchengitter<br />

auskühlen lassen. Mit<br />

Puderzucker besieben.<br />

Zubereitungszeit: 1 St<strong>und</strong>e,<br />

zusätzlich Kühlzeit.<br />

Nährwert pro Stück ca.: 1 g Eiweiß,<br />

2 g Fett, 5 g Kohlenhydrate,<br />

40 kcal (168 kJ).<br />

Hamburger<br />

braune Kuchen<br />

(Rezept für etwa 20 Stück)<br />

Zutaten:<br />

200 g Zuckerrüben sirup,<br />

75 g Butter,<br />

65 g brauner<br />

Zucker,<br />

360 g Mehl,<br />

½ Päck. Backpulver,<br />

je 30 g fein gehacktes<br />

Zitronat<br />

<strong>und</strong> Orangeat,<br />

30 g gehackte<br />

Mandeln,<br />

1 TL Zimt,<br />

1 TL geriebene Zitronenschale.<br />

Außerdem:<br />

250 g Puderzucker,<br />

2 − 3 EL Rum,<br />

2 − 3 EL Zitronensaft.<br />

Sirup, Butter <strong>und</strong> Zucker in einem<br />

Topf erwärmen <strong>und</strong> wieder abkühlen<br />

lassen. Ein Backblech mit Backpapier<br />

auslegen. Den Backofen auf<br />

175° C (Gas Stufe 2) vorheizen.<br />

Mehl <strong>und</strong> Backpulver mischen. Zit -<br />

ronat, Orangeat, Mandeln <strong>und</strong> Gewürze<br />

zufügen. Die Sirupmasse zugeben,<br />

<strong>alles</strong> mischen <strong>und</strong> <strong>gut</strong><br />

durchkneten. Den Teig anschließend<br />

dünn ausrollen <strong>und</strong> beliebige<br />

Plätzchen von etwa 8 cm Ø<br />

(Herzen, Blüten, Kreise) ausstechen.<br />

Auf das vorbereitete Backblech<br />

legen. Im heißen Backofen<br />

10 − 12 Minuten backen.<br />

Inzwischen den Puderzucker sieben,<br />

mit Rum <strong>und</strong> Zitronensaft<br />

glatt rühren. Die braunen Kuchen<br />

aus dem Ofen nehmen, mit dem<br />

Puderzuckerguss beträufeln. Vollständig<br />

auskühlen lassen.<br />

Zubereitungszeit: 45 Minuten.<br />

Nährwert pro Stück ca.: 2 g Eiweiß,<br />

4 g Fett, 39 g Kohlenhydrate,<br />

207 kcal (866 kJ).<br />

8 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

9


ADVENTSBÄCKEREI<br />

Walnussherzen<br />

(Rezept für etwa 80 Plätzchen)<br />

Zutaten für den Teig:<br />

200 g weiche Butter,<br />

125 g Puderzucker,<br />

1 Päckchen Vanillezucker,<br />

1 Eigelb,<br />

60 g gemahlene Walnüsse,<br />

300 g Mehl.<br />

Außerdem:<br />

400 g Marzipan-Rohmasse,<br />

Puderzucker zum Ausrollen,<br />

3 − 4 EL Aprikosenkonfitüre,<br />

400 g Zartbitter-Kuvertüre,<br />

etwa 80 Walnusshälften.<br />

Aus Butter, gesiebtem Puderzucker,<br />

Vanillezucker, Eigelb, gemahlenen<br />

Walnüssen <strong>und</strong><br />

10 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

Mehl rasch einen glatten Mürbeteig<br />

herstellen, zur Kugel formen<br />

<strong>und</strong> 1 − 2 St<strong>und</strong>en kalt stellen.<br />

Ein Backblech mit Backpapier auslegen.<br />

Den Backofen auf 180° C<br />

(Gas Stufe 2 − 2 ½) vorheizen.<br />

Den Teig auf einer leicht bemehlten<br />

Arbeitsfläche 3 − 4 mm dick<br />

ausrollen <strong>und</strong> Herzen ausstechen.<br />

Diese auf das Backblech legen <strong>und</strong><br />

im heißen Backofen 10 − 12 Minuten<br />

nach Sicht backen. Herausnehmen<br />

<strong>und</strong> auf einem Kuchengitter<br />

auskühlen lassen.<br />

Die Marzipan-Rohmasse auf einer<br />

leicht mit Puderzucker besiebten<br />

Arbeitsfläche kurz durchkneten,<br />

dann dünn ausrollen <strong>und</strong> gleich<br />

große Herzen wie die Nussherzen<br />

ausstechen.<br />

Die Nussherzen auf der Oberfläche<br />

mit der Aprikosenkonfitüre bestreichen.<br />

Jeweils ein Marzipanherz<br />

daraufsetzen <strong>und</strong> leicht andrücken.<br />

Die Kuvertüre nach Packungsaufschrift<br />

im Wasserbad schmelzen.<br />

Die Herzen mit der Kuvertüre bestreichen.<br />

Jeweils eine Walnusshälfte<br />

in die weiche Kuvertüre geben<br />

<strong>und</strong> leicht andrücken. Fest<br />

werden lassen.<br />

Zubereitungszeit: 1 St<strong>und</strong>e,<br />

zusätzlich Kühlzeit.<br />

Nährwert pro Stück ca.:<br />

2 g Eiweiß, 8 g Fett,<br />

10 g Kohlenhydrate,<br />

117 kcal (490 kJ).<br />

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Lebkuchen-Zitronat-<br />

Ecken<br />

(Rezept für etwa 50 Stück)<br />

Zutaten für den Teig:<br />

250 g flüssiger Honig,<br />

125 g Zucker,<br />

200 g Zitronat,<br />

200 g gehackte Mandeln,<br />

300 g Mehl,<br />

1 TL Lebkuchengewürz,<br />

1 TL Pottasche,<br />

2 EL warmes Wasser.<br />

Zum Glasieren:<br />

125 g gesiebter Puderzucker,<br />

2 − 3 EL Zitronensaft,<br />

100 g fein gewürfeltes Zitronat.<br />

Den Honig mit dem Zucker erwärmen,<br />

bis sich der Zucker gelöst hat.<br />

Wieder etwas abkühlen lassen. Das<br />

Zitronat mit den Mandeln im elektrischen<br />

Zerkleinerer fein mixen.<br />

Das Mehl mit dem Lebkuchengewürz<br />

mischen. Die Pottasche im<br />

Wasser auflösen.<br />

Die Hälfte des Mehls mit der Honigmasse,<br />

dem Zitronat-Mandel-<br />

Mix <strong>und</strong> der Pottasche verrühren,<br />

das restliche Mehl unterkneten.<br />

Den Teig zugedeckt etwa 1 St<strong>und</strong>e<br />

ruhen lassen.<br />

Ein Backblech mit Backpapier auslegen.<br />

Den Backofen auf 180° C<br />

(Gas Stufe 2 − 2 ½) vorheizen. Den<br />

Teig auf dem vorbereiteten Backblech<br />

etwa 1 cm dick ausrollen <strong>und</strong><br />

im vorgeheizten Backofen 20 − 25<br />

Minuten backen. Das Backblech<br />

aus dem Ofen nehmen, das Gebäck<br />

etwas abkühlen lassen, dann<br />

in Dreiecke schneiden. Das Gebäck<br />

vollständig auskühlen lassen.<br />

Den Puderzucker mit Zitronensaft<br />

zu einem glatten Guss verrühren.<br />

Die Dreiecke damit bestreichen<br />

<strong>und</strong> mit dem Zitronat bestreuen.<br />

Trocknen lassen.<br />

Zubereitungszeit: 1 St<strong>und</strong>e,<br />

zusätzlich Ruhezeit.<br />

Nährwert pro Stück ca.: 1 g Eiweiß,<br />

2 g Fett, 17 g Kohlenhydrate,<br />

96 kcal (402 kJ).<br />

Mandel-Schoko-<br />

Brote<br />

(Rezept für)<br />

etwa 80 Stück<br />

Zutaten für den Teig:<br />

180 g Butter, 180 g Zucker,<br />

1 Päck. Bourbon-Vanillezucker,<br />

1 Msp. Salz,<br />

½ TL gemahlener Zimt,<br />

1 Eigelb (M),<br />

200 g gemahlene Mandeln,<br />

100 g geriebene Zartbitter-<br />

Schokolade,<br />

250 g Mehl.<br />

Außerdem:<br />

200 g Zartbitter-Kuvertüre.<br />

Die Butter mit dem Zucker, dem<br />

Vanillezucker, Salz, Zimt <strong>und</strong> dem<br />

Eigelb auf der Arbeitsfläche zu einer<br />

cremigen Masse verarbeiten.<br />

Die Mandeln <strong>und</strong> die Schokolade<br />

mit dem Mehl mischen <strong>und</strong> anschließend<br />

rasch unter die Buttermasse<br />

kneten. Den Teig in zwei<br />

gleich große Portionen teilen <strong>und</strong><br />

daraus zwei Stangen von 30 cm<br />

Länge formen.<br />

Diese Stangen<br />

mithilfe eines<br />

stumpfen<br />

großen Messers<br />

kantig<br />

formen, sodass sich<br />

beim Abschneiden rechteckige<br />

Scheiben ergeben. Die Stangen jeweils<br />

in Folie wickeln. Im Kühlschrank<br />

in 2 − 3 St<strong>und</strong>en, besser<br />

über Nacht, fest werden lassen.<br />

Den Backofen auf 180° C (Gas Stufe<br />

2 − 2 ½) vorheizen. Backbleche<br />

mit Backpapier auslegen. Von jeder<br />

Stange etwa 40 Scheiben<br />

schneiden. Mit genügend Abstand<br />

voneinander auf die vorbereiteten<br />

Backbleche legen. Im heißen Backofen<br />

10 − 12 Minuten backen. Aus<br />

dem Ofen nehmen <strong>und</strong> auf einem<br />

Kuchengitter vollständig<br />

auskühlen lassen.<br />

Die Kuvertüre nach Vorschrift<br />

schmelzen <strong>und</strong><br />

temperieren. Die Mandel-Schoko-<br />

Brote zur Hälfte in die Kuvertüre<br />

tauchen. Am Schüsselrand leicht<br />

abstreifen, dann auf Pergamentpapier<br />

legen <strong>und</strong> trocknen lassen.<br />

Zubereitungszeit:<br />

1 St<strong>und</strong>e, zusätzlich<br />

Kühl- <strong>und</strong> Wartezeiten.<br />

Nährwert pro Stück ca.:<br />

1 g Eiweiß, 5 g Fett, 6 g Kohlenhydrate,<br />

71 kcal (296 kJ).<br />

Mandel-Cantuccini<br />

(Rezept für)<br />

etwa 50 Stück<br />

Zutaten:<br />

3 Eiweiß (M),<br />

200 g Zucker,<br />

2 Eigelb (M),<br />

200 g Mehl,<br />

2 TL Backpulver,<br />

150 g gemahlene Mandeln,<br />

100 g gehackte Mandeln,<br />

40 ml Orangenlikör.<br />

Das Eiweiß<br />

sehr<br />

steif schlagen,<br />

dabei etwa ein Drittel<br />

des Zuckers einrieseln<br />

lassen. Die Eigelbe unterziehen.<br />

Das Mehl mit dem Backpulver,<br />

dem restlichen Zucker<br />

<strong>und</strong> den Mandeln mischen. Den<br />

Eischnee <strong>und</strong> den Orangen likör<br />

mit einem Teigschaber unterarbeiten,<br />

so dass ein glatter Teig entsteht.<br />

Ein Backblech mit Backpapier<br />

auslegen. Den Backofen auf<br />

190° C (Gas Stufe 2 ½ − 3) vorheizen.<br />

Den Teig auf das vorbereitete<br />

Backblech geben, mit etwas Mehl<br />

bestreuen <strong>und</strong> etwa 5 − 6 mm dick<br />

ausrollen. Im heißen Backofen<br />

12 − 15 Minuten backen.<br />

Das Gebäck noch heiß in<br />

6 − 7 cm breite Streifen, diese in<br />

etwa 1,5 cm breite Cantuccini<br />

schneiden. Auskühlen lassen.<br />

Zubereitungszeit: 1 St<strong>und</strong>e.<br />

Nährwert pro Stück ca.: 2 g Eiweiß,<br />

3 g Fett, 7 g Kohlenhydrate,<br />

65 kcal (272 kJ).


STOLLEN<br />

Müssen Stollen immer länglich <strong>und</strong> zusammengeklappt sein?<br />

Nein! Backen Sie Stollenteig in einer Sternform oder als<br />

Portionsgrößen im Einkochglas. Da haben Sie gleich doppelt<br />

Erfolg: Der Stollen behält zum einen garantiert seine Form.<br />

Und er bleibt von der ersten bis zur letzten Scheibe saftig<br />

<strong>und</strong> aromatisch, wenn Sie die Einkochgläser dann noch<br />

verschließen <strong>und</strong> den Stollen einkochen.<br />

Formvollendet<br />

Apfel-Birnen-Stollen<br />

(Rezept für etwa 20 Scheiben)<br />

Zutaten:<br />

125 g getrocknete Birnen,<br />

4 EL Apfeldicksaft (Reformhaus),<br />

½ Fläschchen Rum-Aroma,<br />

500 g Mehl,<br />

1 Prise Salz,<br />

2 TL Christstollengewürz,<br />

30 g frische Hefe,<br />

50 g Zucker,<br />

150 ml Milch,<br />

1 Ei (M),<br />

250 g Quark,<br />

175 g weiche Butter,<br />

50 g gehackte Mandeln,<br />

einige Tropfen Öl für die Form,<br />

Puderzucker zum Besieben.<br />

Die getrockneten Birnen klein würfeln.<br />

Den Apfeldicksaft erhitzen,<br />

die Birnen zufügen <strong>und</strong> 1 Minute<br />

köcheln lassen. Das Rum-Aroma<br />

unterrühren. Zugedeckt 4 St<strong>und</strong>en<br />

durchziehen lassen.<br />

Das Mehl in eine Schüssel sieben,<br />

mit Salz <strong>und</strong> Christstollengewürz<br />

mischen. In die Mitte eine Vertiefung<br />

drücken, die Hefe hineinbröckeln,<br />

1 TL Zucker untermischen.<br />

Die Milch lauwarm erhitzen, über<br />

die Hefe gießen <strong>und</strong> mit etwas<br />

Mehl vom Rand zu einem Brei rühren.<br />

Den Vorteig mit etwas Mehl<br />

bestreuen. Zugedeckt an einem<br />

warmen Ort 10 − 15 Minuten gehen<br />

lassen, bis die Oberfläche Risse<br />

zeigt.<br />

Ei, Quark, weiche Butter <strong>und</strong> den<br />

restlichen Zucker zum Mehl geben.<br />

Alles mit den Knethaken<br />

des Handrührgerätes zu einem<br />

glatten Teig verarbeiten. Den<br />

Teig nochmals 30 Minuten gehen<br />

lassen.<br />

Eine beschichtete Sternbackform<br />

von etwa 30 cm Ø mit dem Öl auspinseln.<br />

Die Birnen <strong>und</strong> die ge-<br />

hackten Mandeln unter den Teig<br />

kneten. Den Teig mit bemehlten<br />

Händen in die Form drücken. Erneut<br />

20 Minuten gehen lassen.<br />

Den Backofen auf 200° C (Gas Stufe<br />

3) vorheizen.<br />

Den Stollen im vorgeheizten Backofen<br />

bei 200° C (Gas Stufe 3) etwa<br />

15 Minuten backen, dann die Backofentemperatur<br />

auf 180° C (Gas<br />

Stufe 2 − 2 ½) reduzieren <strong>und</strong> den<br />

Stollen weitere 30 − 35 Minuten<br />

backen.<br />

Den Stollen 10 Minuten in der Form<br />

ruhen lassen, dann auf ein Kuchengitter<br />

stürzen, die Form entfernen.<br />

Mit Puderzucker besieben <strong>und</strong><br />

auskühlen lassen.<br />

Den Stollen in Alufolie wickeln <strong>und</strong><br />

vor dem Anschneiden 1 − 2 Tage<br />

ruhen lassen, damit sich sein Aroma<br />

voll entfalten kann.<br />

Zubereitungszeit: 1 ¾ St<strong>und</strong>en,<br />

zusätzlich diverse Wartezeiten.<br />

Nährwert pro Scheibe ca.:<br />

6 g Eiweiß, 10 g Fett,<br />

27 g Kohlenhydrate,<br />

222 kcal (928 kJ).<br />

14 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012


STOLLEN<br />

STOLLEN<br />

Erdnuss-Stollen<br />

(Rezept für 12 WECK®-Gläser)<br />

Sturzform à 290 ml Inhalt<br />

Zutaten für die Stollen:<br />

150 g geröstete Erdnüsse<br />

ohne Salz,<br />

150 g Sultaninen,<br />

100 g gewürfeltes Orangeat,<br />

6 cl Rum,<br />

750 g Mehl,<br />

60 g frische Hefe,<br />

250 ml Milch,<br />

1 Ei (M), 150 g Zucker,<br />

1 Prise Salz,<br />

250 g Butter.<br />

Außerdem:<br />

Butter <strong>und</strong> Semmelbrösel<br />

für die Gläser,<br />

Puderzucker zum Besieben.<br />

Die Erdnüsse grob hacken. Die Sultaninen<br />

<strong>und</strong> das Orangeat in eine<br />

Schüssel geben, mit dem Rum mischen.<br />

Zugedeckt marinieren.<br />

Das Mehl in eine Schüssel sieben, in<br />

der Mitte eine Mulde formen. Die<br />

Hefe hineinbröckeln, mit der lauwarmen<br />

Milch auflösen <strong>und</strong> dabei<br />

mit etwas Mehl vom Rand vermischen.<br />

Den Vorteig mit etwas Mehl<br />

bestreuen. Mit einem Tuch zudecken<br />

<strong>und</strong> an einem warmen, zugfreien<br />

Ort gehen lassen, bis die<br />

Oberfläche deutliche Risse zeigt.<br />

Inzwischen das Ei mit dem Zucker,<br />

dem Salz <strong>und</strong> der weichen Butter<br />

verrühren. Zum Vorteig geben <strong>und</strong><br />

<strong>alles</strong> zu einem glatten, festen Teig<br />

verkneten. Zugedeckt an einem<br />

warmen Ort 30 Minuten gehen lassen.<br />

Die Erdnüsse <strong>und</strong> die Rumfrüchte<br />

zum Teig geben <strong>und</strong> kurz unterkneten,<br />

nochmals 30 Minuten gehen<br />

lassen. Die Einkochgläser<br />

sorgfältig mit Butter ausstreichen<br />

<strong>und</strong> mit den Semmelbröseln<br />

ausstreuen.<br />

Den Teig in 12 gleich große Portionen<br />

von je etwa 160 g teilen. Jeweils<br />

zu einer Kugel formen <strong>und</strong> in<br />

die Gläser füllen. Zugedeckt weitere<br />

15 Minuten gehen lassen.<br />

Die Fettpfanne oder den Rost aus<br />

dem Backofen nehmen, den Backofen<br />

auf 180° C (Gas Stufe 2−2½)<br />

vorheizen.<br />

Die Gläser mit dem Stollenteig in<br />

die kalte Fettpfanne stellen <strong>und</strong> in<br />

den vorgeheizten Backofen schieben<br />

oder den Rost einschieben<br />

<strong>und</strong> die Gläser daraufstellen. Die<br />

Stollen 35 − 40 Minuten backen.<br />

Stäbchenprobe durchführen.<br />

Aus dem Ofen nehmen <strong>und</strong> etwas<br />

abkühlen lassen. Die Gläser mit<br />

Einkochring, Glasdeckel <strong>und</strong> Einweck-Klammern<br />

verschließen. Im<br />

100° C-heißen Wasserbad 30 Minuten<br />

einkochen. Die Stollen mit Puderzucker<br />

besiebt<br />

servieren.<br />

Zubereitungszeit: 2 ½ St<strong>und</strong>en,<br />

zusätzlich 30 Minuten Einkochzeit<br />

bei 100° C.<br />

Nährwert pro Glas ca.: 12 g Eiweiß,<br />

28 g Fett, 75 g Kohlen hydrate,<br />

618 kcal (2584 kJ).<br />

Mini-Cranberry-<br />

Stollen<br />

(Rezept für 6 WECK®-Gläser)<br />

Sturzform à 165 ml Inhalt<br />

Zutaten:<br />

100 g getrocknete<br />

Cranberrys,<br />

50 g Orangeat,<br />

50 g getrocknete Mango,<br />

60 g gehackte blanchierte<br />

Mandeln,<br />

50 ml Orangensaft,<br />

2 cl Orangenlikör,<br />

250 g Mehl,<br />

30 g frische Hefe,<br />

60 ml lauwarme Milch,<br />

50 g Zucker,<br />

125 g zerlassene Butter.<br />

Außerdem:<br />

Butter <strong>und</strong> Semmelbrösel<br />

für die Gläser,<br />

Puderzucker zum Besieben.<br />

Die Cranberrys klein schneiden.<br />

Orangeat <strong>und</strong> Mango fein würfeln.<br />

Die Früchte mit den Mandeln,<br />

dem Orangensaft <strong>und</strong> dem Orangenlikör<br />

in einer kleinen Schüssel<br />

mischen <strong>und</strong> zugedeckt 2 − 3 St<strong>und</strong>en<br />

ziehen lassen. Die Einkochgläser<br />

sorgfältig mit weicher Butter<br />

ausstreichen <strong>und</strong> mit den Semmelbröseln<br />

ausstreuen.<br />

Das Mehl in eine Schüssel sieben,<br />

in der Mitte eine Mulde formen.<br />

Die Hefe hineinbröckeln, mit der<br />

Milch <strong>und</strong> etwas Mehl vom Rand<br />

zu einem Vorteig verrühren. Zugedeckt<br />

an einem warmen Ort etwa<br />

15 Minuten gehen lassen, bis die<br />

Oberfläche Risse zeigt. Den Zucker<br />

<strong>und</strong> die zerlassene Butter zugeben<br />

<strong>und</strong> <strong>alles</strong> zu einem glatten Teig<br />

verkneten. Nochmals etwa 20 Minuten<br />

gehen lassen, bis sich das<br />

Volumen verdoppelt hat. Die<br />

Früchte rasch unter den Teig kneten,<br />

diesen nochmals 10 Minuten<br />

gehen lassen.<br />

Den Teig in 6 Portionen à<br />

120 g teilen, zu Kugeln<br />

formen <strong>und</strong> in die<br />

vorbereiteten Gläser<br />

setzen. Nochmals zugedeckt<br />

30 Minuten<br />

gehen lassen.<br />

Die Fettpfanne oder<br />

den Rost aus dem<br />

Backofen nehmen,<br />

den Ofen auf 180° C<br />

(Gas Stufe 2−2½)<br />

vorheizen.<br />

Die Gläser mit dem<br />

Stollenteig in die<br />

kalte Fettpfanne<br />

stellen <strong>und</strong> in den<br />

vorgeheizten Backofen<br />

schieben oder<br />

den Rost einschieben<br />

<strong>und</strong> die Gläser<br />

daraufstellen. Die<br />

Stollen 35 − 40 Minuten<br />

backen. Unbedingt<br />

Stäbchenprobe<br />

durchführen.<br />

Aus dem Backofen<br />

nehmen, auf ein<br />

Tuch stellen <strong>und</strong><br />

etwas abkühlen<br />

lassen. Die Gläser<br />

mit Einkochring,<br />

Glasdeckel <strong>und</strong> Einweck-Klammern<br />

verschließen. Im<br />

100° C-heißen Wasserbad 30 Minuten<br />

einkochen.<br />

Die Stollen mit Puderzucker besiebt<br />

servieren.<br />

Zubereitungszeit: 2 ½ St<strong>und</strong>en,<br />

zusätzlich 30 Minuten Einkochzeit<br />

bei 100° C.<br />

Nährwert pro Glas ca.: 12 g Eiweiß,<br />

28 g Fett, 75 g Kohlenhydrate,<br />

618 kcal (2584 kJ).<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

17


STOLLEN<br />

STOLLEN<br />

Christbrot mit Zimt<br />

(Rezept für 12 − 14 Scheiben)<br />

Zutaten:<br />

300 g Mehl,<br />

20 g frische Hefe,<br />

70 ml Milch,<br />

60 g Butter,<br />

1 Ei (M),<br />

40 g Zucker,<br />

1 Prise Salz,<br />

abgeriebene Schale einer<br />

halben Bio-Zitrone,<br />

½ TL gemahlener Zimt,<br />

60 g Sultaninen,<br />

50 g gehackte geschälte<br />

Mandeln,<br />

je 50 g gewürfeltes Zitronat<br />

<strong>und</strong> Orangeat,<br />

2 cl Rum.<br />

Außerdem:<br />

60 g Butter,<br />

50 g Zucker,<br />

1 Prise gemahlene Vanille.<br />

Das Mehl in eine Schüssel sieben,<br />

in der Mitte eine Vertiefung formen,<br />

die Hefe hineinbröckeln. Die<br />

Milch leicht erwärmen <strong>und</strong> zugießen,<br />

die Hefe darin verrühren, bis<br />

sie sich vollständig aufgelöst hat.<br />

Den Vorteig mit etwas Mehl bestreuen,<br />

mit einem Tuch bedecken<br />

<strong>und</strong> etwa 15 Minuten gehen lassen,<br />

bis die Oberfläche Risse zeigt.<br />

Die Butter schmelzen, sie darf nur<br />

lauwarm sein, dann in einer Schüssel<br />

mit dem Ei, dem Zucker, dem<br />

Salz, der Zitronenschale<br />

<strong>und</strong> dem Zimt verrühren. Diese Mischung<br />

zum Vorteig geben <strong>und</strong> <strong>alles</strong><br />

zu einem glatten Hefeteig<br />

schlagen. Nochmals etwa 20 Minuten<br />

gehen lassen, bis sich das Volumen<br />

etwa verdoppelt hat.<br />

Die Sultaninen, die Mandeln, das<br />

Zitronat <strong>und</strong> das Orangeat mit<br />

dem Rum übergießen <strong>und</strong> <strong>gut</strong><br />

durchziehen lassen. Dann rasch<br />

unter den <strong>gut</strong> gegangenen Hefeteig<br />

kneten <strong>und</strong> diesen wieder gehen<br />

lassen.<br />

Aus dem Hefeteig einen kleinen<br />

Laib formen <strong>und</strong> in ein etwa 20 cm<br />

langes Brotbackkörbchen legen.<br />

Mit einem Tuch bedeckt an einem<br />

warmen Ort gehen lassen, bis er<br />

deutlich an Volumen zugenommen<br />

hat.<br />

Den Backofen auf 200° C (Gas Stufe<br />

3) vorheizen. Das Christbrot<br />

auf der unteren Schiebeleiste<br />

im vorgeheizten Backofen<br />

etwa 35 Minuten backen.<br />

Unbedingt Stäbchenprobe<br />

durchführen <strong>und</strong> überprüfen,<br />

ob der Teig wirklich durchgebacken<br />

ist, es darf nichts hängen<br />

bleiben.<br />

Das Brot etwas abkühlen lassen,<br />

dann aus dem Körbchen nehmen.<br />

Die Butter schmelzen, das Brot damit<br />

von allen Seiten bestreichen.<br />

Zucker <strong>und</strong> Vanille mischen <strong>und</strong><br />

das Christbrot damit einstreuen.<br />

Vor dem Servieren nach Belieben<br />

mit Puderzucker besieben.<br />

Zubereitungszeit: 2 ½ St<strong>und</strong>en.<br />

Nährwert pro Scheibe (bei 14<br />

Scheiben) ca.: 4 g Eiweiß, 10 g Fett,<br />

30 g Kohlenhydrate,<br />

231 kcal (968 kJ).<br />

Lebkuchenstollen<br />

mit Nüssen<br />

(Rezept für 12 WECK®-Gläser)<br />

Mini-Sturzform à 160 ml Inhalt<br />

oder 4 − 5 WECK®-Gläser<br />

Sturzform à ½ l Inhalt<br />

Zutaten:<br />

175 g Butter,<br />

250 g Zucker,<br />

1 Prise Salz,<br />

4 Eier (M),<br />

1 TL Lebkuchengewürz,<br />

25 g Kakaopulver,<br />

350 g Mehl,<br />

1 Päckchen Backpulver,<br />

250 ml Milch,<br />

25 g gehackte Pistazien,<br />

75 g gehackte Mandeln,<br />

75 g gehackte Haselnüsse.<br />

Außerdem:<br />

Butter <strong>und</strong> Semmelbrösel für<br />

die Gläser,<br />

Puderzucker zum Besieben.<br />

Die Einkochgläser sorgfältig mit<br />

Butter ausstreichen <strong>und</strong> mit den<br />

Semmelbröseln ausstreuen. Die<br />

Fettpfanne oder den Rost aus<br />

dem Backofen nehmen, den<br />

Backofen auf 175° C (Gas Stufe<br />

2) vorheizen.<br />

Die Butter mit dem Zucker <strong>und</strong><br />

dem Salz schaumig rühren.<br />

Nach <strong>und</strong> nach die Eier zugeben<br />

<strong>und</strong> unterrühren. Das Lebkuchengewürz<br />

<strong>und</strong> das Kakaopulver untermischen.<br />

Das Mehl mit dem<br />

Backpulver darübersieben <strong>und</strong> mit<br />

der Milch unterrühren. Die gehackten<br />

Nüsse zum Schluss untermengen.<br />

Den Teig jeweils bis zur Hälfte<br />

in die vorbereiteten Gläser füllen.<br />

Die Gläser mit dem Teig in die kalte<br />

Fettpfanne stellen <strong>und</strong> in den vorgeheizten<br />

Backofen schieben oder<br />

den Rost einschieben <strong>und</strong> die Gläser<br />

daraufstellen. Die Lebkuchenstollen<br />

in den kleinen Gläsern etwa<br />

30 Minuten backen, die Stollen in<br />

den großen Sturzgläsern etwa<br />

40 − 45 Minuten. Unbedingt Stäbchenprobe<br />

durchführen.<br />

Aus dem Ofen nehmen <strong>und</strong> etwas<br />

abkühlen lassen. Die Gläser mit<br />

Einkochring, Glasdeckel <strong>und</strong> Einweck-Klammern<br />

verschließen. Im<br />

100° C-heißen Wasserbad 30 Minuten<br />

einkochen.<br />

Vor dem Servieren mit Puderzucker<br />

besieben.<br />

Zubereitungszeit: ¾ − 1 St<strong>und</strong>e,<br />

zusätzlich 30 Minuten Einkochzeit<br />

bei 90° C.<br />

Nährwert pro Glas ca.: 9 g Eiweiß,<br />

25 g Fett, 49 g Kohlenhydrate,<br />

459 kcal (1923 kJ).<br />

18 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012


APFEL-EIERLIKÖR-KUCHEN<br />

BACKEN<br />

im November<br />

Herbe Schokolade <strong>und</strong> süß-säuerliche<br />

Äpfel verbinden sich mit dem feinen<br />

Aroma von Eierlikör, der sich sowohl<br />

in der Joghurtcreme zwischen den<br />

Schokoböden als auch im Guss auf<br />

den Äpfeln verbirgt.<br />

Apfel-Eierlikör-Torte<br />

(Rezept für 14 Stücke)<br />

Zutaten für den Boden:<br />

50 g bittere Schokolade,<br />

50 g Butter,<br />

3 Eier (L),<br />

100 g Zucker,<br />

3 TL Vanillezucker,<br />

75 g Mehl.<br />

Für die Apfelmasse:<br />

3 Blatt Gelatine,<br />

500 g Äpfel,<br />

400 ml Apfelsaft,<br />

60 g Zucker,<br />

Saft einer halben Zitrone,<br />

80 ml Eierlikör,<br />

50 g gehackte Walnüsse.<br />

Für die Eierlikör-Creme:<br />

4 Blatt Gelatine,<br />

150 g Naturjoghurt,<br />

100 ml Eierlikör,<br />

100 g Zucker,<br />

100 g Sahne.<br />

Außerdem:<br />

100 g Sahne, 1 TL Zucker,<br />

20 g geröstete Mandel -<br />

blättchen.<br />

Für den Boden die Schokolade<br />

grob zerkleinern, die Butter in<br />

Stücke schneiden. Zusammen auf<br />

einem warmen Wasserbad<br />

schmelzen, anschließend wieder<br />

etwas abkühlen lassen.<br />

Den Boden einer Springform von<br />

24 cm Ø mit Backpapier auslegen.<br />

Den Backofen auf 175° C (Gas Stufe<br />

2) vorheizen.<br />

Eier, Zucker <strong>und</strong> Vanillezucker<br />

weißschaumig aufschlagen, die<br />

Schokoladenbutter unterrühren.<br />

Das Mehl darübersieben <strong>und</strong> unterheben.<br />

Die Teigmasse in die vorbereitete<br />

Springform füllen, die<br />

Oberfläche glatt streichen. Im vorgeheizten<br />

Backofen 35 − 40 Minuten<br />

backen. Herausnehmen, den<br />

Boden aus der Form lösen <strong>und</strong> auskühlen<br />

lassen. Abgekühlt einmal<br />

waagerecht durchschneiden.<br />

Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen.<br />

Die Äpfel waschen, vierteln,<br />

das Kerngehäuse entfernen,<br />

die Viertel in etwa 5 mm dicke<br />

Spalten schneiden. Den Apfelsaft<br />

mit Zucker <strong>und</strong> Zitronensaft in einen<br />

Topf geben <strong>und</strong> aufkochen.<br />

Die Apfelspalten einlegen, darin<br />

2 − 3 Minuten garen, herausheben,<br />

<strong>gut</strong> abtropfen<br />

<strong>und</strong> auskühlen lassen.<br />

Den Saft auf die Hälfte<br />

einkochen. Die Gelatine<br />

ausdrücken <strong>und</strong> in<br />

dem heißen, nicht<br />

mehr kochenden Saft<br />

auflösen. Den Eierlikör<br />

unterrühren. Den Eier -<br />

likörguss etwas abkühlen<br />

lassen.<br />

Für die Creme die Gelatine in kaltem<br />

Wasser einweichen. Den Joghurt<br />

mit dem Eierlikör <strong>und</strong> dem<br />

Zucker in einer Schüssel verrühren.<br />

Die Gelatine tropfnass bei geringer<br />

Hitze auflösen, dann rasch unter<br />

die Creme rühren. Die Sahne steif<br />

schlagen <strong>und</strong> unterheben.<br />

Den ersten Tortenboden auf eine<br />

Tortenunterlage legen, mit einem<br />

Tortenring umschließen. Die Eier -<br />

likör-Creme auf den Schokoladenboden<br />

geben, die Oberfläche glatt<br />

streichen. Den zweiten Boden auflegen.<br />

Im Kühlschrank 20 Minuten<br />

angelieren lassen.<br />

1 Die Apfelspalten fächerförmig<br />

<strong>und</strong> im Kreis auf die Tortenoberfläche<br />

legen. Die gehackten Walnüsse<br />

darauf verteilen.<br />

2 Den Eierlikörguss gleichmäßig<br />

über den Apfelspalten verteilen,<br />

sollte er bereits zu fest geworden<br />

sein, auf dem heißen Wasserbad<br />

nochmals leicht erwärmen. Für<br />

weitere 2 − 3 St<strong>und</strong>en in den Kühlschrank<br />

stellen.<br />

Die Sahne mit dem Zucker steif<br />

schlagen. Die Torte aus dem Ring<br />

lösen. Den Tortenrand mit der Sahne<br />

bestreichen <strong>und</strong> mit den Mandelblättchen<br />

bestreuen.<br />

Zubereitungszeit: 2 St<strong>und</strong>en, zusätzlich<br />

2 − 3 St<strong>und</strong>en Gelierzeit.<br />

Nährwert pro Stück ca.:<br />

6 g Eiweiß, 15 g Fett, 37 g Kohlenhydrate,<br />

317 kcal (1325 kJ).<br />

1 2<br />

20 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012


Noch vor einigen Jahren wurden <strong>Ente</strong>n meist als Ganzes<br />

im Backofen gebraten <strong>und</strong> erst bei Tisch tranchiert.<br />

Heute, auch durch das Vorbild asiatischer Restaurants,<br />

hat dieses Geflügelfleisch neue Anhänger gef<strong>und</strong>en,<br />

denn gerade die Zubereitung im Wok macht das zarte<br />

Fleisch zu einer Delikatesse.<br />

Der Fettanteil ist beim <strong>Ente</strong>nfleisch besonders hoch, wobei das<br />

meiste Fett direkt unter der Haut liegt. Das macht die <strong>Ente</strong> bei<br />

der Zubereitung schön knusprig <strong>und</strong> schützt das Fleisch vor<br />

dem Austrocknen.<br />

<strong>Ente</strong><br />

<strong>gut</strong>, <strong>alles</strong> <strong>gut</strong><br />

Wasabi-<strong>Ente</strong><br />

aus dem Wok<br />

(Rezept für 4 Portionen)<br />

Zutaten:<br />

1 <strong>Ente</strong>nbrustfilet (300 g),<br />

4 Möhren,<br />

100 g Zuckerschoten,<br />

50 g Sojasprossen,<br />

1 TL Speisestärke,<br />

3 EL Sojaöl,<br />

50 ml Reiswein,<br />

150 ml <strong>Ente</strong>nfond (aus dem<br />

Glas),<br />

½ − 1 TL Wasabi-Paste<br />

(sehr scharfer japanischer<br />

Meerrettich),<br />

3 − 4 EL Sojasoße,<br />

Salz, Pfeffer aus der Mühle,<br />

einige Korianderblättchen.<br />

Die Haut von der <strong>Ente</strong>nbrust ablösen,<br />

das Fleisch in dünne Scheiben<br />

schneiden. Die Möhren schälen<br />

<strong>und</strong> schräg in dünne Scheiben<br />

schneiden. Die Zuckerschoten abbrausen<br />

<strong>und</strong> putzen, die Sojasprossen<br />

in einem Sieb mit kochendem<br />

Wasser übergießen, <strong>gut</strong><br />

abtropfen lassen.<br />

Die Fleischscheiben mit dem Stärkemehl<br />

besieben. Das Sojaöl in einem<br />

Wok erhitzen, die <strong>Ente</strong>nbrust<br />

darin anbraten. Das Fleisch an den<br />

Rand schieben. Die Möhren in die<br />

Mitte geben <strong>und</strong> 2 − 3 Minuten<br />

unter<br />

Rühren<br />

braten. Ebenfalls<br />

an den Rand schieben, die<br />

Zuckerschoten in die Mitte geben<br />

<strong>und</strong> 1 − 2 Minuten braten. Die Sojasprossen<br />

zugeben, <strong>alles</strong> mischen<br />

<strong>und</strong> mit dem Reiswein ablöschen.<br />

Den <strong>Ente</strong>nfond angießen, die Wasabi-Paste<br />

einrühren. Mit Sojasoße,<br />

Salz <strong>und</strong> Pfeffer abschmecken <strong>und</strong><br />

<strong>alles</strong> noch 2 − 3 Minuten ziehen<br />

lassen. Mit Korianderblättchen bestreuen<br />

<strong>und</strong> mit Reis servieren.<br />

Zubereitungszeit: 45 Minuten.<br />

Nährwert pro Portion ca.: 20 g Eiweiß,<br />

20 g Fett, 8 g Kohlenhydrate,<br />

298 kcal (1248 kJ); 0,7 BE.<br />

22 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012


ENTE<br />

<strong>Ente</strong> aus dem Ofen<br />

Titelrezept<br />

(Rezept für 4 Portionen)<br />

Zutaten:<br />

2 küchenfertige Nantaiser <strong>Ente</strong>n<br />

(je etwa 800 g), ersatzweise<br />

1 kleine Flugente,<br />

Salz, Pfeffer aus der Mühle,<br />

100 g Schalotten,<br />

100 g Möhren,<br />

300 g kleine, mehligkochende<br />

Kartoffeln,<br />

120 g Flaschentomaten,<br />

100 g Lauch,<br />

60 g Staudensellerie mit Grün,<br />

200 g Kürbisfruchtfleisch,<br />

200 g Zucchini,<br />

1 Lorbeerblatt,<br />

3 Thymianzweige,<br />

2 EL Rapsöl,<br />

250 ml Gemüsefond.<br />

Außerdem:<br />

1 EL fein geschnittene Kräuter<br />

(Petersilie, Thymian).<br />

Die <strong>Ente</strong>n unter fließendem kalten<br />

Wasser innen <strong>und</strong> außen waschen,<br />

trockentupfen. Das sichtbare Fett<br />

mit den Fingern sorgfältig entfernen.<br />

Die <strong>Ente</strong>n mit einem scharfen<br />

Messer oder einer Geflügelschere<br />

der Länge nach halbieren. Salzen<br />

<strong>und</strong> pfeffern.<br />

Die Schalotten pellen <strong>und</strong> vierteln.<br />

Die Möhren <strong>und</strong> Kartoffeln waschen<br />

<strong>und</strong> schälen, die Möhren in<br />

Stifte schneiden, die Kartoffeln<br />

quer halbieren. Die Tomaten waschen,<br />

vierteln <strong>und</strong> quer halbieren.<br />

Den Lauch putzen <strong>und</strong> gründlich<br />

waschen. Lauch <strong>und</strong> Staudensellerie<br />

in etwa 3 cm lange Stücke<br />

schneiden. Das Kürbisfruchtfleisch<br />

in 2 cm große Würfel, die Zucchini<br />

in 1 cm dicke Scheiben schneiden.<br />

Den Backofen auf 200° C<br />

(Gas Stufe 3) vorheizen.<br />

Das Gemüse in einen entsprechend<br />

großen Bräter<br />

geben, salzen <strong>und</strong> pfeffern.<br />

Lorbeerblatt <strong>und</strong> Thymianzweige<br />

dazulegen. Die gewürzten<br />

<strong>Ente</strong>nhälften mit der<br />

Schnittfläche nach unten darauflegen<br />

<strong>und</strong> mit dem Öl bepinseln.<br />

Den Bräter in den vorgeheizten<br />

Backofen schieben, die <strong>Ente</strong>n<br />

etwa 40 Minuten braten. Nach 15<br />

Minuten den Gemüsefond angießen.<br />

Wenn die <strong>Ente</strong>n keine Kruste<br />

bekommen sollen, dann ab <strong>und</strong> zu<br />

mit dem Fond beschöpfen.<br />

Die <strong>Ente</strong> aus dem Ofen mit den<br />

fein geschnittenen Kräutern bestreut<br />

servieren.<br />

Zubereitungszeit: 1 ½ St<strong>und</strong>en.<br />

Nährwert pro Portion ca.:<br />

48 g Eiweiß, 48 g Fett,<br />

17 g Kohlenhydrate,<br />

693 kcal (2900 kJ); 1,4 BE.<br />

Geschmorte<br />

<strong>Ente</strong>nkeulen mit Oliven<br />

(Rezept für 4 Portionen)<br />

Zutaten:<br />

4 <strong>Ente</strong>nkeulen à 250 − 300 g,<br />

Salz, Pfeffer aus der Mühle,<br />

80 g Zwiebeln,<br />

300 g Tomaten,<br />

100 g Lauch,<br />

80 g Staudensellerie,<br />

100 g Möhren,<br />

3 EL Olivenöl,<br />

400 ml Geflügelfond,<br />

1 EL fein geschnittene Kräuter<br />

(Petersilie, Thymian, Rosmarin),<br />

100 g schwarze Oliven.<br />

Die <strong>Ente</strong>nkeulen mit Salz <strong>und</strong> Pfeffer<br />

würzen. Die Zwiebeln pellen<br />

<strong>und</strong> fein hacken. Die Tomaten kurz<br />

in kochendem Wasser blanchieren,<br />

kalt abschrecken <strong>und</strong> häuten. Die<br />

Früchte halbieren, Stielansatz <strong>und</strong><br />

Samen entfernen. Die Samen in ein<br />

Sieb geben <strong>und</strong> passieren, den<br />

Saft beiseitestellen. Das Tomatenfruchtfleisch<br />

würfeln.<br />

Den Lauch putzen, waschen <strong>und</strong> in<br />

dünne Ringe schneiden. Den Staudensellerie<br />

putzen, eventuell vorhandene<br />

Fäden abziehen, den Sellerie<br />

in Scheiben schneiden. Die<br />

Möhren schälen <strong>und</strong> ebenfalls in<br />

Scheiben schneiden.<br />

Den Backofen auf 180° C (Gas Stufe<br />

2 − 2 ½) vorheizen.<br />

Das Öl in einem Bräter erhitzen, die<br />

<strong>Ente</strong>nkeulen darin von allen Seiten<br />

anbraten, anschließend wieder<br />

herausnehmen. Zwiebeln, Lauch,<br />

Sellerie <strong>und</strong> Möhren im verbliebenen<br />

Fett anbraten. Den Geflügelfond<br />

<strong>und</strong> den Tomatensaft angießen,<br />

mit den Kräutern, Salz <strong>und</strong><br />

Pfeffer abschmecken. Die Oliven<br />

zufügen. Alles aufkochen lassen,<br />

dann die <strong>Ente</strong>nkeulen einlegen.<br />

Den Bräter zudecken, die Keulen<br />

im heißen Backofen etwa<br />

1 ¼ St<strong>und</strong>en schmoren. In den<br />

letzten 20 Minuten die Tomaten<br />

zufügen. Offen fertig schmoren.<br />

Nochmals abschmecken.<br />

Zu den geschmorten <strong>Ente</strong>nkeulen<br />

mit Oliven Tagliatelle servieren.<br />

Zubereitungszeit: 1 ¾ St<strong>und</strong>en.<br />

Nährwert pro Portion ca.: 36 g Eiweiß,<br />

57 g Fett, 7 g Kohlenhydrate,<br />

685 kcal (2865 kJ); 0,6 BE.<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

25


ENTE<br />

<strong>Ente</strong> mit Gemüse<br />

aus dem Wok<br />

(Rezept für 4 Portionen)<br />

Zutaten:<br />

1 <strong>Ente</strong>nbrustfilet (etwa 350 g),<br />

150 g Möhren,<br />

200 g Steckrüben,<br />

100 g Lauch,<br />

1 kleine rote Paprikaschote,<br />

10 g Zitronengras,<br />

20 g Ingwer,<br />

50 g Frühlingszwiebeln,<br />

1 Chilischote,<br />

100 g Shiitake-Pilze,<br />

3 EL Erdnussöl,<br />

Salz, Pfeffer aus der Mühle,<br />

250 ml Geflügelfond,<br />

4 EL helle Sojasoße,<br />

1 TL Speisestärke,<br />

1 EL fein geschnittenes Koriandergrün,<br />

Korianderblättchen zum<br />

Garnieren.<br />

Für den Reis:<br />

300 g thailändischer Duftreis<br />

(Langkornreis),<br />

600 ml Salzwasser.<br />

Die <strong>Ente</strong>nbrust häuten, das Fleisch<br />

in dünne Scheiben schneiden. Die<br />

Möhren <strong>und</strong> Steckrüben schälen,<br />

die Möhren in Scheiben, die Steckrüben<br />

in etwa 3 cm lange <strong>und</strong><br />

0,5 cm dicke Stifte schneiden. Den<br />

Lauch putzen, waschen <strong>und</strong> in<br />

schmale Ringe schneiden. Die Pap -<br />

rikaschote vierteln, den Stielansatz,<br />

die Samen <strong>und</strong> weißen Trennwände<br />

entfernen, das Fruchtfleisch in<br />

Streifen schneiden. Das Zitronengras<br />

putzen <strong>und</strong> fein hacken. Den<br />

Ingwer schälen <strong>und</strong> fein würfeln.<br />

Die Frühlingszwiebeln putzen <strong>und</strong><br />

in Ringe schneiden. Die Chilischote<br />

vom Stielansatz befreien, quer in<br />

dünne Ringe schneiden, dabei die<br />

Samen entfernen. Die Shiitake-Pilze<br />

von den harten<br />

Stielen befreien <strong>und</strong> die Hüte in<br />

Scheiben schneiden.<br />

Den Reis in einem Sieb unter fließendem<br />

kalten Wasser abbrausen,<br />

<strong>gut</strong> abtropfen lassen. Mit dem<br />

Salzwasser in einen Topf geben<br />

<strong>und</strong> zum Kochen bringen. Die Hitze<br />

reduzieren, den Reis zugedeckt<br />

bei schwacher Hitze 15 − 20 Minuten<br />

garen. Sobald die Flüssigkeit<br />

aufgesogen ist, den Topf vom Herd<br />

nehmen <strong>und</strong> den Reis noch 5 Minuten<br />

ausquellen lassen.<br />

2 EL Öl in einem Wok erhitzen, das<br />

<strong>Ente</strong>nfleisch darin portionsweise<br />

unter Wenden bei starker Hitze<br />

knusprig braten. Aus dem Wok<br />

nehmen, salzen <strong>und</strong> pfeffern <strong>und</strong><br />

zugedeckt warm stellen. Das vorbereitete<br />

Gemüse (ohne die Pilze),<br />

das Zitronengras, den Ingwer. die<br />

Frühlingszwiebeln <strong>und</strong> Chiliringe<br />

in den Wok geben <strong>und</strong> im restlichen<br />

Öl unter Rühren anbraten.<br />

Geflügelfond, Sojasoße, Salz, Pfeffer<br />

<strong>und</strong> Speisestärke miteinander<br />

verrühren. Das <strong>Ente</strong>nfleisch mit<br />

den Pilzen in den Wok geben, die<br />

Würzsoße zugießen, <strong>alles</strong> <strong>gut</strong><br />

verrühren <strong>und</strong> 2 − 3 Minuten<br />

bei mittlerer Hitze köcheln<br />

lassen. Mit dem Koriandergrün<br />

bestreuen <strong>und</strong> anrichten.<br />

Die <strong>Ente</strong> mit dem Reis anrichten,<br />

mit den Korianderblättchen<br />

garniert servieren.<br />

Zubereitungszeit: 1 St<strong>und</strong>e.<br />

Nährwert pro Portion ca.:<br />

37 g Eiweiß, 35 g Fett, 71 g Kohlenhydrate,<br />

749 kcal (3135 kJ); 5,9 BE.<br />

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<strong>Ente</strong>nbrust auf<br />

gebratener Ananas<br />

(Rezept für 4 Portionen)<br />

Zutaten:<br />

1 <strong>Ente</strong>nbrust (etwa 300 g),<br />

Salz, Pfeffer aus der Mühle,<br />

100 g Marsala, ersatzweise<br />

roter Johannisbeersaft,<br />

250 ml <strong>Ente</strong>nfond (aus dem<br />

Glas),<br />

200 g frisches Ananasfruchtfleisch,<br />

1 B<strong>und</strong> Frühlingszwiebeln,<br />

2ELÖl,<br />

Cayennepfeffer.<br />

Außerdem:<br />

120 g Langkorn-Wildreis-<br />

Mischung,<br />

Salz.<br />

Die <strong>Ente</strong>nbrust häuten, das Fleisch<br />

mit Salz <strong>und</strong> Pfeffer würzen. In einer<br />

beschichteten Pfanne von beiden<br />

Seiten anbraten. Mit dem<br />

Marsala ablöschen, den <strong>Ente</strong>nfond<br />

angießen. Etwa 15 − 20 Minuten bei<br />

schwacher Hitze garen. Vor dem<br />

Anschneiden 5 Minuten zugedeckt<br />

ruhen lassen.<br />

Den Reis nach Anleitung in Salzwasser<br />

garen.<br />

Die Ananas in Scheiben schneiden.<br />

Die Frühlingszwiebeln putzen, kalt<br />

abbrausen <strong>und</strong> in Stücke schneiden.<br />

Das Öl in einer beschichteten<br />

Pfanne erhitzen. Die Ananasscheiben<br />

darin von jeder Seite anbraten.<br />

Die Frühlingszwiebeln zugeben<br />

<strong>und</strong> kurz schwenken, sodass sie<br />

noch Biss haben. Mit einer Prise<br />

Salz <strong>und</strong> Cayennepfeffer würzen.<br />

Die <strong>Ente</strong>nbrust in Scheiben schneiden,<br />

mit den Ananasscheiben, den<br />

Frühlingszwiebeln <strong>und</strong> dem Fond<br />

anrichten. Den Reis extra dazu<br />

reichen.<br />

Zubereitungszeit: 45 Minuten.<br />

Nährwert pro Portion ca.:<br />

16 g Eiweiß, 19 g Fett,<br />

33 g Kohlenhydrate,<br />

393 kcal (1642 kJ); 2,8 BE.<br />

Kulinarisches<br />

QUIZ<br />

Testen Sie Ihr Wissen<br />

r<strong>und</strong> um die Küche.<br />

Wir stellen Ihnen einige<br />

Fragen zu verschie denen<br />

Themen dieses <strong>Ratgeber</strong>s.<br />

Sie suchen sich aus den<br />

drei möglichen Antworten<br />

die richtige heraus,<br />

nehmen den dazugehöri -<br />

gen Lösungs buchstaben<br />

<strong>und</strong> bilden damit das<br />

Lösungswort. Raten Sie<br />

mit <strong>und</strong> gewinnen Sie!<br />

1. Die Steckrübe ist am aromatischsten,<br />

wenn ...<br />

nP ... sie nicht mehr als<br />

150 Gramm wiegt.<br />

nN ... das Fruchtfleisch gelblich ist.<br />

nH ... die Schale schwarze Punkte<br />

aufweist.<br />

2. Was benötigt man für einen<br />

„Allgäuer Milchkuchen“?<br />

nE Pumpernickel<br />

nA Croissants<br />

nU Altbackenes Weißbrot oder<br />

Brötchen<br />

3. Was verfeinert das kräftige<br />

Aroma von Wildschweinfleisch?<br />

nN Flambieren mit weißem Rum<br />

nR Backen in der Salzkruste<br />

nD Einlegen in eine Buttermilchbeize<br />

Das können Sie im November<br />

gewinnen:<br />

16 „Les Secrets d’Emile“-<br />

Lasagne-Sets von Emile Henry<br />

Innerhalb kurzer Zeit <strong>und</strong> mit wenigen Zutaten kann man eine<br />

Lasagne zaubern. Zubereiten lässt sich das Gericht am besten in<br />

einer Gratinform. Das Lasagne-Set des französischen Keramik -<br />

herstellers besteht aus einer Gratinform, Lasagnepalette <strong>und</strong> einem<br />

Rezeptbüchlein mit den „Secrets“, den Küchengeheimnissen von<br />

Emile. Die Form ist aus ofenfester<br />

Keramik hergestellt, die die Wärme<br />

bestmöglich verteilt, sodass<br />

die Gerichte gleichmäßig durchgebacken<br />

werden.<br />

Gewinnen Sie eines von 16 „Les<br />

Secrets d’Emile“-Lasagne-Sets<br />

von Emile Henry im Wert von<br />

je 64 €.<br />

4. Mittelfeste, vorwiegend<br />

festkochende Kartoffeln<br />

eignen sich für die<br />

Zubereitung von ...<br />

nE ... Salz- <strong>und</strong> Pellkartoffeln sowie<br />

Aufläufen <strong>und</strong> Gratins.<br />

nA ... Kartoffelpüree <strong>und</strong> knusprigen<br />

Kroketten.<br />

nB ... Kartoffelklößen.<br />

5. Was bewirkt das unter der<br />

<strong>Ente</strong>nhaut liegende Fett?<br />

nL Die Haut wird beim Braten<br />

schön knusprig <strong>und</strong> das zarte<br />

Fleisch trocknet nicht aus.<br />

nM Die Garzeit des Geflügels verlängert<br />

sich um 10 − 15 Minuten.<br />

nS Das Fleisch braucht nicht mit<br />

Salz <strong>und</strong> Kräutern gewürzt zu<br />

werden.<br />

6. Für eine Lasagne verwendet<br />

man ...<br />

nA ... Linguine.<br />

nT ... Pappardelle.<br />

nN ... Nudelplatten.<br />

Lösungswort<br />

n 1 n 2 n 3 n 4 n 5 n6<br />

Es gilt das Lösungswort zu finden, das aus<br />

den Lösungsbuchstaben der richtigen<br />

Antworten zusam menzusetzen ist.<br />

Geben Sie uns dieses per Telefon unter<br />

der Nummer<br />

01378 9090 1011<br />

durch (ein Anruf aus dem deutschen<br />

Festnetz kostet 0,50 €, ggf. abweichende<br />

Tarife aus dem Mobilfunknetz).<br />

Sie können uns das Lösungswort auch auf<br />

einer ausreichend frankierten Postkarte<br />

schicken mit dem Kennwort<br />

„Kulinarisches Quiz 11“.<br />

Adresse, Teilnahmebedingungen sowie<br />

Einsendeschluss auf Seite 155.<br />

28 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012 <strong>Ratgeber</strong> 29


ALLGÄU<br />

Die vielseitige Natur- <strong>und</strong> Kulturlandschaft Allgäu zieht<br />

H<strong>und</strong>erttausende Gäste alljährlich an, zu Alpinsport im<br />

Sommer <strong>und</strong> Winter, Rad-, Wander- <strong>und</strong> Wassersport,<br />

aber auch zu den kulturellen <strong>und</strong> kulturgeschichtlichen<br />

Sehenswürdigkeiten der Gegend.<br />

Das Allgäu, begrenzt durch die Allgäuer Alpen im Süden, den<br />

Bodensee im Westen <strong>und</strong> den Lech im Osten, ist geprägt durch<br />

ein aus Moränenwällen bestehendes Berg- <strong>und</strong> Hügelland<br />

mit Seen <strong>und</strong> Hoch mooren, die in den Mulden zurück -<br />

geblieben sind. In der traditionellen Allgäuer Küche finden<br />

sich die Zutaten, die es in früheren, eher ärmlichen Zeiten<br />

in der Region ausreichend <strong>und</strong> preiswert gab.<br />

Das waren vor allem Eier, Mehl, Milch <strong>und</strong><br />

Fett sowie all das, was im Bauerngarten an<br />

Kräutern, Obst <strong>und</strong> Gemüse gewachsen ist.<br />

Ein breites Spektrum von Mehlspeisen <strong>und</strong><br />

anderen einfachen Gerichten, bei denen die<br />

Zutaten günstig sind, die aber äußerst<br />

köstlich schmecken,<br />

wartet auf Sie.<br />

Kulinarische<br />

Reise<br />

ins Allgäu<br />

Allgäuer Milchkuchen<br />

(Rezept für 12 Stücke)<br />

Zutaten:<br />

250 g altbackenes Weißbrot<br />

oder Brötchen,<br />

¾ l Milch,<br />

100 g brauner Zucker,<br />

Mark einer Vanilleschote,<br />

4 Eier (M),<br />

½ TL gemahlener Zimt,<br />

80 g Rosinen,<br />

100 g Butter,<br />

1 gehäufter EL brauner Zucker.<br />

Außerdem:<br />

Butter <strong>und</strong> Brösel für die Form,<br />

Puderzucker zum Besieben.<br />

Das altbackene Weißbrot in etwa<br />

1 cm große Würfel schneiden. In<br />

eine Schüssel geben. Die Milch mit<br />

Zucker <strong>und</strong> Vanillemark erhitzen,<br />

bis sich der Zucker aufgelöst hat,<br />

dann lauwarm abkühlen lassen.<br />

Die lauwarme Milch über die Brotwürfel<br />

gießen. Einige St<strong>und</strong>en einweichen,<br />

bis das Brot die Milch<br />

vollständig aufgenommen hat.<br />

Eine Springform von 26 cm Ø sorgfältig<br />

mit Butter ausstreichen<br />

<strong>und</strong> mit den Semmelbröseln<br />

ausstreuen. Den Backofen<br />

auf 200° C (Gas Stufe 3)<br />

vorheizen.<br />

Die Brotmasse in der<br />

Küchenmaschine zu<br />

einem Brei verrühren.<br />

Eier <strong>und</strong> Zimt unterrühren,<br />

die Rosinen unterheben.<br />

Den fast flüssigen<br />

Teig in die Springform<br />

füllen. Die Butter in kleinen<br />

Würfeln auf der Oberfläche verteilen,<br />

den braunen Zucker gleichmäßig<br />

darüberstreuen. Im heißen<br />

Backofen etwa 1 St<strong>und</strong>e backen.<br />

Zubereitungszeit: 1 ½ St<strong>und</strong>en,<br />

zusätzlich Einweichzeit.<br />

Nährwert pro Stück ca.:<br />

6 g Eiweiß, 12 g Fett, 27 g Kohlen -<br />

hydrate, 242 kcal (1012 kJ).<br />

Grießkiachla mit<br />

Erdäpfel <strong>und</strong> Speck<br />

(Rezept für 4 Portionen)<br />

Zutaten:<br />

250 ml Fleischbrühe,<br />

70 g Hartweizengrieß,<br />

Salz, Pfeffer aus der Mühle,<br />

200 g gekochte Salatkartoffeln,<br />

150 g gekochtes geräuchertes<br />

Wammerl (Bauchspeck),<br />

80 g Zwiebeln,<br />

1 Ei,<br />

2 EL Schnittlauchröllchen,<br />

1 EL fein geschnittene Petersilie,<br />

1 EL gerebelter Majoran,<br />

60 g Butter zum Braten.<br />

Die Fleischbrühe zum Kochen<br />

bringen, den Grieß unter ständigem<br />

Rühren einrieseln lassen. Bei<br />

geringer Hitze etwa 15 Minuten<br />

weiter köcheln <strong>und</strong> dabei öfter<br />

umrühren. Das Grießmus mit Salz<br />

<strong>und</strong> Pfeffer würzen, etwas abkühlen<br />

lassen.<br />

In der Zwischenzeit die Kartoffeln<br />

pellen <strong>und</strong> in 1 cm große Würfel<br />

schneiden. Den Bauchspeck in<br />

sehr kleine Würfel schneiden. Die<br />

Zwiebeln pellen <strong>und</strong> fein würfeln.<br />

Unter das Grießmus das Ei, die<br />

Zwiebelwürfel <strong>und</strong> die klein geschnittenen<br />

Kräuter rühren, dann<br />

erst die Kartoffel- <strong>und</strong> Speckwürfel<br />

untermischen. Aus der Masse etwa<br />

1 cm starke Küchle formen.<br />

Die Butter in einer Pfanne erhitzen,<br />

die Küchle darin von beiden Seiten<br />

knusprig braun braten.<br />

Die Grießkiachla mit einem frischen<br />

bunten Salat servieren.<br />

Zubereitungszeit: 1 St<strong>und</strong>e.<br />

Nährwert pro Portion ca.:<br />

16 g Eiweiß, 27 g Fett,<br />

20 g Kohlenhydrate,<br />

387 kcal (1622 kJ); 1,7 BE.<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

31


ALLGÄU<br />

Kässpätzle<br />

(Rezept für 4 Portionen)<br />

Zutaten:<br />

500 g Mehl,<br />

5 Eier (L),<br />

1 TL Salz,<br />

etwa 100 ml Wasser,<br />

300 g frisch geriebener Hart -<br />

käse, z. B. Allgäuer Emmentaler<br />

oder Bergkäse,<br />

Pfeffer aus der Mühle.<br />

Außerdem:<br />

200 g Zwiebeln,<br />

80 g Butter.<br />

Das Mehl in eine Schüssel<br />

geben, in die Mitte eine Vertiefung<br />

drücken <strong>und</strong> die Eier <strong>und</strong><br />

das Salz hineingeben. Zunächst<br />

die Hälfte des Wassers zugeben<br />

<strong>und</strong> <strong>alles</strong> mithilfe eines Kochlöffels<br />

zu einem glatten Teig verrühren.<br />

Den Teig kräftig schlagen, bis er<br />

von glatter, zäher Konsistenz ist<br />

<strong>und</strong> in dicken Tropfen vom Löffel<br />

fällt. Bei Bedarf weiteres Wasser zugeben.<br />

Den Backofen auf 150° C (Gas Stufe<br />

1) vorheizen. In einem entsprechend<br />

großen Topf reichlich Salzwasser<br />

zum Kochen bringen. Den<br />

Teig portionsweise durch einen<br />

Spätzlehobel in das kochende<br />

Wasser hobeln. Sobald die Spätzle<br />

oben schwimmen, vorsichtig herausheben,<br />

<strong>gut</strong> abtropfen lassen<br />

<strong>und</strong> in einer vorgewärmten feuerfesten<br />

Form verteilen. Sofort mit<br />

etwas Käse bestreuen <strong>und</strong> mit<br />

Pfeffer würzen. So fortfahren, bis<br />

der gesamte Teig aufgebraucht ist.<br />

Die letzte Schicht Spätzle mit dem<br />

restlichen Käse bestreuen. Im vorgeheizten<br />

Backofen warm stellen.<br />

Die Zwiebeln pellen <strong>und</strong> in Scheiben<br />

schneiden. In der zerlassenen<br />

Butter kross braten. Die Kässpätzle<br />

aus dem Ofen nehmen <strong>und</strong> mit<br />

den Zwiebelringen garnieren. Mit<br />

einem Salat <strong>und</strong> nach Belieben mit<br />

Schnittlauchröllchen bestreut servieren.<br />

Zubereitungszeit: 1 St<strong>und</strong>e.<br />

Nährwert pro Portion (bei 6 Portionen)<br />

ca.: 30 g Eiweiß, 33 g Fett,<br />

61 g Kohlenhydrate,<br />

664 kcal (2778 kJ); 5,1 BE.<br />

ALLGÄU<br />

Krautkrapfen<br />

(Rezept für 4 Portionen)<br />

Zutaten:<br />

300 g Mehl,<br />

Salz,<br />

3 Eier (L),<br />

1 EL Sonnenblumenöl,<br />

1 − 2 EL Wasser,<br />

150 g roh geräucherter<br />

durchwachsener Speck,<br />

1 Landjäger (luftgetrocknete<br />

<strong>und</strong> geräucherte Rohwurst),<br />

2 EL Butterschmalz,<br />

300 g Sauerkraut,<br />

1 TL Kümmel,<br />

Pfeffer aus der Mühle,<br />

1,5 l Fleischbrühe.<br />

Außerdem:<br />

1 Eiweiß zum Bestreichen,<br />

Butter für die Form.<br />

Das Mehl auf eine Arbeitsfläche<br />

häufen. Eine Vertiefung in die Mitte<br />

drücken, Salz, Eier, Öl <strong>und</strong> Wasser<br />

hineingeben <strong>und</strong> <strong>alles</strong> rasch zu<br />

einem glatten Teig verkneten. Zur<br />

Kugel formen, in Folie wickeln <strong>und</strong><br />

1 St<strong>und</strong>e ruhen lassen.<br />

Den Speck <strong>und</strong> die Wurst in kleine<br />

Würfel schneiden. In einem entsprechend<br />

großen Topf das Butterschmalz<br />

erhitzen, darin die Speck<strong>und</strong><br />

Landjägerwürfel anbraten.<br />

Das Sauerkraut etwas klein schneiden<br />

<strong>und</strong> zugeben. Mit Salz, Pfeffer<br />

<strong>und</strong> Kümmel herzhaft würzen. Unter<br />

Rühren etwa 10 Minuten garen.<br />

Vom Herd nehmen <strong>und</strong> etwas abkühlen<br />

lassen.<br />

Den Backofen auf 200° C (Gas Stufe<br />

3) vorheizen. Einen backofengeeigneten<br />

Bräter mit Butter ausstreichen.<br />

Den Nudelteig auf einer<br />

leicht bemehlten Arbeitsfläche<br />

möglichst dünn zu einem lang gezogenen<br />

Rechteck ausrollen, das<br />

abgetropfte Kraut darauf verteilen,<br />

dabei ringsum einen schmalen<br />

Rand frei lassen. Den Rand mit<br />

dem Eiweiß bestreichen. Den Nudelteig<br />

von der Längsseite her<br />

straff aufrollen, den Rand andrücken.<br />

Die Teigrollen mit einem<br />

scharfen Messer in 4 cm dicke<br />

Scheiben schneiden. Die Scheiben<br />

mit der Schnittfläche nach unten<br />

in den vorbereiteten Bräter setzen.<br />

Die Fleischbrühe leicht erhitzen<br />

<strong>und</strong> die Krautkrapfen damit begießen,<br />

sie sollen von der Flüssigkeit<br />

knapp bedeckt sein.<br />

Alles bei starker Hitze aufkochen,<br />

dann zugedeckt im heißen Backofen<br />

auf der mittleren Schiebeleiste<br />

etwa 30 Minuten garen. Nach<br />

dieser Zeit den Bräter aufdecken<br />

<strong>und</strong> die Krautkrapfen in weiteren<br />

10 − 15 Minuten offen fertig garen,<br />

bis sie eine leichte Kruste bekommen<br />

haben.<br />

Zubereitungszeit: 1 ¾ St<strong>und</strong>en,<br />

zusätzlich Wartezeit.<br />

Nährwert pro Portion ca.:<br />

46 g Eiweiß, 44 g Fett,<br />

57 g Kohlenhydrate,<br />

815 kcal (3408 kJ); 4,8 BE.<br />

32 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

33


SCHÄTZE IM GLAS<br />

Manche Geschenke<br />

brauchen etwas Zeit,<br />

sie müssen „reifen“ wie<br />

dieser Gewürzlikör.<br />

Andere sind gleich<br />

genussbereit wie der<br />

Weihnachtslikör <strong>und</strong><br />

der Bratapfelsirup.<br />

Ob Sie den einen oder<br />

anderen Likör oder<br />

Sirup dann wirklich<br />

verschenken oder doch<br />

selbst genießen, liegt<br />

ganz bei Ihnen!<br />

Gewürzlikör<br />

(Rezept für 2 WECK®-Flaschen)<br />

à ½ l Inhalt<br />

Zutaten:<br />

1 TL Fenchelsamen,<br />

1 TL Anissamen,<br />

1 TL Wacholderbeeren,<br />

1 TL Korianderkörner,<br />

5 Gewürznelken,<br />

2 Zimtstangen,<br />

200 g brauner oder weißer<br />

Kandiszucker,<br />

800 ml Doppelkorn.<br />

Die Gewürze <strong>und</strong> den Kandiszucker<br />

in eine saubere 1-l-Flasche geben.<br />

Den Korn angießen.<br />

Die Flasche mit Einkochring, Glasdeckel<br />

<strong>und</strong> Einweck-Klammern<br />

verschließen. An einem warmen<br />

Ort 6 Wochen reifen lassen, dabei<br />

möglichst täglich schütteln.<br />

Nach dieser Zeit ein Sieb mit einem<br />

Mulltuch auslegen, den Likör abseihen.<br />

In zwei Saftflaschen à ½ l<br />

Inhalt abfüllen, wieder mit Einkochring,<br />

Glasdeckel <strong>und</strong> Einweck-<br />

Klammern verschließen. Kühl <strong>und</strong><br />

dunkel aufbewahren.<br />

Zubereitungszeit: 15 Minuten, zusätzlich<br />

6 Wochen Reifezeit.<br />

Nährwert pro Gläschen (2 cl) ca.:<br />

32 kcal (132 kJ).<br />

Bratapfelsirup<br />

(Rezept für etwa)<br />

1,2 l Sirup<br />

Zutaten:<br />

750 ml Apfelsaft<br />

(aus eigener<br />

Herstellung oder<br />

gekauft),<br />

1000 g Kölner weißer<br />

Kandis,<br />

20 g Zitronensäure,<br />

3 Zimtstangen,<br />

2 − 3 Tropfen Bittermandel -<br />

aroma,<br />

Zimtpulver nach Geschmack.<br />

Den Apfelsaft mit dem Kandis, der<br />

Zitronensäure <strong>und</strong> den Zimtstangen<br />

in einen Topf geben <strong>und</strong> zum<br />

Kochen bringen. In etwa 10 Minuten<br />

sirupartig einkochen.<br />

Den Topf vom Herd nehmen, die<br />

Zimtstangen entfernen. Den<br />

Sirup mit dem Bittermandel -<br />

aroma <strong>und</strong> Zimtpulver nach<br />

Geschmack aromatisieren.<br />

Den Sirup sofort heiß in vorbereitete<br />

saubere Flaschen füllen<br />

<strong>und</strong> diese fest verschließen.<br />

Kühl <strong>und</strong> dunkel aufbewahren,<br />

innerhalb 3 Monaten aufbrauchen.<br />

Zubereitungszeit: 25 Minuten.<br />

Nährwert pro EL (15 ml) ca.:<br />

14 g Kohlenhydrate,<br />

56 kcal (236 kJ).<br />

Schätze<br />

GLAS<br />

Weihnachtslikör<br />

(Rezept für 4 WECK®-Flaschen)<br />

à ½ l Inhalt<br />

Zutaten:<br />

120 g Zucker,<br />

15 g Gewürzmischung<br />

für Spekulatius,<br />

500 g Sahne,<br />

500 g Nuss-Nougat-Creme,<br />

800 ml Weinbrand.<br />

Bezugsquelle für Einkochgläser Seite 153<br />

Zucker, Gewürzmischung, Sahne, Nusscreme<br />

<strong>und</strong> Weinbrand in einen Mixer<br />

geben <strong>und</strong> kräftig durchmixen. In vorbereitete<br />

saubere Flaschen füllen, diese<br />

mit Einkochring, Glasdeckel <strong>und</strong> Einweck-Klammern<br />

verschließen.<br />

Kühl <strong>und</strong> dunkel aufbewahren. Vor Genuss<br />

kräftig schütteln. Innerhalb von<br />

3 Wochen genießen.<br />

Zubereitungszeit: 15 Minuten.<br />

Nährwert pro Flasche ca.: 8 g Eiweiß,<br />

79 g Fett, 111 g Kohlenhydrate,<br />

1650 kcal (6902 kJ).<br />

34<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

10/2012


BESTSELLER – REZEPTE<br />

Gudrun Kaanen aus<br />

Haldensleben<br />

Mohnkuchen<br />

Zutaten für den Boden:<br />

60 g Margarine,<br />

100 g Zucker,<br />

1 Ei,<br />

150 g Mehl.<br />

Für den 1. Belag:<br />

1 Päck. Vanille-Puddingpulver,<br />

½ l Milch,<br />

1 Päck. backfertiger<br />

Mohn,<br />

1 Becher Schmand,<br />

1 Päck. Vanillezucker.<br />

Für den 2. Belag:<br />

2 Eiweiß,<br />

1 Prise Salz,<br />

100 g Zucker,<br />

2 Eigelb,<br />

2 Becher Schmand.<br />

Den Boden einer Springform<br />

von 26 cm Ø mit<br />

Backpapier auslegen.<br />

Den Backofen auf 180° C<br />

(Gas Stufe 2 − 2 ½) vorheizen.<br />

Für den ersten Belag aus<br />

dem Puddingpulver <strong>und</strong><br />

der Milch nach Vorschrift<br />

einen Pudding kochen,<br />

abkühlen lassen.<br />

Für den Kuchenboden<br />

die Margarine mit dem<br />

Zucker, dem Ei <strong>und</strong> dem<br />

Mehl zu einer glatten<br />

Masse verrühren. In die<br />

vorbereitete Springform<br />

geben <strong>und</strong> gleichmäßig<br />

verteilen.<br />

Den Mohn, den Schmand<br />

<strong>und</strong> den Vanillezucker<br />

unter den abgekühlten<br />

Pudding rühren. Gleichmäßig<br />

auf dem Teigboden<br />

verteilen.<br />

Für den zweiten Belag<br />

das Eiweiß mit dem Salz<br />

<strong>und</strong> der Hälfte des Zuckers<br />

steif schlagen. Die<br />

Eigelbe mit dem restlichen<br />

Zucker schaumig<br />

rühren, den Schmand<br />

unterrühren. Den Eischnee<br />

unterheben. Die<br />

Masse auf den Mohnbelag<br />

geben <strong>und</strong> gleichmäßig<br />

verstreichen.<br />

Im heißen Backofen mindestens<br />

60 Minuten backen,<br />

Stäbchenprobe<br />

durchführen. Im Backofen<br />

abkühlen lassen.<br />

unserer Leser<br />

<strong>Frau</strong> Ursula Schönhardt<br />

aus Michelstadt<br />

Grapefruitkonfitüre<br />

Wintertraum<br />

Zutaten:<br />

1 Grapefruit,<br />

2 Äpfel,<br />

250 g Ananasfruchtfleisch,<br />

2 mittelgroße Möhren,<br />

6 EL Ananassaft,<br />

Saft von 1 ½ Zitronen,<br />

1 kg Gelierzucker 2 : 1,<br />

3 EL weißer Rum.<br />

Die Grapefruit dick schälen,<br />

die Filets aus den<br />

Häuten lösen, abtropfenden<br />

Saft auffangen. Die<br />

Äpfel schälen, vierteln<br />

<strong>und</strong> das Kerngehäuse<br />

Anni Schüler aus Naila<br />

Portugiesisches<br />

Nussbrot<br />

Zutaten:<br />

500 g Mehl,<br />

1 Päck. Backpulver,<br />

200 g Zucker,<br />

200 g Sultaninen,<br />

200 g gehobelte<br />

Haselnüsse,<br />

etwa ½ l Milch.<br />

Außerdem:<br />

Fett <strong>und</strong> Mehl für die<br />

Form.<br />

entfernen, das Fruchtfleisch<br />

klein schneiden.<br />

Das Ananasfruchtfleisch<br />

in Stückchen schneiden,<br />

die Möhren waschen,<br />

schälen <strong>und</strong> zerkleinern.<br />

Alles zusammen mit<br />

Grapefruit-, Ananas- <strong>und</strong><br />

Zitronensaft mit dem<br />

Mixstab zerkleinern.<br />

Die Masse mit dem Gelierzucker<br />

verrühren,<br />

zum Kochen bringen<br />

<strong>und</strong> nach Herstellerangabe<br />

4 Minuten sprudelnd<br />

kochen lassen.<br />

Ganz zum Schluss den<br />

Rum unterrühren. Kochend<br />

heiß in bereitgestellte<br />

saubere heiße<br />

kleine Gläser füllen <strong>und</strong><br />

sofort mit Schraubdeckel<br />

verschließen.<br />

Eine Kastenform ausfetten<br />

<strong>und</strong> mit Mehl ausstreuen.<br />

Den Backofen<br />

auf 175° C (Gas Stufe 2)<br />

vorheizen. Das Mehl mit<br />

dem Backpulver <strong>und</strong><br />

dem Zucker in einer<br />

Schüssel mischen, die<br />

Sultaninen <strong>und</strong> gehobelten<br />

Haselnüsse zugeben.<br />

So viel Milch unterrühren,<br />

bis der Teig schwer<br />

vom Löffel fällt. Den Teig<br />

in die vorbereitete<br />

Kastenform geben. Im<br />

vorgeheizten Backofen<br />

etwa 1 St<strong>und</strong>e backen.<br />

Kerstin Loges aus<br />

Hermannsburg<br />

Kartoffelauflauf<br />

Zutaten:<br />

1 kg Kartoffeln,<br />

Salz,<br />

7 mittelgroße<br />

Zwiebeln,<br />

300 g gekochter<br />

Schinken,<br />

100 g durchwachsener<br />

Räucherspeck,<br />

1 TL grob geschroteter<br />

Kümmel,<br />

¼ l Milch,<br />

2 Eier,<br />

1 Msp. weißer Pfeffer,<br />

1 Msp. frisch geriebene<br />

Muskatnuss,<br />

100 g geriebener<br />

Gouda<br />

50 g Butter.<br />

Außerdem:<br />

Fett für die Form,<br />

Tomatenviertel <strong>und</strong><br />

Petersilie zum<br />

Garnieren.<br />

Die Kartoffeln waschen<br />

<strong>und</strong> in Salzwasser garen.<br />

Abgießen, etwas ausdampfen<br />

lassen, dann<br />

pellen <strong>und</strong> in Scheiben<br />

schneiden. Die Zwiebeln<br />

pellen, halbieren <strong>und</strong> in<br />

halbe Ringe schneiden.<br />

In kochendem Salzwasser<br />

kurz aufkochen, abgießen<br />

<strong>und</strong> <strong>gut</strong> abtropfen<br />

lassen. Den Schinken<br />

<strong>und</strong> Räucherspeck in<br />

kleine Würfel schneiden.<br />

Eine entsprechend große<br />

Auflaufform ausfetten.<br />

Den Backofen auf 200° C<br />

(Gas Stufe 3) vorheizen.<br />

Alle vorbereiteten Zutaten<br />

in die Auflaufform<br />

schichten, die letzte<br />

Schicht sollen Kartoffelscheiben<br />

sein. Den geschroteten<br />

Kümmel darüberstreuen.<br />

Die Milch mit den Eiern,<br />

1 TL Salz, weißem Pfeffer<br />

<strong>und</strong> Muskat verquirlen<br />

<strong>und</strong> über die Zutaten in<br />

der Auflaufform gießen.<br />

Den geriebenen Käse<br />

darüberstreuen. Die Butter<br />

in Flöckchen auf der<br />

Oberfläche verteilen.<br />

Den Kartoffelauflauf im<br />

vorgeheizten Backofen<br />

45 − 50 Minuten garen.<br />

Mit Tomatenvierteln <strong>und</strong><br />

Petersilie garnieren.<br />

Mit einem bunten Salat<br />

servieren.<br />

Sabine Meyer aus<br />

Klipphausen<br />

Pfefferkuchen<br />

Zutaten:<br />

500 g Mehl,<br />

1 Päck. Schokoladen-<br />

Puddingpulver,<br />

½ TL Zimt<br />

½ TL Nelken,<br />

1ELKakao,<br />

je 200 g grob gehackte<br />

Haselnüsse <strong>und</strong><br />

Mandeln,<br />

200 g Rosinen,<br />

je 50 g fein gehacktes<br />

Orangeat <strong>und</strong> Zitronat,<br />

175 g Margarine,<br />

300 g Zucker,<br />

250 g Zuckerrübensirup,<br />

2 Eier,<br />

10 g Pottasche,<br />

10 g Hirschhornsalz,<br />

2 − 3 EL kalter Kaffee,<br />

schwarze Johannisbeerkonfitüre<br />

Kuvertüre.<br />

Die trockenen Zutaten<br />

einschließlich Rosinen,<br />

Orangeat <strong>und</strong> Zitronat in<br />

einer Schüssel mischen.<br />

In einer zweiten Schüssel<br />

die weiche Margarine<br />

mit dem Zucker, dem<br />

Zuckerrübensirup <strong>und</strong><br />

den Eiern verrühren. Die<br />

Pottasche <strong>und</strong> das<br />

Hirschhornsalz in dem<br />

kalten Kaffee auflösen.<br />

Alles vermischen <strong>und</strong><br />

kräftig verrühren. Den<br />

Teig zugedeckt 3 Wochen<br />

kalt stellen, am<br />

besten in einem kühlen<br />

Keller.<br />

Nach dieser Zeit den Teig<br />

Zimmertemperatur annehmen<br />

lassen. Ein<br />

Backblech mit Backpapier<br />

auslegen. Den Backofen<br />

auf 175° C (Gas<br />

Stufe 2) vorheizen.<br />

Den Teig halbieren, eine<br />

Hälfte in Backblechgröße<br />

ausrollen, auf das Blech<br />

legen. Mit der glatt gerührten<br />

Konfitüre bestreichen.<br />

Die zweite<br />

Teighälfte ausrollen <strong>und</strong><br />

als Deckel obenauf legen.<br />

Im heißen Backofen<br />

20 − 25 Minuten backen.<br />

Abkühlen lassen.<br />

Den Pfefferkuchen in<br />

etwa 4 cm große Würfel<br />

schneiden. Die Kuvertüre<br />

nach Anleitung<br />

schmelzen <strong>und</strong> temperieren,<br />

die Würfel damit<br />

überziehen.<br />

Liebe Leserinnen <strong>und</strong> Leser, haben Sie ein besonderes Rezept, das Sie anderen Lesern<br />

vorstellen wollen? Schicken Sie es uns doch zu! Da wir in der Redaktion bereits an die<br />

Themen des nächsten Frühjahrs denken, freuen wir uns über saison gerechte Rezepte. Jede<br />

Veröffent lichung wird honoriert (deshalb bitte Bankverbin dung angeben!).<br />

Legen Sie doch Ihr Passfoto bei oder auch ein Bild Ihres Rezeptes, am besten als digitale<br />

Daten (300 dpi).<br />

Bitte beachten Sie, dass wir aus rechtlichen Gründen keine Rezepte veröffent lichen können,<br />

die bereits anderweitig, u.a. auch im Internet, publiziert worden sind.<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

37


Marktbummel<br />

llllllllllllllllllllll<br />

Elegant<br />

Ganz auf Nostalgisches verzichten die Xmas-Artikel<br />

von ASA Selection. Dekorative, fast silbern wirkende<br />

Streifen auf weißem Gr<strong>und</strong> zieren Geschirrset, Kerzenleuchter<br />

<strong>und</strong> Dosen aus Stein<strong>gut</strong>. (Dosen ab<br />

ca. 6,90, Kerzenleuchter ab ca. 13,90 €)<br />

Würziger<br />

Advent<br />

Der Gewürz- Adventskalender von Zauber der<br />

Gewürze nimmt seinen Besitzer mit auf eine<br />

kulinarische Reise. 24 würzige Überraschungen<br />

von A wie Aglio-Olio-Peperoncino-Gewürzmischung<br />

bis Z wie Zimtblüten <strong>und</strong> das<br />

dazu passende Rezeptbüchlein sorgen für<br />

eine genussreiche Adventszeit. (Im Internet<br />

unter www.zauberdergewuerze.de sowie bei<br />

ausgewählten Feinkosthändlern, ca. 39,90 €)<br />

Edel <strong>und</strong> fein<br />

Nach einem alten norddeutschen Rezept<br />

wird die <strong>Ente</strong>nmousse von Dithmarscher<br />

Geflügel hergestellt. Auf Salz wird fast<br />

verzichtet <strong>und</strong> Hilfs- <strong>und</strong> Zusatzstoffe sind<br />

darin nicht zu finden.<br />

(170-g-Glas ca. 2,49 €)<br />

Stark <strong>und</strong> modern<br />

Der Edelstahl-Wasserkocher<br />

„Cashmira“ von WMF schimmert in<br />

den Farben Champagne, Coral <strong>und</strong><br />

Jade. Er fasst 1,7 l <strong>und</strong> seine blau<br />

beleuchtete Wasserstandsanzeige<br />

liefert dazu einen tollen Kontrast.<br />

Obligatorisch sind der Trockenlauf- <strong>und</strong><br />

Überhitzungsschutz, Kochstoppautomatik <strong>und</strong> eine<br />

Deckelverriegelung. (Ca. 69,99 €)<br />

Beerig<br />

Der aus Bio-Aroniawein gewonnene<br />

Bio-Aronia Glühwein erhält seinen<br />

milden, aber charakter vollen<br />

Geschmack durch die Zugabe einer<br />

speziell abgestimmten Gewürz -<br />

mischung <strong>und</strong> der Süße aus Bio-<br />

Zucker. Der wärmende Glühwein<br />

von Aronia Original enthält<br />

9 Vol.-% Alkohol.<br />

(1-l-Flasche ca. 4,95 €)<br />

Die vorgestellten Lebensmittel erhalten Sie im Lebensmittel-Einzel -<br />

handel. Den Herstellernachweis für die übrigen Artikel finden Sie<br />

auf Seite 153. Bei den in Klammern angegebenenProduktpreisen handelt<br />

es sich um die unverbindlichenPreisempfehlungen derHersteller.<br />

Genau dosiert<br />

Rapsöl <strong>und</strong> Butter vereint die<br />

flüssige Bratcreme „die feine“ von<br />

Deli Reform in der handlichen<br />

Flasche mit Dosierskala. Durch den<br />

Butterzusatz ist sie ideal zum Braten,<br />

Kochen, Backen <strong>und</strong> Verfeinern<br />

warmer Gerichte geeignet. Dabei<br />

spritzt sie deutlich weniger als<br />

Butter oder Öl beim Anbraten.<br />

(500-ml-Flasche ca. 1,59 €)<br />

Eis mit Gebäck<br />

Bei der „EisCreation des Winters Crème Vanille -<br />

kipferl“ kommen Liebhaber der zarten<br />

Gebäckspezialität voll auf ihre Kosten.<br />

Die Eiskomposition von Mövenpick vereint<br />

Bourbon-Vanilleeis mit Haselnuss, einer<br />

Bourbon-Vanille-Soße <strong>und</strong> knackigen<br />

Gebäckstücken.<br />

(850-ml-Packung ca. 3,49 €)<br />

Krippenspiel<br />

Ein komplettes Krippen-Set, bestehend aus Formen für Christkind in<br />

der Krippe, Josef, Maria, die Heiligen Drei Könige, Schaf, Esel <strong>und</strong> Stall<br />

bietet Tchibo an. Zu den spülmaschinengeeigneten<br />

Ausstechformen gibt es<br />

noch ein Rezept <strong>und</strong><br />

eine Anleitung dazu.<br />

(Erhältlich ab<br />

14. November 2012,<br />

ca. 11 €)<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

39


WILDSCHWEINBRATEN<br />

Das Fleisch vom Wildschwein ist<br />

kräftiger im Geschmack als das<br />

des Hausschweines. Um das<br />

Aroma zu verfeinern, wird es<br />

gerne eingelegt, z. B. in dieser<br />

Buttermilchbeize.<br />

Wildschweinbraten mit<br />

Pfifferlingsgemüse<br />

(Rezept für 4 Portionen)<br />

Zutaten für den Braten:<br />

10 Wacholderbeeren,<br />

2 Lorbeerblätter,<br />

1 TL weiße Pfefferkörner,<br />

½ TL gehackter Rosmarin,<br />

1 TL Thymianblättchen,<br />

800 g Wildschweinfleisch<br />

aus der Keule,<br />

500 ml Buttermilch,<br />

Salz,<br />

Pfeffer aus der Mühle,<br />

120 g Zwiebeln,<br />

75 g grüner Speck,<br />

250 ml Wildfond,<br />

250 ml Rotwein,<br />

Saft einer Orange,<br />

1 Prise gemahlener<br />

Piment.<br />

Für das Gemüse:<br />

50 g Zwiebeln,<br />

50 g roh geräucherter<br />

durchwachsener Speck,<br />

200 g Pfifferlinge<br />

(frisch oder TK),<br />

150 g Tomatenfruchtfleisch,<br />

½ gelbe Paprikaschote,<br />

20 g Butter,<br />

Salz,<br />

1 EL gehackte Kräuter<br />

(Rosmarin, Thymian,<br />

Basilikum),<br />

Pfeffer aus der Mühle.<br />

Außerdem:<br />

250 g Bandnudeln,<br />

Salz,<br />

200 g Kürbisfruchtfleisch,<br />

1 EL Butter,<br />

Pfeffer aus der<br />

Mühle.<br />

Für die Marinade die Wacholderbeeren,<br />

die Lorbeerblätter, die<br />

Pfefferkörner, die Rosmarinnadeln<br />

<strong>und</strong> Thymianblättchen in einem<br />

Mörser fein zerreiben. Das Fleisch<br />

<strong>gut</strong> damit einreiben. In eine entsprechend<br />

große Form legen, mit<br />

der Buttermilch begießen <strong>und</strong> zugedeckt<br />

über Nacht im Kühlschrank<br />

durchziehen lassen.<br />

Am nächsten Tag das Fleisch aus<br />

der Marinade nehmen, abtropfen<br />

lassen <strong>und</strong> mit Küchenpapier trockentupfen.<br />

Mit Salz <strong>und</strong> Pfeffer<br />

würzen. Die Zwiebeln pellen <strong>und</strong><br />

grob hacken. Den grünen Speck<br />

klein würfeln.<br />

Den Backofen auf 175° C (Gas Stufe<br />

2) vorheizen. Die Speckwürfel in<br />

einem Bräter auslassen, das Fleisch<br />

darin r<strong>und</strong>herum kräftig anbraten.<br />

Die Zwiebelwürfel kurz mitbraten.<br />

Den Bräter in den vorgeheizten<br />

Backofen stellen <strong>und</strong> den Wildschweinbraten<br />

etwa 60 Minuten<br />

garen. Nach 15 Minuten mit dem<br />

Wildfond <strong>und</strong> dem Rotwein begießen.<br />

Während des Garens den Braten<br />

immer wieder mit Bratfond<br />

beschöpfen.<br />

In der Zwischenzeit die Zwiebeln<br />

schälen <strong>und</strong> fein würfeln. Den<br />

Speck ebenfalls in kleine Würfel<br />

schneiden. Frische Pfifferlinge putzen<br />

<strong>und</strong> je nach Größe halbieren<br />

oder ganz belassen, tiefgekühlte<br />

Pilze antauen lassen. Das Tomatenfruchtfleisch<br />

in kleine Würfel<br />

schneiden. Die Paprikaschote putzen,<br />

dabei Stielansatz, Samen <strong>und</strong><br />

weiße Trennwände entfernen, das<br />

Fruchtfleisch ebenfalls würfeln.<br />

Die Butter in einer Pfanne erhitzen.<br />

Zwiebel- <strong>und</strong> Speckwürfel darin anbraten,<br />

die Paprikawürfel zugeben<br />

<strong>und</strong> <strong>alles</strong> 2 − 3 Minuten braten.<br />

Die Pfifferlinge <strong>und</strong> die Tomatenwürfel<br />

zugeben <strong>und</strong> weitere 2 − 3<br />

Minuten braten. Die Kräuter einstreuen,<br />

das Pfifferlingsgemüse<br />

abschmecken.<br />

Reichlich Salzwasser zum Kochen<br />

bringen, die Bandnudeln darin<br />

bissfest kochen. Das Kürbisfruchtfleisch<br />

mit einem Sparschäler in<br />

Streifen schneiden. In den letzten<br />

3 − 4 Minuten zu den Bandnudeln<br />

geben <strong>und</strong> mitgaren.<br />

Den Braten nach der Garzeit aus<br />

dem Ofen nehmen, das Fleisch<br />

sollte eine Kerntemperatur von<br />

65 − 70° C haben. Den Braten in<br />

Alufolie wickeln <strong>und</strong> kurz ruhen<br />

lassen. Den Orangensaft <strong>und</strong> den<br />

Piment in den Bratenfond rühren,<br />

etwas einkochen lassen <strong>und</strong> durch<br />

ein Sieb passieren. Herzhaft abschmecken.<br />

Die Bandnudeln abgießen <strong>und</strong> abtropfen<br />

lassen. Die Butter in einer<br />

entsprechend großen Pfanne erhitzen,<br />

die Nudeln mit den Kürbisstreifen<br />

darin schwenken, mit Salz<br />

<strong>und</strong> Pfeffer abschmecken.<br />

Das Fleisch in Scheiben schneiden,<br />

mit Gemüse, Soße <strong>und</strong> Teigwaren<br />

anrichten.<br />

Zubereitungszeit: 1 ½ St<strong>und</strong>en,<br />

zusätzlich Marinierzeit über<br />

Nacht.<br />

Nährwert pro Portion ca.:<br />

56 g Eiweiß, 24 g Fett,<br />

55 g Kohlenhydrate,<br />

699 kcal (2929 kJ); 4,6 BE.<br />

TIPP<br />

Wildschweinfleisch beim Metzger<br />

rechtzeitig vorbestellen<br />

oder beim Forstamt oder Jagdpächter<br />

nachfragen!<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

41


Knolle<br />

Tolle<br />

Von außen eher<br />

unscheinbar, unter der<br />

dünnen Schale köstlich!<br />

Kartoffeln sind heute<br />

eines der wichtigsten<br />

Gr<strong>und</strong>nahrungsmittel<br />

<strong>und</strong> werden in vielen<br />

Teilen der Welt angebaut.<br />

Kartoffeln unterscheiden sich<br />

nicht nur in Form <strong>und</strong> Farbe,<br />

sondern auch hinsichtlich der<br />

Kocheigenschaften <strong>und</strong> des<br />

Einsatzes in der Küche. Für<br />

Salate, Pell- oder Bratkartof -<br />

feln sollten es auf jeden Fall<br />

festkochende Sorten sein.<br />

Mittelfeste, vorwiegend<br />

festkochende Sorten sind die<br />

richtigen für Salz- oder<br />

Pellkartoffeln, Aufläufe<br />

<strong>und</strong> Gratins.<br />

Mehligkochende<br />

Sorten eignen sich<br />

besonders für Pürees,<br />

Klöße, Reibe kuchen<br />

oder Kroketten.<br />

Kartoffelsalat mit<br />

Pfifferlingen<br />

(Rezept für 4 Portionen)<br />

Zutaten:<br />

800 g festkochende Kartoffeln,<br />

Salz,<br />

80 g Zwiebeln,<br />

50 g roh geräucherter durchwachsener<br />

Speck,<br />

150 g Tomaten,<br />

200 g kleine Pfifferlinge,<br />

1 EL fein geschnittene Petersilie.<br />

Für das Dressing:<br />

125 ml warme Fleischbrühe,<br />

2 − 3 EL Weinessig,<br />

Salz, Pfeffer aus der Mühle,<br />

5 EL Sonnenblumenöl.<br />

Zum Garnieren:<br />

Schnittlauchspitzen.<br />

Die Kartoffeln gründlich waschen,<br />

in einen Topf geben, mit Wasser<br />

bedecken, leicht salzen <strong>und</strong> 20 − 25<br />

Minuten garen. Abgießen <strong>und</strong> ausdampfen<br />

lassen. Die Kartoffeln pellen<br />

<strong>und</strong> in Scheiben schneiden.<br />

Die Zwiebeln pellen <strong>und</strong> fein würfeln.<br />

Den Speck von Schwarte <strong>und</strong><br />

Knorpeln befreien, ebenfalls in<br />

kleine Würfel schneiden.<br />

Die Tomaten waschen, vierteln,<br />

Stielansatz <strong>und</strong> Samen entfernen,<br />

das Fruchtfleisch klein würfeln. Die<br />

Zutaten für das Dressing in einer<br />

Schüssel verrühren.<br />

Eine Pfanne erhitzen, die Speckwürfel<br />

darin auslassen. Die Zwiebeln<br />

zugeben <strong>und</strong> kurz mitbraten.<br />

Die Pfifferlinge zufügen <strong>und</strong> 3 Minuten<br />

braten.<br />

Die Kartoffelscheiben, Tomatenwürfel,<br />

die Pfifferlinge <strong>und</strong> die fein<br />

geschnittene Petersilie in die<br />

Schüssel zum Dressing geben <strong>und</strong><br />

vorsichtig mischen. Den Kartoffelsalat<br />

anrichten, mit Schnittlauchspitzen<br />

garniert servieren.<br />

Zubereitungszeit: 1 St<strong>und</strong>e.<br />

Nährwert pro Portion ca.:<br />

9 g Eiweiß, 20 g Fett,<br />

32 g Kohlenhydrate,<br />

347 kcal (1455 kJ); 2,7 BE.<br />

42 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

43


KARTOFFELN<br />

Kartoffel-Zucchini-Rösti<br />

auf Fischfilet<br />

(Rezept für 4 Portionen)<br />

Zutaten:<br />

4 mittelgroße festkochende<br />

Kartoffeln,<br />

1 Zucchini,<br />

3 Stangen Lauch,<br />

3 EL Butter,<br />

3ELMehl,<br />

500 ml Milch,<br />

Salz, Pfeffer aus der Mühle,<br />

600 g weißes Fischfilet<br />

(Seehecht oder Schellfisch).<br />

Außerdem:<br />

Butter für die Form.<br />

Die Kartoffeln waschen,<br />

schälen <strong>und</strong><br />

auf einer Rohkostreibe<br />

reiben. Die Zucchini waschen,<br />

die Enden abschneiden, die<br />

Frucht ebenfalls reiben. Den Lauch<br />

putzen, der Länge nach einschneiden<br />

<strong>und</strong> gründlich waschen, in feine<br />

Streifen schneiden.<br />

Den Backofen auf 200° C (Gas Stufe<br />

3) vorheizen. Eine entsprechend<br />

große Auflaufform mit Butter ausstreichen.<br />

1 EL Butter erhitzen, die Lauchstreifen<br />

darin andünsten. Mit dem<br />

Mehl bestreuen, anschließend mit<br />

der Milch ablöschen. Aufkochen<br />

lassen, mit Salz <strong>und</strong> Pfeffer würzig<br />

abschmecken.<br />

Die Fischfilets kalt abbrausen, trockentupfen<br />

<strong>und</strong> in die Auflaufform<br />

legen. Die Lauchsoße darübergießen.<br />

Zucchini- <strong>und</strong> Kartoffelstreifen<br />

miteinander vermengen <strong>und</strong><br />

auf den Fischfilets verteilen. Die<br />

restliche Butter in Flöckchen daraufgeben.<br />

Im heißen Backofen<br />

etwa 30 Minuten garen.<br />

Zubereitungszeit: 1 St<strong>und</strong>e.<br />

Nährwert pro Portion ca.:<br />

35 g Eiweiß, 12 g Fett, 23 g Kohlenhydrate,<br />

345 kcal (1442 kJ); 1,9 BE.<br />

Kartoffelröllchen mit<br />

Aubergine <strong>und</strong><br />

Mozzarella<br />

(Rezept für 4 Portionen)<br />

Zutaten für den Kartoffelteig:<br />

600 g mehligkochende<br />

Kartoffeln,<br />

1 EL Olivenöl,<br />

3 Eigelb (M),<br />

100 g Mehl,<br />

120 g frisch geriebener<br />

Parmesan,<br />

Salz, Pfeffer aus der Mühle,<br />

frisch geriebene Muskatnuss,<br />

1 TL fein geschnittener Thymian.<br />

Für die Füllung:<br />

4 Auberginen (je 180 g),<br />

Salz, Pfeffer aus der Mühle,<br />

Olivenöl zum Beträufeln,<br />

1 Knoblauchzehe,<br />

1 EL fein geschnittener Thymian<br />

<strong>und</strong> Rosmarin,<br />

200 g Mozzarella,<br />

50 g getrocknete Tomaten,<br />

60 g Pinienkerne,<br />

50 g Ricotta,<br />

2 Eigelb (M),<br />

Weißbrotbrösel nach Bedarf.<br />

Außerdem:<br />

2 EL Olivenöl,<br />

30 g frisch geriebener Parmesan.<br />

Den Backofen auf 180° C (Gas Stufe<br />

2 − 2 ½) vorheizen. Die Kartoffeln<br />

gründlich waschen, längs halbieren<br />

<strong>und</strong> auf ein leicht geöltes Backblech<br />

legen. Die Auberginen für<br />

die Füllung waschen, längs halbieren,<br />

salzen <strong>und</strong> pfeffern. Mit der<br />

Schnittfläche nach oben mit auf<br />

das Backblech geben, großzügig<br />

mit Olivenöl beträufeln. Die Knoblauchzehe<br />

pellen <strong>und</strong> fein hacken.<br />

Die Auberginen mit Thymian, Rosmarin<br />

<strong>und</strong> Knoblauch bestreuen.<br />

Das Blech in den heißen Backofen<br />

geben, die Kartoffeln etwa 45 Minuten<br />

backen, die Auberginen herausnehmen,<br />

wenn das Fruchtfleisch<br />

weich ist.<br />

Die Kartoffeln aus dem Ofen nehmen,<br />

das Innere mithilfe eines Löffels<br />

herauslösen. Die Kartoffelmasse<br />

durch ein Sieb streichen, die Eigelbe<br />

unterrühren. Das Mehl mit<br />

dem Parmesan mischen, mit den<br />

Gewürzen <strong>und</strong> dem Thymian rasch<br />

unter die Kartoffelmasse mengen.<br />

Den Teig nicht länger als<br />

nötig bearbeiten.<br />

Die Auberginen aus<br />

dem Ofen nehmen,<br />

das Fruchtfleisch<br />

mit einem Löffel<br />

herausschaben,<br />

durch ein Sieb streichen<br />

<strong>und</strong> abkühlen<br />

lassen. Den Mozzarella<br />

<strong>und</strong> die Tomaten<br />

klein würfeln, die Pinienkerne<br />

fein hacken. Zusammen<br />

mit dem Ricotta <strong>und</strong><br />

den Eigelben unter die<br />

Auberginenmasse rühren.<br />

Sollte die Masse zu weich<br />

sein, noch Weißbrotbrösel einrühren.<br />

Die Füllung abschmecken<br />

<strong>und</strong> zugedeckt beiseitestellen.<br />

Den Kartoffelteig auf einer leicht<br />

bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen.<br />

In vier gleich große Rechtecke<br />

teilen. Die Auberginenmasse<br />

etwa 5 mm dick aufstreichen, die<br />

Teigplatten von der Längsseite her<br />

aufrollen. Die Rollen in etwas breitere<br />

Stücke Alufolie wickeln, die<br />

Enden mit Küchengarn festbinden.<br />

In leicht kochendem Wasser 20 Minuten<br />

garen.<br />

Die Rollen herausheben, etwas abkühlen<br />

lassen, aus der Folie wickeln<br />

<strong>und</strong> in etwa 2 cm breite<br />

Scheiben schneiden. Das Olivenöl<br />

in einer Pfanne erhitzen, die Scheiben<br />

darin von beiden Seiten braten.<br />

Auf Tellern anrichten <strong>und</strong> mit<br />

dem geriebenen Parmesan bestreut<br />

servieren.<br />

Die Kartoffelröllchen schmecken<br />

sehr <strong>gut</strong> zu Lamm- oder Fischgerichten.<br />

Zubereitungszeit: ca. 2 ¼St<strong>und</strong>en.<br />

Nährwert pro Portion ca.:<br />

37 g Eiweiß, 52 g Fett,<br />

44 g Kohlenhydrate,<br />

795 kcal (3331 kJ); 3,7 BE.<br />

44 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

45


KARTOFFELN<br />

Rosmarinkartoffeln<br />

(Rezept für 4 Portionen)<br />

Zutaten:<br />

1 kg festkochende Kartoffeln,<br />

100 g Zwiebeln,<br />

3 − 4 EL Olivenöl,<br />

Salz, Pfeffer aus der Mühle,<br />

1 EL Rosmarinnadeln,<br />

100 g fein gewürfelter durchwachsener<br />

Speck.<br />

Die Kartoffeln waschen, schälen<br />

<strong>und</strong> in 2 cm große Würfel schneiden.<br />

Die Zwiebel pellen <strong>und</strong> würfeln.<br />

Das Öl in einer entsprechend großen<br />

beschichteten Pfanne erhitzen,<br />

die Kartoffeln zugeben <strong>und</strong><br />

r<strong>und</strong>herum anbraten. Die Hitze reduzieren,<br />

die Kartoffeln salzen <strong>und</strong><br />

pfeffern. Die Rosmarinnadeln einstreuen<br />

<strong>und</strong> in insgesamt etwa<br />

20 − 25 Minuten langsam braten.<br />

Nach 10 Minuten die Speckwürfel ,<br />

nach weiteren 5 Minuten die Zwiebelwürfel<br />

zugeben. Fertig garen.<br />

Nochmals abschmecken <strong>und</strong> servieren.<br />

Zubereitungszeit: 40 Minuten.<br />

Nährwert pro Portion ca.: 8 g Eiweiß,<br />

17 g Fett, 31 g Kohlenhydrate,<br />

310 kcal (1297 kJ); 2,6 BE.<br />

Ofenkartoffeln<br />

(Rezept für 4 Portionen)<br />

Zutaten:<br />

8 mehligkochende Kartoffeln<br />

(je etwa 150 g),<br />

je 8 kleine Zweige Thymian<br />

<strong>und</strong> Rosmarin,<br />

1 EL Oreganoblättchen,<br />

grobes Meersalz.<br />

Den Backofen auf 180° C (Gas Stufe<br />

2 − 2 ½) vorheizen.<br />

Die Kartoffeln unter fließendem<br />

Wasser gründlich abbürsten.<br />

Jeweils eine<br />

Kartoffel mit den<br />

Kräutern auf ein<br />

ausreichend<br />

großes Stück<br />

Alufolie<br />

legen <strong>und</strong><br />

einwickeln. Im<br />

vorgeheizten Backofen<br />

etwa 60 Minuten garen.<br />

Die Folie öffnen, die Kartoffeln<br />

anrichten <strong>und</strong> mit grobem<br />

Meersalz bestreut servieren.<br />

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Nährwert pro Portion ca.:<br />

5 g Eiweiß, 0,5 g Fett,<br />

36 g Kohlenhydrate,<br />

176 kcal (738 kJ); 3 BE.<br />

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<strong>Ratgeber</strong><br />

<strong>Frau</strong> <strong>und</strong> <strong>Familie</strong><br />

J. WECK GmbH u. Co. KG • Verlag<br />

Wehratalstraße 3 • 79664 Wehr


KARTOFFELN<br />

Schwedische Kartoffeln,<br />

Äpfel <strong>und</strong> Birnen<br />

(Rezept für 4 Portionen)<br />

Zutaten:<br />

4 Kartoffeln,<br />

30 g Frühstücksspeck,<br />

50 g Frischkäse mit Kräutern<br />

der Provence,<br />

100 g Schlagsahne,<br />

1 EL geriebener Parmesan,<br />

6 Salbeiblätter,<br />

2 kleine Lorbeerblätter,<br />

2 Äpfel (je 150 g),<br />

2 Birnen (je 150 g).<br />

Außerdem:<br />

Fett für die Form.<br />

Die Kartoffeln waschen <strong>und</strong> schälen.<br />

Auf einen Löffel legen <strong>und</strong><br />

dicht an dicht einschneiden.<br />

Den Speck in Stücke schneiden.<br />

Frischkäse, Sahne <strong>und</strong> Parmesan<br />

verrühren. Eine Auflaufform ausfetten.<br />

Den Backofen auf 200° C<br />

(Gas Stufe 3) vorheizen.<br />

Die Kartoffeln in die vorbereitete<br />

Form setzen, mit jeweils einem<br />

Speckstück, Salbei- oder Lorbeerblatt<br />

belegen. Die Hälfte der Parmesanmischung<br />

darauf verteilen.<br />

Im heißen Backofen zunächst etwa<br />

30 Minuten backen.<br />

In der Zwischenzeit die Äpfel <strong>und</strong><br />

Birnen waschen. Die Deckel der<br />

Äpfel abschneiden. Das Kerngehäuse<br />

von Äpfeln <strong>und</strong> Birnen ausstechen.<br />

Die Birnen ebenfalls<br />

mehrmals einschneiden. Übrigen<br />

Speck <strong>und</strong> die Kräuter auf den<br />

Früchten verteilen, die Apfel-Oberteile<br />

aufsetzen.<br />

Die Äpfel <strong>und</strong> Birnen zu den Kartoffeln<br />

in die Auflaufform geben.<br />

Die übrige Parmesanmischung darauf<br />

verteilen. In weiteren 10 − 15<br />

Minuten fertig garen.<br />

Zubereitungszeit: 1 St<strong>und</strong>e.<br />

Nährwert pro Portion ca.:<br />

7 g Eiweiß, 14 g Fett,<br />

39 g Kohlenhydrate,<br />

308 kcal (1288 kJ); 3,3 BE.<br />

KuchenKalender im November<br />

Do 1. Brokkolisuppe, Paillard vom Kalb,<br />

Kartoffelgratin, Rote-Bete-Salat,<br />

Vanilleflammeri<br />

Fr 2. Eierflöckchensuppe, Kartoffel-Zucchini-<br />

Rösti auf Fischfilet (S. 42), Linzer Torte<br />

Sa 3. Schwarzwurzel-Salat, Frikadellen, Möhrengemüse,<br />

Kartoffelpüree, Bratapfel<br />

So 4. Grießklößchensuppe, Sauerbraten,<br />

Spätzle, Rosenkohl,<br />

Vanilleeis mit heißer Schokoladensoße<br />

Mo 5. Nudelsuppe, pikanter Kohlstrudel, Feldsalat,<br />

Stracciatellajoghurt<br />

Di 6. Tomatensuppe mit Wirsingbeuteln,<br />

Cappuccinocreme<br />

Mi 7. gemischter Salat, Kürbis-Hack-Topf mit<br />

Paprika, Salzkartoffeln,<br />

Himbeerquark<br />

Do 8. Graupensuppe, Eier mit Tomaten <strong>und</strong><br />

Ingwer, Orange<br />

Fr 9. Tomatensalat, Rotbarschfilet auf Spinat-<br />

Risotto, rote Grütze<br />

Sa 10. Salatteller, Zwiebelwähe,<br />

Schokoladenflammeri mit Sahne<br />

So 11. Feldsalat, Hasenrückenfilet im Schinkenmantel,<br />

Polenta, Rosinen-Mascarpone-<br />

Creme<br />

Mo 12. Lauchsuppe, Allgäuer Milchkuchen (S. 30)<br />

Di 13. Spinatsuppe, Pfälzer Grumbeerpanne -<br />

kuchen mit Apfelmus, Cappuccino<br />

Mi 14. bunter Paprikasalat, Rindergulasch, Spätzle,<br />

Fruchtsalat<br />

Do 15. Kopfsalat, Zucchini-Champignon-Auflauf<br />

mit Pinienkern-Brösel-Kruste, Salzkartoffeln,<br />

Muffins<br />

Fr 16. Petersilienrahmsuppe, Schollenröllchen mit<br />

Ratatouille-Gemüse, Reis, Mandarine<br />

So 18. Variationen vom Lachs, Saltimbocca-<br />

Kalbsrouladen mit Schinken, Gnocchi,<br />

Quarkstollen<br />

Mo 19. Gemüsesuppe, Pellkartoffeln, Kräuterquark,<br />

Cremetörtchen aus Ligurien<br />

Di 20. Salatteller, Wurst-Cordon-Bleu,<br />

Pommes frites, Mango<br />

Mi 21. Zucchinisuppe, Berner Rösti,<br />

gemischter Salat, Profiteroles<br />

Do 22. Möhren-Kartoffel-Suppe,<br />

Quarkkeulchen mit Beerenkompott<br />

Fr 23. Zucchinisalat, Bandnudeln mit Lachs,<br />

Zitronengelee<br />

Sa 24. Frühlingsrolle,<br />

<strong>Ente</strong> mit<br />

Gemüse aus<br />

dem Wok<br />

(S. 26),<br />

Litschi<br />

So 25. Flädlesuppe,<br />

geschmorte<br />

Ochsenbacken<br />

mit Chicorée,<br />

Kartoffelpüree, dreifarbige<br />

Joghurt-Ricotta-Creme<br />

Mo26. Bohnensalat, Fenchel-Quiche,<br />

Cappuccino, Honiglebkuchen<br />

Di 27. Waldorfsalat, Couscous mit Pute <strong>und</strong><br />

Rosenkohl, Kiwi<br />

Mi 28. Gurkensalat, gefüllter Schweinebauch,<br />

Kartoffelknödel,<br />

Lebkuchenstollen mit Nüssen (S. 19)<br />

Do 29. grüner Salat, Spaghetti carbonara,<br />

Blutorangenjoghurt<br />

Fr 30. Chicoréesalat,<br />

Kabeljaufilet in Tomatensoße, Reis,<br />

Schokoladeneis<br />

Sa 17. Feldsalat, Maultaschen mit Kräuterfüllung,<br />

Bananen-Milchshake<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

49


Ganz zu Unrecht stehen<br />

Steckrüben so selten auf<br />

den Speiseplänen, denn<br />

die zarten Kohlrüben,<br />

die durch den Trauben -<br />

zucker gehalt leicht süß<br />

schmecken, sind sehr<br />

kalorienarm.<br />

Außerdem stecken<br />

große Mengen an<br />

Vitaminen <strong>und</strong><br />

Mineralstoffen in<br />

ihnen.<br />

Steckrüben, auch Wruken,<br />

Kohlrüben, Butterrüben, Erdoder<br />

Bodenkohlrabi genannt,<br />

hing lange Zeit der Ruf als Viehfutter<br />

nach. In Notzeiten, z. B.<br />

nach der Kartoffelmiss ernte 1916<br />

im sogenannten „Steckrüben -<br />

winter“, waren sie Nahrungs -<br />

reserve für weite Teile der<br />

Bevölkerung. Um diesen das<br />

ungeliebte Gemüse schmack -<br />

haft zu machen, entstanden<br />

bereits 1917 Steckrüben-Kochbücher.<br />

Aus dieser Zeit stammen<br />

auch die Bezeich nungen<br />

„Ostpreußische oder<br />

Mecklenburgische Ananas“.<br />

Steckrüben<br />

Putencurry mit<br />

Steckrüben<br />

(Rezept für 4 Portionen)<br />

Zutaten:<br />

60 g Frühlingszwiebeln,<br />

10 g frische Ingwerknolle,<br />

1 Knoblauchzehe,<br />

10 g Zitronengras,<br />

1 Chilischote,<br />

600 g Putenbrust,<br />

450 g Steckrüben,<br />

200 g Kohlrabi,<br />

100 g Lauch,<br />

1 rote Paprikaschote,<br />

100 g Shiitake-Pilze,<br />

2 EL Rapsöl,<br />

Salz, Pfeffer aus der Mühle,<br />

1 EL mildes Curry-Pulver,<br />

300 ml Geflügelfond,<br />

400 ml Kokosmilch.<br />

Zum Garnieren:<br />

Koriandergrün.<br />

Die Frühlingszwiebeln putzen <strong>und</strong><br />

in feine Ringe schneiden. Den Ingwer<br />

schälen, die Knoblauchzehe<br />

pellen, beides fein hacken. Das<br />

Zit ronengras putzen <strong>und</strong> in feine<br />

Ringe schneiden. Die Chilischote<br />

längs halbieren, Stielansatz, Samen<br />

<strong>und</strong> Trennwände entfernen,<br />

das Fruchtfleisch fein würfeln. Das<br />

Putenfleisch in etwa 3 cm große<br />

Würfel schneiden.<br />

Die Steckrüben <strong>und</strong> Kohlrabi schälen,<br />

die Steckrüben in etwa 4 cm<br />

lange <strong>und</strong> 0,5 cm dicke Stifte, die<br />

Kohlrabi in 1 cm große Würfel<br />

schneiden. Den Lauch putzen,<br />

gründlich waschen <strong>und</strong> in dünne<br />

Ringe schneiden. Die Paprikaschote<br />

halbieren, Stielansatz, Samen<br />

<strong>und</strong> weiße Trennwände entfernen,<br />

das Fruchtfleisch in kleine Würfel<br />

schneiden. Von den Shiitake-Pilzen<br />

die harten Stiele entfernen, die<br />

Hüte vierteln.<br />

Das Öl in einem Wok oder einem<br />

entsprechend großen Topf erhitzen.<br />

Frühlingszwiebeln, Ingwer,<br />

Knoblauch, Zitronengras <strong>und</strong> Chili<br />

zugeben <strong>und</strong> anbraten. Das Putenfleisch<br />

zugeben <strong>und</strong> mit anbraten.<br />

Mit Salz, Pfeffer <strong>und</strong> Curry würzen.<br />

Den Geflügelfond angießen. 15 Minuten<br />

zugedeckt köcheln lassen.<br />

Steckrüben, Kohlrabi, Lauch <strong>und</strong><br />

Paprikaschoten zugeben, die Kokosmilch<br />

angießen <strong>und</strong> weitere<br />

20 Minuten garen. Die Shiitake-Pilze<br />

in den letzten 5 Minuten untermischen.<br />

Nochmals abschmecken,<br />

anrichten <strong>und</strong> mit dem Koriandergrün<br />

garniert servieren.<br />

Zubereitungszeit: 1 ¼ St<strong>und</strong>en.<br />

Nährwert pro Portion ca.: 42 g Eiweiß,<br />

8 g Fett, 20 g Kohlenhydrate,<br />

322 kcal (1344 kJ); 1,7 BE.<br />

1<br />

3<br />

STECKRÜBEN<br />

Steckrüben<br />

Geerntet werden sie von September<br />

bis Ende November, im kühlen<br />

Keller oder in einer frostfreien Miete<br />

lassen sie sich mehrere Monate<br />

lagern. Die optimale Steckrübe ist<br />

r<strong>und</strong>lich <strong>und</strong> etwa 1,5 kg schwer,<br />

größere Rüben sind gern holzig.<br />

Die Schale ist glatt, oben grün oder<br />

rot <strong>und</strong> unten gelblich.<br />

Rüben mit gelblichem Fruchtfleisch<br />

werden wegen des intensiveren<br />

Geschmacks in der Küche<br />

bevorzugt. Gegart oder gedünstet<br />

schmecken Steckrüben als Beilage,<br />

roh geraspelt als Salat.<br />

So wird’s gemacht<br />

1 Die Steckrüben gründlich waschen<br />

<strong>und</strong> abbürsten,<br />

2 mit einem Sparschäler schälen,<br />

3 erst in Scheiben,<br />

4 dann in Streifen <strong>und</strong> diese in<br />

Stifte oder Würfel schneiden.<br />

2<br />

4<br />

50 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

51


STECKRÜBEN<br />

STECKRÜBEN<br />

Quiche mit Steckrüben<br />

<strong>und</strong> Schwarzwurzeln<br />

(Rezept für 8 Stücke)<br />

Zutaten für den Teig:<br />

200 g Weizenmehl Type 405,<br />

100 g kalte Butter,<br />

1 Eigelb (M), ½ TL Salz,<br />

etwa 2 EL Eiswasser.<br />

Für den Belag:<br />

400 g Steckrüben,<br />

400 g Schwarzwurzeln,<br />

Salz,<br />

120 g Lauch.<br />

Für den Guss:<br />

200 ml Milch,<br />

5 Eier (M),<br />

150 g geriebener Käse, z. B.<br />

Emmentaler,<br />

Salz, Pfeffer aus der Mühle,<br />

frisch geriebene Muskatnuss.<br />

Außerdem:<br />

getrocknete Hülsenfrüchte<br />

zum Blind backen,<br />

1 EL fein geschnittener<br />

Schnittlauch.<br />

Für den Teig das Mehl auf eine Arbeitsfläche<br />

sieben, in die Mitte<br />

eine Mulde drücken. Die Butter,<br />

das Eigelb, das Salz <strong>und</strong> das Eiswasser<br />

hineingeben. Mit einer Palette<br />

oder einem großen Messer<br />

die Zutaten grob hacken, dann<br />

rasch, damit die Butter nicht zu<br />

weich wird, zu einem glatten Teig<br />

zusammenkneten. Zu einer Kugel<br />

formen, in Folie wickeln <strong>und</strong> etwa<br />

30 Minuten kühl stellen.<br />

Den Backofen auf 200° C (Gas Stufe<br />

3) vorheizen. Den Teig etwas<br />

größer als die Quicheform von<br />

26 cm Ø ausrollen. Den Teig in die<br />

ungefettete Form legen, mit den<br />

Fingern oder einer Teigkugel den<br />

Rand andrücken, überstehenden<br />

Rand abschneiden. Ein entsprechend<br />

großes Stück Backpapier<br />

auf den Teigboden legen, die Hülsenfrüchte<br />

gleichmäßig darauf<br />

verteilen. Im vorgeheizten Backofen<br />

15 Minuten vorbacken. Die<br />

Form aus dem Ofen nehmen, das<br />

Backpapier mit den Hülsenfrüchten<br />

entfernen. Die Backofentemperatur<br />

auf 180° C (Gas Stufe<br />

2 − 2 ½) reduzieren<br />

In der Zwischenzeit die Steckrüben<br />

<strong>und</strong> Schwarzwurzeln<br />

schälen. Die Steckrüben<br />

in 1 cm große<br />

Würfel, die Schwarzwurzeln<br />

in etwa<br />

2 cm lange Stücke<br />

schneiden. In kochendem<br />

Salzwasser<br />

10 Minuten garen. In<br />

ein Sieb schütten <strong>und</strong><br />

abtropfen lassen. Den<br />

Lauch vom Wurzelansatz<br />

befreien, längs halbieren,<br />

gründlich waschen<br />

<strong>und</strong> <strong>gut</strong> abtropfen lassen. In<br />

Streifen schneiden.<br />

Für den Guss Milch <strong>und</strong> Eier in<br />

einer Schüssel <strong>gut</strong> miteinander<br />

verquirlen. Den Käse untermischen.<br />

Mit Salz, Pfeffer <strong>und</strong> Muskatnuss<br />

abschmecken. Die gegarten Steckrüben<br />

<strong>und</strong> Schwarzwurzeln sowie<br />

den Lauch zugeben <strong>und</strong> <strong>alles</strong> miteinander<br />

vermischen. Die Füllung<br />

auf dem vorgebackenen Boden<br />

verteilen. Im heißen Backofen<br />

etwa 45 Minuten backen.<br />

Die Quiche aus dem Ofen nehmen,<br />

etwas abkühlen lassen, dann aus<br />

der Form lösen. Die Quiche mit<br />

Schnittlauch bestreut servieren.<br />

Zubereitungszeit: ca. 2 St<strong>und</strong>en.<br />

Nährwert pro Stück ca.:<br />

31 g Eiweiß, 46 g Fett, 47 g Kohlenhydrate,<br />

725 kcal (3034 kJ); 3,9 BE.<br />

Spaghetti mit<br />

Steckrübenragout<br />

(Rezept für 4 Portionen)<br />

Zutaten:<br />

350 g Spaghetti, Salz.<br />

Für das Ragout:<br />

300 g Steckrüben,<br />

80 g Möhren,<br />

100 g Zwiebeln,<br />

1 kleine grüne Paprikaschote,<br />

200 g Champignons,<br />

2 EL Olivenöl,<br />

300 g gemischtes Hackfleisch,<br />

30 g Tomatenmark,<br />

1 Dose gehackte Tomaten<br />

(425 ml),<br />

300 ml Gemüsefond,<br />

Salz, Pfeffer aus der Mühle,<br />

1 EL fein geschnittene Petersilie,<br />

1 EL Thymianblättchen.<br />

Steckrüben <strong>und</strong> Möhren putzen<br />

<strong>und</strong> schälen, die Zwiebeln pellen,<br />

<strong>alles</strong> fein würfeln. Die Paprikaschote<br />

vierteln, Stielansatz, Samen <strong>und</strong><br />

weiße Trennwände entfernen. Die<br />

Schotenstücke in sehr feine Würfel<br />

schneiden. Die Champignons putzen<br />

<strong>und</strong> in dünne Scheiben<br />

schneiden.<br />

Das Öl in einem entsprechend großen<br />

Topf erhitzen, das Hackfleisch<br />

darin krümelig braten. Das Gemüse<br />

zugeben <strong>und</strong> 3 − 4 Minuten mitbraten.<br />

Das Tomatenmark untermischen<br />

<strong>und</strong> mitbraten.<br />

Die gehackten Tomaten zugeben,<br />

den Fond angießen. Mit Salz <strong>und</strong><br />

Pfeffer abschmecken. Das Ragout<br />

zugedeckt bei reduzierter Hitze<br />

30 Minuten köcheln lassen. Die<br />

Kräuter einstreuen <strong>und</strong> nochmals<br />

abschmecken.<br />

Die Spaghetti in kochendem Salzwasser<br />

bissfest kochen. Abgießen<br />

<strong>und</strong> <strong>gut</strong> abtropfen lassen. Die<br />

Spaghetti mit dem Steck -<br />

rüben-Ragout anrichten<br />

<strong>und</strong> servieren.<br />

Das Steckrübenragout können Sie<br />

auch in Portionen haltbar machen.<br />

Dazu das fertig gegarte Ragout in<br />

entsprechend große saubere Einkochgläser<br />

maximal bis 2 cm unter<br />

den Rand einfüllen. Die Gläser mit<br />

Einkochring, Glasdeckel <strong>und</strong> Einweck-Klammern<br />

verschließen. Im<br />

100° C-heißen Wasserbad 90 Minuten<br />

einkochen.<br />

Zubereitungszeit: 1 St<strong>und</strong>e.<br />

Nährwert pro Portion ca.:<br />

31 g Eiweiß, 24 g Fett,<br />

72 g Kohlenhydrate,<br />

632 kcal<br />

(2646 kJ);<br />

6BE.<br />

Bezugsquelle für diese Einkochgläser Seite 153<br />

52 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012 <strong>Ratgeber</strong> 53


Buch-TIPPS<br />

November<br />

2012<br />

Apfel-Birnen-Stollen 14<br />

Apfel-Eierlikör-Torte 20<br />

Bratapfelsirup 35<br />

Christbrot mit Zimt 18<br />

Dattel-Walnuss-Brötchen 8<br />

<strong>Ente</strong> aus dem Ofen 24<br />

<strong>Ente</strong> mit Gemüse<br />

aus dem Wok 26<br />

<strong>Ente</strong>nbrust auf gebratener<br />

Ananas 28<br />

<strong>Ente</strong>nkeulen, geschmorte,<br />

mit Oliven 25<br />

Erdnuss-Stollen 16<br />

Gewürzlikör 34<br />

Grapefruitkonfitüre Wintertraum<br />

36<br />

Grießkiachla mit Erdäpfel<br />

<strong>und</strong> Speck 31<br />

verzeichnis<br />

Hamburger braune Kuchen 9<br />

Hildaplätzchen 7<br />

Kartoffel-Zucchini-Rösti auf<br />

Fischfilet 44<br />

Kartoffelauflauf 37<br />

Kartoffeln, Äpfel <strong>und</strong> Birnen,<br />

schwedische 48<br />

Kartoffelröllchen mit Aubergine<br />

<strong>und</strong> Mozzarella 44<br />

Kartoffelsalat mit Pfifferlingen 42<br />

Kässpätzle 32<br />

Krautkrapfen 33<br />

Lebkuchen-Zitronat-Ecken 12<br />

Lebkuchenstollen mit Nüssen 19<br />

Mandel-Cantuccini 13<br />

Mandel-Schoko-Brote 12<br />

Milchkuchen, Allgäuer 31<br />

Mini-Cranberry-Stollen 17<br />

Mohnkuchen 36<br />

Fernsehküche<br />

Neben vielen typischen<br />

Schwarzwälder<br />

Rezepten bietet dieses<br />

Kochbuch spannende<br />

Hintergr<strong>und</strong>informationen<br />

zur erfolgreichen<br />

Fernsehserie<br />

„Die Fallers – Die SWR-<br />

Schwarzwaldserie“. Denn auch bei den Fallers<br />

spielt die regionale Küche eine große Rolle.<br />

Wer schon immer wissen wollte, welches <strong>Familie</strong>nmitglied<br />

welches Gericht besonders gerne isst<br />

<strong>und</strong> welche Rolle Kartoffelsalat in der Serie spielt,<br />

kommt hier auf seine Kosten.<br />

Bauer-Wörner/Carle/Wiesler:<br />

Die Schwarzwaldküche − Ländlich genießen<br />

mit den Fallers. Thorbecke Verlag, 112 S., 19,90 €,<br />

ISBN 378-3-7995-0769-1<br />

Hier finden Sie alle<br />

Rezepte dieser Ausgabe<br />

alphabetisch sortiert.<br />

Nussbrot, portugiesisches 36<br />

Ofenkartoffeln 46<br />

Pfefferkuchen 37<br />

Putencurry mit Steckrüben 51<br />

Quiche mit Steckrüben <strong>und</strong><br />

Schwarzwurzeln 52<br />

Rosmarinkartoffeln 46<br />

Schoko-Macadamia-Plätzchen 6<br />

Spaghetti mit Steckrübenragout<br />

53<br />

Walnussherzen 10<br />

Wasabi-<strong>Ente</strong> aus dem Wok 22<br />

Weihnachtslikör 35<br />

Weihnachtswürfel 8<br />

Wildschweinbraten mit<br />

Pfifferlingsgemüse 41<br />

Allerlei<br />

Geschenkideen<br />

Über 100 kreative Ideen<br />

zum Verschenken<br />

<strong>und</strong> selbst behalten<br />

präsentiert die Autorin<br />

<strong>und</strong> Designerin Marlies<br />

Busch in ihrem<br />

Buch. Die passenden<br />

Anlässe für die liebevollen <strong>und</strong> außergewöhnlichen<br />

Geschenkideen zu finden fällt dabei nicht<br />

schwer. Dabei dürfen kulinarische Köstlichkeiten<br />

genauso wenig fehlen wie schicke Handarbeiten,<br />

selbst gemachte Körperpflegeprodukte <strong>und</strong><br />

dekorative Gartenaccessoires.<br />

Marlies Busch: Mit Liebe selbst gemacht.<br />

Dort-Hagenhausen-Verlag, 168 S., 18,95 €,<br />

ISBN 978-3-86362-005-9<br />

..<br />

Ubrigens<br />

... erst durch das richtige Zubereiten<br />

<strong>und</strong> Servieren werden Kaffeespezialitäten<br />

zu einem Genuss.<br />

Mit knapp 150 Litern pro Person<br />

<strong>und</strong> Jahr ist Kaffee das am meisten<br />

konsumierte Getränk in<br />

Deutschland, noch vor Wasser<br />

mit 135 Litern <strong>und</strong> Bier mit 107 Litern.<br />

Kaffeezubereitung ist Ausdruck<br />

der Persönlichkeit. Ob in Ruhe von<br />

Hand gefiltert, in der praktischen<br />

Kaffeemaschine gebrüht, unkompliziert<br />

aus dem Pad-Automat gezogen<br />

oder mit der Designermaschine<br />

zubereitet, hier hat jeder<br />

seine eigenen Vorlieben.<br />

Damit Kaffee schmeckt, sollte man<br />

einige Gr<strong>und</strong>regeln beachten. Bei<br />

der Röstung entstehen das typische<br />

Aroma <strong>und</strong> der Röstkaffee-<br />

Geschmack: Hell gerösteter Kaffee<br />

ist milder im Geschmack, dunkel<br />

gerösteter deutlich kräftiger.<br />

Entscheidend für die Stärke des<br />

Kaffees sind außerdem Mahlgrad<br />

<strong>und</strong> Dosierung: Ist das Kaffeepulver<br />

zu fein gemahlen, kann der<br />

Kaffee streng schmecken, während<br />

der Kaffee bei einer zu groben<br />

Mahlung zu dünn wird. Am einfachsten<br />

dosiert man etwa einen<br />

Kaffeelöffel pro Tasse, je nach Geschmack<br />

mehr oder weniger, <strong>und</strong><br />

testet nach Kaffeesorte die passende<br />

Menge aus. Bei Pads <strong>und</strong> Kapseln<br />

ist die richtige Menge bereits<br />

vordosiert.<br />

Frisch gekochten Kaffee sollte man<br />

möglichst bald trinken <strong>und</strong> nicht<br />

lange warm halten, da das Aroma<br />

sich in kurzer Zeit verflüchtigt <strong>und</strong><br />

der Kaffee dann bitter schmeckt.<br />

Die Tasse<br />

,<br />

Auf die richtige Tasse kommt es an,<br />

denn ähnlich wie bei Weingläsern<br />

gibt es auch bei Tassen ganz bestimmte<br />

Formen, die für die jeweilige<br />

Kaffee-Spezialität maßgeschneidert<br />

sind.<br />

Da Espresso <strong>und</strong> Mokka bei etwa<br />

92°C gebrüht <strong>und</strong> so heiß wie<br />

möglich getrunken werden, ist<br />

hier eine kleine, schmale Tassenform<br />

ideal, die die Temperatur perfekt<br />

hält.<br />

Sobald Milch zum Kaffee kommt<br />

<strong>und</strong> die Portionen größer werden<br />

wie beim Cappuccino oder Café<br />

au Lait, muss die Tasse mehr Volumen<br />

haben wie etwa Frühstückstassen.<br />

Für den großen<br />

Durst gibt es unterschiedlich<br />

große Henkelbecher. Um<br />

die Schaumkrone vor dem<br />

Zusammenfallen zu schützen,<br />

nimmt man für Kaffee-<br />

Spezialitäten mit opulentem<br />

Milchschaum eine höhere Tasse.<br />

Latte Macchiato hingegen wird in<br />

einem hohen dickwandigen Glas<br />

serviert.<br />

Perfekter Milchschaum<br />

Schon die Zubereitung eines perfekten<br />

Milchschaums erfordert<br />

Übung <strong>und</strong> Geschick. Die Milch<br />

darf nicht zu heiß sein, sonst wird<br />

der Schaum zu grob. Und: Je höher<br />

der Fettanteil der Milch, desto cremiger<br />

wird der Schaum. Sicher gelingt<br />

er mit Milch mit mindestens<br />

3,5 Prozent Fett.<br />

Die Kunst des Barista<br />

Barista ist das italienische Wort für<br />

Barkeeper. Während ein Barista in<br />

Italien alle Arten von Getränken<br />

serviert, wird in Deutschland damit<br />

jemand bezeichnet, der Getränke<br />

auf der Basis von Espresso<br />

professionell zubereitet <strong>und</strong> serviert.<br />

Ein <strong>gut</strong>er Barista lässt durch<br />

geschicktes Gießen der aufgeschäumten<br />

Milch auf der Oberfläche<br />

des Kaffeegetränkes kleine<br />

Kunstwerke entstehen, Latte Art<br />

genannt.<br />

Foto: Villeroy & Boch<br />

54 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012


Flachland<br />

(Mz.)<br />

Inselgruppe<br />

im<br />

Atlantik<br />

Geiz<br />

eine<br />

Jahreszeit<br />

moralische<br />

Gesinnung<br />

aufreizend<br />

Bestleistung<br />

Handels<strong>gut</strong><br />

zweigliedrige<br />

Summe<br />

(math.)<br />

extrem<br />

Zeitabschnitt<br />

extrem<br />

starke<br />

Neigung<br />

Inselstaat<br />

im<br />

Pazifik<br />

Gesetzbuch<br />

der<br />

Juden<br />

Emirat<br />

am Persischen<br />

Golf<br />

markig<br />

jede,<br />

jeder<br />

Lösung<br />

Fahrzeugfracht<br />

Nachfrage<br />

großherzig<br />

kleine<br />

russische<br />

Münze<br />

Heiland<br />

fischen<br />

große<br />

Gartenfrucht<br />

Abschiedsgruß<br />

Halsschmuck<br />

(Mz.)<br />

dt. Militär<br />

† „Des<br />

Teufels<br />

General“<br />

nach<br />

oben<br />

offene<br />

Halle<br />

Körperfunktion<br />

grasartige<br />

Sumpfpflanze<br />

lateinische<br />

Vorsilbe:<br />

weg<br />

bestimmter<br />

Artikel<br />

griech.<br />

Wettkampfspiel<br />

Bewohner<br />

der<br />

„Grünen<br />

Insel“<br />

großes<br />

Raubtier<br />

Staatsdiener<br />

(Mz.)<br />

Fluss<br />

durch<br />

Gerona<br />

(Span.)<br />

eine<br />

griech.<br />

Rachegöttin<br />

sprachbegabter<br />

Singvogel<br />

Babykost<br />

Antitranspirant<br />

(Kw.)<br />

schweiz.<br />

Aktienindex<br />

(Abk.)<br />

auf<br />

diese<br />

Weise<br />

hinunter<br />

Abk.:<br />

Sankt<br />

Glaslichtbild<br />

(Kw.)<br />

US-<br />

B<strong>und</strong>esstaat<br />

Regal<br />

für die<br />

Musikanlage<br />

Oratorium<br />

von<br />

Händel<br />

Wintersportart<br />

WWP2011-13<br />

Hinweis<br />

englisch:<br />

eingeschaltet<br />

Monatsanfang<br />

ermüdend<br />

Gewichtseinheit<br />

(Abk.)<br />

Preis -<br />

rätsel<br />

11<br />

4 x zeitloses Design<br />

Ausgewogene<br />

Proportionen<br />

<strong>und</strong> grazile Formen<br />

kennzeichnen<br />

das Designbesteck<br />

„Flame“<br />

von WMF.<br />

Es verleiht<br />

modernen<br />

<strong>und</strong> klassischen<br />

Tischarrangements eine<br />

besondere Eleganz. Perfekt ausbalanciert<br />

liegt das Besteck besonders<br />

<strong>gut</strong> in der Hand. Das<br />

Messer verfügt über eine eingesetzte,<br />

geschmiedete Klinge.<br />

Und selbst nach jahrelangem<br />

Gebrauch sieht das aus Cromargan<br />

protect® gefertigte Besteck<br />

aus wie neu.<br />

Gewinnen Sie eines von<br />

4 „Flame“-Bestecksets (30-teilig)<br />

von WMF im Wert von je 229 €.<br />

Es gilt das Lösungswort zu finden, das die<br />

gelb unterlegten Felder in unserem<br />

Kreuzwort-Preisrätsel ergeben. Geben<br />

Sie uns dieses per Telefon unter der Nummer<br />

01378 9090 1021 durch (ein Anruf<br />

aus dem deutschen Festnetz kostet<br />

0,50 €, ggf. abweichende Tarife aus dem<br />

Mobilfunknetz). Oder schicken Sie uns<br />

das Lösungswort auf einer ausreichend<br />

frankierten Postkarte.<br />

Kennwort Preisrätsel 11. Adresse sowie<br />

Teilnahmebedingungen auf Seite 155.<br />

Wir freuen uns, Ihnen den<br />

<strong>Ratgeber</strong>-Natur-Kalender 2013<br />

präsentieren zu dürfen:<br />

Sichern Sie sich am besten<br />

noch heute den neuen<br />

Natur-Kalender 2013 !<br />

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<strong>und</strong> Termine<br />

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Kalendarium<br />

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Natur-Kalender 2013 an:<br />

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56 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012


SCHÖNHEIT<br />

SCHÖNHEIT<br />

Naturkosmetik<br />

selbst gemacht<br />

..<br />

Sie badete in Meersalz, Milch <strong>und</strong> Honig, parfümierte<br />

sich mit Rosenwasser <strong>und</strong> pflegte ihre Haut mit<br />

feinstem Mandelöl: Schon Cleopatra, die sagenhafte<br />

Traumfrau der Antike, wusste, was schön macht <strong>und</strong><br />

wie man aus einfachen, natürlichen Zutaten die besten<br />

Beautyrezepturen mixt.<br />

Milch<br />

Was heute ausgetüftelte Kosmetika mit<br />

Zutaten wie Urea, Panthenol oder Hyaluronsäure,<br />

waren in früheren Zeiten<br />

einfache Naturstoffe, die man im Alltag<br />

jederzeit zur Hand hatte oder sich problemlos<br />

besorgen konnte. Besonders<br />

hoch im Kurs stand frische Milch, ein<br />

Hautschmeichler par excellence <strong>und</strong><br />

selbst für den kleinen Geldbeutel erschwinglich.<br />

Man musste sie ja nicht,<br />

wie es Cleopatra einst tat, gleich eimerweise<br />

in den Badezuber schütten! Heute<br />

wie damals genügt ein einziger Liter<br />

der cremigen Flüssigkeit, um die Wanne<br />

in einen Wellness-Pool zu verwandeln.<br />

Milch ist reich an wertvollen Fetten<br />

<strong>und</strong> Eiweißstoffen, die die Haut vor<br />

Austrocknung schützen. Zudem enthält<br />

sie Vitamin A, B, C <strong>und</strong> E, wichtig<br />

für den Kollagen-Erhalt, die stete Zell -<br />

erneuerung sowie das Abfangen hautschädigender<br />

freier Radikale. Gerne<br />

rührt man vor dem Eingießen ins Badewasser<br />

noch vier bis sechs Esslöffel flüssigen<br />

Honig in die erwärmte Milch.<br />

Honig verstärkt die rückfettenden Eigenschaften,<br />

sodass sich insbesondere<br />

trockene Haut über ein Schönheitsbad<br />

à la Cleopatra freut.<br />

Zum Abschlecken<br />

lecker ist ein Lippenbalm<br />

mit Honig <strong>und</strong><br />

fruchtig-frischem<br />

Zitronengras-Aroma.<br />

Honigsüßer Lippenbalsam<br />

Zutaten: 125 ml Mandelöl, 1 – 2 EL getrocknetes<br />

Zitronengras (aus dem Gewürzregal), 1 EL Honig,<br />

8 g (ca. 1 EL) Bienenwachs.<br />

Honig<br />

Honig auf der Haut – eine recht klebrige<br />

Angelegenheit, möchte man meinen,<br />

doch dem ist ganz <strong>und</strong> gar nicht<br />

so. Sobald nur etwas Flüssigkeit mit ins<br />

Spiel kommt, zieht Honig erstaunlich<br />

<strong>gut</strong> in die Haut ein, klärt sie, strafft sie<br />

<strong>und</strong> macht sie gleichzeitig w<strong>und</strong>erbar<br />

weich. Eines seiner Pflegegeheimnisse<br />

ist der hohe Zuckeranteil. Bis zu 80 Prozent<br />

hydrophilen Frucht- <strong>und</strong> Traubenzucker<br />

enthält der süße Bienensaft –<br />

Zubereitung: Zitronengras in ein Schraubdeckelglas<br />

geben, mit Mandelöl übergießen <strong>und</strong> verschlossen<br />

im Wasserbad etwa 15 Minuten sanft<br />

köcheln lassen. Anschließend für 2 bis 4 Tage zum<br />

Durchziehen neben die Heizung stellen. Zitronengras<br />

mithilfe eines Papierkaffeefilters abseihen,<br />

Öl erneut im Wasserbad erhitzen <strong>und</strong> 1 EL Bienenwachs<br />

darin einschmelzen. Honig zufügen, <strong>gut</strong><br />

unterrühren, dann den noch flüssigen Balsam in<br />

vorbereitete Tiegelchen gießen. Während des<br />

Erkaltens wiederholt umrühren, damit sich der<br />

Honig nicht absetzt. Haltbarkeit: ca. 12 Monate.<br />

58 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

59


SCHÖNHEIT<br />

SCHÖNHEIT<br />

Ein Aroma-Peeling mit Meersalz<br />

<strong>und</strong> Olivenöl verfeinert das<br />

Hautbild <strong>und</strong> kurbelt sanft die<br />

Durchblutung an.<br />

Hornschicht auf, dringt tief ins Gewebe<br />

ein <strong>und</strong> regt hier die Durchblutung an.<br />

So werden die Hautzellen besser mit<br />

Nährstoffen versorgt, alte können sich<br />

regenerieren <strong>und</strong> neue bilden. Auch<br />

der äußersten Hautschicht tut Meersalz<br />

ausgesprochen wohl. Dank seiner antiseptischen<br />

Wirksamkeit hemmt es Entzündungen<br />

<strong>und</strong> fördert das Abklingen<br />

von Unreinheiten. Einziges Manko des<br />

bewährten Naturkosmetikums: Meersalz<br />

trocknet die Haut stark aus. Deshalb<br />

nach einem Salz-Bad sorgfältig<br />

eincremen beziehungsweise salzige<br />

Peeling-Pasten mit feuchtigkeitsspendenden<br />

Ölen mischen.<br />

Pflegendes Rosenblüten-Badesalz<br />

Zutaten: 200 g Meersalz, für angenehm<br />

weiches Badewasser: 150 g Soda<br />

(Natriumhydrogencarbonat, z. B. „Kaiser<br />

Natron“), 4 – 6 EL getrocknete, duftende Rosenblütenblätter,<br />

40 Tropfen (ca. 5 ml) ätherisches<br />

Rosengeranienöl.<br />

Zubereitung: Rosenblütenblätter fein mörsern.<br />

Zum Salz <strong>und</strong> Soda in eine große Schüssel<br />

geben <strong>und</strong> <strong>gut</strong> vermischen.<br />

Ätherisches Öl dazuträufeln, unterrühren <strong>und</strong><br />

das fertige Badesalz etwa 2 Wochen in einem<br />

verschlossenen Behältnis durchziehen lassen.<br />

Meersalz-<br />

Peeling<br />

Zutaten: 400 g feines Meersalz, 125 ml Olivenöl,<br />

2 EL getrocknete Minze, 2 EL klein geschnittener<br />

frischer Ingwer, abgeriebene Schale einer Bio-<br />

Zitrone.<br />

Zubereitung: Minze, klein geschnittenen Ingwer<br />

<strong>und</strong> Zitronenschale in einen Topf geben,<br />

mit Olivenöl übergießen <strong>und</strong> bei mittlerer Hitze<br />

für etwa 15 Minuten unter Rühren erwärmen<br />

(nicht sieden lassen!). Anschließend durch ein<br />

Küchentuch abfiltrieren. Meersalz <strong>und</strong> filtriertes<br />

Olivenöl in einer großen Schüssel gründlich<br />

durchmischen. Die fertige Peeling-Paste in ein<br />

unzerbrechliches Gefäß füllen <strong>und</strong> im Kühlschrank<br />

aufbewahren. Haltbarkeit: ca. 6 Monate.<br />

Anwendung beim Baden oder Duschen: Mit<br />

einer kleinen Portion die feuchte Haut sanft<br />

abreiben, dabei an rauen Stellen wie Füßen,<br />

Ellbogen oder Knie etwas stärker rubbeln.<br />

Kurz einwirken lassen - dann abspülen.<br />

perfekt, um jede Menge Feuchtigkeit in<br />

der Haut zu binden! Die Wirkstoffpalette<br />

komplett machen verschiedenste<br />

Enzyme, Polyphenole, Vitamine <strong>und</strong><br />

Mineralstoffe. Sie regen nicht nur die<br />

Durchblutung an <strong>und</strong> zaubern dadurch<br />

einen herrlich frischen Teint. Gemeinsam<br />

mit dem enthaltenen Zucker wirken<br />

Enzyme <strong>und</strong> Co. auch antibakteriell<br />

<strong>und</strong> entzündungshemmend, fördern<br />

das Abheilen kleiner wie größerer Fissuren,<br />

lassen Unreinheiten abklingen<br />

<strong>und</strong> beruhigen gestresste Haut.<br />

Meersalz<br />

Wie geschaffen für die Pflege von Pro -<br />

blemhaut ist auch Meersalz, ein erstklassiger<br />

Badezusatz <strong>und</strong> w<strong>und</strong>erbares<br />

Peelingmittel. Meersalz besteht – wie<br />

übrigens auch Salinen- oder Steinsalz –<br />

zu 95 bis 98 Prozent aus Natriumchlorid.<br />

Daneben enthält es Spuren anderer<br />

Mineralstoffe, so etwa Kalium, Magnesium,<br />

Eisen <strong>und</strong> Mangan. Berühmt ist<br />

Meersalz vor allem für seine hauterneuernden<br />

Eigenschaften. Es quillt die<br />

Aloe Vera<br />

Heilmittel oder Kosmetikum? Die Aloe<br />

Vera, eine dickblättrige Wüstenpflanze<br />

Anwendung: Für ein Vollbad 6 – 8 EL der<br />

Mischung im einlaufenden, warmen Wasser<br />

auflösen.<br />

Regenerierende Aloe-Vera-Maske<br />

Zutaten: 1 großes, frisches Aloe Vera-Blatt (oder<br />

1 – 2 EL Aloe Vera-Gel aus dem Reformhaus),<br />

1 – 2 EL Sahnequark, 1 TL Honig, falls zur Hand:<br />

2 – 4 Tropfen ätherisches Lavendelöl,<br />

eventuell 1 TL zartschmelzende Haferflocken<br />

zum Andicken.<br />

Zubereitung: Aloe Vera-Blatt schälen (Längskante<br />

abschneiden, dann das Messer ober- <strong>und</strong><br />

unterhalb der grünen Rinde durchziehen <strong>und</strong><br />

das herausgelöste Gel-Stück unter fließendem<br />

Wasser abspülen). Gel durch ein feines Küchensieb<br />

streichen, Quark zufügen <strong>und</strong> <strong>gut</strong> verrühren.<br />

Honig <strong>und</strong> ätherisches Öl unterheben. Falls<br />

die Masse noch zu flüssig ist, mit Schmelz-Haferflocken<br />

andicken.<br />

Anwendung: Auf das zuvor gereinigte Gesicht<br />

streichen, etwa 20 Minuten einwirken lassen <strong>und</strong><br />

dann mit lauwarmem Wasser abspülen.<br />

60 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

61


SCHÖNHEIT<br />

SCHÖNHEIT<br />

Etwa 30 frische<br />

Rosenblüten<br />

sind nötig, um<br />

einen Tropfen<br />

ätherisches<br />

Rosenöl oder<br />

einen Liter<br />

Rosenwasser<br />

zu gewinnen.<br />

Reichhaltige Nacht- oder<br />

Wintercreme<br />

Zutaten: 6 EL Mandelöl, 1 ½ TL Bienenwachs,<br />

1 TL Rosenwasser.<br />

Zubereitung: 1 TL Rosenwasser in ein Tropffläschchen<br />

füllen. Bienenwachs zum Mandelöl<br />

geben <strong>und</strong> auf niedriger Stufe in der Mikrowelle<br />

oder im sanft köchelnden Wasserbad einschmelzen.<br />

Wachs-Öl-Mischung in eine Rührschüssel<br />

gießen <strong>und</strong> mit dem elektrischen<br />

Handmixer durchschlagen. Dabei das Rosenwasser<br />

zügig zuträufeln. Weiterrühren, bis die<br />

Creme auf Handwärme abgekühlt ist, dann in<br />

ein zuvor heiß ausgespültes Tiegelchen füllen.<br />

Haltbarkeit: ca. 6 Monate.<br />

aus dem Norden Afrikas, erfreut sich in<br />

beiden Metiers allergrößter Wertschätzung.<br />

In der Medizin überzeugt sie sowohl<br />

als hochwirksames Abführ- wie<br />

W<strong>und</strong>heilmittel. Derweil loben Kosmetiker<br />

ihre exzellente Fähigkeit, Feuchtigkeit<br />

in der Haut zu binden, Zellerneuerungsprozesse<br />

anzukurbeln <strong>und</strong><br />

die Produktion von Stützgewebe oder<br />

„Kollagen“ zu fördern – <strong>alles</strong>amt Eigenschaften,<br />

die die Aloe zum perfekten<br />

Anti-Aging-Pflegemittel machen! Für<br />

Selbstrührer bietet es sich an, die genügsame<br />

Pflanze auf der Fensterbank<br />

zu kultivieren <strong>und</strong> sie, je nach Bedarf,<br />

Blatt für Blatt zu ernten. Wer zum Mixen<br />

von Masken, Cremes oder Lotionen lieber<br />

auf fertige Rohstoffe zurückgreift,<br />

sollte sich an Aloe Vera-Gel aus dem<br />

Reformhaus halten. Dieses enthält – im<br />

Gegensatz zu den in Supermärkten<br />

häufig recht preisgünstig angebotenen<br />

Aloe Vera-Säften – alle Wirkstoffe,<br />

die auch in der frischen Pflanze vorkommen,<br />

in ausreichender, sprich<br />

hautpflegender Menge.<br />

Mandelöl<br />

Reichhaltige Pflanzenöle sind seit jeher<br />

die Basis vieler Kosmetika. Vor allem<br />

das zarte, fast durchscheinend klare Öl<br />

der Süßmandel hat sich in der Hautpflege<br />

hervorragend bewährt. Kein<br />

W<strong>und</strong>er, gilt es doch als sehr <strong>gut</strong> verträglich<br />

<strong>und</strong> eignet sich selbst für sensible,<br />

ja sogar für Babyhaut! Als „halb<br />

trocknend“ beschrieben, braucht Mandelöl<br />

ein wenig Zeit, um rückstandslos<br />

einzuziehen. Man nimmt es daher<br />

gerne zum Anrühren etwas fetterer<br />

Nacht- oder Wintercremes, für lange<br />

aufliegenden <strong>und</strong> dadurch intensiv<br />

pflegenden Lippenbalm oder aber als<br />

Massageöl. Ein weiterer Vorteil des angenehm<br />

duftenden Hautschmeichlers:<br />

Text <strong>und</strong> Fotos Seite 59 – 63: Stefanie Schäffer<br />

Mandelöl dringt zwar langsam, jedoch<br />

sehr tief in die Hornschicht ein. Mischt<br />

man es mit anderen wertvollen Zutaten<br />

wie beispielsweise Honig, fungiert<br />

es als prima „Einschleuser“ für deren<br />

hautpflegende Wirkstoffe.<br />

Rosenwasser<br />

Die Rose, Königin der Blumen, schenkt<br />

uns nicht nur ihren sagenhaften Duft.<br />

Auch als Kosmetikum hatte die Pflanze<br />

schon immer höchsten Stellenwert. So<br />

legte man bereits in der Antike Rosenblütenblätter<br />

in Quellwasser ein <strong>und</strong><br />

verwendete den so hergestellten, duftigen<br />

Auszug als hautpflegenden Badezusatz<br />

– ein <strong>gut</strong>er Behelf, bis um 1000<br />

n. Chr. das erste „echte“ Rosenwasser<br />

aus Destillation Einzug in die frühmittelalterlichen<br />

Küchen <strong>und</strong> Badestuben<br />

hielt. Immer feiner wurden die Techniken<br />

im Laufe der folgenden Jahrh<strong>und</strong>erte,<br />

immer konzentrierter die Essenzen,<br />

die man mithilfe von Wasserdampf<br />

aus frischen Blütenblättern gewann.<br />

Heute ist das dezent duftende Rosenwasser<br />

„nur“ noch ein Nebenprodukt,<br />

das bei der Destillation hochkonzentrierten,<br />

ätherischen Rosenöls literweise<br />

anfällt. Entsprechend günstig ist sein<br />

Preis. Statt 20 bis 30 Euro für einen Milli -<br />

liter Rosenöl, zahlt man für 100 Milliliter<br />

Rosenwasser gerade mal 2 bis 3 Euro.<br />

Nichtsdestotrotz besitzt Rosenwasser<br />

allerbeste Hautpflege-Qualitäten. Es<br />

wirkt entzündungshemmend <strong>und</strong> regenerierend,<br />

verengt die Poren, strafft<br />

die Haut, stabilisiert den natürlichen<br />

Säureschutzmantel – ist, kurzum, die<br />

ideale Basis für jedes selbst gemixte<br />

Gesichtstonikum.<br />

Tonisierendes Rosenwasser-Gel<br />

Zutaten: 100 ml Rosenwasser, je 1 EL getrocknete<br />

Eibischwurzeln <strong>und</strong> Ringelblumenblüten<br />

(erhältlich in Apotheken oder Teeläden),<br />

1 TL Glycerin (aus der Apotheke).<br />

Zubereitung: Eibischwurzeln im Mörser etwas<br />

zerstampfen. Dann alle Zutaten in ein verschließbares<br />

Gefäß geben <strong>und</strong> über Nacht im Kühlschrank<br />

durchziehen lassen. Am nächsten Tag ein Sieb mit<br />

einem zuvor kochend heiß durchgespülten <strong>und</strong> <strong>gut</strong><br />

ausgewrungenen Küchentuch auslegen <strong>und</strong> die<br />

Pflanzenreste abfiltrieren.<br />

Das fertige, dünnflüssige Hydrogel in ein Fläschchen<br />

füllen, in den Kühlschrank stellen <strong>und</strong> innerhalb<br />

von 10 Tagen aufbrauchen.<br />

62 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

63


SCHÖNHEIT<br />

SCHÖNHEIT<br />

Natürliche Schönmacher<br />

Wenn Unreinheiten wie von Zauberhand verschwinden,<br />

Entzündungen rasch abklingen <strong>und</strong> sich gereizte Haut in Windeseile<br />

regeneriert, ist nicht etwa Magie, sondern eine w<strong>und</strong>ersame<br />

Heilerin namens Hamamelis oder Zaubernuss im Spiel.<br />

Was lange währt …<br />

Wie die Zaubernuss wohl zu ihrem<br />

seltsamen Namen kam? Erklärungen<br />

hierfür gibt es viele, doch ist<br />

keine offiziell belegt. Die „Taufpaten“<br />

jedenfalls waren nordamerikanische<br />

Ureinwohner, Mohawk-,<br />

Potawatomi- <strong>und</strong> Menominee-Indianer,<br />

<strong>alles</strong>amt im Nordosten der<br />

heutigen USA beziehungsweise in<br />

Kanada daheim. In ihren Stammesgebieten<br />

wuchs <strong>und</strong> wächst die<br />

Zaubernuss noch heute wild, zumeist<br />

im Unterholz lichter Wälder,<br />

in Hecken, auf Dünen oder auch<br />

am Straßenrand.<br />

Während des Sommers ist der zwei<br />

bis drei Meter hohe Strauch im<br />

grünen Dickicht leicht zu übersehen.<br />

Erst im Spätherbst hat er seinen<br />

großen Auftritt. Dann schmücken<br />

sich die Zweige zur selben<br />

Zeit mit Büscheln leuchtend gel-<br />

ber Blütchen <strong>und</strong> goldgelb färbendem<br />

Laub. Auch die Samenbildung<br />

geht die Zaubernuss recht<br />

gemächlich an: Monatelang passiert<br />

gar nichts, ehe anstelle der<br />

längst verwelkten Blüten erste<br />

Fruchtkapseln erscheinen. Die<br />

werden im Laufe des folgenden<br />

Sommers immer dicker, sehen<br />

schließlich wie kleine, an der Spitze<br />

kreuzweise eingekerbte Haselnüsse<br />

aus. Wenn dann im Spätherbst<br />

wieder Blüten sprießen, platzen<br />

die Kapseln schließlich auf <strong>und</strong><br />

schleudern ihre Samen mit enor-<br />

mer Wucht meterweit heraus. Die<br />

ungewöhnlich lange Entwicklungszeit<br />

kam Botanikern gerade<br />

recht. Ruck, zuck hatte die Zaubernuss<br />

ihren offiziellen Namen weg:<br />

„Hamamelis“ wurde sie fortan<br />

genannt, abgeleitet aus den griechischen<br />

Worten „hama“ <strong>und</strong> „melon“,<br />

was frei übersetzt „zur gleichen<br />

Zeit reife Früchte (<strong>und</strong> neue<br />

Blüten) tragend“ heißt.<br />

W<strong>und</strong>ermittel der<br />

Indianer<br />

Warum aber „Zaubernuss“? Mutete<br />

etwa auch den Indianern die zeitgleiche<br />

Blüte <strong>und</strong> Samenreife seltsam<br />

oder gar magisch an? An<br />

Hexerei scheinen auch die enormen<br />

Heilkräfte der Pflanze zu<br />

grenzen. So stillen Abkochungen<br />

aus Zaubernuss in Windeseile<br />

Blutungen, säubern <strong>und</strong> kitten<br />

W<strong>und</strong>en, heilen Ekzeme, wirken<br />

innerlich wie äußerlich nach -<br />

haltig entzündungshemmend <strong>und</strong><br />

schmerzlindernd. Kein W<strong>und</strong>er,<br />

dass solch ein pflanzliches W<strong>und</strong>ermittel<br />

nicht lange das Geheimnis<br />

der Ureinwohner blieb. Schon<br />

bald nachdem die ersten weißen<br />

Siedler in Amerika angekommen<br />

waren, übernahmen sie das Wissen<br />

der Indianer, stellten aus Rinde<br />

<strong>und</strong> Blättern der Zaubernuss zunächst<br />

Tees, dann alkoholhaltige<br />

Tinkturen <strong>und</strong> schließlich einen<br />

Wasserdampfextrakt, das berühmte<br />

„Hamameliswasser“, her.<br />

Dieses gilt noch heute als eines der<br />

besten Naturkosmetika sowohl für<br />

normale, tendenziell fette, wie<br />

auch für sensible Haut. Dank der<br />

reichlich enthaltenen Flavonoide<br />

<strong>und</strong> ätherischen Öle wirkt Hamameliswasser<br />

mild adstringierend.<br />

Das heißt, es verengt die Poren,<br />

macht die Haut fester <strong>und</strong> damit<br />

widerstandsfähiger, hemmt das<br />

Wachstum von Keimen <strong>und</strong><br />

fördert das Abheilen von Unreinheiten.<br />

Gerne verwendet man<br />

Hamameliswasser pur als Gesichtstonikum<br />

oder dickt es mit Geliermitteln<br />

wie Agar-Agar zu einem<br />

angenehm kühlenden Pflegegel<br />

an. Auch als wässrige Phase in<br />

selbst gerührten Hautcremes, als<br />

Aftershave oder Erfrischungsspray<br />

leistet Hamameliswasser exzellente<br />

Dienste.<br />

Gerbstoffe für heile Haut<br />

Neben Hamameliswasser, das übrigens<br />

recht preisgünstig in jeder<br />

<strong>gut</strong> sortierten Apotheke zu haben<br />

ist, bieten sich getrocknete Blätter<br />

<strong>und</strong> Rindenstücke als Basis für<br />

selbst gemachte Pflegemittel an.<br />

Befüllen Sie hiermit beispielsweise<br />

ein Glasgefäß zur Hälfte <strong>und</strong> gießen<br />

Sie anschließend mit Wodka<br />

auf. Nach <strong>gut</strong> drei Wochen neben<br />

der Heizung oder auf der warmen,<br />

sonnigen Fensterbank hat sich ein<br />

Großteil der Wirksubstanzen – in<br />

diesem Falle vor allem entzündungshemmende<br />

Gerbstoffe – gelöst<br />

<strong>und</strong> die fertige Tinktur kann<br />

abfiltriert werden. Pur allerdings<br />

sollte man die stark alkoholhaltige<br />

Flüssigkeit nicht auf die Haut bringen<br />

– besser 1:4 mit stillem Mineralwasser<br />

verdünnen <strong>und</strong> als heilkräftiges<br />

Tonikum mehrmals täglich<br />

auf gerötete Stellen tupfen.<br />

Wer auf Alkohol sensibel reagiert,<br />

kann aus Zaubernussblättern oder<br />

Rindenstücken auch einen hautpflegenden<br />

Dekokt (Absud) herstellen.<br />

Hierfür lässt man 2 bis 3<br />

Esslöffel des getrockneten Pflanzenmaterials<br />

in einem halben Liter<br />

Wasser etwa 5 Minuten lang sanft<br />

köcheln <strong>und</strong> anschließend weitere<br />

15 Minuten ziehen. Der fertige,<br />

sehr gerbstoffreiche Teeauszug<br />

eignet sich prima als Anti-Schuppen-Haarspülung,<br />

als hautberuhigender<br />

Badezusatz oder auch als<br />

wirkverstärkende Beimischung für<br />

tonisierende Gesichtswasser.<br />

64 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

65


SCHÖNHEIT<br />

Von<br />

H<br />

erzen<br />

Tonisierendes<br />

Gesichtswasser<br />

Zutaten: 2 TL getrocknete Hamamelisrinde<br />

<strong>und</strong>/oder -blätter,<br />

1 TL getrocknete Rosengeranienblätter,<br />

Lavendel-, Rosen- oder<br />

Kamillenblüten (<strong>alles</strong>amt erhältlich<br />

in Apotheken oder <strong>gut</strong><br />

sortierten Teeläden), ca. 50 ml<br />

Hamameliswasser, 1 TL Melissengeist<br />

(bei Alkohol-Unverträglichkeit<br />

weglassen!).<br />

Zubereitung: Hamamelisrinde/-<br />

blätter mit 200 ml Wasser übergießen.<br />

Etwa eine halbe St<strong>und</strong>e sanft<br />

köcheln lassen, bis sich die Flüssigkeit<br />

auf ca. 50 ml reduziert hat.<br />

Dann die weiteren Kräuter zufügen<br />

<strong>und</strong> zugedeckt 2 Minuten<br />

mitkochen. Den Sud zugedeckt<br />

abkühlen lassen. Deckel vorsichtig<br />

abnehmen <strong>und</strong> beiseitelegen.<br />

Dann den Sud durch Kaffeefilterpapier<br />

abseihen <strong>und</strong> 1:1 mit Hamameliswasser<br />

verdünnen. Das mit<br />

ätherischen Ölen gesättigte Kondenswasser<br />

an der Deckelinnenseite<br />

vorsichtig dazuträufeln,<br />

Melissengeist unterrühren <strong>und</strong><br />

das fertige Gesichtswasser in ein<br />

Fläschchen abfüllen. Haltbarkeit<br />

im Kühlschrank mit Melissengeist<br />

ca. 2 Monate, ohne ca. 1 Monat.<br />

Anwendung: Morgens <strong>und</strong><br />

abends eine kleine Menge auf<br />

einen angefeuchteten Wattepad<br />

geben <strong>und</strong> damit sanft übers<br />

zuvor gereinigte Gesicht streichen.<br />

66 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

Erfrischendes Hautpflege-Gel<br />

Zutaten: 200 ml Hamameliswasser, ½ TL (ca. 1,5 g) Agar-Agar oder ein<br />

anderes Geliermittel, 2 TL Glycerin (erhältlich in Apotheken),<br />

5-10 Tropfen Ihres ätherischen Lieblingsöls.<br />

Zubereitung: Hamameliswasser mit Agar-Agar einmal aufkochen,<br />

anschließend unter gelegentlichem Rühren etwas abkühlen lassen.<br />

Glycerin sowie ätherisches Öl zugeben <strong>und</strong> rühren, bis die Mischung<br />

auf Handwärme abgekühlt ist. Dann in einen zuvor heiß ausgespülten<br />

Pumpspender abfüllen. Falls ein anderes Gefäß verwendet wird, sollte<br />

das Gel aus hygienischen Gründen stets mit einem Löffel oder Spatel<br />

entnommen werden.<br />

Haltbarkeit im Kühlschrank: ca. 2 Monate.<br />

Text <strong>und</strong> Foto Seite 66: Stefanie Schäffer<br />

<strong>Ratgeber</strong> Plus<br />

mit besonders<br />

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Format: 22,7x 30 cm<br />

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Ges<strong>und</strong>heitsfragen, zu Wohnen <strong>und</strong> Garten oder der Unter -<br />

haltungsteil – der <strong>Ratgeber</strong> bringt für jede <strong>Frau</strong> <strong>und</strong> die<br />

ganze <strong>Familie</strong> viel Wissenswertes <strong>und</strong> Nützliches.<br />

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"<br />

Postleitzahl/Ort<br />

Telefon-Nr. 11/2012


MODE<br />

MODE<br />

Winter<br />

4<br />

5<br />

Blues<br />

Sie waren die Lieblinge der Sommermode –<br />

jetzt begleiten sie uns durch den Frost.<br />

Blautöne werden im Winter gerne mit edlem<br />

Schwarz oder Grau kombiniert, lieben aber auch die<br />

Begleitung von Schoko, Cognac <strong>und</strong> dezentem Natur<br />

1<br />

6<br />

2<br />

3<br />

1 Businesstasche aus hochwertigem<br />

Leder, Größe 28 x 13 x 36 cm ca. 200 €,<br />

Tuch ca. 80 € <strong>und</strong> Pumps in den Gr.<br />

36 – 41 ca. 150 € bei Madeleine.<br />

2 Jacke ca. 465 € <strong>und</strong> Shirt ca. 179 €,<br />

in den Gr. 34 – 46 von Minx. 3 Viskose-Schal<br />

ca. 50 € <strong>und</strong> Top in den Gr.<br />

34 – 46 ca. 40 € von Oui, erhältlich<br />

bei Wenz. 4 Walk-Blazer ab ca. 200 €<br />

<strong>und</strong> Lederrock ab ca. 200 € in den<br />

Gr. 34 – 46 bei Madeleine. 5 Kleid<br />

ca. 408 €, in den Gr. 34 – 46 von Minx.<br />

6 Lederkleid in den Gr. 34 – 48 ca.<br />

279 € von Betty Barclay.<br />

68 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

69


1<br />

3<br />

7<br />

MODE<br />

4<br />

2<br />

5<br />

1 Mantel in den Gr. 32 – 48 ca. 350 €<br />

von Joseph Ribkoff. 2 Shirt im Materialmix<br />

ca. 60 € von Oui in den Gr. 34 –<br />

46 erhältlich bei Wenz. 3 Jacke ca. 637 €<br />

<strong>und</strong> 4 Jacke ca. 432 €, beide in den<br />

Gr. 34 – 46 von Minx. 5 Jacke ca. 220 €<br />

in den Gr. 32 – 48 von Joseph Ribkoff.<br />

6 Pumps in den Gr. 36 – 41 ca. 150 €<br />

bei Madeleine. 7 Blazer ab ca. 180 €,<br />

Seiden-Tunika ab ca. 130 € <strong>und</strong> Röhrenjeans<br />

ab ca. 90 €, in den Gr. 36 – 46<br />

bei Madeleine. 8 Tasche, Gr. 27 x 18 cm<br />

ca. 13 € bei Deichmann.<br />

6<br />

8<br />

70 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012


Wohlfühl-<br />

Wäsche<br />

Schalen-BH in den<br />

Gr. 75A – 85C ca.<br />

55 € <strong>und</strong><br />

Brasiliano-Slip in<br />

den Gr. 36 – 46 ca.<br />

35 € von Mey.<br />

Links: Raglantop ca.<br />

50 €, Top ohne Arm<br />

ca. 40 € <strong>und</strong> Leggings<br />

ca. 40 €, <strong>alles</strong><br />

aus superweichem,<br />

fließendem Micro<br />

Modal in den Gr.<br />

XXS – M von Calida.<br />

Rechts: Kissenhüllen<br />

<strong>und</strong> Plaids aus Zottelfell,<br />

Leinen <strong>und</strong><br />

Webpelz, zwischen<br />

ca. 25 € <strong>und</strong> 99 €<br />

bei Cyrillus.<br />

Unten: Pampuschen-Pantoffeln<br />

in<br />

den Gr. 36 – 42<br />

für 63 € bei<br />

desiary.de<br />

MODE<br />

Kuscheliger Lounge-Look<br />

<strong>und</strong> bildschöne Spitzen –<br />

beides harmoniert perfekt<br />

<strong>und</strong> ist genau richtig für<br />

gemütliche Winterabende<br />

zu Hause.<br />

Cape aus<br />

Baumwollmischgewebe<br />

ca. 159 €, Shirt<br />

aus Micro-<br />

Modal ca. 105 €,<br />

<strong>und</strong> Jersey<br />

Pants ca. 125 €,<br />

<strong>alles</strong> in den Gr.<br />

S – XL von<br />

Zimmerli,<br />

Switzerland.<br />

72


MODE<br />

MODE<br />

Links: Satin-Schlafbrille<br />

im Beutel<br />

(Handarbeit aus<br />

Deutschland), 20 x<br />

9 cm, ca. 32 € bei<br />

desiary.de<br />

Unten: Glanzvoll in Szene gesetzt: Ein Bodydress<br />

aus Viskose-Mischung mit Strass- <strong>und</strong><br />

Metallplättchen-Applikation, erhältlich in<br />

den Gr. 36 – 46, ca. 50 € von Mey.<br />

Rechts: Spaghetti-Top, ca.<br />

115 €, Cardigan, ca. 185 €,<br />

<strong>und</strong> Hüftslip, ca. 55 € aus<br />

Wolle/Seide in den Gr. S – XL<br />

von Zimmerli, Switzerland.<br />

Unten: Negligé <strong>und</strong> Panty<br />

aus gepunktetem Tüll <strong>und</strong><br />

opulenter Stickerei, in den<br />

Gr. XXS – M, ca. 60 € von<br />

Calida.<br />

Oben: Perfekt für die kalte<br />

Jahreszeit: Unkomplizierte<br />

Baumwollwäsche in Rot mit<br />

cremefarbener Spitze im<br />

20er-Jahre-Look: Spaghetti-<br />

Top ca. 28 €, Slip ca. 20 €,<br />

beides in den Gr. XS – L von<br />

Calida.<br />

74 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

75


MASCHEN<br />

-<br />

Wenn’s<br />

draußen nasskalt <strong>und</strong><br />

ungemütlich ist, sind warme<br />

Wollsachen heiß begehrt.<br />

Stricken Sie Ihre<br />

Lieblingsmodelle <strong>und</strong><br />

verwöhnen Sie damit sich selbst<br />

<strong>und</strong> Ihre Liebsten!<br />

76 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

77


MASCHENMODE<br />

Schal<br />

Größe: ca. 22 cm breit / 140 cm<br />

lang (ohne Fransen).<br />

MATERIAL<br />

Schachenmayr SMC Elements Mix<br />

(55 % Polyacryl, 18 % Polyamid,<br />

10 % Wolle, 10 % Polyester,<br />

6 % Mohair, 1 % metallisiertes<br />

Polyester, Lauflänge ca. 30 m/50 g),<br />

300 g in Sahara color Fb 00080.<br />

Stricknadeln Nr. 9 – 10, z. B.<br />

Homesocks<br />

Gr. 36/37, 38/39, 40/41, 42/43<br />

Die Angaben für die einzelnen<br />

Größen stehen von der kleinsten<br />

bis zur größten Größe hintereinander,<br />

jeweils durch Bindestriche<br />

getrennt. Steht nur eine Angabe,<br />

gilt diese für alle Größen.<br />

MATERIAL<br />

Schachenmayr SMC Boston (70 %<br />

Polyacryl, 30 % Schurwolle, Lauflänge<br />

ca. 55 m/50 g), 100 g in<br />

Mittelgrau Fb 00092 <strong>und</strong> 50 g in<br />

Natur Fb 00002.<br />

Nadelspiel Nr. 7 – 8, Häkelnadel<br />

Nr. 7, Wollnadel ohne Spitze.<br />

STRICKMUSTER<br />

Glatt rechts: In Rd alle M re str.<br />

Maschenprobe: 12 M <strong>und</strong> 18 R =<br />

10 x 10 cm.<br />

ANLEITUNG<br />

Mit dem Fersenkäppchen beginnen.<br />

Rd-Beginn ist in der Fersenmitte,<br />

im weiteren Verlauf ist der<br />

R<strong>und</strong>enbeginn in der Mitte der<br />

Sohle.<br />

8 M in Mittelgrau anschlagen<br />

(= 2 M je Nadel) <strong>und</strong> glatt rechts<br />

str. Dann 4x-4x-5x-5x in jeder 2. Rd<br />

78 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

Jackenstricknadeln aus Holz, Art.<br />

222 6316, <strong>und</strong> eine dicke Häkel -<br />

nadel zum Einknüpfen/Einziehen<br />

der Fransen.<br />

STRICKMUSTER<br />

Kraus rechts: In jeder R rechts str.<br />

Maschenprobe: 9 M <strong>und</strong> 16 R =<br />

10 x 10 cm.<br />

ANLEITUNG<br />

20 M anschlagen <strong>und</strong> kraus rechts<br />

nach der 1. M der 1. <strong>und</strong> 3. Nadel<br />

<strong>und</strong> vor der letzten M der 2. <strong>und</strong><br />

4. Nadel jeweils 1 M zunehmen (=<br />

rechts verschränkt aus dem Querfaden<br />

stricken). Für Größe 38/39<br />

<strong>und</strong> 42/43 in folgender 2. Rd nach<br />

der 1. M der 1. <strong>und</strong> 3. Nadel jeweils<br />

noch 1 M zunehmen = 24-26-28-<br />

30 M.<br />

Weitere 4 Rd stricken. Für das Einschlupfloch<br />

in folgender Rd die 6-<br />

7-7-8 M der 1. Nadel <strong>und</strong> die 1. M<br />

der 2. Nadel stricken, die folgenden<br />

10-11-12-13 M locker abketten,<br />

die letzte M der 3. Nadel <strong>und</strong> die<br />

6-6-7-7 M der 4. Nadel stricken.<br />

Die abgeketteten M in der folgenden<br />

Rd wieder locker anschlagen<br />

<strong>und</strong> in Rd weiterstricken.<br />

In 19-20,5-21-22 cm Höhe ab Anschlag<br />

die Spitze beginnen. In folgender<br />

Rd auf der 1. <strong>und</strong> 3. Nadel<br />

bis 3 M vor Nadelende stricken,<br />

2 M rechts zusammenstricken <strong>und</strong><br />

die letzte M rechts stricken; auf<br />

der 2. <strong>und</strong> 4. Nadel die 1. M rechts<br />

stricken, die folgende M rechts<br />

abheben, 1 M rechts stricken <strong>und</strong><br />

die abgehobene M überziehen;<br />

die M dazwischen rechts stricken.<br />

Diese Abnahmen in folgender<br />

3. Rd <strong>und</strong> 2x-2x-3x-3x in jeder 2. Rd<br />

stricken. In 140 cm Höhe alle M abk.<br />

Fertigstellung: Für die Fransen<br />

jeweils 2 Fäden von 50 cm Länge<br />

abschneiden, zur Hälfte legen, die<br />

entstandene Schlinge durch 1 M<br />

der Abkett- bzw. Anschlagkante<br />

ziehen <strong>und</strong> dann die Fadenenden<br />

durch die Schlinge ziehen. Franse<br />

festziehen.<br />

11 Fransen gleichmäßig verteilt<br />

je Seite einziehen <strong>und</strong> auf die<br />

gewünschte Länge kürzen.<br />

wiederholen = 8-10-8-10 M.<br />

Diese M mit einem Faden zusammenziehen.<br />

Gesamte Fußlänge: 23,5-25-26,5-<br />

27,5 cm.<br />

Beide Socken gleich stricken.<br />

Fertigstellung: Den Anschlagrand<br />

flach zusammennähen.<br />

Das Einschlupfloch mit Krebs-M<br />

(= feste M von links nach rechts<br />

gearbeitet) in Natur umhäkeln.<br />

Das Herz in Natur im Abstand von<br />

8 Rd zum Einschlupfloch im Maschenstich<br />

nach dem Zählmuster<br />

mittig auf die Oberseite sticken.<br />

Tipp: Die Homesocks können<br />

auch, wie auf dem Modellfoto<br />

gezeigt, als Pantoffeln getragen<br />

werden, wenn man das Fersenkäppchen<br />

umklappt.<br />

Zählmuster<br />

Zeichenerklärung<br />

<br />

<br />

Kissenhülle <strong>und</strong> Decke<br />

Kissengröße: ca. 55 cm x 65 cm.<br />

Deckengröße: ca. 128 cm x<br />

146 cm.<br />

MATERIAL<br />

SMC Select Alegretto (40 % Polyacryl,<br />

30 % Mohair, 30 % Polyamid,<br />

Lauflänge ca. 32 m/50 g), für das<br />

Kissen 300 g in Beige Fb 08504,<br />

je 100 g in Silber Fb 08516 <strong>und</strong><br />

Ecru Fb 08525; für die Decke<br />

1300 g in Beige Fb 08504.<br />

1 lange R<strong>und</strong>stricknadel Nr. 10.<br />

STRICKMUSTER<br />

Bündchenmuster: 1 M rechts, 1 M<br />

links im Wechsel stricken.<br />

Gr<strong>und</strong>muster: 1. R [Rückr] bis<br />

4. R: Glatt rechts [Rückr linke M,<br />

Hinr rechte M] stricken.<br />

Für die folgenden 2 R das Garn auseinanderziehen<br />

<strong>und</strong> zwischen<br />

jeder M ca. 1 cm des Garns übergehen.<br />

Schalkragenjacke<br />

Größe 36/38 (40/42 – 44/46)<br />

Die Angaben für Größe 40/42 stehen<br />

in Klammern vor, für Größe<br />

44/46 nach dem Gedankenstrich.<br />

Steht nur eine Angabe, so gilt sie<br />

für alle drei Größen.<br />

MATERIAL<br />

Lana Grossa-Qualität „Fauna”<br />

(70 % Schurwolle, 30 % Alpaka,<br />

LL = ca. 60 m/50 g): ca. 750 (800 –<br />

850) g Beige (Fb. 32); Stricknadeln<br />

Nr. 7 <strong>und</strong> 8; 1 Knebelverschluss<br />

zum Annähen von Union Knopf,<br />

Art. 59764, Gr. 001, Fb. 76 grau.<br />

STRICKMUSTER<br />

Kettenrand: Am Anfang der<br />

5. R [Rückr]: Rechts str, dafür das<br />

Garn hinter der Arbeit halten <strong>und</strong><br />

mit der rechten Nadel von vorn<br />

nach hinten durch die 1. M der linken<br />

Nadel einstechen, dann 2 bis<br />

3 Fäden des Garns erfassen <strong>und</strong><br />

die Schlinge von hinten nach vorn<br />

durch die M ziehen.<br />

6. R [Hinr]: Links str, dafür das<br />

Garn vor der Arbeit halten <strong>und</strong><br />

mit der rechten Nadel von hinten<br />

nach vorne durch die 1. M der<br />

linken Nadel einstechen, dann<br />

2 bis 3 Fäden des Garns erfassen<br />

<strong>und</strong> die Schlinge von vorn nach<br />

hinten durch die M ziehen.<br />

Die 1. bis 6. R stets wiederholen.<br />

Achtung: Beim Kissen die 1. bis 4. R<br />

in Beige, die 5. R in Ecru <strong>und</strong> die<br />

6. R in Silber str; dabei die Fäden in<br />

Ecru <strong>und</strong> Silber am Ende der R abschneiden<br />

<strong>und</strong> vernähen; den<br />

Faden in Beige locker mitführen.<br />

Maschenprobe: Im Gr<strong>und</strong>muster:<br />

7 M <strong>und</strong> 10 R = 10 cm x 10 cm.<br />

Hin-R den Arbeitsfaden nach vorn<br />

nehmen <strong>und</strong> die M wie zum<br />

Linksstr. abh., dabei den Faden<br />

vor der M weiterführen. Am Ende<br />

der Hin-R den Arbeitsfaden vor<br />

der Rand-M wieder nach vorn<br />

nehmen <strong>und</strong> die M wie zum<br />

Linksstr. abh. Am Anfang der<br />

Rück-R die Rand-M re verschränkt<br />

str., am Ende der<br />

Rück-R die Rand-M re str.<br />

Achtung: Alle Teile mit<br />

Kettenrand stricken!<br />

Strickschrift<br />

b<br />

23<br />

21<br />

19<br />

17<br />

15<br />

13<br />

11<br />

9<br />

7<br />

5<br />

3<br />

1<br />

a<br />

Zeichenerklärung:<br />

= 1 M re<br />

= 1 M li<br />

MASCHENMODE<br />

ANLEITUNGEN<br />

Kissenhülle: 40 M in Beige anschlagen<br />

<strong>und</strong> im Gr<strong>und</strong>muster str,<br />

mit einer Rückr beginnen.<br />

In 130 cm Höhe, nach 4 R in Beige,<br />

die M abketten, dabei links str.<br />

Das Teil der Länge nach zur Hälfte<br />

zusammenlegen <strong>und</strong> die Seitennähte<br />

schließen. Das Kissen<br />

einlegen, dann die untere Naht<br />

schließen.<br />

Decke: 91 M anschlagen <strong>und</strong> 2 R<br />

im Bündchenmuster str, die<br />

1. Rückr mit Randm, 1 M links beginnen<br />

<strong>und</strong> mit 1 M links, Randm<br />

enden.<br />

Weiter beidseitig je 3 M im Bündchenmuster<br />

wie bisher, über die<br />

mittleren 85 M im Gr<strong>und</strong>muster<br />

arbeiten.<br />

In 144 cm Höhe, nach einer 4. R,<br />

über alle M noch 2 R im Bündchenmuster<br />

str, dann die M abk.<br />

Rippen: 2 M re, 2 M li im Wechsel<br />

str.<br />

Glatt li: Hin-R li, Rück-R re str.<br />

Rippen-Zopf-Strukturmuster:<br />

Nach Strickschrift str. Die Zahlen<br />

re außen bezeichnen die Hin-R.<br />

In den Rück-R die M str., wie sie<br />

erscheinen.<br />

= 3 M nach li verkreuzen: 2 M auf 1 Hilfsnd. vor die<br />

Arbeit legen, die folg. M li str., dann die 2 M der Hilfsnd.<br />

re str.<br />

= 3 M nach re verkreuzen: 1 M auf 1 Hilfsnd. hinter<br />

die Arbeit legen, die 2 folg. M re str., dann die M der<br />

Hilfsnd. li str.<br />

= 4 M nach li verkreuzen: 2 M auf 1 Hilfsnd. vor die<br />

Arbeit legen, die 2 folg. M re str., dann die 2 M der<br />

Hilfsnd. re str.


16<br />

23<br />

38<br />

(39-<br />

40)<br />

MASCHENMODE<br />

Die genaue Mustereinteilung in<br />

der Breite wird in folg. Anleitung<br />

erklärt, den MS = 12 M zwischen<br />

Pfeil a <strong>und</strong> b fortl. str. In der Höhe<br />

1x die 1. – 24. R str., dann die 9. –<br />

24. R fortl. wdh.<br />

Maschenprobe: 15 M <strong>und</strong> 17 R<br />

Rippen-Zopf-Strukturmuster mit<br />

Nd. Nr. 8 gestrickt = 10 x 10 cm.<br />

ANLEITUNG<br />

Rückenteil: 70 (78 – 82) M mit Nd.<br />

Nr. 7 anschlagen.<br />

Für den B<strong>und</strong> 9 cm = 14 R Rippen<br />

str., dabei in 1. R nach der Rand-M<br />

mit 1 M li (li – re) beginnen, am R-<br />

Ende vor der Rand-M mit 1 M li (li<br />

– re) enden. In der letzten B<strong>und</strong>-R<br />

für Größe 40/42 am R-Anfang <strong>und</strong><br />

-Ende je 1 M abn. = 70 (76 – 82) M.<br />

Dann mit Nd. Nr. 8 in folg. Einteilung<br />

str.: Rand-M, 3 (6 – 9) M glatt<br />

li, 62 M = 5 MS <strong>und</strong> 2 M nach Pfeil<br />

b Rippen-Zopf-Strukturmuster,<br />

3 (6 – 9) M glatt li, Rand-M. Nach<br />

32 cm = 54 R ab B<strong>und</strong>ende beids.<br />

für die Armausschnitte 5 M abk. =<br />

8<br />

8<br />

4<br />

7<br />

12(14-16) 4<br />

Rückenteil,<br />

Hälfte<br />

Linkes<br />

Vorderteil<br />

19(21-23))<br />

6<br />

10<br />

20<br />

(21-22)<br />

32<br />

80 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

9<br />

4<br />

19<br />

19<br />

9<br />

7(8-9)<br />

60 (66 – 72) M. Danach gerade<br />

weiterstr. In 20 (21 – 22) cm = 34<br />

(36 – 38) R Armausschnitthöhe<br />

alle M gerade abk.<br />

Linkes Vorderteil: 53 (57 – 59) M<br />

mit Nd. Nr. 7 anschlagen. Für den<br />

B<strong>und</strong> 9 cm = 14 R Rippen str.,<br />

dabei in 1. R nach der Rand-M mit<br />

1 M li (li – re) beginnen, am R-Ende<br />

vor der Rand-M mit 2 M re enden.<br />

Hinweis: Stets den Kettenrand<br />

arbeiten! In der letzten B<strong>und</strong>-R für<br />

Gr. 40/42 am re Arbeitsrand 1 M<br />

abn. = 53 (56 – 59) M. Anschließend<br />

mit Nd. Nr. 8 in folg. Einteilung<br />

weiterstr.: Rand-M, 3 (6 – 9)<br />

M glatt li, 24 M = 2 MS Rippen-<br />

Zopf-Strukturmuster, 24 M Rippen<br />

wie bisher, dabei mit 2 M li beginnen,<br />

Rand-M. Den Armausschnitt<br />

am re Rand in gleicher Höhe wie<br />

am Rückenteil ausführen. Bereits<br />

nach 38 (39 – 40) cm = 64 (66 – 68)<br />

R ab Anschlag am li Rand für die<br />

Verbreiterung des Schalkragens<br />

1 M in den Rippen mehr <strong>und</strong> dafür<br />

1 M im Rippen-Zopf-Strukturmuster<br />

weniger str., also 1 M vor den<br />

letzten 25 M ab li Rand re str.<br />

Dann in jeder 6. R noch 5x je 1 M<br />

mehr folgerichtig in den Rippen<br />

<strong>und</strong> weniger im Muster str.<br />

20(21-22)<br />

Ärmel,<br />

Hälfte<br />

13<br />

51<br />

Hinweis: Die M-Zahl<br />

bleibt immer gleich.<br />

In 20 (21 – 22) cm =<br />

34 (36 – 38) R Armausschnitthöhe<br />

für<br />

die Schulter am re<br />

Rand 17 (20 – 23) M<br />

abk. Zu den restl. 31<br />

M am Schulterrand<br />

noch 1 Rand-M zun.<br />

= 32 M. Darüber für<br />

den Schalkragen folgerichtig<br />

in Rippen<br />

mit Kettenrand weiterstr.<br />

Nach 10 cm = 18 R ab Schulterende<br />

für die Schrägung des<br />

Kragens in verkürzten R weiterarb.<br />

Dafür am re Kragenrand in folg.<br />

Rück-R 4 M ungestrickt lassen,<br />

wenden <strong>und</strong> zurückstr., dann in<br />

jeder folg. 2. R noch 1x 4 M, 1x 5 M,<br />

2x je 6 M <strong>und</strong> die letzten 7 M stilllegen.<br />

Rechtes Vorderteil: Gegengleich<br />

zum li Vorderteil str.<br />

Ärmel: 42 M mit Nd. Nr. 7 anschlagen.<br />

Für den B<strong>und</strong> 9 cm = 14 R<br />

Rippen str., dabei in 1. R nach der<br />

Rand-M mit 1 M re beginnen, am<br />

R-Ende vor der Rand-M mit 1 M re<br />

enden.<br />

Anschließend mit Nd. Nr. 8 in folg.<br />

Einteilung weiterarb.: Rand-M, 1 M<br />

glatt links, 38 M = 3 MS <strong>und</strong> 2 M<br />

nach Pfeil b Rippen-Zopf-Strukturmuster,<br />

1 M glatt links, Rand-M.<br />

Für die Schrägungen beids. nach<br />

19 cm = in der 33. R ab B<strong>und</strong>ende<br />

1 M glatt li zun., dann in jeder 4. R<br />

5(3–1)x je 1 M <strong>und</strong> in jeder 2. R<br />

noch 4(8–12)x je 1 M glatt li zun. =<br />

62 (66 – 70) M. Nach 19 cm = 32 R<br />

ab 1. Zunahme beids.<br />

1 Markierung anbringen <strong>und</strong><br />

gerade weiterstr.<br />

Nach 4 cm = 8 R ab Markierung<br />

alle M abk.<br />

Ausarbeiten: Teile spannen,<br />

anfeuchten <strong>und</strong> trocknen lassen.<br />

Nähte schließen, die Ärmelnähte<br />

jeweils bis zur Markierung.<br />

Die stillgelegten Kragen-M im<br />

M-Stich verbinden. Den inneren<br />

Kragenrand eingehalten an den<br />

rückwärtigen Halsausschnittrand<br />

nähen. Ärmel einsetzen.<br />

Knebelverschluss ca. 24<br />

(25 – 26) cm ab Anschlagrand lt.<br />

Modellbild annähen.<br />

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Bank BLZ Konto-Nr.<br />

Datum<br />

Unterschrift<br />

Änderungen der Prämien in Ausstattung, Form <strong>und</strong> Farbe vorbehalten!<br />

Die Auslieferung der Prämie erfolgt erst, wenn das Abo bezahlt wurde.<br />

Als neuer Abonnent bezahle ich im 1. Lesejahr per Überweisung.<br />

Achtung: Prämien mit Zuzahlung werden per Nachnahme versandt!<br />

Unterschrift des neuen Abonnenten<br />

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Meine Telefon-Nummer: (Prämien-Nr.): KZ 11-2012<br />

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Abt. 11-12<br />

Wehratalstraße 3<br />

79664 Wehr<br />

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Diese Prämien gibt es bis Ende Januar 2013.


KREATIV<br />

KREATIV<br />

Advent, Advent<br />

24 kleine Schritte, bis das Christkind kommt:<br />

Was könnte niedlicher sein als ein Kalender<br />

aus Babysöckchen? Je nach Muße <strong>und</strong> Talent<br />

können Sie diese selbst stricken oder selbst<br />

kaufen. Danach einfach befüllen, beschriften<br />

<strong>und</strong> an einer Stuhllehne befestigen.<br />

Oben: Es muss nicht immer ein Stiefel<br />

sein. Auch unter einer süßen Mütze<br />

kann sich eine Nikolaus-Überraschung<br />

verstecken.<br />

Die niedlichen Mini-Mützen rechts<br />

wärmen Eier im Advent – oder sie verstecken<br />

kleine Geschenke. Versehen<br />

mit Zahlen-Etiketten von 1 – 24 geben<br />

sie einen tollen Adventskalender ab.<br />

Jetzt ist wieder Zeit zum<br />

Basteln, Schmücken,<br />

Schenken – <strong>und</strong> Zeit,<br />

um unseren Lieben eine<br />

besondere Freude zu<br />

bereiten. Selbst gemachte<br />

Kreationen zeigen den<br />

Beschenkten, dass wir<br />

uns Zeit für sie<br />

genommen haben<br />

<strong>und</strong> dass die Präsente<br />

von Herzen kommen.<br />

Fotos: Gaby Zimmermann für Ferrero, , Coats GmbH<br />

Adventssöckchen<br />

DAS BENÖTIGEN SIE<br />

V 24 Babysöckchen aus Wolle<br />

(gekauft oder selbst gestrickt,<br />

zum Beispiel nach der<br />

Anleitung auf Seite 87)<br />

V weißen Bastelkarton<br />

V Locher<br />

V Lackstift<br />

V schmales Schleifenband (pro<br />

Söckchen ca. 50 cm lang)<br />

V doppelseitiges Klebeband<br />

SO WIRD’S GEMACHT<br />

24 Söckchen mit kleinen Präsenten<br />

<strong>und</strong> Pralinen füllen. 24 Kreise<br />

in beliebiger Größe als „Etiketten“<br />

aus dem Bastelkarton ausschneiden<br />

<strong>und</strong> mit den Zahlen 1 bis 24<br />

beschriften (evtl. mithilfe von<br />

Stempeln oder Schablonen aus<br />

dem Bastelfachhandel), jeweils<br />

ein Loch stanzen <strong>und</strong> an den vorgezeichneten<br />

Flächen mit doppelseitigem<br />

Klebeband Pralinen anbringen.<br />

Schleifenband durch die<br />

Löcher der Etiketten, anschließend<br />

durch die Söckchen ziehen.<br />

Die gefüllten Söckchen können<br />

zum Beispiel an einer Stuhllehne<br />

befestigt werden, an einer Gardinenstange<br />

oder am Treppengeländer.<br />

82 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

83


KREATIV<br />

KREATIV<br />

Mister Rudi Rentier verkürzt<br />

mit seinen Späßen<br />

das Warten aufs Christkind.<br />

Die Handpuppe<br />

entsteht ruck, zuck aus<br />

einer alten Socke.<br />

Ein Riesenspaß, auch für<br />

die Jüngsten!<br />

Unten bezaubert eine<br />

himmliche Dekoration<br />

mit Engel, Moos, Stumpenkerzen<br />

<strong>und</strong> Sternlichten<br />

(z. B. von Wenzel).<br />

Letztere sind aus einem<br />

patentierten, nicht<br />

brennbaren Material <strong>und</strong><br />

können ohne Untersetzer<br />

direkt in die Dekoration<br />

integriert werden.<br />

Fotos: Frechverlag, Gütegemeinschaft Kerzen<br />

Süße Nikolaus-Mütze<br />

DAS BENÖTIGEN SIE<br />

V 100 g naturfarbene Wolle<br />

(z. B. Baumwollgemisch,<br />

Lauflänge 50 g / 95 m)<br />

V 25 g rote Kid-Mohairwolle<br />

(25 g / 250 m)<br />

V Häkelnadel Nr. 4<br />

V Pompon-Set<br />

Für die Dekoration:<br />

V doppelseitiges Klebeband<br />

V Bastelpapier<br />

V Gold- oder Lackstift<br />

Gestrickte Eierwärmer<br />

DAS BENÖTIGEN SIE<br />

V Regia 4-fädig (75 % Schurwolle,<br />

25 % Polyamid, Lauflänge ca.<br />

210 m / 50 g): Reste oder je 50 g<br />

Fb 02742 Rot meliert <strong>und</strong> Fb<br />

01992 Natur (pro Eierwärmer<br />

ca. 10 g je Fb).<br />

V 1 Milward Nadelspiel 2 – 3<br />

STRICKMUSTER<br />

Bündchenmuster: 2 M rechts, 2 M<br />

links im Wechsel.<br />

Glatt rechts: In R<strong>und</strong>en jede Rd<br />

rechts str.<br />

Handpuppe „Mister Rudi Rentier“<br />

DAS BENÖTIGEN SIE<br />

V Eine alte Norwegersocke<br />

V Bierdeckel r<strong>und</strong>, Ø ca. 11 cm<br />

V 2 Wattekugeln, Ø 4 cm<br />

V Pompon in Rot, Ø 4 cm<br />

V Fotokarton in Braun, A4<br />

V Bastelfilzrest in Braun<br />

V Füllwatte<br />

SO WIRD’S GEMACHT<br />

Mit dem Faden eine Schlinge legen<br />

<strong>und</strong> in diese acht feste Maschen<br />

häkeln. Für die Zunahmen in<br />

der folgenden zweiten R<strong>und</strong>e jede<br />

Masche verdoppeln. In der dritten<br />

R<strong>und</strong>e jede zweite Masche verdoppeln.<br />

In der vierten R<strong>und</strong>e jede<br />

dritte Masche verdoppeln usw. Ab<br />

der siebten R<strong>und</strong>e diese Zunahmen<br />

nur noch in jeder zweiten <strong>und</strong><br />

dritten R<strong>und</strong>e ausführen, bis nach<br />

der zwölften R<strong>und</strong>e insgesamt 80<br />

feste Maschen vorliegen. Ohne Zunahme<br />

weiterhäkeln. In 20 cm<br />

Höhe am R<strong>und</strong>enende die Arbeit<br />

Maschenprobe: Bei glatt rechts:<br />

30 M <strong>und</strong> 42 Rd = 10 x 10 cm.<br />

Über 30 fröhliche<br />

Ideen zum Basteln<br />

<strong>und</strong> Spielen für eine<br />

ausgelassene Weihnachtszeit<br />

präsentiert<br />

Pia Deges in „Knallbunte<br />

Weihnachten“,<br />

Frechverlag, Topp<br />

5767, 12,99 €.<br />

wenden <strong>und</strong> für die Krempe noch<br />

elf R<strong>und</strong>en feste Maschen häkeln,<br />

dann den Faden abschneiden <strong>und</strong><br />

vernähen. Mithilfe des Pompon-<br />

Sets einen Bommel aus Kid-Mohairwolle<br />

anfertigen <strong>und</strong> aufnähen.<br />

Dekoration: Auf die Krempe mit<br />

doppelseitigem Klebeband Pralinen<br />

kleben <strong>und</strong> ein auf einem Teller<br />

platziertes Nikolausgeschenk<br />

damit schmücken. „Etiketten“ in<br />

beliebiger Größe aus Bastelpapier<br />

ausschneiden. Einen Nikolausgruß<br />

auf das Etikett schreiben <strong>und</strong> das<br />

Geschenk damit dekorieren.<br />

SO WIRD’S GEMACHT<br />

Für einen Eierwärmer 52 M in Natur<br />

auf das Nadelspiel verteilt anschlagen<br />

(= 13 M je Nadel), zur<br />

R<strong>und</strong>e schließen <strong>und</strong> für das<br />

Bündchen 4 cm im Bündchenmuster<br />

str.<br />

Weiter in Rot meliert glatt rechts<br />

str, dabei in 1. Rd verteilt 2 M zunehmen<br />

(rechts verschränkt aus<br />

dem Querfaden str) = 54 M.<br />

Nach 8 cm ab Anschlag für die<br />

Abnahmen 9x jede 6. M markieren<br />

<strong>und</strong> jede markierte M mit der<br />

M davor rechts zusammenstricken.<br />

Noch 4x in jeder 2. Rd jede markierte<br />

M mit der M davor rechts<br />

zusammenstricken. Die restlichen<br />

9 M mit doppeltem Faden zusammenziehen,<br />

Faden vernähen.<br />

Einen Pompon mit ca. 2,5 cm<br />

Durchmesser in Natur anfertigen<br />

<strong>und</strong> auf die Spitze des Eierwärmers<br />

nähen.<br />

Das Bündchen zur Häfte nach<br />

außen umschlagen.<br />

Buchtipp<br />

84 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

85


KREATIV<br />

V Permanentmarker<br />

V Nähnadel <strong>und</strong> Faden<br />

V Cuttermesser, Alleskleber,<br />

Schere, Tacker<br />

SO WIRD’S GEMACHT<br />

Zuerst halbieren Sie den Bierdeckel.<br />

Drehen Sie die Norwegersocke<br />

auf links <strong>und</strong> dellen Sie sie<br />

vorne ein. Ober- <strong>und</strong> unterhalb<br />

der Delle kleben Sie mit Alleskleber<br />

die Bierdeckelhälften ein.<br />

Tipps für den Umgang mit Kerzen<br />

Kerzen erleuchten seit jeher die dunkelste Nacht<br />

<strong>und</strong> bewirken, was keine Glühlampe vermag –<br />

sie verzaubern einen Raum <strong>und</strong> sorgen für eine<br />

w<strong>und</strong>erbar warme <strong>und</strong> besinnliche Atmosphäre.<br />

Nicht nur in der Adventszeit setzen wir uns gerne<br />

vor eine Kerze, um zur Ruhe zu kommen.<br />

Mit den folgenden Tipps haben Sie noch mehr<br />

Freude an ihrem Schein:<br />

V Vermeiden Sie Zugluft, sonst wird die vollständige<br />

Verbrennung gestört. Die Kerze beginnt zu<br />

rußen <strong>und</strong> zu tropfen <strong>und</strong> brennt einseitig ab.<br />

V Einen brennenden Docht können Sie vorsichtig<br />

zur Seite biegen, wenn die Kerze einseitig<br />

Mr. Rudolf Rentier (Seite 90)<br />

Vorlagen Glücksklee-Seifenblasen für die<br />

(Seite 96)<br />

Handpuppe<br />

„Mister Rudi Rentier“<br />

Alles <strong>gut</strong> trocknen lassen <strong>und</strong> den<br />

Socken dann wieder auf rechts<br />

drehen.<br />

Jetzt kürzen Sie die beiden Wattekugeln<br />

mithilfe eines Cuttermessers<br />

um ein Drittel. Malen Sie mit<br />

einem Permanentmarker Augen<br />

auf die Wattekugeln <strong>und</strong> kleben<br />

Sie sie mit Alleskleber an die Ferse<br />

der Socke. Für die Nase nähen Sie<br />

mithilfe von Nadel <strong>und</strong> Faden den<br />

roten Pompon an.<br />

Bitte alle Vorlagen<br />

mit dem Faktor<br />

200% kopieren!<br />

Nun geht es ans Geweih:<br />

Übertragen Sie die Vorlage auf<br />

braunen Fotokarton <strong>und</strong> schneiden<br />

Sie sie sorgfältig aus. Die beiden<br />

Geweihe werden unten mittig<br />

zusammengetackert, mit einem<br />

Kreis aus braunem Bastelfilz<br />

verstärkt <strong>und</strong> ebenfalls an Ort <strong>und</strong><br />

Stelle festgeklebt. Zum Schluss<br />

wird Mr. Rudolf Rentier noch mit<br />

etwas Füllwatte gefüllt <strong>und</strong> los<br />

geht der Spielspaß.<br />

abbrennt. Einen erstarrten Docht nie biegen<br />

oder gar abbrechen.<br />

V Schneiden Sie den Docht mit der Schere etwas<br />

kürzer, falls die Flamme rußt.<br />

V Drücken Sie den weichen Kerzenrand ab <strong>und</strong> an<br />

leicht nach innen.<br />

V Löschen Sie die Kerze, indem Sie den Docht kurz<br />

in die flüssige Schmelzschüssel tauchen: so läßt<br />

sich der Docht auch wieder leichter anzünden.<br />

V Ideal für weihnachtliche Dekorationen sind<br />

selbstverlöschende Stumpenkerzen mit dem<br />

RAL-Gütezeichen: Denn ein spezielles Patent<br />

verhindert, dass heißes Wachs auslaufen <strong>und</strong> sich<br />

entzünden kann. Außerdem geht die Flamme von<br />

alleine aus <strong>und</strong> reduziert so das Brandrisiko<br />

erheblich.<br />

je 2x<br />

Verschluss<br />

Gabensack<br />

2x<br />

Vorlagen für die Paper-Ball-<br />

Weihnachtsmänner von Seite 88<br />

Bodenplatte<br />

stehender<br />

Weihnachtsmann<br />

Gr<strong>und</strong>anleitung<br />

Babysöckchen<br />

DAS BENÖTIGEN SIE<br />

V Reste Merinowolle in verschiedenen<br />

Farben (Lauflänge z. B.<br />

125 m / 50 g je Knäuel)<br />

V kurzes Nadelspiel Nr. 3<br />

V evtl. eine stumpfe Wollnadel<br />

SO WIRD’S GEMACHT<br />

Die folgende Anleitung erklärt<br />

das Gr<strong>und</strong>muster für ein gestricktes<br />

Babysöckchen. Diese können<br />

nach Belieben in verschiedenen<br />

Farben angefertigt, geringelt gestrickt<br />

oder mit im Maschenstich<br />

aufgestickten weihnachtlichen<br />

Motiven, zum Beispiel einem<br />

Weihnachtsbaum, verziert werden.<br />

Für ein Söckchen 36 Maschen anschlagen<br />

<strong>und</strong> auf vier Nadeln verteilen.<br />

Nun in R<strong>und</strong>en für das<br />

Bündchen über sechs R<strong>und</strong>en im<br />

Wechsel zwei Maschen rechts,<br />

zwei Maschen links stricken.<br />

Weiter glatt rechts in R<strong>und</strong>en stricken.<br />

Nach 22 R<strong>und</strong>en die Ferse<br />

stricken. Hierfür die Maschen der<br />

ersten <strong>und</strong> vierten Nadel in Hin<strong>und</strong><br />

Rückreihen abstricken.<br />

<br />

Nach 14 Reihen für das Käppchen<br />

die Maschen durch drei teilen. Auf<br />

der Vorderseite zehn Maschen<br />

stricken, eine überzogene Abnahme<br />

ausführen, eine Masche rechts<br />

stricken, Arbeit wenden. Eine Masche<br />

links abheben, fünf Maschen<br />

links stricken, zwei Maschen links<br />

zusammenstricken, eine Masche<br />

links stricken, wenden. Die Reihen<br />

stets auf diese Weise abstricken,<br />

bis noch zehn Maschen übrig<br />

sind. Nun in R<strong>und</strong>en weiterstricken.<br />

Dabei in der ersten R<strong>und</strong>e<br />

aus den Fersenkanten jeweils sieben<br />

Maschen auffassen (insgesamt<br />

42 Maschen). Für die Ristabnahme<br />

auf beiden Seiten der Ferse<br />

dreimal in jeder zweiten R<strong>und</strong>e<br />

eine Masche abnehmen (insgesamt<br />

36 Maschen).<br />

Für den Fuß 18 Reihen glatt rechts<br />

stricken. Die Spitze wie folgt stricken:<br />

1. R<strong>und</strong>e: jeweils drei Maschen<br />

rechts, zwei Maschen<br />

rechts zusammenstricken. Drei<br />

R<strong>und</strong>en ohne Abnahme stricken.<br />

5. R<strong>und</strong>e: jeweils zwei Maschen<br />

rechts, zwei Maschen rechts zusammenstricken.<br />

Zwei R<strong>und</strong>en<br />

ohne Abnahme stricken. 8. R<strong>und</strong>e:<br />

jeweils eine Masche rechts,<br />

Den neuesten<br />

Kreativkatalog 2012/2013<br />

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mit 532 Seiten jetzt GRATIS anfordern unter:<br />

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www.buttinette.com<br />

KREATIV<br />

zwei Maschen rechts zusammenstricken.<br />

Eine R<strong>und</strong>e ohne Abnahme<br />

stricken. 10. R<strong>und</strong>e: immer<br />

zwei Maschen rechts zusammenstricken.<br />

Den Faden abschneiden<br />

<strong>und</strong> zweimal durch die restlichen<br />

Maschen ziehen <strong>und</strong> vernähen.<br />

<br />

<br />

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Festnetz; max. 42 Cent/<br />

Min. a. d. Mobilfunk,<br />

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Festnetz<br />

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86 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012


KREATIV<br />

KREATIV<br />

WEIHNACHTSMÄNNER<br />

Motivhöhe: ca. 13,5 cm<br />

Paper Balls<br />

zur Weihnachtszeit<br />

Kennen Sie schon den<br />

neuen Kreativ-Trend?<br />

Inspiriert vom New Yorker<br />

Papierkünstler Carlos N.<br />

Molina gestalten immer<br />

mehr Kreative zauberhafte<br />

kleine Bälle aus einfachen<br />

Papierstreifen, die sie dann<br />

fantasievoll dekorieren.<br />

Für die Standfestigkeit sorgt<br />

ein mit Perlen bestückter<br />

Draht in der Mitte.<br />

Zur Weihnachtszeit finden<br />

die bunten Bälle in vielerlei<br />

Gestalt tausend<strong>und</strong>eine<br />

Verwendungsmöglichkeit.<br />

Probieren Sie’s aus!<br />

MATERIAL für beide Figuren<br />

7 Tonkarton mit Leinenprägung<br />

in zwei Rottönen, jeweils A4<br />

7 Fotokartonreste in Weiß, Haut,<br />

Pink, Blau, Rosa <strong>und</strong> Schwarz<br />

7 Draht, Ø 0,8 mm, 2 x 20 cm<br />

lang<br />

7 24 Holzperlen in Rot, Ø 1 cm<br />

7 2 Pompons in Weiß, Ø 2 cm<br />

7 Vorlagen auf Seite 86<br />

7 Alleskleber <strong>und</strong> Heißkleber<br />

HÄNGENDER<br />

WEIHNACHTSMANN<br />

1 Für den Körper jeweils sechs<br />

rote Streifen (26 cm x 1,5 cm) zuschneiden,<br />

für die Mützenkugel<br />

sechs kleinere Streifen (16 cm x<br />

1 cm). Alle Streifen in der jeweiligen<br />

Mitte sowie je 5 mm von<br />

beiden Enden entfernt lochen.<br />

Jeweils drei gleiche Streifen zu<br />

einem Sechser-Stern zusammenlegen<br />

(Abb. 1) <strong>und</strong> um die mittleren<br />

Löcher herum mit wenig<br />

Klebstoff zusammenkleben. Beide<br />

Sterne wiederum versetzt zu<br />

einem Zwölfer-Stern zusammensetzen.<br />

Einen kleinen roten Kartonkreis<br />

zuschneiden <strong>und</strong> lochen.<br />

Buchtipp<br />

Lustige Schneemänner,<br />

Engel, Christbaumkugeln<br />

<strong>und</strong> vieles mehr<br />

zeigt Christiane Steffan<br />

in „Paper<br />

Balls für<br />

die Weihnachtszeit“.<br />

Frechverlag,<br />

Topp 3993,<br />

7,99 €.<br />

1<br />

2<br />

2 Die Schnittteile für Gesicht <strong>und</strong><br />

Arme abpausen, ausschneiden<br />

<strong>und</strong> nach Abbildung bemalen.<br />

Den weißen Bart mit dem mit Filz<strong>und</strong><br />

Buntstiften bemalten Gesicht<br />

bekleben <strong>und</strong> darüber den<br />

Schnurrbart <strong>und</strong> die rot schattierte<br />

Nase ergänzen. Die beiden<br />

Arme (einmal seitenverkehrt<br />

zugeschnitten) mit den Krempen<br />

bekleben <strong>und</strong> die mit weißen<br />

Lackmalstiftsternen bemalten<br />

Handschuhe darunter fixieren.<br />

3 Eines der Drahtenden mit der<br />

R<strong>und</strong>zange zu einer Öse biegen<br />

(Abb. 2) <strong>und</strong> die Streifensterne<br />

<strong>und</strong> Perlen gemäß der Aufsteckreihenfolge<br />

auf den Draht stecken<br />

(Abb. 3 <strong>und</strong> 4).<br />

3<br />

4<br />

AUFSTECKREIHENFOLGE<br />

Perle – roter Kartonkreis – großer<br />

Zwölfer-Stern – 7 Perlen – Spitzen<br />

des großen Zwölfer-Sterns – kleiner<br />

Zwölfer-Stern – 4 Perlen – Spitzen<br />

des kleinen Zwölfer-Sterns<br />

Wichtig: Beim Aufstecken des<br />

jeweiligen Kartonsterns sollte<br />

unbedingt folgende Reihenfolge<br />

eingehalten werden: Die beiden<br />

Spitzen des Streifens der oben<br />

aufliegt (der also als letztes aufgeklebt<br />

wurde), werden als erste<br />

wieder auf den Draht aufgesteckt.<br />

Danach kommen die Spitzen des<br />

darunterliegenden Streifens dran<br />

<strong>und</strong> so weiter. Die Spitzen des<br />

untersten Streifens werden<br />

folglich ganz zuletzt aufgesteckt.<br />

Am zweiten Drahtende eine<br />

weitere Öse biegen. Den Kopf mit<br />

Heißkleber nach Abbildung an<br />

Körper <strong>und</strong> Mütze fixieren. Die<br />

Arme etwas r<strong>und</strong> biegen, an den<br />

Enden mit Klebstoff versehen <strong>und</strong><br />

beidseitig zwischen dem großen<br />

<strong>und</strong> kleinen Paper Ball festkleben.<br />

Zuletzt den Pompon mit etwas<br />

Heißkleber vor der oberen Öse<br />

auf dem Paper Ball fixieren.<br />

STEHENDER<br />

WEIHNACHTSMANN<br />

Genauso arbeiten wie oben beschrieben.<br />

Damit der Weihnachtsmann<br />

aber stehen kann, wird das<br />

untere Drahtende zur Öse geformt<br />

<strong>und</strong> nochmals im rechten Winkel<br />

umgebogen. Statt der Perle <strong>und</strong><br />

dem Kartonkreis das gelochte<br />

schwarze Schuhteil aufstecken<br />

<strong>und</strong> dieses mit etwas Heißkleber<br />

am Paper Ball ankleben.<br />

88 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

89


Hydrotherapie<br />

HYDROTHERAPIE<br />

Ihr<br />

Ges<strong>und</strong>heitsprogramm<br />

für<br />

zu Hause<br />

Hydrotherapie<br />

(altgriechisch „hydor“<br />

für Wasser) gehörte<br />

schon in der Antike zur<br />

Entspannung <strong>und</strong><br />

Genesung <strong>und</strong> als<br />

„antikes Wellness-<br />

Programm“ zur<br />

Badekultur.<br />

Die positiven Effekte<br />

von therapeutisch<br />

genutztem Wasser sind<br />

auch in der heutigen<br />

Medizin unumstritten.<br />

Ein großer Vorteil ist:<br />

Man kann die<br />

Wassertherapie auch zu<br />

Hause durchführen.<br />

Populär geworden ist die Wassertherapie<br />

in Deutschland durch die<br />

Ärzte Sigm<strong>und</strong> Hahn (1664-1742)<br />

<strong>und</strong> seinen Sohn Johann Sigm<strong>und</strong><br />

Hahn (1696-1773), den Landwirt<br />

<strong>und</strong> autodidaktischen Naturheiler<br />

Vincenz Prießnitz (1799-1851) <strong>und</strong><br />

den Pfarrer Sebastian Kneipp<br />

(1821-1897). Sie erkannten die ges<strong>und</strong>heitsfördernde<br />

Reaktion des<br />

Organismus auf kaltes Wasser.<br />

Prießnitz-Wickel <strong>und</strong> Kneipp-<br />

Kuren sind noch heute fester<br />

Bestandteil der Hydro- <strong>und</strong> Bal -<br />

neotherapie.<br />

Unter Hydrotherapie versteht man<br />

die prophylaktische (vorbeugende)<br />

oder therapeutische Anwendung<br />

des Wassers im dampfförmigen,<br />

flüssigen oder festen (Eis)<br />

Zustand. Eng verb<strong>und</strong>en mit der<br />

Hydrotherapie ist die Balneotherapie<br />

– auch Bädertherapie genannt<br />

(griechisch balaneion, Bad). Sie<br />

basiert auf der Anwendung von an<br />

bestimmten Orten vorkommenden<br />

natürlichen Heilmitteln, zum<br />

Beispiel Heilquellen, Mineralien in<br />

gelöster Form oder Peloiden (zum<br />

Beispiel als Moorbäder <strong>und</strong> Packungen),<br />

Meerwasser (Thalassotherapie)<br />

sowie dem Klima.<br />

Die klassische<br />

Hydrotherapie<br />

Das Gr<strong>und</strong>prinzip basiert auf der<br />

Wasserwirkung mit thermischer<br />

Reizsetzung. Das bedeutet, dass<br />

die Wirkung auch von der Wassertemperatur<br />

abhängt, weil der<br />

Körper auf Kälte <strong>und</strong> Wärme unterschiedliche<br />

Reaktionen zeigt.<br />

Ein weiterer wichtiger Faktor ist<br />

die Behandlungsform. Vollwannenbäder<br />

sprechen Körpersysteme<br />

wesentlich stärker an als Fußbäder.<br />

Entsprechend dieser Wirkungen<br />

wird die Hydrotherapie in<br />

Dosierungsstufen mit milden,<br />

mittelstarken <strong>und</strong> starken Reizen<br />

eingeteilt.<br />

Den Effekt einer Behandlungsform<br />

oder der Temperaturstufe<br />

kann man zusätzlich mit mechanischen,<br />

chemischen <strong>und</strong> elektrischen<br />

Reizen erhöhen. Ein mechanischer<br />

Reiz ist zum Beispiel<br />

die Abreibung des Rückens während<br />

eines Bades oder der reizende<br />

Wasserdruckstrahl bei Güssen.<br />

Chemische Reize setzt man zum<br />

Beispiel mit Badezusätzen. Bei hydroelektrischen<br />

Bädern wird das<br />

im Wasser befindliche Körperteil<br />

oder der ganze Körper sogar mit<br />

medizinischem Strom durchflutet,<br />

zum Beispiel beim Stangerbad<br />

(Vollbad).<br />

Die Wassertemperatur<br />

Der thermische Reiz ist der wichtigste<br />

Reizfaktor in der Hydrotherapie.<br />

Auf seinen Auswirkungen<br />

basieren alle Behandlungsformen.<br />

Das Wasser dient als Temperaturträger<br />

<strong>und</strong> Vermittler. Folgende<br />

Temperatureinteilungen gelten<br />

allgemein als Richtlinie für eine Behandlung:<br />

brunnenkalt (10–15 °C),<br />

kalt (unter 30 °C), lau bis kühl (30–<br />

33 °C), indifferent (34–35 °C), warm<br />

(36–37 °C), sehr warm (37–40 °C)<br />

<strong>und</strong> heiß (40 °C). Die vom Körper<br />

ertragene Schmerzgrenze des heißen<br />

Wassers liegt bei etwa 45 °C.<br />

Allerdings muss man den Körper<br />

an diese Temperaturen erst langsam<br />

gewöhnen. Die indifferente<br />

Temperatur ist ein schwacher thermischer<br />

Reiz, da sie dem Körper<br />

keine großen Anpassungsreaktionen<br />

abverlangt. Da die Hydro -<br />

therapie mit Wärmezufuhr <strong>und</strong><br />

Wärmeentzug arbeitet, gehört sie<br />

eigentlich zur Thermotherapie.<br />

90 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

91


HYDROTHERAPIE<br />

HYDROTHERAPIE<br />

Einfluss der Hydrotherapie auf unseren Körper<br />

Atmungssystem<br />

Herz-Kreislauf-System<br />

Stoffwechsel<br />

Drüsenfunktion<br />

Steigerung der Frequenz <strong>und</strong> des Volumens, Entspannung<br />

spastischer Bronchialmuskeln, positive Beeinflussung bei<br />

schmerzbedingten Atemstörungen durch Erkrankungen der<br />

Wirbelsäule<br />

Verbesserung der Durchblutung <strong>und</strong> damit Reduzierung der<br />

Herzbelastung <strong>und</strong> des Blutdrucks<br />

Förderung der Ausscheidung von Stoffen über die Haut<br />

(Entgiftung)<br />

Unterstützung durch Dämpfung vermehrter Hormonproduktion<br />

oder Anregung bei Funktionsstörungen der Drüsen<br />

tende Wirkung hervor. Doch Vorsicht:<br />

Der Kaltreiz kann bei gefäßschwachen<br />

Patienten aber auch zu<br />

Fehlreaktionen führen oder zu einer<br />

paradoxen Reaktion. Paradox<br />

bedeutet, dass nur der Primär -<br />

effekt auftritt, der sich als<br />

schmerzhaft erweist.<br />

Die Kälteadaptation<br />

Kaltreize führen im Organismus zu<br />

einer Kälteanpassung. Das langsame<br />

Steigern des Kaltreizes bewirkt<br />

nicht nur eine Adaptation an Kälte,<br />

auch der Kreislauf <strong>und</strong> andere<br />

Organsysteme reagieren mit Anpassung:<br />

Anstieg der mittleren<br />

Hauttemperatur, Reduzierung der<br />

Kälteempfindlichkeit, schnellere<br />

Erwärmung nach Kälteeinfluss,<br />

Senkung der Infektanfälligkeit,<br />

Anregung der Atmung <strong>und</strong> der<br />

Kreislauffunktionen, Erhöhung der<br />

allgemeinen Leistungsfähigkeit,<br />

Reduzierung der Stressanfälligkeit<br />

mit stabilerer <strong>und</strong> leistungsfähigerer<br />

Psyche. Außerdem wirken Kaltanwendungen<br />

entzündungshemmend<br />

<strong>und</strong> schmerzstillend <strong>und</strong><br />

allgemein erfrischend. Mit Steigerung<br />

ist hier nicht Wasser in Minusgraden<br />

gemeint, sondern die<br />

Erweiterung der Körperregion,<br />

zum Beispiel vom kalten Fußbad<br />

über einen Unterschenkelguss bis<br />

zu Kaltmaßnahmen am ganzen<br />

Bein. Gut trainierte, ges<strong>und</strong>e Menschen<br />

vertragen mit der Zeit sogar<br />

die kalte Ganzkörperdusche.<br />

Wärmehaushalt<br />

Nervensystem<br />

Gewebezustand<br />

Hautzustand<br />

Immunsystem<br />

Training des Regulationssystems, Förderung der<br />

Durchblutung bei Störungen<br />

Funktionsanregung, Schmerzlinderung, Lösung von<br />

Verkrampfungen<br />

Verbesserung der Durchblutung, Lymphzirkulation,<br />

Ernährung <strong>und</strong> der Elastizität<br />

Verbesserung der Ernährung <strong>und</strong> der<br />

ganzen Hautfunktionen<br />

Anregung <strong>und</strong> Stärkung der<br />

körpereigenen Abwehrkräfte<br />

Auf thermische Reize reagieren<br />

insbesondere Kreislauf, Wärmehaushalt,<br />

Stoffwechsel, Nervensystem,<br />

das Muskelsystem <strong>und</strong> Drüsen.<br />

Ein weiterer Aspekt ist das<br />

psychologische Verhalten – thermische<br />

Reize können anregend<br />

oder beruhigend wirken. Die Empfindungen<br />

bei warmem oder<br />

kaltem Wasser richten sich nach<br />

dem thermischen Ausgangspunkt.<br />

Dabei werden lediglich die Temperaturunterschiede<br />

von der Haut<br />

registriert, die zwischen der körpereigenen<br />

<strong>und</strong> der Außenumgebung<br />

herrschen.<br />

Die Körperantwort auf<br />

Kaltreize<br />

Der Organismus reagiert besonders<br />

auf kaltes Wasser. Seine Anpassungs-<br />

<strong>und</strong> Reaktionsfähigkeit<br />

zeigt sich an der Gefäßreaktion. Bei<br />

Kaltreizen ziehen sich zunächst die<br />

Gefäße in dem Körperbereich zusammen,<br />

die mit dem kalten Wasser<br />

in Berührung gekommen sind.<br />

Dies zeigt sich durch Hautblässe,<br />

Gänsehaut <strong>und</strong> Kältegefühl. Als<br />

zweite Körperreaktion kommt es<br />

zu einer vermehrten Blutfüllung –<br />

Hyperämie genannt – mit Hautrötung<br />

<strong>und</strong> Wärmegefühl.<br />

Vergleichbar ist der Vorgang mit<br />

der Empfindung an den Händen,<br />

wenn man eine warme Wohnung<br />

betritt, nachdem man an einem<br />

eiskalten Wintertag ohne Handschuhe<br />

draußen war. Der Körper<br />

arbeitet verstärkt, um die unterkühlten<br />

Körperbereiche wieder<br />

warm zu bekommen.<br />

Das primäre <strong>und</strong> sek<strong>und</strong>äre<br />

Gefäßverhalten ruft eine Blutverschiebung<br />

als sogenannte ablei-<br />

92 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

93


HYDROTHERAPIE<br />

HYDROTHERAPIE<br />

Zu den Kaltreizen gehört auch<br />

die Kryotherapie (Eisbehandlung<br />

mit Eiswasser, Cool-Packs, Ein -<br />

reibung mit Eis, Tiefkühlkompressen),<br />

bekannt als Erstmaßnahme<br />

bei Sportverletzungen.<br />

Kurzfristige lokale Eisbehand -<br />

lungen zwischen 5 <strong>und</strong> 15 Sek<strong>und</strong>en<br />

beschleunigen die Wärmeabgabe,<br />

beruhigen das Gewebe,<br />

dämpfen Schmerzen <strong>und</strong> fördern<br />

so die Kontraktionsbereitschaft<br />

eines geschwächten Muskels.<br />

Langzeitanwendungen zwischen<br />

5 <strong>und</strong> 30 Minuten wirken<br />

schmerzlindernd. Die Ganzkörper-Kryotherapie<br />

in einer Kältekammer<br />

wird bei chronisch<br />

entzündlichen Gelenkprozessen<br />

oder chronisch-entzündlichen<br />

<strong>und</strong> degenerativen Wirbelsäulenkrankheiten<br />

durchgeführt.<br />

Körperreaktionen auf<br />

Warmreize<br />

Warmreize sind einphasig: Es<br />

kommt sofort zu einer Gefäß -<br />

erweiterung mit Röte <strong>und</strong> Wärmegefühl<br />

sowie anhaltender<br />

Mehrdurchblutung <strong>und</strong> Senkung<br />

der Gewebespannung. Bei<br />

chronischen Erkrankungen wirken<br />

Warmreize entzündungshemmend,<br />

schmerzlindernd <strong>und</strong><br />

entspannend auf die Muskulatur.<br />

Beispiele sind die Wärmflasche<br />

bei schmerzhaften Gallenkoliken<br />

oder die Erwärmung bei verspannter<br />

Muskulatur. Eine kurzfristige<br />

Warmanwendung erhöht<br />

den Blutdruck, eine langfristige<br />

senkt ihn. Weitere Effekte sind<br />

Atemfrequenz- <strong>und</strong> Pulssenkung<br />

mit Ökonomisierung des Kreislaufs<br />

<strong>und</strong> verbesserter Füllung der Herzkranzgefäße.<br />

Vorsicht ist geboten<br />

bei Menschen mit Gefühlsstörungen:<br />

Sie spüren das warme oder<br />

heiße Wasser auf der Haut nicht; es<br />

besteht Verbrühung- beziehungsweise<br />

Verbrennungsgefahr. Schonender<br />

auf Herz <strong>und</strong> Kreislauf<br />

wirkt eine temperaturansteigende<br />

Anwendung (Bäder, Teilbäder).<br />

Bei Heißanwendungen ziehen sich<br />

die Gefäße zunächst kurzfristig zusammen,<br />

um sich dann gleich wieder<br />

zu erweitern. Diese den Organismus<br />

sehr belastende Behandlung<br />

dient vor allem zur intensiven<br />

Erwärmung an Teilbereichen des<br />

Körpers, zum Beispiel bei entzündlichen<br />

Prozessen oder Koliken. Vorsicht<br />

ist allgemein geboten bei<br />

Herz-Kreislauf-Krankheiten, insbesondere<br />

bei labilem Kreislauf oder<br />

schwerem Bluthochdruck.<br />

Wechselwarmes Training<br />

für die Gefäße<br />

Temperaturen zwischen warm <strong>und</strong><br />

kalt sind ein hervorragendes<br />

Gefäßtraining, zum Beispiel als<br />

Fußbad. Die Gefäße werden mehr<br />

beansprucht als bei Warmanwendungen<br />

in gleicher Form <strong>und</strong> Dosis,<br />

die gefäßerweiternde Wirkung<br />

entspricht dem Effekt der Kaltreize.<br />

Wechselwarme Anwendungen beginnt<br />

man immer mit dem warmen<br />

Wasser <strong>und</strong> beendet sie mit<br />

dem Kaltreiz – der Körper wird damit<br />

gezwungen, die Gefäße durch<br />

eine Mehrleistung aus eigener<br />

Kraft (ohne Unterstützung des<br />

warmen Wassers) wieder zu weiten<br />

<strong>und</strong> damit die Durchblutung zu<br />

verbessern. Diese Reihenfolge gilt<br />

für alle Kalt-Warm-Reize, zum Beispiel<br />

für Beingüsse sowie Ganzoder<br />

Teilduschen.<br />

Wechselwarme Behandlungen fördern<br />

den Gewebestoffwechsel,<br />

erhöhen den peripheren Gefäßwiderstand<br />

(wobei es zu einer geringen<br />

Blutdruckhebung <strong>und</strong> Kreislaufanregung<br />

kommt), unterstützen<br />

den ges<strong>und</strong>en Schlaf <strong>und</strong><br />

verbessern die Schleimhautdurchblutung<br />

der oberen Luftwege. Sie<br />

helfen daher vor allem bei einer<br />

unzureichenden Kälteadaptation,<br />

Infektanfälligkeit, Kälteempfindlichkeit,<br />

kalten Fingern <strong>und</strong> Zehen,<br />

bestimmten Gefäßerkrankungen<br />

<strong>und</strong> einem niedrigen Blutdruck.<br />

Diese Blutdruckanregung kann<br />

manche Tablettentherapie ersparen.<br />

Wasser hat viele<br />

Eigenschaften<br />

Mitbestimmend für die Auswahl<br />

einer Behandlungsform mit Wasser<br />

sind neben der Temperatur<br />

noch andere Reizfaktoren. Beispiele<br />

wären der hydrostatische Druck.<br />

Er wirkt auf den im Wasser befindlichen<br />

Körper beziehungsweise<br />

Körperteil <strong>und</strong> drückt die Gefäße<br />

zusammen, zum Beispiel bei einem<br />

Vollbad. Die Auftriebskraft<br />

des Wassers reduziert das Körpergewicht<br />

<strong>und</strong> erleichtert Bewegungen<br />

– ein <strong>gut</strong>er Gr<strong>und</strong> für ein<br />

Bewegungstraining im Wasserbecken<br />

(Bewegungsbad). Vor allem<br />

Menschen mit Lähmungen, Muskelschädigungen<br />

oder starken<br />

rheumatischen Beschwerden profitieren<br />

davon. Bei Bewegungen im<br />

Wasser entsteht Reibungswiderstand.<br />

Dieser Faktor ist wichtig zur<br />

Muskelkräftigung <strong>und</strong> zum Muskeltraining<br />

– ein weiterer Gr<strong>und</strong> für<br />

krankengymnastische Übungen<br />

im Bewegungsbad.<br />

Wasser entfaltet auch als Dampf<br />

eine ges<strong>und</strong>heitsfördernde Wirkung.<br />

Die bekanntesten Beispiele<br />

sind das Kopfdampfbad bei Erkältungen,<br />

das die Atemwege befreit,<br />

sowie die Sauna mit Aufguss oder<br />

das römisch-irische Dampfbad als<br />

Kreislauftraining <strong>und</strong> zur Abhärtung.<br />

Heiße Dampfduschen oder<br />

Dampfkompressen können die<br />

allgemeine Erregbarkeit <strong>und</strong> die<br />

Muskelspannung senken.<br />

Die lange Tradition der Wasseranwendungen<br />

hat eine Vielzahl<br />

unterschiedlicher Applikationsformen<br />

<strong>und</strong> Modifikationen hervorgebracht,<br />

die sich entsprechend<br />

der Krankheit <strong>und</strong> dem Ges<strong>und</strong>heitszustand<br />

<strong>gut</strong> dosieren lassen.<br />

Dadurch gibt es nur wenige Erkrankungen,<br />

die nicht wenigstens<br />

mit einer sehr milden Maßnahme<br />

angegangen werden können.<br />

Wassertraining für die<br />

Ges<strong>und</strong>erhaltung<br />

Sie leiden nicht unter einer Erkrankung?<br />

Das ist <strong>gut</strong>, <strong>und</strong> damit es so<br />

bleibt, können Sie Ihren Organis-<br />

94 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

95


HYDROTHERAPIE<br />

mus zu Hause mit Wasser trainieren.<br />

Eine <strong>gut</strong>e Möglichkeit ist zum<br />

Beispiel das wechselwarme Fußbad.<br />

Probieren Sie es aus: Beginnen<br />

Sie prinzipiell mit dem Eintauchen<br />

der Füße in warmes (nicht<br />

heißes) Wasser (Weitstellung der<br />

Gefäße). Danach tauchen Sie nur<br />

für einen kurzen Moment die Füße<br />

in kaltes Wasser (Zusammenziehen<br />

der Gefäße). Diesen Ablauf wiederholen<br />

Sie zwei- bis dreimal, wobei<br />

Sie immer mit dem kalten Wasser<br />

das Fußbad beenden <strong>und</strong> die Füße<br />

danach <strong>gut</strong> abtrocknen. Sie werden<br />

erstaunt sein, wie schnell die<br />

vom Wasser kalten Füße wieder<br />

warm werden. Zudem werden Sie<br />

sich frisch <strong>und</strong> fit fühlen.<br />

Wenn Ihnen das wechselwarme<br />

Fußbad zu viel Aufwand ist,<br />

können Sie sich ganz einfach angewöhnen,<br />

morgens nach der<br />

angenehmen warmen Dusche die<br />

Hände <strong>und</strong> Füße kurz mit kaltem<br />

Wasser abzuspülen. Beginnen Sie<br />

dabei mit den Füßen. Mit der Zeit<br />

weiten Sie Kaltabduschung auf<br />

Arme <strong>und</strong> Beine <strong>und</strong> letztendlich<br />

auch auf den Rücken aus. Kurzfristig<br />

gehen Sie auf diese Weise frisch<br />

in den Tag, langfristig erhöhen Sie<br />

deutlich Ihre Herz-Kreislauf-Leistung<br />

<strong>und</strong> damit die Durchblutung<br />

<strong>und</strong> stärken die körpereigene<br />

Immunabwehr.<br />

Wenn Sie nicht ganz so mutig sind:<br />

Ein leichterer Anfang für Kaltreize<br />

sind Abwaschungen, das heißt<br />

Hydrotherapeutische Reize<br />

milde Reize<br />

mittelstarke Reize<br />

starke Reize<br />

man wäscht zunächst Arme <strong>und</strong><br />

Beine <strong>und</strong> nach einer Gewöhnungsphase<br />

den ganzen Körper<br />

kurz mit einem nass-kalten Tuch<br />

ab. Wechselwarmes Training ist<br />

ideal für die Abhärtung zum Beispiel<br />

gegen Erkältungsviren. Erfolge<br />

werden Sie aber nur durch eine<br />

regelmäßige Durchführung erreichen<br />

– mit ein- bis zweimal pro<br />

Woche fordern Sie Ihren Organismus<br />

nicht heraus!<br />

Ob Sie sich als Ges<strong>und</strong>er einfach fit<br />

<strong>und</strong> gegen Erreger abwehrkräftig<br />

halten wollen oder als kranker<br />

Mensch Ihre Genesung fördern<br />

möchten: Die Hydrotherapie mit<br />

ihren vielen Anwendungsmöglichkeiten<br />

ist nicht nur eine Mono -<br />

therapie, sondern auch eine <strong>gut</strong>e<br />

Ergänzung zu schulmedizinischen<br />

Abreibungen, Waschungen, ansteigende<br />

Teilbäder bis zum Umfang des Unterarm<strong>und</strong><br />

Fußbades, wechselwarme Fußbäder,<br />

kalte Güsse bis zum Umfang des<br />

Kniegusses, Wassertreten, kleine warme<br />

<strong>und</strong> kalte Wickel, kleine Tuchauflagen mit<br />

feuchter Wärme, warmer Heusack<br />

ansteigende Bein-, Sitz- oder Halbbäder<br />

mit vorsichtiger Temperaturwahl, warme<br />

Halbbäder mit Badezusätzen,<br />

wechselwarme Sitzbäder, warme <strong>und</strong><br />

kalte Rumpfwickel, feuchte<br />

Dreiviertelwickel oder Packungen<br />

warme <strong>und</strong> kalte Vollbäder mit<br />

Badezusätzen, Überwärmungsbad,<br />

russisch-römisches Dampfbad, kalter <strong>und</strong><br />

heißer Vollblitzguss, langliegende<br />

feuchte Ganz- <strong>und</strong> Dreiviertelpackungen<br />

Behandlungen. Sprechen Sie doch<br />

mal mit Ihrem Arzt darüber, welche<br />

Reize Ihren Körper nicht zu<br />

stark fordern <strong>und</strong> was Sie ihm<br />

zumuten können.<br />

Krankengymnasten, medizinische<br />

Masseure <strong>und</strong> Bademeister arbeiten<br />

mit der Hydrotherapie sehr<br />

erfolgreich. Sie können Ihnen die<br />

korrekte Ausführung von einfachen<br />

Wasseranwendungen für den<br />

Hausgebrauch zeigen. Auch in Büchereien<br />

<strong>und</strong> im Internet finden<br />

Sie zum Thema Hydrotherapie<br />

interessante Informationen.<br />

Text: Martina Kasper<br />

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Badetempel<br />

Macht müde Füße munter<br />

Der Tag war lang, die Füße brennen<br />

<strong>und</strong> sind müde? Dann tut ein Fuß-<br />

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<strong>und</strong> eventuell Badezusatz befüllen<br />

<strong>und</strong> gewünschte Stufe einstellen,<br />

schon gibt’s Extra-Wellness für Ihre<br />

Füße. Als Pflegezusatz empfehlen wir<br />

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Sie enthalten pflegenden Ringel -<br />

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blutungsanregendes Rosmarinöl<br />

sowie naturreines Thermalsolesalz.<br />

Das Fuß-Sprudelbad<br />

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Wenn die tristen, kalten Tage uns<br />

träge <strong>und</strong> lustlos werden lassen,<br />

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beschwerden wie Husten,<br />

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Kiefernadelöl <strong>und</strong> Kampfer<br />

befreien Nase <strong>und</strong> Atemwege<br />

<strong>und</strong> sorgen in<br />

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warmen Wasser für neues<br />

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Ein hektischer Alltag mit Stress <strong>und</strong><br />

Anspannung – schon die Aussicht<br />

auf das abendliche Bad beflügelt<br />

die Gedanken. Die harmonische<br />

Symbiose aus ätherischem Lavendelblütenöl<br />

<strong>und</strong> reinem Totes<br />

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96 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

97


Balneotherapie<br />

Baden für<br />

dieGes<strong>und</strong>heit<br />

Besonders bei ungemütlichem, nass-kaltem Herbst -<br />

wetter sehnt man sich nach Wärme – da hilft ein<br />

warmes Bad. Doch Baden ist nicht nur ein Aufwärm -<br />

programm: Je nach Ausgestaltung <strong>und</strong> Badeform<br />

können Bäder entspannen, anregen, Krankheiten<br />

vorbeugen <strong>und</strong> lindern.<br />

Die meisten Menschen verbinden<br />

das Wort „Baden“ mit der<br />

Körperreinigung oder kosmetischer<br />

Hautpflege. Für medizinische<br />

Fachkräfte – besonders aus<br />

den Bereichen Physikalische Therapie,<br />

Rehabilitation <strong>und</strong> Kurwesen<br />

– sind Bäder ein Oberbegriff<br />

für Therapiemaßnahmen auf der<br />

Gr<strong>und</strong>lage von Hydrotherapie<br />

<strong>und</strong> Balneotherapie.<br />

Zu der Hydrotherapie gehören<br />

therapeutische <strong>und</strong> vorbeugende<br />

Wasseranwendungen in verschiedenen<br />

Temperaturstufen.<br />

Die Balneotherapie (griechisch<br />

balaneion – Bad) basiert auf der<br />

Anwendung von natrülichen<br />

Heilmitteln, die an bestimten Orten<br />

vorkommen. Beispiele dafür<br />

sind Heilquellen, das Meerwasser<br />

(Thalassotherapie) sowie das Klima<br />

(zum Beispiel Hochgebirgsoder<br />

Meerwasserluft). Hydro<strong>und</strong><br />

Balneotherapie lassen sich<br />

hervorragend kombinieren.<br />

Die beiden Begriffe Balneo -<br />

therapie (Bädertherapie)<br />

<strong>und</strong> Balneologie (Wissenschaft<br />

von Bädern)<br />

beziehen sich auf die<br />

Heilbäder <strong>und</strong> die<br />

Badekur, die heute<br />

auch als Kurort -<br />

therapie verstanden<br />

wird. Die<br />

Legitimation der<br />

Heilbäder basiert<br />

auf dem Vorkommen<br />

natürlicher<br />

Heilwässer<br />

mit Mineralien,<br />

Thermen<br />

<strong>und</strong> Peloiden.<br />

Die ges<strong>und</strong>heitliche Wirkung von<br />

Heilwässern <strong>und</strong> anderer Balneo -<br />

therapeutika muss wissenschaftlich<br />

erwiesen sein. Natürlich vorkommende<br />

Heilmittel sind jedoch<br />

nicht unbegrenzt <strong>und</strong> überall verfügbar.<br />

Darum verwendet man<br />

heute weitgehend technisch hergestellte<br />

Auszüge der Heilmittel.<br />

Ein Beispiel dafür sind Schwefel -<br />

bäder: Sie können mit natürlichem<br />

Wasser vor Ort, aber auch chemisch<br />

aufbereitet in jeder Klinik<br />

<strong>und</strong> sogar zu Hause durchgeführt<br />

werden.<br />

Balneotherapeutische<br />

Bäder<br />

Ein wichtiger Eckpfeiler der<br />

Balneo therapie sind die medizinischen<br />

Bäder mit Heilwässern besonderer<br />

Inhaltsstoffe. Sie können<br />

Mineralien oder Gase enthalten,<br />

wobei sie mindestens 1000 mg an<br />

festen gelösten Bestandteilen im<br />

Wasser aufweisen müssen. Die<br />

Anerkennung als Thermalwasser<br />

erfolgt bei einer Wassertemperatur<br />

von mehr als 20 °C <strong>und</strong> den<br />

entsprechenden Inhaltsstoffen. Zu<br />

den Heilwässsern gehören zum<br />

Beispiel Chlorid-, Sole-, Sulfat-,<br />

Hydrogencarbonat-, Thermal-, Radon-<br />

<strong>und</strong> Meerwasser. Wasser mit<br />

Gasen (Kohlensäure- <strong>und</strong> Sauerstoffbad)<br />

kann zum Beispiel die<br />

arterielle Durchblutung anregen<br />

oder Nervensystem <strong>und</strong> Muskelfunktionen<br />

beeinflussen.<br />

BALNEOTHERAPIE<br />

Peloide sind natürliche, durch geologische<br />

<strong>und</strong> biologische Prozesse<br />

entstandene Substanzen oder<br />

Gemische organischer (Kohlenstoffverbindungen)<br />

oder anorganischer<br />

(Mineralien) Art; zum Beispiel<br />

Lockersedimente wie Moor<br />

<strong>und</strong> Schlamm <strong>und</strong> terrestrische<br />

Lockersedimente (Lehm, Ton,<br />

mineralhaltige Ablagerungen aus<br />

Vulkangestein). Kalt <strong>und</strong> warm<br />

werden sie nicht nur als Packungen,<br />

sondern auch als Vollbad<br />

genutzt. Mineralien können in<br />

Peloiden <strong>und</strong> Heilwässern vorkommen<br />

<strong>und</strong> werden beim Baden<br />

über die Haut als chemischer Reiz<br />

in den Körper aufgenommen.<br />

Obwohl Heilpflanzen eher der<br />

Phytotherapie zugeordnet werden,<br />

wirken sie über ihre Anteile an<br />

ätherischen Ölen in Bädern <strong>und</strong><br />

werden oft als Kräuterbäder bezeichnet.<br />

Bekannt wurden sie vor<br />

allem durch den deutschen Pfarrer<br />

Sebastian Kneipp (1821 bis 1897)<br />

<strong>und</strong> den Pfarrer <strong>und</strong> Naturarzt<br />

Johann Künzle aus der Schweiz<br />

(1857 bis 1945). Beide waren sehr<br />

dem einfachen Landvolk zugetan<br />

<strong>und</strong> behandelten Kranke – damals<br />

zum Unmut der Ärzte – mit Wasseranwendungen<br />

<strong>und</strong> Kräutern.<br />

Die Wasserwirkung<br />

in einem Vollbad<br />

Eigentlich ist es herrlich: die Wanne<br />

voll warmem Wasser, einen schönen<br />

duftenden Badezusatz rein,<br />

den Körper bis zum Hals eintauchen<br />

<strong>und</strong> entspannen. Doch was<br />

Ihnen als wohltuend <strong>und</strong> angenehm<br />

erscheint, kann für einen<br />

herz- oder gefäßkranken Menschen<br />

entschieden zu viel sein. Der<br />

Gr<strong>und</strong> dafür ist, dass neben der<br />

Temperatur noch weitere Wassereigenschaften<br />

auf den Körper<br />

einwirken können.<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

99


BALNEOTHERAPIE<br />

Die Auftriebskraft des Wassers<br />

reduziert das Körpergewicht. Es ist<br />

bekannt, dass Salzwasser den Körper<br />

besser trägt als Süßwasser.<br />

Dies nutzt man in Therapiebecken<br />

zur Bewegungserleichterung zum<br />

Beispiel bei Muskelschädigung<br />

oder nach Lähmungen. Der Reibungswiderstand<br />

entsteht bei<br />

Bewegungen im Wasser. Dieser<br />

Faktor ist wichtig zur Muskelkräftigung<br />

– ein weiterer Gr<strong>und</strong> für<br />

krankengymnastische Übungen<br />

im Bewegungsbad oder für das<br />

Schwimmen als sportliche An -<br />

forderung.<br />

Die wichtigste Wassereigenschaft<br />

in einem Vollbad ist jedoch der hydrostatische<br />

Druck. Darunter versteht<br />

man die Last, die auf den im<br />

Wasser befindlichen Körper beziehungsweise<br />

das Körperteil einwirkt.<br />

Dieser Druck komprimiert<br />

die Gefäße, der Blutrückstrom zum<br />

Herzen nimmt zu <strong>und</strong> das Herz<br />

muss mehr Arbeit leisten. Ein ges<strong>und</strong>er<br />

Mensch spürt diesen Druck<br />

nicht, für Herzkranke kann er zu<br />

groß sein <strong>und</strong> die Herz-Kreislauf-<br />

Funktionen restlos überfordern. In<br />

diesen Fällen ist es ratsam, ein<br />

Dreiviertelbad (die Wasserhöhe in<br />

der Wanne lässt den Herzbereich<br />

frei) oder ein Halbbad (das Wasser<br />

reicht nur bis zum Bauchnabel) zu<br />

nehmen.<br />

Die Wassertemperatur<br />

Auch sie kann dem Körper in einem<br />

Bad mehr schaden als <strong>gut</strong>tun.<br />

Ein Ges<strong>und</strong>er fühlt sich in einem<br />

warmen Bad bei etwa 37 bis 38°C<br />

oder noch etwas wärmer sehr<br />

wohl. Bei bestehenden Gefäß- <strong>und</strong><br />

Herzschäden oder anderen schwereren<br />

Erkrankungen können zu<br />

warm temperiertes Wasser, der<br />

hydrostatische Druck <strong>und</strong> ein<br />

eventuell noch stark wirkender Badezusatz<br />

schnell zu bedrohlichen<br />

Herz- <strong>und</strong> Kreislaufattacken führen.<br />

Wie beeinflusst die Wassertemperatur<br />

den Körper? Hier gelten<br />

die Gr<strong>und</strong>sätze der Hydrotherapie.<br />

Natürliche <strong>und</strong><br />

chemische Badezusätze<br />

Sie beeinflussen über folgende<br />

Prozesse das Körperinnere: Die<br />

im Wasser gelösten Substanzen<br />

können die Haut durchdringen<br />

(Resorption) <strong>und</strong> in die Blutbahn<br />

gelangen, sich in der Haut <strong>und</strong> im<br />

Wasser ablagern (Deposition) <strong>und</strong><br />

Stoffe aus der Haut herauslösen.<br />

Durch diesen Stoffaustausch mit<br />

der Haut kann eine Substanz –<br />

auch ein wasserlösliches Medikament<br />

gegen Rheuma oder als<br />

Inhalationsbad bei Atemwegs -<br />

erkrankungen – bis in die inneren<br />

Organsysteme wirken.<br />

Ein Naturmoorbad (oder synthetisch<br />

hergestellt als Moorauszugsbad)<br />

enthält Huminsäure <strong>und</strong><br />

Gerbstoffe, die zum Beispiel bei<br />

Arthrosen <strong>und</strong> rheumatischen Leiden<br />

die entzündlichen Zustände<br />

lindern.<br />

Ein Kohlensäurebad regt die<br />

Durchblutung an, fördert die<br />

Heilung bei schlecht heilenden<br />

W<strong>und</strong>en <strong>und</strong> senkt den Blutdruck.<br />

Bei nervösen Erregungszuständen<br />

hilft ein Sauerstoffbad.<br />

Ein warmes mineralstoffhaltiges<br />

Thermalbad (Therme) schätzen<br />

Rheumatiker <strong>und</strong> Menschen mit<br />

Gelenkerkrankungen auch wegen<br />

der entspannenden Muskelwirkung.<br />

Bäder werden aber nicht nur<br />

in Kurorten oder Kliniken durchgeführt.<br />

Die synthetische Herstellung<br />

der Badezusätze ermöglicht in<br />

vielen Fällen die Badekur auch zu<br />

Hause.<br />

Entscheidend bei bestehenden Erkrankungen<br />

ist, welches medizinische<br />

Bad der Arzt für richtig <strong>und</strong><br />

verträglich hält <strong>und</strong> in welcher<br />

Form in Bezug auf den hydrostatischen<br />

Druck (Vollbad, Dreiviertelbad,<br />

Halbbad).<br />

Ein weiterer Punkt ist, mit welchen<br />

Temperaturen die Substanz wirkt<br />

<strong>und</strong> nicht schadet <strong>und</strong> welche<br />

Wassertemperatur man selbst<br />

verträgt. Zudem sollte ein Bad mit<br />

Zusätzen nur 10 bis 15, maximal 20<br />

Minuten dauern. Wichtige Hinweise<br />

zu allen Durchführungspunkten<br />

finden Sie immer auf dem Beipackzettel<br />

der vom Arzt verschriebenen<br />

oder vom Apotheker empfohlenen<br />

Badezusätze. Letztendlich<br />

sollten Sie nach einem Bad mit<br />

Zusätzen etwa 30 Minuten ruhen,<br />

damit es seine Wirkung entfalten<br />

kann.<br />

Heilpflanzen-Bäder<br />

für zu Hause<br />

Heilpflanzen als Entspannung oder<br />

Linderung bei Erkrankungen zu<br />

verwenden, ist schon seit Jahrtausenden<br />

bekannt. Für Inhalationen<br />

<strong>und</strong> Bäder kann man Pflanzen beziehungsweise<br />

ihre Anteile selbst<br />

trocknen <strong>und</strong> zu Sud oder Pflanzenöl<br />

verarbeiten – aber nur, wenn<br />

man sich die entsprechenden<br />

100 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

101


BALNEOTHERAPIE<br />

BALNEOTHERAPIE<br />

Kenntnisse angeeignet hat. Ansonsten<br />

können falsche Mischungen<br />

<strong>und</strong> ihre Verwendung mehr<br />

schaden als nutzen. Heute bieten<br />

Apotheken, Drogerien <strong>und</strong> unzählige<br />

Internetanbieter fertige ätherische<br />

Öle, Granulate oder Salze als<br />

Badezusatz an, die, in Voll- <strong>und</strong> Teilbädern<br />

über die Einatmung (bei<br />

Erkältungen) oder über die Haut<br />

aufgenommen, ihre Wirkung in<br />

den Körpersystemen entfalten.<br />

Ätherische Öle sind pflanzlich. Sie<br />

werden aus verschiedenen Pflanzenteilen<br />

gewonnen (aus Blättern,<br />

Blüten, Schalen, Holz,<br />

Wurzeln oder Rinde). Diese Öle<br />

sind hochkonzentrierte Substanzen.<br />

Pur können sie Haut <strong>und</strong><br />

Atemwege reizen. Deshalb sollten<br />

ätherische Öle immer nur verdünnt<br />

verwendet werden. Manche<br />

Substanzen können aller -<br />

gische Reaktionen auslösen,<br />

weshalb sich Allergiker vor der<br />

Verwendung in einem Bad von<br />

ihrem Arzt beraten lassen sollten.<br />

Dies gilt auch für kleine Kinder<br />

<strong>und</strong> Schwangere. Vorsicht ist prinzipiell<br />

bei allen chronischen <strong>und</strong><br />

schwereren Krankheiten geboten,<br />

bei denen ein Arzt nicht ausdrücklich<br />

den Badezusatz als<br />

mögliche Heilungshilfe empfiehlt.<br />

Die Qualität<br />

muss stimmen<br />

Es gibt heute von Pharmafirmen<br />

oder auf ätherische Öle spezialisierte<br />

Firmen sehr hochwertige<br />

Badezusätze. Doch es ist bei der<br />

Masse von Angeboten gar nicht so<br />

leicht, an <strong>gut</strong>e Qualität zu kommen<br />

– viele Öle sind leider minderwertig<br />

oder gestreckt. Zwar muss das<br />

Teuerste nicht gr<strong>und</strong>sätzlich das<br />

Beste sein, aber Qualität ist bei<br />

ätherischen Ölen auch nicht preiswert.<br />

Gute <strong>und</strong> hochwertige Produkte<br />

sind mit bestimmten Merkmalen<br />

ausgezeichnet.<br />

Achten Sie auf folgende Angaben<br />

in Bezug auf die Qualität:<br />

100 Prozent naturreines ätherisches<br />

Öl, deutscher <strong>und</strong> latei -<br />

nischer Pflanzenname, Anbauart<br />

(Wildsammlung, biologisch oder<br />

konventionell), Gewinnungsverfahren<br />

(Extraktion, Wasserdampfdestillation,<br />

Kaltpressung), Herkunftsland<br />

<strong>und</strong> Mindesthaltbarkeitsdatum.<br />

Ätherische Öle vermischen sich<br />

nicht mit Wasser – außer sie sind<br />

speziell als Badezusatz aufbereitet.<br />

Deshalb sollten Sie einen natürlichen<br />

Emulgator dem Badewasser<br />

beimischen (zum Beispiel ein bis<br />

zwei Esslöffel flüssige Sahne oder<br />

Honig). Badefertige Zusätze aus<br />

den Apotheken geben die Wassertemperatur,<br />

Badezeit, Badedauer<br />

<strong>und</strong> Dosierung für ein Vollbad an.<br />

Den Badezusatz sollten Sie dem<br />

Wasser erst beimischen, wenn Sie<br />

in die Wanne steigen.<br />

Denken Sie auch an die Ruhezeit<br />

danach!<br />

Machen Sie sich vorher<br />

schlau<br />

Häufig finden sich in medizinischen<br />

Badezusätzen durchblutungsfördernde,<br />

antirheumatische,<br />

entzündungshemmende, beruhigende,<br />

schmerzstillende oder<br />

belebende Substanzen. Darum<br />

werden meist rheumatologische<br />

<strong>und</strong> dermatologische Heilanzeigen<br />

beansprucht, auch Durchblutungsstörungen<br />

<strong>und</strong> nicht<br />

zuletzt allgemeine Befindlichkeitsstörungen.<br />

Deshalb werden<br />

medizinische Bäder bis auf einige<br />

Ausnahmen von Fachpersonen<br />

durchgeführt. Es macht aber auch<br />

Sinn, dass ein medizinischer Laie<br />

sich mit den heilungsfördernden<br />

Wirkstoffen der Badezusätze entsprechend<br />

auskennt, die für den<br />

Hausgebrauch frei verkauft werden.<br />

Erk<strong>und</strong>igen Sie sich daher bei Ihrem<br />

Arzt <strong>und</strong> Apotheker, worauf<br />

Sie achten müssen. Allergiker oder<br />

kranke Menschen mussten schon<br />

erleben, dass ihr Organismus auf<br />

einen Badzusatz sehr negativ<br />

reagiert hat. Das gilt auch für die<br />

Wellness- beziehungsweise Aroma-<br />

oder Kosmetikbäder: Wenn Ihr<br />

Organismus oder Ihre Haut einen<br />

Badezusatz nicht verträgt – oft ist<br />

es zum Beispiel die Kamille bei<br />

Allergikern, werden Sie keinen positiven<br />

Effekt erzielen.<br />

Deshalb: Beachten Sie immer Ihre<br />

aktuelle ges<strong>und</strong>heitliche Situation,<br />

die Empfindlichkeitsreaktionen<br />

Ihres Körpers <strong>und</strong> die Herstellerempfehlungen<br />

des Badzusatzes,<br />

damit Ihr häusliches Ges<strong>und</strong>heits<strong>und</strong><br />

Entspannungsprogramm sich<br />

nicht ins Negative verkehrt.<br />

Text: Martina Kasper<br />

Baldrian-Bad<br />

Bei Schlaflosigkeit <strong>und</strong> Nervosität. Wirkt beruhigend <strong>und</strong> entspannend.<br />

Eukalyptus-Bad<br />

Bei Erkältung, Schnupfen <strong>und</strong> Husten. Wirkt schleimlösend<br />

<strong>und</strong> entzündungshemmend.<br />

Fichtennadel-Bad<br />

Bei Erkältung, Schnupfen <strong>und</strong> Husten. Wirkt schleimlösend<br />

<strong>und</strong> entzündungshemmend.<br />

Heublumen-Bad<br />

Bei Krämpfen, Verdauungsschwäche <strong>und</strong> zur<br />

Erkältungs vorbeugung. Wirkt schleimlösend <strong>und</strong><br />

entzündungshemmend.<br />

Kamille-Bad<br />

Bei Entzündungen <strong>und</strong> Krämpfen.<br />

Wirkt entzündungshemmend, antibakteriell.<br />

Lavendel-Bad<br />

Bei Schlaflosigkeit, Nervosität, Hautentzündungen.<br />

Wirkt entspannend, beruhigend,<br />

entzündungshemmend.<br />

Meersalz-Bad<br />

Bei Hautproblemen, Juckreiz, trockener Haut.<br />

Wirkt entzündungshemmend, beruhigend <strong>und</strong><br />

reizlindernd.<br />

Melisse-Bad<br />

Bei Nervosität <strong>und</strong> Schlaflosigkeit.<br />

Wirkt entspannend,<br />

beruhigend, krampflösend.<br />

Rosmarin-Bad<br />

Bei Müdigkeit, schwachem Kreislauf,<br />

niedrigem Blutdruck. Wirkt belebend <strong>und</strong><br />

entzündungshemmend.<br />

Thymian-Bad<br />

Bei Erkältungen, Husten, schwacher Verdauung.<br />

Wirkt entzündungshemmend <strong>und</strong> antibakteriell.<br />

102 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012


SAUNA<br />

Schon die alten Römer<br />

schätzten die<br />

wohltuende Wirkung<br />

eines Dampfbades –<br />

Caldarium genannt.<br />

Bei uns hat sich<br />

mittlerweile das<br />

Römerbad, der<br />

türkische Hamam oder<br />

die Infrarotkabine<br />

ebenso etabliert wie<br />

die Sauna nach<br />

finnischer Art.<br />

Aber was ist so ges<strong>und</strong><br />

am Schwitzbad?<br />

Sauna <strong>und</strong> Dampfbad:<br />

Schwitzen<br />

ist ges<strong>und</strong><br />

zuletzt das psychologische Verhalten<br />

– thermische Reize können anregend<br />

oder beruhigend wirken.<br />

Ein weiterer positiver Effekt ist die<br />

Stärkung des Immunsystems beziehungsweise<br />

der Körperabwehr<br />

gegen Erreger, zum Beispiel Viren.<br />

Die Erkältungszeit geht an regelmäßigen<br />

Saunagängern oft spurlos<br />

vorüber (Senkung der Infektanfälligkeit).<br />

Das Schwitzen <strong>und</strong> die wiederholten<br />

Wasseranwendungen sind zudem<br />

eine sehr gründliche, aber<br />

schonende Körperreinigung: Die<br />

oberste Hornschicht der Haut<br />

quillt auf, verhornte Hautzellen<br />

werden gelockert <strong>und</strong> können<br />

leicht abgespült werden. Bei<br />

trockener Haut wird die Struktur<br />

durch Aktivierung der Schweißdrüsen<br />

<strong>und</strong> Wassereinlagerungen<br />

in die Hornschicht verbessert.<br />

In Russland haben Dampfbäder als<br />

„Banjas“ bereits eine lange Tradition.<br />

Die Finnen kommen aus der<br />

warmen Sauna, springen in eiskaltes<br />

Wasser oder reiben sich mit<br />

Schnee ab – <strong>und</strong> erkälten sich<br />

dabei nicht. Das hat seinen Gr<strong>und</strong>:<br />

Regelmäßige Saunabesuche entspannen<br />

nicht nur, sie härten den<br />

Organismus ab – man kann ihm etwas<br />

zumuten <strong>und</strong> bleibt ges<strong>und</strong>.<br />

Die Voraussetzung dafür ist, dass<br />

man das Warm-Kalt-Training richtig<br />

durchführt, denn nach jedem<br />

Schwitzgang muss der erhitzte<br />

Körper mit kaltem Wasser runtergekühlt<br />

werden.<br />

Wie reagiert der Körper<br />

auf die Sauna?<br />

Ein ges<strong>und</strong>er Körper hat eine <strong>gut</strong>e<br />

Durchblutung, <strong>und</strong> zwar vom Kopf<br />

bis in die Zehen. Voraussetzung<br />

dafür ist, dass die Gefäße im<br />

Körper richtig arbeiten <strong>und</strong> auch<br />

Anreize dafür erhalten.<br />

Neben Bewegung <strong>und</strong> frischer Luft<br />

ist ein Warm-Kalt-Reiz nach dem<br />

Prinzip der Hydrotherapie (Wassertherapie,<br />

weitere Informationen<br />

ab Seite 90) ein sehr effektives Training<br />

für Ihre Gefäße. In der warmen<br />

Sauna- oder Dampfkabine<br />

weiten sich die Gefäße.<br />

Gibt man danach dem Körper<br />

einen Kaltreiz, ziehen sich die<br />

Gefäße als zweite Reaktion zusammen.<br />

Das ist für den Organismus<br />

der von uns gewollt gesetzte<br />

Anreiz, wieder mit vermehrter<br />

Anstrengung für eine Gefäß -<br />

erweiterung zu sorgen.<br />

Das Ergebnis der Gefäßerweiterung<br />

ist eine vermehrte Blutfüllung<br />

beziehungsweise Durchblutung.<br />

Auf diesen thermischen Reiz<br />

reagieren positiv: Herz-Kreislauf-,<br />

Atmungssystem, Wärmehaushalt,<br />

Stoffwechsel, Nervensystem, Muskelsystem<br />

<strong>und</strong> Drüsen <strong>und</strong> nicht<br />

Die Sauna nach<br />

finnischer Art<br />

Die Saunakabine ist ein Raum aus<br />

Holz zum Schwitzen bei extrem<br />

trockener Luft <strong>und</strong> Temperaturen<br />

je nach Einstellung zwischen etwa<br />

80°C bis 100°C. Auf der untersten<br />

Sitz- oder Liegebank ist die Temperatur<br />

wesentlich geringer als auf<br />

der obersten, weil trockene Wärme<br />

gr<strong>und</strong>sätzlich nach oben steigt.<br />

Das Erhitzen beziehungsweise<br />

Einheizen des Raumes erfolgt<br />

entweder traditionell mit einem<br />

Holzofen oder modern mit einem<br />

Elektroofen. Die auf dem Ofenrost<br />

liegenden Steine erhitzen sich sehr<br />

stark <strong>und</strong> sind die Gr<strong>und</strong>lage für<br />

Aufgüsse. Eine <strong>gut</strong>e Be- <strong>und</strong> Entlüftung<br />

einer Saunakabine ist wichtig.<br />

104 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

105


SAUNA<br />

SAUNA<br />

Bevor Sie in die Saunakabine gehen:<br />

Legen Sie zuerst Uhren <strong>und</strong><br />

Schmuck ab, sie können sich stark<br />

erhitzen <strong>und</strong> die Haut verbrennen.<br />

Dann duschen Sie ausgiebig, um<br />

die Haut zu reinigen <strong>und</strong> die Poren<br />

frei zu machen. Trocknen Sie sich<br />

danach <strong>gut</strong> ab. In der Saunakabine<br />

sitzen Sie immer unbekleidet, aber<br />

bitte auf einem großen Handtuch<br />

wegen der Hygiene. Ungeübte<br />

Saunaanfänger beginnen am besten<br />

auf der untersten Sitzbank. Ein<br />

Saunagang dauert etwa 10 bis 15<br />

Minuten. Anfänger sollten mit<br />

maximal 10 Minuten beginnen. In<br />

Bezug auf die Zeit spielt natürlich<br />

Ihr persönliches Empfinden eine<br />

wichtige Rolle. Jeder Saunagang<br />

kann zwei- bis dreimal wiederholt<br />

werden. In der Sauna erhöht sich<br />

die Körpertemperatur auf ca. 38°C<br />

bis 40°C (künstliches Fieber genannt).<br />

Der Körper kann damit<br />

Schadstoffe abbauen.<br />

Der Aufguss mit<br />

<strong>und</strong> ohne Aromen<br />

Nicht alle Menschen schwitzen<br />

gleich schnell <strong>und</strong> viel. Bleiben Sie<br />

darum nicht länger in der Sauna,<br />

um den großen Schweißausbruch<br />

zu erleben. Wenn Sie im Allgemeinen<br />

wenig schwitzen: Eine Trockenbürstung<br />

des Körpers vor<br />

dem Saunagang fördert Schwitzprozesse.<br />

Für den Herz-Kreislauf ist<br />

es am besten, kurz <strong>und</strong> intensiv zu<br />

schwitzen.<br />

Für hartgesottene Saunagänger ist<br />

der Aufguss das Allergrößte. Wer<br />

den Schwitzreiz erhöhen möchte<br />

beziehungsweise durch ätherische<br />

Öle seiner Ges<strong>und</strong>heit etwas Gutes<br />

tun möchte, durchlebt beim Saunabesuch<br />

einen Aufguss. Hierbei<br />

wird mehrfach mit einem großen<br />

Holzschöpflöffel Wasser auf einen<br />

heißen Stein gegossen <strong>und</strong> damit<br />

die Luftfeuchtigkeit stark erhöht.<br />

Intensiver wird das Ganze, wenn<br />

dem Wasser vorher ätherische Saunaöle<br />

beigemischt werden, zum<br />

Beispiel Fichtennadel oder Eukalyptus.<br />

Doch Vorsicht: Beim Saunieren<br />

kommt es auf die Auswahl der Aufgussqualität<br />

an. Eine Untersuchung<br />

hat gezeigt, dass einige<br />

Sauna-Aufgussmittel Duft- oder<br />

Farbstoffe enthalten, die so in der<br />

Natur nicht vorkommen <strong>und</strong> nicht<br />

unbedingt die Ges<strong>und</strong>heit fördern.<br />

Deshalb achten Sie bei den Saunaaufgussprodukten<br />

auf Qualitätsprodukte<br />

mit Gütesiegel zum Beispiel<br />

aus der Apotheke – empfiehlt<br />

der Deutsche Sauna-B<strong>und</strong>. Sie enthalten<br />

naturidentische oder natürliche<br />

Aromen in <strong>gut</strong>er Qualität.<br />

Tatsache ist jedoch, dass ätherische<br />

Öle Körperfunktionen <strong>und</strong><br />

Stimmungslage positiv beeinflussen<br />

können (Aromatherapie).<br />

Zitruspflanzen zum Beispiel hellen<br />

die Stimmung auf, aktivieren <strong>und</strong><br />

lindern Nervosität. Ätherische Öle<br />

aus Eukalyptus <strong>und</strong> Fichten- oder<br />

Kiefernnadeln helfen bei Atemwegsproblemen,<br />

Myrte-, Eukalyptus-<br />

<strong>und</strong> Zitronenöl entkrampfen<br />

bei Muskelschmerzen. Geben Sie<br />

für den ersten Aufguss nur drei<br />

Tropfen in das Aufgusswasser. Pro<br />

Kubikmeter Rauminhalt in der Kabine<br />

nimmt man 10 bis 15 Milliliter<br />

Wasser. Probieren Sie zuerst diese<br />

Konzentration aus. Bei den nächsten<br />

Gängen können Sie bis auf fünf<br />

Tropfen erhöhen – mehr ist weder<br />

notwendig noch nützlich. Es ist<br />

wichtig, nie ätherisches Öl unverdünnt<br />

auf die Steine zu gießen<br />

(Stichflammen- <strong>und</strong> Brandgefahr!)<br />

Ab in die Kälte<br />

Der wärmste Saunagang verfehlt<br />

seinen positiven Trainingseffekt<br />

für Gefäße <strong>und</strong> Kreislauf, wenn der<br />

Kaltreiz fehlt. Sie sollten die Saunakabine<br />

nach einem Gang nicht erschöpft,<br />

sondern angenehm erhitzt<br />

verlassen <strong>und</strong> wenn möglich,<br />

ein paar Minuten an die frische<br />

Luft gehen. Die Atemwege können<br />

schnell abkühlen, die durch eine<br />

ständige Luftbewegung keine haftende<br />

Isolationsschicht wie die<br />

Haut haben. Zudem ist es <strong>gut</strong>,<br />

frischen Sauerstoff zu tanken.<br />

Anschließend kühlen Sie sich mit<br />

kaltem Wasser ab – aber nicht sofort<br />

im kalten Tauchbecken. Zuerst<br />

spülen Sie den Schweiß unter einer<br />

Dusche oder mit dem Gießschlauch<br />

ab. Das gibt Ihnen auch<br />

die Gelegenheit, langsam mit dem<br />

Kaltreiz an den Beinen <strong>und</strong> danach<br />

an den Armen anzufangen, bevor<br />

Sie sich ganz abgießen. Wer schon<br />

mehr Übung <strong>und</strong> keinen hohen<br />

Blutdruck hat, steigt danach ins<br />

eiskalte Tauchbad. Nach der Devise<br />

„kurz, aber kalt <strong>und</strong> nicht lau“<br />

reichen ein paar Sek<strong>und</strong>en. Die Alternative<br />

wäre ein in unmittelbarer<br />

Nähe befindliches Schwimmbad.<br />

Der Körper reagiert sofort mit<br />

seiner Gefäßreaktion auf die Kälte<br />

<strong>und</strong> läuft zu Hochtouren auf, um<br />

sich vor Auskühlung zu schützen.<br />

Vor dem nächsten Saunagang<br />

braucht der Organismus eine Pause.<br />

Legen Sie sich für mindestens<br />

20 Minuten auf eine Liege, <strong>und</strong><br />

zwar eingehüllt in einen Bademantel<br />

oder in große Handtücher<br />

– Sie werden sich herrlich entspannt<br />

fühlen <strong>und</strong> spüren, wie Ihr<br />

Organismus arbeitet.<br />

Dampfbäder<br />

Dampfbäder sind besonders bei<br />

Kindern <strong>und</strong> Älteren beliebt, die<br />

keine starke Hitze mögen, außerdem<br />

für Menschen mit ges<strong>und</strong>heitlichen<br />

Problemen wie Atemwegserkrankungen<br />

oder Herz-Kreislaufproblemen.<br />

In einem Dampfraum<br />

herrscht eine Temperatur zwischen<br />

35°C bis etwa 50°C, also viel<br />

niedriger als in der Sauna. Um<br />

Dampfschwaden zu erzeugen,<br />

muss allerdings die Luftfeuchtigkeit<br />

bei mindestens 70 Prozent liegen.<br />

Aber auch ein Dampfbad ist<br />

nicht für jeden geeignet, zum<br />

Beispiel bei Krampfaderleiden. Ein<br />

Zeitlimit gibt es für die Dampfkabine<br />

nicht. Sie sollten sich auf Ihr angenehmes<br />

Körpergefühl verlassen.<br />

Im Allgemeinen gelten hier die<br />

gleichen Regeln wie bei einem<br />

Saunabesuch.<br />

Eines ist jedoch ein Irrtum: Man<br />

schwitzt nicht schneller als in der<br />

Sauna. Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit<br />

beschlägt der Körper,<br />

die mit Feuchtigkeit gesättigte<br />

Luft behindert das Schwitzen sogar.<br />

Die Wärmewirkung ist ähnlich<br />

für den Organismus zu bewerten,<br />

aber die entgiftenden Prozesse<br />

sind wegen der niedrigeren Temperaturen<br />

geringer. Dampfbäder<br />

sind also nicht gesünder, aber<br />

schonender für bestimmte Menschengruppen.<br />

Das Dampfbad<br />

wirkt auch gegen Erkältungen<br />

oder hilft als Prophylaxe. Die<br />

feuchte Luft gelangt in die Atemwege,<br />

entspannt sie <strong>und</strong> lockert<br />

Ansammlungen an den Schleimhäuten.<br />

Das Sanarium<br />

Wem die klassische Sauna zu warm<br />

ist oder die Luft im Dampfbad zu<br />

feucht, kann das Sanarium testen<br />

(Sanarium® ist ein eingetragener<br />

Markenname der Firma Klafs). Die<br />

auch Biosauna genannte Schwitzkabine<br />

ist eine kreislaufschonende<br />

Saunavariante mit einer Raumtem-<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

107


SAUNA<br />

SAUNA<br />

peratur von etwa 50°C oder leicht<br />

darüber <strong>und</strong> einer Luftfeuchtigkeit<br />

von ca. 50 Prozent. Die Aufenthaltsdauer<br />

in einem Sanarium<br />

kann je nach persönlicher Verträglichkeit<br />

wegen der milderen Bedingungen<br />

auch 20 Minuten <strong>und</strong><br />

etwas darüber betragen. Das Abkühlen<br />

<strong>und</strong> Ruhen danach sollten<br />

Sie jedoch wie in einer Sauna<br />

einhalten.<br />

In einem Sanarium spielen Farben<br />

an den Wänden eine Rolle. Sie sollen<br />

beruhigend auf den Besucher<br />

wirken. Während manche eingeschworenen<br />

Saunagänger auf aromatisierte<br />

Aufgüsse verzichten<br />

<strong>und</strong> nur auf die hohe Luftfeuchtigkeit<br />

setzen, gehören Duftstoffe bei<br />

einem Biosaunabesuch zur Entspannung<br />

dazu. Sanarien werden<br />

besonders von Menschen bevorzugt,<br />

die in Saunen aufgr<strong>und</strong> medizinischer<br />

Leiden zu Risikogruppen<br />

gehören.<br />

Infrarotkabinen<br />

Eine weitere den Kreislauf schonende<br />

Alternative sind Infrarot -<br />

kabinen – auch Infrarotwärme -<br />

kabinen genannt. Die etwa 50°C<br />

warme Kabine wird mit einer wohltuenden<br />

Strahlungswärme (Infrarot)<br />

betrieben. Das den Körper<br />

wärmende infrarote Licht gelangt<br />

von der Strahlerquelle direkt auf<br />

die Haut <strong>und</strong> von dort als Tiefenwärme<br />

bis in das Unterhautfettgewebe.<br />

Saunaliebhabern reicht diese<br />

Körpererwärmung oft nicht aus,<br />

weil der schweißtreibende Effekt<br />

viel niedriger ist. Menschen, die<br />

eine Sauna- oder Dampfbad -<br />

wärme aus medizinischen Gründen<br />

nicht <strong>gut</strong> vertragen, genießen<br />

diese der Sonne nachempf<strong>und</strong>ene<br />

Wärme.<br />

In Infrarotkabinen wird auf eine<br />

homogene Strahlenverteilung geachtet<br />

(keine Punktstrahlung).<br />

Strahlen bedeuten in diesem Zusammenhang<br />

auch nichts Schädliches:<br />

Infrarotstrahlung wird in der<br />

Medizin schon lange genutzt, zum<br />

Beispiel in einer physiotherapeutischen<br />

Praxis, um die Muskeln vor<br />

einer Massage aufzuwärmen, oder<br />

in der Sporttherapie, um Über -<br />

anstrengungssyndrome loszuwerden.<br />

Ges<strong>und</strong>heitliche Risiken<br />

Regelmäßige Saunabesuche fördern<br />

auch im Sommer die Ges<strong>und</strong>heit.<br />

Wenn es draußen schwül <strong>und</strong><br />

heiß ist, hält die trockene Hitze der<br />

Sauna den Kreislauf in Schwung –<br />

der Körper kann sich nicht nur den<br />

winterlichen, sondern auch extrem<br />

warmen klimatischen Anforderungen<br />

besser anpassen. Oft empfehlen<br />

Ärzte vor Reisen in tropische<br />

Länder Saunabesuche als Vorbereitung.<br />

Es steht außer Frage, dass Saunieren<br />

die Abwehrkräfte stärkt, die<br />

Durchblutung fördert <strong>und</strong> bei<br />

vielen Erkrankungen zur Besserung<br />

beiträgt. Mit bestimmten<br />

Einschränkungen können sogar<br />

Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen<br />

<strong>und</strong> leichteren<br />

Herz-Kreislaufbeschwerden sowie<br />

Schwangere die Sauna besuchen.<br />

Entscheidend ist, dass Sie – wenn<br />

Ihr Leiden bekannt ist – vorher mit<br />

Ihrem Arzt darüber sprechen, welche<br />

Wärme <strong>und</strong> Aufenthaltsdauer<br />

oder welche Form einer Schwitzkabine<br />

er Ihnen empfiehlt oder ob<br />

er Ihnen aufgr<strong>und</strong> der ges<strong>und</strong>heitlichen<br />

Situation generell davon abrät.<br />

Dies gilt auch für bestimmte<br />

Zeiten in der Schwangerschaft <strong>und</strong><br />

für ältere Menschen, die das erste<br />

Mal saunieren wollen.<br />

Bei Entzündungen im Körper, akuten<br />

Infektionskrankheiten, schwereren<br />

Herz-Kreislaufbeschwerden,<br />

Krampfadern, Venenthrombosen,<br />

Epilepsie <strong>und</strong> Krebs wird vom Besuch<br />

einer Schwitzkabine abgeraten.<br />

Gr<strong>und</strong>sätzlich sollten Eltern<br />

bis zum Ende des ersten Lebensjahres<br />

ihre Kinder nicht mit in die<br />

Sauna nehmen. Die Gefahr des<br />

Kindstodes wächst, wenn die Kleinen<br />

unmittelbar nach dem Saunagang<br />

ins Bett gelegt werden.<br />

Ob Sie nun die Sauna, das Dampfbad<br />

oder die Infrarotkabine bevorzugen:<br />

Es ist eine Chance, die<br />

Ges<strong>und</strong>heit ohne Medikamente<br />

oder Chemie zu fördern – nicht zu<br />

vergessen der entspannende Effekt,<br />

der Sie schnell den Alltagsstress<br />

vergessen lässt. Wer Platz in<br />

seinem Keller hat, nicht mit seinen<br />

Mitmenschen in öffentlichen Saunen<br />

schwitzen möchte <strong>und</strong> handwerklich<br />

geschickt ist:<br />

Es gibt fertige Bausätze für Saunen<br />

in verschiedener Größen mit allem<br />

Zubehör, inklusive Ofen für die<br />

Heimsauna – ein erholsames<br />

Vergnügen!<br />

Text: Martina Kasper<br />

Sauna, Dampf oder Infrarot – ein Vergleich der Varianten<br />

Sauna nach finnischer Art<br />

Klimaverhältnisse: etwa 80°C bis 90°C <strong>und</strong> trockene Luft (ideal etwa 10 bis 20 Prozent<br />

Luftfeuchtigkeit, nach Aufguss Anstieg der Luftfeuchtigkeit auf etwa 30 Prozent).<br />

Einfluss auf die Ges<strong>und</strong>heit:<br />

Entspannung <strong>und</strong> Stressabbau,<br />

intensive Körperreinigung,<br />

positive Auswirkung auf die Haut <strong>und</strong> die Hautalterung,<br />

Stärkung des Immunsystems <strong>und</strong> damit der Abwehrkraft,<br />

sehr effektives Gefäßtraining durch den Warm-Kalt-Reiz,<br />

Anregung für Atemsystem, Herz- <strong>und</strong> Kreislauftätigkeit (Vorsichtig bei Bluthochdruck),<br />

Abbau von Schadstoffen, Schlafförderung,<br />

Unterstützung bei Muskel- <strong>und</strong> Gelenkbeschwerden,<br />

Steigerung von körperlicher, geistiger Fitness.<br />

Dampfbad<br />

Klimaverhältnisse: Im Gegensatz zur Sauna eine mildere Variante bei etwa 35°C bis 50°C<br />

<strong>und</strong> ca. 70 Prozent Luftfeuchtigkeit mit Dampfschwaden.<br />

Einfluss auf die Ges<strong>und</strong>heit:<br />

kreislaufschonend durch niedrige Temperaturen,<br />

Anregung des Stoffwechsels,<br />

Abbau von Schadstoffen,<br />

positive Wirkung bei Atemwegserkrankungen durch das Befeuchten der Schleimhäute<br />

durch feine Wassertropfen,<br />

Körperregeneration, Hautpflege <strong>und</strong> porentiefe Hautreinigung durch Schwitzen.<br />

Sanarium<br />

Biosauna als schonende Variante zwischen klassischer Sauna <strong>und</strong> Dampfbad mit<br />

Raumtemperaturen zwischen 50°C <strong>und</strong> leicht darüber bei einer relativ geringeren<br />

Luftfeuchtigkeit von etwa 50 Prozent. Angeboten werden beruhigende Farbeffekte,<br />

Aufgüsse mit Aromen <strong>und</strong> Bädervarianten (Themenbäder).<br />

Einfluss auf die Ges<strong>und</strong>heit: ähnlich wie bei Sauna <strong>und</strong> Dampfbad.<br />

Infrarotkabine<br />

Klimaverhältnisse: Direkte IR-Strahlungswärme auf den Körper bei etwa 50°C<br />

Raumtemperatur mit trockener Luft. Einige Hersteller bieten Kabinen mit<br />

Dampfeinstößen an, die Luftfeuchtigkeit bleibt jedoch gering.<br />

Einfluss auf die Ges<strong>und</strong>heit:<br />

Bessere Durchblutung <strong>und</strong> Gefäßerweiterung bei Wärmestrahleneinwirkung,<br />

kreislaufschonend durch niedrigere Temperaturen,<br />

positive Wirkung bei Muskelverspannungen <strong>und</strong> Gelenkentzündungen,<br />

verbesserte Stoffwechselaktivität – Minderung bei Erkältungskrankheiten,<br />

Abbau von Schadstoffen, Hautreinigung bei Schweißbildung,<br />

Entspannung.<br />

108 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

109


VERGESSLICHKEIT<br />

ße, die imExtremfall verstopfen<br />

<strong>und</strong> zu einer kritischen Störung der<br />

Blutversorgung im Gehirn führen<br />

können, also zu einem Schlaganfall.<br />

Lecithin, Cholin). Fragen Sie bei<br />

Ihrem Apotheker nach den verschiedenen<br />

Möglichkeiten.<br />

In unserem Gehirn<br />

sind Tausende Daten<br />

gespeichert – all unsere<br />

Erinnerungen <strong>und</strong><br />

Erfahrungen. So auch<br />

diverse Zahlencodes,<br />

die wir jederzeit<br />

abrufen können.<br />

Doch was ist, wenn das<br />

Gedächtnis nachlässt<br />

<strong>und</strong> wir uns nicht<br />

mehr erinnern<br />

können?<br />

Gr<strong>und</strong> genug,<br />

zeitig mit dem<br />

Gehirntraining zu<br />

beginnen.<br />

Im Zuge der normalen Alterung<br />

nimmt die Funktion des Gehirns<br />

etwa ab dem 40. Lebensjahr ganz<br />

langsam ab. Dies macht sich durch<br />

Nachlassen der Merk- <strong>und</strong> Konzentrationsfähigkeit<br />

bemerkbar. Das<br />

Kurzzeitgedächtnis ist früher betroffen<br />

als das Langzeitgedächtnis.<br />

Mit anderen Worten: Neue Eindrücke<br />

werden schneller vergessen<br />

oder gar nicht erst abgespeichert.<br />

Oft wissen wir nicht mehr, was wir<br />

gestern zum Abendbrot gegessen<br />

haben, aber die Erinnerungen aus<br />

der Kindheit sind uns sehr präsent.<br />

Typisch ist auch das Vergessen von<br />

Namen oder Geburtstagen. Und<br />

wo habe ich vorhin den Schlüssel<br />

oder die Brille hingelegt? Zudem<br />

lässt auch die Konzentration nach.<br />

Die Ursache für diese Veränderungen<br />

ist die Abnahme der Durchblutung<br />

infolge einer altersbedingten<br />

Arterienverengung (Arterienverkalkung).<br />

Dabei lagern sich Blutbestandteile<br />

an den Gefäßwänden<br />

der Arterien ab, zum Beispiel Cholesterin.<br />

Durch die Reduzierung<br />

der Durchblutung erhält das Gehirn<br />

weniger Nährstoffe <strong>und</strong> Sauerstoff.<br />

Je mehr Ablagerungen vorhanden<br />

sind, umso langsamer<br />

fließt das Blut <strong>und</strong> es lagern sich<br />

mehr Blutbestandteile ab. Besonders<br />

anfällig sind die kleinen Gefä-<br />

Risiken mindern<br />

Negativ auf die Blutgefäße wirken<br />

viele Faktoren: Stress, Über ge -<br />

wicht, Bewegungsmangel, Blut -<br />

hochdruck, erhöhte Blutfette,<br />

Diabetes <strong>und</strong> Rauchen. Sie fördern<br />

die Ablagerungen in den Gefäßen.<br />

Daher ist die oberste Priorität, die<br />

Risikofaktoren zu beseitigen. Eine<br />

ges<strong>und</strong>e Lebensweise mit ausreichend<br />

Bewegung <strong>und</strong> Entspannung<br />

ist die beste Empfehlung für<br />

einen ges<strong>und</strong>en Kreislauf. Zudem<br />

müssen die Blutfettwerte <strong>und</strong> der<br />

Zuckerspiegel kontrolliert werden.<br />

Verzichten Sie aufs Rauchen <strong>und</strong><br />

übermäßigen Alkoholkonsum.<br />

Das Nachlassen des Gedächtnisses<br />

gehört zum normalen Alterungsprozess.<br />

Dieser lässt sich nicht aufhalten,<br />

aber man kann ihn verzögern,<br />

zum Beispiel mit Wirkstoffen,<br />

die gegen die Gefäßverengungen<br />

<strong>und</strong> damit gegen die Minderdurchblutung<br />

wirken, wie die<br />

Pflanzenextrakte aus den Ginkgoblättern<br />

oder der Ginsengwurzel.<br />

Die Extrakte müssen über einen<br />

längeren Zeitraum eingenommen<br />

werden, um die volle Wirksamkeit<br />

zu erreichen. Auch Vitamine (zum<br />

Beispiel B, C, E) <strong>und</strong> Mineralstoffe<br />

(Kalzium, Magnesium) können die<br />

Gehirnfunktion anregen. Letztere<br />

umfassen sogenannte Mikronährstoffe,<br />

also alle Substanzen, die der<br />

Körper für sein Wohlbefinden <strong>und</strong><br />

nicht zur Energieverwertung benötigt<br />

(Vitamine, Spurenelemente,<br />

Gedächtnistraining<br />

für alle<br />

Bieten Sie Ihrem Gehirn jeden Tag<br />

eine neue Herausforderung. Es gibt<br />

eine Reihe von Möglichkeiten, die<br />

auch im alltäglichen Leben die Gehirnleistung<br />

fordern, zum Beispiel<br />

Theaterbesuche, Lesen, Rätsellösen,<br />

Pflegen von sozialen Kontakten,<br />

Beschäftigung mit Kindern, ehrenamtliches<br />

Arbeiten (zum Beispiel<br />

Vorlesen im Altenheim) oder etwas<br />

ganz Neues lernen<br />

wie eine Fremdsprache<br />

an der<br />

Volkshochschule.<br />

Nehmen Sie aktiv<br />

am Leben teil, dann<br />

bleibt auch Ihr Gehirn aktiv.<br />

Das Sprichwort „Wer rastet, der<br />

rostet“ gilt auch für das Gehirn: Bieten<br />

Sie Ihrem Gehirn ständig neue<br />

Aufgaben, damit es genug zu tun<br />

hat.<br />

Auf der anderen Seite benötigt das<br />

Gehirn auch eine Erholungsphase.<br />

Im Schlaf werden zum Beispiel die<br />

aufgenommenen Informationen<br />

verarbeitet <strong>und</strong> gespeichert. Deshalb<br />

schlafen Sie ausreichend <strong>und</strong><br />

entspannen Sie sich mit kleinen<br />

Pausen am Tag. Positiv sind zudem<br />

eine ges<strong>und</strong>e Ernährung mit Vitaminen<br />

<strong>und</strong> Mineralstoffen, ausreichende<br />

Flüssigkeitszufuhr sowie Bewegung.<br />

Körperlich aktive Menschen<br />

sind auch geistig aktiv. Sportarten<br />

wie Laufen <strong>und</strong> Schwimmen fördern<br />

die Ausdauer <strong>und</strong> die Durchblutung<br />

im ganzen Körper – auch im Gehirn.<br />

Text: Dr. Julijana Betzel<br />

110 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012 <strong>Ratgeber</strong> 111


Unser<br />

Kind<br />

Taschengeld<br />

Tipps für die<br />

häuslichen<br />

Tarifverhandlungen<br />

Taschengeld – für Kinder<br />

<strong>und</strong> Jugendliche ist es<br />

meist die einzige<br />

Geldquelle, mit der sie sich<br />

persönliche Wünsche<br />

erfüllen können. Manche<br />

Kinder sparen oft<br />

monatelang für einen<br />

Herzenswunsch, andere<br />

geben <strong>alles</strong> auf einmal aus<br />

<strong>und</strong> sind dann knapp bei<br />

Kasse. Wir verraten Ihnen,<br />

wie viel Geld angemessen<br />

ist, ab welchem Alter es<br />

sinnvoll ist <strong>und</strong> wie Sie<br />

Konflikte r<strong>und</strong> um die<br />

häuslichen Tarifverhand -<br />

lungen vermeiden.<br />

Den Umgang mit Geld sollten Kinder<br />

schon früh lernen, <strong>und</strong> zwar<br />

dann, wenn sie dem Geld einen<br />

gewissen Wert zuordnen können.<br />

Das ist mit etwa vier bis fünf Jahren<br />

der Fall, spätestens mit dem Schulanfang.<br />

Dabei ist es wichtig, dass<br />

sie das Taschengeld regelmäßig<br />

<strong>und</strong> pünktlich zu einem vereinbarten<br />

Termin erhalten. Bis zum zehnten<br />

Lebensjahr bekommen Kinder<br />

ihr Taschengeld am besten wöchentlich,<br />

denn wer unter zehn<br />

Jahre alt ist, hat meist noch<br />

Schwierigkeiten, über einen<br />

ganzen Monat hinweg zu<br />

planen. Älteren Kindern<br />

oder Jugendlichen können<br />

Eltern das Geld auch<br />

auf ein bereits vorhandenes<br />

Girokonto überweisen.<br />

Durch das Taschengeld bekommen<br />

Kinder ein Gefühl dafür, was<br />

preiswert <strong>und</strong> teuer ist. Sie lernen<br />

eigene Entscheidungen zu treffen,<br />

nämlich was vom Taschengeld gekauft<br />

wird <strong>und</strong> ob es sinnvoll ist<br />

oder ob für etwas gespart wird.<br />

Dabei lernen die Jungen <strong>und</strong> Mädchen,<br />

eigene Wünsche selbst zu<br />

realisieren, aber auch, dass Wünsche<br />

nicht unbegrenzt finanzierbar<br />

sind. Deswegen sollten Eltern<br />

das Taschengeld nicht erhöhen,<br />

wenn das Kind pleite ist, aber auch<br />

nicht zum Sparen verpflichten, damit<br />

der Lerneffekt nicht ausbleibt.<br />

Taschengeld ist gr<strong>und</strong>sätzlich zur<br />

freien Verfügung <strong>und</strong> sollte nicht<br />

für notwendige Anschaffungen<br />

wie Bekleidung oder Schulsachen<br />

verwendet werden. Deshalb sollten<br />

auch wertende Urteile über die<br />

Dinge, die das Kind von seinem<br />

Taschengeld kauft, vermieden<br />

werden. Eine Ausnahme gilt für<br />

Zigaretten <strong>und</strong> Alkohol: da haben<br />

die Eltern immer noch ein Wörtchen<br />

mitzureden.<br />

Vermeiden Sie Taschengelderhöhung<br />

als Belohnung beziehungsweise<br />

Taschengeldkürzung als<br />

Bestrafung.<br />

Geldgeschenke, die von Verwandten<br />

etwa zum Geburtstag kommen,<br />

dürfen nicht verrechnet<br />

werden.<br />

Die Höhe des Taschengeldes hängt<br />

vom Alter des Kindes ab <strong>und</strong> von<br />

der wirtschaftlichen Situation der<br />

<strong>Familie</strong>. Einen Rechtsanspruch auf<br />

das Taschengeld haben Kinder<br />

allerdings nicht.<br />

TASCHENGELD<br />

Orientierungswerte für<br />

Eltern<br />

An folgenden Beträgen – die auf<br />

Empfehlungen von Jugendämtern<br />

beruhen – können sich Eltern<br />

orientieren:<br />

Wöchentlich (ab etwa vier bis neun<br />

Jahren)<br />

Alter<br />

Betrag in Euro<br />

unter 6 Jahren 0,50 – 1<br />

6 – 7 Jahre 1 – 2<br />

8 – 9 Jahre 2 – 2,50<br />

Monatlich (ab zehn Jahren)<br />

Alter<br />

Betrag in Euro<br />

10 Jahre 12 – 13<br />

11 Jahre 13 – 15<br />

12 Jahre 15 – 18<br />

14 Jahre 22 – 23<br />

15 Jahre 25 – 28<br />

Taschengeld ab 16 Jahren ist für Jugendliche,<br />

die wirtschaftlich noch<br />

ganz von den Eltern abhängig sind<br />

wie Schüler.<br />

Alter<br />

Betrag in Euro<br />

16 Jahre 33 – 35<br />

17 Jahre 35 – 40<br />

18 Jahre 60 – 65<br />

112 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

113


H<br />

Hackenfuß: Fußfehlstellung mit<br />

hochgezogenem Fuß <strong>und</strong> nach<br />

außen gedrehter Fußsohle.<br />

Der Betroffene kann nur auf den<br />

Fersen gehen.<br />

Hagelkorn: Ein harter, nicht verschiebbarer<br />

Knoten, verursacht<br />

durch eine Entzündung des Augenlides<br />

(nicht schmerzhaft im<br />

Gegensatz zum Gerstenkorn).<br />

Hallux valgus: Schiefstand des<br />

Großzehs in Richtung der übrigen<br />

Zehen. Häufigste Ursache:<br />

zu enges Schuhwerk.<br />

Halluzination: Optische oder<br />

akustische Wahrnehmung eines<br />

real nicht vorhandenen Objektes.<br />

Die Betroffenen sind jedoch von<br />

der Realität ihrer Eindrücke überzeugt.<br />

Hämangiome (Blutschwämmchen):<br />

Gutartige Wucherungen<br />

oder Neubildungen von Blut -<br />

gefäßen, meist der Kapillaren<br />

(kleine Blutgefäße).<br />

A<br />

der<br />

KrankheitenC<br />

B<br />

Hämatom: Bluterguss durch Ansammlung<br />

von Blut in Körperhöhlen<br />

oder Geweben, zum Beispiel<br />

nach stumpfen Verletzungen.<br />

Typisch für das Haut- <strong>und</strong> Unterhautgewebe<br />

ist der blaue Fleck.<br />

Hämatothorax: Ansammlung von<br />

Blut in der Brustfellhöhle. Ursache:<br />

Verletzungen. Behandlung:<br />

Ableiten der Flüssigkeit durch<br />

Drainage oder Punktion.<br />

Hämaturie: Blut im Urin, nachweisbar<br />

durch rote Blutkörperchen<br />

im Urin.<br />

Hammerzehe: Dauerhafte Beugung<br />

des Endgelenks eines Zehs<br />

(zeigt hammerartig nach unten),<br />

eine Streckung ist nicht mehr<br />

möglich. Ursachen sind falsche<br />

Schuhe, Muskel- oder Nerven -<br />

verletzungen.<br />

Hämophilie (Bluterkrankheit):<br />

Erbkrankheit mit Störung der<br />

Blutgerinnung. Folgen: längere<br />

Blutungen bei Verletzungen,<br />

Spontanblutungen.<br />

Hämoptyse: Abhusten von Blut<br />

(auch Hämoptoe genannt).<br />

Ursachen sind zum Beispiel<br />

Lungenkrebs, Tuberkulose,<br />

Lungenembolie.<br />

Hämorrhoiden: Krankhafte Erweiterungen<br />

der Blutgefäße am After,<br />

die zum Beispiel bei stärkerem<br />

Pressen während des Stuhlgangs<br />

bluten können.<br />

Harninkontinenz: Unfähigkeit,<br />

den Urin bei Harndrang zurückhalten<br />

zu können.<br />

Harnleitersteine: Meist aus der<br />

Niere abgegangene Steine, die<br />

sich in den Harnleitern festsetzen.<br />

Harnwegsinfektion: Bakterielle<br />

Infektion der ableitenden Harnwege:<br />

Nierenbecken, Harnleiter,<br />

Harnblase oder Harnröhre.<br />

Hemiplegie: Halbseitenlähmung,<br />

z. B. nach einem Schlaganfall.<br />

Hepatitis: Akute oder chronische<br />

Leberentzündung z. B. durch<br />

Viren, Bakterien, Pilze, Parasiten<br />

oder durch Medikamente <strong>und</strong><br />

Alkohol.<br />

Hernie: Vorwölbung (Ausstülpung)<br />

von Organen des Bauchraums<br />

durch eine Muskellücke der<br />

Bauchwand.<br />

Herpes: Infektionen durch das<br />

Herpes-simplex-Virus. Typ I befällt<br />

vor allem die Haut <strong>und</strong> M<strong>und</strong>schleimhaut<br />

(Fieberbläschen),<br />

Typ II die Genitalregion.<br />

Hirntod: Zustand, in dem das<br />

Gehirn seine Funktionen un -<br />

wiederbringlich eingestellt hat.<br />

HIV-Infektion: Befall mit dem<br />

menschlichen Immunschwäche-<br />

Virus (HI-Virus).<br />

Hohlfuß: Fehlstellung des Fußes<br />

mit übermäßig verstärktem Fußlängsgewölbe.<br />

Hörsturz: Sich plötzlich<br />

entwickelnde Schwerhörigkeit,<br />

beginnend mit Druckgefühl <strong>und</strong><br />

Ohrgeräuschen.<br />

Hüftgelenkluxation: Ausrenkung<br />

des Kopfes des Oberschenkelknochens<br />

aus der Hüftgelenkspfanne.<br />

HWS-Syndrom: Sammelbezeichnung<br />

für krankhafte Veränderungen<br />

der Halswirbelsäule (HWS)<br />

mit Schmerzausstrahlung <strong>und</strong><br />

Muskelverhärtung in Schultern <strong>und</strong><br />

Armen (Schulter-Arm-Syndrom).<br />

Hyperglykämie: Der Blutzuckerwert<br />

ist erhöht: nüchtern über<br />

126 mg/dl, 2 St<strong>und</strong>en nach dem<br />

Essen über 200 mg/dl.<br />

Hyperthyreose/Hypothyreose:<br />

Über- beziehungsweise Unterfunktion<br />

der Schilddrüse.<br />

Hypertonie/Hypotonie:<br />

Arterieller Bluthochdruck ab<br />

140/90 mmHg beziehungsweise<br />

arterieller Blutdruck unterhalb<br />

von 90/60 mm Hg.<br />

Hypoglykämie: Der Blutzuckerwert<br />

liegt unter 50 mg/dl.<br />

Hypoxie: Sauerstoffmangel des<br />

Gewebes. Anzeichen: blaue<br />

Lippen, blaue Finger. Ursache<br />

zum Beispiel Herzerkrankung,<br />

Venenleiden.<br />

Text: Martina Kasper<br />

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114 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

115


PSYCHOLOGIE<br />

Vom Umgang<br />

mit dem Schicksal<br />

Recht bedacht,<br />

hatten es unsere<br />

Vorfahren mit dem<br />

Schicksal <strong>und</strong> seinen<br />

Auswirkungen in<br />

gewisser Weise<br />

leichter als wir.<br />

Unglückliche<br />

Schickungen trafen<br />

sie natürlich<br />

genauso schlimm.<br />

Aber sie waren eher<br />

gewohnt, sich dem<br />

Unabänderlichen zu<br />

fügen. Es war für sie<br />

gottgewollt.<br />

Wie gehen wir heute allgemein mit<br />

der Botschaft von Schicksalsschlägen<br />

um? In einem Zeitalter, in dem<br />

fast <strong>alles</strong> von Menschenhand<br />

machbar erscheint? Das macht uns<br />

doch zu Meistern des Schicksals!<br />

Oder nicht? Wenn das Schicksal<br />

weltweit unüberhörbar zuschlägt<br />

wie 2011 im japanischen Fukushima,<br />

werden die Menschen doch<br />

daraus lernen <strong>und</strong> ihre Machtentfaltung<br />

hinterfragen? Lernt man<br />

aus Not <strong>und</strong> Elend, um etwas besser<br />

zu machen, dann hat der<br />

Schicksalsschlag wenigstens den<br />

Sinn gehabt, ein Umdenken zu bewirken.<br />

Lernt man nichts, sind die<br />

Folgen einer sinnlosen Katastrophe<br />

umso schwerer zu tragen.<br />

Das Schicksal des Alltags<br />

Viele Niederlagen <strong>und</strong> Unglücke<br />

im Leben machen uns innerlich<br />

klein. Wir bekommen Angst vor<br />

allem <strong>und</strong> jedem, geben auf <strong>und</strong><br />

fügen uns verbittert dem Schicksal<br />

in der Annahme, nichts gegen seine<br />

Macht tun zu können. Gewiss<br />

lenkt das Schicksal unser Leben<br />

von Anfang an in einer Weise, die<br />

wir nicht beeinflussen können. Wir<br />

bekommen eine Gr<strong>und</strong>ausstattung<br />

an Genen <strong>und</strong> Talenten mit,<br />

werden in bestimmte familiäre<br />

<strong>und</strong> soziale Situationen hineingeboren;<br />

auch das Geburtsland mit<br />

den eminent wichtigen Lebensumständen<br />

können wir uns nicht<br />

aussuchen. Doch die Kräfte von<br />

Schicksal <strong>und</strong> individueller Persönlichkeit<br />

sind nicht so einseitig<br />

verteilt, wie es scheint.<br />

Seit jeher machen wir eine Macht<br />

außerhalb von uns verantwortlich<br />

für das, was mit uns geschieht: das<br />

Schicksal (oder Gott). Unseren eigenen<br />

Beitrag sehen wir als vernachlässigbar<br />

an. Ist er aber nicht!<br />

Wir sind auch als Einzelne dem<br />

Schicksal nicht so bedingungslos<br />

ausgeliefert, wie wir annehmen.<br />

Wir sind weder nur Marionetten<br />

noch Herrscher über unser Leben.<br />

Wir sind von beidem etwas. Es<br />

kommt darauf an, wie wir mit dem<br />

umgehen, was uns geschickt wird.<br />

Mit diesem ‚Wie’ können wir unser<br />

weiteres Leben, das heißt unser<br />

künftiges Schicksal, beeinflussen.<br />

Spagat zwischen Tun<br />

<strong>und</strong> Hingabe<br />

Der Psychologin <strong>und</strong> Autorin Eva<br />

Wlodarek scheint keine Not des Alltags<br />

fremd zu sein. Ihr Buch ist eine<br />

F<strong>und</strong>grube hilfreicher Tipps zur<br />

Selbsthilfe, auch zur Vorbeugung<br />

nur scheinbar unausweichlicher<br />

Unglückssituationen. Um das<br />

Wechselspiel von Schicksal <strong>und</strong><br />

persönlicher Aktion zu beleuchten,<br />

bedient sie sich eines Bildes:<br />

Schicksal <strong>und</strong> Mensch sind ein tan-<br />

zendes Paar. Doch anders als beim<br />

klassischen Paartanz wechselt die<br />

Führung: Einmal führt das Schicksal,<br />

<strong>und</strong> der Mensch hat sich anzupassen;<br />

das andere Mal ist der<br />

Mensch dran, den ersten Schritt zu<br />

tun, <strong>und</strong> das Schicksal kann reagieren.<br />

Das klingt vermessen.<br />

Doch braucht tatsächlich auch<br />

manches Geschenk des Schicksals<br />

meine Eigenleistung. Simpel gesagt:<br />

Bevor ich im Lotto gewinnen<br />

kann, muss ich den Schein ausfüllen<br />

<strong>und</strong> abliefern. Auch sonst sind<br />

glückliche Fügungen, die wir Zufälle<br />

nennen, nur dann erfolgreich,<br />

wenn wir die Gelegenheiten erkennen<br />

<strong>und</strong> nützen. Gleich, ob wir<br />

einen Partner suchen oder eine<br />

Wohnung, einen anderen Job,<br />

eine bessere Schule für die Kinder<br />

– Zusammentreffen glücklicher<br />

Umstände wollen wahrgenommen<br />

<strong>und</strong> umgesetzt werden.<br />

Sonst läuft das Glück ins Leere.<br />

Gelegentlich scheint es, als ob das<br />

Schicksal höchstpersönlich uns<br />

einen Fingerzeig gibt, wie wir denken<br />

oder handeln sollen. Meist<br />

haben wir dann den Eindruck<br />

einer plötzlichen Eingebung. Doch<br />

liegt deren Ursprung sehr oft in<br />

uns selbst, in unserem inneren Wissen,<br />

das wir seit Langem versteckt<br />

mit uns herumtragen. Psychologisch<br />

lässt sich dies <strong>gut</strong> erklären,<br />

schreibt Eva Wlodarek in ihrem<br />

Buch über Schicksalsschläge: Indem<br />

wir die „Eingebung“, den Fingerzeig,<br />

überhaupt wahrnehmen<br />

<strong>und</strong> dann als Lösungstipp akzeptieren,<br />

aktivieren wir unser lang<br />

verborgenes Wissen <strong>und</strong> finden in<br />

der Folge eine Lösung, die zu uns<br />

passt. Ähnliches geschieht wahrscheinlich,<br />

wenn jemand sein<br />

Schicksal auf dem Weg über Orakel,Tarotkarten,Pendel<strong>und</strong>andere<br />

Hilfsmittel befragen will: Er erfährt,<br />

was er eigentlich schon weiß.<br />

Unglückliche Schickungen können<br />

wir nicht ungeschehen machen.<br />

Aber ihre Folgen können wir zu unseren<br />

Gunsten abmildern. Eine aus<br />

China stammende Schriftstellerin,<br />

Ami Tan, formuliert es so: „Wenn du<br />

das Schicksal nicht ändern kannst,<br />

dann ändere deine Einstellung.“<br />

Menschen verändern sich, wenn<br />

ein Schicksalsschlag sie trifft – eine<br />

schwere Krankheit, lebenslange<br />

Behinderung, ein verunglücktes<br />

Kind. Die Möglichkeiten von<br />

Schicksalsschlägen lassen sich<br />

nicht zählen. Veränderung braucht<br />

Zeit, die man sich unbedingt zugestehen<br />

muss. Wer seine mentale<br />

<strong>und</strong> emotionale Einstellung nicht<br />

zu ändern vermag, liefert sich<br />

selbst der Verbitterung aus, <strong>und</strong><br />

seine äußeren Umstände werden<br />

sich noch verschlechtern.<br />

116 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

117


PSYCHOLOGIE<br />

PSYCHOLOGIE<br />

Das Geschick(te)<br />

annehmen<br />

Wie sehr die eigene Haltung hilft<br />

ein schweres Schicksal zu tragen,<br />

kann ich oft beobachten. In einer<br />

Großstadt wohnend, bin ich viel<br />

mit der U-Bahn unterwegs. Auf<br />

einer bestimmten Linie sehe ich<br />

häufig Fahrgäste in Rollstühlen,<br />

denn in der Nähe einer Haltestelle<br />

gibt es ein besonderes Heim. Dort<br />

finden Menschen mit schwersten<br />

Behinderungen Pflege sowie Gelegenheit,<br />

allein oder mit einem<br />

Betreuer zu Ausbildungs- oder<br />

Arbeitsstätten zu gelangen. Manche<br />

dieser „Rollies“ fallen besonders<br />

auf durch fast unglaubliche<br />

angeborene Veränderungen oder<br />

offensichtlich erworbene extreme<br />

körperliche Einbußen.<br />

Ich übe mich darin, unauffällig zu<br />

beobachten, wie diese Menschen<br />

mit ihren Begleitern oder anderen<br />

Fahrgästen umgehen. Ich suche<br />

auch das Gespräch.<br />

Ich staune: Der harte Alltag <strong>und</strong><br />

der Kampf um die pure Existenz<br />

hat sicher manche Behinderten<br />

hart gemacht. Doch die meisten<br />

strahlen eine unerwartet fre<strong>und</strong>liche<br />

Selbstverständlichkeit <strong>und</strong> Gelassenheit<br />

aus. Sie lassen mich ahnen,<br />

dass sie in ihrem ungewöhnlich<br />

belasteten Leben einen Sinn<br />

finden konnten, der sie trägt. Der<br />

Sinn des Leidens kann sich wohl<br />

nur den Betroffenen selbst erschließen.<br />

Aber wenn sie den Sinn gef<strong>und</strong>en<br />

haben, können sie uns durch ihre<br />

pure Gegenwart bereichern <strong>und</strong><br />

uns etwas lehren: Bescheidenheit<br />

<strong>und</strong> Dankbarkeit für unser eigenes<br />

Leben sowie das Gefühl der Verantwortung<br />

für unsere Mitmenschen.<br />

Auf der Suche<br />

nach dem Sinn<br />

„Was wir wollen, was wir<br />

brauchen, ist nicht nur das<br />

Geld, von dem wir leben<br />

können, sondern in erster<br />

Linie etwas, für das wir leben<br />

können – etwas, was unserem<br />

Leben Sinn gibt.<br />

Es gibt also nicht nur einen<br />

Hunger nach Brot, sondern<br />

auch einen Hunger nach<br />

Sinn. … Die Sinnorientierung<br />

ist nicht nur lebenswichtig,<br />

sondern überlebens-wichtig.“<br />

Viktor Frankl (1905 – 1997).<br />

Dieser Wiener Neurologe <strong>und</strong><br />

Professor für Psychiatrie ist der<br />

Begründer einer neuen, positiv orientierten<br />

Psychotherapie. Frankl<br />

hatte als einziger seiner jüdischen<br />

<strong>Familie</strong> die Konzentrationslager<br />

überlebt. Was ihn damals aufrecht<br />

gehalten hatte, war die Erkenntnis,<br />

dass das Leiden für ihn eine Aufgabe<br />

bedeutete: inmitten der täglichen<br />

Grausamkeiten Würde <strong>und</strong><br />

Menschlichkeit zu erhalten <strong>und</strong><br />

damit die Mithäftlinge seelisch zu<br />

stärken. So konnte er seinem Leiden<br />

einen Sinn abringen. Er selbst<br />

wollte unbedingt überleben, um<br />

später seine Erfahrungen weitergeben<br />

zu können.<br />

Er tat dies in seinem Buch „Trotzdem<br />

Ja zum Leben sagen“. Damit<br />

legte er den Gr<strong>und</strong>stein zu seiner<br />

neuen Art der Psychotherapie. Er<br />

gab ihr den Namen „Logotherapie“<br />

(griechisch logos = Wort, Sinn). Sie<br />

wird auch die Psychologie der<br />

Sinnsuche genannt. Immer wieder<br />

verwies Frankl darauf, dass die<br />

Kraft zum Durchhalten aus dem<br />

Sinn erwächst, den der Mensch darin<br />

sieht. Jeder, der Schmerz <strong>und</strong><br />

Leid erlebt, muss selbst nach dem<br />

Sinn suchen, wenn er innerlich gefestigt<br />

sein <strong>und</strong> wachsen will. Ein<br />

Therapeut darf Hilfestellung leisten,<br />

doch letzten Endes muss jeder<br />

den Sinn für sich selbst entdecken.<br />

Sinnfindung ist eine höchst persönliche<br />

Angelegenheit, die nicht<br />

fremdbestimmt sein darf.<br />

Logotherapie<br />

praktisch angewandt<br />

Viele Menschen fürchten sich vor<br />

möglichen oder unvorhergesehenen<br />

Niederlagen so sehr, dass sie<br />

kaum mehr unbefangen leben<br />

<strong>und</strong> arbeiten können. Für sie spielt<br />

sich das Leben ohnehin chaotisch<br />

ab, scheinbar unbeeinflussbar. So<br />

können sie dem Geschehen weder<br />

einen Sinn geben noch einen Zusammenhang<br />

herstellen zwischen<br />

ihrem Tun <strong>und</strong> Denken einerseits<br />

<strong>und</strong> dem, was ihnen zufällt.<br />

Ein Beispiel: Stellen Sie sich vor,<br />

eine angehende Chirurgin fürchtet<br />

jedes Mal, wenn der Klinikchef den<br />

Operationssaal betritt: „Hoffentlich<br />

zittern meine Hände nicht.“ Bald<br />

genügt allein diese Befürchtung,<br />

dass ihre Hände wirklich zittern.<br />

Die Angst lässt sie nicht mehr los,<br />

<strong>und</strong> das Zittern wird immer<br />

schlimmer. Sie sieht bereits ihre<br />

berufliche Zukunft in Gefahr.<br />

Kennen Sie ähnliche Situationen?<br />

Dass Sie sich verschreiben, sobald<br />

Ihnen jemand über die Schulter<br />

sieht? Dass Ihnen vor lauter Angst,<br />

etwas falsch zu machen, gerade<br />

dann eine Aufgabe misslingt,<br />

wenn es darauf ankommt? Manche<br />

fürchten sich so sehr, in wichtigen<br />

Situationen wieder einen<br />

Schweißausbruch zu bekommen,<br />

dass er sich prompt einstellt. Bald<br />

zittern oder schwitzen sie schon,<br />

wenn sie nur an eine solche Situation<br />

denken. Mit der Zeit geraten<br />

sie in einen Teufelskreis von Angst<br />

<strong>und</strong> Schweiß <strong>und</strong> vermehrter<br />

Angst, aus dem sie sich nicht mehr<br />

selbst befreien können.<br />

Angst ist eigentlich eine ges<strong>und</strong>e<br />

Eingebung der Natur, die uns<br />

bewahren soll, uns leichtfertig gefährlichen<br />

Situationen auszusetzen.<br />

Aber sie kann sich verselbstständigen:<br />

als Angst vor Spinnen,<br />

vor dem Fahrstuhl, vor großen<br />

Plätzen. Damit ist die „neurotische“<br />

Angst geboren. Vor einer Psychotherapie<br />

fürchten sich Betroffene<br />

oft aber noch mehr als vor ihrer<br />

Angst, weil sie es nicht ertragen<br />

würden, dass in ihrem Seelenleben<br />

herumgestochert würde. Die Logotherapie<br />

als positive Therapie<br />

„stochert“ nicht in der Vergangenheit.<br />

Sie lockt im Gespräch die positiven<br />

Kräfte hervor, die jedem<br />

Menschen innewohnen.<br />

Die List der<br />

paradoxen Intention<br />

Neben der philosophisch ausgerichteten<br />

Sinnsuche entwickelte<br />

Frankl einen einfachen <strong>und</strong> praktikablen<br />

Ansatz zur Selbsthilfe in<br />

den Nöten des Alltags. Er nannte<br />

ihn die „paradoxe Intention“. Sie<br />

hilft, erwartete Niederlagen zu vermeiden.<br />

Die paradoxe Intention<br />

(paradox = widersinnig, Intention<br />

= Absicht, Vorhaben) hilft den<br />

scheinbar Hilflosen, selbst ihre<br />

Ängste zu überwinden, statt sich<br />

ihnen auszuliefern. Sie hilft, die<br />

Erwartungsangst selber auszulöschen.<br />

Dafür ist ein bisschen Mut<br />

zur Selbstironie nötig. Ins alltägliche<br />

Deutsch übertragen bedeutet<br />

„paradoxe Intention“ so viel wie:<br />

o Wünsche dir, wovor du dich<br />

so fürchtest; meide, was du dir<br />

so sehr wünschst.<br />

Dieser Trick zeitigt oft verblüffenden<br />

Erfolg. Er lässt sich in nicht zu<br />

schweren Fällen sogar bei sich<br />

selbst anwenden. Wenn Menschen<br />

zum Beispiel mit Angst vor großen<br />

freien Räumen sich fest vornehmen<br />

können, sich zu fürchten,<br />

sobald sie sich auf einem großen<br />

freien Platz befinden; wenn sie es<br />

sich wünschen, auf der Straße<br />

ohnmächtig umzufallen – dann<br />

gelingt es ihnen natürlich nicht: Sie<br />

können sich nicht fürchten oder<br />

ohnmächtig werden.<br />

Heute setzen auch Verhaltenstherapeuten<br />

die Patienten den Auslösern<br />

ihrer Ängste aus. Das spezielle<br />

Buchtipp<br />

Eva Wlodarek: Tango vitale. Von Schicksalsschlägen<br />

<strong>und</strong> anderen glücklichen<br />

Umständen. 222 Seiten, 19,99 €.<br />

Campus Verlag, Frankfurt a.M. 2012.<br />

ISBN 978-3-593-39253-0<br />

Merkmal der paradoxen Intention<br />

ist aber, dass Sie sich dabei die<br />

Angst herbeiwünschen oder sogar<br />

noch eines draufsetzen müssen:<br />

„Jetzt werde ich dem Chef zeigen,<br />

wie stark ich meine Hände beim<br />

Operieren zittern lassen kann.“<br />

Der Angst wird der Wind aus den<br />

Segeln genommen.<br />

Sicher lässt sich mit dieser Methode<br />

nicht das ganze Feld psychischer<br />

Leiden abdecken. Aber<br />

eine Logotherapeutin oder ein Logotherapeut<br />

wird Ihnen sagen, ob<br />

diese Methode bei Ihrem Problem<br />

aussichtsreich ist. Für ihre Erfolge<br />

braucht die Logotherapie keine<br />

jahrelange Behandlung wie die<br />

Psychoanalyse oder eine Langzeitpsychotherapie.<br />

Überwiegend genügen<br />

6 bis 12 Sitzungen. Oft, vor<br />

allem wenn die Erkrankung noch<br />

nicht viele Jahre andauert, geht es<br />

sogar mit weniger Sitzungen ab.<br />

Als eigenständige Psychotherapierichtung<br />

wird die Logotherapie<br />

von den Gesetzlichen Krankenkassen<br />

gewöhnlich nicht übernommen.<br />

Text: Dr. Helga Kästner<br />

118 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012 <strong>Ratgeber</strong> 119


PSYCHOLOGIE<br />

Roswitha Stemmer-Beer<br />

Lebensberaterin, studierte Psychologie in Freiburg,<br />

lebt <strong>und</strong> arbeitet heute als freiberufliche Autorin in<br />

Eisenbach im Hochschwarzwald.<br />

Der Mann meiner<br />

Fre<strong>und</strong>in ist letztes Jahr<br />

gestorben, <strong>und</strong> nun erlebe<br />

ich mit ihr die Trauer.<br />

Wir sind seit vielen Jahren<br />

befre<strong>und</strong>et, <strong>und</strong> so habe<br />

ich Einblick in die tiefen<br />

Facetten ihrer Gefühle.<br />

Trauer ist ein so<br />

persönliches Gefühl,<br />

zeigt sich von Mensch zu<br />

Mensch unterschiedlich,<br />

da dachte ich mir, es wäre<br />

<strong>gut</strong>, einmal Trauergefühle<br />

<strong>und</strong> -gedanken aus einem<br />

persönlichen Blickwinkel<br />

zu beschreiben. Marie ist<br />

damit einverstanden.<br />

Marie: Nach diesen schweren Jahren<br />

der Pflege waren wir beide<br />

am Rand unserer Kräfte, <strong>und</strong> Fred<br />

hatte seinen Tod als ein schon<br />

längst ersehntes Ende erwartet.<br />

Ich habe ihn begleitet, so <strong>gut</strong> ich<br />

konnte. Wir waren nicht unvorbereitet,<br />

sondern hatten <strong>alles</strong> bis in<br />

alle Einzelheiten abgesprochen.<br />

Zu Anfang – nach seinem Tod –<br />

war ich stark, als ob er seinen<br />

Lebensimpuls, seine Dynamik<br />

<strong>und</strong> Energie wie einen Auftrag an<br />

mich weitergegeben hätte. Der<br />

Satz in meinem Nachruf: Es liegt<br />

im Tod eines geliebten Menschen<br />

große Trauer, aber auch eine konzentrierende<br />

Kraft – diesen Satz<br />

habe ich geglaubt, er war meine<br />

Richtschnur, mein Halteseil oder,<br />

wenn du so willst, mein Durchhalte-Programm,<br />

das ich mir verordnet<br />

habe.<br />

Ich frage: Viele hadern mit<br />

dem Verstorbenen, weil er uns<br />

allein zurückgelassen hat.<br />

Wie ist das bei dir?<br />

Marie: Ja, das geschieht natürlich<br />

besonders dann, wenn der Tod<br />

plötzlich <strong>und</strong> unerwartet eintritt.<br />

Ein solcher Tod verstört wahrscheinlich<br />

mehr als der Tod nach<br />

langer Krankheit. Aber eben – was<br />

ist hier mehr oder weniger? Gefühle<br />

kann man nicht werten oder<br />

vergleichen.<br />

Es tut weh, dass es ihn nicht mehr<br />

gibt. Ihm tut nichts mehr weh. Im<br />

Gegenteil. Er hätte sein Leben <strong>und</strong><br />

Leiden lieber schon früher beendet.<br />

Traure ich also aus Selbstmitleid?<br />

Wenn ich leide, dann leide ich<br />

um mich selbst? Um meiner selbst<br />

willen? Warum weine ich? Aus<br />

Trauer um den Toten? Aber er ist<br />

befreit, sage ich mir. Selbstmitleid<br />

<strong>und</strong> alle Schattierungen davon<br />

habe ich mir immer verboten.<br />

Ich vermisse ihn sehr. Ich bin allein,<br />

mir fehlen die Gespräche, seine<br />

Anerkennung, Schutz <strong>und</strong> Geborgenheit,<br />

mir fehlt vertraute Nähe,<br />

mir fehlt ganz normales Leben. Auf<br />

Reisen beziehe ich jetzt ein Einzel-<br />

zimmer! Plötzlich bin ich ein Single<br />

<strong>und</strong> stapfe allein durch die Welt!<br />

Du weißt, es ist nicht schwierig für<br />

mich, Kontakte zu knüpfen <strong>und</strong><br />

trotzdem: Ich sitze in der Kneipe,<br />

im Restaurant allein. Und niemand<br />

mehr, der zu Hause auf mich wartet,<br />

der mit mir redet, der auf mich<br />

eingeht, mich lobt, auch korrigiert.<br />

Ich frage:<br />

Wie fühlst du deine Trauer?<br />

Marie: Zu Anfang hatte ich Mut, in<br />

seinem Sinn weiterzumachen,<br />

dieses Gefühl hat sich schnell verflüchtigt.<br />

Aber du weißt ja, ich bin<br />

in meinem täglichen Leben <strong>gut</strong> organisiert,<br />

das bin ich ja gewohnt,<br />

aber es kamen Einbrüche von<br />

Trauer, manchmal kurz, manchmal<br />

länger. Manchmal täglich. Ein<br />

Gefühl, das kommt <strong>und</strong> geht.<br />

Wehmut nenne ich es oder Herzschmerz.<br />

Das ist ein ziehender Schmerz.<br />

Manchmal auch ein Stich ins Herz.<br />

Erinnerungen tauchen auf, schnelle<br />

Gedanken, seine Bemerkungen,<br />

die mir einfallen, flüchtige Bilder,<br />

ein Satz, ein Gefühl. Kürzlich ging<br />

ich unseren alten Waldweg, den<br />

ich seitdem schon öfter „gefahrlos“<br />

gegangen bin, <strong>und</strong> da überkam<br />

mich der Schmerz, nicht weil ich<br />

den Weg nun allein gehe, das habe<br />

ich auch früher schon gemacht,<br />

sondern, weil der Weg voller Erinnerungen<br />

steckt.<br />

Ich bin deswegen ganz allein in<br />

unser Ferienhaus gefahren, um<br />

mich der Erinnerung an frühere<br />

Zeiten auszusetzen. Überall weben<br />

Erinnerungen. Ich habe mir <strong>alles</strong><br />

ins Gedächtnis gerufen, die schönen,<br />

auch die schwierigen St<strong>und</strong>en,<br />

habe <strong>alles</strong> noch einmal in Gedanken<br />

durchlebt, betrachtet, für<br />

<strong>gut</strong> oder auch für nicht <strong>gut</strong> bef<strong>und</strong>en<br />

<strong>und</strong> dann als endgültig VOR-<br />

BEI abgesegnet. Ich habe mit den<br />

Pflanzen, die wir gemeinsam gepflanzt<br />

haben, mit den Steinen,<br />

mit der Mauer, die er einmal gesetzt<br />

hat, gesprochen <strong>und</strong> ihnen<br />

erzählt, dass er nicht mehr ist.<br />

Ich frage: Manche fühlen sich<br />

schuldig, weil sie glauben,<br />

sie hätten vieles versäumt,<br />

wie ist das bei dir?<br />

Marie: Ja, manchmal denke ich, ich<br />

hätte in seiner Leidenszeit – besonders<br />

in der letzten Phase – geduldiger<br />

sein müssen, hätte mir<br />

mehr Zeit nehmen müssen. Aber<br />

wirklich, du weißt, ich habe mein<br />

Bestes getan, mehr konnte ich<br />

nicht leisten <strong>und</strong> – niemand kann<br />

sich bis zur Selbstverleugnung aufgeben.<br />

Selbstaufgabe darf <strong>und</strong><br />

sollte nicht verlangt werden. Aber<br />

ich habe erfahren, wie schwierig<br />

die Gratwanderung ist.<br />

Es gibt in der Literatur zur<br />

Trauerbewältigung die vier<br />

verschiedenen Phasen zum<br />

richtigen Trauern. Man könnte<br />

meinen, wenn man diese vier<br />

Phasen systematisch durchläuft,<br />

dann sei das Ergebnis, dass<br />

man frei von Trauer ist.<br />

Marie: Ja, aber so geht das nicht,<br />

wenigstens bei mir nicht. Das suggeriert,<br />

man müsse nur das <strong>und</strong><br />

das „regelrecht“ absolvieren, <strong>und</strong><br />

dann sei <strong>alles</strong> vorbei. Das Vermissen<br />

wird nie vorbei sein. Ich erlebe,<br />

dass die Phasen sich abwechseln<br />

oder überlagern, manchmal täglich<br />

verschiedene, das ist dann ein<br />

120 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

121


PSYCHOLOGIE<br />

PSYCHOLOGIE<br />

Gefühlschaos, das ist nicht berechenbar.<br />

Eine „Häutung“ könnte<br />

man es aber schon nennen. Man<br />

spricht heutzutage immer von<br />

Trauerarbeit. Für mich ist dies ein<br />

Prozess der Ablösung, aber das ist<br />

eigentlich nicht richtig, ich würde<br />

lieber sagen, es ist eine Umorientierung<br />

in diesem Sinn, dass ich<br />

mein Leben umorganisiere, „umbaue“.<br />

Mir hat aber eine Meditation<br />

sehr geholfen: Zu einer bestimmten<br />

Zeit – morgens – meditiere ich<br />

<strong>und</strong> stelle mir ihn dabei intensiv<br />

vor, das ist traurig <strong>und</strong> ich muss dabei<br />

weinen. Ich nehme mir die Zeit,<br />

die ich brauche, ich lasse kommen,<br />

was kommt, <strong>und</strong> lasse <strong>alles</strong> ziehen.<br />

In mir entspannen sich dann trotz<br />

Wehmut <strong>und</strong> Weinen die Stimmungen.<br />

Und wenn ich das Gefühl<br />

habe, ich möchte mich jetzt aus<br />

dieser Gedankenreise lösen, tue<br />

ich etwas sofort <strong>und</strong> praktisch. Das<br />

habe ich mir vorneweg schon vorgenommen,<br />

<strong>und</strong> das wird dann<br />

getan.<br />

Ich frage:<br />

Kannst du weinen?<br />

Marie: Kann man trauern, ohne zu<br />

weinen? Bei mir steigen die Tränen<br />

schnell auf, die mich überfluten<br />

können. Als sich Todesnacht<br />

<strong>und</strong> Todestag zum ersten Mal<br />

jährten, habe ich intensiv an ihn<br />

gedacht <strong>und</strong> gewacht, Kerzen vor<br />

seinem Bild entzündet, schwermütige<br />

Gedanken gehabt <strong>und</strong><br />

Ströme von Tränen vergossen.<br />

Sozusagen habe ich meinen<br />

ganzen Lebensschmerz in dieser<br />

Nacht abgearbeitet. Das empfand<br />

ich als anstrengend, aber sehr<br />

wichtig.<br />

Ich frage: Glaubst du, dass du<br />

wieder glücklich wirst?<br />

Marie: Du weißt ja, dass wir fast unablässig<br />

über mein Leben nach seinem<br />

Tod gesprochen haben. Das<br />

war mir oft zu viel. Und war – wie<br />

sich jetzt herausstellt – eine vorweggenommene<br />

Trauer, ja wir<br />

haben zu zweit getrauert.<br />

Im Gr<strong>und</strong>e bin ich ja ein dem<br />

Leben zugewandter Mensch <strong>und</strong><br />

Trauer <strong>und</strong> Wehmut sind für mich<br />

kein Dauerzustand. Ich gehöre<br />

nicht zu denen, die ununterbrochen<br />

über ihren Verlust klagen,<br />

wenn ich ihn auch stark empfinde.<br />

Und ich bezeichne mich auch nicht<br />

als depressiv. Ja, Schwermut empfinde<br />

ich. Aber ich kann auch<br />

glücklich sein, das Leben freut<br />

mich, ich erlebe intensiver denn je<br />

die Natur, ich genieße ein Essen<br />

mit Fre<strong>und</strong>en, ich lache <strong>und</strong> kann<br />

vergessen, wir können sogar über<br />

Fred reden. Dann entsteht vielleicht<br />

eine kleine Wehmut, aber<br />

sonst ist nichts.<br />

Aber diese Reaktionen sind nicht<br />

sicher. Unter den gleichen Bedingungen,<br />

den gleichen Situationen,<br />

kann es sein, dass ich ganz anders<br />

reagiere. Der Schmerz ist heftig<br />

<strong>und</strong> tief. Ich kann also nicht sagen,<br />

ich hätte meine Reaktionen im<br />

Griff. Und das muss man wissen,<br />

ich für mich <strong>und</strong> andere über mich.<br />

Vorschläge zur<br />

Trauerbewältigung<br />

Lassen wir die persönlichen Aussagen<br />

von Marie <strong>und</strong> wenden wir<br />

uns den neueren Erkenntnissen<br />

der Wissenschaft zu. In Joachim<br />

Wittkowskis Buch „Sterben, Tod<br />

<strong>und</strong> Trauer“ mit seinen wissenschaftlich<br />

f<strong>und</strong>ierten Artikeln<br />

verschiedener Autoren aus dem<br />

Gebiet der Forschung über das<br />

Sterben <strong>und</strong> den Tod findet sich<br />

ein Kapitel von Therese A. Rando<br />

über den Prozess des Trauerns.<br />

Dort beschreibt sie einen „Trauerweg“,<br />

eine Auseinandersetzung als<br />

eine Empfehlung für Trauernde.<br />

Rando ist davon überzeugt, dass<br />

Trauerprozesse individuell unterschiedlich<br />

verlaufen. Ihr „Regularium“<br />

sei Anregung, <strong>und</strong> es bleibe<br />

frei, die Punkte in eigener Wahl<br />

aufzugreifen. Mag sein, der eine<br />

vernachlässigt einen Punkt, während<br />

ein anderer gerade diesen<br />

besonders lang bearbeitet.<br />

Sehr verknappt möchte ich Sie mit<br />

den Stationen der sechs Prozesse<br />

nach Rando vertraut machen. (Zitate<br />

von Rando sind kursiv gesetzt,<br />

nicht kursiv ist die gekürzte Bearbeitung<br />

der Autorin):<br />

1. Den Verlust erkennen:<br />

Zunächst muss der Trauernde erkennen,<br />

akzeptieren, dass der Tod<br />

stattgef<strong>und</strong>en hat. Der Trauernde<br />

muss sich damit auseinandersetzen<br />

<strong>und</strong> verstehen, was den Tod<br />

bewirkt hat: Wie kam es zum Tod?<br />

Ein Unglück? Oder ein Krankheitsablauf?<br />

Ursachen <strong>und</strong> Verlauf, „die<br />

Realität des Todes einer geliebten<br />

Person“ werden zunächst auf einer<br />

verstandesmäßigen Ebene reflektiert.<br />

Eine emotionale Verarbeitung<br />

braucht viel länger. „Emotional<br />

zu akzeptieren geschieht meist<br />

in einer wiederholten <strong>und</strong> schmerzlichen<br />

Konfrontation mit der Abwesenheit<br />

der geliebten Person.“<br />

2. Auf die Trennung reagieren:<br />

Nach Bewusstwerden des Todes<br />

muss auf die Realität reagiert werden:<br />

„1. Das Erleben des Schmerzes,<br />

das Spüren, Erkennen <strong>und</strong> Ausdrücken<br />

aller psychischen Reaktionen,<br />

auch das Gewahrwerden <strong>und</strong> Betrauern<br />

der Veränderungen in den<br />

alltäglichen Abläufen.“<br />

3. Rückbesinnung auf den<br />

Verstorbenen <strong>und</strong><br />

Nachempfinden der Beziehung:<br />

Wichtig wird eine realistische<br />

Rückbesinnung an den Verstorbenen,<br />

also Erinnerung an Erlebnisse<br />

mit ihm <strong>und</strong> Charaktereigenschaften,<br />

positiver wie auch negativer<br />

Art. Wichtig ist auch das Beleben<br />

aller Gefühle, die mit dem Verstorbenen<br />

verb<strong>und</strong>en waren.<br />

4. Die alten Bindungen an den<br />

Verstorbenen <strong>und</strong> an die alte<br />

angenommene Welt preisgeben:<br />

„Wenn die Bindungen an den Verstorbenen<br />

erst einmal hinreichend gelockert<br />

sind, müssen sie aufgegeben<br />

werden. Der Trauernde möchte diese<br />

Verbindungen zur geliebten Person<br />

nicht preisgeben; Loslassen verursacht<br />

schwerwiegende Verluste <strong>und</strong><br />

lässt ihn (den Trauernden, d. A.) unsicher<br />

<strong>und</strong> ängstlich in einer Welt ohne<br />

den Verstorbenen. Auch Sätze wie<br />

zum Beispiel „Er/sie wird immer für<br />

mich da sein.“ – „Wir werden gemeinsam<br />

alt werden“, stimmen nicht<br />

mehr. Zukunftsperspektiven, Pläne<br />

<strong>und</strong> Überzeugungen müssen überdacht<br />

oder aufgegeben werden.<br />

5. Sich neu ordnen, um sich<br />

anpassungsfähig in die neue<br />

Welt zu begeben, ohne die<br />

alte zu vergessen:<br />

„Wenn der Trauernde die alten Bindungen<br />

an den Verstorbenen <strong>und</strong><br />

die alte angenommene Welt gelöst<br />

hat, ist er frei, um neue Bindungen<br />

aufzubauen, die den eingetretenen<br />

Veränderungen entsprechen. Bei<br />

diesem Prozess unternimmt das<br />

Individuum aktiv Schritte, um den<br />

Verlust zu verarbeiten.“<br />

6. Der Trauernde muss neue<br />

Daseinsstrategien entwickeln:<br />

„Um den Verlust der geliebten<br />

Person zu kompensieren, muss er<br />

häufig neue Rollen einnehmen,<br />

neue Fertigkeiten <strong>und</strong> Verhaltensweisen<br />

erwerben <strong>und</strong> neue Beziehungen<br />

eingehen.“<br />

7. Der Trauernde muss sein<br />

Selbstbild entsprechend der<br />

veränderten Realität verändern:<br />

„Eine persönliche Neuorientierung<br />

ist erforderlich: Was verändert ist,<br />

muss erkannt <strong>und</strong> betrauert werden,<br />

was fortbesteht, muss bekräftigt<br />

werden, <strong>und</strong> was neu ist, muss<br />

einbezogen werden. Altes <strong>und</strong> neues<br />

Selbst müssen integriert werden.“<br />

8. Neu investieren:<br />

„Wenn neue Bindungen den Verstorbenen<br />

auch nicht ersetzen werden,<br />

können den Trauernden doch andere<br />

neue emotionale Beziehungen<br />

erfüllen, die mit dem Tod verloren<br />

gegangen waren. Die Neuinvestition<br />

muss nicht in eine Person mit<br />

derselben Rolle wie der des Verstorbenen<br />

erfolgen, <strong>und</strong> sie muss nicht<br />

einmal in einer Person erfolgen.<br />

Neue Rollen, Ideale <strong>und</strong> Ziele können<br />

dem Trauernden Befriedigung<br />

als Ertrag seines Engagements<br />

verschaffen.“<br />

Ihre<br />

Meine Anschrift:<br />

Roswitha Stemmer-Beer<br />

<strong>Ratgeber</strong> <strong>Frau</strong> <strong>und</strong> <strong>Familie</strong><br />

79664 Wehr<br />

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Gefühle trainieren<br />

122<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

123


Mein schönes<br />

Zuhause<br />

Mit einem Treppenlift bleibt man auch im Alter in seiner<br />

gewohnten Umgebung mobil <strong>und</strong> unabhängig. Der Lifta<br />

Esprit ist das erste Modell des Marktführers für Treppenlifte in<br />

Deutschland, der nur eine schlanke Schiene benötigt. Durch<br />

die mit minimalem Abstand über den Boden geführte Schiene<br />

<strong>und</strong> den formschönen Sitz fügt sich der Lifta zurückhaltend-harmonisch<br />

in das wohnliche Umfeld ein. Lifta ist<br />

mit kompetenten Beratern <strong>und</strong> Technikern überall<br />

in Deutschland für Sie da.<br />

Auch im Alter in den eigenen<br />

vier Wänden – wer wünscht<br />

sich das nicht! Mit ein paar<br />

Hilfsmitteln lassen sich kleine<br />

oder auch große Hürden<br />

überwinden.<br />

Die Angst vor Einbrechern wird oft im Alter größer. Wer sie<br />

überlisten will, muss sich etwas Ungewöhnliches einfallen<br />

lassen: Dieser kleine TV-Simulator liefert täuschend echt<br />

die Lichteffekte eines Fernsehers. Von außerhalb Ihres<br />

Zuhauses ist der TV-Simulator nicht von einem echten Fernseher<br />

zu unterscheiden. Einbrecher meiden in den meisten<br />

Fällen belebt wirkende Häuser.<br />

Diese Fernsehattrappe ist sparsam<br />

im Verbrauch. Der TV-Simulator<br />

schaltet automatisch bei Dämmerung<br />

ein <strong>und</strong> die Laufzeit ist<br />

von 4 – 7 St<strong>und</strong>en wählbar. Erhältlich<br />

bei Wellsana.<br />

Haare waschen wird bei Senioren oftmals zum Problem. Mit dem Kopf<br />

im Waschbecken ist es sehr mühselig. Die Waschbecken-Dusche, bei<br />

Wellsana erhältlich, vereinfacht das Haarewaschen. Mit ihr wird es<br />

einfach <strong>und</strong> bequem! Die spezielle Waschbecken-Dusche ist praktisch<br />

für zu Hause <strong>und</strong> für unterwegs! Dank des Universal-Adapters eignet<br />

sie sich für alle Wasserhähne.<br />

Diese Sitz- <strong>und</strong> Aufstehhilfe<br />

erhältlich bei Wellsana ist ideal<br />

für Menschen mit Einschränkungen<br />

im Hüft- oder Kniebereich.<br />

Einfach hinsetzen <strong>und</strong> der Sitz<br />

führt Sie sicher in die gewünschte<br />

Position. Zum Aufstehen einfach<br />

den Körper etwas anheben – <strong>und</strong><br />

schon werden Sie komfortabel in<br />

den Stand geführt. Der hydraulische<br />

Mechanismus funktioniert<br />

automatisch, Strom oder Batterien<br />

sind nicht erforderlich. Die<br />

ergonomische Polsterung sorgt<br />

für hohen Sitzkomfort <strong>und</strong> kann<br />

auf jedem Stuhl oder Sessel<br />

benutzt werden.<br />

WOHNEN<br />

Für Menschen mit venösen Beinerkrankungen<br />

sind Kompressionsstrümpfe<br />

unerlässlich. Das Anziehen<br />

ist jedoch nur mit Geschick,<br />

Kraftaufwand oder Hilfe möglich,<br />

was für Senioren <strong>und</strong> Personen<br />

mit motorischer Beeinträchtigung<br />

ein Problem darstellt. Mit dieser<br />

Anziehhilfe lassen sich Kompressionsstrümpfe<br />

ganz einfach überstreifen.<br />

Der Strumpf wird über<br />

die halbkreisförmige Halterung<br />

gestülpt <strong>und</strong> der Fuß gleitet wie<br />

von selbst hinein. Auch über der<br />

Ferse <strong>und</strong> dem Spann sitzt der<br />

Strumpf sofort perfekt <strong>und</strong> faltenfrei.<br />

Erhältlich bei BADER.<br />

124 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012


EXOTISCHE KRÄUTER & WÜRZPFLANZEN<br />

Aus aller Herren Länder<br />

Exotische Kräuter<br />

& Würzpflanzen<br />

Wenn’s draußen von Tag zu Tag ungemütlicher wird, ist auch im<br />

Küchengarten nicht mehr viel zu holen. Auf frisch gezupftes Würzgrün<br />

muss dennoch niemand verzichten. Jamaika-Thymian, Puerto-Rico-<br />

Oregano <strong>und</strong> viele andere Kräuter aus wärmeren Gefilden gedeihen<br />

prima auf der Fensterbank <strong>und</strong> liefern den ganzen Winter lang die<br />

köstlichsten Aromen.<br />

Perfekt fürs kühle<br />

Treppenhaus<br />

Nichts gegen Gummibaum oder<br />

Birkenfeige. Doch wer selbst angebaute<br />

Gaumenfreuden liebt,<br />

wird mit herkömmlichem Zimmergrün<br />

kaum glücklich. Essbare<br />

Pflanzen auf der Fensterbank – das<br />

hingegen wär’s! Und es gibt sie tatsächlich:<br />

würzige Kräuter aus aller<br />

Welt, die im Zimmer hervorragend<br />

gedeihen <strong>und</strong> somit r<strong>und</strong> ums Jahr<br />

beerntbar sind. Für Einsteiger besonders<br />

<strong>gut</strong> geeignet ist der nahezu<br />

unverwüstliche Zimmerknoblauch,<br />

lat. Tulbaghia violacea. Seine<br />

grasartigen Blätter schmecken<br />

ebenso wie die im Sommer erscheinenden<br />

lila Blütchen intensiv<br />

nach Knoblauch, was ihn zu einer<br />

leckeren Spezialität für die pikante<br />

Küche macht. Wem der stets<br />

schnupperbare „Knofi-Duft“ im<br />

Wohnzimmer nicht ganz geheuer<br />

ist, verbannt die Pflanze kurzerhand<br />

ins kühlere Treppenhaus.<br />

Auch hier fühlt sich der Zimmerknoblauch<br />

pudelwohl, will dann<br />

allerdings so hell wie nur irgend<br />

möglich stehen. Ebenfalls einen<br />

lichten Fensterplatz im 10°C bis<br />

15°C kühlen Treppenhaus wünscht<br />

sich der Winter-Estragon „Yauhtli“,<br />

lat. Tagetes lucida, ein südamerikanisches<br />

Würzkraut mit feinem<br />

Anisaroma. Man kann die abgezupften<br />

Blätter wie Estragon verwenden,<br />

sie über Fisch- <strong>und</strong> Geflügelgerichte<br />

streuen oder – ganz<br />

traditionell – Kakaogetränke mit<br />

dem frischen Grün verfeinern. Damit<br />

sich die Pflanze <strong>gut</strong> verzweigt,<br />

werden, wie bei allen Kräutern, jeweils<br />

ganze Triebspitzen geerntet<br />

<strong>und</strong> die nicht sofort benötigten<br />

Blätter als Würzvorrat getrocknet.<br />

EXOTISCHE KRÄUTER & WÜRZPFLANZEN<br />

Manche mögen<br />

Küchendampf<br />

Ebenfalls ein sehr <strong>gut</strong>er Platz für<br />

Zimmerkräuter ist die Küchenfensterbank<br />

– <strong>und</strong> das nicht nur, weil<br />

man die frische Würze hier sogleich<br />

zur Hand hat! Wohltemperierte<br />

15°C bis 20°C <strong>und</strong> gelegentlicher<br />

Kochtopfdampf machen das<br />

Fensterbrett der Küche zum idealen<br />

Standort für Pflanzen, die es<br />

nur mäßig warm, dafür aber recht<br />

luftfeucht lieben. Vor allem das lecker<br />

nach Champignons schmeckende<br />

Pilzkraut, lat. Rungia klossii,<br />

gedeiht hier prächtig. Ebenso<br />

Stevia, lat. Stevia rebaudiana, <strong>und</strong><br />

Aztekisches Süßkraut, lat. Lippia<br />

dulcis, beides hervorragende Zuckerersatz-Pflanzen,<br />

die köstliche<br />

Süße für Tees ganz ohne Kalorien<br />

liefern. Während Stevia straff aufrecht<br />

wächst, eignet sich das Ranken<br />

bildende Aztekische Süßkraut<br />

prima für Ampeln oder Hängekörbe,<br />

sodass das Küchenfenster auch<br />

in der Höhe voll genutzt werden<br />

kann. Bleibt noch genügend Platz<br />

auf dem Sims, dürfen mit Apfelsalbei,<br />

lat. Salvia rutilans ‘Golden Delicious’,<br />

Zitronenverbene, lat. Lippia<br />

citriodora, <strong>und</strong> Strauchbasilikum,<br />

lat. Ocimum kilimandscharicum<br />

x basilicum Purpurascens<br />

‘African Blue’, drei weitere, ebenso<br />

schmackhafte wie wüchsige Zimmerkräuter<br />

in die Küche einziehen.<br />

Werden die Pflanzen mit der Zeit<br />

zu groß für die Fensterbank,<br />

schneidet man aus 10–15 cm langen<br />

Triebspitzen einfach ein paar<br />

Stecklinge als Ersatz <strong>und</strong> bewurzelt<br />

diese in einem Wasserglas.<br />

Aroma-Ecke im<br />

Badezimmer<br />

Ein paar Grade mehr oder weniger<br />

sind den meisten Zimmerkräutern<br />

einerlei. Viel wichtiger für <strong>gut</strong>es<br />

Wachstum ist ihnen stattdessen<br />

ausreichend Licht bei möglichst<br />

hoher Luftfeuchtigkeit. Rücken Sie<br />

Ihre grünen Aromaspender deshalb<br />

vor allem während der düste-<br />

126 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

127


EXOTISCHE KRÄUTER & WÜRZPFLANZEN<br />

EXOTISCHE KRÄUTER & WÜRZPFLANZEN<br />

Im Herbst bewurzelte<br />

Stecklinge des Strauchbasilikums<br />

lassen sich<br />

besonders <strong>gut</strong> auf der<br />

Fensterbank überwintern.<br />

ren Wintermonate ganz nah ans<br />

Fenster <strong>und</strong> ziehen Sie sämtliche<br />

lichtschluckenden Gardinen beiseite.<br />

Um die Luftfeuchte zu erhöhen,<br />

empfiehlt es sich, die Pflanzen<br />

auf wassergefüllte Kiesuntersetzer<br />

zu stellen. Auch gegen eine tägliche<br />

Nebeldusche aus der Sprühflasche<br />

haben Pilzkraut <strong>und</strong> Co.<br />

nichts einzuwenden. Zu den Zimmerkräutern,<br />

die es gleichzeitig<br />

kuschelig warm (etwa 20°C) <strong>und</strong><br />

besonders luftfeucht lieben, zählen<br />

der Vietnamesische Koriander,<br />

lat. Polygonum odoratum,<br />

das Zitronengras, lat. Cymbopogon<br />

citratus, <strong>und</strong> die Reisfeldpflanze<br />

„Rau Om“, lat. Limnophila<br />

aromatica. Reservieren Sie diesen<br />

dreien, wenn möglich, einen Platz<br />

auf dem Badezimmersims oder<br />

Im Spätherbst überrascht<br />

der Apfelsalbei mit feuerroten,<br />

überaus delikat<br />

schmeckenden Blütchen.<br />

gönnen Sie ihnen in heiztrockener<br />

Wohnzimmerluft mindestens eine<br />

„Sprüh-Spa“ pro Tag. Auch auf<br />

reichlich bemessene Gießwasserrationen<br />

legt das Trio großen Wert.<br />

So wachsen Zitronengras <strong>und</strong> Vietnamesischer<br />

Koriander am liebsten<br />

in sehr feucht, jedoch nicht<br />

staunass gehaltenen Erdsubstraten.<br />

Die Reisfeldpflanze topft man<br />

indes besser in luftiges Blähtonoder<br />

Seramis-Granulat <strong>und</strong> stellt<br />

sie in einen wassergefüllten Untersetzer.<br />

Immer rein in die <strong>gut</strong>e<br />

Stube!<br />

Von feuchter Luft <strong>und</strong> Wärme kann<br />

auch der Frucht- oder Zimmerlindensalbei,<br />

lat. Salvia dorisiana,<br />

kaum genug bekommen. Fürs Ba-<br />

Kurz mitgegart, kommt das<br />

feine Champignon-Aroma<br />

des Pilzkrauts besonders<br />

<strong>gut</strong> zur Geltung.<br />

dezimmersims ist die bis zu anderthalb<br />

Meter hoch wachsende<br />

Pflanze allerdings meist zu groß.<br />

So muss der lindgrüne Salbei-Exot<br />

letztendlich doch mit einem Platz<br />

auf der Wohnzimmerfensterbank<br />

oder direkt hinter der Balkonglastür<br />

Vorlieb nehmen. Damit seine<br />

großen, weichen Blätter hier nicht<br />

vertrocknen, sollten Sie sie möglichst<br />

oft in feinen Sprühnebel einhüllen.<br />

Als Dank für die besondere<br />

Aufmerksamkeit treibt das XXL-<br />

Kraut ab November die schönsten<br />

rosa Blüten.<br />

Wer nach etwas pflegeleichterem<br />

Würzgrün fürs Wohnzimmerfenster<br />

sucht, liegt derweil mit Mexikanischem<br />

Oregano, lat. Poliomintha<br />

longiflora, Jamaika-Thymian,<br />

lat. Coleus amboinicus, <strong>und</strong> Puerto-Rico-Oregano,<br />

lat. Plectranthus<br />

species, goldrichtig. Dank dicker,<br />

derber Blätter tolerieren diese<br />

drei Aromapflanzen sowohl trockene<br />

Heizungsluft als auch gelegentliche<br />

Gießpausen – vorausgesetzt,<br />

man mutet ihnen keinen allzu<br />

dusteren Standort zu. Einen<br />

weiteren Pluspunkt heimst das Trio<br />

für seine geringe Schädlingsanfälligkeit<br />

ein. Vor allem Spinnmilben,<br />

Blatt- <strong>und</strong> Schildläuse fürchten<br />

Zimmerkräuter-Gärtner. Ist die<br />

Luft recht trocken <strong>und</strong> stehen die<br />

Pflanzen nicht hell genug, nisten<br />

sich diese Schädlinge besonders<br />

gerne ein. Kontrollieren Sie die<br />

Blätter <strong>und</strong> Triebspitzen Ihrer würzigen<br />

Mitbewohner deshalb regelmäßig<br />

<strong>und</strong> duschen Sie sie bereits<br />

bei geringstem Befall mit einem<br />

kräftigen Wasserstrahl ab. Bemerkt<br />

man die vermehrungsfreudigen<br />

Plagegeister zu spät, hilft meist nur<br />

noch mehrmaliges tropfnasses<br />

Einsprühen mit handelsüblichen<br />

Bio-Pflanzenschutzmitteln (z. B.<br />

„Neudosan-Obst<strong>und</strong>Gemüse-<br />

Schädlingsfrei“ oder „BAYER Bio<br />

Schädlingsfrei Neem“) oder – etwas<br />

kostengünstiger – mit selbst<br />

angerührter Seifenlauge (1 L Wasser<br />

+ 2 EL Schmierseife + 1 Spritzer<br />

Spiritus).<br />

Text <strong>und</strong> Fotos: Stefanie Schäffer<br />

Bezugsadressen<br />

Neben <strong>gut</strong> sortierten Gärtnereien<br />

vor Ort bieten unter<br />

anderen folgende Versandhändler<br />

eine Auswahl der<br />

hier vorgestellten Pflanzen<br />

an:<br />

Die Blumenschule<br />

86956 Schongau<br />

Telefon: 08861 7373<br />

www.shop2.blumenschule.de<br />

Rühlemann’s Kräuter &<br />

Duftpflanzen<br />

27367 Horstedt<br />

Telefon: 04288 928558<br />

www.kraeuter-<strong>und</strong>-duftpflanzen.de<br />

Staudengärtnerei<br />

Gaissmayer<br />

89257 Illertissen<br />

Telefon: 07303 7258<br />

www.gaissmayer.de<br />

Die langen, blütenbesetzten<br />

Ranken des Aztekischen<br />

Süßkrauts machen<br />

sich <strong>gut</strong> in Ampeln <strong>und</strong><br />

Hängekörben.<br />

Dank seiner weichbehaarten,<br />

fleischigen<br />

Blätter verträgt der<br />

Puerto-Rico-Oregano<br />

sowohl Wärme als auch<br />

Trockenheit.<br />

Darf der Mexikanische<br />

Oregano den Sommer auf<br />

Balkon oder Terrasse<br />

verbringen, blüht er dort<br />

ohne Unterlass.<br />

Syringa Duftpflanzen<br />

<strong>und</strong> Kräuter<br />

78247 Binningen<br />

Telefon: 07739 1452<br />

www.syringa-pflanzen.de<br />

128 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

129


K<br />

opfschüttelnd sah Britta<br />

aus dem Taxifenster.<br />

Seit nunmehr 24 St<strong>und</strong>en schneite<br />

es ununterbrochen. Die Stadt<br />

versank nicht nur im Schnee,<br />

sondern allmählich auch im<br />

Chaos. Weil die Räumfahrzeuge<br />

nicht mehr nachkamen,<br />

waren viele Straßen<br />

unpassierbar. Die Straßenbahn<br />

hatte den Betrieb bereits<br />

eingestellt ebenso wie<br />

die Busunternehmen. Am<br />

Hauptbahnhof, an dem das<br />

Taxi gerade vorbeifuhr,<br />

drängten sich Menschenmassen,<br />

denn die Züge fuhren<br />

nur noch sporadisch. Diejenigen,<br />

die bereits aufgegeben<br />

hatten auf einen Zug oder ein Taxi<br />

zu warten, stapften mit missmutigem<br />

Gesichtsausdruck durch<br />

den Schnee, um zu Fuß nach<br />

Hause oder zumindest zum<br />

nächsten Hotel zu gelangen.<br />

„Ich fürchte, hier kommen wir nicht weiter.“ Die<br />

Stimme des Taxifahrers riss Britta aus ihren Betrachtungen.<br />

„Die Königsbrücke ist gesperrt.“ Er wendete<br />

den Wagen schlingernd. „Können wir es nicht über<br />

die Konradstraße versuchen?“, schlug Britta vor. „Versuchen<br />

können wir es, aber wenn wir dort auch nicht<br />

durchkommen, dann werden wir es nicht in die Alleestraße<br />

schaffen“, antwortete der junge Mann <strong>und</strong> kurbelte<br />

das Fenster herunter, um den Seitenspiegel<br />

vom Schnee zu befreien. Der kurze Moment reichte,<br />

um Schneeflocken <strong>und</strong> eisigen Wind ins Taxi zu blasen.<br />

Britta schauderte. Als sie ihre Wohnung heute<br />

Morgen verlassen hatte, war sie davon ausgegangen,<br />

im beheizten Bus nach Hause zu fahren. Stattdessen<br />

irrte sie im Taxi durch die Stadt, in der Hoffnung,<br />

irgendwie doch noch zu ihrer gemütlichen Wohnung<br />

zu gelangen, die ihr wie eine Oase in der Schneewüste<br />

erschien.<br />

Laut einer Modezeitschrift, in der Britta neulich im<br />

Wartezimmer beim Tierarzt geschmökert hatte, war<br />

Von<br />

Manuela Feiler<br />

sie mit ihren dunkelbraunen Haaren<br />

<strong>und</strong> den blauen Augen ein klassischer<br />

Sommertyp. Diese Feststellung traf nicht<br />

nur auf ihr Aussehen, sondern auch auf ihre jahreszeitlichen<br />

Vorlieben zu: Britta liebte den Sommer <strong>und</strong><br />

die Sonne. Dem Winter jedoch hatte sie noch nie etwas<br />

Positives abgewinnen können. Schnee <strong>und</strong> Eis<br />

machten die Straßen glatt. Dunkelheit <strong>und</strong> Nebel<br />

drückten auf die Stimmung <strong>und</strong><br />

Weihnachten ließ ihre Ersparnisse<br />

dahinschmelzen. Dann das Gedränge in<br />

den Straßen, die schlechte Luft in den Kaufhäusern<br />

<strong>und</strong> die Kälte, die Nasen <strong>und</strong> Ohren rot verfärbte<br />

<strong>und</strong> Zehen gefühllos werden ließ. Wenn sie nur schon<br />

zu Hause wäre, um in einem heißen Schaumbad zu<br />

versinken <strong>und</strong> im Reisekatalog zu blättern. Britta<br />

seufzte.<br />

Der junge Mann warf ihr einen kurzen Blick zu <strong>und</strong><br />

konzentrierte sich dann wieder auf die Straße, die in<br />

dem Gewirr von Schneeflocken kaum zu erkennen<br />

war. Die Scheibenwischer sausten auf höchster Stufe<br />

hin <strong>und</strong> her, doch sie schafften es nicht mehr, den<br />

Schneemengen beizukommen. Deshalb sah der Taxifahrer<br />

die Schneeverwehung erst, als es zu spät war.<br />

Der Motor heulte auf, die Räder drehten durch, dann<br />

stand das Taxi still.<br />

„Das darf doch nicht wahr sein!“ Schimpfend stieg<br />

der junge Mann aus, um den Schaden zu inspizieren.<br />

Britta sah, wie er um das Auto herumging, sich am<br />

Kopf kratzte, sodass seine roten Locken in alle Richtungen<br />

abstanden, <strong>und</strong> gleich darauf wieder einstieg.<br />

Erneut startete er den Motor<br />

<strong>und</strong> erneut drehten die Räder<br />

durch. Nach zwei weiteren vergeblichen<br />

Versuchen schaltete er den<br />

Zähler am Armaturenbrett aus <strong>und</strong><br />

drehte sich um. „Ich schätze, wir<br />

hängen fest.“„Bitte nicht“, stöhnte<br />

Britta.„Können Sie nicht den Pannendienst<br />

rufen?“„Leider nein.“ Er<br />

schüttelte den Kopf. „Die Zentrale hat vor einer St<strong>und</strong>e<br />

die Info herausgegeben, dass der Pannendienst<br />

die nächsten St<strong>und</strong>en keine Aufträge mehr annimmt.<br />

Bei dem Wetter kommen sie nicht mehr durch. Aus<br />

diesem Gr<strong>und</strong> war ich auch auf dem Nachhauseweg,<br />

als der Auftrag für diese Fahrt hier kam. Da Ihr Ziel auf<br />

dem Weg liegt, dachte ich es wäre eine <strong>gut</strong>e Idee,<br />

noch einen letzten Fahrgast mitzunehmen.“ Er zuckte<br />

mit den Schultern. „Ich schätze, uns bleibt nichts anderes<br />

übrig, als das Taxi stehen zu lassen <strong>und</strong> nach<br />

Hause zu laufen.“<br />

Britta musterte stirnrunzelnd ihre Wildlederstiefel, die<br />

perfekt zum Cordkleid passten, aber genau wie der<br />

Rest der Kleidung weder besonders warm noch wasserdicht<br />

waren. „Wir laufen einfach ein bisschen<br />

schneller, dann wird uns warm werden“, stellte der<br />

Taxifahrer, dem ihre Bedenken nicht entgangen waren,<br />

tröstend fest. Dann zog er den Zündschlüssel ab<br />

<strong>und</strong> öffnete die Autotüre. In Sek<strong>und</strong>enschnelle war<br />

der Wagen mit beißender Kälte gefüllt <strong>und</strong> Britta<br />

blieb nichts anderes übrig, als ebenfalls auszusteigen<br />

130 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

131


KURZGESCHICHTE<br />

KURZGESCHICHTE<br />

<strong>und</strong> hinter dem jungen Mann her zu stapfen, der entschlossenen<br />

Schrittes Richtung Stadtmitte lief. Die<br />

Alleestraße würde auf seinem Nachhauseweg liegen,<br />

hatte er vorhin gesagt. Zumindest würde sie nicht<br />

alleine durch den Schneesturm wandern müssen.<br />

Britta beschleunigte ihre Schritte, bis sie auf gleicher<br />

Höhe mit dem Taxifahrer war. Durch den eisigen Wind<br />

hatten seine Wangen mittlerweile dieselbe Röte<br />

angenommen wie die Locken auf seinem Kopf.<br />

„Wo wohnen Sie denn?“, schrie sie, um das Tosen des<br />

Schneesturms zu übertönen.<br />

„Beim alten Stadtweiher“, gab er zur Antwort <strong>und</strong> riss<br />

die Nickelbrille vom Gesicht. „Der Schnee klebt mir<br />

die Gläser zu. Hätte ich bloß Kontaktlinsen genommen!“<br />

„Die würden Ihnen bestimmt<br />

auch besser stehen als diese völlig veraltete<br />

Brille“, murmelte Britta. „Wie bitte?<br />

Ich habe Sie nicht verstanden.<br />

Der Sturm ist zu laut“, rief ihr Begleiter.<br />

Britta winkte ab. Noch nie<br />

war ihr der Weg bis zum Stadtpark<br />

so lang erschienen. Die<br />

Wildlederstiefel waren bereits<br />

durchnässt <strong>und</strong> die Strumpfhose<br />

klebte feucht an ihren Waden.<br />

Wenigstens schützten der<br />

Wollmantel <strong>und</strong> der Schal, den sie<br />

sich um den Kopf geschlungen hatte,<br />

etwas vor der Kälte.<br />

Ihr Begleiter hatte sich in einen Parka gehüllt<br />

<strong>und</strong> sich eine Wollmütze tief in die Stirn geschoben.<br />

Seine Beine steckten allerdings in sommerlich<br />

dünnen Jeans <strong>und</strong> die Füße in Turnschuhen. Was<br />

höchstwahrscheinlich der Gr<strong>und</strong> dafür war, dass er<br />

ständig wie ein Hase hin <strong>und</strong> hersprang, um Schneeverwehungen<br />

auszuweichen. „Wieso tragen Sie eigentlich<br />

im Dezember Turnschuhe?“, fragte Britta.<br />

„Wieso tragen Sie im Dezember einen Cordrock, der<br />

knapp über ihren Knien endet?“, lautete die mürrische<br />

Gegenfrage. „Der Rock bedeckt meine Knie“,<br />

stellte Britta klar. „Nicht wenn Sie sitzen“, kam zurück.<br />

Nun <strong>gut</strong>! So viel zum Thema Small Talk. Den Kopf<br />

gesenkt stampfte Britta missmutig durch den<br />

Schneesturm. Erst als sie in der Alleestraße ankamen,<br />

deren hohe Häuser vor dem Sturm schützten, sah sie<br />

wieder auf. Normalerweise pulsierte in der längsten<br />

Einkaufsstraße der Stadt das Leben, vor allem in der<br />

Adventszeit. Heute Abend jedoch war hier kein<br />

Mensch zu sehen. Die Schaufenster der Geschäfte<br />

waren genauso dunkel wie die Fenster in den umliegenden<br />

Wohnhäusern. Auch die Straßenlampen <strong>und</strong><br />

Weihnachtsbeleuchtungen brannten nicht. Anscheinend<br />

war mittlerweile der Strom ausgefallen. Lediglich<br />

vor dem Stadttor funkelte etwas. Als sie näherkamen<br />

erkannte Britta, dass es die großen Silberkugeln<br />

des Weihnachtsbaums waren, in denen sich das Licht<br />

des Vollmonds spiegelte.<br />

„Seit wann steht hier denn ein Weihnachtsbaum?“,<br />

fragte der Taxifahrer verw<strong>und</strong>ert. „Schon seit<br />

einigen Jahren. Ich schätze, wenn die<br />

Weihnachtsbeleuchtung der Geschäfte<br />

an ist, übersieht man ihn<br />

leicht“, antwortete Britta. „Vor<br />

allem, wenn man normalerweise<br />

Ende Dezember in der Sonne<br />

liegt“, antwortete ihr Begleiter.<br />

„Sie mögen den Winter nicht?“,<br />

fragte Britta überrascht. Der<br />

junge Mann schüttelte den<br />

Kopf. „Wenn ich genügend Geld<br />

hätte, wäre ich jetzt wieder in<br />

Thailand“, sagte er.<br />

„Ich wollte nach Fuerteventura. Sonne<br />

statt Schnee. Strand statt Stadt. Aber<br />

dann hat sich mein Fre<strong>und</strong> im Frühjahr von mir<br />

getrennt <strong>und</strong> ich musste mir eine neue Wohnung<br />

suchen. Der Umzug hat meine Ersparnisse ziemlich<br />

aufgebraucht. An einen Urlaub ist erst mal nicht zu<br />

denken. Also müssen Rufus <strong>und</strong> ich nun im kalten<br />

deutschen Winter ausharren <strong>und</strong> auf den Frühling<br />

warten“, seufzte Britta <strong>und</strong> wusste selbst nicht, wieso<br />

sie dem Unbekannten so viel von sich anvertraute.<br />

„Wie heißt du eigentlich? Ich bin Arne“, stellte der junge<br />

Mann sich vor <strong>und</strong> fügte hinzu: „Es ist doch okay,<br />

wenn ich Du sage? Zwei Wintermuffel, die sich im<br />

Schneesturm treffen, das verbindet doch irgendwie.“<br />

„Da hast du Recht. Ich heiße Britta.“ Eine Windböe<br />

wirbelte den Schnee in der Straße auf. „Wir sollten<br />

besser weitergehen“, rief Arne. Sie ließen die Ein-<br />

kaufsstraße <strong>und</strong> die Zollhalde hinter sich, schlitterten<br />

über die Kreuzung beim Münstermarkt <strong>und</strong> bogen<br />

kurz darauf in den Stadtpark ein.<br />

„Wahnsinn!“ Britta blieb stehen <strong>und</strong> sah sich fasziniert<br />

um. Auch hier war die Beleuchtung ausgefallen. Der<br />

Mond warf ein unwirkliches Licht auf die verschneite<br />

Landschaft. „Die perfekte Kulisse für eine Weihnachtsaufführung“,<br />

murmelte Arne <strong>und</strong> stützte die Hände in<br />

die Hüften. „Wie still es plötzlich ist“, fügte er nach einigen<br />

Sek<strong>und</strong>en hinzu. Jetzt erst fiel Britta auf, dass<br />

der Sturm sich gelegt hatte. Die Flocken rieselten<br />

sanft vom Himmel <strong>und</strong> kein Geräusch durchbrach die<br />

Stille der Nacht. „Wenn es nicht so kalt wäre, würde<br />

ich tatsächlich anfangen, diesen Spaziergang zu genießen“,<br />

stellte sie verw<strong>und</strong>ert fest. „Wer ist Rufus?“,<br />

fragte Arne.„Bitte?“ „Du hattest vorhin erwähnt, dass<br />

du dir mit Rufus eine Wohnung teilst. Seitdem frage<br />

ich mich, wer dieser Rufus ist. Entweder du wohnst in<br />

einer WG oder bei deinem Vater oder ich liege völlig<br />

falsch <strong>und</strong> Rufus ist ein hübscher dunkelhaariger<br />

Mann, der mit einem warmen Essen auf dich wartet.“<br />

Arne musterte sie neugierig.<br />

Britta lachte. „Ganz falsch liegst du nicht. Rufus ist<br />

zwar männlich <strong>und</strong> dunkelhaarig, aber das Essen, das<br />

er mir gelegentlich am Bett serviert, ist nicht nach<br />

meinem Geschmack. Ich esse zwar gerne exotisch,<br />

aber Mäuse sind mir doch zu gewagt. Ich teile mir die<br />

Wohnung mit einem alten, ziemlich neurotischen,<br />

aber doch irgendwie charmanten Kater.“ „Der jetzt<br />

bestimmt sehnsüchtig auf dich wartet“, meinte Arne.<br />

„Er wird wohl eher eingeschnappt sein, weil sein<br />

Essen nicht pünktlich auf dem Tisch steht. In dieser<br />

Hinsicht hat er sich zu viel von seinem früheren Herrchen,<br />

meinem Exfre<strong>und</strong>, abgeschaut“, lachte Britta.<br />

Dann rieb sie sich die klammen Hände. „Sollen wir<br />

weitergehen?“ Sie folgten dem Weg <strong>und</strong> kamen zum<br />

Stadtsee, dessen Eisdecke mittlerweile so mit Schnee<br />

bedeckt war, dass er sich kaum mehr von der Umgebung<br />

unterschied.<br />

„Was machst du eigentlich, wenn du nicht gerade Taxi<br />

fährst?“, nahm Britta das Gespräch wieder auf. „Ich<br />

studiere englische Geschichte. Taxi fahre ich, um<br />

finanziell über die R<strong>und</strong>en zu kommen. Ich habe<br />

zwar nur ein Zimmer in einer WG, aber auch das ist in<br />

dieser Stadt ziemlich teuer. Apropos, englische<br />

Geschichte: Sag mal, weißt du eigentlich, dass dein<br />

Kater nach einem englischen König benannt ist?“<br />

Britta nickte. „Nach Rufus dem Roten. Ein Glück benimmt<br />

er sich etwas anständiger als sein Namensvetter.“<br />

Arne blieb stehen <strong>und</strong> sah sie so überrascht an,<br />

dass Britta lachen musste. „Ich liebe historische<br />

Romane“, gestand sie.<br />

Der Rest des Heimwegs verging wie im Flug. Britta<br />

<strong>und</strong> Arne waren so tief in ein Gespräch über Bücher<br />

<strong>und</strong> historische Persönlichkeiten<br />

vertieft, dass beide<br />

überrascht aufsahen, als sie<br />

vor dem Hermannsbrunnen<br />

standen, dem gegenüber<br />

Britta wohnte. „Tja, da wären<br />

wir also“, stellte Arne fest.<br />

„Hmhm ...“, nickte Britta <strong>und</strong><br />

sah zu ihrer Wohnung hinauf,<br />

während Arne den Schnee zu seinen Füßen musterte.<br />

„Hoffentlich ist Rufus nicht beleidigt“, meinte er<br />

schließlich.<br />

„Hoffentlich ist dein Taxi morgen nicht total eingeschneit“,<br />

sagte Britta <strong>und</strong> versenkte die Hände unschlüssig<br />

in den Manteltaschen. Nun, da sie endlich<br />

vor ihrer Wohnung stand, hatte sie überhaupt keine<br />

Lust mehr, nach oben zu gehen. Der unfreiwillige<br />

Marsch hatte sich auf w<strong>und</strong>ersame Weise in einen<br />

netten Spaziergang gewandelt. Britta beschloss,<br />

nachher nicht in Reisekatalogen, sondern im Backbuch<br />

zu blättern. Und statt an den nächsten drei<br />

Adventssamstagen durch die Stadt zu hetzen, würde<br />

sie sich einen Vormittag freinehmen <strong>und</strong> an diesem<br />

in Ruhe einkaufen <strong>und</strong> zwar nicht im Cordrock, sondern<br />

in Hosen <strong>und</strong> Winterstiefeln. Was die dunklen<br />

Winterabende betraf ... Sie hob den Blick <strong>und</strong> sah,<br />

dass Arne sie forschend musterte.<br />

„Was hältst du davon, wenn wir den Spaziergang<br />

morgen Abend wiederholen? In angemessener Kleidung?“,<br />

fragte sie.<br />

„Du willst freiwillig noch einen Abend durch Eis <strong>und</strong><br />

Schnee stapfen?“ Arne lächelte. „Ich kann mir nichts<br />

Schöneres denken“, antwortete Britta <strong>und</strong> griff nach<br />

seiner Hand.<br />

132 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

133


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<strong>Ratgeber</strong> <strong>Frau</strong> <strong>und</strong> <strong>Familie</strong><br />

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134 <strong>Ratgeber</strong> 11/2012<br />

Weitere Angebote finden Sie auf Seite 140.<br />

Ihr nächster <strong>Ratgeber</strong> <strong>Frau</strong> <strong>und</strong> <strong>Familie</strong> erscheint am 30.11.2012<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

135


Augsburg<br />

die<br />

Fuggerstadt<br />

Reichtum <strong>und</strong> Macht der Fugger<br />

waren unvorstellbar. Anton Fugger<br />

galt damals als der reichste Mann<br />

der Welt. Sein Vorgänger Jakob<br />

Fugger war das Finanzgenie der<br />

Renaissance <strong>und</strong> schuf ein weltweites<br />

Handels-, Banken- <strong>und</strong> Industrie-Imperium.<br />

Der Einfluss<br />

der Fugger war riesig<br />

Die Brunnenfigur des<br />

Kaisers Augustus zeigt<br />

dorthin, wo Italien <strong>und</strong><br />

die Kunst des Südens<br />

liegen, also auf das<br />

Rathaus des Baumeisters<br />

Elias Holl, eines der<br />

imposantesten Beispiele<br />

deutscher Renaissance,<br />

in Richtung der Fuggerei,<br />

wo Jakob Fugger mit den<br />

Fugger-Häusern ein<br />

großartiges Renaissance-<br />

Ensemble errichten ließ,<br />

<strong>und</strong> auf die Alpen, über<br />

die jene Römer kamen,<br />

die die Stadt Augs burg<br />

vor über 2000 Jahren<br />

gründeten.<br />

Heute ist Augsburg eine<br />

der ältesten deutschen<br />

Städte <strong>und</strong> mit 265 000<br />

Einwohnern die<br />

drittgrößte Stadt Bayerns.<br />

Im 15. <strong>und</strong> 16. Jahrh<strong>und</strong>ert erreichte<br />

Augsburg seine wirtschaftliche<br />

Blüte. Vor allem die<br />

tüchtigen <strong>und</strong> weitblickenden<br />

Kaufmannsfamilien wie die Fug -<br />

ger <strong>und</strong> Welser waren Garanten<br />

für Reichtum <strong>und</strong> Wohlergehen.<br />

In dieser Zeit zählte Augsburg<br />

zu den wichtigsten Städten der<br />

Renaissance.<br />

Blick über die Stadt<br />

Die Fugger finanzierten Kaiserkronen<br />

der Habsburger, präg ten die<br />

Münzen der Päpste <strong>und</strong> bezahlten<br />

die Schweizergarde im Vatikan. Sie<br />

gaben dem König von England<br />

ebenso Kredit wie den Medici in<br />

Florenz. Sie handelten mit ganz<br />

Europa, mit Indien <strong>und</strong> Afrika.<br />

Doch die Fugger kannten nicht nur<br />

Reichtum <strong>und</strong> Macht, sie waren<br />

auch der Kunst gegen über sehr<br />

aufgeschlossen. Dürer, Tizian <strong>und</strong><br />

Luther waren Gäste in den Fuggerhäusern<br />

<strong>und</strong> Bellini, Burgkmair<br />

<strong>und</strong> Holbein d.Ä. haben für die<br />

Fugger gearbeitet. Die Fugger<br />

brachten Italiens Renaissance über<br />

Der Goldene Saal<br />

im Rathaus<br />

die Alpen <strong>und</strong> trugen so dazu bei,<br />

dass Augsburg das deutsche Florenz<br />

genannt wurde.<br />

Die beleuchtete Rathausfassade<br />

<strong>und</strong> der Dom<br />

Die Maximilianstraße<br />

Noch heute lässt die historische Innenstadt<br />

die glanzvollen Zeiten<br />

erahnen. Sehenswerte Zeugen<br />

sind Paläste entlang der Maximilianstraße,<br />

das Schaenzler-Palais mit<br />

dem berühmten Ro koko-Festsaal,<br />

das Renaissance-Rathaus mit dem<br />

Goldenen Saal, die prachtvollen<br />

Kirchen <strong>und</strong> die berühmte Fuggerei,<br />

die älteste Sozialsiedlung der<br />

Welt, wo der Mietpreis für eine<br />

Wohnung auch heute noch nur ein<br />

paar Cent beträgt.<br />

11/2012<br />

<strong>Ratgeber</strong><br />

137


AUGSBURG<br />

AUGSBURG<br />

In der St. Anna-Kirche<br />

Die Wassertürme, links das<br />

Handwerker-Museum<br />

Augsburg ist eine<br />

Stadt der Museen<br />

In die Zeit nach dem 30-jährigen<br />

Religionskrieg fiel die Blüte des<br />

Kunsthandwerks. Viele Beispiele<br />

der Gold- <strong>und</strong> Silberschmiede <strong>und</strong><br />

der Buchdruckerkunst sind in den<br />

Museen der Stadt zu finden, z.B. im<br />

Maximilianmuseum im Zentrum<br />

der Altstadt, zwischen Rathaus<br />

<strong>und</strong> St. Anna-Kirche gelegen. Das<br />

Staatliche Tex til- <strong>und</strong> Industrie-<br />

Museum ’tim’ zeigt mit Maschinen,<br />

Mustern <strong>und</strong> einer Darstellung<br />

über die Entwicklung der Mode<br />

die einst europaweite Bedeutung<br />

der Industriestadt Augsburg. Hier<br /