IKZ Energy Solarthermische Heizsysteme sparen Geld (Vorschau)
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8 | Dezember 2012<br />
<strong>Solarthermische</strong> <strong>Heizsysteme</strong> <strong>sparen</strong> <strong>Geld</strong> Seite 18<br />
Software-Tools für Wärmepumpen Seite 26<br />
Wärme aus Abwasser Seite 43<br />
www.ikz-energy.de
Liefern,<br />
montieren,<br />
anschließen –<br />
Strom.<br />
Martin Datko, Installateur<br />
Der Voltwerk VS 5 Hybrid ist die Extraklasse unter den moder nen<br />
Solarstrom-Speicherlösungen. Er bietet einen Autarkiegrad von<br />
75 Prozent und mehr. Die hocheffizienten Lithium-Ionen-Batterien<br />
haben eine Speicherkapazität von 8,8 bis 13,2 kWh und eine Lebensdauer<br />
von 20 Jahren. Als DC-System ist er komfortabel und ohne<br />
Phasenumverteilung an das Hausnetz anzuschließen – ohne unnötige<br />
Wandlungsverluste. Der VS 5 Hybrid ist ein vollintegriertes<br />
System und damit sicher, schnell und unkompliziert zu installieren.<br />
Lückenloses Monitoring über den integrierten Webserver und<br />
die VoltApp ermöglicht eine unproblematische Fernwartung.<br />
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BRaNchENtIcKER<br />
EEG-Umlage steigt nicht weiter<br />
Prognose: Entwarnung an der Preisfront?<br />
Jedenfalls rechnen die Übertragungsnetzbetreiber<br />
(ÜNB) für das Jahr<br />
2014 nicht mit einem weiteren signifikanten<br />
Anstieg der EEG-Umlage. Die entsprechende<br />
Prognose, die Mitte November<br />
veröffentlicht wurde, gibt einen Korridor<br />
zwischen 4,89 und 5,74 ct/kWh an. Die<br />
Netzbetreiber halten sogar einen Rückgang<br />
der EEG-Umlage für denkbar. Mitte Oktober<br />
wurde die Umlage für das Jahr 2013<br />
auf 5,277 ct/kWh taxiert, was aufgrund<br />
von Nachholeffekten, gestiegenen Netzentgelten<br />
und ausufernden Ausnahmeregelungen<br />
für die stromintensive Industrie<br />
einen deutlichen Anstieg gegenüber dem<br />
Vorjahr (3,53 ct/kWh) darstellt.<br />
Verschiedene Verbände der Erneuerbare-Energien-Branche<br />
hatten in der Vergangenheit<br />
stets darauf hingewiesen, dass<br />
der Ausbau der regenerativen Energien und<br />
insbesondere der Photovoltaik inzwischen<br />
kein Kostentreiber mehr ist. Dass die Übertragungsnetzbetreiber<br />
in ihrem jetzt veröffentlichten<br />
Szenario von einem weiterhin<br />
dynamischen Ausbau der Erneuerbaren<br />
Energien ausgehen, unterstützt diese These<br />
erneut. Bis 2015 soll diesen Prognosen<br />
zufolge die Grenze von 52 GW installierter<br />
PV-Leistung erreicht sein. Derzeit sind gut<br />
30 GW Solarstrom in Deutschland installiert.<br />
Nach dem Trendszenario der Netzbetreiber<br />
werden neue Solarstromanlagen 2014<br />
keine relevante Anhebung der Strompreise<br />
mehr rechtfertigen können. Selbst für den<br />
Fall, dass im Jahr 2014 erneut ein starker<br />
PV-Zubau von 6,5 GW erfolgen sollte, wird<br />
dieser nur noch einen Anstieg der EEG-Umlage<br />
um 150 Mio. Euro nach sich ziehen.<br />
Der Strompreis würde dadurch um maximal<br />
0,2 % steigen.<br />
Steigende Nachfrage erwartet<br />
Kollektorabsatz: In den ersten neun Monaten<br />
des Jahres entschieden sich mehr als<br />
70 000 Haushalte für ein solares Heizsystem.<br />
Das zeigt eine gemeinsame Marktstatistik<br />
des BSW-Solar und BDH. Dies sind<br />
rund 5,3 % weniger als im vergleichbaren<br />
Vorjahreszeitraums. Die Nachfrage nach<br />
Solarwärmekollektoren in Deutschland<br />
hat sich damit nach einem starken Früh-<br />
jahr im weiteren Jahresverlauf zwar etwas<br />
abgeschwächt, jedoch wird ein Anziehen<br />
der Nachfrage erwartet. Die Heizöl-Preise<br />
haben aktuell mit mehr als 90 Euro/100 l<br />
bereits wieder das Höchstniveau des Jahres<br />
2008 erreicht. Viele Gaslieferanten haben<br />
Preiserhöhungen vorgenommen oder<br />
angekündigt. Die Verbände erwarten, dass<br />
sich die gestiegenen Brennstoffkosten und<br />
die verbesserten Fördersätze für Solarwärme-Anlagen<br />
künftig in höherer Nachfrage<br />
bemerkbar machen. Die Bundesregierung<br />
hat zum 15. August 2012 die Förderung für<br />
Solarwärme-Heizungen deutlich verbessert.<br />
Die Installation einer typischen Solarwärme-Anlage<br />
für ein Einfamilienhaus<br />
wird jetzt mit rund 2000 Euro gefördert.<br />
Attraktiv ist ebenfalls die neu geschaffene<br />
Förderung für solare Warmwasser-Anlagen,<br />
die in Kombination mit einem Holzpelletkessel<br />
oder einer Wärmepumpe installiert<br />
werden. Beim sogenannten Kombi-Bonus<br />
steuert der Staat eine Förderung<br />
von 500 Euro bei.<br />
Bauregelliste 2012/2 veröffentlicht<br />
Bauproduktengesetz: Das Deutsche Institut<br />
für Bautechnik hat Anfang November<br />
2012 die Bauregelliste 2012/2 veröffentlicht.<br />
Damit müssen Solarthermiekollektoren<br />
und PV-Module neben den Anforderungen<br />
der Druckgeräterichtlinie bzw.<br />
Niederspannungsrichtlinie auch die Anforderungen<br />
nach dem deutschen Bauproduktengesetz<br />
erfüllen. Außerdem wurden<br />
die „Hinweise für die Herstellung, Planung<br />
und Ausführung von Solaranlagen“ auf der<br />
Webseite des DIBt Stand Juli 2012 veröffentlicht.<br />
Aufgenommen in die Bauregelliste werden<br />
nur Solarkollektoren im Dachbereich<br />
mit einer Dachneigung bis 75° mit Einzelglasflächen<br />
bis maximal 3 m² bzw. PV-<br />
Module im Dachbereich mit einer Dachneigung<br />
bis 75° und einer Glasfläche von<br />
maximal 2 m². PV-Module bzw. Solarthermiekollektoren<br />
mit größeren Gläsern bzw.<br />
abweichenden Einsatzgebieten benötigen<br />
zukünftig eine allgemeine bauaufsichtliche<br />
Zulassung. darauf weist der BSW-<br />
Solar jetzt hin. Der Verband hat im Vergleich<br />
zu den ersten Entwürfen der Bauregelliste<br />
in intensiven Gesprächen mit den<br />
Verantwortlichen des DIBt erhebliche Ver-<br />
einfachungen für die Branche erzielt. Die<br />
Arbeitsgruppe Brandversuche der Fachgruppe<br />
Bautechnik im BSW-Solar hat in ihren<br />
Sitzungen für die Branche einheitliche<br />
Prüfstandards für den Nachweis der Normalentflammbarkeit<br />
erarbeitet. Zusätzlich<br />
wurden gemeinsam mit Herstellern und<br />
Sachverständigen einheitliche Prüfvorschriften<br />
für Montagesysteme aus Kunststoff<br />
und Klebeverbindungen erarbeitet.<br />
Dachintegrierte PV-Anlagen benötigen<br />
ein allgemeines Prüfzeugnis für den<br />
Nachweis der harten Bedachung – PV-Unternehmen,<br />
die ein solches Prüfzeugnis<br />
noch nicht beantragt haben, sollten ein<br />
anerkanntes Institut aufsuchen und dies<br />
unbedingt nachholen.<br />
In der Bauregelliste C ohne besondere<br />
Anforderungen sind Bauprodukte für<br />
gebäudeunabhängige Solaranlagen im öffentlich<br />
unzugänglichen Bereich mit einer<br />
Höhe bis zu 3 m aufgeführt. Die Dokumente<br />
sind auf den Seiten des DIBt<br />
(www.dibt.de) zum Download bereit. ■<br />
Hilmar Düppel<br />
Chefredakteur <strong>IKZ</strong>-ENERGY<br />
h.dueppel@strobel-verlag.de<br />
8/2012 <strong>IKZ</strong>-ENERGY 3
INhALT<br />
RUbRIKEN<br />
3 branchenticker<br />
22 Tipps & Trends<br />
48 Firmen & Fakten<br />
50 Impressum<br />
TITELThEmEN<br />
18 Der Zeit weit voraus<br />
Wer derzeit ein Haus bauen<br />
oder sanieren möchte, ist gut<br />
beraten, sich für ein nachhaltiges<br />
und sparsames Energiekonzept<br />
zu entscheiden. Bereits<br />
zu Anfang dieses Jahres<br />
lagen die Preise für Öl und Gas<br />
bei über 90 Cent pro Liter.<br />
Tendenz: steigend. Viele Haushalte<br />
blicken auf eine der teuersten<br />
Heizperioden der vergangenen<br />
fünf Jahre zurück, obgleich der Winter 2011/2012<br />
statistisch gesehen mit durchschnittlichen Temperaturwerten<br />
aufwartete. Wer sich langfristig in hohem Maße, wenn nicht<br />
gänzlich, von der Entwicklung der Energiepreise unabhängig<br />
machen will, braucht ein Bau- und Heizkonzept, das seinen<br />
Wärmebedarf so weitreichend wie möglich aus Erneuerbaren<br />
Energien deckt.<br />
26 Optimale Planung schöpft Potenziale aus<br />
Die optimale Planung einer<br />
Wärmepumpenanlage und zugleich<br />
effektivste und wirtschaftlichste<br />
Nutzung der Umweltenergie<br />
lässt sich nur<br />
mithilfe einer Wärmepumpensoftware<br />
realisieren. Die<br />
technischen Parameter der<br />
Wärmepumpen, die Quellentemperatur und die Temperaturanforderungen<br />
der Heizung beeinflussen sich gegenseitig, sodass<br />
es schwierig wird, ohne Computersimulation Prognosen über das<br />
Betriebsverhalten und die Wirtschaftlichkeit der gesamten Heizungsanlage<br />
zu erhalten.<br />
<strong>IKZ</strong>-ENERGY AKTUELL<br />
1 6 Wärmesektor spielt entscheidende Rolle bei der Energiewende<br />
ISE legt ein vollständig auf EE basierendes Energiemodell für<br />
Deutschland vor.<br />
1 8 Wärmepumpen werden immer „grüner“<br />
Studie der TU München: Wärmepumpe spart 2030 rund 80 %<br />
CO 2-Emissionen und Primärenergie.<br />
SONNENENERGIE<br />
12 Kurskorrektur notwendig<br />
Eine undifferenzierte deutsche PV-Förderung hemmt<br />
Innovationen.<br />
14 Intelligenz für PV-Anlagen<br />
Schluss mit der Schattenwirtschaft: Leistung optimieren und<br />
Sicherheit erhöhen.<br />
12<br />
18 Der Zeit weit voraus<br />
Messungen beweisen: <strong>Solarthermische</strong> <strong>Heizsysteme</strong> <strong>sparen</strong> bares<br />
<strong>Geld</strong> bei höchstem Wohnkomfort.<br />
43 Eine stets zuverlässige Energiequelle<br />
Energiepreissteigerung und<br />
finanzielle Förderung sowie<br />
verschärfte Energieeinsparverordnung<br />
werden die Wärme<br />
aus Abwasser zunehmend<br />
attraktiv machen und für eine<br />
schnell steigende Anzahl von<br />
Projekten sorgen. Mannheim<br />
hat mit dem Pumpwerk Ochsenpferch<br />
nun sein erstes Referenzobjekt – ein öffentliches<br />
Gebäude nach einem vermutlich ab 2019 geltenden Standard.<br />
14<br />
4 <strong>IKZ</strong>-ENERGY 8/2012
INhALT<br />
ENERGIEEFFIZIENZ<br />
26 Optimale Planung schöpft Potenziale aus<br />
Wärmepumpen Software-Tools erleichtern die Beratung, Planung<br />
und Ausführung der Wärmepumpenanlagen.<br />
30 Urbane Lebensräume mit Flair<br />
Umweltwärme für Düsseldorfs neues Stadtquartier.<br />
33 „Grüne“ Pumpentechnik wird Pflicht<br />
ErP-(Ökodesign-)Richtlinie stellt strenge Anforderungen an die<br />
Energieeffizienz von Umwälzpumpen.<br />
36 Wasser in der Gebäudetechnik<br />
Nachhaltigkeit im Umgang mit Ressourcen.<br />
40 Stromgewinnung aus Abwärme<br />
Abwärmenutzung könnte einen wesentlichen Beitrag bei der<br />
anstehenden Energiewende leisten.<br />
43 Eine stets zuverlässige Energiequelle<br />
100 Jahre ungenutzt: Wärme aus Abwasser im Pumpwerk<br />
Mannheim-Ochsenpferch.<br />
46 Die Eckpunkte der neuen EnEV 2013<br />
Peter Rathert vom BMVBS stellt den Referentenentwurf auf den<br />
Rosenheimer Fenstertagen vor.<br />
Titelbild:<br />
Ein Mehrfamilienhaus in massiver Holzbauweise und das<br />
ganze überwiegend solar beheizt – diesen Traum eines so<br />
behaglich komfortablen wie ökologisch nachhaltigen Mehrfamilienhauses<br />
erfüllte sich eine Familie im niederbayerischen<br />
Landshut. Der rücksichtsvolle Umgang mit Ressourcen sowie<br />
Nachhaltigkeit und Wohngesundheit standen im Mittelpunkt<br />
des gesamten Bau- und Heizkonzepts. Ausschließlich EE werden<br />
für Heizung und Warmwasserbereitung eingesetzt. Das Kernstück<br />
des Hauses ist die Heizungsanlage, die Sonnenwärme<br />
unmittelbar nutzt. Mit dem vom Sonnenhaus-Institut entwickelten<br />
solarthermischen Heizkonzept deckt das Haus über<br />
50 % seines Jahreswärmebedarfs für Heizung sowie Warmwasser.<br />
Insgesamt liegt der Primärenergiebedarf des MFH bei<br />
8,3 kWh/m² und Jahr und damit um 90 % unter den Neubau-<br />
Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV). Dafür<br />
sammelt eine 36 m² große Kollektorfläche auf dem 42° geneigten<br />
und nach Südwesten ausgerichteten Dach die Sonnenwärme.<br />
Diese wird zentral von einem 4000 l großen Langzeit-<br />
Solarspeicher aufgenommen und bleibt dort über Tage hinweg<br />
gespeichert.<br />
„Das Mehrfamilienhaus Huber ist ein gelungenes Beispiel für<br />
nachhaltiges Bauen. Mehrere Generationen können wohngesund<br />
unter einem Dach leben. Dabei verbrauchen sie so wenig Energie,<br />
dass auch für die Urenkel noch genug übrig bleibt“, meint Georg<br />
Dasch, Architekt und Vorstand des Sonnenhaus Instituts.<br />
Bild: Sonnenhaus Institut e. V.<br />
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8/2012 <strong>IKZ</strong>-ENERGY 5
<strong>IKZ</strong>-EnErgy AKtuEll<br />
Studie<br />
Wärmesektor spielt entscheidende Rolle<br />
bei der Energiewende<br />
ISE legt ein vollständig auf EE basierendes Energiemodell für Deutschland vor<br />
Forscher des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE haben erstmalig in einer Simulation auf Basis von Stundenzeitreihen<br />
ein denkbares deutsches Energiesystem untersucht, das gänzlich auf Erneuerbaren Energien basiert.<br />
Das Neuartige des Modells ist einerseits<br />
die ganzheitliche Betrachtung von Stromund<br />
Wärmesektor, einschließlich der Reduktion<br />
des Energieverbrauchs durch energetische<br />
Gebäudesanierung. Andererseits<br />
wurde eine systematische Optimierung<br />
vorgenommen, um aus der Vielzahl denkbarer<br />
Kombinationen aus Technologien und<br />
Effizienz-Maßnahmen ein volkswirtschaftliches<br />
Optimum zu ermitteln.<br />
„Wie könnte unsere Energieversorgung<br />
2050 aussehen und was kostet sie? Diesen<br />
Fragen sind wir in einer stundenweisen<br />
Simulation von Strom- und Wärmesektor<br />
nachgegangen“, erläutert Dr. Hans-Martin<br />
Henning die Ziele der Studie. Er ist stellvertretender<br />
Leiter des Fraunhofer-Instituts<br />
für Solare Energiesysteme ISE und Leiter<br />
des Bereichs Thermische Anlagen und<br />
Gebäudetechnik.<br />
Mehrere Varianten wurden berechnet<br />
und stimmen in einem Punkt überein:<br />
Ein vollständig auf EE basierendes Energiesystem<br />
führt nach erfolgter Transformation<br />
zu jährlichen Gesamtkosten, die<br />
nicht höher liegen als die jährlichen Gesamtkosten<br />
unseres heutigen Energiesystems<br />
– und zwar basierend auf heutigen<br />
Energiepreisen, also ohne Einbeziehung<br />
zukünftiger Steigerungen der Preise fossiler<br />
Energieträger.<br />
Dabei wurden für neue Technologien<br />
die Kosten nach Erreichen der Marktreife<br />
und hoher Marktdurchdringung gemäß<br />
Die Gebäudesanierung trägt wesentlich zur Effizienz bei. In Freiburg wurde ein 16-stöckiges<br />
Hochhaus zum Passivhaus saniert.<br />
Bild: Fraunhofer ISE<br />
einer Analyse der Internationalen Energieagentur<br />
IEA zugrunde gelegt. Die Sektoren<br />
Mobilität und industrielle Prozesswärme<br />
sind nicht Bestandteil der zeitaufgelösten,<br />
stündlichen Modellierung. Ihr Beitrag zum<br />
Energieverbrauch wird jedoch in der Gesamtbilanz<br />
mit berücksichtigt.<br />
Die energetische Gebäudesanierung<br />
spielt für die Energiewende eine entscheidende<br />
Rolle. Ohne eine Reduzierung des<br />
Heizenergiebedarfs auf etwa 50 % des heutigen<br />
Wertes reicht das technische Potenzial<br />
von Wind und Sonne nicht aus, um<br />
eine sichere Versorgung zu gewährleisten.<br />
Umgekehrt reduziert die Einbeziehung des<br />
Wärmesektors und die entsprechende Berücksichtigung<br />
von Wärmespeichern die<br />
nötigen elektrischen Speichergrößen erheblich.<br />
Unter Berücksichtigung realistischer<br />
technischer Potenziale umfasst ein denkbares<br />
„100 Prozent“-Szenario 170 GW<br />
Windenergie auf dem Land und 85 GW offshore,<br />
200 GW Photovoltaik und 130 GW<br />
Solarthermie.<br />
Gegenüber heute bedeutet das bei Windenergie<br />
auf dem Land einen Faktor sechs,<br />
bei Photovoltaik sieben. Es gäbe auch viele<br />
zentrale Wärmespeicher, wie sie in Dänemark<br />
seit vielen Jahren erfolgreich im Einsatz<br />
sind und stark weiter ausgebaut werden.<br />
Es wurde davon ausgegangen, dass<br />
nur ein kleiner Anteil der bereits heute genutzten<br />
Biomasse – jährlich 50 TWH – für<br />
den Strom- und Wärmesektor verwendet<br />
werden, sodass die restliche Biomasse für<br />
Verkehr und industrielle Prozesse zur Verfügung<br />
steht.<br />
Bei einem voll erneuerbaren und autarken<br />
System wären 70 Gw Power-to-Gas-<br />
Anlagen nötig, die Überschussstrom in<br />
synthetisches Erdgas umwandeln. 95 Gw<br />
zentrale Gaskraftwerke – teilweise mit<br />
optionaler Wärmeauskopplung zur Einspeisung<br />
in Wärmenetze – würden für<br />
die Rückverstromung sorgen; diese Kraft-<br />
6 <strong>IKZ</strong>-EnErgy 8/2012
<strong>IKZ</strong>-EnErgy AKtuEll<br />
Studie<br />
SURELINE ® II–Rohre<br />
werke dienen der komplementären Stromversorgung<br />
bei nicht ausreichender Leistung<br />
aus Wind und Sonne.<br />
Die vollständige Deckung mit EE ist ein<br />
Extremszenario. Deutschland ist in ein europäisches<br />
Verbund-Stromnetz eingebunden<br />
und zudem werden fossile Energien in<br />
den nächsten Jahrzehnten noch eine wesentliche<br />
Rolle spielen. Deshalb wurden<br />
auch Rechnungen mit Stromimport und<br />
-export und fossilen Energien durchgeführt.<br />
Unter diesen Bedingungen verringern<br />
sich die Extremwerte der installierten<br />
Leistung deutlich. So wird die Umwandlung<br />
von Strom in synthetischen Brennstoff<br />
(Power to Gas) erst benötigt, wenn der<br />
Anteil der EE an Strom und Wärmeversorgung<br />
70 % übersteigt. Diese Rechnungen<br />
geben zugleich Hinweise auf den Weg der<br />
Transformation unseres Energiesystems.<br />
„Für die Studie wurde ein komplettes<br />
Energiesystem im Strom- und Wärmesektor<br />
mit Speichern und Verbrauch simuliert.<br />
Dabei haben wir für jede Stunde des Jahres<br />
die Versorgung detailliert berechnet“, so<br />
Andreas Palzer, der gemeinsam mit Hans-<br />
Martin Henning die Varianten errechnete.<br />
Zur Kostenoptimierung wurde in mehreren<br />
Millionen Simulationsläufen das gesamte<br />
Energiemodell für ein vollständiges Jahr in<br />
dieser Weise durchgerechnet.<br />
„Wir wollten auf wissenschaftlicher Basis<br />
zeigen, was und zu welchen Kosten<br />
unter Einbeziehung heute grundsätzlich<br />
verfügbarer Technologien möglich ist. Die<br />
Entscheidung über die tatsächliche Ausgestaltung<br />
ist eine gesellschaftlich-politische<br />
Aufgabe“, hebt Henning hervor. Und weiter:<br />
„Erforderlich ist sicher ein flexibler Mix,<br />
der neben Technik und Ökonomie auch<br />
Aspekte wie Landschaftsplanung, Akzeptanz<br />
und die Einbeziehung vieler Investoren<br />
umfasst“.<br />
■<br />
KOntAKt<br />
Solare Energiesysteme ISE<br />
79110 Freiburg<br />
Tel. 0761 45880<br />
Fax 0761 45889000<br />
info@ise.fraunhofer.de<br />
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Strom aus Sonne<br />
und Wind ist ein<br />
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Bild: Rainer Strum/<br />
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8/2012 <strong>IKZ</strong>-EnErgy<br />
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<strong>IKZ</strong>-EnErgy AKtuEll<br />
Veranstaltungen<br />
Wärmepumpen werden immer „grüner“<br />
Studie der TU München: Wärmepumpe spart 2030 rund 80 Prozent CO 2<br />
-Emissionen und Primärenergie<br />
Auf dem 10. Forum Wärmepumpe in Berlin präsentierte der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e. V. Anfang November erste Ergebnisse<br />
einer Studie der TU München. Im Rahmen ihrer „energiewirtschaftlichen Bewertung der Wärmepumpe in der Gebäudeheizung“<br />
untersuchen die beauftragten Wissenschaftler, welche Auswirkungen der (vermehrte) Einsatz von Wärmepumpen auf CO 2 -Emissionen<br />
und Primärenergieverbrauch in Deutschland hat.<br />
Betrachtungsjahr<br />
2030:<br />
Vergleich der<br />
Heizungssysteme<br />
im Altbau mit<br />
Heizungserneuerung<br />
in 2011 – Wärmepumpe<br />
spart rund 80 %<br />
nicht erneuerbare<br />
Primärenergie.<br />
(Quelle: TU München,<br />
eigene Darstellung)<br />
Betrachtungsjahr<br />
2030:<br />
Vergleich der<br />
Heizungssysteme<br />
im Neubau von 2011:<br />
Wärmepumpe spart<br />
rund 70 %<br />
nicht erneuerbare<br />
Primärenergie und<br />
CO 2.<br />
(Quelle: TU München,<br />
eigene Darstellung)<br />
BWP-Geschäftsführer Karl-Heinz Stawiarski<br />
kommentierte die Ergebnisse: „Mit<br />
der Studie der TU-München haben Wärmepumpenbesitzer<br />
nun schwarz auf weiß,<br />
dass ihre Anlagen im Vergleich zu fossilen<br />
<strong>Heizsysteme</strong>n sowohl Treibhausgase<br />
als auch fossile Primärenergie ein<strong>sparen</strong><br />
– und das um bis zu 50 %. Doch das Beste<br />
ist: Durch den wachsenden Anteil regenerativer<br />
Energien im Strommix werden Wärmepumpen<br />
im Laufe ihrer Nutzungsdauer<br />
ohne erneute Investitionen immer ‚grüner‘.<br />
So wird eine heute installierte Anlage in<br />
zwanzig Jahren etwa drei Viertel weniger<br />
Primärenergieverbrauch und CO 2 -Emissionen<br />
verursachen als beispielsweise eine<br />
Öl-Brennwertheizung mit solarer Trinkwassererwärmung<br />
nach EnEV-Standard.“<br />
Die Studie gliedert sich in zwei Teile.<br />
Der erste zeigt, dass Wärmepumpen im<br />
Vergleich zu einem alten Ölkessel bereits<br />
mit dem derzeitigen Strommix 42 bis 52 %<br />
der nicht-regenerativen Primärenergie <strong>sparen</strong>.<br />
Im Neubau nach EnEV-Standard beträgt<br />
die Ersparnis 32 bis 43 % gegenüber<br />
einer Öl-Brennwertheizung mit solarer<br />
Trinkwassererwärmung. Dieses Verhältnis<br />
verschiebt sich mit dem immer „grüneren“<br />
Strommix weiter zugunsten der Wärmepumpe.<br />
So liegen 2030 die Primärenergie-<br />
Einsparungen im Alt- und Neubau bereits<br />
bei rund 80 % und auch die CO 2 -Emissionen<br />
werden im Vergleich zum Referenzsystem<br />
um rund 70 % geringer ausfallen.<br />
Als Berechnungsgrundlage für das<br />
Basisjahr 2011 dienten den TUM-Wissenschaftlern<br />
die vom International Institute<br />
for Sustainability Analysis and Strategy<br />
(IINAS) prognostizierten GEMIS-Werte für<br />
die CO 2 -Emissionen und den Primärenergiefaktor<br />
des Strommixes. Für die Folgejahre<br />
haben die Wissenschaftler mit einer<br />
Simulation errechnet, dass der Primärenergiefaktor<br />
von derzeit 2,2 kWh nicht-erneuerbare<br />
Primärenergie für eine kWh Strom<br />
bis 2030 auf unter 0,8 sinkt. Die CO 2 -Emissionen<br />
pro kWh Strom sinken im gleichen<br />
Zeitraum von knapp 500 g auf 255 g. Effiziente<br />
Wärmepumpen erzeugen aus 1 kWh<br />
bis zu 4 kWh Wärme.<br />
Auswirkungen steigender Wärmepumpenzahlen<br />
auf den Strommix<br />
In einem zweiten Teil untersucht die<br />
Studie der TU München, welchen Einfluss<br />
ein starker Ausbau von WP auf den zukünftigen<br />
Strommix hätte. Als Basis für<br />
die Ausbauprognose dient das sehr optimistische<br />
Ausbauszenario 2 der BWP-<br />
Branchenstudie 2011, das eine Steigerung<br />
des WP-Bestands von ca. 450 000 WP auf<br />
rund 3,5 Mio. installierte Anlagen in 2030<br />
vorsieht. Diese WP würden zu den derzeit<br />
rund 3,3 TWh jährlich rund 13,5 TWh<br />
Strom zusätzlich verbrauchen. Dieser<br />
Strom würde – je nach Stromszenario – zu<br />
39 oder sogar zu 50 % aus EE oder Anlagen<br />
zur KWK stammen. Obwohl diese Analyse<br />
das Lastprofil der Wärmepumpe mit einer<br />
deutlichen Verstärkung im PV-armen<br />
Winter berücksichtigt, haben die zusätzlichen<br />
3 Mio. WP nur einen sehr geringen<br />
Einfluss auf den Strommix. Neben den regenerativen<br />
Einspeisern kommen dabei<br />
auch etwas mehr fossile Kraftwerke zum<br />
Einsatz. Insgesamt würden WP selbst bei<br />
dieser forcierten Ausbau-Planung lediglich<br />
8 <strong>IKZ</strong>-EnErgy 8/2012
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<strong>IKZ</strong>-EnErgy AKtuEll<br />
Veranstaltungen<br />
Wärmepumpen können 2030 bis zu 6,7 TWh – 50 % des zusätzlichen<br />
Strombedarfs – an überschüssigem Strom aus EE und KWK integrieren.<br />
Der forcierte Wärmepumpen-Ausbau zeigt kaum Unterschiede im Vergleich<br />
zum stagnierenden Wärmepumpen-Bestand auf dem Niveau von<br />
2011.<br />
rund 3,5 % des gesamten Stromverbrauchs<br />
ausmachen.<br />
Grundlage der Simulation zur Planung<br />
des Kraftwerkseinsatzes und -ausbaus<br />
und damit der Strommix-Prognose<br />
waren das Szenario A der Leitstudie des<br />
Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz<br />
und Reaktorsicherheit (BMU) und<br />
die deutlich ambitioniertere Stromprognose<br />
des Bundesverbands Erneuerbare Energien<br />
(BEE), die den Ausbau der Stromerzeugung<br />
aus Erneuerbaren Energien vorgeben.<br />
Die Stromverbräuche für die Jahre<br />
2020 und 2030 wurden der BMU Leitstudie<br />
entnommen. Auf diese wurde der zusätzliche<br />
Stromverbrauch der nach 2011<br />
neu installierten Wärmepumpen mittels<br />
eines temperaturabhängigen Lastprofils<br />
aufgeschlagen. Das spezifische Lastprofil<br />
berücksichtigt etwa die stärkere Heizlast<br />
im Winter, aber auch tageszeitliche<br />
Schwankungen, anhand einer Standardlastprofilkurve<br />
für WP und des Temperaturreferenzjahrs<br />
TRY. Auf Basis dieser<br />
Vorannahmen hat die TU München ermittelt,<br />
welche Kraftwerke die zusätzlich benötigte<br />
Last erbringen würden, wenn man ein<br />
wirtschaftliches Modell zugrunde legt. Der<br />
Einspeisevorrang von Erneuerbarem Strom<br />
und Strom aus KWK-Anlagen wurde dabei<br />
berücksichtigt, wobei dieser alleine schon<br />
zwischen 39 und 50 % des zusätzlichen<br />
Strombedarfs im Jahr 2030 ausmacht.<br />
Start ins Smart-grid-Zeitalter<br />
Neben der Studie gab es eine weitere<br />
Neuheit: Paul Waning, Vorstandsvorsitzender<br />
des BWP, und Karl-Heinz Stawiarski<br />
stellten gemeinsam mit Industrievertretern<br />
das Label „SG Ready“ vor, mit dem in<br />
Zukunft Smart-Grid-fähige WP zertifiziert<br />
werden sollen. Insgesamt siebzehn Hersteller<br />
haben bislang angekündigt, dass sie<br />
das neue Label für ihre Geräte beantragen<br />
wollen. Die ersten Modelle mit smarter Regelungstechnik<br />
werden voraussichtlich auf<br />
der ISH im März 2013 der Öffentlichkeit<br />
präsentiert. Waning erläuterte eindringlich<br />
die Herausforderungen, die durch die<br />
verstärkte Einspeisung von Wind- und Solarenergie<br />
entstehen: „Die Netzintegration<br />
regenerativen Stroms gehört zu den drängendsten<br />
Problemen der Energiewende.<br />
Die Lösung liegt in intelligenten Stromnetzen,<br />
sogenannten „Smart Grids“. Moderne<br />
WP können ein Teil dieser Lösung sein.<br />
Als Schlüsseltechnologie für Lastmanagement<br />
im Haushalt können sie maßgeblich<br />
dazu beitragen, mehr Erneuerbare Energie<br />
ins Netz zu integrieren. Durch Smart-Gridfähige<br />
Wärmepumpen lässt sich die Energiewende<br />
an Strom- und Wärmemarkt<br />
gleichzeitig durchsetzen.“ Für Karl-Heinz<br />
Stawiarski ist das Label ein weiterer Beweis<br />
für die Zukunftsfähigkeit der Technologie:<br />
„Es gibt 500 000 WP in Deutschland,<br />
jedes Jahr kommen mehrere Zehntausend<br />
hinzu. Das Potenzial, das sie für die<br />
Stabilisierung der Stromnetze bieten, ist<br />
enorm. Es muss nur genutzt werden. Wir<br />
als WP-Branche setzen mit dem ‚SG ready‘-<br />
Label ein Zeichen, dass wir unsere Hausaufgaben<br />
gemacht haben.“<br />
■<br />
KOntAKt<br />
Der BWP präsentiert auf dem 10. Forum Wärmepumpe u. a. „SG Ready“-Zertifizierung für WP und<br />
die energiewirtschaftliche Studie der TU München.<br />
Bundesverband Wärmepumpe (BWP)<br />
10117 Berlin<br />
Tel. 030 208799711<br />
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10 <strong>IKZ</strong>-EnErgy 8/2012
Eine Studie im Auftrag des Österreichischen Klima- und Energiefonds hat gezeigt, dass BIPV im Gebäudebestand „eine Maximierung von Arbeitsplätzen<br />
und Wertschöpfung bedeutet“, da größeres Know-how für BIPV bei Gebäudesanierungen erforderlich ist.<br />
Bild: Dyesol<br />
Kurskorrektur notwendig<br />
Eine undifferenzierte deutsche PV-Förderung hemmt Innovationen<br />
Die für das Jahr 2013 angekündigte Erhöhung der Ökoumlage auf den deutschen Strompreis hat die PV-Förderung erneut in die Schusslinie<br />
gebracht. Es stellt sich die Frage, wie öffentliche <strong>Geld</strong>er in Zukunft maßvoll und sinnvoll die PV fördern können.<br />
In der Vergangenheit waren hohe Einspeisetarife<br />
für den Sonnenstrom notwendig,<br />
weil sich ansonsten kein Markt gebildet<br />
hätte. Die PV-Förderung wurde als<br />
ökologische Industriepolitik konzipiert<br />
mit dem Ziel, (Arbeits-)Märkte zu schaffen,<br />
bei gleichzeitiger Entlastung der Umwelt.<br />
Die Förderung hat bei den Solarunternehmen<br />
zu Skaleneffekten und den damit<br />
verbundenen Kostensenkungen geführt.<br />
Heute sorgt die PV dafür, dass an sonnigen<br />
Tagen der Mittagsstrom billiger ist<br />
als Nachts: weil rund 20 – 30 GW von Solar-<br />
und Windstrom die Hälfte der Nachfrage<br />
in Deutschland bedienen kann, purzelt<br />
der Strompreis an der Strombörse auf<br />
nur einen Cent. Die Erneuerbaren Energien<br />
leiden heute unter ihrem Erfolg, denn je<br />
größer die Differenz zwischen Marktpreis<br />
und gesetzlich garantiertem Einspeisetarif,<br />
desto mehr zahlen Deutsche für Strom<br />
aus Wind und Sonne. Und weil energieintensive<br />
Unternehmen von dieser Mehrbelastung<br />
befreit sind, tragen besonders Verbraucher<br />
die Kosten der Energiewende. Diese<br />
Situation gefährdet den breiten Konsens<br />
über die Förderung der PV. Eine Kurskorrektur<br />
der aktuellen Förderung ist daher<br />
notwendig.<br />
Die PV-Förderung hat in der Vergangenheit<br />
zu überhöhten Gewinnen bei den<br />
Solarfirmen geführt, die die Kostenvorteile<br />
einer Massenproduktion vielfach<br />
nicht an ihre Kunden weitergaben und<br />
ihre Produkte zu teuer verkauften. Der<br />
Erfolg deutscher Solarfirmen hat Nachahmer<br />
hervorgerufen. Insbesondere chinesische<br />
Unternehmen haben die ursprünglichen<br />
Wettbewerbsvorteile deutscher<br />
Unternehmen eingeholt und überholt.<br />
Chinesische Firmen wurden von deutschen<br />
Maschinenbauern ausgerüstet und<br />
liefern inzwischen Top-Qualität. Heute<br />
fördert ein Teil der deutschen PV-Subventionen<br />
die Wettbewerbsfähigkeit der<br />
ausländischen Industrie. Gleichzeitig<br />
profitieren Deutsche von chinesischen<br />
Billigmodulen, jedoch auf Kos ten von Arbeitsplätzen<br />
im Inland. Da die weltweit<br />
jährliche Solarproduktion bei über 50 GW<br />
liegt, aber nur ca. 30 GW nachgefragt<br />
werden, wird der Preiskampf weiter gehen.<br />
Deutsche Solarfirmen können der Konkurrenz<br />
aus China nichts entgegensetzen,<br />
außer sich durch Produktdifferenzierungen<br />
technologische Nischen zu erschließen,<br />
wie z. B. mit der gebäudeintegrierten<br />
PV (engl. „building integrated PV“ oder<br />
BIPV).<br />
12 <strong>IKZ</strong>-EnErgy 8/2012
SonnEnEnErgIE<br />
GIPV<br />
Hohe Wertschöpfung im Inland<br />
mit BIPV<br />
Eine Förderung der BIPV bei verminderter<br />
Förderung der Standard-PV würde die<br />
Wertschöpfung im Inland erhöhen, also Arbeitsplätze<br />
in Deutschland schaffen, denn<br />
die BIPV ist sowohl in der Planung als auch<br />
bei der Montage aufwendiger. Seit 2008 hat<br />
der Anteil für Montage an den Gesamtkosten<br />
eines PV-Systems ständig zugenommen,<br />
weil der Anteil der Module aufgrund<br />
des Preiseinbruchs bei PV-Modulen stark<br />
zurückgegangen ist.<br />
Während die Preise von PV-Modulen<br />
sich nach dem Weltmarkt richten, hängen<br />
die Installationskosten von nationalen, teilweise<br />
regionalen Faktoren ab. Beispielsweise<br />
kostet in Deutschland die Installation<br />
von PV auf Privathäusern nur halb so viel<br />
wie in den USA, was nicht auf niedrigere<br />
Löhne, sondern auf mehr Erfahrung zurückzuführen<br />
ist. Einen ähnlichen Lernkurveneffekt<br />
könnte auch die BIPV erzielen,<br />
wenn sie entsprechend gefördert<br />
würde. Solar- und Bauwirtschaft würden<br />
gleichermaßen profitieren. Die BIPV würde<br />
dann auch verstärkt bei energetischen<br />
Sanierungen eingesetzt.<br />
Eine Studie im Auftrag des Österreichischen<br />
Klima- und Energiefonds hat gezeigt,<br />
dass BIPV im Gebäudebestand „eine Maximierung<br />
von Arbeitsplätzen und Wertschöpfung<br />
bedeutet“, da größeres Knowhow<br />
für BIPV bei Gebäudesanierungen<br />
erforderlich ist (Gebäudeintegrierte Photovoltaik:<br />
Perspektiven, Potenziale und<br />
volkswirtschaftliche Betrachtung der<br />
GIPV-Technologie, Oktober 2009).<br />
Mit einem Marktanteil von 1 – 2 % ist die<br />
BIPV noch ein Nischenprodukt. Sie liefert<br />
im Vergleich zu Freiflächenanlagen und<br />
auf Gebäuden aufgeständerte PV weniger<br />
Ertrag, da fassadenintegrierte PV nicht optimal<br />
zur Sonne ausgerichtet ist. Außerdem<br />
kostet BIPV pro kW mehr als Standard-PV,<br />
weil nicht nur die Planung aufwendiger,<br />
sondern zumeist auch die projektspezifische<br />
Gebäudeintegration die Produktionskosten<br />
erhöht. Der lukrative deutsche<br />
Einspeisetarif hat daher zu einer auf Rendite<br />
ausgerichteten PV und zu einer technologischen<br />
„lock-in“-Situation geführt: Es<br />
wurden renditenstarke Aufdachanlagen<br />
und Freiflächenanlagen errichtet und Investitionen<br />
in BIPV vernachlässigt.<br />
Solarunternehmen produzierten fast<br />
ausschließlich Standardmodule, die aufgrund<br />
großzügiger Einspeisetarife in<br />
Deutschland auf eine große Nachfrage<br />
trafen. Um die ständig steigende Nachfrage<br />
zu bedienen, investierten Unternehmen<br />
in den Ausbau der Zell- und Modulproduktion,<br />
anstatt in neue Produkte und<br />
Anwendungen (organische PV und Dünnschicht-Technologie<br />
ausgenommen). Somit<br />
hat die undifferenzierte PV-Förderung innovationshemmend<br />
gewirkt. Der deutsche<br />
BIPV-Bonus von 5 % für Fassadenintegration<br />
aus dem Jahre 2004 hat zu keiner nennenswertem<br />
Marktbewegung geführt, weil<br />
der zu niedrig angesetzte Bonus die Ertragseinbußen<br />
nicht kompensieren konnte,<br />
schon gar nicht die Mehrkosten für die<br />
Fassadenintegration. Weil er bürokratisch<br />
aufwendig war und nicht zum gewünschten<br />
Ergebnis führte, wurde der Bonus 2009<br />
gestrichen.<br />
In Frankreich waren die Fördersätze<br />
für Standard-PV deutlich niedriger als in<br />
Deutschland; jedoch gab es von Anfang<br />
an eine relativ starke Förderung der BIPV.<br />
Dies hat dazu geführt, dass konventionelle<br />
Aufdachanlagen, die mit Billigimporten bedient<br />
werden können, in Frankreich weniger<br />
nachgefragt wurden. Der hohe Bonus<br />
für BIPV sollte eine Marktdifferenzierung<br />
bewirken und Frankreich vor der<br />
Massenware des damaligen Weltmarktführers<br />
Deutschland abschotten. Die Franzosen<br />
sind außerdem davon überzeugt, dass<br />
PV-Module zunehmend ins Gebäude integriert<br />
und sich zu einem gängigen Bauprodukt<br />
entwickeln werden, dessen Einsatz<br />
wirtschaftlich sinnvoll ist, weil es andere<br />
Baumaterialien substituiert (vgl. Fabien<br />
Crassard und Johannes Rode: The evolution<br />
of BIPV in German and French technological<br />
innovation systems for solar cells,<br />
Göteborg, 2007).<br />
Ab dem Jahr 2020 müssen neue Gebäude<br />
europaweit eine ausgeglichene Energiebilanz<br />
aufweisen. Dann wird bei größeren<br />
Gebäuden, deren Dach keine ausreichend<br />
große Fläche für eine Solaranlage<br />
bietet, die Energie zwangsläufig aus der<br />
Fassade kommen müssen. Somit schreibt<br />
die EU-Gebäuderichtlinie indirekt die Integration<br />
der PV in die Fassade für Hochhäuser<br />
und Bürogebäude vor. „Die Bedeutung<br />
der BIPV wird also in Zukunft massiv steigen“,<br />
prognostiziert das Fraunhofer Institut<br />
für Solare Energiesysteme in Freiburg.<br />
Die deutsche PV-Förderung muss heute an<br />
die Rahmenbedingungen von morgen angepasst<br />
werden. Nur so wird sich die Industrie<br />
im internationalen Wettbewerb behaupten<br />
können.<br />
Die Energiewende in Deutschland bedarf<br />
enormer Investitionen. Eine sinnvolle<br />
Förderung würde die PV in ein umfassendes<br />
Energiekonzept integrieren: die<br />
PV stärker ins Gebäude integrieren und<br />
den Eigenverbrauch von Solarstrom fördern.<br />
Wenn gleichzeitig Speichertechnologien<br />
und Elektromobilität gefördert würden,<br />
könnte sich die PV zum wesentlichen<br />
Bestandteil einer dezentralen Energieversorgung<br />
entwickeln und würde einen Teil<br />
der Investitionen in den Netzausbau erübrigen.<br />
Eine dezentrale Energieversorgung<br />
braucht nicht mehr Netze, sondern intelligente<br />
Netze.<br />
■<br />
Autor: Andreas Karweger ist Geschäftsführer<br />
des Economic Forum, München - Bozen, und<br />
Organisator des ENERGY FORUM on Solar Building<br />
Skins, Brixen, Italien.<br />
KonTAKT<br />
ENERGY FORUM,<br />
80797 München,<br />
Tel. 089 200004161,<br />
info@economic-forum.eu,<br />
www.energy-forum.com<br />
ALFA MIX<br />
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Haushalt kann damit mehr als 300kWh Strom im<br />
Jahr ein<strong>sparen</strong>. Mit ALFA MIX wird Solarwärme<br />
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8/2012 <strong>IKZ</strong>-EnErgy 13
Sonnenenergie<br />
Photovoltaik<br />
Intelligenz für PV-Anlagen<br />
Schluss mit der Schattenwirtschaft: Leistung optimieren und Sicherheit erhöhen<br />
Solaranlagen haben über viele Jahre hinweg hohen Anforderungen standzuhalten, auch in Abhängigkeit von ihrem Standort. Die Zielsetzung:<br />
eine optimale Stromproduktion über die gesamte Lebensdauer der Anlage sowie eine möglichst hohe Kapitalrendite. Zudem<br />
müssen PV-Anlagen höchste Sicherheitsmaßstäbe erfüllen. Mit intelligenten Lösungen zur Systemüberwachung und -optimierung<br />
können Betreiber von Solaranlagen leistungsmindernde Faktoren sofort erkennen und beseitigen sowie die Sicherheit der Anlage<br />
erhöhen.<br />
Die Stromproduktion einer PV-Anlage<br />
lässt sich im Wesentlichen über die Optimierung<br />
der Leistungsfähigkeit der einzelnen<br />
Module und deren Performance<br />
im String steigern. Denn die Dynamik<br />
eines Strings hängt maßgeblich von der<br />
Einzelleistung der Module ab. Probleme<br />
bei einem einzigen Modul beeinträchtigen<br />
daher bei konventionellen Systemen<br />
den Betrieb der gesamten Anlage. Da alle<br />
Module im selben String denselben Strom<br />
liefern wie das schwächste Modul, würde<br />
beispielsweise selbst bei Verschattung<br />
nur eines einzigen Moduls die Ausgangsleistung<br />
des kompletten Strings deutlich<br />
verringert werden.<br />
„Junction Box“ –<br />
Anlagenoptimierung<br />
kompakt.<br />
Detaillierte Anlagenüberwachung<br />
Über eine detaillierte Anlagenüberwachung<br />
auf Modulebene sowie eine Optimierung<br />
der Leistung lässt sich der Energieertrag<br />
des Strings und damit der gesamten<br />
Anlage steigern: Die Module werden<br />
dabei alle im Punkt maximaler Leistung<br />
betrieben, wobei ein Optimierer, wo nötig,<br />
Spannungswandlungen vornimmt.<br />
Dies bewirkt, dass alle Module im selben<br />
String am Ausgang denselben Strom liefern<br />
und sich die Gesamtspannung des<br />
Strings an die parallel liegenden Strings<br />
anpasst. Dies verringert sowohl die Verluste<br />
beim einzelnen Modul (primärer Verlust)<br />
als auch die sogenannten sekundären<br />
Verluste durch die Auswirkungen auf den<br />
gesamten String.<br />
Eine detaillierte Überwachung der Anlage<br />
ist auch deshalb wichtig, weil manche<br />
Störungen nicht auf den ersten Blick<br />
erkennbar sind – wie verschmutzte Module,<br />
verursacht etwa durch einen Abluftkamin.<br />
Störungen dieser Art sind zwar von<br />
außen nicht sichtbar, können aber zu signifikanten<br />
Leistungsverlusten führen. Eine<br />
effiziente Systemüberwachung identifiziert<br />
die verunreinigten Module der Anlage und<br />
ermöglicht schnelles Handeln: Die betroffenen<br />
Module können gereinigt oder gegebenenfalls<br />
ersetzt werden.<br />
Eine andere Ursache für einen signifikanten<br />
Leistungsabfall kann in der Verschattung<br />
liegen: Durch umstehende Bäume,<br />
Schornsteine oder auch Funk- und<br />
Strommasten können temporär im Tagesverlauf<br />
Schatten auf einzelne Module<br />
der Solaranlage fallen. Gerade bei kleinen<br />
„Amphenol Junction Box“.<br />
Anlagen auf Wohnhäusern und Gewerbedächern<br />
ist aufgrund von Dachneigung,<br />
Gauben oder Winkeln nicht immer eine<br />
flächige, regelmäßige Anordnung der Module<br />
realisierbar. Werden Module mit Leistungsoptimierern<br />
eingesetzt, lassen sich<br />
auch Teile des Daches nutzen, die z. B. morgens<br />
und abends verschattet sind. Normalerweise<br />
würde dadurch die Stromproduktion<br />
der Module im selben String reduziert,<br />
der Optimierer verhindert diese Auswirkungen<br />
jedoch.<br />
Intelligente Lösungen zur Leistungsoptimierung<br />
von Solaranlagen wie „Trinasmart“<br />
von Trina Solar ermöglichen dem<br />
Betreiber, die Auswirkungen solcher Störfaktoren<br />
zu minimieren. Dies beginnt<br />
schon bei der Anordnung der PV-Module:<br />
Die Gegebenheiten vor Ort sind in der Regel<br />
nicht veränderbar. Daher ist Flexibilität<br />
in der Gestaltung und Anordnung der PV-<br />
Modulreihen gefragt, um eine größtmög-<br />
14 iKZ-energy 8/2012
Sonnenenergie<br />
Photovoltaik<br />
„Smart Modul“: Intelligence „Trinasmart“-<br />
Technologie ist integriert in die Anschlussdose<br />
des Moduls.<br />
liche Abdeckung der verfügbaren Fläche<br />
zu erreichen. Die „Smart-Curve-Technologie“<br />
von „Trinasmart“ reduziert den Spannungsbereich<br />
für jedes einzelne Modul und<br />
erlaubt die Anordnung der Module in längeren<br />
Strings; auf diese Weise lässt sich die<br />
Anlage besser an die Situation vor Ort anpassen<br />
– so wird eine maximale Flächenabdeckung<br />
erreicht. „Trinasmart“ spart auf<br />
diese Weise bis zu zwei bis drei Eurocent<br />
pro kWh produzierten Stroms – ein wesentlicher<br />
Beitrag zur Kostensenkung der gesamten<br />
Anlage.<br />
Zusätzlich lässt sich das Kosten-Leistungs-Verhältnis<br />
durch die bessere Auslastung<br />
und Steuerung der einzelnen PV-<br />
Module optimieren. Ziel ist dabei die Minderung<br />
negativer Effekte schwächerer<br />
Module auf die Gesamtstromproduktion einer<br />
PV-Anlage. „Trinasmart“ setzt hierbei<br />
auf Impedanz-Anpassung: Dabei kommunizieren<br />
die Panels Parameter wie Strom<br />
und Spannung sowie die Temperatur in der<br />
Anschlussdose zur MMU (Monitoring und<br />
Management Unit). Aus diesen Informationen<br />
berechnet diese Steuereinheit den optimalen<br />
Betriebspunkt und meldet diesen<br />
zurück an das PV-Modul. Es wird eine virtuelle<br />
Impedanz simuliert, um so die maximale<br />
Leistung jedes einzelnen PV-Moduls<br />
zu erzielen, die von Modul zu Modul variiert.<br />
In der Praxis arbeiten alle Module im<br />
String im optimalen Arbeitspunkt, und der<br />
Optimierer ermöglicht durch Spannungswandlung,<br />
dass die Maximalleistung jedes<br />
Moduls in einem String bei konstantem<br />
Strom zur Verfügung steht.<br />
Maximale Sicherheit<br />
Neben den genannten Vorteilen für einen<br />
optimalen Energieertrag erhöht „Trinasmart“<br />
zudem die Sicherheit von Solaranlagen:<br />
Jedes PV-Modul kann einzeln überwacht<br />
werden, und im Fall eines elektrischen<br />
Defekts schaltet das System die betroffenen<br />
Module automatisch ab. Darüber<br />
hinaus lässt sich die PV-Anlage, beispielsweise<br />
im Brandfall, ferngesteuert abstellen.<br />
Auf diese Weise erhalten die Betreiber einen<br />
einzigartigen Schutzmechanismus. Beschädigte<br />
Module können aus dem Gesamtsystem<br />
eliminiert werden und beeinflussen<br />
dann nicht mehr die Sicherheit der Anlage.<br />
Sie werden einfach spannungsfrei geschaltet<br />
und können bei der nächsten Wartung<br />
ersetzt werden.<br />
Ein Risiko für Solaranlagen stellen<br />
Lichtbögen in der Anschlussdose dar, da<br />
sie nur schwer zu identifizieren sind, aber<br />
beträchtlichen Schaden anrichten können.<br />
Die Indizien hierfür müssen richtig<br />
interpretiert werden, um unnötige Abschaltungen<br />
zu vermeiden, da auch Wechselrichter<br />
hin und wieder vergleichbare<br />
Störsignale erzeugen. Die Aufgabe von<br />
„Trinasmart“ liegt daher darin, einen<br />
Fehl alarm ebenso zu vermeiden wie einen<br />
Die EnErgiEfamilie<br />
Innenleben der<br />
„Junction Box“.<br />
8/2012 iKZ-energy<br />
www.idm-energie.at
Sonnenenergie<br />
Photovoltaik<br />
und einfach Reports erstellen – etwa zur<br />
Ertragsstatistik, bezogen auf die Leistung<br />
einzelner Module oder des Gesamtsystems.<br />
Diese Informationen stehen via Computer,<br />
Handy oder Tablet-PC zur Verfügung, immer<br />
und von jedem Ort. Besonders sinnvoll<br />
ist dies, wenn beispielsweise mehrere Anlagen<br />
gleichzeitig überwacht werden müssen,<br />
oder Büro und Anlage räumlich weiter<br />
voneinander entfernt liegen.<br />
Solaranlage in Prag: Leistungsübersicht zur Anlage – generiert mit „Trinasmart“.<br />
Flexible und kostensenkende<br />
Technologie<br />
Ein wesentliches Ziel von Optimierungslösungen<br />
besteht darin, die Systemkosten<br />
zu senken und die Rendite der Anlage zu<br />
erhöhen. Dazu muss der gesamte Prozess<br />
von der Inbetriebnahme bis zum Betrieb<br />
über den gesamten Lebenszyklus der Anlage<br />
so effizient wie möglich sein. Hier bietet<br />
die Lösung von Trina Solar zahlreiche Vorteile:<br />
Zum einen ist die „Trinasmart“-Technologie<br />
in die Anschlussdose des Moduls<br />
integriert und spart daher die Zeit für die<br />
Montage einer Box vor Ort; zum anderen ist<br />
eine zusätzliche Modulverkabelung nicht<br />
erforderlich. Außerdem funktioniert „Trinasmart“<br />
weltweit und ist mit jedem Wechselrichter<br />
kompatibel. Im Betrieb der Anlage<br />
bietet „Trinasmart“ eine hohe Bedienerfreundlichkeit,<br />
da der Benutzer sowohl vom<br />
stationären als auch vom mobilen Arbeitsplatz<br />
zugreifen kann. Nicht zuletzt gewährleistet<br />
die Flexibilität bei der Installation<br />
von PV-Modulen mit Trina smart eine höhere<br />
Stromproduktion sowie die Senkung<br />
der BOS (Balance of System)-Kosten. ■<br />
Autor: Rolf-Peter Wurtz, Product Manager<br />
Europe bei Trina Solar<br />
Bilder: Trina Solar<br />
Solaranlage in Sacramento: Informationen zur Verschattung, Modul- und Anlagenleistung und<br />
Ökobilanz – generiert mit „Trinasmart“.<br />
Schaden aus einem tatsächlichen Lichtbogen.<br />
Eine effiziente Überwachung ist aber<br />
nicht nur im Hinblick auf Störungen, sondern<br />
auch für den regulären Betrieb der<br />
Anlage wichtig. Denn zu der Anforderung,<br />
Ausfallzeiten gering zu halten, kommen<br />
zahlreiche weitere hinzu. Mit „Trinasmart“<br />
lassen sich automatisch sämtliche Informationen<br />
über die Leistung der Solaranlage<br />
erfassen. Diese Informationen helfen dabei,<br />
wiederkehrende Probleme zu erkennen<br />
und frühzeitig entsprechende Gegenmaßnahmen<br />
zu ergreifen. Der Betreiber<br />
erfährt über Alarmmeldungen sofort von<br />
Betriebsschwierigkeiten und kann schnell<br />
KonTAKT<br />
Trina Solar GmbH<br />
85609 Aschheim<br />
Tel. 089 122849250<br />
Fax 089 122849251<br />
germany@trinasolar.com<br />
www.trinasolar.com<br />
16 iKZ-energy 8/2012
AUSSTELLUNG<br />
ISH Frankfurt 2013<br />
2013: Was, wann, wo?<br />
Umfangreiches Online-Special zur Frankfurter Weltleitmesse unter www.ikz.de<br />
Vom 12. bis 16. März 2013 öffnet die ISH in Frankfurt ihre Tore für das internationale Fachpublikum. Die Weltleitmesse für nachhaltige<br />
Sanitärlösungen, innovatives Baddesign, effiziente Heiz- und Klimatechnik und Erneuerbare Energien wird abermals das gesamte<br />
Messegelände belegen. Über 2300 Firmen, darunter die Markt- und Technologieführer aus dem In- und Ausland, stellen ihre Weltneuheiten<br />
in der hessischen Metropole vor. Die Messe Frankfurt rechnet mit über 200000 Besuchern, davon ein Großteil aus dem<br />
Handwerk.<br />
Wie bereits in den Jahren 2009 und 2011, so wird die <strong>IKZ</strong>-Redaktion<br />
auch diesmal im Vorfeld eine <strong>Vorschau</strong> auf Trends und Techniken<br />
in einem ISH-Online-Special unter www.ikz.de veröffentlichen. Darin<br />
wird unter anderem über die besonderen Besucherservices der<br />
Messegesellschaft informiert und überdies ein Blick auf die zahlreichen<br />
Sonderschauen und Events geworfen. Die Inhalte werden<br />
sukzessive erweitert.<br />
Noch bis kurz vor dem Start der Weltleitmesse finden sich in<br />
jeder <strong>IKZ</strong>-Ausgabe Info-Banner zum Online-Special. Darin wer-<br />
den die aktuellen Inhalte angerissen, die unter www.ikz.de ausführlich<br />
beleuchtet werden. Mit Infos zum Rahmenprogramm<br />
und den neuen Highlights in Sachen Sonderschauen startet das<br />
Special. Neu in 2013 ist beispielsweise die Sonderschau wall<br />
+ floor. In diesem Rahmen zeigen Anbieter Produkte aus den<br />
Bereichen Wand- und Bodenfliesen, Kunststoffbeläge und türliche Materialien sowie Farben und Farbsysteme. Wall +<br />
naverbands<br />
Sanitär Heizung Klima (ZVSHK), das gemeinsam mit<br />
der <strong>IKZ</strong>-HAUSTECHNIK zur Weltleitmesse realisiert wird. Geplant<br />
ist eine Live-Berichterstattung vom ZVSHK-Messestand in<br />
Halle 8; mit regelmäßigen Nachrichtenblocks, Live-Interviews mit<br />
Politik-, Wirtschafts- und Industrievertretern und weiteren Aktionen.<br />
Ausgestrahlt werden die Sendungen in einem speziellen Internet-TV-Kanal<br />
und über www.ikz.tv. Techniken, Trends und aktuelle<br />
Produkte werden ebenfalls in gewohnter Weise beleuchtet<br />
und last but not least aufgezeigt, wie sich die Anreise organisieren,<br />
ein Hotel buchen oder vor Ort auf schnellstem Wege die wichtigsten<br />
Aussteller gefunden werden. Dazu ein Tipp: Die Messege-<br />
floor soll zu einem Anlaufpunkt für kreative Einrichtungsideen<br />
im Badezimmer werden.<br />
Außerdem berichten wir über ein TV-Projekt des Zentralsellschaft<br />
wird in Kürze eine kostenfreie App für unterschiedliche<br />
Smartphone-Betriebssysteme bereitstellen. So lässt sich der Messebesuch<br />
im Vorfeld zielsicher strukturieren. Schließlich will ein<br />
ISH-Besuch sorgfältig geplant sein.<br />
■<br />
23/24/2012 <strong>IKZ</strong>-HAUSTECHNIK<br />
17
Sonnenenergie<br />
Solarthermie<br />
Der Zeit weit voraus<br />
Messungen beweisen: <strong>Solarthermische</strong> <strong>Heizsysteme</strong> <strong>sparen</strong> bares <strong>Geld</strong> bei höchstem Wohnkomfort<br />
Wer derzeit ein Haus bauen oder sanieren möchte, ist gut beraten, sich für ein nachhaltiges und sparsames Energiekonzept zu entscheiden.<br />
Bereits zu Anfang dieses Jahres lagen die Preise für Öl und Gas bei über 90 Cent pro Liter. Tendenz: steigend. Viele Haushalte<br />
blicken auf eine der teuersten Heizperioden der vergangenen fünf Jahre zurück, obgleich der Winter 2011/2012 statistisch gesehen mit<br />
durchschnittlichen Temperaturwerten aufwartete. Wer sich langfristig in hohem Maße, wenn nicht gänzlich, von der Entwicklung der<br />
Energiepreise unabhängig machen will, braucht ein Bau- und Heizkonzept, das seinen Wärmebedarf so weitreichend wie möglich aus<br />
Erneuerbaren Energien deckt.<br />
Genau dies bietet ein Sonnenhaus mit<br />
solarthermischer Heizung. Bei einem solchen<br />
Haus sorgt der kostenfreie und krisensichere<br />
Rohstoff Sonne ganzjährig für<br />
Warmwasser und angenehme Raumtemperaturen.<br />
In den sonnenärmsten Monaten<br />
liefert eine Zusatzheizquelle, beispielsweise<br />
in Form eines Stückholz- oder Pelletofens,<br />
die notwendige Energie. So sorgen<br />
ausschließlich regenerative Energiequellen<br />
rund ums Jahr für behaglichen Wohnkomfort<br />
und machen die Bewohner unabhängig<br />
von der Kostenentwicklung bei Öl und Gas.<br />
Vertrauen ist gut – Messen ist besser<br />
Jährlicher Holzverbrauch, solare Deckung,<br />
Primärenergiebedarf – alles, was<br />
ein Sonnenhaus ausmacht, haben die Experten<br />
des Sonnenhaus-Instituts e. V. bislang<br />
individuell simuliert und berechnet.<br />
Nach umfassender und professioneller<br />
Datenerhebung verschiedener Sonnenhäuser<br />
liegen nun sämtliche relevanten<br />
Werte auch als Messergebnisse vor. Diese<br />
sind zum einen Basis für die Evaluierung<br />
und Weiterentwicklung des Sonnenhaus-<br />
Konzeptes. Zum anderen übertreffen sie<br />
selbst die vorsichtigen Prognosen der Solarfachleute<br />
und bestätigen, was Sonnenhausbewohner<br />
Winter für Winter erleben:<br />
Ihre Häuser erweisen sich als noch komfortabler,<br />
wärmer und sparsamer, als die vorherige<br />
Berechnung beziehungsweise Simulation<br />
erwarten ließ.<br />
Regenerative Energiequellen machen Sonnenhaus-Bewohner unabhängig von der Kostenentwicklung<br />
bei Öl und Gas.<br />
Bild: Sonnenhaus-Institut<br />
Höhere Sonnenernte<br />
und weniger Holzverbrauch<br />
Die Bewohner eines Einfamilienhauses<br />
Nahe Stuttgart deckten den Jahresheizwärmebedarf<br />
ihres über 250 m 2 großen Hauses<br />
zu 77 % mit Sonnenenergie. Die Simulation<br />
zeigte für die 36 m 2 große Kollektorfläche<br />
in Kombination mit dem 8,3-m 3 -<br />
Pufferspeicher einen solaren Deckungsgrad<br />
von 71 %. Die berechnete Holzmenge<br />
für die Zusatzheizung lag bei drei Raummetern<br />
pro Jahr. In diesem Jahr wurden<br />
tatsächlich jedoch nur knapp zwei Raummeter<br />
verbraucht: insgesamt 35 % weniger<br />
als berechnet, bei behaglichen 22 °C Raumtemperaturen.<br />
„Die Messergebnisse bieten eine sehr<br />
gute Vergleichsmöglichkeit zwischen Simulationsprogramm<br />
und Praxis. Sie bestätigen,<br />
dass die Bauherren mit unseren<br />
Planungswerkzeugen auf der sicheren Seite<br />
sind. Sie können sich darauf verlassen,<br />
dass die Dimensionierung ihrer Anlagen<br />
sie warm und rundum komfortabel durch<br />
den Winter bringt. Während in der Fachwelt<br />
immer neue Systeme und Konzepte gesucht<br />
und vorgestellt werden, bewährt sich<br />
das Sonnenhaus in der Praxis und hat sich<br />
längst zu einer zuverlässigen, vielseitigen<br />
und flexiblen Alternative entwickelt“, fasst<br />
18 iKZ-energy 8/2012
Sonnenenergie<br />
Solarthermie<br />
Holz ist gespeicherte Sonnenenergie.<br />
Bild: Sonnenhaus-Institut<br />
Wolfgang Hilz, Gründer und 2. Vorstand<br />
des Sonnenhaus-Instituts, die Auswertung<br />
seiner Messungen zusammen.<br />
Ein Sonnenhaus nutzt die solare Wärme<br />
direkt und hält diese in einem Schichtenspeicher<br />
vor. Das Heizkonzept kommt ohne<br />
Umwandlung der Sonnenenergie in Strom<br />
aus. Damit entfallen die häufig im Zusammenhang<br />
mit der Einspeisung ins öffentliche<br />
Netz anfallenden Problemfelder. Darüber<br />
hinaus besteht die Möglichkeit, für<br />
den Eigenverbrauch an Haushaltsstrom die<br />
solarthermische Anlage um Photovoltaik<br />
zu ergänzen.<br />
Nicht nur die große Unabhängigkeit<br />
und die messbare Effizienz einer solarthermischen<br />
Anlage sprechen für den Bau<br />
eines Sonnenhauses. Hinzu kommt, dass<br />
Sonnenhäuser bereits heute die EU-Gebäuderichtlinie<br />
erfüllen, die bis 2020 den<br />
ausschließlichen Bau sogenannter „Nahezu<br />
Null Energiehäuser“ vorsieht. Bewährte,<br />
gut aufeinander abgestimmte Technik, die<br />
sich auf kluge und dennoch einfache Art<br />
natürlicher Phänomene bedient sind die<br />
Grundlage eines Sonnenhauses. Diese<br />
kann sich jeder Bauherr zunutze machen,<br />
um seinen Wärmebedarf so weitreichend<br />
wie möglich aus Erneuerbaren Energien<br />
zu decken – und damit bestens gerüstet zu<br />
sein. Jetzt im Sommer scheint der nächste<br />
Winter zwar noch weit – doch er kommt<br />
bestimmt.<br />
Weil Wärme von der<br />
Sonne kommt<br />
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Strom. Wärme. Zukunft
Sonnenenergie<br />
Solarthermie<br />
CO 2-Emissionen Einfamilienhaus.<br />
gut fürs Klima<br />
Auch machen solarthermische <strong>Heizsysteme</strong><br />
ein Haus um bis zu 67 % energieeffizienter<br />
als Häuser mit maximal optimierter<br />
Gebäudehülle. Zu diesem Ergebnis<br />
kommt eine Studie im Auftrag des<br />
Bundesverbandes Solarwirtschaft, in der<br />
erstmals die Effizienz von Dämmung und<br />
Solarthermie umfassend verglichen wurde.<br />
Das durchführende Sonnenhaus-Institut<br />
e. V. und das Ingenieurbüro Econsult<br />
stellen in der Studie fest, dass Gebäude mit<br />
einem hohen solarthermischen Deckungsanteil<br />
dadurch deutlich klimaschonender<br />
sein können. Beispiel: Ein Effizienzhaus 70<br />
mit einer kombinierten Pellet- und Solarheizung,<br />
bei dem die Solarwärme-Anlage<br />
mindestens 60 % des Raumwärme- und<br />
Warmwasserbedarfs abgedeckt, stößt nur<br />
2 kg/m² Nutzfläche im Jahr aus. Der CO 2 -<br />
Ausstoß von einem Passivhaus vergleichbarer<br />
Größe mit Gastherme und Trinkwasser-Solaranlage<br />
liegt bei 6 kg – das ist die<br />
dreifache Menge.<br />
In der Studie wird das Gebäude als Gesamtsystem<br />
betrachtet, in dem die Gebäudehülle<br />
und die Anlagentechnik zusammenspielen.<br />
Durch die Verwendung<br />
gleicher Rahmenbedingungen und Rechenmethoden<br />
wurde die Vergleichbarkeit der<br />
Bild: BSW Solar<br />
unterschiedlichen Effizienz-Hausvarianten<br />
hergestellt. Hierzu zählen Baukosten<br />
und Energiepreise sowie Energieverbrauch<br />
und Nutzerverhalten. „Die Studie ist die<br />
Grundlage für eine objektive Diskussion<br />
DaS SonnenHauS-KonZept<br />
über das innovative und energieeffiziente<br />
Bauen der Zukunft – auch vor dem Hintergrund<br />
einer höheren Fördereffizienz“, stellt<br />
Peter Rubeck fest, Mitautor und Geschäftsführer<br />
des Sonnenhaus-Instituts. „Zum<br />
ersten Mal ist es bei Effizienzgebäuden<br />
möglich, gewissermaßen Äpfel mit Äpfeln<br />
zu vergleichen.“<br />
Untersucht wurden drei Gebäudestandards<br />
– das Effizienzhaus 70, das Effizienzhaus<br />
55 sowie das Passivhaus – die<br />
unter die Fördersystematik der KfW-Bankengruppe<br />
für Effizienzhäuser fallen. Jeder<br />
dieser Gebäudestandards wurde in<br />
Verbindung mit jeweils vier unterschiedlichen<br />
Anlagetechniken untersucht: von<br />
der Ausstattung mit Fußbodenheizung mit<br />
Gas-Brennwert und Standard-Solaranlage,<br />
über Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung<br />
bis hin zur Solaranlage mit Standard-Deckungsanteil<br />
und Pelletheizung sowie<br />
Solaranlage mit 60 % Deckungsanteil<br />
und Pelletofen.<br />
Erläuterung: Effizienzhäuser verbrauchen<br />
55 bzw. 70 % vom Jahresprimärenergiebedarf<br />
des Referenzgebäudes nach<br />
EnEV 2009. Solarwärme XXL (Solar 60)<br />
steht für Gebäude, bei denen die Solarwärme-Anlage<br />
mindestens 60 % des Raumwärme-<br />
und Warmwasserbedarfs abdeckt. Einfache<br />
Kombi-Anlagen dienen vor allem zur<br />
Brauchwassererwärmung und decken 10 %<br />
des Raumwärmebedarfs ab. Die Kombi-Anlagen<br />
mit der Zusatzheizung Gastherme<br />
oder Pelletkessel ergeben die <strong>Heizsysteme</strong><br />
„Gas+Solar“ oder „Pellet+Solar“. ■<br />
Als Sonnenhaus bezeichnen die Begründer des Sonnenhaus-Instituts ein Gebäude, in<br />
dem die Sonne wenigsten 50 % des Jahreswärmebedarfs deckt. Prägende Merkmale<br />
eines solchen Hauses sind das steil geneigte, nach Süden ausgerichtete Dach, auf dem<br />
Kollektoren die Sonnenstrahlung aufnehmen. Der große Puffer speichert die Wärmeenergie<br />
mithilfe von Wasser über mehrere Tage oder Wochen. Eine Flächenheizung in<br />
Wand oder Fußboden gibt die Wärme gleichmäßig an die Räume weiter. Für die kältesten<br />
und sonnenärmsten Wintertage bedarf es einer Zusatzheizquelle. Das Sonnenhaus setzt<br />
auf Biomasse-Heizungen, z. B. in Form eines Holzofens, der durch CO 2-neutrale Verbrennung<br />
den Pufferspeicher nachheizt.<br />
Das Sonnenhaus-Institut e. V. mit Sitz in Straubing wurde 2004 von Architekten und<br />
Ingenieuren aus der Solarbranche gegründet. Sein Ziel ist die Weiterentwicklung und<br />
Verbreitung des Bau- und Heizkonzeptes für weitgehend solar beheizte Häuser sowie<br />
der Ausbau des Instituts zu einem umfassenden Kompetenznetzwerk. Zur Tätigkeit des<br />
Institutes zählen die Erfassung und Auswertung von Sonnenhaus-Daten, die praxisnahe<br />
Weiterentwicklung des Sonnenhaus-Konzeptes, die Öffentlichkeitsarbeit für solares<br />
Bauen und Heizen, sowie die Schulung und Beratung von Architekten, Planern, Handwerkern<br />
und Bauherren. Von 2004 bis jetzt entstanden 1000 Häuser nach den Kriterien<br />
des Kompetenznetzwerks.<br />
Weitere Informationen: www.sonnenhaus-institut.de<br />
20 iKZ-energy 8/2012
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„intesisHome“: Mit der app lässt sich die Wärmepumpe von überall bedienen.<br />
Panasonic bietet in Zusammenarbeit mit IntesisHome eine App<br />
für Besitzer einer Wärmepumpe oder Klimaanlage. Über die cloudbasierte<br />
Anwendung können die Verbraucher eine Vielzahl von<br />
Funktionen steuern: z. B. Start/Stopp, Betriebsmodus, Soll- und<br />
Raumtemperatur. Gleichzeitig lassen sich individuell Heiz-und<br />
Kühlzyklen festlegen.<br />
Die App verfügt zudem über Energiespar-Funktionen und ein<br />
Erinnerungssystem, das beispielsweise bei schmutzigen Luftfiltern<br />
oder Fehlern Alarm schlägt. Mit „IntesisHome“ lässt sich das<br />
Klimasystem über iPad, iPhone, Android Telefone oder über einen<br />
PC mit Internetzugang bequem bedienen.<br />
„Mit der App ‚IntesisHome‘ ist es noch leichter, die eigene Wärmepumpe<br />
zu kontrollieren – und das von überall auf der Welt. Mithilfe<br />
der Anwendung können die Verbraucher die Wärmepumpe<br />
so steuern, dass das Gerät die höchste Effizienz erreicht, gleichzeitig<br />
aber der Stromverbrauch niedrig bleibt“, erklärt Andreas<br />
Gelbke, Country Manager Panasonic Heiz- und Kühlungssysteme<br />
(D-A-CH).<br />
Bei der App „IntesisHome“ handelt es sich um eine mehrsprachige<br />
Anwendung. Sie kann bei den Produktreihen „Etherea“ und<br />
„Aquarea“ eingesetzt werden. An der Nutzung der App für weitere<br />
Panasonic Heiz- und Kühlsysteme wird derzeit gearbeitet.<br />
Für Nutzer größerer HVAC-Systeme oder kommerzieller Installationen,<br />
die ihre Projekte über KNX, EnOcean oder Modbus Protokolle<br />
steuern, bietet Panasonic spezielle „Intesis“-Nutzeroberflächen<br />
an. So lassen sich mithilfe von „Intesis“-Schnittstellen diese<br />
Protokolle in die App integrieren.<br />
Panasonic Deutschland, 65203 Wiesbaden, Tel. 0611 / 235-456,<br />
klimaanlagen@eu.panasonic.com, www.panasonic.de<br />
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<strong>IKZ</strong>-ENERGY 8/2012
TIpps & TRENds<br />
Produkte<br />
scHulercontrol<br />
Neuer Energiemanager<br />
rund ums Haus eröffnet der energiemanager<br />
„sc460“ mehr Komfort und hilft dabei aktiv<br />
beim energie<strong>sparen</strong>.<br />
Der neue Energiemanager „SC460“ ist ein umfangreicher Haustechnikregler,<br />
der alle Funktionen von Wärmeerzeugern wie Solaranlagen,<br />
Gaskesseln oder Wärmepumpen und darüber hinaus<br />
auch Klimaanlagen und Sonnenschutzvorrichtungen steuert. Mit<br />
bis zu vier optionalen Erweiterungsmodulen können weitere Funktionen<br />
wie zusätzliche Heizquellen sowie Wärmeverbraucher geregelt<br />
werden.<br />
Mit diesem Regler gelingt so ein abgestimmtes Zusammenspiel<br />
der verschiedenen Wärmequellen, Energiespeicher und Verbraucher.<br />
Die Kosten für<br />
Strom und Heizung<br />
lassen sich dadurch<br />
deutlich reduzieren.<br />
Bereits vorkonfigurierte<br />
Grundfunktionen<br />
ermöglichen eine<br />
einfache Inbetriebnahme.<br />
Weitere individuelle<br />
und frei programmierbare<br />
Anlagenkonfigurationen<br />
können<br />
vom Fachmann und<br />
versierten Anwendern<br />
vorgenommen werden. Die Software hierzu ist frei erhältlich. Der<br />
„SC460“ kann komfortabel und schnell eingerichtet werden. Mit<br />
seinen zwei Ethernet-Schnittstellen und dem USB-Anschluss kann<br />
sehr einfach eine Verbindung per LAN oder WLAN zu dem Gerät<br />
aufgebaut werden.<br />
Die Visualisierung der Anlagendaten, Erträge und Leistungen,<br />
die über einen Datenlogger erfasst werden, erfolgt in einem Browser<br />
auf dem PC, Tablet oder Smartphone.<br />
Die integrierte Wärmemengenzählung kann nicht nur die Solarerträge<br />
bestimmen, in Mehrfamilienhäusern kann diese Information<br />
auch unterstützend zur Abrechnung des Wärmeverbrauchs<br />
der Mieter verwendet werden.<br />
SchulerControl GmbH, 79822 Titisee-Neustadt, Tel. 07651 9727366,<br />
info@schulercontrol.de, www.schulercontrol.de<br />
gaben eingerechnet.<br />
Vorteilhaft auf die Genauigkeit<br />
wirkt sich<br />
insbesondere auch<br />
die Konstruktion des<br />
Blendensatzes mit jeweils<br />
fünf Messblenden<br />
als „Ein-Loch-Blenden“<br />
aus: Die Lage des<br />
Druckabnehmers sowie<br />
die Geometrie des<br />
Gebläses und der Blenden<br />
wurden entwickelt,<br />
um ein stabiles<br />
„BlowerDoor“-Gebläse ab 1992.<br />
und reproduzierbares Geschwindigkeitsprofil zu erzeugen, das<br />
weitestgehend unabhängig vom Gegendruck (Gebäudedruckdifferenz)<br />
ist. Reihenuntersuchungen haben ergeben, dass auch länger<br />
in Gebrauch befindliche „BlowerDoor“-Gebläse die hohe und<br />
deutlich über den gesetzlichen Mindestanforderungen liegende<br />
Messgenauigkeit aufweisen. Die BlowerDoor GmbH empfiehlt eine<br />
jährliche Justierung und Werkskalibrierung der Druckmessgeräte<br />
sowie die Kalibrierung der BlowerDoor Messgebläse in einem Zeitraum<br />
von vier Jahren.<br />
BlowerDoor GmbH, 31832 Springe-Eldagsen, Tel. 05044 97540,<br />
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dauerhafte Genauigkeit auf<br />
Seit 2012 bietet die BlowerDoor GmbH neben der Kalibrierung<br />
der Druckmessgeräte „DG-700“ auch die Kalibrierung der<br />
„BlowerDoor“-Messgebläse auf einem eigens dafür entwickelten<br />
Kalibrierstand nach DIN EN ISO 5801 an. Pro Blende werden drei<br />
Werte bei 10 %, 50 % und 90 % des jeweiligen Volumenstrommessbereiches<br />
im Kammerprüfstand bei einer Druckdifferenz von 50 Pa<br />
überprüft. Die aktuellen Umgebungsbedingungen, d. h. Luftdruck,<br />
Temperatur und relative Feuchte, werden in die Messwerte des<br />
Kammerprüfstandes und des Messgebläses nach Herstelleran-<br />
28. Feb. – 3. März<br />
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8/2012 <strong>IKZ</strong>-ENERGY 23
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Selbst erzeugten Strom speichern<br />
und rund um die Uhr nutzen<br />
Ab sofort bietet der „Sun-x-Tender“ die Möglichkeit, den Ökostrom<br />
aus Sonnenlicht zu speichern und zu nutzen. Er kann<br />
sowohl in eine neue als auch in eine bestehende PV-Anlage<br />
oder Windkraft-Anlage problemlos als Ergänzung eingebaut werden.<br />
Der „Sun-x-Tender“ weist folgende technische Eigenschaften auf:<br />
• 7 KW-Wechselrichter für echte 3-phasige Einspeisung im ganzen<br />
Haus.<br />
• Das Speichersystem ist überall nachträglich einbaubar, egal von<br />
welcher Energiequelle (Solar, Wind) der erzeugte Strom stammt.<br />
• Auch für Inselanlagen geeignet: In Verbindung mit einem Inselwechselrichter<br />
für die PV-Anlage ist die Anlage inselbetriebsfähig.<br />
• Batterie: Blei-Gel-Zellen oder LiFePo4-Zellen möglich. Durch<br />
optimale Regelung der Entladetiefe wird die Lebensdauer der<br />
Batterie erhöht.<br />
• Während des Batteriebetriebs ist das Hausnetz komplett vom<br />
EVU-Netz getrennt, damit nur dieses Haus mit der gespeicherten<br />
Energie versorgt wird.<br />
Das Energiespeichersystem ist schnell installierbar – egal,<br />
welche Energiequelle den Ökostrom produziert (Solar, Wind,<br />
BHKW). In der Hauselektrik müssen keine besonderen Bedingungen<br />
erfüllt werden. Es braucht nur noch in das Hausnetz „eingeschleift“<br />
werden und ist bereits jetzt Smart-Metering-fähig. Für<br />
den richtigen Überblick sorgt das <strong>Energy</strong> Management Control<br />
System „EMCS“.<br />
Der zentrale Batteriespeicher besteht je nach Version aus Zelleinheiten<br />
mit verschiedenen Abgabeleistungen. Das Ladegerät<br />
(Charger) ist intelligent und leistungsstark mit programmierbaren,<br />
optimierten Ladekurven nach Hersteller-Vorgaben, Batterie-<br />
Management-System und hohem Wirkungsgrad. Es erzeugt den<br />
dazu notwendigen Ladestrom in Form von reinem Gleichstrom.<br />
Zyklenzahl und Batterie-Lebensdauer werden optimiert. Der Drehstrom-Wechselrichter<br />
(Inverter) wandelt den gespeicherten Gleich-<br />
Der „sun-x-tender“<br />
kann sowohl in<br />
eine neue als auch<br />
in eine bestehende<br />
PV-anlage oder<br />
Windkraft-anlage als<br />
ergänzung eingebaut<br />
werden.<br />
strom in Drehstrom und speist ihn ins eigene Hausnetz. Auch bei<br />
einem Stromausfall können elektrische Geräte weiter betrieben<br />
werden. Alle System-Komponenten einschließlich des „EMCS“ befinden<br />
sich in einem fest verschießbaren Schaltschrank mit temperaturgesteuertem<br />
Lüfter.<br />
Wiemann GmbH, 32257 Bünde, Tel. 05223 92890,<br />
info@wiemann.de, www.wiedemann.de<br />
stG BeiKircH<br />
Neue Lüftungszentrale<br />
und Solarlüftungssteuerung<br />
STG-Beikirch bietet eine neue Lüftungszentrale zur automatischen<br />
Steuerung von Fenstern und Lichtkuppeln für alle 24-Volt-<br />
Antriebe an. Die Möglichkeiten zur Steuerung des Raumklimas<br />
nach individuellen Bedürfnissen standen bei der Entwicklung an<br />
erster Stelle. Über eine grafische PC-Benutzeroberfläche sind mit-<br />
24 <strong>IKZ</strong>-ENERGY 8/2012
DAS SOLARSTROM-MAGAZIN<br />
8/2012<br />
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Produkte<br />
tels der STG-Beikirch Service-Port Software vielfältige Einstellmöglichkeiten<br />
vorhanden.<br />
Die neue Lüftungszentrale vereinigt viele Funktionen, die andere<br />
marktübliche Lüftungssysteme nur durch Zusatzsysteme leisten<br />
können, da serienmäßig eine Vielzahl von Anschlussmöglichkeiten<br />
besteht. Mittels Sensoren zur Messung des CO 2 -Gehaltes (Raumqualitätsfühler)<br />
der Temperatur, der Luftfeuchte und Aufnahme<br />
einer Wind- oder Regenmeldung sowie zeitabhängige Funktionen<br />
ist eine komfortable Steuerung der natürlichen Be- und Entlüftung<br />
entweder als Einzelgerät oder im Gruppenverbund möglich. Diese<br />
komfortable Lüftungszentrale erfüllt die geltenden Anforderungen<br />
zur Energieeffizienz und garantiert eine bedarfsgerechte und<br />
kontrollierte Raumklimatisierung auf höchstem technischen Niveau.<br />
Zudem stellt die neue Lüftungszentrale durch die geplante<br />
Anbindung an das „STG-Beikirch-RWA-LON-BUS“-System ein Alleinstellungsmerkmal<br />
dar und bietet dadurch erweiterte Steuerungs-<br />
und Regelungsmöglichkeiten in der modernen Gebäudeleittechnik<br />
(GLT).<br />
Mit der neu eingeführten Lüftungszentrale, die ihre Energie<br />
durch ein Solarpanel bekommt, besteht die Möglichkeit eines netzunabhängigen<br />
Lüftungsbetriebes mit allen gängigen 24-V-DC-Antrieben<br />
zum Öffnen und Schließen von Fenstern oder Lichtkuppeln.<br />
Dieses neue Set verbindet die Vorteile einer natürlichen Belüftung<br />
mit hohem Komfort und einer intelligenten Energieausnutzung.<br />
Da die Solarlüftungssteuerung keine 230-V-Netz-Versorgung<br />
benötigt, eignet sich diese auch zur Nachrüstung an Stellen, wo<br />
keine Netzversorgung hergestellt werden kann.<br />
Akkus speichern die elektrische Energie und gewährleisten<br />
selbst bei unzureichender Sonneneinstrahlung eine ausreichende<br />
und sichere Energieversorgung. Es lassen sich mehrere Steuerzentralen<br />
über einen Funk-Hand-Sender ansteuern und in Gruppen<br />
per Funk zusammenfassen. Der Anschluss zusätzlicher Regenoder<br />
Wind-/Regenmelder ist ebenfalls möglich.<br />
Die Montage der Solarlüftungssteuerung ist denkbar einfach und<br />
kann sowohl auf dem Dach als auch an der Fassade erfolgen. Für<br />
die erforderliche Energieversorgung sorgt ein aufgeständertes PV-<br />
Modul, das die Sonnenenergie in Strom umwandelt. Die geringe<br />
Stromaufnahme im Standby-Betrieb sowie die ständige Überwachung<br />
der Akkukapazitäten gewährleistet eine sichere Funktion.<br />
STG-Beikirch GmbH & Co. KG, 32657 Lemgo-Lieme, Tel. 05261 965887,<br />
info@stg-beikirch.de, www.stg-beikirch.de<br />
Meier nt<br />
Mess-Systeme weisen hohe<br />
und dauerhafte Genauigkeit auf<br />
Der „ADL-MXSmini“ ist einer der kleinsten Datenlogger zur Datenerfassung<br />
und Überwachung von Solaranlagen. Es werden Anlagen<br />
im Bereich von mehreren Kilowatt unterstützt. Der Vorteil<br />
des Systems basiert auf seiner modernen, skalierbaren Linux-Plattform.<br />
Dadurch ist es uns möglich, das Gerät als kostengünstiges<br />
DIN-Schienen-Gerät anzubieten. Zu den Hauptfunktionen gehören:<br />
• erfassen der Messwerte von bis zu 10 Stringwechselrichtern<br />
oder Zentralwechselrichtern,<br />
• Bedienung über integriertes Webfrontend,<br />
• Anlagenüberwachung inklusive Alarmierung per SMS und<br />
E-Mail,<br />
• Leistungsreduzierung nach EEG Vorgaben (6 digitale Eingänge),<br />
• Protokollierung aller Leistungsreduzierungen,<br />
• interner Datenspeicher auf SD Karte ab 1 GB Größe,<br />
• Datenexport in CSV und XLS kompatiblem Format,<br />
• Anschluss der Wechselrichter über RS485, Wireless, CAN und<br />
Ethernet,<br />
• grafische Datenvisualisierung über Webfrontend,<br />
• Kommunikation über Ethernet, USB, GSM/GPRS,<br />
• FTP, Email, HTTP und XML Webservice.<br />
Darüber hinaus hat Meier NT mit der „ADL-ES“ auch eine<br />
Eigenverbrauchssteuerung für PV-Anlagen im Programm. In Verbindung<br />
mit dem „ADL-MXS“-Solardatenlogger ist es damit möglich,<br />
einzelne Verbraucher gezielt Ein- oder Auszuschalten. Weitere<br />
Vorteile sind:<br />
• Steuerung des Eigenverbrauchs, z.B. von Wärmepumpen,<br />
• Anschluss des Stringmonitors über 2-Draht RS485 Bus mit offenem<br />
Hersteller unabhängigen Modbus RTU Protokoll,<br />
• je Bus können bis zu 253 „ADL-EV“ Eigenverbrauchsmodule angeschlossen<br />
werden,<br />
• Fertigung in Deutschland mit ISO9001:2008-Zertifizierung,<br />
• Einfache DIN-Schienen-Montage.<br />
■<br />
Meier-NT GmbH, 08297 Zwönitz, Tel. 037754 3040, Fax 037754 30420,<br />
info@meier-nt.de, www.meier-nt.de<br />
Solare Datensysteme Solar-Log 1000<br />
sehr gut<br />
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8/2012 <strong>IKZ</strong>-ENERGY 25
ENERGIEEFFIZIENZ<br />
Wärmepumpen<br />
Optimale Planung schöpft Potenziale aus<br />
Wärmepumpen Software-Tools erleichtern die Beratung, Planung und Ausführung der Wärmepumpenanlagen<br />
Die optimale Planung einer Wärmepumpenanlage und zugleich effektivste und wirtschaftlichste Nutzung der Umweltenergie lässt sich<br />
nur mithilfe einer Wärmepumpensoftware realisieren. Die technischen Parameter der Wärmepumpen, die Quellentemperatur und die<br />
Temperaturanforderungen der Heizung beeinflussen sich gegenseitig, sodass es schwierig wird, ohne Computersimulation Prognosen<br />
über das Betriebsverhalten und die Wirtschaftlichkeit der gesamten Heizungsanlage zu erhalten.<br />
Aus diesem Grund bieten sich dem Fachplaner,<br />
Fachhandwerker und Energieberater<br />
beim Einsatz einer Simulationssoftware<br />
etliche Vorteile an, wie z. B. optimale Anlagenkonfiguration<br />
und Anlagenhydraulik,<br />
realistische Erfassung der Betriebskosten<br />
mit oftmals höherer Jahresarbeitszahl<br />
(JAZ), günstigere Fördermittel und Förderungskonditionen,<br />
etc.<br />
„GeoT*SOL basic 1.0“<br />
von Valentin Energie-<br />
Software, Berlin.<br />
Steigender Einsatz von Software<br />
Parallel zur WPZuwachsrate mit<br />
jährlich ca. 50 000 Neuinstallationen in<br />
Deutschland (Bundesverband Wärmepumpen<br />
e. V.) und einem Marktanteil für<br />
Neubauten von ca. 24 % lassen sich auch<br />
die steigenden Tendenzen zum Einsatz der<br />
Wärmepumpensoftware erklären.<br />
Andererseits wird auch eine Erhöhung<br />
der Marktanteile von Wärmepumpenanlagen<br />
in Bestandsgebäuden erreicht, wenn<br />
die energieeffizienten Systeme zielorientiert<br />
gefördert werden. Als Planungsunterstützung<br />
und zum Energieeffizienznachweis<br />
der Wärmepumpenanlage wird hier<br />
ebenfalls der Einsatz einer Simulationssoftware<br />
erforderlich. Hier gilt das Prinzip:<br />
Je höher der Energiesparstandard des<br />
Gebäudes und je größer die TGASystemeffizienz<br />
ausfällt, desto günstiger fällt die<br />
Förderung aus.<br />
Simulation<br />
komplexer Zusammenhänge<br />
Zur Auslegung der Wärmepumpenanlage<br />
und zur Lösung der komplexen Aufgabenstellung<br />
sollte der Fachplaner eine<br />
WPSoftware einsetzen, mit deren Hilfe<br />
das Zusammenspiel sämtlicher Anlagenkomponenten<br />
realistisch erfasst wird. Neben<br />
dem Gebäudeenergiebedarf für Heizung<br />
und den Nutzerenergiebedarf für die<br />
Warmwasserbereitung ist es erforderlich,<br />
die Wärmequelle (Außenluft, Erdreich,<br />
Grundwasser, etc.) und die Wärmesenke<br />
(Heizungskombination, Speichertechnologie<br />
oder ggf. Erdkühlung) optimal zu dimensionieren<br />
sowie die Wärmepumpenkomponenten<br />
zu konfigurieren.<br />
Als Folge werden gegenüber den gängigen<br />
und mit pauschalen Aufschlägen<br />
behafteten Normverfahren, wie z. B. der<br />
VDI 4650, wesentlich höhere JAZWerte<br />
erreicht, was letztlich zu einer genaueren<br />
Betriebkostenberechnung führt und zur<br />
Bewilligung der angepassten Fördermittel<br />
entscheidend beiträgt. Die Gebäudeeigner<br />
und Investoren können sowohl im Neubau<br />
als auch bei der Modernisierung von<br />
Bestandsgebäuden durch unterschiedliche<br />
Förderungsprogramme unterstützt werden,<br />
wie z. B. durch die Förderungen des Bundesamts<br />
für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle<br />
(Bafa).<br />
Dies sind u. a.:<br />
• Förderungssätze nach Wärmeleistung,<br />
zusätzlich Kombinationsbonus, z. B. für<br />
Wärmepumpen mit Solarthermie.<br />
Oder durch Förderung durch die Kreditanstalt<br />
für Wiederaufbau (KfW), z. B.<br />
durch<br />
• zinsgünstige Darlehen,<br />
• Tilgungszuschüsse für WP-Anlage im<br />
KfWEffizienzhaus.<br />
Die Planungsunterstützung zur Optimierung<br />
einer WPAnlage erfolgt entweder<br />
produktneutral mithilfe des Einsatzes<br />
der Software eines Systementwicklers oder<br />
unter Verwendung der Software eines WP<br />
Produktherstellers.<br />
WP-Software-Systementwickler<br />
Neben der Planungssoftware für PV<br />
(„PV*SOL“) und für Solarthermie („T*SOL“)<br />
bietet die Valentin EnergieSoftware GmbH,<br />
Berlin, zur Auslegung und Planung von<br />
Wärmepumpenanlagen das neue Simulationprogramm<br />
„GeoT*SOL basic 1.0“ an.<br />
Mit diesem dynamischen Programm lassen<br />
sich unterschiedliche Anlagetypen und<br />
Komponenten auswählen sowie Ertragsund<br />
Wirtschaftlichkeitsprognosen erstellen<br />
und je nach Anforderung auch solargestützte<br />
WPAnlagen simulieren.<br />
Mit dem Simulationsprogramm<br />
„GeoT*SOL basic 1.0“ lässt sich die Planung<br />
der Wärmepumpenanlage wie auch<br />
die Kombination von Wärmepumpe und<br />
26 <strong>IKZ</strong>-ENERGy 8/2012
ENERGIEEFFIZIENZ<br />
Wärmepumpen<br />
Solarthermieanlage durchführen. Die<br />
Planung erfolgt in einzelnen Schritten<br />
von der Auswahl an vordefinierten und in<br />
der Praxis bewährten Anlagenkonfigurationen<br />
über die Festlegung der Bedarfswerte<br />
(Heizwärme, Brauchwarmwasser) sowie<br />
die Auslegung und Dimensionierung<br />
der Komponenten (Wärmepumpe, Wärmequelle<br />
– hierzu zählen auch Erdwärmesonden,<br />
Speicher, Kollektorfeld) bis zur Darstellung<br />
der Ergebnisse einschließlich der<br />
Wirtschaftlichkeitsprognose. Aus den im<br />
Programm hinterlegten Komponentendatenbanken<br />
können die Wärmepumpen<br />
der führenden Produkthersteller zugeordnet<br />
werden. Zudem können die Monatsarbeitszahlen<br />
sowie Jahresverläufe der relevanten<br />
Temperaturen, der Nutzwärme und<br />
der elektrischen Energien grafisch dargestellt<br />
werden.<br />
Ferner lässt sich mithilfe einer dynamischen<br />
Minutensimulation der gesamten<br />
WPAnlage über ein Jahr die jeweilige<br />
JAZ ermittelt. Mit dieser Kenngröße und<br />
weiteren Ergebnissen der Minutensimulation<br />
bewertet die Planungssoftware die<br />
Wirtschaftlichkeit einer Anlage, indem der<br />
Wärmepreis (Energiekosten) und die voraussichtliche<br />
Lebensdauer ins Verhältnis<br />
gesetzt werden.<br />
Zur Unterstützung der TGAPlanungsarbeiten<br />
hat der Schweizer Software<br />
Systemhersteller Vela Solaris, Hösbach, die<br />
„Polysun“ in der Version 5.10 konzipiert.<br />
Das umfangreiche Simulationsprogramm<br />
„Polysun“ beinhaltet neben den Auslegungsassistenten<br />
für „Polysun“PV und<br />
„Polysun“Solarthermie auch die Planungssoftware<br />
„Polysun“ Wärmepumpe.<br />
Die Auslegungs und Simulationssoftware<br />
dient zur Planung und Optimierung<br />
von WPAnlagen und umfasst neben den<br />
umfangreichen Datenbanken mit marktgängigen<br />
Produkten ein neues „Favoriten<br />
Feature“ mit vereinfachten Anwendungsvarianten.<br />
Mit der Planungssoftware<br />
„Polysun“ Wärmepumpe können Luft/Wasser<br />
und Wasser/WasserWärmepumpenanlagen<br />
wie auch Erdsonden von Sole/<br />
WasserWärmepumpenanlagen konzipiert<br />
„WP-OPT“-<br />
Simulationssoftware<br />
von WPsoft GbR,<br />
Dresden.<br />
werden. Die Betriebsweise wird simuliert<br />
und bedarfsgerecht abgestimmt.<br />
Der neue Auslegungsassistent ermöglicht<br />
auch die Auslegung von Erdwärmesonden<br />
in Kombination mit Wärmepumpen<br />
und/oder Solarthermie. Aufgrund der<br />
Warmwasser und Gebäudeheizlasten wird<br />
vom Assistenten die optimale Sondenlänge<br />
für die Einzelsonden wie auch für die Sondenfelder<br />
in Abhängigkeit vom Erdschichtaufbau<br />
und der Sondenabstände sowie von<br />
den Außentemperaturen vorgeschlagen.<br />
Der Fachplaner, Energieberater und<br />
Fachhandwerker kann die möglichen Anlagenkomponenten,<br />
wie Pufferspeicher,<br />
elektrische Zusatzheizungen und SpitzenlastWärmeerzeuger,<br />
ins System einbeziehen<br />
und anpassen. Das Besondere an diesem<br />
Simulationsprogramm besteht darin,<br />
dass als Basis kein fester, vordefinierter<br />
Bivalenzpunkt dient, sondern dass die<br />
Anlagenkonfiguration speziell nach den<br />
örtlichen Gegebenheiten berechnet wird.<br />
Grundlage der Planung ist der genaue Heizenergiebedarf.<br />
Dazu werden Gebäudedaten,<br />
die Gebäudenutzung und die klimatischen<br />
Bedingungen des Standortes einfach und<br />
sicher ermittelt. Diese Daten können ebenfalls<br />
aus der energetischen Planungssoftware<br />
übernommen werden.<br />
Die Planungssoftware „Polysun“ Wärmepumpe<br />
eignet sich auch für Kombinationslösungen,<br />
wie<br />
• WP und PV, z.B. für Plusenergiehaus,<br />
MinergieA,<br />
• WP und Solarthermie, z. B. zur Regenerierung<br />
von Sondenfeldern,<br />
• WP und Hybridkollektoren, z. B. innovative<br />
Anlagenkonzepte,<br />
• WP und Solares Kühlen.<br />
WP-Software-Tools<br />
der Produkthersteller (Auszug)<br />
Das Simulationsprogramm „WPOPT“<br />
von Dr. Stephan Weinmeister & Partner,<br />
Dresden, wird zur Berechnung und Optimierung<br />
von WPAnlagen eingesetzt. Mit<br />
dieser Planungssoftware können wichtige<br />
Betriebsparameter wie JAZ, Temperaturgang<br />
in der Wärmequelle und Betriebskosten<br />
auf der Basis der vorgegebenen<br />
Systemdaten der Heizungsanlage simuliert<br />
werden. Mit verschiedenen Bodenschichten<br />
werden spezifische und jährliche<br />
ErdreichEntzugssituationen berücksichtigt<br />
und die sich daraus im Jahresverlauf<br />
ergebende Erdreichtemperatur anhand<br />
hinterlegter Modelle berechnet und visualisiert.<br />
„WPOPT“ orientiert sich stark an praktischen<br />
Erfordernissen, aus diesem Grund<br />
sind auch Sonderfälle berechenbar, wie<br />
z. B. die Abwärmenutzung. Die aktuellste<br />
Version 4.4 bietet neben der Nutzung von<br />
Pufferspeichern auch Diagramme zur CO 2 <br />
Entlastung sowie die Einbeziehung von<br />
Energiegewinnen (z. B. von PVAnlagen<br />
oder BHKWTechnik) in die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung.<br />
Die WPsoft GbR bietet<br />
zudem Internetlösungen zur JAZBestimmung<br />
nach VDI 4650 an.<br />
„Alpha Go“ –<br />
WP-Software<br />
von Alpha-InnoTec,<br />
Kasendorf.<br />
8/2012 <strong>IKZ</strong>-ENERGy 27
ENERGIEEFFIZIENZ<br />
Wärmepumpen<br />
Das Simulationsprogramm „WPOPT“<br />
wird als herstellerspezifische OEMVersion<br />
von einigen WPHerstellern zur Planungsunterstützung<br />
ihrer Marktpartner angeboten.<br />
Der Vorteil dieser Softwarepakete liegt<br />
darin begründet, dass diese in der Regel<br />
kostenlos sind. Ein Nachteil besteht allerdings<br />
darin, dass die firmenspezifischen<br />
Programme nur die Produkte des WPHerstellers<br />
in Betracht ziehen und vergleichen.<br />
Auf der ISH 2011 wurde die BACnet<br />
Steuerung für Wärmepumpen bekannt gegeben.<br />
Die rechnergestützte Steuerung für<br />
die Gebäudeautomation ist standardisiert<br />
und herstellerneutral. Aktiviert wird sie<br />
mit einem USBDongle. Bei bereits installierten<br />
Geräten mit „WPR-Net“ Regelung<br />
kann das BACnet auch nachträglich aktiviert<br />
werden. Die Einbindung über ein normales<br />
Computernetzwerk ist bei WPAnlagen<br />
mit der „WPR-Net“-Regelung nach wie<br />
vor über einen Ethernetanschluss möglich.<br />
Mit der WPSoftware „Alpha Go“ von<br />
AlphaInnoTec GmbH, Kasendorf, können<br />
sowohl Luft/Wasser, Wasser/Wasser als<br />
auch Sole/WasserWP geplant werden. Bei<br />
den Berechnungen werden umfangreiche<br />
Parameter mit einbezogen, wie z. B. die klimatischen<br />
Daten des Standortes im Jahresverlauf,<br />
Gebäudebauweise, Nutzungsgewohnheiten.<br />
Mit diesen Basiswerten<br />
wird von der WPSoftware „AlphaGo“ der<br />
Gebäudeenergiebedarf ermittelt und die<br />
geeignete Wärmepumpe aus dem Alpha<br />
InnoTec Produktprogramm vorgeschlagen.<br />
Der umfangreiche Ergebnisbericht enthält<br />
detaillierte Angaben über die Anlagenauslegung,<br />
optimale Sondentechnik und<br />
schlägt zudem einzelne Komponenten vor.<br />
Zudem wird von der Wärmepumpensoftware<br />
„Alpha Go“ ein Wirtschaftlichkeitsvergleich<br />
mit anderen <strong>Heizsysteme</strong>n, wie<br />
Öl, Gas, und PelletWärmeerzeugern erstellt<br />
und die Berechnungen der JAZ nach<br />
VDI 4650 durchgeführt.<br />
WP-SoftWare-Tools Herstellernachweis (Auszug)<br />
WP-SoftwareTool<br />
„Novelan – Exakt“<br />
von Novelan GmbH,<br />
Kasendorf.<br />
Die Bosch Thermotechnik, Wetzlar,<br />
stellt seinen Marktpartnern die Wärmepumpensoftware<br />
„Logasoft WP online“ als<br />
Auslegungstool mit Systemdimensionierer<br />
sowie die JAZBerechnung nach VDI 4650<br />
zur Verfügung.<br />
Die Glen Dimplex Deutschland GmbH,<br />
Kulmbach, hat für die Marktpartner die<br />
WPSoftware „OnlinePlaner“ als Auslegungstool<br />
mit Systemdimensionierer sowie<br />
die JAZBerechnung nach VDI 4650<br />
im Programm.<br />
Die Nibe Systemtechnik, Celle, bietet<br />
für ihre Marktpartner die Nutzung unterschiedlicher<br />
onlinetools an, mit denen Berechnungen<br />
oder die Überwachung und<br />
Steuerung der WP vorgenommen werden<br />
können. Bei der „Nibe DIM“ (WPOptFirmenversion)<br />
handelt es sich um ein softwaregestütztes<br />
Werkzeug zur Planungsunterstützung<br />
für ihre Marktpartner für<br />
die Auswahl, Dimensionierung und zur<br />
Betriebskostenermittlung der WPAnlage.<br />
Das SoftwareTool arbeitet auf Basis einer<br />
KlimaDatensatzSimulation und ermöglicht<br />
genaueste Ergebnisse einer WPAnlage<br />
mit der NibeWPTechnik. Zudem können<br />
auch WPKaskaden konfiguriert und<br />
solarthermische Gewinne in das Gesamtergebnis<br />
integriert sowie vergleichende Gegenüberstellungen<br />
zu Wämeerzeugern auf<br />
Basis fossiler Brennstoffe vorgenommen<br />
• Alpha-InnoTec GmbH, 95359 Kasendorf, www.alpha-innotec.de<br />
• Bosch Thermotechnik GmbH, 35576 Wetzlar, www.buderus.de<br />
• Dr. Valentin EnergieSoftware GmbH, 10243 Berlin, www.valentin.de<br />
• Glen Dimplex Deutschland GmbH, 95326 Kulmbach, www.dimplex.de<br />
• Nibe Systemtechnik GmbH, 29223 Celle, www.nibe.de<br />
• Novelan GmbH, 95359 Kasendorf, www.novelan.com<br />
• Stiebel Eltron GmbH & Co. KG, 37603 Holzminden, www.stiebel-eltron.de<br />
• Vaillant Deutschland GmbH & Co. KG, 42859 Remscheid, www.vaillant.de<br />
• Vela Solaris „Polysun“, CH-63768 Hösbach , www.velasolaris.com<br />
• Viessmann Werke GmbH & Co. KG, 35108 Allendorf, www.viessmann.de<br />
• WPsoft GbR, Dr. Stephan Weinmeister & Partner, 01189 Dresden, www.wp-opt.de<br />
werden. Auf der NibeHomepage wird ferner<br />
die Nutzung mit dem integrierten JAZ<br />
Rechner auf Basis der VDI 4650 angeboten.<br />
Die Novelan GmbH, Kasendorf, hat zur<br />
Prognose des Verbrauchs einer WP auf<br />
der ISH 2011 die Software „Novelan Exakt“<br />
eingeführt, mit deren Hilfe der Energiebedarf<br />
und die Betriebskosten berechnet<br />
werden können. Als Ergebnis gibt das<br />
Programm einen genauen Bericht mit Empfehlungen<br />
zur geeigneten NovelanWP sowie<br />
für die Auslegung der Anlage oder die<br />
Dimensionierung der Erdsonden und des<br />
Wärmespeichers. Ein weiterer Nutzen der<br />
Simulationssoftware besteht in der Berechnung<br />
der Jahresarbeitszahl (JAZ). Der<br />
detaillierte Ergebnisbericht enthält neben<br />
Empfehlungen, welche NovelanWP sich<br />
für das Objekt besonders gut eignen, auch<br />
Vorschläge für die optimale Auslegung<br />
der Anlage. So errechnet „Novelan Exakt“<br />
u.a. die ideale Größe der Erdsonden oder<br />
des Wärmespeichers. Zudem vergleicht<br />
das Programm die Wirtschaftlichkeit der<br />
empfohlenen Anlage mit der anderer <strong>Heizsysteme</strong><br />
– etwa mit Wärmeerzeugern, die<br />
mit Öl, Gas oder Pellets befeuert werden.<br />
Stiebel Eltron, Holzminden, stellt seinen<br />
Marktpartnern die kostenlose Planungssoftware<br />
„WärmepumpenOptimus“ einschließlich<br />
hydraulischem Abgleich speziell<br />
für Modernisierungs und Sanierungsanlagen<br />
zur Verfügung. Nach der Eingabe<br />
von Daten zum Gebäude, einzelnen Räumen<br />
und bestehendem Wärmeverteilsystem inklusive<br />
Heizkörpern liefert die Software<br />
eine Bewertung des kompletten Systems<br />
unter Berücksichtigung einer zuvor ausgewählten<br />
Wärmepumpe. Hinweis: Da die<br />
Software „WärmepumpenOptimus“ derzeit<br />
ausläuft, kann für Architekten, Fachplaner,<br />
Energieberater und Fachhandwerker<br />
leider noch keine neue Planungssoftware<br />
zur Verfügung gestellt werden.<br />
Vaillant Deutschland, Remscheid, stellt<br />
seinen Marktpartnern das WPOnline Tool<br />
„GeoSoft“ („WPOpt“Firmenversion) als<br />
Auslegungsprogramm und Systemdimen<br />
28 <strong>IKZ</strong>-ENERGy 8/2012
ENERGIEEFFIZIENZ<br />
Wärmepumpen<br />
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sionierer sowie zur JAZBerechnung nach<br />
VDI 4650 zur Verfügung.<br />
Mit dem WärmepumpenOnline Tool<br />
„VitoWP“ („WPOpt“Firmenversion) steht<br />
bei Viessmann, Allendorf, eine Dimensionierungshilfe<br />
für die WPAnlage zur Verfügung,<br />
die Gegebenheiten wie Gebäude,<br />
Heizungssystem, etc. berücksichtigt. Die<br />
Anwendung ermöglicht zudem einen Kostenvergleich<br />
mit anderen <strong>Heizsysteme</strong>n<br />
und eine Wirschaftlichkeitsanalyse (Betrachtung<br />
bei unterschiedlichen Energiepreisen).<br />
Ferner ist in der „VitoWP“ nicht<br />
nur die JAZBerechnung, sondern auch<br />
eine Jahressimulationsrechnung integriert.<br />
Vorteile für alle<br />
Die Verwendung der WPSoftwareprogramme<br />
ermöglicht dem Fachplaner, Fachhandwerker<br />
und Energieberater nicht nur<br />
eine optimale Anlagenauslegung, sondern<br />
auch die Ermittlung der minimalsten Betriebskosten<br />
sowie die effektivste Rentabilität.<br />
Durch eine fundierte Beratung und<br />
Planung profitiert letztlich auch der Architekt<br />
und Bauherr, denn neben den günstigsten<br />
Fördermitteln und Förderkonditionen<br />
gewinnt er mehr Sicherheit zur Entscheidungsfindung.<br />
■<br />
Autor: Dipl.-Ing. Eric Theiß ist als freier Journalist<br />
mit den Themenschwerpunkten Technische Gebäudeausstattung<br />
(TGA) und rationelle Regenerativtechnologien<br />
tätig.<br />
81369 München,<br />
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Urbane Lebensräume mit Flair<br />
Umweltwärme für Düsseldorfs neues Stadtquartier<br />
Städte ändern laufend ihr Gesicht – meist jedoch geschieht dies eher bedächtig und über lange Zeiträume hinweg. Ausnahmen sind<br />
städtebauliche Solitäre, buchstäblich aus dem Boden gestampft, Schaustücke einer ausgefallenen, einzigartigen Architektur, die nicht<br />
selten danach drängen, zum neuen Wahrzeichen ihrer Stadt zu werden. Eine andere Ausnahme ist die Überbauung ehemaliger Industrie-<br />
und Gewerbebrachen – hier entstehen oftmals in kürzester Zeit ganze Stadtviertel mit einer unverwechselbaren Atmosphäre<br />
und modernstem Flair. So auch im Düsseldorfer Stadtteil Pempelfort, wo der ausrangierte Güterbahnhof Derendorf Platz macht für<br />
das „Neue Düsseldorfer Stadtquartier“.<br />
Vor gut vier Jahren hat der Projektentwickler<br />
Interboden damit begonnen, erste<br />
„Lebenswelten“ auf der Brache zu errichten.<br />
Das jüngste Quartier ist mittlerweile<br />
das Viertel „île“, es vereint 13 Cityhäuser<br />
mit jeweils eigenständigem Charakter, darunter<br />
das spektakuläre île Ouvrage mit diversen<br />
Gewerbeeinheiten und exklusiven<br />
Loftwohnungen. „Wir realisieren keinen<br />
monotonen Geschosswohnungsbau, sondern<br />
individuelle und architektonisch anspruchsvolle<br />
Gebäude mit hohem Identifikationswert“,<br />
beschreibt Stefan Hohnen,<br />
Produkt-Manager von Interboden, das Konzept.<br />
Dazu gehört auch, dass der Ratinger<br />
Projektentwickler neben eigenen auch vier<br />
externe Architekten in das Projekt eingebunden<br />
hat.<br />
Die Lebenswelten meinen aber nicht nur<br />
den Bau von Gewerbe- und Wohnimmobilien<br />
– bislang sind es insgesamt 450 Einheiten,<br />
vom Single-Appartement bis hin<br />
zum exklusiven Penthouse –, sondern beziehen<br />
auch die Gestaltung der Außenanlagen<br />
mit ein, der Innenbereiche mit Verweilzonen,<br />
Kinderspielplätzen und grünen<br />
Zonen mit Parkcharakter. Hinzu kommen<br />
barrierefreie Zonen, Gemeinschaftsräume,<br />
Gästezimmer und ein Service-Point: die<br />
Conciergerie. Soziale Aspekte, die die Integration<br />
stärken, sind Teil der Gesamtplanung.<br />
„Bei unserem Stadtquartier greifen<br />
wir ganz bewusst auf historische Traditionen<br />
zurück“, so Thomas Brandner, Leiter<br />
Baurealisation bei Interboden. „Und Düsseldorf<br />
hat ja seit Napoleon eine ganz spezielle<br />
Beziehung zu Frankreich und zur<br />
französischen Kultur.“ Die Quartierbebauung<br />
und die Namensgebung knüpfen daran<br />
an. Ganz modern dagegen sind integrierte<br />
Lichtkonzepte für den gesamten<br />
Wohnkomplex.<br />
Von jungen Familien bis zum altersgerechten<br />
Wohnen reicht die Spannbreite, die<br />
im Neuen Düsseldorfer Stadtquartier realisiert<br />
wurde. Drei Quartiere sind bereits errichtet,<br />
weitere in Planung. Dabei ist nicht<br />
nur die zentrumsnahe Lage für Käufer und<br />
Mieter interessant, sondern auch die Verknüpfung<br />
mit dem Umfeld – die Anbindung<br />
an Kindergärten und Schulen, an soziale<br />
Einrichtungen und Dienste, den öffentlichen<br />
Nahverkehr. Hinzu kommen<br />
diverse Dienstleistungen, die die Bewohner<br />
in Anspruch nehmen können – vom<br />
Umzugsservice über die Karten für die<br />
Oper bis hin zum frisch gebügelten Hemd<br />
am nächsten Morgen. Bereichert wird die<br />
Attraktivität der Quartiere durch ausgefallene<br />
Gastronomie, Kleinkunstbühnen und<br />
Tanzvergnügen – lebendige Relikte aus der<br />
Zeit, als der Güterbahnhof nach seiner Stilllegung<br />
ein bekannter und beliebter Treffpunkt<br />
der Szene war, in Düsseldorf und<br />
weit über die Grenzen der Stadt hinaus.<br />
Zum Neuen Düsseldorfer Stadtquartier<br />
gehört – neben dem Viertel „île – Mein kreatives<br />
Viertel“ und dem „Quartis Les Halles<br />
– Mein kreatives Viertel“ – das „Quartis Les<br />
Halles 2.0“, fertiggestellt 2009, das fünf<br />
Mehrfamilienhäuser mit 129 Wohnungen<br />
umfasst. Neben den architektonischen und<br />
sozialen Komponenten der Lebenswelten<br />
rückte hier Interboden ganz bewusst den<br />
Aspekt der Nachhaltigkeit in den Fokus<br />
und realisierte gemeinsam mit dem Kompetenzpartner<br />
Stiebel Eltron eine der größten<br />
bislang eingesetzten Wasser/Wasser-<br />
Wärmepumpen-Anlagen, die für den bivalenten<br />
Betrieb ausgelegt ist.<br />
Wenn es Nacht wird, entwickelt das neue Wohnviertel auf dem ehemaligen Gelände des Güterbahnhofs<br />
Derendorf sein besonderes Flair. Lichtinszenierungen machen spannende Details<br />
sichtbar und garantieren allzeit Sicherheit.<br />
Wohn-(Mehr-)Wert<br />
dank innovativer Haustechnik<br />
„Niedrige Nebenkosten durch Energieeinsparung<br />
sind für Käufer und Mieter<br />
extrem wichtig, wenn es um die Wahl<br />
der geeigneten Immobilie geht“, so Stefan<br />
30 <strong>IKZ</strong>-ENERGy 8/2012
Mit Sorgfalt und viel Liebe zum Detail wurden die Neubauten und Außenbereiche im Quartier<br />
gestaltet. Menschen aller Altersklassen sollen sich hier wohlfühlen und in harmonischer Nachbarschaft<br />
miteinander leben.<br />
die Betriebsstunden aller vier Großgeräte<br />
nahezu identisch sind. Das ist wichtig, um<br />
eine hohe Lebensdauer der Anlage zu gewährleisten.<br />
Während des Energie-Entzug-<br />
Prozesses kühlt das Grundwasser um etwa<br />
vier Kelvin ab, bevor es – und zwar völlig<br />
sauber – dem Schluckbrunnen wieder zugeführt<br />
wird. Der berechnete Gesamtwärmebedarf<br />
von 345 kW für 129 Wohneinheiten<br />
ist so ausreichend abgedeckt. Zwei<br />
Stiebel Eltron-Pufferspeicher „SBP 1000E“<br />
mit je 1000 l Fassungsvermögen nehmen<br />
überschüssige Energie auf, die als Reserve<br />
in Spitzenzeiten und in den Sperrzeiten<br />
des Energieversorgers zur Verfügung steht.<br />
Hohnen. Mit Stiebel Eltron wurde für fünf<br />
Gebäude zunächst ein grundlegendes Konzept<br />
zur Nutzung regenerativer Energien<br />
erarbeitet, das dann mit den Gebäudeplanern<br />
und Technikern von Interboden verfeinert,<br />
durchgeplant und schließlich auch<br />
umgesetzt wurde. Die konstruktive und<br />
reibungslose Zusammenarbeit mit den<br />
Stadtwerken Düsseldorf hat das Projekt<br />
zusätzlich beflügelt.<br />
Es war eine Mischung verschiedener Argumente,<br />
die schließlich dazu führte, auf<br />
ein Wasser/Wasser-Wärmepumpen-System<br />
von Stiebel Eltron zu setzen: Die Effizienz<br />
einer solchen Anlage gilt nach dem<br />
aktuellen Stand der Technik als unübertroffen,<br />
die Zusammenarbeit zwischen der<br />
Planungsgruppe und Stiebel Eltron ist seit<br />
vielen Jahren sehr gut und der problemlose<br />
und einwandfreie Einbau der Wärmepumpen-Anlage<br />
war somit gewährleistet.<br />
Zudem haben sich bereits während<br />
der Planungsphase potenzielle Mieter und<br />
Käufer für den Einsatz der Wärmepumpentechnologie<br />
in den urbanen Gebäuden des<br />
neuen Stadtquartiers rege interessiert –<br />
als Bestandteil eines Wohnkonzepts, das<br />
durch hohe Lebensqualität überzeugt und<br />
die Umwelt durch Emissionsreduzierung<br />
schont.<br />
70 m, um Vermischungen zu vermeiden. An<br />
365 Tagen im Jahr – also auch an sehr kalten<br />
Wintertagen – herrschen in dieser Tiefe<br />
konstante Grundwasser-Temperaturen<br />
zwischen 8 und 12 °C. Die Fördermenge<br />
des Entnahmebrunnens beträgt maximal<br />
60 m³/h. 18 Stunden am Tag darf dem<br />
Grundwasser Energie entzogen werden.<br />
Das Wasser wird über groß dimensionierte,<br />
gut isolierte Rohrleitungen ins Haus<br />
geführt und durchläuft vier Stiebel Eltron-<br />
Wärmepumpen vom Typ „WPF 66“. Jeweils<br />
zwei Wasser/Wasser-Wärmepumpen sind<br />
im Technikraum des Kellergeschosses<br />
platz<strong>sparen</strong>d aufeinandergesetzt, die vier<br />
Geräte sind in Kaskade geschaltet. Über<br />
eine Regeleinheit ist sichergestellt, dass<br />
Synergie clever nutzen<br />
Zur Effizienzsteigerung ist das Wärmepumpen-System<br />
zusätzlich für den Bivalenzbetrieb<br />
mit einem Gas-Brennwertgerät<br />
vorbereitet: Dieses übernimmt die ausschließliche<br />
Warmwasserbereitung für die<br />
Mehrfamilienhäuser und kann als Notheizung<br />
manuell zugeschaltet werden, beispielsweise<br />
wenn der Winter einmal außergewöhnlich<br />
streng ist. Dies ist laut Anlagenberechnung<br />
nach DIN 12 831 in der<br />
Regel jedoch nicht erforderlich. Thomas<br />
Brandner berichtet überzeugt: „Ein zweiter<br />
Wärmeerzeuger zur Warmwasserbereitung<br />
ist bei derartigen Großanlagen<br />
überaus wirtschaftlich, da die Warmwassertemperatur<br />
hin und wieder 70 °C über-<br />
Ganzjährig ergiebige Wärmequelle<br />
Für das zukunftsweisende Heiz-/Kühlkonzept<br />
erwiesen sich die Bodenverhältnisse<br />
als ideal, um die Wärmequelle<br />
„Grundwasser“ zu nutzen. Ohnehin ist das<br />
Gebiet in den alten Flussarmen des Niederrheins<br />
diesbezüglich äußerst ergiebig.<br />
So wurden vom Brunnenbaubetrieb Baum<br />
aus Ratingen nach den Erkenntnissen des<br />
vorangegangenen geologischen Gutachtens<br />
zwei Brunnen á 18 m Tiefe gebohrt.<br />
Der Schluckbrunnen wurde in Fließrichtung<br />
hinter dem Entnahmebrunnen platziert,<br />
mit ausreichendem Abstand von<br />
› Preisgünstig<br />
› Windkanalzertifiziert<br />
› Durchdringungsfrei & ballastarm<br />
› Minimaler Montageaufwand<br />
› Optimale Dachflächenausnutzung<br />
› Ungehinderte Dachentwässerung<br />
8/2012 <strong>IKZ</strong>-ENERGy 31
ENERGIEEFFIZIENZ<br />
Wärmepumpen<br />
Die Steuerungszentrale wertet alle Signale für<br />
die Heizung, Kühlung und Warmwasserbereitung<br />
aus...<br />
... und regelt die gleichmäßige Verteilung der Wärme und der Kälte in den fünf Wohngebäuden<br />
von „Quartis Les Halle 2.0“. Dabei sorgt die Zentrale auch für die automatische Umschaltung der<br />
Wärmepumpen in den Sommer- oder Wintermodus.<br />
steigen muss, um die stete einwandfreie<br />
Trinkwasserhygiene gewährleisten zu können.<br />
Ein effektives Wärmepumpen-System<br />
muss dagegen nur sehr niedrige Vorlauftemperaturen<br />
fahren, wenn die Wärmeverteilung<br />
über Fußbodenheizungen erfolgt.<br />
Diese sind in sämtlichen Wohn- und Sanitärbereichen<br />
unter Parkett oder Fliesen<br />
verlegt und kommen mit einer Vorlauftemperatur<br />
von 43 °C aus. Die Synergie zwischen<br />
der umweltfreundlichen Wärmepumpen-Anlage<br />
und einem zweiten Wärmeerzeuger<br />
ist daher optimal.“<br />
Eine komfortable Klimatisierung von<br />
Wohngebäuden muss keineswegs kostenintensiv<br />
sein. Ganz im Gegenteil: Für die<br />
Bewohner in „Quartis Les Halles 2.0“ ist<br />
die Kühlfunktion der Wärmepumpen ein<br />
positiver Nebeneffekt, der im <strong>Geld</strong>beutel<br />
kaum spürbar ist. Da die Grundwassertemperatur<br />
in der Regel auch im Sommer nicht<br />
über 10 bis 12 °C steigt, ist Grundwasser<br />
für die passive Kühlung sehr gut geeignet.<br />
Mithilfe der vier Plattenwärmetauscher<br />
wird das Heizungswasser mit dem Grundwasser<br />
gekühlt und so über Flächenheizungen<br />
zur Raumkühlung genutzt. Dabei<br />
beträgt die Vorlauftemperatur im Kühlbetrieb<br />
15 °C. Die Umschaltung der Heizanlage<br />
auf den Kühlbetrieb geschieht automatisch,<br />
sobald die Außentemperatur + 28 °C<br />
übersteigt. Die Kälteleistung der vier kaskadierten<br />
Wärmepumpen „WPF 66“ beträgt<br />
dabei 265 kW.<br />
Frische Luft ist ein Muss<br />
Natürlich sind die neuen Wohngebäude<br />
hervorragend gedämmt, was die Heiz- und<br />
Kühllast erheblich reduziert – gleichzeitig<br />
aber den natürlichen Luftaustausch mit der<br />
Umgebung nahezu ausschließt. Deshalb<br />
sind in den Neubauten von „Quartis Les<br />
Halles 2.0“ kontrollierte Lüftungssysteme<br />
eingesetzt, die frische Außenluft ansaugen<br />
und anschließend die verbrauchte Luft wieder<br />
aus dem Gebäude führen. Ein gesundes<br />
Raumklima und Schimmelfreiheit sind somit<br />
gewährleistet.<br />
■<br />
Bilder: Stiebel Eltron<br />
KONTAKT<br />
Zur modernen Form des Wohnens gehört innovative Haustechnik. Das zukunftsweisende Energiekonzept<br />
nutzt regenerative Energien aus dem Grundwasser mit einem Wärmepumpen-System<br />
von Stiebel Eltron. Es ist die bislang größte Wasser/Wasser-Wärmepumpenanlage in Düsseldorf.<br />
Stiebel Eltron GmbH & Co.KG<br />
37603 Holzminden<br />
Tel. 05531 70290091<br />
Fax 05531 70295106<br />
info-center@stiebel-eltron.de<br />
www.stiebel-eltron.de<br />
32 <strong>IKZ</strong>-ENERGy 8/2012
ENERGIEEFFIZIENZ<br />
Regelwerke<br />
„Grüne“ Pumpentechnik wird Pflicht<br />
ErP-(Ökodesign-)Richtlinie stellt strenge Anforderungen an die Energieeffizienz von Umwälzpumpen<br />
Das Zeitalter ungeregelter Umwälzpumpen in Nassläuferbauweise geht zu Ende. Spätestens zum 1. Januar 2013 darf diese Bauart in<br />
Deutschland von der Industrie nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Und auch einige technisch veraltete Serien mit elektronischer<br />
Regelung wird es dann nicht mehr geben.<br />
Der Grund ist einfach: Diese Pumpen<br />
verbrauchen zu viel Strom. Damit erfüllen<br />
sie nicht die strengen Effizienzvorgaben<br />
einer neuen EU-Verordnung unter der europäischen<br />
ErP-(Ökodesign-)Richtlinie, die<br />
im Januar 2013 wirksam wird. Für Heizung<br />
und Klima dürfen dann von den Herstellern<br />
in der gesamten Europäischen Union<br />
nur noch besonders strom<strong>sparen</strong>de Hocheffizienzpumpen<br />
in Verkehr gebracht werden.<br />
In den Jahren 2015 und 2020 werden<br />
die Effizienzvorgaben an die Nassläuferpumpen<br />
in zwei weiteren Stufen verschärft.<br />
Der Pumpenspezialist Wilo SE beispielsweise<br />
hat ein komplettes Sortiment<br />
hocheffizienter Nassläuferpumpen im Programm.<br />
Damit müssen sich Fachplaner und<br />
Handwerker nicht mit den Details der neuen<br />
Verordnung beschäftigen. Die Serien<br />
„Wilo-Yonos Pico“ und „Wilo-Stratos Pico“<br />
für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie<br />
„Wilo-Stratos“ für größere Objekte sind<br />
bereits mit „ErP ready“ gekennzeichnet.<br />
Das signalisiert Planern und Installateuren<br />
hundertprozentige Sicherheit, da diese<br />
Hocheffizienzpumpen schon alle zukünftigen<br />
Anforderungen der neuen EU-Verordnung<br />
erfüllen. Das aktuell noch verwendete<br />
Symbol der Energieeffizienzklasse<br />
A wird wegfallen. Zukünftig sind alle<br />
Pumpen mindestens Klasse „A“.<br />
Verändertes Pumpensortiment<br />
Aufgrund dieser Neuerungen wird sich<br />
das auf dem Markt verfügbare Pumpensortiment<br />
ab dem 1. Januar 2013 deutlich<br />
verändern. Rund 90 % aller jetzt noch erhältlichen<br />
ungeregelten Heizungs-Umwälzpumpen<br />
dürfen nicht mehr in den<br />
Verkehr gebracht werden. Viele zum Teil<br />
lange Jahre erhältliche Serien werden dadurch<br />
wegfallen. Ohne diese weniger effizienten<br />
Pumpen kann der Gesamtstromverbrauch<br />
aller in der Europäischen Union<br />
betriebenen Nassläufer-Umwälzpumpen<br />
für Heizung und Klima bis zum Jahr 2020<br />
halbiert werden, hat die EU-Kommission<br />
errechnet. Eine Reduzierung des europäischen<br />
Strombedarfs um 23 TWh bis zum<br />
Jahr 2020 ist möglich. Das entspricht dem<br />
gesamten Stromverbrauch Irlands und hat<br />
eine Minderung der europaweiten CO 2 -<br />
Emissionen um 11 Mio. t zur Folge.<br />
Mit den aktuellen Hocheffizienzpumpen<br />
kann – so betont der Hersteller Wilo<br />
– nahezu jede Leistungsanforderung an<br />
die Nassläuferpumpen in Heizungs- und<br />
Klimaanwendungen besonders strom<strong>sparen</strong>d<br />
erfüllt werden. Ihr flächendeckender<br />
Einsatz kann erhebliche Beiträge zum Klimaschutz<br />
leisten. Stromeinsparung und<br />
CO 2 -Reduzierung sind zugleich sehr gute<br />
Verkaufsargumente, um Immobilienbesitzer<br />
auch vom Austausch einer noch funktionstüchtigen,<br />
aber ineffizienten Altpumpe<br />
gegen eine neue Hocheffizienzpumpe<br />
zu überzeugen.<br />
Mit Wilo-Hocheffizienzpumpen beispielsweise, die durch „ErP-ready“ gekennzeichnet sind, erfüllen<br />
Planer und Installateure die neue EU-Verordnung für Nassläufer-Umwälzpumpen ([EG]<br />
641/2009 und [EU] 622/2012) mit einem Schritt.<br />
Weitere EU-Verordnungen<br />
Für größere Pumpen in Trockenläuferbauweise<br />
gelten zwei weitere EU-Verordnungen<br />
unter der ErP-(Ökodesign-)Richtlinie.<br />
Bereits am 16. Juni 2011 ist in allen<br />
EU-Mitgliedsländern eine Verordnung in<br />
Kraft getreten, die die Effizienz von Elektromotoren<br />
betrifft. Seither dürfen mit herkömmlichen<br />
Elektromotoren ausgestattete<br />
Trockenläuferpumpen nur noch in den<br />
Verkehr gebracht werden, wenn der Motor<br />
mindestens die Motor-Wirkungsgradklasse<br />
IE2 erreicht. Dabei ist von dieser<br />
EU-Verordnung ausschließlich der für den<br />
Antrieb zum Einsatz kommende Elektromotor<br />
betroffen. Die Anforderungen werden<br />
2015 und 2017 in zwei weiteren Schritten<br />
verschärft.<br />
Für die Trockenläuferpumpe selbst, also<br />
ohne den elektrischen Antrieb, gilt ab dem<br />
1. Januar 2013 eine weitere EU-Verordnung.<br />
Sie definiert Mindestanforderungen für<br />
den hydraulischen Wirkungsgrad. Denn<br />
je höher der hydraulische Wirkungsgrad<br />
8/2012 <strong>IKZ</strong>-ENERGy 33
ENERGIEEFFIZIENZ<br />
Regelwerke<br />
Die Serie „Wilo-<br />
Stratos GIGA“ in<br />
Inline-Bauweise ist<br />
eine komplett neuentwickelte<br />
Hocheffizienzpumpenbaureihe<br />
für den oberen<br />
Leistungsbereich in<br />
Heizungs-, Kaltwasser-<br />
und Kühlanwendungen.<br />
Ihr<br />
Motorwirkungsgrad<br />
geht sogar über den<br />
Grenzwert der zukünftigen<br />
und dann<br />
besten Energieeffizienzklasse<br />
IE4<br />
(gemäß IEC TS 60034-<br />
31 Ed.1) hinaus. Auch<br />
ihr hydraulischer<br />
Wirkungsgrad erreicht<br />
Werte deutlich über<br />
den Anforderungen<br />
der neuen EU-Verordnung<br />
zu Wasserpumpen.<br />
Sie ist also<br />
sowohl bei der Antriebstechnik<br />
als auch<br />
bei der Hydraulik<br />
langfristig „ErP ready“<br />
und damit zukunftssicher.<br />
EINFACH STARK:<br />
DAS OPTIMALE<br />
SOLARMODUL FÜR<br />
AUFDACHLÖSUNGEN.<br />
einer Pumpe ist, desto weniger Strom benötigt<br />
sie, um die erforderliche Pumpleistung<br />
zu erzielen. Die neue Verordnung tritt in<br />
zwei Stufen in Kraft. So werden die ab<br />
2013 neu geltenden Grenzwerte zum 1. Januar<br />
2015 nochmals deutlich verschärft.<br />
Damit verbunden ist die Zielsetzung, zunächst<br />
10 % und später 40 % der heute ineffizienten<br />
Wasserpumpen aus dem Handel<br />
zu verbannen bzw. durch effizientere<br />
Nachfolgemodelle zu ersetzen.<br />
Mit der Hocheffizienzpumpe „Wilo-Stratos<br />
GIGA“ in Inline-Bauweise z. B. steht<br />
auch für den oberen Leistungsbereich in<br />
Heizungs-, Kaltwasser- und Kühlanwendungen<br />
eine uneingeschränkt zukunftssichere<br />
Baureihe zur Verfügung. Dies wird<br />
TGA-Fachplanern und Installateuren ebenfalls<br />
durch das „ErP ready“-Zeichen signalisiert.<br />
Ihr Motorwirkungsgrad geht sogar<br />
über den Grenzwert der für die Zukunft<br />
vorgesehenen und dann besten Energieeffizienzklasse<br />
IE4 (gemäß IEC TS 60034-<br />
31 Ed.1) hinaus. Auch ihr hydraulischer<br />
Wirkungsgrad erreicht Spitzenwerte deutlich<br />
über den Anforderungen der neuen<br />
EU-Verordnung zu Wasserpumpen.<br />
Anforderungen<br />
an integrierte Umwälzpumpen<br />
Erst ab dem 1. August 2015 gelten auch<br />
für in neue Wärmeerzeuger und Solarstationen<br />
integrierte Umwälzpumpen Effizienzanforderungen.<br />
Dann dürfen also nur<br />
solche Geräte in Verkehr gebracht werden,<br />
deren integrierte Pumpe „ErP ready“ ist.<br />
„ErP ready“<br />
signalisiert, dass<br />
man sich nicht mehr<br />
mit den Details der<br />
ErP-(Ökodesign-)<br />
Richtlinie beschäftigen<br />
muss.<br />
Alle Pumpen, die<br />
dieses Zeichen tragen,<br />
sind durch Erfüllung<br />
der Anforderungen<br />
langfristig zukunftssicher.<br />
<strong>IKZ</strong>-ENERGy 8/2012
Damit Fachplaner und Handwerker sich nicht mit den Details der neuen Verordnung beschäftigen<br />
müssen, hat der Pumpenspezialist Wilo SE ein komplettes Sortiment hocheffizienter Nassläuferpumpen<br />
im Programm. Die Serien „Wilo-Yonos Pico“ (oben links) und „Wilo-Stratos Pico“ (oben<br />
rechts) für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie „Wilo-Stratos“ (unten) erfüllen schon die zukünftigen<br />
Anforderungen der neuen EU-Verordnung.<br />
Pumpen und<br />
die ErP-(Ökodesign-)Richtlinie<br />
ErP bezeichnet die europäische Ökodesign-Richtlinie<br />
für „Energieverbrauchsrelevante<br />
Produkte“.<br />
• Für Nassläuferpumpen wird ErP ab 2013<br />
bis 2020 in drei Stufen umgesetzt. Das<br />
bedeutet: Ab 2013 dürfen 95 % aller<br />
jetzt noch erhältlichen ungeregelten<br />
externen Heizungs-Umwälzpumpen<br />
nicht mehr in den Verkehr gebracht<br />
werden.<br />
• Bei Trockenläuferpumpen gilt schon<br />
seit 2011, dass alle neu verkauften<br />
Elektromotoren der Wirkungsgradklasse<br />
IE2 entsprechen müssen. Ab<br />
2015 gilt für Motoren mit einer Nennleistung<br />
von 7,5 bis 375 kW die noch<br />
strengere Wirkungsgradklasse IE3, die<br />
ab 2017 dann auch auf kleinere Motoren<br />
ausgeweitet wird.<br />
Erst ab dem 1. Januar 2020 gelten auch<br />
bei Austausch von integrierten Umwälzpumpen<br />
in vor dem 1. August 2015 in den<br />
Verkehr gebrachten Wärmeerzeugern und<br />
Solarstationen Effizienzanforderungen.<br />
Dann müssen also auch die von den Herstellern<br />
als Original-Ersatzteile gelieferten<br />
Pumpen für ältere Geräte die strengen<br />
Grenzwerte einhalten.<br />
■<br />
Bilder: Wilo<br />
KONTAKT<br />
Wilo SE<br />
44263 Dortmund<br />
Tel. 0231 41020<br />
Fax 0231 41027575<br />
wilo@wilo.com<br />
www.wilo.de, www.wilo-erpready.com<br />
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8/2012 <strong>IKZ</strong>-ENERGy
EnErgiEEffiziEnz<br />
Nachhaltigkeit<br />
Wasser in der Gebäudetechnik<br />
Nachhaltigkeit im Umgang mit Ressourcen<br />
Wasser ist ein ausschlaggebendes Element nicht nur in der Herstellung und Modernisierung von Gebäuden, sondern eben nicht minder<br />
umfassend für den Betrieb während der gesamten Nutzungszeit, insbesondere in der Haustechnik. Gleichwohl steht außer Frage, dass<br />
der wirklich nachhaltige Umgang mit dieser so elementaren Ressource aus ökologischen und ökonomischen Gründen unumkehrbar<br />
notwendig ist.<br />
Der natürliche Wasserkreislauf ist gehörig<br />
aus den Fugen geraten. Die moderne<br />
Gebäudetechnik bietet jedoch durchaus<br />
Möglichkeiten, auf diesem Gebiet einen<br />
wichtigen Schritt in die Zukunft zu<br />
unternehmen und den Umgang mit Wasser<br />
umfassend effizient und nachhaltig zu<br />
gestalten. Wichtig ist eine differenzierende<br />
Unterscheidung in Art und Weise der Nutzung<br />
von Wasser und den daraus resultierenden<br />
Anforderungen.<br />
Unser Wasserverbrauch und überhaupt<br />
der Umgang mit Wasser, wie er sich im<br />
Geis te der Begrifflichkeit „Wasserwirtschaft“<br />
erahnen lässt, belastet massiv das<br />
öffentliche Kanalsystem, das immer mehr<br />
auch überlastet wird. Die immer massiveren<br />
und zügelloseren Störungen im<br />
natürlichen Wasserkreislauf führen zu einer<br />
Heerschar an Folgekosten, die künftige<br />
Generationen bewältigen müssen.<br />
Der maßlose Zuwachs an Versiegelungsflächen<br />
ist hauptverantwortlich für<br />
Überschwemmungen. Es fehlen die natürlichen<br />
Ausgleichflächen. Weitere Faktoren<br />
des ökologischen und ökonomischen Chaos<br />
sind: Flurbereinigung, Agrarwüsten,<br />
Absenkung des Grundwasserspiegels und<br />
ganz zu schweigen von den Vergiftungen<br />
des Grundwassers durch landwirtschaftliche<br />
Monokulturen, Düngemittel, Medikamente<br />
und Impfstoffe, um nur das naheliegendste<br />
unmittelbarste der gebäudenahen<br />
Umgebung zu nennen. Überlastete<br />
Kanalisation belastet die öffentliche Hand<br />
gleichermaßen wie jeden einzelnen Bürger.<br />
Fakt ist, dass fast jedes Gebäude, ob<br />
Wohn- oder Nicht-Wohngebäude, Sonderbau<br />
oder Industriehalle, die unterschiedlicher<br />
nicht sein können, doch eines gewiss<br />
gemeinsam haben: eine Verbindung mit<br />
Wasser. Ob im Inneren des Hauses je nach<br />
Grafische Darstellung der Nutzungsarten und -flüsse von Wasser in der Gebäudetechnik.<br />
Bild: Forum Wohnenergie<br />
36 iKz-EnErgy 8/2012
EnErgiEEffiziEnz<br />
Nachhaltigkeit<br />
Statistisches Nutzungsprofil eines 4-Personenhaushalts in einem Einfamilienhaus.<br />
Bild: Forum Wohnenergie<br />
Nutzung und Ausstattung, im Äußeren so<br />
doch immer über die Dachflächen und andere<br />
diverse Versiegelungsflächen im Umfeld<br />
des Bauens und Wohnens.<br />
nutzungsarten von Wasser<br />
in der gebäudetechnik<br />
Elementar ist für uns Menschen das<br />
Trinkwasser, welches durch die Qualitätskriterien<br />
der Trinkwasserverordnung verbindlich<br />
definiert ist. Wir gebrauchen es<br />
zur Körperreinigung und Nahrungszubereitung<br />
als Lebensmittel. Diese maximale<br />
Qualität benötigen wir allerdings in einem<br />
sehr kleinen, sehr überschaubaren Maße,<br />
trotz Komfortansprüchen der heutigen Zeit.<br />
Eine ungleich größere Menge brauchen wir<br />
aber schon für die Reinigung unserer Küchenutensilien<br />
(Geschirrspülen usw.).<br />
Der Energie- und Informationsträger<br />
Wasser wird innerhalb der Systeme<br />
eines Gebäudes binnen kürzester Zeit zu<br />
Schmutzwasser und als Abwasser entsorgt.<br />
Und unentwegt schöpft man im Umgang<br />
mit Wasser aus dem Vollen.<br />
Wasser zur nutzung<br />
von Umweltwärme<br />
Die Nutzung von Umweltwärme ist untrennbar<br />
von Wasser. Wasser aus dem Erdreich,<br />
oder auch Oberflächenwasser, wird<br />
als natürliche Wärmequelle, z. B. über eine<br />
Grundwasser-Brunnenanlage mittels Wärmepumpe<br />
als Zentralheizungsanlage genutzt.<br />
Dieses Grundwasser wird aber nicht<br />
verbraucht, sondern lediglich als Wärmelieferant<br />
und Wärmeträger gebraucht. Unmittelbar<br />
nach dem Wärmeentzug wird<br />
das Wasser wieder direkt und ohne Unterbrechung<br />
über einen Schluckbrunnen<br />
in den Untergrund geführt, wo es herkam<br />
und hingehört, um die natürliche Ordnung<br />
das Wasserregimes nicht zu beeinträchtigen.<br />
Dabei spielt das Wasser für uns einmal<br />
mehr seine Stärken aus, gleichwohl<br />
als Wärmequelle, als auch als Wärmeträger.<br />
Als unnatürliche Wärmequelle bietet<br />
Abwasser fraglos ein enormes Potenzial,<br />
insbesondere im Städtebau und in dezentralisierten<br />
Siedlungsgebieten.<br />
Die gesamte Heizungstechnik und Kältetechnik<br />
bedient sich der hervorragenden<br />
Eigenschaften des Wassers für thermo-<br />
dynamische Prozesse oder schlicht als<br />
Speicher- und Transportmedium zum Heizen<br />
und Kühlen. Die wassergeführte Zentralheizungsanlage<br />
wird uns aus der Tradition<br />
in die Zukunft begleiten; und selbst<br />
das Heizungswasser verlangt seine Qualität.<br />
Für solarthermische und geothermische<br />
Anlagen werden dem Wasser zur<br />
Wärmeübertragung für einen notwendigen<br />
Frostschutz Glykole zur Sole beigemischt.<br />
Die Umweltproblematik ist bekannt, Sicherheitsdatenblätter<br />
sind es weniger – wie<br />
es mit der Entsorgung oder überhaupt mit<br />
dem Umgang damit aussieht, weiß allein<br />
der Praktiker. Moderne Solarheizungsanlagen<br />
verzichten auf Glykole, auf Wasser<br />
aber nicht.<br />
www.schulercontrol.de<br />
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www.schulercontrol.de<br />
8/2012 iKz-EnErgy 37
EnErgiEEffiziEnz<br />
Nachhaltigkeit<br />
als unser Trinkwasser. Wie lange noch?<br />
Denn auch hier rächt sich jahrzehntelanges<br />
unnachhaltiges Handeln zu einem Teufelskreis<br />
über die Grundwasserverseuchung<br />
zum Problemfall Trinkwasserqualität.<br />
Man kann sich noch so sehr auf die mikro-bakterielle<br />
Verkeimung (Stichwort:<br />
„Legionellen“) fokussieren, doch wird<br />
man schon bald ganz andere Probleme zur<br />
Kenntnis nehmen müssen, wenn sich unser<br />
gesellschaftlicher, politischer, industrieller,<br />
als auch ganz privater Umgang mit<br />
Wasser nicht grundlegend ändert. Die immer<br />
bedeutender werdende Umweltmedizin<br />
weiß schon einige Klagelieder zu singen.<br />
Wasserverbrauch eines 4-Personehaushalts in einem Einfamilienhaus. Bild: Forum Wohnenergie<br />
Die Strukturen und inhalte<br />
von Wasser<br />
Dass die Struktur des Wassers sich innerhalb<br />
von Gebäudesystemen verändert<br />
ist bekannt. Doch allein die Unterscheidung<br />
von Abwassertemperaturen und die<br />
im Abwasser enthaltenen Wärmemengen<br />
fordern eine genauere Betrachtung. Ebenso<br />
wie die Unterscheidung von Schmutzwasser<br />
nach seinen grob- und feinstofflichen<br />
Inhaltsstoffen und deren Zusammensetzungen.<br />
Bei Licht betrachtet wird<br />
es nur ein sehr geringer Teil sein, der<br />
als Abwasser tatsächlich einer Klärung bedarf.<br />
Und wieder kommt man nicht umhin<br />
– analog zur Energieversorgung – allein die<br />
Dezentralisierung als für den Menschen<br />
zukunftsfähig zu entlarven.<br />
Wärmerückgewinnung aus Abwasser,<br />
Abwasserrecycling und Grauwassernutzung,<br />
dezentrale Teich-Kläranlagen, Versickerung,<br />
Schaffung von Feuchtbiotopen,<br />
Stabilisierung des natürlichen Wasserhaushaltes,<br />
werden neben der Trinkwasserhygiene<br />
und gesundheitlicher Unbedenklichkeit<br />
Aufgabengebiete einer zeitgemäßen<br />
Gebäudetechnik.<br />
Schmutzwasser wird gemeinhin pauschal<br />
als Abwasser behandelt. Dabei unterscheidet<br />
sich allein schon das Schmutzwasser<br />
der WC-Spülung von dem aus der<br />
Badewanne wesentlich; – nicht nur in der<br />
Menge und Temperatur, sondern mindestens<br />
ebenso unverwechselbar in den stofflichen<br />
Inhalten.<br />
Beharrlich höher werden die Kosten für<br />
den einzelnen Verbraucher, wie auch für<br />
die Gemeinschaft, da diese Infrastruktur<br />
– man möchte fast meinen – systemisch<br />
darauf ausgelegt ist, ständig größere Kosten<br />
zu verursachen. Tatsache ist, dass uns<br />
heute das Abfallprodukt Schmutzwasser<br />
teurer ist als das als Nahrungsmittel definierte<br />
Lebensmittel Trinkwasser. (Dies<br />
mag an den zusätzlichen Wärmemengen<br />
liegen, die wir doch für gewöhnlich in<br />
einem Rutsch mit entsorgen!)<br />
Bezogen auf die Inhaltsstoffe sind unsere<br />
Abwässer fraglos noch ungleich giftiger<br />
gebäudetechnische Differenzierung<br />
von Wasser<br />
Die Gebäudetechnik, insbesondere die<br />
Sanitärtechnik, bietet einige Möglichkeiten<br />
für einen nachhaltigen Umgang mit Wasser.<br />
Je nach Nutzung eines Gebäudes gilt es,<br />
den Bedarf an Wasser genau zu differenzieren.<br />
Folgende Unterteilung von Wassergebrauch<br />
gilt beispielhaft für ein Wohnhaus:<br />
a) Wasser als Lebensmittel (Nahrungszubereitung,<br />
Kochen),<br />
b) Wasser zur Körperreinigung (Duschen,<br />
Baden, Waschen),<br />
c) Wasser als Betriebsmedium (WC-Spülung,<br />
Reinigungswasser, Heizungswasser).<br />
Diese Betrachtung beruht auf einem gemittelten<br />
Nutzerprofil eines Haushalts mit<br />
vier Personen in einem Einfamilienhaus<br />
mittlerer Größe als definierter Mindeststandard.<br />
Wohl wissend, dass der durchschnittliche<br />
Wasserbedarf im Haushalt pro<br />
Person in der Literatur mit weit mehr als<br />
Betriebswasser und Schmutzwasser<br />
Für Betriebswasser im weiteren Sinn<br />
wird die Vielfalt der spezifischen Eigenschaften<br />
wie vor allem Löslichkeit, Fließ-,<br />
Wisch- und Spülfähigkeit usw. abverlangt.<br />
Beispielsweise für Reinigungswasser jedweder<br />
Art und – wie in der Regenwassernutzung<br />
bereits geläufig – für WC- und<br />
Urinal-Spülungen, für Waschmaschinen<br />
und Geschirrspülmaschinen, zur künstlichen<br />
Bewässerung (weil die natürliche<br />
nicht mehr funktioniert), Befeuchtung<br />
usw.<br />
Prinzip der Grauwassernutzung.<br />
Bild: Mall Beton<br />
38 iKz-EnErgy 8/2012
100 l veranschlagt wird, soll dieses Beispiel<br />
lediglich die Verhältnismäßigkeiten<br />
und Nutzungsarten darstellen.<br />
Die gesamte Wassermenge beträgt sozusagen<br />
im Minimum in einem Jahr gut 90 m³<br />
(= 90 000 l). Diese Wassermenge setzt sich<br />
aber aus mehreren unterschiedlichen Anforderungstypologien<br />
zusammen, die bislang<br />
wenig differenziert wurden.<br />
Der aus dem Gesamt-Wasserbedarf resultierende<br />
Entwässerungsbedarf beträgt<br />
immer noch fast 90 m³. Denn der direkte<br />
Verbrauch als Lebensmittel zur inneren<br />
Anwendung (Trinken, Kochen, Verdunstung,<br />
Mundreinigung) ist der geringste<br />
Anteil und beträgt deutlich weniger als<br />
5 %. Der Löwenanteil aber, um nicht zu sagen<br />
fast alles, fließt in unserer Wasserwirtschaft<br />
als ursprüngliches Trinkwasser<br />
mit maximalen Hygienequalitätsanforderungen<br />
direkt in die Kanalisation mitsamt<br />
der daran angeschlossenen Infrastruktur<br />
bis zum Klärwerk.<br />
Wasser <strong>sparen</strong> genügt nicht, zumal eine<br />
gewisse Mindestmenge (wie im Beispiel<br />
dargestellt) entsprechend unseres zivilisatorischen<br />
Standards nun mal notwendig ist.<br />
Man möge sich anhand dieses sicherlich<br />
nicht übertriebenen Beispiels eines 4-Personen-Haushaltes<br />
vorstellen, was Gebäude<br />
wie Sportstätten, Wohn- und Pflegeheime,<br />
Auto-Waschstraßen, Reinigungsbetriebe,<br />
usw. an Potenzialen bereithalten. Vom<br />
Mehrgeschosswohnungsbau zur Wohnsiedlung<br />
innerhalb einer öko-sozialen<br />
Raumordnung.<br />
Die Potenziale<br />
der grauwassernutzung<br />
Grauwasser ist gereinigtes Schmutzwasser.<br />
Bei leicht verunreinigtem Schmutzwasser<br />
ist der Reinigungs- bzw. Wiedernutzungsaufwand<br />
sehr gering und überschaubar.<br />
In nebenstehendem Nutzungsprofil ist<br />
deutlich zu erkennen, dass das Potenzial<br />
an Grauwasser allein durch die äußere Anwendung<br />
wie Duschen, Baden, Waschen<br />
den Bedarf an Wasser als Betriebsmittel<br />
weit übersteigt. Dies spricht eindeutig<br />
für eine Grauwassernutzung aus wieder<br />
verwendetem Abwasser (Schmutzwasser)<br />
– von der Dusch- und Badewanne in den<br />
Spülkasten.<br />
Bei der Küchenspüle gilt es, genau die<br />
Nutzergewohnheiten zu beachten bzw. einzuschätzen,<br />
da je nach Nutzung sich größere<br />
Mengen an Grobstoffen aus Essensresten<br />
usw. im Schmutzwasser befinden<br />
können. Auch gilt es klarzustellen, welche<br />
Reinigungszusätze dem Spülwasser zugefügt<br />
werden.<br />
8/2012 iKz-EnErgy<br />
EnErgiEEffiziEnz<br />
Nachhaltigkeit<br />
Dennoch gilt es festzuhalten, dass das<br />
Potenzial an Grauwasser allein aus der Körperpflege<br />
(rund 30 000 l) den Bedarf der<br />
Toilettenspülung (rund 26 000 l) deckt. Das<br />
bedeutet: Wasser aus der Dusche, der Badewanne<br />
oder der Waschbecken wird gesammelt<br />
und als Betriebswasser für die<br />
WC Spülung bereitgestellt. Auf diese Weise<br />
lässt sich nicht nur Wasser ein<strong>sparen</strong>, sondern<br />
auch Abwasser reduzieren.<br />
regenwassernutzung –<br />
der geist einer Begrifflichkeit<br />
Niederschlagswasser von versiegelten<br />
Flächen wird genutzt, weil die Einleitung<br />
aus o. g. Gründen bereits untersagt ist<br />
oder um Abwasserkosten zu <strong>sparen</strong>, vielleicht<br />
auch um Trinkwasser einzu<strong>sparen</strong>.<br />
Das ist die schlichte Erkenntnis der letzten<br />
Jahre. Aber der Niederschlag fällt nicht<br />
vom Himmel, um unsere Maßlosigkeit an<br />
Komfort, Misswirtschaft und fehlerhaften<br />
Strukturen auszubügeln, sondern um auf<br />
der Erdoberfläche einen Kreis zu schließen,<br />
den die Biologie als Wasserkreislauf<br />
definiert und unseren Lebensraum beileibe<br />
nicht unwesentlich charakterisiert.<br />
Regenwasser von versiegelten Dachflächen<br />
muss ortsnah auf dem Grundstück in<br />
das Erdreich gelangen können. Sich davon<br />
etwas abzuzwacken, wird unsere an sich<br />
ja sehr überschwängliche Natur sicher verkraften.<br />
Allein auf das Maß kommt es an.<br />
Die allgemein veranschlagten 60 l/m²<br />
Gartenfläche im Jahr mag durchaus berechtigt<br />
sein, doch all dies nützt nichts, wenn<br />
das Erdreich durch z. B. Absenkungen des<br />
Grundwassers schon so ausgetrocknet ist,<br />
dass es gar keine Möglichkeit mehr hat,<br />
Niederschlag aufzunehmen. Andererseits<br />
ist der Bedarf an Regenwasser doch spezifisch<br />
im Kontext der Gartengestaltung detailliert<br />
zu ermitteln. In jedem Fall ist eine<br />
Versickerung als auch eine Rückhaltung<br />
von Niederschlägen, z. B. durch Dachbegrünung,<br />
der nachhaltigere Weg für das Wasser,<br />
um im Fluss zu bleiben. Sickerteiche<br />
sind multifunktionale Biotope für Pflanzen,<br />
Tier und Mensch.<br />
Die Neuordnung unserer Wasserwirtschaft<br />
ist unaufschiebbar und gebäudetechnisch<br />
mehr als möglich – nicht nur<br />
um eine Entlastung des Kanalnetzes und<br />
seiner Infrastruktur (Ökonomie), sondern<br />
auch eine Stabilisierung des Untergrunds/<br />
Grundwasser (Ökologie) nachhaltig sicherzustellen.<br />
■<br />
Autor: Frank Hartmann<br />
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ENERGIEEFFIZIENZ<br />
Strom<br />
Stromgewinnung aus Abwärme<br />
Abwärmenutzung könnte einen wesentlichen Beitrag bei der anstehenden Energiewende leisten<br />
Auf der Agenda der derzeit zu lösenden Probleme steht die nachhaltige Energieversorgung an vorderer Stelle. Dafür gibt es verschiedene<br />
Ursachen. Zum einen drängen die zur Neige gehenden Ressourcen an fossilen Energieträgern in Verbindung mit beständig<br />
steigenden Energiepreisen zu immer sparsamerem Gebrauch solcher Quellen. Dazu kommt der drohende Klimawandel, der durch den<br />
vermehrten CO 2 -Ausstoß vor allem aus industrieller Produktion verschärft wird. Einen besonderen Anstoß gab die atomare Katastrophe<br />
von Fukushima, welche vor allem Deutschland zu einem radikalen Paradigmenwechsel in der Energiepolitik drängte.<br />
Die bestehende Situation mahnt zu<br />
energischem Handeln. Die Hauptstoßrichtungen<br />
sind die Einsparung von Energie<br />
durch verbesserte Dämmung von Gebäuden,<br />
die Steigerung der Effizienz bzw. des<br />
Wirkungsgrades von Geräten, Maschinen<br />
und Verbrennungsmotoren und besonders<br />
der forcierte Umstieg auf die Nutzung regenerativer<br />
Energien.<br />
Bei der Umschau nach weiteren Energiequellen<br />
trifft man auf die Abwärme.<br />
Entsprechende Erhebungen besagen, dass<br />
im Schnitt 50 % der eingesetzten Energie<br />
in Wärme umgesetzt werden. In verschiedenen<br />
Fällen ist der Verlust noch<br />
höher, wenn man beispielsweise an den<br />
niedrigen Wirkungsgrad von Wärmekraftwerken<br />
oder Verbrennungsmotoren denkt.<br />
Damit kommt ein weiterer Energieträger<br />
ins Spiel, dessen Potenzial bisher nur in<br />
Einzelfällen genutzt wird. Beispiele bisheriger<br />
Wärmeverwertung ist die Wärmerückgewinnung<br />
in Rekuperatoren, die<br />
Kraft-Wärme-Kopplung, sowie die Rückgewinnung<br />
von Brems energie in Fahrzeugen.<br />
Der überwiegende Teil dieses Energiepotenzials<br />
bleibt hingegen ungenutzt und<br />
geht somit verloren.<br />
In der Abwärme sehen wir eine zusätzliche<br />
kostenlose Energiequelle großer<br />
Mächtigkeit, deren Abschöpfung die<br />
anstehende Abkehr von der Verwendung<br />
fossiler Energieträger wirkungsvoll unterstützen<br />
könnte. Die Protagonisten der<br />
Abwärmeverwertung schwärmen bereits<br />
etwas schönfärberisch von einem <strong>Energy</strong><br />
Harvesting, also dem „Ernten“ vorhandener<br />
Abwärme.<br />
In Zeiten der Energiewende interessieren<br />
wir uns speziell für die Möglichkeit,<br />
die vielerorts entstehende Abwärme zur<br />
Stromerzeugung heranzuziehen. Im Vordergrund<br />
steht dabei die Direktumwandlung<br />
von Wärme in Strom unter Vermeidung<br />
zwischengeschalteter mechanischer<br />
Komponenten. Unser Anliegen besteht<br />
hierbei einerseits im Verweis auf die Nutzbarkeit<br />
dieser Energiequelle sowie insbesondere<br />
im Aufzeigen einiger Technologien<br />
zur direkten Stromerzeugung aus Abwärme.<br />
Diese Verfahren basieren auf unterschiedlichen<br />
physikalischen Phänomenen<br />
und haben bereits zu ersten Produkten geführt.<br />
Dabei erheben wir keinesfalls den<br />
Anspruch der Darlegung einer kompletten<br />
Übersicht über den Entwicklungsstand auf<br />
diesem Gebiet. Die Beispiele sollen vielmehr<br />
Anregungen bieten, auf diesem Gebiet<br />
weitere Anstrengungen zu unternehmen,<br />
um diese beträchtliche Energiequelle<br />
zunehmend zu erschließen. Hier ist jedoch<br />
einzuräumen, dass sich die Entwicklung<br />
hier noch weitgehend im Anfangsstadium<br />
befindet. Entsprechende Fortschritte würden<br />
beträchtliche Einsparungen bei der<br />
Inanspruchnahme fossiler und atomarer<br />
Energieträger ermöglichen und die Umwelt<br />
zunehmend entlasten.<br />
Entstehung von Abwärme<br />
Bevor wir uns mit der Verwertung von<br />
Abwärme vertraut machen, ist es nützlich,<br />
sich mit den Hauptemittenten dieser<br />
Energieform vertraut zu machen. Abwärme<br />
ist ein sekundäres Energieprodukt, das<br />
verstärkt in den Industrieländern anfällt.<br />
Das Entstehen von Abwärme kann auf unterschiedliche<br />
Ursachen zurückzuführen<br />
sein. Die größte Gruppe der Emittenten<br />
bilden die thermischen Industrieprozesse.<br />
Dazu zählen vor allem die Metallurgie<br />
(Erzverhüttung, Stahlerzeugung, Walzwerke,<br />
Aluminiumerzeugung), die thermischen<br />
Kraftwerke (Kohle- und Gaskraftwerke,<br />
Kernkraftwerke, Verbrennungsanlagen),<br />
Keramikindustrie (Zementwerke,<br />
Ziegeleien, Glasfabriken), Chemie (Raffinerien,<br />
Thermoreaktoren) u. a. Die in solchen<br />
Prozessen entstehende sog. Abwärme<br />
ist ein technologisch bedingtes Nebenprodukt.<br />
Prozessbedingte Erzeuger von Abwärme<br />
sind ebenfalls verschiedene Gewerbe<br />
(Wäschereien, Bäckereien, Großküchen,<br />
Brauereien) sowie die von Verbrennungsmotoren<br />
angetriebenen Fahrzeuge (Autos,<br />
Flugzeuge, Schiffe). Wärme entsteht auch<br />
beim Aufeinandergleiten mechanischer<br />
Teile sowie der Bewegung von Gegenständen<br />
im Wasser oder in der Luft durch Reibung.<br />
Weitere Wärmeerzeuger sind Elektroanlagen<br />
und -geräte, in denen Wärme<br />
beim Stromfluss durch Widerstände<br />
entsteht. Hier können in Rechenzentren,<br />
Krankenhäusern, Großforschungszentren<br />
beträchtliche Emissionen entstehen. Selbst<br />
in Gebäuden können durch biologische Wesen<br />
(Personen, Vieh) erhebliche Wärmemengen<br />
zustande kommen. Bekannt ist,<br />
dass ein einzelner Mensch bei Normalbelastung<br />
etwa 40 W abgibt.<br />
Übertragung von Abwärme<br />
Die Übertragung der Wärmeenergie erfolgt<br />
vorzugsweise auf zwei Arten: durch<br />
konvektive Wärmeübertragung und durch<br />
Strahlung.<br />
Wärmeübertragung durch Konvektion:<br />
Bei der Wärmübertragung durch Konvektion<br />
erfolgt die Wärmeabgabe von einem<br />
bewegten Medium – i. a. Wasser oder<br />
Luft – an eine feste Wand. Für den Wärmetransport<br />
ist ein Potenzialunterschied<br />
notwendig. Daher muss der Wärmequelle<br />
an geeigneter Stelle eine Wärmesenke gegenüberstehen.<br />
Die Bewegung des jeweiligen Mediums<br />
kann ihren Antrieb auf zwei unterschiedliche<br />
Arten erhalten. Zum einen gibt es<br />
die freie Strömung, bei der eine natürliche<br />
Konvektion stattfindet. Die Teilchen erwärmen<br />
sich, werden leichter und steigen<br />
daher nach oben. Eine solche natürliche<br />
Konvektion trifft man vor allem beim Vorhandensein<br />
von Wärmequellen in Räumen<br />
an, wobei die Wärme an die Umgebungsluft<br />
abgegeben wird. Derartige Vorgänge<br />
findet man bei Prozessen zahlreicher Gewerbe,<br />
in denen Wärmeentbindung statt-<br />
40 <strong>IKZ</strong>-ENERGy 8/2012
ENERGIEEFFIZIENZ<br />
Strom<br />
findet, wie auch in Gebäuden, die von Personen<br />
besetzt sind oder in denen Tiere gehalten<br />
werden.<br />
Der andere Fall betrifft die aufgezwungene<br />
Strömung. Hierbei handelt es sich<br />
meist um die Strömung eines fluidischen<br />
Wärmeträgers in Rohren, die durch einen<br />
Druckunterschied angetrieben wird. Beispiele<br />
für den Energietransport mittels erwärmten<br />
Wassers finden sich in den Kreisläufen<br />
der in Wärmekraftwerken verwendeten<br />
Kondensatoren oder dem Kühlwasser<br />
von Verbrennungsmotoren. Beispiele für<br />
den erzwungenen Transport von erwärmter<br />
Luft bzw. Gasen in Rohrleitungen<br />
bieten die Abgasleitungen von Heizungen<br />
oder Auspuffrohre von Verbrennungsmotoren.<br />
Wärmeübertragung durch Strahlung:<br />
Die Energieübertragung durch Strahlung<br />
erfolgt mittels elektromagnetischer<br />
Wellen unterschiedlicher<br />
Länge. Für die<br />
Übertragung von Wärmestrahlung<br />
ist weitgehend das<br />
Spektrum des Infrarots bedeutsam,<br />
dessen Bereich Wellenlängen<br />
von 0,78 µm bis<br />
1,0 mm umfasst. Das Gebiet<br />
des Infrarots ist in mehrere<br />
Teilbereiche untergliedert.<br />
Das nahe Infrarot (0,78 – 1,4<br />
bzw. 3,0 µm) schließt unmittelbar<br />
an das des sichtbaren<br />
Lichts an und ist im Sonnenspektrum<br />
enthalten. Es folgt<br />
der Spektralbereich des mittleren<br />
Infrarots (3 – 8 µm), in<br />
dem weitgehend die thermische<br />
Strahlung stattfindet.<br />
Jenseits dessen liegt das langwellige Infrarot<br />
(8 – 15 µm) und schließlich das ferne<br />
Infrarot (15 µm – 1 mm) (s. B. [1]).<br />
Die uns hier besonders interessierenden<br />
thermischen Strahler sind zumeist breitbandige<br />
Infrarotquellen. Zu diesen Wärmequellen<br />
zählen sowohl die ausgesprochenen<br />
Hochtemperaturstrahler (Metallund<br />
Glasschmelzen, Brammen, glühendes<br />
Walzgut) aber auch Strahler im mittleren<br />
Temperaturbereich (Feuerstätten, Abgasführungen<br />
und Auspuffanlagen von Fahrzeugen).<br />
Wärmestrahlung findet trotz abnehmender<br />
Leistung durchaus auch bei<br />
niederen Temperaturen statt. Als Niedrigtemperaturstrahler<br />
gelten beispielsweise<br />
Kühler von Verbrennungsmotoren. Somit<br />
begegnet man der Wärmestrahlung in vielerlei<br />
Anwendungen, sodass dieser Übertragungsart<br />
eine breitgefächerte Bedeutung<br />
zukommt.<br />
Bedeutsam ist, dass die Wärmeübertragung<br />
zwar schwerpunktmäßig im<br />
Bereich des mittleren Infrarots stattfindet,<br />
diese jedoch keinesfalls auf diesen<br />
Frequenzbereich beschränkt ist.<br />
Wärmeenergie wird vielmehr über ein<br />
recht breites Spektralband übertragen,<br />
in dem sogar der Bereich der Lichtstrahlen<br />
enthalten ist.<br />
Umwandlung von Abwärme<br />
Abwärmenutzung durch Konvektion:<br />
Die bisherige Form der Wärmenutzung<br />
besteht in der Wandlung von Abwärme<br />
in gebrauchsfähige Wärme, also in Nutzwärme.<br />
Die vorzugsweise Verwertung erfolgt<br />
zumeist zu Zwecken der Heizung oder<br />
Warmwasserbereitung. Damit wird durchaus<br />
ein wichtiger Beitrag in einem gesamtheitlichen<br />
Energiekonzept geleistet, indem<br />
Top-Themen ISH 2013:<br />
Dreh- und Angelpunkt der ISH 2013<br />
ist das Thema Ressourcenschonung<br />
mit den Top-Themen ISH Water und<br />
ISH <strong>Energy</strong>.<br />
dadurch fossile Energieträger eingespart,<br />
der Gesamtwirkungsgrad energetischer<br />
Anlagen erhöht sowie die Emission klimaschädlicher<br />
Abgase vermindert werden.<br />
Für die Wandlung transportierter Wärme<br />
kommen vor allem Wärmetauscher in<br />
Betracht. Diese verfügen über eine möglichst<br />
große Oberfläche, über die eine<br />
Wärmeübertragung zwischen zwei Medien<br />
durch Leitung erfolgt. Bei dem Medienpaar<br />
kann es sich um eine Flüssigkeit<br />
und ein Gas (Luft) oder auch um zwei unterschiedliche<br />
Flüssigkeiten handeln. Eine<br />
weitergehende Wandlung der mediengebundenen<br />
Wärme in elektrischen Strom ist<br />
bisher nicht vorgesehen, soll aber künftig<br />
erreicht werden.<br />
Nachfolgend werden wir zwei erfolgversprechende<br />
Ansätze zur direkten Umwandlung<br />
von Strahlungswärme in elektrischen<br />
Strom vorstellen.<br />
Abwärmenutzung durch photoelektrische<br />
Wandlung: Die Umwandlung von<br />
durch Strahlung übermittelter Energie in<br />
Strom ist bereits fortgeschritten. Vorreiter<br />
auf diesem Weg ist die Solarindustrie. Nach<br />
dem Ersteinsatz photovoltaischer Zellen<br />
zur natürlichen Stromversorgung in der<br />
Telephonie und verbreiteter Anwendung in<br />
der Weltraumtechnologie erlangten diese<br />
Stromwandler seit Ende der 1970er-Jahre<br />
neben der Windkraft eine zentrale Bedeutung<br />
bei der Umstellung der Energieversorgung<br />
auf regenerative Quellen. Obwohl<br />
nicht zu den sonnenreichsten Ländern gehörend,<br />
ist Deutschland mittlerweile führend<br />
in der Ausstattung mit Solartechnologie.<br />
Bei der Herstellung von Solarmodulen<br />
ist inzwischen mit China eine ernsthafte<br />
Konkurrenz auf den Plan getreten, da dort<br />
billiger produziert werden kann.<br />
Angesichts der Erfolgsstory<br />
der Solartechnologie stellt sich<br />
nun die Frage, inwieweit daran<br />
angeknüpft werden kann,<br />
Online-Special um die energiereichen Wärmestrahlen<br />
auf ähnliche Art<br />
unter www.ikz.de<br />
direkt in Strom umzuwandeln.<br />
Dazu bedarf es einer zumindest<br />
knappen Schau auf die<br />
zugehörigen physikalischen<br />
Grundlagen.<br />
Der Wirkungsmechanismus<br />
der Energieumwandlung<br />
beruht auf dem (inneren) photoelektrischen<br />
Effekt. Dieser<br />
tritt bei Halbleitern auf und<br />
besteht aus der Photoleitung<br />
und dem eigentlichen photovoltaischen<br />
Effekt, d. h. der<br />
direkten Umwandlung von<br />
Strahlung in elektrischen Strom. Die Erklärung<br />
dieser Phänomene liefert die Strahlungshypothese<br />
(M. Planck). Danach kann<br />
das Licht als ein Strom von Teilchen, den<br />
sog. Photonen, interpretiert werden. Nach<br />
dem Planck´schen Wirkungsquantum ist<br />
die durch Photonen übertragene Energie<br />
von der Frequenz der Strahlung bestimmt.<br />
Die Maximalfrequenz, bei der in<br />
Halbleitern Photoleitung auftritt, ist außerdem<br />
materialabhängig. Dieser Grenzwert<br />
liegt bei dem für Solarzellen verwendeten<br />
kristallinen Silicium bei 1,1 µm. Demnach<br />
würde bei Einsatz der üblichen Solartechnologie<br />
als Wärmewandler nur ein<br />
Teilspektrum der Strahlung in Strom umgesetzt<br />
werden. Die energiereichen Wärmestrahlen<br />
liegen hingegen im mittleren<br />
Wellenlängenbereich (mittleres Infrarot).<br />
Zur Erreichung der vollen Stromausbeute<br />
werden daher andere Halbleitermate-<br />
8/2012 <strong>IKZ</strong>-ENERGy 41
ENERGIEEFFIZIENZ<br />
Strom<br />
rialien benötigt. Geeignete Kandidaten dafür<br />
könnten gekühlte Halbleiterdetektoren<br />
oder in Sonderfällen auch pyroelektrische<br />
Detektoren sein.<br />
Für die praktische Nutzung der photoelektrischen<br />
Wandlung kommen weniger<br />
die klassischen Solarmodule in Betracht.<br />
Eine bessere Eignung versprechen<br />
die inzwischen entwickelten flexiblen<br />
Solarwandler auf Basis technischer Textilien,<br />
die über eine hohe thermische Speicherfähigkeit<br />
verfügen. Bezüglich der Leistungsdaten<br />
solcher thermischer Wandler<br />
kann beispielhaft auf ein Produkt verwiesen<br />
werden, das nach Herstellerangaben<br />
aus 3,5 m 2 effektiver Nutzfläche eine Leistung<br />
von 300 W p ( p = peak; bedeutet: unter<br />
Standardbedingungen ermittelt) erzeugt<br />
[2]. Die Flexibilität solcher Materialien<br />
bietet zudem die Möglichkeit der Umkleidung<br />
wärmeerzeugender Aggregate wie<br />
auch wärmeführender Leitungen. Auf diese<br />
Weise wäre es dann möglich, beispielsweise<br />
die Energie von Abgasen von Heizungen<br />
wie auch Verbrennungsmotoren<br />
für die Stromproduktion zu nutzen.<br />
Abwärmenutzung durch thermoelektrische<br />
Wandlung: Bezüglich der Umwandlung<br />
von Wärmestrahlung in elektrischen<br />
Strom ist noch eine zweite Technologie in<br />
Konkurrenz getreten: die thermoelektrische<br />
Wandlung. Genutzt wird hier der<br />
thermoelektrische Effekt, dessen Entdeckung<br />
auf Th. J. Seebeck zurückgeht. Entsprechend<br />
dem Seebeck-Effekt entsteht<br />
eine elektrische Spannung U, wenn zwischen<br />
zwei elektrischen Leitern, die aus<br />
unterschiedlichen Materialien A und B bestehen<br />
und in einem Stromkreis zusammengeschlossen<br />
sind, eine Temperaturdifferenz<br />
∆T besteht. Die erzeugte Spannung<br />
entsteht in den Materialien durch<br />
Diffusionsströme. Dabei wandern die energiereichen<br />
Elektronen vom heißen zum kalten<br />
Ende und umgekehrt. Die Größe der dabei<br />
erzeugten Spannung hängt von den Materialkonstanten<br />
(Seebeck-Koeffizienten)<br />
der beiden Leiter sowie der Höhe der Temperaturdifferenz<br />
ab. Damit ergibt sich eine<br />
Möglichkeit, Wärmeenergie unmittelbar in<br />
elektrischen Strom umzuwandeln, wenn<br />
in der Anordnung der jeweiligen Wärmequelle<br />
(Heat Source) eine kühle Seite (Cold<br />
Side) gegenübersteht.<br />
Auf der Suche nach einer technischen<br />
Lösung für die unmittelbare Wandlung von<br />
Strahlung in Strom sind wir bei einem Unternehmen<br />
fündig geworden [3]. Dieses gehört<br />
einem Netzwerk an, das sich der Gewinnung<br />
von Strom aus Wärme verschrieben<br />
hat [4]. Das Produkt – Thermischer<br />
Transmitter genannt – ermöglicht eine Direktumsetzung<br />
von Strahlungen im Wellenlängenbereich<br />
von 0,8 µm bis 1,5 µm<br />
und basiert auf der Nutzung des bereits<br />
genannten Seebeck-Effekts. Die innovative<br />
technische Lösung umfasst einen thermischen<br />
Akkumulator, thermischen Transmitter,<br />
thermischen Diffusor sowie eine<br />
Die Abwärme bietet eine zusätzliche kostenlose<br />
Energiequelle, deren Abschöpfung die<br />
anstehende Abkehr von der Verwendung fossiler<br />
Energieträger wirkungsvoll unterstützen<br />
könnte.<br />
Kältequelle. Die Besonderheit des thermischen<br />
Transmitters besteht in der Verwendung<br />
einer Kunststoffoberfläche mit<br />
extrem hohem Adsorptionsvermögen für<br />
Wärmestrahlung, welche halbleitende Partikel<br />
in einer Polymermatrix enthält. Die<br />
Wärmeleitung übernehmen Nanoröhren<br />
(Nanotubes) oder Nanofasern auf Carbonbasis<br />
mit besonders hoher Leitfähigkeit.<br />
Die elektrische Umwandlung besorgen infrarotabsorbierende<br />
Pigmente oder Nanokristalline<br />
Materialien. Der Thermo-Diffusor<br />
dient zur Erzeugung des benötigten<br />
Temperaturgefälles. Durch eine nachgelagerte<br />
Kältequelle im Miniaturformat wird<br />
ein gleichmäßig hoher Temperaturgradient<br />
gewährleistet.<br />
Das Interessante an solchen Wandlern<br />
besteht darin, dass diese auch für vergleichsweise<br />
niedrige Temperaturdifferenzen<br />
einsetzbar sind und zudem noch<br />
einen akzeptablen Wirkungsgrad aufweisen.<br />
Der Anbieter spricht daher von einem<br />
Niedrigtemperatur-Thermo-Harvester. Als<br />
Leistungsdaten werden eine Ausbeute von<br />
800 W/m² bei einer Temperaturdifferenz<br />
von 40 bis 80 0 K angegeben. Die Lebensdauer<br />
soll 300 000 Stunden (entsprechend<br />
34 Jahre) betragen.<br />
Das Lösungsangebot wird ergänzt<br />
durch eine Variante zur Direktumsetzung<br />
von flüssigkeitsgebundener Wärme. In diesem<br />
Fall wird die Abwärme von einer fluidisch<br />
durchströmten Leiterplatte aufgenommen,<br />
die durch einen Thermogenerator<br />
zur aktiven Umsetzung von Wärme in<br />
Strom sowie einen speziellen Akkumulator<br />
ergänzt wird. Damit ergeben sich Anwendungsmöglichkeiten<br />
zur energetischen<br />
Nutzung erwärmten Wassers, wie es beispielsweise<br />
bei der Kühlung von Verbrennungsmotoren<br />
anfällt.<br />
Schlussbemerkungen<br />
Der Autor hofft, mit den vorstehenden<br />
Ausführungen auf das erhebliche Energiepotenzial<br />
der allenthalben verfügbaren<br />
Abwärme aufmerksam gemacht zu haben.<br />
Ihre zukünftige Nutzung könnte mutmaßlich<br />
einen wesentlichen Beitrag bei der Bewältigung<br />
der anstehenden Energiewende<br />
leisten.<br />
Das weitere Anliegen bestand im Aufzeigen<br />
möglicher technischer Lösungen einer<br />
künftigen Verwertung dieser reichen<br />
Energiequelle. Im Focus standen dabei<br />
Technologien, die eine Direktumwandlung<br />
vorhandener thermischer Energie in elektrischen<br />
Strom ermöglichen. Dazu wurden<br />
mit den photoelektrischen und thermoelektrischen<br />
Wandlern zwei zukunftsträchtige,<br />
auf unterschiedlichen physikalischen<br />
Prinzipien basierende Technologien näher<br />
dargelegt, die bereits in erste Produkte<br />
umgesetzt wurden. Dennoch ist darauf<br />
hinzuweisen, dass die technologische<br />
Entwicklung solcher thermischer Wandler<br />
sich noch weitgehend im Anfangsstadium<br />
befindet und somit noch viel Entwicklungsarbeit<br />
geleistet werden muss. ■<br />
Literatur:<br />
[1] http://www.wikipedia.org/wiki<br />
[2] http://www.inoretex.de<br />
[3] http://www.duropan.de<br />
[4] http://www.energy-harvesting-net.de/<br />
technologie.html<br />
Autor:<br />
Prof. Dr.-Ing. habil. Wolfgang Weller: 1960-1970<br />
Forschungstätigkeit in der Industie; Lehraufträge<br />
am Higher Institute for Electronics in Menouf<br />
(Ägypten) und an der Univ. Rostock; 1970-1998<br />
Inhaber des Lehrstuhls für Technische Kybernetik<br />
und Direktor des Instituts für Automatisierungstechnik<br />
an der Humboldt-Univ. zu Berlin; 1992-<br />
2008 Ingenierubüro für Intelligente Informationstechnologien<br />
Kontakt: BITWeller@t-online.de<br />
42 <strong>IKZ</strong>-ENERGy 8/2012
ENERGIEEFFIZIENZ<br />
Wärme<br />
Eine stets zuverlässige Energiequelle<br />
100 Jahre ungenutzt: Wärme aus Abwasser im Pumpwerk Mannheim-Ochsenpferch<br />
Energiepreissteigerung und finanzielle Förderung sowie verschärfte Energieeinsparverordnung werden die Wärme aus Abwasser zunehmend<br />
attraktiv machen und für eine schnell steigende Anzahl von Projekten sorgen. Mannheim hat mit dem Pumpwerk Ochsenpferch<br />
nun sein erstes Referenzobjekt – ein öffentliches Gebäude nach einem vermutlich ab 2019 geltenden Standard.<br />
Die EU-Gebäuderichtlinie von 2010 verpflichtet<br />
die Mitgliedsstaaten, ab 2021 nur<br />
noch Niedrigstenergiegebäude als Neubauten<br />
zuzulassen. Als Niedrigstenergiegebäude<br />
definiert die EU „ein Gebäude, das<br />
eine sehr hohe […] Gesamtenergieeffizienz<br />
aufweist. Der fast bei null liegende oder<br />
sehr geringe Energiebedarf sollte zu einem<br />
ganz wesentlichen Teil durch Energie aus<br />
erneuerbaren Quellen […] gedeckt werden“<br />
[1]. Für öffentliche Gebäude soll dies<br />
bereits ab 2019 gelten [2].<br />
Der Kanalanschluss, das letzte große<br />
Wärme-Leck in Gebäuden, wird auch durch<br />
die bisherige Fassung der Energieeinsparverordnung<br />
EnEV 2009 nicht gestopft.<br />
Immerhin verschwinden an dieser Stelle<br />
ca. 15 % der Wärmeenergie eines Hauses<br />
älterer Bauart. Bezogen auf zukünftige<br />
Niedrigstenergiehäuser sind das vermutlich<br />
über 50 %.<br />
Schon im Gesetz zur Förderung Erneuerbarer<br />
Energien im Wärmebereich<br />
(EEWärmeG) wurde Wärme aus Abwasser<br />
als förderwürdig eingestuft, jedoch nicht<br />
als Erneuerbare Energie (§ 2 Abs.1), sondern<br />
als Abwärme (§ 2 Abs. 2). So auch in<br />
dem seit 01. 05. 2011 geltenden novellierten<br />
EEWärmeG. Demnach ist die Nutzung von<br />
Abwärme eine Ersatzmaßnahme, wenn der<br />
Wärmeenergiebedarf zu mindes tens 50 %<br />
aus Anlagen zur Nutzung von Abwärme<br />
gedeckt wird (§ 7). Dabei muss eine Mindest-JAZ<br />
von 4,0 bei Nutzung der Wärmepumpe<br />
nur für Heizung und von 3,8 bei<br />
Nutzung für Heizung und Warmwasser erreicht<br />
werden. Siehe Anlage zum Gesetz,<br />
Abschnitt III und IV.<br />
Schnittstelle Tiefbau/Heizung<br />
Tanja Teichert kümmert sich als junge<br />
Ingenieurin um Ochsenpferch, Mannheims<br />
ältestes, noch im ursprünglichen Betriebszustand<br />
erhaltenes Pumpwerk, Baujahr<br />
1908. Sie hat genau 100 Jahre nach<br />
dessen Fertigstellung ihr Studium als Bauingenieurin,<br />
Schwerpunkt Wasserbau, mit<br />
Diplom abgeschlossen. Ihr Arbeitgeber, die<br />
Stadtentwässerung Mannheim – eine bisherige<br />
Männerdomäne – gab ihr die Verantwortung<br />
für die Umrüstung des Pumpwerks<br />
in den Jahren 2010/2011.<br />
Besonders interessant für die Berufsanfängerin<br />
ist die Abwärmenutzung, da<br />
auch routinierte Kollegen in diesem Spezialgebiet<br />
kaum Wissensvorsprung haben.<br />
Schließlich ist es das erste derartige Objekt<br />
in Mannheim und eines von 40 in Deutschland.<br />
In Abstimmung mit dem für alle<br />
Pumpwerke in Mannheim zuständigen Bereichsleiter<br />
Uwe Schönmann und dem Leiter<br />
des Eigenbetriebs Stadtentwässerung,<br />
Alexander Mauritz, hat Tanja Teichert die<br />
Wärmeentnahme aus dem städtischen<br />
Mischwasserkanal einschließlich Installation<br />
der Wärmepumpe zu einem Auftrag<br />
zusammengefasst. „Es ist ungewöhnlich,<br />
Tiefbau und Heizungstechnik gemeinsam<br />
zu vergeben“, so Teichert. „Doch wir<br />
wollten keine Schnittstelle dazwischen wegen<br />
der Gewährleistung; auch, damit der<br />
Anbieter die aus seiner Sicht bestmögliche<br />
Kombination realisieren kann.“<br />
Pumpwerk Ochsenpferch: Heizung durch Abwärme aus dem Mischwasserkanal DN 2200, 14-17 °C<br />
Abwassertemperatur.<br />
Bild: Stadtentwässerung Mannheim<br />
Bivalente Wärme<br />
Wozu braucht ein Pumpwerk Wärme?<br />
Die Mitarbeiter der Stadtentwässerung halten<br />
sich zur Kontrolle und Wartung täglich<br />
einige Zeit im Gebäude auf. Dafür muss<br />
eine für Arbeitsstätten erforderliche Raumtemperatur<br />
vorhanden sein. Die Wärmebedarfsberechnung<br />
(eine Voraussetzung<br />
für Zuschüsse des Landes Baden-Württemberg,<br />
hier 22 000 Euro aus Mitteln des<br />
Europäischen Fonds für regionale Entwicklung)<br />
stammt von einem darauf spezialisierten<br />
Ingenieurbüro. Der Heizbedarf liegt<br />
bei 137,5 kW. Die Heizungstechnik ist bivalent<br />
ausgelegt, d.h., die frühere alte Ölheizung<br />
bleibt für Spitzenbedarf noch in<br />
Reserve einsatzbereit. Nur die Grundlast<br />
wird durch die Kanal-Abwärme gedeckt.<br />
8/2012 <strong>IKZ</strong>-ENERGy 43
ENERGIEEFFIZIENZ<br />
Wärme<br />
So konnten die Wärmeübertrager im Kanal<br />
und die Wärmepumpe im Gebäude in<br />
einer finanziell interessanten Größenordnung<br />
realisiert werden. Die Einsparung ist<br />
veranschlagt mit 11 000 Euro pro Jahr. Das<br />
führt zu einer Amortisationszeit von voraussichtlich<br />
7 – 8 Jahren.<br />
Verwertbare Betriebsergebnisse liegen<br />
noch nicht vor. Auf sie wird mit großem<br />
Interesse gewartet. Mark Biesalski, Geschäftsführer<br />
des Auftragnehmers Uhrig<br />
Kanaltechnik, dazu: „Wir haben eine Anlage<br />
mit langer Lebensdauer und besonders<br />
niedrigen Betriebskosten konzipiert.“<br />
Die Voraussetzungen waren gut. Im Abwasserkanal<br />
DN 2200 konnten die Wärmeübertrager-Elemente<br />
bequem nachträglich<br />
eingebaut und zu einer 15 m langen<br />
Strecke zusammengesetzt werden. Die Entzugsleistung<br />
beträgt 110 kW bei der hier<br />
vorhandenen Wassertemperatur von 14 –<br />
17 °C und einem Trockenwetterabfluss von<br />
400 l/s. Ein geschlossener Leitungskreis<br />
aus PE-Rohren mit Straub-Kupplungen verbindet<br />
die Thermliner-Wärmeübertrager<br />
mit der Wärmepumpe im Gebäude. Die Eintrittstemperatur<br />
des Transportmediums<br />
Wasser am Thermliner-System im Kanal<br />
wurde hier mit 5 °C ermittelt, die Austrittstemperatur<br />
mit 9 °C.<br />
Bezahlbare Wartung<br />
Fouling, das Entstehen von Ablagerung<br />
und Biofilm als Sielhaut auf den vom Abwasser<br />
überströmten Wärmeübertragern,<br />
kann durch die unerwünscht dämmende<br />
Wirkung bis zu 40 % des Wärmeertrags<br />
kos ten. Beim Pumpwerk Ochsenpferch hat<br />
der Auftragnehmer Uhrig Kanaltechnik<br />
diese Wirkung bei der Bemessung der Anlagengröße<br />
berücksichtigt. D. h., die zu erwartende<br />
Verschmutzung der nachträglich<br />
auf der Kanalsohle eingesetzten Edelstahlelemente<br />
wurde durch Überdimensionierung<br />
kompensiert, sodass keine Wartung<br />
für Reinigung nötig ist.<br />
Das Montageteam<br />
von Uhrig Kanaltechnik<br />
im Einsatz.<br />
Überströmte<br />
„Therm-Liner“-Fläche<br />
1,272 m²/m.<br />
Bild:<br />
Uhrig Kanaltechnik<br />
Funktionsweise<br />
Die auf der Kanalsohle befestigten Wärmeübertrager<br />
sind durch einen geschlossenen<br />
Leitungskreis mit der Wärmepumpe<br />
im Gebäude verbunden. Ab DN 400 lässt<br />
sich das hier verwendete System Thermliner<br />
„Form A“ einbauen. Ideal ist eine Abwassertemperatur<br />
von mehr als 10 °C. So<br />
werden dem Abwasser ca. 2 – 4 °C Temperatur<br />
entzogen. Hier verdichtet eine<br />
Wärmepumpe Fabrikat Ochsner (Heizleistung<br />
110,70 kW, Jahreswärmeerzeugung<br />
158,1 MWh/a) die Abwasserwärme anschließend<br />
auf die für die Heizung erforderliche<br />
Temperatur von 50 °C. Die Temperaturdifferenz<br />
von 3 – 4 Kelvin im Betrieb<br />
ergibt bei diesem Projekt einen COP-Wert<br />
von 3,8 und – bezogen auf das Heizsystem<br />
mit 2 x 1000 l Pufferspeicher – eine JAZ<br />
von 4,6. Unter Berücksichtigung der Vollkosten<br />
einschließlich Strom für die Wärmepumpe<br />
ist das deutlich preisgünstiger<br />
als die bisherige Heizung mit ihrem Ölbedarf<br />
von mehreren 1000 l pro Jahr.<br />
Da das Pumpwerk unter Denkmalschutz<br />
steht, durften keine die Bausubstanz verändernden<br />
Maßnahmen wie Wärmeschutz<br />
durchgeführt werden. In Verbindung damit<br />
war die Ölheizung aus dem Jahr 1998<br />
nicht gerade klimaschonend. Das jetzt verwirklichte<br />
Prinzip „Energie aus Abwasser“<br />
ist Stand der Technik, zumindest seit Erscheinen<br />
des Merkblattes DWA-M 114 im<br />
Juni 2009 [3]. Es beschreibt Einsatzmög-<br />
„Therm-Liner Typ A“ für Mindestquerschnitt DN 400 und mindestens 10 l/s Trockenwetterabfluss.<br />
Bild: Uhrig Kanaltechnik<br />
44 <strong>IKZ</strong>-ENERGy 8/2012
ENERGIEEFFIZIENZ<br />
Wärme<br />
lichkeiten und Grenzen, gibt Informationen<br />
für Gemeinden, Stadtentwässerungsbetriebe<br />
und Planungsbüros. Enthalten<br />
sind auch Musterverträge für Vereinbarungen<br />
zwischen Bauherrschaft und Kanalbetreiber.<br />
Klimaschutz und Wertschöpfung<br />
Abwasser ist eine ganzjährig zuverlässige,<br />
lokal vorhandene Energiequelle mit<br />
einem konstanten Temperaturniveau bei 12<br />
– 20 °C. Abwasserkanäle, als emmissionsarme<br />
Energiequellen bislang weitgehend<br />
„Therm-Liner Typ A“, Wärmeübertrager zum<br />
nachträglichen Einbau in die Kanalsohle.<br />
Elemente von 1 m Länge werden im Kanal zu<br />
einem System verbunden. Entzugsleistung 0,9<br />
kW/(m²*K)<br />
Bild: Uhrig Kanaltechnik<br />
ungenutzt, bergen tatsächlich ein ständig<br />
an zahlreichen Standorten verfügbares<br />
Potenzial. Entsprechende Rahmenbedingungen<br />
vorausgesetzt, sind Anlagen zur<br />
Abwasserwärmenutzung im Vergleich zu<br />
fossilen Heizanlagen schon heute betriebswirtschaftlich<br />
wettbewerbsfähig. Bei richtiger<br />
Planung und Ausführung entstehen<br />
weder für das Entwässerungssystem noch<br />
für die Abwasserreinigung Nachteile [3].<br />
Politiker des Bundes und der Länder betonen<br />
zurzeit den volkswirtschaftlichen<br />
Vorteil der regenerativen Energie. Für die<br />
Wärme aus Abwasser gilt sinngemäß dasselbe:<br />
Weniger Kapital fließt für Energieimporte<br />
aus der Region ab, sichere neue<br />
Arbeitsplätze entstehen und zusätzliche<br />
Steuereinnahmen stärken die Kommunen.<br />
Auch die Sicherheit der heimischen Industrie<br />
wird verbessert, denn die deutsche<br />
Wirtschaft ist in ihrer Produktion im internationalen<br />
Vergleich bisher überdurchschnittlich<br />
abhängig von Energieimporten.<br />
Nicht vergessen werden soll der Beitrag<br />
der Abwärmenutzung zum Klimaschutz.<br />
Das Pumpwerk Ochsenpferch<br />
mit seinen kalkulierten 30,4 t CO 2 -Einsparung<br />
pro Jahr war bereits im Projekt-<br />
Stadium Teil der Mannheimer Aktion „Klimaschutzkalender“,<br />
bei der monatlich ein<br />
Vorhaben der Stadt der Öffentlichkeit präsentiert<br />
wird.<br />
■<br />
Literatur:<br />
[1] EU-Gebäuderichtlinie: Richtlinie 2010/31/EU<br />
des Europäischen Parlaments und des Rates<br />
vom 19. Mai 2010 über die Gesamtenergieeffizienz<br />
von Gebäuden (Neufassung), verkündet<br />
am 16. Juni 2010 im Amtsblatt der<br />
Europäischen Union, Seite L 153/13 bis 153/35,<br />
gilt seit 1. Juli 2010. www.enev-online.de/<br />
epbd/2010<br />
[2] Energiekonzept der Bundesregierung: Deutscher<br />
Bundestag: Unterrichtung durch die<br />
Bundesregierung: Energiekonzept für eine<br />
umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare<br />
Energieversorgung und 10-Punkte-<br />
Sofortprogramm – Monitoring und Zwischenbericht<br />
der Bundesregierung, Drucksache<br />
17/3049, vom 28. September 2010,<br />
www.bundestag.de<br />
[3] DWA-Regelwerk: Merkblatt DWA-M 114. Energie<br />
aus Abwasser, Wärme und Lageenergie.<br />
(Hrsg.:) DWA, Deutsche Vereinigung für<br />
Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V.<br />
Hennef, Juni 2009.<br />
[4] König, K. W.: Abwasser als Wertstoff. In:<br />
Wasserwirtschaft Wassertechnik wwt Heft 5,<br />
Seite 25 bis 27. Huss Medien, Berlin, 2012.<br />
[5] Energie aus Abwasser. gwf Praxiswissen,<br />
(Hrsg.:) Christine Ziegler, Band III. Oldenbourg<br />
Industrieverlag, München, 2011.<br />
[6] Lang, J. et al: Kompendium Abwasserwärmenutzung.<br />
Ständig aktualisiertes Nachschlagewerk<br />
und Arbeitsinstrument für Wasserwirtschaft,<br />
Behörden, Planer, Wohnungswirtschaft<br />
und Industrie. Trialog Verlag Berlin,<br />
2012.<br />
Autor: Dipl.-Ing. Klaus W. König, Überlingen<br />
am Bodensee, ist selbstständig tätig und<br />
hält Vorträge zu ökologischer Haustechnik. Er<br />
ist Mitglied der Architektenkammer Baden-<br />
Württemberg. Als freier Fachjournalist und<br />
Buchautor veröffentlicht er regelmäßig Artikel<br />
in Umwelt-, Architektur-, Heizungs- und<br />
Sanitärzeitschriften.<br />
www.klauswkoenig.com<br />
FACHVERBAND UND KOMPETENZZENTRUM<br />
„Ging man bisher davon aus, dass 5 - 10 % aller Gebäude mit Abwasserwärme beheizt<br />
werden können, so weiß man heute, dass dieser Wert aufgrund der neuen technischen<br />
Möglichkeiten und der veränderten energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen höher<br />
liegt“, informiert Andreas Koschorreck. Er ist Geschäftsführer des Netzwerks e.qua. „Wärmegewinnung<br />
aus Abwasser erzielt eine CO 2-Reduktion bis 60 % und eine Einsparung an<br />
Primärenergie bis 40 %“.<br />
Weitere Infos zum Thema auch unter:<br />
• Fachportal EnEV-online, www.enev-online<br />
• Fachportal Netzwerk e.qua, www.e-qua.de<br />
• www.energie-aus-abwasser.de<br />
8/2012 <strong>IKZ</strong>-ENERGy 45
ENERGIEEFFIZIENZ<br />
Regelwerke<br />
Die Eckpunkte der neuen EnEV 2013<br />
Peter Rathert vom BMVBS stellt den Referentenentwurf auf den Rosenheimer Fenstertagen vor<br />
Auf den Rosenheimer Fenstertagen hat Peter Rathert Mitte Oktober in seiner Funktion als Referatsleiter Gebäude- und Anlagentechnik<br />
im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) die Eckpunkte des Referentenentwurfs zur EnEV 2013 vorgestellt.<br />
Dieser soll nach Klärung von juristischen Details in Kürze veröffentlicht werden.<br />
Die Rosenheimer Fenstertage sind mit<br />
1000 Teilnehmern der wichtigste Treff der<br />
Fenster und Fassadenbranche. Fenster und<br />
Fassaden sind für die energetische Sanierung<br />
des Gebäudebestands und die Realisierung<br />
von Niedrigenergie- und Plusenergiehäusern<br />
zentrale Bauelemente. Deshalb<br />
sind die Regelungen der EnEV und<br />
der KfW-Förderung für die Unternehmen<br />
von großer Bedeutung. Peter Rathert stellte<br />
in seinem Vortrag die wichtigsten Eckpunkte<br />
des Referentenentwurfs vor, der zuletzt<br />
auch noch durch aktuelle Entwicklungen<br />
beeinflusst wurde, beispielsweise<br />
den starken Anstieg des Stromverbrauchs<br />
und des Strompreises.<br />
Moderate Überarbeitung<br />
Auch wenn sicher noch um die Details<br />
des Referentenentwurfs vom 15. Oktober<br />
2012 gerungen wird, ist doch deutlich erkennbar,<br />
dass die Überarbeitung aufgrund<br />
des Wirtschaftlichkeitsgebots für 2013 insgesamt<br />
sehr moderat ausfällt und erst später<br />
in zwei Stufen (2015 und 2017) weiter<br />
verschärft werden soll. Die allgemeine Zielsetzung<br />
sieht eine schrittweise Absenkung<br />
des zulässigen Jahres-primärenergiebedarfs<br />
und damit der Gebäudereferenzwerte<br />
für Neubauten in zwei Schritten um<br />
je 12,5 % vor, um das Ziel der europäischen<br />
Gebäude-Effizienzrichtlinie (EPBD) zu erreichen.<br />
Die Anforderungen an den Gebäudebestand<br />
sollen in 2013 erst einmal beste-<br />
Energie <strong>sparen</strong> und gewinnen mit modernen<br />
Energiegewinnfenstern.<br />
hen bleiben. Auch die Daten des Referenzgebäudes<br />
von 2009 bleiben unverändert.<br />
Die Nebenanforderung an den Transmissionswärmeverlust<br />
H´T soll dann auch<br />
wieder in zwei Schritten um je 10 % verringert<br />
werden, ist aber je nach Gebäudetyp<br />
unterschiedlich (siehe Tabelle). Dies bedeutet<br />
konkret eine Verschärfung zwischen<br />
5 % und 30 %. Vorteilhaft ist, dass der spezifische<br />
Transmissionswärmeverlust H´T,<br />
als absolute Größe entfällt. Beim Neubau<br />
beträgt der maximale Wert das 1,3-Fache<br />
des H T , des Referenzgebäudes mit dem Effekt,<br />
dass die Anforderung an H´Tmax umso<br />
geringer wird, je höher der Fensterflächenanteil<br />
ist. Allerdings gehen die Regelungen<br />
zum Transmissionswärmeverlust H´T generell<br />
zu Lasten der Fensterflächenanteile,<br />
weil hier nur die Wärmeverluste berücksichtigt<br />
und die solaren Gewinne bei diesem<br />
Bauteilbezug außer Acht bleiben.<br />
Verschärfung<br />
des sommerlichen Wärmeschutzes<br />
Das Modellgebäudeverfahren EnEV-<br />
Easy ist im Referentenentwurf enthalten,<br />
allerdings mit einer Auswahl von <strong>Heizsysteme</strong>n,<br />
die das Marktangebot nicht ausreichend<br />
abdeckt. Das Verfahren kann nur<br />
unter Einhaltung bestimmter Randbedingungen<br />
angewendet werden. Es gilt nur für<br />
kompakte, nicht gekühlte Wohngebäude<br />
von 100 bis 2000 m² Nutzfläche, einer Geschosshöhe<br />
von 2,5 bis 3,0 m, einer maximalen<br />
Fensterfläche von 30 %, einem Dachflächenfensteranteil<br />
< 15 %. Außerdem müs-<br />
Stufenweise Verschärfung von H T, in Abhängigkeit von der Gebäudeart gemäß EnEV Referentenentwurf vom 15. Oktober 2012, Anlage 1 Tabelle 2.<br />
46 <strong>IKZ</strong>-ENERGy 8/2012
ENERGIEEFFIZIENZ<br />
Regelwerke<br />
Einführung des vereinfachten Modellgebäudeverfahrens in der EnEV 2013.<br />
sen die Wärmebrücken den Anforderungen<br />
von DIN 4108 Beiblatt 2 entsprechen und<br />
ein Blower-Door-Test durchgeführt werden.<br />
Je nach verwendeter Haustechnik werden<br />
Klassen mit Mindestwerten für den Wärmedurchgangskoeffizienten<br />
der Bauteile<br />
definiert, die eingehalten werden müssen<br />
(Variante A – schlechter Wärmeschutz, bis<br />
Variante E – guter Wärmeschutz). Dies folgt<br />
dem Prinzip: Je besser die Gebäudetechnik<br />
ist, desto schlechter dürfen die U-Werte<br />
der Gebäudehülle (Wand, Fenster etc.) sein<br />
bzw. umgekehrt.<br />
Als Pferdefuß für die Fensterbranche ist<br />
die derzeit noch bestehende Begrenzung<br />
der Fensterflächen auf 30 % pro Fassadenseite,<br />
was auf der Südseite natürlich nicht<br />
sinnvoll ist. Das ift Rosenheim will deshalb<br />
gemeinsam mit den Verbänden entsprechend<br />
intervenieren.<br />
Außerdem wurden die Regelungen zum<br />
Energieausweis und der sommerliche Wärmeschutz<br />
in die EnEV explizit aufgenommen,<br />
also nicht nur ein Verweis auf die DIN<br />
4108-2. Dies wird zu einer Verschärfung<br />
des sommerlichen Wärmeschutzes führen.<br />
Dieser Punkt wirkt sich auch auf das Fenster<br />
aus und könnte zu einer Reduzierung<br />
der Fens terflächen führen.<br />
Die EnEV soll gemeinsam mit den Änderungen<br />
des EEG in den politischen Gremien<br />
beraten werden, was eine Vorhersage<br />
des Inkrafttretens sehr schwierig macht.<br />
Wenn es gut läuft wird die EnEV ab dem<br />
4. Quartal 2013 gültig. Bei intensiveren politischen<br />
Diskussionen wohl erst zum 1. Januar<br />
2014. Das ift Rosenheim wird den weiteren<br />
Fortgang des Gesetzgebungsverfahrens<br />
beobachten und aus dem Blickwinkel<br />
der Fenster- und Fassadenbranche aktuell<br />
analysieren und kommentieren.<br />
Das ift Rosenheim wird nach Erscheinen<br />
des Referentenentwurfs diesen aus dem<br />
Blickwinkel der Fenster- und Fassadenbranche<br />
analysieren und umgehend eine Kommentierung<br />
veröffentlichen. Diese Informationen<br />
werden auf der ift Website unter<br />
www.ift-rosenheim.de/themendienste.php<br />
gebündelt.<br />
Das ift Rosenheim ist eine europaweit<br />
notifizierte Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstelle<br />
und international nach<br />
DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert. Im<br />
Mittelpunkt steht die praxisnahe, ganzheitliche<br />
und schnelle Prüfung aller Eigenschaften<br />
von Fenstern, Fassaden, Türen,<br />
Toren, Glas und Baustoffen. Ziel ist<br />
die nachhaltige Verbesserung von Produktqualität,<br />
Konstruktion und Technik<br />
sowie Normungsarbeit und Forschung. Die<br />
Zertifizierung durch das ift Rosenheim sichert<br />
eine europaweite Akzeptanz. Das ift<br />
fühlt sich zur Wissensvermittlung verpflichtet.<br />
■<br />
Bilder: ift rosenheim<br />
KONTAKT<br />
ift Rosenheim GmbH<br />
83026 Rosenheim<br />
Tel. 08031 2610<br />
Fax 08031 261290<br />
info@ift-rosenheim.de<br />
www.ift-rosenheim.de<br />
8/2012 <strong>IKZ</strong>-ENERGy 47
Firmen & Fakten<br />
Kurz notiert<br />
Viessmann<br />
Akademie baut Angebot<br />
weiter aus<br />
Während der Wärmemarkt früher fast ausschließlich durch die<br />
Energieträger Gas und Öl bestimmt war, gibt es seit einigen Jahren<br />
einen deutlichen Trend hin zu regenerativen Energiesystemen.<br />
Das führt zur Ausweitung des technologischen Spektrums und zu<br />
einem steigenden Qualifizierungsbedarf der Marktpartner. Dieser<br />
Herausforderung trägt die Viessmann Akademie Rechnung.<br />
Sie bietet Heizungsbauern, Planern, Architekten, Wohnungsbaugesellschaften,<br />
Schornsteinfegern, technischen Bildungseinrichtungen<br />
und auch den eigenen Mitarbeitern ein umfassendes Schulungs-<br />
und Weiterbildungsprogramm. Weltweit nehmen jährlich<br />
92 000 Fachleute an den Fortbildungsveranstaltungen der Viessmann<br />
Akademie teil. Das neue Seminarprogramm basiert auf<br />
einem Drei-Säulen-Konzept:<br />
infocenter der Viessmann akademie am Unternehmensstammsitz in allendorf<br />
(eder).<br />
• Technische Seminare: In den technischen Seminaren wird den<br />
Marktpartnern aktuelles Wissen über energieeffiziente Systemlösungen,<br />
die sichere Planung, Montage, Inbetriebnahme und<br />
Wartung der Produkte des Viessmann Komplettangebots sowie<br />
wichtige Normen, Gesetze und Fördermöglichkeiten vermittelt.<br />
Die Seminare sind auf die jeweiligen Berufsgruppen zugeschnitten.<br />
Die Schwerpunkte sind ausgerichtet auf Beratung und Produktauswahl,<br />
Planung, Installation, Wartung und Service.<br />
• Zertifizierungs-Seminare: Einbau und Inbetriebnahme von modernen<br />
<strong>Heizsysteme</strong>n erfordern umfassende System- und Produktkenntnisse<br />
des Fachhandwerkers. Zur Vermittlung dieser<br />
Kompetenz bietet die Viessmann Akademie eine eigene Seminarreihe<br />
an. Die Zertifizierungs-Seminare für die Bereiche Wärmepumpen,<br />
Klimatechnik, Mikro-KWK und Biomasse beschäftigen<br />
sich mit Rahmenbedingungen und Einsatzmöglichkeiten,<br />
und natürlich geht es um den richtigen Einbau, die Inbetriebnahme<br />
und den Service der <strong>Heizsysteme</strong>.<br />
• Betriebswirtschaftliche Seminare: Technisches Wissen allein<br />
reicht längst nicht mehr aus, um ein Unternehmen erfolgreich<br />
zu führen. Um geschäftlichen Erfolg langfristig zu sichern,<br />
müssen Heizungsfachbetriebe ihre Leistungen strategisch am<br />
Markt ausrichten. In den betriebswirtschaftlichen Seminaren<br />
der Viessmann Akademie werden deshalb praxisbezogene Inhalte<br />
vermittelt. Individuell ausgerichtet, wenden sie sich z. B.<br />
an Inhaber, Unternehmerfrauen und Führungskräfte im Heizungsfachhandwerk.<br />
Die Seminare und Schulungen finden in den Verkaufsniederlassungen,<br />
in den Viessmann Schulungsniederlassungen und den<br />
Infocentern Allendorf (Eder) und Berlin statt.<br />
Mit der neu entwickelten Planungshilfe „Mitarbeiterqualifikation“<br />
wird den Marktpartnern die Ermittlung der Schulungsbedarfe<br />
ihrer Mitarbeiter erleichtert. Die praktische Planungshilfe<br />
ist in den Seminarkalender integriert und kann zudem online im<br />
Login Marktpartner abgerufen werden. Dort steht auch das komplette<br />
Seminarprogramm zur Verfügung – ebenso wie in jeder<br />
Viessmann Verkaufsniederlassung.<br />
Weitere Infos: www.viessmann.de<br />
ForschUngszentrUm Jülich<br />
Neue Materialien für die Energiewende<br />
Bis in den atomaren Bereich wollen Jülicher Forscher die Materialien<br />
von Solarzellen und Batteriesystemen untersuchen sowie<br />
Prozesse an deren Oberflächen verstehen. Ihr Ziel ist es, die<br />
Herstellung und die Effizienz von PV-Anlagen zu verbessern und<br />
die Lebensdauer und die Leistungsdichte von Batterien zu erhöhen.<br />
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt<br />
dieses Vorhaben mit 6,5 Mio. Euro aus dem 6. Energieforschungsprogramm.<br />
Den Zuwendungsbescheid dafür überreichte<br />
Thomas Rachel MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium<br />
für Bildung und Forschung (BMBF), an Prof.<br />
Lorenz Singheiser, Direktor des Jülicher Instituts für Energie- und<br />
Klimaforschung (IEK-2).<br />
„Wir entwickeln Hochleistungswerkstoffe für effiziente Energiewandlung-<br />
und -speicherung“, bringt Singheiser die Arbeiten seines<br />
Institutsbereichs und des gesamten IEK auf den Punkt. Mit der<br />
Förderung des BMBF werden nun vier neue Charakterisierungsmethoden<br />
etabliert. Sie ermöglichen Untersuchungen des strukturellen<br />
Aufbaus, aber auch der chemischen Zusammensetzung von<br />
Materialien und Oberflächen bis in den atomaren Bereich. Singheiser:<br />
„Die neuen Geräte werden unser Verständnis der Vorgänge<br />
in Batterie- und PV-Systemen deutlich verbessern – sowohl bei<br />
der Entwicklung neuer Materialien und der Fertigung der Bauteile<br />
als auch im Betrieb. Das wird dazu beitragen, zielgerichtet<br />
Funktion und Effektivität von Energiewandlern und Speichermedien<br />
zu optimieren, um beispielsweise deren Alterung zuverlässig<br />
vorherzusagen und zu verlangsamen.“<br />
DBU<br />
Umweltpreis 2012 für PV-Pioniere<br />
Der Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)<br />
wurde Ende Oktober zum 20. Mal vergeben. Bundespräsident<br />
Joachim Gauck überreichte im Leipziger Gewandhaus den Preis an<br />
den Mitbegründer der SMA Solar Technology AG, Günther Cramer,<br />
und an die Freiburger Forscher Dr. Andreas Bett vom Fraunhofer<br />
ISE und Hansjörg Lerchenmüller von der Soitec Solar GmbH. Die<br />
Stiftung will mit den Preisträgern aus dem PV-Bereich angesichts<br />
der Krise ein Zeichen setzen.<br />
48 ikZ-enerGY 8/2012
Firmen & Fakten<br />
Kurz notiert<br />
Dr. andreas Bett, hansjörg lerchenmüller und günther cramer (v. l.)<br />
erhielten den diesjährigen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung<br />
Umwelt (DBU).<br />
Bild: Peter himsel/DBU<br />
Bundespräsident Joachim Gauck würdigte die Preisträger als<br />
Exponenten für etwas, was ihn auch stolz auf Deutschland mache:<br />
Erfindungsreichtum und Unternehmergeist von Menschen,<br />
die das Wünschenswerte in Machbares zu wandeln versuchten.<br />
„Es reicht ja nicht aus, wenn wir große Worte wählen und politisch<br />
korrekt mehr Nachhaltigkeit wünschen. Sie muss zwar politisch<br />
gewollt, aber unternehmerisch gestaltet und dann gesellschaftlich<br />
akzeptiert werden.“<br />
Die Freiburger Forscher Dr. Andreas Bett und Hansjörg Lerchenmüller<br />
erhielten den Preis für die erfolgreiche Markteinführung<br />
der Konzentrator-PV. Dr. Andreas Bett ist stellvertretender Leiter<br />
des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE und Hansjörg<br />
Lerchenmüller ist Geschäftsführer der Soitec Solar GmbH. Die<br />
Preisträger setzten mit ihren wegweisenden technischen Entwicklungen<br />
und ihrem persönlichen Einsatz in der PV weltweit neue<br />
Maßstäbe und brachten sie damit global maßgeblich voran, begründete<br />
die DBU ihre Auszeichnung.<br />
Günther Cramer erhielt die Auszeichnung für seine Pionierleistungen<br />
bei der Entwicklung von Wechselrichtern. Dem Mitbegründer<br />
und Aufsichtsratschef von SMA Solar Technology AG<br />
gelang, durch konsequentes Fokussieren auf Forschung und Entwicklung,<br />
SMA von einem kleinen Ingenieurbüro zum global agierenden<br />
Technologie- und Marktführer aufzubauen. Sein Unternehmen<br />
zeichne sich durch hochinnovative Solar-Wechselrichter aus.<br />
In Photovoltaikanlagen dienen sie dazu, netzkonformen Wechselstrom<br />
bereitzustellen.<br />
Der Deutsche Umweltpreis der DBU ist mit 500 000 Euro der<br />
höchstdotierte Umweltpreis Europas.<br />
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Uwe Wenzel, Ewald W. Schneider · Am Kanal 26 · 27624 Bad Bederkesa · uwe-wenzel@ewald-w-schneider.de<br />
Im Auftrag unserer Mandanten suchen wir:<br />
Dipl. Ing. Klima / Lüftung – Projektleiter (m/w) (KZ 630KG)<br />
Chance für Diplomingenieure und Techniker der Klima- und Lüftungstechnik<br />
Herausforderung im großen, innovativen und zukunftsorientierten Unternehmen<br />
Projektleitung und -steuerung, Mitarbeiterführung, Perspektive Abteilungsleiter<br />
Standort: Ostwestfalen/Lippe<br />
Details siehe: www.ewald-w-schneider.de/stellen/kennz630kg.html<br />
Vertriebsprofi Sanitärtechnik (m/w) (KZ 626 KG)<br />
Chance auch für vertriebsorientierte Fachhandwerker + Fachverkäufer aus der 2.Reihe<br />
Vertriebsweg: Dreistufig SHK über den SHK Fachgroßhandel<br />
Vertriebsgebiet: PLZ-Bereich 70 – 75, Schwerpunktregion Heilbronn - Stuttgart - Reutlingen<br />
Details siehe: www.ewald-w-schneider.de/stellen/kennz626kg.html<br />
Gebietsleiter Gebäudetechnik (m/w) (KZ 625 KG)<br />
Chance auch für vertriebsorientierte Fachhandwerker und Fachverkäufer aus der<br />
2. Reihe, Schwerpunkt: Betreuung Fachgroßhandel, Fachhandwerk<br />
Vertriebsweg: 3-stufig über den Gebäudetechnik-Fachgroßhandel<br />
Vertriebsregion: Sachsen - Sachsen-Anhalt - Thüringen<br />
Details siehe: www.ewald-w-schneider.de/stellen/kennz625kg.html<br />
Vertriebsprofi Sanitärtechnik (m/w) (KZ 611 KG)<br />
Chance auch für vertriebsorientierte Fachhandwerker + Fachverkäufer aus der 2.Reihe<br />
Vertriebsweg: Dreistufig SHK über den SHK Fachgroßhandel<br />
Vertriebsgebiet: PLZ-Bereich 90 – 92, 95 – 97, Region Würzburg - Nürnberg - Amberg<br />
Details siehe: www.ewald-w-schneider.de/stellen/kennz611kg.html<br />
Ihre Fragen beantwortet Uwe Wenzel gerne: Mobil: 0049-(0)151-52442026<br />
Weitere SHK Stellenangebote siehe: www.elektro-stellenangebote.de<br />
Wir sichern Ihnen absolute Diskretion zu. zu.<br />
WWW.EWALD-W-SCHNEIDER.DE<br />
8/2012 ikZ-enerGY 49
Firmen & Fakten<br />
Kurz notiert<br />
Vaillant<br />
Bis zu 700 Euro Zuschuss<br />
für neue Heizung<br />
Deutschlandweit arbeiten lediglich 23 % aller Wärmeerzeuger<br />
effizient. Der Modernisierungsstau in deutschen Heizkellern verschwendet<br />
bares <strong>Geld</strong> und verhindert die erfolgreiche Umsetzung<br />
der Energiewende. Allein durch den Austausch veralteter Wärmeerzeuger<br />
ließen sich hierzulande jährlich bis zu 55 Mio. t CO 2<br />
ein<strong>sparen</strong>. Obendrein reduzieren sich die Heizkosten durch eine<br />
Modernisierungsmaßnahme um durchschnittlich 30 %.<br />
Zur Auflösung dieses Modernisierungsstaus hat sich der Remscheider<br />
Heiztechnikspezialist Vaillant daher eine besondere Hilfestellung<br />
für Modernisierer und Bauherren ausgedacht:<br />
Vaillant beteiligt sich mit bis zu 700 Euro am Einbau einer neuen<br />
Heizung. In den teilnehmenden Vaillant Kundenforen erhalten<br />
Kunden bis zum 31. Dezember 2012 im Anschluss an eine Beratung<br />
einen persönlichen Gutschein – den Vaillant Beratungs-<br />
Bonus. Wer sich nach der Beratung für den Einbau einer neuen<br />
Vaillant Heizungsanlage entscheidet, erhält nach erfolgter Installation<br />
gegen Vorlage des Gutscheins und der Rechnung des ausführenden<br />
SHK-Fachhandwerksbetriebs bis zu 700 Euro zurück.<br />
Die genaue Höhe des Beratungs-Bonus richtet sich nach dem installierten<br />
Heizungstyp. Beispielsweise erhalten Modernisierer<br />
beim Einbau eines hocheffizienten Brennwertheizgeräts kombiniert<br />
mit einer Solarthermieanlage 500 Euro zurück. Der Gutschein<br />
ist nicht übertragbar und wird per Post im Anschluss an<br />
die Beratung zugestellt. Die Rücksendung des Gutscheins muss<br />
bis zum 28. Februar 2013 erfolgen. Eine vollständige Liste der teilnehmenden<br />
Kundenforen findet sich unter www.vaillant.de ■<br />
neuer Bezugspreis:<br />
ab Januar 2013 gelten unsere neuen Bezugspreise.<br />
imPreSSUm<br />
Magazin für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Gebäuden<br />
<strong>IKZ</strong>-ENERGY erscheint im 6. Jahrgang (2012)<br />
www.ikz-energy.de · www.strobel-verlag.de<br />
Verlag<br />
STROBEL VERLAG GmbH & Co. KG<br />
Postanschrift: Postfach 5654, 59806 Arnsberg<br />
Hausanschrift: Zur Feldmühle 9-11, 59821 Arnsberg,<br />
Telefon: 02931 8900-0, Telefax: 02931 8900-38<br />
Herausgeber<br />
Dipl.-Kfm. Christopher Strobel, Verleger<br />
redaktion<br />
Chefredakteur:<br />
Hilmar Düppel<br />
Dipl.-Ing. (Architektur) und Dipl.-Wirt.-Ing.<br />
<strong>IKZ</strong>-ENERGY Redaktionsbüro Essen<br />
Im Natt 22 B, 45141 Essen<br />
Telefon: 0201 89316 - 60, Telefax: 0201 89316 - 61<br />
E-Mail: h.dueppel@strobel-verlag.de<br />
Redakteur: Frank Hartmann<br />
Redaktions-Sekretariat: Birgit Brosowski<br />
<br />
Telefon: 02931 8900-41, Telefax: 02931 8900-48<br />
E-Mail: redaktion@strobel-verlag.de<br />
anzeigen<br />
Verkaufsleiter: Uwe Derr (verantwortlich)<br />
Anzeigenmarketing/Unternehmenskommunikation:<br />
Dipl.-Kfm. Peter Hallmann<br />
Anzeigendisposition: Anke Ziegler und Sabine Trost<br />
Anschrift siehe Verlag.<br />
Leiter Online-Medien: Stefan Schütte<br />
E-Mail: s.schuette@strobel-verlag.de<br />
Zurzeit ist Anzeigenpreisliste 2012 gültig. Telefon: 02931 8900-24.<br />
E-Mail: anzeigen@strobel-verlag.de<br />
Vertrieb / Leserservice<br />
Reinhard Heite<br />
E-Mail: r.heite@strobel-verlag.de<br />
Bezugspreise<br />
Die <strong>IKZ</strong>-ENERGY erscheint acht mal jährlich.<br />
Bezugspreis halbjährlich Euro 32,55 einschl. 7 % MwSt.,<br />
zzgl. Euro 4,– Versandkosten, Einzelheft: Euro 10,00.<br />
Bezieher der „<strong>IKZ</strong>-ENERGY“ erhalten bei Abschluss eines Kombi-<br />
Abonnements mit „<strong>IKZ</strong>-HAUSTECHNIK“ einen um 25 % vergünstigten<br />
Bezugspreis zzgl. Versandkosten.<br />
Mitglieder des Bundesverbandes WärmePumpe (BWP) e. V., des<br />
Industrieverbandes Technische Gebäudeausrüstung Rheinland-<br />
Pfalz / Saarland e. V., des Industrieverbandes Technische Gebäudeausrüstung<br />
Nordrhein-Westfalen e. V., des VGT – Gesamtverband<br />
Gebäudetechnik e. V. erhalten die <strong>IKZ</strong>-ENERGY im Rahmen ihres<br />
Mitgliedsbeitrages.<br />
abonnementbedingungen<br />
Bestellungen sind jederzeit beim Leserservice oder bei Buchhandlungen<br />
im In- und Ausland möglich. Abonnements verlängern sich<br />
um ein Jahr, wenn sie nicht drei Monate vor Ablauf des Bezugsjahres<br />
schriftlich gekündigt werden, außer sie wurden ausdrücklich befristet<br />
abgeschlossen. Abonnementgebühren werden im Voraus berechnet und<br />
sind nach Erhalt der Rechnung ohne Abzug zur Zahlung fällig oder sie<br />
werden per Lastschrift abgebucht. Auslandsabonnements sind zahlbar<br />
ohne Spesen und Kosten für den Verlag. Die Annahme der Zeitschrift<br />
verpflichtet Wiederverkäufer zur Einhaltung der im Impressum angegebenen<br />
Bezugspreise.<br />
Sollte die Fachzeitschrift aus technischen Gründen oder höherer<br />
Gewalt nicht geliefert werden können, besteht kein Anspruch auf<br />
Nachlieferung oder Erstattung vorausbezahlter Bezugsgelder.<br />
Gerichtsstand für Vollkaufleute ist Arnsberg und Hamburg. Für alle<br />
übrigen Kunden gilt dieser Gerichtsstand für das Mahnverfahren.<br />
Bankverbindungen<br />
Sparkasse Arnsberg-Sundern 1020 320 (BLZ 466 500 05)<br />
Postbank Dortmund 1647 - 467 (BLZ 440 100 46)<br />
Druckvorstufenproduktion<br />
STROBEL PrePress & Media, Postfach 5654, 59806 Arnsberg<br />
E-Mail: datenannahme@strobel-verlag.de<br />
Layout und Herstellung<br />
Siegbert Hahne<br />
Druck (Lieferadresse für Beihefter und Beilagen)<br />
Dierichs Druck + Media GmbH & Co KG,<br />
Frankfurter Straße 168, 34121 Kassel<br />
Veröffentlichungen<br />
Zum Abdruck angenommene Beiträge, Manuskripte und Bilder,<br />
einschließlich der Negative, gehen mit Ablieferung in das Eigentum des<br />
Verlages über. Damit erhält er gleichzeitig im Rahmen der gesetzlichen<br />
Bestimmungen das Veröffentlichungs- und Verarbeitungsrecht. Der<br />
Autor räumt dem Verlag das unbeschränkte Nutzungsrecht ein, seine<br />
Beiträge im In- und Ausland und in allen Sprachen, insbesondere<br />
in Printmedien, Film, Rundfunk, Datenbanken, Telekommunikations-<br />
und Datennetzen (z. B. Online-Dienste) sowie auf Datenträgern<br />
(z. B. CD-ROM), Diskette usw. ungeachtet der Übertragungs-, Trägerund<br />
Speichertechniken sowie öffentlich wiederzugeben. Für unaufgefordert<br />
eingesandte Manuskripte übernehmen Verlag und Redaktion<br />
keine Gewähr.<br />
Mit Namen gezeichnete Beiträge geben die Meinung der Verfasser<br />
wieder und müssen nicht mit der des Verlages übereinstimmen. Für<br />
Werbeaussagen von Herstellern und Inserenten in abgedruckten<br />
Anzeigen haftet der Verlag nicht.<br />
Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen<br />
und dergleichen in dieser Zeitschrift berechtigt nicht zu der<br />
Annahme, dass solche Namen ohne Weiteres von jedermann benutzt<br />
werden dürfen; oft handelt es sich um gesetzlich geschützte eingetragene<br />
Warenzeichen, auch wenn sie nicht als solche gekennzeichnet<br />
sind.<br />
Nachdruck, Reproduktion und das Übersetzen in fremde Sprachen ist<br />
nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages gestattet. Dieses gilt<br />
auch für die Aufnahme in elektronische Datenbanken und Vervielfältigungen<br />
auf Datenträgern jeder Art.<br />
Sofern Sie Artikel aus <strong>IKZ</strong>-ENERGY in Ihren internen elektronischen<br />
Pressespiegel übernehmen wollen, erhalten Sie die erforderlichen<br />
Rechte unter www.pressemonitor.de oder unter Telefon 030 284930,<br />
PMG Presse-Monitor GmbH.<br />
Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich<br />
geschützt.<br />
iSSn<br />
1864-8355<br />
Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von<br />
Werbeträgern (IVW)<br />
Mitglied im Bundesverband Solarwirtschaft BSW-Solar) e.V.<br />
50 ikZ-enerGY 8/2012
Unser Mandant ist das führende Unternehmen in der Herstellung, dem Verkauf und dem Support von<br />
IT-Lösungen für die Haustechnik. Seit der Gründung (1980) entwickelt er speziell für die Haustechnik<br />
zugeschnittene Software-Produkte und betreut Planungsbüros sowie ausführende Betriebe in den<br />
Bereichen Sanitär, Heizung, Lüftung und Elektro.<br />
Technischer Berater für Gebäudetechnik-<br />
Software / Schwerpunkt HLS m/w<br />
Standort: Raum Bonn, Düsseldorf, Essen, Leverkusen, Kennziffer: 1635<br />
Ihre Aufgaben:<br />
Sie unterstützen und betreuen CAD-Kunden bei der Einführung und Anwendung unserer CAD- und<br />
Berechnungsprogramme für die Haustechnik mit dem Schwerpunkt HLS. Zum einen präsentieren Sie<br />
dem Kunden Software-Lösungen in seinen Geschäftsräumen oder auf Messen und bieten andererseits<br />
interne und externe Schulungen an. Ferner unterstützen Sie den Vertrieb als Repräsentant auf Messen<br />
und sonstigen Veranstaltungen.<br />
Die Anforderungen:<br />
Sie verfügen über eine abgeschlossene Ausbildung zum Technischen Zeichner HLS, zum HLS-Techniker<br />
oder sind Versorgungsingenieur. Ebenso können Sie mindestens zwei Jahre Berufserfahrung<br />
in einem Planungsbüro oder einem ausführenden Unternehmen der TGA-Branche sowie Erfahrung<br />
mit TGA-Software nachweisen. Sie sind kommunikations- und präsentationsstark und verstehen es,<br />
Kunden zu begeistern. Sie sind gewohnt zu reisen und sind teamfähig.<br />
Sie fühlen sich angesprochen?<br />
Dann senden Sie Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen an:<br />
TGA Personalberatungs GmbH, Frau Verena Bell, Projektassistentin/-leiterin<br />
Friedrich-Breuer-Str. 94, 53225 Bonn, Telefon: 0228 429923-20, Telefax: 0228 429923-29<br />
E-Mail: v.bell@tga-personalberatung.de, Internet: http://www.tga-personalberatung.de<br />
TGA-Anzg_184x130mm 11.05.2006 13:15 Uhr Seite 1<br />
Unternehmensnachfolger (m/w)<br />
für Haustechnikunternehmen gesucht:<br />
Meister / Techniker / Dipl.-Ing. (m/w) HLK<br />
Standort: Rheinland-Pfalz, Kennziffer: 1647<br />
Wir suchen im Auftrag unseres Mandanten einen Nachfolger (m/w) für ein solides, etabliertes und<br />
wirtschaftlich gesundes Unternehmen der Kälte-, Klima-, Lüftungs- und Wärmebranche.<br />
Das Unternehmen mit etwa 25 Mitarbeitern verfügt über langjährige Erfahrung in der Haustechnik<br />
sowie über einen umfangreichen Stamm an Privat- und Gewerbekunden.<br />
Das Service-Angebot umfasst Beratung, Projektierung, Planung, Montage sowie Wartung und<br />
Kundendienst.<br />
Standort des Unternehmens ist in Rheinland-Pfalz.<br />
Gesucht wird ein Meister / Techniker oder Diplom-Ingenieur (m/w) mit entsprechender Erfahrung<br />
in der Haustechnik.<br />
Die Geschäftsführung steht dem neuen Inhaber für eine Einarbeitungs- und Übergabephase zur<br />
Verfügung.<br />
Wenn Sie an weiteren Informationen interessiert sind, wenden Sie sich bitte an:<br />
TGA Personalberatungs GmbH, Herr Dieter Mohr, Geschäftsführer<br />
Friedrich-Breuer-Str. 94, 53225 Bonn, Telefon: 0228 429923-12, Telefax: 0228 429923-29<br />
E-Mail: d.mohr@tga-personalberatung.de, Internet: http://www.tga-personalberatung.de<br />
8/2012 <strong>IKZ</strong>-ENERGY 51
Warmwasser, Lüftung, Heizung und Kühlung.<br />
Effizienten Lösungen<br />
gehört die Zukunft.<br />
LWZ 304/404 SOL | Lüftungsintegralsystem<br />
SOL 27 premium | Solarkollektor<br />
Eine von über 30.000 STIEBEL ELTRON-Systemlösungen.<br />
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alles, um ein Haus fit für die Zukunft zu machen.<br />
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