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BoxSport Warum der Polen-Riese nicht K.O. ging (Vorschau)

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Boxsport . NOV./DEZ. 2012

Nr. 11/12 . Nov./Dez. 2012 . € 4,20 . spanien € 5,30 . Österreich € 4,85 . Schweiz sfr. 8,40

www.box-sport.de

Doppel-Ausgabe

88. Jahrgang 1882

sport

DAS MAGAZIN: alles Über PROFIS UND AMATEURE

Weltmeister Wladimir Klitschko

(r.) ließ dem Polen Mariusz

Wach keine Chance

Wladimir Klitschko

Warum der

Polen-Riese

nicht k.o. ging

Orlando

Cruz ist der

erste Boxer,

der sich als

Homosexueller

geoutet hat

Marco Huck (l.)

und Firat Arslan

lieferten sich ein

enges Gefecht

Schwuler Boxer

kämpft jetzt

um die WM

Wie die reichsten

Boxer ihr Geld

verprassen

Die Schlacht von Halle

War das Urteil

ein Skandal?

HeiSSe Diskussionen

Huck bleibt Weltmeister –

aber Arslan Champion der Herzen

>> Die große Wahl zum „Boxer des Jahres“

>> Mit Weller: Hanau der Knaller der 2. Liga

>> Das Team der Eagles zum Start der World Series


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Hans Reski

Warum ist das Outing von

Schwulen im Sport so schwer?

Darum ist ein umstrittenes Urteil nicht gleich ein Betrug

Unser Außenminister Guido Westerwelle ist

schwul und zeigt sich auf fast jedem Empfang

mit seinem Mann, dem Sportmanager Michael Mronz.

Auch Berlins Oberbürgermeister Klaus Wowereit ist

homosexuell und erklärt: „Und das ist gut so!“ Auch

große Comedians wie Hape Kerkeling und Thomas

Hermanns sowie der verstorbene Dirk Bach sind oder

waren schwul. Keiner nimmt in der heutigen Zeit mehr

daran Anstoß.

Was aber ist im Sport? Während Uli Hoeneß glaubt,

dass dies im Fußball heute auch kein Problem mehr

wäre, warnt der schwule Ex-St. Pauli Präsident Corny

Littmann die Kicker vor dem Outing. Dies hat

im Boxen jetzt der Puerto Ricaner Orlando Cruz

gemacht. Damit sorgte

er für Schlagzeilen auf

der ganzen Welt und das

renommierte deutsche

Nachrichtenmagazin „Der

Spiegel“ widmete sich

ihm in einem mehrseitigen

großen Interview.

Warum er bald um die

WM-Krone boxen soll,

lesen Sie im BoxSport auf

Seite 44.

Erstmals wurde auch

Wladimir Klitschko, sowie

einst Lennox Lewis,

mit dem Gerücht konfrontiert, dass er schwul sei,

zumal auf Google nach Eingabe des Namens „Wladimir

Klitschko“ sofort die automatische Ergänzung

„schwul“ kommt. So ähnlich, wie die Eingabe des

Namens „Bettina Wulff“ trotz Klage immer noch automatisch

mit „Prostituierte“ ergänzt wird. Eine Klage

hat der Box-Weltmeister nicht geplant. „Ich amüsiere

mich darüber“, sagt er im BoxSport-Interview (Seite

14). Ein wenig später kündigte er in einem Gespräch

mit der „BILD der Frau“ an: „Ich werde eines Tages

der beste Ehemann sein, den eine Frau haben kann und

der beste Vater, den Kinder haben können.“

Bruder Vitali hat schon deren drei und seine Familie

klagt, dass der Papa viel zu selten zu Hause ist. Zurzeit

kämpft er noch gegen die Wahl-Manipulationen in der

Ukraine an. Die Frage, ob er noch den Kampf gegen

David Haye macht, lässt er offiziell noch unbeantwortet.

Doch seine Freunde gehen davon aus, dass es

dieses Highlight noch gibt. Auf den Hinweis, dass das

englische Großmaul zurzeit im britischen Dschungelcamp

weilt, sagte Dr. Eisenfaust lachend: „Ich hoffe,

dass er nicht von den Kakerlaken, Ratten und Spinnen

gebissen wird. Aber vielleicht schlägt er ja dort sein

nächstes Trainingscamp auf.“

Selten gab es so heiße Debatten nach einem WM-

Kampf wie nach der Schlacht von Halle zwischen

Marco Huck und Firat Arslan (Seite 18). Das war ein

großer Fight und ein enger Kampf. Die Männer hinter

Firat Arslan sprachen von „Betrug“. Auch die Redakteure

vom BoxSport

hatten den „Roboter aus

Süßen“ knapp vorne

gesehen. Dazu kam noch

das Mitleid, dass der

42-Jährige schon im EM-

Kampf gegen Alekseev

verschaukelt wurde. Doch

ein Skandal-Urteil war es

nicht. Denn es gab genügend

Experten, die Huck

aufgrund der genaueren

Schläge knapp vorn

gesehen haben. Skandalös

war lediglich die

117-111-Wertung des italienischen Punktrichters, der

dringend aus dem Ringverkehr gezogen werden sollte.

Außerdem sollte Sauerland Event möglichst schnell

ein Rematch organisieren.

Ab heute läuft im BoxSport die Wahl der Boxer des

Jahres 2012 (Seite 54). Ich kann mir vorstellen, dass

viele Leser einen Verlierer wählen, nämlich Firat Arslan,

den Champion der Herzen. Viel Spaß beim Lesen

und beim Wählen!

BoxSport

3


INHALT

Namen, Nachrichten, Termine............................................. 6

Wladimir: Ein Sieg für Emanuel Steward............................. 8

Chakhkiev zu Klitschko-Management?.............................. 10

Stallone begeistert von Wladimir...................................... 11

Vitali ins Parlament - aber Haye-Kampf kommt noch......... 12

„Schwul“ bei Google – das lässt Wladimir kalt................. 14

Mit Steward hat Waldimir keinen Kampf verloren............ 16

Schlacht mit Huck: Arslan der Weltmeister der Herzen..... 18

Firat fühlte sich zum zweiten Mal betrogen....................... 20

Wegner: Woge wird ein neuer Star................................... 21

Zeuge und Kölling überzeugen Sauerland......................... 22

Abraham: Warum das Leben als Weltmeister schöner ist.. 24

Trabant: K.o.-Sieg für ein neues Leben.............................. 40

Rahimi-Titel gehört ganz Afghanistan............................... 41

Die BoxSport-Weltrangliste............................................... 42

Der schwule Boxer kämpft jetzt um WM-Krone................ 44

Krieg der Briten-Riesen...................................................... 46

So verprassen die reichsten Sportler der Welt ihr Geld..... 48

Champ Quillin ein Gegner für Felix Sturm?........................ 52

Wählen Sie Ihren Boxer des Jahres!................................. 54

DM in Oldenburg: Aufstand der jungen Wilden?............... 58

Pfeifer: Kommt es zum Duell mit Joshua?.......................... 60

Zwei Skandale um Babelsberg.......................................... 62

Weiss schlug Witt – das war Velberts Sieg....................... 64

Felix Sturm gibt

als Promoter Gas.

Der Ex-Weltmeister

im Mittelgewicht

veranstaltet am 1.

Dezember in Düsseldorf

– er selbst steigt dabei

zum ersten Mal nicht in

den Ring. Dafür schickt

er live in Sat.1 seine

Boxer Susi Kentikian und

Ruslan Chagaev in die

Arena.

Seite 26

Jetzt gibt Sturm als Promoter Gas..................................... 26

Susi schwitzt im Sturm-Gym für ihr Comeback.................. 28

Strafanzeige von Zbik – Boytsov stellt Training ein........... 30

Tajbert: „Ich habe das Boxen nicht verlernt“...................... 32

Chakhkiev: Wieder ein K.o.-Sieg....................................... 33

Darf Stieglitz nie wieder boxen?........................................ 34

Warum erschoss Ante Bilic seinen Ex-Kumpel?................ 35

Konecny: WM-Kampf knapp verloren................................ 36

Rocky lebt jetzt von Hartz IV............................................... 38

Gottlieb Weiss

ist in der 1.Box-

Bundesliga nicht zu

stoppen. Der Neu-

Schwergewichtler

schlägt Johann

Witt und sichert

Velbert damit

den Sieg über

Nordhausen

Seite 64

Beblik überragte – Chemnitz wahrt Titelchance................ 66

Vorhang auf René Weller – und die Halle war voll............ 68

Fünf goldene Soldaten....................................................... 70

Der DBV bittet Vereine zur Kasse....................................... 72

U15-EM: Silber und Bronze für DBV................................... 74

Boxtraining bei Colonia machte Geißböcke bissig............. 75

Alle Kämpfe, alle Sieger.................................................... 76

Aus den Verbänden............................................................ 78

Leser schreiben zu............................................................. 80

Lesen Sie nächsten Monat................................................ 82

4 BoxSport


Namen Nachrichten

Boxen

Im fernsehen

Freitag, 16. November 2012, Das Vierte, ca.

20:15 Uhr – live aus Magdeburg – WBO-

International im Halbschwergewicht: Robin

Krasniqi vs. Max Heyman

Samstag, 01. Dezember 2012, Sat.1, ca. 22.00

Uhr - live aus Düsseldorf – WBA-WM im

Fliegengewicht: Susi Kentikian vs. Carina

Moreno

Samstag, 15. Dezember 2012, ARD, ca. 22.15 Uhr

- live aus Nürnberg - WBO-WM im Supermittelgewicht:

Arthur Abraham vs. Mehdi

Bouadla

WM-Chancen für Murat

und Kessler

n Zwei Boxer aus dem Sauerland-Stall

wollen auf den WM-

Thron. Den Anfang macht Halbschwergewichtler

Karo Murat.

Murat fordert am 24. November

in Caracas in Venezuela IBF-

Weltmeister Travoris Cloud aus

dem Stall von Don King heraus.

Ex-Weltmeister Kessler will am

8. Dezember zurück auf den

WM-Thron. In Herning trifft

der Däne auf den Nordiren Brian

Magee, WBA-Weltmeister im

Supermittelgewicht. Der Sieger

darf im kommenden Jahr Superchampion

und Super-Six-Sieger

Andre Ward herausfordern.

Christine Theiss wird zur

Berliner Bärin

n Hauptstadt-Premiere für Kickbox-Weltmeisterin

Dr. Christine

Theiss (32): Am 7. Dezember

steigt Deutschlands bekannteste

Kampfsportlerin zum ersten

Mal in Berlin in den Ring. Den

Kampf gegen die Französin Cathy

Le-Mée (26) überträgt Sat.1

live (23.15 Uhr) aus dem Studio

Berlin Adlershof. „Bislang habe

ich überwiegend in Süddeutschland

gekämpft. Jetzt geht’s nach

Berlin – und ich freue mich

wahnsinnig, endlich mal in der

Hauptstadt zu boxen. Ich bin

großer Berlin-Fan und verspreche

meinen Fans: Das Münchner

Kindl wird im Ring zur Berliner

Bärin!“, kündigt Theiss an. Die

Französin Le-Mée ist in 18 Profikämpfen

bislang ungeschlagen.

„Cathy ist ebenfalls WKA-Weltmeisterin

und nicht zu unterschätzen.

Aber je stärker meine

Gegnerin, umso motivierter gehe

ich in die Vorbereitung“, sagt

Theiss.

Helenius: Comeback

mit Schrecksekunde

Robert Helenius schlägt auf

Sherman Williams ein

Steinforth Europas WBO-

Promoter des Jahres

n Hohe Auszeichnungen für

den Magdeburger SES-Stall:

Der Weltverband WBO wählte

den Kampf um die WBO-EM-

Krone im Halbschwergewicht

zwischen Robin Krasniqi und

Hakim Zoulikha vom 7. Januar

2012 zum europäischen Kampf

des Jahres in dieser Gewichtsklasse.

Krasniqi steigt am 16.

November in Magdeburg wieder

in den Ring. Gegen den

Amerikaner Max Heyman verteidigt

er den WBO-International-Titel.

Außerdem erhielt

SES-Chef Ulf Steinforth bei der

WBO-Jahrestagung in Hollywood

in Florida die Auszeichnung

als Europas Promoter des

Jahres.

n Robert Helenius ist wieder da. Der lange Finne

aus dem Sauerland-Stall feierte in Helsinki sein

Comeback nach fast einem Jahr Verletzungspause.

Helenius besiegte Sherman Williams von

den Bahamas deutlich über zehn Runden nach

Punkten. 99-91, 99-93 und 98-93 werteten die drei

Punktrichter für den „Nordic Nightmare“ – der 18.

Sieg im 18. Profikampf für den Finnen aus Berlin.

Der 28 Jahre alte Helenius brachte vor 4000

Fans von Beginn an deutliche Treffer ins Ziel.

Dabei punktete der Schwergewichtler häufig

mit seinen rechten Haken zum Körper des Gegners.

Williams dagegen probierte es mit wilden

Schwingern.

In der sechsten Runde dann die Schrecksekunde:

Ein rechter Schwinger des 40-Jährigen

krachte an den Kopf des Finnen. Helenius

wankte angeschlagen durch den Ring - der

Kampfverlauf wäre beinahe auf den Kopf gestellt

worden. Helenius fing sich wieder. Der

frühere Europameister, der den EM-Gürtel aufgrund

einer langwierigen Schulterverletzung

niedergelegt hatte, brachte den Kampf sicher

über die Runden.

Helenius will nun seine Jagd auf die Klitschko-Brüder

und deren Weltmeistergürtel, die er

wegen seiner Verletzung hatte aussetzen müssen,

wieder aufnehmen, „Ich habe mich nach

meiner Verletzung erfolgreich im Ring zurückgemeldet“,

meinte Helenius. „Das war ein großartiges

Gefühl, endlich wieder zu boxen. Jetzt

werde ich wieder richtig angreifen!“

Alesia Graf verteidigt

WM-Titel in Stuttgart

n Alesia Graf, Weltmeisterin

der WIBF im Superbantamgewicht,

ist zurück aus Australien

und verteidigt ihren Titel am

15. Dezember in Stuttgart gegen

die Brasilianerin Simone Da Silva

Duarte. Nach dem Aus beim

Hamburger Universum-Stall war

6 BoxSport


Termine

Ein enges Gefecht: Marcos Nader (links) und Roberto Santos trennen sich

unentschieden

Nader verpasst

EU-Titel knapp

Graf zunächst nach Australien

ausgewandert und hatte dort

den WM-Titel gewonnen. Im

Kampf um den WBC-Titel im

Bantamgewicht scheiterte sie

jedoch. Nun ist sie zurück in ihrer

Heimatstadt. Die 32-Jährige

betreibt mittlerweile ihre eigene

Boxpromotion.

Comeback-Sieg

für Enad Licina

n Enad Licina ist zurück. Der

frühere WM-Herausforderer

im Cruisergewicht feierte in

Koblenz sein Comeback nach

n Es war der Höhepunkt des

Boxjahres in Österreich: Marcos

Nader, zwar auf der spanischen

Ferieninsel Ibiza geboren, aber

in Wien lebend, forderte im

Multiversum Schwechat EU-

Mittelgewichts-Champion Roberto

Santos heraus. Der Spanier

hatte unlängst in Bamberg

Naders Stallgefährten Dominik

Britsch vorzeitig besiegt.

Der Österreicher dominierte

deutlich die erste Hälfte des

Kampfes, erst zur Mitte drehte

Santos auf und übernahm

das Kommando. Dem Italiener

Pierluigi Poppi und dem Bulgaren

Ventsislav Nikolov genügte

das, um ein 114:114 Unentschieden

zu errechnen. Der

Finne Esa Lehtosaari hatte Herausforderer

Nader mit 115:114

vorne. Boxpoet Wolf Wondratschek

hatte den Wiener noch

klarer als Sieger gesehen. Das

Publikum quittierte das Urteil

mit Pfiffen und Buhrufen. Nader

blieb somit auch in seinem

17. Kampf unbesiegt, trösten

konnte ihn das aber nicht.

Supermittelgewichtler Henry

Weber, der im Januar gegen

den damaligen WBO-Weltmeister

Robert Stieglitz nach

Punkten verloren hatte, setzte

sich über acht Runden einstimmig

nach Punkten gegen den

zuvor ungeschlagenen Litauer

Sergej Rozvadovskij durch.

Der hatte im letzten Jahr Ex-

Europameister Thomas Ulrich

besiegt.

neun Monaten Pause. Der 32

Jahre alte Licina besiegte den

Türken Köksal Orduhan durch

technischen K.o. in der zweiten

Runde. Orduhan hatte bereits in

der ersten Runde zu Boden gemusst.

Nach einem Treffer auf

den Kehlkopf wenig später war

dann Schluss. „Ich bin noch

lange nicht am Ende“, erklärte

Licina. „Ich greife noch einmal

an.“ Der frühere deutsche

Schwergewichts-Meister Andreas

Sidon, mittlerweile 49 Jahre

alt, besiegte in Koblenz den

Profidebütanten Peter Böhm

durch technischen K.o. in der

dritten Runde.

deutsche termine

16. November 2012, Magdeburg (SES)

WBO-International im Halbschwergewicht: Robin Krasniqi vs. Max Heyman

Kampf im Schwergewicht: Francesco Pianeta vs. Nelson Dario Dominguez

17. November 2012, Nürnberg (Ndue)

Kampf im Mittelgewicht: Nuhu Lawal vs. Mustafa Dogan

01. Dezember 2012, Düsseldorf (Sturm)

WBA-WM im Fliegengewicht: Susi Kentikian vs. Carina Moreno

Kampf im Schwergewicht: Ruslan Chagaev vs. Mike Perez

15. Dezember 2012, Nürnberg (Sauerland)

WBO-WM im Supermittelgewicht: Arthur Abraham vs. Mehdi Bouadla

WBA-Interconti im Superweltergewicht mit Jack Culcay

15. Dezember 2012, Rheinstetten

Kampf im Schwergewicht: Alexander Petkovic vs. Alexander Kahl

internationale termine

17. November 2012, Nottingham (England)

IBF-WM im Supermittelgewicht: Carl Froch vs. Yusaf Mack

17. November 2012, Atlantic City (USA)

WBC-WM im Leichtgewicht: Adrien Broner vs. Antonio DeMarco

Kampf im Schwergewicht: Seth Mitchell vs. Johnathon Banks

24. November 2012, Manchester (England)

Kampf im Weltergewicht: Ricky Hatton vs. Vyacheslav Senchenko

WBA-Interims-WM im Mittelgewicht: Martin Murray vs. Jorge Navarro

24. November 2012, Ontario (USA)

WBC-Interims-WM im Weltergewicht: Robert Guerrero vs. Andre Berto

24. November 2012, Caracas (Venezuela)

IBF-WM im Halbschwergewicht: Travoris Cloud vs. Karo Murat

30. November 2012, Liverpool (England)

Britische Meisterschaft im Schwergewicht: David Price vs. Matt Skelton

01. Dezember 2012, New York (USA)

WBA-WM im Superweltergewicht: Austin Trout vs. Miguel Cotto

08. Dezember 2012, Herning (Dänemark)

WBA-WM im Supermittelgewicht: Brian Magee vs. Mikkel Kessler

08. Dezember 2012, Las Vegas (USA)

Kampf im Weltergewicht: Manny Pacquiao vs. Juan Manuel Marquez

15. Dezember 2012, London (England)

WBO-WM im Leichtgewicht: Ricky Burns vs. Liam Walsh

17. Dezember, Moskau (Russland)

WBA-WM im Cruisergewicht mit Denis Lebedev

22. Dezember 2012, Bethlehem (USA)

Kampf im Schwergewicht: Tomasz Adamek vs. Steve Cunningham

Doberstein neuer Junioren-Weltmeister

n Der „Dobermann“ siegt weiter. Jürgen Doberstein fuhr in Sankt

Ingbert im Saarland Sieg Nummer 13 im 15. Profikampf ein. Der

23-Jährige sicherte sich mit einem vorzeitigen Erfolg über den Polen

Michal Nieroda den Junioren-Weltmeistergürtel der IBF im Supermittelgewicht.

Nieroda ging schon in der ersten Runde dreimal zu

Boden, rettete sich jedoch noch in den zweiten Durchgang. In der

zweiten Runde stießen beide Boxer mit den Köpfen zusammen, Nieroda

erlitt eine stark blutende Wunde am Hinterkopf, die kaum zu

stillen war. Zum Ende der sechsten Runde wollte Nierodas Trainer

bereits das Handtuch werfen, der Gong kam ihm jedoch zuvor. Mit

Beginn der siebten Runde gab Nieroda auf.

Jürgen Doberstein (links) schlägt Michal Nieroda im

Kampf um die Junioren-WM

BoxSport

7


Der Weltmeister boxte gegen den Polen-Riesen Wach so

Wladimir: Ein Sieg

für Emanuel Steward

Aber auch Lob für die Taktik von Nachfolger Johnathon Banks

Der erste Weg führte den

Weltmeister zu seinem

Herausforderer. Der so

dominante Punktsieger

Wladimir Klitschko ging spontan

auf seinen stahlharten Herausforderer

Mariusz Wach (32) zu

und bedankte sich. Die bewundernswerte

Standhaftigkeit des

Polen hatte dem Weltmeister das

höchst unterhaltsame Spektakel

ermöglicht, 15000 Besuchern in

der Hamburger Arena zwölf Runden

lang seine boxerische Klasse

zu demonstrieren: Aggressiv,

schnell, geschmeidig, tänzelnd,

mit einem wunderbaren linken

Jab, mit einer rammenden Rechten,

mit variablen Kombinationen,

klug, stark, selbstbewusst.

Ein wahrer Champion, den man

durchaus unter die Großen der

Geschichte einreihen kann.

Schon in der ersten Runde

hatte Klitschko, der Dreifachweltmeister

im Schwergewicht,

solch ein hohes Tempo eingeschlagen

und war so häufig mit

der rechten Schlaghand zum

Kopf des Gegners durchgekommen,

dass niemand auch nur

Wieder schlägt eine Rechte Wladimir Klitschkos bei Mariusz Wach ein

Ein neuer in der Ecke: Wladimir Klitschko mit Trainer Johnathon Banks

einen Cent darauf hätte setzen

wollen, dass Klitschko am Ende

nicht vorzeitig, sondern einstimmig

(120-107, 120-107, 119-109)

nach Punkten siegen würde.

Doch es gab auch die fünfte

Runde, in der für einen Moment

die überwunden geglaubte Defensivschwäche

des Ukrainers Mariusz Wach

aufblitzte. Zum Ende der Run-

war in diesem

de hatte eine krachende Rechte

Klitschko am Kopf getroffen. Seine

Knie knickten ein, und er verlor

die Kontrolle über die Situation.

Der Gong kam gewiss gelegen.

Er sei ausgerutscht,

wiegelte der Weltmeister

später ab.

Moment der

„Blitzgedanke

an den Lucky

Punch“ gekommen.

Und

der Glaube daran

hielt ihn auf den

Beinen, als ihn Klitschko

in der achten Runde mit

einer spektakulären Trefferserie

dermaßen an den Seilen festnagelte,

dass dieser ohne die Ringbefestigung

wohl aus der Halle

geflogen wäre. „Ich habe nicht

geglaubt, dass er nach der achten

Runde stehen bleibt“, räumte

Klitschko voller Respekt ein.

„Wladimirs Schläge kamen hart,

aber sie haben bei mir keinen

großen Schaden angerichtet. Ich

konnte in jeder Phase weiterkämpfen.

Vielmehr hatte ich ein

wenig Angst, dass mein Trainer

Aus Hamburg

berichten

Björn Jensen und

Hartmut Scherzer

das Handtuch werfen könnte.

Aber er hat mir später versichert,

dass er daran nie gedacht hat“,

meinte Wach. Hätte allerdings

Ringrichter Eddie Cotton (USA)

in dieser Szene den Kampf abgebrochen,

niemand hätte sich

darüber gewundert.

Dass er es nicht tat, war

im Rückblick die vielleicht

beste Entscheidung, die der

schwächste Mann im Ring, der

viel zu nachgiebig die kleinen

Unsauberkeiten Wachs im Infight

durchgehen ließ, an diesem

Abend treffen konnte. Denn

so erlebten die Zuschauer nicht

nur, zu was Menschen mit purer

Willenskraft und einem riesigen

Kämpferherz fähig sind, sondern

auch jenen erhabenen Moment

in Runde elf, als die ganze Klasse

des Wladimir Klitschko deutlich

wurde in ein paar Tanzschritten.

Die Klasse eines gereiften Sportlers,

der allen Widrigkeiten trotzt

und sich auf das besinnt,

was für einen Profiboxer

wirklich

wichtig ist: maximaler

Erfolg

bei minimaler

Gesundheitsgefährdung.

Übersetzt in

Boxerjargon:

Treffen und nicht

getroffen werden.

Dennoch erlitt Klitschko

in der zwölften Runde einen

blutenden Cut über dem

linken Auge, der genäht werden

musste. Wach, seinen niedlichen,

zweijährigen Sohn Oliwier

noch nachts um zwei Uhr

auf dem Schoß, erzählte derweil

selbstkritisch über seine erste

Niederlage: „Wladimir war in

allen Belangen besser. Ich war

viel zu langsam und kam mit seinem

linken Jab überhaupt nicht

zurecht.“

Natürlich wird es wieder Kritiker

geben, die Wach als langsa-

8 BoxSport


aggressiv, wie es sein verstorbener Trainer immer wollte

Volltreffer mit der Rechten, aber Eisenkinn Mariusz

Wach bleibt stehen

Mariusz Wach mit Sohn Oliwier

men Sandsack bezeichnen, die

nicht verstehen wollen, warum

Klitschko nicht noch stärker auf

den Knockout setzte. Aber man

darf wesentliche Dinge nicht

vergessen. Klitschko kämpfte

erstmals gegen einen Mann, der

ihm körperlich überlegen war:

1,8 Kilogramm schwerer, vier

Zentimeter größer, sechs Zentimeter

mehr Reichweite. Wach

war in 27 Profikämpfen unbesiegt.

Und während er sich seit

Juni ungestört hatte vorbereiten

können, musste Klitschko 16 Tage

vor dem Kampf den Krebstod

seines Trainers Emanuel Steward

verkraften. Dinge, die auch an

dem 36-Jährigen, der in seiner

16 Jahre andauernden Profikarriere

fast alles erlebt hat, nicht

spurlos vorübergingen.

Doch die Taktik, die er und

sein Interimstrainer Johnathon

Banks wählten, war perfekt.

„Wir wollten von Beginn an dominieren

und Wach zeigen, dass

er keine Chance haben würde“,

sagte Banks. „Ich wollte kämpfen,

und ich wollte klar gewinnen“,

sagte Klitschko. Es mag

Ironie des Schicksals sein, dass

der Ukrainer im ersten Kampf

nach Stewards Tod zum ersten

Mal so aggressiv boxte, wie dieser

es immer eingefordert hatte.

Vor dem Kampf hatten zehn

Gongschläge die dreizehn Tage

zuvor verstorbene Trainerlegende

geehrt. Den Sieg widmete

Klitschko im Ring dann auch

seinem väterlichen Freund:

„Wir denken an Dich Emanuel.

Wir vermissen dich. Wir lieben

dich, und du bist immer bei uns.

Danke Emanuel.“ Am Montag

nach dem Kampf flog Wladimir

mit seinem Bruder Vitali zur Beerdigung

nach Detroit.

Der Sieg über Wach war sicherlich

keine epische Schlacht,

dafür war der 32 Jahre alte Pole

zu unterlegen. Aber es war ein

Schwergewichtskampf der unterhaltsameren

Art, weil dort ein

Gegner stand, der bis zum Ende

den Eindruck erweckte, gegenhalten

zu wollen. Für einen

Klitschko-Herausforderer ist das

das höchste, was man derzeit

erwarten kann. Natürlich gab es

sarkastische Stimmen, die fragten,

ob Wach sein ausladendes

Kinn nicht vielleicht doch mit

Beton ausgekleidet oder welches

Pülverchen ihm zu einer solchen

Energieleistung verholfen habe.

Klitschko-Manager Bernd

Bönte kündigte noch in der Nacht

des Siegs an, nun mit diversen

Herausforderern zu verhandeln.

Eine Pflichtverteidigung gegen

die Nummer eins der WBA,

den Russen Alexander Povetkin

vom Berliner Sauerland-Team,

schloss er als nächsten Kampf

aus. „Wenn wir uns mit Sauerland

einigen, kommt der Kampf

im Sommer. Wenn nicht, kommt

er nie. Es gibt nur unseren Weg

oder keinen“, sagte er. Insider

behaupten, dass der Favorit für

den nächsten Kampf der Russe

Denis Boytsov ist, der verlauten

ließ, dass er nicht mehr Universum

boxen will.

BoxSport

9


So sah es

Wladimir

Klitschko

„Ein Rätsel, dass Wach

stehengeblieben ist“

Ein strahlender

Wladimir Klitschko

Mariusz Wach hat unheimlich

viel eingesteckt. Ich konnte

es kaum glauben, dass er

in der achten Runde noch

stehen geblieben ist. Es waren wirklich harte

Schläge, ich habe es an meinen Händen gespürt.

Aber er hat alles weggesteckt. Es ist unglaublich,

es ist unmöglich, es ist für mich ein

Rätsel, dass er nach all den Treffern

mit Zehn-Unzen-Handschuhen stehengeblieben

ist. Das war eine tolle

Leistung von ihm. Aber deshalb

bin ich auch nicht ganz zufrieden,

weil mir der Knockout

nicht gelungen ist. Ich weiß

aber, dass man den nicht erzwingen

kann, und deshalb

bin ich glücklich, dass ich klar

gewonnen habe.

Ich habe dieses Mal aggressiver

geboxt, das ist gegen einen größeren

Gegner normal. Aber man muss

auch wissen, wann es Zeit ist, sich

ein wenig zurückzunehmen. Das war

nach der achten Runde so, als ich

spürte, dass Wach alles einsteckt.

Wer das Tempo bestimmt, der gewinnt

das Rennen. Diese Taktik habe ich befolgt.

Ich hatte auch nie Zweifel an meinem Sieg. Auch

nicht in der fünften Runde. Ich hatte keine Probleme.

Ich bin in dieser Szene ausgerutscht.

In der Vorbereitung hat unser gesamtes

Team unter der Belastung des Todes von Emanuel

Steward gelitten. Wir vermissen Emanuel

sehr. Aber es war toll, wie wir seinen Verlust im

Team aufgefangen haben. Dafür möchte ich allen

Teammitgliedern danken. Vor allem mein Trainer

Johnathon Banks hat eine großartige Leistung

gebracht. Ohne Erfahrung gleich einen wichtigen

WM-Kampf zu betreuen, das ist nicht leicht. Aber

er hat es perfekt umgesetzt, ich bin sehr zufrieden

mit ihm. Er ist nicht Emanuel, aber er ist ein

guter Coach. Ich werde mir jetzt in Ruhe durch

den Kopf gehen lassen, ob er auch weiterhin mein

Coach bleibt. Aber ich schließe nicht aus, dass

Johnathon auch weiterhin in meiner Ecke bleiben

wird.

Gegen wen ich dann boxen werde? Dafür ist

es noch zu früh. Mein Management wird jetzt mit

einigen Gegnern verhandeln, und dann werden

wir sehen, mit wem wir uns einigen. Klar ist, dass

ich in diesem Jahr nicht mehr kämpfen werde.

Im März oder April könnte der nächste Kampf

stattfinden.

Nach einem starken Kampf im Rahmenprogramm

Wechselt Chakhiev zu K2?

Waldemar Kluch hatte

in der Hamburger O2

World endlich wieder

einmal Grund

zur Freude. Der Chef des von

der Insolvenz bedrohten Universum-Profistalls

strahlte über

das ganze Gesicht, als er seinem

Cruisergewichtler Rakhim Chakhiev

auf die Schulter klopfte. Der

Russe, den sie nur „die Maschine“

nennen, hatte im Rahmenprogramm

der Klitschko-Gala

nicht nur den besten Kampf abgeliefert,

sondern sich vor allem

nachhaltig für höhere Aufgaben

empfohlen.

In einem technisch ansprechenden

und athletisch

gutklassigen Duell hatte der

29-Jährige gegen Andres Taylor

nicht nur den 16. Sieg im 16.

Kampf eingefahren, sondern

vor allem auch die Erfahrung

gemacht, einen starken Kontrahenten

wie den 33 Jahre alten

US-Amerikaner über zehn Runden

in Schach halten zu können.

100-89, 100-89 und 99-91

lauteten die Urteile der Punktrichter.

Vor allem in den ersten

Runden hatte Chakhiev überfallartig

harte Trefferserien

Rakhim Chakhiev

(links) boxte Andres

Taylor aus

setzen können. Im Verlauf des

Kampfes zeigte er zwar wieder

die altbekannten Schwächen,

als er bisweilen zu fest wurde

und dadurch zu statisch agierte.

Aber er ließ sich durch den

aggressiven Stil seines Gegners

selten beeindrucken, sondern

versuchte, seine Linie über die

gesamten zehn Runden durchzuziehen.

„Das sind genau die

Kämpfe, die ein Mann wie er auf

dem jetzigen Level braucht. Er

hat mich beeindruckt“, sagte

Tom Loeffler, US-Geschäftsführer

der Klitschko Management

Group (KMG). Diese hat an

Chakhiev großes Interesse, sollte

dessen Vertrag mit Universum

aufgrund der finanziellen

Schieflage auslaufen.

Halbmittelgewichtler Tony

Harrison (USA), Schützling des

verstorbenen Emanuel Steward,

kam gegen den limitierten Polen

Daniel Urbanski nach sechs

Runden zu einem einstimmigen

Punktsieg. Ein Unentschieden

gab es im sehenswerten Weltergewichtsduell

zwischen dem

bis dato in 18 Kämpfen 18-mal

siegreichen Briten Rick Godding

und dem polnischen Schlachtross

Rafal Jackiewicz.

10 BoxSport


Der Applaus schwoll

zu einem Jubelorkan

an, als Ringsprecher

Michael Buffer einen

Mann ins Seilgeviert rief, den er

zuvor als „Legende“ angekündigt

hatte. Hollywood-Superstar

Sylvester Stallone wurde von

den Zuschauern in der O2 World

mit stehenden Ovationen und

„Rocky“-Sprechchören gefeiert,

und als ein Fan in einem Moment

der Stille den aus dem Filmepos

bekannten, langgezogenen

„Aaaaadriaaan“-Ruf anstimmte,

war das Gelächter groß.

Der 66 Jahre alte Stallone

war auf Einladung der Stage Entertainment

und des TV-Senders

RTL nach Hamburg gekommen,

um für das Musical zu werben,

das vom 18. November an die

berühmteste Box-Saga der Welt

auf die Bühne bringen wird. Stallone

hat sein Wissen dabei ebenso

eingebracht wie die Klitschko-

Brüder Vitali und Wladimir. Alle

drei sind als Co-Produzenten für

die Show engagiert.

Zwei, die sich schätzen: Sylvester Stallone und Wladimir Klitschko

„Rocky sollte froh sein, dass er niemals gegen Wladimir kämpfen musste“

Stallone begeistert von Klitschko

Starke Typen:

Schauspieler

Ralf Möller

(links) und

Sylvester

Stallone

Nicht wenige Zuschauer, vor

allem diejenigen, die sich als

Puristen verstehen und die fortschreitende

Kommerzialisierung

im Profisport geißeln, fühlten sich

angesichts der penetranten Promotion

für das Musical vor den

Kopf gestoßen. Aber die Chance,

eine Woche vor der Weltpremiere

in Hamburg im Umfeld eines großen

Kampfes kräftig die Werbetrommel

zu rühren, konnten sich

die Klitschko-Brüder, Stallone und

Stage kaum entgehen lassen.

Und so gab es nicht nur ausführliche

Interviews mit Stallone

(„Rocky sollte froh sein, dass er

niemals gegen Wladimir kämpfen

musste“), sondern vor dem

Kampf auch ein paar Ausschnitte

aus dem Musical zu sehen.

Die Skepsis vieler, ob man einen

Actionfilm wie „Rocky“ tatsächlich

auf die Bühne bringen kann,

konnten die kurzen Sequenzen

sicherlich nicht zerstreuen. Dennoch

deuteten die Hauptdarsteller

Wietske van Tongeren und Drew

Sarich stimmgewaltig an, dass

sie keinesfalls gewillt sind, den

Kampf um die Zuschauer vorzeitig

aufzugeben.

Superstar Stallone war zufrieden,

jedenfalls gab er sich professionell

gut gelaunt. Er lobte die

männlichen Darsteller, küsste die

Als Showeinlage

gab es vor dem WM-

Kampf eine Szene

aus dem Rocky-

Musical

weiblichen, und stand Wladimir

Klitschko nach dessen Sieg als

erster Gratulant im Ring gegenüber.

„Ich bin sehr beeindruckt

von Wladimir“, sagte Stallone.

„Er ist unglaublich klug und viel

mehr als nur ein Boxer, sogar mehr

als ein beeindruckender Sport-

Champion. Wladimir ist ein einer

der wenigen Boxer, denen ihr Ego

nicht im Weg steht. Er ist immer

vorbereitet, immer fokussiert.

Wladimir weiß, wie man siegt,

weil er auch schwierige Zeiten

erlebt und überstanden hat. Das

zeichnet einen großen Champion

aus. Er wäre in jeder Ära des Boxens

ein Großer geworden“.

Neuer

TV-Deal

mit RTL

Den klaren Sieg von

Schwergewichts-Champion

Wladimir Klitschko

über seinen polnischen

Herausforderer Mariusz

Wach sahen bis zu

12,4 Millionen Zuschauer

live bei RTL. Im Schnitt

schalteten 11,77 Millionen

Zuschauer ein, der

Marktanteil lag bei 53,7

Prozent. Die Klitschkos

sind die Quotengaranten

in deutschen Boxringen.

Klar, dass RTL weiter auf

die Weltmeister-Brüder

setzt. Gerade verlängerte

der Kölner Privatsender

den Vertrag mit den Ukrainern

um fünf Kämpfe.

Das Duell Wladimirs

gegen Wach war bereits

der erste des neuen TV-

Deals. Pro Kampf zahlt

RTL drei Millionen Euro

– unabhängig davon,

welcher Klitschko nun

eigentlich im Ring steht.

BoxSport

11


Vitali zieht ins Parlament ein –

Auch sein Trainer Sdunek ganz heiß: „Er hat noch genug tro

Vitali Klitschko (41)

führte die erst vor

zwei Jahren von ihm

gegründete Partei „Ukrainische

Demokratische Allianz

für Reformen“ bei den Wahlen

ins Parlament. Damit zieht er als

Fraktionsvorsitzender der UDAR

(Schlag) in die Werchowa Rada

ein. Dass der Champion diesen

Einzug nach einem stressigen

Wahlkampf mit 245 Auftritten in

allen 25 Oblasts (Regionen) dieses

flächenmäßig zweitgrößten

Landes in Europa geschafft hat,

ist an sich schon ein Erfolg.

Erwartet hatten der Parteivorsitzende

und seine -freunde

freilich mehr als die von der

Wahlleitung veröffentlichten

13,1 Prozent. Den klaren Sieg

holte die „Partei der Regionen“

(33,5) von Staatspräsident Viktor

Janukowitsch, die damit zusammen

mit den Kommunisten

(14,5) weiterhin regieren kann.

Klitschko stand denn auch

die Enttäuschung im Gesicht

wie nach einem Punkterfolg

statt des erwarteten K.o.-Sieges.

Dennoch gab sich der Zwei-Meter-Riese

nicht verstimmt. „Man

muss immer gute Stimmung haben.

Mit schlechter Stimmung,

erreicht man nichts.“ Zusammen

mit der „Vereinigten Opposition“

(23) der inhaftierten

ehemaligen Ministerpräsidentin

Julija Timoschenko und ihres

Stellvertreters Arsenji Jazenjuk

müssten alle Oppositionellen

den Wählerauftrag erfüllen,

sagte Klitschko. „Wir müssen

die Interessen dieser Menschen

gemeinsam vertreten. Ich werde

meinen Aktionsplan schon in

diesen Tagen am runden Tisch

mit den anderen Oppositionsparteien

besprechen.“

Die Erwartungen Klitschkos

waren von Umfrage zu Umfrage

geschrumpft. Vor der Wahl durfte

er sich Hoffnungen auf über

15 Prozent und den zweiten

Platz machen. Und damit auf die

Führung der Opposition.

Auf der Pressekonferenz in

der neuen UDAR-Zentrale in einem

zweistöckigen, klassizistischen

Haus in der Horkohostraße

im Zentrum von Kiew sprach

Klitschko von Fälschungen, die

die Wahlkommission aufklären

müsse. So wurden in Odessa die

Kreuze mit „verschwindender

Tinte“ auf die Stimmzettel gemalt.

Blanko Scheine für Manipulationen.

Eine Zusammenarbeit mit

der „Partei der Regionen“ sei

ausgeschlossen. „Diese Partei

sitzt schon seit Jahren im Parlament

und hat gezeigt, wie weit

es mit der Ukraine gekommen

ist. Die Zahl der Milliardäre hat

sich im letzten Jahr verdoppelt.

Während der Wahl zeigte Klitschko

Nähe zum Volk, bedankte sich bei

seinen Wählern

Vitali Klitschko und

Ehefrau Natalie geben noch

zuversichtlich ihre Wahlzettel ab

Das beweist die riesige Korruption

in diesem Land. Die Partei der

Regionen vertritt die Interessen

der Finanzgruppen und Oligarchen.

Es gibt ein Sprichwort, das

dafür steht, warum die Partei der

Regionen für uns kein Partner

sein kann. Ein Fuchs kann sein

Fell ändern, aber nicht seinen

Charakter.“

Klitschko verweist

trotz gelinder

Enttäuschung mit

Stolz darauf, dass

„wir die einzige Partei

sind, die in allen

25 Oblasts (Regionen)

die gleiche

Unterstützung gefunden

hat“. Andere

Parteien stützten

sich in ihren traditionellen

Gebieten

auf eine bestimmte

Gruppe von Wählern.

„Deswegen

wird es unsere

Hauptaufgabe sein,

die ganze Ukraine

zu einigen. Wir sind

die einzige Partei,

die das schaffen

kann. Das ist unsere

Mission, die wir erfüllen

müssen.“

Nach der Pressekonferenz

am Wahlabend im für die Hundertschaft

von Journalisten, Fotografen

und Kameraleuten in

einem viel zu kleinen Raum des

UDAR-Quartiers, stellte er sich -

zugeschaltet – der Polit-Talkrunde

im Staatsfernsehen. Es war

nasskalt und der Spitzenpolitiker

mit dem Weltmeistertitel im

Schwergewichtsboxen zog einen

eleganten, schwarzen Mantel

an. Ein völlig neuer Anblick,

war der Hüne doch bisher stets

volkstümlich dahergekommen,

in Jeans, Jackett und offenem

weißen Hemdkragen.

Klitschko wurde vom TV-

Moderator nach einer Kandidatur

für die Präsidentschaft in

drei Jahren gefragt. „Bis dahin

ist noch viel Zeit“, antwortete

Klitschko. Ob er nun seine Karriere

als Boxchampion beende

nwerde, wurde er nicht gefragt.

Dazu verriet er dem BoxSport:

„Über meine sportliche Karriere

werde ich eine eigene sportliche

Pressekonferenz geben. Dann

werde ich genau sagen, was in

der Zukunft zu erwarten ist.“

Im engsten vertrauten Kreis hatte

Vitali Klitschko gesagt: „Ich

will noch einen Kampf.“ Gegen

David Haye.

12 BoxSport


aber Haye-Kampf kommt noch

ckenes Pulver“

Auf dieses Duell gegen den

britischen Dauer-Provokateur

ist auch sein Trainer Fritz Sdunek

ganz heiß. Er ist der Meinung,

dass Vitali nach Einzug

ins Parlament nicht automatisch

seine Karriere als Boxer beenden

muss: „Wenn er nicht Ministerpräsident

oder Bürgermeister

ist, kann er doch noch weitermachen.

Als Abgeordneter hat

er genug Zeit zum Training. Er

hat noch genug trockenes Pulver.“

Kein Verständnis hat Sdunek

für Forderungen anderer

Boxer, Neu-Politiker Klitschko

sollte seine Karriere auch angesichts

seines reifen Alters von 41

Jahren beenden. „Die sollen mal

ganz ruhig bleiben. Er hat noch

tolle Reflexe. Und wenn er tatsächlich

irgendwann zu alt sein

sollte, dann werde ich ihm das

rechtzeitig sagen. Bislang ist das

nicht der Fall“, meinte Sdunek.

Hartmut Scherzer

Klitschko beim Training mit Fritz Sdunek. Der Coach:

„Vitali hat noch genug trockenes Pulver“

BoxSport

13


Das

sport

Gespräch

Björn Jensen mit Wladimir Klitschko

Nachdem Vitali Klitschko als Vorsitzender der Partei UDAR den Einzug

ins ukrainische Parlament schaffte, sprach BoxSport mit seinem

Bruder Wladimir über die Motivation von Vitali, sein Heimatland zu

verändern. Außerdem nahm er zu der Tatsache Stellung, dass sein

Name bei Google automatisch mit „schwul“ ergänzt wird. Was er

dazu sagt, lesen Sie in diesem BoxSport-Interview.

„Schwul“ bei Google -

das lässt Wladimir kalt

BoxSport: Können Sie verstehen,

was Ihren Bruder antreibt,

sich in einem so aufreibenden

Geschäft wie der Politik

eine zweite Karriere anzutun?

Wladimir Klitschko: Ehrlich

gesagt war ich anfangs sehr

skeptisch, denn die Politik ist tatsächlich

ein schwieriges, in der

Ukraine sogar gefährliches und

großteils korruptes Geschäft.

Aber mittlerweile habe ich meine

Meinung zu Vitalis zweiter

Karriere komplett geändert. Und

wissen Sie warum? Weil ich spüre,

dass Vitali glücklich ist mit

dem, was er tut. Auch wenn er

keine typische Politikerkarriere

hinter sich hat, so bringt er zwei

ganz wichtige Eigenschaften

mit: Visionen und Realitätssinn.

Er ist zwar unendlich müde vom

Wahlkampf, er ist auch oft frustriert.

Aber im Endeffekt hat er

seine Aufgabe gefunden, und er

erfüllt sie mit Begeisterung. Es

ist einfach das Richtige für ihn.

BoxSport: Könnte es nicht

auch sein, dass ein Mensch, der

als Sportler immer im Rampenlicht

gestanden hat, sich unbewusst

eine neue Bühne sucht,

um nicht aus der Öffentlichkeit

zu verschwinden?

Klitschko: Wer das glaubt,

der kennt Vitali schlecht. Seine

Motivation ist einzig die, dass er

Unordnung hasst. In der Ukraine

herrscht Unordnung. Unser Land

könnte die Perle Europas sein, die

Voraussetzungen sind bestens,

denn wir haben viele Bodenschätze,

sind ein großes Land,

das Ost und West verbindet. Aber

das Potenzial liegt ungenutzt am

Boden. Vitali sieht das, weil er in

anderen Ländern wie Deutschland

oder den USA gelebt hat, er

kann es nicht verstehen und will

es ändern. Es ist sicherlich kein

leichter Kampf, den er da aufgenommen

hat. Aber er ist jetzt ja

schon einige Jahre Politiker, und

ich bin stolz, dass er sich weder

von Parteien noch von irgendwelchen

Oligarchen hat vereinnahmen

lassen. Er geht seinen Weg,

und der Weg ist richtig.

„Ich bin stolz darauf, was Vitali

als Politiker leistet“

BoxSport: Ist es denn möglich,

zwei Karrieren unter einen

Hut zu bekommen? Kann man

Weltmeister und politischer

Amtsträger zugleich sein?

Klitschko: Wenn es jemandem

gelingt, dann sicherlich

Vitali. Aber ich weiß, worauf Sie

hinauswollen. Natürlich wird er

nicht mehr lange boxen. Er ist

schon jetzt zu 80 Prozent Politiker,

er muss sich neue Ziele

setzen. Aber ich kann nicht absehen,

ob er noch einen Kampf,

zwei oder keinen macht.

BoxSport: Ihr Bruder bleibt

auf der öffentlichen Bühne. Was

schwebt Ihnen für die Zeit nach

dem Sport vor? Können Sie sich

ein Leben ohne Öffentlichkeit

überhaupt noch vorstellen?

Klitschko: Ich habe viele

Interessen, denke aber noch

nicht so viel an die Zeit nach

dem Sport, weil ich noch ein

paar Jahre boxen möchte. Zum

Thema Öffentlichkeit: Ich fühle

mich wohler, wenn ich keinen

Rummel habe und nicht anders

bin als die anderen Menschen.

Allerdings mache ich mir über

meinen Bekanntheitsgrad keine

Gedanken mehr. Es stört mich

überhaupt nicht, in der Öffentlichkeit

zu stehen, aber ich spüre

auch die Verantwortung, die daraus

entsteht. Mein Bruder und

ich wollten nie Rollen spielen,

aber wir wollen immer Vorbild

sein.

BoxSport: Sie nutzen die sozialen

Netzwerke sehr intensiv,

um mit Ihren Fans zu kommunizieren.

Schreiben Sie da auch

selbst, und wissen Sie, was in

den Foren so über Sie diskutiert

wird?

Klitschko: Unser Familienname

ist eine Marke, die gepflegt

und richtig platziert werden

muss. Dafür muss man wissen,

was über einen geschrieben und

geredet wird. Wir haben dafür

unsere Klitschko Management

Group und ein tolles

Team, das unsere Auftritte

im Netz organisiert

und uns stets darüber auf

dem Laufenden hält, was

so passiert. Ohne mein

Team wäre ich nichts. Und

ab und zu sind wir natürlich

auch selbst im Internet aktiv.

BoxSport: Wann haben Sie

zuletzt Ihren Namen gegoogelt?

Klitschko: Das ist gar nicht

lange her, das war im Zusammenhang

mit dem Wahlkampf.

Ich wollte einfach wissen, was

da so geschrieben wird.

BoxSport: Bettina Wulff,

die Ehefrau des früheren Bundespräsidenten

Christian Wulff,

hat kürzlich den Internetgiganten

Google verklagt, weil sie in

dessen Suchfunktion automatisch

mit dem Rotlichtmilieu

in Verbindung gebracht wurde.

Wissen Sie, was auf Ihren Namen

als automatische Ergänzung

folgt?

Klitschko: Nein.

BoxSport: Wladimir Klitschko

schwul.

Klitschko: (lacht) Das steht

da? Na ja, diese Gerüchte habe

ich schon sehr häufig gehört,

und ich amüsiere mich darüber.

Mein Verhältnis zu Schwulen ist

absolut neutral, ich lasse jedem

Menschen seine Entscheidung

über sein Privatleben und respektiere

sie, solange das Private

aus der Öffentlichkeit herausgehalten

wird.

BoxSport: Sie kämen aber

nicht auf die Idee, Google dafür

zu verklagen, dass Sie mit

Schwulsein in Verbindung gebracht

werden?

Klitschko: Mit Sicherheit

nicht, denn ich verschwende

keine Energie darauf, Dinge zu

bekämpfen, die es nicht wert

sind. Die Menschen brauchen

Gerüchte. Aber mein Freundeskreis

weiß genau, wer und was

ich bin, ohne dafür googeln zu

Kann

über

die

Google-

Ergänzung nur lachen:

Box-Welt- meister Wladimir Klitschko

müssen. Das ist mir wichtig, und

nur darum geht es. Alles andere

kann ich nicht beeinflussen.

BoxSport: Wie schafft man

es, seinen Kopf dermaßen zu

beherrschen, dass solche Dinge

nicht an einen herankommen?

Klitschko: Ich glaube, dass

ich gar kein Kopfmensch bin.

Ich höre mehr auf mein Bauchgefühl,

bevor ich den Kopf einschalte.

Das war auch nach

meinen Niederlagen so, als mir

selbst mein Bruder zum Aufhören

riet. Und ich denke, dass

mir das sehr hilft. Mein Bruder

ist da ähnlich. Als er 2009 sein

Comeback gab, hatte ich richtig

Angst um ihn, denn er boxte mit

angerissener Achillessehne. Ich

war extrem aufgeregt, aber er

hat auf sein Bauchgefühl gehört,

und das war richtig.

BoxSport: Sagt Ihr Bauchgefühl,

dass Vitali zurücktritt und

Vollzeitpolitiker wird oder dass er

den Kampf gegen den Briten David

Haye, der Sie und ihn seit Jahren

provoziert, noch machen wird?

Klitschko: Ich werde mich

dazu nicht äußern. Zum Thema

David Haye kann ich nur sagen:

Ich finde, dass er viel zu wichtig

genommen wird. Wenn er gegen

mich im vergangenen Jahr

nicht klar verloren hätte, wäre

der Kampf interessant. Aber er

ist doch längst entzaubert. Haye

braucht Vitali, um noch einmal

viel Geld zu verdienen. Aber Vitali

braucht Haye nicht für ein gutes

Karriereende.

14 BoxSport


Emanuel Steward starb mit 68 nach Darm-Operation

Mit ihm hat Wladimir

keinen Kampf verloren

Kranker Trainer schlug seinen Nachfolger Banks vor

Wladimir Klitschko

erhielt die schockierende

Nachricht

im Trainingslager.

Zum ersten Mal in acht Jahren

hatte er sein Trainingscamp

ohne seinen Coach Emanuel

Steward begonnen – dann erfuhr

er, dass Steward auch nicht

nachkommen würde nach Österreich

zum Stanglwirt. Trainer-Legende

Emanuel Steward,

längst Mitglied der Hall of Fame

des Boxsports, wird nie wieder

in Klitschkos Ecke stehen. Der

68-Jährige ist an den Folgen einer

Krebserkrankung gestorben.

„Das Boxen hat einen gewaltigen

Verlust zu beklagen. Ich hatte

das Privileg, fast ein Jahrzehnt

mit dieser Legende zu arbeiten“,

sagte Wladimir Klitschko. „Ich

werde die gemeinsame Zeit vermissen,

die langen Gespräche

über das Boxen, die Welt und

das Leben. Vor allem aber werde

ich unsere Freundschaft vermissen.“

Stewards Schwester Diane

Steward-Jones sagte der Tageszeitung

Detroit Free Press: „Er

ist von uns gegangen. Er hatte

keine Schmerzen, wir haben für

ihn gesungen, die Ärzte waren

dabei. Er hatte seine geliebten

Mitmenschen um sich.“ Stewards

Lebensgefährtin Anita

Ruiz erklärte der Nachrichtenagentur

Reuters, ihr Freund sei

in Folge von Komplikationen bei

Wladimir Klitschko mit seinem neuen

Trainer Johnathon Banks. Ihn schlug

Steward selbst als Nachfolger vor

Emanuel Steward beim Pratzentraining

mit Wladimir Klitschko. Unter seiner

Leitung verlor der Ukrainer keinen

einzigen Kampf

einer Divertikulose-Operation

gestorben. Bei einer Divertikulose

liegt eine Veränderung des

Dickdarms in Form von Ausstülpungen

der Darmwand zu Grunde.

Bereits im September hatte

sich Steward einer längeren Operation

unterziehen müssen.

Normalerweise reiste Steward

knapp vier Wochen vor

einem Kampf in Klitschkos Trainingscamp

an. Doch statt seine

Koffer zu packen für den Trip

nach Österreich, rief der Amerikaner

Mitte September seinen

Athleten an, um ihm mitzuteilen,

dass er nicht kommen könne.

Er sei schwer erkrankt, ließ

er seinen geschockten Musterschüler

wissen. Außer der Hiobsbotschaft

hatte er aber auch

noch einen guten Rat parat. Steward

schlug vor, dass Johnathan

Banks künftig an seine Stelle als

Cheftrainer rücken sollte. Banks

verdient noch als Profiboxer seinen

Lebensunterhalt, verdingt

sich aber nebenbei auch schon

als Trainer. Seit seinem 16. Lebensjahr

übte er nicht nur täglich

unter Steward Schlagkombinationen

in dessen legendärem

Kronk Gym in Detroit, sondern

verinnerlichte auch dessen erfolgreiche

Trainingsphilosophie.

Johnathan könne Boxen genauso

gut lesen wie Emanuel es

konnte, sagt Klitschko. Er wisse

genau, wann er etwas sagen

müsse, wie er ihm was zu verinnerlichen

habe. Deshalb sei er

in der Situation auch der richtige

Mann für ihn. Banks, vermutet

Klitschkos Manager Bernd Bönte,

werde eines Tages als Trainer

viel mehr Geld verdienen als

derzeit als Boxer. Er bringe das

mit, was einen Besonderen seiner

Zunft auszeichnet. „Er kann

Boxen perfekt analysieren und

weitervermitteln“, sagte Bönte.

„Mein Team und ich werden

weiter an den Zielen, die wir uns

zusammen mit Emanuel gesetzt

haben, arbeiten, denn das ist genau

das, was Emanuel gewollt

hätte. Ich weiß, dass er im Geiste

auf diesem Weg bei uns sein

wird und wir werden diese Ziele

zu seinen Ehren erreichen“, erklärte

Klitschko.

Steward war ein exzellenter

Amateurboxer, als 18-Jähriger

feierte er 1963 mit dem Gewinn

des „Golden Gloves“, dem traditionsreichen

amerikanischen Boxturnier,

seinen größten Erfolg.

Statt Profi zu werden, schlug der

gelernte Elektriker Steward aber

eine Trainer-Laufbahn ein und

erlangte im legendären Kronk in

Detroit Berühmtheit. Zunächst

leistete er Sozialarbeit, trainierte

Kinder aus sozial schwachen

Familien. Aus ihnen formte er

dann Champions.


Die Box-Welt trauert um einen großen Trainer

Wo er auftauchte, war

der Erfolg nicht weit!

Lennox Lewis: „Ich bin am Boden zerstört!“

Trainerlegende Emanuel Steward

So führte Steward Thomas

„Hitman“ Hearns zu weltweitem

Ruhm und Reichtum. Der

Amerikaner wurde in fünf verschiedenen

Gewichtsklassen

Weltmeister. Später betreute

Steward auch die Weltmeister

Oscar De La Hoya und Naseem

Hamed, sowie die Schwergewichts-Champions

Evander Holyfield,

Lennox Lewis, Michael

Moorer und Tony Tucker. 1996

wurde er in die Hall of Fame des

Boxens aufgenommen, zweimal

wählten ihn die amerikanischen

Boxjournalisten zum Trainer des

Jahres.

Wladimir Klitschko hatte

Steward 2004 nach den bitteren

Pleiten gegen Corrie Sanders

und Lamon Brewster engagiert.

„Er hat mir den Erfolg zurückgebracht“,

sagte der 36-Jährige.

Steward baute Klitschkos angeknackstes

Selbstbewusstsein

wieder auf, arbeitete an seiner

Beinarbeit und Balance. Die

Zusammenarbeit trug 2006 erste

Früchte, als sich der jüngere

der beiden Klitschko-Brüder den

WM-Titel zurückholte. Insgesamt

17 Kämpfe bestritt Klitschko

mit Steward in seiner Ecke –

keinen einzigen verlor er.

Ex-Weltmeister

Lennox Lewis:

„Ich bin völlig am Boden zerstört,

dass mein Freund, Mentor

und Trainer Emanuel „Manny“

Steward gestorben ist. Manny

hat mir während vieler meiner

größten Kämpfe geholfen und ich

kann es nur bedauern, dass ich

mich nicht revanchieren und ihm

bei seinem schwersten Kampf

helfen konnte. Manny hat mir

oft gesagt, dass ich der Beste bin.

Aber die Wahrheit ist: ER war der

Beste und ich fühle mich geehrt

und privilegiert, dass ich Teil seines

historischen Erfolgs war. Ich

werde sein Lächeln, seine schonungslose

Ehrlichkeit und unsere

Diskussionen über das Boxen

und das Leben vermissen.“

Steward mit dem

großen Thomas „The

Hitman“ Hearns

Ex-Weltmeister

George Foreman:

„Manny Steward hatte den Erfolg

immer dabei: wo immer er

auftauchte, war der Erfolg nicht

weit. Wir werden uns noch lange

an ihn erinnern.“

Box-Legende

Thomas Hearns:

„Emanuel Steward war für mich

der Vater, den ich nie hatte. Er

hat mein Leben verändert. Er

war eine wundervolle Person

und hat viele Leben gerettet.

Emanuel Steward war der größte

Trainer, der je gelebt hat. Kein

anderer hat so viele Weltmeister

hervorgebracht.“

Box-Legende

Evander Holyfield:

„Wir werden Emanuel Steward

vermissen. Er hat immer auf die

Stärken seiner Boxer gebaut und

hat sie noch stärker gemacht.“

Ex-Weltmeister und

Box-Promoter

Oscar De La Hoya:

„Mit großer Trauer und Traurigkeit

habe ich vom Tod Emanuel

Stewards gehört, einem der besten

und angesehensten Trainer

dieser Ära. Ich habe während

unserer Zusammenarbeit viel

von ihm gelernt. Außerdem waren

wir Freunde und ich werde

ihn vermissen, wie so viele andere

außer mir. Er war ein wichtiger

Teil unserer Box-Familie.“

Trainer-Legende

Freddie Roach:

„Emanuel Stewards Tod ist der

größte Verlust seit langem, den

das Boxen ertragen muss. Er

wird schmerzlich vermisst.“

Ex-Weltmeister

Naseem Hamed:

„Meine Gedanken sind bei Emanuel

Steward, einem der besten

Trainer, der je gelebt hat. Wir

werden ihn vermissen, aber niemals

vergessen.“

Ex-Weltmeister

Miguel Cotto:

„Emanuel, danke, dass Du alles

für diesen Sport gegeben

Zusammen

mit Lennox

Lewis bei einer

Pressekonferenz am

Trainingsring

hast und für Deine großartigen

Ratschläge. Ich habe diese Tage

genossen. Ich werde immer an

Dich denken.“

Ex-Weltmeister

Manny Pacquiao:

„Ich bete für Emanuel Steward

und seine Familie.“

Ex-Weltmeister

Joe Calzaghe:

„Ich bin sehr traurig. Er war ein

toller Mensch und ein großartiger

Trainer.“

Ex-Weltmeister

Shane Mosley:

„Er war einer der größten Trainer

unserer Ära und hatte einen

gewaltigen Einfluss auf das Boxen,

in allen Aspekten. Ruhe in

Frieden Emanuel Steward.“

Ex-Weltmeister

Chris Byrd:

„Ich bin sehr traurig, vom Tod

Emanuel Stewards zu erfahren.

Er war ein großer Boxer und ein

noch größerer Trainer.“

Box-Promoter

Bob Arum:

„Wir alle trauern um Emanuel

Steward. Er stand immer für

das Beste, was Boxen zu bieten

hat. Wir werden ihn alle vermissen.“

David Hayes Trainer

Adam Booth:

„Emanuel Steward war so viel

mehr als ein Trainer. Er hat

die Box-Welt unterrichtet. Unser

Sport wird nach seinem Tod

nicht mehr derselbe sein.“

BoxSport

17


Nach einer Super-Schlacht in Hall

Firat Arslan durchbricht

Und wieder hat es Arslan

Marco Hucks

geschafft und knallt durch

Deckung, der linke

Hucks Deckung durch

Aufwärtshaken

schlägt voll ein

Arslan Champion d

Für die Zuschauer war das Urteil ein Skandal +++ Die Experten waren sic

Sehen so Sieger aus?

Alles andere als zufrieden

scheinen Marco Huck und

sein Trainer Ulli Wegner.

Bereits im Ring wurde

nur verhalten über die

Titelverteidigung gejubelt und

auch auf der anschließenden

Pressekonferenz zeigte das

Duo Ernüchterung: Ulli Wegner

schaut betrübt, während Huck

seine blutende Nase tupft

Dieser Kampf wirkte

noch lange nach.

Noch Tage nach

dem tollen WM-

Duell von Halle versuchten

beide Parteien ihre Sicht der

Dinge darzustellen. „Ich kann

dieses Urteil noch immer nicht

verstehen, ich bin sprachlos“,

teilte Firat Arslan auf seiner

Facebook-Seite mit. „Ich habe

die klareren Treffer gelandet“,

schrieb Marco Huck im Internet

– und stellte ein Foto dazu, auf

dem er Arslan tatsächlich mitten

durch die Doppeldeckung hindurch

traf. Und Hucks Trainer

Ulli Wegner setzte sich zu Hause

vor den Fernseher und sah

sich die Videoaufzeichnung der

Schlacht um die WBO-Krone im

Cruisergewicht noch einmal an.

Sein Urteil: „Ein Unentschieden

wäre auch in Ordnung gewesen.

Aber ich hatte Marco mit ein

bis zwei Runden vorne.“ Nur in

einem Punkt waren sich alle einig:

Das Urteil von 117-111 des

Italieners Giustino Di Giovanni

zugunsten von Titelverteidiger

Huck war ein Skandal. Der erste

Einsatz Di Giovannis bei einem

WM-Kampf der WBO dürfte

wohl auch sein letzter gewesen

sein. Die beiden Briten Paul Thomas

und Mickey Vann hatten den

Bielefelder Huck dagegen mit

115-113 als Sieger gesehen. Auch

ein umstrittenes Urteil. Arslan

18 BoxSport


e bleibt Huck Weltmeister - aber:

Doch auch Marco

Weltmeister der Herzen:

Huck setzte immer

Firat Arslan wurde nach der

wieder klare Treffer,

Ringschlacht wie der Sieger gefeiert

hier landet er eine

rechte Gerade an

Arslans Kinn

er Herzen

h nicht einig +++ Sauerland bot Rematch an

und sein Trainer Dieter Wittmann

warfen Veranstalter Sauerland

und Fernsehpartner ARD

noch im Ring Betrug vor, das Publikum

im Gerry-Weber-Stadion

pfiff den Sieger, der im benachbarten

Bielefeld aufgewachsen

war, aus und feierte Arslan. Er

war für sie der Weltmeister der

Herzen. ARD-Experte Henry

Maske dagegen verteidigte das

unpopuläre Urteil. „Für den Zuschauer

in der Halle kann es tatsächlich

so wirken, als sei Arslan

der Sieger“, erklärte der frühere

Weltmeister. Weil der Herausforderer

aus Süßen trotz seines

fortgeschrittenen Alters von 42

Jahren zwölf Runden lang nach

vorne marschierte, pausenlos

Druck ausübte und den 15 Jahre

jüngeren Huck an den Ringseilen

immer wieder mit Schlagsalven

eindeckte. „Aber Marco

hat die klareren Treffer gesetzt“,

meinte Maske.

Der Kölner Stadt-Anzeiger

dagegen kommentierte: „Wäre

die Box-Branche nicht, was sie

ist, ein Imperium mit fest verflochtenen

Abhängigkeiten aller

Art, hätte Firat Arslan nicht darum

bitten müssen, man möge

ihn ob seiner Kritik an dem Urteil

nicht als schlechten Verlierer

sehen. Er wäre als Weltmeister

gefeiert worden. Aber ein sich

selbst managender Firat Arslan

nutzt niemandem irgendetwas.“

Auch die Frankfurter Allgemeine

Zeitung hatte Ex-Weltmeister

Arslan, den sich Huck freiwillig

als Herausforderer ausgesucht

hatte („Das würde keiner außer

mir machen. Firat würde jeden

anderen Weltmeister schlagen“)

als neuen Champion gesehen:

„Der möglicherweise irritierte

Augenzeuge unter den 3,36

Millionen vor den Fernsehern

sollte sich nicht

beirren lassen: Firat

Arslan, der mittlerweile

42 Jahre

alte Athlet mit

dem grimmigen

Blick, eine Seele

von Mensch, ist

um den Triumph

über Huck betrogen

worden.“ Die

Welt dagegen urteilte:

„Wenn sich wenigstens

zwei der drei Punktrichter als

Günstlinge von Arslan erwiesen

hätten, hätte es ganz sicher ähnlich

kontroverse Diskussionen

hernach gegeben, wie sie jetzt

im Raum stehen. Dass zwei Referees

Huck mit 115:113 Zählern

vorn sahen, lässt sich je nach

Betrachtungsweise des Kampfes

noch nachvollziehen.“

Trainer Wegner hatte seinen

Boxer zwar knapp in Führung

gesehen – dennoch war er mit

dessen Leistung nicht zufrieden.

„So einen Kampf hatte ich

Aus Halle

berichten

Hans Reski, Arne

Leyenberg und

Manfred Hönel

nicht erwartet.

Marco

hat taktisch

verkehrt geboxt“,

meinte

Wegner. Denn

eigentlich hatte er

Huck auf Arslans berechenbaren

Stil eingestellt. „Wir

wussten ganz genau, was auf

uns zukommt“, sagte Wegner.

„Marco hatte einen Sparringspartner,

der Firats ganz einfache

Kriegsführung perfekt imitiert

hat. Wir müssen analysieren,

warum es nicht geklappt hat.“

Arslans Kumpel Luan Krasniqi,

einst selbst WM-Herausforderer

und Europameister im Schwergewicht,

fasste zusammen: „Der

Kampf war Werbung für den

Boxsport. Das Urteil aber nicht.

Marco ist ein toller Champion,

aber heute hat er verloren. So

ein Urteil darf im Boxen keinen

Platz haben.“

Hucks Promoter Kalle Sauerland

stellte Arslan, der schon

bei seinem Unentschieden im

Mai gegen Europameister Alexander

Alekseev um den Sieg gebracht

worden war, einen Rückkampf

in Aussicht. „Das war ein

unfassbar guter Kampf, den ich

gerne noch einmal machen würde.

Da ist eine Rechnung offen“,

sagte Sauerland. Zunächst aber

steht das dritte Duell mit dem

Briten Ola Afolabi an. Im Mai

hatten sich Huck und der Mann

aus dem K2-Stall der Klitschko-

Brüder unentschieden getrennt,

der Weltverband WBO ordnete

daraufhin einen Rückkampf

an. „Anfang des nächsten Jahres

boxt Marco gegen Afolabi.

BoxSport

19


Wenn er gewinnt, können wir

den Rückkampf gegen Firat machen“,

sagte Christian Meyer,

der Geschäftsführer von Sauerland

Event. Sauerland meinte:

„Ich würde lieber einen zweiten

Teil vom Kampf gegen Arslan

sehen, als ein drittes Mal Afolabi.“

Allerdings saß in Halle auch

Krzysztof Wlodarczyk am Ring.

Der WBC-Champion aus Polen

wird als Gegner Hucks für eine

Titelvereinigung gehandelt –

und die hätte Vorrang vor der

Pflichtverteidigung gegen Afolabi.

„Wenn Marco gegen mich

kämpft, ist so ein Urteil nicht

möglich“, sagte Wlodarczyk.

„Huck ist ein guter Boxer, aber

gegen mich hat er keine Chance.“

Und dann war in den Tagen

von Halle ja noch der Name eines

weiteren großen Champions

gefallen: Klitschko. Huck,

der bei seinem ersten Ausflug

ins Schwergewicht im Februar

Gut gelaunt am Ring: Promoter Kalle Sauerland, Kultfigur Ebby Thust und

Cruisergewichtsweltmeister Krzysztof Wlodarzcyk (v.l.)

knapp an WBA-Weltmeister Alexander

Povetkin gescheitert war,

hatte vor dem Duell mit Arslan

abermals Wladimir Klitschko

herausgefordert. Sauerland und

Hucks Sponsor Ralf Weber vom

Modeunternehmen Gerry Weber

hatten Klitschko ein Angebot

in Höhe von fünf Millionen

Euro gemacht – für einen Kampf

im Gerry-Weber-Stadion, live

im Programm der ARD. Klitschko

lehnte ab – weil er exklusiv

an seinen Fernsehpartner RTL

gebunden sei. „Die haben in 20

Minuten abgelehnt“, berichtete

Sauerland.

Hatte Huck während des

Kampfes gegen Kampfmaschine

Arslan also ein möglicher Showdown

mit Schwergewichts-König

Klitschko im Kopf herumgespukt?

„Ich bin Profi genug, zu

wissen, worum es geht“, sagte

Huck. Nach dem glücklichen

Sieg über Arslan sollte der WBO-

Weltmeister sich vielleicht andere

Ziele setzen als ein Duell

mit Klitschko. Dennoch hat er

weiterhin vor, auf lange Sicht in

die Königsklasse zu wechseln.

Huck: „Im Schwergewicht würde

es mir leichter fallen.“ Leichter

als gegen Firat Arslan wohl

allemal.

Firat fühlte sich zum

zweiten Mal betrogen

„Auch gegen Alekseev hatte

ich klar gewonnen“

BoxSport: Firat, haben Sie Marco Hucks

Körpertreffer eigentlich nicht gespürt? Er hat

sie dort ziemlich oft getroffen, aber Sie haben

keine Miene verzogen und nie die Deckung

heruntergenommen.

Firat Arslan: Die Schläge habe ich nicht

gespürt. Ich war in der Form meines Lebens.

Ich habe trainiert wie nie zuvor, ich hatte

zehn verschiedene Sparringspartner, mit denen

ich 160 Runden geboxt habe. Aber seine

Tiefschläge, die habe ich gespürt. Es kamen

so viele Tiefschläge, unglaublich. Aber ich

habe sie alle weggesteckt und mich nicht

einmal beschwert.

BoxSport: Marco Huck sagt, er hätte gegen

Sie die klareren Treffer gelandet.

Arslan: Er hat wilde Attacken gebracht,

die er immer macht. Aber die sind nirgendwo

gelandet. Er wusste nicht, was er machen

sollte, außer wild um sich zu schlagen. Ich

habe ihn klar dominiert.

BoxSport: Das haben die Punktrichter

anders gesehen.

Arslan: Ich bin kein schlechter Verlierer.

Aber ich kann das nicht verstehen. Ich

habe im Vorfeld darum gebeten, ein faires

Urteil zu bekommen. Ich wusste, dass so etwas

passieren kann. Aber das habe ich noch

nie erlebt. Ich habe den Kampf gemacht von

der ersten bis zur letzten Sekunde. Ich weiß,

dass ich gewonnen habe, ich fühle mich als

Sieger. Man hat doch gehört, wen die Fans

als Sieger gesehen haben. Und die kamen

nicht alle aus dem Stuttgarter Raum.

BoxSport: Sie sind schon im Mai gegen

Europameister Alexander Alekseev um den

Sieg gebracht worden.

Arslan: Das ist bitter. Auch damals habe

ich klar gewonnen. Aber ich habe eben keinen

Promoter im Rücken, ich bin auf mich

alleine gestellt.

BoxSport: Glauben Sie daran, dass

Huck Ihnen einen Rückkampf gibt?

Arslan: Ich hoffe es. Ich mag Marco und

habe großen Respekt vor ihm. Wir kämpfen

einfach noch einmal und sehen, wer der Bessere

ist.

BoxSport: Sie sind jetzt 42 Jahre alt.

Falls der Rückkampf gegen Huck nicht kommen

sollte, hören Sie dann auf?

Da konnte er schon wieder lächeln: Firat Arslan auf

der Pressekonferenz nach dem Kampf

Arslan: Nein, es geht weiter. Ich hatte

vor zwei Jahren einen schweren Unfall, ich

bin mit dem Rettungshubschrauber in die

Klinik geflogen worden. Dort haben mir alle

gesagt, dass ich nie wieder boxen werde.

Aber ich habe mich zurückgekämpft. Ich

habe schon mit doppelt gebrochenem Kiefer

geboxt, aber das habe ich damals verheimlicht.

Es war mir peinlich, dass mir ein anderer

Mann den Kiefer brechen kann. Auch

vor diesem Kampf habe ich mich in der Vorbereitung

verletzt. Ich habe mir eine Rippe

gebrochen, und die Ärzte sagten mir, ich

müsste den Kampf absagen. Aber ich habe

einfach weiter Sparring gemacht. Ich wollte

Geschichte schreiben. Leider wurde das

nicht honoriert.

20BoxSport


Wegner: Woge wird ein neuer Star

Dirks tat sich schwer

Für Robert Woge (links) sieht Ulli

Wegner eine rosige Zukunft

Robert Woge sieht nicht raufhin brach

nur aus wie Ricky Hatton,

er kämpft auch erste Sieg seit

Milke ab. Der

noch so. Der Halbschwergewichtler

dem 5. Mai für

aus Halle an

der Saale kennt nur den Vorwärtsgang,

macht keinen Schritt

zurück und begeistert das Publikum

mit seinem spektakulären

Boxstil. Dazu ist Woge noch ein

volksnaher Kerl, ein gewitzter

Familienvater

Woge – wegen

einer Gürtelrose

hatte er monatelang

pausieren

müssen.

Gegen Demchenko

Junge, der sich zu verkaufen

hatte

weiß. „Er braucht nicht mehr Woge allerdings

lange, dann ist er der Star bei weniger Sorge

uns“, ist Sauerland-Cheftrainer wegen der langen

Ulli Wegner überzeugt. „Das Publikum

mag ihn.“

seinem hart erkämpften Punktsieg le. In der Pause nach der dritten ner Cleiton Conceicao, wurde je-

sehe, dann kriegst du eine Schelterschaft

der WBA, der Brasilia-

Erleichtert war Dustin Dirks nach

Auch deshalb, weil Woges gegen den Brasilianer Cleiton Runde hat er schon gezuckt“, erzählte

doch zum Spielverderber. Er ließ

Kämpfe nie langweilig sind. Mit

dem in Italien lebenden Ukrainer

Serhiy Demchenko lieferte

Conceicao

der nun in zehn Kämpfen

unbesiegte Woge. „Es hat eben

nicht so ganz geklappt.“

Dirks ganz schlecht aussehen.

Der Stinker entzog sich pausenlos

dem Kampf, klammerte,

sich der Hallenser eine offene

Der strenge Lehrmeister sobald Dirks nur in seine Nähe

Keilerei. Beide teilten aus und

steckten ein. Woge allerdings mit

mehr Erfolg. In der fünften Ründe

blutete Demchenko, mit dem

Woges Stallgefährte Karo Murat

2009 noch über zwölf Runden

gegangen war, stark aus der Nase.

Um sich Ruhepausen zu verschaffen,

spuckte er mehrmals

seinen Mundschutz aus. Gleich

zweimal wurde er deswegen

von Ringrichter Jörg Milke verwarnt.

Es half alles nichts: Woge

deckte Demchenko mit harten

Treffern an den Seilen ein, da-

Pause als Angst vor seinem

Trainer. „Mein Trainer Herr Wegner

hatte mir vor dem Kampf

ganz scharf gesagt: Wenn ich

heute eine Innenhand von dir

Wegner, der seinen Schülern eigentlich

eine ganz andere Schule

vermitteln will als das wilde

Draufgängertum Woges, war

dennoch zufrieden. Wegner:

„Der Junge kann schon boxen, er

hat eine tolle Führungshand.“

Eigentlich hatte Woges stallinterner

Rivale im Halbschwergewicht

Dustin Dirks an diesem

Abend glänzen sollen. Denn

Dirks boxte bereits um den ersten

Titel seiner Profilaufbahn.

Sein Gegner im Kampf um die

vakante Interkontinental-Meis-

kam. So blieb der Niederschlag

in der zweiten Runde nach einer

ansatzlosen Rechten des Berliners

das einzige Highlight des

müden Duells.

Dirks jagte den Brasilianer

zwölf Runden lang einfallslos

durch den Ring. So reichte es

zwar zu einem einstimmigen

Punktsieg. Aber auch nur zu

einem Kampf zum ganz schnell

wieder Vergessen. „Ich denke,

es war insgesamt okay“, meinte

Dirks. „Es war natürlich anstrengend,

er hat viel geklammert.“

Schwinger brachte Gerber in Gefahr

Edmund Gerber ist nicht so leicht aus

der Ruhe zu bringen. In Bamberg

brachte es ihn nicht aus dem Konzept,

als sein Gegner Michael Sprott

den Ringrichter zu Boden schubste. Nun, in

Halle, nahm es Gerber gelassen, dass er zum

ersten Mal in seiner Karriere schwer angeschlagen

durch den Ring wankte. Der Amerikaner

Darnell Wilson hatte den Schweriner

Schwergewichtler mit einem mächtigen

linken Haken angeknockt. Gerber versetzte

die Beine und taumelte in die Ringseile.

Als Kraftpaket Wilson mit weiteren wilden

Schwingern nachsetzen wollte, erklang der

Gong zum Ende der ersten Runde. „Wir haben

Glück gehabt, dass die Runde zu Ende

war“, meinte Gerbers Trainer Karsten Röwer.

Denn aus der Pause kam Gerber erfrischt

zurück. Die folgenden sieben Runden ging

er den ungestümen Schwingern Wilsons,

immerhin einst Bezwinger des früheren

Cruisergewichts-Weltmeisters

Juan Carlos Gomez und WM-

Herausforderer von Firat Arslan,

aus dem Weg. Stoiker Gerber

boxte sein Programm runter, traf

Wilson hart, aber nicht entscheidend.

Nach acht Runden siegte

er einstimmig nach Punkten –

der 22. Sieg im 22. Profikampf

für den 24-Jährigen. „Die erste

Runde hat er gut geboxt“, lobte

Gerber seinen Gegner. „Es war

schwer, er war unangenehm zu

boxen. Ich musste erst die Distanz

zu seinen Haken finden.

Ich hatte gedacht, ich könnte ihn

vielleicht k.o. schlagen.“

Gerber ist für einen Schwergewichtler

mit 24 Jahren noch sehr jung.

Dennoch zeigt seine Lernkurve nicht gerade

steil bergauf. „Er muss noch härter arbeiten

im Training, er muss noch viel Erfahrung

Zuerst angeschlagen, dann

souverän: Edmund Gerber holte

einen einstimmigen Punktsieg

über Darnell Wilson

sammeln und sich an die Taktik des Trainers

halten, aus der Distanz zu Boxen“, meinte

Röwer. „Sonst passieren solche Wirkungstreffer

wie in der ersten Runde.“

BoxSport

21


Viel Lob von Wilfried Sauerland

bekam Tyron Zeuge (links) nach

seinem Punktsieg über den

Belgier Matingu Kindele

Einen einstimmigen Punktsieg über den

Russen Ivan Maslov holte der Berliner

Enrico Kölling (links)

Zeuge und Kölling

überzeugen Sauerland

Für Tyron Zeuge sieht

Promoter Wilfried Sauerland

eine rosige Profi-

Zukunft. In seinem Urteil

über Zeuge schloss er gleich

Enrico Kölling ein: „Die beiden

Berliner waren im Sommer von

den Amateuren zu uns ins Sauerland-Team

gekommen. Das

ist ein Glück. Mit ihnen haben

wir zwei Jungen, mit denen wir

in Zukunft die Boxfans begeistern

können. Wie sie sich gleich

in die Profiszene eingefunden

Graf als Tanzschüler

Am 2. April 2011 trat David Graf zu

seinem ersten Profi-Kampf an. Auch

damals hieß der Kampfort Halle/

Westfalen. Nach Grafs erstem Schlag

fand sich damals sein Gegner Olegs Lopajevs

nach nur 13 Sekunden der ersten Runde im

Ringstaub wieder. Danach marschierte Graf als

K.o.-König durch die Ringe. Acht Kämpfe, acht

Siege, sechs davon durch Knockout. In seinem

neunten Fight sahen die Zuschauer ebenfalls in

Halle einen ganz anderen Graf. Er entpuppte

sich plötzlich als Langweiler. Gegen den Kongolesen

Blanchard Kalambay musste sich Graf

sogar den Zwischenruf anhören: „Wir sind hier

doch nicht in der Tanzstunde.“ Der Cruisergewichtler

aus Sindelfingen zeigte dafür kein

Verständnis. „Der Kampf hat Spaß gemacht.

Ich bin zufrieden. Der Kongolese war schwer

zu stellen. Nur in der ersten Runde hatte ich ihn

einmal richtig erwischt. Ich war durch einen Cut

am linken Auge etwas behindert“, kommentierte

der 1,90 Meter große Profi seinen Punktsieg.

haben, begeistert mich. Mit ihnen

sehe ich eine gute Zukunft

für das Profiboxen in Deutschland“,

schwärmte Sauerland

und fügte noch an: „Wie locker

Zeuge in seinem vierten Profikampf

sechs Runden wegsteckt,

ist schon stark. Da sieht man die

gute Ausbildung.“

In Halle schickte Zeuge seinen

Gegner Matingu Kindele

aus Belgien zwar einmal auf die

Bretter, ging mit ihm aber über

die volle Distanz. „Wie sich Tyron

den Kampf eingeteilt hat,

war schon Spitze. Was er boxerisch

kann, tendiert schon in

Richtung internationaler Klasse.

Wir werden Tyron geschickt

aufbauen, damit die Boxfans in

Zukunft viel Freude an ihm haben“,

erklärte Trainer Karsten

Röwer.

Kölling hatte in Halle sichtlich

Spaß im Ring. Vielleicht

etwas zu viel, weil er gar nicht

mehr hinaus wollte. Den Russen

Ivan Maslov jedenfalls lächelte

Punktsieg über den Kongolesen Blanchard Kalambay:

David Graf (links)

Kölling gleich mehrfach in den

sechs Runden an, machte Faxen

mit ihm, lachte gar einmal

laut auf. Neben seinem Lächeln

hatte der Halbschwergewichtler

auch noch zahlreiche Treffer für

Maslov übrig – allerdings keinen,

der den Russen hätte beeindrucken

können. So musste sich

Kölling mit einem einstimmigen

Punktsieg über sechs Runden

begnügen. Dem zweiten im

zweiten Profikampf.

Zeuge und Kölling trainieren

gemeinsam mit David Graf und

Edmund Gerber an den Vormittagen

im Gym III von Manager

Harald Lange in der Dessauer

Straße in Berlin-Marzahn. „Die

Halle liegt günstig in einem Garten-

und Wiesengelände. Dort

absolvieren wir ausgedehnte

Crossläufe, die viel länger sind

als bei den Amateuren. Das

macht sich bei meiner Kondition

bemerkbar“, freut sich Zeuge.

22 BoxSport


Das

sport

gespräch

Hans Reski mit Arthur Abraham

Seit dem 25. August ist Arthur Abraham wieder Weltmeister. In der

Berliner O2-Arena entthronte „King Arthur“ den WBO-Champion im

Supermittelgewicht Robert Stieglitz durch einen eindeutigen Punktsieg.

Die erste Titelverteidigung steigt am 15. Dezember in Nürnberg

gegen den Franzosen Mehdi Bouadla. Wie sich Abraham auf diesen

Kampf vorbereitet und warum sein Leben als Weltmeister doch schöner

ist als zuvor ohne Titel, lesen Sie im BoxSport-Interview mit Hans

Reski.

BoxSport: Was wissen Sie

über Ihren Gegner Mehdi Bouadla?

Arthur Abraham: Er ist ein

starker Kämpfer, der offensiv

boxt und hart schlägt. So versucht

Bouadla seine Gegner zu

vernichten.

BoxSport: Im Vergleich zu

Ihrem letzten Gegner Robert

Stieglitz: ist Bouadla stärker?

Abraham: Nein, Stieglitz ist

stärker. Er war schließlich jahrelang

Weltmeister.

BoxSport: Bekommen Sie

jetzt wieder die gleichen hohen

Gagen wie früher?

Abraham: Wenn man Weltmeister

ist, verdient man natürlich

mehr. Das ist selbstverständlich.

Dazu kommt, dass das Interesse

der Medien größer ist und

dadurch auch mehr Sponsoren

auf mich zukommen. Außerdem

habe ich vielmehr Besucher auf

meiner Facebook-Seite.

BoxSport: Stieglitz war

der schwächste Weltmeister im

Bei der WBO-Convention in Florida wurde Sauerland Event um Boss Wilfried

Sauerland als Veranstalter und Arthur Abraham als Weltmeister im

Supermittelgewicht geehrt

Warum das Leben als W

BoxSport: Seit wann läuft

Ihre Vorbereitung?

Abraham: Wir haben im

Oktober mit Konditionstraining

begonnen. Ich habe sehr viele

Ausdauerläufe gemacht. Anfang

November hat dann das Sparring

und damit die intensive Kampfvorbereitung

begonnen. Früher

konnten wir nicht beginnen, da

Marco Huck noch gegen Firat Arslan

geboxt hat und Ulli Wegner

sich mit ihm vorbereiten musste.

BoxSport: Wo bereiten Sie

sich vor?

Abraham: Die erste Phase

haben wir in Zinnowitz absolviert.

Danach sind wir nach

Neuruppin umgezogen.

BoxSport: Seit dem Sieg

über Stieglitz sind Sie wieder

Weltmeister. Hat sich Ihr Leben

seitdem verändert, ist es schöner

geworden?

Abraham: Für mein Herz,

für meine Seele, für meinen Kopf

– auf jeden Fall. Auch finanziell

hat sich das natürlich gelohnt.

Aber ansonsten ist mein Leben

das gleiche wie vorher.

Bei der Titelverteidigung seines Stallkollegen Marco Huck gegen Firat Arslan

in Halle zeigte sich Abraham gut gelaunt mit Jochi Sauerland

Supermittelgewicht. Denken Sie

an eine Titelvereinigung gegen

die Gegner, die Sie im Super-Six-

Turnier geschlagen haben?

Abraham: Es gibt keine

schwachen Weltmeister. Stieglitz

hatte gegen mich einen

schlechten Tag. Aber er hat auch

oft genug seine guten, starken

Seiten gezeigt. Trotzdem würde

ich mich sehr freuen, wenn eine

Titelvereinigung stattfindet.

Aber zuerst möchte ich meinen

Titel ein-, zweimal verteidigen.

Dann mache ich eine Revanche

gegen Stieglitz und dann sehen

wir weiter.

BoxSport: Nach den jüngsten

Vorkommnissen wird es

eine Revanche gegen Stieglitz

vermutlich nicht geben, weil er

nach der Prügelattacke auf seinen

Schwiegervater nicht mehr

boxen wird.

Abraham: Ich denke, dass

die auf jeden Fall noch stattfinden

wird. Die Probleme außerhalb

des Rings werden schon

irgendwie geregelt. Man weiß

nicht, warum er so gehandelt

24 BoxSport


hat. Vielleicht hat er sich nur

verteidigt. Ich würde mich freuen,

wenn wir nochmal gegeneinander

boxen. Wenn nicht, boxe

ich halt jemand anderen.

BoxSport: Was halten Sie

Felix Sturm hat sich fürs Erste

erledigt?

Abraham: Das entscheidet

mein Management. Sollte das

noch einmal ein Thema sein, bin

ich auf jeden Fall bereit.

von Stieglitz‘ Attacke auf seinen BoxSport: Felix Sturm

Schwiegervater?

Abraham: Ich glaube, er

wurde so stark provoziert, dass

er zugeschlagen hat. Der hat

wahrscheinlich nur noch Rot gesehen.

Er muss stark provoziert

worden sein.

BoxSport: Könnte Ihnen so

etwas passieren?

Abraham (lacht): Ich habe

noch keinen Schwiegervater.

BoxSport: Und im Ernst?

Abraham: Das könnte jedem

passieren. Es kommt immer

müsste ohnehin erst einmal

wieder Weltmeister werden, um

als Gegner für Sie interessant zu

sein.

Abraham: Nicht unbedingt.

Ich boxe auch gegen ihn, wenn

er nicht Weltmeister ist. Das ist

kein Problem.

BoxSport: Können Sie sich

vorstellen, noch einmal ins Mittelgewicht

zu wechseln?

Abraham: Das ist kein Thema

mehr. Ich habe das Gewicht

jetzt schon viele Jahre nicht

auf die Situation an. Viel-

mehr gebracht. Deshalb gehe

Arthur Abrahams Gegner in Nürnberg

leicht wird man stark provoziert ich nicht mehr runter.

ist Mehdi Bouadla. Der 30-jährige

oder man muss sich verteidigen. BoxSport: Marco Huck will

Franzose absolvierte bereits 30

Ich würde sagen, mir passiert so unbedingt ins Schwergewicht

Profikämpfe. Davon ging er 26 Mal als

etwas nicht, aber grundsätzlich wechseln und gegen Wladimir

Sieger aus dem Ring (11 K.o.‘s), viermal

verlor er. Die letzte Niederlage hagelte

ist niemand vor solchen Situationen

gefeit. Doch man muss davon?

in Kopenhagen. Da trat er gegen Mikkel

Klitschko boxen. Was halten Sie

es für Bouadla im Juni letzten Jahres

vorsichtig sein. Gerade für Berufsboxer

ist das ein ganz sch-

es besser im Cruisergewicht zu

einer schweren Augenverletzung an.

Abraham: Für Marco wäre

Kessler in dessen Comeback-Fight nach

In der sechsten Runde war Schluss,

maler Grat.

bleiben und zu versuchen, diese

der Ringrichter beendete den Kampf

BoxSport: Gerade auch Klasse zu beherrschen.

– Kessler-Sieg durch technischen K.o.

wegen des finanziellen Risikos, BoxSport: Wie ist denn im

(Bild oben). Doch Bouadla kämpfte sich

wenn man nicht mehr boxen Moment Ihr Verhältnis zu Ihrem

zurück und bestritt drei Aufbaukämpfe.

Nun wittert er die Chance auf den WBOkann.

Trainer Ulli Wegner?

WM-Gürtel von Abraham.

eltmeister schöner ist

Abraham: Das würde auf jeden

Fall ein großer Verlust sein.

BoxSport: Zurück zur Titelvereinigung:

Haben Sie Revanchegelüste,

noch einmal gegen

Froch oder Ward zu boxen?

Abraham: Auf jeden Fall.

Ich würde diese

Kämpfe gerne machen.

Beide sind

interessant. Aber

lieber würde ich

gegen Froch ran.

Der ist vielleicht

sogar noch stärker

als Ward, hat

schließlich Lucian

Bute geschlagen.

Das hätte ihm

keiner zugetraut.

Außerdem bin

ich davon überzeugt,

dass ich in

dem Froch-Kampf

nicht meinen besten

Tag hatte. Ich

kann das besser

machen.

BoxSport:

Ein Kampf gegen

„Nur den Erfolg vor Augen“:

Arthur Abraham und sein

akribisch arbeitender

Trainer Ulli Wegner bei der

Kampfvorbereitung

Abraham: Ich hatte immer

ein gutes Verhältnis zu meinem

Trainer. Wenn ich keine gute

Leistung bringe, ist er sauer.

Aber das ist auch richtig so. Er

will nun einmal nicht, dass seine

Jungs verlieren. Dafür tut er

alles. Er hat ein Ziel und lebt für

uns und unseren Erfolg.

BoxSport: Wie lange wollen

Sie noch boxen?

Abraham: Ich habe geplant,

noch weiterzumachen bis ich

35 bin, also noch drei Jahre.

BoxSport: Warum sind

Sie denn eigentlich noch nicht

verheiratet?

Abraham: Ich bin mit

meinem Sport verheiratet.

Von morgens bis abends nur

boxen, boxen, boxen. Ich habe

es noch nicht geschafft zu

heiraten.

BoxSport: Bleiben Sie nach

Ihrer Karriere in Deutschland

oder gehen Sie zurück nach

Armenien?

Abraham: Ich werde sowohl

in Deutschland als auch

in Armenien leben. Deutschland

wird aber weiterhin mein

Mittelpunkt sein, da ich hier

mein ganzes Leben, meine

ganze Kraft investiert habe.

BoxSport: Also ähnlich

wie Vitali Klitschko mit

Deutschland und der Ukraine?

Abraham: Genauso. Aber

in die Politik gehe ich vermutlich

nicht, auch wenn ich gute

Chancen hätte. Doch ich will

nach meiner Box-Karriere erst

einmal mein Leben genießen.

BoxSport 25


Jetzt gibt Sturm als Pr

WM-Kampf von Susi Kentikian in Düsseldorf – Er baut

Mit quietschenden

Reifen und Vollgas

rauschte Felix Sturm

vom Parkplatz des

Castellos in Düsseldorf. Ein Paradebeispiel

für seine Ambitionen:

richtig Gas zu geben – nicht

nur als Boxer, sondern auch als

Promoter. In dieser Funktion

veranstaltet der 33-Jährige in der

Düsseldorfer Multifunktionsarena

am 1. Dezember 2012 seinen

ersten Kampfabend. Im Castello

präsentierte er nun im dunkelblauen

Anzug, ganz Businessman,

seine Stars für die „ran Boxen:

Die Super Fight Night“ auf

Sat.1 (ab 23 Uhr). Vorneweg Susi

Kentikian, die den Hauptkampf

des Abends gegen die US-Amerikanerin

Carina Moreno bestreitet.

Die „Killer Queen“ will

in dem WM-Fight den vakanten

WBA-Gürtel im Fliegengewicht

zurückerobern.

„Wir sind sehr aufgeregt,

wie wir ankommen“, plauderte

der entthronte Mittelgewichts-

Weltmeister Sturm zu Beginn

der Pressekonferenz munter

drauf los. Er ist sich trotz aller

Aufregung sicher, den Zuschauern

ein spannendes Event zu

bieten. „Wir haben uns, auch

zusammen mit Sat.1, sehr viele

Gedanken gemacht, wen wir

als Boxer verpflichten können.

Es werden sicherlich spannende

Kämpfe.“ Dem stimmte

auch Sven Frohberg, Leiter der

Sat.1-Sportredaktion, zu: „Sat.1

glaubt an die Idee und das Konzept

der Fight Night und an den

Erfolg des Boxens in Sat.1. Wir

erwarten einen qualitativ hochwertigen

Abend.“ Glamour und

entsprechendes Entertainment

sollen auch nicht fehlen. Dass

es für die Sturm-Boxer alles andere

als ein Selbstläufer wird,

ist allen Verantwortlichen bewusst

– und so gewollt. „Wir

sind bereit, ein gewisses Risiko

zu gehen. Aber wir wollen dem

Sport auch etwas Gutes tun. Daher

stehen die Chancen bei allen

Kämpfen 50:50.“ Das dürfte

vor allem für den ehemaligen

Schwergewichts-Weltmeister

Ruslan Chagaev gelten, der auf

den in 18 Kämpfen ungeschlagenen

Kubaner Mike Perez trifft.

Sturm ist sich jedoch sicher, dass

sich Chagaev, der sich derzeit in

Tschechien im Trainingslager

vorbereitet, topfit präsentieren

wird: „Und dann kann er auch

ganz schnell wieder Weltmeister

werden.“ Nicht wenige sehen in

Perez allerdings den Favoriten

des Schwergewichts-Highlights.

Allen Prognosen zum Trotz

ist Susi Kentikian jedenfalls heiß

darauf, rund sieben Monate nach

ihrer Niederlage gegen die Amerikanerin

Melissa McMorrow

wieder in den Ring zu steigen.

„Carina Moreno ist eine echte

Herausforderung für mich, aber

ich bin hochmotiviert, habe ein

super Team um mich herum und

gebe jetzt Gas. Ich werde es allen

zeigen“, zeigte sich die 25-Jährige,

die seit gut drei Monaten für

die Sturm Box-Promotion (SBP)

kämpft, angriffslustig. Dass der

Rückkampf gegen Melissa Mc-

Morrow, der vertraglich zugesichert

war – erst mal – nicht

geklappt hat, war für Kentikian

zunächst eine Enttäuschung,

aber ganz aus der Welt ist der

Kampf nicht. „McMorrow hat

ein bisschen rumgezickt“, erklärte

Sturm. „Dies und das

hat ihr nicht gefallen, erst wollte

sie alles schriftlich haben,

dann haben wir ihr den Vertrag

geschickt, dann passte ihr der

Termin am 1.12. nicht. Für uns

war das ein Zeichen, dass sie

den Rückkampf – aktuell – nicht

wollte. Vielleicht auch, weil sie

weiß, dass sie den Kampf im Mai

mit sehr viel Glück gewonnen

hat.“

Neben ihrem Kampf, den

Sat.1 am 1. Dezember live zeigt,

und dem Auftritt von Chagaev

werden noch die Kämpfe von

Kickboxer Jonny Keta, der den

Weltmeistertitel von Remo Arns

zurückholen will, und von Maurice

Weber bei der Fight Night zu

sehen sein. Weber kämpft gegen

Andreas Reimer um die deutsche

Meisterschaft im Super-

Mit seiner Frau Jasmin war Felix Sturm zwei

Tage vor seiner Pressekonferenz bei der

Verleihung des Laureus Medien-Preises in

Kitzbühel zu Gast

Nächster Gegner

von Felix Sturm: Sam

Soliman

Weltergewicht: „Ich bin sehr gut

vorbereitet, das muss ich auch

sein, denn mit Andreas Reimer

habe ich einen qualifizierten

Gegner, der unorthodox boxt

und dadurch sehr gefährlich ist.

Aber für mich ist nicht nur wichtig

zu gewinnen, sondern ich

will überzeugen, um mich

mit diesem Kampf international

für höhere Aufgaben

zu beweisen.“

Sturm, der selber Anfang

Dezember wieder

richtig ins Training einsteigt,

um sich für seinen

nächsten Kampf am 2.

Februar 2012 gegen Sam

Soliman (Australien) vorzubereiten,

fühlte sich als

Promoter bei der Pressekonferenz

sichtlich wohl,

das Arbeiten in bis dato

ungewohnter Rolle macht

ihm Spaß, wenngleich es

auch anstrengend ist. „Jeder

Charakter ist anders,

man muss mit jedem Boxer

einzeln arbeiten, Gesprä-

26 BoxSport


omoter Gas

Bei der Pressekonferenz

zur Super Fight

Night standen Felix

Sturm (3.v.re.), Sven

Frohberg von Sat.1,

Susi Kentikian, Trainer

Magomed Schaburow

(2.v.li.), Maurice Weber

(li.) unter der Leitung

von Manfred Meier (re.)

den Journalisten Rede

und Antwort

In seiner Rolle als „Businessman“, sprich

Promoter, fühlt sich Felix Sturm auch ganz wohl

ein zweites Gym für 15 Boxer

che und Vertragsverhandlungen

führen“, so Sturm, der seinen

Boxern etwas bieten will, damit

sie sich auch für die Zukunft absichern

können. Umso wichtiger

ist die Präsenz im Fernsehen.

Damit aber alles reibungslos

laufen und Sturm sich selber auf

seine Kämpfe vorbereiten kann,

werden noch ein paar Veränderungen

bei der Sturm Box-Promotion

vorgenommen. „Es wird

jetzt eine zweite Halle gebaut,

in der Nähe unseres Gyms, vielleicht

auch direkt nebenan, wohin

dann die Boxer übersiedeln,

damit ich alleine in meinem Gym

bleibe, denn mit den ganzen

Sparringspartnern ist es doch

ganz schön voll dort. Und wenn

ich ins Gym komme, darf keiner

mehr da sein, dann muss ich alleine

dort sein. Ich bin die Gallionsfigur

und führe das Ganze

an, mit meinem Erfolg steht und

fällt alles“, so Sturm, der weiß,

dass er ein gutes Team zusammen

hat, wo sich alle verstehen,

Spaß haben, aber gleichzeitig

auch Respekt untereinander zeigen.

Im kommenden Jahr sollen

sieben bis acht Fight Nights auf

Sat.1 zu sehen sein. Das Kontingent

an SBP-Boxern soll von derzeit

acht auf maximal 15 Boxer

aufgestockt werden, von denen

acht bis zehn das Zeug zum

Weltmeister haben sollen. „An

alle, die wir unter Vertrag haben,

glauben wir, auch, dass sie

viel erreichen können“, meint

Sturm. Es gibt also viel zu tun

für den Boxer und Promoter Felix

Sturm. Deshalb muss Vollgas

gegeben werden.

Nicole Bitter

Felix and friends

Die Auszeit musste

einfach sein: Nach

dem Verlust seines

WM-Gürtels an

den Australier Daniel Geale

im September machte Felix

Sturm erst einmal Heimaturlaub

in Bosnien. Und lenkte

sich dort im Kreis der bosnischen

Fußballnationalmannschaft

ab. Erst bejubelte

er seine Kumpels Edin

Dzeko, Vedad Ibiševic und

Co. beim WM-Quali-Sieg

über Litauen (3:0), dann

stahl er ihnen in puncto Autogramme

die Show, denn

in Bosnien ist der 33-Jährige

Mittelgewichtler nach wie

vor ein gefeierter Star. „Ich

kann mich hier keine drei

Meter unerkannt bewegen“,

bekannte Sturm, der mit den

Kickern nach der Partie noch

länger zusammensaß. Die

Sympathien und Anerkennung

beruhen auf jeden Fall

auf Gegenseitigkeit. „Die

Menschen in Bosnien hoffen,

dass Felix bald auch einmal

bei uns in Sarajevo kämpft“,

so Dzeko, „das ganze Land

wünscht sich das. Er hat

den letzten Kampf verloren,

so ist Sport. Er wird stärker

wiederkommen.“

Mit seinen Freunden Vedad Ibiševic, Edin Dzeko, Sejad Salihovic, Bosniens Kapitän

Emir Spahic (von links) sowie Zvjezdan Misimovic (rechts) feierte Felix Sturm den

WM-Quali-Sieg über Litauen

Bei seinem Heimatbesuch besuchte Felix Sturm eine Mahnstätte und gedachte der

Toten des Massakers von Srebrenica

BoxSport 27


Susi schwitzt im Sturm-Gym für Comeback

Mit Trainer Magomed

Schaburow will die „Killer

Queen“ wieder an die Spitze

„Wenn ich will, kann ich

wieder alles erreichen“

Susi Kentikian ist ein

bisschen müde und

ausgelaugt, sie hat ihren

kleinen Körper arg

geschunden in den letzten Wochen.

Sie hat im Kölner Gym von

Felix Sturm unter der Anleitung

Ausgelaugt, aber dennoch

angriffslustig: Susi Kentikian

ihres Trainers Magomed Schaburow

geschuftet und geschwitzt,

alles für den Traum vom großen

Comeback. Am 1. Dezember

kämpft die 25-Jährige in Düsseldorf

gegen die Amerikanerin Carina

Moreno um den vakanten

WBA-Gürtel im Fliegengewicht.

Für die in Armenien geborene

Kentikian ist dieses live bei Sat.1

ausgestrahlte Duell die Rückkehr

ins Rampenlicht. Für ihren

neuen Chef Felix Sturm ist es eine

Premiere: Erstmals ist er nur

Promoter und überlässt jemand

anderem auf einer von seinem

Unternehmen organisierten Veranstaltung

die Hauptrolle.

Susi Kentikian freut sich

drauf. Sie sagt: „Ich war immer

eine Live-Boxerin, das breite

Publikum hat mir ganz schön

gefehlt.“Als Kämpferin groß geworden

ist sie bei der Hamburger

Universum Box-Promotion,

sie wurde zunächst auf Pro7 und

später im ZDF gezeigt. Damals

kämpfte Kentikian nicht nur

um Weltmeisterehren, sondern

ums Überleben ihrer Familie.

Gegen die Abschiebung, gegen

ein Leben in Asylbewerberheimen,

gegen die Schufterei bei

unterschiedlichsten Minijobs.

Es gelang. Deshalb ist Kentikian

auch heute, nach einigen Rückschlägen,

noch immer ein fröhlicher,

selbstbewusster Mensch.

Ihr Motto lautet: „Mir steht alles

offen, wenn ich will, kann ich

alles erreichen.“

Als ihr Hamburger Boxstall

nach Auflösung des Fernseh-

Vertrages mit dem ZDF der

Bedeutungslosigkeit entgegentrudelte,

wechselte Kentikian

nach Magdeburg zum Stall von

Ulf Steinforth. Alles nette Leute

seien das dort gewesen, sagt sie.

Aber die Weltmeisterin kämpfte

immer seltener und ohne große

Öffentlichkeit. „Teilweise haben

mich Leute angesprochen und

gefragt, ob ich mit dem Boxen

aufgehört habe“, erzählt sie. Da

kam ihr ein Angebot Felix Sturms

gerade recht. „Etwas besseres

gibt es nicht“, sagt Kentikian. Sie

will wieder ins Rampenlicht, sie

will wieder Weltmeisterin werden,

und sie will dem Frauenboxen,

das mit dem Niedergang

von Universum ins Abseits geraten

ist, zu einer neuen Hochphase

verhelfen. Wenn sie erst mal

den Titel zurück hat, wolle sie

„gegen richtige Knaller aus dem

Ausland“ boxen, „wenn diese

Kämpfe kommen, werden das

Bomben, absolute Hingucker für

die Zuschauer“.

Aber zunächst muss Susi

Kentikian ihre letzte Punkt-Niederlage

gegen die Amerikaner

Melissa McMorrow vergessen

machen. Damals verlor sie ihre

Gürtel der WBO und der WIBF.

Den der WBA gab Kentikian freiwillig

gleich mit ab. Ihn trotz der

Niederlage zu behalten, kam ihr

unsportlich vor. Sie will ihn sich

erst wieder verdienen. Am 1. Dezember.

In Düsseldorf.

Susanne Rohlfing

28 BoxSport


Neuer Alarm bei Universum um Kluch

Strafanzeige von Zbik und

Boytsov stellt Training ein

Wer dieser Tage bei

Waldemar Kluch

anruft, der erlebt

einen fröhlichen

Gesprächspartner. Es gehe ihm

gut, sagt der Geschäftsführer des

Hamburger Universum-Stalls,

„es gab schon schlimmere Zeiten“.

Nun weiß man nicht, was

Kluch in seinem Leben alles mitgemacht

hat, doch angesichts

der Geschehnisse der vergangenen

Wochen erstaunt diese

Aussage doch. Immerhin hat

Sebastian Zbik, Ex-Weltmeister

im Mittelgewicht, über seinen

Anwalt Benjamin Richert Strafanzeige

gegen Verantwortliche

der Universum Box-Promotion

GmbH eingereicht und zudem

den Antrag auf Eröffnung eines

Insolvenzverfahrens über das

Vermögen des einstigen Erfolgsstalls

gestellt. Hintergrund

des Streits ist eine offene

Forderung von rund

190.000 Euro. Eine

Kampfbörse

in dieser Höhe

steht dem

30-Jährigen

aus seinem

WM-Kampf

gegen Felix

Sturm vom

13. April zu.

Diesen Anspruch

erkannte

Universum nach

einer Klage Zbiks

vor dem Landgericht

Hamburg am 21.

September vollumfänglich

an. Gezahlt wurde danach laut

Zbik wie schon seit Monaten

nichts. Am 12. Oktober erhielt

Zbik von Universum-Chef Waldemar

Kluch eine erste Rate in

Höhe von 5000 Euro. „Auf meine

Nachfrage, wann der Rest des

Geldes käme, erhielt ich wieder

nur Ausflüchte. Das war für

mich das Zeichen, dass Universum

kein Geld mehr hat“, sagt

Zbik, der seinen Vertrag mit Universum

fristlos gekündigt hat.

Da war die Welt noch in Ordnung: Waldemar Kluch auf der Pressekonferenz vor dem Sturm-Kampf. Zbik grinst fröhlich,

während sein Trainer Artur Grigorian schon etwas zu befürchten scheint…

Sebastian Zbik

Die Strafanzeige,

die mittlerweile von der Staatsanwaltschaft

per Aktenzeichen

bestätigt wurde, stellte

der Mecklenburger wegen des

Anfangsverdachts der Untreue

und Unterschlagung sowie der

Insolvenzverschleppung. Zbik

kann belegen, dass die Börse von

Sturms Management als Veranstalter

auf ein Fremdgeldkonto

Universums überwiesen wurde.

Ebenso habe er Beweise dafür,

dass das Geld für andere Belange

ausgegeben wurde. „Offensichtlich

ist die Firma Universum

überschuldet und zahlungsunfähig.

Dies muss schon nach

dem Kampf zwischen Zbik und

Sturm so gewesen sein, andernfalls

hätte sich Universum nicht

veranlasst gesehen, das vereinnahmte

Fremdgeld für sich zu

verbrauchen“, heißt es in der

Strafanzeige, um den Verdacht

der Insolvenzverschleppung

zu untermauern.

Der

Antrag

auf

Eröffnung

des

Insolvenzverfahrens

ist

eine logische

Konsequenz.

Ein

vorläufiger Insolvenzverwalter

muss zunächst

die wirtschaftliche Lage Universums

prüfen. Das Hamburger

Amtsgericht hat den Antrag am

24. Oktober an Universum überstellt

und damit die rechtliche

Grundlage dafür bestätigt. Universum

hat nun eine Frist von

vier Wochen, um zu beweisen,

dass sie nicht zahlungsunfähig

oder überschuldet sind. Sollten

keine ausreichenden finanziellen

Mittel bestehen,

um die zahlreichen

Gläubiger

– neben Zbik

warten eine

Reihe weiterer

Boxer

und Geschäftspartner

auf Geld

– zu bedienen,

wird das

Insolvenz-

Klaus-Peter Kohl weist

alle Anschuldigungen

zurück

30BoxSport


verfahren gar nicht erst eröffnet.

Die Gefahr, am Ende mit leeren

Händen dazustehen, hat Zbik

einkalkuliert. „Das ist mir immer

noch lieber, als mit dieser ständigen

Ungewissheit zu leben, die

meine Nerven zerfrisst“, sagt er.

Da Kluch die seit vielen Monaten

angekündigten Investoren

anscheinend nicht vorweisen

kann, dürfte Zbiks Schritt das

Ende des seit 1984 existierenden

Unternehmens einläuten, zumal

der frühere Universum-Chef

Klaus-Peter Kohl die Zwangsversteigerung

der Universum-

Trainingsstätte in Lohbrügge

eingeleitet hat, um die noch ausstehende

Kaufsumme von rund

1,5 Millionen Euro einzutreiben.

Diese gestaltet sich allerdings

schleppend, weil auch dort gewisse

Fristen eingehalten werden

müssen.

Kluch gibt vor, den juristischen

Verfahren entspannt

entgegenblicken zu können. Im

Gegenteil, er habe sogar eine

Verleumdungsklage gegen Zbik

eingereicht. Zudem versuchten

Kohl und dessen Schwiegersohn

Dietmar Poszwa, so habe er erfahren,

weitere Boxer dafür zu

bezahlen, dass sie gegen Universum

rechtliche Schritte einleiten.

Denis Boytsov (l.) mit Waldemar Kluch. Der Russe hat das Training eingestellt

„Kohl steckt hinter allem. Er will

Universum platt machen, um

selbst als der Gute dazustehen.

Aber das wird ihm nicht gelingen,

ich werde mich wehren und

hart zurückschlagen“, sagt er.

Poszwa wies die Anschuldigungen

eindringlich zurück, wollte

aber öffentlich keinen Kommentar

abgeben. Auch Zbiks Anwalt

reagierte gelassen: „Es gibt

nichts, was Herr Kluch rechtlich

beanstanden könnte.“

Die Signale, die aus dem

Universum-Umfeld herausdringen,

klingen indes alarmierend.

Vor allem der Kampf um Denis

Boytsov, die große Hoffnung im

Schwergewicht, ist eine weitere

Baustelle. Der Russe, der mittelfristig

als Herausforderer von

Wladimir Klitschko gehandelt

wird, weigert sich seit Wochen,

bei Universum zu trainieren. Einen

für 1. Dezember avisierten

Kampf gegen den Briten Tyson

Fury musste Universum mit

Verweis auf „fehlende Form“

absagen. Form, die fehlt, weil

Boytsov nicht trainiert. Tatsächlich

gibt es mehrere Interessenten,

die den in 31 Profikämpfen

unbesiegten 26-Jährigen gern

unter Vertrag nehmen würden.

Alle Beteiligten, darunter auch

Boytsovs Berater Gagik Khachatryan,

wollen dazu öffentlich

nicht Stellung nehmen. Fakt ist:

Auch die für 22. Dezember in

Moskau geplante Veranstaltung,

auf der Boytsov ursprünglich

boxen sollte, ist mittlerweile abgesagt.

Und mit Mediendirektor

Steffen Soltau hat ein wichtiger

Mann auf der Geschäftsstelle

seine Kündigung eingereicht. Es

mag sein, dass Waldemar Kluch

schon schlimmere Zeiten erlebt

hat. Für Universum gilt das allerdings

nicht.

Björn jensen

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31


Bei der Universum Fight-Night

Vitali Tajbert musste erst

verlieren, um wieder

zu gewinnen. Zehn

Kilogramm musste der

frühere Weltmeister abspecken,

bevor er nach seiner langen Pause

wieder in den Ring steigen

konnte. Im Superleichtgewicht

feierte er schließlich sein Comeback

– zwei Klassen über dem

Superfedergewicht, in dem er bis

2010 WBC-Champion war. Den

zuvor in zehn Kämpfen unbesiegten

Tschechen Michal Dufek

besiegte der 30 Jahre alte Tajbert

in Hamburg einstimmig über

sechs Runden nach Punkten. Der

23. Sieg im 25. Profikampf des

Stuttgarters. Sein Fazit nach dem

Comeback: „Ich habe das Boxen

nicht verlernt.“

Aber es geriet ihm nicht ganz

so spielerisch wie seine früheren

Siege. „Es war ein bisschen

Geglücktes Comeback: Vitali Tajbert feierte einen einstimmigen Punktsieg

über den Tschechen Michal Dufek

Tajbert: „Ich habe das

Boxen nicht verlernt“

Geglücktes Comeback – und die verletzte Schlaghand hielt

ungewohnt“, sagte Tajbert, der

wegen einer Verletzung an seiner

rechten Schlaghand neun Monate

lang hatte pausieren müssen.

Nach der Operation, mit der Hand

in Gips, konnte er nicht trainieren

und legte auf mehr als 70 Kilogramm

zu. „Es war ein bisschen

hart, abzunehmen“, erzählt Tajbert.

Aber das Comeback glückte

und vor allem hielt die Hand.

„Ich konnte die Hand im Training

nicht richtig testen, ich hatte das

im Kampf natürlich im Hinterkopf“,

sagt der Ex-Weltmeister.

„Aber sie hat gehalten, ich hatte

keine Schmerzen.“

Das war nicht immer so.

Schon bei seinem verlorenen

WM-Kampf im November 2010 in

Japan hatte ihn die Hand geplagt.

„Ich hatte immer Schmerzen, ich

war nur ein halber Boxer“, sagt Tajbert.

Seine Hoffnung: „Ich habe

es mit einer Hand weit gebracht.

Jetzt, wo beide Hände fit sind,

will ich noch mehr erreichen.“ Er

ist immer noch die Nummer sieben

der WBC-Weltrangliste. Der

Weltmeister ist aber mittlerweile

der Mexikaner Gamaliel Diaz, der

dem Tajbert-Bezwinger Takahiro

Ao aus Japan gerade den Titel

abgenommen hat. „Es ist mein

großes Ziel, noch einmal um die

Weltmeisterschaft zu kämpfen“,

sagt Tajbert. Noch dieses Jahr

will er wieder in den Ring steigen,

um sich für eine neue WM-

Chance zu empfehlen. „Ich will

mich nicht mit Sechs- oder Acht-

Runden-Kämpfen aufhalten, das

ist alles uninteressant, das mache

ich nur, um in Form zu bleiben“,

sagt der Silbermedaillengewinner

der Olympischen Spiele von

2004.

Tajbert hatte nicht nur die

langwierige Verletzung zurückgeworfen,

sondern auch die Querelen

um den Hamburger Universum-Boxstall.

Lange wusste

keiner der Boxer, ob es überhaupt

weitergeht bei Universum, nachdem

Klaus-Peter Kohl den Boxstall

an Waldemar Kluch verkauft

hatte. Viele Athleten schlossen

sich einem neuen Boxstall an,

Tajbert blieb. Obwohl er nicht

wusste, ob das die richtige Entscheidung

war. „Was ist schon

sicher im Leben?“, fragt Tajbert.

„Es gab viele Gerüchte, aber ich

habe mein Ding gemacht. Die

Unruhe war natürlich groß. Aber

jede Krise geht mal zu Ende.“

So kümmerte sich Tajbert in

der Zwischenzeit um seine Geschäfte.

In Hamburg, wo er lebt

und trainiert, und Umgebung

besitzt er mehrere Spielhallen,

er machte Immobiliengeschäfte

und vermittelt Geschäfte nach

Russland und in sein Heimatland

Tajbert und der neue Universum-

Cheftrainer Anthony Brooks freuen sich

über den Sieg

Kasachstan. „Ich habe nicht untätig

herumgesessen“, erzählt

Tajbert. „Ich habe mich gebildet.

Nicht an der Uni – sondern im Leben.“

Mit den Spielhallen hat er

sich ein zweites Standbein für die

Zeit nach dem Boxen aufgebaut.

„Boxen ist mein Hauptberuf, nur

das will ich eigentlich. Aber das

geht nur bis in ein bestimmtes

Alter.“ Freunde brachten ihn

schließlich auf das Geschäft mit

dem Glücksspiel. „Das ist heute

eigentlich nicht mehr so interessant.

Eigentlich verdient nur

noch der Staat. Aber zum Essen

und Trinken reicht es“, sagt Tajbert.

Das Boxen, weiß Tajbert, wird

ihn nicht mehr reich machen: „In

meiner Gewichtsklasse gibt es

nicht viel zu verdienen.“ Aber er

will seinen Namen noch bekannter

machen. „Eigentlich habe ich

alles erreicht. Wer kann schon

zurückschauen und sagen, dass

er mal Weltmeister war? Aber ich

will noch mal oben stehen, sportlich

Erfolg haben.“

Arne Leyenberg

32 BoxSport


in der Wandsbeker Sporthalle

Chakhiev:

wieder ein

Schon wieder ein K.o.-Sieg:

Rhakim Chakhkiev (links) siegte

vorzeitig über den Kolumbianer

Epifanio Mendoza

K.o.-Sieg

Ina Menzer gewann nach Krach mit Trainer Brooks

Rhakim Chakhkiev und

Ina Menzer sind wie

Vitali Tajbert zwei der

wenigen Verbliebenen,

die dem Hamburger Universum-

Stall die Treue gehalten haben

– trotz der ungewissen Zukunft.

Bei der Hamburg Fight Night in

der Sporthalle Wandsbek wurde

ihre Treue belohnt.

Chakhkiev schlug den Kolumbianer

Epifanio Mendoza

in der neunten Runde k.o. Der

Russe verteidigte zum zweiten

Mal den Baltic-Titel des WBC

im Cruisergewicht und machte

einen weiteren Schritt in

Richtung Weltmeisterschaftskampf.

Der in 15 Profikämpfen

unbesiegte Chakhkiev ist

mittlerweile die Nummer vier

der WBC-Weltrangliste. „Ich

bin überglücklich“, freute sich

Chakhkiev. „Ich möchte am

liebsten gleich wieder boxen.

Und den Weltmeistern sage ich:

Es ist mir egal, gegen wen ich

antrete.“ Mendoza hatte schon

in der zweiten Runde zu Boden

Mit einem technischen K.o.-Sieg in der zweiten Runde über die

Ungarin Renata Domsodi (links) holte sich Ex-Weltmeisterin Ina

Menzer den Europameister-Titel der WBO im Federgewicht

Veranstalter und

Boxer: Lokalmatador

Ismail Özen (links)

holte gegen Michal

Bilak seinen

sechsten Sieg im

sechsten Kampf

gemusst, hielt in der Folgezeit

aber gut dagegen. Erst in der

neunten Runde, nach einem

weiteren Niederschlag, war der

Widerstand des Kolumbianers

gebrochen.

Ex-Weltmeisterin Menzer

sicherte sich in Hamburg immerhin

wieder einen Titel. Mit

einem technischen K.o.-Sieg

in der zweiten Runde über die

Ungarin Renata Domsodi wurde

Menzer Europameisterin der

WBO im Federgewicht. Domsodi

war jedoch keine Gegnerin

für Menzer, die Ungarin war von

Beginn an völlig überfordert.

„Ich fühle mich bereit für einen

WM-Kampf“, erklärte Ina Menzer,

Weltmeisterin von 2005 bis

2010.

Zu kämpfen hatte Menzer

auch mit ihrem neuen Trainer

Anthony Brooks. Der Amerikaner

aus Stuttgart übernahm,

nachdem Michael Timm zu den

Amateuren in seine Heimatstadt

Schwerin gewechselt war.

Brooks legt den Schwerpunkt

auf Kondition und Fitness, weniger

auf Technik- und Taktikschulung.

„Er wollte alles umstellen.

Ich sollte jeden Tag acht Stunden

trainieren – da bin ich auf die

Barrikaden gegangen“, berichtete

Menzer über die Auseinandersetzung

mit Brooks. „Es war

gut, dass diese Eskalation direkt

am Anfang passiert ist. Jetzt verstehen

wir uns deutlich besser,

auch wenn es schon eine große

Umstellung war.“

Neben Universum-Boss Waldemar

Kluch war der Hamburger

Ismail Özen Veranstalter der

Hamburg Fight Night. Der Lokalmatador

sicherte sich mit einem

Aufgabesieg über den Tschechen

Michal Bilak die Internationale

Deutsche Meisterschaft im Halbschwergewicht.

Bilak, der einst

für den Magdeburger SES-Stall

in den Ring stieg, hinterließ in

den ersten Runden einen guten

Eindruck, dann musste er wegen

einer Handverletzung aufgeben.

Der sechste Sieg im sechsten

Kampf für Özen – und der sechste

vorzeitige. Die Schwedin Maria

Lindberg punktete die Rumänin

Floarea Lihet deutlich über

sechs Runden aus.

BoxSport 33


Zwei großen Box-Hoffnungen drohen lange Gefängnisstrafen

Warum erschoss

Ante Bilic

seinen Ex-

Kumpel ?

Da war die Welt noch in Ordnung: Ante Bilic, sein Opfer

Mario Bilic-Kovacevic und Profi-Boxer Alarim Uysal (v.l.)

bei einem gemeinsamen Mallorca-Urlaub

Gebhard: Schüsse im Wettbüro

Einst waren sie die großen

Hoffnungen im Boxring,

Talente mit einer strahlenden

Zukunft. Sie trainierten

gemeinsam und stiegen

für den Kölner Boxstall AURA in

den Ring. Heute sitzen sie im Gefängnis.

Ante Bilic wurde gerade

unter dem Verdacht des Mordes

an einem früheren Kumpel in

seiner Heimat Kroatien verhaftet

und sitzt in Split in

Untersuchungshaft. Kavin

Gebhard steht bereits in

Frankfurt vor Gericht und

muss sich wegen versuchten

Mordes verantworten.

Das bittere Ende zweier

vielversprechender Talente.

Der 29 Jahre alte Kroate

Bilic hatte im April in Hamburg

dem starken Rafael

Bejaran aus der Dominikanischen

Republik den Europameistertitel

der WBO im

Mittelgewicht abgenommen. Der

27. Sieg im 29. Kampf für Bilic,

der bislang lediglich gegen SES-

Boxer Lukas Konecny und den

starken Russen Sergej Sorokin

nach Punkten verlor. Das Highlight

sollte aber erst noch folgen.

Bilics Hamburger Promoter Erol

Ceylan setzte gerade beim Kongress

des Weltverbandes WBO

in Florida durch, dass sein Boxer

an Nummer eins der Weltrangliste

gesetzt werden sollte. Als

offizieller Herausforderer des

frisch gekürten Weltmeisters Peter

Quillin aus den USA. Im April

2013 sollte der WM-Kampf steigen.

Noch bevor Ceylan seinem

Boxer jedoch die frohe Kunde

überbringen konnte, erhielt er

in Miami einen Anruf aus Kroatien.

Ante Bilics im sechsten

Monat schwangere Frau Jelena

rief ihn völlig aufgelöst mitten

in der Nacht an. Boxer Ante war

Nach dem EM-Sieg von Bilic (v.l.): Trainer Bülent Baser,

Ante Bilic, Trainer Oktay Urkal und Promoter Erol Ceylan

Am 16. Januar wird das Urteil gegen

Kavin Gebhard gesprochen

festgenommen worden – die Polizei

beschuldigt ihn des Mordes

an dem 43 Jahre alten Marijan

Bilic Kovacevic. Kovacevic war

1991 wegen Mordes an einem

Taxifahrer zu 12,5 Jahren Haft

verurteilt worden, zudem stand

er wegen Drogenhandels vor Gericht.

Bilic und Mario, wie Kovacevic

genannt wurde, waren einmal

beste Freunde. Sie machten

gemeinsam Urlaub auf Mallorca,

15 Jahre lang waren sie unzertrennlich.

Was nun zum Bruch

führte, warum Bilic, früher Bodyguard

des Bürgermeisters

von Split, seinem Opfer nach

Angaben der Polizei vor einem

Café in Split auflauerte und mit

vier Schüssen niederstreckte, ist

noch völlig unklar. „Wir kennen

Bilic als fairen Sportsmann und

können ihn uns als Mörder überhaupt

nicht vorstellen“, sagte

der niedergeschlagene Promoter

Ceylan.

Auch Kavin Gebhard griff

zur Pistole – sein Opfer überlebte

aber. Der heute 31 Jahre alte

Gebhard schoss 2007 in einem

Wettbüro in seiner Heimatstadt

Bad Homburg auf einen zehn

Jahre älteren Kosovo-Albaner.

Die Schüsse räumte Gebhard

unlängst vor Gericht ein. Unklar

ist, worum es bei der Auseinandersetzung

überhaupt

ging. Nach vier Schüssen in die

Schulter und den Kiefer musste

das Opfer notoperiert werden,

überlebte und ist heute wegen

einer posttraumatischen

Belastungsstörung Frührentner.

Gebhard, der kurz

vor der Tat im zwölften Profikampf

die erste Niederlage

hatte einstecken müssen – er

verlor gegen Denis Simcic im

Duell um die Internationale

Deutsche Meisterschaft im

Halbschwergewicht nach

Punkten –, floh nach der Tat

nach Serbien, der Heimat

seines Vaters. Dort arbeitete

er zunächst im Sicherheitsbereich,

dann als Box- und

Fitnesstrainer. Vier Jahre

lang lebte er unbehelligt, dann

bekam er auch in Serbien Ärger

mit der Justiz. Örtlichen Medienberichten

zufolge soll er einen

früheren Polizisten mit bloßen

Fäusten erschlagen haben.

Vor Gericht sagte Gebhard, er

sei überfallen worden und habe

sich wehren müssen. Auch in

Serbien wurde also der Boden

zu heiß, er kehrte wieder nach

Deutschland zurück und wurde

verhaftet. Am 16. Januar soll das

Urteil gegen Kavin Gebhard verkündet

werden.

34BoxSport


Prügel-Orgie im Rosenkrieg: Schwiegervater schwer verletzt

Darf Stieglitz nie

wieder boxen?

Er spricht von „Notwehr“ – seine Noch-Ehefrau von „Hinrichtung“

Vom Glück beseelt ist

Robert Stieglitz derzeit

wahrlich nicht. Erst

verliert der Supermittelgewichtler

aus dem Magdeburger

SES-Boxstall am 25. August

seinen WBO-Weltmeistertitel

an Arthur Abraham. Dann

platzte auch noch der von ihm

ersehnte Scheidungstermin am

19. Oktober, weil seine Rechtsvertretin

erkrankte. Und schließlich

ist da noch der landesweit

Aufsehen erregende Vorfall mit

seinem Schwiegervater, der

möglicherwesie dazu führen

könnte, dass er vorläufig seinen

gut dotierten Job als Preisboxer

nicht mehr ausüben kann. Der

Kopf des 31-Jährigen ist voll mit

Problemen, die weitaus bedrohlicher

sind, als manch eine Gerade

seiner Gegner.

Der sonst so ruhige und

sich zurückhaltend gebende

Faustkämpfer hat seinen Noch-

Schwiegervater Jacob Beim auf

seinem Grundstück im Magdeburger

Stadtteil Stadtfeld im

Streit krankenhausreif geschlagen.

Nicht mit den eigenen

Waffen, seinen Fäusten (seine

Schlaghand war frisch operiert),

sondern mit einem Vierkantholz.

Das 56 Jahre alte Opfer erlitt einen

dreifachen Schädelbasisbruch.

Das Gesicht des Verprügelten

war schwer entstellt und

wies zahlreiche Hämatome auf.

Es bestand Lebensgefahr, die

Einblutungen ins Gehirn konnten

jedoch gestoppt werden.

Dennoch habe er einen totalen

Gedächtnisverlust erlitten, hieß

es aus dem Magdeburger Klinikum

nach einer vierstündigen

Operation. „Er befindet sich in

psychologischer Behandlung“,

berichtet dessen Ehefrau Brigitte.

Auch sie wurde bei der Schlägerei

vom Kantholz leicht verletzt,

als sie versuchte zu schlichten.

Noch ist unklar, wie es zu der

Da waren sie noch glücklich: Robert

Stieglitz bei der Hochzeit mit Anna

mitternächtlichen Auseinandersetzung

kam und wer der

Schuldige ist. Der Verprügelte

stand zum Tatzeitpunkt unter

Alkoholeinfluss. Eine Blutkontrolle

ergab einen Wert von 1,8

Promille.

Stieglitz schildert seine Version

vom Vorfall so: „Mein Schwiegervater

ist betrunken mit einer

Eisenstange auf mich losgegangen,

da musste ich mich wehren.

Ich habe mir das Kantholz

gegriffen, nachdem ich schon

einen Stein nach ihm geworfen

hatte. Erst mit dem Holz konnte

ich den Angriff abblocken, ich

habe einmal zugeschlagen.“ Er

habe aus Notwehr gehandelt, so

schrieb er in einer Kolumne in

der Magdeburger Volksstimme.

In der gleichen Zeitung kommentierte

seine Noch-Ehefrau

Anna die Vorfälle so: „Das war

eher wie eine Hinrichtung.“

Unstrittig ist, dass es sich

bei der Prügelorgie um den

vorläufigen Höhepunkt eines

seit fast zwei Jahren tobenden

Rosenkriegs zwischen Stieglitz

und seiner Noch-Ehefrau Anna

handelt, die die Prügelnacht

völlig anders erlebt haben will.

Sie wirft Ihrem Noch-Ehemann

vor, ihren Vater verprügelt zu

haben. Vom Fenster aus habe sie

gesehen, wie er auf ihren Vater

eingeschlagen habe. Anna Beim-

Stieglitz: „Robert ist aggressiv

und unberechenbar.“

Beide heirateten vor acht

Jahren, haben inzwischen auch

einen sechsjährigen Sohn. Seit

der Hochzeit bewohnen sie

zusammen mit den Schwiegereltern

ein Doppelhaus, dessen

Eigentümer Stieglitz ist. 2010

reichte er die Scheidung ein. Seitdem

lodert unter dem Dach der

Familien das Feuer. Nach permanenten

verbalen Anfeindungen

und gegenseitigem mutwilligen

Zerstören ihrer Autos eskalierten

nunmehr die Zwistigkeiten,

nachdem Stieglitz per Räumungsklage

seine Noch-Ehefrau

und deren Eltern aus dem Haus

werfen will. Einen juristischen

Sieg konnte der Kläger bereits

verbuchen. Für den im Gebäude

außerdem befindlichen Friseursalon

seiner Schwiegermutter

hat er die Klage gewonnen.

Zwölf Mal, heißt es aus

Magdeburger Polizeikreisen,

seien Einsatzkräfte inzwischen

gerufen worden, um anhaltende

Streitigkeiten zwischen den

verfeindeten Parteien beizulegen.

Am 28. Februar diesen Jahres,

bestätigte Polizeisprecherin

Beatrix Mertens, sei sogar ein

Sondereinsatzkommando angerückt,

weil der Boxer an diesem

Tatjana Genrich

(links) ist die neue

Frau an der Seite

von Stieglitz

Ex-Weltmeister Robert Stieglitz

Tag auf die Überwachungskameras

geschossen hatte, die der

Schwiegervater zum Schutz vor

seinem Schwiegersohn aufgestellt

hatte. Die Waffe wurde von

den Beamten ebenso sichergestellt,

wie die Tatwerkzeuge des

letzten Zwischenfalls. Die Polizei

ermittelt jetzt gegen Stieglitz

wegen schwerer Körperverletzung.

Ihm droht eine Gefängnisstrafe

zwischen sechs Monaten

und zehn Jahren. Auch Stieglitz

hat inzwischen Strafanzeige gestellt.

SES-Chef Ulf Steinforth wollte

sich zu dem brisanten Vorfall

noch nicht näher äußern, da es

sich um ein schwebendes Verfahren

handelt. Robert sei ein

anständiger Junge, sagte der Promoter

lediglich. Unrühmlich aufgefallen

war der gebürtige Russe

mit wolgadeutschen Wurzeln

seit seiner Übersiedlung nach

Magdeburg noch nicht. Anfang

2000 zog er im Teenageralter in

die Elbestadt zum Onkel. Ein

Jahr später unterschrieb er beim

SES-Boxstall und sorgte fortan

als Faustkämpfer für Schlagzeilen.

Noch in der Nacht nach

dem gutklassigen Duell hatten

Abrahams Promoter Wilfried

Sauerland und Stieglitz-Macher

Steinforth ihre Köpfe zusammengesteckt,

um sich über die

Regularien für einen möglichen

Rückkampf zu verständigen. Ihr

Ansinnen sah vor, dass die Revanche

im kommenden Frühjahr

stattfinden sollte. Vorher sei für

Stieglitz noch ein Aufbaukampf

geplant gewesen. Ob es dazu

noch kommt, steht wohl in den

Sternen.

Gunnar Meinhardt

BoxSport 35


Armer Konecny: WM-Kampf wieder knapp verloren

Ulf Steinforth: „Über diese

Wertung lachen die Hühner“

Aber der Tscheche träumt weiter vom Weltmeistergürtel

Mit stark blutendem Auge kämpfte sich

Konecny (links) durch die letzten Runden

– es nützte alles nichts

In gebückter Haltung schenkten sich beide Athleten nichts

Die Reise nach Kiew des tschechischen Boxprofis

Lukas Konecny entpuppte sich für den Halbmittelgewichtler

als Ofenschuss. Der 34 Jahre alte

Profi konnte seinen drei kleinen Töchtern nicht

den versprochenen WM-Gürtel der WBO vorführen. Der

blieb bei Titelverteidiger Zaurbek

Baysangurov. Punktrichter

Matteo Montella wertete

117:111, Lahcen Oumghar

gab 118:110 und

Mickey Vann ließ vom

Hallensprecher sogar

119:109 vermelden.

SES-Manager Ulf Steinforth

konnte sich

über dieses Urteil

lange nicht beruhigen:

„Über diese Wertung

lachen die Hühner.

Die Punktrichter

müssen einen völlig

anderen Kampf gesehen

haben.“

SES-Promoter Ulf Steinforth

Sauer über das Urteil:

Der tschetschenische Weltmeister Baysangurov war

keineswegs so überlegen, wie das die Ringrichter gesehen

haben wollen. Nicht nur das offensichtlich ungerechte Urteil

erregte Ärger bei dem Magdeburger Boxstall. Konecny

klagte zudem über Sichtprobleme: „Ich suche nicht nach

Ausreden, aber ich hatte ab der ersten Runde Probleme

mit meinen Augen. Meine Augen tränten und ich konnte

dadurch meine Taktik nicht umsetzen.“ SES-Manager Ulf

Steinforth ließ sich nach dem Kampf die Handschuhe Baysangurovs

bringen. „Wir wollten Protest einlegen. Lukas

hat aber dann darauf verzichtet. Er wollte kein schlechter

Verlierer sein.“

Ein „armer Hund“ ist der aus Brünn stammende Boxer

trotzdem. Das Pfeifkonzert der Fans 2008 in Dresden klingt

Konecnys Trainer Dirk Dzemski jetzt noch in den Ohren.

Lukas stand damals als Herausforderer in seinem ersten

WM-Kampf dem ukrainischen Universum-Boxer Sergej

Dzinziruk gegenüber. Das Urteil lautete 115:113, 114:114

und 118:110 für Dzinziruk.

Viereinhalb Jahre kämpfte sich der zähe Lukas nun

wieder in die Herausforderer-Position. Nach einem K.O.-

Sieg über den Franzosen Salim Larbi im vergangenen Mai

in Brünn wurde er sogar Interims-Weltmeister. Doch damit

ist es jetzt vorbei. „Es ist schon hart, wenn du fleißig

trainierst, dein Leben darauf einstellst und am Ende ungerecht

behandelt wirst“, kann sich Box-Experte Jean-Marcel

Nartz in Konecnys Stimmungslage hinein versetzen.

Das Duell der beiden Angriffsboxer Konecny und Baysangurov

stand natürlich immer auf des Messers Schneide.

„Aber dass ich nur eine einzige Runde gewonnen haben

36 BoxSport


soll, halte ich für unglaublich

und auch nicht wahr“, ärgert

sich der Tscheche. Wenn der Titelverteidiger

bei den Punktrichtern

einen kleinen Bonus verbuchen

kann – akzeptiert! Dafür

ist er nun einmal Weltmeister.

Trotzdem darf der Herausforderer

nicht verschaukelt werden.

Es überrascht nicht, wenn SES-

Trainer Dirk Dzemski, auf den

Kampf von Kiew angesprochen,

immer wieder flucht: „Ich war

bis zur siebenten Runde mit Lukas

total zufrieden. Danach lief

der Kampf etwas in die verkehrte

Richtung. Was nichts damit zu

tun hat, dass die Auseinandersetzung

von der ersten bis zur

letzten Runde viel, viel knapper

verlief, als das komische Urteil

aussagt.“

Wer jedoch denkt. Lukas

Konecny, der in 257 Amateurund

52 Profikämpfen gehärtete

Edelboxer, würde sich nun

zerknirscht an den Bier-Tresen

zurückziehen, liegt falsch: „Ich

denke nicht daran aufzuhören.

Ich mache jetzt eine kleine Pause

und dann geht es im SES-Gym

weiter. Mein Traum vom Weltmeistergürtel

ist noch nicht ausgeträumt.“

Manfred Hönel

Einen klaren Sieg holte SES-Boxer

Dominic Bösel (rechts) über den

Slowaken Vladimir Tazik

Sieg von Dominic Bösel

Der junge Freyberger Halbschwergewichtler Dominic Bösel hat auch seinen achten Profikampf gewonnen.

In einem dominant geführten Kampf gegen den Slowaken Vladimir Tazik konnte Bösel immer wieder

mit schönen Kombinationen zum Körper und Kopf seines Gegners beeindrucken. Dieser stellte sich

dem SES-Fighter tapfer entgegen, musste aber dessen technische Überlegenheit und dessen Schlagvarianten

über sich ergehen lassen. Das vorzeitige Ende konnte Dominic Bösel trotz harter Treffer nicht

erzwingen und so siegte er hoch überlegen mit dem Punkturteil 60:54, 60:54 und 60:50.





























Carl-Zeiss-Straße 38-40


24568 Kaltenkirchen


Fon: +49-41 91-99 66 0

Fax: +49-41 91-99 66 33


Armer

Rocky!

Der Ernst des Lebens:

Graciano Rocchigiani lebt

jetzt von Hartz IV

Jetzt

lebt er von

374 € Hartz IV!

Kein Alkohol mehr – er wird Botschafter für die „Arche“

Mit seinem Bruder Ralf versteht

sich Rocky sehr gut

Er hat Mil lio nen Menschen

mit sei nen

Box-Kämp fen begeis

tert. Gra cia no

„Ro cky“ Roc chi gia ni (48)

war im mer ein gro ßer Kämpfer

und ein Bo xer mit Herz.

Er in nert sei nur an sei nen

ers ten Kampf ge gen Henry

Mas ke 1995, wo er durch

ein Fehlur teil um den Sieg

ge bracht wur de. Ro cky hatte

Mas ke in den Sei len. Aber

das reich te nicht. Er in nert sei

auch an sei nen gro ßen ers ten

Kampf ge gen Dar i usz „Tiger“

Mich al czew ski 1996 am

Ham bur ger Mil l ern tor. Nach

ei nem Tren nungs kom man do

des Ring rich ters schlug Gracia

no noch mal zu und wurde

dis qua li fi ziert. Der nach

Punk ten in Rück stand liegen

de Ti ger wur de zum Sieger

er klärt.​

Ge schätz te fünf Mil lio nen

Eu ro hat Roc chi gia ni im Ring

ver dient. Und auch au ßer halb

des Seil ge vierts schlug sich

Ro cky mit sei ner da ma li gen

Frau Chris ti ne, von der er seit

2001ge trennt lebt, her vor ragend.

So kämpf ten die bei den

Ber li ner in Ame ri ka ge gen die

Mäch ti gen des Welt ver bandes

WBC, die ihm auf du biose

Art und Wei se den 1998

ge gen Micha el Nunn (USA)

er run ge nen Welt meis ter ti tel

ab er kann ten.​

Mit Hil fe des renommierten

Ber li ner An walts Zieg ler

wur de in den USA ge klagt

und auch ge won nen. Mil lionen

Dol lar bzw. Eu ro. Rich ter

Ri chard Owen ent schied auf

31 Mil lio nen Dol lar. Doch die

wur den nie ge zahlt. Der Weltver

band droh te mehr fach mit

der In sol venz. Letzt lich wurde

ein Ver gleich ge schlos sen

und Roc chi gia ni be kam et wa

3,6 Mil lio nen Eu ro aus gezahlt.

In jähr li chen Ra ten. ​

Roc chi gia ni heu te: Der

Lieb ling der Box fans hat eini

ge Ki los drauf ge packt und

mel de te sich beim Job cen ter

in Zos sen/Bran den burg. Rocky

be an trag te Hartz IV. Das

be rich te te die BILD-Zei tung

ex klu siv. Das ers te Geld hat

Ro cky in zwi schen schon bekom

men. Ro cchigiani: „Hartz

IV be kom men auch vie le ande

re Men schen in Deutschland.

Au ßer dem ha be ich ja

ge nug Steu ern in mei nem

Le ben ge zahlt.“ Mit den 374

Eu ro Re gel satz kommt der

38BoxSport


Graciano Rocchigiani bei einer Gala mit seiner damaligen Freundin Sonia (links), mit der er in Duisburg zusammen

lebte, und Ex-Frau Christine. Mittlerweile lebt Rocky auch von Sonia getrennt, er ist Single

Ex-Welt meis ter nach ei ge nen

An ga ben al ler dings ganz gut

klar. Der Ber li ner nach denklich:

„Ich hat te ja nicht im mer

sehr viel Geld, son dern musste

in der Ver gan gen heit und

be son ders zu Be ginn mei ner

Box-Kar rie re ja auch mit wenig

Koh le klar kom men.“​

Mit we nig klar kom men

und schnellst möglich wieder

ei ge nes Geld ver die nen,

das ist das er klär te Ziel von

Gra cia no Roc chi gia ni. Er

will sein Le ben kom plett umkrem

peln und ei nen Neu anfang

ma chen. „Ich bin mit 48

Jah ren noch nicht zu alt, um

noch mal ganz von vorn an zufan

gen.“​

Sein Le ben neu ein rich ten.

Da zu ge hört zu al ler erst die

Ab sa ge an „Teu fel“ Al ko hol.

Nach ei ge nen An ga ben trinkt

Ro cky in zwi schen kei nen

Trop fen Al ko hol mehr, was

ihm nicht schwer fällt. Sei ne

Er kennt nis: „Der Al ko hol hat

mir vie les ka putt ge macht.“

Weg vom Al ko hol, da zu

ge hört auch die Tren nung von

den „gu ten Freun den“ in Berlin.

Oft sa ßen al le an ei nem

Tisch. Wo? Na tür lich in der

Knei pe. Und da wur de dann

or den tlich ge be chert. Da mit

ist jetzt Schluss. Gra cia no

star tet sei nen Neu an fang in

Bran den burg. 25 Ki lo me ter

von Ber lin ent fernt hat er sich

in der Groß zie the ner Pen sion

von Wil li Bel ger (Haus

Bel ger) ein et wa 25 Qua dratme

ter gro ßes, hel les Zim mer

ge nom men. Schrank, Tisch,

Bett, Flach bild-TV, Bad, das

reicht für‘s Ers te. Die Miete

(50 Eu ro in klu si ve Frühstück)

zahlt mit „Haus und

Heim“ ein ganz treu er Sponsor

des Ber li ner Ex-Bo xers.

Der Pen si ons wirt spen diert

das Es sen. Kein Al ko hol, keine

Knei pen freun de und weg

Sein letzter Trainerjob Anfang 2012: Rocky macht Schwergewichtsboxer

Manuel Charr eine Übung vor

aus dem Groß stadt ge tüm mel.

Das neue Le ben des Gra cia no

Roc chi gia ni. Hört sich ganz

zu ver sicht lich an.​

Der Box sport ist na türlich

im mer noch Roc chi gia nis

gro ße Lei den schaft. Un endgelt

lich trai niert er den dreißig

jäh ri gen Ber li ner Mit tel gewicht

ler Ah med el Na ser, der

als Ama teur un ge schla gen

war aber, sein Pro fi-De büt

in Vel ten in den Sand setz te

und durch t.K.o. ver lor. Das

war nicht nach Ro ckys Geschmack.

Sei ner Mei nung

nach ist das Pro fi-Bo xen in

Deutsch land auf das Ni veau

An fang der acht zi ger Jah re

zu rück ge fal len. Der Grund:

„Es feh len die deut schen Zugpfer

de.“ So wie Gra cia no Rocchi

gia ni selbst ei nes war.​

Ro cky und Hartz IV. Diese

Nach richt macht die Box-

Welt be sorgt. Kult-Trai ner Ul li

Weg ner bie tet sei ne Hil fe an,

sagt: „Ro cky war so ein tol ler

Bo xer und er ist ein gu ter Kerl.

Wir müs sen ihm ir gend wie

hel fen.“ Welt meis ter Ar thur

Abarrham: „Es ist ein Trauer

spiel, wie so ein Welt klasse-Bo

xer in so ei ne Si tua ti on

schlit tern konn te.“​

Den ers ten Schritt in die

rich ti ge Rich tung hat der frühe

re Champ selbst ge tan, Weg

vom Al ko hol. Dem nächst

wird er Bot schaf ter des christli

chen Ju gend hilfswerkes

„Ar che“. Ei n sehr zu lo ben des

En ga ge ment, was hel fen soll,

Ro cky wie der auf die rich ti ge

Schie ne zu brin gen. Von unten

nach oben.

Xaver Franz

Christine

lässt ihn nicht

im Stich…

Wäh rend der gro ßen Box-Kämp fe

von Gra cia no Roc chi gia ni war

sie sein größ ter Fan. Un ver ges sen wie

Chris ti ne Roc chi gia ni (45) in der ers ten

Rei he am Ring ih ren „Ro cky“ laut stark

un ter stüt zte und ganz fest die Dau men

drück te. Sie war die star ke Frau an seiner

Sei te. Doch 2001 war Schluss. Die

Tren nung.​

In ei nem In ter view sag te Chris tine:

„Wir hin gen zwölf Jah re zu sammen

wie sia mesische Zwil lin ge.“ Sie

ging fort an ih ren ei ge nen Weg und hielt

aber im mer Kon takt zu Gra cia no. In

BILD wur de sie wie folgt zi tiert: „Selbst

wenn man ge trennt lebt, muss man sich

ja nicht has sen.“​

Die sem Leit satz blieb sie bis heute

treu. Ge ra de jetzt, wo Ro cky von

Hartz IV lebt, ei nen Neu an fang ma chen

möch te, da wird ei ne star ke Frau mit

gu ten Rat schlä gen ge braucht. Christi

ne: „Ein mal pro Wo che mel det sich

Gra cia no per Te le fon.“ Ob wohl bei de

ge trennt le ben, steht Chris ti ne im mer

noch zu Gra ce. ​

Sie ist ih ren Weg ge gangen und das

mit Er folg. Sie hat ein ei ge nes Häus chen

in Ber lin ge kauft, ei ne Um schu lung zur

Mas seurin er folg reich ab ge schlos sen

und auch in der Quan ten hei lung ist

Chris ti ne in zwi schen ver siert.​

Als die Nach richt von Ro ckys Hartz-

IV-An trag ge ra de durch die Nach richten

ging, war Chris ti ne in der Schweiz

un ter wegs. Um Freun de zu be su chen

und auch nach ei ner neu en be ruf lichen

Per spek tive Aus schau zu hal ten.

Bei den Eid ge nos sen möch te sich Frau

Roc chi gia ni näm lich nie der las sen und

Deutsch land adé sa gen.​

Und Ro cky? Wird er den Neu anfang

meis tern? Chris ti ne ist sich sicher:

„Ja. Denn Gra cia no ist ein Ste h­

auf-Männ chen. Der Al ko hol hat vie les

ka putt ge macht. Wenn er jetzt da von

weg kommt, ist das un ge mein wich tig.

Ich wer de im mer für ihn da sein, auch

wenn je der sei nen ei ge nen Weg in zwischen

ge fun den hat,“ sag te sie bild.de.​

Aber war um bloß hat Gra cia no nicht

schon viel frü her den Rat von sei ner

Chris ti ne an ge nom men. Frau Roc chigia

ni nach denk lich: „Ich ha be ihm oft

die Hand ge reicht. Aber er war da mals

noch nicht so weit, sie auch an zu nehmen.“

Das scheint jetzt an ders zu sein.

Ro cky meint es ganz ernst mit sei nem

Neu an fang und er setzt in zwi schen auf

ech te Freun de. So wie es sei ne Chris tine

im mer war und blei ben wird.​

BoxSport 39


Trabant:

K.o.-Sieg

für ein

neues

Leben

In Velten siegte Michel Trabant durch

K.o. über den Österreicher Thomas

Hengstberger

Nach viel Pech im Leben will er noch einmal Weltmeister werden

Boxen kann er immer

noch. In Velten bei

Berlin bekam das der

Österreicher Thomas

Hengstberger zu spüren. Die

Rede ist von dem inzwischen 34

Jahre alten Michel Trabant. Der

einstige Profi-Europameister

ließ seinem Gegner keine Chance

und durfte sich vor 1300 Zuschauern

in der ausverkauften

Ofenstadt-Halle als Weltmeister

der GBU im Halbmittelgewicht

feiern lassen. Der Berliner Trabant

weiß selbst, dass die GBU

nur ein Miniverband ist, deshalb

verrät er seinen festen Vorsatz:

„Ich werde in den nächsten

Monaten hart trainieren.

Ich will noch einmal angreifen.

Wenn ich sehe, was da alles

durch den Ring springt und

WM-Titelkämpfe beansprucht,

dann sage ich mir: Michel, was

viele WM-Kandidaten können,

kannst du auch noch.“

Gerade hat er mit seinem

Trainer Michael Petermann

das ungeheizte Gym in Berlin-

Kaulsdorf aufgegeben. „Wir

haben uns im Prenzlauer Berg

eine neue Bleibe gesucht. Ich

werde hart trainieren, um es

im nächsten Jahr vielleicht zu

einem WM-Kampf zu bringen“,

träumt Michel von einer rosigen

Zukunft. Nach 54 Profikämpfen

bei 49 Siegen, „will ich zunächst

den 50. Sieg einfahren,

danach sehen wir weiter“, gibt

sich Trabant kämpferisch. „Ich

will ganz von vorn anfangen,

bin froh, dass alles vorbei ist.

Ich habe im Leben genug Scheiße

erlebt.“

Damit bezog sich der Profi

auf eine Verhandlung im Mai,

Starb mit 38: Michel Trabant mit seiner

ersten Frau Anja

bei der er zu 1350 Euro Strafe

verdonnert worden war. Er soll

in der Berliner Kulturbrauerei

2010 einer 22-Jährigen Frau

ins Gesicht geschlagen haben.

„Trabi“ lebt mit dem Urteil,

meint aber: „Wenn du als Boxer

vor Gericht stehst, hast du

schlechte Karten.“

Der Boxer wird seine Strafe

bezahlen. „Mein Sohn Michel

wird nicht darunter leiden.

Da helfen mir auch meine Eltern“,

schildert Michel Trabant

seine derzeitige Situation als

alleinerziehender Vater. „Von

meiner zweiten Frau Jennifer

bin ich seit einigen Wochen

geschieden. Ihr wurde unsere

gemeinsame Tochter zugesprochen.

Es stimmte einfach nicht

zwischen uns“, gibt Trabant zu.

Auf seinen zwölfjährigen Sohn

Von seiner zweiten Frau Jennifer ließ

sich Michel Trabant vor kurzem scheiden

aus erster Ehe aber ist der Boxer

stolz: „Michel ist mit dem

zweitbesten Zeugnis der gesamten

Schule auf das Gymnasium

gekommen. Vom Boxen hält

er leider nichts. Er will einmal

Banker werden. Da muss man

sich nicht so quälen“, lächelt

Trabant.

Mit zehn Jahren streifte

„Trabi“ zum ersten Mal die

Boxhandschuhe über. Ein paar

Jahre später wurde der heutige

Star-Trainer Ulli Wegner auf

den Jungen aufmerksam. Wegners

Ehefrau Margret war Trabants

Klassenlehrerin. Wegner

wollte aus dem Jungen einen

Olympiaboxer machen. Nach

der Maueröffnung sah Trabant

leider andere Wege. Mit 16 Jahren

entschloss er sich, Profi zu

werden. Der Junge trainierte

bei Werner Papke im Bezirk

Wedding.

Michel boxte sich von Sieg

zu Sieg durch die Ringe. Der

Sonnyboy glaubte sich auf der

Sonnenseite des Lebens. Mit

der sieben Jahre älteren, attraktiven

Wahrsagerin Anja Weber

schien er, eine Traumfrau gefunden

zu haben. Das Paar lebte in

einer Villa im Süden Berlins bei

Beelitz. Swimmingpool, Rassehunde

und Pferde gehörten zum

Hausstand. Das Glück riss leider

bald. Anja hatte Alkoholprobleme,

Michel ließ sich scheiden.

Nach wochenlangem Koma verstarb

Anja im Alter von nur 38

Jahren. „Es war schlimm, das

alles anzusehen“, erinnert sich

der Boxer ungern.

Trabant lebte zwischenzeitlich

von Hartz IV und schwört:

„Jetzt lasse ich das ganze beschissene

Leben hinter mir und

greife neu an.“

Manfred Hönel

40BoxSport


Nach seinem Erfolg in Kabul jubelte Hamid Rahimi

Ich bin absolut überwältig,

kann noch gar nicht in

Worte fassen, wie stolz und

glücklich ich bin. Mein großer

Traum ist wahr geworden“,

freute sich der frisch gebackene

WBO-Intercontinental-Champion

im Mittelgewicht Hamid Rahimi

unmittelbar nach seinem

tK.o.-Sieg über Said Mbelwa aus

Tansania in Kabul. Lokalmatador

Rahimi konnte den von ihm

selbst initiierten „Fight 4 Peace“

vor 3000 begeisterten Fans im

Parlamentsgebäude „Loya Jirga“

für sich entscheiden, da sein

Gegner Mbelwa nach 17 Sekunden

in der siebten Runde aufgrund

einer Schulterverletzung

aufgeben musste. Es war der

erste Profi-Box-Kampf in Afghanistan

aller Zeiten und die erste

große Sportveranstaltung seit 40

Jahren.

Rahimi dominierte den

Kampf von Beginn an, auch

Anerkennend und ganz

nach dem Motto „Fight

for Peace“ trägt der

unterlegene Said Mbelwa

den Sieger Hamid Rahimi

auf Händen

Dieser Titel gehört

ganz Afghanistan!

wenn ihm gerade in den ersten

Runden deutlich anzumerken

war, dass ihn die große Erwartungshaltung

in seiner Heimat

nervös machte. Trotzdem beherrschte

der in Hamburg lebende

Afghane seinen Gegner vor

allem mit seinem Jab und setzte

die klareren Treffer.

Said Mbelwa konnte seinen

vollmundigen Ankündigungen,

Rahimi in der vierten Runde k.o.

zu schlagen, keine Taten folgen

lassen. Der Mann aus Tansania

fiel in erster Linie durch seinen

ruppigen, unsauberen Kampfstil

auf. Der deutsche Ringrichter

Holger Wiemann ermahnte

Mbelwa wegen eines Tiefschlags

und zog ihm später wegen wiederholter

Hinterkopf- und Nackenschläge

sogar einen Punkt

ab.

Je länger der Kampf dauerte,

desto deutlicher zeigte sich vor

allem Rahimis technische Überlegenheit.

Der 29-Jährige setzte

seinem Gegner immer wieder

mit sehenswerten Kombinationen

zu, ohne dabei jedoch nachhaltige

Wirkung erzielen zu können.

Das Ende kam, als Mbelwa

in Runde sieben anzeigte, dass er

starke Schmerzen in der Schulter

habe, und den Kampf deswegen

aufgeben musste.

Nach dem Schlussgong

wurde Rahimi von Hunderten

begeisterter Fans (unter ihnen

auch hochrangige Politiker) im

Ring gefeiert. „Dieser Titel gehört

nicht mir, er gehört ganz

Afghanistan“, so Rahimi zu

seinem Erfolg. „Wir haben der

Welt gezeigt, dass es sich lohnt

gegen Krieg und Terrorismus zu

kämpfen. Diese Veranstaltung

unter dem Motto ,Fight 4 Peace‘

war ein großer Erfolg, aber der

Kampf für den Frieden ist natürlich

noch lange nicht zu Ende.

Ich danke meinem grandiosen

Team und allen Menschen, die

an mich geglaubt und mich auf

meinem Weg unterstützt haben.

Dieser Abend hat gezeigt, dass

wir zusammen Großes vollbringen

können.“ Deshalb fordert

Rahimi: „Lasst uns weiter für

den Frieden kämpfen!“

Rahimi (rechts) setzte

Mbelwa immer wieder

mit sehenswerten

Kombinationen zu


Die Weltrangliste des

Die Jury: Jean-Marcel Nartz, Geschäftsführer

der Box-Event GmbH,

Hagen Doering, Sport-Koordinator

von Sauerland Event, der Box-Jour-

mittelgewicht

Superchamp: Sergio Martinez (Argentinien) WBC-Diamant

01. Daniel Geale (Australien) IBF

02. Gennady Golovkin (Kazakhstan) WBA

03. Peter Quillin (USA) WBO

04. Felix Sturm (Deutschland)

05. Dmitry Pirog (Russland)

06. Avtandil Khurtsidze (Ukraine)

07. Marco Antonio Rubio (Mexiko)

08. Martin Murray (England)

09. Brian Vera (USA)

10. Hassan N’Dam N’Jikam (Frankreich)

Lucian Bute (rechts) ist zurück! Der 32-jährige, in Kanada lebende Rumäne setzte sich im Bell Centre in Montreal

gegen den Russen Denis Grachev mit einem einstimmigen Punktsieg durch. Damit sicherte sich der ehemalige

IBF-Champion Bute die Nordamerika-Meisterschaft im Halbschwergewicht. Dieser Sieg war für Bute immens

wichtig, hatte er doch im Mai seinen IBF-Titel im Supermittelgewicht an den Engländer Carl Froch verloren.

halbmittelgewicht

Superchamp: Floyd Mayweather jr. (USA) WBA-Super

01. Cornelius Bundrage (USA) IBF

02. Zaurbek Baysangurov (Ukraine) WBO

03. Saul Alvarez (Mexiko) WBC

04. Lukas Konecny (Tschechien)

05. Austin Trout (USA) WBA

06. Miguel Cotto (Puerto Rico)

07. Vanes Martirosyan (Armenien)

08. Sergey Rabchenko (Weissrussland)

09. Jack Culcay (Deutschland)

10. Anthony Mundine (Australien)

Schwergewicht

Superchamp: W. Klitschko (Ukraine) WBA-Super, IBF, WBO

01. Vitali Klitschko (Ukraine) WBC

02. David Haye (England)

03. Alexander Povetkin (Russland) WBA

04. Odlanier Solis (Kuba)

05. Kubrat Pulev (Bulgarien)

06. Robert Helenius (Finnland)

07. Tomasz Adamek (Polen)

08. Denis Boytsov (Russland)

09. David Price (England)

10. Mariusz Wach (Polen)

leichtSchwergewicht (Cruiser)

Superchamp: Yoan Pablo Hernandez (Kuba) IBF

01. Antonio Tarver (USA)

02. Marco Huck (Deutschland) WBO

03. Guillermo Jones (Panama) WBA

04. Dennis Lebedev (Russland)

05. Krysztof Wlodarczyk (Polen) WBC

06. Ola Afolabi (England)

07. Firat Arslan (Deutschland)

08. Alexander Alekseev (Russland)

09. Mateusz Masternak (Polen)

10. B.J. Flores (USA)

HalbSchwergewicht

Superchamp: Travoris Cloud (USA) IBF

01. Bernard Hopkins (USA)

02. Jean Pascal (Kanada)

03. Chad Dawson (USA) WBC

04. Isaac Chilemba (Malawi)

05. Beibut Shumenov (Kasakhstan) WBA

06. Nathan Cleverly (England) WBO

07. Lucian Bute (Kanada)

08. Eduard Gutknecht (Deutschland)

09. Robin Krasniqi (Deutschland)

10. Jürgen Brähmer (Deutschland)

supermittelgewicht

Superchamp: Andre Ward (USA) WBA-Super; WBC

01. Carl Froch (England) IBF

02. Andre Dirrell (USA)

03. Arthur Abraham (Deutschland) WBO

04. Robert Stieglitz (Deutschland)

05. Karoly Balzsay (Ungarn)

06. Brian Magee (Irland) WBA

07. Mikkel Kessler (Dänemark)

08. James DeGale (England)

09. Adonis Stevenson (Kanada)

10. George Groves (England)

weltergewicht

Superchamp: Manny Pacquiao (Philippinen)

01. Timothy Bradley (USA) WBO

02. Victor Ortiz (USA)

03. Devon Alexander(USA) IBF

04. Jan Zaveck (Slowenien)

05. Paulie Malignaggi (USA) WBA

06. Jorge Paez Junior (Mexiko)

07. Diegeo Gabriel Chaves (Argentinien)

08. Robert Guerrero (USA) WBC

09. Randall Bailey (USA)

10. Selcuk Aydin (Türkei)

halbweltergewicht

Superchamp: Danny Garcia WBC, WBA-Super

01. Juan Manuel Marquez (Mexiko)

02. Mike Alvarado (USA)

03. Marcos Rene Maidana (Argentinien)

04. Lamont Peterson (USA) IBF

05. Roberto Ortiz (Mexiko)

06. Denis Shafikov (Russland)

07. Zab Judah (USA)

08. Lukas Martin Matthysse (Argentinien)

09. Amir Khan (England)

10. Brandon Rios (USA)

42 BoxSport

Die top-ten


BOXSPORT

nalist Hartmut Scherzer sowie die Redaktionen

von BoxSport und The Ring

(USA).

Stand: Novermber 2012

leichtgewicht

Superchamp: Yuriorkis Gamboa (Kuba)

01. Ricky Burns (Schottland) WBO

02. Miguel Vazquez (Mexiko) IBF

03. Antonio DeMarco (Mexiko) WBC

04. Adrien Broner (USA)

05. Sharif Bogere (Uganda)

06. Abdiel Ramirez (Mexiko)

07. Gavin Rees (Wales)

08. Richar Abril (Kuba)

09. Ji Hoon Kim (Korea)

10. Nihito Arakawa (Japan)

superbantamgewicht

Superchamp: Nonito Donaire WBO, IBF

01. Abner Mares (Mexiko) WBC

02. Guillermo Rigondeaux (Kuba) WBA

03. Celestino Caballero (Pan.) WBA-Super

04. Jeffrey Mathebula (Südafrika)

05. Rendall Munroe (England)

06. Toshiaki Nishioka (Japan)

07. Kiko Martinez (Spanien)

08. Wilfredo Vasquez junior (Puerto Rico)

09. Cristian Mijares (Mexiko)

10. Jorge Arce(Mexiko)

bantamgewicht

Superchamp: Anselmo Moreno (Panama) WBA-Super

01. Shinsuke Yamanaka (Japan) WBC

02. Koki Kameda (Japan) WBA

03. Pungluang Sor Singyu (Thailand) WBO

04. Leo Santa Cruz (Mexiko) IBF

05. Alex John Banal (Philippinen)

06. Gabutan D.Singwanchga (Thailand)

07. Yonnhy Perez (Kolumbien)

08. Hugo Ruiz (Mexiko)

09. Paulus Ambunda (Namibia)

10. Tomoki Kameda (Japan)

Alle guten Dinge sindvier! Zumindest für Manny

Pacquiao (links) und Juan Manuel Marquez. Denn

wenn sich die beiden Boxer am 8. Dezember im MGM

Grand Hotel von Las Vegas im Ring gegenüberstehen

werden, wird dies bereits das dritte Duell zwischen

den beiden sein. Die Bilanz spricht für Pacquiao:

einem Unentschieden stehen zwei, wenn auch knappe,

Punktsiege gegenüber. Im vierten Anlauf will der

Philippine nun für klare Verhältnisse sorgen und den

Mexikaner k.o. schlagen.

superfedergewicht

Superchamp: Takashi Uchiyama (Japan) WBA

01. Terdsak Jandaeng (Thailand)

02. Roman Martinez (Puerto Rico) WBO

03. Devis Boschiero (Italien)

04. Gamaliel Diaz (Mexiko) WBC

05. Diego Magdalena (Mexiko)

06. Juan Carlos Salgado (Mexiko) IBF

07. Bryan Vazquez (Costa Rica)

08. Juan Carlos Burgos (Mexiko)

09. Edgar Puerta (Mexiko)

10. Takahiro Ao (Japan)

federgewicht

Superchamp: Chris John (Indonesien) WBA-Super

01. Orlando Salido (Mexiko) WBO

02. Billy Dib (Australien) IBF

03. Daniel Ponce de Leon (Mexiko) WBC

04. Robinson Castellanos (Mexiko)

05. Juan Manuel Lopez (Puerto Rico)

06. Hozumi Hasegawa (Japan)

07. Miguel Garcia (USA)

08. Alexander Miskirtchan (Georgien)

09. Jhonny Gonzales (Mexiko)

10. Hiroshige Osawa (Japan)

superfliegengewicht

Superchamp: Omar Andres Narvaez (Argentinien) WBO

01. Juan Carlos Sanchez (Mexiko) IBF

02. Tepparith Kokietgym (Thailand) WBA

03. Yota Sato (Japan) WBC

04. Daniel Rosa (Mexiko)

05. Sylvester Lopez (Philippinen)

06. Carlos Cuedras (Mexiko)

07. Daiki Kameda (Japan)

08. Liborio Solis (Venezuela)

09. Suryan Sor Rungvisai (Thailand)

10. Rodrigo Guerrero (Mexiko)

fliegengewicht

Superchamp: Moruti Mthalana (Südafrika) IBF

01. Toshyaki Igarashi (Japan) WBC

02. Hernan Marquez (Mexiko) WBA

03. Brian Viloria (USA) WBO

04. Omar Soto (Mexiko)

05. Rey Migreno (Philippinnen)

06. Juan Carlos Reveco (Argentinien)

07. Silvio Olteanu (Rumänien)

08. Rocky Fuentes (Philippinen)

09. Giovanni Segura (Mexiko)

10. Edgar Sosa (Mexiko)

Die Gewichtsklassen:

Schwergewicht über 90,720 kg, Cruisergewicht (- 90,720 kg) auch Leichtschwergewicht. Halbschwer (- 79,378

kg), Supermittel (- 76,203 kg), Mittelgewicht (- 72,574 kg), Superwelter (- 69,853 kg) auch Junior- oder Halbmittelgewicht.

Weltergewicht (- 66,678 kg) Halbwelter (63,503 kg). die Klasse wird auch Juniorwelter- oder Superleichtgewicht

genannt. Leichtgewicht (-61,235 kg), Superfeder (- 58,967 kg), Feder (- 57,153 kg), Superbantam

(- 55,338 kg), Bantam (- 53,524 kg), Superfliegen (- 52, 163 kg), Fliegengewicht (- 50,802 kg), Halbfliegen

(- 48,988 kg) auch Juniorfliegengewicht. Strohgewicht (- 47,628 kg) auch Minifliegengewicht.

Die Abkürzungen WBA, WBC, WBO und IBF hinter den Namen bezeichnen die Weltmeistertitel der jeweiligen Verbände.

halbfliegengewicht

Superchamp: Roman Gonzales (Nicaragua) WBA

01. Adrien Hernandez (Mexiko) WBC

02. Giovani Segura (Mexiko) WBA-SUPER

03. Donnie Nietes (Philippinen) WBO

04. Johnriel Casimero (Philippinen) IBF

05. Jose Rodriguez (Mexiko)

06. Kompayak Porpramook (Thailand)

07. Ivan Calderon (Puerto Rico)

08. Kiong Zhao Zhong (China)

09. Alberto Rossel (Peru)

10. Ryo Miyazaki (Japan)

mini-fliegengewicht

Superchamp: Kazuto Ioka WBC, WBA

01. Mario Rodriguez (Mexiko) IBF

02. Moises Fuentes (Mexiko) WBO

03. Akira Yaegashi (Japan)

04. Paipharon Kokietgym (Thailand)

05. Oleydong Sithsamerchai (Thailand)

06. Nkosinathi Joyi (Südafrika)

07 Denver Cuello (Philippinen)

08. Ganigan Lopez (Mexiko)

09. Carlos Buitrago (Nicaragua)

10. Jesus Silvestre (Mexiko)

BoxSport 43


Der schwule Boxer käm

Orlando Cruz,

Lateinamerika-

Meister der

WBO und erster

bekennender

homosexueller

Boxer

• Punktsieg gegen Mexikaner Pazos

• Cruz nach Outing weltbekannt

Fast so viel wie sein Sieg

bedeutete ihm die Unterstützung

des Publikums.

Mit Applaus und Jubel

wurde Orlando Cruz im Civic

Center von Kissimmee im konservativen

US-Bundesstaat Florida

empfangen. Schon bei seinem

Einmarsch herrschte Partystimmung.

Knapp 3000 Zuschauer feierten

den 31-Jährigen frenetisch.

Die Mehrheit im Publikum waren

Landsleute. Unter ihnen saß auch

der Präsident der World Boxing Organisation

(WBO), Francisco Valcarcel.

Keine Selbstverständlichkeit

– hatte sich der Puertoricaner

doch nur zwei Wochen

zuvor als homosexuell

geoutet.

Als erster

erst nach seiner Karriere in einem Interview

als bisexuell bezeichnet. „Ich

bin sehr glücklich, dass sie mich respektieren“,

freute sich Cruz. „Das ist

alles, was ich wollte – dass sie mich als

Boxer sehen, als Athleten, als Mann.“

Der 31 Jahre alte Cruz verteidigte

gegen den Mexikaner Jorge Pazos mit

einem einstimmigen Punktsieg über

zwölf Runden (118-110, 117-111, 118-

110) den Lateinamerika-Titel der WBO

im Federgewicht. Und hofft nun auf einen

Titelkampf gegen Weltmeister Orlando

Salido (Mexiko). „Das war mein

Moment, meine Chance, mein Abend“,

sagte Cruz nach dem 19. Sieg im 22.

Kampf mit seiner Mutter Dominga im

Arm. „Und ich habe gewonnen.“

Seit seinem Outing ist Cruz weltbekannt.

Ein zuvor durchschnittlicher

Profiboxer ist plötzlich ein Star. „Es hat

Boxer

überhaupt

während

seiner aktiven

Karriere.

Emile Griffith,

Weltmeister im

Welter- und

Mittelgewicht

in

den 50er

und 60er

Jahren,

hatte

sich

In Deckung: Jorge Pazos greift an, Orlando

Cruz versucht den Schlägen auszuweichen

mich natürlich in der Vorbereitung

belastet, ich war in den letzten

zwei Wochen plötzlich überall

gefragt“, meinte Cruz. Dennoch

siegte die Nummer vier der

WBO-Weltrangliste eindeutig

nach Punkten. „Dieser Sieg hat

die Tür für einen Weltmeisterschaftskampf

geöffnet“,

sagte Cruz. „Das ist mein

Traum, der Traum meiner

Mutter und meines Teams.“

Verlierer Pazos war voll des

Lobes für seinen Bezwinger.

„Er war zu beweglich, hatte

zu schnelle Beine für mich.

Ich konnte ihn nicht stellen. Er

ist ein richtig guter Boxer.“

Pazos hatte vor dem Kampf

darauf verzichtet, Cruz wegen

seiner Homosexualität zu

attackieren. „Das ist mir egal“,

hatte der Mexikaner erklärt.

44BoxSport


pft jetzt um WM-Krone

Cruz hatte sich mit den Worten

„Ich bin ein stolzer, schwuler

Mann“ zwei Wochen vor

dem wichtigsten Kampf seines

Lebens in einem Fernsehinterview

geoutet. Dabei hatte er

jahrelang mit sich gerungen,

diesen Schritt auch zu vollziehen.

Cruz: „Ich musste lange

damit klarkommen. Zwölf Jahre

lang. Als ich nach New York gezogen

bin, begann ich eine Therapie,

um geistig und körperlich

damit klarzukommen. Ich will

nur, dass man mich respektiert.

Ich bin Profisportler und mein

Privatleben hat niemanden zu

interessieren. Ich will Freiheit,

ich will glücklich sein.“ Seinen

Schritt hat er bislang nicht bereut.

„Ich bin zufrieden. Ich

fühle mich frei. Ich habe mehr

Frieden.“ Seiner Mutter hatte er

seine Homosexualität schon vor

vielen Jahren gestanden, wegen

der weit verbreiteten Homophobie

in seiner Heimat traute er

sich jedoch nicht, mit seinem

Outing auch an die Öffentlichkeit

zu gehen. „Ein Freund von

mir wurde umgebracht, nur weil

er schwul war“, erzählt Cruz.

Felix Zabala Jr. war deshalb

anfangs skeptisch, als Cruz auf

ihn zukam und davon erzählte,

dass er der Welt die Wahrheit

über seine Sexualität mitteilen

wolle. Der Promoter hatte befürchtet,

dass sich Fernsehstationen

oder Boxverbände abwenden

würden. „Aber Orlando hat

Orlando Cruz (links) stürmt auf Jorge Pazos ein

darauf bestanden und deshalb

haben wir es getan“, sagt Zabala:

„Für den Menschen Orlando

Cruz. Das Boxen war uns egal.“

Der spanischsprachige Fernsehsender

Telemundo übertrug

die Veranstaltung aus Kissimmee

dennoch – oder vielleicht

gerade deshalb erst recht. Die

puertoricanische Tageszeitung

„El Nuevo Dia“ hatte nach dem

überraschenden Outing zwei

Wochen lang ihre Titelseite mit

Cruz gefüllt, der Boxfachmann

des Blattes reiste extra zum

Kampf aus der Hauptstadt San

Juan nach Florida.

Cruz hatte für sein Outing

viel Lob bekommen. „Das ist

ein sehr mutiger Schritt. Es gibt

immer welche, die den Kampf

als Erste führen. Er muss in

seinem privaten Umfeld einen

guten Rückhalt haben“, meinte

Henry Maske. „Das war eine

klare Entscheidung. Er muss

schon wissen, was alles auf

ihn zukommt.“ Es werde künftig

sicherlich Reaktionen auf

das Outing geben, „vielleicht

auch positive“, sagte Maske.

Auch der derzeit berühmteste

Boxer Puerto Ricos, Miguel

Cotto, Teamkamerad von Cruz

bei den Olympischen Spielen

2000, sprang Cruz bei. „Wir

haben viel Zeit zusammen im

Nationalteam verbracht“, sagte

Cotto. „Er ist mein Freund.

Ich beglückwünsche ihn zu seinem

Schritt, obwohl ich weiß,

dass es nicht einfach für ihn

war. Aber er wird sehen, dass

sich sein Leben von diesem

Moment an verändert und viel

besser wird als vorher.“ „Miguel

hat immer vermutet, dass ich

schwul bin“, sagte Cruz. „Aber

ich konnte nie mit ihm darüber

reden.“

Allerdings hatte sich Cruz

auch manch weit unter die Gürtellinie

zielende Beleidigung

anhören müssen. Cruz: „Sie

nennen mich Schwuchtel, aber

damit kann ich jetzt leben. Mich

kann keiner mehr verletzen.“

Griffith als „Schwuchtel“ beschimpft

Gegner starb nach schwerem K.o.

Emile Griffith, neben Cruz der einzige

bekennende homosexuelle Boxer, hatte

sich zwar erst nach seiner Karriere geoutet.

Aber schon während seiner aktiven Zeit

wurde über die sexuelle Orientierung des

Amerikaners spekuliert. Denn Griffith arbeitete

nebenbei als Hutdesigner, trug gerne

eng anliegende Kleidung und frequentierte

Schwulenbars. Als er 1962 in New York

gegen Benny Kid Paret um die WM-Krone Kampf mit tödlichem Ausgang: Emile Griffith (links)

gegen Benny Kid Paret

kämpfte, bezeichnete Paret den Weltmeister

Box-Legenden

unter sich:

Emile Griffith

(links) und Nino

Benvenuti

beim Wiegen als „Schwuchtel“. Die Folge: Griffith schlug seinen Gegner derart besinnungslos,

dass der Kubaner Paret ins Koma fiel und zehn Tage später starb. Griffith sagte

dazu einst diesen bemerkenswerten Satz: „Ich tötete einen Mann und die Menschen

vergaben mir. Aber dass ich einen Mann liebe, halten viele für unverzeihlich.“

BoxSport45


Nach David Price‘ Blitz-

K.o. gegen Harrison

der Brite

Der lange David Price (2,03 Meter)

reckt die Arme in die Luft. Gerade

hat er mit seinem Gegner Audley

Harrison kurzen Prozess gemacht

und den Briten nach nur 82

Sekunden k.o. geschlagen

Wüste Bes

und David Haye ermut

David Price war

schneller als

David Haye,

eindrucksvoller

als David Haye – vor allem

aber leiser als David Haye.

Price, die im wahrsten Sinne

des Wortes große englische

Schwergewichts-Hoffnung,

räumte den früheren Olympiasieger Audley Harrison

in 82 Sekunden aus dem Weg – Haye , damals

WBA-Weltmeister, hatte dafür im November

2010 zwei Runden mehr gebraucht. Und vor allen

Dingen spuckte Price, ganz im Gegensatz zu

seinem exzentrischen Landsmann, keine großen

Töne. Der 29 Jahre alte Price verrichtete seinen

Job in seiner Heimatstadt Liverpool eindrucksvoll.

Gleich mit der ersten Rechten knockte er

den früheren Schwergewichts-Europameister an.

Mit dem nachfolgenden Schlaghagel knockte er

Harrison dann aus. Der Nachfolger von Wladimir

Klitschko als Olympiasieger im Superschwergewicht

ging an den Seilen schwer getroffen zu

Boden, blieb eine Weile benommen am Boden

liegen, dann konnte er den Ring aus eigener Kraft

verlassen. Harrison, der als Profi nie erfüllen

konnte, was er als Amateur versprach, wird nach

der sechsten Niederlage im 34. Kampf wohl nicht

mehr zurückkehren.

Der 2,03 Meter große Price, Bronzemedaillengewinner

der Olympischen Spiele von 2008,

stieg mit dem Sieg über Harrison zu einer der größten

Bedrohungen für die Klitschko-Brüder auf. Der

Riese blieb nach seinem eindrucksvollen Sieg, dem

14. im 14. Profikampf, allerdings bescheiden. „Ich

lerne immer noch“, sagte der britische Meister und

Commonwealth-Champion. Deshalb will er noch

nicht gleich um die Weltmeisterschaftskrone kämpfen,

sondern einen weiteren Veteranen des britischen

Schwergewichts-Boxens in die Rente schicken. Am 8.

Dezember trifft der Gigant aus Liverpool, der in seinem

Stil Wladimir Klitschko ähnelt, auf seinen 45

Jahre alten Landsmann Matt Skelton. Skelton, der

2008 in Düsseldorf nach Punkten gegen den damaligen

WBA-Weltmeister Ruslan Chagaev verlor und

im Anschluss vorzeitig an den Sauerland-Profis

Francesco Pianeta und Kubrat Pulev scheiterte,

schlug im Rahmenprogramm in Liverpool

den Kroaten Jakov Gospic in der zweiten

46BoxSport


Krieg

n-Riesen

chimpfungen von Tyson Fury –

igt beide zu weiterem Ballyhoo

Runde k.o. „Ich verstehe, dass

viele bei diesem Kampf skeptisch

sind“, sagte Price, der als

Amateur gegen Sauerland-Profi

Robert Helenius verlor. „Ich

weiß, dass Skelton 45 Jahre alt

ist. Aber er ist ein ehemaliger

britischer Champion und Europameister

und er hat um die

Weltmeisterschaft gekämpft.

Viele wollen mich gegen bessere

Gegner sehen. Die Zeit wird

kommen.“

Nach Skelton wird wohl der

Kampf gegen einen weiteren britischen

Riesen kommen – gegen

Tyson Fury. Der noch einmal

drei Zentimeter größere Fury,

der den britischen Meistertitel

und den Commonwealth-Gürtel

eigentlich freiwillig niedergelegt

hatte, um nicht gegen Price antreten

zu müssen, forderte den

Mann aus Liverpool nach dem

Harrison-Sieg prompt heraus.

Mit deftigen Worten. „Ich schlage

dich auf die Intensivstation“,

kündigte Fury via Twitter an. Er

nannte Price einen „Schwulen“

und einen „Schwanz“. Später

entschuldigte sich Fury zwar öffentlich

für seine Attacken und

schob alles auf seine Cousins,

die für ihn in seiner Abwesenheit

twitterten. Aber Price ist aufgebracht.

„Er ist ein Idiot“, meinte

Price. „Er bringt unseren Sport in

Verruf, er benimmt sich wie ein

Schläger auf dem Schulhof. Wir

mögen uns nicht und das ergibt

einen großen Kampf. Einen richtig

großen Kampf. Ich denke, im

Sommer nächsten Jahres könnte

es so weit sein.“ Auch Fury will

im Dezember wieder boxen.

Price-Promoter Frank Maloney

bot Fury bereits 750.000 Euro

für ein Duell gegen seinen Boxer.

Auch Furys Promoter Mick

Hennessy scheint bereit. „Wenn

Price uns wirklich kämpfen will,

legen wir unsere WM-Pläne auf

Eis. Dann machen wir diesen

Fight.

Und was machte eigentlich

David Haye? Es konnte doch

nicht sein, dass der Lautsprecher

zum Krieg seiner Landsmänner

nichts zu sagen hatte.

„David Price ist im Moment der

beste auf britischem Niveau“,

sagte Haye, der für das englische

Fernsehen nach Australien

ins Dschungelcamp zog. „Wenn

er so weitermacht, wird er bald

um die WM kämpfen. Harrison

hat er perfekt aus dem Weg geräumt.“

Auch Fury lobte er. „Er

sollte weiter Ballyhoo machen,

das ergibt einen großen Kampf

gegen Price.“ Kämpfen möchte

er aber gegen beide nicht. Haye:

„Ich habe meine Schlägereien

gehabt. Ich kämpfe niemanden

mehr, der nicht mit Nachnamen

Klitschko heißt.“

Arne Leyenberg

Briten-Großmaul David Haye

ließ sich die Fehde seiner

Landsleute nicht nehmen,

um beide zu weiterem

Ballyhoo anzustacheln

Tyson Fury

(2,06 Meter)

schickte nach

dem Kampf wüste

Beschimpfungen

in Richtung Price

und forderte diesen

mit deftigen Worten

heraus. Price

kann sich den

Kampf für

Sommer 2013

vorstellen, Fury

will bereits im

Dezember boxen.

Seinen letzten

Kampf bestritt

Fury am 7. Juli

in England

gegen Vinny

Maddalone.

Fury siegte

eindrucksvoll

durch K.o. in

Runde fünf.


Mayweather: 85 Millionen Dollar im Jahr

So verprass

Strahlemann:

Der unbesiegte

Weltmeister

Floyd Mayweather

Sportler d

ihr Geld

Gerade erst musste

Schwergewichts-Legende

Evander Holyfield

eingestehen,

pleite zu sein. Am 30. November

kommt sein Leben unter

den Hammer. Handschuhe,

Hosen und Schuhe aus

seinen legendären WM-

Kämpfen, Weltmeistergürtel,

seine olympische

Bronzemedaille – alles

wird versteigert. Aus

seiner gigantischen Villa

bei Atlanta musste

Holyfield bereits

ausziehen. 250

Millionen Dollar

soll er verprasst

haben. Auch

sein alter Rivale

Mike

Tyson ist

pleite.

Wie unzählige

Boxer vor ihnen. Der große Joe

Louis landete einst als Page in

einem Casino von Las Vegas. Er

hielt den Spielern, die nach einem

Vermögen trachteten, das

er bereits verloren hatte, die Autotür

auf.

Auch um Mayweather und

Pacquiao ranken sich immer

wieder Gerüchte, die beiden

hätten die Zahltage im Ring

noch bitter nötig. Aber wie kann

man, bitteschön, solche Börsen

verprassen?

Ex-Weltmeister Evander Holyfield muss sein

Hab und Gut versteigern


sein Comeback gegen den Mexikaner

Juan Manuel Marquez,

nachdem Mayweather nach dem

Sieg über den Briten Ricky Hatton

seinen Rücktritt verkündet

und zwei Jahre lang pausiert

hatte.

Auch seine ständigen Gerichtsprozesse

gehen ins Geld.

Unlängst musste Mayweather

für zwei Monate ins Gefängnis,

weil er die Mutter seiner Kinder

körperlich angegangen war.

Schon zuvor stand er mehrfach

vor Gericht, unter anderem hatte

Liebt Geld:

Floyd

Mayweather,

Spitzname

„Money“

ihn

ein

privater

Sicherheitsmann

verklagt.

Er gab an, von Mayweather

geschlagen worden zu

sein, nachdem er den Boxer darauf

aufmerksam gemacht hatte,

dass der seinen Bentley ins Parkverbot

gestellt hatte.

Hinzukommt: Mayweather

ist nie alleine. Er wird stets begleitet

von einer ausladenden

Entourage. Leibwächter, Trainingspartner,

Claqueure – sie

alle wollen bezahlt werden.

Pacquiao hat allerdings wohl

die größte und skurrilste Entourage

in der Geschichte des Sports

um sich. Der amerikanische Autor

Gary Andrew Poole begleitete

Pacquiao für seine Biographie

„Pacman“ und beschreibt darin

die Männer um den Champion.

Pacquiao lässt seine Entourage

aus seiner Heimat, den Philippinen,

nach Amerika einfliegen,

wo der Boxer sich auf

seine Kämpfe vorbereitet. Viele

Verwandte sind dabei, Freunde

von Verwandten, Freunde von

Freunden und Menschen, die

Pacquiao überhaupt nicht kennt.

Er bezahlt die Flüge, Unterkunft

und Essen. Dabei wohnen

die meisten laut Poole mit

dem Weltmeister in einem

Appartement in Los Angeles.

Sie schlafen neben

ihm auf dem Fußboden.

Laut Poole hat jeder in

der Entourage seine mehr

oder weniger sinnvolle

Aufgabe und wird dafür

vom Champion entlohnt.

Es gibt Assistenztrainer,

einen persönlichen Biographen,

der noch nie eine

Zeile geschrieben hat,

einen, der für 600 Dollar

Nie alleine: Manny Pacquiao begleitet

von seiner eindrucksvollen Entourage

die Woche Pacquiaos Auto sauber

hält, einen, der Pacquiaos

Jack-Russell-Terrier Pacman

ausführt, einen, der dem Champion

das Getränk reicht, einen,

der nach dem Training das Handtuch

hält und den Weltmeister

abtrocknet, einen, der Pacquiaos

Gymnastikmatte ausbreitet,

wenn der Champ so weit ist, es

gibt Kumpel zum Schach-, Dartoder

Pokerspielen, Menschen,

Keine Kumpels mehr: Floyd Mayweather

(links) und Rapper 50 Cent

deren Aufgabe es ist, über Witze

des Boxers zu lachen, einen

Fotografen, zwei Videofilmer,

Übersetzer, die selbst kein Englisch

sprechen, Fahrer, PR-

Berater, Bodyguards,

einen Englisch-Lehrer,

einen Stimm-

Trainer, Menschen,

die

Koffer voll

Bargeld

mit sich

herumtragen,

das Pacquiao

an

Bedürftige

weiterreicht.

„Und es

gibt viele

andere, die

überhaupt keine

andere Aufgabe

zu haben scheinen,

außer ganz nah beim

Champion zu laufen, um ihn

auffangen zu können, falls er

mal hinfällt“, schreibt Poole.

Pacquiao, der es vom armen

Donut-Verkäufer in den Straßen

von Manila zum Multimillionär

gebracht hat, will seine

Landsleute an seinem Reichtum

teilhaben lassen. Wer mit ihm

Basketball spielt, erhält 500 Dollar

pro Partie, wer sich ein ähnliches

Kometen-Tattoo wie er

es hat auf den linken Unterarm

stechen lässt, bekommt 1500

Dollar. Wenn der Champion in

der Kampfvorbereitung abnehmen

muss, lädt er seine Entourage

zu einem Spiel ein. Wer mit

ihm Diät hält und mindestens 15

Prozent seines Körpergewichts

verliert, verdient 3000 Dollar.

So, schreibt Poole, zahlte Pacquiao

vor einem Kampf schon

mal 250.000 Dollar an 80 Personen

aus.

Sein freizügiger Umgang mit

Geld soll Pacquiao, der eine Villa

in seiner Heimatstadt General

Santos City und eine in Los Angeles

hat, Probleme mit der Steuer

eingebracht haben. Laut Poole

bleiben Pacquiao nach allen Abzügen

40 Prozent seiner Kampfbörse.

30 Prozent reiche er gleich

an seine Ehefrau Jinkee weiter.

Außerdem soll der leidenschaftliche

Spieler Pacquiao, wie Poole

kaum versteckt andeutet, neben

Jinkee weitere Liebschaften unterhalten.

Auch die kosten Geld.

Holyfield muss dagegen Unterhalt

für elf Kinder zahlen –

auch das trieb ihn in den Ruin.

Solange die Boxer noch an der

Spitze stehen und regelmäßig

große Börsen verdienen, geht

es gut. Sobald sie nicht mehr

gefragt sind und nicht mehr die

Hallen füllen, fällt alles auseinander.

So musste George Foreman

das Boxen nach seinem

Rücktritt wieder aufnehmen.

Auch Tyson, der alles für Frauen,

Autos, Schmuck und weiße Tiger

ausgab, musste boxen, als er

schon lange nicht mehr wollte.

Ihrem Schicksal werden weitere

Boxer folgen.

Arne Leyenberg

50BoxSport


Die heiße Boxnacht von Bro

Champ Quillin ein

Insgesamt sechsmal musste Titelverteidiger Hassan N’Dam N’Jikam gegen Peter Quillin zu Boden

Peter Quillin,

der neue WBO-

Weltmeister im

Mittelgewicht

Devon Alexander

(rechts) entthronte

Weltmeister

Randall Bailey

Pauli Malignaggi (rechts)

verteidigte seinen

WM-Titel glücklich nach

Punkten gegen Pablo

Cesar Cano

52 BoxSport


oklyn mit vier WM-Kämpfen

Gegner für Felix Sturm?

• Der Ami nach Sieg über N’Dam N’Jikam neuer WBO-Weltmeister

• Box-Legende Morales bekam zum letzten Mal eine Tracht Prügel

Plötzlich ist wieder Bewegung

drin. Schien Felix

Sturm nach dem Verlust

seines Weltmeisterschaftstitels

Anfang September

noch chancenlos, bald wieder

um die Krone im Mittelgewicht

zu kämpfen, könnte sich nun

eine neue Gelegenheit für den

Kölner ergeben. Denn sein alter

Gürtel, der der WBO im Mittelgewicht,

hat gerade den Besitzer

gewechselt. Der Franzose Hassan

N’Dam N‘Jikam musste sich

in den USA Herausforderer Peter

Quillin geschlagen geben. „Kid

Chocolate“, wie Quillin in Anlehnung

an den legendären kubanischen

Boxer genannt wird,

steht bei Promoter Oscar De La

Hoya unter Vertrag – dem Mann

also, der Sturm vor acht Jahren

in Las Vegas den WBO-Titel im

Mittelgewicht per Fehlentscheidung

abgenommen hatte. Zum

siebten Mal wechselte der Gürtel

nun den Besitzer, vielleicht

kommt er beim achten Mal wieder

zu Felix Sturm zurück?

„Kid Chocolate“ hinterließ

bei seinem deutlichen Punktsieg

über den Franzosen N‘Dam

N‘Jikam (115-107, 115-107, 115-

107) allerdings einen starken

Eindruck. Gleich sechsmal in

zwölf Runden musste der Weltmeister

zu Boden. Das WM-Duell

war nicht nur für Quillin eine

Rückkehr nach Brooklyn – der

Sohn eines Kubaners wuchs im

berüchtigten New Yorker Stadtteil

auf, aus dem auch die früheren

Schwergewichts-Weltmeister

Mike Tyson, Riddick Bowe

und Shannon Briggs stammen,

ehe seine Familie nach Chicago

weiterzog. Das Boxen überhaupt

kehrte nach Brooklyn zurück.

Den letzten Weltmeisterschaftskampf

in Brooklyn hatte 1931

Halbschwergewichts-Champion

Maxie Rosenbloom gegen Jimmy

Slattery bestritten. 81 Jahre

später brachte De La Hoya Weltklasseboxen

zurück über den

Hudson River. Denn im August

öffnete mit der neuen Multifunktionsarena

Barclays Center eine

hochmoderne Sportstätte gegenüber

dem Bankenviertel von

Manhattan, in der künftig regelmäßig

die Fäuste fliegen sollen.

Auch wenn sich viele Bewohner

Brooklyns an der Landung des

„Raumschiffes“, wie die Halle

spöttisch genannt wird, stören.

Der 29 Jahre alte Quillin, der

nun in 28 Kämpfen unbesiegt ist,

hatte schon vor dem Titelgewinn

Interesse an einem Kampf gegen

Felix Sturm angemeldet. Weil

Sturm aber seinen WBA-Titel an

den Australier Daniel

Geale verlor, knöpfte

sich Quillin Hassan

N’Dam N’Jikam vor.

Denn Quillin, der von

Trainer-Legende Freddie

Roach trainiert

wird, hat noch viel

vor: „Es geht nicht

darum, Weltmeister

zu bleiben. Ich

will meinen Namen

bekannt machen.“

Denn er hat nicht

vergessen, von wo

er kommt: von ganz

unten. Als er in New

York Nächte lang U-

Bahn fahren musste, weil er kein

Zuhause hatte. In der Bahn war

es wenigstens windgeschützt.

„Es war eine lange, beschwerliche

Reise“, meinte Quillin, dessen

Karriere erst Fahrt aufnahm,

als er bei Promoter De la Hoya

und dem mächtigen Berater Al

Haymon unterschrieb.

Während Geheimtipp Quillin

ein neuer Star in Amerika

werden könnte, ist Erik Morales‘

Stern endgültig untergegangen.

Die Box-Legende aus Mexiko,

früherer Bezwinger von Manny

Pacquiao und ehemaliger Weltmeister

in vier Gewichtsklassen,

bekam in Brooklyn eine letzte

Tracht Prügel. Nach der K.o.-Niederlage

in der vierten Runde gegen

den Amerikaner Danny Garcia

erklärte Morales: Das war’s.

Lediglich einen Abschiedskampf

in seiner Heimatstadt Tijuana

will er noch machen. Dann will

er Box-Talente in seinem eigenen

Gym ausbilden, das er unlängst

in der berüchtigten Grenzstadt

zu den USA eröffnete. Im März

hatte der 36 Jahre alte Morales

gegen Garcia noch zwölf Runden

lang durchgehalten. Das Rematch

war nun schnell beendet.

Der zwölf Jahre jüngere Garcia,

nach seinem K.o.-Sieg über den

Briten Amir Khan WBA- und

WBC-Weltmeister im Superweltergewicht,

schlug Morales

mit einem linken Haken nieder.

Morales, der seinerseits einen

Der finale Knockout: Erik Morales wird von der Wucht

des linken Hakens von Danny Garcia herumgerissen

linken Haken ins Ziel bringen

wollte, drehte sich um die eigene

Achse und fiel zu Boden. Ringrichter

Benjy Esteves jr. brach

augenblicklich ab. Der bittere

Abgang des großen Erik. „Das

war mein letzter Kampf in den

USA“, sagte Morales. „In Tijuana

werde ich Good bye sagen. Denn

die Zeit erwischt irgendwann jeden.“

Beinahe hätte das Duell

gar nicht stattgefunden. Gleich

zwei Dopingproben des Mexikaners,

entnommen während

der Vorbereitung, waren positiv.

Clenbuterol, das Athleten verbotenerweise

zur Gewichtsabnahme

nehmen, wurde in Morales‘

Urinprobe gefunden. Die Sportbehörde

von New York erlaubte

dem Mexikaner dennoch zu boxen.

Und auch Gegner Garcia,

der ursprünglich den Kampf

absagen wollte, hatte plötzlich

nichts mehr dagegen. Er hätte

sonst schließlich seine Börse in

Höhe von einer Million Dollar

eingebüßt.

Mit den WM-Kämpfen drei

und vier machten Pauli Malignaggi

und Devon Alexander die

spektakuläre Rückkehr nach

Brooklyn perfekt. Malignaggi,

der selbst aus Brooklyn stammt,

verteidigte seinen WBA-Titel

im Weltergewicht mit einem

unglaublichen Punkturteil gegen

den Mexikaner Pablo Cesar

Cano. Punktrichter Glenn Feldmann

gab mit einer Wertung von

118-109 zehn von zwölf Runden

an Herausforderer Cano. Tom

Miller und Nelson Vazquez dagegen

stimmten mit 114-113 für

Titelverteidiger Malignaggi, der

in der elften Runde zu Boden gegangen

war. Ein skurriles Urteil

zugunsten des glücklichen Siegers

aus Brooklyn.

Der Amerikaner Devon Alexander

nahm seinem Landsmann

Randall Bailey einstimmig nach

Punkten (116-110, 115-111, 117-

109) den IBF-Gürtel im Weltergewicht

ab. Außerdem siegten

im Rahmenprogramm die Ex-

Weltmeister Luis Collazo und

Dimitry Salita. Collazo, der seinen

WM-Titel im Weltergewicht

2006 an Ricky Hatton verloren

hatte, punktete Steve Upsher

Chambers über acht Runden

aus. Salita, der 2009 Amir Khan

unterlegen war, besiegte Brandon

Hoskins über sechs Runden

nach Punkten.

BoxSport 53


Wer is

BOXER

2012

Num

DES JAHRES

WÄHLEN UND GEWINNEN SIE

So geht’s! Auf dem Wahlzettel tragen Sie Ihre Favoriten in den einzelnen

Kategorien ein. Die im Bild gezeigten Boxerinnen, Boxer und Trainer sind nur

Vorschläge unserer Redaktion. Sie können natürlich auch andere Boxer aus

deutschen Ställen Ihrer eigenen Wahl in die jeweilige Kategorie eintragen.

Stimmen Sie ab und erfahren Sie, ob Sie mit den Experten einer Meinung

sind. Denn eine zehnköpfige Jury aus unabhängigen ehemaligen Box-Stars

und Fachjournalisten wählt ebenfalls ihre Boxer des Jahres. Die Wahl der

BoxSport-Leser und die Wahl der Jury zählt in der Endauswertung jeweils

zu fünfzig Prozent.

Einsendeschluss: 6. Dezember 2012 (Poststempel)

Vergessen Sie bitte nicht, Ihre Anschrift und Telefonnummer anzu geben. Die

Preisträger werden unter allen Einsendungen ausgelost.

Unsere Adresse:

DSV Deutscher Sportverlag GmbH, Redaktion BoxSport,

Stichwort: Boxerwahl

Friesenplatz 16, 50672 Köln

Natürlich können Sie auch eine

E-Mail schreiben an:

boxerwahl@sportverlag.de

JURY

Arthur Abraham

Wladimir Klitschko

Markus

Beyer

Sven

Ottke

Henry

Maske

(Ex-Weltmeister) (Ex-Weltmeister) (Ex-Weltmeister)

Luan

Krasniqi

(Ex-Europameister)

Regina

Halmich

(Ex-Weltmeisterin)

Tobias

Drews

(RTL)

Susanne

Rohlfing

(Kölner Stadt-Anzeiger)

Björn

Jensen

(Hamburger Abendblatt)

Hartmut

Scherzer

(Box-Experte)

Hans

Reski

(BoxSport)

Felix Sturm

Lukas Konecny

Alexander Alekseev

Alexander Povetkin

Kubrat Pulev

Jack Culcay

54 BoxSport


t Ihre

mer 1

PROFIS

Schreiben Sie eine E-Mail:

boxerwahl@sportverlag.de

Vitali Klitschko

Marco Huck

Firat Arslan

Yoan Pablo Hernandez

Mikkel Kessler

Jürgen Brähmer

Selcuk Aydin

Robert Helenius

Karoly Balzsay

Robin Krasniqi

Rakhim Chakhkiev

Jan Zaveck

BoxSport

55


BOXER DES JAHRES 2012

Ronny Beblik

Denis Makarov

Artur Bril

Stefan Härtel

AMATEURE

Johann Witt

Erik Pfeifer

Eugen Burhard

Enrico Kölling

Hamza Touba

Patrick Wojcicki

TRAINER DES JAHRES 2012

Uli Wegner

Michael Timm

Dirk Dzemski

Otto Ramin

56 BoxSport

Fritz Sdunek

Karsten Röwer

Valentin Silaghi

Oktay Urkal

DIE PREISE

BOXER

DES JAHRES

2012

1. Preis:

Zwei VIP-Karten für die

nächste Veranstaltung

des Boxers des Jahres in

Deutschland

3.-10. Preis:

3 x 2 Karten für eine Veranstaltung von Sauerland Event in

2013

3 x 2 Karten für eine Veranstaltung von Felix Sturm in 2013

2 x 2 Karten für eine Veranstaltung vom Klitschko Management

in 2013

Wahlschein

Boxer des Jahres 2012 ausfüllen, ausschneiden,

auf eine Postkarte kleben und

einsenden an:

DSV Deutscher Sportverlag GmbH,

Redaktion BoxSport,

Stichwort: Boxerwahl

Friesenplatz 16, 50672 Köln

Einsendeschluss: 6. Dezember 2012

Verlagsangehörige sind nicht

teilnahmeberechtigt.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Profis:

1.

Amateure:

1.

Frauen:

1.

Trainer:

1.

2. Preis:

Produkte der Firma Paffen Sport

(Hooded „Vintage Logo“, „Coach-Pro“-

Trinkflasche und „Star“ Ballandschuhe)

Dazu noch 50 weitere Preise zu gewinnen:

Biographien

von Muhammad

Ali, Fritz Sdunek

und Ulli Wegner

Felix Sturm-

Bücher

BoxSport -

Jahres-Abo


Wer ist Ihre

Nummer 1?

frauen

Susi Kentikian

Cecilia Braekhus

Ina Menzer

Ramona Kühne

Andrea Strohmaier

Goda Dailydaite

Rola El-Halabi

Jessica Balogun

Nadia Raoui

Klara Svensson

Christina Hammer

BoxSport

57


Tage der Entscheidung in Oldenburg

Top-Talent Tom Tran

will im Fliegengewicht

angreifen und den

unangefochtenen

Ronny Beblik vom

Thron stürzen

Der Berliner Theo

Krechlok will bei

der Elite Titel

gewinnen

Tage der Entscheidung“,

so heißt das Motto der

90. Deutschen Meisterschaften

vom 28. November

bis 1. Dezember in Oldenburg.

Und der ursprünglich

aus dieser niedersächsischen

Stadt stammende Ex-Meisterboxer

Uwe Hamann (Salem)

scheut als Chef des örtlichen

Organisationskomitees keine

Mühen, dafür die Werbetrommel

zu rühren: Erstmals hat der

Vorsitzende des Kuratoriums

als Förderverein des Deutschen

Boxsport-Verbands (DBV) sogar

ein kurzes Reklamevideo produzieren

lassen, das mit einem

Smartphone anhand eines Bild-

Codes auf den ausgehängten

DM-Plakaten gescannt und abgespielt

werden kann.

Die Botschaft des von rockigen

Klängen begleiteten Spots,

Kommt es zum Aufstand d

der die Boxfans der DM-Region

in Vorfreude versetzen soll: „Wir

sind Kraft, Ausdauer und Disziplin.

Wir sind fair. Wir sind olympisch.“

Und was die genannten

Entscheidungen betrifft: Bereits

im Mai 2013 stehen Europa- und

im Oktober wieder Weltmeisterschaften

der Elite an. Da dürften

in der Oldenburger EWE-Arena

erste wichtige Fingerzeige zu erwarten

sein, wer den Deutschen

Boxsport-Verband jeweils vertreten

wird.

Im Fokus steht auch die Frage,

ob es in der Schwergewichtsklasse

der olympischen Boxer in

Deutschland wieder spannend

wird? Bei den 90. nationalen

Titelkämpfen ist die Krone im

Limit bis 91 Kilogramm voraussichtlich

heiß umkämpft. Die

frühere Paradekategorie erfolgreicher

deutscher Amateurboxer

Neues Licht am

Schwergewichts-Himmel?

Der Greifswalder

Christian Lewandowski

gilt als großes Talent

Fast schon ein alter Hase: der

Kölner Artur Bril gilt als Favorit im

Leichtgewicht

58BoxSport


In der Oldenburger EWE-Arena

finden die Titelkämpfe statt

und idealerweise auch mit

ausgefeilter Technik. In dieser

Hinsicht viel versprechende Boxer

sind, wenn auch mit ganz

unterschiedlichen Akzenten,

der frühere halbschwere Gottlieb

Weiss sowie Johann Witt,

der EM-Dritte und Deutsche

Schwergewichtsmeister von

2011 aus Villingen-Schwenningen.

Seinen nationalen Titel will

der Schwarzwälder Witt nun in

Oldenburg verteidigen.

Doch macht ihm Weiss

vom deutschen Rekordmannschaftsmeister

Velberter BC, der

nach seinem „Aufstieg“ zu den

schweren Jungs gerade Sieger

der 1. Militär-Europameisterschaften

geworden ist, diesen

Rang streitig. Möglicherweise

gab es beim kürzlich erfolgten

Bundesliga-Auftakt 2012 einen

Vorgeschmack auf Oldenburg:

Da unterlag der für Nordhausen

startende EM-Dritte Witt, der

nach Feierabend trainiert, dem

Sportsoldaten und Leistungssportler

Weiß.

Freilich will auch der ungeheuer

schlagstarke und inzwischen

eingebürgerte Emir

Ahmatovic (Hessen), der in der

vergangenen Saison für Hertha

wie Hussing, Fanghänel, Krasniqi,

BSC alle Kämpfen gewonnen spannenden U21-Finalkampfs

Kretschmann und zuletzt

des Niedersachsen Povernov ist

schon länger verwaist: Seit Povernovs

WM- und EM-Bronze

2005 und 2006 hat der DBV in

dieser Klasse keinen konstanten

Leistungsträger von internationalem

Format mehr hervor gebracht.

Dabei vereinigt diese beim

hatte und jetzt in der Bundesliga

für Motor Babelsberg ordentlich

draufhaut, ein Wörtchen mitreden

bei der Titelvergabe im

Schwergewicht. Und nicht zuletzt

hat sich mit dem Schwergewichtler

Mike Fanselow aus

Berlin auch ein Deutscher U21-

Meister für die Männer-Titelkämpfe

qualifiziert, der sicher

zwischen den mittlerweile beinahe

auf Augenhöhe boxenden

Arthur Bril und Kastriot Sopa.

Zuletzt konnte der Kölner U19-

Weltmeister von 2010, Bril, den

baden-württembergischen DM-

Dritten von 2011 noch bezwingen.

Weitere „junge Wilde“ wie

der Niedersachse Thulasi Tharumalingam

Publikum beliebte Gewichtsklasse

nicht zu unterschätzen ist.

(Schwanewede,

große Schlagkraft mit Überhaupt stehen die Titel-

Halbwelter) und Mohammed

erstaunlicher Beweglichkeit träger des jüngsten U21-Cham-

Bangaew (Mittelgewicht, Ham-

er jungen Wilden?

pionats, die im Gegensatz zum

Vorjahr diesmal mit genügend

zeitlichem Abstand für die Regeneration

bis zu den DM stattgefunden

haben, im Mittelpunkt

des Interesses: Im Fliegengewicht

könnte sich nämlich der

junge Brandenburger Tom Tran,

der DM-Zweite von 2011, vorgenommen

haben, den bisherigen

Platzhirsch Ronny Beblik aus

Chemnitz vom Thron zu verdrängen.

Allerdings hat auch

Beblik gerade wie Weiß bei den

Militär-EM als Finalsieger geglänzt.

Im Bantamgewicht greift mit

dem U21-Meister Theo Krechlok

(Berlin) der U17-Weltmeister

von 2009 erstmals in der Männerklasse

an. Dennis Makarov

(Velbert), Europameister von

2010 und Bester Techniker der

DM 2011 in Leipzig, will seinen

Titel erneut verteidigen. Ernste

Gefahr droht ihm von Bayerns

Edgar Walth (Straubing), der,

nun als Sportsoldat bei der Bundeswehr

im Sold stehend, im

Finale bei den Militär-EM den

Brasilianer de Miranda geschlagen

hat.

Alle erwarten im Leichtgewicht

eine Neuauflage des

burg) dürfen sich zumindest

Medaillenchancen ausrechnen,

zumal noch nicht ganz sicher

ist, ob beispielsweise Olympiateilnehmer

Stefan Härtel (Mittelgewicht,

Berlin) in Oldenburg

antreten wird, da er einen Bundeswehrlehrgang

zu absolvieren

hat. Nach Auskunft von DBV-

Diagnosetrainer Dr. Michael

Bastian sollen weitere Asse und

Olympioniken wie die beiden

Niedersachsen Patrick Wojcicki

(Wolfsburg) und Erik Pfeifer

(WM-Dritter 2011 von Blau-Weiß

Lohne im Superschwer) wegen

eines Einsatzes für die „German

Eagles“ in der Box-Serie des

Weltverbands AIBA eine Woche

nach den DM in den USA keineswegs

geschont werden. Den Gifhorner

Welter-Vizemeister Dima

Döhl freut das freilich: Will

er doch verhindern, dass sein

junger Landesverbandskollege

Wojcicki den vierten DM-Titel

in Folge gewinnt. Dagegen hätte

sicher auch der vom neuen DBV-

Trainer Michael Timm (vormals

Universum-Profiboxstall) betreute

Schweriner Arayk Marutyan

etwas. Es stehen „Tage der

Entscheidung“ bevor.

Peter Jaschke

Expertentipps

Uwe Hamann, DM-Organisator:

Halbfliegen-Gewicht, bis 49 Kg:

Hamza Touba (Neuss, NRW).

Fliegen, 52 Kg: Ronny Beblik

(Chemnitz, SN).

Bantam, 56 Kg: Edgar Walth

(Straubing, BY).

Leicht, 60 Kg: Artur Bril (Köln,

NRW).

Halbwelter, 64: Kg Artem Harutyunyan (Eilbek,

HA).

Welter, 69 Kg: Patrick Wojcicki (Wolfsburg, NS).

Mittel, 75 Kg: Stefan Härtel (Berlin, BE).

Halbschwer, 81 Kg: Kevin Künzel (Buna-Schkopau,

SA).

Schwer, bis 91 Kg: Gottlieb Weiss (Velbert,

NRW).

Superschwer, über 91 Kg: Erik Pfeifer (Lohne,

NS).

Valentin Silaghi, DBV-Cheftrainer:

Halbfliegen-Gewicht, bis 49 Kg:

Offen, keine Angabe.

Fliegen, 52 Kg: Ronny Beblik

(Chemnitz, SN) oder Hamza Touba

(Neuss, NRW).

Bantam, 56 Kg: Dennis Makarov

(Velbert, NRW).

Leicht, 60 Kg: Artur Bril (Köln,

NRW).

Halbwelter, 64 Kg: Artem Harutyunyan (Eilbek,

HA).

Welter, 69 Kg: Arayk Marutyan (Schwerin, MV)

oder Patrick Wojcicki (Wolfsburg, NS).

Mittel, 75 Kg: Dennis Radovan (Köln, NRW).

Halbschwer, 81 Kg: Serge Michel (Traunreut, BY)

oder Kevin Künzel (Buna-Schkopau, SA).

Schwer, bis 91 Kg: Emir Ahmatovic (Box-Team

Lahn, Hessen).

Superschwer, über 91 Kg: Erik Pfeifer (Lohne,

NS).

Jürgen Kyas, DBV-Präsident:

Halbfliegen-Gewicht, bis 49 Kg:

Hamza Touba (Neuss, NRW).

Fliegen, 52 Kg: Ronny Beblik

(Chemnitz, SN).

Bantam, 56 Kg: Dennis Makarov

(Velbert, NRW).

Leicht, 60 Kg: Artur Bril (Köln,

NRW).

Halbwelter, 64 Kg: Eugen Burhard (Osnabrück,

NS) oder Artem Harutyunyan (Eilbek, HA).

Welter, 69 Kg: Patrick Wojcicki (Wolfsburg, NS).

Mittel, 75 Kg: Stefan Härtel (Berlin, BE).

Halbschwer, 81 Kg: Kevin Künzel (Buna-Schkopau,

SA).

Schwer, bis 91 Kg: Gottlieb Weiss (Velbert,

NRW).

Superschwer, über 91 Kg: Erik Pfeifer (Lohne,

NS).

Peter Jaschke, BoxSport-Mitarbeiter:

Halbfliegen-Gewicht, bis 49 Kg:

Serge Neumann (Olymp Saterland,

NS).

Fliegen, 52 Kg: Ronny Beblik

(Chemnitz, SN).

Bantam, 56 Kg: Edgar Walth

(Straubing, BY).

Leicht, 60 Kg: Artur Bril (Köln,

NRW).

Uwe

Hamann

Valentin

Silaghi

Jürgen

Kyas

Peter

Jaschke

Halbwelter, 64 Kg: Eugen Burhard (Osnabrück,

NS).

Welter, 69 Kg: Arayk Marutyan (Schwerin, MV).

Mittel, 75 Kg: Xhek Paskali (Ludwigsburg, BW)

oder Dennis Radovan (Köln, NRW).

Halbschwer, 81 Kg: Serge Michel (Traunreut,

BY).

Schwer, bis 91 Kg: Emir Ahmatovic (Box-Team

Lahn, HE).

Superschwer, über 91 Kg: Erik Pfeifer (Lohne,

NS).

BoxSport 59


Erik Pfeifer hat

einen Profi-Vertrag

unterschrieben

Start in

die World

Series

Die anfängliche Euphorie

des deutschen Teams

über die Hammer-Auslosung

für die World Series

of Boxing ist verflogen, das

knallharte Alltagsgeschäft hat die

DBV-Führungsriege mittlerweile

eingeholt. Veranstaltungsvorbereitungen,

TV-Verhandlungen,

PR-Arbeit – DBV-Sportdirektor

Michael Müller und Kollegen

haben kurz vor dem Start der

Weltliga alle Hände voll zu tun,

um das ganze Projekt ans Laufen

zu bringen.

Mit durchwachsenem Erfolg!

Zwar konnte mit dem beeindruckenden

Kuppelsaal im

Hannoverschen Kongress-Zentrum

eine knapp 5000 Zuschauer

fassende Veranstaltungsstätte

Im Kuppelsaal findet der erste Heimauftritt der German Eagles statt

Pfeifer: Kommt es zum

Duell gegen Joshua?

Der Deutsche hat bereits Profi-Vertrag unterschrieben

Die Kämpfe in Mailand

German Eagles vs. Italia Thunder

Bantamgewicht

Vaceslav Goian vs. Vincenzo Picardi

Leichtgewicht

Robert Hautyunayan vs. Charly Suarez

Mittelgewicht

Vasilii Belous vs. Vincenzo Mangiacapre

Halbschwergewicht

Serge Michel vs. Imre Szello

Schwergewicht

Philipp Gruner vs. Clemente Russo

für den ersten Heimkampf gegen

die Ukraine gebucht werden. Einen

Fernsehpartner gibt es bislang

jedoch nicht. Stattdessen

kann man die Kämpfe online in

einem Live-Stream verfolgen,

im TV findet dann im Nachgang

die Highlight-Berichterstattung

statt. „Bei der World Series

handelt es sich um ein neues

Produkt, da ist es schwierig, TV-

Sender zu gewinnen“, so Michael

Schillinger, Generaldirektor

der „German Eagles“.

Schon der erste Kampftag hat

es in sich. Im Mailänder Hexenkessel,

dem 12.000 Zuschauer

fassenden Mediolanum Forum,

geht es gegen Italia Thunder

um Trainer Francesco Damiani,

einst erster Profi-Schwergewichtsweltmeister

der WBO.

Absoluter Superstar der Italiener

ist Schwergewichtler Clemente

Russo, der in Mailand gegen den

Termine 2012

17.11.2012, 21:00 Uhr, Medilanum Forum, Mailand:

Italia Thunder vs. German Eagles

23.11.2012, 20:00 Uhr, Kuppelsaal, Hannover:

German Eagles vs. Ukraine Otamans

07.12.2012, 20:00 Uhr, EWS-Arena, Göppingen:

German Eagles vs. USA Knockouts

14./15.12.2012

British Lionhearts vs. German Eagles

deutschen Philipp Gruner antreten

wird.

Zum ersten Heimkampf erwartet

die Deutschen dann ein

richtiger Brocken. Mit der Ukraine

kommt eine junge, aufstrebende

Box-Generation nach

Hannover, die bei den Olympischen

Spielen in London bereits

absahnte. Fünf Medaillen, davon

zweimal Gold, errang die

vom Klitschko-Fieber gepackte

Boxnation. Die Chancen stehen

gut, dass auch die ukrainischen

Goldjungen Wasil Lomatschenko

(Leichtgewicht) und Aleskander

Usyk (Schwergewicht)

die Reise nach Deutschland antreten

werden und sich den deutschen

Fans präsentieren.

Auf den populärsten Goldjungen

von London treffen die

Deutschen dann beim letzten

WSB-Kampf des Jahres in

England, denn Super-Schwer-

gewichts-

Olympiasieger

Anthony

Joshua

könnte für

die Briten

antreten.

Dann käme

es zum Duell

mit Erik

Olympiasieger

Anthony

Joshua könnte

gegen England

Pfeifers

Gegner sein

Pfeifer, der für seine schwachen

Olympia-Auftritte Wiedergutmachung

betreiben will. Seinen

enttäuschenden Olympiaauftritt

hat Pfeifer abgehakt: „Ich war

zu nervös und habe ich mich

schlapp gefühlt. Doch jetzt bin

ich in Form“, so Pfeifer, der vor

WSB-Beginn einen Profivertrag

bei der AIBA unterzeichnete

und sich damit unter Amateurboxgrößen

wie Tervel Pulev,

Clemente Russo und Domenico

Valentino einreiht. Pfeifer optimistisch:

„Ich denke, das ist

die Zukunft und wird das Profiboxen,

das wir bisher aus dem

Fernsehen kennen, ablösen.“

Kader der German Eagles gegen die Ukraine:

Razvan Andreiana (Bantamgewicht, Rumänien)

Redouane Asloum (Bantamgewicht, Frankreich)

Erik Brechlin (Schwergewicht, Deutschland)

Artur Bril (Leichtgewicht, Deutschland)

Kastriot Sopa (Leichtgewicht, Deutschland)

Kevin Künzel (Halbschwergewicht, Deutschland)

Araik Marutjan (Mittelgewicht. Deutschland)

Xhek Paskali (Mittelgewicht, Deutschland)

Erik Pfeifer (Schwergewicht, Deutschland)

60BoxSport


vs.

Freitag, 23. November 2012

Kuppelsaal Hannover

IM TEAM DER GERMAN EAGLES UNTER ANDEREM:

KEVIN KÜNZEL

ERIK PFEIFER

Einlass: 18.30 Uhr | Beginn: 20.00 Uhr

www.german-eagles.org

www.facebook.com/GermanEagles.org

TICKETS UNTER: www.eventim.de

Partner und Förderer:


1.

ERGEBNISSE

BUNDESLIGA

Nordhäuser SV - SV Motor Babelsberg 11:07

Z: 1000

58 Kg: Dieter Geier (NSV) - 17:09 PS ü. Salomon Ntuve (SVM)

65 Kg: David Müller (NSV) - 22:14 PS ü. Zdenek Chladek (SVM)

70 Kg: Balazs Bacskai (NSV) - Aufg.-S. 2.R. ü. Phillip Nsingi

(SVM)

78 Kg: Mario Jassmann (NSV) - Disqu.-S. 4.R. ü. Satula Abdulai

(SVM)

82 Kg: Leon Bunn (NSV) - 20:16 PS ü. Jaroslav Minin (SVM)

92 Kg: Emir Amatovic (SVM) - KO-S. 4.R. ü. Joszef Darmos

(NSV)

MBR Hamm - BC Straubing 10:08 Z: 350

58 Kg: Bashir Hassan (MBR) - 19:16 PS ü. Edgar Walth (BCS)

65 Kg: Aytekin Yöreci (MBR) - 24:13 PS ü. ü. Eugen Dahinten

(BCS)

70 Kg: Max van der Pas (MBR) - 28:07 PS ü. Johannes Winter

(BCS)

78 Kg: Safet Avdimetaj (BCS) - 23:06 PS ü. Nuri Yesil (MBR)

82 Kg: Elvis Hetemi (MBR) - 18:17 PS ü. ü. Damir Plantic (BCS)

92 Kg: Avdi Asslani (BCS) - 31:14 PS ü. Arben Hetemi (MBR)

SV Motor Babelsberg - MBR Hamm 12:06 Z:

500

58 Kg: Adhte Gashi (SVM) - Aufg.-S. 1.R. ü. Bashir Hassan

(MBR)

65 Kg: Zdenek Chladek (SVM) - Aufg.-S. 1.R. ü. Aytekin Yöreci

(MBR)

70 Kg: Dima Döhl (SVM) - Aufg.-S. 1.R. ü. Max van der Pas

(MBR)

78 Kg: Josef Attanjaoui (SVM) - Aufg.-S. 1.R. ü. Refik Lafifi

(MBR)

82 Kg: Benjamin Kremers (SVM) - Aufg.-S. 1.R. ü. Elvis Hetemi

(MBR)

92 Kg: Emir Amatovic (SVM) - Aufg.-S. 1.R. ü. Eugen Schellenberg

(MBR)

BC Straubing - Velberter BC 07:11 Z: 350

58 Kg: Edgar Walth (BCS) - 18:14 PS ü. Denis Makarov (VBC)

65 Kg: Eugen Burhard (VBC) - Aufg.-S. 3.R. ü. Kian Abadi (BCS)

70 Kg: Patrick Wojcicki (VBC) - 17:06 PS ü. Johannes Winter

(BCS)

78 Kg: Denis Radovan (VBC) - 24:09 PS ü. Safet Avdimetaj

(BCS)

82 Kg: Peter Mullenberg (VBC) - 21:07 PS ü. ü. Damir Plantic

(BCS)

92 Kg: Stefan Sittner (VBC) - Aufg.-S. 2.R. ü.Avdi Asslani (BCS)

MBR Hamm - Nordhäuser SV 09:09 Z: 510

58 Kg: Bashir Hassan (MBR) -.31:22 PS ü. Dieter Geier (NSV)

65 Kg: Aytekin Yöreci (MBR - 33:26 PS ü. David Müller (NSV)

70 Kg: Balasz Bacskai (NSV) - RSC-S. 3.R. ü. Max van der Pas

(MBR)

78 Kg: Sebastian Formella (NSV) - 34:18 PS ü. Nuri Yesil (MBR)

82 Kg: Leon Bunn (NSV) - 39:17 PS ü. Refik Latifi (MBR)

92 Kg: Eugen Schellenberg (MBR) - 26:14 PS ü. Marcus Finke

(NSV)

Tabelle:

1. Velberter BC 22 2 21:15 4-0

4. SV Motor Babelsberg 3 30:24 4-2

3. Nordhäuser SV 4 37:35 4-4

4. MBR Hamm 3 19:29 3-3

5. BC Straubing 4 31:41 1-7

Die nächsten Kämpfe der 1.BL:

17.11.2012 Velberter BC 22 - SV Motor Babelsberg

08.12.2012 MBR Hamm - SV Motor Babelsberg

15.12.2012 Nordhäuser SV - Velberter BC 22

15.12.2012 BC Straubing - SV Motor Babelsberg

12.01.2013 MBR Hamm - Velberter BC 22

Hamms Trainer Gerards: „Mant

Hamm-Trainer Ralf Gerards

Nordhäuser SV –

SV Motor

Babelsberg 11:7

Vor gut 1000 Zuschauern

in der Nordhäuser

Ballspielhalle

holten die Hausherren

einen ungefährdeten

Sieg über die Gäste aus

Babelsberg. Dabei kam

es nach der Pause beim

Duell im Mittelgewicht

zum Eklat: Im Kampf

zwischen dem Nordhäuser

Mario Jassmann

und Babelsbergs Satula

Abdulai ging es heiß her

und beide lieferten sich

einen technisch guten

Kampf. Klar in Führung liegend ließ sich

Abdulai in der 3. Runde jedoch zu einem

Tiefschlag hinreißen – und wurde daraufhin

disqualifiziert. Mit dem Sieg für Jassmann

und der endgültigen Entscheidung

zugunsten der Nordhäuser konnte Abdulai

nicht umgehen, attackierte den Ringrichter

und beleidigte das Publikum unter anderem

mit gestrecktem Mittelfinger. Wütend

verließ Abdulai die Halle, sein Trainer und

Manager Ralph Mantau entschuldigte sich

direkt im Anschluss: „Das war nicht okay,

aber die Gemüter der Sportler sind bei den

Kämpfen nun einmal erhitzt. Ich kann mich

in Abdulais Namen nur entschuldigen.“

Der Grundstein für den Sieg der Gastgeber

wurde schon vorher gelegt. Im Bantamgewicht

boxte Dieter Geyer sehr intelligent

gegen den Olympiateilnehmer Salomo

N’tuve und holte einen klaren Punktsieg.

Im darauf folgenden hochklassigen

Kampf im Halbweltergewicht zwischen

David Müller (Nordhausen) und Chladek

Zdenek setzte sich Müller mit 22:14

Punkten durch. Für eine Vorentscheidung

sorgte dann der Ungar Balazs Bacskai im

Weltergewicht, der gegen Phillip Nsingi

mit Geschwindigkeit, Schlagkraft und

hervorragender Technik brillierte und seinen

202. Sieg holte. Beachtlich, für einen

erst 23-Jährigen. Im Halbschwergewicht

gewann Leon Bunn (Nordhausen) über

Zwei Skand

Abdulai rastete in Nordhausen nach

Die 1. Box-Bundesliga nimmt so langsam Fahrt auf. Nachdem

der Titelverteidiger aus Velbert mit einem knappen

Sieg über Nordhausen in die Saison gestartet war, konnte

der haushohe Favorit auf den Titel den zweiten Kampf gegen

Straubing klar gewinnen. In der Straubinger Ejadon-

Frust pur beim

disqualifizierten

Babelsberger

Mittelgewichts-

Boxer Satula

Abdulai, der den Fans

wütend gleich zwei

„Stinkefinger“ zeigt

Jaroslav Minin. Den einzigen Sieg für die

Babelsberger holte Schwergewichtler Emir

Amatovic durch K.o. in der vierten Runde

über Joszef Darmos.

MBR Hamm – BC Straubing 10:8

An einem spannenden Kampfabend

konnte sich am Ende der gastgebende MBR

Hamm durchsetzen. Gleich zu Beginn

gab es eine faustdicke Überraschung, als

im Bantamgewicht Bashir Hassan knapp

über den hoch favorisierten Edgar Walth

siegte. Mit 19:16 Punkten konnte sich der

Hammer in einem technisch feinen Kampf

durchsetzen.

Auch in den nächsten beiden Kämpfen

behielten jeweils die Gastgeber die Oberhand.

Die MBR-Boxer siegten jeweils klar.

Zunächst konnte Aytekin Yöreci den Straubinger

Eugen Dahinten klar ausboxen,

dann folgte eine Box-Demonstration von

Max van der Pas gegen Johannes Winter.

Van der Pas ließ dem Straubinger keine

Chance und siegte am Ende 23:6 – die Vorentscheidung.

Elvis Hetemi besiegelte den MBR-Sieg

dann endgültig. Im Halbschwergewicht

kam es zu einem richtig knappen Duell gegen

den langen Damir Plantic. Nach einer

furiosen Schlussrunde werteten die Punktrichter

18:17 für Hetemi.

62BoxSport


au ist der Totengräber des Boxsports“

ale um Babelsberg

Disqualifikation aus und zeigte Fans den „Stinkefinger“

halle siegten die „Bergischen Löwen“ mit 11:7.

Der SV Motor Babelsberg steht auf Tabellenplatz

zwei und sorgt derweil für Skandale und

Schlagzeilen: Mittelgewichtsboxer Satula Abdulai

rastete nach seinem verlorenen Kampf

SV Motor Babelsberg –

MBR Hamm 12:6

Die 500 Zuschauer im Toyota

Autohaus erlebten beim

Babelsberger Heimkampf gegen

Hamm eine Farce. Die gegnerische

Mannschaft hätte sich um

16 Uhr zum offiziellen Wiegen

einfinden müssen, erschien jedoch

nicht. Hamms Trainer Ralf

Gerards rief zuvor von der Autobahn

aus an, dass er mit seinem

Team wegen eines Unfalls kurz

vor der Abfahrt Michendorf im

Stau stecke. Als sich eine halbe

Stunde später noch immer nichts

tat, erkundigte sich Babelsbergs

Trainer Ralph Mantau bei der

Leitstelle der Polizei und erfuhr,

dass es in diesem Autobahnabschnitt

keinen Unfall und keinen

Stau gebe. „Wir sind ganz klar

belogen worden“, so Mantau.

„Hamm ist augenscheinlich einfach

zu spät losgefahren.“ Das

Kampfgericht hielt sich anschließend

ans Reglement und wertete

den Kampf für die Gastgeber.

Die Gäste reisten schließlich

45 Minuten später an, doch

Hauptkampfrichter Thomas Riebe

legte das Regelwerk entsprechend

klar aus. Dieses besagt,

dass es beim Wiegen eine Karenzzeit

von maximal einer halben

Stunde gibt. Diese 30 Minuten

stehen auch einem Boxer zur

Verfügung, der zum Wiegetermin

mit Übergewicht erscheint,

um dann noch „abkochen“

zu können. Doch das brachte

Coach Gerards auf die Palme.

Nachdem er die Entscheidung

mitgeteilt bekam, schnappte er

sich im Ring das Mikrofon und

posaunte: „Ich kündige Herrn

Mantau die Freundschaft, er ist

der Totengräber des Boxsports.“

Dennoch: Auch im Falle einer

vorzeitigen Niederlage muss das

unterlegene Team antreten – das

besagt das Reglement des DBV.

Das tat der MBR Hamm zwar,

doch Trainer Gerards warf bei

jedem Kampf bereits nach rund

zehn Sekunden das Handtuch.

Zunächst gab es nur vereinzelt

Pfiffe, dann riefen die Zuschauer

„aufhören“. Nach dem dritten

„Kampf“ hatten die meisten genug

und ließen sich an der Kasse

das Geld wiedergeben.

Babelsberg-Boss Mantau

war schockiert: „Sportlich ist

gegen Mario Jassman aus und zeigte den Fans

den Stinkefinger. Beim Heimkampf gegen Hamm

kamen die Gäste zu spät zum Wiegen und wurden

dafür in allen Duellen zum Verlierer erklärt.

Hier die Kampfberichte!

In einem

hochklassigen Fight

schlug Straubings

Edgar Walth (rechts)

seinen Bantam-

Konkurrenten Denis

Makarov

das eine sehr große Katastrophe.“

Mit der sich nun auch die

Ligakommission des Deutschen

Boxsportverbandes (DBV) beschäftigen

wird: Sie soll untersuchen,

ob und inwiefern Gerards

„wegen groben unsportlichen

Verhaltens“ bestraft werden

kann. Außerdem errechneten

die Motor-Verantwortlichen einen

Verlust von rund 4500 Euro

wegen der zurückerstatteten

Eintrittsgelder und des ausgefallenen

Caterings. „Das Geld wollen

wir auf alle Fälle wiederhaben“,

bekräftigt Mantau.

Ralf Gerards indes sieht die

Sache komplett anders. „Vor uns

gab es einen Unfall auf der Autobahn,

leider habe ich ihn nicht

fotografiert. Ich bin mir ganz sicher,

dass wir diesen Kampf klar

gewonnen hätten und es für Babelsberg

die einzige Chance war,

die Situation auszunutzen.“

BC Straubing – Velberter

BC 7:11

In der heimischen Ejadonhalle

gab es für den BC Straubing

die erwartete Niederlage gegen

den Rekordmeister aus Velbert.

Mit 11:7 fegte der mit Meistern

gespickte Favorit aus dem Bergischen

die Gastgeber weg und

setzte sich souverän an die Spitze

der Bundesliga.

Den Straubinger Lichtblick

gab es direkt zu Beginn in einem

tollen Kampf im Bantamgewicht.

Zum vierten Mal boxte

Edgar Walth bereits gegen den

amtierenden deutschen Meister

Denis Makarov, dreimal hatte

er verloren. Anders an diesem

Abend. Nach schwachem Start

konnte der Straubinger eine

Aufholjagd starten und glich zu

Beginn der vierten Runde auf

13:13 aus. Mit unglaublicher

Kondition drehte der 21-jährige

Walth dann noch einmal richtig

auf und siegte letztlich mit 18:14

Punkten. Walt nach dem Kampf

glücklich: „An Makarov habe

ich mir immer die Zähne ausgebissen.

Doch heute war ich mir

Babelsberg-Manager Ralph Mantau

entschuldigt sich bei den Fans

sicher, dass ihn schlagen kann.

Auch wenn die ersten zwei Runden

nicht danach aussahen, ich

habe mir meine Kraft und Kondition

genau eingeteilt.“

Danach war für die Gastgeber

aber nichts mehr drin. Bei

Kian Abadias Kampf (65 kg)

gegen Eugen Burhard flog in der

dritten Runde das Handtuch, Patrick

Wojcicki (70 kg) und Denis

Radovan (78 kg) feierten deutliche

Punktsiege gegen Johannes

Winter und Safet Avcimetaj.

Auch Peter Mullenberg (82 kg)

dominierte Damir Plantic deutlich.

Im letzten Kampf dann flog

in der 2. Runde das Handtuch:

Avdi Asslani war gegen Velberters

Schwergewicht Stefan Sittner

überfordert.

MBR Hamm –

Nordhäuser SV 9:9

Beim Bundesliga-Duell zwischen

dem MBR Hamm und

dem Nordhäuser SV stand am

Ende ein Unentschieden. Dabei

erwischten die Gastgeber den

besseren Start, kamen durch

den starken Schweden Bashir

Hassan und Aytekin Yöreci zu

den ersten Punkten. Danach

drehte Nordhausen auf und

konnte durch drei Siege in Folge

durch Bacskai, Formella und

Bunn in Führung gehen. Das

Remis für die Hammer sicherte

Eugen Schellenberg mit seinem

Punktsieg über Marcus Finke.

NSV-Manager Matthias Geidel

zeigte sich zufrieden: „Das Team

aus Hamm hat sich mit dem Aufstieg

in die 1. Liga erheblich verstärkt.

Uns standen äußerst starke

Kämpfer gegenüber. Daher ist

das Ergebnis in Ordnung.“

BoxSport 63


1.

BUNDESLIGA

Weiss schlug Witt –

Velberter BC –

Nordhäuser SV 10:8

Mit einem richtigen Kracher

startete die 1. Bundesliga in die

neue Saison. Der Rekordmeister

und Vorjahressieger aus Velbert

erwartete vor 500 Zuschauern mit

dem Nordhäuser SV den größten

Rivalen aus der letzten Saison. Mit

zahlreichen Showeffekten und einem

imposanten Auftritt der örtlichen

Cheerleader-Gruppe „Rising

Rockets“ boten die Velberter den

Fans einen für ein solches Duell

angemessenen Rahmen. Unterhaltung

vom Allerfeinsten!

Und auch im Ring konnten

die Gastgeber überzeugen. Dabei

blieb es bis zum letzten Kampf im

Schwergewicht hochspannend

im Bergischen. Erst der letzte

Vergleich des Abends zwischen

Militär-Europameister Gottlieb

Weiss (Velbert) und dem Deutschen

Meister Johann Witt sollte

die Entscheidung bringen. In dem

Duell mit Finalcharakter suchten

beide Boxer voll offensiv die

Im Spitzen-Duell zum Auftakt g

Babelsberg startet mit einem Sieg gegen Straubing

Die Fäuste fliegen wieder in der 1. Box-Bundesliga!

Mit einigen Neuerungen begann

die Beletage des deutschen Mannschaftsboxens

die neue Saison. So starten die Athleten

von nun an in sechs Gewichtsklassen

– in den Vorjahren waren es noch acht. Die

Kampfdauer dagegen wurde erhöht: geboxt

werden nun vier Runden á drei Minuten.

Und der erste Kampftag hatte es gleich in

sich: Vorjahresmeister und Rekordsieger

Velberter BC traf in der Sporthalle Birth

auf den Vizemeister aus Nordhausen. In einer

Veranstaltung auf hohem Nivau setzte

sich der Favorit mit 10:8 Punkten durch.

Erfolgreich startete auch der SV Motor Babelsberg

in die Saison. Die Brandenburger

schlugen den BC Straubing mit 11:7.

Eine Woche später, am zweiten Wettkampftag

machten es die Straubinger besser und

holten zu Hause mit einem 9:9 einen Punkt

gegen leicht favorisierte Nordhäuser. Die

zweite Partie des Wettkampftages zwischen

dem MBR Hamm und dem Velberter

BC wurde auf den 12. Januar verlegt, da die

Sporthalle der Hammer am Wochenende

belegt war. Hier die Kampfberichte!

Entscheidung. Vier Runden lang

lieferten sich die Athleten ein Duell

auf Augenhöhe und im letzten

Durchgang drehten sie nochmal

auf. Weiss zeigte sein ganzes boxerisches

Können, Witt dagegen

versuchte es mit der Brechstange.

Mehr Erfolg hatte der Velberter:

nach einem knallharten Treffer

musste Witt angezählt werden.

Velberter BC 22 -

Nordhäuser SV 10:8

Z: 500

58 Kg: Denis Makarov (VBC)

- Aufg.-S. 4.R. ü. Michail Loginov

(NSV)

65 Kg: Artem Harutyunyan

(VBC) - 26:19 PS ü. Anthony

Yigit (NSV)

70 Kg: Balazs Bacskai (NSV)

- 18:13 PS ü. Patrick Wojcicki

(VBC)

76 Kg: Denis Radovan (VBC)

- 25:07 PS ü. Sebastian Formella

(NSV)

82 Kg: Adam Deines (NSV)

- RSCI-S. 3.R. ü. Peter Mullenberg

(VBC)

92 Kg: Gottlieb Weiss (VBC)

- 17:14 PS ü. Johann Witt

(NSV)

Im Schwergewichts-Kampf von Gottlieb Weiss (links) und

Johann Witt fiel die Entscheidung für den Velberter Sieg

ERGEBNISSE

SV Motor Babelsberg

- BC Straubing

11:7 Z: 300

58 Kg: .Edgar Walth (BCS)

- 30:23 PS ü. Adhte Gashi

(SVM)

65 Kg: Zdenek Chladek

(SVM) - 25:12 PS ü. Eugen

Dahinten (BCS)

70 Kg: Dima Döhl (SVM) -

RSC-S. 1.R. ü. Flamur Mehmeti

(BCS)

76 Kg: Satula Abdulai (SVM)

- 18:16 PS ü. Safet Avdimetaj

(BCS)

82 Kg: Josef Attanjaoui

(SVM) - 29:18 PS ü. Phillip

Lang (BCS)

92 Kg: Emir Amatovic (SVM)

- RSCI-S. 4.R. ü. Roman

Gorst (BCS)

Der Kampf ging zwar über die

Zeit, aber die Punktrichter sahen

Weiss mit 17:14 Punkten vorne.

Sieg für Weiss, Sieg für Velbert!

Johann Witt selbst klatschte seinem

Widersacher nach der tollen

Leistung Beifall!

Bereits im Kampf vorher hätte

Peter Mullenberg den Sack für

Velbert zumachen können. Der

BC Straubing - Nordhäuser

SV 9:9 Z: 350

58 Kg: Edgar Walth (BCS) -

Aufg.-S. 3.R. ü. Michail Loginov

(NSV)

65 Kg: Anthony Yigit (NSV)

- 26:19 PS ü. PS ü. Eugen

Dahinten (BCS)

70 Kg: Balazs Bacskai (NSV)

- Aufg.-S. 4.R. ü. Kenan Spahiu

(BCS)

78 Kg: Safet Avdimetaj (BCS)

- 25:11 PS ü. Andre Sviriedow

(NSV)

82 Kg: Damir Platic (BCS) -

RSC-S. 3.R. ü. Adam Deines

(NSV)

92 Kg: Johann Witt (NSV)

- 24:12 PS ü. Avdi Asslani

(BCS)

niederländische Shootingstar

zeigte im Halbschwergewicht

gegen den starken Adam Deines

eine temporeiche und druckvolle

Vorstellung und lag in der dritten

Runde uneinholbar mit 12:2 nach

Punkten vorne. Doch bei den vielen

Treffern, die Deines landen

konnte, war einer dabei, der Mullenberg

eine dicke Schwellung

am linken Auge zugefügt hatte.

Ringarzt Dr. Christoph zur Nieden

nahm Mullenberg aus dem

Kampf. „Ich hatte keine Wahl“,

so der Mediziner. „Er konnte mit

dem Auge so gut wie nichts mehr

sehen.“ Mullenberg war maßlos

enttäuscht: „Ich wollte unbedingt

weiterboxen. Die eine Runde hätte

ich noch über die Zeit gebracht“,

so der Holländer. Vernünftiger argumentierte

sein Landsmann und

Trainer Hennie van Bemmel: „Der

Abbruch war schade, aber es war

richtig. Das gehört zum Boxen

nun einmal dazu.“

Im Leichtgewicht legte Europameister

Denis Makarov einen

furiosen Start hin. Er setzte dem

Nordhäuser Michael Loginov so

64BoxSport


egen die starke Staffel von Nordhausen

das war Velberts Sieg

zu, dass der Kampf zu Beginn

der vierten Runde beendet werden

musste. Eine sensationelle

Leistung zeigte auf Seiten der Velberter

Artem Haratyunyan. Gegen

den schwedischen Olympia-

Teilnehmer Anthony Yigit holte er

einen deutlichen Punktsieg. VBC-

Coach Mike Hanke: „Das war neben

dem Schwergewichts-Fight

der beste Kampf des Abends.“ In

den weiteren Kämpfen holte der

starke Ungar Balasz Backsai für

Nordhausen einen Punktsieg gegen

Olympia-Teilnehmer Patrick

Wojcicki. Velberts Denis Radovan

wies Sebastian Formella mit 25:7

in die Schranken.

Während die Velberter feierten,

zeigten sich die Nordhäuser

trotz guter Leistungen enttäuscht.

„Wir können mit dem Ergebnis

nicht zufrieden sein“, so Trainer

Konrad Werner. „Es ist bitter,

ohne Punkte nach Hause zu fahren.

Aber Velbert ist nun einmal

ein äußerst starker Gegner, der

schwer zu knacken ist.“

SV Motor Babelsberg –

BC Straubing 11:7

Der BC Straubing trat zum

Auftakt der 1. Bundesliga bei Motor

Babelsberg an. Die Brandenburger

zeigten sich gut vorbereitet

und schickten die Bayern mit einer

7:11-Niederlage nach Hause.

Von den Straubingern konnte

nur Leichtgewichtler Edgar Walth

einen klaren Punktsieg über Adhte

Gashi einfahren. Die Straubinger

Flamur Mehmeti (Weltergewicht)

und Schwergewichtler

Roman Gorst mussten sogar nach

RSC-Niederlagen vorzeitig in die

Ecke. Für Mehmeti war bereits

nach dem ersten Schlag seines

Gegners Dima Döhl der Kampf

nach 25 Sekunden beendet. Darin

lag aber auch die Problematik des

neuen Reglements mit nur sechs

Kämpfen in der ersten Bundesliga.

„Durch den schnellen Sieg

unseres deutschen Vizemeister

Dima Döhl sahen die Zuschauer

eigentlich nur fünf Kämpfe. Das ist

für einen Boxabend zu wenig. Ich

hatte als siebende Gewichtsklasse

für das Superschwergewicht plädiert.

Doch ich konnte mich damit

beim DBV nicht durchsetzen“,

klagte Babelsbergs Manager und

Trainer Ralph Mantau. Was deshalb

unverständlich ist, weil das

Superschwergewicht (plus 92 kg)

in Deutschland eine richtig gut besetzte

Gewichtsklasse ist.

Straubings temperamentvoller

Trainer Andy Buchmaier

registrierte die Niederlagen diesmal

ohne die sonstige Wortgewalt.

Der Straubinger gestand:

„Bei meiner Frau wurde Krebs

diagnostiziert. Da erscheinen dir

sportliche Niederlagen plötzlich

als Miniproblem.“ Aufgeben will

Buchmaier das Boxen aber nicht:

„Zu Hause unterstütze ich meine

Frau, wo ich kann und mit den

Tragisch: Velberts Peter Mullenberg (links)

musste in seinem Kampf gegen Adam Deines in

Führung liegend wegen einer Augenverletzung

aus dem Kampf genommen werden

Boxern will ich in der Bundesliga

unter die ersten Drei, auch wenn

wir in Babelsberg klar verloren

haben.“

BC Straubing –

Nordhäuser SV 9:9

Beim Duell der „Auftaktverlierer“

traten beide Teams mit

leicht veränderten Formationen

an. Knapp 350 Zuschauer verfolgten

das 9:9-Unentschieden in der

Straubinger Halle, bei dem vor allem

ein Athlet herausragte.

Der für Nordhausen boxende

Weltergewichtler Balasz Backsai

Einen tollen Kampf lieferten sich Eugen

Dahinten (rechts) von Straubing und

Nordhausens Anthony Yigit

aus Ungarn brauchte drei Runden

bis das Team seines Gegners

Kenan Spahiu das Handtuch

warf. Mit hohem Tempo und ungeheurer

Dynamik ließ Backsai

dem Straubinger keine Chance.

Das Besondere: für den erst

23-jährigen mehrfachen ungarischen

Meister war es der 200.

Sieg seiner Karriere.Nordhausen-

Trainer Konrad Werner: „Balasz

hat heute wieder einmal gezeigt,

dass er ein Ausnahmeboxer ist.

Er ist unheimlich schnell, schlägt

hart und boxt intelligent und mit

Strategie.“

Ins Schwärmen geriet der

Nordhäuser Cheftrainer auch nach

dem besten Kampf des Abends im

Halb-Weltergewicht zwischen

Nordhausens Anthony Yigit und

Eugen Dahinten. Werner: Das

Publikum sah bei beiden Kämpfen

all das, was Boxen so schön

macht: schnelle Hände, ausgefeilte

Technik, ein wachsames Auge

und eine Top-Kondition. Es war

ein Genuss.“ Yigit siegte knapp

nach Punkten.

Im letzten Duell sicherte

Schwergewichtler Johann Witt

den Nordhäusern das Remis. Mit

einem 24:12-Punktsieg über den

im letzten Jahr noch für Nordhausen

startenden Avdi Asllani war

die Punkteteilung gesichert.

BoxSport 65


2.

BUNDESLIGA

Beblik überragte – Ch

ERGEBNISSE

BR Hanau - BV Weimar 15:09 Z: 2950

52 Kg: Hamza Touba (BRH) - PS ü. Patrik Bartos (BVW)

56 Kg: Diaz Kuzembaev (BVW) - PS ü. Hafid Bouji (BRH)

60 Kg: Tobias Tatai (BRH) - PS ü. Amed Emiinovic (BVW)

64 Kg: Mohamed Maher (BRH) - PS ü. Dennis Sochannyj

(BVW)

69 Kg: Rinad Karimov (BRH) - PS ü. Ilja Fiberg (BVW)

75 Kg: Asnauer Magomedov (BRH) - PS ü. Selimhan Eserhanov

(BVW)

81 Kg: Igor Tiezev (BRH) - Aufg.-S. 3.R. ü. I. Bitjakow (BVW)

+81Kg: Max Keller (BRH) - PS ü. Daniel Zeuner (BVW)

BV Weimar - BSK Seelze 11:13 Z: 200

52 Kg: Patrik Bartos (BVW) - PS ü. Serge Neumann (BSK)

56 Kg: Diaz Kuzembaev (BVW) - PS ü. Sergej Dudinski (BSK)

60 Kg: Amed Eminovic (BVW) - PS ü. Suher Alshamari (BSK)

64 Kg: Angelo Welp (BSK) - Aufg.-S. 2.R. ü. Ruslan Saripov

(BVW)

69 Kg: Ay Besir (BSK) - PS ü. Ilja Fiberg (BVW)

75 Kg: Jakob Deines (BSK) - PS ü. Selimhan Eserhanov (BVW)

81 Kg: Artur Reis (BSK) - PS ü. Daniel Zeuner (BVW)

+81Kg: Ali Kiydin (BSK) - PS ü. Artur Mann (BV W)

BT Hanse Wismar - BC Chemnitz 12:11 Z: 500

52 Kg: Ronny Beblik (BCC) - Aufg.-S. 3.R. ü. Matthias Geissler

(BTH)

56 Kg: Omar El-Hag (BTH) - 14:09 PS ü. Raman Sharafa (BCC)

60 Kg: Hagen Worofka (BCC) - 12:09 PS ü. Arbian Zefaj (BTH)

64 Kg: Clemens Busse (BTH) - 10:05 PS ü. Chris Förster (BCC)

69 Kg: Steven Schwan (BCC) - 11:11 remis g. Viktor Gasselbach

(BTH)

75 Kg: Mohammed Bangaew (BTH) - 14:04 PS ü. Philipp Freund

(BCC)

81 Kg: Sven Dahl (BCC) - 14:13 PS ü. Tony Witzke (BTH)

+81Kg: Florian Schulz (BTH) - 11:05 PS ü. Erik Thalheim (BCC)

BC Chemnitz - BV Weimar 13:10 Z: 415

52 Kg: Ronny Beblik (BCC) - 14:04 PS ü. Patrik Bartos (BVW)

56 Kg: Raman Sharafa (BCC) - 11:07 PS ü. Diaz Kuzembaev

(BVW)

60 Kg: Amed Eminovic (BVW) - 15:07 PS ü. Hagen Worofka

(BCC)

64 Kg: Sebastian Günther (BVW) - 17:13 PS ü. Chris Förster

(BCC)

69 Kg: Steven Schwan (BCC) - 20:09 PS ü. Dennis Sochranny

(BVW)

75 Kg: Philipp Freund (BCC) - WO-S. ü. Ilja Fiberg (BVW)

81 Kg: Sven Dahl (BCC) - 16:06 PS ü. Ivan Bitjakov (BVW)

+81Kg: Artur Mann (BVW) - 14:11 PS ü. Erik Thalheim (BCC)

BR Hanau - BT Hanse Wismar 12:12 Z: 2.500

52 Kg: Hamza Touba (BRH) – 15:03 PS ü. Matthias Geissler

(BTH)

56 Kg: Omar El Hag (BTH) –24:19 PS ü. Hafid Bouji (BRH)

60 Kg: Tobias Tatai (BRH) – 18:8 PS ü. Arbian Zefay (BTH)

64 Kg: Clemens Busse (BTH) – 18:14 PS ü. Cagdas Güler

(BRH)

69 Kg: Rinat Karimov (BRH) 16:8 PS ü. Viktor Gasselbach

(BTH)

75 Kg: Mohamed Bangaev (BTH) – 19:12 PS ü. Asnaur Magomedov

(BRH)

81 Kg: Ibragim Bazuiev (BTH) – 27:23 PS ü. Igor Teziev (BRH)

+81Kg: Max Keller (BRH) – 29:12 PS ü. Dennis Lewandoski

(BTH)

Tabelle

1. BR Hanau 2 2 27:21 3-1

2. BT Hanse Wismar 2 24:23 3-1

3. BSK Seelze 1 13:11 2-0

4. BC Chemnitz 2 24:22 2-2

5. BV Weimar 3 30:41 0-6

Die nächsten Kämpfe:

15.12.2012 BSK Seelze - BR Hanau

02.02.2013 BC Chemnitz - BR Hanau

02.03.2013 BC Chemnitz - BSK Seelze

23.03.2013 BC Chemnitz - BT Hanse Wismar

Lewandowskis Niederlag

Die 2. Bundesliga nimmt Fahrt auf! Die ersten Kampftage sind absolviert und mit dem

BR Hanau hat sich der Ligaprimus und Top-Favorit auf den Titel herauskristallisiert. Mit

dem neuen Trainer René Weller konnte nicht nur ein Auftaktsieg eingefahren, sondern

bei Heimkämpfen gleichzeitig auch die Halle gefüllt werden.

Doch die Verfolger sind wachsam! Besonders das starke BT Hanse Wismar, das aus Hanau

einen Punkt entführte, kann den Hessen gefährlich werden. Auch der hochgehandelte

BSK Seelze siegte zum Auftakt souverän beim BV Weimar und startete somit perfekt in

die Saison. Anders der BC Chemnitz: die Ostdeutschen verloren zum Auftakt bei Wismar,

konnten im Heimkampf gegen Weimar jedoch den ersten Sieg einfahren und damit die

Chance auf den Titel wahren. Düster sieht’s für Weimar aus: mit drei Niederlagen aus

drei Kämpfen geht es für die Thüringer nur noch um die Goldene Ananas. Lesen Sie hier

die Kampfberichte!

Beim BV Weimar startete Angelo Welp (links) mit seinem Aufgabe-Sieg über Ruslan Saripov die furiose

Aufholjagd für den BSK Seelze

BV Weimar – BSK Seelze 11:13

Gleich zum Auftakt in die 2. Bundesliga

legte der BSK Seelze eine furiose Aufholjagd

hin. Beim Außenseiter aus Weimar

konnte der Gastgeber zwar die ersten drei

Kämpfe gewinnen, musste sich den danach

stark auftretenden Niedersachsen

am Ende jedoch geschlagen geben. Die

Aufholjagd begann der Seelzener Angelo

Welp im Halbweltergewicht. Gegen den

technisch starken Ruslan Saripov spielte

Welp seine physische Überlegenheit dermaßen

deutlich aus, so dass Saripov nach

der ersten Runde den Kampf aufgeben

musste.

Motiviert durch diese Glanzleistung

legten die weiteren Kämpfer des BSK nach.

Das Seelze-Eigengewächs Besir Ay konnte

sich mit einer stabilen Leistung gegen Ija

Fiberg durchsetzen. Ihm machte es Mittelgewichtler

Jakob Deines (75 kg) nach:

gegen den schlagstarken Selimhan Eserhanov

steigerte sich Deines von Runde zu

Runde, sodass sein Gegner sogar zweimal

angezählt werden musste – klarer Punktsieg!

Im Halbschwergewicht (bis 81 kg)

siegte Artur Reis für Seelze über Daniel

Zeuner nach Punkten, so dass es vor dem

letzten Kampf des Tages unentschieden

zwischen den beiden Teams stand. Seelzes

„Mini-Tyson“ Ali Kydin sorgte im Schwergewichtsduell

mit seinem Punktsieg über

Artur Mann für die Entscheidung.

BT Hanse Wismar – BC Chemnitz

12:11

Mit einem knappen Punktsieg über

den BC Chemnitz segelte die Hansa-Kogge

aus Wismar zum erfolgreichen Saisonauftakt.

Zwar begann der Kampfabend

für die Gastgeber alles andere als gut, da

Chemnitz‘ Aushängeschild Ronny Beblik

einen Aufgabe-Sieg in Runde drei über

Matthias Geissler feierte. Doch danach

fing sich Wismar und führte mit den Ostdeutschen

ein Duell auf Augenhöhe und

hohem boxerischen Niveau. Im Wechsel

siegten Hanse- und BC-Boxer, so dass das

66BoxSport


emnitz wahrte Titelchance

e kostete Wismar den Sieg in Hanau

Ausnahmeboxer: Chemnitz‘ Ronny Beblik (rechts, beim Punktsieg über Weimars Patrik Bartos) ist im Fliegengewicht deutschlandweit

ohne Konkurrenz

finale Schwergewichtsduell für

die Entscheidung sorgen musste.

Hier hatten die Wismarer mit

dem mehrfachen deutschen Jugendmeister

Florian Schulz den

Favoriten auf ihrer Seite. Schulz

wurde seiner Rolle gerecht,

boxte seinen Stiefel gegen Erik

Thalheim gewohnt runter und

sicherte sich und seinem Team

mit seinem 11:5-Punkterfolg den

Mannschaftssieg über Chemnitz

BC Chemnitz – BV

Weimar 13:11

„Das Ergebnis sieht klarer

aus, als es die Kämpfe tatsächlich

waren“, resümierte

Chemnitz‘ Trainer Olaf Leib.

„Wir haben sehr ausgeglichene

Fights auf hohem, boxerischen

Niveau gesehen.“ Dabei ragte

ein Sportler erneut heraus. Fliegengewichtler

Ronny Beblik, zuverlässiger

Punktelieferant für

Chemnitz und Aushängeschild

des BC, sorgte für einen erfolgreichen

Auftakt. Er schlug Weimars

Patrik Bartos glasklar nach

Punkten. Leib: „Heute haben

wir mal wieder gesehen, dass

Ronny einfach ohne Konkurrenz

in seiner Klasse ist. Der Junge ist

ein Ausnahmesportler.“

Weitaus ausgeglichener,

aber auf einem sensationellen

Niveau traten sich im Limit bis

64 Kilogramm Chris Förster

(Chemnitz) und Sebastian Günther

im Ring gegenüber. „Das

war ein richtig gutes Gefecht“,

so Leib. „Den Fans wurde richtig

was geboten.“ Da war es den gut

400 Zuschauern auch egal, dass

ihr Lokalmatador knapp verlor.

17:13 werteten die Punktrichter

den Fight zugunsten des Weimarers

Günthers, der mit tollen

Kombinationen und sicherer

Deckung den Ring verdient als

Sieger verließ.

Danach gab es für Weimar jedoch

nicht mehr viel zu lachen.

Steven Schwan (Punktsieg über

Dennis Sochranny) und Sven

Dahl (Punktsieg über Ivan Bitjalov)

sorgten für die Entscheidung

für die Gastgeber. Unglücklich

für Weimar: die Thüringer konnten

das Mittelgewichtslimit nicht

besetzen, so dass Chemnitz die

Punkte kampflos zugesprochen

bekam. „Da hätte es doch nochmal

spannend werden können“,

so Leib dazu. „Für uns war das

natürlich ein Vorteil.“

BR Hanau – BT Hanse

Wismar 12:12

Etwas Besonderes hatte sich

der BR Hanau zu seinem Kampf

am 11.11. ausgedacht und unter

dem Motto „Karnevalsboxen“

einen Fastnachtsbrunch zu den

Duellen im Ring angeboten. Zu

feiern gab es für den Spitzenreiter

der 2. Bundesliga jedoch

nur bedingt etwas: am Ende

stand ein 12:12 Unentschieden.

Hanau-Präsident Ulrich Bittner:

„Das Unentschieden war

absolut gerecht und am Ende

sogar noch glücklich für uns.

Insgesamt war das eine schöne

und sehr faire Veranstaltung.“

Vor den Augen von

gut 2.5000 Zuschauern,

darunter die DBV-Führungsriege

um Sportdirektor

Michael Müller

und Cheftrainer Valentin

Silaghi, begann Hanau

stark und lag immer mit

einem Punkt vorne. Hamza

Touba, gewohnt stark,

holte im Fliegengewicht

einen klaren Punktsieg

über Matthias Geissler.

Im nächsten Kampf folgte

prompt der Ausgleich:

der gute Omar El-Hag

(Wismar) setzte sich in

einem hochklassigen

Fight gegen Hafid Bouji

durch.

Im Leichtgewicht

kam es auf Seiten der

Hanauer zum Debüt von

Cagdas Güler. Ungünstig

für Güler war nur, dass

er gegen den bärenstarken

Clemens Busse ran

musste. „Güler hat seine

Sache gut gemacht“,

so Bittner. „Aber Busse

ist nun einmal ein toller

Boxer, der einen starken

Tag hatte.“ 18:14 siegte

der Wismarer am Ende.

Im Mittelgewicht kam es

dann zu einer faustdicken Überraschung,

die den Hanauern

auch „den Heimsieg kostete“,

so Bittner. Asnaur Magomedov

musste sich Wismars Mohamed

Bangaev geschlagen geben. „Damit

hätte ich nicht gerechnet“,

sagt Bittner. „Das war ganz klar

ein Rückschlag.“

Vor dem letzten Duell im

Schwergewicht lag somit die

Hansa-Kogge in Front. Doch

Hanaus Max Keller rettete mit

einer dominanten Leistung

über Dennis Lewandowski das

Unentschieden. „Den Kampf

hätte ich als Ringrichter abgebrochen“,

so Bittner. „Max hat

Lewandowski nach Strich und

Faden verprügelt.“ Beeindruckend

ist die Entwicklung des

erst 20-jährigen Keller: erst vor

viereinhalb Jahren begann er

mit dem Boxen und zählt in Hanau

mittlerweile zum sicheren

Punktelieferant und als große

Box-Hoffnung.

BoxSport 67


Vorha

Kurz wähnte man sich

im Programm von RTL.

Während „Mr. Megavolt“,

der es beim RTL-

Supertalent einst bis ins Halbfinale

schaffte, den Boxabend

mit seiner Strom-Show eröffnete

und Ringsprecher Ulrich Bittner

etwas zusammenhanglos „Bohlen

und Gottschalk“ ins Hallenmikrofon

rief, baute sich René

Weller unten am Ring für seine

Vorstellung auf. Ein Mann also,

den die jüngeren unter den fast

3000 Zuschauern in der Hanauer

August-Schärttner-Halle eher

für seine Auftritte im Privatfernsehen,

ob auf der TV-Alm oder

im Big-Brother-Container oder

in der eigenen Doku-Soap „We

are Family“, kennen dürften als

für seine Kämpfe im Boxring.

Fotohandys wurden gezückt,

Weller winkte ins Publikum.

Doch dann erklärte Bittner, Präsident

des Boxrings Hanau 09,

dem Publikum, warum sich der

prominente Trainer-Neuzugang,

mit dem der Klub auf Plakaten

und in Radiospots geworben

hatte, doch mit einer Nebenrolle

begnügen musste. „Er wird

noch an der Seite sitzen, weil

er keine Lizenz hat. Wir wollen

nicht, dass es da Irritationen

gibt. Aber glauben sie mir, dass

er den Boxern im Trainingslager

die richtigen Tipps gegeben

hat“, sagte Bittner. So blieb der

58 Jahre alte Weller den ganzen

Samstagabend über ruhig auf

seinem Stuhl etwas abseits der

blauen Ecke sitzen, aus der die

Hanauer Boxer kämpften. Der

noch immer drahtige Weller, in

Trainingsjacke, Jeans und mit

massiver Goldkette samt großem

Boxhandschuh um den Hals,

stand nur gelegentlich für Fotos

auf. Für gestelltes Applaudieren

für die Boulevardpresse, für eine

Aufnahme mit dem früheren

Trainer von Eintracht Frankfurt

Dragoslav Stepanovic. Wellers

Vorhang auf: René Weller betritt

in Hanau wieder die Box-Bühne

Anteil am deutlichen 15:9-Sieg

der Hessen zum Auftakt der

Zweiten Box-Bundesliga über

den Weimarer BV war so nicht

leicht auszumachen. In der Woche

vor dem Kampfabend habe

er „nonstop“ mit den Hanauer

Boxern trainiert, berichtete der

frühere Profi-Weltmeister Weller.

„Ich habe denen ein Trainingssystem

gezeigt, die wussten gar

nicht, dass es das gibt.“ Offenbar

war Weller mit dem Ergebnis

seiner Arbeit dennoch nicht

zufrieden. Seine Antwort auf die

Frage, welcher seiner Sportler

denn so geboxt habe, wie er sich

das vorstelle, fiel denkbar knapp

aus: „Keiner.“ Denn: „Ich hasse

wilde Schlägereien.“

Er erhält Gelegenheit zur

Steigerung. „Herr Weller wird

jeden Kampf betreuen, ob auswärts

oder zu Hause, aber zu

2000 Prozent“, sagte Präsident

Bittner in der Stunde des Sieges.

Vereinbart war lediglich der

Auftakt gegen Weimar, je nach

Erfolg mit Zugabe. „Ich glaube

schon, dass die Boxer mit mir

zufrieden waren“, sagte Weller.

Knapp 3000 Zuschauer waren

bei Eintrittspreisen von 5 Euro

für einen Tribünenplatz bis hin

zu VIP-Tickets samt Essen und

Trinken für 59 Euro gekommen.

Sie bekamen eine Live-Band,

einen Elvis-Imitator, leicht gekleidete

Nummerngirls und die

Cheerleader des örtlichen Football-Klubs

geboten. Und natürlich

Weller.

Der ehemalige Profi-Champion

wird jedoch wohl so etwas

wie ein Motivator, ein Ratgeber,

ein Maskottchen bleiben – wird

er doch nach eigenen Angaben

nicht noch einmal die Schulbank

drücken, um beim Deutschen

Boxsport-Verband (DBV) eine

Lizenz zu erwerben. „Es geht

darum, die Leute auszubilden

und nicht darum, in der Ecke

zu stehen, um den Leuten den

Mund auszuspülen“, sagte der

Pforzheimer. „Zeigen sie mir einen

Trainer, der eine Lizenz hat,

und mir noch etwas beibringen

kann.“ Präsident Bittner meinte

jedoch: „René wird bald die

Trainer-C-Lizenz machen.“

Denn Bittner will mit dem

Engagement Wellers den DBV,

der traditionell die Abgrenzung

zu den Profis sucht, nicht provozieren.

Es gab schon Ärger

genug vor dem Ligaauftakt. So

hatte der Hanauer Kapitän Hamza

Touba erst zwei Stunden vor

seinem deutlichen Punktsieg

über Patrik Bartos von Ligaob-

Der schöne René wieder an

Zusammen mit seiner Freundin Maria Dörk

und „Mr. Megavolt“, bekannt aus „Das

Supertalent“, posiert Weller für die Kamera

Mittendrin: René Weller mit den Hanauer

Trainern Carlo Pagana (l.) und Ronny Wagner


ng auf für Weller –

und die Halle

war voll!

Fast 3000 Zuschauer beim

Spektakel in Hanau

mann Steven Nichols die Starterlaubnis

erhalten. „Der hatte ziger Hanauer.

verlor an diesem Abend als ein-

was dagegen“, sagte Bittner. Der Für Weller ist die Zusammenarbeit

mit den Hanauer Bo-

Hanauer ging schließlich als Sieger

aus der Auseinandersetzung xern die Gelegenheit zur Rückkehr

ins seriöse Fach. Seit seiner

hervor – Nichols trat noch am

Kampftag zurück.

Haftentlassung tritt der Ex-Boxer

Zu kämpfen hatte Bittner mit Zweitwohnsitz Gran Canaria

auch mit seinem Trainer Rainer nicht nur in TV-Shows auf, sondern

auch auf Volksfesten und

Simon, der ursprünglich von der

Verpflichtung Wellers nicht gerade

begeistert war. „Das war ein mann mit dem früheren Profi,

in Discotheken. Dort kann jeder-

heißer Ritt“, sagte Bittner. „Er hat der nach eigenen Angaben noch

die Verbindung mit Weller nicht immer täglich in seiner alten

so gesehen.“ Die Trainingswoche

vor dem Ligastart habe die gesellenwohnung in Pforzheim

zum Boxgym umgebauten Jung-

Trainerriege aber schließlich zusammengeschweißt.

„Das war „Ich bin bundesweit buchbar“,

trainiert, in den Ring steigen.

ein Traum“, schwärmte Bittner. erzählte Weller in Hanau, wo

In Jack Culcay saß ein weiterer

Profiboxer in Hanau am Ring. Innenstadt zwei Stunden lang

er vor dem Kampfabend in der

Der frühere Amateur-Weltmeister

drückte seinem Kumpel Ha-

So kam auch sein Engagement

Autogramme geschrieben hatte.

fid Bouji die Daumen. Allerdings in Hessen zustande. 2009 hatte

vergeblich. Ausgerechnet Bouji Weller beim Hanauer Bürgerfest

allen Fronten

einen Showkampf bestritten.

Bittner war begeistert, man blieb

in Kontakt und drei Jahre später

kam man ins Geschäft. Wellers

Honorar sei „überschaubar“,

Stolz feixend

präsentiert Hanau-

Präsident Ulrich

Bittner seinen neuen

Trainer René Weller

sagte Bittner. „Er hat die Kirche

im Dorf gelassen.“ „Millionär

werde ich dadurch nicht“, meinte

der Ex-Boxer selbst.

Arne Leyenberg

So kennt man ihn: Der schöne René

umgarnt von zwei heißen Ringgirls

Auch mit Fußball-Trainer

Dragoslav Stepanovic ließ

sich Weller ablichten

BoxSport 69


Neun Mann und ein Befehl: neun Medaillen!

Fünf goldene Soldaten

Edgar Walth Ronny Beblik Kevin Künzel Gottlieb Weiss Philipp Gruner

Deutsches Box-Wunder bei den Militär-Europameisterschaften

Dass Deutschland die

Länderwertung bei einem

internationalen

Boxturnier gewinnt,

gab es schon lange nicht mehr!

Doch bei der diesjährigen offenen

Militär-Europameisterschaft

in Vöru (Estland) sahnten die

Bundeswehr-Sportsoldaten des

DBV im großen Stil ab und ließen

die komplette Konkurrenz

hinter sich. Neun Teilnehmer

brachte Deutschland unter der

Leitung von Oberfeldwebel Marcus

Abramowski an den Start

– neun holten Medaillen. Am

Ende freuten sich die deutschen

Jungs und die mitgereisten Trainer

Valentin Silaghi und Rustam

Rahimov über fünf Gold- und

jeweils zwei Silber- und zwei

Bronzemedaillen.

Die Führung des deutschen

Trosses übernahm Offizier

Hauptmann Bayer aus der Bundeswehr

Fachschule Karlsruhe.

Bayer, der zum ersten Mal in dieser

Funktion als Chef der Mission

unterwegs war, war vom Auftritt

seiner „Untergebenen“ begeistert

und zog ein positives Fazit:

„Das waren gute Leistungen. Ich

bin hochzufrieden.“

Zufrieden war auch Bundestrainer

Valentin Silaghi. „Die

Erfolge sind ein hoffnungsvolles

Zeichen. Wir haben gezeigt, dass

wir international konkurrenzfähig

sind und uns auf einem guten

Weg für Olympia in Rio 2016

befinden.“

Diese Aussage geriet vielleicht

etwas zu euphorisch.

Die sportlichen Leistungen

waren dennoch beachtlich: für

Deutschland gab es in jeder besetzten

Gewichtsklasse was zu

feiern! Im Fliegengewicht machte

Ronny Beblik (Stabsunteroffizier)

den Auftakt. Der 26-jährige

Chemnitzer, international sehr

erfahren, hatte keine Probleme

ins Finale einzuziehen und traf

dort auf den Tunesier Montassai.

Beblik machte sich seine herausragende

Technik zu Nutzen und

boxte den Afrikaner systematisch

aus – 14:10 Punktsieg!

Im Bantamgewicht trat der

Straubinger Edgar Walth für

Deutschland an. Schon im ersten

Kampf beherrschte er seinen

über einen Kopf größeren

Gegner aus Estland nach Belieben.

Im Finale trat Walth dann

gegen den Brasilianer Juliano

de Miranda. Der 31-jährige de

Miranda, mit 220 Kämpfen um

einiges erfahrener als Walth und

Olympia-Teilnehmer in London,

begann druckvoll, konnte jedoch

wenige klare Treffer setzen. Anders

der Straubinger Obergefreite:

Er boxte explosiv, schlug im

finalERGEBNISSE

richtigen Moment zu und setzte

glasklare Treffer. Der deutliche

Punktsieg war hochverdient.

„Ich bin überglücklich“, sagte

Walth nach dem Kampf und

musste noch ein Sonderlob

Richtung Konditionscoach Alfred

Segerer loswerden: „Ich teile

diesen Titel mit ihm. Wir hatten

eine optimale Vorbereitung und

er hat einen großen Teil zum Sieg

beigetragen.“

Je einen Finalsieg holten

auch Hauptgefreiter Kevin

Künzel (Halbschwergewicht),

Stabsunteroffizier Gottlieb

49 kg Serikov (EST) - Uutoni (NAM) 10:16

52 kg Montassai (TUN) - Ronny Beblik 10:14

56 kg Edgar Walth - De Miranda (BRA) 22:9

60 kg Alaa Shili (TUN) - Ivan Baranchyk (BLR) 9:14

64 kg Dimitri Grinchenko (UKR) - Aliaksei Haletsich (BLR) 8:14

69 kg Arajk Marutjan - Yauheni Prjada (BLR) 11:18

75 kg Fassi Wajdi (TUN) - Sadula Abdulai 20:6

81 kg Kevin Künzel - Ville Hukkanen (FIN) 11:10

91 kg Gottlieb Weiss - Karlson (EST) 13:11

+91 kg Trabelsi Aymen (TUN) - Philipp Gruner 10:11

Beste Nation:

Deutschland: 9 Teilnehmer = 5x Gold; 2x Silber; 2x Bronze

Weiss (Schwergewicht) und

Hauptgefreiter Philipp Gruner

(Super-Schwergewicht). Künzel

siegte gegen den finnischen Brocken

Ville Hukannen knapp mit

11:10. Auch Gottlieb Weiss hatte

nur knapp die Nase vorn: im Duell

mit dem Esten Karlson setzte

Weiss mit 13:11 durch. Philipp

Gruner (Hauptgefreiter) reichte

ein 11:10 Sieg über den Tunesier

Aymen für den höchsten Platz

auf dem Treppchen.

Viel Pech hatte Araik Marurian,

auch bekannt unter seinem

Künstlernamen Rayko Löwe!

Der Hauptgefreite, der in Schwerin

unter Michael Timm trainiert,

marschierte problemlos

bis ins Finale durch. Gegen den

Bulgaren Yauheni Prjada begann

er druckvoll und engagiert, verlor

in den letzten Runden dann

aber den Faden. Prjada siegte

18:11 nach Punkten, Löwe blieb

die Silbermedaille.

Weitere Medaillen für

Deutschland holten Obergefreiter

Sadula Abdulai (Silber im

Mittelgewicht), Stabsunteroffizier

Artur Schmidt (Bronze im

Leichtgewicht) und Obergefreiter

Artjom Daschyan (Bronze im

Halbweltergewicht).

70 BoxSport


Still gestanden (v.l.): Artur Schmidt; Marcus Abramowski; Arayk Marutjan;

Hauptmann Peter Bayer; Kevin Künzel; Ronny Beblik; Edgar Walth; Philipp

Gruner; Gottlieb Weiss; Artjom Daschyan; Sadula Abdulai; Rustam Rahimov;

Valentin Silaghi; Ralf Ruhnau; René Straphel

Erleben Sie die 2. Bundesliga – LIVE –

Begleiten Sie unser Box-Team mit René Weller zum Aufstieg!

Spitzenbegegnung am 15. Dezember 2012 um 19.00 Uhr in Hannover

BSK Seelze vs. Boxring Hanau

Termine Boxring Hanau:

2.2.2013 in Chemnitz

16.2.2013 in Weimar

16.3.2013 in Wismar

6.4.2013 in Hanau

Heimkampf

vs. BSK Seelze

Fanbus- und Kartenorganisation:

ullrichbittner@yahoo.de

Weitere Infos: www.boxring-hanau.de, Tel. 0171 / 9 27 23 28

BoxSport

71


Lange und Zimmermann klagen an

Der DBV bittet

uns zur Kasse

Dicke Rechnungen für die

Reisen der Nachwuchsboxer

Harald Lange (Eintracht Berlin)

Die Zeiten sind nicht rosig

für den Deutschen Boxsport-Verband

(DBV).

Jahrelange Misswirtschaft,

verbunden mit anhaltender

Erfolgslosigkeit und nachlassendem

medialen Interesse führte

dazu, dass der Verband finanziell

am Krückstock geht. Die derzeitige

Führungsriege um Präsident

Jürgen Kyas und Geschäftsführer

Michael Müller muss knallhart

sparen und die Auflagen eines

Konsolidierungsplanes des Deutschen

Olympischen Sportbundes

(DOSB) erfüllen, um weiterhin

die Förderung für den Elitesport

zu erhalten. Das Traurige: der

Nachwuchssport bleibt dabei anscheinend

auf der Strecke.

„Ich bin absolut sauer. Ich

werde vom DBV wegen meiner

Box-Leidenschaft ausgenutzt“,

sagt zum Beispiel Box-Manager

Harald Lange. Der Geschäftsmann,

der in Berlin drei Box-

Gyms betreibt, in denen 300 Kinder

und Jugendliche trainieren,

erklärt: „Schon mehrfach haben

sich meine Boxer für internationale

Turniere qualifiziert. Aber

darüber konnte ich mich nicht

lange freuen, weil kurz darauf

vom DBV dicke Rechnungen für

Reisekosten ins Haus flatterten.“

Diese flatterten auch ins Haus

von SC Colonia-Geschäftsführer

Franz Zimmermann. Der 76-Jährige

ärgert sich aus dem gleichen

Grund über den Verband: „Bei

jedem Turnier, Vergleichskampf

oder sonstigen Veranstaltungen

müssen wir Vereine die Kosten

für die Sportler tragen. Die Unterstützung

von Verbandsseite

ist da so gut wie gar nicht vorhanden.“

Bis zu 1500 Euro fallen

pro Sportler und Turnier an, je

nachdem wo die Reise hingeht.

„Wenn man da zwei, drei Sportler

bei Turnieren dabei hat und

wir auch noch unsere Trainer

mitschicken, kommen da hohe

Summen zusammen – und das

mehrmals im Jahr“, so Zimmermann

weiter.

Summen, die nicht jeder Verein

stemmen kann – und will.

Harald Lange zum Beispiel will

den Nachwuchs-Leistungssport

in seinem Verein einstellen. „Ich

bin nicht mehr dazu bereit, für

den DBV zu bezahlen“, so Lange.

„Mir liegt die Förderung der

Franz Zimmermann (SC Colonia Köln)

Jugendlichen am Herzen, aber

ich will auch fair behandelt werden.

Die Jungs können natürlich

weiter bei mir trainieren, aber

ich werde sie nicht mehr für

Auswahl-Teams empfehlen.“

So weit will Franz Zimmermann

nicht gehen. „Natürlich ist

es eine Schande für den Sport,

wenn ein Verband die finanzielle

Konsolidierung auf Kosten

der Jugendarbeit austrägt“, so

Zimmermann. „Aber was sollen

wir machen? Wenn wir die Kosten

nicht tragen, können unsere

Sportler nicht mehr an internationalen

Turnieren teilnehmen.

Dann findet deutsches Jugendboxen

gar nicht mehr statt. Das

ist auch keine Lösung.“

Eine Stellungnahme von Sportdirektor Michael Müller

So sieht es der Verband

Die Altersklassen U15

männlich und U17

männlich und weiblich

dürfen nicht aus Sportfördermitteln

des Bundesministeriums

des Innern gefördert

werden.

Das ist eine Position, warum

der DBV erhebliche Rückzahlungsverpflichtungen

gegenüber

dem Bundesverwaltungsamt

nachzukommen hat. Dieses wurde

vor Amtsübernahme unseres

Präsidenten Jürgen Kyas im Juni

2009 sträflich missachtet.

Da das Olympische Frauenboxen

erst 2010 olympisch

wurde, hat der Deutsche Olympische

Sportbund die Förderung

des Nachwuchsbereiches ab

2013 angekündigt.

Der Deutsche Boxsport-Verband

informiert und unterstützt

alle Aktivitäten seiner Landesverbände

und Vereine zur rechtzeitigen

Mittelbeantragung für

internationale Zielwettkämpfe

bei den Landessportbünden und

Kommunen.

Der DBV weist jährlich

eindringlich daraufhin, dass

diese Anträge spätestens im

Oktober/November des Vorjahres

auf Kandidatenbasis

bei den Landessportbünden

eingereicht werden müssen,

damit sie im Falle einer Qualifikation

des betreffenden Athleten

etatmäßig erfasst sind. Hierzu

stellt der Deutsche Boxsport-

Verband jederzeit Bescheinigungen

aus.

Der von Herrn Zimmermann

erweckte Eindruck, der Verein

Colonia Köln würde alle Kosten

tragen, ist so nicht richtig. Bei

rechtzeitiger Antragsstellung

und enger Zusammenarbeit mit

dem Landesverband hat der

Landessportbund NRW sowie

die Sportstiftung NRW bisher

das Olympische Boxen insbesondere

im Nachwuchsbereich

in der Vergangenheit hervorragend

unterstützt. Dies wird auch

in Zukunft so sein.

Herr Lange muss zur Refinanzierung

in enger Abstimmung

mit dem Landesverband

die Mittelbeantragung beim

Olympiastützpunkt Berlin und

dem Senat Berlin rechtzeitig beantragen.

Nach Aussage Verant-

DBV-Sportdirektor

Michael Müller

wortlicher dieser Institutionen

sind auch in Berlin Fördermöglichkeiten

gegeben.

Der DBV versucht grundsätzlich

auf allen Ebenen durch zusätzliche

Antragsstellung (z.B.

Nachbewilligungsantrag U19

EM in Polen) seine Landesverbände

und Vereine zu unterstützen,

weil er um das hohe Engagement

und die hervorragende

Nachwuchsarbeit weiß.“

72 BoxSport


„Boxen statt Gewalt“

„Boxen statt Gewalt“ jetzt auch mit

Boxtraining für Manager, Ingenieure, Ärzte,

Lehrer und andere Geistesschaffende. Als

Trainer steht Profi-Trainer Otto Ramin und

weiter examinierte Trainer zur Verfügung.

jetzt auch für Manager

Wo wird geboxt?

Boxhalle in Berlin-Marzahn, Eisenacher Straße 123

Wann wird geboxt?

Jeden Donnerstag und Freitag von 13 – 15 Uhr. Nach

Vereinbarung sind auch andere Trainingszeiten möglich.

Wo kann man sich anmelden?

Mobil: 0178 -600 5555 oder 030 42 0049 92 und im

Internet unter: Boxring-Eintracht@gmx.com

Unternehmensberater Dr. Wilhelm Paffenhausen (rechts)

beim Pratzentraining mit Harald Lange

Oliver Hess (links), Manager

der Bergwerk Berlin GmbH,

ist vom Managerboxen

begeistert


14x Gold – Russen überragten bei U15-EM

Silber und Bronze für den DBV

Bravour-Leistungen von Arthur Mamberger und Nick Bier

Die Länderwertung:

Rang: Nation: Gold: Silber: Bronze Gesamt:

01 Russland 14 2 1 17

02 Irland 3 1 6 10

03 Aserbaidschan 1 2 2 5

04 Ukraine - 6 3 9

05 Armenien - 2 5 7

06 Georgien - 2 2 4

07 Türkei - 1 3 4

08 Deutschland - 1 1 2

08 Bulgarien - 1 1 2

10 Israel - 3 - 3

10 Slovakei - - 3 3

12 England - - 2 2

12 Weißrussland - - 2 2

14 Litauen - - 1 1

14 Lettland - - 1 1

Summe 18 18 36 72

Das DBV-Team in Russland:

h.v.l.: Oli Vlcek, Daniel

Koschkin, Arthur Mamberger,

Narek Markarjan, Denis Gashi,

Arthur Mattheis. M.v.l.: Jonas

Stang, Christian Foos, Harvey

Gonzales. Vorne: Nick Bier

Bei der 10. Auflage der U15-Europameisterschaften

in Anapa (Russland)

hat Arthur Mamberger Silber

gewonnen. Nick Bier holte Bronze

für Deutschland. Solche Burschen gilt es bei

der Stange zu halten: Der 14-jährige Mamberger

vom BC Marburg unterlag im Finale,

lautstark angefeuert von seinen sieben Teamkameraden,

gegen den favorisierten Russen

Viktor Saunin mit 5:10 nach Punkten. Mit

einer Bravourleistung hatte der Hesse zuvor

unter anderen den irischen Konterboxer Kieran

Molloy aus dem Weg geräumt.

Und der zuhause in Niedersachsen von

Gifhorns Altmeister Vitali Boot trainierte

Nick Bier (Flexx Isenbüttel) holte als jüngster

Teilnehmer des U15-Turniers in Russland

Bronze. Er unterlag erst im Halbfinale

dem fast zwei Jahre älteren Angel Jordanov.

Dennoch gelang es Bier, den Bulgaren mit

schnellem Tempoboxen in Runde drei in arge

Bedrängnis zu bringen.

Insgesamt hatte der Deutsche Boxsport-

Verband (DBV) acht Jungs nach Anapa geschickt.

Sie zählten dort zu rund 100 Nachwuchsboxern

aus 22 Ländern. Das Team mit

dem Bundesadler auf der Trikotbrust wurde

von Oliver Vlcek (Villingen-Schwenningen)

betreut. Wie Vlcek zum Vergleich hervorhob,

gingen Box-Nationen wie Russland, Ukraine,

Aserbaidschan und Irland mit kompletten

Staffeln von insgesamt 18 Kämpfern in allen

18 Gewichtsklassen an den Start. Selbst Israel

hatte ein Dutzend Athleten entsendet.

Dennoch schafften immerhin fünf DBV-

Jungs den Sprung ins Viertelfinale unter die

besten acht Europas. „Insgesamt muss man

festhalten, dass keiner unserer Athleten enttäuscht

hat“, sagte Vlcek nach den Kämpfen

um die Medaillenplätze. Auch Daniel

Koschkin (Niedersachsen), Harvey Mark

Gonzales (Nordrhein-Westfalen) und Narek

Markarjan (Mecklenburg-Vorpommern)

zeigten nämlich trotz ihrer Niederlagen gute

Kämpfe gegen starke Konkurrenz und kehren

als EM-Fünfte zurück.

Außerdem gehörten die beiden

Baden-Württemberger Jonas

Stang und Christian Foos sowie

mit Denis Gashi ein weiterer Niedersach-

se zum

deutschen

Aufgebot.

Vlceks Fazit:

„Alle

Teilnehmer

zeigten

hohen

Einsatz

und den

unbedingten

Willen,

sich weiter

zu entwickeln.

Jeder DBV-

Athlet absolvierte

38.5 Kg: 11 Teilnehmer

Nick Bier (FLEXX Isenbüttel) - 07-04 PS ü.

Nathan May (IRL)

Nick Bier (FLEXX Isenbüttel) - 06:10 PN g.

Angel Yordanov (BUL)

46 Kg: 14 Teilnehmer

Jonas Stang (BR Schwenningen) - 09:18

PN g. Issa Evloyev (RUS)

48 Kg: 13 Teilnehmer

Marc-Harvey Gonzales (Ü.-Palenberg) -

15:05 PS ü. Nika Zoidze (GEO)

Marc-Harvey Gonzales (Ü. Palenberg) -

07:11 PN g. Batuhan Aydogan (TUR)

50 Kg: 14 Teilnehmer

Daniel Koschkin (BC Gifhorn) - 16:09 PS ü.

Oleg Rusiuc (MOL)

Daniel Koschkin (BC Gifhorn) - 09:23 P g.

täglich Sparringseinheiten mit Boxern sämtlicher

Nationen dieser EM. Dies verdient

mindestens genau so viel Anerkennung und

Respekt wie der Gewinn einer Medaille, zumal

es sich hier um sehr junge Nachwuchsathleten

handelt.“ EM-Gastgeber Russland

gewann in 18 Gewichtsklassen 14 Mal Gold.

Rang zwei in der Länderwertung belegte Irland

mit drei Titelträgern vor Aserbaidschan.

Die Boxer der Altersklasse U15 heißen beim

Weltverband AIBA „Schoolboys“.

Peter Jaschke

Ergebnisse der DBV-Boxer

Ilya Tkachenko (UKR)

52 Kg: 16 Teilnehmer

Denis Gashi (Blau-Weiß Lohne) - 06:20 PN

g. Michael Nevin (IRL)

54 Kg: 11 Teilnehmer

Christian Foos (BC Radolfzell) - 08:11 PN g.

Vladislav Batizhevskiy (UKR)

56 Kg: 13 Teilnehmer)

Artur Mamberger (BC Marburg) - 11:09 PS

ü. Eskerkhan Madiyev (GEO)

Artur Mamberger (BC Marburg) - 13:09 PS

ü. Kieran Molloy (IRL)

Artur Mamberger (BC Marburg) - 05:10 PN

g. Viktor Saunin (RUS)

65 Kg: 8 Teilnehmer

Narek Markarjan (BC Traktor Schwerin) -

03:12 PN g. Maksim Emelyanov (RUS)

74 BoxSport


Fäuste ballen im Ring: die Profifußballer des 1.FC Kön traten zum Boxtraining beim SC Colonia an

Box-Training bei Colonia

machte die Geißböcke bissig

FC-Coach Stanislawski war von der Abwechslung begeistert

Es ist ein Trend, der sich in

der deutschen Sportszene

derzeit abzeichnet:

Fußballmannschaften

wenden sich auf der Suche nach

neuen und innovativen Trainingsmethoden

an Boxvereine, um unter

der Leitung qualifizierter Boxtrainer

Trainingseinheiten durchzuführen.

Schalke 04, Hannover

96 und Alemannia Aachen machten

es vor – und die Profimannschaft

vom 1. FC Köln zog jetzt

nach. Der Fußball-Zweitligist trat

beim SC Colonia Köln zum Boxtraining

an!

„Fußballer sind Weicheier“

– diese im Volksmund weit

verbreitete These galt es für die

FC-Spieler also zu widerlegen.

Denn in den ersten Saisonspielen

ließen sie Siegeswillen und

Durchschlagskraft auf dem Platz

vermissen. Da mussten die Colonia-Trainer

Lukas Wilaschek und

Gregory Tolkovets ran.

Mit Erfolg: Seit der schweißtreibenden

Einheit im direkt neben

dem heimischen Rhein-Energie-Stadion

gelegenen Boxgym

verloren die Geißböcke kein Spiel

mehr, zeigten auf dem Platz mehr

Bissigkeit und kletterten in der

Tabelle stetig nach oben. Trainer

Holger Stanislawski schmunzelt:

„Ob das nur an dem einen Boxtraining

liegt, weiß ich nicht. Aber

trotzdem war das eine intensive

und auch abwechslungsreiche

Einheit. Vielleicht lasse ich ein

Defensive versus Offensive? Unter

Beobachtung von Lukas Wilaschek

und Gregory Tolkovets machen

Dominik Maroh und Sascha Bigalke

Schattenboxen

paar Übungen in meine zukünftige

Trainingsarbeit einfließen.“

Auch für Colonias langjährigen

Geschäftsführer Franz Zimmermann

war das Training eine

rundum gelungene Sache. „Das

war eine richtig schöne Veranstaltung“,

so Zimmermann. „Lukas

und Gregory haben sich viel

einfallen lassen und die Fußballer

haben mitgezogen. Man konnte

regelrecht spüren, wie sehr sie

diese Abwechslung vom Bundesliga-Alltag

genießen und einfach

mal die Köpfe frei bekommen

wollten.“ Mit Erfolg!

BoxSport 75


ALLE KÄMPFE -- alle sieger -- ALLE

Baden-Württemberg

Internationale BW

Meisterschaften der

Jugendklassen 2012

Papiergewicht (SCB34kg) AL-

BERG Tim - SOR Mehmet K PTS

8:4, Papiergewicht (SCA36kg)

BÖRKIRCHER David - GINKEL

Edwin BOXVS PTS 11:4, Papiergewicht

(SCB44kg) LACHER

Robert - GRISIN Robert PTS 15:8,

Halbfliegengewicht (SCA48kg)

NAUMANN Florian - FISCHBUCH

Steven PTS 3:1, Leichtgewicht

(SCA57kg) STROHSCHERER Daniel

- KARAGIANIDIS Christos PTS

16:6, Papiergewicht (KAD34kg)

KISCHENKO Kevin - GEISSLER

Alexander RET R1, Papiergewicht

(KAD40kg) BAYRAKTER Erkan

- FOOS Dennis PTS 19:6, Papiergewicht

(KAD46kg) FENGLER

Alex - STERN Pascal – WO, Leichtgewicht

(WKA57kg) LACHER

Jule - NEUMANN Vivien PTS 13:9,

Mittelgewicht (KAC70kg) JÄGER

Elias - BUSS Dennis WO, Mittelgewicht

(JNB70kg) KRASNIQI Ardian

- OCKERT Kevin PTS 10:5, Leichtgewicht

(KAD57kg) SCHNEIDER

Denis - KART Onur PTS 13:4, Halbmittelgewicht

(KAD66kg) ZENEL

Cakaj - KORNMEIER David PTS

5:4, Bantamgewicht (JU56kg) BA-

RYSHNIK Wladislaw - GAINULLIN

Dior PTS 15:6, Halbweltergewicht

(JU64kg) TERRE Arthur - KORN-

MEIER Daniel PTS 17:10, Weltergewicht

(JU69kg) SAMEK Nikolaj

- MAGOMEDOV Ansor PTS 20:14,

Mittelgewicht (JU75kg) SISCA Alexandros

- KAZAKIS Attanasios PTS

19:7, Halbschwergewicht (JU81kg)

GRAF Arthur - SCHUHMACHER

Joshua PTS +11:11. Halbfliegen (46-

49kg) REMPEL Stanislav BY - CHE-

REAKIS Christos BW PTS 13:7, Fliegen

(52kg) BURSALIOGLU Calvin

BY - NIKITIN Stephan BW RET R2,

Bantam (56kg) MEDVED Deniz BY

- GAINULLIN Dior BW PTS 19:15,

Leicht (60kg) KAFLI Rudin BY - BA-

RYSHNIK Wladislaw BW PTS 12:11,

Halbwelter (64kg) AVDIMETAJ

Musa BY - BITNER Alexander BY

PTS 15:8, Light (W60kg) KISTLER

Anais - BRZEZINSKA Olga PTS

16:9, Welter (69kg) SPAHIU Kenan

BY - MAGOMEDOV Anzor BW

PTS 17:16, Mittel (75kg) KAZAKIS

Atanasios BW - SISCA Alessandro

BW PTS 14:7, Halbschwer (81kg)

KOLOMENTSCHIKOW Igor BY -

PETKOVIC Nenad BY PTS 18:8, Superschwer

(+91kg) SHALA Granit BY

- MIRENA Berat BW PTS 12:6. (PTS

= nach Punkten, Rn = Runde, RET =

Aufgabe, WO = Walkover).

Bayern

Bayerische Meisterschaft 2012

Männer und Frauen

Männer: Achtelfinale: M: Fusco

(1860) PS über Dellermann (Eichstätt),

Schachbulatov (Fürstenfeldbruck)

PS über Nemeth (TV Kempten),

Büchner (Bad Windsheim)

PS über Naftolin (Eichstätt). Viertelfinale:

HW: Aladcic (Fürstenfeldbruck)

PS über Hamkar (1860

München), Schäfer Oleg (Stein) PS

über Schöfer Hans (1860), W: Winter

(Weißenburg) PS über Eckert

(Stein), Arsumanjan Marten (Stein)

Aufg.-S.4.R. über Schöfer Oliver

(1860), M: Celik (Kaufbeuren) PS

über Cukur (1880 München), Arsumanjan

Sascha (Stein) PS über

Mehmeti (Straubing), Büchner

(Windsheim) PS über Schachbulatov

(Fürstenfeldbruck), Fusco

(1860) PS über Bylygbashi (Ingolstadt),

HS: Rigas (Peißenberg) PS

über Reinhard (Haan Augsburg),

S: Kpekpassi (1860) PS über

Lehnis (Weißenburg), SSchwer:

Kujak (Kickers Würzburg) PS über

Schinzler (BSC München), Halbfinale:

B: Sokolov (Waldkraiburg)

PS über Obaid (Stadtwerke München),

B: Sharafa (Eichstätt) PS

über Haider (Amberg), HW: Wittur

(Peißenberg) PS über Golpira

(Martial München), Aladcic (Fürstenfeldbruck)

w.o. Schäfer (Stein),

W: Hackinger (Pocking) PS über

Owuso (Weißenburg), Winter (Weißenburg)

PS über Arsumanjan Marten,

M: Celik (Kaufbeuren) PS über

Arsumanjan Sascha (Stein), Fusco

(1860) PS über Büchner (Bad

Windsheim), HS: Reinhard (Haan)

PS über Berisha (Stadtwerke München),

S: Gorst (Pocking) PS über

Lehnis (Weißenburg), SSchwer:

Schinzler (BSC München) PS über

Bulgadarjan (Coburg); Frauen:

Halbfinale: Fl: Rupprecht (Haan

Augsburg) PS über Eckstein

Franziska (Karlstadt), Loichinger

(Boxfit Regensburg) PS über Slobodjanikow

Regina (Kaufbeuren),

F: Coussens (Windsheim) PS über

Eckstein Katharina (Karlstadt), F:

Milles (Weißenburg) PS über Eckstein

Katharina (Karlstadt); Finale

Männer: B: Sharafa (Eichstätt)

PS über Sokolov (Waldkraiburg),

L: Nabyev (Stein) PS über Cevic

(Aschaffenburg), HW: Aladcic (Fürstenfeldbruck)

PS über Wittur (Peißenberg),

W: Winter (Weißenburg)

PS über Hackinger (Pocking), M:

Fusco (1860 München) PS über

Celik (Kaufbeuren), HS: Rigas Peißenberg)

PS über Reinhard (Haan

Augsburg), S: Gorst (Pocking)

w.o. Kpekpassi (1860 München),

SSchwer: Kujak (Kickers Würzburg)

PS über Schinzler (BSC

München); Finale Frauen: Fl: Rupprecht

(Haan Augsburg) PS über

Loichinger (Boxfit Regensburg),

B: Pozderovic (Fürstenfeldbruck)

PS über Lindner (Traunstein), F:

Coussens (Bad Windsheim) Aufg.-

S.4.R. über Milles (Weißenburg),

L: Aicher (Altötting) PS über Slobojanikow

(Kaufbeuren), W: Bauer

(Martial München) PS über Stürmer

(Eichstätt).

Nachwuchsveranstaltung BC

Weiding

Schüler: Pap. 40: Jusupov D. (Pfarrkirchen)

PS über Bejze (Cham),

Pap. 42: Haydar (Boxfit Regensburg)

PS über Grübl (Ruderting),

HFl: Roßgoderer M. (Ruderting)

RSC-S.1.R. über Kolbeck M. (Weiding),

HFl: Gorst (Pocking) PS

über Habler S. (Cham); Kadetten:

Pap. 44: Elmursajev (Simbach) PS

über Kurz (Wallersdorf), B: Karlic

(Fürstenfeldbruck) PS über Wöhrl

(Landshut), F: Steko (Fürstenfeldbruck)

PS über Shala L. (Landshut),

HW: Djuric (Fürstenfeldbruck) PS

über Reger (Landshut); Junioren:

W: Vascenko (Landau) PS über

Wasischew (Pocking), W: Georgiev

(Fürstenfeldbruck) PS über Karakoc

(Weiding); Männer/Frauen: FL

(weibl): Pouderovic (Fürstenfeldbruck)

PS über Loichinger (Boxfit),

M: Minarik (Weiding) Aufg.-S.3.R.

über Gorgas (Pfarrkirchen), M:

Wollny (Weiding) PS über Gömmel

(K1 FC Nürnberg), M: Biscombe

(Landshut) PS über Schinabeck

(Weiding), HS: Spitzenberger (Köfering)

ue. Lanzl (Boxfit), HS: Zyka

(Damaslice) RSC-S.2.R. über Lath

(Weiding), S: Grübl (Becker Deggendorf)

ue. Laumer (Straubing)

Nachwuchsveranstaltung TS

Marktredwitz-Dörflas

Kadetten: HW: Schmitke (BC 1. FC

Nürnberg) ue. Semenov (Amberg),

HS: Schönfeld (Amberg) PS über

Smitran (BC 1. FC Nürnberg), Junioren:

Pap. 46: Elmursajew (Simbach)

PS über Brabander (Kulmbach),

L: Sekin (K1 Nürnberg)

PS über Yildrim (Marktredwitz), L:

Root (Windsheim) PS über Meitz

(Coburg), M: Angles J. (Kulmbach)

Ich, m, 37, suche eine starke

muskulöse Boxerin, die gern

gegen einen Anfänger boxen/

sparren möchte.

Sei stark und melde dich.

Tel:0160-8057632

PS über Wölfling (Windsheim), HS:

Jakob (Kickers Würzburg) PS über

Massoun (Schwandorf); Jugend:

W: Bochtis (Marktredwitz) ue.

Melcomian (Windsheim), S: von

Ochsenstein (Hof) PS über Yasak

(K1 Nürnberg); Männer/Frauen:

L (weibl): Stöckel (K1 Nürnberg)

Aufg.-S.2.R. über Ulrich (Kickers

Würzburg), L: Aliev (Weiden) PS

über Zeneli (BC 1. FC Nürnberg), M:

Ören (Hof) PS über Stiben (Windsheim),

M: Hazenbuhler (Marktredwitz)

PS über Alief (Weiden).

BERLIN

Länderkämpfe Berlin vs. Israel/

Weißrussland

52 kg: Paul Wall (Eintracht) 3:0 PS

über Fares Saffory (ISR); 54 kg: Erwin

Krechlok (BTSC) 3:0 PS über

Vladislav Voroshilov (ISR); 57 kg:

Lucas Thiem (BTSC) 3:0 PS über

Emin Ganbarov (ISR); 60 kg: Farouk

Tursunov (BTSC) 2:1 PS über

Salem Bibar (ISR); 75 kg: Leon-

Sharif Osman (BTSC) 3:0 PS über

Daniel Araj (ISR); J64kg: Ramon

Groth (BTSC) 2:1 PS ü. Akira Finkenstein

(ISR); F57kg: Nina Meinke

(SBC) 3:0 PS über Elenea Shelkovina

(ISR); 54 kg: Valdrim Hebbibi

(B) 3:0 PS über Anatoli Rusakov

(BLR); 57 kg: Togrul Seydazimov

(Lichtenberg 47) 3:0 PS über Artem

Leschnek (BLR); 60kg: Gurgen

Chatschaturjan (BTSC) KO-Sieger

1. R. über Mikita Selezen (BLR);

75 kg: Abdulrahman Abu-Lubdeh

(Eintracht) RSC-S. 1.Rd. über Kiryl

Akselrodov (BLR); J56kg: Murat Yildirim

(BTSC) 3:0 PS über Alexandr

Skwernuk (BLR); J56kg: Jegor Kubanau

(BLR) PS über Batu Coskun

(B); J60kg: Dimitri Raschko (BLR)

PS über Salah Jahel (B); J64kg.

Mats Berger (Lichtenberg 47) 2:1

PS über Maksim Mashkovic (BLR)

Nordrhein-Westfalen

Herbstturnier beim Sportring

Garath vom 06.10.

42 Kg: Eray Kaya, Leverkusen,

PS über Can Mar, Weseler BC, 52

Kg: Enzar Tirkiz, Essen-Steele, PS

über Uzan Veucan, Leverkusen, 81

Kg: Issa Tenzin, SG Suderwich, un-

Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe: 14. dezember 2012

76 BoxSport


KÄMPFE -- alle sieger -- ALLE KÄMPFE

ent. gegen Aaron Frey, BR Neuss,

54 Kg: Artur Nadoyan, Mülheim,

PS über Paul Oleg, FK Düren, 57

Kg: David Mujic, FK Düren, PS

über Brandon Mullenberg, ABCC,

Appeldorn, NL, 60 Kg: Kadri Enimi,

Bayer Leverkusenm unent. Ali

Belavan, BR Neuss, 62 Kg: Marko

Ikonic, Vorw. Bielefeld, PS über

Nemanja Djuric, BR Neuss, 69 Kg:

Jurik Babyan, Vorw. Bielefeld PS

über Milat Zamani, NABA, NL, 70

Kg: Sean Coleman, BC Lengerich,

RSC 3. Rd. über David Seroy, SR

Garath, 81 Kg: Mihaz Hukic, Vorw.

Bielefeld, KO 2. Rd. Über Konstantin

Schweres, Essen-Steele,

+91Kg: Yasmin Temiz, SG Suderwichm

PS über Junior Kalenga, SR

Garath.

Qualifikation zur U18 IDJM

51 Kg: Friedrich Kiel, BSV Gronau

PS über Zülfikar Güler, BF Bottrop,

57 Kg: Hadi Sultani, SC Colonia 06,

PS über Samet Hemden, FK Köln-

Kalk, 60 Kg: Hamlet Babayan, BC

Bielefeld, PS über Wladimir Frühsorger,

SC Colonia 06, 64 Kg: Jurik

Babayan, BC Bielefeld, WO gegen

Marcel Hadjali, BF Bottrop, 69 Kg:

Nathanaet Lukoki, SC Colonia 06,

WO gegen Cem Korkmaz, Weseler

BC, 75 kg: Bodo Schöllhammer,

SC Colonia 06, PS über Dimitar

Tilev, BC Bielefeld, 91 Kg: Emre

Birekul, FK Köln-Kalk, PS über

Ibrahim Sahin, Viktoria Dortmund,

+91Kg: Ahmet Öztürk, ABC Homburg,

PS über Mehmet Nazik, SSV

Bornheim.

Finale der Düsseldorf next

Boxchamp Meisterschaften 2012

42/Sch. Ali Marek, BC Erle, PS

über Eray Kaya, Leverkusen, 55/

Jun. Michael Scheremeta, BR Hilden,

Unentschieden gegen Lucas

Engels, TuS Gerresheim, 75/Ma.

DBV

Frauen-DM der Jugend/

Junioren

14.-17. November, Plön

Int. DM der U19

21.-24- November, Wittenburg

U19-Weltmeisterschaft

25. November – 8. Dezember, Eriwan/Armenien

Shahin Mohammadi, SR Garath,

RSC 3. Rd. über Nick Hein, BC Hückelhoven,

50/Jun. Berkan Merdivan,

BC Erle, PS über Helwich,K.

TuS Gerresheim, 69/Ma. Mohamed

Khaloua, Leverkusen, PS über Dimitry

Zazdravnyhk, BR Hilden, 69/

Jun. Emre Yuvuz, Leverkusen, Unentschieden

gegen Muhammed

Bölükbas, Sportw. Düsseldorf, 64/

Jug. Muhamed Köse, BT Duisburg,

PS über Barisch Kartal, BR

Essen, 52/Kad. Ozan Ulucan, Leverkusen,

PS über Youssef Fares,

TuS Gerresheim, 69/Ma. Sebastian

Schlünkes, Rellinghausen,

PS über Percy Groß, BR Hilden,

81/Ma. Hammet Kortak, Mülheim

Dümpten, PS über Alpay Berber,

BC Erle, 69/Jug. Pierre Schwiering,

TuS Gerresheim, PS über

Thomas Domka, Leverkusen, +91/

Jun. Waldemar Jesse, BC Hückelhoven,

Aufgabsieger über Sebastian

Lidbarski, TuS Gerresheim,

75/Ma. Youssef Haimani, Mülheim

Dümpten, PS über Wladimir Grüner,

BC Hückelhoven, 91/Ma. Azad

Calik, BC Hückelhoven, PS über

Helge Plum, TuS Gerresheim.

Nachwuchs-Turnier beim Boxring

Duisburg (Erster Tag)

48kg: Lois Abdaltah, Telekom Münster,

PS über Tokmay Kaamann,

ABC Rheinkamp; 38Kg: Dogan

Yigit, BT Duisburg, PS über Timur

Gregorian, BSU Wuppertal;

69 Kg: Sebastian Schaulies, BuS

Dinslaken, PS über Waleit Tayton,

Telekom Münster; 42 Kg: Kevin

Bremer, BSU Wuppertal, PS über

Jan Spang, ABC Homberg; 70 Kg:

Tom Matudedi, RF Oberhausen,

PS über Ebu Selic, BT Duisburg; 60

Kg: Al Munhamsek, Telekom Münster,

RSC 3. Rd. über David Raue,

Weseler BC; 80 Kg: Ahmet Aksoy,

BuS Dinslaken, PS über Yasin

Mahdi, BF Bottrop; 80 Kg: M. Ögdü,

BuS Dinslaken, PS über Hadi

Nasef, BC Kempen; 48Kg: Yessim

Salim, ATV Bad Honnef, PS über

Jusuf Akay, BT Duisburg; 60Kg: Lukas

Hellmich, BSC Wattenscheid,

PS über Pascal Gerodem, ASV

Wuppertal; 70Kg: Sosa Jefferson,

BSC Wattenscheid, PS über Valdrin

Berischa, ATV Bad Honnef;

54Kg: Serhan Dag, BC Vogelheim

ohne Wert. gegen Erisch Gregorian,

BSU Wuppertal; 75Kg: Alexander

Hepp, MH-Dümpten, PS über

Robin Engel, BSU Wuppertal.

Südwest

3. Kampftag in Mnfeld

Männer A (mindestens sieben

Siege): Leichtgewicht: Nver Chilingaryan

(TV Alzey) Punktsieger

über Ivan Freidenberg (TV Alzey),

Chiligaryan Meister. - Halbwelter:

Denys Kinshakov (1. FC Kaiserslautern)

PS) über Abdoulhak

Goubach (TG Worms), Kinshakov

Meister. - Mittel: Michael Seitz (1.

FC Kaiserslautern) PS über Eugen

Hinkel (VT Frankenthal), Seitz

Meister.- Superschwer: Ümit Can

Patir (TG Worms) Aufgabesieger

2. Runde über Erhan Aci (TG

Worms), Patir Meister. Männer

B (weniger als sieben Siege):

Halbwelter: Savari Rafiullah (1. FC

Kaiserslautern) PS über Timo Klotz

(BR Ludwigshafen), Rafiullah Meister.

- Mittel: Arthur Schröder (KW

Hatzenbühl) K. o.-Sieger 2. Runde

über Emmanuel Adufrimpong

(1. FC Kaiserslautern), Schröder

Meister. - Schwer: Volker Ryll (TG

Worms) Aufgabesieger 1. Runde

über Dominik Eckert (KW Hatzenbühl),

Ryll Meister. - Superschwer:

Valentin Buckel (1. BC Frankenthal)

kampflos Meister, Dennis Kiy (SV

Martinshöhe) wegen Verletzung

TERMINKALENDER DER AMATEURE

90. DM der Elite

Hessische Mannschaftsmeisterschaft

27. November – 1. Dezember, EWE-

01. Dezember, 14:00 Uhr, Frankfurt

Arena Oldenburg

Boxgala BC Bürstadt

HESSEN

08. Dezember, 20:00 Uhr, Bürstadt,

2. Dietzenbacher

Sporthalle, Erich- Kästner- Schule,

Wolfstr. 23

Boxnacht

Boxgala KSC Bensheim

17. November, 17:00 Uhr, Bürgerhaus

Dietzenbach, Europaplatz heimer Str. 146, 64625

15. Dezember, 19:00 Uhr, Schwan-

Bensheim

nicht angetreten. Jugend (U 19):

Leicht: Dennis Kurt (TG Worms)

PS über Amine Ajrhaou (BR Ludwigshafen),

Kurt Meister. - Halbwelter:

Michele Lo-Curto (AV 03

Speyer) PS über Mirco Grunder

(SV Marthinshöhe), Lo-Curto Meister.

- Welter: Yunus Korkmaz (BR

Ludwigshafen) Meister wegen

Übergewichts von Ahmet Sezen

(BR Ludwigshafen), im Freundschaftskampf

Korkmaz Abbruchsieger

(RSC) 3. Runde. - Mittel:

Dariusz Birnbach (1. BC Speyer)

Aufgabesieger 1. Runde über Mark

Becker (TG Worms), Birnbach Meister.

Junioren (U 17): Halbmittel:

Daniel Judt (1. BC Frankenthal) PS

über Ümit Pinarbasi (TG Worms),

Judt Meister. - Mittel: Saleh Barmani

(AV 03 Speyer) PS über Olcay

Simsek (TG Worms), Barmani Meister.

- Superschwer: Kai Diebold

(KW Hatzenbühl) PS über Moritz

Hierold (TuS Niederkirchen), Diebold

Meister. Kadetten (U 15): Fliegen:

Jessy Sell (VT Frankenthal)

PS über Richard Rossbach (AV 03

Speyer), Sell Meister.

Alle Meister 2012 des

Südwestdeutschen Amateur-Box-

Verbandes:

Schüler (U 13): Papiergewicht B:

Maurice Morio (TG Worms). Kadetten

(U 15): Papier: Renato Mustafi

(1. BC Frankenthal). - Fliegen: Jessy

Sell (VT Frankenthal) - Leicht:

Ansor Sungarov (ASV Landau).

Junioren (U 17): Bantam: German

Skliarov (1. FC Kaiserslautern).

- Halbmittel: Daniel Judt (1. BC

Frankenthal). - Mittel: Saleh Barmani

(AV 03 Speyer). - Superschwer:

Kai Diebold (KW Hatzenbühl). Jugend

(U 19): Leicht: Dennis Kurt

(TG Worms). - Halbwelter: Michele

Lo-Curto (AV 03 Speyer). - Welter:

Yunus Korkmaz (BR Ludwigshafen).

- Mittel: Dariusz Birnbach (1.

BC Speyer). - Superschwer: Jannik

Angler (1. BC Neustadt). Männer B

(weniger als sieben Siege): Halbwelter:

Savari Rafiullah (1. FC Kaiserslautern)

- Welter: Steven-Mike

Raymond (KW Hatzenbühl). - Mittel:

Arthur Schröder (KW Hatzenbühl).

- Schwer: Volker Ryll (TG Worms).

- Superschwer: Valentin Buckel ( 1.

BC Frankenthal). Männer A (mindestens

sieben Siege): Leicht:

Nver Chilingaryan (TV Alzey). -

Halbwelter: Denys Kinshakov (1.

FC Kaiserslautern). - Mittel: Michael

Seitz (1. FC Kaiserslautern).

- Halbschwer: Rachid El-Hajjioui

(BC Mainz). - Superschwer: Ümit

Can Patir (TG Worms).

BoxSport

77


AUS DEN VERBÄNDEN

BADEN-WÜRTTEMBERG

„Wladi“ Baryshnik

räumt alles ab

Der Süddeutsche Meister im

Leichtgewicht Baryshnik (links)

siegte im Bantam gegen seinen

Landesverbandskameraden Gainullin

im Finale

Bei den Internationalen Süddeutschen

Meisterschaften der

Jugend (U19) in Ulm kam es

diesmal zu einem Remis der

Landesverbände Baden-Württemberg

und Bayern, die nun

beide gleich viele U19-Titelträger

aufweisen können. Zum

Besten Techniker avancierte wie

bereits zuvor im Bantamgewicht

bei den bereits für 2013 relevanten

baden-württembergischen

U19-Landesmeisterschaften der

Dritte der diesjährigen U17-EM,

Wladislaw Baryshnik vom KSC

Backnang. Damit ist dem derzeit

überragenden 16-jährigen

Talent in diesem Jahr alles gelungen:

Im Mai 2012 wurde Baryshnik

bester Techniker bei den

nationalen U17-Championaten

in Bad Blankenburg, wo Baden-

Württemberg als bester Verband

fünf Titel gewonnen hatte. Im

Juni holte der Backnanger Bronze

bei den U17-Europameisterschaften.

Knappster Verlierer in

Ulm: Baryshniks Finalgegner im

Leichtgewicht, Rudin Kafli vom

BC Straubing, der dem Backnanger

nur mit 11:12 nach Punkten

unterlag. Im einzigen Frauenfinale

holte sich die Ulmer Lokalmatadorin

Olga Brzezinska

(SSV Ulm), DM-Dritte 2011 aus

Baden-Württemberg, mit einem

15:6-Sieg gegen die Schweizerin

Anais Kistler den Titel. Weitere

Finalsieger aus Baden-Württemberg:

Stephan Nikitin (Fliegen),

Dior Gainullin (Bantam), Atanasios

Kazakis (Mittel).

BAYERN

Meisterschaft wird

zum Mega-Event

Das Fazit der diesjährigen BABV-

Meisterschaft kann nur lauten:

Eine Veranstaltung, die bestens

von den BC-Verantwortlichen

Heiner Pauckner und Walter Novotny

zusammen mit ihren Mitarbeitern

ausgerichtet wurde.

Auch BABV-Präsident Günter

Deuster war mehr als angetan

vom Ablauf und dem Rahmen

der zweitägigen Meisterschaft

und würdigte den Ausrichter

mit den Worten: „Gut, besser, BC

Weißenburg.“ Allein schon die

Idee der Weißenburger, die Akteure

mit moderner Musik und

Nebelscheinwerfer zum Ring zu

begleiten, fand großen Anklang.

Stark auch der „Pausenfüller“

durch die Stilissimo-Crew, die

in Dirndl und Lederhosen eine

vehemente Show abzogen. Souverän

meisterten im Schwergewicht

Roman Gorst (Pocking)

und im Superschwer Romano

Kujak (Kickers Würzburg) ihre

Aufgaben. Während Kujak einen

sicheren Punktsieg über Schinzler

(BSC München) landete,

durfte Gorst nur im Halbfinale

seine bestechende Form zeigen.

Den Pokal für die erfolgreichste

Vereinsmannschaft sicherte

sich der BC Piccolo Fürstenfeldbruck.

HESSEN

Mario Jassmann

eifert Vater nach

Nun hat es Mario Jassmann

seinem Trainer-Vater Reinhard

Jassmann gleich getan. Er wurde

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm:

Reinhard Jassmann mit seinem Sohn

Mario

Mittelgewichts-Hessen-Meister

und hat sich für die Deutsche

Meisterschaft Ende November

in Oldenburg qualifiziert.

Jassmann bekam es mit einem

schlagstarken Gegner zu tun,

der einige Treffer gut wegsteckte.

Dennoch war der Korbacher

von Beginn an überlegen. In der

ersten Runde hielt er sich noch

zurück und studierte seinen Kontrahenten,

konterte aber bereits

auf Angriffe des Zeilsheimers.

In der zweiten Runde erhöhte

Jassmann dann das Tempo

und dominierte in der Folge das

Geschehen, ohne an seine Leistungsgrenze

gehen zu müssen.

Mit Leberhaken setzte er Sohiel

immer wieder zu, dennoch rettete

sich der TG-Boxer über die

Zeit. Am Punktsieg des Korbachers,

der sich für die bevorstehenden

Aufgaben in der Bundesliga

etwas schonen konnte, gab

es jedoch keinen Zweifel.

NIEDERSACHSEN

Torsten May löst

Wettschulden ein

Der ehemalige Box-Olympia-Sieger

von Barcelona 1992, Torsten

May (43) kommt am Dienstag,

20. November, nach Oldenburg

um seine im Rahmen der Gesundheits-Kampagne

„Deutschland

bewegt sich“ im Juni auf dem

Schloßplatz verloren gegangene

Stadt-Wette einzulösen. Von

17 bis 18.30 Uhr wird er in der

Halle der Wallschule, Peterstraße,

den Nachwuchs des Verein

Für Boxsport (VFB ) Oldenburg

leiten. Torsten May hatte mit

Oldenburgs Oberbürgermeister

Gerd Schwandner gewettet,

dass es diesem nicht gelingt,

667 Bürger dazu zu bewegen,

auf den Schloßplatz zu kommen

und gemeinsam mit ihm den legendären

Ali-Shuffle tanzen. Die

Oldenburger ließen ihren Oberbürgermeister

nicht in Stich und

letztlich traten über 700 Aktive

zum Tanz an. Im Rahmen dieser

Veranstaltung hatte das Trainer-

Team des VFB mit den Boxerinnen

und Boxern einen Einblick

in die Trainingsarbeit geboten.

Diese Darbietungen beeindruckten

Torsten May nachhaltig und

er lobte: „Es gibt nur wenige

Box- Vereine, die eine solch gute

Nachwuchs-Förderung betreiben“.

So war es für ihn klar, dass

er seine verlorene Wette mit der

Leitung eines Trainings des VFB-

Nachwuchs einlöst.

Franzi Lyss holt Silber

Beim ersten ausgetragenen internationalen

Queenscup in

Stralsund holte Franziska Lyss

vom BC72-Braunschweig in der

Klasse bis 54kg die Silbermedaille.

Bei ihrer ersten Teilnahme

auf internationaler Ebene überhaupt

hatte Lyss es mit Gegnern

aus Tschechien, Belgien, NRW

und Schleswig-Holstein zu tun.

Im Finale traf Lyss auf Alice

Spramkova aus dem tschechischen

Nationalteam. Gegen eine

technisch stark boxende Gegnerin

wuchs Lyss über sich hinaus

und bot eine tolle kämpferische

Leistung. Am Ende reichte es

dennoch nicht. Trainer Meyer:

„Franzi hat alles richtig gemacht.

Die Tschechin hatte aber

nun mal international mehr

Franzi Lyss und ihre Trainer nach dem

erfolgreichen Queenscup

ErfahrungAuch Landestrainer

David Hoppstock war voll des

Lobes: „Franzi hat sich wirklich

sehr stark präsentiert und positiv

weiter entwickelt.“

Frauen boxen beim

BC72 gratis

Der Box-Club72 Braunschweig

bietet für Mädchen ab dem

zehnten Lebensjahr und Frauen

ein kostenloses viermaliges

„Schnuppertraining“ an. Unter

der Anleitung von bestens geschulten

Trainern können die

Damen das Boxen ausprobieren.

„Auch wer zuerst nur einmal

zuschauen möchte, ist herzlich

willkommen“, so Präsident Michael

Rasehorn. Die Termine

sind jeweils Mittwochs von 18:00

bis 20:00Uhr in der Sporthalle

Naumburgstrasse und Freitags

von 18:00 bis 20:00Uhr Schulsporthalle

Mascheroder Holz in

der Südstadt. Das Angebot gilt

bis zum Jahresende.

Olaf Ballhause verstorben

Nach langer und schwerer

Krankheit ist Olaf Ballhause,

Grandesegneur des Amateurboxsportes,

verstorben. Mit dem

Tode Olaf Ballhauses hat der

Verdener Boxsport seinen Ehrenvorsitzenden

verloren. Olaf

Ballhause hat die Geschicke des

Box-Club Verden von 1974 bis

1995 als Vorsitzender geführt.

Unabhängig davon war Ballhause

über fünf Jahrzehnte von der

Vereins- bis zur Bundesebene

ehrenamtlich tätig, nachdem er

zuvor als Boxer im Mittelgewicht

selbst in den 40er-Jahren aktiv

gewesen war. Olaf Ballhause

ist für seine vielfältige Tätigkeit

im Jahre 2006 mit dem Bundesverdienstkreuz

ausgezeichnet

worden. Bereits seinerzeit hatte

Olaf Ballhause es aufgrund parallel

ausgefüllter Ämter auf 195

Jahre ehrenamtliche Tätigkeit

gebracht. Ihm jedoch war die

Übernahme von Ehrenämtern

keine Last, sondern stets „Ehre“

im eigentlichen Wortsinne. Die

Verdener Boxer trauern mit der

Familie Olaf Ballhauses.

78 BoxSport


NORDRHEIN-WESTFALEN

Hadjali: Handbruch

kostet Finalteilnahme

Beim SSV Bornheim trafen sich

die besten Nachwuchsboxer,

um die Teilnehmer zu ermitteln,

die auf der internationalen

Deutschen Jugendmeisterschaft

Pechvogel: Marcel Hadjali brach sich im

Vorrundenkampf die rechte Mittelhand

Nordrhein-Westfalen vertreten

werden. Der S.C. Colonia 06

schickte vier Nachwuchsboxer

ins Rennen. Drei Colonia-Boxer

konnten sich mit Ihren Finalsiegen

die Teilnahme an der

in Wittenburg (bei Schwerin)

stattfindenden Internationalen

Deutschen Jugendmeisterschaft

sichern. Im Bantamgewicht (bis

56 kg) sicherte sich Hadi Sultani

sein Teilnahme-Ticket. Nathanael

Lukoki im Weltergewicht (bis 69

kg) und Bodo Schoellhammer im

Mittelgewicht (bis 75 kg) werden

ebenfalls bei der Ende November

2012 stattfindenden Meisterschaft

für den S.C. Colonia 06 an den

Start gehen. Richtiges Pech hatte

Marcel Hadjali aus Bottrop. In

seinem Vorrundenkampf startete

er glänzend gegen Nils Morgel.

Doch dann passierte es. „Ich habe

bei einem Kopfhaken nicht richtig

getroffen“, erzählte Hadjali. „Danach

spürte ich einen stechenden

Schmerz in meiner Hand. Ich

konnte meinen Arm kaum noch

bewegen, es tat höllisch weh“.

Bei Besuch beim Arzt brachte die

traurige Gewissheit: Hadjali hatte

sich mit dem verpatzten Schlag

die rechte Mittelhand gebrochen.

Duisburger Boxer

für Integration

Mit einem Box-Turnier wollten

Gudrun Bien und Rocco Bonavita

zeigen, wie unterschiedliche

Kulturen zusammenwachsen

können, nicht nur in Duisburg,

sondern in ganz Nordrhein-

Westfalen. Bien und Bonavita

gehören zum Vorstand des

Boxrings Duisburg, der in einer

kleinen Halle in Hamborn trainiert.

Von dem Zuspruch sind

die beiden förmlich überrannt

worden. Wegen den unzähligen

Meldungen musste das Turnier

auf zwei Tage verlängert werden.

Und es reichte immer noch

nicht. Deshalb ließ Bonavita

seine Jungs nicht starten. Für

Außenstehende unverständlich,

aber „in Duisburg kommen erst

einmal die Gäste dran“, so Bonavita.

Bereits eine halbe Stunde

vor Beginn gab es keine Sitzplätze

mehr. Etwas später war die

Halle proppenvoll. Duisburg ist

boxverrückt.

Helios-Pressemann

beendet Tätigkeit

Nach 36-jähriger aktiver Mitgliedschaft

für den BC Helios

Aachen beendet Pressesprecher

Manfred Lutter seine Tätigkeit.

„Ich bleibe natürlich Mitglied“,

so Lutter. „Es war eine lange

und aufregende Zeit.“ In seiner

Funktion als Geschäftsführer

des Mittelrheinischen Amateurboxverbandes

wird Lutter weiterhin

tätig sein.

Jubiläumslehrgang

bei DBS 20/50

Die erfolgreichen Teilnehmer des DBS-Lehrgangs

Der Dortmunder Boxsport 20/50

führte im Rahmen seiner Ferienfreizeitmaßnahme

zum 40. Male

einen kostenlosen Boxlehrgang

durch. Fast 50 Teilnehmer übten

die Kunst der Selbstverteidigung.

Die beiden Trainer Dieter Girsch

und Christian Grelik gestalteten

ein abwechslungsreiches Training.

Die jungen Mädchen und

Jungs machten begeistert mit.

Das Umsetzen der gelernten Stöße

an den zahlreichen Geräten

brachte alle ins Schwitzen. Man

bekam Mut und Selbstvertrauen.

In den letzten 40 Jahren besuchten

über 800 Dortmunder Jugendliche

die DBS-Boxlehrgänge.

Am letzten Lehrgangsabend

bekamen alle Teilnehmer aus

der Hand des Sportpolitischen

Sprechers des Rates der Stadt

Dortmund, Hans Peter Balzer,

die verdienten Urkunden.

Nachwuchsboxer

kommen ins Schwitzen

Die Düsseldorfer Lehrgangsteilnehmer

Seit vier Jahren organisiert der

Förderverein Düsseldorfer-Box-

Vereine einen Kämpfer-Lehrgang

für den Düsseldorfer Box-Nachwuchs.

Fünfzehn angehende

Amateurboxer nahmen an dem

Lehrgang teil, der diesmal von

den Trainern des PSV Düsseldorf

durchgeführt wurde. Levent

Sönmez und Andreas Klix arbeiteten

mit den Jungboxern an

deren Technik und Kondition.

Ein Nachtprogramm war nicht

nötig. Die Jungs waren nach den

schweißtreibenden Trainingseinheiten

fix und fertig. Jetzt

wissen sie, was sie erwartet,

wenn Sie für Düsseldorf in der

Liga boxen werden.

BR Hilden neuer

„Next Boxchamp“

Neuer „Düsseldorfs next Boxchamp“

wurde der Boxring Hilden,

vor dem BC Erle und dem

Sportring Garath. Bereits zum

vierten Mal überreichte Ruben

Jahring vom Boxausrüster Ben-

Lee Sachpreise im Wert von 500

Ruben Jahring (3.v.l.) vom

Boxausrüster BenLee zeigte sich den

Siegern gegenüber großzügig

€ an die drei Erstplatzierten. Der

TUS Gerresheim richtete das

Finale des populärsten Nachwuchs-Turniers

in NRW aus. In

den 14 Kämpfen standen gleich

acht Düsseldorfer im Ring. Sechs

kamen vom TuS Gerresheim,

dessen Coach Steffen Müller

dabei ist, eine Staffel aus neuen

Talenten aufzubauen.

SCHLESWIG-HOLSTEIN

Hamburg sahnt bei

Meisterschaft ab

Bei den diesjährigen Norddeutschen

Meisterschaften in Schleswig

Holstein trafen die Bundesländer

Bremen/Bremerhaven,

Hamburg und Schleswig Holstein

aufeinander. Dabei wurde

Hamburg als bester Landesverband

bei diesen Meisterschaften

mit siebenmal Gold und

zweimal Silber ausgezeichnet.

Beste Technikerin wurde Natalie

Ramm (Agon), Bester Techniker

David Burakievicz (Harburg)

und Bester Kämpfer wurde Serkan

Oral (Nordschmiede).

SÜDWEST

Tolle Kämpfe bei

Meisterschaften

Der dritte und letzte Kampftag der

ersten nach dem neuen Turniermodus

ausgetragenen Meisterschaften

(nach Möglichkeit Jeder gegen Jeden,

die ersten beiden Kampftagen

waren in Dienheim nahe Mainz) des

Südwestdeutschen Amateur-Box-

Verbandes wischte Befürchtungen

beiseite, die Titelendphase würde

an internen SWABV-Schwierigkeiten

Schaden nehmen. Dem war

nicht so, einige Duelle in der Minfelder

Mundohalle veranlassten die

400 Zuschauer gar zu Beifall. Der

galt besonders den Athleten, deren

Kampfesweise sich von der ihrer

Kollegen abhob. Das traf im Superschwergewicht

der Männer-A-Klasse

zu, als die Türkei-Meister Ümit

Can Patir und Erhan Aci eine Runde

lang vorführten, was sie bei der TG

Worms und in Lehrgängen der türkischen

Boxföderation gelernt haben.

Nach drei Minuten und ohne

dass sich die Freunde gegenseitig

durch ihr Schlagrepertoire erschüttert

hätten, gab Aci auf.

BoxSport

79


LESER

schreiben Zu...

Klitschko vs. Wach

Es war wohl schon ein einziges

Schlagfeuerwerk, das Wladimir

Klitschko schon in der

ersten Runde startete. Neben

den vielen Führhänden musste

der polnische Hüne auch

schon einige rechte Schlaghände

einstecken. Bis zum Ende

der 12. Runde war Wladimir

der bessere Mann im Ring

und bewies einmal mehr, dass

er zu Recht der Weltmeister ist.

Mariusz Wach ging einfach zu

unentschlossen vor, technisch

begrenzt, schlug zu wenig und

traf noch seltener. Der deutliche

Punktsieg war somit eindeutig.

…Huck vs. Arslan

M. Best, Berlin

Auf den ersten Blick ist Arslan

der klare Sieger. Aber selbst

wenn Huck in der zweiten

Kampfhälfte öfter getroffen

haben sollte, muss Arslans Dominanz

in die Wertung einfließen.

Ein Unentschieden

oder ein knapper Sieg Arslans

wären angemessen gewesen.

Huck selbst wird wissen, dass

er an diesem Abend der Verlierer

war. Er ist ein großer Kämpfer,

aber er tut gut daran, nicht

mehr über einen Klitschko-

Kampf zu sprechen. Arslan ist

für diese Leistung mein Boxer

des Jahres!

D. Ruland, Berlin

Marco Hucks Sieg gegen Firat

Arslan war für mich ein

Fehlurteil. Der Weltmeisterbonus

und das jüngere Alter

gegenüber Firat Arslan waren

anscheinend für Hucks Gewinn

ausschlaggebend. Ein

Unentschieden hätte Huck

geschmeichelt! Was sich

hinter den Kulissen abspielt,

lässt sich bei so einem Urteil

nur erahnen. Firat Arslan war

mindestens in acht Runden

der bessere Fighter mit der höheren,

saubereren Trefferzahl.

Dem Boxsport erweist man

mit so einem Urteil einen Bärendienst

und macht ihn unglaubwürdig.

H. Woelm, Dortmund

Wladimir Klitschko (links)

begeisterte bei seinem

Punktsieg über Mariusz

Wach

Ich fand es erstaunlich, dass

Huck nach den vielen kassierten

Uppercuts

immer wieder

von seinem Hocker

aufstand.

Das hätten

nur sehr wenige

Boxer gebracht!

Wahrscheinlich

war

die Angst vor

Trainer Wegner

größer als vor

Firat Arslan.

Herr Wegner

war nach der

Urteilsverkündung

völlig

sprachlos, das

kommt bei

ihm fast nie

vor. Oberlehrer

Maske meinte,

die Zuschauer

verständen das

Punktsystem nicht, deshalb

wären diese mit dem Urteil

unzufrieden. Ich denke, vor

dem Kampf verteilt der Veranstalter

Sauerland-Brillen an

die Punktrichter und an Kommentator

Maske. Diese Brillen

lassen nur die Treffer des eigenen

Fichters durchscheinen,

der Rest wird weggefiltert. Es

ist wie in der Politik.

M. Marheine, Goslar

Ich mache mir große Sorgen

um den Boxsport. Wird denn

nur noch so bewertet, dass

die Boxer gewinnen, die in

Zukunft die größeren Kämpfe

bestreiten können??? Diesen

Eindruck hatte ich mal wieder

nach dem Kampf Huck gegen

Marco Huck (links) und Firat Arslan

lieferten sich eine tolle Ringschlacht

Arslan. Für mich ist Marko

Huck seinen großen Sprüchen

in Richtung Klitschko-Brüder

nicht ein bisschen gerecht geworden.

Firat Arslan hat einen

grandiosen Kampf geliefert

und währe für mich der verdiente

Sieger mit zwei Runden

Vorsprung gewesen. Ein Unentschieden

hätte man auch

noch geben können. Ich kann

Arslans Enttäuschung verstehen,

die Aussage von Arslan,

dass die ARD Betrüger seien,

allerdings nicht. So bleibt mal

wieder ein unverdienter Sieg

für einen Boxer, bei dem wohl

schon die nächsten Kämpfe

vereinbart waren. Schade für

den Boxsport.

T. Zobel, online

…Gennady Golovkin

Gennady Golovkin ist einer

der stärksten Boxer, die ich in

den letzten Jahren gesehen habe.

Er vereinigt die drei wichtigsten

Eigenschaften, die ein

großer Champion braucht:

Ringintelligenz, Charakter

und Physis. Ein Felix Sturm

oder Daniel Geale wären chancenlos.

Auch gegen Sergio

Martinez würde ich Golovkin

favorisieren. Es ist eine Schande,

dass man seine Kämpfe

nicht im deutschen TV zeigt.

...Enad Licina

R. Volz, Unterföhring

Ich habe mich sehr gefreut,

dass Enad Licina wieder boxt.

Es kann nicht sein, dass so ein

starker Mann mit 32

Jahren aufhören muss,

weil man ihm keine

Chance mehr gibt. Er

hat immer gute Kämpfe

abgeliefert, nur bei

den ganz großen Titelkämpfen

hat es nicht

gereicht. Aber viel hat

auch nicht gefehlt.

Und er hat sehr starke

Gegner gehabt, das

darf man nicht vergessen.

Wenn Licina

einen guten Tag hat,

kann er jeden Cruisergewichtler

schlagen –

auch die vier Weltmeister.

Ich hoffe, dass er

sich noch einmal in

die Spitze durchboxen

kann.

J. Dramen, Neu-Isenburg

80 BoxSport


Lesen Sie in der nächsten Ausgabe

Der King will seine

Krone verteidigen.

Arthur Abraham setzt

seinen WBO-Titel im

Supermittelgewicht

am 15. Dezember in

Nürnberg gegen den

zähen Franzosen Mehdi

Bouadla aufs Spiel.

Nächster

Erscheinungstermin ist

für Abonnenten

der 20. Dezember,

ab dem 22. Dezember

im Handel

Wohin steuert der Bund

Deutscher Berufsboxer?

Präsident Thomas Pütz

steht Rede und Antwort.

King Arthur

Arthur Abraham verteidigt seine neu gewonnene

WM-Krone im Supermittelgewicht zum ersten Mal.

Alles über King Arthurs Kampf gegen den Franzosen

Mehdi Bouadla in Nürnberg.

Der Box-Präsident

Großes Interview mit BDB-Präsident Thomas

Pütz. Wie er den Verband sanierte und woran die

Rückkehr von Veranstalter Sauerland zum BDB bisher

scheiterte.

Box-Promoter Felix Sturm

Zum ersten Mal steigt Felix Sturm nicht selbst bei

einer seiner Veranstaltungen in den Ring. Berichte

und Analysen von Susi Kentikians WM-Duell in

Düsseldorf und dem Kampf von Ruslan Chagaev

gegen den starken Kubaner Mike Perez.

Herausgeber und Chefredakteur: Hans Reski (0221-2587-260/261/334)

Redaktion: Gino Casale, Arne Leyenberg, Marianne Müller (Foto-Reportagen)

Ständige Mitarbeiter: Tobias Drews, Manfred Hönel, Peter Jaschke, Björn Jensen,

Bertram Job, Matthias Kerber, Joachim Leyenberg, Jörg Lubrich, Alexander

Mazur, Susanne Rohlfing, Hartmut Scherzer,

Fotos in dieser Ausgabe: ap, DBV, dapd, dpa, Krücken, Sauerland Event, Scheerbarth,

Schindler, SES, Universum, WBC, Wende

Layout: Katharina Büchner, Michael Rosenstein, Bernd Schulte zur Wissen

Internet: www.sportverlag.de

E-Mail der Redaktion: boxsport@sportverlag.de

Verlag: DSV Deutscher Sportverlag GmbH, Friesenplatz 16, 50672 Köln

Tel.: (0221) 2587-0, Fax: (0221) 2587-200

Verlagsleitung: Lutz Bandte

Vertriebsleitung: Tobias Weidmann

Anzeigen, Koordination: Gino Casale. Tel. (0221) 2587-261.

E-Mail: boxsport@sportverlag.de.

IMPRESSUM

Manny Pacquiao

Der beste Boxer der Welt steigt wieder in den Ring:

Manny Pacquiao trifft in Las Vegas zum vierten Mal

auf seinen Erzrivalen Juan Manuel Marquez aus

Mexiko. Gibt es diesmal einen klaren Sieger?

Kommen die Wikinger zurück?

Box-Promoter Winne Spiering und seine Berliner

Wikinger wollen noch einmal angreifen. Mit neuen

Boxern und neuem Gym soll das Wiking Box-Team

wiederbelebt werden.

World Series

Große Berichte und Analysen von den ersten

vier Kampftagen der German Eagles in der AIBA-

Weltserie.

Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 10 vom 1.1.2012.

Abonnement: DSV Deutscher Sportverlag GmbH, Friesenplatz 11, 50672 Köln,

Telefon (0221) 2587-243, E-Mail: service@sportverlag.de.

Einzelverkauf: Partner Medienservices GmbH,

Postfach 81 06 40, 70523 Stuttgart, Fax.: (0711) 7252320

Druck: Dierichs Druck + Media GmbH & Co KG, Frankfurter Str. 168, 34121 Kassel

BOXSPORT erscheint monatlich, Einzelpreis: € 4,20. Jahresabonnementpreis

(12 Ausgaben): € 45,60. Abonnementkündigungen sind sechs Wochen vor Ablauf

des berechneten Zeitraums dem Abonnement-Vertrieb schriftlich bekannt zu

geben. Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf ohne schriftliche

Genehmigung des Verlages vervielfältigt oder verbreitet werden. Unter dieses

Verbot fällt insbesondere auch die Vervielfältigung per Kopie, die Aufnahme in

elektronische Datenbanken und die Vervielfältigung auf CD-ROM. Der Verlag haftet

nicht für unverlangt eingesandte Manuskripte, Unterlagen und Fotos.

82 BoxSport


Plakat_A3_4c_roHe_neu_Plakat_A3 25.10.12 16:31 Seite 1

B

X E N

Tage der Entscheidung

90.Deutsche Meisterschaft

27.11. - 01.12.2012

EWE ARENA OLDENBURG

Medienhaus Rösemeier · www.roesemeier.de

Vorverkauf: Nordwest-Ticket · www.nordwest-ticket.de

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