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INside HIGHLIGHTS Diana (Vorschau)

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A|D € 3,-<br />

Dezember 2013 bis März 2014<br />

„DIANA ist fast wie ein<br />

griechisches Drama von<br />

zwei Menschen, die ihre<br />

groSSe Liebe, ohne<br />

eigene Schuld nie<br />

leben konnten.“<br />

Exklusives Interview mit dem<br />

Oscar nominierten Regisseur<br />

Oliver Hirschbiegel über<br />

seinen neuen Kino-Film<br />

Interview<br />

ILIJA TROJANOW<br />

Uraufführung<br />

JULYA RABINOWICH<br />

‚TAGFINSTERNIS‘<br />

Julia Wesely<br />

NATURE IN FASHION<br />

DIKTATUR DER KUNST<br />

MALERMEESE -<br />

MEESEMALER<br />

inside highlights – THE Guide for Magic Moments


OSTERFESTSPIELE<br />

SALZBURG 2014<br />

ChristiAn thielemAnn<br />

sÄChsisChe stAAtskApelle DresDen<br />

12.— 21.April<br />

INHALT<br />

06 <strong>Diana</strong>, auf dem Sprungbrett zwischen<br />

flamboyanten Lebensstil und sozialem Engagement<br />

Exklusiv-Interview mit Filmregisseur<br />

Oliver Hirschbiegel<br />

12 Der Butler<br />

Von der Baumwollplantage ins Oval Office<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong><br />

winter 2013/14<br />

© Decca/A. Eccles<br />

© D. Acosta<br />

Renée<br />

Fleming<br />

Thomas<br />

Hampson<br />

12. / 21. April<br />

OPER<br />

strAUss • ArABellA<br />

renée Fleming und thomas hampson<br />

erstmals gemeinsam in den hauptrollen<br />

musikalische leitung: Christian thielemann<br />

regie: Florentine klepper<br />

Bühne: martina segna<br />

kostüme: Anna sofie tuma<br />

mit hanna-elisabeth müller, Albert Dohmen,<br />

Gabriela Beňačková, Daniela Fally<br />

sächsische staatskapelle Dresden<br />

ORCHESTER- und CHORKONZERTE<br />

mozArt • rihm • strAUss<br />

Foto © Filmladen Filmverleih<br />

IMPRESSUM<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong><br />

MEDIENINHABER +<br />

HERAUSGEBER<br />

Kulturverlag Polzer GmbH<br />

Franz-Hinterholzer-Kai 22<br />

A-5020 Salzburg<br />

T +43 (0)662 455300<br />

F +43 (0)662 624141<br />

kulturverlag@polzer.net<br />

www.polzer.net<br />

GESCHÄFTSFÜHRER<br />

Dr. Bodo Polzer<br />

CHEFREDAKTION<br />

Christopher Unterkofler<br />

14 Mandela<br />

Der lange Weg zur Freiheit<br />

16 Ilija Trojanow<br />

Ein Gespräch über Sicherheitswahn,<br />

dekadenten Zeitgeist und die Lust am Genozid<br />

23 CD- und Büchertipps<br />

24 Nature in fashion als Kunstprojekt<br />

Das Europäische Designernetzwerk<br />

präsentiert eine gemeinsame Kollektion<br />

36 Eine Welt ohne Mitleid<br />

Uraufführung von Julya Rabinovichs ‚Tagfinsternis’<br />

38 Rainer und die Alte Kunst<br />

Ausstellung im Arnulf Rainer Museum in Baden<br />

42 Kabarett, Comedy, Literarische Kleinkunst<br />

auf den Bühnen in Österreich<br />

49 Künstlerische Vielfalt des Phänomens Mozart<br />

Mozartwoche 2014<br />

50 Malermeese – Meesemaler<br />

Eine umfassende Werkschau der malerischen<br />

Arbeiten von Jonathan Meese<br />

Christian thielemann • Christoph eschenbach<br />

maurizio pollini • Anja harteros • Gautier Capuçon<br />

Chen reiss • Christa mayer<br />

steve Davislim • Georg zeppenfeld<br />

Chor des Bayerischen rundfunks<br />

sächsische staatskapelle Dresden<br />

INTERVIEWS<br />

Peter Elfert<br />

pe@pegasus-communication.com<br />

ART DIRECTION<br />

Sabine Seidl<br />

LEKTORAT<br />

Stefanie Ehrenfried<br />

56 Lust auf Gutes<br />

Kulinarischer Genuss und<br />

das moralisch Gebotene<br />

59 Ein himmlisch gewürztes Festmenü<br />

© M. Creutziger<br />

Christian<br />

Thielemann<br />

Autoren dieser Ausgabe<br />

Peter Elfert<br />

Markus Deisenberger<br />

Eva Menasse<br />

Harald Lemke<br />

INTERVIEWS<br />

06 Oliver Hirschbiegel<br />

über seinen Film DIANA<br />

3<br />

Kartenbüro<br />

Herbert-von-Karajan-Platz 9 • 5020 Salzburg • Austria<br />

Tel. +43/662/80 45-361, -362 • Fax DW -790<br />

karten@ofs-sbg.at<br />

Inside Highlights jetzt auch für Smartphone<br />

und Tablet downloaden auf www.kiosk.at<br />

16 Ilija Trojanow<br />

Kurz vor dem grossen Sturm<br />

www.osterfestspiele-salzburg.at<br />

Alle Informationen vorbehaltlich Satz- und Druckfehler<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong>


INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong><br />

winter 2013/14<br />

MAGIC MOMENTS<br />

30 Wien<br />

34 Burgenland<br />

36 Niederösterreich<br />

40 Oberösterreich<br />

44 Kärnten<br />

45 Steiermark<br />

46 Salzburg<br />

52 Tirol<br />

53 Vorarlberg<br />

FESTIVALS<br />

36 Loisiarte<br />

46 Performing New Europe<br />

49 Mozartwoche<br />

52 Tiroler Festspiele Erl<br />

OPER<br />

31 Nabucco<br />

40 Der Rosenkavalier<br />

44 Giulio Cesare in Egitto<br />

48 Jonny spielt auf<br />

52 Don Pasquale<br />

MUSICAL<br />

30 All you need is love<br />

36 Der Mann von La Mancha<br />

45 Carousel<br />

45 Das Phantom der Oper<br />

53 West Side Story<br />

THEATER<br />

36 Die Wildente von Henrik Ibsen<br />

37 Tagfinsternis von Julya Rabinovich<br />

46 Trilogie von Esteve Soler<br />

KABARETT<br />

42 Auf Tournee in Österreich<br />

KINDER<br />

30 Hänsel und Gretel<br />

53 Ronja Räubertochter<br />

KONZERTE<br />

30 Rachlin Maisky Golan<br />

40 Ars Antiqua Austria<br />

44 Glenn Miller Orchestra<br />

46 Award Concert Weekend<br />

52 J. S. Bachs Weihnachtsoratorium<br />

JAZZ<br />

36 China Moses: Crazy Blues<br />

48 Jonny spielt auf<br />

ROCK & POP<br />

45 OneRepublic<br />

48 James Blunt<br />

TANZ<br />

31 Carmina Burana<br />

in der Volksoper Wien<br />

40 Red Bull Flying Bach – Die Show<br />

40 Schwanensee<br />

53 Ballett Revoluciòn<br />

AUSSTELLUNGEN<br />

32 Andreas H. Bitesnich im<br />

Kunsthaus Wien<br />

34 Das Hundemuseum<br />

im Kloster Marienberg<br />

34 Der Römersteinbruch<br />

in St. Margarethen<br />

38 Arnulf Rainer und die Alte Kunst<br />

44 Nebelland – Zum Verhältnis<br />

von Kunst und Literatur<br />

50 Malermeese – Meesemaler<br />

KULINARIK<br />

54 Hangar-7<br />

56 Lust auf Gutes?<br />

Gastrosophie und Ethik<br />

59 Ein himmlisch gewürztes<br />

Festmenü<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong>


FILM<br />

FILM<br />

<strong>Diana</strong> (Naomi Watts)<br />

Foto © Filmladen Filmverleih<br />

Liebes-Jahre, die den Medien meist verborgen<br />

waren, verfilmt. Ein mutiges Projekt,<br />

ein Deutscher verfilmt eine englische<br />

Nationalheilige, und dann auch noch bei<br />

einer L‘Amour fou. Ein Film, der sehr gelungen<br />

ist für Menschen, die sich einlassen auf<br />

eine große Liebesgeschichte und die nicht<br />

in jeder Sekunde danach suchen, wie nah<br />

ist Naomi Watts am Original. Hirschbiegel<br />

schafft es in eleganter Weise, dass man<br />

das Bild von <strong>Diana</strong> im blauen Badeanzug<br />

neu interpretiert, ja, vermutlich war es für<br />

sie ein Sprungbrett zur Liebe ihres Lebens.<br />

Womöglich war es ein schöner und romantischer<br />

Tag am Mittelmeer, vielleicht war<br />

sie aber auch just in diesem Moment, in<br />

dem Petrus als Setdesigner so grandios<br />

gewirkt hat, vielleicht war sie just in diesen<br />

Sekunden aber auch einsam und traurig<br />

wie nie zuvor in ihrem Leben. Ein paar<br />

Tage nach diesem Foto stirbt <strong>Diana</strong>, Princess<br />

of Wales, in Paris bei einem schrecklichen<br />

Verkehrsunfall. In welches Leben sie springen<br />

wollte und vor allem mit wem, hat sie<br />

niemandem verraten, die vielleicht letzte<br />

große Liebe in ihrem Leben hat sie für<br />

sich behalten.<br />

Magnifique!<br />

Facetten. Sie war nicht im klassischen Sinn<br />

gebildet, doch hoch intelligent und zudem<br />

ausgestattet mit einem Instinkt, den ich<br />

eigentlich nur noch von den alten Movie-<br />

Stars kenne. Man könnte diesen Instinkt<br />

auch Klasse nennen. <strong>Diana</strong> wurde zu einer<br />

Ikone. Sie war nicht unantastbar, sie<br />

machte Fehler und zeigte sich menschlich.<br />

Mit dieser Menschlichkeit gab sie den<br />

Menschen eine Projektionsfläche und<br />

damit hat sie sich von der unantastbaren<br />

Royal Family unterschieden.<br />

Im Herbst 1995 verliebte sich <strong>Diana</strong><br />

in den pakistanischen und vor allem<br />

medienscheuen Herzchirurgen Hasnat<br />

Khan. Wie geheim war diese Verbindung?<br />

OH: Die beiden haben es geschafft, ihre<br />

Verbindung vor der gesamten Weltpresse<br />

geheim zu halten. Nur einmal hat eine<br />

große englische Tageszeitung mit Hasnat<br />

Khan getitelt – um die Beziehung zu<br />

schützen, hat <strong>Diana</strong> die Story am nächsten<br />

Tag negiert und erzählt, dass sie doch nur<br />

gute Freunde sind. Wissen Sie, manche<br />

Prominente lassen die Journalisten unter<br />

die Bettdecke gucken, Hasnat hat das nie<br />

getan, er ist ein Mann der eleganten, alten<br />

Schule, die es fast nicht mehr gibt.<br />

War es eine Affäre oder eine große<br />

Liebe?<br />

OH: Es ist eine universale Liebesgeschichte<br />

und genau das war der Grund, warum ich<br />

den Film gemacht habe. Dieses Genre wird<br />

doch kaum noch produziert, das gab es<br />

noch in den 40er Jahren, aber schon seit<br />

vielen Jahren ist es abgelöst von Dramen<br />

oder der Romantic Comedy. DIANA ist<br />

fast schon wie ein griechisches Drama<br />

von zwei Menschen, die ihre große Liebe,<br />

ohne eigene Schuld, nie leben konnten.<br />

Die ‚Königin der Herzen’ hat sich über das<br />

Thema Liebe immer wieder definiert und<br />

auch wenn sich das schmalzig anhört, sie<br />

hatte ein Leben lang die Sehnsucht, geliebt<br />

zu werden, und auf der anderen Seite<br />

sehr viel Liebe in sich – genau das, was die<br />

Royal Family nie zugelassen hat.<br />

War es eine Liebe in geschlossenen<br />

Räumen zwischen Kensington Palace<br />

und Chelsea, dem Zuhause von Khan?<br />

OH: Ja, so war es. Sie haben sich geheim<br />

6<br />

<strong>Diana</strong>, auf dem Sprungbrett<br />

zwischen flamboyantem Lebensstil<br />

und sozialem Engagement!<br />

Text und Interview: Peter Elfert<br />

Im Englischen nennt man es Diving Board,<br />

im Deutschen könnte man es übersetzen<br />

mit Sprungbrett, und vermutlich war es<br />

genau das für <strong>Diana</strong> ein Sprungbrett in<br />

eine neue Welt, in ein neues Leben. Seit<br />

Jahren kennen wir das romantische Foto,<br />

eine wunderschöne Frau im blauen Badeanzug,<br />

einsam und nachdenklich am Ende<br />

des Sprungbretts sitzend. Um das Foto<br />

in der Nähe von Portofino fast unwirklich<br />

werden zu lassen, fliegt auch noch eine<br />

weiße Möwe über die Prinzessin von<br />

Wales, und das just erst einige Tage<br />

nach dem Mord an ihrem Mode-Freund<br />

Gianni Versace. Tagelang haben uns die<br />

internationalen Medien im Sommer 1997<br />

intensiv kommuniziert, <strong>Diana</strong> ist neu verliebt,<br />

in Dodi Al-Fayed. Neu bedeutet aber<br />

auch, da war ein Mann zuvor und dieser<br />

war nun mal nicht Prinz Charles. <strong>Diana</strong><br />

verliebte sich 1996 in den pakistanischen<br />

Herzchirurgen Hasnat Khan, mit dem sie<br />

einige der schönsten Momente in ihrem<br />

Leben erlebte. Im Film sagt sie „Hasnat ich<br />

liebe Dich, weil Du mich nicht wie eine<br />

Prinzessin behandelst, sondern wie eine<br />

normale Frau“ tja, was für ein moderner<br />

Umkehrschluss, träumen doch die meisten<br />

jungen Mädchen davon, einmal im Leben<br />

Prinzessin zu sein.<br />

Der Oscar nominierte Regisseur Oliver<br />

Hirschbiegel hat nun genau diese zwei<br />

Regisseur Oliver Hirschbiegel<br />

Foto © Filmladen Filmverleih<br />

Wie haben Sie sich der meist fotografierten<br />

Frau der Welt, <strong>Diana</strong>, Prinzessin<br />

von Wales, thematisch genähert?<br />

Oliver Hirschbiegel: Sie war nicht nur<br />

die meist fotografierte Frau der Welt, sie<br />

war die berühmteste Frau der Welt. Wir<br />

haben wie ein Journalist gearbeitet, viele<br />

Artikel und Fotos im Internet recherchiert,<br />

zahlreiche Interviews durchgearbeitet und<br />

natürlich habe ich viele Bücher über die<br />

Prinzessin von Wales gelesen, wie beispielsweise<br />

‚<strong>Diana</strong>’ von Sarah Bradford,<br />

einer anerkannten und in England sehr<br />

bekannten Biographin und Historikerin.<br />

Summa summarum haben wir für die<br />

Vorbereitung und komplette Recherche<br />

ein Jahr benötigt.<br />

Ein deutscher Regisseur verfilmt eine<br />

englische Nationalheilige – Boulevard-<br />

Themen sind in Ihren Filmen zwischen<br />

Psychothriller und Nationalsozialismus<br />

selten, warum jetzt <strong>Diana</strong>?<br />

OH: Was mich fasziniert hat ist ja genau,<br />

dass es kein Boulevard-Thema ist, und<br />

ich hoffe, dass dies der Film zeigt. <strong>Diana</strong><br />

hatte viele verschiedene Persönlichkeits-<br />

<strong>Diana</strong> (Naomi Watts) und Hasnat Khan (Naveen Andrews)<br />

7<br />

Foto © Filmladen Filmverleih<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong>


FILM<br />

FILM<br />

Foto © Filmladen Filmverleih<br />

8<br />

9<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong>


film<br />

in diesen beiden Wohnungen getroffen –<br />

im eleganten Kensington Palace und im<br />

kleinen Appartement von Hasnat. <strong>Diana</strong><br />

hat sogar manchmal im Appartement von<br />

Khan aufgeräumt, und auch das basiert<br />

auf faktischen Beschreibungen.<br />

Stimmt es, dass <strong>Diana</strong> mit Perücken<br />

nachts alleine durch London zu Hasnat<br />

gefahren ist?<br />

OH: Ja. <strong>Diana</strong> versteckte sich manchmal<br />

sogar durch ihr Team von Sicherheitsbeamten<br />

im Kofferraum eines Autos, um<br />

unentdeckt aus dem Kensington Palace<br />

zu gelangen.<br />

„<strong>Diana</strong>, die Prinzessin<br />

von Wales hat nie<br />

aufgehört Hasnat Khan<br />

zu lieben, sie liebte ihn<br />

bis zu ihrem Unfalltod<br />

am 31. August 1997.“<br />

MOZART<br />

WOCHE<br />

2014<br />

23. JÄNNER–2. FEBRUAR<br />

10<br />

Kurz vor dem tragischen Unfalltod<br />

von <strong>Diana</strong> trennten sich Khan<br />

und <strong>Diana</strong>. Jetzt begann ein neues<br />

Kapitel, mitten auf dem Meer mit<br />

Dodi Al-Fayed, was ist passiert?<br />

OH: Alle unsere zahlreichen Quellen<br />

bestätigen, dass <strong>Diana</strong> und Dodi eine<br />

gute Zeit hatten. Für <strong>Diana</strong> war Dodi<br />

aber immer nur eine Ablenkung und eine<br />

Möglichkeit, Hasnat Khan eifersüchtig zu<br />

machen. <strong>Diana</strong>, die Prinzessin von Wales,<br />

hat nie aufgehört, Hasnat Khan zu lieben,<br />

sie liebte ihn bis zu ihrem Unfalltod am<br />

31. August 1997.<br />

Auf der Yacht von Dodi zeigen Sie<br />

<strong>Diana</strong> in direkter Absprache mit den<br />

Paparazzi. Wie nah‘ ist diese Situation<br />

an der Wahrheit?<br />

OH: Die Quelle ist Celebrity-Fotograf<br />

Jason Fraser und Mario Brenna, der<br />

Paparazzo, mit dem <strong>Diana</strong> auf der Yacht<br />

im Film telefoniert – er entdeckte die Yacht<br />

vor Sardinien in der Nähe des Cala di<br />

Volpe und in Portofino. <strong>Diana</strong> gab Brenna<br />

exakte Hinweise, wo sie sich mit Dodi aufgehalten<br />

hat, und natürlich wollten alle<br />

Fotografen diese sensationellen Bilder,<br />

mit denen Zeitgeschichte geschrieben wird.<br />

Schon nach kurzer Zeit haben hunderte<br />

Fotografenkollegen Brenna verfolgt, denn<br />

sie wussten, dort, wo er sich aufhält, ist<br />

<strong>Diana</strong> nicht weit.<br />

Sie leben ein internationales Leben,<br />

kommen aus Hamburg, arbeiten weltweit,<br />

leben in London und sind auch<br />

oft in Wien, warum?<br />

OH: Meine Kinder studieren in Wien und<br />

natürlich komme ich regelmäßig in diese<br />

wunderbare Stadt. Wir haben sogar in<br />

Wien eine eigene DIANA-Premiere, Anfang<br />

Januar 2014. Darauf freue ich mich sehr.<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

Tickets: T. +43-662-87 31 54, www.mozarteum.at<br />

Gluck Orfeo ed Euridice Marc Minkowski, Dirigent · Ivan Alexandre, Regie · Pierre-André Weitz, Ausstattung<br />

Bejun Mehta, Camilla Tilling, Ana Quintans, Uli Kirsch, Les Musiciens du Louvre Grenoble in Zusammenarbeit mit<br />

dem Mozarteumorchester Salzburg, Salzburger Bachchor Dirigenten Daniel Barenboim, Ivor Bolton, René Jacobs,<br />

Paavo Järvi, Tõnu Kaljuste, Christoph Koncz, Louis Langrée, Cornelius Meister, Marc Minkowski, András Schiff,<br />

Robin Ticciati Orchester Camerata Salzburg, Cappella Andrea Barca, Freiburger Barockorchester, Les Musiciens<br />

du Louvre Grenoble, Mozart Kinderorchester, Mozarteumorchester Salzburg, Scottish Chamber Orchestra,<br />

Sinfonieorchester der Universität Mozarteum, Wiener Philharmoniker Sänger Marianne Crebassa, Malin Hartelius,<br />

Soile Isokoski, Christiane Karg, Michael Nagy, Miah Persson, Michael Schade, Maximilian Schmitt, Andrew Staples,<br />

Rolando Villazón, Sonya Yoncheva Solisten Daniel Barenboim, Joshua Bell, Kristian Bezuidenhout, Florian Birsak,<br />

Renaud Capuçon, Gérard Caussé, Francesco Corti, Clemens Hagen, Christoph Hammer, Léa Hennino, Alina<br />

Ibragimova, François Leleux, Paul Lewis, Herbert Lindsberger, Malcolm Martineau, Thibault Noally, Hille Perl,<br />

Marcus Pouget, Fazil Say, András Schiff, Herbert Schuch, Marieke Spaans, Anton Steck, Johanna Wokalek<br />

Ensembles & Chöre Latvian Radio Choir, Minetti Quartett, RIAS Kammerchor<br />

Konzerte<br />

Wissenschaft<br />

Museen


FILM<br />

FILM<br />

Projekt und akzeptierten weitaus geringere<br />

Gagen als gewohnt. Manche von ihnen<br />

sagten für die Dreharbeiten sogar bestehende<br />

Verpflichtungen oder Tourneen ab.<br />

Forest Whitaker, der Darsteller des Butlers,<br />

sagt in einem Interview über seine Rolle:<br />

„Mein Charakter steht für die alte Schule,<br />

das Althergebrachte. Allein durch seine<br />

Anwesenheit im Weißen Haus, durch sein<br />

Verhalten und seine Akzeptanz dort trägt<br />

der Butler dazu bei, Haltungen zu verändern.<br />

In gewisser Weise verleiht er der<br />

gesamten afroamerikanische Gemeinschaft<br />

ein Gesicht und Menschlichkeit,<br />

denn der Präsident und sein Gefolge<br />

müssen sich mit ihm auf einer zivilisierten<br />

Ebene auseinandersetzen. Gleichzeitig sieht<br />

man seinen Sohn, wie er sich mit den<br />

gleichen Themen in Straßenkämpfen und<br />

Demonstrationen auseinandersetzen muss.<br />

Auf der Vater-Sohn-Ebene liegt der Konflikt<br />

im ganz Persönlichen und im Unterschied<br />

der Generationen. Alles, was der Butler<br />

für seinen Sohn möchte, ist Sicherheit und<br />

ein gutes Leben, daher sieht er dessen<br />

Beteiligung an der Bürgerrechtsbewegung<br />

mit Unbehagen und versucht, ihn davon<br />

Minka Kelly (Jacqueline Kennedy), James Marsden (John F. Kennedy)<br />

... Danach erweiterte sich<br />

die All-Star-Liste kontinuierlich<br />

um Namen wie Mariah Carey,<br />

John Cusack, Jane Fonda,<br />

Cuba Gooding Jr., ...<br />

Forest Whitaker (Cecil Gaines)<br />

abzubringen. Die Entwicklung meines<br />

Charakters liegt darin, erst durch den<br />

Sohn zu erkennen, dass auch er selbst<br />

bestimmte Rechte verdient.“<br />

Filmstart<br />

20. Dezember 2013<br />

der Butler<br />

Von der Baumwollplantage ins Oval Office<br />

Der Film zeigt Weltgeschichte aus einem Zentrum der Macht durch die Wahrnehmung eines ganz besonderen<br />

Insiders und den Weg der Bürgerrechtsbewegung in die gesellschaftliche und private Selbstbestimmung der<br />

Schwarzen in den USA, dargestellt in einer Vater-Sohn-Beziehung.<br />

Fotos Seite 12/13 © Filmladen Filmverleih<br />

2008, in den Wochen vor der historischen<br />

Wahl Barack Obamas zum ersten schwarzen<br />

Präsidenten der USA, befand sich Wil<br />

Haygood, Journalist bei der Washington<br />

Post, auf einer Mission: Er wollte einen<br />

Afroamerikaner finden, der im Weißen<br />

Haus gearbeitet und die Bürgerrechtsbewegung<br />

hinter den Kulissen erlebt hatte.<br />

Nach intensiven Recherchen entdeckte<br />

Haygood einen solchen Menschen direkt<br />

in Washington, DC: Von den 1950ern bis<br />

in die 1980er Jahre hatte der mittlerweile<br />

89-jährige Eugene Allen unter sieben<br />

Präsidenten als deren persönlicher Butler<br />

gearbeitet. Im hohen Alter erlebt er seinen<br />

größten Triumph: Ein Schwarzer wird zum<br />

Präsidenten der Vereinigten Staaten von<br />

Amerika gewählt.<br />

In vielen Interviews mit Allen und seiner<br />

Frau Helene verfasste Haygood unter<br />

dem Titel „A Butler Served Well by This<br />

Election“ das außergewöhnliche Porträt<br />

eines Mannes, der die wichtigsten amerikanischen<br />

Ereignisse des 20. Jahrhunderts<br />

und die Persönlichkeit der Machthaber<br />

dieser Zeit aus erster Hand bezeugen<br />

konnte. Dieser Stoff mit so viel epischem<br />

Potential war der Impuls zu einem grandiosen<br />

Film.<br />

Für sein emotional anrührendes Biopic hat<br />

Regisseur Lee Daniels, Oscar®-nominiert<br />

für „Precious“ und „Monster`s Ball“, ein<br />

fulminantes Star-Ensemble mit nicht weniger<br />

als fünf Oscar®-Preisträgern vor der<br />

Kamera versammelt. Als erstes wurden<br />

die Hauptrollen mit Forest Whitaker und<br />

Oprah Winfrey besetzt, gefolgt von David<br />

Oyelowo, der bereits bei „The Paperboy“<br />

mit Daniels zusammengearbeitet hatte.<br />

Danach erweiterte sich die All-Star-Liste<br />

kontinuierlich um Namen wie Mariah<br />

Carey, John Cusack, Jane Fonda, Cuba<br />

Gooding Jr., Terrence Howard, Elijah<br />

Kelley, Minka Kelly, Lenny Kravitz, James<br />

Marsden, Alex Pettyfer, Vanessa Redgrave,<br />

Alan Rickman, Liev Schreiber und Robin<br />

Williams. Viele der Schauspieler verpflichteten<br />

sich mit großer Begeisterung für das<br />

12 13<br />

Oprah Winfrey (Gloria Gaines)<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong>


FILM<br />

FILM<br />

standen, traf und mit ihnen über meine<br />

Herangehensweise sprach, stimmten mir<br />

alle zu: Behandele ihn wie einen ganz<br />

normalen Mann.<br />

Am hilfreichsten war für mich der Input von<br />

Produzent Anant Singh. In all der Zeit, in<br />

der er damit beschäftigt war, den Film auf<br />

die Beine zu stellen, hat er tiefe und ehrliche<br />

Beziehungen zu Menschen aufgebaut,<br />

die in die Anti-Apartheidbewegung<br />

involviert waren. Er schickte mir üppige<br />

Pakete mit Büchern und Bildern aus jener<br />

Zeit. Auch die Nelson Mandela Foundation,<br />

die mit viel Sorgfalt diesen Teil der Geschichte<br />

katalogisiert hat, gewährte mir<br />

unbeschränkten Zutritt. Dort konnte ich<br />

schockierende Aufnahmen sichten, die<br />

niemals irgendwo gesendet worden sind.<br />

Wir haben die ganze Dynamik und<br />

Energie von Mandelas Leben auf diesen<br />

Film übertragen, damit das Publikum wirklich<br />

immer mittendrin ist und ein wenig<br />

spüren kann, wie das damals für Mandela<br />

und seine Mitstreiter war. Wir wollten<br />

richtig in Mandelas Haut schlüpfen. Viele<br />

brillante Dokumentationen haben sich ihm<br />

von außen genähert, aber das war nicht<br />

unser Ziel. Bei uns ging es um die Zuschauer,<br />

die gemeinsam im Kino sitzen und die<br />

wir mit auf diese Achterbahnfahrt der<br />

Emotionen mit all ihren Verlusten, Opfern<br />

und Gefahren nehmen wollten.<br />

So, wie wir den Film schließlich gedreht<br />

haben, funktioniert er als Unterhaltung.<br />

Unser Film umfasst knallharte Action<br />

genauso wie schonungsloses Drama.<br />

Und im Kern des Ganzen steckt eine<br />

einzigartige Liebesgeschichte.“<br />

Filmstart<br />

30. Januar 2014<br />

MANDELA - DER LANGE WEG ZUR FREIHEIT<br />

beschreibt die Entstehung einer modernen<br />

Ikone, die die Aufhebung der Rassentrennung<br />

und damit eine langersehnte politische<br />

Wende in Südafrika herbeiführte<br />

Endlich frei: Nelson Mandela (IDRIS ELBA) verlässt mit seiner Frau Winnie das Gefängnis<br />

MANDELA<br />

DER LANGE WEG ZUR FREIHEIT<br />

Kaum ein anderer Mensch hat die Weltpolitik unserer Zeit so beeinflusst wie Nelson Mandela. Nun wird seine<br />

außergewöhnliche Lebensgeschichte mit dem Film MANDELA - DER LANGE WEG ZUR FREIHEIT zum ersten Mal auf<br />

die große Leinwand gebracht und spannt einen dramatischen Bogen von seiner Kindheit, der ersten großen Liebe<br />

und seinem beginnenden Kampf gegen die Apartheid bis zu seiner Amtseinführung als erster Präsident des<br />

demokratischen Südafrikas.<br />

Fotos Seite 14/15 © www.senator.de<br />

Bildgewaltig wird die zutiefst persönliche<br />

Geschichte eines Mannes porträtiert, der<br />

sich konsequent allen Widerständen entgegen<br />

stellt, um für ein besseres Leben<br />

in seinem Heimatland zu kämpfen. Noch<br />

während seiner 27-jährigen Haftstrafe auf<br />

der berüchtigten Gefängnisinsel Robben<br />

Island stieg Nelson Mandela zum charismatischen<br />

Führer der Anti-Apartheid-<br />

Bewegung auf und zum weltweiten Symbol<br />

für friedlichen Widerstand.<br />

MANDELA - DER LANGE WEG ZUR<br />

FREIHEIT beschreibt die Entstehung einer<br />

modernen Ikone, die die Aufhebung der<br />

Rassentrennung und damit eine langersehnte<br />

politische Wende in Südafrika<br />

herbeiführte und ist gleichzeitig eine<br />

Liebeserklärung an einen Menschen, der<br />

durch seinen unermüdlichen Kampf für<br />

Freiheit, Gleichheit und Unabhängigkeit<br />

die ganze Welt verändert hat.<br />

Regisseur Justin Chadwick macht keinen<br />

Hehl aus der Herausforderung, einen Film<br />

über einen Mann zu drehen, der nicht nur<br />

einer der am meisten bewunderten Staatsmänner<br />

des 20. Jahrhunderts, sondern<br />

auch eine weltweite Ikone und ein von<br />

vielen geliebter Mensch ist: „Mein Bauchgefühl<br />

sagte mir, dass ich die Geschichte<br />

auf Nelson Mandela als Menschen<br />

konzentrieren sollte. Als ich seine Töchter<br />

und andere Menschen, die ihm nahe<br />

14 15<br />

Nelson Mandela (IDRIS ELBA) unbeschwert mit<br />

seinem Sohn aus erster Ehe<br />

Auge in Auge mit der Macht: Der südafrikanische Präsident F.W. De Klerk (Gys de Villiers) sucht Rat bei Nelson Mandela (IDRIS ELBA)<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong>


interview<br />

interview<br />

Kurz vor<br />

dem groSSen<br />

Sturm<br />

„Hallo, hört ihr euch eigentlich zu?“ fragt uns der Schriftsteller und Polit-Aktivist Ilija Trojanow.<br />

Ein Gespräch über Sicherheitswahn, dekadenten Zeitgeist und die Lust am Genozid.<br />

Text und Interview: Markus Deisenberger<br />

lange und ohne dass sich der Staat groß<br />

dafür rechtfertigen müsste. Ohne den<br />

Staat zu idealisieren, ist es als Autor oder<br />

Journalist wichtig darauf hinzuweisen, dass<br />

es gewisse staatliche Errungenschaften,<br />

den Habeas Corpus etwa, gibt, die man<br />

allerdings, statt sie weiter zu entwickeln,<br />

einfach wieder abbaut.<br />

Morton Rhue, Autor des Buches<br />

„Die Welle“, dem man allein dadurch<br />

schon eine gewisse Sensibilität für das<br />

Thema Demokratie & Diktatur zutrauen<br />

sollte, saß neulich in einer Literatursendung<br />

des ORF und rechtfertigte<br />

dort – weitgehend unwidersprochen<br />

die Überwachung des Bürgers durch<br />

wonach er eigentlich sucht, die Datenakkumulation<br />

finden, die eine Gefahr<br />

darstellt. Das ist das genaue Gegenteil<br />

von Sicherheitspolitik. In diesem Heuhaufen<br />

findet man doch nichts mehr. Wenn es<br />

wirklich um unsere Sicherheit vor terroristischen<br />

Anschlägen ginge, müsste man sich<br />

die Frage stellen, was man mit all diesem<br />

Geld, das in den Apparat gesteckt wird,<br />

konkret gegen den Terrorismus tun könnte.<br />

Wenn es nicht um Terrorbekämpfung<br />

geht, warum gibt es diesen<br />

Apparat dann?<br />

IT: Weil es extrem schwer ist, gegen Propaganda<br />

anzukämpfen. Meine Erfahrung<br />

16<br />

In seinem Essay „Der überflüssige Mensch“<br />

beschäftigt sich Ilja Trojanow mit der<br />

Entwertung des Menschen durch Technisierung<br />

und Automatisierung. „Überflüssig“<br />

erachteten offenbar auch die US-Einwanderungsbehörden<br />

den Erfolgsschriftsteller,<br />

als sie ihm trotz gültigen Visums ohne<br />

Nennung von Gründen die Einreise zu<br />

einem Germanisten-Kongress verweigerten<br />

– eine Aktion, die wie kaum eine andere<br />

dieses Jahr eine breite mediale Diskussion<br />

über Bürgerrechte entfachte und der<br />

Trojanow deshalb nachträglich nur Gutes<br />

abgewinnen kann. Mittlerweile hat er –<br />

abermals ohne Angabe von Gründen<br />

– ein Langzeitvisum erhalten. Ein unangenehmer<br />

Nachgeschmack bleibt dennoch<br />

zurück. Doch ist es tatsächlich so einfach?<br />

Der unangenehme Intellektuelle da, die<br />

Post-Demokratie, der jeder einzelne ebenso<br />

ausgeliefert ist wie der Diktatur, dort?<br />

„Die Gesetze des Marktes markieren<br />

die Grenzen der Freiheit“ schreiben Sie<br />

in „Der überflüssige Mensch“. Insofern<br />

ist es doch fast folgerichtig, dass Ihnen als<br />

jemandem, der genau das kritisiert,<br />

von einem Staat, der nur noch den<br />

Gesetzen des Marktes gehorcht, die<br />

Einreise verweigert wurde?<br />

Ilja Trojanow: Da gibt es wie so oft<br />

eine generelle und eine spezielle Sichtweise:<br />

Grundsätzlich ist unser Demokratieverständnis,<br />

wonach wie alle vier Jahre<br />

wählen dürfen, sonst aber die Macht bei<br />

Großkonzernen und anderen Spezialinteressen<br />

und ihrer Einflussnahme auf die<br />

Parlamente liegt, extrem limitiert. Dennoch<br />

vertraut der einzelne im Speziellen darauf,<br />

dass er im Rahmen des noch existierenden<br />

Rechtsstaates halbwegs legal und damit<br />

Foto © Roger Richter<br />

„Freiheit ist nichts, was<br />

sich institutionalisieren lässt.“<br />

gerecht behandelt wird. Für die Einreise<br />

in einen Staat wie die USA gibt es ganz<br />

klare Regularien. Und nach denen war es<br />

einfach Unrecht, mich am Besteigen des<br />

Flugzeuges zu hindern.<br />

Aber ist dieses Vertrauen, wenn<br />

man sieht, wie willkürlich man sich im<br />

Einzelfall über existentes Recht hinwegsetzt,<br />

nicht hinfällig?<br />

IT: Das Vertrauen ist nicht gerechtfertigt,<br />

wenn man daraus den Schluss zieht, wir<br />

hätten einen funktionierenden Rechtsstaat<br />

und könnten uns deshalb zurücklehnen.<br />

Es geht aber darum, wie man mit den<br />

Widersprüchlichkeiten umgeht. Wie verteidigt<br />

man eine zivilisatorische Leistung? Heute<br />

erleben wir mit Guantanamo aber auch<br />

in der Flüchtlingspolitik, dass Leute eingesperrt<br />

werden, ohne dass man weiß wie<br />

die NSA pauschal mit 9/11. Warum<br />

sind Intellektuelle, wenn es um diese<br />

demokratischen Errungenschaften geht,<br />

plötzlich so unempfindlich? Ist das<br />

Angst oder Dummheit?<br />

IT: Ohne Herrn Rhue nahetreten zu wollen,<br />

ist ein Romancier per se noch kein Intellektueller.<br />

Die Schriftstellerei ist zuallererst<br />

eine achtenswerte handwerkliche Fähigkeit.<br />

Das aber heißt noch lange nicht, dass<br />

man auch imstande ist, die Gesellschaft<br />

kritisch zu analysieren. Dass nach 9/11<br />

eine neue Welt der Überwachung und der<br />

Kontrolle eingeführt wurde, ist einfach<br />

unwahr. Vielmehr wurde das bereits<br />

existierende System durch eine Anschubfinanzierung<br />

ausgebaut. Und die Profiteure<br />

dieses Sicherheitswahns fahren jetzt<br />

unglaubliche Rendite ein.<br />

Und der eingeschlagene Weg ist – das<br />

bestätigen alle Sicherheitsfachleute – auch<br />

nicht der richtige, um Terrorismus zu bekämpfen.<br />

Man braucht einen enormen<br />

Apparat – mittlerweile arbeiten in den<br />

USA prozentuell gesehen mehr Leute für<br />

die Staatssicherheit als damals in der<br />

DDR, und darüber, was das mit einem<br />

Staat anstellt, wenn so viele Leute für die<br />

STASI arbeiten, sollte man sich ernsthaft<br />

Gedanken machen. Dieser enorme<br />

Apparat soll, ohne genau zu wissen,<br />

ist, dass diese Maschinerien wie Taifune<br />

sind, die alle bestehenden Erkenntnisse<br />

wegfegen, sodass man wieder von vorne<br />

beginnen muss. Nach jedem Terroranschlag<br />

passiert dasselbe: Eine Mischung aus Panik,<br />

blindem Aktionismus und Dummheit greift<br />

um sich. Da ist es extrem schwer, die<br />

Diskussion auf das zurückzuführen, worum<br />

Ilija Trojanow<br />

Foto © Residenz Verlag<br />

17<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong>


interview<br />

interview<br />

Revolution ist für die meisten ein<br />

Begriff, der geradezu unfassbar weit<br />

weg ist. Ist das nicht ein riesiger Irrtum?<br />

Sollten wir nicht Bewusstsein leben,<br />

dass das Eis, auf dem unsere Zivilisation<br />

aufbaut, sehr dünn ist?<br />

IT: Ich bin gar nicht sicher, ob wir uns Revolution<br />

nicht vorstellen können oder nur eine<br />

ganz bestimmte Form der klassischen<br />

gesamtgesellschaftlichen Revolution. Spezifische<br />

Revolutionen werden ja konstatiert.<br />

Zu Recht, denn was bestimmte technologische<br />

Entwicklungen mit sich brachten,<br />

war revolutionär. Wieso man aber davon<br />

ausgeht, dass revolutionäre technologische<br />

Entwicklungen nicht auch zu revolutionären<br />

sozialen Entwicklungen führen, ist<br />

mir schleierhaft. Das ist dem dekadenten<br />

Zeitgeist geschuldet. Dass man davon<br />

ausgeht, alles wäre starr, ist eine besones<br />

eigentlich geht. Zusätzlich dazu sind<br />

Bürgerrechte in der Wahrnehmung der<br />

Bürger ein trockenes Thema.<br />

schaft längst etabliert. In großen Konzernen<br />

werden alle Räume überwacht. Jeder<br />

Computer und damit die Arbeitseffizienz<br />

jedes einzelnen wird überwacht. Das hat<br />

zur Folge, dass sich der einzelne alles<br />

andere als frei fühlt. Und so ist es schwer<br />

vorzustellen, dass er am Abend nach<br />

Hause kommt und dann plötzlich seine<br />

Freiheit auspackt, d.h. sich im gesamtgesellschaftlichen<br />

Zusammenhang gar nichts<br />

sagen lassen will.<br />

Die Tatenlosigkeit der deutschen<br />

Bundesregierung in Sachen NSA ist<br />

evident. Noch tatenloser allerdings<br />

ist man in Österreich. Davon, dass es<br />

ähnliche Übergriffe hierzulande gab<br />

und gibt, ist auszugehen. Ist es hier<br />

um die Bürgerrechte und die demokratische<br />

Grundeinstellung noch<br />

schlimmer bestellt als in Deutschland?<br />

IT: Ich vermute schon. Den ersten Fehler<br />

machen wir, wenn wir glauben, in einer<br />

demokratisch verfassten Gesellschaft zu<br />

leben. Wichtiger als die Verfassung und<br />

das politische System ist nämlich die<br />

Haltung. Freiheit ist nichts, was sich institutionalisieren<br />

lässt. Natürlich ist es gut,<br />

wenn sie in der Verfassung verankert ist.<br />

Viel wichtiger aber ist, wenn sich die<br />

Menschen als freie Subjekte empfinden<br />

und dadurch allergisch auf alle Versuche<br />

einer Einschränkung reagieren.<br />

Mit der demokratischen Verfasstheit in<br />

unserem Land aber sollte man keine<br />

Illusionen haben. Die meisten Menschen<br />

sind doch in extrem durchherrschte Arbeitsverhältnisse<br />

eingebunden. Der Lauschangriff,<br />

den wir hier jetzt am Beispiel der NSA-<br />

Übergiffe diskutieren, ist in der Privatwirtdere<br />

Form der Dummheit, denn nichts ist<br />

evidenter, als dass ständig überall Veränderung<br />

passiert.<br />

Wir leben in Zeiten, in denen die inneren<br />

Widersprüche des Systems enorm sind,<br />

und das ist eine absolute Notwendigkeit<br />

jeder Revolution. Andererseits gibt es da<br />

diese große Lethargie, eine Apathie und<br />

Ratlosigkeit. Dieser Widerspruch ist einzigartig<br />

in der Menschheitsgeschichte. Ich<br />

denke, wir befinden uns kurz vor dem<br />

großen Sturm.<br />

Was genau meinen Sie damit?<br />

IT: Um diese enormen Datenmengen<br />

speichern und bearbeiten zu können,<br />

hat die NSA ein riesiges Daten-Center<br />

in Bluffdale/Utah gebaut. Der Strombedarf<br />

dieses Datenwerks ist so enorm,<br />

dass man die Eröffnung wegen mehrerer<br />

System-Kurzschlüsse bis zum heutigen<br />

Tage zweimal verschieben musste. Derart<br />

labile Systeme zum Einsturz zu bringen,<br />

ist doch denkbar einfach. Dafür braucht<br />

es vielleicht fünf Leute, die ein bisschen<br />

was von Sabotage verstehen. Und genau<br />

das ist es auch, was in unserer Gesellschaft<br />

oft übersehen wird: Unsere Welt ist enorm<br />

labil. Die meisten Formen von Kontrolle<br />

und Herrschaft sind labil. Das einzige, was<br />

sie am Leben hält, ist diese Apathie. Aber<br />

das kann sich schnell ändern.<br />

Fotos Seite 18/19 © Roger Richter<br />

18<br />

Apropos Apathie: Sie sprechen<br />

in Ihrem Buch vom Genozid durch<br />

Unterlassung. Der einzelne mache<br />

sich durch Duldung am Massensterben<br />

(etwa in Afrika) schuldig. Was muss<br />

sich aus Ihrer Sicht ändern, um dem<br />

ständigen Wegschauen ein Ende zu<br />

bereiten?<br />

IT: Diesbezüglich hatte ich schon heftige<br />

Diskussionen mit Aktivisten, die oft der<br />

Meinung sind, die Gesellschaft sei schon<br />

ausreichend informiert. Ich bezweifle das.<br />

Es kommt darauf an, welche Qualität die<br />

Information hat. Hat sie die Qualität,<br />

etwas zu verändern, oder geht sie in<br />

diesem Strom, der täglich durch uns durchfließt,<br />

auf. Das Problem an Information<br />

ist doch, dass sie nicht automatisch zu<br />

Empathie führt. Upton Sinclair hat einmal<br />

gesagt, nichts sei schwieriger als einen<br />

Menschen von einer Wahrheit zu überzeugen,<br />

die seinen eigenen wirtschaftlichen<br />

Interessen zuwider läuft.<br />

Der letzte Satz Ihres aktuellen<br />

Buches lautet: „Unter dem Zwang,<br />

„Mittlerweile arbeiten in den<br />

USA prozentuell gesehen mehr<br />

Leute für die Staatssicherheit<br />

als damals in der DDR.“<br />

unentwegt zu funktionieren und zu<br />

konsumieren, fällt es uns zunehmend<br />

schwer, Empathie zu spüren, Glück<br />

zu empfinden.“ Das klingt fast wie<br />

eine Entschuldigung, weiter untätig<br />

zu bleiben.<br />

IT: Ich versuche einfach zu analysieren,<br />

warum wir so ticken wie wir ticken. Fakt<br />

ist: Noch nie haben wir so viel Ressourcen<br />

verbraucht. Unser Wohlstand hat ja auch<br />

sehr viel damit zu tun, dass andere<br />

Menschen für sehr wenig Geld ihren<br />

Beitrag dazu leisten. Noch nie also waren<br />

wir auf Kosten anderer so überprivilegiert.<br />

Noch nie aber auch haben wir uns so<br />

unglücklich gefühlt und so viel von Krise<br />

geredet wie heute. Das ist das große<br />

Paradoxon. Wir haben sehr viele Leute<br />

in unserer Gesellschaft, die ständig unter<br />

Druck sind und funktionieren müssen, sich<br />

daher nicht als Gewinner, sondern als<br />

potenzielle Verlierer sehen. Das Zusammenspiel<br />

von Überprivilegierung und Krise ist<br />

ein ganz merkwürdiges.<br />

Sie sagen auch – ich zitiere: „Wenn<br />

man das Privileg hat, keinen existenziellen<br />

Überlebenskampf führen zu<br />

müssen, sollte man sich nicht in<br />

seiner Privatsphäre einigeln.“ Das<br />

klingt wiederum nach einer klaren<br />

Aufforderung, dagegen anzugehen.<br />

IT: Da geht es mir um die so genannten<br />

Gutmenschen, die behaupten, das Elend<br />

nicht mehr zu ertragen. Hallo, hört ihr<br />

euch eigentlich zu?<br />

Wie kann es sein, dass einen die existenziellen<br />

Sorgen der anderen, mit denen<br />

man erst mal nichts zu tun hat, deprimieren?<br />

Wer keine Sorgen hat, hat auch<br />

kein Recht darauf, sich deprimieren zu<br />

lassen. Im Gegenteil: Dann hat man die<br />

erstaunliche Freiheit, sich mit den Problemen<br />

der Welt auseinander zu setzen. Man<br />

hat Freiräume und diese Freiräume muss<br />

man nutzen.<br />

19<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong>


interview<br />

interview<br />

Sie nehmen also den neuen Biedermeier<br />

in die Pflicht?<br />

IT: Es ist doch erstaunlich, wie gemütlich es<br />

sich die Leute eingerichtet haben in der<br />

Meinung, es sei eh schon alles zu spät.<br />

Das wollte ich ja auch in dem Kapitel<br />

über die totale Dominanz der Dystopien<br />

in der Populärkultur zum Ausdruck bringen.<br />

Das einzige Kapitel Ihres Buches, das<br />

ich nicht ganz nachvollziehen kann.<br />

IT: Wieso?<br />

sich progressives Verhalten. Das große<br />

Versagen der Linken ist doch, dass sie sich<br />

die utopische Butter vom Brot nehmen<br />

ließen, und diese dominante Lüge, wonach<br />

Utopie zwangsläufig zu Diktatur und<br />

Totalitarismus führt, akzeptiert zu haben.<br />

Das ist hanebüchen. Viel mehr ist sie die<br />

Folge von Ressentiments, Rassismus und<br />

Kapital. Utopisches Denken dagegen ist<br />

notwendig.<br />

Wie stellen Sie sich das vor? Soll<br />

jeder einzelne Utopien entwickeln?<br />

IT: Nein. Das ist die Aufgabe von Freidenkern:<br />

Künstler, Autoren ... Die Standard-<br />

Chefredakteurin hat mir unlängst erzählt,<br />

dass 90% aller Leute, die ihr Abo kündigen,<br />

Geschichte: Dass sich die gesamte akademische<br />

Elite darüber einig ist, dass der<br />

Weg, den wir beschreiten, vom profunden<br />

Denken wegführt.<br />

Sehen Sie das als Kollateralschäden<br />

eines Systems, das kurz vor dem Kollaps<br />

beginnt, sich auf das Wesentliche zu<br />

reduzieren?<br />

IT: Ja, aber Kunst und Bildung galten immer<br />

schon als Art Luxus. Dass Eliten überversorgt<br />

werden, hingegen nie.<br />

Foto © Roger Richter<br />

Weil ich glaube, dass es in diesen<br />

Zombie-Endzeitvisionen weniger um<br />

Ausgrenzung als um die Lust geht, das<br />

Böse greifbar vor sich zu haben und es<br />

bekämpfen zu können. Diese Klarheit<br />

ist uns ja ziemlich abhanden gekommen,<br />

oder nicht?<br />

IT: Schon, aber die Serie „Walking Dead“<br />

beginnt – wie auch all die anderen Filme<br />

und Serien dieser Art – damit, dass es<br />

eine Form von Apokalypse gibt. Und das<br />

halte ich für eine unglaubliche Provokation.<br />

Das bedeutet doch, dass ein Großteil der<br />

Menschheit vernichtet wurde. Der größte<br />

Genozid aller Zeiten fand also statt. Und<br />

danach geht es relativ frivol und spannend<br />

zu. Wenn man sich überlegt, wie groß<br />

die Traumatisierung nach dem Holocaust<br />

war, ist diese Lust am Genozid ein schwer<br />

nachzuvollziehendes Phänomen. Ähnlich<br />

phänomenal ist auch der Satz, den ich<br />

immer wieder zu hören kriege: „Was willst<br />

du eigentlich? Ist doch eh keine Demokratie,<br />

was wir da haben.“ Das sichere Wissen<br />

also, dass eine gerechte Gesellschaft<br />

völlige Utopie ist. Die Zivilisation geht zu<br />

Ende, na und? Gerechtigkeit gibt es nicht,<br />

na und? Das sind Abfindungen, die horrend<br />

sind.<br />

Die Konzentration des Geldes in<br />

den Händen weniger ist in Österreich<br />

viel weiter fortgeschritten als in Deutsch-<br />

20<br />

Von der Apokalypse zur Vision: Wer<br />

Visionen hat, soll zum Arzt gehen, hat<br />

Altkanzler Helmut Schmidt einmal<br />

gesagt. In Ihrem Buch haben Sie diesen<br />

Satz abgewandelt in „Wer keine<br />

Visionen hat, sollte zum TÜV gehen.“<br />

Spricht daraus auch der Ärger über die<br />

Linke, die sich irgendwann voll und<br />

ganz in diesem nüchternen Pragmatismus<br />

diktatorischen Einschlags, den<br />

Schmidt verkörpert, verschrieben hat?<br />

IT: Gegenfrage: Gibt es überhaupt noch<br />

Linke? Links zu sein bedeutete für mich<br />

immer utopische Entwürfe zu generieren<br />

oder daran zu glauben. Daraus ergibt<br />

„Bürgerrechte sind in der<br />

Wahrnehmung der Bürger ein<br />

trockenes Thema.“<br />

als Grund dafür Zeitmangel angeben.<br />

Nun wissen wir aber, dass unsere Gesellschaft<br />

relativ viel Freizeit hat. In Wahrheit<br />

ist es eine Frage der Priorität. Während<br />

manche Tätigkeiten in der Freizeit als<br />

Muss wahrgenommen werden, gehört<br />

sich politisch zu bilden und radikal zu denken<br />

offenbar nicht dazu.<br />

Eine Ihrer Visionen ist es, in den<br />

Menschen und nicht in Software zu<br />

investieren. Wie realistisch ist diese<br />

Vision angesichts stetig gekürzter<br />

Bildungs-Budgets?<br />

IT: Im Moment ist das natürlich nicht<br />

realistisch. Und weil ganz klar erkennbar<br />

ist, dass es nur noch über die Zurichtung<br />

des Individuums als effizientes Objekt<br />

in der Wirtschaft geht, müssen wir auch<br />

das ganze kranke System überwinden.<br />

Ich kenne niemand, der an der Uni arbeitet<br />

und nicht erzürnt und enttäuscht ist. Wahrscheinlich<br />

ist auch das einmalig in der<br />

land, wie sie in Ihrem Buch belegen.<br />

Wieso stört das niemanden?<br />

IT: Es ist mir ehrlich gesagt schleierhaft.<br />

Eine Erklärung könnte sein, dass der<br />

Reichtum hierzulande schwer sichtbar<br />

ist und der kausale Zusammenhang<br />

zwischen Anhäufung auf der einen und<br />

Mangel auf der anderen Seite, den<br />

man für soziale Rebellion immer braucht,<br />

deshalb nicht spürbar ist. In der Regierungspropaganda<br />

wird immer noch extrem<br />

erfolgreich behauptet, es sei ganz allgemein<br />

kein Geld da. Alle müssten deshalb<br />

den Gürtel enger schnallen. Das glauben<br />

dann die meisten. Schon als Metapher<br />

ist das aber absurd: Wenn jemand, der<br />

300 Kilo hat, den Gürtel enger schnallen<br />

soll, dann ist das für ihn gesundheitsfördernd.<br />

Für einen chronisch Unterernährten<br />

aber ist es lebensgefährlich.<br />

Dass es abermals gelang, die Schaffung<br />

einer Vermögenssteuer zu verhindern, ist<br />

nur durch erfolgreiche Propaganda der<br />

Vermögenserhaltungsindustrie zu erklären.<br />

21<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong>


interview<br />

tipps<br />

Foto © Roger Richter<br />

TIPPS<br />

ZUM HÖREN, LESEN UND SCHENKEN<br />

22<br />

PROJEKT DEVADASIS<br />

Der Fotograf Roger Richter reiste mit der<br />

Journalistin Dorothea Riecker nach Indien<br />

und besuchte Devadasi-Projekte der<br />

Andheri-Hilfe Bonn. Seine Fotos berühren,<br />

irritieren und werden helfen, über das<br />

traditionelle, menschenunwürdige Devadasi-<br />

System zu informieren, die Öffentlichkeit<br />

für dieses Thema zu sensibilisieren. Die<br />

Andheri-Hilfe Bonn hilft ihrer indischen<br />

Partnerorganisation bei der Bildung von<br />

Selbsthilfegruppen und Kindern von<br />

Devadasis eine Schulbildung zu ermöglichen.<br />

Mehr Informationen:<br />

www.andheri-hilfe.de/entwicklungsprojekt-frauen-3.html<br />

www.roger-richter.de<br />

Chamber Diaries<br />

Johannes Berauer<br />

Material Records<br />

Klassisch komponierte Musik und Jazz zu<br />

verschmelzen haben schon viele probiert –<br />

mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen: Von<br />

großartig bis großartiger Kitsch. Johannes<br />

Berauers Kurzschluss seiner beiden großen<br />

Leidenschaften Jazz und zeitgenössische<br />

Musik ist eindeutig ersteres.<br />

Schon das Cover – der Komponist in einem<br />

Wiener Café in seine Aufzeichnungen<br />

vertieft – erweckt den Eindruck, als gehe<br />

hier jemand ambitioniert und konzentriert<br />

ans Werk. Und der Eindruck täuscht nicht:<br />

Streng komponiert, bieten Berauers Stücke<br />

dennoch viel Raum für Improvisation, die<br />

allesamt Könner ihres Fachs – unter anderem<br />

Ausnahmegitarrist Wolfgang Muthspiel,<br />

auf dessen Label das Album auch erschien<br />

– auch nutzen. Das Format Kammermusik<br />

dient dabei nur als Klangkörper für weit<br />

darüber hinausgehende Ideen.<br />

Warships<br />

Marta<br />

Zita Records (Hoanzl)<br />

Das Rock-Album des Jahres kommt aus<br />

Graz. Paul Plut und Günther Paulitsch<br />

reichen, zwei Instrumente – Gitarre und<br />

Schlagzeug um die gesamte Konkurrenz<br />

mühelos in die Schranken zu weisen. In<br />

einer nur zweitägigen Aufnahme-Session<br />

eingespielt, zelebriert „Warships“ einen<br />

dreckigen und räudigen Garagen-Sound,<br />

der die eingängige Pop-Melodie nicht<br />

außer Acht lässt und von poetischen<br />

Texten konterkariert wird. Groß!<br />

Das Leben ist<br />

ein wildes Tier<br />

Carsten Stormer<br />

Lübbe Verlag<br />

Afghanistan, Darfur oder Irak: Carsten<br />

Stormer ist stets mittendrin statt nur dabei.<br />

An all jenen Orten also, an denen hoffnungslose<br />

Kriege geführt werden und die<br />

unsere Medien zunehmend ausblenden,<br />

ist er vor Ort, um von Unrecht, Folter und<br />

Schrecken, die dort geschehen, zu berichten.<br />

Sein Buch ist allerdings mehr als<br />

ein bloßes „Best Of“ seiner dort recherchierten<br />

Geschichten: Es ist vielmehr die<br />

Lebensbeichte eines jungen Mannes, der<br />

einst den Nervenkitzel suchte und über<br />

den Wahnsinn des Krieges zum Ausnahmejournalisten<br />

wurde. Äußerst lesenswert!<br />

The Power<br />

of Dignity<br />

Peter Spiegel, Autor und<br />

Roger Richter, Fotograf<br />

Verlag J. Kampfhausen<br />

Armut hat ein menschliches Gesicht – und<br />

es gibt viele Wege jenseits von Almosen,<br />

die aus ihr herausführen, wenn man den<br />

Betroffenen den Weg zur Eigeninitiative<br />

ebnet. Ein wunderbarer Bildband für alle,<br />

die an eine humanere Wirtschaft glauben<br />

und nach konkreten Anregungen zu ihrer<br />

Verwirklichung suchen. Es geht um die Kraft<br />

der Würde und um die inneren Schätze,<br />

die jeder Mensch, egal ob arm oder<br />

reich, in sich birgt. ‚Sich aus eigener Kraft<br />

von buchstäblich lebensbedrohender<br />

Armut befreien zu können, das ist der<br />

Schatz, den die mutigen Akteure der<br />

Grameen Family in die Welt tragen’ sagt<br />

Hans Reitz, Initiator des Buchprojekts.<br />

Die Fotos von Roger Richter berühren den<br />

Betrachter auf einzigartige Weise, weil sie<br />

dokumentieren, dass selbst die größte Not<br />

immer auch Lichtblicke, Optimismus und<br />

neue Chancen in sich birgt.<br />

Der überflüssige<br />

Mensch<br />

Ilja Trojanow<br />

Residenz Verlag<br />

Leben wir überhaupt noch in einer demokratisch<br />

verfassten Gesellschaft? Sind uns<br />

Bürgerrechte überhaupt noch wichtig?<br />

Wie überflüssig ist der Mensch durch fortschreitende<br />

Technisierung und Automatisierung<br />

schon? Mit einem brillanten Essay<br />

zur Würde des Menschen in der so genannten<br />

spätkapitalistischen Gesellschaft<br />

wirft uns Trojanow schonungslos an den<br />

Kopf, was wir insgeheim längst wussten,<br />

es uns nur nicht zuzugeben trauten: Dass<br />

es unser aller Zusammenwirken braucht,<br />

um die aus dem Ruder geratenen Dinge<br />

wieder zurechtzurücken. Ein Buch, das<br />

man immer wieder lesen sollte!<br />

23<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong>


fashion<br />

fashion<br />

Fotos Seite 24/25 © Julia Wesely<br />

„nature in fashion“<br />

als Kunstprojekt<br />

Immerwährender Kalender<br />

Das Europäische<br />

Designernetzwerk präsentiert<br />

gemeinsame Kollektion<br />

Natur inspiriert Design: 18 junge Designer<br />

aus Österreich, Frankreich, Schweden,<br />

Deutschland, Spanien, Portugal, Kroation,<br />

Italien, Tschechien, Schweiz, Schottland,<br />

England und Belgien haben ihre Zugangsweise<br />

zu Flora und Fauna in Mode<br />

umgewandelt. Entstanden sind 18 ganz<br />

unterschiedliche Kleidungsstücke zu Themen<br />

wie Meer, Felsen, Stein, Eis, Sonnenuntergang<br />

oder Sturm. Die Fotografin Julia<br />

Wesely hat sie inmitten ihres zugrundeliegenden<br />

Naturschauspiels in Szene<br />

gesetzt. Das Resultat ist ein außergewöhnlicher<br />

Kalender der Mode, Fotografie und<br />

Natur in ästhetischer Form neu vereint.<br />

Der Beweggrund hinter „nature in fashion“<br />

war für die beiden Initiatorinnen, Julia<br />

Wesely und Irene Stepniczka, in erster<br />

Linie die Förderung der Jungen und<br />

Kreativen in der europäischen Modeszene.<br />

Wichtig war es Wesely und Stepniczka,<br />

dass für den Kalender keine professionellen<br />

Models vor der Kamera standen.<br />

Meist handelte es sich um Frauen aus<br />

den Herkunftsländern der Designer, als<br />

oberstes Prinzip galt auch hier Natürlichkeit.<br />

Für das Unterwasserfoto (Motiv „snail<br />

shell“) stand sogar eine österreichische<br />

Olympionikin, die Synchronschwimmerin<br />

Nadine Brandl, Modell. „Dafür habe ich<br />

extra einen Tauchkurs gemacht“, erzählt<br />

Nadine Brandl. Den Kurs schloss sie zwar<br />

nicht ab - das Foto gelang trotzdem…<br />

24 25<br />

„NATURE IN FASHION“<br />

- Immerwährender Kalender –<br />

Euro 22,00, 18 Fotos, Monatslisten<br />

inkludiert, Fotos immer variabel<br />

zum Monat.<br />

www.julia-wesely.com<br />

office@julia-wesely.com<br />

Flow<br />

Design by Pitour, Vienna, Austria<br />

Model: Marion Fouré<br />

Seite 24 – Wind<br />

Design by Ayla Turan, Köln, Deutschland<br />

Model: Susanne Bihari<br />

Styling: Sabine Minks<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong>


fashion<br />

fashion<br />

Fotos Seite 26/27 © Julia Wesely<br />

swedish forrest<br />

Design by Rasmussonskan<br />

Stockholm, Sweden<br />

Model: Heike V.<br />

Flying Hat<br />

Design by Eva Kim Heu<br />

Graz, Austria<br />

Model: Christiane Beinl<br />

Styling : Patricia Minks<br />

26 27<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong>


fashion<br />

Foto © Julia Wesely<br />

Snail Shell<br />

Design by Gianna et Moi<br />

Bordeaux, France<br />

Model: Nadine Brandl<br />

Styling: Sabine Minks<br />

28<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14


magic moments<br />

wien<br />

magic moments<br />

wien<br />

Foto © beatles-musical.com<br />

All You<br />

need is love<br />

Stadthalle Wien<br />

Ein mitreißendes Musical über die bedeutendsten<br />

Stationen der erfolgreichsten<br />

Band aller Zeiten auf ihrem Weg zum<br />

Weltruhm: Von den ersten Auftritten im<br />

Hamburger Star-Club bis hin zu ihrem<br />

letzten gemeinsamen Konzert auf dem<br />

Dach eines Londoner Bürogebäudes.<br />

Mit Songs wie „Help“, „Love me do“,<br />

„Yesterday“ oder „Hey Jude“ bringt die<br />

amerikanische Band „Twist & Shout“ die<br />

legendären Pilzköpfe musikalisch und optisch<br />

so verblüffend authentisch auf die<br />

Bühne zurück, dass die Atmosphäre wieder<br />

auflebt, mit der die Beatles die Massen<br />

einst in ihren Bann gezogen haben. Ein<br />

absolutes Muss für jeden Beatles-Fan!<br />

TERMINE: 27.4.2014<br />

www.stadthalle.com<br />

Foto © Volksoper Wien<br />

Foto © Dimo Dimov, Volksoper Wien<br />

Hänsel und Gretel<br />

Volksoper Wien<br />

Karl Dönchs Inszenierung dieses Volksopernklassikers<br />

hat über die Jahre nichts von<br />

ihrer Faszination verloren! Mit großen<br />

Augen verfolgen Jung und Alt seit Jahrzehnten<br />

den gewagten Ritt der Hexe<br />

auf ihrem Zauberbesen, mit Begeisterung<br />

lauscht das Publikum so bekannten Melodien<br />

wie „Suse, liebe Suse, was raschelt<br />

im Stroh“, „Ein Männlein steht im Walde“<br />

oder „Brüderlein, komm tanz mit mir!“<br />

Ballett<br />

Volksoper Wien<br />

Mit Carl Orffs „Carmina Burana“, Claude<br />

Debussys „Nachmittag eines Fauns“ und<br />

Maurice Ravels „Bolero“ gelangen musikalische<br />

Meisterwerke des internationalen<br />

Repertoires in eigenen, für das Haus<br />

geschaffenen Fassungen auf die Bühne.<br />

Vesna Orlic folgt den Intentionen Orffs‘<br />

und lässt sich dabei selbst Freiheiten zu<br />

ihrer eigenen Auslegung; Boris Nebyla<br />

spürt in seinem „Faun“ den natürlichen<br />

Bedürfnissen jedes Menschen nach;<br />

András Lukács sieht seine Version von<br />

Ravels Ballett als Ensemblewerk und verlegt<br />

es in ein Ballgeschehen.<br />

Nabucco<br />

Stadthalle Wien<br />

Im Jahr 1813 kam Giuseppe Verdi in<br />

der Nähe von Parma zur Welt. Knapp<br />

30 Jahre später - im Jahr 1842 - wurde<br />

seine Oper „Nabucco“ in der Mailänder<br />

Scala uraufgeführt. Zu seinem Geburts-Jubiläum<br />

bietet die renommierte<br />

„Stagione D’ Opera Italiana“ die Inszenierung<br />

dieses weltberühmten Werkes<br />

als Jubiläums- Gastspiel.<br />

Der Freiheits-Chor „Va pensiero…“ ist<br />

zur inoffiziellen Hymne Italiens geworden<br />

und bewegt die Menschen wie<br />

eh und je. Neben diesem musikalischen<br />

Höhepunkt enthält „Nabucco“ eine Fülle<br />

mitreißender Arien, Duette und Ensembles<br />

und eine packende Handlung.<br />

Diese Verdi-Oper wird in hervorragender<br />

Besetzung mit internationalen<br />

Solisten der Arena di Verona und der<br />

Mailänder Scala sowie der Opernhäuser<br />

von Rom, Venedig und Neapel,<br />

mit Chor und Orchester geboten. Eine<br />

vollständig neue Dekorations- und<br />

Kostümausstattung bildet den festlichen<br />

Rahmen für dieses einzigartige Nabucco-<br />

Gastspiel.<br />

Die „Stagione D’ Opera Italiana“ wurde<br />

durch Gastspiele in der ganzen<br />

Welt bekannt. Sie wurde im Jahre 1945<br />

von Impresario Fabio Ronchi gegründet<br />

und hat ihre Aufführungen in Paris,<br />

London, Kairo, Rio de Janeiro und vielen<br />

weiteren Städten präsentiert.<br />

Verdis Musik akzentuiert in genialer<br />

Weise diese Handlung und übersetzt<br />

die emotionalen Höhen und Tiefen<br />

in unvergleichliche Klangmalereien.<br />

Leitmotivisch zieht sich das „Lied der<br />

Freiheit“ des Gefangenchors durch<br />

die Aufführung. „Zieht Gedanken, auf<br />

goldenen Flügeln, zieht Gedanken, ihr<br />

dürft nicht verweilen! Lasst euch nieder<br />

auf sonnigen Hügeln, dort, wo Zions<br />

Türme blicken ins Tal …“.<br />

30 31<br />

TERMINE: 15., 23., 25.12.2013<br />

www.volksoper.at<br />

Rachlin<br />

Maisky<br />

Golan<br />

Wiener Konzerthaus<br />

Das kammermusikalische Spiel, diese<br />

wohl direkteste Form der musikalischen<br />

Kommunikation, pflegt der Geiger Julian<br />

Rachlin neben seinen Auftritten als<br />

Solist bei großen Orchesterkonzerten<br />

TERMINE: 12.2.2014<br />

www.konzerthaus.at<br />

Julian Rachlin<br />

ganz bewusst. Mit so kongenialen<br />

Partnern wie Mischa Maisky und<br />

Itamar Golan darf man einen höchst<br />

diffizilen, intensiven Austausch erwarten.<br />

Auf dem Programm des Konzertes<br />

stehen Paradestücke der Gattung<br />

Klaviertrio von Johannes Brahms und<br />

Peter Iljitsch Tschaikowsky sowie zwei<br />

Duostücke von Ernest Bloch.<br />

Diese Veranstaltung ist ein Benefizkonzert,<br />

dessen Reinerlös der Tochter<br />

der im Vorjahr unerwartet verstorbenen<br />

Pianistin Mihaela Ursuleasa zu<br />

Gute kommt.<br />

Foto © Wiener Konzerthaus<br />

Carmina<br />

Faun<br />

TERMINE: 5.1. – 9.6.2014<br />

www.volksoper.at<br />

Foto © Volksoper Wien<br />

TERMINE: 20.1.2014<br />

www.stadthalle.com<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong>


magic moments<br />

wien<br />

magic moments<br />

wien<br />

Fotos Seite 32/33 © Andreas H. Bitesnich<br />

New Yorker Hotel, New York, 1997<br />

Florence, Vienna, 2003<br />

Ida, Vienna, 1998<br />

Andreas<br />

H. Bitesnich<br />

25 Years of Photography<br />

Der österreichische Star Fotograf Andreas<br />

H. Bitesnich feiert 2014 seinen 50. Geburtstag<br />

und zieht Zwischenbilanz. Im Rahmen<br />

einer großen Retrospektive im KUNST<br />

HAUS WIEN gewährt er einen noch nie<br />

dagewesenen Einblick in sein persönliches<br />

fotografisches Universum. Andreas H.<br />

Bitesnich ist es gelungen, in den verschiedenen<br />

Genres der Fotografie unverwechselbaren<br />

Stil zu entwickeln. In seiner Aktfotografie<br />

erregte er bereits früh in seiner<br />

Laufbahn durch einen skulpturalen Umgang<br />

mit dem menschlichen Körper und<br />

durch perfekte Lichtsetzung Aufsehen.<br />

32 33<br />

Bubbles, New York, 2011<br />

TERMINE: 27.2. – 9.6.2014<br />

www.kunsthauswien.com<br />

Elephant at Amber Fort Jaipur India, 2006<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong>


magic moments<br />

burgenland<br />

magic moments<br />

burgenland<br />

Das Hundemuseum<br />

Kloster Marienberg<br />

Kynologie im Konvent<br />

„Hunde sind die besten Menschen“, hat<br />

der Autor in Jugendjahren auf einer Plakette<br />

eines dunklen Kombis gelesen, und<br />

es wäre für ihn nicht weiter auffällig oder<br />

verwunderlich gewesen, würde das Auto<br />

nicht seinem Latein-Nachhilfe-Lehrer gehört<br />

haben, der – man staune – Priester<br />

war. In diesem Zusammenhang war er<br />

über die Plakette dann doch verwundert,<br />

zumal dieser Priester von seinen Dobermann-Hündinnen<br />

so liebevoll sprach, als<br />

wäre sie seine Hausdamen. Nun geht es<br />

in der Kirche primär um den Zusammenhalt<br />

einer Herde, und dafür braucht man<br />

Hirten und Hirtenhunde – doch ob diese<br />

Beziehung so weit gehen muss? Vielleicht<br />

etwas viel der Hundeliebe...<br />

Und nun das Hundemuseum in einer (ehemaligen)<br />

Zisterzienserabtei? Und dem<br />

nicht genug, ist das Museum mit einer Sonderausstellung<br />

auf die Thematik „Mensch<br />

& Hund – eine Beziehungsgeschichte“ spezialisiert.<br />

Das Kloster selbst wurde 1195 gegründet<br />

und ist damit das älteste des Landes.<br />

Statt der Mönche findet man hier aber nur<br />

noch ausgestopfte Hunde und alles, was<br />

es an Kunst, Kitsch, Kleidung und Krempel<br />

rund um den „ältesten Begleiter des Menschen“<br />

so gibt – sogar eine Abteilung für<br />

Hundemusik, auf die man besonders stolz<br />

ist.<br />

Den Grundstock des Museums bildet die<br />

„Sammlung Hauck“ eines 1879 geborenen<br />

Wiener Tierarztes, der von 1915 bis 1918<br />

Cheftierarzt des k. u. k. Kriegshundeführerkurses<br />

war. Seine Sammlung umfasst Skelette,<br />

Präparate, Medaillen, Plaketten, Hundemarken<br />

und so weiter und so fort. Diese<br />

Stücke wurden durch weitere Sammlungen<br />

und Exponate aus Privatbesitz aufgestockt,<br />

sodass man als Besucher zwar über das<br />

„Hundemuseum im Kloster“ verwundert<br />

sein darf, aber der wirklich umfassenden<br />

und fundierten Ausstellung seine Respekt<br />

zollen muss. Bleibt nur zu hoffen, dass der<br />

„auf den Hund gekommene“ Konvent nicht<br />

irgendwann „vor die Hunde geht“!<br />

Der<br />

Römersteinbruch<br />

St. Margarethen<br />

Vom Stein zum Sein<br />

Der Römersteinbruch ist in vielerlei Hinsicht<br />

bemerkenswert. Zum einen ist er<br />

mit 150.000 Quadratmetern Fläche und<br />

einer Höhe bis zu 40 Metern einer der<br />

größten Steinbrüche Europas und, weil er<br />

seit mehr als 2.000 Jahren in Betrieb ist,<br />

zum anderen auch einer der ältesten. Der<br />

hier abgebaute Kalksandstein wurde für<br />

Carnuntum und Vindobona, wie auch für<br />

den mittelalterlichen, romanischen Teil des<br />

Wiener Stephansdoms oder Bauten der<br />

Wiener Ringstraße genutzt. Und der Steinbruch<br />

war Schauplatz des weltweit ersten<br />

Bildhauersymposiums, das 1959 von Karl<br />

Prantl organisiert wurde.<br />

Orte im<br />

Burgenland,<br />

die man gesehen<br />

haben muss<br />

Das Burgenland – Österreichs jüngstes<br />

und zugleich (gemessen an der Einwohnerzahl)<br />

kleinstes Bundesland – ist<br />

so ganz anders, als man sich die Alpenrepublik<br />

allgemein vorstellt.<br />

Die kleine Auswahl an berauschend<br />

schönen, skurillen und schaurigen Plätzen<br />

ist nur der Appetizer auf das Buch „111<br />

Orte im Burgenland, die man gesehen<br />

haben muss“. Gerd Wolfgang Sievers<br />

zeigt Bekanntes aus einem neuen Blickwinkel<br />

und lässt Unbekanntes entdecken.<br />

Hermann-Josef Emons Verlag<br />

ISBN 978-3-95451-229-4<br />

Texte und Fotos: Wolfgang Sievers<br />

Mehr als zehn Wochen arbeiteten Bildhauer<br />

aus aller Welt hier zusammen. Viele<br />

der Skulpturen, die zwischen 1959 und<br />

1971 entstanden, sind im Steinbruch ausgestellt.<br />

Ein Kunstwerk ist jedoch anders<br />

als alle anderen: Auf einer Länge von 65,5<br />

Metern ist eine Rinne in den Stein gehauen.<br />

Die Rinne ist 70 Zentimeter breit, genauso<br />

breit wie die Gräben, die von den<br />

Steinarbeitern früherer Jahrhunderte in<br />

den Fels geschlagen wurden. Die Bildhauer<br />

setzten als das Werk der alten Steinarbeiter<br />

fort, wenngleich ihr Eingriff nicht<br />

mehr der Gewinnung von Stein diente,<br />

Der<br />

Weinreifetempel<br />

Horitschon<br />

Seltene Harmonie von Funktionalität<br />

und Ästhetik<br />

Der wichtigste Grund, Horitschon zu besuchen,<br />

heißt: Blaufränkisch beziehungsweise<br />

Mittelburgenland DAC! Die Rede<br />

ist also vom Wein, insbesondere vom Rotwein.<br />

Der beschauliche Ort Horitschon<br />

liegt nicht nur im Herzen des sogenannten<br />

„Blaufränkischland“, sondern ist auch –<br />

man ist geneigt zu sagen naturgemäß<br />

– seit jeher mit dem edlen Tropfen eng<br />

verbunden. Das Kürzel DAC hinter „Mittelburgenland“<br />

bedeutet übrigens Districtus<br />

Austriae Controllatus ind ist die (2002<br />

eingeführte) österreichische Herkunftsbezeichnung<br />

für Weine.<br />

Die „Vereinten Winzer Blaufränkischland“<br />

mit Sitz in Horitschon sind mit knapp 350<br />

Mitgliedern, die gemeinsam eine Fläche<br />

von 520 Hektar bewirtschaften, eine der<br />

größten Winzergenossenschaften Österreichs.<br />

Inmitten der Weingärten befindet<br />

sich ihr Prachtbau, der ARACHON Reifekeller,<br />

ein Paradebeispiel für gelungene<br />

Weinarchitektur, das auf einzigartige<br />

Weise die Funktionalität des modernen<br />

Weinkellers mit architektonischer Ästhetik<br />

verbindet. Die markante, perfekt in die Umgebung<br />

integrierte Sandsteinfassade ist<br />

zum unverwechselbaren Markenzeichen<br />

der Vereinten Winzer Blaufränkischland<br />

geworden, und in dieser Kathedrale des<br />

Weins schlummern nun die besten Produkte<br />

der Region in edlen Barriquefässern ihrer<br />

Reife entgegen.<br />

Im ersten Stock wurden stilvolle Präsentations-<br />

und Verkostungsräumlichkeiten eingerichtet,<br />

die einen imposanten Blick auf<br />

die umliegenden Weingärten ermöglichen.<br />

Hier kann man nun die feinen Aromen des<br />

Blaufränkisch erschnüffeln und die Kraft,<br />

die der sonnendurchflutete Boden dem<br />

Wein mitgegeben hat, erschmecken.<br />

Die römische<br />

Palastvilla<br />

Bruckneudorf<br />

Luxus in der Wildnis<br />

Als das Burgenland im Jahre 1921 als<br />

letztes Bundesland zu Österreich kam,<br />

war es eine der ärmsten Regionen des<br />

Landes. Bereits der römische Geschichtsschreiber<br />

Cassius Dio, der einige Jahre<br />

als Statthalter des Imperium Romanum in<br />

der damaligen Region Pannonien weilte,<br />

schrieb über das Land und seine Untertanen<br />

wenig Schmeichelhaftes:<br />

„....Sie führen das allerkümmerlichste<br />

Leben, da sie weder guten Boden noch<br />

günstiges Klima haben und kein Öl...“<br />

Wenn Cassius Dio damals gewusst<br />

hätte, dass gerade das Klima hier den<br />

Weinbau so positiv beeinflusst, wären<br />

wohl schon seinerzeit die „blühenden<br />

Landschaften“ entstanden, die die Gegend<br />

heute zum Schlaraffenland machen.<br />

Im 1.Jahrhundert entstand das römische<br />

Landgut bei Bruckneudorf, das<br />

um 350 n. Chr. palastartig ausgebaut<br />

wurde und dessen Böden zahlreiche<br />

wunderschöne Mosaike zierten (im<br />

Landesmuseum Eisenstadt ausgestellt).<br />

Das eigentlich Sensationelle an dieser<br />

archäologischen Stätte ist aber die<br />

Tatsache, dass diese Palastvilla um 375<br />

n. Chr. wohl auch Residenz der kaiserlichen<br />

Familie war, was ein Beweis dafür<br />

wäre , dass das Burgenland wohl schon<br />

damals nicht mehr gar so unwirtlich war,<br />

wie es Cassio Dio rund 200 Jahre zuvor<br />

beschrieb.<br />

34 35<br />

sondern eine neue Wahrnehmung der<br />

Welt ermöglichen soll. Der Boden der<br />

präzise gearbeiteten Rinne ist als Welle<br />

geformt, und wer diesem wasserlosen<br />

Flusslauf mit den Augen folgt, der lernt,<br />

die Welt anders zu sehen.<br />

Fotos Seite 34/35 © Gerd Wolfgang Sievers<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong>


magic moments<br />

Niederösterreich<br />

magic moments<br />

Niederösterreich<br />

China Moses<br />

Crazy Blues<br />

Festspielhaus St.Pölten<br />

Von ihrer Mutter Dee Dee Bridgewater<br />

hat China Moses nicht nur die rauchiglaszive<br />

Stimme geerbt, sondern auch die<br />

Liebe zu den Größen der Jazz- und<br />

Bluesgeschichte. Wie zuvor die Mutter<br />

verschlägt es nun auch die Tochter ins<br />

Festspielhaus, wo sie Ikonen wie Billie Holiday,<br />

Dinah Washington oder Nina Simone ihre<br />

Reverenz erweist. Dabei versucht sich die<br />

junge Sängerin erst gar nicht an einer<br />

Imitation, sondern singt die Lieder ihrer<br />

Vorbilder, als wären sie ihre eigenen – und<br />

hält gerade deswegen dem ursprünglichen<br />

Geist die Treue. „Jazz und Blues<br />

sind für mich die Wurzeln der afroamerikanischen<br />

Kultur“, meint China Moses, die<br />

mit dem jungen Publikum auch als MTV-<br />

Moderatorin bekannt ist. „Crazy Blues“ ist<br />

eine Hommage an die Lebensfreude und<br />

die unbeugsame Stärke afroamerikanischer<br />

Frauen.<br />

TERMINE: 15.2.2014<br />

www.festspielhaus.at<br />

Der Mann von<br />

La Mancha<br />

Musical von<br />

Dale Wasserman<br />

EINE WELT<br />

OHNE MITLEID<br />

Es ist eine Schande: Wir sitzen in unseren<br />

warmen Wohnzimmern, schenken uns ein<br />

Schlückchen vom guten Wein nach, und<br />

wenn uns über den Bildschirm diese mageren<br />

schwarzhaarigen Leute belästigen,<br />

die in einer unserer kalten Kirchen in den<br />

Hungerstreik getreten sind, dann murmeln<br />

wir: ‚Wir lassen uns nicht erpressen. Wie<br />

sind nämlich ein Rechtsstaat’. Immer diese<br />

unangenehmen Bilder! Wir sehen eine<br />

Stadt im Libanon, in die sich 700.000 Syrer<br />

geflüchtet haben, wir sehen den Bürgermeister,<br />

der um Hilfe fleht und keine bekommt,<br />

wir sehen Kinder in einem Zelt, die<br />

Knoblauch schälen, um 35 Cent per Kilo.<br />

Wir sind ja nur froh, dass das weit weg<br />

von uns ist. Sonst kämen die auch noch zu<br />

uns. Es kommen eh schon genug. Und wir<br />

wollen sie nicht haben. Die Welt scheint<br />

voll von Flüchtlingen zu sein. Wir müssen<br />

uns besser abschotten! Tun uns unsere<br />

Politiker genug für unsere Abschottung?<br />

Wen nicht, werden wir sie in den Arsch<br />

treten, diese Schlawiner.<br />

Die Italiener kümmern sich doch, bitteschön.<br />

Die fischen doch die Neger so<br />

engagiert aus dem Meer. Manche lassen<br />

sie eh ersaufen, aber es kommen ja immer<br />

wieder neuen nach. Sie habe diese hübsche<br />

Insel, wo sie sie abladen. So eine Insel<br />

haben wir nicht! Geht uns gar nichts an.<br />

Wenn in unserer Nähe ein Heim eröffnet<br />

wird für ein paar wenige dieser Menschen,<br />

dann stöhnen wir: ‚Muss das ausgerechnet<br />

hier sein?’. ‚Geht’s nicht auch<br />

woanders?’. Haben wir da nicht einmal so<br />

eine abgelegene Alm gehabt?’.<br />

Wir brauchen dringend einen neuen<br />

Plasmabildschirm. Da sieht man es dann<br />

nämlich genau: Da sollen auch Menschenhändler<br />

darunter sein! Die tun jetzt so, als<br />

wären sie arme Flüchtlinge! Die machen mit<br />

unserem Mitleid Geschäfte! Gut nur, dass<br />

wir gar kein Mitleid haben. Wenn wir einen<br />

nehmen, dann kommen die doch alle, nicht<br />

For official use only – please leave blank! Raum für behördliche Vermerke – Bitte nicht ausfüllen!<br />

Tagfinsternis<br />

Antrags- und Befragungsformular für einen Asylantrag<br />

Application Form and Questionnaire for Asylum<br />

Please write your answers in the boxes withbold<br />

outline only. Should you require further<br />

space you may continue on supplementary<br />

sheets. The space beside the text will be required<br />

for the translation of your answer and<br />

should therefore be left blank! Fill in the entire<br />

form or tick the applicable boxes truthfully and<br />

legibly.<br />

The fields marked * are not compulsory.<br />

36 37<br />

Bühne Baden<br />

Der spanische Dichter Cervantes sitzt mit<br />

seinem Diener Sancho im Kerker der<br />

Inquisition und wartet auf sein Verfahren.<br />

Um seine Manuskripte vor dem Verbrennen<br />

durch die Mitgefangenen zu retten, spielt er<br />

ihnen die Geschichte von Don Quichotte, des<br />

Foto © Benoit Peverelli<br />

Loisiarte<br />

Vier speziell für das Loisium konzipierte<br />

Konzertprogramme erwarten die Besucher<br />

der neunten Loisiarte in den außergewöhnlichen<br />

Räumlichkeiten des<br />

Bauwerks von Steven Holl. Auch 2014<br />

spielt die zeitgenössische Musik dabei<br />

eine wichtige Rolle: Nach mehreren Portraits<br />

österreichischer Komponisten in<br />

den vergangenen Jahren werden 2014<br />

ausgewählte Werke der finnischen Komponisten<br />

Kalevi Aho und Olli Mustonen<br />

zur Aufführung gebracht. Beide Künstler<br />

zählen zu den herausragendsten<br />

musikalischen Persönlichkeiten Finnlands.<br />

Der Komponist Kalevi Aho hat seine<br />

Anwesenheit während der gesamten<br />

Loisium<br />

„Ritters von der traurigen Gestalt“ vor.<br />

Cervantes gibt den einfachen Alonso<br />

Quijana, der sich einbildet, er sei der<br />

wagemutige Ritter von La Mancha. In<br />

vielen Abenteuern will er das Unrecht<br />

in der Welt besiegen. Voll Idealismus<br />

stürzt er ich in den Kampf gegen die<br />

Riesen, die in Wirklichkeit Windmühlen<br />

sind und wirbt um die Gelegenheits-<br />

Prostituierte Aldonza, die in seinen Augen<br />

die Prinzessin Dulcinea ist…<br />

TERMINE: 18.1. – 8.3.2014<br />

www.buehnebaden.at<br />

Foto © Bühne Baden<br />

Loisiarte 2014 zugesagt. Den Werken von<br />

Kalevi Aho und Olli Mustonen hat Intendant<br />

Christian Altenburger – inspiriert von<br />

den vier Himmelsrichtungen – Kompositionen<br />

von Franz Schubert, Claude Debussy,<br />

Luigi Boccherini und Felix Mendelssohn<br />

Bartholdy sowie Texte von Octave Mirbeau,<br />

Jesús Moncada und Alex Capus gegenübergestellt.<br />

Neben unverwechselbaren<br />

Programmen ist die hohe künstlerische<br />

Qualität zu einem Markenzeichen der<br />

Loisiarte geworden. Auch für 2014 verspricht<br />

eine international besetzte Künstlerliste<br />

spannende Begegnungen.<br />

TERMINE: 27. – 30.3.2014<br />

www.loisium-weinwelt.at<br />

Die Wildente<br />

von Henrik Ibsen<br />

Landestheater<br />

Niederösterreich<br />

Die Wildente wurde 1885 uraufgeführt<br />

und zählt zu Ibsens bekanntesten Werken,<br />

in denen der Dichter gegen die vorherrschende<br />

Moral seiner Zeit anschrieb.<br />

Das Beste und Folgenreichste, was Ibsen<br />

uns gegeben hat, ist: die Anregung zur<br />

Wahrheit, in einer künstlerisch verlogenen<br />

Zeit; die Anregung zum Ernst, in einer<br />

künstlerisch flachen Zeit; die Lust zur<br />

Bewegung, in einer Zeit des Stagnierens;<br />

und den Mut, nach jedem begehrten<br />

Stoff zu greifen, der Menschliches enthält,<br />

gleichviel, woher er stammt.<br />

TERMINE:<br />

19.12., 8.1., 10.1., 11.1.2014<br />

www.landestheater.net<br />

Foto © Robert Herbst<br />

Alfred Kerr<br />

Text: Eva Menasse<br />

wahr?! Also lieber nicht einmal den kleinen<br />

Finger. Da könnt’ ja jeder kommen...<br />

Haben wir uns je vorstellen können, was<br />

erst alles passieren muss, damit einer seine<br />

Kinder und sonst nichts packt und sich auf<br />

den Weg macht, durch Wüsten und Wälder,<br />

1<br />

2<br />

3<br />

!<br />

Surname(s) Familienname(n)<br />

Surname(s) at birth (where applicable: any other names<br />

ever held)<br />

Forename(s) Vorname(n)<br />

in überladene Boote und in sauerstoffarme<br />

Laderäume? Illegal über Grenzen, auf<br />

dem Bauch durch den Schnee? Haben<br />

wir irgendeine innere Verbindung zu diesen<br />

braunhäutigen Leichen, die sie manchmal<br />

auf den Autobahnparkplätzen aus Lastwägen<br />

ziehen? Nein, das haben wir nicht.<br />

Das können wir uns nicht vorstellen, das<br />

müssen wir auch nicht. Dazu kann man uns<br />

nicht zwingen.<br />

Ich finde, der Veltliner ist nicht kalt genug.<br />

Ich finde, der letzte Jahrgang war besser.<br />

Ich krieg schlechte Laune bei diesen<br />

Bildern. Schalt um, heut gibt’s den Musikantenstadl.<br />

Wir sind eine Schande.<br />

MIT DER URAUFFÜHRUNG VON JULYA<br />

RABINOWICHS ‚TAGFINSTERNIS’ REAGIERT<br />

DAS LANDESTHEATER NIEDERÖSTERREICH<br />

AUF DIE FLÜCHTLINGSTRAGÖDIEN,<br />

MIT DENEN UNS DIE MEDIEN TÄGLICH<br />

KONFRONTIEREN. ABER BERÜHRT UNS<br />

DAS ALLES ÜBERHAUPT NOCH?<br />

Courtesy of ‘spielorte’<br />

Blatt 1<br />

von Julya Rabinowich<br />

Name(n) zur Zeit der Geburt (allfällig weitere jemals geführte Namen)<br />

Bitte benützen Sie ausschließlich den stark umrandeten Teil.<br />

Sollten Sie weiteren Platz benötigen, können Sie Beiblätter verwenden.<br />

Der freie Platz neben dem Ihnen verständlichen Text<br />

wird für die Übersetzung Ihrer Angaben benötigt; beschreiben<br />

Sie ihn daher bitte nicht! Füllen Sie das Formular vollständig,<br />

wahrheitsgetreu und leserlich aus bzw. kreuzen Sie die zutreffende<br />

Antwort an.<br />

Die mit * gekennzeichneten Felder sind nicht zwingend auszufüllen.<br />

TERMINE:<br />

Landestheater Niederösterreich<br />

17.01.2014, Uraufführung<br />

Julya Rabinowich ‚Tagfinsternis’<br />

Regie: Markus Schleinzer<br />

Ausstattung: Gerhard Dohr, Katrin Huber<br />

Mit: Katharina von Harsdorf, Marion Reiser,<br />

Michael Scherff, Lisa Weidenmüller<br />

Zur Autorin: Julya Rabinowich kam im Jahr<br />

1977 als 7-jährige aus der Sowjetunion<br />

nach Wien. Von 1993 bis 1996 studierte<br />

sie an der Universität Wien Dolmetsch und<br />

begann 1998 ein Studium mit Schwerpunkt<br />

Malerei und Philosophie an der Universität<br />

für Angewandte Kunst Wien , das sie 2006<br />

mit dem Diplom abschloss. Rabinowich<br />

arbeitet seit 2006 im Rahmen von Psychotherapiebehandlungen<br />

als Dolmetsch für<br />

das Integrationshaus Wien und den<br />

Diakonie-Flüchtlingsdienst.<br />

Foto © Annette Sonnewend<br />

Für ihr literarisches Werk erhielt Julya<br />

Rabinowich 2009 den Rauriser Literaturpreis<br />

und war 2011 auf der Shortlist für<br />

den Ingeborg-Bachmann-Preis.<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong>


kunst<br />

kunst<br />

RAINER UND<br />

DIE ALTE KUNST<br />

ARNULF RAINER<br />

‚Ich hatte es satt, immer nur mich selbst zu<br />

überzeichnen’ so Arnulf Rainer, der nach<br />

den Serien ‚Face Farces’ und ‚Body Poses’<br />

in den 1970ern begann, mit fremden Vorlagen<br />

zu arbeiten. Erste Inspiration fand er<br />

in den grotesken ‚Charakterköpfen’ des<br />

Bildhauers Franz Xaver Messerschmidt aus<br />

dem 18. Jahrhundert. Klassische Skulpturen<br />

der Griechen und Römer, Selbstbildnisse<br />

der Niederländer Rembrandt Harmenszoon<br />

van Rijn und Vincent van Gogh, die<br />

Bildniskunst der Renaissance, Francisco de<br />

Goyas Köpfe aus dessen Radierungen<br />

oder klassizistische Werke von Antonio<br />

Canova folgten. Fotografien bilden dabei<br />

den Ausgangspunkt seiner ‚parasitären<br />

Überarbeitungen’ in unterschiedlichen<br />

Medien.<br />

38 39<br />

Die Ausstellung RAINER UND DIE ALTE<br />

KUNST im Arnulf Rainer Museum in Baden<br />

ist nach Künstlern und Epochen gegliedert,<br />

um Rainers stilistischen Wandel zu verdeutlichen:<br />

Bei den Reproduktionen der Skulpturen<br />

von Messerschmidt und den existenziellen<br />

Selbstdarstellungen von Rembrandt<br />

und van Gogh ist eine stark expressive,<br />

nervöse, grafische Überarbeitung die<br />

Regel. Der Formdisziplin klassischer Skulpturen<br />

sowie der Renaissanceporträts,<br />

darunter Leonardo da Vincis ‚Mona Lisa’,<br />

begegnet Rainer indes mit farbigen<br />

Bahnen, sowie Methoden der Ver- und<br />

Entschleierung.<br />

‚Was diese Ausstellung in ihren jeweiligen<br />

Kapiteln demonstriert, ist, neben dem kontinuierlichen<br />

Interesse Arnulf Rainers an der<br />

alten Kunst in deren Tradition er sich als<br />

Maler versteht, vor allem die Veränderung<br />

seiner Sprache von einer fast kämpferisch,<br />

energetischen Auseinandersetzung mit dem<br />

gegenüberstehenden Porträt zu einer von<br />

Harmonie und Farbe bestimmten Feier<br />

des schönen Antlitzes’, so Kurator Peter<br />

Weiermair.<br />

RAINER UND DIE ALTE KUNST wird von<br />

Prof. Peter Weiermair, ehemaliger Direktor<br />

des Frankfurter Kunstvereins, des Salzburger<br />

Rupertinums, der Galleria d’Arte Moderna<br />

in Bologna sowie langjähriger Präsident<br />

des IKT – International Association of<br />

Curators of Contemporary Art, kuratiert.<br />

Er realisierte die erste große Retrospektive<br />

Arnulf Rainers in der Galleria d’Arte<br />

Moderna, Bologna und stellte Rainers<br />

‚Hiroshima’ im Frankfurter Kunstverein aus.<br />

TERMINE: bis 13.4.2014<br />

www.arnulf-rainer-museum.at<br />

Fotos Seite 38/39 © ARNULF RAINER MUSEUM, Foto: Kramar/Kollektiv Fischka, 2013<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong>


magic moments<br />

Oberösterreich<br />

magic moments<br />

Oberösterreich<br />

Red Bull<br />

Flying Bach –<br />

Die Show<br />

Bach und Breakdance passen nicht<br />

zusammen? Das Gegenteil beweisen<br />

die vierfachen Breakdance-Weltmeister<br />

Flying Steps und Opernregisseur<br />

Christoph Hagel und Choreograph<br />

Vartan Bassil mit ihrer faszinierenden<br />

Performance.<br />

Mit ihrer einzigartigen und innovativen<br />

Übersetzung von Bachs „Wohltemperiertem<br />

Klavier“ sprengen sie<br />

die Grenzen zwischen Hoch- und<br />

Jugendkultur. Mit Klavier, Cembalo<br />

und elektronisch verfremdeten Beats.<br />

Musica Austriaca<br />

Ex Vienna-<br />

Scordato<br />

Ars Antiqua Austria<br />

Ensemble für neue<br />

Barockmusik<br />

Leitung: Gunar Letzbor<br />

Brucknerhaus Linz<br />

Musica Austriaca stellt musikalische Zentren<br />

des Vielvölkerstaates vor: Städte,<br />

Klöster, Fürstenhöfe … Ex Vienna – Scordato<br />

widmet sich ausgesuchten Werken für<br />

verstimmte Violine aus der berühmten<br />

Sammlung von Geigensonaten des Minoritenkonvents<br />

Wien. Das Verstimmen<br />

der Geigen kann als Spezialität der<br />

österreichischen Geigenvirtuosen angesehen<br />

werden. Es geht dabei um die<br />

Erweiterung der technischen Möglichkeiten<br />

des Streichinstrumentes, besonders aber<br />

um Veränderung der möglichen Klangfarben<br />

auf der Violine. Biber war dabei<br />

Meister, aber auch Schmelzer, Faber<br />

und Voita lieferten Herausragendes zu<br />

diesem Genre. Bemerkenswert ist eine<br />

Sonate von Schmelzer, die fast identisch<br />

mit der zehnten Rosenkranzsonate von<br />

Biber daherkommt, jedoch die Belagerung<br />

Wiens durch die Türken musikalisch darstellt.<br />

Ein Rätsel?<br />

TERMINE: 5.2.2014<br />

www.brucknerhaus.at<br />

Foto © Kin Marcin, Red-Bull-Content-Pool<br />

TERMINE wien:<br />

10. – 12.2.2014 Museumsquartier<br />

14. – 16.2.2014 Museumsquartier<br />

7. – 9.3.2014 Museumsquartier<br />

TERMIN linz:<br />

7. – 9.4.2014 Brucknerhaus<br />

TERMINe bregenz:<br />

12.,13.4.2014 Festspielhaus<br />

TERMINe salzburg:<br />

5., 6.5.2014 Großes<br />

Festspielhaus<br />

www.showfactory.at<br />

Foto © Thomas-Ammerpohl.de<br />

TERMINE: 29.12.2013<br />

www.kongress.badischl.at<br />

Schwanensee<br />

Russisches Nationalballett<br />

Kongress &<br />

Theaterhaus Bad Ischl<br />

Die Geschichte vom „Schwanensee“<br />

aufbereitet von einer russischen Kompanie,<br />

die auf Tourneen spezialisiert ist.<br />

Für Fans von traditioneller Ballettaufbereitung<br />

mit Glitzer und Teller-Tütüs.<br />

Vor malerischer Kulisse mit großen,<br />

märchenhaft-romantischen Leinwandbildern<br />

bietet die junge Truppe zur<br />

wunderbaren Musik Tschaikowskis choreographische<br />

Leckerbissen. Taktgenau<br />

setzten die Solisten ihre Pirouetten und<br />

Fouettés auf’s Parkett.<br />

Foto © Lukasz Nazdraczew, Red-Bull-Content-Pool<br />

Foto © R. Winkler<br />

Der Rosenkavalier<br />

Landestheater Linz<br />

„Ein dicker, älterer, anmaßender Freier,<br />

vom Vater begünstigt, wird von einem<br />

jungen, hübschen ausgestochen“ – so hat<br />

Hugo von Hofmannsthal einmal die Handlung<br />

des Rosenkavaliers zusammengefasst.<br />

Galant verschweigt der Dichter, dass der<br />

junge und hübsche Octavian vor der erfolgreichen<br />

Brautwerbung um Sophie von<br />

Faninal noch die Liebesschule der erfahrenen<br />

Marschallin zu absolvieren hat.<br />

40 41<br />

TERMINE:<br />

6.1. ,12.1. ,19.1. ,2.2. ,1.4.2014<br />

www.landestheater-linz.at Red Bull Flying Bach<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong>


kabarett / comedy<br />

KABARETT // COMEDY //<br />

LITERARISCHE KLEINKUNST<br />

auf Tournee in Österreich<br />

Stermann &<br />

Grissemann<br />

Die Ente bleibt draussen<br />

„Wenn jemand eine Sache ernst anlegt<br />

und sie misslingt, dann entsteht Komik.“<br />

Stermann und Grissemann verbeugen<br />

sich vor dem Großmeister des deutschsprachigen<br />

Humors und lesen aus Loriots<br />

gesammelter Prosa mit großem Vergnügen.<br />

TERMINE:<br />

31.1. , 18.2.2014<br />

www.stermann-grissemann.at<br />

Gery seidl<br />

Bitte. danke.<br />

Gery Seidl schafft es, die großen Fragen<br />

der Menschheit auf einen kleinen, erträglichen<br />

und überaus komischen Nenner<br />

herunterzubrechen. Hin und her gerissen<br />

zwischen Luxusproblemen und der täglich<br />

lustvoll angekündigten Apokalypse rudern<br />

wir durch unsere Welt und sagen freundlich:<br />

Bitte. Danke. Gery Seidl begibt sich in<br />

seinem neuen Solo erneut auf die Suche<br />

nach dem ultimativ Menschlichen. Er erzählt<br />

Skurrilitäten aus dem Alltag in seiner gewohnten<br />

Manier, schlüpft in verschiedene<br />

Rollen, begleitet von schrägen Tönen.<br />

TERMINE:<br />

5.1.2014 – 31.10.2014<br />

www.cultureguide.at<br />

Foto © Pertramer Rabenhof<br />

Maschek<br />

Die Rabenhof-Haderer-<br />

Maschek-Puppenshow<br />

ist zurück<br />

Die politische Elite des Landes ist bruchlandungsreif.<br />

Deshalb sagt sie: „BYE-BYE,<br />

ÖSTERREICH!“<br />

Auf einem öden Eiland im Eismeer notgelandet,<br />

nimmt die Katastrophe ihren weiteren<br />

Verlauf...<br />

TERMINE:<br />

21.11.2013 – 22.3.2014<br />

www.cultureguide.at<br />

Novak & Fälbl<br />

Helden für Nix<br />

Männer haben ihre Glanzzeit hinter sich.<br />

Sie leiden unter der Doppelbelastung<br />

Autowaschen und Fußballschauen. Sie<br />

sterben früher als die Frauen, nachdem<br />

sie ein belangloses Leben zwischen Hypochondrie<br />

und Burnout geführt haben.<br />

Christoph & Reini, zwei Helden für<br />

nix, stürmen als dichtende Catcher die<br />

Wrestling-Arena, demonstrieren, wie man<br />

sensibel Frauen einkocht und beweisen<br />

überzeugend, dass auch Männer zur<br />

ärztlichen Vorsorgeuntersuchung gehen<br />

wollen, wenn man sie dazu zwingt.<br />

Helden für nix ist kein klassisches Kabarettprogramm.<br />

Vielmehr ist es eine turbulente<br />

Hochschaubahnfahrt mit einem auffrisierten<br />

Tretboot.<br />

Weicheier, denen das zu gefährlich ist,<br />

die sollen gefälligst zu Hause bleiben.<br />

TERMINE:<br />

19.2.2014 – 12.4.2014<br />

www.cultureguide.at<br />

Science busters<br />

Ufos, Chemtrails,<br />

Kugelblitze<br />

2007 hat der Klimawandel sogar den<br />

Friedensnobelpreis gewonnen, herzlichen<br />

Glückwunsch im Nachhinein. Aber dann<br />

war Karrierestau. Erst haben die Banken<br />

das ganze Geld gebraucht und seit<br />

Fukushima hat der Klimawandel eher<br />

abgelost. Seitdem gibt es in Mitteleuropa<br />

Energiewende wie seit dem Paläozen<br />

nicht mehr. Und es wird soviel C02 in die<br />

Atmosphäre geblasen wie nie zuvor, als<br />

ob es kein Morgen gäbe. Nicht einmal die<br />

Temperatur in Erdnähe will mehr steigen.<br />

Aber warum? Univ.-Prof. Heinz Oberhummer,<br />

Univ.-Lekt. Dir. Werner Gruber und Martin<br />

Puntigam untersuchen, ob man die Energiewende<br />

eher tapezieren oder eher streichen<br />

soll, wie man Sonnenflecken schon bei 40°<br />

wieder heraus bekommt, oder ob beten<br />

die Lagerung von Atommüll sicherer macht.<br />

Mit Treibhaus-Effekt to go.<br />

TERMINE:<br />

19.12.2013 - 12.01.2014<br />

www.stadtsaal.com<br />

TIPP:<br />

Die SCIENCE BUSTERS-Gesamtausgabe<br />

mit 32 Folgen auf 8 DVDs!<br />

Wissenschaft für alle. Farbenfroh,<br />

lehrreich und unterhaltsam.<br />

Beschwingte Abende ohne Tabus!<br />

Tolle Shows mit Experimenten, Hollywoodblockbustern<br />

und Stadionrock!!<br />

Denn: Science rulez!!!<br />

www.hoanzl.at<br />

Bernhuber & Feinde<br />

Jazz-Hooligans<br />

Hallo liebe Kunstfreunde. Ich bin es, Ihr Dr.<br />

Jonathan Pinster! Lassen Sie uns gemeinsam<br />

herausfinden, warum, wieso, wer, wo,<br />

wann und vor allem in welcher Tonhöhe….,<br />

(So jetzt habe ich den Faden verloren),…..<br />

egal!<br />

Ich führe Sie durch einen Abend der Superlative.<br />

Die besten Musiker der Welt<br />

zeigen Ihnen, dass sie nicht nur Musiker<br />

sind, sondern auch Menschen und umgekehrt.<br />

Kein musikalisches Missverständnis<br />

wird ausgelassen. Garantiert! Kommen<br />

Sie! Hören sie! Staunen Sie, und sehen Sie!<br />

Herzlichst Ihr Dr. Jonathan Pinster<br />

Ingo Appelt<br />

Göttinnen<br />

Halleluja! Ingo Appelt ist wieder da!<br />

Nicht nur mit einem frischen Programm,<br />

sondern frei nach dem Gebot „Liebe deine<br />

Nächste“ predigt sich der geläuterte<br />

Comedyrüpel nun in die Herzen der Zuschauer.<br />

Denn wenn es jemand verdient<br />

hat, vergöttert zu werden, dann doch<br />

jene rätselhaften Wesen an der Seite der<br />

Männer: Frauen! Seit Menschengedenken<br />

haben sich Männer das Gegenteil vorgemacht,<br />

doch damit ist jetzt endlich Schluss!<br />

Wenn Sie immer noch glauben, Gott habe<br />

nicht die Frau, sondern ausgerechnet den<br />

Mann nach seinem Bilde geschaffen --<br />

dann schauen Sie doch mal genauer hin!<br />

Paul Pizzera<br />

Sex, Drugs & Kleinkunst<br />

Ein stagedive (ugs.: Bauchfleck) in das<br />

Leben eines Jungen, der nie erwachsen<br />

werden will: Traumhaft einfach und einfach<br />

verträumt stolpert Paul Pizzera durch die<br />

nie enden wollenden Hürden des täglichen<br />

Lebens. Sei es die Kinderarbeit im<br />

Jungscharlager oder als Unschuld vom<br />

Land in der Stadt die große Liebe zu finden.<br />

Kein first-world-problem ist ihm zu klein, um<br />

nicht daran zu scheitern. Bewaffnet mit<br />

E-Gitarre, spitzer Feder und einer Überdosis<br />

Selbstironie ist er bereit, sich und sein<br />

Leben zu entwaffnen. Alles aus Liebe und<br />

für den Rock ‚n‘ Roll lautet die Devise. Und<br />

wie immer gilt: Alles zu geben, bis der<br />

Vorhang fällt!<br />

Pigor & Eichhorn<br />

Volume 8<br />

Pigor & Eichhorn konzentrieren sich. Klavier<br />

und Gesang. Wortgewalt und Stil.<br />

Salon Hip Hop. Der Hik Hak geht weiter.<br />

Nach sieben gemeinsamen Programmen<br />

hat sich die Stimmung zwischen den beiden<br />

nicht verbessert. Eichhorn begehrt<br />

zwar auf, doch es ist abzusehen, dass<br />

sich der gut gelaunte Loser am Klavier<br />

gegen Pigor nicht durchsetzen kann. Eine<br />

böse Fortsetzungsgeschichte, die den Rahmen<br />

bietet für die neuesten musikalischen<br />

Mätzchen aus der Giftküche des Duos.<br />

Pigor und Eichhorn haben eine unnachahmliche<br />

Handschrift entwickelt, die weit<br />

über das hinausgeht, was man gemeinhin<br />

unter Chanson versteht.<br />

T. Quasthoff,<br />

M. Frowin & J. Kilian<br />

Keine Kunst<br />

Es gibt Sängerstars, die lesen. Es gibt<br />

Sängerstars, die Fernsehsendungen moderieren.<br />

Aber es gibt keine Sängerstars,<br />

die Kabarett machen. Thomas Quasthoff<br />

– weltweit gefeierter Bassbariton – erobert<br />

jetzt zusammen mit Kabarettist und Autor<br />

Michael Frowin die Kabarettbühne.<br />

Das passt genau zur Biographie des so<br />

unglaublich vielseitigen Stars – und passt<br />

genau in das Künstlerleben des Multitalents.<br />

Der eine kennt die Konzertsäle<br />

von New York bis Tokyo, von Kapstadt bis<br />

Reykjavik, der andere die Kleinkunstbühnen<br />

von Zwiesel bis Zinnowitz und von<br />

Castrop-Rauxel bis Ottendorf-Okrilla.<br />

Gemeinsam schauen sie dem Volk aufs<br />

Maul, nehmen Kunst und Kultur, Gesellschaft<br />

und Zeitgeschehen, Typen und<br />

Thesen unter die kabarettistische Lupe.<br />

Ein Abend, der scheinbar harmlos daherkommt,<br />

sich aber in seinen bissigen<br />

Beobachtungen satirisch zuspitzt. Urkomisch<br />

sind beide sowieso. Harmlos bestimmt<br />

nicht. Und gesungen wird auch. Quasthoff<br />

& Frowin – die nehmen kein Blatt vor den<br />

Mund!<br />

42 43<br />

Foto © Gary Milano<br />

Fälbl & Novak<br />

Bernhuber & Feinde<br />

TERMINE:<br />

24.1. – 5.4.2014<br />

www.cultureguide.at<br />

TERMINE:<br />

1.4. – 5.4.2014<br />

www.cultureguide.at<br />

Foto © Marc Bernhuber<br />

Ingo Appelt<br />

Foto © www.paulpizzera.at<br />

TERMINE:<br />

4.1. – 16.12.2014<br />

www.cultureguide.at<br />

TERMINE:<br />

13.1. -19.1.2014<br />

www.cultureguide.at<br />

Paul Pizzera<br />

Foto © Peter Schaffrath<br />

Foto © David Baltzer<br />

Pigor & Eichhorn<br />

Quasthoff<br />

TERMINE:<br />

31.3. – 2.4.2014<br />

www.stadtsaal.com<br />

Foto © Andr Rival<br />

Maschek<br />

Sterman & Grissemann<br />

Foto © Udo Leitner<br />

Science Busters<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

Gery Seidl<br />

Foto © Lukas Beck<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong>


magic moments<br />

Kärnten<br />

magic moments<br />

Steiermark<br />

Viktor Rogy, notwendigkeit, 1983<br />

Nebelland<br />

hab ich gesehen<br />

Zum Verhältnis<br />

von Kunst und Literatur<br />

Ebenso lange, wie der Wettstreit der<br />

Künste existiert, nämlich seit der Antike,<br />

ist auch ein ausgesprochenes gegenseitiges<br />

Interesse der unterschiedlichen<br />

Disziplinen aneinander zu verzeichnen.<br />

So finden sich zahlreiche Beispiele in<br />

der Kulturgeschichte, in denen sich<br />

Künstler mit Literatur, und umgekehrt<br />

Literaten mit Kunstwerken auseinandersetzen,<br />

sowie unzähligen Phänomene<br />

der Doppelbegabung, die künstlerische<br />

Ausdrucksäquivalente im jeweils<br />

anderen Feld suchen. Offensichtlich<br />

gibt es neben einem dialogischen auch<br />

immer schon ein emphatisches Verhältnis<br />

von Künstlern und Schriftstellern, die<br />

derselben Aufgabe, der Expression<br />

einer Idee durch ein entsprechendes<br />

verpflichtet sind. In dieser Hinsicht zeigen<br />

sich Literatur und Kunst als ebenbürtige<br />

Medien in einem gemeinsamen<br />

ästhetischen Kontext. Heute haben<br />

die Künste traditionelle Hierarchieordnungen<br />

hinter sich gelassen und<br />

nutzen das Potential des anderen für<br />

das eigene. Bild und Text nähern sich<br />

an, verschränken sich und führen zu<br />

einer erweiterten und vertieften<br />

Darstellungs- bzw. Aussagekraft. So<br />

wird das eine dem anderen zum Vorbild<br />

und zur Herausforderung, zum Anstoß<br />

und zur Inspiration, zum Werkzeug und<br />

Instrumentarium.<br />

Die Ausstellung versammelt 16 aktuelle<br />

künstlerische Positionen, die unter-<br />

schiedliche Dialogweisen zwischen<br />

bildender Kunst und Literatur vorführen.<br />

Im Brennpunkt stehen Arbeiten, die von<br />

der bildenden Kunst ausgehen, von<br />

literarischen Quellen bzw. Methoden<br />

inspiriert und beeinflusst sind. Es geht in<br />

erster Linie um künstlerische Strategien<br />

im Umgang mit Literatur und in zweiter<br />

Linie um literarische Formen und Expressionen<br />

im Umgang mit bildender<br />

Kunst. Die Werke beziehen sich auf<br />

sämtliche bildnerische Medien und<br />

sind in ein umfassendes, gesamträumliches<br />

Konzept mit dramaturgischem<br />

Zusammenhang eingebunden, der von<br />

visuellen, auditiven und performativen<br />

Darstellungsformen bestimmt ist.<br />

Ingeborg Bachmann<br />

TERMINE: bis 16.2.2014<br />

www.mmkk.at<br />

GLENN MILLER<br />

ORCHESTRA<br />

DIRECTED BY<br />

WIL SALDEN<br />

Der Präsident der Glenn Miller Productions,<br />

Inc., Mr. David Mackay, Jr., New<br />

York, USA, übertrug dem Orchesterleiter<br />

Wil Salden am 16.3.1990 die Leitung des<br />

Glenn Miller Orchestra für Europa. Die<br />

Besuche des Glenn Miller Orchestra in<br />

Amerika sind deshalb Ehrensache. Auch<br />

optisch wird für eine super Unterhaltung<br />

gesorgt, die nicht nur die Amerikaner<br />

sondern auch die Europäer begeistern.<br />

Mit Originalarrangements professionell<br />

Foto © Courtesy Kunstsammlung des Landes Kärnten/MMKK, Foto: Bella Ban<br />

Giulio Cesare<br />

in Egitto<br />

Georg Friedrich Händel schuf mit<br />

seiner Oper ein spannendes, intrigenreiches<br />

Vexierspiel rund um die Dynamik<br />

von Macht und Liebe: „Se al regno non<br />

l’avrai, avrai sorte in amor.“ Das Werk<br />

schildert den Aufstieg einer starken,<br />

sinnlichen Frau zur Königin Ägyptens,<br />

die von den Rivalitäten der römischen<br />

Machthaber, Repräsentanten einer<br />

Weltmacht, die auch Ägypten zu dominieren<br />

versuchte, zu profitieren wusste.<br />

In acht großen Da-capo-Arien vergegenwärtigt<br />

Kleopatra ein breites Spektrum<br />

menschlicher Affekte, von legerer<br />

Koketterie bis hin zu leidenschaftlicher,<br />

tiefer Liebe.<br />

Michael Sturminger, Regisseur<br />

TERMINE: 26.1. – 22.03.2014<br />

www.stadttheater-klagenfurt.at<br />

CAROUSEL –<br />

‚EIN FEST’<br />

Richard Rodgers &<br />

Oscar Hammerstein<br />

Basierend auf Franz Molnárs »Liliom«<br />

In der Adaption von Benjamin F. Glazer,<br />

Originaltänze von Agnes de Mille<br />

Deutsche Fassung von Frank Thannhäuser<br />

Ferenc Molnárs 1909 in Budapest<br />

uraufgeführte Vorstadtlegende „Liliom“<br />

wollte schon Giacomo Puccini vertonen,<br />

doch erst Oscar Hammerstein<br />

und Richard Rodgers durften den Stoff<br />

1945 in New York als Musical herausbringen.<br />

Zwar bleibt das Scheitern<br />

eines Menschen an seiner eigenen<br />

Hilflosigkeit und dem ungeschriebenen<br />

Gesetz, wonach jeder für sein Glück<br />

oder Unglück selbst verantwortlich<br />

ist, auch weiterhin zentrales Thema,<br />

doch die krasse Direktheit der Vorlage<br />

wird abgemildert: Der leichtlebige<br />

Hutschenschleuderer Billy Biggelow liebt<br />

die Arbeiterin Julie Jordan und verliert<br />

deswegen seine Anstellung. Dennoch<br />

ist Billy glücklich, da Julie ein Kind erwartet.<br />

Er lässt sich zu einem Raubüberfall<br />

überreden, der allerdings<br />

misslingt. Um sich der Verhaftung zu<br />

entziehen, begeht Billy Selbstmord. Im<br />

Hinterhof des Himmels, wo er seine<br />

Sünden abbüßen muss, erhält er die<br />

Erlaubnis, nach 15 Jahren für einen Tag<br />

auf die Erde zurückzukehren, um für<br />

seine Tochter eine gute Tat zu vollbringen.<br />

Als Geschenk bringt er ihr einen<br />

gestohlenen Stern mit.<br />

OneRepublic<br />

Stadthalle Graz<br />

OneRepublic kommen mit ihrem dritten<br />

44 45<br />

gespielt, wird ein Konzert mit dem Glenn<br />

Miller Orchestra zum Musikerlebnis.<br />

TERMINE: 17.1.2014<br />

www.konzerthaus-klagenfurt.at<br />

Foto © Stadttheater Klagenfurt<br />

Foto © Glenn Miller Orchestra Europe<br />

TERMINE: 5.12.2013 – 5.6.2014<br />

www.oper-graz.com<br />

Foto © www.buehnen-graz.com<br />

Studioalbum und gewohnt gewaltigem<br />

Pop/Rock mit satten Beats und Elementen<br />

aus Electro, Dance, Gospel, Blues und Folk<br />

in die Stadthalle Graz!<br />

TERMINE: 13.2.2014<br />

www.messe-graz.at<br />

Foto © onerepublic<br />

Das Phantom<br />

der Oper<br />

Messehalle Graz<br />

Auf über 300 Bühnen Europas ist „Das<br />

Phantom der Oper“ des Autoren-Teams<br />

Deborah Sasson und Jochen Sautter<br />

seit 2010 von Zuschauern und Kritikern<br />

begeistern aufgenommen worden. Damit<br />

ist diese deutschsprachige musikalische<br />

Neuinszenierung, die zum 100. Geburtstag<br />

des 1910 von Gaston Leroux geschriebenen<br />

Romans „Le Fantôme de<br />

l’Opéra“ entstand, eine der erfolgreichsten<br />

Tournee- Musicalproduktionen<br />

Europas.<br />

Das Phantom wird von Axel Olzinger<br />

gespielt, der u.a. in „Chicago“ im Londoner<br />

Westend und in zahlreichen Rollen bei<br />

Musicalproduktionen der Vereinigten<br />

Bühnen Wien Erfolge feiern konnte.<br />

Weiterhin wirkt ein großes Ensemble<br />

von herausragenden Darstellern aus<br />

dem deutschsprachigen Raum bei der<br />

Produktion mit. Ein 18-köpfiges Orchester,<br />

eigens vom musikalischen Direktor Peter<br />

Moss zusammengestellt, spielt die Musik<br />

live.<br />

TERMINE: 21.2.2014<br />

www.mcg.at<br />

Foto © Carina Jahn<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong>


magic moments<br />

Salzburg<br />

46<br />

Veronika Eberle<br />

AWARD CONCERT<br />

WEEKEND<br />

Der „Nestlé and Salzburg Festival Young<br />

Conductors Award“ ist eine Initiative von<br />

Nestlé und den Salzburger Festspielen.<br />

2014 wird der mit EUR 15.000 dotierte<br />

Preis zum fünften Mal von der international<br />

besetzten Jury unter dem Vorsitz von<br />

Ingo Metzmacher vergeben. Ziel dieser<br />

Initiative ist es, jungen, hochbegabten<br />

Nachwuchstalenten einen entscheidenden<br />

Impuls für ihre weitere Karriere zu geben.<br />

Unter allen Bewerbern werden von der<br />

Jury drei finale Kandidaten ausgewählt.<br />

Die drei Finalisten werden am 28. Februar,<br />

1. und 2. März 2014 in der Felsenreitschule<br />

öffentlich zugängliche Konzerte<br />

mit der Camerata Salzburg und dem Solisten<br />

Ramón Ortega Quero (Oboe), dem<br />

Mozarteumorchester Salzburg und dem<br />

Symphonieorchester Vorarlberg und der<br />

Solistin Veronika Eberle (Violine) dirigieren.<br />

Die Konzertprogramme werden gemeinsam<br />

mit den Kandidaten zusammengestellt<br />

und im Januar 2014 bekannt gegeben.<br />

Neben einem symphonischen Werk werden<br />

jeweils ein Instrumentalkonzert unter<br />

Einbindung junger internationaler Solisten<br />

sowie ein Werk, das nach 1950 komponiert<br />

wurde, aufgeführt. Im Anschluss an<br />

das dritte Konzert wird der Preisträger<br />

nach der Beratung der Jury dem Publikum<br />

bekannt gegeben.<br />

Karten für die Konzerte des „Award<br />

Concert Weekend“ sowie das Preisträgerkonzert<br />

am 17. August 2014 können schriftlich<br />

über das Kartenbüro der Salzburger<br />

Festspiele bestellt werden.<br />

TERMINE: 28.2., 1.3., 2.3.2014<br />

www.salzburgfestival.at/nestle – yca<br />

Foto © Marco Borggreve<br />

GEGEN DIE DEMO-<br />

KRATIE, GEGEN DEN<br />

FORTSCHRITT,<br />

GEGEN DIE LIEBE<br />

Die Trilogie ‚Contra el progress’, ‚Contra<br />

l’amour’ und ‚Contra la democracia’ wurde<br />

seit 2008 in neun Sprachen übersetzt und<br />

in fünfzehn Ländern bereits über vierzig<br />

Mal inszeniert. 2013 erhielt Esteve Soler<br />

für das surrealistische ‚Gegen den Fortschritt’<br />

den Godot Prize für das beste<br />

zeitgenössische Stück des Jahres. Der<br />

1976 geborene Autor lebt in Barcelona<br />

und lehrt szenisches Schreiben an der<br />

Sala Beckett. Esteve Soler ist am Premierentag<br />

zu Gast im Odeion Kulturforum und steht<br />

für ein Gespräch zur Verfügung.<br />

GEGEN DIE DEMOKRATIE<br />

In sieben kurzen, nicht miteinander verbundenen<br />

und in sich abgeschlossenen<br />

Szenen zeigt ‚Contra la democracia’ Auswüchse<br />

unserer heutigen Zeit auf. Eine<br />

Germinal<br />

PERFORMING<br />

NEW EUROPE<br />

Die zweite Edition dieses Festivals<br />

zeigt zwölf Projekte: von formalen<br />

Tanzsoli bis zum vergnüglichen Sprachrap,<br />

vom großen Bildertheater bis zu<br />

reduzierten Choreographien, von begehbaren<br />

Installationen bis zu expressiven<br />

Konzertperformances.<br />

Einige Highlights: Antoine Defoort<br />

und Halory Goerger zählen zu den<br />

Shootingstars der europäischen Performanceszene.<br />

In ihrem aktuellen Stück<br />

Germinal erschaffen sie mit subtilem<br />

Humor und klugen Arrangements ein<br />

absurd groteske Atmosphäre verleiht den<br />

einzelnen Geschichten ihre Wirkung.<br />

GEGEN DEN FORTSCHRITT<br />

Esteve Soler wirft in seiner komödiantischen<br />

Szenenfolge einen eigenwilligen<br />

und sehr ironischen Blick auf die Spezies<br />

Mensch.<br />

GEGEN DIE LIEBE<br />

Sieben burlesken Dramolette zeigen mit<br />

einer gehörigen Prise Absurdität, warum<br />

Liebe eigentlich unwahrscheinlich ist. Deutschsprachige<br />

Erstaufführung<br />

Die Trilogie wird umgesetzt von Theater<br />

ecce, dem Odeion Kulturforum Salzburg,<br />

dem ES Theater und der Deutschen<br />

Abteilung des Nationaltheaters RADU<br />

STANCA in Sibiu / Rumänien. An zwei Terminen<br />

wird die gesamte Trilogie an einem<br />

Abend gezeigt (SA, 15.02. und SO, 23.02.)<br />

TERMINE: 15.2. – 23.2.2014<br />

www.odeion.at<br />

wundersames Universum. Karol Tymiński<br />

bringt sich in seinem Solo BEEP an<br />

die Grenze seiner physischen Belastbarkeit,<br />

dabei versetzt er sich und<br />

die Zuschauer in einen tranceartigen<br />

Zustand. Musik, Tanz und Text stehen<br />

bei Synopsis of a Battle von Etienne<br />

Guilloteau gleichwertig nebeneinander<br />

und verbinden sich zu einer Einheit.<br />

Die abstrakte, aber präzise konzipierte<br />

Choreographie verdichtet sich<br />

im Laufe des Abends zu einer griechischen<br />

Tragödie mit opernhaften Zügen.<br />

TERMINE: 13. – 18.1.2014<br />

www.szene-salzburg.net<br />

Foto © Alain Rico<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

Der Ort für<br />

Ihren Event<br />

Ob kleine oder große, öffentliche oder private Veranstaltung: Wir unterstützen Sie bei<br />

all Ihren Vorhaben – mit Technik, Kulinarik, Planung und Kultur, alles aus einer Hand.<br />

Kontakt für Anfragen & Vermietungen:<br />

Alexandra Fleck • T +43 (0)662 660 330 - 50 • alexandra.fleck@odeion.at<br />

Odeïon Kulturforum Salzburg gGmbH<br />

Waldorfstraße 13, 5023 Salzburg<br />

T +43 (0)662 660 330 - 30<br />

www.odeion.at


magic moments<br />

Salzburg<br />

magic moments<br />

Salzburg<br />

Foto © Chris Rogl<br />

Konzerte<br />

Rock // Pop<br />

// Crossover<br />

Salzburgarena<br />

James Blunt hält den Weltrekord für<br />

das höchstgelegene Konzert der Welt:<br />

An Bord eines Privatjets spielte er mal<br />

einen Auftritt in 41.000 Fuß Höhe.<br />

Jetzt nimmt uns der Brite noch ein<br />

ganzes Stück weiter mit: „Moon Landing“<br />

heißt sein viertes Album, das nahtlos<br />

an die Vorgänger anknüpft. Dabei weiß<br />

Blunt genau, wo er herkommt.<br />

Selbstironisch charakterisiert er sich so:<br />

Die künstlerische<br />

Vielfalt des Phänomens<br />

Mozart<br />

Orfeo ed Euridice als<br />

Hommage an<br />

Christoph Willibald Gluck<br />

In dem Jahr, in dem Gluck seinen 300. Geburtstag<br />

feiert, zeigt die Stiftung Mozarteum<br />

Salzburg Orfeo ed Euridice in der Wiener<br />

Fassung als echte Azione teatrale per<br />

musica.<br />

Künstlerischer Leiter Marc Minkowski<br />

dirigiert, Ivan Alexandre führt Regie und<br />

Pierre-André Weitz zeichnet für die Ausstattung<br />

verantwortlich. Die Titelrolle verkörpert<br />

der großartige Countertenor<br />

Bejun Mehta; an seiner Seite werden<br />

Maria Savastano als Euridice und Ana<br />

Quintans als Amor zu erleben sein. Der<br />

Tod wird in dieser Produktion zu einem<br />

vierten Mitspieler: der deutsche Schauspieler<br />

Uli Kirsch wird diesen verkörpern.<br />

Arvo Pärt als<br />

Composer in Residence<br />

Die Konzerte der Mozartwoche 2014<br />

bieten wieder ein breites Spektrum in<br />

der Auseinandersetzung mit dem Werk<br />

Mozarts, das in diesem Jahr mit Weken<br />

von Christoph Willibald Gluck, Richard<br />

48 49<br />

James Blunt<br />

„1 Big Hit. Just the 2 of us. 3 World<br />

Tours. 4th album out in October. 5<br />

Grammy Nominations. A 6-piece band,<br />

20 million album sold.“ Denn natürlich<br />

bleibt sein Name auf immer verbunden<br />

mit einem der absoluten Megahits<br />

der Nuller-Jahre. „You’re Beautiful“<br />

erreichte in zehn Ländern, darunter<br />

Großbritannien und den USA, Platz<br />

Eins der Charts, verkaufte sich multimillionenfach<br />

und war die Startrampe<br />

für die Karriererakete.<br />

TERMIN: 19.03.2014<br />

www.salzburgarena.at<br />

Foto © WMG<br />

DER IDEALE MANN<br />

Komödie von Oscar Wilde in einer Bearbeitung<br />

von Elfriede Jelinek<br />

Im Hause des Unterstaatssekretärs Robert<br />

Chiltern steigen illustre Empfänge und<br />

rauschende Feste. Hier trifft sich die<br />

Londoner High Society, um sich der geselligen<br />

Zerstreuung, dem sinnlichen Geplänkel,<br />

aber auch den politischen Geschäften<br />

zu widmen.<br />

Heute Abend erwartet man besonderen<br />

Besuch: Mrs. Chevely aus Wien. Doch sie<br />

kommt nicht nur zu ihrem Vergnügen. Sie<br />

sucht in England Investoren für ihr neuestes<br />

Projekt in Österreich, den Hyper-Alpenkanal.<br />

Dafür soll der gutaussehende und<br />

smarte Politiker Chiltern gewonnen werden.<br />

Der allerdings ist gegen das Projekt<br />

und so bleibt Mrs. Chevely nichts anderes<br />

übrig als ihn zu erpressen. In Sir Roberts<br />

Vergangenheit gibt es nämlich einen dunklen<br />

Fleck, und sie ist in Besitz eines kompromittierenden<br />

Briefes. Chilterns Ruf als<br />

„idealer Mann“ ist in Gefahr! Verzweifelt<br />

wendet er sich an seinen langjährigen<br />

Freund Lord Goring – dieser soll ihn vor<br />

der politischen und gesellschaftlichen Katastrophe<br />

retten!<br />

Oscar Wildes intelligente und mit feinem<br />

Humor gespickte Komödie in einer hochironischen<br />

Bearbeitung von Elfriede Jelinek.<br />

Ähnlichkeiten und Bezüge zu Österreich<br />

sind natürlich rein zufällig ...<br />

TERMINe: 11.12.2013 – 4.2.2014<br />

www.schauspielhaus-salzburg.at<br />

Jonny spielt auf<br />

Ein Gletscher, eine Hotellobby und ein<br />

Bahnhof sind die zentralen Spielorte,<br />

die der österreichische Komponist Ernst<br />

Krenek in seiner Jazz-Oper vertont<br />

hat. Die Protagonisten Max, der Komponist,<br />

und Anita, die Sängerin, werden<br />

ein Liebespaar. Anita lernt den<br />

Violinvirtuosen Daniello kennen, der<br />

eine kostbare Amati-Geige besitzt.<br />

Diese wird Objekt der Begierde des<br />

afroamerikanischen Jazz-Geigers Jonny.<br />

Eine wilde Jagd durch die Stadt entspinnt<br />

sich, bevor sich alle Handlungsfäden<br />

geschickt zu einem Ganzen<br />

fügen.<br />

TERMINE: 7.12.2013 – 14.1.2014<br />

www.salzburger-landestheater.at<br />

Kfm. Geschäftsführer Matthias Schulz und<br />

Künstlerischer Leiter der Mozartwoche Marc Minkowski<br />

Strauß, Carl Philipp, Emanuel Bach, Muzio<br />

Clementi und vor allem Arvo Pärt in<br />

Beziehung gesetzt wird. So steht auch die<br />

Uraufführung von Swan Song von Pärt als<br />

Auftragswerk der Stiftung Mozarteum auf<br />

dem Programm. Die Wiener Philharmoniker<br />

sorgen traditionellerweise für Höhepunkte<br />

während des Festivals. Sie geben drei<br />

Konzerte im Großen Festspielhaus: Den<br />

Auftakt bildet Paavo Järvi mit Joshua Bell<br />

als Solisten. Marc Minkowski präsentiert<br />

im zweiten Konzert gemeinsam mit der<br />

Sopranistin Soile Isokiski Werke von Arvo<br />

Pärt, Richard Strauss und Mozart. Daniel<br />

Barenboim steht den Wiener Philharmonikern<br />

schließlich mit einem reinen Mozartprogramm<br />

vor.<br />

Renommierte<br />

Gastorchester und Solisten<br />

Neben den Wiener Philharmonikern sind<br />

die Cappella Andrea Barca, das Freiburger<br />

Barockorchester, Les Musiciens du Louvre<br />

Grenoble und das Scottish Chamber<br />

Orchestra zu Gast bei der Mozartwoche<br />

2014. Rolando Villazón, Marianne Crebassa,<br />

Michael Schade, oder Renaud Capucon<br />

sind nur einige der renommierten Künstler,<br />

die im Rahmen der Mozartwoche 2014<br />

auftreten. Außerdem werden die Salzburger<br />

Orchester Camerata Salzburg, das<br />

Mozarteumorchester Salzburg und das<br />

Sinfonieorchester der Universität Mozarteum<br />

zu Gast sein.<br />

Museumskonzerte<br />

und Mozart Zyklen<br />

Die erfolgreichen Museumskonzerte<br />

werden auch in der Mozartwoche 2014<br />

weitergeführt. So erklingen im Mozart<br />

Wohnhaus und in Mozarts Geburtshaus<br />

insgesamt vier Konzerte, bei denen die<br />

Mozart-Originalinstrumenten zu hören<br />

sind. Zyklische Aufführungen wechselnder<br />

Teile von Mozarts Schaffen bieten dem<br />

Publikum in einzigartiger Weise die Möglichkeit,<br />

die Kompositionen aus bestimmten<br />

Foto © ISM Erika Mayer<br />

Lebensabschnitten oder einzelnen Gattungen<br />

innerhalb weniger Tage zu hören. So werden<br />

etwa Mozarts gesamte Klaviersonaten,<br />

interpretiert von Kristian Bezuidenhout und<br />

Fazil Say, in der Großen Universitätsaula,<br />

oder alle sechs Streichquintette in einer<br />

außergewöhnlichen Kammermusikbesetzung,<br />

erklingen. András Schiff präsentiert mit<br />

seiner Capella Andrea Barca sämtliche<br />

Werke Mozarts des Jahres 1784.<br />

Das Mozart<br />

Kinderorchester<br />

Das Mozart Kinderorchester, welches bei<br />

der Mozartwoche 2013 debütierte, spielt<br />

unter der Leitung von Christoph Koncz<br />

und dem Dirigat von Marc Minkowski ein<br />

zweites. Neben Mozart spielen die rund<br />

50 Kinder zwischen 7 und 12 Jahren auch<br />

Werke von Carl Philipp Emanuel Bach und<br />

Arvo Pärt. Die Moderatorin übernimmt<br />

dieses Mal die deutsche Schauspielerin<br />

Johanna Wokalek.<br />

Ein ausgewähltes Filmprogramm, hochkarätig<br />

besetzte Round Table zum Thema<br />

„Mozart und seine Zeitgenossen“ und<br />

Einführungsvorträge runden das Programm<br />

der Mozartwoche 2014 ab. Im Rahmen<br />

eines Festaktes zu Mozarts 258. Geburtstag<br />

am 27. Jänner 2014 wird Alfred<br />

Brendel die Goldene Mozart-Medaille<br />

verliehen, begleitet von musikalischen<br />

Freunden und Weggefährten.<br />

Ana Quintans<br />

KONZERTKARTEN:<br />

Kartenbüro der Stiftung<br />

Mozarteum Salzburg:<br />

Theatergasse 2, A-5020 Salzburg<br />

Tel 0043 / 662 873154<br />

Fax 0043 / 662 874454<br />

tickets@mozarteum.at<br />

www.mozarteum.at<br />

Foto © www.musica.gulbenkian.pt<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong>


kunst<br />

kunst<br />

Fotos Seite 50/51 © MdM Moenchsberg<br />

Kunst formt<br />

MALERMEESE – MEESERMALER<br />

Mit MALERMEESE - MEESERMALER zeigt das Museum der Moderne Salzburg eine umfassende Werkschau der<br />

malerischen Arbeiten des Künstlers Jonathan Meese. Er zählt zu den herausragendsten deutschen Künstlern seiner<br />

Generation. Seine originäre, unverwechselbare malerische Sprache nimmt in ihrer Aussagekraft auch international<br />

einen singulären Status im Kunstgeschehen ein.<br />

Die chronologisch angelegte Schau bietet<br />

erstmals anhand exemplarischer Arbeiten<br />

einen Überblick über das gesamte Spektrum<br />

und die Entwicklung von Meeses<br />

malerischem Schaffen. Sie legt damit den<br />

Fokus auf den umfangreichsten und wichtigsten<br />

Teil seiner künstlerischen Arbeit,<br />

die darüber hinaus auch Skulpturen, Performances,<br />

Installationen und Bühnenarbeiten<br />

umfasst.<br />

Die ersten Ölbilder Meeses aus den Jahren<br />

1992 bis 1994 lassen noch die Auseinandersetzung<br />

mit der Formensprache der<br />

Klassischen Moderne erkennen. Eine verstärkte<br />

Beschäftigung mit der Malerei<br />

erfolgte ab dem Jahr 2000, nachdem sich<br />

Meese einige Jahre überwiegend der<br />

Performance und installativen Arbeiten<br />

gewidmet hatte. Die für seine Arbeit wesentliche<br />

Idee der Bühne als einer inszenierten<br />

Gegenwelt überträgt er nun auf<br />

großformatige („Historien“-)Bilder, die eine<br />

intensive Beschäftigung mit Charakteren<br />

und Motiven aus der Hoch- und Populärkultur<br />

erkennen lassen. Daneben sind vor<br />

allem auch die Gattungen des Porträts und<br />

des Selbstbildnisses zentrale Aspekte seines<br />

Schaffens. In seinen Selbstdarstellungen<br />

betreibt Meese ein raffiniertes Rollenspiel,<br />

mit dem er weniger die Suche nach der<br />

eigenen Identität als vielmehr das Maskenhafte<br />

und Oberflächliche verfolgt, das er<br />

in spielerisch-imaginierten Selbstumkreisungen<br />

variiert.<br />

Meeses Werk ist von der Beschäftigung<br />

mit Persönlichkeiten der Weltgeschichte,<br />

mit Ur-Mythen und Heldenepen geprägt.<br />

In spezifischer Weise verdichtet der Künstler<br />

diese Motive unter Einbeziehung des<br />

Trivialen zu einem im wörtlichen Sinn „fantastischen“<br />

Ganzen. Kompromisslos proklamiert<br />

er dabei sein utopisch angelegtes<br />

Konzept einer „Diktatur der Kunst“, wobei<br />

die Auseinandersetzung mit verfemten<br />

Figuren und Symbolen der deutschen<br />

(Zeit-)Geschichte ein bestimmendes Element<br />

ist. Oft grotesk überzeichnet, dekonstruiert<br />

Meese sie zum bloßen Ornament seiner<br />

Malereien oder führt sie im Mix mit Müll<br />

und Spielzeug ad absurdum. Mit dem<br />

systematischen, inflationären Einsatz dieser<br />

Symbole, die im Kontext der Darstellung<br />

von ihrer ursprünglichen Botschaft entkoppelt<br />

werden, verfolgt der Künstler<br />

deren Neutralisierung. Damit soll ihre<br />

Wirkungslosigkeit in der Gegenwart bekräftigt<br />

werden. Dass dabei auch öffentliche<br />

Diskussionen provoziert werden,<br />

dessen ist sich Meese bewusst. Doch geht<br />

es seinem Selbstverständnis nach vorrangig<br />

darum, die Freiheit der Kunst zu bewahren,<br />

die sich keinen gesellschaftlichen und politischen<br />

Konventionen unterordnen darf.<br />

Kuratiert von Doris Mampe und Veit<br />

Ziegelmaier.<br />

Das Museum der Moderne Salzburg<br />

präsentiert Jonathan Meese in einer umfangreichen<br />

Werkschau, die sich erstmals<br />

ausschließlich seinem malerischen Schaffen<br />

widmet.<br />

50 51<br />

MALERMEESE – MEESERMALER<br />

Jonathan Meese<br />

Ausstellung im Museum<br />

der Moderne Mönchsberg<br />

TERMINE<br />

bis 9. März 2014<br />

Tapferkeit<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong>


magic moments<br />

tirol<br />

magic moments<br />

vorarlberg<br />

Foto © Tiroler Landestheater<br />

TERMIN: 10.1.2014<br />

www.festspielhausbregenz.at<br />

Ballet<br />

Revolutiòn<br />

Festspielhaus Bregenz<br />

Die umjubelte Tanzshow mit neuen<br />

Highlights zurück in Europa!<br />

Die gefeierte Tanzshow BALLET REVO-<br />

LUCIÓN begeisterte das Publikum auf<br />

ihrer erfolgreichen Welttournee vor<br />

ausverkauften Häusern von Sydney<br />

über Berlin bis London und Paris.<br />

Nun kommen die unvergleichlichen<br />

kubanischen Tänzer mit neuen Highlights<br />

zurück nach Europa und entfachen ein<br />

wahres tänzerisches Feuerwerk. Diese<br />

explosive Show voller überbordender<br />

Energie und ansteckender Lebensfreude<br />

voller waghalsiger Sprünge atemberaubender<br />

Drehungen und sinnlicher<br />

Moves reißt garantiert sämtliche Zuschauer<br />

aus den Sitzen.<br />

RONJA<br />

RÄUBERTOCHTER<br />

ASTRID LINDGREN<br />

Weihnachtsmärchen für die ganze Familie<br />

ab 6 Jahren, Regie: Tobias Materna<br />

Die große Erzählerin Astrid Lindgren, die<br />

mit ihren Märchen und Geschichten einen<br />

Weg zum Herzen und Verstand ihrer<br />

jungen Leserschaft und hoffentlich auch<br />

deren Eltern fand, zeigt uns in diesem<br />

ebenso klugen wie phantastischen Märchen,<br />

dass es manchmal besser wäre auf<br />

die Herzensstimme der Kinder zu hören.<br />

Und so ist diese Geschichte ein Weihnachtsmärchen,<br />

von der jung und alt lernen<br />

können.<br />

TERMINE: 2.12.2013 – 6.1.2014<br />

www.landestheater.org<br />

DON PASQUALE<br />

Komische Oper von<br />

Gaetano Donizetti<br />

Tiroler Landestheater<br />

Libretto von Giovanni Ruffini und Gaetano<br />

Donizetti<br />

Mit der Geschichte des heiratslustigen<br />

Alten greift der Italiener Gaetano Donizetti<br />

ein Urthema der Komödie auf. Bei allem<br />

Spielwitz, eingebunden in eine überschäumend<br />

komische, reizvoll leichtfüßige<br />

Musik, verrät das Werk aber auch<br />

Donizettis Wissen um allzu menschliche<br />

Schwächen und berührt in seinen lyrischen<br />

Passagen. Don Pasquale, 1843 uraufgeführt<br />

am Théâtre Italien in Paris, zählt zu<br />

den erfolgreichsten Opern des Komponisten.<br />

West Side Story<br />

52 53<br />

Opernhaus Graz<br />

TERMINE: 14.11.2013 – 27.4.2014<br />

www.landestheater.at<br />

Foto © Tiroler Landestheater<br />

TIROLER<br />

FESTSPIELE ERL<br />

In der zweiten winterlichen Festspielsaison<br />

der Tiroler Festspiele Erl gibt<br />

es wieder eine Reihe von Highlights.<br />

Für den feierlichen Auftakt der Wintersaison<br />

wurde dieses Jahr Johann<br />

Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium“<br />

gewählt. Mit einer Neuinszenierung von<br />

Wolfgang Amadeus Mozarts „Don<br />

Giovanni“ wird die Mozartpflege im<br />

Rahmen des Da-Ponte-Zyklus im dafür<br />

akustisch so vorteilhaften Festspielhaus<br />

fortgeführt: Mit Giacomo Puccinis<br />

„Tosca“ - ebenfalls in einer Neuinszenierung<br />

- werden die Festspiele an den<br />

Erfolg der Hall-Opera-Produktion des<br />

Festspielsommers 2012 anknüpfen. Die<br />

insgesamt neun Konzerte sind an Attraktivität<br />

mit den Opern auf gleicher<br />

Augenhöhe.<br />

TERMINE: 26.12.2013 – 6.1.2014<br />

www.tiroler-festspiele.at<br />

Foto © Peter Kitzbichler<br />

J. S. Bachs<br />

Weihnachtsoratorium<br />

mit<br />

den Wiltener<br />

Sängerknaben<br />

Gemeinsam mit dem Tiroler Barockorchester<br />

Academia Jacobus Stainer bringen die<br />

Wiltener Sängerknaben auch heuer wieder<br />

J. S. Bachs berühmtes „Weihnachtsoratorium“<br />

in Innsbruck zur Aufführung: Am 21.12.2013<br />

stehen die Kantaten 1-3 auf dem Programm<br />

und am 5.1.2014 folgen die Kantaten<br />

4-6.<br />

Beide Konzerte finden in der Basilika<br />

Wilten in Innsbruck statt.<br />

TERMINE: 21.12.2013, 5.1.2014<br />

www.innsbruck.info<br />

Foto © Rupert Larl<br />

Die West Side Story setzt ihre Erfolgsgeschichte<br />

fort. Der Broadway-Klassiker<br />

in der hochkarätigen und international<br />

gefeierten Inszenierung von Joey McKneely<br />

mit der sehr selten gezeigten Originalchoreografie<br />

von Jerome Robbins ist in<br />

der Saison 2013/14 an den großen europäischen<br />

Bühnen zu erleben. Die Inszenierung<br />

von West Side Story vereint die<br />

unvergleichlich vitale Musik, die mitreißende<br />

Dramatik und die brennende<br />

Aktualität des Meisterwerks in einer aufwendigen<br />

Produktion mit 36 Darstellern<br />

und insgesamt über 80 Beteiligten.<br />

TERMIN: 18.6 – 28.6.2014<br />

www.oper-graz.com<br />

Foto © Nilz Boehme<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong>


KULINARIK<br />

KULINARIK<br />

Fotos Seite 54/55 © Red Bull Hangar-7<br />

Hangar-7<br />

Begegnungsstätte von Kunst, Kulinarik und Technik<br />

Der Hangar-7 am Salzburger Flughafen<br />

hat viele Facetten, in jeder gebührt ihm<br />

das Prädikat ‚einzigartig’: Die außergewöhnliche<br />

Architektur hat ihn zu einem<br />

neuen Wahrzeichen der Stadt Salzburg<br />

werden lassen. Volkmar Burgstaller ist es<br />

gelungen, die Welt des Fliegens mit dem<br />

14,5 m hohen Gebäude architektonisch<br />

bravourös umzusetzen. Steht man im Inneren<br />

des Hangar-7, scheint sich durch das<br />

imposante Glasdach ein Himmelsgewölbe<br />

über den seltenen historischen Flugzeugen<br />

und Formel-1-Rennwagen aufzutun. Blickt<br />

man von außen auf die Konstruktion,<br />

drängt sich der Vergleich mit einem Flügel<br />

auf, der eine unfassbare Dynamik und<br />

Schwerelosigkeit ausstrahlt – trotz der<br />

1.200 Tonnen Stahl und 380 Tonnen<br />

Spezialglas.<br />

Doch nicht nur die Architektur ist ein Kunstwerk.<br />

Im Hangar-7 wird in wechselnden<br />

Ausstellungen auch Kunst präsentiert. Und<br />

als grandiose Spielstätte der von ServusTV<br />

und den Salzburger Festspielen koprodu-<br />

zierten Oper ‚Die Entführung aus dem<br />

Serail’ haben der Hangar-7 und der<br />

Hangar-8 nicht nur zahlreiche Mozart-<br />

Freunde beeindruckt, sondern auch neues<br />

Publikum für die wunderbare Welt der<br />

Oper begeistert.<br />

Das Carpe Diem Lounge-Café<br />

befindet sich im Erdgeschoß mit Blick auf<br />

die im Hangar-7 ausgestellten historischen<br />

Maschinen. Nicht nur dieses Ambiente,<br />

auch das exzellente Frühstücksangebot,<br />

die fabelhaften Kaffee- und Tee-Spezialitäten,<br />

die köstlichen Kuchen im Glas<br />

sowie die Lounge-Gerichte zwischendurch<br />

machen es zu einem beliebten Treffpunkt.<br />

54 55<br />

Das Restaurant Ikarus<br />

als internationaler Treffpunkt<br />

für Gourmets<br />

Als Hot Spot für Feinschmecker ist der<br />

Hangar-7 schon lange kein Geheimtipp<br />

mehr. Im Restaurant Ikarus wurde eine<br />

Vision der Kulinarik Realität: das Gastkochkonzept.<br />

Kongenial umgesetzt unter<br />

der Leitung von Jahrhundertkoch Eckart<br />

Witzigmann bereitet im Restaurant Ikarus<br />

jeden Monat ein anderer Spitzenkoch<br />

jene landestypischen Gerichte zu, für<br />

die er berühmt wurde. Egal von welchem<br />

Kontinent, ob aus den USA, aus Südafrika<br />

oder aus Japan. Egal, ob traditionelle<br />

Küche, Fusionsküche oder Molekularküche,<br />

immer gewährleistet sind überraschende<br />

Kompositionen und die hohe Qualität<br />

der Speisen.<br />

In der Mayday Bar<br />

im zweiten Obergeschoss des Hangar-7<br />

werden die internationalen Cocktails und<br />

die smarten Gerichte besonders geschätzt.<br />

Die Besonderheit in der Mayday Bar ist<br />

die mit der Schweizer Ernährungswissenschaftlerin<br />

Marianne Botta entwickelte,<br />

kreative Genuss-Schiene namens Smart<br />

Food. Denn Smart Food wird nicht schnell<br />

gegessen, sondern klug genossen. Stilvoll<br />

im Glas werden drei Varianten serviert:<br />

Brain Food für jene, die der geistigen<br />

Höchstleistung Nahrung geben wollen;<br />

Mood Food für jene, denen stimmungsaufhellende<br />

Speisen gut tun und<br />

Beauty Food für alle, die besonders<br />

auf ihren Körper achten.<br />

Die Hangar-7 Outdoor Lounge<br />

empfiehlt sich bei Schönwetter für Fans<br />

des Barbecues. Auf den Tellern landen<br />

dann Fleischspezialitäten aus aller Welt,<br />

die sich mit Saucen und Beilagen frei<br />

kombinieren lassen. Aber auch Vegetarier<br />

kommen durch das umfangreiche Angebot<br />

an Speisen und Getränken voll auf ihre<br />

Rechnung. Den Blick auf die spektakulären<br />

Starts großer Passagiermaschinen oder<br />

der historischen Flugzeuge der Flying Bulls<br />

gibt es als Draufgabe dazu.<br />

www.hangar-7.com<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong>


KULINARIK<br />

KULINARIK<br />

KULINARISCHER GENUSS<br />

UND DAS MORALISCH GEBOTENE<br />

Die Gastrosophie bietet der philosophischen Ethik einen außergewöhnlichen Leckerbissen an: Anhand ihrer Theorie<br />

eines für alle guten Essens lässt sich das Rezept für eine hedonistische Ethik entwickeln, die das moralisch Gebotene<br />

mit dem persönlichen Vergnügen verknüpft.<br />

Text: Harald Lemke<br />

Lust auf Gutes?<br />

Plädoyer für eine<br />

hedonistische Ethik<br />

Jahrtausende hinweg hegte die ständig<br />

vom Hunger getriebene Menschheit ihren<br />

Wunsch nach „täglich’ Brot“. Satt zu sein<br />

und sich ausreichend ernähren zu können,<br />

ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit<br />

der menschlichen Existenz. Seit<br />

einigen Jahrzehnten scheint der uralte<br />

Wunschtraum von einem „Schlaraffenland“<br />

für einige von uns in Erfüllung zu gehen.<br />

56 57<br />

Die Menschen in den reichen Überflussgesellschaften<br />

wünschen sich ihr „täglich’<br />

Fleisch“. Doch darf es - und bedarf es<br />

- tatsächlich dieses „Gib uns unser täglich’<br />

Fleisch!“? Auf alle Fälle scheint es, wie ich<br />

zeigen möchte, längst nicht mehr auszureichen,<br />

den ethischen Sinn dieser Frage<br />

auf das moralische Gebot eines vegetarischen<br />

Fleischverzichts zu beziehen.<br />

Meines Erachtens spricht vieles dafür, dass<br />

die Menschen auch in Zukunft Fleisch<br />

essen dürfen - nur nicht täglich.<br />

Wahr ist: Fleisch war zu fast allen Zeiten<br />

ein knappes Gut und sein Verzehr nur<br />

wenigen Menschen - den Reichen und<br />

Mächtigen - vorbehalten. Die Welternährungsorganisation<br />

der Vereinten Nationen<br />

(FAO) rechnet damit, dass sich die Anzahl<br />

von gehaltenen und verzehrten Schweinen,<br />

Hühnern, Rindern und Milchkühen<br />

usw., die schon jetzt mehrere Milliarden<br />

Tiere umfasst, bis 2050 noch einmal zu<br />

verdoppeln hätte – würde die weltweit<br />

verbreitete Lust auf Würstchen, Schnitzel<br />

oder Chicken Nuggets unverändert anhalten.<br />

Das Problem ist nur: Die planetaren<br />

Ressourcen werden für diesen maßlosen<br />

Fleischgenuss nicht ausreichen – oder<br />

aber die Welt wird in nicht allzu ferner<br />

Zukunft an diesem Luxusvergnügen zugrunde<br />

gehen...<br />

Die Fleischfrage<br />

Diese zentrale Frage, nennen wir sie kurz<br />

die Fleischfrage, ist dem Bereich einer<br />

neuen Ethik der Ernährung zuzuordnen.<br />

In Anlehnung an die Bioethik könnte sich<br />

vielleicht der Begriff Gastroethik einbürgern.<br />

Foto © Forum Stadtpark Julian Neumann<br />

dung einer Ethik des Essens lediglich aus<br />

einem einzigen Argument ab: dem Tierschutz.<br />

Danach sollen wir „nur“ deshalb<br />

auf Fleischspeisen verzichten, damit die<br />

Tiere, die für unseren Genuss sterben<br />

müssten, vor ihrer Schlachtung und vor<br />

unnötigem Leiden (etwa durch Massentierhaltung<br />

und maschineller Tötung)<br />

geschützt werden.<br />

Doch gegenwärtig sprechen auch ökologische<br />

und gesundheitliche Gründe gegen<br />

das Fleischessen, also Gründe, die das<br />

menschliche Eigeninteresse betreffen. Unser<br />

Fastfood-Lebensstil verdrängt außerdem<br />

Geschmacksvielfalt und lokale Esskulturen<br />

und verursacht eine Verarmung der allgemeinen<br />

Kochkünste und kulinarischen<br />

Kreativität.<br />

Das Delikate an der Fleischfrage ist: In<br />

diesem alltäglichen Handlungsfeld muss<br />

niemand darauf warten, dass Andere –<br />

Entscheidungsträger des Staats oder der<br />

Wirtschaft – etwas tun. Jeder kann sich<br />

jeden Tag ein bisschen ethisch verhalten:<br />

weniger Fleisch essen.<br />

Das Glück eines<br />

artgerechten Wohlergehens<br />

Egal ob wir Fleisch essen oder uns als<br />

Vegetarier „nur“ von Pflanzen ernähren,<br />

so oder so verschulden wir den Tod des<br />

Gegessenen. Deshalb kann eine ethische<br />

Ernährungsweise weder im prinzipiellen<br />

Tötungsverbot noch im strikten Verzicht<br />

auf diese Lebensmittel bestehen. Ausgehend<br />

von der anthropologischen Unhintergehbarkeit<br />

des nutritiven Schuldzusammenhangs,<br />

dass auch Vegetarier anderes<br />

Leben beenden und anderen Wesen<br />

Leid verursachen, gelangt man schließlich<br />

zu einem Grundsatz des ethisch guten<br />

Essens. Dieser lautet: „Für all diejenigen<br />

Lebewesen, die wir nutzen und töten<br />

müssen, um sie essen zu können, sollten<br />

wir möglichst alles tun, damit diese das<br />

Glück eines artgerechten Wohlergehens<br />

haben, solange wir für ihr Leben sorgen.“<br />

Dieser gastrosophische Grundsatz beschränkt<br />

die faktische Herrschaft und<br />

Willkür des Menschen durch das Gebot<br />

eines guten Umgangs mit Nutztieren sowie<br />

einer guten Anbauweise von Nutzpflanzen.<br />

Wenn wir also schon nicht ganz auf<br />

Fleisch verzichten wollen, dann sollten wir<br />

zumindest weniger Fleisch essen. Insofern<br />

besteht eine zentrale gerechtigkeitstheoretische<br />

Aufgabe der Gastroethik darin,<br />

ein vernünftiges Maß zu bestimmen.<br />

Darum ist es meines Erachtens wichtig,<br />

einen gemäßigten Fleischgenuss ethisch<br />

zu rechtfertigen, um auf diese undogmatische<br />

Weise bewusst dem heute populären,<br />

aber unethischen Hedonismus (der<br />

häufigen Lust auf viel Fleisch) philosophisch<br />

entgegen zu kommen. Gleichwohl<br />

leitet sich auch aus einem solchen gastrosophischen<br />

Hedonismus die moralische<br />

Verwerflichkeit eines täglichen Fleischessens<br />

ab – egal ob in Bio-Qualität oder<br />

nicht. Wobei die individuelle Entscheidung<br />

für Bio-Fleisch und die politische Umstellung<br />

von industrieller Massentierhaltung zu<br />

einer strikt artgerechten Tierhaltung ein<br />

kategorisches Gebot der Gastroethik ist,<br />

welches aus dem erwähnten Grundsatz<br />

folgt.<br />

Eine zukunftsethische Viehzucht und<br />

Weidewirtschaft wäre allerdings nur auf<br />

solchen Flächen und nur in solchen Klimazonen<br />

und Gebieten erlaubt, wo entweder<br />

keine andere landwirtschaftliche<br />

Nutzung möglich ist oder eine Tierhaltung<br />

aus Gründen der Kulturlandschaftsgestaltung<br />

und der lokalen Subsistenz<br />

erforderlich ist.<br />

Ein Fast-Vegetarismus<br />

oder Retortenfleisch<br />

Wie aber gewöhnen sich Menschen,<br />

die sich mehrmals täglich Fleischprodukte<br />

schmecken lassen, an einen Fast-<br />

Vegetarismus und an den ungewohnten<br />

Gedanken, sich in zufriedene Veganer<br />

zu verwandeln? Was kann ein kollektives<br />

Umlernen und den Wandel der gegenwärtig<br />

vorherrschenden karnivoren Esskultur<br />

erleichtern?<br />

Die mögliche Antwort kam schon zur<br />

Sprache: Was es leichter machen würde,<br />

unsere eingefleischten Geschmacksgewohnheiten<br />

zukunftsfähig zu machen, ist<br />

die ungewöhnliche Option eines ethisch<br />

guten Fleischgenuss. Eine in Aussicht gestellte<br />

Zutat dieser Zukunftsküche – nennen<br />

wir sie das Science-Fiction-Rezept – ist<br />

„Retorten-“ oder „In-vitro-Fleisch“.<br />

Zum jetzigen Zeitpunkt ist die industrielle<br />

Produktion von solchem politisch korrekten<br />

Kunstfleisch allerdings extrem kostspielig.<br />

Je knapper und teurer echte Fleischprodukte<br />

werden, desto rentabler<br />

könnte es für die Nahrungsmittelindustrie<br />

allerdings werden, noch stärker in die<br />

wissenschaftliche Forschung und die<br />

technologische Entwicklung derartiger<br />

Fleischersatzmittel zu investieren. Und es<br />

ist sogar wahrscheinlich, dass die heutigen<br />

Fleischesser sich von Retortenfleisch nicht<br />

Das traditionelle Gebot, sich vegetarisch<br />

zu ernähren, leitet die normative Begrünihren<br />

Appetit verderben lassen werden –<br />

solange es weiterhin wenig kostet.<br />

Bei dem Gedanken an Klebefleisch und<br />

Mogelschinken läuft nicht jedem das<br />

Wasser im Mund zusammen. Auch für<br />

den freiwilligen Verzicht auf artifizielle<br />

Würste und Kunstbraten ist eine Alternative<br />

denkbar. Denn immer mehr Menschen<br />

reduzieren ihren Fleischkonsum längst,<br />

indem sie zu geschmackvollen und alt<br />

bewährten Rezepturen einer fleischlosen<br />

Fleischkost greifen.<br />

Namhafte Spitzenköche ebenso wie<br />

namenlose Alltagsköche sind dabei, zu<br />

lernen, dass man aus dem Fleisch von<br />

Pflanzen leckere Gerichte kreieren kann.<br />

Das soll nicht heißen, dass in Zukunft eine<br />

ethische Ernährungsweise allein oder<br />

primär in dem täglichen Verzehr von vegetarischem<br />

Fleischersatz liegen müsste<br />

Entscheidend ist vielmehr, dass wir lernen,<br />

gut zu essen, ohne dafür von tierischen<br />

Fleischprodukten abhängig zu sein.<br />

Der gastrosophische<br />

Hedonismus<br />

Der hier skizzierte gastrosophische Hedonismus<br />

kann gut damit leben, dass bei<br />

seltenen Gelegenheiten auch mal echtes<br />

Fleisch genossen wird. Entscheidend ist<br />

vielmehr, dass wir lernen, gut zu essen.<br />

Anstelle von futuristischer und teurer<br />

Technik zur Erzeugung von artifiziellem<br />

Retortenfleisch kann die (weitgehend)<br />

fleischfreie und kostengünstige Ästhetik<br />

von kreativen Kochkünsten die verbreitete<br />

Lust auf „Fleisch“ – auf geschmackvolles<br />

Essen – zufrieden stellen.<br />

Zum Autor: Harald Lemke studierte<br />

Philosophie und Geschichte in Konstanz,<br />

Hamburg und der UC Berkeley /<br />

Kalifornien. Er lehrt am Interdisziplinären<br />

Zentrum für Gastrosophie der<br />

Universität Salzburg, als Visiting Research<br />

Professor am Department of Urban<br />

Management der Universität Kyoto in<br />

Japan, als Gastprofessor am Department<br />

of Philosophy der East China<br />

Normal University in Shanghai.<br />

Harald Lemke ist Dozent am Institut<br />

für Kulturtheorie, Kulturforschung und<br />

Künste im Bereich Philosophie der<br />

Leuphana Universität in Lüneburg,<br />

Mitherausgeber des Online-Magazins<br />

für Gastrosophie EPIKUR, Mitglied des<br />

Deutschen Netzwerkes für Ernährungsethik.<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong>


KULINARIK<br />

wiberg<br />

KULINARIK<br />

wiberg<br />

vorspeise<br />

WIBERG<br />

at home:<br />

more taste. more pleasure.<br />

In der WIBERG at home Spice Box sind die qualitativ hochwertigen WIBERG Gewürze auch für die private Feinschmecker-<br />

Küche erhältlich. Aber nicht nur Paprika, Pfeffer & Co. sind im edlen Sortiment enthalten, ebenso ergänzen flüssige<br />

Köstlichkeiten das Angebot.<br />

AuSSergewöhnliche<br />

Mischungen. Intensive<br />

Kräuter. Pure Rohgewürze.<br />

Schonend getrocknete Kräuter wie gerebelter<br />

oregano oder gepflückter rosmarin<br />

und das puristische fisch gewürz sind<br />

mediterrane Sonnenspender. Eine kräftige<br />

Brise Exotik bringt die tahiti vanille in die<br />

Küche. Und den Duft der großen, weiten<br />

Welt tragen die Gewürzmischungen wie<br />

das creolische cajun gewürz, das milde<br />

und doch aromatische sesam gewürz oder<br />

das belebend pikante thai gewürz in sich.<br />

Einen Blick in orientalische Schmortöpfe<br />

erlaubt letztlich das sinnliche raz el hanout.<br />

Die WIBERG at home Spice Box –<br />

simplify your life!<br />

Die WIBERG at home Spice Box setzt<br />

neue Maßstäbe in punkto Design und<br />

Funktionalität – eine edle und gleichzeitig<br />

einfach bedienbare Packaging-Lösung.<br />

Jede einzelne Spice Box ist aus Weißblech<br />

gefertigt, zum Schutz der kostbaren<br />

Gewürze vor Licht. Ein Griff genügt und<br />

der integrierte Dispenser macht das<br />

Würzen einfach und stilvoll: Kein Hantieren<br />

mit Säckchen und Löffeln. Einfach den<br />

Dispenser nach oben klappen, einrasten<br />

und würzen.<br />

Essige & Öle: kostbare Tropfen.<br />

Beste Rohstoffe mit garantiertem Reinheitsgrad,<br />

schonende Verarbeitung und viel<br />

Liebe zum Detail machen die flüssigen<br />

„Geschmacksträger“ im WIBERG at home-<br />

Sortiment zu wahren Kostbarkeiten.<br />

Die „sauren Gesellen“ glänzen mit dem<br />

balsamico barrique apfel essig und dem<br />

himbeer essig während erdnuss öl und<br />

kürbiskern öl jede Küche mit herrlich<br />

aromatischen Nuancen bereichern.<br />

Absolute Natürlichkeit.<br />

Die feinen Ingredienzien der Spice Box<br />

und des Essig-&Öl-Flakons sind Teil des<br />

breit gefächerten WIBERG Sortiments für<br />

zu Hause.<br />

Allen Produkten voran steht die Qualität:<br />

Das heißt, dass rund um den Globus<br />

die besten Ernten und herausragendsten<br />

Qualitäten aufgespürt werden, behutsam<br />

behandelt und transportiert werden, um<br />

schlussendlich in optimalen Packungen<br />

direkt beim Koch zu landen. Geschmacksverstärker<br />

haben bei WIBERG ebenso<br />

wenig zu suchen wie Konservierungs- und<br />

Farbstoffe, Hefen oder raffinierte Speisesalze.<br />

WIBERG Team<br />

Inspiration at home.<br />

Das WIBERG Team Inspiration – bestehend<br />

aus sechs Profi-Köchen – zeichnen mit<br />

ihrer kreativen Handschrift für Rezepte,<br />

Servicetipps und noch viel mehr verantwortlich.<br />

Produktentwicklung und Qualitätssicherung<br />

gehören ebenso zu ihren Aufgaben<br />

wie Veranstaltungen.<br />

Wo erhältlich?<br />

Erhältlich ist die WIBERG at home-Range<br />

vorwiegend in Feinkosthandlungen, in den<br />

Gourmet-Shops der Haubengastronomie,<br />

online sowie in ausgewählten Filialen des<br />

Lebensmittelhandels. Kunden, Genießer<br />

und passionierte Köche finden auf der<br />

Website www.wiberg.eu viel mehr als nur<br />

das komplette Produktsortiment.<br />

Paprika auf Erbsenpüree<br />

und Parmesan-Pfefferchip<br />

ZUTATEN für 4 personen<br />

Paprika<br />

1 roter Paprika<br />

1 grüner Paprika<br />

Natives Olivenöl Extra<br />

zum Braten<br />

Cajun Gewürz<br />

ZUBEREITUNG<br />

Erbsenpüree<br />

500 g Erbsen, tiefgekühlt<br />

50 ml Sahne<br />

40 g Butter<br />

Muskat Blüte<br />

feines Ursalz<br />

Paprika waschen, halbieren und das Kerngehäuse entfernen.<br />

Anschließend in Spalten schneiden und in einer Pfanne mit<br />

Nativem Olivenöl Extra braten. Zum Schluss kräftig mit Cajun<br />

Gewürz würzen.<br />

Erbsen in eine Kasserolle geben, Sahne sowie Butter<br />

zugeben und aufkochen. 3 Min. kochen lassen und mit einem<br />

Pürierstab grob pürieren.<br />

Parmesan-<br />

Pfefferchip<br />

80 g Parmesan, frisch gerieben<br />

dreifärbiger Pfeffer<br />

Anschließend mit Muskat Blüte und feinem Ursalz abschmecken.<br />

Für den Parmesan-Pfefferchip eine beschichtete Pfanne<br />

erhitzen, Parmesan dünn einstreuen und schmelzen lassen.<br />

Anschließend mit dreifärbigen Pfeffer bestreuen und knusprig<br />

braten.<br />

Noch heiß aus der Pfanne nehmen, kurz überkühlen lassen und<br />

in gefällige Stücke brechen.<br />

58 59<br />

1.<br />

2.<br />

3.<br />

Fotos Seite 58/59 © WIBERG<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong>


KULINARIK<br />

wiberg<br />

vorspeise<br />

KULINARIK<br />

wiberg<br />

vorspeise<br />

Foto © WIBERG<br />

Exotische<br />

Kürbissuppe<br />

mit gelbem Curry und Ananas<br />

ZUTATEN für 4 personen<br />

Exotische<br />

Kürbissuppe<br />

600 g Hokkaidokürbis<br />

1 Zwiebel<br />

Erdnussöl zum Braten<br />

gelber Curry<br />

700 ml Hühnerbouillon oder<br />

Gemüsebouillon<br />

1/2 Ananas<br />

300 ml Kokosmilch<br />

Sesam Gewürz<br />

Zum Vollenden<br />

150 ml Sahne<br />

Bourbon Vanille<br />

Chilli Ringe<br />

60<br />

1.<br />

61<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

ZUBEREITUNG<br />

Vorweg Hokkaidokürbis waschen, schälen und in dünne<br />

Scheiben schneiden. Zwiebel schälen und in feine Streifen<br />

schneiden. Ananas schälen, 100 g davon in kleine Würfel und<br />

den Rest in feine Scheiben schneiden.<br />

2.<br />

Kürbisscheiben und Zwiebelstreifen bei mittlerer Hitze in<br />

Erdnussöl ohne Farbe andünsten bis sie weich sind. gelben curry<br />

zugeben und für eine weitere Minute mitschwitzen, damit er<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong><br />

sein volles Aroma entfaltet. Anschließend mit Hühner- oder<br />

Gemüsebouillon aufgießen und um die Hälfte einkochen.<br />

Ananasscheiben sowie Kokosmilch zugeben, mit Sesam Gewürz<br />

abschmecken und erneut um ein Drittel einkochen. Mit einem<br />

Stabmixer oder in der Küchenmaschine pürieren.<br />

In einem Rührkessel Sahne zusammen mit Bourbon Vanille cremig<br />

schlagen. Zum Anrichten die Suppe mit einem Löffel geschlagener<br />

Vanillesahne, den Ananaswürfeln sowie einigen Chilli Ringen vollenden.<br />

Foto © Schwoab - Fotolia.com


KULINARIK<br />

wiberg<br />

hauptspeise<br />

KULINARIK<br />

wiberg<br />

hauptspeise<br />

Reh<br />

auf heiSSem<br />

Honigkuchen<br />

mit Rotkohl-Orangensalat<br />

Foto © WIBERG<br />

ZUTATEN für 4 personen<br />

Rehrücken<br />

600 g Rehrücken, ausgelöst<br />

gepflückter Rosmarin<br />

gerebelter Thymian<br />

dreifärbiger Pfeffer<br />

Natives Olivenöl Extra<br />

zum Marinieren und Braten<br />

Rotkohl-<br />

Orangen-Salat<br />

4 Schalotten<br />

200 g Kräuterseitling<br />

1 Birne<br />

2 Orangen<br />

300 g Rotkraut/Rotkohl<br />

2 EL Walnussöl<br />

2 EL Himbeeressig<br />

1 EL Preiselbeerkonfitüre<br />

Tahiti Vanille<br />

2 EL Butter<br />

feines Ursalz<br />

Sauce<br />

125 ml Rotwein<br />

200 ml dunkle Bratensauce<br />

Honigkuchen<br />

300 g lockerer Honigkuchen<br />

(Frühstückskuchen)<br />

etwas Butter zum Braten<br />

4 Zweige Petersilie zum Garnieren<br />

ZUBEREITUNG<br />

1. 3.<br />

Rehrücken mit gepflücktem Rosmarin, gerebeltem Thymian<br />

sowie dreifärbigen Pfeffer kräftig einreiben und mit Nativem<br />

Olivenöl Extra mindestens 1 Std. marinieren.<br />

Backrohr auf 160 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Rotwein<br />

in einer Kasserolle aufkochen, dunkle Bratensauce zugießen und<br />

sämig einkochen.<br />

62<br />

Foto © Miroslawa Drozdowski - Fotolia.com<br />

2. 4.<br />

Schalotten schälen, in Spalten schneiden. Kräuterseitlinge<br />

in mundgerechte Stücke schneiden. Birne schälen, halbieren,<br />

das Kerngehäuse entfernen und in Würfel schneiden. Orangen<br />

schälen und in Spalten schneiden. Rotkraut in feine Streifen<br />

schneiden, Orangen, Walnussöl, Himbeeressig sowie Preiselbeer-<br />

Konfitüre zugeben und mit feinem Ursalz abschmecken. In einer<br />

Kasserolle Butter schmelzen, Schalotten und Kräuterseitlinge<br />

anbraten. Anschließend Birne sowie Tahiti Vanille zugeben und<br />

mit feinem Ursalz abschmecken.<br />

Rehrücken in einer Pfanne rundum mit Nativem Olivenöl<br />

Extra scharf anbraten. Anschließend in eine Ofenform legen und<br />

in das Backrohr schieben. Ca. 8-12 Min. zart rosa braten. Zum<br />

Schluß mit feinem Ursalz salzen.<br />

5.<br />

Honigkuchen in vier gleichmäßige Stücke schneiden und<br />

in einer Pfanne mit Butter braten.<br />

Rehrücken in Stücke schneiden und mit den übrigen Komponenten<br />

anrichten.<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong><br />

63


KULINARIK<br />

wiberg<br />

hauptspeise vegetarisch<br />

KULINARIK<br />

wiberg<br />

hauptspeise vegetarisch<br />

Foto © WIBERG<br />

Steinpilzrisotto<br />

mit Provolone und<br />

Rucola<br />

ZUTATEN für 4 personen<br />

Risotto<br />

1 kl. weiße Zwiebel<br />

Natives Olivenöl Extra<br />

zum Braten<br />

300 g Risottoreis (Carnaroli)<br />

100 ml Weißwein<br />

1 Liter kräftige Gemüsebouillon<br />

(ungefähre Menge)<br />

Steinpilze<br />

mit Provolone<br />

400 g Steinpilze<br />

(frisch oder getrocknet)<br />

Natives Olivenöl Extra<br />

zum Braten<br />

1/2 Knoblauchzehe<br />

gerebelter Thymian<br />

gepflückter Rosmarin<br />

1 kl. Bund Rucola<br />

20 g Butter<br />

60 g Provolone<br />

(alternativ Parmesan)<br />

feines Ursalz<br />

Tellicherry Pfeffer<br />

Foto © Viktor - Fotolia.com<br />

ZUBEREITUNG<br />

Vorab Steinpilze putzen und in mundgerechte Stücke<br />

schneiden. Rucola waschen, etwas zum Garnieren aufheben<br />

und übrigen Rucola klein schneiden. Provolone fein hobeln und<br />

etwas zum Garnieren aufheben.<br />

64 65<br />

4.<br />

1.<br />

2.<br />

Für das Risotto Zwiebel schälen und in kleine Würfel<br />

schneiden. Diese in einer Kasserolle mit dem Nativem Olivenöl<br />

Extra anbraten. Den Reis zugeben, kurz mitbraten und mit dem<br />

Weißwein ablöschen. Anschließend die heiße Gemüsebouillon<br />

nach und nach zugießen. Ca. 15 Minuten unter ständigem Rühren<br />

kochen.<br />

3.<br />

Steinpilze in einer beschichteten Pfanne mit Nativem Olivenöl<br />

Extra und der Knoblauchzehe braten. Mit gerebeltem Thymian<br />

sowie gepflücktem Rosmarin würzen und unter das Risotto mischen.<br />

Anschließend Rucola, Butter und Provolone unterrühren<br />

und mit feinem Ursalz sowie Tellicherry Pfeffer (aus der Mühle)<br />

kräftig abschmecken. Zum Schluss mit Rucola und Provolone<br />

garnieren.<br />

INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong> | WINTER 2013/14<br />

WINTER 2013/14 | INSIDE <strong>HIGHLIGHTS</strong>


KULINARIK<br />

wiberg<br />

dessert<br />

Foto © WIBERG<br />

Sabayon-Fondue<br />

mit Vanille-Früchten<br />

ZUTATEN für 4 personen<br />

Früchte<br />

1 kg Früchte der Saison (Ananas,<br />

Mango, Pfirsiche, Birnen,<br />

Weintrauben, Erdbeeren,<br />

Kiwi, etc.)<br />

2 EL Butter<br />

30 g Zucker<br />

1/2 Schote Tahiti Vanille<br />

Sabayon<br />

5 Eigelb<br />

4 EL Zucker<br />

Safran Fäden<br />

70 ml Apfelsaft<br />

50 ml Orangenlikör<br />

(Grand Marnier)<br />

Der gute<br />

Geschmack<br />

ist das<br />

FEST<br />

des Lebens.<br />

Wir wünschen Ihnen festliche Tage<br />

und ein genussvolles neues Jahr.<br />

66<br />

ZUBEREITUNG<br />

1.<br />

Das Obst waschen und in mundgerechte Stücke scheiden.<br />

Die Tahiti Vanille der Länge nach halbieren und auskratzen.<br />

Das Obst in einer beschichteten Pfanne mit Butter, Zucker<br />

und der Tahiti Vanille sowie dem ausgekratzten Mark kurz<br />

anbraten.<br />

Eigelb mit Zucker und Safran Fäden glatt rühren. Apfelsaft sowie<br />

Orangenlikör zugeben und über dem heißen Wasserbad schaumig<br />

aufschlagen.<br />

2.<br />

Das warme Obst auf Tellern anrichten. Das Sabayon in<br />

Schälchen dazustellen und die Obststücke mit Fonduegabeln<br />

eintauchen.<br />

Der Schützenwirt / Dorf 96 / 5412 St. Jakob am Thurn / Puch bei Hallein<br />

Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag 12.00 bis 23.00 Uhr<br />

Telefon: +43 (0)662 632020-20 / Mail: info@gasthaus-schuetzenwirt.at<br />

Facebook: www.facebook.com/der.schuetzenwirt<br />

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www.gasthaus-schuetzenwirt.at


Reine de Naples Kollektion<br />

in every woman is a queen<br />

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