HDTV Künstliche Welten (Vorschau)
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NR. 1 JANUAR/FEBRUAR 2006 Deutschland: € 5,90 Österreich: € 6,70 Schweiz: SFR 11,80 BeNeLux: € 6,95<br />
NEU<br />
75 × „HD ready“:<br />
Die besten Plasmaund<br />
LCD-TVs<br />
im Überblick<br />
KÜNSTLICHE<br />
WELTEN<br />
Wie die Industrie digitale Wunder erschafft<br />
Heimkino-Test:<br />
Projektorhighlights<br />
von Sanyo, Mitsubishi<br />
und Metavision<br />
HD-Startschuss:<br />
ProSiebenSat.1 und<br />
Premiere schreiben<br />
Geschichte<br />
Checkliste:<br />
Legen Sie „HD ready“-<br />
Schummlern das<br />
Handwerk<br />
Farbenrausch:<br />
Philips-LCD mit<br />
Ambilight im Test
EDITORIAL<br />
Neues Denken<br />
In den vergangenen Monaten haben Fachleute wie<br />
Endkunden viel gelernt. Zum Beispiel, dass man<br />
unter Umständen in der heutigen Zeit des Überflusses<br />
einige Wochen Wartezeit einkalkulieren muss, um<br />
einen Fernseher geliefert zu bekommen, der auch in<br />
Zukunft noch voll einsatzfähig ist. Wir haben gelernt,<br />
dass in verborgenen Lagern noch viele Kisten stehen,<br />
in denen alte TV-Geräte schlummern, die noch<br />
irgendwie an den Mann gebracht werden müssen,<br />
obwohl sie technisch gesehen schon total veraltet sind.<br />
Außerdem haben wir gelernt, dass Deutschland in Sachen <strong>HDTV</strong> in Europa<br />
ganz weit vorne mitmischt, statt sich hinten anzustellen. Bei uns starteten die<br />
ersten werbefinanzierten Sender die Ausstrahlung in hochauflösender Qualität<br />
und Premiere drückt mit MPEG-4 einen neuen Standard in den Markt,<br />
auf den die Welt sonst noch mindestens zwei Jahre gewartet hätte. Wir vom<br />
Auerbach Verlag haben gelernt, dass der Start der HD+TV im August goldrichtig<br />
gewesen ist. Es besteht Aufklärungsbedarf im Fachhandel und bei<br />
den Endkunden. Über der Erwartung liegende Verkäufe und eine durchweg<br />
positive Resonanz bestärken uns im weiteren Ausbau der Aktivitäten. Ab sofort<br />
gibt es dieses Heft alle zwei Monate und damit Sie sich zu Hause oder auf<br />
der Arbeit einen Eindruck vom hochauflösenden Fernsehen machen können,<br />
haben wir dieser Ausgabe eine CD mit Material in HD-Qualität beigelegt. Als<br />
Partner haben wir die deutschen HD-Spezialisten von Ottonia Media gewonnen,<br />
die in eindrucksvollen Vergleichen zeigen, wie scharf ein Fernsehbild<br />
sein kann. Die <strong>HDTV</strong>-Etappen für‘s kommende Jahr sind schon jetzt gesetzt:<br />
Eine hochauflösende Fußball-WM im eigenen Land und die zur Dauermesse<br />
mutierte IFA laden ein. Wir werden für unsere Leser dabei sein und berichten<br />
über neue Trends und achten darauf, dass auch wirklich überall <strong>HDTV</strong> drin<br />
ist, wo „HD ready“ draufsteht.<br />
www.hdplustv.de<br />
Die<br />
Website<br />
für das<br />
bessere<br />
Fernsehen<br />
Florian Pötzsch<br />
Mitherausgeber HD+TV<br />
www.hdplustv.de
Leuchtfeuer<br />
ProSiebenSat.1 und<br />
Premiere starten<br />
ihre <strong>HDTV</strong>-Kanäle<br />
18<br />
92<br />
Exklusiv<br />
Premiere-<strong>HDTV</strong>-Receiver<br />
unter der Lupe<br />
76<br />
Konzertsaal<br />
Elac und Monitor<br />
Audio bezirzen mit<br />
feinen Klängen<br />
34<br />
Realität<br />
Mit den Ottonia-WM9-DVDs<br />
um die Welt<br />
IN DIESER AUSGABE<br />
Lesen Sie auch DIGITAL FERNSEHEN<br />
Das Medienmagazin berichtet jeden<br />
Monat aktuell über alles Wissenswerte<br />
rund um das Digital TV. Die<br />
aktuelle Ausgabe ist jetzt am Kiosk<br />
erhältlich.<br />
NEUES<br />
06 Aufbruchstimmung<br />
07 Newsticker<br />
10 eDIT Filmakers Festival<br />
12 SED im Praxistest<br />
14 „HD ready“-Ratgeber<br />
STANDARDS<br />
03 Editorial<br />
59 HD+TV-Abonnement<br />
94 Testübersicht<br />
96 Marktübersicht<br />
98 <strong>Vorschau</strong>/Impressum<br />
98 Geschichten, die das<br />
Leben schreibt<br />
INHALTE<br />
17 The Show must go on<br />
18 <strong>HDTV</strong>-Start Premiere und Co.<br />
22 Hochauflösendes Internet<br />
24 Filmvorstellung: Narnia<br />
28 Harman-Kardon-Story<br />
30 <strong>HDTV</strong> in Japan<br />
32 Fraunhofer-Institut<br />
34 Ottonia-Media-DVDs<br />
36 Interview: Michael Paul<br />
38 Xbox 360: Das ganze Leben<br />
ist ein Spiel<br />
004 www.hdplustv.de<br />
Titelbild: Alias Wavefront, Maya © Copyright 2005 Alias Systems Corp. All rights reserved.<br />
Inhalt: ProSiebenSat.1, Ottonia Media, Buena Vista, Premiere, Archiv
Ewiges Eis<br />
In der Verfilmung der siebenbändigen Buchreihe<br />
„Die Chroniken von Narnia“ erwacht die Fabelwelt<br />
zum Leben – Näheres auf Seite 24<br />
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WISSEN<br />
41 Das Märchen vom<br />
hochauflösenden Bild<br />
42 PAL contra <strong>HDTV</strong><br />
44 Der richtige Sichtabstand<br />
45 DLP-Projektion<br />
48 Beschnittene Filmrollen<br />
52 LED-Technologie<br />
54 Technicolor<br />
56 Die DVD-Erben: Blau vs. Blau<br />
60 Vollbilder zusammengebaut<br />
KAUFBERATUNG<br />
62 „HD ready“-Skandal<br />
64 LCD-Projektor: Sanyo Z4<br />
66 Metavision vs. Mitsubishi<br />
70 Alternativen: Projektoren<br />
72 Onkyo-AV-Kombi<br />
76 ELAC gegen Monitor Audio<br />
80 Alternativen: Lautsprecher<br />
82 Thomson-DLP-Rückpro<br />
84 Panasonic-Viera-Plasma<br />
86 Philips-LCD mit Ambilight<br />
88 Alternativen: Flachbildschirme<br />
89 Schöner Wohnen<br />
92 Vor Ort bei Premiere<br />
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NEUES<br />
Der billige Jakob<br />
Endlich haben wir eine neue Regierung. Eine, die jetzt alles besser<br />
machen will. Eine, die alles besser machen muss. Vielfach höre<br />
ich heute etwas von „Ruder herumreißen“, „Zähne klappern“ und<br />
„Gürtel enger schnallen“. Ich frage mich in solchen Momenten immer<br />
wieder, ob unsere Politiker gänzlich den Sinn für die Realitäten<br />
dieses Landes verloren haben. Erstens reißen wir das Ruder heute<br />
nach rechts und morgen wieder nach links, zweitens zittern wir ob<br />
der hohen Gaspreise schon längst im kalten Wohnzimmer und der<br />
Gürtel ist bereits seit Jahren auf das letzte Loch eingestellt. Was wir<br />
nun brauchen, sind keine blöden Sprüche, sondern klare Perspektiven.<br />
Dann sind wir auch gerne bereit, nach der jahrelangen Dauerdiät<br />
sogar noch Heilfasten in den persönlichen Lebensplan zu<br />
schreiben. Mir kommt es so vor, als seien Sie, liebe Politiker, der billige<br />
Jakob in diesem Land und verkaufen ihre schlechte Politik im<br />
Sonderangebot. Wenn Handel und Industrie das genauso machen<br />
würden, ginge es auch mit der digitalen Unterhaltungselektronik<br />
in affenartiger Geschwindigkeit bergab. Wachstum heißt Innovation.<br />
Innovationen werden gekauft. <strong>HDTV</strong> ist das beste Beispiel.<br />
Die Lager der Hersteller sind leer, die Preise gehen nach oben, nicht<br />
nach unten. Der Boom wird dank der Fußball-Weltmeisterschaft<br />
2006 anhalten. Warum? Nicht weil die Hersteller dumme Sprüche<br />
klopfen. Nein – es ist einfach ein tolles Produkt mit einer Vision. So<br />
etwas brauchen Sie auch mal in der Politik.<br />
Stefan Goedecke<br />
Herausgeber HD+TV<br />
006 www.hdplustv.de
<strong>HDTV</strong> bei den Briten<br />
Im nächsten Jahr will BSkyB mit HD-Versionen<br />
von Sky One, Sky Sports, Sky Movies und Artsworld<br />
den Schritt ins HD-Zeitalter wagen. Wie<br />
Brian Sullivan, Sky’s Director für Produkte und<br />
Service, verkündete, werden die HD-Angebote<br />
von Sky für den Massenmarkt im Rahmen des Erschwinglichen<br />
liegen. Wie BSkyB bestätigte, sind<br />
Filme wie „Kill Bill 1“, „Spiderman 2“ und ‚„Big<br />
Fish“ fest im Repertoire eingeplant. Sendungen auf<br />
HD Sky One werden zum einen HD-US-Importe<br />
sein, zum anderen werden andere vom Standard-<br />
Format auf HD hochgerechnet. Auch der staatliche<br />
Anbieter BBC kündigte nahezu zeitgleich den Start eines eigenen HD-Kanals an.<br />
Auf BBC HD wird es ausgewählte Sendungen der Inlandsprogramme in hochauflösender<br />
Qualität zu sehen geben. Anders als die Sky-Kanäle soll BBC HD uncodiert ausgestrahlt<br />
werden. Sky erwartet, dass in Großbritannien 700 000 „HD ready“-Fernseher bis Weihnachten<br />
verkauft werden, bis nächstes Weihnachten sollen<br />
es zwei Millionen sein. RP<br />
Hoffnung fürs Kabel<br />
Der weltweit größte Technologiekonzern Microsoft und US-Kabelfirmen<br />
arbeiten an einer Technologie, die den Empfang von<br />
über das Kabel verbreiteten <strong>HDTV</strong>-Programmen erleichtern soll.<br />
Die Kooperation von Microsoft mit den US-Kabelfirmen wird als<br />
Hoffnungszeichen gedeutet: „Wir freuen uns über diese Kooperation<br />
in den USA, denn durch die Einführung dieser neuen Umwandlungsgeräte<br />
würde das Kabel als Infrastruktur gestärkt<br />
werden“, sagt Manuel Cubero, Direktor Kabel TV der Kabel<br />
Deutschland GmbH. Bill Gates hatte in zahlreichen<br />
Interviews bereits seinen Unmut über die kommenden<br />
DVD-Nachfolger geäußert – für ihn liegt die Zukunft<br />
bei Video-on-Demand ohne Datenträger. CT<br />
ewsticker<br />
Kabel Deutschland plant <strong>HDTV</strong>-Start für 2006<br />
Auch bei Kabel Deutschland sollen die Kunden demnächst in den Genuss des hochauflösenden Fernsehens<br />
kommen. „Wir werden definitiv im ersten Halbjahr 2006 starten“, so ein Unternehmenssprecher gegenüber<br />
HD+TV. „Die entsprechenden Vorbereitungen sind bereits angelaufen.“ Kabel Deutschland und<br />
ProSiebenSat.1 streiten jedoch noch darüber, ob die TV-Gruppe für die<br />
Einspeisung ins digitale Kabel des Netzbetreibers zahlen muss oder<br />
an dessen Einnahmen aus den Anschlussgebühren beteiligt werden<br />
soll. „Wir wollen <strong>HDTV</strong> auch über Kabel verbreiten, doch das<br />
hängt davon ab, ob wir uns mit Kabel Deutschland einig werden“,<br />
so eine Sprecherin der Sendergruppe. „2006 werden wir dann die<br />
Situation von <strong>HDTV</strong>, auch im Kabel, noch einmal eingehend analysieren“.<br />
TM<br />
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Windows im Wohnzimmer<br />
Mit der High Def BoxOne können Sie nicht nur DVDs und CDs abspielen<br />
und selbst erstellen, sondern auch das Internet auf den Fernseher<br />
zaubern. Mit der 200-GB-Festplatte werden DVDs, Videos und Musik<br />
kinderleicht archiviert. Das zeitlose Design und die hochwertige Chassisqualität<br />
aus Vollaluminium wandeln die kühle Schönheit vom Hochleistungscomputer<br />
zum Wohnzimmerblickfang. Der Preis dieses<br />
Multimedia-Centers beträgt 1 499 Euro. Im<br />
Januar startet High Def mit der BoxTwo eine<br />
weitere Ausbaustufe. Dank eines integrierten<br />
Verstärkers können bis zu 6 Lautsprecher direkt<br />
angesteuert werden. CT<br />
<strong>HDTV</strong> führt die Nationalelf zum Sieg<br />
Während sich der Fußball-Profi Michael Ballack kaum zwischen den Angeboten der verschiedenen Spitzenclubs<br />
entscheiden konnte, war die Verpflichtung, in Zukunft als <strong>HDTV</strong>-Botschafter für den japanischen<br />
Konzern Sony anzutreten, schneller getroffen. Im Rahmen der anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft<br />
2006 in Deutschland erläutert das Sport-Ass in einem Werbespot die wichtigsten Merkmale von<br />
„HD ready“-Fernsehern. Bei der Konkurrenz ist dagegen Nationalmannschaftscoach Jürgen<br />
Klinsmann untergekommen. Der Schwabe zeigt sein Gesicht neuerdings in Verbindung mit<br />
dem DFB-Sponsorpartner LG Electronics. „LG’s Plasmabildschirme als auch DVD-Spieler<br />
helfen uns beim Anschauen unserer Gegner in Richtung Fifa WM 2006“, lässt Klinsmann<br />
über seine Internetseite bekannt geben. Welcher Nationalspieler uns als nächstes mit seiner<br />
Stellungnahme zu <strong>HDTV</strong> überraschen wird, wissen wir noch nicht. Vielleicht fällt<br />
die Entscheidung zwischen Kahn und Lehmann. MA<br />
Come in, find out<br />
Im Zuge der Digitalisierung werden selbst bei kostspieligen Fernsehern<br />
die Anschlüsse knapp. Zum Glück gibt es externe DVI- und<br />
HDMI-Umschalter, die den Gerätefuhrpark auf sicheren Bahnen<br />
lenken. Der <strong>HDTV</strong>ision 4100 ist ein Umschalter für Bildnormen<br />
von 480i bis 1 080p und akzeptiert sowohl 50- als auch 60-Hz-Signale.<br />
Mittels HDMI-1.1-Kompatibilität können auch Tonformate<br />
übertragen werden. Den Helfer in der Not können Sie zum Preis<br />
von 399 Euro erstehen. CT<br />
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Größer, schöner, jährlich: IFA<br />
Nach dem großen Erfolg der letzten Internationalen Funkausstellung haben die Veranstalter<br />
beschlossen, sich vom aktuellen Zwei-Jahres-Rhythmus zu verabschieden und die Unterhaltungselektronikmesse<br />
2006 erneut stattfinden zu lassen. Angeregt durch hohe Wachstumsraten,<br />
schnelle Produktentwicklungen und die rasant voranschreitende Digitalisierung<br />
sehen die Betreiber genügend Potenzial für ein jährliches Großereignis unter dem Berliner<br />
Funkturm. Die Entscheidung trifft jedoch bisher auf ein gespaltenes Echo. Vor allem die hohen<br />
Kosten stellen einige Unternehmen vor ein akutes Problem. So bezeichnete ein Sprecher<br />
von Toshiba die IFA als schlicht „nicht finanzierbar“. Andere Unternehmen prüfen derzeit<br />
ihre Optionen. So sieht u. a. der Marketing Manager von Denon gegenüber HD+TV „sehr<br />
interessante Alternativen“ zu einer jährlichen IFA. MA<br />
Kalt gestellt<br />
In den hintersten Ecken der IFA lauerten<br />
immer noch die interessantesten<br />
Produkte. Am Marantz-Stand<br />
erspähten wir einen DLP-Projektor,<br />
der dank metallener Hülle fast lautlos<br />
daher kommt. Ein Lens-Shift sichert<br />
zudem Aufstellungskomfort. Im<br />
Sommer 2006 könnte der Prototyp in<br />
Serie gehen – wir drücken die Daumen!<br />
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Initiative gegen <strong>HDTV</strong>-Kopierschutz<br />
Mit der Gründung der „inwa“ haben besorgte Enthusiasten eine Initiative für User-Rechte<br />
aus der Taufe gehoben. In Forendiskussionen sollen Unbedarfte mit den Themen des Kopierschutzes<br />
und der Auswüchse übertriebener DRM konfrontiert werden. Die Betreiber sind ein<br />
breit angelegtes Netzwerk von der Schweiz bis nach Japan. Einige engagieren<br />
sich auch in andern Zusammenhängen u. a. bei STOP1984. Viele<br />
Mitglieder arbeiten oder studieren im IT- und Medienbereich.<br />
Wer nicht nur die schönen Seiten der neuen<br />
Technikwelt kennen lernen möchte, sollte in Zukunft<br />
einen Blick ins Forum riskieren. www.<br />
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Auch wenn das Gemüse zum Anbeißen<br />
aussieht, im Film „Wallace and Gromit“<br />
besteht alles aus Knetmasse<br />
Bits, Bytes und Prominenz<br />
Der Kunst und Wissenschaft des bewegten Bildes widmete sich im Oktober das jährliche<br />
„eDIT Filmmaker’s Festival“ im Kino „Cinestar Metropolis“ in Frankfurt am Main. Bereits zum<br />
achten Mal zeigte die Veranstaltung zur digitalen Bewegtbildproduktion mit ihrem Programm<br />
eine konzentrierte Auswahl der wichtigsten Produktionen, Trends und Innovationen<br />
aus allen Bereichen des Filmemachens.<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
Dass im Weltall keine Raumschiffe<br />
einen intergalaktischen Krieg ausfechten,<br />
die Stadt Gotham auf keiner<br />
Landkarte verzeichnet ist und Charlies<br />
Schokoladenfabrik niemals Süßigkeiten auf<br />
den deutschen Markt bringt, ist logisch –<br />
schließlich existieren alle Geschehnisse nur in<br />
der Fantasie. Mit welch realistischen Zügen<br />
diese Träume jedoch Wirklichkeit werden,<br />
zeigten die einzelnen Veranstaltungen im Bereich<br />
der Computeranimation. Während die<br />
Heimkinofreunde voller Inbrunst die HD-<br />
Kanäle von Premiere und ProSiebenSat.1<br />
verschlingen, werkeln im Hintergrund findige<br />
Spezialisten an Orks, Außerirdischen und<br />
Knetfiguren. Dabei sind die Effektmagier<br />
weitestgehend unbekannt – einzig die Regisseure<br />
Spielberg und Lucas sind Kinogängern<br />
ein Begriff. Der Job eines Animators ist somit<br />
alles andere als publikumsträchtig. Doch<br />
wo die Altmeister in „Krieg der <strong>Welten</strong>“ oder<br />
„Die Rache der Sith“ inhaltlich versagen, holen<br />
die Techniker die Kohlen aus dem Feuer.<br />
Hilmar Koch, zuständig für die Computereffekte<br />
im vorerst letzten Sternenkrieg, erläuterte<br />
nicht nur die steigende Qualität bei<br />
der Entwicklung seiner Serie, sondern auch<br />
den unaufhaltsamen Fortschritt des neuen<br />
Zeitalters. Mit digitalen Kameras, Nachbearbeitung,<br />
Vervielfältigung und Wiedergabe ist<br />
das analoge Zeitalter bald in Geschichtsbüchern<br />
niedergeschrieben.<br />
Bilder mit Herz<br />
Ein Film ohne Story oder guten Hauptdarstellern<br />
ist nichts weiter als Zeitverschwendung,<br />
selbst wenn sie Massenschlachten eines<br />
„Königreich der Himmel“ oder die Kunstgriffe<br />
eines „Sin City“ vorweisen könnten.<br />
Deshalb lautete das Motto der eDIT: Ja zur<br />
Computeranimation, aber bitte unauffällig.<br />
Im Mittelpunkt aller Effektspektakel standen<br />
zudem bekannte Gesichter: Von Johnny<br />
Depp über Tom Cruise bis Bruce Willis<br />
geben sich immer mehr Darsteller handgemachter<br />
Klassiker den künstlichen <strong>Welten</strong><br />
hin. Und auch Christian Bale wird wohl am<br />
Set beruhigt sein Batman-Kostüm angelegt<br />
haben, denn seine in Schwärmen umherflat-<br />
010 www.hdplustv.de
Bilder: Presse eDIT, © 2005 DreamWorks Animation LLC and DreamWorks LLC. TM & © Aardman Animations, LTD., © UIP<br />
ternden Fledermausfreunde stammen ebenfalls aus dem<br />
Rechner. Um jedoch einen Bühnenfreak wie Regisseur<br />
Tim Burton zu bekehren, bedurfte es ungleich größerer<br />
Anstrengungen. Im virtuosen Bildermärchen „Charlie<br />
und die Schokoladenfabrik“ ging VSX-Supervisor Nick<br />
Davis zunächst von 300 Effektaufnahmen aus. Nachdem<br />
die Zurückhaltung Burtons jedoch in Euphorie umschlug,<br />
wurden die Computerszenen verdreifacht. Dass<br />
es aber nicht nur mit Zahlenspielereien zugeht, offenbarte<br />
die Vorpremiere zu „Wallace and Gromit – Auf der<br />
Jagd nach dem Riesenkaninchen“. Ganze vier Jahre werkelten<br />
die Aardman Studios an ihren Knetfiguren – jede<br />
Filmsekunde wurde per Hand animiert. Doch nicht nur<br />
auf der Leinwand bevölkern künstliche Wesen die Landschaften,<br />
sondern auch in der interaktiven Spielewelt ist<br />
die Computeranimation Trumpf. Mit Henry Labounta<br />
von EA Games sicherte man sich einen der größten<br />
Publisher unseres Planeten – ob Göttersimulation, Fußballspiel<br />
oder die Umsetzung von Peter Jacksons „Der<br />
Herr der Ringe“, Electronic Arts gilt als Machtmonopol<br />
der digitalen Unterhaltungselektronik.<br />
Kinogänger<br />
Bereits in der letzten Ausgabe haben wir Ihnen die Vorzüge<br />
des digitalen Kinos näher gebracht und auch auf der<br />
eDIT war dies eines der Streitthemen. Im Mittelpunkt<br />
der Gespräche stand jedoch nicht die Technik, sondern<br />
die Preise. Mit fast einer Million Euro für einen großzügig<br />
dimensionierten Kinosaal sind die Anschaffungskosten<br />
immens hoch. Deshalb sollen Unentschlossene<br />
mit Leasing-Angeboten oder Werbeauszahlungen zum<br />
Umrüsten überzeugt werden. Ob jedoch auch der Kinogänger<br />
den seit Jahren rückläufigen Besucherzahlen<br />
entgegenwirkt, weiß aus der Branche niemand so recht.<br />
Die unaufhaltsamen Verkäufe von Heimkinosystemen<br />
machen den öffentlichen Lichtspielhäusern schwer zu<br />
schaffen. Immerhin könnte die neue Technik auch einen<br />
Preis- und nicht zuletzt Zeitvorteil bringen – digitale Filme<br />
sind unkompliziert zu vervielfältigen und die Kosten<br />
für Filmrollen entfallen. Wer jedoch jetzt zögert, könnte<br />
am Ende einen hohen Preis dafür zahlen. Dass die digitale<br />
Welt kommt, steht fest, nur ihre Verbreitung wirkt<br />
momentan noch gehemmt.<br />
Ehrung<br />
Natürlich dürfen auch die prominenten Gäste nicht unerwähnt<br />
bleiben. Mit Kristanna Loken („Terminator 3“)<br />
wehte ein Hauch von Hollywood durch die Veranstaltung.<br />
Schauspieler Armin Mueller-Stahl und Oscar-Preisträger<br />
für Animation Phil Tipett („Rückkehr der Jedi Ritter“,<br />
„Jurassic Park“) wurden zudem mit den Festival Honors<br />
ausgezeichnet. Hessens Ministerpräsident Roland Koch<br />
überreichte an einem feierlichen und dennoch gelösten<br />
Abend den begehrten Preis, der bereits der Legende Stanley<br />
Kubrick zuteil wurde. Alles in allem eine durchweg<br />
gelungene Veranstaltung, findet auch Festivalleiter Sebastian<br />
Popp: „Wir haben den Eindruck, dass eDIT im achten<br />
Jahr dort angekommen ist, wo wir hinwollten. Zum<br />
einen wollten wir mehr internationale Teilnehmer gewinnen<br />
und zum anderen neben den Visual-Effects- und<br />
Postproduction-Spezialisten auch eine breitere Zielgruppe<br />
aus der gesamten Filmbranche ansprechen. Ich freue<br />
mich sehr, dass uns beides gelungen ist.“<br />
Ein Mann gegen die Angreifer<br />
aus dem Computer – Tom<br />
Cruise in „Krieg der <strong>Welten</strong>“<br />
Dinoflüsterer<br />
Dass die Arbeit an<br />
Computeranimationen nicht<br />
mit öffentlicher Berühmtheit<br />
einher geht, ist Normalität.<br />
Jedoch kann sich der<br />
Schöpfer von „Jurassic Park“<br />
und Co., Phil Tippett, mit<br />
einer ganz besonderen<br />
Huldigung rühmen: Die<br />
Dinosaurierart „Elaphrosaurus<br />
philtippettorum“ ist<br />
nämlich nach ihm benannt.<br />
v.l.n.r.: Birte Karalus, Udo Corts, Jaecki Schwarz, Tom Atkin, Sebastian Popp,<br />
Armin Mueller-Stahl, Phil Tippett, Roland Koch, Kristanna Loken<br />
Happy Birthday, Kristanna Loken!<br />
Glücklicher Preisträger und erfreuter Festivalleiter – Phil<br />
Tippett und Sebastian Popp<br />
Inhalte | HD+TV | 1.2006 011
Schatzsuche<br />
Auf der IFA mussten die Fachbesucher für wirkliche Innovationen Schlange<br />
stehen oder wie wir, die Gunst der Stunde nutzen, um geschlossenen Veranstaltungen<br />
beizuwohnen. Hinter verriegelten Türen warteten dann Geheimnisse,<br />
wie Toshibas SED-Technologie. In der letzten Ausgabe haben wir Ihnen<br />
bereits alle Hintergrundinfos geliefert, nun folgt die Praxis.<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
Diktatur?<br />
Die für unsere Geschichte<br />
unglückliche Abkürzung SED<br />
steht nicht etwa für ein Revival<br />
der sozialistischen<br />
Einheitspartei, sondern für<br />
“Surface-Conducted<br />
Electron-Emitter Display.”<br />
Die Funktionsweise ist<br />
ähnlich dem unserer Röhrenbildschirme.<br />
Statt eines<br />
wandernden Elektronenstrahles<br />
werden die<br />
Bildpunkte jedoch einzeln<br />
angesprochen. Ein flimmerfreies<br />
Bild und geringer<br />
Stromverbrauch sind der<br />
Lohn. Preislich werden die<br />
Bildschirme zu Beginn in<br />
hohen Sphären angesiedelt<br />
sein, obwohl die Produktion<br />
auf Dauer günstiger als bei<br />
Plasmabildschirmen ausfällt.<br />
Wir rechnen mit 9000 Euro<br />
für die ersten Modelle im<br />
nächsten Jahr.<br />
Auf drei Podesten versammelten sich alle Techniken<br />
von heute und morgen. Links stand ein<br />
Plasma der Firma Panasonic (auch wenn nicht<br />
als solcher auf den ersten Blick zu erkennen), rechts ein<br />
LCD-Bildschirm von Toshiba und in der Mitte thronte<br />
der SED-Prototyp. Die gezeigten Bilder waren allesamt<br />
HD-Material und zeigten eindringlich, weshalb Plasma<br />
und LCD nur eine Übergangsphase darstellen.<br />
Zum Greifen nahe<br />
Die Fahrt eines Skiläufers durch die weiße Pracht eines<br />
Berghanges vermittelte bereits die großen Stärken der<br />
SED-Technologie. Satte Helligkeitswerte, keinerlei Nachzieheffekte<br />
und eine plastische Darstellung – hier war<br />
der tiefblaue Himmel nicht bloß eine ebene Fläche, sondern<br />
vermittelte tatsächlich den Eindruck großer Weite.<br />
Noch deutlicher fielen die Nachtszenen aus. Während<br />
der Plasmabildschirm bereits heller zeichnet und damit<br />
die Bildtiefe eines SEDs verfehlt, wirkt der Toshiba-LCD<br />
erschreckend schwach. Die Nachtsequenzen schienen wie<br />
künstlich beleuchtet und allenfalls grau denn schwarz. Als<br />
das Antlitz einer Frau in Großaufnahme im<br />
Spiegel auftauchte und deren Hautporen fast<br />
einzeln zu erkennen waren, zeigte der Plasma<br />
deutliche Helligkeitsabstufungen und raubte<br />
dem schönen Gesicht seine Natürlichkeit<br />
– die SED-Technologie zeigte keinerlei Bildfehler.<br />
Als kurz darauf ein schwingendes Pendel<br />
und Laufschrift die Bildschirme passierten,<br />
musste wiederum die LCD-Technologie<br />
klein beigeben. Deutliche Nachzieheffekte<br />
ließen den Betrachter auch mit Brille nur<br />
schwerlich die vorbei fliegenden Worte entziffern. Selbst<br />
auf dem Plasma waren feine Unschärfen erkennbar. Alles<br />
im Lot hingegen wiederum beim SED-Bildschirm<br />
– jederzeit knackscharf und detailliert präsentierten sich<br />
auch filigrane Verzierungen. Ein Blick auf den jederzeit<br />
eingeblendeten Stromverbrauch signalisierte zudem: Die<br />
SED-Technologie schluckt nur die Hälfte eines LCD-<br />
Bildschirms und das bei gleicher Größe eines Plasmas.<br />
Wunderwaffe?<br />
Nun klingt alles wunderbar und nicht wenige werden<br />
sich wohl unruhigen Gewissens fragen, ob sich denn die<br />
Wartezeit bis zur Markteinführung 2006/2007 lohnt.<br />
Plasma und LCD-Bildschirme besitzen jedoch einen<br />
großen Vorteil: Obwohl sie technischen Beschränkungen<br />
unterliegen, sind sie langzeiterprobt. Auf die Frage,<br />
welche Lebensdauer ein SED-Bildschirm aufweist antwortete<br />
Toshiba nur: „Ähnlich wie ein Röhrenfernseher.“<br />
Sowohl die geringe Beanspruchung des Phosphors als<br />
auch der geringe Energieverbrauch zeugen jedoch von<br />
deutlich höhreren Lebenszyklen. Langzeittests liegen<br />
aber nicht vor. Die SED-Technologie krankt zudem an<br />
Einbrenneffekten, wie sie bereits bei der Röhre und der<br />
Plasma-Technik bedingt sind. Zumindest im Computerund<br />
Präsentationsbereich werden LCDs auch in Zukunft<br />
die Nase vorn haben. Der Präsentationsraum war zudem<br />
unnatürlich stark heruntergekühlt, vielleicht ein Zeichen,<br />
dass der Prototyp nur bei speziellen Temperaturen seine<br />
volle Leistung entfalten kann. Hoffentlich waren die arktischen<br />
Temperaturen keine Notwendigkeit für die Funktionsbereitschaft,<br />
denn in Sachen Bildqualität können<br />
sich die Herausforderer bereits heute warm anziehen!<br />
Bild: PixelQuelle, Toshiba<br />
012 www.hdplustv.de
Ihr guter Rat<br />
Getreu dem Motto: „Eine gute Idee ist umso besser, wenn sie nach außen<br />
getragen wird“, präsentieren wir Ihnen mit freundlicher Unterstützung des<br />
ZDF den WISO-Beitrag zur <strong>HDTV</strong>-Beratung. Im Zuge der IFA offenbarte das<br />
Wissensmagazin mit Michael Opoczynski die Gefahr eines Fehlkaufs und bot<br />
seinen Zuschauern die einfach wie geniale Möglichkeit, sich rechtlich gegen<br />
Betrug zu schützen. Für uns ein Grund, mit dem ZDF in Kontakt zu treten<br />
und diesen gelungenen Beitrag mit Papier und Tinte zu würdigen.<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
014 www.hdplustv.de
Geräte haben nur eine kurze Lebensdauer und bilden ein<br />
schlechteres Bild ab als ein guter Röhrenfernseher.<br />
Flach gleich besser?<br />
Die wohl größte technische Errungenschaft von Plasmas<br />
und LCD-Fernsehern ist ihre flache Bauweise. Kein anderes<br />
Merkmal trug die Werte: „Modern“, „Design“ und<br />
„Qualität“ besser nach außen als die schmale Bauform.<br />
Während Zahlenspiele und technisches Kauderwelsch<br />
die Benutzer eher kalt ließen, war auch auf der diesjährigen<br />
IFA der Staunfaktor infolge der Bildschirme in<br />
Bilderrahmenform ungebrochen. Leider hat das flache<br />
Bild nichts mit <strong>HDTV</strong> und einer guten Qualität zu tun.<br />
Selbst ein Röhrenfernseher könnte in der Theorie HD-<br />
Signale abbilden. Auch das „echte Kinoformat“ 16:9 ist<br />
kein Kriterium für das neue Bilderlebnis. Filmliebhaber<br />
erleben DVDs bereits seit 10 Jahren in diesem Format.<br />
<strong>HDTV</strong> sorgt jedoch für einen einheitlichen Standard,<br />
denn sämtliches Material wird immer in 16:9 aufgezeichnet.<br />
Verzerrte Eierköpfe infolge des 4:3-Formates sind in<br />
Zukunft die Ausnahme. Somit bleibt am Ende der Vorteil<br />
einer fünffach höheren Auflösung und Bilder in Fotoqualität<br />
– dumm nur, wenn gerade hier der neue Bildschirm<br />
trotz „<strong>HDTV</strong>-fähig“-Aufdruck versagt.<br />
Bild: ZDF<br />
In Zeiten von Umsatzsteigerung können wir Sie nicht<br />
oft genug vor billigen Schnäppchen und „No-Name“-<br />
Produkten warnen. Doch selbst Markenfirmen sind<br />
vom Konsumschwindel nicht ausgenommen. Oftmals<br />
überdauern Produkte mit älterem Produktionsjahr die<br />
Zeiten unbeschadet hinter Schaufensterscheiben. Während<br />
nach außen keinerlei Unterschiede zu neuen Geräten<br />
festzustellen sind, mangelt es aber dennoch an inneren<br />
Werten. Slogans wie „<strong>HDTV</strong>-kompatibel“, „<strong>HDTV</strong>-fähig“<br />
oder „<strong>HDTV</strong>-tauglich“ werben mit der Glaubwürdigkeit<br />
eines Wetterberichtes. Diese Siegel besagen lediglich,<br />
dass <strong>HDTV</strong>-Signale verarbeitet, jedoch nicht mit der<br />
korrekten Auflösung dargestellt werden können. Solche<br />
Entscheidung<br />
Im Fachhandel oder im Großhandelsketten die qualitativen<br />
Unterschiede auszumachen, ist sicher nicht einfach.<br />
Folgende Ratschläge sollten Sie aber immer im Hinterkopf<br />
behalten. Nur Bildschirme mit dem offiziellen<br />
„HD-ready“-Symbol sind zukunftssicher. Das Symbol<br />
sollte zudem auf dem Karton und dem Bildschirm selbst<br />
angebracht sein – jeder Elektronikmarkt könnte das Siegel<br />
auch selbstständig neben dem Preisschild anbringen.<br />
Vergleichen Sie verschiedene Bildschirme nur in einer<br />
genormten Einstellung. Lassen Sie dabei die Schärfe-,<br />
Kontrast- und Helligkeitswerte in die Mittelposition stellen,<br />
die Farbtemperatur sollte auf „warm“ stehen. Dynamischen<br />
Kontrast und technische Helferlein müssen Sie<br />
deaktivieren oder auf einen geringen Wert stellen. LCDs<br />
wirken in heller Umgebung immer besser als im dunklen<br />
Raum – Plasmas spielen ihre Vorteile nur bei gedämpften<br />
Licht aus. Schwarze Anteile leuchten bei Plasmas nämlich<br />
so schwach, dass Umgebungslicht die Flächen bereits aufhellt.<br />
Hier gehen Kontrast und Bildtiefe verloren. Auch<br />
das Videokabel wird allzu oft stiefmütterlich behandelt.<br />
Während ein Bildschirm über das hochwertige HDMI-<br />
Kabel seine Informationen empfängt, muss sich sein<br />
Konkurrent mit der billigen gelben Videostrippe begnügen.<br />
Gleiche Kabel sind für faire Tests Vorraussetzung!<br />
Hilfreiche DVDs zum Bildschirmtest sind die Burosch<br />
Referenz DVD oder Peter Finzels Test Disc. Beide sind für<br />
rund 20 Euro unter www.burosch.de bzw. www.peterfinzel.de<br />
erhältlich.<br />
Brief und Siegel<br />
Mit dem Formular auf der<br />
nächsten Seite können Sie<br />
sich vom Händler die<br />
„HD-ready“-Eignung ihres<br />
zukünftigen Fernsehers<br />
schriftlich bestätigen lassen.<br />
Das gekaufte Gerät erfüllt<br />
die EICTA-Spezifikationenen<br />
(European Information &<br />
Communications Technology<br />
Industry Association) in allen<br />
Punkten. Für eine weitere<br />
Bewertung der Bildqualität<br />
müssen Sie aber dennoch<br />
selbst Vergleiche ziehen<br />
oder die Testberichte in<br />
Fachzeitschriften konsultieren.<br />
Neues | HD+TV | 1.2006 015
016 www.hdplustv.de © 2005 by WISO / ZDF
INHALTE<br />
Thomas Meyer<br />
Redaktion HD+TV<br />
„The show must go on“ – das sang nicht nur der selige Freddy<br />
Mercury, das wissen auch die Herren der ProSiebenSat.1 Media<br />
AG. Mein Gott, was war das für ein Paukenschlag, als die Münchener<br />
auf der Internationalen Funkausstellung noch vor Premiere-<br />
Schorsch Kofler den Start ihrer Sender in <strong>HDTV</strong> bekanntgaben!<br />
Zwar waren dann irgendwelche Eierköpfe von der FH Karlsruhe<br />
schneller und schickten ihren Sender HD Hit noch vor dem Start<br />
von ProSiebenSat.1 in die Netze von Kabel Baden-Württemberg,<br />
doch dafür drückte Edmund Stoiber höchstpersönlich auf den<br />
roten Knopf, um Deutschland ins hochauflösende Zeitalter zu<br />
befördern. Nun, der gute Edi geht doch nicht als Wirtschaftsminister<br />
nach Berlin und ProSieben HD und Sat.1 HD konnte mangels<br />
Receiver wochenlang niemand empfangen, doch was soll’s. In den<br />
Geschichtsbüchern wird nicht stehen: „Fernsehen für niemand!“<br />
Vielmehr wird der Knopfdruck am 26. Oktober 2005 als edle Pioniertat<br />
in die Annalen der TV-Geschichte eingehen, schließlich<br />
hat man bei ProSiebenSat.1 fürs Erste keinerlei Reichweitenvorteile<br />
durch die HD-Ausstrahlung, sondern nur Kosten durch die<br />
zusätzlich belegten Transponder. Das ist in Zeiten der durch Werbeausfälle<br />
ausgebluteten Kassen schon bemerkenswert, denn die<br />
TV-Macher werden – mit Ausnahme von Premiere, das für seine<br />
HD-Sender einen Zuschlag verlangt – nicht die Ersten, sondern<br />
die Letzten sein, die durch die Einführung des hochauflösenden<br />
Fernsehens profitieren. Erst einmal werden Receiver- und Fernseherhersteller<br />
sowie die Content-Provider den großen Reibach<br />
machen, bevor sich die Investition in <strong>HDTV</strong> auch für ProSieben-<br />
Sat.1 in Form höherer Zuschauerzahlen rechnen wird. Und seien<br />
wir doch mal ehrlich, der <strong>HDTV</strong>-Start von ProSiebenSat.1 ist ein<br />
sichtbares Zeichen, dass noch etwas geht im Jammertal Deutschland.<br />
Allein dafür, Herr Guillaume de Posch, sagen wir: „Chapeau!“<br />
Den Schwarzen Peter haben jetzt erst einmal andere: ARD, ZDF<br />
und RTL sowieso die Kabelnetzbetreiber mit Ausnahme von Kabel<br />
BW und EWT erst recht. Das „Kartell der Langsamen“ will lieber<br />
abwarten, bis sich <strong>HDTV</strong> am Markt durchgesetzt hat. Wenn das<br />
mal nicht ein böses Erwachen gibt, denn Sie wissen ja: „Wer zu spät<br />
kommt, den bestraft das Leben ...“<br />
Gelobt sei die edle Pioniertat<br />
Inhalte | HD+TV | 1.2006 017
<strong>HDTV</strong> ist auf Sendung<br />
018 www.hdplustv.de
In der deutschen Fernsehlandschaft nimmt der <strong>HDTV</strong>-<br />
Zug an Fahrt auf. Bereits Ende Oktober startete die Pro-<br />
SiebenSat.1-Gruppe ins neue Fernsehzeitalter und auch<br />
Premiere ist seit Anfang Dezember mit von der Partie.<br />
HD+TV zeigt Ihnen, was Sie bei den neuen Programmen<br />
erwartet.<br />
VON RICARDO PETZOLD<br />
ProSieben HD und Sat.1 HD starteten<br />
am 26. Oktober als erste europäische<br />
Free-TV-Sender via Astra-<br />
Satellitensystem parallel zu der bisherigen<br />
SDTV-Qualität (Standard Definition TV)<br />
auch eine Ausstrahlung in <strong>HDTV</strong>-Qualität<br />
(High Definition TV). Auf den Medientagen<br />
München drückten der bayerische Ministerpräsident<br />
Edmund Stoiber, der Vorsitzende<br />
der ProSiebenSat.1-Gruppe, Guillaume de<br />
Posch, sowie der Präsident der Bayerischen<br />
Landeszentrale für neue Medien (BLM), Dr.<br />
Wolf-Dieter Ring, den roten Startknopf ins<br />
neue Fernsehzeitalter. In einer beeindruckenden<br />
Präsentation wurde den Gästen demonstriert,<br />
welche Vorteile <strong>HDTV</strong> mit sich<br />
bringt. Bisher können davon allerdings die<br />
Zuschauer in ihren heimischen Wohnzimmern<br />
kaum profitieren. Denn es gibt noch<br />
keine Receiver auf dem Markt. Nur eine ganz<br />
kleine Gruppe von Technikern bei den beteiligten<br />
Herstellern kam überhaupt in den Genuss,<br />
die Eröffnungsveranstaltung im hochauflösenden<br />
Standard zu sehen. Allerdings<br />
nannten auch diese Zuschauer noch keinen<br />
neuen MPEG-4- und DVB-S2-tauglichen<br />
Receiver ihr Eigen, sondern verfolgten den<br />
Start über einen <strong>HDTV</strong>-Kanal im herkömmlichen<br />
MPEG-2-Format. Dieser sporadische<br />
Feed konnte auch von bisher auf dem Markt<br />
befindlichen <strong>HDTV</strong>-Set-Top-Boxen wie dem<br />
Quali-TV-Receiver dargestellt werden. Eine<br />
Handvoll interessierter Freaks konnte somit<br />
live am Event des offiziellen <strong>HDTV</strong>-Starts<br />
in Deutschland teilnehmen. Wer allerdings<br />
seine Sat-Antenne nur auf Astra ausgerichtet<br />
hatte, konnte die Präsentation nur in<br />
herkömmlicher SDTV-Qualität auf N24 betrachten.<br />
Schade, dass sich die Situation bis<br />
Redaktionsschluss nicht entspannt hat. Auch<br />
den ganzen November sendeten die <strong>HDTV</strong>-<br />
Kanäle von ProSieben und Sat.1 wegen fehlender<br />
Empfangstechnik unter Ausschluss<br />
der Öffentlichkeit. Bei der Besichtigung des<br />
Premiere-<strong>HDTV</strong>-Labors in Unterföhring<br />
(Bericht ab Seite 92) wurde dies auch unserer<br />
Testredaktion klar. Im Kurztest zappte der Redakteur<br />
auf besagte HD-Kanäle und musste<br />
feststellen, dass auf ihnen gar kein Ton vorhanden<br />
war. Ein Mitarbeiter von Premiere<br />
teilte darauf hin mit, dass der Ton schon seit<br />
einem Tag ausgefallen sei. Die Notwendigkeit,<br />
den Fehler schnell zu beheben, sei nicht<br />
gegeben, da mangels verfügbarer Receiver eh<br />
Inhalte | HD+TV | 1.2006 019
niemand die beiden <strong>HDTV</strong>-Kanäle empfangen<br />
könne. Auch ansonsten testen die beiden<br />
Unternehmen ProSiebenSat.1 und vor allem<br />
auch Premiere noch fleißig an den Übertragungsparametern.<br />
Die beliebte Serie „Navy CIS“ wird als eine der ersten<br />
Serien im kommenden Jahr in nativem <strong>HDTV</strong> bei Sat.1<br />
gezeigt<br />
HD-Programm<br />
Bei den beiden Programmen ProSieben HD<br />
und Sat.1 HD handelt es sich um einen SImulcast<br />
der normalen Programme, d. h. es<br />
wird parallel der gleiche Inhalt, jedoch in<br />
höherer Auflösung gesendet. Doch auch hier<br />
muss mit Tricks und Kniffen gearbeitet werden:<br />
Denn beide Sender haben das meiste<br />
Sendematerial (noch) nicht in <strong>HDTV</strong>-Qualität<br />
vorliegen. Stattdessen skalieren sie die<br />
verfügbare Qualität auf die <strong>HDTV</strong>-Auflösung<br />
hoch. Premiere-Chef Kofler hat das<br />
bereits abfällig als „aufblasen“ bezeichnet.<br />
Doch diese Technik ist nicht ungewöhnlich<br />
und in anderen Ländern wie Japan und den<br />
USA normal. Das Signal wird dabei in unkomprimierter<br />
Studioqualität von 720 × 576<br />
Bildpunkten (SDTV) auf 1 080 × 1 920 Bildpunkte<br />
(<strong>HDTV</strong>) hochgerechnet und erst<br />
dann in MPEG-2 oder MPEG-4 komprimiert.<br />
Das Resultat ist ein weitaus schärferes<br />
Bild als wenn man die SDTV-Qualität bereits<br />
komprimiert. Trotz der Hochrechnung des<br />
SDTV-Signals kann sich das „aufgeblasene“<br />
Bild sehen lassen. Die normale DVD-Qualität<br />
erreicht es allemal. Und das ist bereits ein<br />
Fortschritt gegenüber der normalen, stark<br />
komprimierten SDTV-Übertragung. Wie uns<br />
ProSiebenSat.1 auf Anfrage mitteilte, soll außerdem<br />
das Angebot an Sendungen in nativer<br />
<strong>HDTV</strong>-Qualität in den kommenden Monaten<br />
stark ausgebaut werden. Speziell Spielfilme<br />
haben dabei größte Priorität. Blockbuster<br />
wie „Manhattan Love Story“, „Star Trek<br />
X: Nemesis“, „Mona Lisas Lächeln“ oder die<br />
„Indiana Jones“-Trilogie machen dabei den<br />
Anfang. Aber auch ausgewählte Sat.1-Filme<br />
und die dritte Staffel von „Navy CIS“, die im<br />
Frühjahr startet, wird es in kompletter Auflösung<br />
zu sehen geben. Sendungen in nativem<br />
<strong>HDTV</strong> sollen in den TV-Zeitschriften mit<br />
einem <strong>HDTV</strong>-Logo gekennzeichnet werden.<br />
Dann wissen die Zuschauer schon vorher, ob<br />
ein Spielfilm wirklich in <strong>HDTV</strong> übertragen<br />
wird oder nur „aufgeblasen“ ist.<br />
Premiere nun Nummer zwei<br />
Als zweiter <strong>HDTV</strong>-Anbieter startet nun auch<br />
Premiere. Nach einer dreiwöchigen Verzögerung<br />
gingen am 3. Dezember die Kanäle<br />
HD Thema, HD Sport sowie HD Film<br />
auf Sendung. Doch auch das Münchener<br />
Unternehmen kann anfangs nur mit einer<br />
kleinen Zuschauerzahl rechnen. Zirka 4 000<br />
<strong>HDTV</strong>-Boxen vom britischen Hersteller Pace<br />
werden im Laufe des Dezembers fertig. Bei<br />
über 5 000 Premiere-Händlern in Deutschland<br />
ist das nur ein Tropfen auf den heißen<br />
Stein. Denn schließlich möchte jeder auch<br />
im Geschäft mit <strong>HDTV</strong> werben. Erst im Januar<br />
wird sich die Lage entzerren. Ab diesem<br />
Zeitpunkt wollen die beiden Receiverhersteller<br />
Pace und Humax mit der Massenauslieferung<br />
beginnen. Bei den Programmen setzt<br />
Premiere auf die Sparten Sport, Film und<br />
Dokumentation. Anders als bei der ProSiebenSat.1-Gruppe<br />
werden bei dem Pay-TV-<br />
Anbieter alle Sendungen in nativem <strong>HDTV</strong><br />
gezeigt. Somit ist immer eine sehr gute Qualität<br />
gewährleistet.<br />
Discovery HD<br />
Der erste Sender im Bunde, HD Thema, beschäftigt<br />
sich mit dem Genre Dokumentation.<br />
Der in Zusammenarbeit mit dem USamerikanischen<br />
<strong>HDTV</strong>-Pionier Discovery<br />
Channel betriebene Kanal setzt besonders<br />
auf Landschafts- und Tierdokumentationen.<br />
Bestechend scharfe Bilder und brillante Farben<br />
sollen die Zuschauer von HD Thema bezaubern.<br />
Die in <strong>HDTV</strong> produzierte Sendung<br />
„Blauer Planet“ entführt in die Paradiese<br />
unserer Erde und zeigt in plastischen Bildern<br />
die Schönheit von Mutter Erde. Dank der<br />
hochauflösenden Technik sollen die Bilder<br />
dem Zuschauer nahezu real erscheinen und<br />
ihn quasi ins Geschehen einbinden.<br />
Premiere HD Film<br />
Spielfilme und Serien in bester Bildqualität<br />
flimmern bei Premiere HD Film über die<br />
Mattscheibe. Besonderen Wert legen die Veranstalter<br />
darauf, Kinoqualität zu erreichen.<br />
Neben optimaler Bildqualität ist beim Spielfilmkanal<br />
auch exzellente Tonqualität sehr<br />
wichtig. Für den perfekten Heimkino-Sound<br />
wird eine große Anzahl der Spielfilme in<br />
Dolby Digital 5.1 und zusätzlich in Originalsprache<br />
ausgestrahlt. Doch auch für Aktualität<br />
ist gesorgt: Parallel zum Starttermin auf<br />
Premiere 1 wird es die meisten Blockbuster<br />
auch auf Premiere HD Film zu sehen geben.<br />
Da allerdings noch längst nicht alle Filme im<br />
hochauflösenden Standard produziert werden,<br />
muss speziell in der Anfangsphase mit<br />
zahlreichen Wiederholungen im Programm<br />
gerechnet werden. Das ist allerdings nicht<br />
zwangsläufig negativ zu bewerten, schließlich<br />
bietet sich dadurch die Möglichkeit, den<br />
Film zur Lieblingszeit anzuschauen.<br />
Premiere HD Sport<br />
Ohne Zweifel bildet das Highlight des neuen<br />
hochauflösenden Programmpaketes der<br />
Sportkanal. HD Sport, der in Zusammenarbeit<br />
mit Philips produziert wird, läutet<br />
deshalb auch das neue Fernsehzeitalter des<br />
Münchener Unternehmens ein. Der Startschuss<br />
fiel pünktlich mit dem Anstoß der<br />
Bundesligabegegnung Bayern München<br />
gegen den VfB Stuttgart. Mit Live-Übertragungen<br />
von Champions League und Bundesliga<br />
setzt man auf den Lieblingssport<br />
der Deutschen. Allerdings sollen auch Fans<br />
anderer Sportarten wie Eishockey, Basketball<br />
und US-Sport im Programm auf ihre<br />
Kosten kommen. Wichtige Events aus diesen<br />
Sportrichtungen wird es parallel zu Premiere<br />
Sport auch auf Premiere HD Sport zu bestaunen<br />
geben. Wer Aktionen von Michael<br />
Ballack oder David Beckham bis ins Detail<br />
sehen will, kommt um Premiere HD Sport<br />
nicht herum. Ein besonderes Highlight wird<br />
auch die Fußball-WM im kommenden Jahr<br />
darstellen. Bei der Weltmeisterschaft im eigenen<br />
Land hat es sich Premiere zum Ziel<br />
gesetzt, alle 64 Begegnungen im hochauflö-<br />
Bilder: ProSiebenSat.1, Premiere, Medientage München<br />
020 www.hdplustv.de
senden Format zu zeigen. So sollen Fans, die<br />
keine Karte für die Spiele erwerben konnten,<br />
dennoch auf ihre Kosten kommen. Einzig<br />
Freunde und Bekannte sollten für die bessere<br />
Stimmung noch eingeladen werden, denn<br />
diese stellt Premiere natürlich nicht mit zur<br />
Verfügung.<br />
<strong>HDTV</strong> kostet mehr Geld<br />
Das hochauflösende Premiere ist nicht gerade<br />
billig und wird auch nur zusammen mit<br />
einem regulären Abo angeboten. Eine weitere<br />
Einschränkung: Nicht jeder Premiere-Abonnent<br />
kann einen beliebigen <strong>HDTV</strong>-Kanal zusätzlich<br />
buchen. Voraussetzung ist, dass man<br />
bereits die Sparte in herkömmlicher Qualität<br />
abonniert hat. Soll also Premiere HD Sport<br />
zusätzlich abonniert werden, muss auch ein<br />
Premiere-Sport-Abo abgeschlossen sein. Wer<br />
HD Thema abonnieren möchte, braucht auch<br />
ein Premiere-Thema-Abo. Und nur Kunden,<br />
die ein Film-Abo ihr Eigen nennen, dürfen<br />
Premiere HD Film hinzunehmen. Einzig<br />
Abonnenten mit einem Komplett-Paket haben<br />
die freie Wahl und können für 12 Euro<br />
monatlich alle drei HD-Kanäle gleichzeitig<br />
abonnieren. Das ist eine große Ersparnis, da<br />
normalerweise jeder einzelne HD-Kanal mit<br />
14,90 Euro im Monat zu Buche schlägt.<br />
Weitere Anbieter<br />
Neben den beiden neuen deutschen <strong>HDTV</strong>-<br />
Anbietern ProSiebenSat.1 und Premiere ist<br />
auch weiterhin das paneuropäische <strong>HDTV</strong>-<br />
Paket von Euro 1080 hierzulande abonnierbar.<br />
Mit den Sendern HD 1, HD 2 und HD 5<br />
versucht der Pay-TV-Anbieter, der einen<br />
Großteil seiner Sendungen in der jeweiligen<br />
Originalsprache der Programme ausstrahlt,<br />
Fuß zu fassen. Allerdings müssen Zuschauer<br />
des Senders in Zukunft ihre Antenne bald<br />
drehbar machen oder einen zweiten LNB<br />
schielend montieren. Denn ab 1. Januar 2006<br />
wird HD 1 nicht mehr über 19,2 Grad Ost<br />
zu empfangen sein. Aus Kostengründen hat<br />
man sich entschieden, die Verbreitung des<br />
Programms in MPEG-2 auf dem beliebten<br />
Satellitensystem aufzugeben und zukünftig<br />
nur noch gemeinsam mit den Schwesterkanälen<br />
HD 5 und HD 2 über Astra 3 (23,5<br />
Grad Ost) zu senden. Inwieweit dies mit der<br />
bevorstehenden Aufschaltung in MPEG-4<br />
zusammenhängt, konnte man uns bis zum<br />
Redaktionsschluss nicht mitteilen. Auch eine<br />
unsererseits vermutete Rückkehr der Kanäle<br />
in MPEG-4 auf 19,2 Grad Ost wurde von<br />
Senderseite weder dementiert noch bestätigt.<br />
Fest steht aber bereits heute, dass auch weiterhin<br />
als Pay-TV gesendet wird. Dabei sollen<br />
die Receiver, wie es bereits heute der Fall<br />
Empfangsbereit<br />
Derzeit werden folgende Sender und <strong>HDTV</strong>-Kanäle in <strong>HDTV</strong> über Satellit übertragen:<br />
Sender Satellit Norm Codierung Frequenz<br />
in GHz<br />
Premiere HD (Film,<br />
Sport, Thema)<br />
Sat.1, ProSieben,<br />
Astra HD<br />
Polarisation<br />
Daten<br />
(Sym. ; FEC)<br />
Astra 19,2 Grad Ost MPEG-4 Nagravision 11,914 horizontal 27 500 ; 9/10<br />
Astra 19,2 Grad Ost MPEG-4 – 12,442 vertikal 27 500 ; 9/10<br />
Astra HD, HD 1 Astra 19,2 Grad Ost MPEG-2 – / Irdeto 12,168 vertikal 27 500 ; 5/6<br />
HD 1, H D 2, H D 5 Astra 23,5 Grad Ost MPEG-2 Irdeto 10,758 vertikal 22 000 ; 7/8<br />
Canal + Promo Astra 19,2 Grad Ost MPEG-2 – 12,581 vertikal 22 000 ; 5/6<br />
HD Forum Hot Bird 13 Grad Ost MPEG-2 – 11,242 vertikal 27 500 ; 3/4<br />
C More HD Thor 1 Grad West MPEG-2 Conax 11,389 horizontal 24 500 ; 7/8<br />
Astra HD Sirius 5 Grad Ost MPEG-2 – / Irdeto 12,245 vertikal 27 500 ; 7/8<br />
Red Bee Promo Astra 28,2 Grad Ost MPEG-2 – 11,481 vertikal 14 468; 3/4<br />
Pro Spieltag überträgt Premiere ein<br />
Match live im hochauflösenden Format<br />
ist, zusammen mit der Smartcard als Bundle<br />
vertrieben werden. Für die Zukunft plant<br />
Euro 1080 den Start weiterer Kanäle. Im ersten<br />
Schritt soll der Anfang des Jahres gestartete<br />
Kanal HD 2, der derzeit nur sporadisch<br />
Live-Ereignisse überträgt, weiter ausgebaut<br />
werden. Das letzte große Highlight auf HD 2<br />
war das Robbie-Williams-Konzert, welches<br />
live aus London gezeigt wurde. Langfristig<br />
sollen mit HD 3 und HD 4 zwei weitere Spartenprogramme<br />
im Paket platziert werden.<br />
Studenten schneller als die Industrie<br />
Neben den drei angesprochenen Anbietern<br />
ging mit HD Hit im Oktober ein weiterer<br />
<strong>HDTV</strong>-Kanal in Deutschland an den Start.<br />
Das Außergewöhnliche an dem im Netz von<br />
Kabel Baden-Württemberg verbreiteten Sender<br />
ist, dass es sich um ein Projekt der Fachhochschule<br />
in Karlsruhe handelt. Produziert<br />
und gestaltet wird HD Hit von Mitarbeitern<br />
des trimedialen Studentenmagazins „Extra-<br />
Hertz“, bei dem schon seit 2003 Sendungen<br />
in hochauflösender Qualität produziert werden.<br />
Anfangs wurde noch in interpoliertem<br />
<strong>HDTV</strong> durch entsprechendes Hochrechnen<br />
der Standardauflösung produziert. Ab Dezember<br />
2004 wurde die gesamte Produktionskette<br />
für die maximale <strong>HDTV</strong>-Auflösung<br />
entwickelt und umgesetzt. Da derzeit für die<br />
Kabelnetze noch keine MPEG-4-Technologie<br />
fertig gestellt ist, wird der Sender vorerst in<br />
MPEG-2 ausgestrahlt und kann somit auch<br />
mit herkömmlichen MPEG-2-<strong>HDTV</strong>-Receivern<br />
empfangen werden.<br />
Inhalte | HD+TV | 1.2006 021
Spiel, Satz und Sieg<br />
Bei den Offenen Französischen Tennismeisterschaften wurde<br />
erstmals ein <strong>HDTV</strong>-Signal über eine breitbandige Internetleitung<br />
gesendet. Wann jedoch <strong>HDTV</strong> via ADSL in Frankreich<br />
und auch Deutschland starten wird, steht noch nicht fest.<br />
VON THOMAS MEYER<br />
So richtig Stimmung aufkommen wollte an diesem<br />
lauen Spätfrühlingstag im Stade Roland Garros<br />
nicht. So sehr hatte sich das Pariser Publikum<br />
auf den Auftritt von Mary Pierce im Finale der Offenen<br />
Französischen Tennismeisterschaften gefreut, doch nun<br />
wurde die Lokalmatadorin von der Belgierin Justine Henin-Hardenne<br />
mit 6:1 und 6:1 regelrecht vom Platz gefegt.<br />
„Spiel, Satz und Sieg“ hieß es aber nicht nur auf der<br />
roten Asche des Tennistempels im Bois de Boulogne, sondern<br />
auch im gleich nebenan liegenden Technikraum von<br />
France Télécom. Während Frankreich vor dem Fernseher<br />
mit seiner Mary mitlitt, setzte es parallel zur Niederlage<br />
seiner Heldin einen wichtigen Meilenstein in der <strong>HDTV</strong>-<br />
Geschichte. Am 2. Juni fand die weltweit erste Ausstrahlung<br />
von HD-Bildern über ein ADSL2+-Netz statt.<br />
France Télécom hatte eigens für die French Open ein<br />
lokales, 18 Mbit/s schnelles Breitbandnetz der zweiten<br />
Generation geschaffen. In Zusammenarbeit mit Alcatel,<br />
Tandberg und Broadcom wurden die Bilder der Tennis-<br />
Matches durch MPEG-4-HD-Komprimierung in einen<br />
Datenstrom mit 11 Mbit/s Bandbreite komprimiert.<br />
Eine Schlüsselrolle spielte dabei die IPTV-Set-Top-Box<br />
BCM97398 des kalifornischen Halbleiterherstellers<br />
Broadcom. „Der darin integrierte Dual-Channel-Chip“,<br />
erklärt Broadcom-Sprecher Aidan O‘Rourke gegenüber<br />
HD+TV, „taugt sowohl für HD- als auch für Personal-<br />
Bild: French Open bei Eurosport, France Télécom<br />
022 www.hdplustv.de
Video-Recorder- und Video-on-Demand-<br />
Applikationen und ist ein Prototyp für die<br />
Prozessoren künftiger DSL-Receiver, zumal<br />
er wahlweise auch für den Empfang von digitalem<br />
Kabel-, Satelliten- und Antennenfernsehen<br />
ausgerichtet werden kann.“ Im Pariser<br />
Experiment zauberte die Wunderbox, die im<br />
Technikraum von France Télécom stand, die<br />
HD-Bilder vom benachbarten Ascheplatz<br />
auf die dort bereitstehenden Bildschirme.<br />
Gleichzeitig war es möglich, während dieser<br />
Datenübertragung auch im Internet zu surfen.<br />
Techniker maßen Downloadgeschwindigkeiten<br />
von bis zu 7 Mbit/s. Damit war<br />
das Experiment unter Bedingungen, wie sie<br />
später einmal der Endkunde vorfinden soll,<br />
vollauf gelungen.<br />
Wachstumsmarkt ADSL<br />
Wen wundert es bei diesen durchweg positiven<br />
Resultaten, dass die Marktchancen für<br />
Chips für die Übertragung von Fernsehsignalen<br />
über breitbandige Internetleitungen<br />
von Broadcom als sehr gut bewertet werden.<br />
„Wir rechnen“, so O‘Rourke, „mit einer Steigerung<br />
des Absatzes unserer Chips von 550<br />
Prozent in den nächsten fünf Jahren.“ France<br />
Télécom glaubt an einen Erfolg beim Massenpublikum<br />
bis 2007. „Pay-TV über ADSL<br />
hat in Frankreich bereits rund 190 000 Kunden“,<br />
so Konzernsprecher Nilou du Castel<br />
auf HD+TV-Anfrage. „Weitere Kanäle in<br />
HD-Qualität werden die Attraktivität dieser<br />
Angebote sicherlich noch weiter steigern.“<br />
Grundvoraussetzung für <strong>HDTV</strong> via ADSL<br />
ist aber erst einmal der Ausbau ausreichend<br />
schneller Netze. „Die Aufrüstung der<br />
ADSL-Netze in Paris auf Bandbreiten bis zu<br />
18 Mbit/s ist schon sehr weit fortgeschritten“,<br />
so du Castel weiter.<br />
In der Tat hat sich ADSL im Nachbarland<br />
als Übertragungsweg durchgesetzt, denn im<br />
Gegensatz zu Deutschland, wo die Haushalte<br />
in den Ballungsräumen weitestgehend durch<br />
TV-Kabel mit ihrem Fernsehprogramm versorgt<br />
werden, bleibt den Pay-TV-Betreibern<br />
sonst nur der Satellit, um ihre Programme<br />
zu verbreiten und neue Kunden zu gewinnen.<br />
Und zusätzlich zu attraktiven Inhalten<br />
wie Erstliga-Fußball und Hollywood-Kino<br />
kommt auch noch der Preis. Schon zum regulären<br />
Preis von 31,90 Euro pro Monat bekommen<br />
die Kunden eine 6 Mbit/s schnelle<br />
Internetleitung, den DSL-Receiver Livebox<br />
und das Ligue-1-Paket von Canal Plus. „Bis<br />
zum 18. Januar kostet dieses Paket sogar nur<br />
acht Euro für die ersten drei Monate“, so<br />
Unternehmenssprecherin Delphine Huchet<br />
gegenüber HD+TV. „Deshalb erwarten wir<br />
für das Geschäftsjahr 2005 noch einmal eine<br />
deutliche Steigerung der Abonnentenzahlen.“<br />
Wann jedoch Canal Plus auch <strong>HDTV</strong><br />
über ADSL anbieten wird, steht noch in den<br />
Sternen. „Im Moment läuft auf Astra unsere<br />
HD-Demoschleife im MPEG-2-Kompressionsstandard.<br />
Im nächsten Jahr wollen<br />
wir unser HD-Angebot dann via Satellit<br />
Im Technikraum von France Télécom liefen die Fäden der<br />
HD-Übertragung zusammen<br />
im MPEG-4-Standard starten“, so Huchet<br />
weiter. „<strong>HDTV</strong> muss sich dann erst einmal<br />
durchsetzen, bevor wir es auch über das<br />
Breitbandinternet anbieten.“<br />
Deutschland in der Warteschleife<br />
Auch in Deutschland ist hochauflösendes<br />
Fernsehen über die DSL-Leitung technisch<br />
möglich. Der Provider Hansenet bietet derzeit<br />
maximal 18 Mbit/s Bandbreite an, Versatel<br />
Deutschland kommt sogar auf bis zu<br />
20 Mbit/s und bis zur Fußball-WM 2006 will<br />
die Deutsche Telekom rund 2,9 Millionen<br />
Haushalte an ein bis zu 50 Mbit/s schnelles<br />
Glasfasernetz anbinden. Trotzdem hat<br />
Hansenet bis dato als einziger DSL-Provider<br />
überhaupt die Absicht, Internetfernsehen<br />
anzubieten. „Wir werden unseren Kunden<br />
bis spätestens März 2006 ein Bouquet aus<br />
Free- und Pay-TV-Sender anbieten“, erfährt<br />
HD+TV von Hansenet-Pressesprecher Carsten<br />
Nillies. „Technisch ist unser Netz in der<br />
Lage, <strong>HDTV</strong>-Kanäle zu übertragen. Letztendlich<br />
hängt es von den Sendern ab, ob sie auch<br />
<strong>HDTV</strong>-Übertragungen anbieten möchten.“<br />
Bei der ProSiebenSat.1 Media AG, deren Programme<br />
ProSieben und Sat.1 seit Oktober<br />
via Satellite im hochauflösenden TV-Standard<br />
senden, gibt man sich in Sachen <strong>HDTV</strong><br />
via DSL noch zurückhaltend. „Wir haben<br />
zwar mit T-Online bereits eine sehr erfolgreiche<br />
Zusammenarbeit im Bereich Videoon-Demand“,<br />
so ProSiebenSat.1-Sprecherin<br />
Katja Pichler gegenüber HD+TV. „<strong>HDTV</strong> ist<br />
aber gerade erst gestartet und muss sich erst<br />
einmal auf dem Markt durchsetzen.“ Abwartend,<br />
aber grundsätzlich positiv eingestellt<br />
gibt man sich bei Premiere. „Für uns“, so<br />
Premiere-Sprecher Stefan Vollmer gegenüber<br />
HD+TV, „sind alle relevanten Übertragungswege<br />
interessant. Dazu zählt neben Kabel<br />
und Satellit in den nächsten Jahren sicherlich<br />
auch Breitbandinternet.“ Die Pionierarbeit<br />
in Sachen <strong>HDTV</strong> via Breitbandinternet dürften<br />
jedoch aller Voraussicht nach wieder mal<br />
die Franzosen leisten.<br />
Inhalte | HD+TV | 1.2006 023
024 www.hdplustv.de
Märchenstunde<br />
Es gibt eine Welt fernab der unsrigen. Schlummernd und wartend in einem magischen Kleiderschrank<br />
lauern Mythen und Sagen auf all jene, die die Pforte zum Königreich Narnia betreten.<br />
Kreiert wurde der siebenteilige Roman „Die Chroniken von Narnia“ von C. S. Lewis. Regisseur<br />
Andrew Adamson sorgt nun dafür, dass alle ausgehungerten Fantasy-Liebhaber einen neuen<br />
Stern am Kinohimmel betrachten können. Dabei orientiert sich das Epos stark an jenen Tugenden,<br />
die den „Herrn der Ringe“ so besonders gemacht haben.<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
C. S. Lewis erblickte am 29. November 1898 in Belfast<br />
das Licht der Welt. Nach seinem absolvierten<br />
Studium am Oxford College und seiner Zeit beim<br />
Militär während des Ersten Weltkriegs wurde er Dozent<br />
für Englische Sprache und Literatur. 29 Jahre lang hatte<br />
er diese Stellung inne und veröffentlichte nebenbei Gedichte<br />
und Erzählungen. 1926 traf Lewis den ebenfalls in<br />
Oxford dozierenden J. R. R. Tolkien, Autor von „Der Herr<br />
der Ringe“. Es entstand nicht nur eine enge Freundschaft,<br />
sondern beide teilten ihre Leidenschaft für alte Mythen<br />
und Sagen. Um ihre Art des Geschichtenerzählens einem<br />
breiteren Publikum näher zu bringen, gründeten sie mit<br />
weiteren Freunden 1933 einen Literaturzirkel, der sich<br />
„Inklings“ nennt. In den nächsten 16 Jahren trafen sie<br />
sich regelmäßig, um ihre Werke vorzutragen und zu besprechen.<br />
Die Idee für die Märchenwelt Narnia kam C. S.<br />
Lewis im Zweiten Weltkrieg. Während der Tod bringenden<br />
Bombenangriffe wurden Kinder zum Schutz aufs<br />
Land geschickt. Auch in Lewis’ Haus wurden einige Kinder<br />
untergebracht. Dies inspirierte ihn zu seiner ersten<br />
Geschichte rund um das magische Land Narnia. Im Jahr<br />
1950 wurde schließlich „Der König von Narnia“ („The<br />
Lion, the Witch and the Wardrobe“) veröffentlicht. Jedes<br />
Jahr erschien nun ein weiterer Band der insgesamt siebenteiligen<br />
Buchreihe, die als „Die Chroniken von Narnia“<br />
in die Literaturgeschichte einging.<br />
Das Tor zur Welt<br />
Das Geschehen könnte befremdlicher nicht sein: Deutsche<br />
Bomber werfen ihre explosive Fracht über der englischen<br />
Metropole London ab. Die metallenen Geschosse wandeln<br />
die Stadt in eine Feuersglut – von einer Märchenwelt<br />
Sieben Werke<br />
Clive Staples Lewis, von<br />
seinen Freunden kurz Jack<br />
genannt, gilt als einer der<br />
bedeutendsten Autoren<br />
fantastischer Literatur. Sein<br />
Machwerk, welches mit „Der<br />
König von Narnia“ im Jahr<br />
1950 begann, wurde im<br />
einjährigen Abstand<br />
veröffentlicht und hat sich<br />
bis heute weltweit 85<br />
Millionen Mal verkauft. Die<br />
Titel der Bücher lauten:<br />
„Der König von Narnia“,<br />
„Prinz Kaspian von Narnia”,<br />
„Die Reise auf der<br />
Morgenröte”, „Der silberne<br />
Sessel”, „Der Ritt nach<br />
Narnia”, „Das Wunder von<br />
Narnia” (chronologisch gesehen<br />
das „Prequel” zum<br />
ersten Buch) und „Der letzte<br />
Kampf”.<br />
Inhalte | HD+TV | 1.2006 025
Skandar Keynes als Edmund, Georgie Henley<br />
als Lucy, Anna Popplewell als Susan und<br />
William Moseley als Peter (v.l.n.r.)<br />
„Ich bin sehr groß, sehr weiß und sehr, sehr böse.“ Tilda Swinton über<br />
ihre Rolle als Weiße Hexe Jadis<br />
Rinderwahnsinn: Ob sich dieser Minotaurus an die geltenden<br />
BSE-Richtlinien hält?<br />
Kindheitstraum<br />
Adamson: „Schon als Kind<br />
liebte ich ‚Die Chroniken<br />
von Narnia’. Als ich dieses<br />
Projekt angeboten bekam,<br />
war es wie ein Geschenk. Ich<br />
konnte auf keinen Fall<br />
ablehnen.“<br />
ist in den ersten Minuten weit und breit nichts zu sehen,<br />
denn Narnia beginnt in unserer Welt, zu Zeiten des Zweiten<br />
Weltkrieges. Um ihr Überleben zu sichern, werden<br />
die vier Kinder Edmund, Lucy, Peter und Susan von ihren<br />
Eltern aufs Land geschickt. Während der Kriegszeiten<br />
sollen sie im Haus von Professor Digory Kirke Schutz finden.<br />
Doch welches Kind lässt sich schon gern einsperren<br />
und so erkunden die vier voller Neugier das ungewöhnlich<br />
verwinkelte Anwesen. Während des Versteckspielens<br />
entdecken sie einen seltsamen Schrank, der ein Portal in<br />
eine andere Welt zu sein scheint und jeden, der das Portal<br />
betritt, in das magische Land Narnia entführt. Nachdem<br />
sich die fassungslosen Gemüter beruhigt haben, müssen<br />
die Kinder erkennen, dass auch in der Märchenwelt das<br />
Gleichgewicht aus den Fugen geraten ist. Die böse Hexe<br />
Jadis brachte Narnia den ewigen Winter und unter der<br />
Kälte des Bannes versuchen die Kinder mit der Hilfe des<br />
rechtmäßigen Königs, dem Löwen Aslan, die Knechtung<br />
der Hexe zu brechen.<br />
Bildmagier<br />
Die Vorzeichen für ein visuelles Fest könnten besser nicht<br />
stehen. Richard Taylor und sein Produktionsteam WETA<br />
kümmern sich wie bereits im „Der Herr der Ringe“-<br />
Epos um die grafische Umsetzung des Fantasy-Romans.<br />
Seit Tolkiens Trilogie ist WETA zum gefragten Special-<br />
Effects-Studio gewachsen und während Peter Jackson<br />
mit „King Kong“ das Team zur Genüge fordert, kümmert<br />
sich Taylor höchstpersönlich um eines der größten<br />
Filmprojekte unserer Zeit. Doch ein Effektstudio sollte<br />
nicht ausreichen, um die Bilderpracht auf die Beine zu<br />
stellen. Zusammen mit den Studios Sony Imageworks<br />
(„Spider-Man 2”) und Rhythm & Hues („Ein Schweinchen<br />
namens Babe”) sowie der Firma KNB EFX Group<br />
werkeln erstmals die besten Computerkünstler an einem<br />
Film. Taylor selbst besitzt zu den „Chroniken von Narnia“<br />
weit größere Bezüge, als zum „Der Herr der Ringe“:<br />
„In jungen Jahren waren meine Lesekünste alles andere<br />
als gut, weshalb mir C. S. Lewis’ leicht verständliche Geschichten<br />
mehr zusagten als die schweren Brocken der<br />
‚Der Herr der Ringe‘-Trilogie“. Dabei tummeln sich in<br />
der Welt von Narnia mehr Fabelwesen und liebevolles<br />
Getier als in Tolkiens Welt. Hier trifft sich das „Who is<br />
who“ der Mythologie – vom Zentauren bis zum Greifen<br />
ist alles vorhanden, was das Fantasyherz begehrt und<br />
selbst die Bösewichte sind dabei weit schmucker, als die<br />
vermoderten Orks in der Welt von Mittelerde. „Nur weil<br />
sie die Bösewichte sind, müssen sie noch lange nicht in<br />
Bilder: Buena Vista<br />
026 www.hdplustv.de
Kinder an die Macht: Während Peter auf<br />
Schwert und Schild vertraut, setzt Susan auf<br />
die Kraft des Löwen: Ihr Bogen symbolisiert<br />
Aslans Antlitz<br />
heruntergekommenen Rüstungen auftreten“, so Taylor.<br />
Die größten Schwierigkeiten bereiteten dem Produktionsteam<br />
die glaubhafte Darstellung der Fabelwesen, wie<br />
den Zentauren, die halb Mensch und halb Tier sind. Die<br />
Verknüpfung von Computereffekten und Prothesen war<br />
ungleich herausfordernder als die Massenansammlungen<br />
von Orks in „Der Herr der Ringe“. Aber auch die Requisiten,<br />
Schwerter, Rüstungen und Gewänder sind ungleich<br />
detailverliebter und noch glaubhafter – hier setzt WETA<br />
neue Standards.<br />
Die Bürde<br />
Die Vergleiche zum „Der Herr der Ringe“ hört vom Produktionsteam<br />
niemand gern, schon gar nicht Regisseur<br />
Andrew Adamson („Shrek“). Doch ein Vergleich beider<br />
Epen drängt sich geradezu auf. Sowohl Tolkien als auch<br />
Lewis schufen <strong>Welten</strong> gigantischen Ausmaßes, sowohl<br />
Mittelerde als auch Narnia wurden in Neuseeland verwirklicht<br />
und beide Filme zeigen eine unglaubliche Liebe<br />
zum Detail, wie wir sie nur selten erleben dürfen. Man sollte<br />
jedoch nicht den Fehler begehen, Tolkiens und Lewis’<br />
Welt miteinander zu vergleichen oder gar gegeneinander<br />
auszuspielen. Wie beide Schriftsteller aus Freundschaft<br />
und purer Inbrunst ihre Werke geschaffen haben, so werkelt<br />
auch Regisseur Adamson nicht mit der Maxime, Peter<br />
Jacksons Lebenswerk übertrumpfen zu wollen. Er will<br />
Lewis jene Ehre erweisen, die auch Tolkien zuteil wurde –<br />
einen Film zu erschaffen, der dem verstorbenen Schriftsteller<br />
selbst Freude bereitet hätte und seinen Traum der<br />
Worte in Bilder umsetzt. Die Welt von Narnia besticht<br />
durch ihre liebevollen Details und die bunt gemischten<br />
Völker – hier leben die Tiere gleichberechtigt mit den<br />
Menschen. Solch mächtige Kreaturen wie den König von<br />
Narnia, den Löwen Aslan, die liebenswürdigen Biber, die<br />
die Kinder auf deren Reise begleiten, Maugrim, den wilden,<br />
grauen Wolf und viele andere Wesen, die noch nie<br />
zuvor auf der Leinwand zu sehen waren, bereichern die<br />
Fantasywelt ungemein und stechen in ihrer Lebhaftigkeit<br />
aus der Masse der Computer-Filmwelt heraus. Die<br />
Weltpremiere des Filmspektakels fand am 7. Dezember in<br />
der Heimat von C. S. Lewis in London statt, bei dem auch<br />
Prinz Charles, der Prinz von Wales, und Camilla Parker-<br />
Bowles, die Fürstin von Cornwall, anwesend waren. In<br />
Deutschland startete der erste Teil einen Tag später, am<br />
8. Dezember. Im Gegensatz zur „Der Herr der Ringe“-<br />
Trilogie ist das Epos gar auf sieben Teile ausgelegt. Sollte<br />
Narnia auch an den Kinokassen punkten, dann dürfte für<br />
Fantasyliebhaber eine glorreiche Zukunft beginnen.<br />
Inhalte | HD+TV | 1.2006 027
„Sie werden herausfinden,<br />
wo unser Weg hinführt,<br />
wenn Sie erkennen, welchen<br />
Weg wir gegangen sind.“<br />
Sydney Harman<br />
028 www.hdplustv.de
Vernunft bezwingt Willkür<br />
Wenn jeder von uns eines Tages auf sein Leben zurückblickt und sich fragt: „Was habe ich<br />
erreicht, was habe ich bewegt?“, so können wohl nur die wenigsten mit einem Mann Schritt<br />
halten, der auch nach über 80 Jahren nicht müde wird, bestehende Grenzen zu brechen. Er<br />
veränderte mit seinen Programmen das wirtschaftliche Denken der amerikanischen Industrie,<br />
belebte die schwächelnde Schuhindustrie in den 70er Jahren, er ist Aufsichtsrat sowie aktives<br />
Mitglied an führenden Universitäten wie Harvard und für die Musikliebhaber gilt er als Vater<br />
der Highfidelity. Sein Name: Sydney Harman.<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
Bild: Harman Kardon<br />
Dr. Harmans Schaffen in der Welt der<br />
Audio-Elektronik wird auf der ganzen<br />
Welt wahrgenommen. Obwohl<br />
seine Arbeit niemals die Aufmerksamkeit von<br />
anderen Persönlichkeiten erregt und er das<br />
Rampenlicht so gut es geht meidet, erkennt<br />
man vom New Yorker Broadway bis zum<br />
Opernhaus in Sydney die gleichen leidenschaftlichen<br />
Schriftzüge Sydney Harmans.<br />
„Die Firma verbindet vor allem eines: die<br />
Liebe zur Musik und ihre makellose Darbietung.<br />
Wenn wir gute Arbeit abliefern, werden<br />
sie diese Ansprüche in unseren Produkten<br />
wieder finden. Ein Produkt offenbart nicht<br />
nur die Ursprünge einer Firma, sondern auch<br />
deren Wert.“ Diese Prinzipien gehen auf die<br />
40er Jahre zurück, in denen Harman in einer<br />
Produktionsstätte für Lautsprecheranlagen<br />
arbeitete. Frei nach dem Motto: „Geborgt ist<br />
noch längst nicht gestohlen“, versuchten sein<br />
Chefingenieur und er neue Wege zu finden,<br />
um Aufnahmen zu Hause perfekt wiederzugeben.<br />
„Wir haben damit nicht nur unsere<br />
Freunde, sondern auch unsere Familie verblüffen<br />
können. Diese kamen in unser Appartement<br />
und sahen plötzlich eine Sperrholzkiste<br />
mit einem riesigen Lautsprecher<br />
im Inneren an der Wand prangen. Zu dieser<br />
Zeit hörte man noch vorrangig Aufnahmen<br />
auf bescheidenen Grammophonen. Ich war<br />
mir schon damals sicher, dass viele Leute<br />
eine kleine Firma unterstützen werden, die<br />
der Musik Leben einhaucht.“<br />
Erfüllung<br />
Also setzten er und der Chefentwickler<br />
Bernard Kardon ihre wagemutigen Ideen in<br />
die Tat um und hoben 1953 das Unternehmen<br />
Harman Kardon aus der Taufe. „Wir<br />
waren damals einer der wenigen Pioniere, die<br />
die Highfidelity salonfähig gemacht haben.“<br />
Auf Handelsmessen präsentierten Harman<br />
und Kardon ihre revolutionären Produkte<br />
den staunenden Besuchern. „Zu Beginn fanden<br />
die Hi-Fi-Shows in einem New Yorker<br />
Hotel statt. Jeder Hersteller präsentierte seine<br />
Komponenten auf die gleiche, emotionslose<br />
Weise und die Aufnahmen von Richard<br />
Strauss’ ‚Also sprach Zarathustra‘ erschlugen<br />
den Hörer durch die unbändige Dynamik<br />
regelrecht. Als die Besucher jedoch unseren<br />
Raum betraten, sahen sie keine Pupillen-malträtierenden<br />
Lichter, sondern einzig ein gemütliches<br />
Zimmer mit ansprechender Musik,<br />
denn in unserem Zimmer lief ausschließlich<br />
Frank Sinatra. Zu ihrer Überraschung haben<br />
die Hörer Sinatra noch nie in dieser Qualität<br />
gehört und nicht wenige betraten unser Zimmer<br />
und fragten: „Oh mein Gott, wo ist er?“<br />
An diesem Tag gab es nur wenige, die sich<br />
Herrn Strauss anhören wollten, die meisten<br />
bevorzugten Frankie.“ Natürlich konnten<br />
beide aus einer Idee noch lange keinen Profit<br />
schlagen, weshalb die Vermarktung oberste<br />
Priorität hatte. Harman wurde nun vor allem<br />
ein Kind der Straße. „In den Anfangstagen<br />
gab es noch keine Industrie in unserem<br />
Sektor, keine Vermarkter oder Händler. Also<br />
fuhr ich Meilen um Meilen mit meinem Auto<br />
durch die USA. Ich fuhr drei Wochen durch<br />
Texas, Oklahoma und Missouri. Man fährt<br />
alle kleinen Städte ab und trifft sich mit Leuten,<br />
um unsere neuen Techniken vorzustellen<br />
– oder auch nur um etwas zu Essen. Wenn es<br />
mal gut lief, konnte ich 18 bis 20 Leuten unsere<br />
Produkte vorstellen.“<br />
Anders denken, anders handeln<br />
Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus? Wahrscheinlich<br />
stehen Sie im Morgengrauen auf, bahnen<br />
sich Ihren Weg im Berufsverkehr zu<br />
jenem Platz, an dem Sie 40 Stunden in der<br />
Woche verweilen. Doch stehen Sie hinter<br />
Ihrem Beruf? Können Sie Entscheidungen<br />
der Führungsetagen nachvollziehen? Sydney<br />
Harman konnte über unsinnige Management-Verordnungen<br />
und dumpfe Arbeitsabläufe<br />
nur den Kopf schütteln. Am<br />
Quaker Collage lehrte er Theorien, indem<br />
er die Selbstbestimmung der Studenten für<br />
zukünftige Aufgaben stärkte. Das lethargische<br />
Arbeiten, immer wartend auf den<br />
Pausengong, gleicht mehr einer Legebatterie<br />
denn eines gesunden Arbeitsverhältnisses.<br />
Dr. Harmans Methoden, die Arbeitnehmer<br />
zu stärken, waren deshalb sehr unorthodox.<br />
Die Fabriken von Harman International in<br />
China bieten Klimaanlagen, Duschen, Englisch-Unterricht<br />
und monatliche Feiern, auf<br />
denen die Arbeitnehmer mit den Geschäftsführern<br />
völlig unverkrampft in Kontakt treten<br />
können. Als sein Unternehmen in den<br />
90er Jahren Kosten senken musste, setzte er<br />
seine Arbeiter nicht einfach auf die Straße,<br />
sondern gliederte sie in andere Produktionszweige<br />
ein, wie die Herstellung von Uhren<br />
aus Holz. Für Sydney Harman ist es immer<br />
wichtig gewesen, dass auch der normale Arbeiter<br />
am Fließband als gleichwertiges Mitglied<br />
des Unternehmens angesehen wird.<br />
Für ihn stellt die emotionale Bindung zur<br />
Firma eine Schlüsselrolle dar. „Es gibt viel<br />
zu viele Unternehmer, die die Aktionäre, die<br />
Banken und Wirtschaftsanalysten an erster<br />
Stelle sehen. Dabei sind es doch die Arbeiter,<br />
die die Produktivität wahren und der Firma<br />
ein Fundament aufbauen. Was für den Arbeitnehmer<br />
gut ist, ist doch auch ein Fortschritt<br />
für das gesamte Unternehmen, oder<br />
etwa nicht?“<br />
Inhalte | HD+TV | 1.2006 029
<strong>HDTV</strong> im Land<br />
der aufgehenden Sonne<br />
Die Eltern des hochauflösenden Fernsehens müssen Japaner gewesen sein. Allerdings brauchte<br />
das Baby gut 20 Jahre, ehe es erste Schritte machen konnte. Während der Olympischen<br />
Spiele 1964 entstand die Idee. 1984 kam es in Los Angeles zur Generalprobe. Inzwischen ist<br />
digitales <strong>HDTV</strong> in Japan die Regel. Das analoge Fernsehen wird am 24. Juli 2011 abgeschaltet.<br />
VON RAINER BÜCKEN<br />
030 www.hdplustv.de
Mit den Olympischen Sommerspielen<br />
in Tokio begann 1964<br />
fernsehtechnisch eine neue Zeitrechnung.<br />
Ein Großaufgebot an Fernseh-<br />
Studiotechnik brachte die ersten „TV-Olympics“<br />
in Millionen von Haushalte. Im großen<br />
Stil wurden erstmals Farbkameras mit der<br />
NTSC-Technik genutzt. Doch die Qualität<br />
war mäßig, passte so ganz und gar nicht in<br />
die perfekte Welt der japanischen Fernsehgewaltigen.<br />
So kam es zu einer Zusammenkunft<br />
von Wissenschaftlern und Technikern,<br />
in der über ein deutlich besseres Fernsehsystem<br />
als NTSC diskutiert wurde. Mehr Zeilen,<br />
ein größeres und breiteres Bild, bessere<br />
Farben und vor allem ein besserer Ton - das<br />
waren die Forderungen, zu denen in den folgenden<br />
Jahren intensiv geforscht und entwickelt<br />
wurde. Alles aus der frühen NTSC-Zeit<br />
kam auf den Prüfstand - Kameras, MAZen,<br />
Studio- und Übertragungstechnik sowie die<br />
Endgeräte. Damals waren das nur Röhrengeräte,<br />
doch die Forderung nach einem flachen<br />
Bild, das an die Wand gehängt werden<br />
kann, sorgte schon frühzeitig für ein neues<br />
Denken.<br />
Antriebsfeder<br />
Hauptpromotoren der neuen Technik waren<br />
die japanische Fernsehanstalt NHK, Nippon<br />
Hoso Kyokai und die Japan Broadcasting<br />
Corporation. Die Technik wurde schrittweise<br />
entwickelt und durch einige Universitätsinstitute<br />
und große Elektronik-Konzerne wie<br />
Matsushita, Sony, Ikegami, Toshiba und Hitachi<br />
unterstützt. Das alles kostete viel Geld.<br />
Allein NHK soll von 1964 bis 1989 dafür<br />
etwa 150 Millionen US-Dollar eingesetzt haben.<br />
Die Regierung - vor allem das damalige<br />
Postministerium MPT (Ministry of Posts<br />
and Telecommunications) - dürfte ab 1983<br />
rund 600 Millionen spendiert haben. Die<br />
Investitionen der Unternehmen sind nicht<br />
bekannt. Japanische Schätzungen gehen von<br />
insgesamt über zwei Milliarden Dollar aus.<br />
Dafür kam aber auch ein System zustande,<br />
das noch heute die Basis der Technik von<br />
morgen ist. Zwanzig Jahre nach den ersten<br />
<strong>HDTV</strong>-Gesprächen wurde das neue Equipment<br />
erstmals eingesetzt - 1984 während der<br />
Olympischen Spiele in Los Angeles. Zum<br />
ersten öffentlichen Auftritt der analogen Hi-<br />
Vision-Technik kam es ein Jahr später auf<br />
der Science-Expo ‘85 in Tsukuba. Hunderte<br />
von <strong>HDTV</strong>-Monitoren, Magnetaufzeichnungsgeräten<br />
und Bildplattenspielern waren<br />
nur für einen Zweck zusammengetragen<br />
worden - der Welt den Stand von <strong>HDTV</strong> zu<br />
präsentieren. Das System bestand aus 1 125<br />
Zeilen, einem Bildseitenverhältnis von 5:3<br />
und einer Halbbildfrequenz von 60 Hertz.<br />
Auch das Bandbreite reduzierende MUSE-<br />
System (Multiple Sub-Nyquist Sampling Encoding)<br />
wurde bereits vorgestellt. Auch auf<br />
der Internationalen Funkausstellung in Berlin<br />
konnten sich die Besucher im gleichen<br />
Jahr erstmals von <strong>HDTV</strong> einen Eindruck<br />
verschaffen - innerhalb der Präsentation<br />
„Evolution des Fernsehens“. Ein Jahr später<br />
war das Vier-Buchstaben-Thema in der Politik<br />
angekommen - und die Japaner wollten<br />
ihre Technik zum Weltstandard küren lassen.<br />
In Dubrovnik kam dann das „Nein“ der europäischen<br />
Industrie - ausgesprochen durch<br />
die damaligen Post- und Fernmeldeverwaltungen.<br />
Stattdessen entwickelte Europa innerhalb<br />
des Forschungsprojekts „Eureka EU<br />
95“ ein eigenes System. Mit 1 250 Zeilen und<br />
50 Hertz war es als Weltstandard von vornherein<br />
chancenlos.<br />
Zielstrebig<br />
<strong>HDTV</strong> wurde in Japan weiterverfolgt und<br />
entwickelt. Broadcaster und Industrie hatten<br />
ein gleich starkes Interesse. Schließlich sollten<br />
die 128 Millionen Einwohner mit besseren<br />
Programmen versorgt werden. Die in<br />
den etwa 48 Millionen Haushalten befindlichen<br />
100 Millionen Fernsehgeräte sollten<br />
ebenso „ausgetauscht“ werden wie die Fernsehstudio-<br />
und Übertragungstechnik.<br />
Seit 1986 konnten die Testsendungen via Satellit<br />
schrittweise ausgebaut werden und am<br />
1. Dezember 2000 startete der Regelbetrieb.<br />
Schöne neue Fernsehwelt<br />
Neben NHK senden TV Asahi, Fuji-TV, TBS,<br />
NTV und TV-Tokyo digital und in <strong>HDTV</strong>.<br />
Am 1. Dezember 2003 kam auch die terrestrische<br />
Ausstrahlung hinzu - sie ist schließlich<br />
das Herz der Fernsehversorgung. Testausstrahlungen<br />
begannen im Oktober 1998<br />
in drei Regionen - die Vollversorgung des<br />
Landes wird bis Dezember 2006 angestrebt.<br />
Dazu müssen viele analogen UHF-Frequenzen<br />
umgesetzt werden. Ein Heer von Technikern<br />
wurde engagiert, Tuner in Fernsehern<br />
und Videorecordern neu zu programmieren<br />
- alles organisiert durch die Association for<br />
Promotion of Digital Broadcasting (D-PA).<br />
<strong>HDTV</strong> wird in vielen Fällen schon rund um<br />
die Uhr gesendet - und wenn es Sinn macht,<br />
wird nachmittags der Kanal für drei digitale<br />
SDTV-Programme genutzt, beispielsweise<br />
für Schul-, Koch- und Musikprogramme.<br />
Abends geht es dann in <strong>HDTV</strong> weiter. Das<br />
gleiche Programm kann auch mobil empfangen<br />
werden - freilich nur in Standardqualität.<br />
Wem das nicht reicht, der kann auf Blu-ray<br />
umsteigen. Panasonic bietet beispielsweise<br />
das Modell E700BD mit einem terrestrischen<br />
und zwei Satellitentunern für Broadcast- und<br />
Communications-Satelliten für 2 120 Euro.<br />
Sharps BD-HD100 hat ebenfalls verschiedene<br />
Tuner und eine 160-GB-Festplatte.<br />
Hi-Vision-Geräte gibt es in den Geschäften<br />
in großer Vielzahl und immer sind alle Tunerarten<br />
integriert, also für Terrestrik und<br />
die verschiedenen Satelliten. Bislang üblich<br />
ist die Auflösung 1 366 × 768 Pixel, 1 920 ×<br />
1 080 Pixel gibt es auch, ist allerdings deutlich<br />
teurer. Die kleinsten <strong>HDTV</strong>-Fernseher<br />
haben eine Diagonale von 48 cm, die größten<br />
eine von 165 cm. Die gängigsten Formate<br />
sind indes 94 bis 114 cm, also 37 bis 45 Zoll.<br />
Sharp hat seine Palette auf 37, 45, 57 und<br />
65 Zoll ausgebaut - alle haben eine 1 920 ×<br />
1 080er Auflösung. Da kostet ein 37er LCD<br />
3 400 Euro, der 65er etwa 11 300 Euro. Panasonics<br />
Plasma Viera TH-65PX500, ebenfalls<br />
mit 1 920 × 1 080 Pixel, wird für umgerechnet<br />
7 130 Euro angeboten. Wer ein etwas größeres<br />
Bild haben möchte, kann auf einen D-<br />
ILA-Rückprojektor von JVC zurückgreifen<br />
- 178 cm mit 1 280 × 720 Pixel und 5 700<br />
Euro teuer. Digitales Fernsehen - und damit<br />
eben auch <strong>HDTV</strong> - ist in Japan in allen drei<br />
Verteilwegen die Regel und wird die analoge<br />
Technik am 24. Juli 2011 ablösen. Ein Gesetz<br />
schreibt das so vor.<br />
Inhalte | HD+TV | 1.2006 031
<strong>Künstliche</strong> Realität<br />
Sie glauben, Sie hätten alles gesehen? <strong>HDTV</strong> ist die Zukunft? Am Fraunhofer-Institut forschen<br />
und entwickeln Ingenieure und Physiker zusammen mit Medienkünstlern und Designern<br />
sowie Juristen und Geisteswissenschaftlern aus über zehn Ländern an Computerwelten, die<br />
unbekannte Anwendungsfelder im neuen Jahrtausend erschließen.<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
032 www.hdplustv.de<br />
Bilder: Frauenhofer-Institut
Das Leben begann in der Höhle, zumindest das<br />
virtuelle. In einem riesigen Würfel, auf dessen<br />
Wände und Boden digitale Bilder von Landschaften,<br />
Gebäuden und Objekten räumlich projiziert<br />
werden, können bis zu sechs Besucher eine beinahe realistische<br />
Illusion wahrnehmen. Die CAVE-Konfigurationen<br />
(Cave Automatic Virtual Environment) mit drei bis<br />
sechs Seiten existieren weltweit. Die einfachste ist die traditionelle<br />
vierseitige Lösung, während eine sechsseitige<br />
CAVE die Gefahr der Orientierungslosigkeit birgt, denn<br />
im vollständig synthetischen Raum ist man schneller verloren,<br />
als einem lieb ist. Die 1992 an der University of<br />
Chicago in Illinois entwickelte CAVE ist mittlerweile ein<br />
weltweiter Standard für künstliche <strong>Welten</strong>. Bedingt durch<br />
die Ecken und Kanten in der Projektionsfläche weist sie<br />
jedoch noch viele Unnatürlichkeiten auf.<br />
Raumkrümmung<br />
Um die Nachteile der räumlichen Abbildung auszumerzen,<br />
schuf das IMK mit der i-CONE einen Raum ohne<br />
Ecken und Kanten. Damit werden geometrische Verzerrungen<br />
und Reflektionseffekte an den Wänden konsequent<br />
vermieden. Die i-CONE ist ein zylindrisches<br />
270-Grad-Projektionssystem mit hoher Auflösung und<br />
rückgeneigten Projektionsflächen, die im Gegensatz zur<br />
CAVE gleichmäßig gekrümmt sind. Zudem bietet die<br />
verwendete Frontprojektion gegenüber der Rückprojektion<br />
der CAVE eine bessere Bildqualität mit einem hohen<br />
Kontrast und besserer Farbsättigung. Die zylindrischen<br />
Projektionsflächen erlauben eine hohe Anbringung der<br />
Projektoren, so dass der Schattenwurf durch einen Betrachter<br />
verhindert und der nutzbare Raum vergrößert<br />
wird. Eine i-CONE mit einer Besucherkapazität von etwa<br />
35 Personen nimmt etwa denselben Platz ein wie eine<br />
CAVE für fünf Personen.<br />
Gemeinsam, zweisam<br />
Der neuste Coup der dreidimensionalen Bilddarstellung<br />
hört auf den Namen TwoView. In Zusammenarbeit mit<br />
der Firma Barco hat das Fraunhofer IMK ein Display-<br />
System geschaffen, dass die gemeinsame Analyse von<br />
komplexen Daten im virtuellen Raum ermöglicht. Im<br />
Gegensatz zu konventionellen Display-Systemen wie der<br />
CAVE, die nur ein einziges Bild für mehrere Betrachter<br />
darstellt, wird beim TwoView-Display für jeden der beiden<br />
Benutzer ein eigenes 3D-Bild erzeugt. Dies ermöglicht<br />
es, virtuelle Objekte für jeden Betrachter räumlich<br />
absolut korrekt und deckungsgleich darzustellen. „Wenn<br />
zwei Benutzer eine Darstellung exakt am selben Punkt<br />
im Raum wahrnehmen, wird eine völlig neue Präsenz<br />
virtueller Objekte erzielt“, erläutert Andreas Simon, der<br />
das System am Fraunhofer IMK als Display-Spezialist<br />
konzipiert hat. Somit wird zum ersten Mal eine wirkliche<br />
Zusammenarbeit im virtuellen Raum ermöglicht.<br />
In seiner Flexibilität ist es europaweit einzigartig: das Virtual Reality and Computing Center am Forschungszentrum<br />
Caesar. Herzstück des Konzeptes ist die „CAVE“, ein Raum mit flexiblen Projektionsflächen,<br />
die in ihrer Position so verändert werden können, dass insgesamt vier unterschiedliche virtuelle<br />
Räume darstellbar sind<br />
Das TwoView ist z. B. im VRGeo-Projekt im Einsatz, bei<br />
dem Anwender aus der Öl- und Gasindustrie aufwendige<br />
Rohrinstallationen für neue Bohrlöcher planen. Weitere<br />
Anwendungsfelder sind die Entwicklungen in der Automobilindustrie<br />
und Diagnosen in der Medizintechnik.<br />
Musik wird greifbar<br />
Mit dem Projekt „Das Digitale Beethoven-Haus“ ist ein<br />
umfassendes Online-Angebot und ein neuer Bereich für<br />
die Besucher des Geburtshauses des Künstlers in Bonn<br />
entstanden. Das digitale Archiv präsentiert die einzigartigen<br />
Sammlungen: Musikhandschriften, Erstausgaben,<br />
Briefe und Bilder. Die über 5 000 Dokumente, 1 600 Musikbeispiele<br />
und Hörbriefe lassen Beethovens Denken,<br />
Leben und Arbeiten auf vielfältige Weise sichtbar und<br />
hörbar werden. Ein Highlight ist die Bühne für Musikvisualisierung<br />
im historischen Kellergewölbe des Hauses.<br />
Hier sollen Beethovens Werke mit Hilfe der Neuen<br />
Medien visuell interpretiert und neu befragt werden. Die<br />
Verwendung von modernster 3D-Virtual-Reality-Technologie<br />
lässt die Zuschauer interaktiv in das Geschehen<br />
eingreifen. Die Zukunft der Computerwelt steckt zwar<br />
noch in den Kinderschuhen, aber vielleicht wird jeder<br />
von uns in Zukunft von den technischen Entwicklungen<br />
des Fraunhofer-Institutes profitieren. In den eigenen vier<br />
Wänden den Hauptdarsteller eines Kinofilmes zu spielen,<br />
die Pfade längst vergangener Zeiten beschreiten oder mit<br />
Freunden in computergenerierten Bars sitzen – was heute<br />
noch ein Hirngespinst ist, könnte morgen bereits Realität<br />
werden. Lang lebe die Matrix!<br />
Forscherdrang<br />
Seit 1993 betreibt die Abteilung<br />
Virtual Environments<br />
(VE) angewandte Spitzenforschung<br />
im Bereich Virtual<br />
Reality (VR). 1996 wurde die<br />
erste CAVE Europas<br />
eingerichtet und 2001<br />
entstand das weg-weisende<br />
Displaysystem i-CONE. Ein<br />
Team aus 35 Wissenschaftlern<br />
arbeitet Tag für Tag an<br />
zukunftsträchtigen<br />
Anwendungen, die Design,<br />
Erziehung, Forschung,<br />
Planung und Visualisierung<br />
revolutionieren.<br />
Inhalte | HD+TV | 1.2006 033
Das Tor zur Welt<br />
Es muss nicht immer Hollywood sein, dachte sich die in Leipzig und Magdeburg ansässige<br />
Ottonia Media GmbH und zaubert auf ihre eigene Weise beeindruckende Bilder ins Wohnzimmer.<br />
Mit der ersten europäischen WMV9-DVD läutete das Unternehmen bereits vor einem Jahr<br />
den Beginn des hochauflösenden Zeitalters ein und erweiterte aufgrund des großen Erfolgs ihr<br />
Sortiment stetig. HD+TV durchleuchtet das bunt gemischte Angebot, von dem Sie ein paar Kostproben<br />
auf der beigelegten Heft-CD finden.<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
034 www.hdplustv.de
Wenn die hiesigen Wetterkapriolen<br />
das eigene Bett zum Zentrum<br />
des Lebens deklarieren, ist<br />
die Sehnsucht nach Urlaub sicher nicht weit.<br />
Doch nicht jeder kann sich einen Flug nach<br />
Australien oder Los Angeles auch leisten.<br />
Mittels der hochwertigen Aufnahmen von<br />
Ottonia Media, welche alle hier vorgestellten<br />
DVDs in der vollen <strong>HDTV</strong>-Auflösung von<br />
1 920 × 1 080 Pixel zeigen, können Sie zumindest<br />
für 50 Minuten vom Alltag entfliehen.<br />
Die Serie „Colourful Planet“ umfasst mittlerweile<br />
fünf Teile rund um unseren blauen<br />
Planeten. Dabei begleiten Sie ein Kamerateam<br />
nach Australien, Los Angeles, Kroatien,<br />
Kalifornien und in das kleine Küstenland Belize.<br />
Sie erkunden auf Ihren Streifzügen jedoch<br />
nicht nur die ausgetretenen Touristenpfade,<br />
sondern lernen vielmehr interessante<br />
Persönlichkeiten und Kuriositäten kennen.<br />
Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie zum<br />
ersten Mal vom „Weltmeister im Bierkasten-<br />
Spielen“ hören oder Insider-Tipps für erholsame<br />
Stunden in Los Angeles erfahren. Jede<br />
Folge begleitet vor allem die Menschen im<br />
Lande und reflektiert durch ihre Geschichten<br />
die Geschichte des Landes. Die DVDs bestechen<br />
somit weniger durch die prächtigen<br />
Landschaftsaufnahmen, sondern bieten vor<br />
allem inhaltlich eine Menge Wissenswertes.<br />
Die Macht des Wortes<br />
Fast jedes kleine Kind träumt von einem Leben<br />
auf den Bühnen dieser Welt. Für Agatha<br />
Christie starb der Traum eines Opernstardaseins<br />
jedoch aufgrund ihrer zu schwachen<br />
Stimme. Dem Rat Ihrer Mutter folgend wurde<br />
sie Schriftstellerin und zugleich eine der populärsten<br />
Kriminalautorinnen unserer Zeit.<br />
Die bislang teuerste Ottonia-Media-DVD ist<br />
zugleich auch die längste und beste. Auf der<br />
Fahrtstrecke des Orientexpresses sehen Sie in<br />
beeindruckenden Aufnahmen die magische<br />
Anziehungskraft der fremdländischen Ferne.<br />
Das Kamerateam ging auf Spurensuche: Was<br />
ist aus den Bahnhöfen und all dem bunten<br />
Treiben der Märkte geworden, und was erlebt<br />
eine alleinreisende Frau dort heute? Einem<br />
wahren Genie seiner Zunft widmet sich<br />
die zweite Dokumentation aus der Serie „Colourful<br />
History“. Friedrich Schiller ist vielen<br />
als Autor solcher Meilensteine wie „Die Räuber“<br />
ein Begriff, doch nur wenige wissen um<br />
seine verzweifelte Suche nach Anerkennung<br />
und Erfolg. Die etwas kurz geratene Dokumentation<br />
schildert die wichtigsten Etappen<br />
vom Streben über den Niedergang bis zum<br />
überwältigenden Erfolg des jungen Schriftstellers.<br />
Am Ende dieser Geschichte steht wie<br />
im wahren Leben jedoch kein Happyend.<br />
Gerade deshalb stecken in dieser Doku sehr<br />
viele Lebensweisheiten. Friedrich Schiller ist<br />
in jedem von uns – wissbegierig, unglücklich,<br />
erfolgreich und jederzeit etwas Besonderes.<br />
Powered by Microsoft<br />
Alle hier vorgestellten Windows-Media-9-<br />
DVDs sind nur auf einem Computer mit<br />
Windows XP, einem 3-GHz-Prozessor und<br />
einem Arbeitsspeicher von 1 GB lauffähig.<br />
Zum Glück legte Ottonia Media aber auch<br />
normale DVDs bei, die Sie mit einem handelsüblichen<br />
DVD-Player abspielen können.<br />
In unserem Testlabor kamen wir selbst<br />
mit den Standard-Scheiben nicht mehr aus<br />
dem Staunen heraus. Durch die hochwertigen<br />
Aufnahmen profitiert selbst die niedrig<br />
aufgelöste DVD ungemein – Bildrauschen,<br />
Blockbildung und andere Artefakte werden<br />
Sie hier vergebens suchen. Das optischen<br />
Nonplusultra erleben Sie hingegen mit den<br />
WMV9-DVDs. Diese bieten einen Vorgeschmack<br />
auf das, was die Hollywood-Studios<br />
uns noch auf längere Zeit verwehren – das<br />
Tor zur Realität. Selbst die Concorde-DVDs<br />
aus der vergangenen Ausgabe können hier<br />
nicht Schritt halten, schließlich besaßen sie<br />
nur die halbe Auflösung. Summa summarum<br />
also ein unvergleichliches Vergnügen –<br />
für Technikfanatiker wie Wissbegierige gleichermaßen<br />
zu empfehlen.<br />
Ottonia find ich gut!<br />
Auf unserer CD zu dieser<br />
Ausgabe finden Sie Ausschnitte<br />
der <strong>HDTV</strong>-DVDs<br />
von Ottonia<br />
Alle Ottonia-Media-DVDs finden Sie im gut<br />
sortierten Fachhandel und im Internet unter<br />
shop.auerbach-verlag.de sowie bei shop.ottonia.de<br />
Faszination High Definiton: Reise durch die Kulturen der Welt
What you see is what you think<br />
In unserem letzten Bericht zu „Die großen Schlachten“ entführten wir Sie mitten ins Schlachtengetümmel<br />
der vielversprechenden Produktion. Doch alle Vor-Ort-Eindrücke sind nur die<br />
halbe Wahrheit. Die Ottonia Media vertraut mit Michael Paul auf ein kreatives Multitalent,<br />
das am Hochleistungsrechner aus grünen Tüchern wahre Gemälde zaubert. HD+TV durfte<br />
dank freundlicher Unterstützung von Ottonia den Macher für kurze Zeit von seiner Arbeit<br />
abhalten und ein gänzlich friedvolles Interview führen.<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
„Die großen Schlachten“ nähern sich mit großen<br />
Schritten der Fertigstellung – sind Sie mit<br />
dem Ergebnis zufrieden?<br />
Michael Paul: Weitestgehend sehr zufrieden. Für<br />
einen Rückblick ist es dennoch etwas zu früh. Der<br />
momentane Status quo: Noch eine Folge gestalten,<br />
plus die gesamte „Verpackung“ der großen<br />
Schlachten-Reihe. Das heißt, das Design der jeweiligen<br />
Opener und Trailer der Filme. Ein Teil gestalterischer,<br />
kreativer Arbeit, auf den ich mich sehr freue.<br />
Ist ein Dreh zu Ende, beginnen für Sie die<br />
schlaflosen Stunden an der Nachbearbeitung.<br />
Wie viel Zeit bleibt Ihnen für eine Folge der<br />
großen Schlachten?<br />
Michael Paul: Der Aufwand für die einzelnen Filme<br />
ist sowohl kompositorisch als auch die nötigen<br />
Animationen und digitalen Effekte betreffend sehr<br />
unterschiedlich. So sind bei der Schlacht um Sedan<br />
viele digitale pyrotechnische Effekte zu kreieren,<br />
was zeitintensiver ist als beispielsweise digitale<br />
Hintergrundmalerei. Daher gibt es keine Konstante<br />
je Film. Die ästhetische Qualität des finalen Bildes<br />
steigt grundsätzlich, wenn ein gewisses Zeitpolster<br />
besteht, da man Alternativen probieren oder sich<br />
Inspiration holen kann, um am nächsten Tag frisch<br />
ans Werk zu gehen. Um eine ungefähre Größe zu<br />
nennen – wir sprechen von Projektzeiträumen von<br />
2-3 Monaten pro Film.<br />
Im Mittelpunkt der Produktion stehen besonders<br />
die Autorin und der Regisseur. Der Großteil<br />
der beeindruckenden Bilder wird jedoch<br />
digital erzeugt. Vermissen Sie das Rampenlicht?<br />
Michael Paul: Sei es ihnen gegönnt. Die machen ja<br />
auch eine sehr gute Arbeit. Grundsätzlich ist gute<br />
filmerische Arbeit immer ein Zusammenspiel von<br />
vielen kreativen Köpfen und Einzelkomponenten,<br />
also Teamarbeit. Andererseits finde ich, dass unsere<br />
Arbeit in Zeiten, da visuelle Effekte immer wesentlicher<br />
zum Gesamtwerk Film nahezu aller Genres beitragen,<br />
sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der<br />
Branche zu wenig repräsentiert wird. In den USA<br />
oder auch in Frankreich und England ist das anders.<br />
Die VFX-Leute sind dort die Stars. Tatsächlich wird<br />
auch in Deutschland hervorragende Kreativarbeit<br />
geleistet. Viele Produktionen und auch Broadcaster<br />
empfinden jedoch amerikanische und auch englische<br />
Studios als „State of the Art“. Hier sehe ich<br />
noch ein großes Potenzial an Öffentlichkeitsarbeit<br />
oder Aufklärung.<br />
Bilder: Ottonia Media<br />
036 www.hdplustv.de
Zauberei: Die Aufnahmen verdeutlichen den immensen<br />
Aufwand der Nachbearbeitung. Wo im Bild<br />
zunächst ein grünes Tuch prangt, erblicken Sie in der<br />
fertigen Montage die Skyline einer ganzen Stadt<br />
Während eines Drehs müssen Sie bereits am<br />
Set die späteren Effekte planen. Gibt es häufig<br />
Berührungspunkte mit dem Regisseur?<br />
Michael Paul: Es gibt eine sehr intensive kreative<br />
Zusammenarbeit mit dem Regisseur vom ersten<br />
Brainstorming bis zur Umsetzung am Set und in<br />
der Nachbearbeitung. Meine Aufgabe ist es dann,<br />
das Möglichste bei den Dreharbeiten in einem<br />
gegebenen Zeitrahmen rauszukitzeln. Kompromisse<br />
werden wohl immer auftreten. In jedem Fall ist<br />
es hilfreich, wenn – wie bei diesem Projekt – der<br />
Regisseur einen „guten Sinn“ für die computergenerierten<br />
Effekte mitbringt. Dieses Zusammenspiel<br />
ist absolut wichtig in dem Wissen, dass beste<br />
„Visual Effect Shots“, z. B. eine spektakuläre Totale,<br />
den ganzen Film veredeln und auf ein anderes<br />
Niveau heben können.<br />
Wie würden Sie allgemein Ihre Arbeit<br />
umschreiben? Gleicht sie eher einem Maler<br />
oder Architekten?<br />
Michael Paul: Sowohl als auch. Hinzufügen würde<br />
ich noch Fotograf und Illustrator. Das Schöne an<br />
dieser Art von kreativer Tätigkeit ist, dass sie nahezu<br />
alle Gestaltungsdisziplinen überspannt, die sich<br />
oftmals gegenseitig befruchten.<br />
Für die ZDF-Produktion „Metropolis“ haben<br />
Sie bereits zwei Preise für das beste „Compositing“<br />
und Animation einheimsen können<br />
– geht ihr neues Projekt noch einen Schritt<br />
weiter?<br />
Michael Paul: Schwierig zu vergleichen. „Metropolis“<br />
war, die Spielszenen betreffend, eine Studioproduktion,<br />
hatte darüber hinaus einen sehr hohen<br />
Anteil reiner Animationen, also ohne jegliche Realfilmelemente,<br />
z. B. von vier bis ins Detail rekonstruierten,<br />
antiken Städten. Die großen Schlachten<br />
wurden in freier Natur und an Realschauplätzen<br />
gedreht. Dies sind sehr entscheidende Basiskriterien,<br />
um überzeugende fotorealistische Illusionen zu<br />
erschaffen. Die gelungene Mixtur und Komposition<br />
von „CGI“ und Realbild sind maßgeblich für eine<br />
überzeugende Suggestion. Ich versuche bei jedem<br />
Projekt eine auch für mich neue Herausforderung<br />
zu schaffen, sei es neue Techniken einzusetzen<br />
oder eine andere optimierte Art der Umsetzung<br />
und kreativen Herangehensweise zu finden. Im<br />
Animationsbereich führen oftmals viele Wege zum<br />
Ziel.<br />
Die „Wächter der Nacht“ sorgten vor kurzem<br />
im Kino für Aufsehen, weil sie mit geringem<br />
Budget beeindruckende Special-Effects zeigten<br />
– ein neuer Trend?<br />
Michael Paul: Es ist auch in Deutschland möglich,<br />
mit vertretbaren Budgets gute kreative Arbeit zu<br />
bekommen. Vielleicht sollten sich die deutschen<br />
Broadcaster zu mutigen Experimenten inspirieren<br />
lassen. Unter Umständen wäre hier auch bessere<br />
Aufklärungsarbeit nötig mit mehr Foren, Workshops<br />
für Filmemacher und Entscheider bzw. Auftraggeber.<br />
Gehören Sie auch zur Gruppe der nachtaktiven<br />
Menschen?<br />
Michael Paul: Tatsächlich hat mich diese Arbeit<br />
schon die eine oder andere Nacht an den Rechner<br />
oder ins Studio gefesselt. Meine kreativen Hochphasen<br />
sind zugegebenermaßen kurz nach dem<br />
Aufwachen oder aber wenn es draußen dunkel ist.<br />
Die Nacht ist einfach spannender – dies ist wohl<br />
bei vielen Kollegen ähnlich.<br />
Unterstützt das neue hochauflösende Bildformat<br />
ihre Arbeit oder wird sie dadurch<br />
erschwert?<br />
Michael Paul: Teils, teils. Der Aufwand ist exponential<br />
höher in einer HD-Produktion, fast wie beim<br />
Film. Ich persönlich halte sehr viel vom HD-Format.<br />
Die Bildqualität, Auflösung, Farbtiefe und Detailzeichnung<br />
eröffnet mehr gestalterische Möglichkeiten,<br />
erfordert aber auch genaueres Arbeiten als<br />
im SD-Format. Für den Zuschauer lohnt sich also<br />
der Umstieg, vorausgesetzt die Technik lässt eine<br />
akzeptable Kompression zu. Aber ich bin da guter<br />
Dinge.<br />
Wie hat sich ihre Arbeit in den letzten zehn<br />
Jahren gewandelt – ist das Arbeiten angenehmer<br />
geworden?<br />
Michael Paul: Es hat in den letzten Jahren durchaus<br />
revolutionäre Entwicklungen im Hard-/Softwarebereich<br />
gegeben, die im 3D-Bereich und in<br />
der Bildbearbeitung bzw. „Highend-Compositing“<br />
durchaus hilfreich sind. Auch was die Kosten<br />
betrifft haben die führenden Softwareanbieter<br />
erkannt, dass hinter den Bildschirmen immer noch<br />
kreative Köpfe sitzen und sie den Nachwuchs mit<br />
fördern müssen. So gibt es von den meisten „3D-<br />
Packages“ inzwischen Basisversionen, die sich auch<br />
Kreative in der Ausbildungsphase leisten können.<br />
Überdenkenswert ist allerdings das zyklische 1/2-<br />
jährige Erscheinen von neuen Softwarereleases.<br />
Hier wäre es sinnvoller, erst nach vollendeter Entwicklung,<br />
mit tatsächlichen Neuerungen auf den<br />
Markt zu treten. Grundsätzlich sind die Systeme<br />
schneller geworden, aber nicht immer intelligenter<br />
und bei weitem noch nicht schnell genug. Nicht<br />
zuletzt ist natürlich das Weltnetz zu nennen, als<br />
fantastisches Recherche-Füllhorn und Kommunikationsforum<br />
z. B. für Wissensaustausch. Wünschenswert<br />
als futuristischer Ausblick wäre echtes<br />
realtime... also nicht „what you see is what you<br />
get“, sondern vielmehr „what you see is what you<br />
think“. Der Kopf ist ja bekanntlich rund, damit das<br />
Denken seine Richtung wechseln kann, da kommen<br />
die Computersysteme leider noch nicht mit.<br />
Werden Sie nach getaner Arbeit erst einmal<br />
ausspannen können oder steht das nächste<br />
Projekt bereits vor der Tür?<br />
Michael Paul: Die nächsten Aufgaben warten<br />
tatsächlich bereits. Parallelproduktionen gibt es<br />
momentan auch. In dem Fall wird es ein wenig<br />
dichter, und die Nächte kürzer. Im Idealfall reicht<br />
ein Projekt dem nächsten die Hand. Mal eine<br />
Woche Verschnaufpause sollte in der Übergangsphase<br />
schon möglich sein.<br />
Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, mit dem<br />
Sie Ihre Arbeiten voranbringen könnten, welcher<br />
wäre das?<br />
Michael Paul: Mehr Zeit, Freiräume und Unterstützung<br />
für freie künstlerische Arbeiten.<br />
Der schönste Tag im Jahr ist …<br />
Michael Paul: Der Beginn eines neuen Projektes. Es<br />
ist ein wirklich schöner Moment, wenn der erste<br />
kreative Funke zündet und die ersten Bilder und<br />
Vorstellungswelten entstehen. Im Kopf und mit<br />
dem guten, alten Bleistift auf Papier…<br />
Michael Paul<br />
Inhalte | HD+TV | 1.2006 037
038 www.hdplustv.de
Identitätsmaschine<br />
„Du bist Xbox“, lautet das Motto der neuen Errungenschaft aus dem Bill- Gates- Milliardenkonzern.<br />
Eine bloße „2“ im Namen der neuen Konsole reichte den Entwicklern nicht aus,<br />
denn schließlich ist Sony mit seiner neuen Playstation bereits eine Ziffer voraus. Xbox 360<br />
heißt die seit Anfang Dezember erhältliche konkave Schönheit und entführt die Käufer mit<br />
Spielen in <strong>HDTV</strong> in die 360 Grad umfassende Erlebniswelt.<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
Hersteller Microsoft ist ein wahrer Gigant, wenn es<br />
um Computersoftware geht. Kaum ein PC, der<br />
nicht mit dem Microsoft-Windows-Betriebsystem<br />
ausgeliefert wird – der eigene Mediaplayer schaffte<br />
sogar den Sprung ins Heimkino – die ersten HD-DVDs<br />
arbeiten bekanntlich im Windows-Media-9-Format.<br />
Doch wo ein neues Schlachtfeld ist da sind auch neue<br />
Regeln. In der Welt der Videospiele rangieren vor allem<br />
zwei namhafte Firmen: Sony und Nintendo. Während<br />
letztere dem technologischen Wettrüsten entsagt hat und<br />
mit einem Eingabegerät im Fernbedienungsformat bisher<br />
Unentschlossene zum Kauf überreden möchte, setzt<br />
Sony vor allem auf eines: die technologische Marktführerschaft.<br />
Mit der Playstation 3 scheint dieses Vorhaben<br />
wohl unter immenser Kraftanstrengung zu gelingen,<br />
auch wenn der Preis hoch ist: Der japanische Traditionskonzern<br />
wankt wie ein angeknockter Boxer. Als Gegenmaßnahme<br />
fährt Präsident Howard Stringer einen rigorosen<br />
Sparkurs, erster Leidtragender: Die Qualia-Reihe<br />
wurde eingestampft. Somit stehen die Chancen für einen<br />
Führungswechsel nicht schlecht und Microsoft nutzt die<br />
Zeit mit einer raschen Markteinführung.<br />
Innere und äußere Werte<br />
Die nackten Daten lesen sich wie ein Einkaufsbummel in<br />
einem Computermarkt: ein 3,2 GHz Prozessor mit drei<br />
Kernen von IBM, 512 MB RAM (für Grafik- und Hauptspeicher),<br />
eine 20 GB Festplatte sowie eine potente Beschleunigerkarte<br />
von ATI. Für 400 Euro bekommen Sie<br />
somit einen PC im Kleinstformat zu einem Bruchteil der<br />
Kosten. Um auf der neuen Xbox nicht nur zu daddeln,<br />
baut Microsoft seine Konsole zum Mediacenter aus. Ein<br />
USB-Anschluss lässt die Konsole mit Apples iPod oder<br />
Sonys PSP flirten und zur musikalischen Jukebox mutieren.<br />
Selbst Fotos und Videos können Sie entweder vom<br />
PC oder der eingebauten Festplatte dank integriertem<br />
Media-Player problemlos abspielen. Zur Freude aller Eltern<br />
und zum Bedauern aller Minderjährigen verursacht<br />
der eingebaute Kinderschutz markige Auseinandersetzungen<br />
in der eigenen Familie. Natürlich wird auch das<br />
Internet von den Xbox-Spielern im Sturm erobert. Mit<br />
Xbox-Live zeigte der Konzern bereits beim durchwachsenen<br />
Vorgänger sein unschlagbares Software-Know-how.<br />
Somit bietet Microsoft das bisher gelungenste Zusammenspiel<br />
aus multimedialer Unterhaltung, ganz gleich<br />
ob Film, Musik oder Spiel.<br />
„Too Human“, Silicon Knights<br />
It’s all about games<br />
Es sollte die letzte große Show vor dem Verkaufsbeginn<br />
werden, doch alle Journalisten waren sich einig: Mit dem<br />
hauseigenen X05-Event in Amsterdam tat sich Microsoft<br />
keinen Gefallen. Der sichtlich bemühte und zwanghaft<br />
gestikulierender Xbox-Chef J Allard umwarb sein neues<br />
Baby als revolutionären Beginn einer neuen Ära. Leider<br />
konnten die Vorführvideos im Megakino in keinster Weise<br />
mit den kernigen Sprüchen mithalten. Wenn stupides<br />
08/15-Geballer auf hirnlos agierende Gegner der Anbeginn<br />
einer neuen Zeitrechnung sein sollte, sieht es für die<br />
nächsten PISA-Tests wohl eher mau aus. Auch das Portfolio<br />
an Spielen unterschied sich nicht von althergebrachten<br />
Starttiteln. Wie schon vor 15 Jahren ballern, hüpfen,<br />
fahren oder prügeln Sie sich von einem Ziel zum anderen<br />
– Kreativität Fehlanzeige. Zudem sahen manche Titel,<br />
wie das Western-Geballer „Gun“ und Ataris-Rennspiel-<br />
Großvater „Test Drive“ alles andere als „Next-Generation“<br />
aus. Selbst Microsofts Geheimwaffe, der ehemalige<br />
Maskenball<br />
Auch eine Xbox 360 legt<br />
Wert auf ihr Äußeres. Die<br />
wechselbaren Frontblenden<br />
sichern jedem Besitzer ein<br />
individuelles Erscheinungsbild.<br />
Echte Fans besprühen<br />
die Blende einfach selbst.<br />
Kaufberatung | HD+TV | 1.2006 039
„Ich hoffe, dass Sony kalte Füße bekommt.<br />
Im Moment klafft eine riesige Lücke zwischen<br />
deren Versprechungen und Argumenten.<br />
Wenn ich in Herrn Kutaragis Haut stecken<br />
würde, dann hätte ich noch einen riesigen<br />
Berg Arbeit bis zum nächsten Frühling.“<br />
J Allard, General Manager Xbox<br />
Nintendo-Hof-Entwickler Rare, zeigte mit „Perfect Dark<br />
Zero“ nur einen guten Ego-Shooter ohne Impulse. Die<br />
Videospielelandschaft hat sich nach dem Amsterdamer<br />
Event jedenfalls nicht verändert.<br />
Gewagt<br />
Microsoft liefert als erstes<br />
Unternehmen zwei<br />
unterschiedliche Ausstattungsvarianten<br />
ihrer<br />
Konsole aus. Während die<br />
„All-Inclusive“-Offerte für<br />
399 Euro über die Ladentheke<br />
wandert, müssen Sie für<br />
das „Core-System“ nur 299<br />
Euro bezahlen. Leider fallen<br />
dann die Festplatte, der<br />
kabellose Controller und das<br />
<strong>HDTV</strong>-Kabel dem Rotstift<br />
zum Opfer. Wir können<br />
diese zweigleisige<br />
Kundenirritierung nicht<br />
nachvollziehen und raten<br />
vom „Core-System“ ab. Wer<br />
zudem noch keinen <strong>HDTV</strong>-<br />
Fernseher oder Projektor<br />
besitzt, sollte ebenfalls<br />
abwarten.<br />
Zu Unrecht kritisiert?<br />
Natürlich ist Microsofts neue Konsole kein Total-Ausfall,<br />
sondern weit davon entfernt. Lässt man nämlich alle<br />
vollmundigen Äußerungen der werten Bill-Gates-Mannschaft<br />
einmal außen vor und reduziert die neue Maschine<br />
auf ihren Kern, so wird wohl niemand seit dem 2. Dezember<br />
ohne ein Jucken im Finger am Schaufenster vorbeigehen<br />
können. Mit „Kameo: Elements of Power“ kehrt Rare<br />
zur alten Stärke zurück und präsentiert eines der größten,<br />
schönsten und abwechslungsreichsten Action-Adventure-Epen<br />
der virtuellen Lande. Bethastas „Oblivion“ markiert<br />
eine riesengroße Zuflucht für alle Rollenspiel- und<br />
Fantasy-Liebhaber, welche sich im gleichnamigen Kontinent<br />
zum strahlenden Ritter oder bösartigen Magier entwickeln<br />
können. Leider hat sich der Erscheinungstermin<br />
dieser Perle auf 2006 verschoben. Wem die gängigen Geschwindigkeitsbegrenzungen<br />
auf deutschen Landstraßen<br />
den letzten Nerv raubten, der freut sich hingegen auf<br />
„Project Gotham Racing 3“. In den Edelkarossen dieser<br />
Welt schleudern Sie mit halsbrecherischer Geschwindigkeit<br />
durch die Metropolen unseres Globus. Allen Spielen<br />
gemein ist ihre fantastische grafische Qualität und ihr<br />
großer Umfang. Somit bietet Microsoft bereits am ersten<br />
Verkaufstag einige Spiele für die einsame Insel – weit<br />
mehr als bei früheren Konsoleneinführungen. Wir können<br />
Ihnen nur raten, der Xbox 360 bei geringstem Interesse<br />
für Videospiele eine Chance zu geben, auch wenn<br />
Sie zusätzlich einen <strong>HDTV</strong>-Fernseher erstehen müssen.<br />
Ohne diesen wirken die bunten <strong>Welten</strong> weit weniger<br />
aufsehenerregend und schmälern das Spielerlebnis zu<br />
stark. Xbox 360: Keine Revolution aber eine gelungene<br />
Evolution, um den virtuellen Charakteren neues Leben<br />
einzuhauchen, mit ausgefeilter Mimik Emotionen zu<br />
schüren und riesige Schauplätze für Hobby-Abenteurer<br />
zu erschaffen. Mit „Gears of War“, „Mass Effect“, „Halo<br />
3“, „Splinter Cell 4“ und „Too Human“ sprießen zudem<br />
die neuen Hoffnungsträger im kommenden Jahr bereits<br />
aus dem Boden – für eine glückliche Zukunft ist somit<br />
gesorgt. Doch hoffentlich dreht sich Microsoft mit seiner<br />
Marketingkampagne nicht nur im Kreis, denn auch dafür<br />
steht die magische Zahl 360.<br />
Mass Effect<br />
Kameo<br />
Project Gotham Racing 3<br />
040 www.hdplustv.de
WISSEN<br />
Mario Hess<br />
Redaktion HD+TV<br />
Es waren einmal zwei große deutsche Fernsehsender, deren Führungsriegen<br />
des Morgens gemeinsam zum Meeting im Konferenzraum<br />
eintrafen, um bei Kaffee und Marmelade zu grübeln, wie sie<br />
ihre Zuschauer glücklicher machen könnten. „Alles muss schöner<br />
werden“, sagte der Erste. „Und größer!“, sagte der Zweite. „In prächtigen<br />
Farben“, schloss sich ein Dritter an, „und es soll beginnen<br />
mit großem Prunk und Feierlichkeiten“. „Vor allem schnell muss<br />
es gehen“, bemerkte ein nicht ganz so euphorischer Fernsehfürst.<br />
Aber was würde die Menschen vor den Bildschirmen in Freudentränen<br />
ausbrechen lassen? Die Falten auf den Stirnen wurden<br />
immer tiefer bis einer rief: „Heureka, ich hab’s! Lasst uns unser<br />
Programm in <strong>HDTV</strong> aussenden, bevor es jemand anderes tut!“ Alle<br />
Fernsehmacher brachen ob dieser Idee in großen Jubel aus und<br />
machten sich sogleich ans Werk. Den Rest der Geschichte konnte<br />
sich der geneigte Zuschauer bei den Münchener Medientagen vor<br />
Ort ansehen. Am 26. Oktober wurde der Einstieg in die Innovation<br />
<strong>HDTV</strong> vor großer Kulisse und mit viel Prominenz in Szene gesetzt.<br />
Wie ehedem 1967 beim Umstieg von Schwarz-Weiß auf farbige<br />
Fernsehbilder präsentierten die Sender Sat.1 und ProSieben einen<br />
prominenten Vertreter aus der Politik, den bayerischen Ministerpräsidenten<br />
Edmund Stoiber, der den Startschuss für die nächste<br />
Fernsehgeneration unter den Augen der Medien geben durfte.<br />
Aber so gewiss wie Ede Stoiber nicht Willy Brand ist, so wenig<br />
Wirkung erzielte der Knopfdruck beim Zuschauer. Die ProSiebenund<br />
Sat.1-HD-Programme sah in diesem Moment nämlich – wir<br />
haben mitgezählt – niemand. Da alles bekanntermaßen schnell<br />
gehen musste, fehlte es an diesem Tag bundesweit an HD-fähigen<br />
Receivern und echten HD-Programminhalten. Daneben werden,<br />
durch die Weigerung der Sender, digital ins Kabelnetz einzuspeisen,<br />
einige Zuschauer auch bewusst ausgeschlossen. Das hochauflösende<br />
Programm versickerte einfach im Äther. Nicht falsch verstehen:<br />
Niemand freut sich mehr auf <strong>HDTV</strong> als unsere Redaktion. Jedoch<br />
hätten wir auch gerne etwas davon gesehen!<br />
<strong>HDTV</strong>-Nirvana<br />
Wissen | HD+TV | 1.2006 041
normales PAL-Bild
Fünfmal größeres Fernseherlebnis<br />
Bild: Universal
Schau mir in die Augen<br />
Im dichten Gestrüpp eines weitläufigen Feldes rennt ein kleines Nagetier um sein Leben. Die<br />
Gefahr lauert jedoch nicht am Boden, sondern in 300 Metern Entfernung, unter den Wolken.<br />
Dank ihrer hochentwickelten Sehzellen können Raubvögel selbst aus großen Distanzen noch<br />
feinste Details erkennen, während unsere Augen bereits nach wenigen Metern den Nager<br />
verlieren. Dennoch sind diese Nachteile selbst in Zeiten von <strong>HDTV</strong> ein Segen der Natur. Weshalb?<br />
Sehen Sie selbst!<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
Wäre unser Auge mit der Präzision<br />
eines Luchsauges entwickelt,<br />
so wirkten selbst die hochauflösendsten<br />
Bildschirme dieser Welt wie Mosaikgemälde<br />
– wir könnten jeden Bildpunkt<br />
einzeln zählen. Natürlich ist das Erkennen<br />
einzelner Pixel nicht nur von unserer Sehschärfe<br />
oder deren Größe abhängig. Stehen<br />
zwei Punkte in einem besonders hohen Kontrast,<br />
wie ein schwarzer und weißer Pixel, so<br />
ist der Unterschied für das Auge größer als<br />
bei einem grünen und gelben Bildpunkt.<br />
Nichtsdestotrotz gestattet uns die Biologie<br />
und Physik einen interessanten Einblick<br />
in das Auflösungsvermögen unseres Auges.<br />
Wir wollen nun der spannenden Frage<br />
nachgehen, welche Auflösung ein 42-Zoll-<br />
Bildschirm aufbringen sollte, um aus drei<br />
Metern Entfernung die optimale Qualität zu<br />
erreichen.<br />
Scharfstellung<br />
Aus unserer Tabelle lassen sich viele interessante<br />
Aussagen treffen, selbst wenn Sie nicht<br />
drei oder sechs Meter von Ihrem Bildschirm<br />
entfernt sitzen. Kaufen Sie sich einen „HD<br />
ready“-Bildschirm mit 42 Zoll Bilddiagonale,<br />
beispielsweise einen Plasma, so bietet dieser<br />
im Normalfall 1 024 × 768 Pixel. Aus unserer<br />
Tabelle entnehmen Sie, dass unser Auge bei<br />
drei Meter Entfernung diese Pixelabstände<br />
noch sehr gut auflösen kann. Deshalb sollten<br />
Sie für eine optimale Bildqualität einen etwas<br />
größeren Sichtabstand einhalten. Demgegenüber<br />
verschenken Sie bei einem Bildschirm<br />
mit 50 Zoll Bilddiagonale und einer Auflösung<br />
von 1 280 × 720 Pixeln bereits Potenzial,<br />
falls der Sichtabstand über fünf Meter<br />
liegt. Generell gilt: Unsere Tabelle markiert<br />
das Maximum dessen, was unsere Augen zu<br />
leisten im Stande sind. Somit können Sie den<br />
Abstand auch deutlich verringern, ohne die<br />
Pixel einzeln zählen zu müssen. Wer jedoch<br />
weiter entfernt sitzt als vorgegeben, kann<br />
demnach zu einem günstigeren Fernseher<br />
mit kleinerer Auflösung greifen und dabei<br />
eine Menge Geld sparen.<br />
Besser „Fern“-Sehen<br />
Bilddiagonale Optimale Auflösung<br />
27 Zoll 920 × 518 460 × 259<br />
32 Zoll 1091 × 614 545 × 307<br />
37 Zoll 1261 × 710 631 × 355<br />
42 Zoll 1432 × 805 716 × 403<br />
50 Zoll 1705 × 959 852 × 479<br />
61 Zoll 2080 × 1170 1040 × 585<br />
100 Zoll 3409 × 1918 1705 × 956<br />
Sichtabstand 3 Meter 6 Meter<br />
PAL 16:9 HD 1 080<br />
Alle Auflösungen sind natürlich nur theoretischer<br />
Natur, wobei die farbig hinterlegten<br />
den derzeitigen Bildstandards entsprechen.<br />
Beim Umstieg von PAL auf HD 1 080 können<br />
Sie die Bilddiagonale wahlweise verdoppeln<br />
(Vergleich graues und grünes Feld bei drei<br />
Metern Abstand) oder Ihren Sichtabstand<br />
halbieren (Vergleich graues Feld bei sechs<br />
Metern und grünes Feld bei drei Metern<br />
Sichtabstand). Für riesige Bilddiagonalen<br />
auf kurzen Distanzen von Projektoren reicht<br />
selbst die höchste Auflösung nicht aus, um<br />
unser Auge auszureizen – vielleicht bei<br />
<strong>HDTV</strong>2?<br />
044 www.hdplustv.de
Regenbogenzeit<br />
Der Regen lichtet sich, die Sonne schiebt die nassen Wolkenfetzen vor sich<br />
her und plötzlich geschieht es: Wo eben noch ein grauer Schleier für trübe<br />
Stimmung sorgte, erhellt nun ein Regenbogen das Gemüt. Das farbenprächtige<br />
Naturschauspiel ist in der Bibel sogar ein Zeichen des Friedens zwischen<br />
den Menschen und Gott. Greenpeace kürte den Regenbogen zu seinem Erkennungssymbol<br />
und Homosexuelle sehen ihn als Zeichen für Toleranz und<br />
sexuelle Freiheit. Von solchen positiven Aspekten kann die Technikwelt nur<br />
träumen, denn hier zeigen die Regenbögen ihr Blitzgewitter.<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
Malkasten<br />
Das Farbrad eines Marantz-<br />
Projektors zeigt den physischen<br />
Aufbau. Alle Bereiche<br />
sind strikt voneinander getrennt,<br />
der erweiterte Rotbereich<br />
merzt den Rot-mangel<br />
der UHP-Lampen aus.<br />
045 www.hdplustv.de<br />
Wissen | HD+TV | 1.2006 045
Die Geister, die ich rief:<br />
Sie ist das Gespenst der<br />
Technikgeschichte und spukt<br />
bereits seit Jahren durch die<br />
Entwicklungsbüros und<br />
Fachmagzine: die Farbspirale.<br />
Anstatt abgegrenzte<br />
Bereiche mit Rot, Gün und<br />
Blau zu füllen, verlaufen die<br />
Farben spiralförmig und<br />
gehen ineinander über. Das<br />
verbesserte Farbrad<br />
ermöglicht eine höhere<br />
Leuchtkraft bei gleicher<br />
Lichtleistung und somit<br />
bessere Bild- und Farbqualität<br />
– ohne Regenbogen-<br />
Effekt. Leider ist dieser<br />
interessante Ansatz nicht<br />
über das theoretische<br />
Stadium hinaus gegangen,<br />
denn neben der problematischen<br />
Ansteuerung der<br />
Mikrospiegel spielen auch<br />
wirtschaftliche Fragen eine<br />
große Rolle.<br />
Kaum eine andere Technik ist so komplex und<br />
faszinierend wie die DLP-Projektion. Die Abkürzung<br />
steht für Digital-Light-Processing, was<br />
nichts anderes als Lichtverarbeitung bedeutet. Doch wie<br />
entstehen aus dem Licht einer herkömmlichen Lampe<br />
die Kinobilder auf der Leinwand? Bereits der erste Prozess<br />
klingt nach einer großen Portion Science-Fiction.<br />
Mikroskopisch kleine Spiegel, mehrfach kleiner als ein<br />
Ameisenbein, reflektieren die eintreffenden Lichtstrahlen.<br />
Der DMD-Chip (Digital Mirror Device = Spiegel-<br />
Apparatur) kann jeden der bis zu zwei Millionen Spiegel<br />
zum Licht hin oder vom Licht weg kippen. Neigt sich der<br />
Spiegel nun zum Licht, so wird der Strahl reflektiert und<br />
der Bildpunkt erscheint hell. Neigt sich der Spiegel vom<br />
Licht weg, wird dieses in einen Absorber reflektiert und<br />
der Bildpunkt erscheint schwarz – da dies bis zu 5 000<br />
Mal in der Sekunde geschieht, können DLP-Projektoren<br />
zudem alle benötigten Graustufen erzeugen. Doch ein<br />
Kinobild besteht nicht nur aus Hell-Dunkel-Unterschieden,<br />
sondern ist vor allem farbig, weshalb das Licht noch<br />
eingefärbt werden muss, bevor es auf den DMD trifft.<br />
Glücksrad<br />
Texas Instruments, der Hersteller dieser technischen Revolution,<br />
schwört für die Farbwiedergabe auf ein Farbrad.<br />
Angesichts des spektakulären DMD-Chips wirkt ein sich<br />
drehendes Rad zwar mittelalterlich, jedoch ist das Zusammenspiel<br />
aller Komponenten Wissenschaft auf höchstem<br />
Niveau. Ein einfaches Farbrad besteht aus den Segmenten<br />
Rot, Grün und Blau. Soll nun die Farbe Gelb abgebildet<br />
werden, müssen die Kippspiegel genau in dem Moment<br />
das Licht maximal reflektieren, wenn das rote und grüne<br />
Segment des Farbrades den Lichtstrahl durchläuft. Da<br />
Rot und Grün in gleichen Anteilen reflektiert werden,<br />
entsteht die Mischfarbe Gelb. Wenn sich ein Farbrad nun<br />
nur langsam drehen würde, wäre diese Sinnestäuschung<br />
vom Menschen auszumachen und statt der Farbe Gelb<br />
würden wir bemerken, dass zuerst Rot und kurz<br />
darauf Grün projiziert wird. Zum Glück hat<br />
uns Mutter Natur nur eine eingeschränkte<br />
Sinneswahrnehmung mit auf den Weg gegeben<br />
und wie ein David Copperfield versucht<br />
auch Texas Instruments dies auszunutzen.<br />
Brummkreisel<br />
Eine Möglichkeit, unsere Farbwahrnehmung<br />
zu täuschen, heißt Geschwindigkeit<br />
– je schneller das Farbrad rotiert, desto<br />
schneller vermischen sich die Farben zum letztendlichen<br />
Bild. Um die Geschwindigkeit ermitteln zu<br />
können, müssen wir auf unseren Bildstandard zurückkommen.<br />
Dieser arbeitet mit 50 Hz, was 50 (Halb-)Bildern<br />
in der Sekunde gleichkommt. Jedes Videobild muss<br />
nun eingefärbt werden, weshalb das Farbrad für ein Bild<br />
eine Umdrehung vollzieht. Somit dreht sich das Farbrad<br />
50 Mal in der Sekunde. Leider ist diese Geschwindigkeit<br />
viel zu gering, um unser Auge zu täuschen, weshalb das<br />
Tempo verdoppelt werden kann. Das Farbrad absolviert<br />
nun zwei Umdrehungen pro Farbe. Darum steigt die Frequenz<br />
auf 100 Hz an.<br />
Farbblitzer<br />
Selbst mit einer solch hohen Frequenz bleiben Regenbogeneffekte<br />
nicht aus. In kontraststarken Bildern und Testsequenzen,<br />
wie einem wandernden weißen Balken vor<br />
schwarzem Grund, sehen wir die Grundfarben des Farbrades<br />
– Rot, Grün und Blau. Aufgrund dieser farblichen<br />
Ähnlichkeit bezeichnet man diesen Bildfehler als Regenbogeneffekt.<br />
Doch wie kann man diesen Fauxpas nun beseitigen?<br />
Eine weitere Erhöhung der Geschwindigkeit hat<br />
einen gravierenden Nachteil: Die Lautstärke des Farbrades<br />
steigt an und kann in leisen Filmszenen den Gehörnerv<br />
überstrapazieren. Deshalb wenden neuere DLP-<br />
Projektoren einen so einfachen wie genialen Trick an. Sie<br />
verdoppeln die Farbsegmente. Das Farbrad besteht nun<br />
nicht mehr aus einem Rot-, Grün- und Blau-Anteil, sondern<br />
aus deren zwei. Somit durchlaufen alle Farben den<br />
Lichtstrahl zweimal pro Drehung. Die letzte Möglichkeit<br />
sahen die Hersteller in einer nochmaligen Anhebung der<br />
Drehgeschwindigkeit auf 150 Hz pro Farbe. Einfache<br />
Projektoren können die letzte Geschwindigkeitsstufe jedoch<br />
nicht mehr zünden, denn die DMD-Chips kommen<br />
schlicht und ergreifend mit der Verarbeitung der Farbinformationen<br />
nicht mehr hinterher.<br />
Die Welt in Ihrer Hand: Die eine Million Mikrospiegel eines DMD-Chips passen<br />
auf eine Handfläche. Unter dem Mikroskop erscheint ein Ameisenbein<br />
im Vergleich geradezu gigantisch<br />
046 www.hdplustv.de
Aus eins mach drei: Während bei der Ein-Chip-Variante (links) ein<br />
Farbrad seine Kreise zieht, werkeln im Kino- und High-End-Bereich<br />
gleich drei Spiegelsysteme (oben). Die drei Grundfarben Rot, Grün<br />
und Blau erzeugen durch ein Prisma alle benötigten Farbabstufungen<br />
gleichzeitig – die sequentielle Darstellung entfällt<br />
Bilder: Texas Instruments, Photocase<br />
Rotfärbung<br />
Als wären die technischen Probleme, die ein<br />
Hersteller mit der DLP-Technik bewältigen<br />
muss, nicht schon groß genug, müssen sie<br />
auch noch die Defizite der Lampe ausmerzen.<br />
Die UHP-Lampen strahlen nämlich ein<br />
deutlich zu kühles Licht aus, weshalb die<br />
Blau-Anteile überwiegen und die Rot-Anteile<br />
unterrepräsentiert sind. Findige Entwickler<br />
haben jedoch herausgefunden, dass die<br />
Vergrößerung der Rot-Flächen als Farbverstärkung<br />
interpretiert wird. Die modernsten<br />
DLP-Projektoren besitzen somit ein Farbrad,<br />
welches doppelt so große Rot-Flächen<br />
wie Blau- und Grün-Anteile besitzt. Leider<br />
verwenden nicht alle Hersteller dieses „farbechte“<br />
Rad, denn im Vergleich zu falsch eingestellten<br />
Projektoren mit einem Blau-Überschuss<br />
sinkt die maximale Helligkeit, welche<br />
oft als Verkaufsargument angeführt wird.<br />
Rauschende Bilder<br />
Bei hellen Bildanteilen kippen die Spiegel mit<br />
rasanter Geschwindigkeit. Verringert sich jedoch<br />
der Lichtanteil, schalten sich die Spiegel<br />
nur noch langsam ein und aus – so langsam,<br />
dass unser Auge diesen Effekt als Bildrauschen<br />
wahrnimmt. Schwarze Bilder wirken<br />
verrieselt und nicht rein schwarz. Da sich dieses<br />
Problem nicht mit den Kippspiegeln beseitigen<br />
lässt, muss das viel gescholtene Farbrad<br />
nun zur Rettung einschreiten. Anstatt ein<br />
reines Rot-, Grün- und Blau-Farbrad einzusetzen,<br />
erweitert man den drehenden Kreisel<br />
um ein weiteres Segment: Dunkelgrün. Da<br />
die Farbe Grün für unser Auge die meiste<br />
Helligkeit transportiert, filtert das dunkle<br />
Segment so viel Helligkeit aus den schwarzen<br />
Bildpartien, dass die Spiegel rauschärmere<br />
Bilder mit besseren Helligkeitsabstufungen<br />
erzeugen können. Leider benötigt der<br />
grüne Farbanteil einen gewissen Platz auf<br />
dem Farbrad und die restlichen Farbanteile<br />
müssen den Lichtweg verkürzt passieren.<br />
Das Farbrad unterliegt somit mechanischen<br />
Begrenzungen. Will man die Farbreduktion<br />
wieder rückgängig machen, so muss man<br />
die Geschwindigkeit des Farbrades drosseln,<br />
wodurch der Regenbogeneffekt aber wieder<br />
stärker zum Vorschein kommt – wie gewonnen,<br />
so zerronnen!<br />
Die Lösung<br />
Vielleicht werden Sie sich nun fragen, weshalb<br />
man überhaupt solch ein kompliziertes<br />
Verfahren anwendet, wenn das Ergebnis immer<br />
noch nicht perfekt ist. Die DLP-Technologie<br />
bietet aber gerade in hohen Preisklassen<br />
mit komplettem Farbrad und neuen DMD-<br />
Chips eine Bildqualität, die von bisher keiner<br />
konkurrierenden Technik geschlagen wird.<br />
Im High-End-Bereich wurde das Farbrad sogar<br />
abgeschafft und gleich drei DMD-Chips<br />
verbaut – jeder kümmert sich um eine Farbe:<br />
Rot, Grün und Blau. Somit werden alle Farben<br />
gleichzeitig und nicht mehr nacheinander<br />
erzeugt. Leider kosten Projektoren dieser<br />
Klasse das Dreifache eines normalen DLP-<br />
Beamers, da nun auch drei Mikrospiegelsysteme<br />
statt einem verbaut und aufeinander<br />
abgestimmt werden müssen. Solche Projektoren<br />
kommen auch in öffentlichen digitalen<br />
Kinos mit großem Erfolg zum Einsatz. Die<br />
DLP-Technologie ist extrem robust, langlebig<br />
und erzeugt auch bei Dauerlast gleich<br />
bleibend gute Bilder – die Zukunft schaut<br />
also weiterhin in Regenbögen, als wären sie<br />
von unserer Natur geschaffen.<br />
Farbfehler<br />
Bei hohen Kontrasten mit starken Hell-Dunkel-<br />
Flächen werden die Grundfarben des Farbrades<br />
sichtbar. Je nach Bildinhalt und persönlichem<br />
Sehempfinden tritt der Regenbogeneffekt unterschiedlich<br />
stark auf<br />
Wenn Gesichter wie mit Ölfarben getupft wirken,<br />
ist der False-Contour-Effekt nicht weit. Bei<br />
Bewegungen werden Farbübergänge und Helligkeitsabstufungen<br />
sichtbar – homogene Flächen<br />
grenzen sich voneinander ab<br />
Wissen | HD+TV | 1.2006 047
Kastrierte Bilderwelt<br />
Im Dezember 2005 erscheint „Titanic“<br />
erstmalig als 16:9-codierte DVD mit<br />
zusätzlichen Filmszenen. Auf dem richtigen<br />
Dampfer sind Sie deshalb noch<br />
immer nicht: Denn wie bei den anderen<br />
im Super35-Kameraformat aufgenommenen<br />
Filmen des Regisseurs James<br />
Cameron sind die schwarzen Balken im<br />
Bild überflüssig und verhindern eine<br />
formatfüllende Darstellung auf jedem<br />
16:9-und <strong>HDTV</strong>-Display!<br />
VON FRANK BITTERHOF<br />
Bilder: Photocase, Cinefex<br />
048 www.hdplustv.de
Sie haben sich gerade den neuesten Hollywood-Blockbuster<br />
auf DVD geliehen<br />
oder gekauft und sehen das Bild mit<br />
schwarzen Letterbox-Balken, welche das Bild<br />
auf Ihrem 16:9-Display nach oben und unten<br />
hin begrenzen. Das Bild erscheint auf Ihrem<br />
Display in denselben Proportionen wie<br />
im Kino. Dort werden die meisten abendfüllenden<br />
Spielfilme im klassischen Cinemascope-Format<br />
2.35:1 uraufgeführt, also quasi<br />
21:9. Damit links und rechts keine Bildteile<br />
weggeschnitten werden - das war als „Pan &<br />
Scan“ in der Heimvideo-Steinzeit verbreitet<br />
und berüchtigt - gelten die schwarzen Letterbox-Balken<br />
bei der DVD-Auswertung<br />
als obligatorisch und normal. Wirklich? Als<br />
in den USA vor sechs Jahren „Titanic“ vom<br />
Bezahlsender HBO in <strong>HDTV</strong> und im Cinemascope-Format<br />
ausgestrahlt wurde, hagelte<br />
es Zuschauerproteste: Der Film hätte doch<br />
bitte ohne schwarze Balken im 16:9-Vollformat<br />
gesendet werden sollen. Schließlich hätte<br />
man sich ja gerade deshalb einen breiten<br />
HD-Fernseher zugelegt, damit man von diesen<br />
Balken nicht mehr belästigt wird. Mögen<br />
die Zuschauer allesamt Kunstbanausen gewesen<br />
sein, denen es egal ist, ob rechts und<br />
links Teile des Bildes fehlen - sie hatten mit<br />
ihrer Kritik durchaus Recht. Denn „Titanic“<br />
wurde mit der von Jim Cameron bevorzugten<br />
Super35 Kamera aufgenommen, welche<br />
das Bild auf einer Negativfläche im Format<br />
14:9 festhält und somit zwischen dem 4:3-<br />
Standardformat und dem 16:9-Format liegt.<br />
Goldene Mitte<br />
Trotz besserer Tiefenschärfe ist diese Kamera<br />
nicht unumstritten, bietet aber Regisseuren,<br />
die sich der unvermeidlichen 4:3-Videoauswertung<br />
bereits bei der Filmaufnahme bewusst<br />
sind, die technische Möglichkeit, die<br />
berüchtigte „Pan & Scan“-Bildkastration von<br />
sonst in 21:9 aufgenommenen Filmen schon<br />
im Vorfeld auf ein Minimum zu reduzieren:<br />
Für die Fernseh- oder VHS-Auswertung<br />
(4:3-Standardformat) wird fast die gesamte<br />
Höhe des Negativs genutzt, dafür werden<br />
vergleichsweise minimale Bildteilverluste an<br />
den Seiten in Kauf genommen. Schneidet<br />
man stattdessen das 4:3-Bild aus einem Cinemascope-Film<br />
heraus, verliert man fast die<br />
Hälfte des Bildes! Für die Kino- oder DVD-<br />
Auswertung (21:9-Standardformat) wird<br />
nur der Cinemascope-Ausschnitt des Negativs<br />
herangezogen. Die darüber und darunter<br />
liegenden Bildinformationen werden bei<br />
der DVD-Veröffentlichung absichtlich und<br />
künstlich durch die schwarzen Letterbox-<br />
Balken verdeckt („Matteboxing“). Klartext:<br />
Im formatfüllenden 16:9-<strong>HDTV</strong>-Breitbildformat<br />
führen die schwarzen Balken zu einem<br />
unnötigen Bildinformations-Verlust<br />
von rund einem Viertel. „Titanic“ ist dabei<br />
kein Einzelfall - „Titanic“ ist buchstäblich die<br />
Spitze eines Eisbergs! Waren in den späten<br />
achtziger Jahren Filme wie „Top Gun“, „The<br />
Abyss“, „Terminator 2“ sowie die „Zurück in<br />
die Zukunft“-Fortsetzungen noch Super35-<br />
Exoten, werden inzwischen längst fast alle<br />
abendfüllenden Spielfilme aus Hollywood<br />
mit der Super35 Kamera gedreht.<br />
Große Koalition<br />
Nun wäre der formatfüllende 16:9-Ausschnitt<br />
eines Super35-Negativs der salomonische<br />
Kompromiss zwischen dem 4:3-Fernsehformat<br />
und dem 21:9-Cinemascope-Kinoformat.<br />
Obwohl es die DVD jetzt seit acht Jahren<br />
gibt, erscheinen die Filme aber nach wie<br />
vor im Format der Kinofassung - bei 2.35:1<br />
also regelmäßig mit schwarzen Balken, welche<br />
tatsächlich vorhandene Bildinformationen<br />
verdecken. Das begründen Hollywoods<br />
Programmanbieter damit, dass das so vom<br />
Regisseur gewollt sei und dieser seine Bildkomposition<br />
erhalten möchte. Wirklich<br />
überzeugend ist diese Argumentation freilich<br />
nicht. Schließlich nutzt ein Regisseur<br />
vom Schlage eines James Cameron das vorhandene<br />
14:9-Filmnegativ für nachträgliche<br />
Kamerafahrten bei der Videobearbeitung<br />
im Studio - horizontal bei der 4:3-Fassung,<br />
vertikal bei der 21:9-Fassung. Dass nur diese<br />
beiden, deutlich unterschiedlichen Bildkompositionen,<br />
einen künstlerischen Stellenwert<br />
haben sollen, nicht jedoch die „16:9-Full<br />
Screen“ Fassung, leuchtet kaum ein.<br />
Geld regiert die ...<br />
In Wirklichkeit nimmt Hollywood Rücksicht<br />
auf seine lukrativen Stammkunden,<br />
die Cineasten und Videosammler. Die haben<br />
seit Beginn der Heimvideo-Revolution<br />
in den USA ein Jahrzehnt verbissen gegen<br />
die seitliche Beschneidung von Breitbild-<br />
Kinofilmen gekämpft. Seither verharren Sie<br />
jedoch in Dogmatismus und reagieren als<br />
selbsternannte Ordnungshüter, wenn von<br />
dem ultrabreiten 21:9-Bildausschnitt abgewichen<br />
wird: So geschehen bei der DVD<br />
Erstveröffentlichung von „Silverado“ in<br />
den USA. Columbia-TriStar geriet derartig<br />
unter Druck, dass es nicht ausreichend war,<br />
die 16:9-Full Screen Fassung umzutauschen<br />
gegen eine 21:9-Letterbox-Fassung. Die<br />
komplette Erstauflage wurde eingestampft!<br />
In den USA lässt man eben nicht so freizü-<br />
Mit vollen Balken voraus<br />
21:9-Format<br />
Im Kino sehen die Zuschauer das vermeintlich<br />
größte Bild im Superbreitbildformat<br />
(21:9-Format). DVD-Fans müssen mit schwarzen<br />
Balken vorlieb nehmen, denn Zuhause werden<br />
nur 16:9-Bildschirme angeboten<br />
16:9-Format<br />
Keine Illsuion, sondern Realität: Das original<br />
Bildmaterial liegt im 16:9-Format vor – die<br />
schwarzen Balken für das Superbreitbildformat<br />
wurden erst später darüber gelegt. Bei einem<br />
Transfer der originalen Daten würden Heimkinofans<br />
mehr Details erblicken als Kinogänger<br />
4:3-Format<br />
Die VHS-Version greift auf die „Vollbildversion“<br />
zurück, büßt aber an den Seitenrändern Prinzipbedingt<br />
viel Fläche ein<br />
Wissen | HD+TV | 1.2006 049
gig die Hüllen fallen, weshalb sich die Programmanbieter<br />
gezwungen sehen, sich vor einer Formatöffnung beim<br />
Regisseur des Films rückzuversichern, ob und dass er das<br />
so will. In positiven Fällen gelang es damit Paramount<br />
Pictures, bei den DVD-Wiederveröffentlichungen von<br />
„Top Gun“ oder „Star Trek“ VI das Format von 2.35:1 auf<br />
2.00:1 zu öffnen. Ein 16:9-Display wird damit zwar noch<br />
immer nicht vollständig ausgefüllt, es darf aber als Schritt<br />
in die richtige Richtung begrüßt werden. Leider ist „Titanic“-Regisseur<br />
James Cameron seit Jahren buchstäblich<br />
untergetaucht und interessiert sich mehr für versunkene<br />
Schiffe als für die im Dunkelen der Letterbox-Balken<br />
versunkenen Bildelemente seiner Filme. Für die Formatöffnung<br />
der DVD-Neuauflage konnte er nicht gewonnen<br />
oder erreicht werden.<br />
Trendwende?<br />
Inzwischen ist die DVD längst zu einem Massenmedium<br />
geworden, weshalb sich Hollywoods Programmanbieter<br />
die Frage gefallen lassen müssen, wie lange sie noch<br />
Rücksicht auf die Balken-vorm-Kopf-Fundamentalisten<br />
nehmen wollen und sich dies leisten können. Bezahlfernsehanbieter<br />
wie HBO können es sich seit den „Titanic“-<br />
Zuschauerprotesten offensichtlich nicht mehr leisten:<br />
Hier läuft dann schon mal „Gladiator“ oder die „Herr der<br />
Ringe“-Triologie im geöffneten, formatfüllenden 16:9-<br />
Full Screen-Format ohne daß rechts oder links etwas<br />
fehlt. Ähnlich hoffnungsvoll die ProSieben <strong>HDTV</strong>-Testausstrahlung<br />
von „Panic Room“ im Frühjahr 2005: Auf<br />
der DVD nur mit ultrakaschiertem 2.40:1 Letterbox-Bild<br />
verfügbar, war die ProSieben-Austrahlung formatfüllendstes<br />
1.78:1 (16:9) - ohne dass irgendwelche Bildteile<br />
an den Seiten durch Abwesenheit glänzten. Premiere HD<br />
Film wird die Filme mit dem Auflösungs- und Bildformat<br />
ausstrahlen, welches die Programmanbieter aus den<br />
USA bereitstellen, so Premiere Pressesprecher Michael<br />
Jachan. Man darf gespannt bleiben, schließlich wird auf<br />
der Webseite für Premiere HD „Mehr Bild statt schwarze<br />
Balken“ versprochen. Bei den Planspielen rund um die<br />
Blu-ray-Disc oder die High-Density-DVD ist davon je-<br />
doch noch keine Rede, stattdessen mehr Bonusmaterial,<br />
vielleicht noch die Filmmusik oder gleich das Videospiel.<br />
Solange aber die Bildformatfrage außen vor bleibt, laufen<br />
die Programmanbieter ernstzunehmende Gefahr, mit<br />
ihren HD-Videoscheiben Schiffbruch zu erleiden. Selbst<br />
für den Idealfall, dass der Blu-ray-Disc Versus High-Density-DVD-Formatkrieg<br />
bis Herbst 2006 entschieden ist,<br />
muss sich das neue HD-Videoträgerformat neben der<br />
populären und bewährten DVD erst einmal etablieren.<br />
Für Besitzer von <strong>HDTV</strong>-Videoprojektoren wird das keine<br />
Frage sein. Doch die Masse der <strong>HDTV</strong>-Displays sind<br />
Flachbildschirme. Bei typischen, wohnzimmerüblichen<br />
Sichtabständen werden es High-Definition-DVDs deutlich<br />
schwieriger haben, sich qualitativ von bereits hochwertigen<br />
DVDs sichtbar abzuheben. <strong>HDTV</strong> hat es im<br />
Vergleich zum herkömmlichen Fernsehen deutlich einfacher.<br />
Ist dann vielleicht noch der Wunschfilm in einer<br />
<strong>HDTV</strong>-Ausstrahlung vor der HD-DVD-Veröffentlichung<br />
und ohne überflüssige, schwarze Balken gelaufen, wird es<br />
keinem Verbraucher einleuchten, für eine High-Definition-Disc<br />
mit bildverdeckenden Balken auch noch Geld zu<br />
bezahlen. Ein ähnliches Scheibentheater mit denselben<br />
Vorzeichen hatten wir bereits zu Beginn des neuen Jahrtausends<br />
mit der Super Audio CD (SACD) und der DVD-<br />
Audio. Auch hier gab es zunächst einen Formatkrieg, der<br />
beim Publikum nur eins bewirkte: Kaufzurückhaltung.<br />
Dessen ungeachtet ging aber auch hier von Anfang an<br />
das Medium an den Bedürfnissen von Otto Normalverbraucher<br />
vorbei. Der Mehrkanalton kam auf diesen<br />
High-End-Audioscheiben erst, nachdem die Verbraucher<br />
scharenweise Interesse verloren hatten.<br />
Die Programmanbieter der kommenden HD-DVDs wären<br />
also bestens beraten, vom Start weg weder die Verbraucher<br />
noch deren Displays mit unnötigen schwarzen<br />
Balken zu strapazieren. Denn so schön der ultraschwarze<br />
Klavierlackrahmen eines <strong>HDTV</strong>-Flachbildschirms auch<br />
sein mag – Die schwarzen Letterbox-Balken stören auf<br />
dem Schirm, wenn diese technikbedingt nicht in sattem<br />
Schwarz, sondern dunklem Grau erscheinen.<br />
Mehr vom Bild<br />
Wir haben auf unserer<br />
Website www.hdplustv.<br />
de eine Petition<br />
eingestellt, an der alle<br />
Heimkinofans<br />
teilnehmen können.<br />
Jede eingetragene<br />
Stimme ist ein klares<br />
‚Nein’ zur beschnittenen<br />
Bilderwelt. Wer auf den<br />
DVD-Nachfolgern nicht<br />
nur eine höhere<br />
Auflösung, sondern<br />
auch mehr Bildinhalt als<br />
im Kino erleben möchte,<br />
sollte sich nicht scheuen,<br />
an unserer Petition<br />
teilzunehmen.<br />
21:9-Format<br />
16:9-Format<br />
050 www.hdplustv.de
Zwergenaufstand<br />
Sie wirken wie die Parodie auf alle ausgewachsenen Projektoren dieser Welt. Die neuen Taschenbeamer<br />
von Toshiba und Mitsubishi sind jedoch kein billiger Zaubertrick, sondern bereits<br />
Realität – wir verraten Ihnen, was die Zukunft bringt.<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
Mit gerade einmal 450 Gramm und den Ausmaßen<br />
einer Handfläche ist die alternative Projektorgeneration<br />
auf Mobilität und Reiselust<br />
ausgelegt. Per Akku werfen die kleinen Wunderwerke ihr<br />
Bild für zweieinhalb Stunden gegen das Mauerwerk und<br />
ermöglichen so den Genuss eines „Herr der Ringe“ ohne<br />
Ladepause. Selbst ein Fußballspiel mit Freunden ist ohne<br />
Stromzufuhr möglich. Im Inneren der Mini-Projektoren<br />
schlummern die reflektierenden Mikrospiegel von Texas<br />
Instruments. Bei der Markteinführung bieten die Beamer<br />
jedoch nur Chips im 4:3-Format. Mit 800 × 600 Pixel<br />
reichen die Reserven somit nicht ganz aus, um PAL im<br />
Breitbildformat verlustfrei darzustellen. Beide Hersteller<br />
gaben sich bei einer Anfrage von HD+TV noch sehr bedeckt,<br />
was Preise und Erscheinungstermine betrifft. Vor<br />
Mitte nächsten Jahres sollten Sie nicht mit den Taschenbeamern<br />
rechnen, wir rechnen mit Preisen um die 800<br />
Euro.<br />
052 www.hdplustv.de
geworfen. Sie können sich das System als<br />
Hochgeschwindigkeitslichterkette vorstellen.<br />
Im Vergleich zum kreisenden Farbrad erfolgt<br />
die Farbdarstellung jedoch rasend schnell<br />
und selbst Regenbogen-Geplagte dürfen aufatmen<br />
– hier kommen Farbblitzer nur noch<br />
im Extremfall vor. Die Erklärung für dieses<br />
Phänomen ist einfach: Während bei einem<br />
Farbrad alle nicht benötigten Farben den<br />
Lichtweg unentwegt kreuzen und der DMD-<br />
Chip ständig umschalten muss, wird bei der<br />
LED-Technik eine Farbe konstant dargestellt.<br />
Soll eine weitere abgebildet werden, so kann<br />
die Umschaltung blitzschnell erfolgen.<br />
Dauerhaft<br />
Ein großer Pluspunkt von Leuchtdioden ist<br />
ihre lange Lebensdauer. Im Vergleich zu herkömmlichen<br />
UHP-Lampen in LCD- oder<br />
DLP-Projekoren steigt die Lebenserwartung<br />
um den Faktor sechs. Zwischen 10 000 und<br />
20 000 Stunden sollen die kleinen Leuchtampeln<br />
ihren Dienst verrichten – eine klare Kostenersparnis<br />
für Vielschauer. Leider kommt<br />
auch diese Technik nicht ohne die nötige<br />
Kühlung aus. Die Abwärme ist jedoch geringer<br />
als bei herkömmlichen Lampen, so dass<br />
eine Mischung aus passiver und leiser aktiver<br />
Kühlung ausreicht. Natürlich kann die<br />
Bildqualität nicht mit teuren Heimkino-Beamern<br />
konkurrieren, dafür sind Lichtleistung<br />
und Kontrastwerte noch zu gering. Trotzdem<br />
erlauben sie einen guten Schwarzwert<br />
mit ansprechender Durchzeichnung, so dass<br />
sich ältere LCD-Projektoren nicht merklich<br />
absetzen können.<br />
birne lediglich noch bei Gedankenblitzen<br />
aufleuchten, und das auch nur im übertragenden<br />
Sinne.<br />
Fortschritt<br />
Herkömmliche LEDs verwenden einen kleinen<br />
LED-Chip, welcher in einem Außenring auf dem<br />
Trägerstreifen seinen Platz findet. Die komplette<br />
Anordnung ist von einer Epoxydharz-Kuppe<br />
umschlossen, welche gleichzeitig die Funktion<br />
einer Linse erfüllt. Im Gegensatz dazu verwenden<br />
die Hochleistungs-Luxeon-LED große LED-<br />
Chips, welche auf einen Kühlkörper angebracht<br />
werden. Statt einer Harz-Kuppel verwendet<br />
man Gel als Eingussmasse und eine Plastik-Kapsel.<br />
LumiLED<br />
InGaN Halbleiter<br />
Golddraht<br />
Kathode<br />
Kühlkern<br />
Plastiklinse<br />
ausgesandtes Licht<br />
Reflektor<br />
Silikon<br />
Lötverbindung<br />
Bilder: UIP, Toshiba, LumiLED<br />
Schrumpfkur<br />
Um die geringe Baugröße erreichen zu können,<br />
kommen erstmals LEDs der Firma LumiLED<br />
zum Einsatz. Dank deren Leuchtkraft<br />
sind Bilder von über einem Meter Durchmesser<br />
kein Problem. Die Hersteller verbauen<br />
drei LEDs – eines für Rot, Grün und Blau.<br />
Somit können nicht nur alle Farben eines<br />
Videobilds, sondern auch der Adobe-Farbraum<br />
für Drucke perfekt abgedeckt werden.<br />
Wie in unserem Special zum Farbrad werden<br />
auch bei der LED-Technik die Farben nicht<br />
zeitgleich, sondern versetzt zur Leinwand<br />
Licht im Dunkel<br />
Um eine LED zum Leuchten zu bringen, bedarf<br />
es einer geringen Durchgangsspannung.<br />
Ein Halbleiterkristall gibt schließlich ein<br />
Lichtsignal aus, welches entweder gestreut<br />
oder gebündelt wird. Je nach Farbe des LEDs<br />
werden unterschiedliche Halbleiterkristalle<br />
verwendet. Luxeon LEDs verwenden das<br />
Halbleitermaterial Indiumgalliumnitrid<br />
(InGaN) und erlauben es, alle Farben eines<br />
Videobildes exakt darzustellen. Aufgrund<br />
ihres hervorragenden Wirkungsgrades (geringer<br />
Stromverbrauch, hohe Lichtausbeute)<br />
finden Luxeon LEDs in der Bildschirm- und<br />
Projektionstechnik Verwendung. Stromsparend,<br />
eine lange Lebensdauer und extrem<br />
robust – in Zukunft wird die anfällige Glüh-<br />
Normales LED<br />
LED-Chip<br />
Reflektor<br />
Kathode<br />
ausgesandtes<br />
Licht<br />
Anode
Farbenklecks<br />
Die kristallblaue Wasserwelt in „Findet Nemo“ oder die<br />
gewagten Farbtupfer im Schwarz-Weiß-Film „Sin City“ – es<br />
ist die Farbe, die unsere Fantasie beflügelt und die Aufmerksamkeit<br />
auf sich zieht. Doch die Anfänge Hollywoods waren<br />
alles andere als bunt, bis eine bis dahin unbedeutende Firma<br />
namens Technicolor die Filmwelt aus der Einfarbigkeit holte.<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
Auf Film gebannt<br />
Die mannshohe und extrem laute Kamera belichtete<br />
drei Filmstreifen gleichzeitig<br />
Bilder: Buena Vista, American Widescreenmuseum<br />
Einen Schwarz-Weiß-Film einzufärben ist<br />
keine Kleinigkeit und deshalb bedurfte es<br />
auch sechs Anläufe und 82 Jahre, bis solche<br />
Blockbuster wie „Pearl Habour“ in bestechender<br />
Bildqualität in die Kinos und auf die<br />
DVDs gebracht werden konnten. Die erste<br />
technische Realisierung der Farben sah, wie<br />
heute auch, nur einen Filmstreifen vor. Mit<br />
Hilfe eines Prismas konnte das eintreffende<br />
Licht in seine Rot- und Grünanteile aufgespalten<br />
werden, um es auf eine schwarzweiße<br />
Filmrolle zu bannen. Dabei blieb der<br />
Film aber schwarz-weiß, einzig die Helligkeitsunterschiede<br />
der Farben sind auf dem<br />
Filmstreifen zu erkennen. Ein Abspielgerät<br />
mit einem Farbfilter konnte das Bild wieder<br />
einfärben. Abgelöst wurde das umständlich<br />
abzuspielende Verfahren vom Technicolor<br />
Process Number two. Hierbei wird ebenfalls<br />
ein Filmstreifen belichtet, aber die Filmrollen<br />
konnten direkt eingefärbt werden. Die<br />
Farbinformationen befinden sich somit auf<br />
dem Film – keine umständlichen Farbfilter<br />
sind nunmehr von Nöten, um die Filmrollen<br />
abzuspielen. Nun sind zwei Farben nicht<br />
ausreichend, um das gesamte Farbspektrum<br />
abzubilden, denn es fehlte die Farbe des Wassers<br />
und des Himmels – Blau. So dauerte es<br />
nicht lange, bis 1932 ein Drei-Farben-System<br />
aus der Taufe gehoben wurde, welches drei<br />
Filmrollen zur Belichtung eingebaut hatte –<br />
je eine für Rot, Grün und Blau. Dieses Verfahren<br />
erwies sich als technologischer Volltreffer<br />
(siehe Kasten), denn solch brillante Farben<br />
hatte die Welt bislang noch nicht gesehen<br />
und Nostalgiker trauern auch heute noch<br />
dem damaligen Aufnahmeverfahren nach.<br />
„Nie waren die Farben so schön wie damals“,<br />
lautet ihr Urteil. Jedoch waren Technicolor-Filme<br />
anfangs inhaltlich belanglos. Erst<br />
die Walt-Disney-Produktion „Flowers and<br />
Trees“ sowie die Klassiker „Vom Winde verweht“<br />
und „Der Zauberer von Oz“ im Jahre<br />
1939 brachten auch an den Kinokassen den<br />
notwendigen Erfolg. Eine gute Bildqualität<br />
sichert aber noch lange keinen wirtschaftlichen<br />
Erfolg, weshalb die klobigen, lauten,<br />
teuren und begrenzten Kameras zusehends<br />
von Kodaks Ein-Film-Lösung verdrängt<br />
wurden. Um zu überleben, trat Technicolor<br />
eine Partnerschaft mit Kodak an und verbesserte<br />
zudem die mäßige Bildqualität der<br />
günstigen Aufnahmelösung. Die letzte Stufe<br />
der Entwicklung zündete das Unternehmen<br />
mit dem Technicolor Process Number six im<br />
Jahre 1998. Die goldenen Pionierjahre hatte<br />
das Unternehmen zwar hinter sich, Technicolor<br />
ging aber mit der Zeit. Nach der VHS-<br />
Kassette erkannte das Unternehmen bereits<br />
1990 die Vorteile der Zukunftsscheibe DVD.<br />
Heute steht der Name Technicolor als ein<br />
Teil des Thomson-Unternehmens für die<br />
Bearbeitung und Vervielfältigung sowohl bei<br />
Filmrollen als auch bei Rohlingen.<br />
Spielwiese<br />
Die neuen Möglichkeiten der Farbdarstellung<br />
beflügelten besonders die Kreativität der Comic-Zeichner.<br />
So liefen die Protagonisten in<br />
„Lucky Ducky“ an einem Schild vorbei, ohne<br />
den Aufdruck zu lesen und standen plötzlich<br />
in einer farblosen Landschaft. Ihr Gang zurück<br />
zu jenem Schild offenbarte die Ursache,<br />
denn als Botschaft stand geschrieben: „Technicolor<br />
endet hier.“ Während nahezu jeder<br />
Film mittlerweile in bunter Farbenpracht<br />
erstrahlt, sind es aber gerade Schwarz-Weiß-<br />
Filme wie „Sin City“, die für Aufmerksamkeit<br />
sorgen. Nicht umsonst sehen die Kritiker im<br />
„Bunt-Fernsehen“ keinerlei emotionale Steigerung<br />
zum guten, alten Monochromstreifen<br />
– erst das gekonnte Wechselspiel beider<br />
Formate kann den Zuschauer überraschen<br />
und herausfordern. Somit obliegt es einzig<br />
und allein der Fantasie der Produzenten,<br />
die grenzenlosen Möglichkeiten der Technik<br />
auszuloten und Filme mit Charakter zu erschaffen<br />
– in Farbe und Schwarz-Weiß.<br />
Das Ergebnis sind drei Negative, jeweils eines für die<br />
roten, grünen und blauen Farbanteile<br />
Die Negative werden nun invertiert und mit komplementären<br />
Farben eingefärbt<br />
Aus Rot wird Cyan, Grün zu Magenta und Blau zu<br />
Gelb<br />
Fügt man nun alle Farbstreifen und Schwarz-Weiß-<br />
Bilder zusammen, erhält man die komplette Filmrolle<br />
Auf der Leinwand bestaunen die Zuschauer nun<br />
jene Szene, wie sie im obersten Bild aufgenommen<br />
wurde – in Farbe<br />
Wissen | HD+TV | 1.2006 055
Prophezeiung in Blau<br />
Ob Orakel oder Kristallkugel – seit ewigen Zeiten wirft der Mensch einen Blick in<br />
die Zukunft. Leider mit wenig Erfolg. Anderenfalls wäre die Wahl zwischen Blu-ray<br />
und HD-DVD längst getroffen. Im Augenblick stehen die Sterne wieder etwas günstiger<br />
für Blu-ray.<br />
VON MARIO HESS<br />
056 www.hdplustv.de
Die Entscheidung um den DVD-<br />
Nachfolger ist getroffen – zumindest<br />
beim US-Filmkonzern Warner Brothers.<br />
Mitte Oktober kündigte das Unternehmen<br />
an, seine Filme sowohl auf HD-DVD als<br />
auch auf dem Konkurrenzprodukt, der Bluray-Disc<br />
veröffentlichen zu wollen. Für den<br />
Hauptvertreter der HD-DVD-Fraktion, den<br />
japanischen Toshiba-Konzern, bedeutete dies<br />
einen zweiten herben Rückschlag innerhalb<br />
kurzer Zeit. Nur wenige Wochen zuvor hatte<br />
sich bereits der große Hollywood-Major Paramount<br />
von einer exklusiven Vermarktung<br />
der HD-DVD auf eine zweigleisige Strategie<br />
verlegt. Sollte jetzt die Video-Abteilung von<br />
Universal ebenfalls nachziehen, wäre die ehemalige<br />
Vorherrschaft auf dem wichtigen US-<br />
DVD-Markt für die Anhänger von Toshibas<br />
HD-Format endgültig dahin. Dieses Szenario<br />
gilt als gar nicht unwahrscheinlich, zumal<br />
sich nur noch Universal Home Video einzig<br />
auf die HD-DVD verlässt. Zwar beeilte sich<br />
Toshiba, die Bedeutung der bisher vollzogenen<br />
Lagerwechsel zu relativieren – wirklich<br />
überzeugend wirkten die Stellungnahmen in<br />
der japanischen Presse jedoch nicht. Kurz vor<br />
dem Verkaufsstart der ersten Abspielgeräte in<br />
Japan wird das Projekt „DVD-Erbe“ nun mit<br />
Zweckoptimismus vorangetrieben. Mitunter<br />
treibt dieses Spiel aber seltsame Blüten.<br />
Hilfe aus dem fernen Osten<br />
Gilt die Blu-ray-Disc mit einem maximalen<br />
Speicherplatz von bis zu 50 GB allgemein<br />
als das großzügiger bemessene Format,<br />
stellt man diese Aussage von Seiten des HD-<br />
DVD-Lagers plötzlich in Frage. „Die HD-<br />
DVD führt – das mag vielleicht erstaunen –<br />
beim Speicherplatz mit 30 GB gegenüber 25<br />
GB, denn wir bekommen heute die zweilagige<br />
HD-DVD in der Massenproduktion<br />
hin“, erklärt Ralf Wolf, der Sprecher des<br />
HD-DVD-Anhängers NEC. Die verwirrende<br />
Rechnung wird dadurch verteidigt, dass<br />
die aktuelle Blu-ray-Variante mit nur einer<br />
Datenlage ausgestattet ist. Die zukünftige<br />
Aufrüstung der Blu-ray-Disc wird innerhalb<br />
der HD-DVD-Vereinigung einvernehmlich<br />
ignoriert. Ähnlich verwunderlich wirken<br />
die Anstrengungen von Toshiba, Partner auf<br />
dem chinesischen Markt zu akquirieren. Im<br />
Reich der Mitte sollen viele der Abspielgeräte<br />
günstig produziert werden. „Deshalb wird<br />
es mehr Hersteller geben, mehr Konkurrenz<br />
und schneller niedrigere Preise für Laufwerke<br />
und Medien“, wird die asiatische Nachbarschaftshilfe<br />
von Wolf positiv eingeschätzt.<br />
Mit vielen preiswerten Geräten den Markt<br />
zu überschwemmen, ist eine Methode, die<br />
schon der VHS den Sieg über die scheinbar<br />
übermächtige Konkurrenz eingetragen hat.<br />
Da die für Dezember angekündigten Geräte<br />
von Toshiba jedoch mit Preisen von 1 000 bis<br />
1 500 Dollar im Fachhandel in und um Tokio<br />
landen werden, stellen sich selbst Kritiker aus<br />
den eigenen Reihen die Frage, ob die selbst<br />
produzierten, teureren Player nicht in den<br />
Regalen liegen bleiben werden.<br />
Kopieren verboten<br />
Die neueste Anschubhilfe erhielt die HD-<br />
DVD-Gemeinde durch die gewonnene<br />
Unterstützung des Software-Giganten Microsoft<br />
und des PC-Herstellers Intel. Microsoft-Gründer<br />
Bill Gates begründete den<br />
Schritt mit dem angeblich verbraucherunfreundlichen<br />
Kopierschutzverfahren der<br />
Blu-ray-Disc sowie der fortgeschrittenen<br />
Entwicklung von iHD, einer Technologie<br />
für die Integration interaktiver Features auf<br />
HD-DVDs. An der umstrittenen Regelung<br />
des Kopierschutzverfahrens scheiden sich<br />
derzeit noch die Geister. „Kopierschutz ist<br />
ein legitimes Mittel Urheberrechte zu schützen.<br />
Das Blu-ray-Format sieht ein intelligentes<br />
Rechte-Management vor, nicht einen<br />
stumpfen Knebel. Zusatzfunktionen können<br />
z. B. gegen Gebühr freigeschaltet werden“,<br />
verteidigt Pioneer-Sprecher Jürgen Timm<br />
die getroffenen Vorkehrungen der Blu-ray-<br />
Gruppe. „Die Mechanismen für HD-DVD<br />
sind aktuell einfacher“, fügt er zwar hinzu,<br />
„aber vielleicht ist dies auch der Grund für<br />
den Rückzug von Warner“ Dabei ist der HD-<br />
DVD-Kopierschutz in seinen Anforderungen<br />
kaum weniger restriktiv, lässt jedoch einige<br />
geschützte Kopien zu. Zum Vorteil kann<br />
sich die Integrierung des Blu-ray-Systems<br />
in die angekündigte Spielekonsole Playstation<br />
3 entwickeln. Mit einem vorgesehenen<br />
Einstiegspreis von 300 bis 400 Euro liegt das<br />
Gerät weit unter den ersten eigenständigen<br />
Playern. Schon der Vorgänger hatte sich als<br />
günstiger DVD-Player einen großen Marktvorsprung<br />
erarbeitet. Als Gegenkonzept wird<br />
nun von den HD-DVD-Befürwortern gehofft,<br />
dass die Microsoft Xbox 360 im nächsten<br />
Jahr ein HD-DVD-Laufwerk erhält. Microsoft<br />
lässt sich diese Option zwar offen, hält<br />
den Standard aber für noch nicht ausgereift.<br />
Wandern im Nebel<br />
Ein Ausweg aus dem allgemeinen Dilemma<br />
wäre die Implementierung beider Technologien<br />
in ein Gerät. Laut Jürgen Timm sind<br />
diese „Kombi-Spieler technisch durchaus<br />
realisierbar. Wie weit sich jedoch hierfür verbraucherfreundliche<br />
Verkaufspreise realisieren<br />
lassen, ist aktuell noch nicht abzusehen“.<br />
Von den HD-DVD-Unternehmen ist ähnliches<br />
zu hören. Machbar ja – aber zu teuer. Im<br />
schlimmsten Fall braucht der Kunde bald ein<br />
Format für seinen PC und ein anderes für die<br />
Filme. Solche düsteren Vorahnungen lassen<br />
einen klaren Sieger noch nicht ausmachen.<br />
Jedoch wird sich im nächsten Jahr der Nebel<br />
über den Geräten lüften, denn beide Lager<br />
haben den Start ihrer Systeme für 2006 angekündigt.<br />
Bis dahin bleibt nur der Blick in die<br />
Glaskugel statt auf die Silberscheibe.<br />
HD-DVD vs. Blu-ray<br />
Drei Punkte, warum Sie die HD-DVD besser finden könnten – und drei Punkte, die für die<br />
Blu-ray-Disc sprechen.<br />
Blu-ray<br />
+ mehr maximaler Speicherplatz<br />
+ von Filmindustrie unterstützt<br />
+ Playstation 3 mit Blu-ray-Player<br />
Pioneer macht seinen europäischen Markteintritt von der Verfügbarkeit<br />
der Filmtitel abhängig. Für den US-Markt wird in<br />
der ersten Jahreshälfte 2006 damit gerechnet. Geplant ist ein<br />
Blu-ray-Disc-Player, welcher zusätzlich DVD-Videos in hochskalierter<br />
Qualität verarbeiten kann. Aktuell macht Pioneer<br />
jedoch noch keine Angaben zum späteren Preis.<br />
HD-DVD<br />
+ Unterstützung der IT-Industrie<br />
+ Produktion der Discs einfach und günstig<br />
+ Bereits zweilagig produzierbar<br />
Anfang des Jahres 2006 wird NEC HD-<br />
DVD-Laufwerke für den PC auf den Markt<br />
bringen. Geplant ist ein reines Leselaufwerk<br />
für rund 500 Euro und Wissen ein | Brenner. HD+TV | 1.2006 057
Krisensitzung<br />
Monatelang wurde diskutiert und gerungen, um dem Kunden ein einheitliches Format anbieten<br />
zu können. Doch die Nuss war am Ende wohl zu hart und die unterschiedlichen Lager<br />
widmen sich nun mit voller Energie dem eigenen Format. HD+TV bat NEC-Sprecher Ralf Wolf<br />
als HD-DVD-Vertreter und Ralf Hansen vom Blu-ray-Verfechter Panasonic zum Gespräch.<br />
Ralf Wolf<br />
Die Kunden sind verunsichert, ob nun Blu-ray<br />
oder HD-DVD der Standard der Zukunft wird.<br />
Wie wollen Sie Ihnen erklären, dass die HD-<br />
DVD die bessere Alternative ist?<br />
Ralf Wolf: Die Unterstützer des HD-DVD-Forums<br />
halten, was sie versprechen. So ermöglicht die HD-<br />
DVD dem Endverbraucher, Kopien von rechtmäßig<br />
erworbenen Inhalten auf Festplatten zu speichern<br />
und an Home-Entertainment-Geräte zu streamen.<br />
Außerdem können wir Hybrid-HD-DVDs liefern, die<br />
auf zwei Lagen sowohl eine HD-Variante als auch<br />
die PAL-Variante einer DVD speichern. Das heißt,<br />
wir können ab sofort in die Massenfabrikation<br />
gehen. Die HD-DVD lässt sich zudem günstiger<br />
produzieren, weil die Dischersteller nicht viele Millionen<br />
Euro in die Umstellung ihrer Produktionslinien<br />
stecken müssen. Die HD-DVD findet Unterstützung<br />
von Herstellern in China. Deshalb wird es mehr<br />
Hersteller geben, mehr Konkurrenz und schneller<br />
niedrigere Preise für Laufwerke und Medien. Und<br />
die HD-DVD führt – und das mag vielleicht erstaunen<br />
– beim Speicherplatz mit 30 GB gegenüber<br />
25 GB, denn wir bekommen heute die zweilagige<br />
HD-DVD in der Massenproduktion hin – es ist für<br />
Microsoft irrelevant, was im Labor gezeigt wird,<br />
wenn die Einführung so kurz bevorsteht.<br />
Sehr viele Major Studios sind zu Blu-ray<br />
gewechselt – schwächt dies ihre Position?<br />
Ralf Wolf: HD-DVD-Laufwerke sind nicht nur reine<br />
Player, sondern auch Speichergeräte. Die DVDs für<br />
den blauen Laser bieten mehr Speicherplatz für<br />
große Datenformate wie HD-Filme und <strong>HDTV</strong>-Inhalte.<br />
Aber auch eine durchschnittliche Digitalkamera<br />
hat heute schon sechs Megapixel und HD-Fotos<br />
wollen dauerhaft gesichert sein.<br />
Ralf Wolf: Wann der Umstieg auf HD-DVD erfolgt,<br />
muss jeder Kunde für sich selbst entscheiden und<br />
hängt zudem von den Faktoren Speicherplatzbedarf<br />
und Kosten des Laufwerkes ab. Erste Laufwerke<br />
werden den Vorreitern jedenfalls Anfang 2006<br />
zur Verfügung stehen.<br />
Hängt die Durchsetzung des HD-DVD-Formats<br />
an der IT-Industrie?<br />
Ralf Wolf: Die Unterstützung durch Microsoft und<br />
Intel für die HD-DVD ist besonders wichtig, da 80<br />
Prozent des Marktvolumens von optischen Speichermedien<br />
im IT-Bereich umgesetzt werden wird.<br />
Microsoft befürwortet das Konzept der HD-DVD<br />
unter anderem, weil der Kopierschutz dem Endverbraucher<br />
ermöglicht, Kopien von rechtmäßig<br />
erworbenen Inhalten auf Festplatten zu speichern<br />
und an Home-Entertainment-Geräte zu streamen.<br />
Hat der Erfolg von <strong>HDTV</strong> in Europa Einfluss<br />
auf den Erfolg der HD-DVD?<br />
Ralf Wolf: Der Erfolg der HD-DVD hängt nicht ausschließlich<br />
vom Angebot von <strong>HDTV</strong> ab, weil immer<br />
mehr Daten vom Digitalfoto bis zum HD-Film auch<br />
mehr Speicherplatz für die dauerhafte Sicherung<br />
verlangen. Aber es ist richtig, dass die Einführung<br />
von <strong>HDTV</strong> die Anschaffung von „HD ready“-Bildschirmen<br />
vorantreibt und so auch den HD-Filmen<br />
auf HD-DVD zum Durchbruch verhelfen wird.<br />
Wann werden die ersten Blu-ray Geräte auf<br />
den europäischen und deutschen Markt kommen?<br />
Ralf Hansen: Momentan gibt es noch keinen konkreten<br />
Einführungstermin für Blu-ray-Geräte auf<br />
dem europäischen oder deutschen Markt. Das liegt<br />
zum einen daran, dass es für reine Abspielgeräte<br />
noch keine Software gibt. Hierfür benötigten wir<br />
die Unterstützung der Filmindustrie. Sinnvoller<br />
erscheint aber sowieso die Variante eines Recorders.<br />
Dazu muss aber erst einmal die endgültige<br />
HD-Signalnorm festgelegt werden. Zusätzlich ist es<br />
problematisch, dass HDMI als digitale Schnittstelle<br />
keine Aufnahme zulässt.<br />
Wie wollen Sie ihren zukünftigen Kunden<br />
erklären, dass Blu-ray die bessere Alternative<br />
ist?<br />
Ralf Hansen: Vier wesentliche Punkte sprechen aus<br />
unserer Sicht klar für Blu-ray. Erstens die höhere<br />
Kapazität gegenüber anderen Formaten wie HD-<br />
DVD. Zweitens die hohe Anzahl an Herstellern, die<br />
Blu-ray unterstützen. Dann die hohe Anzahl an<br />
Filmstudios, die das System präferieren und viertens<br />
die Möglichkeit, die Speicherkapazität zukünftig<br />
noch weiter zu steigern.<br />
Ralf Hansen: Das hängt natürlich sehr stark vom<br />
Softwareangebot ab. Damit meine ich nicht nur<br />
Kauftitel, sondern auch die Distribution von HD-<br />
Content nicht nur über Satellit, sondern auch über<br />
das Kabel. Von der Handhabung gibt es keine<br />
Umstellungprobleme. Das Handling von Zwölf-Zentimeter-Scheiben<br />
ist inzwischen gelernt.<br />
Wie stark hängt die Durchsetzung des Blu-ray-<br />
Formats an den PC-Herstellern?<br />
Ralf Hansen: Auch die PC-Hersteller sind natürlich<br />
wichtig, um die Kompatiblität von Unterhaltungselektronik<br />
und PC zu gewährleisten. Gerade vor<br />
dem Hintergrund zunehmender Download-Angebote<br />
im Netz.<br />
Bill Gates nannte den Blu-ray-Kopierschutz<br />
„nicht kundenfreundlich“. Wird der Kopierschutz<br />
die Möglichkeiten des Konsumenten<br />
nicht einschränken?<br />
Ralf Hansen: Hier gibt es sicher unterschiedliche<br />
Interessen. Die Majors sind stark an einem sicheren<br />
System interessiert, um Ihr Kapital, also die Software<br />
zu schützen. Fox z. B. hat sich aus diesem Grunde<br />
für Blu-ray entschieden. Wir respektieren den<br />
Wunsch der Majors.<br />
Wie stark wird der Erfolg der Playstation 3<br />
und von <strong>HDTV</strong> den Erfolg von Blu-ray beeinflussen?<br />
Ralf Hansen: Das sind sicher wichtige Faktoren, um<br />
Blu-ray zum Erfolg zu machen. Der Erfolg von <strong>HDTV</strong><br />
ist jedoch nicht nur für Blu-ray wichtig. Der Erfolg<br />
von High-Definition-Fernsehen ist für die ganze<br />
Hard- und Softwareindustrie enorm wichtig.<br />
Wie lange wird es dauern, bis sich die Kunden<br />
von der DVD auf die HD-DVD umgestellt<br />
haben?<br />
Wie lange wird es dauern, bis sich die Kunden<br />
von der DVD auf die neue Variante umgestellt<br />
haben?<br />
Ralf Hansen<br />
058 www.hdplustv.de
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Heftes) auf einem dauerhaften Datenträger (z. B. einer Postkarte oder per Fax) kündige. Bitte beachten Sie: Die Auslieferung des Schnupperabos erfolgt erst nach Zahlungseingang.<br />
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Lauchstädter Straße 20<br />
04229 Leipzig<br />
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Datum, Unterschrift<br />
* EU-Ausland 34,90 Euro<br />
Einfach ausschneiden, ausfüllen und per Fax an 0341 14955-11 oder mit der Post senden.
Puzzlespiel<br />
Sie kaufen einen neuen Fernseher. Flach muss er sein, natürlich. <strong>HDTV</strong> muss<br />
er können, das ist klar. Aber was ist mit der Vollbilddarstellung? ‚Vollbilder?‘,<br />
werden sich nun nicht wenige fragen. Einer der wichtigsten Aspekte der<br />
schönen neuen Bilderwelt wird stiefmütterlich behandelt, obwohl das Bildformat<br />
1 080i in Zukunft das bestimmende Format darstellen wird. Wie all<br />
diese Zahlen und Begriffe zusammenhängen, lesen Sie im folgenden Artikel.<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
060 www.hdplustv.de
Bilder: Kinowelt<br />
Stellen Sie sich vor, Sie verschicken ein Foto, versenden<br />
es in einem Umschlag und der Empfänger kann<br />
das Foto betrachten. Er sieht auf einem Blick das<br />
vollständige Bild – das ist unser „Vollbild“. Was ist jedoch,<br />
wenn der Umschlag für das Foto zu klein ist? Angenommen,<br />
Sie greifen nun zur Schere und schneiden das Bild<br />
in Streifen, versenden diese und der Empfänger besitzt<br />
nach dem Öffnen des Umschlages zuerst nur Bruchstücke.<br />
Er ist gezwungen, die Einzelteile wieder zusammenzubauen,<br />
will er das komplette Foto erkennen. Das sind<br />
unsere „Halbbilder“. Nun ist für jeden ersichtlich, dass<br />
Vollbilder einfach zu handhaben sind und keinerlei Aufwand<br />
betrieben werden muss, um diese darzustellen – sie<br />
sind einfach vorhanden. 720p nennt sich das Format, das<br />
überflüssige Rechenspiele erübrigt und für flüssige Bewegungen<br />
und flimmerfreie Bilderwelten sorgt. Leider<br />
beträgt die Auflösung nur ein knappes Megapixel. Wenn<br />
Sie eine digitale Fotokamera in Ihrem Haushalt haben,<br />
dann hat diese wohl mindestens drei Megapixel – 720p<br />
bietet zwar saubere Bilder, aber die Auflösung, also die<br />
Details und die Schärfe, sind noch verbesserungswürdig.<br />
Deshalb kommt die Norm 1 080i zum Tragen. Hier besitzen<br />
wir bereits zwei Megapixel – also fast eine Fotoqualität<br />
bei laufenden Bildern. Leider müssen wir nun unser<br />
Halbbildchaos in den Griff bekommen, was nichts anderes<br />
bedeutet als das Puzzle zusammenzubauen. Ganz so<br />
kompliziert wie unser zerschnittenes Foto im Eingangsbeispiel<br />
ist die Sache nämlich nicht. Das komplette Bild<br />
wird in zwei Teile gesplittet. Diese zwei Teile müssen nun<br />
in einem Bruchteil einer Sekunde zusammengefügt werden<br />
und zwar so, dass sie exakt deckungsgleich sind. Da<br />
wir natürlich einen Film betrachten, laufen die Bilder in<br />
einer großen Geschwindigkeit ab, weshalb die Vollbilderkennung<br />
permanent erkennen muss, welche Halbbilder<br />
zusammenpassen. Dann werden die Bilder zusammengefügt<br />
und abgebildet. Eine gute Vollbilddarstellung ist ein<br />
wichtiges Kriterium für eine makellose Bildqualität und<br />
wird immer wichtiger, je größer die Bilddiagonale ausfällt.<br />
Versagt die Vollbilderkennung, fransen Kanten hoffnungslos<br />
aus, diagonale Linien werden wie Sägezähne<br />
dargestellt und flimmern. Einen guten Vollbildkonverter<br />
im Geschäft auszumachen, ist nicht gerade einfach. Die<br />
wohl praktikabelste Möglichkeit besteht in einer Testsequenz<br />
aus einem Film. Als Beispiel möchten wir anhand<br />
einer Tieraufnahme erläutern, wie ein guter und ein<br />
schlechter Vollbildkonverter arbeitet.<br />
Formatfrage<br />
Wenn Sie einen Bildschirm oder Player besitzen, der<br />
Vollbilder darstellen kann (praktisch alle heutigen DVD-<br />
Player, alle Plasmas und LCDs sowie alle Projektoren),<br />
haben Sie unter Umständen die Wahl zwischen „Video“<br />
und „Film“. „Film“ ist immer die richtige Einstellung<br />
für DVDs, ganz gleich ob Abenteuer wie „Der Herr der<br />
Ringe“ oder Konzerte. Hierbei liegt unser Film halbiert<br />
vor, als hätten wir unser Foto in zwei Teile zerlegt und<br />
die zwei Hälften müssen nur wieder zusammengefügt<br />
werden. „Video“ ist hingegen die richtige Einstellung bei<br />
unseren täglichen Fernsehsendungen und Bonusmaterial<br />
auf DVD. Stellen Sie sich vor, Sie haben Ihr Foto aus dem<br />
Eingangsbeispiel in zwei Hälften geschnitten und beim<br />
Empfänger kommt nur eine Hälfte an, die andere muss<br />
er selbständig hinzufügen. Genau dieses Problem besteht<br />
im Video-Modus – jede zweite Bildzeile ist praktisch<br />
schwarz, enthält somit keinerlei Bildinformationen. Der<br />
Vollbildkonverter muss hier errechnen, wie die andere<br />
Bildhälfte auszusehen hat und bei bewegten Elementen<br />
den Weg voraussagen – eine fast unmögliche Tat. Falls Sie<br />
keinerlei Möglichkeiten besitzen, den Vollbildkonverter<br />
zu überprüfen, können Sie trotzdem auf eine gute Vollbildwiedergabe<br />
achten. Die vier Buchstaben DCDI sind<br />
die Abkürzung für eine Technologie der Firma Faroudja,<br />
die gerade bei schwierigem Videomaterial ein sehr gutes<br />
Ergebnis bringt. DCDI (Direction Correlational Deinterlacing)<br />
ist fast schon ein Standard für eine gute Vollbilddarstellung<br />
geworden und garantiert ein gewisses Maß an<br />
Qualität. Konkurrenzformate von Pioneer oder Harman<br />
Kardon werkeln hingegen nach eigenen Algorythmen,<br />
die nicht minder erfolgreich arbeiteten – ein Patentrezept<br />
für flimmerfreie Bilder existiert somit noch nicht.<br />
Sehen Sie selbst<br />
Den Vollbildkonverter eines<br />
Gerätes zu überprüfen ist<br />
mit der richtigen DVD<br />
schnell getätigt. Im Film<br />
„Die Mumie“ sollten Sie die<br />
Szenen zum Zeitpunkt 11:39<br />
und 1:35:06 überprüfen. In<br />
der ersten Szene darf der<br />
Wüstensand um den<br />
Hauptdarsteller nicht<br />
flimmern, in der zweiten die<br />
Konturen der Darsteller<br />
beim Treppenabstieg nicht<br />
zerreißen.<br />
Bilder im Eigenbau<br />
Aufgenommenes Halbbild<br />
Vollbild mit DCDI<br />
Vollbild ohne DCDI<br />
Bei Videomaterial, welches Sie in selbst gedrehten Urlaubsvideos, Fernsehbildern<br />
oder im Bonusmaterial der DVDs finden, bewirkt DCDI eine deutliche<br />
Qualitätssteigerung, indem scharfe Kanten weichgezeichnet werden.<br />
Ein herkömmlicher vollbildkonverter eliminiert zwar die schwarzen Streifen,<br />
provoziert jedoch Sägezähne an Objektkanten<br />
Wissen | HD+TV | 1.2006 061
KAUFBERATUNG<br />
Schnappt die HD-Schummler!<br />
Drei, zwei, eins ... meins. Bei Ebay lassen sich gute Schnäppchen schlagen,<br />
doch wenn man nicht richtig aufpasst und an unredliche Zeitgenossen<br />
gerät, bringt der Postbote statt des ersteigerten Schmuckstücks<br />
ein Paket mit Müll vorbei. Der Ärger ist groß, denn trotz diverser<br />
Sicherheitsmaßnahmen des Internet-Auktionshauses vergeht so<br />
manchem Betrogenen schnell die Lust, sich sein Recht zu erkämpfen<br />
und das überwiesene Geld wird zähneknirschend abgeschrieben. Die<br />
Beschiss-Masche verlässt nun die binären <strong>Welten</strong>. Als fiese Verkäufer<br />
entpuppen sich in jüngster Zeit nämlich einige Elektronikmärkte. Vor<br />
allem dort, wo Geiz richtig geil sein soll, wird dem Kunden die heile<br />
HD-Welt vorgegaukelt und später billiger PAL-Schrott vertickert. Als<br />
Gütesiegel eingeführt, dürfen sich nur die besten Plasma- und LCD-<br />
Fernseher mit dem „HD ready“-Siegel brüsten. Wer „HD ready“<br />
kennt, weiß um HDMI oder DVI mit Kopierschutz, mindestens 720<br />
Zeilen Auflösung, Verarbeitung von 50- und 60-Hz-Signalen. Und wer<br />
es nicht kennt, der greift genau zu diesen Geräten, weil das Symbol<br />
eine gewisse Zukunftstauglichkeit attestiert. Doch was passiert, wenn<br />
ein Händler ein Display in Anzeigen und auf Datenblättern mit „HD<br />
ready“ bewirbt und das Ding noch nicht einmal PAL-Auflösung hat?<br />
Das ist Betrug! Eine Reihe von Lesern dieses Magazins und unsere<br />
Redakteure meldeten jede Menge Verstöße auf Händlerseite. Als wäre<br />
es nicht schon schlimm genug, dass viele Hersteller ihre minderwertigen<br />
Displays mit „HD kompatibel“ und anderen Augenwischereien<br />
kennzeichnen, um die Lager zu leeren – jetzt machen Händler auch<br />
noch mit. Melden Sie uns Verstöße: leserbriefe@hdplustv.de. Wir veröffentlichen<br />
ab der kommenden Ausgabe alle HD-Schummler. Dann<br />
ist hoffentlich Schluss damit.<br />
Florian Pötzsch<br />
Herausgeber HD+TV<br />
062 www.hdplustv.de
Thomson 23 LB 220 S4<br />
LCD; 23 ”/58 cm<br />
1 280 × 720 Pixel<br />
DVI<br />
2 Tuner<br />
HD ready<br />
Preis: 838,00 Euro<br />
Finanzierung*:<br />
ab 41,30 Euro, 24 Monate<br />
Panasonic TX-26LX500F<br />
LCD; 26 ”/66 cm<br />
1 366 × 768 Pixel<br />
HDMI<br />
SD-Karten-Slot<br />
HD ready<br />
Preis: 1 468,00 Euro<br />
UVP: 2 199,00 Euro<br />
Finanzierung*:<br />
ab 47,10 Euro<br />
Philips 32PF9966<br />
LCD; 32 ”/82 cm<br />
1366 × 768 Pixel<br />
Pixel Plus 2<br />
HD ready<br />
Preis: 1868,00 Euro<br />
UVP: 2299,99 Euro<br />
Finanzierung*:<br />
ab 59,90 Euro<br />
Samsung LE-32R41B<br />
LCD; 32 ”/82 cm<br />
1366 × 768 Pixel<br />
400 cd/m²<br />
HDMI-Anschluß<br />
HD ready<br />
Preis: 1308,00 Euro<br />
UVP: 1899,00 Euro<br />
Finanzierung*:<br />
ab 41,90 Euro<br />
Panasonic TX-32LX500F<br />
LCD; 32 ”/82 cm<br />
1366 × 768 Pixel<br />
SD-Kartenslot<br />
HD ready<br />
Preis: 1748,00 Euro<br />
UVP: 2799,00 Euro<br />
Finanzierung*:<br />
ab 56,00 Euro<br />
Samsung LE-32R51B<br />
LCD; 37 ”/94 cm<br />
1366 × 768 Pixel<br />
inkl. Standfuß<br />
HD ready<br />
Preis: 1288,00 Euro<br />
UVP: 1899,00 Euro<br />
Finanzierung*:<br />
ab 41,30 Euro<br />
Sony KLV-S32A10<br />
LCD; 32 ”/82 cm<br />
1366 × 768 Pixel<br />
8 ms Reaktionszeit<br />
HD ready<br />
Preis: 1428,00 Euro<br />
UVP: 1599,00 Euro<br />
Finanzierung*:<br />
ab 48,80 Euro<br />
LG 37LP1R<br />
LCD; 37 ”/94 cm<br />
2 Tuner<br />
HDMI<br />
HD ready<br />
Preis: 2278,00 Euro<br />
UVP: 2999,00 Euro<br />
Finanzierung*:<br />
ab 73,00 Euro<br />
Panasonic TH-50PV500E<br />
Plasma; 50 “/127 cm<br />
1366 × 768 Pixel<br />
HDMI<br />
8,6 Mrd. Farbe<br />
HD ready<br />
Preis: 4148,00 Euro<br />
UVP: 5799,00 Euro<br />
Finanzierung*:<br />
ab 132,90 Euro<br />
Toshiba 37 WL 56 P<br />
LCD; 37 ”/94 cm<br />
1366 × 768 Pixel<br />
Tischfuß inkl.<br />
HDMI-Schnittstelle<br />
HD ready<br />
Farbe: Titan<br />
Preis: 1838,00 Euro<br />
UVP: 2999,00 Euro<br />
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Grundig Xephia 42 PW<br />
110-5510<br />
Plasma; 42 ”/106 cm<br />
1000 cd/m²<br />
3000:1<br />
2 Tuner<br />
Preis: 1568,00 Euro<br />
UVP: 2199,00 Euro<br />
Finanzierung*:<br />
ab 50,30 Euro<br />
Panasonic TH-37PV500E<br />
Plasma; 37 ”/94 cm<br />
1024 × 720 Pixel<br />
HD ready<br />
Preis: 2268,00 Euro<br />
UVP: 2799,00 Euro<br />
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Druckfehler vorbehalten
Im Bann der Finsternis<br />
Tim Burtons „Corpse Bride“<br />
jetzt im Kino<br />
Wir alle lieben Filme, ganz gleich welches Genres. Leider bestehen selbst die<br />
sonnigsten Produktionen vorwiegend aus dunklen Bildinhalten – Schwarz ist<br />
die dominierende Farbe in jedem Hollywoodstreifen. David Finchers „Panic<br />
Room“ wirkte auf LCD-Projektoren bislang jedoch weit weniger spannend als<br />
vom Regisseur gewollt, denn Jodie Fosters Hausverteidigung schien immer<br />
künstlich beleuchtet zu sein. Mit einem technischen Trick versuchen die Hersteller<br />
nun diesen Missstand zu beiseitigen – Licht aus, Spot an!<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
Verschlusssache<br />
Im Inneren des Sanyo<br />
arbeiten zwei Irisblenden –<br />
eine automatisch, eine<br />
manuell. Erstere schließt und<br />
öffnet sich je nach Bildinhalt<br />
selbständig, weshalb dunkle<br />
Bilder tief schwarz<br />
erscheinen. Die manuelle<br />
Blende sollten Sie nicht<br />
völlig schließen, da der<br />
Projektor bereits bei<br />
Einstellung –23 einen<br />
perfekten Schwarzwert<br />
erreicht. Im Filmbetrieb<br />
arbeitet die automatische<br />
Blende leider nicht<br />
unauffällig. Im kalibrierten<br />
Modus mit schwächerer<br />
Leuchtkraft stört sie den<br />
Filmgenuss jedoch nicht.<br />
Pünktlich zum Weihnachtsfest beglückt uns Hersteller<br />
Sanyo mit seiner vierten Version der erfolgreichen<br />
LCD-Beamerreihe. Im Vergleich zu seinem<br />
Vorgänger Z3 ist der Z4 von Grund auf neu konzipiert.<br />
Während die Konkurrenzmodelle in ihrer Größe immer<br />
weiter schrumpfen, expandiert Sanyo. Die Ausmaße des<br />
Projektors sind stattlich, jedoch immer noch wohnraumfreundlich.<br />
Bereits vor dem ersten Einschalten fällt das<br />
neue, abgekapselte Äußere wohlwollend ins Testerauge.<br />
Eine automatische Schutzvorrichtung fährt auf Knopfdruck<br />
zurück und gibt die Linse frei. Das Lüftergeräusch<br />
wurde im Vergleich zum ebenfalls flüsterleisen Vorgänger<br />
noch weiter gedrosselt. Der Projektor verrichtet fast unhörbar<br />
seine Dienste. Selbst die Laufwerksgeräusche vieler<br />
DVD-Player sind hier weitaus deutlicher zu vernehmen.<br />
Sobald Sie den Projektor jedoch seitenverkehrt an die Decke<br />
hängen, wird der Lüfter merklich lauter, weshalb Sie<br />
den Projektor immer stehend anbringen sollten. Ein weiteres<br />
„Sanyo-only-Feature“ ist der mitgelieferte Blasebalg.<br />
Setzen sich auf den LCD-Panels Staubkörner ab, können<br />
diese vom Benutzer einfach und effektiv entfernt werden.<br />
Leider sind die verbauten Luftfilter alles andere als zuverlässig.<br />
Bereits nach einer Filmvorführung hatten sich<br />
Staubkörner sichtbar ins Innere verirrt.<br />
Fachmann<br />
Auf den ersten Blick gibt sich der Sanyo als Freund aller<br />
Heimkino-Neulinge. Mittels seines Lens-Shifts können<br />
Sie das Bild sowohl horizontal als auch vertikal verschieben.<br />
Dabei ist der Spielraum extrem groß und in Verbindung<br />
mit dem flexiblen Zoomobjektiv können Sie den<br />
Projektor in allen nur erdenklichen Räumen aufstellen.<br />
Auch die Bildeinstellungen sind ein kleiner Spielplatz<br />
für alle Tüftler und Experten. Leider vermochte es Sanyo<br />
Bilder: Warner Bros., Sanyo<br />
064 www.hdplustv.de
wie schon beim Vorgänger nicht, vernünftige<br />
Voreinstellungen mitzuliefern. Die zahlreichen<br />
vorgefertigten Setups sind schlecht,<br />
v. a. wenn man die direkte Konkurrenz von<br />
Panasonic zum Vergleich heranzieht. Somit<br />
verschenken Sie ein großes Potenzial, falls<br />
der Projektor nicht beim Fachhändler oder<br />
zu Hause kalibriert wurde. Dieses Unterfangen<br />
stellt sich jedoch als wahre Geduldsprobe<br />
heraus, denn der Z4 ist komplex. Seine<br />
automatische Linse wie auch der Lampenmodus<br />
beeinflussen das Bild. Hier müssen<br />
Sie wirklich alle Aspekte des Setups mit einbeziehen.<br />
Haben Sie die zahlreichen Optionen<br />
jedoch verinnerlicht, lässt sich der Sanyo<br />
zu beeindruckend exakten Messwerten<br />
hinreißen. Sowohl die Farbtemperatur über<br />
alle Helligkeitsbereiche als auch seine Farbdeckung<br />
sind allererste Sahne. Somit sind<br />
Animationsfilme ausdrucksstark und farbenprächtig,<br />
während Schwarz-Weiß-Filme<br />
farblos bleiben dürfen. Zwei kleine Nachteile<br />
sind im Testparcours aber negativ aufgefallen.<br />
Wie bei allen LCD-Projektoren sind die<br />
Randbereiche mit leichten Farbflecken versehen.<br />
Auch die vertikale Streifenbildung ist<br />
nicht ganz unsichtbar – besonders bei grauen<br />
Vollbildern sehen Sie senkrechte Linien.<br />
Diese zwei Probleme sind leider typisch für<br />
die LCD-Projektionstechnik. Deshalb sollten<br />
Perfektionisten bei Nichtgefallen einen DLP-<br />
Projektor in Augenschein nehmen.<br />
Dark Vader<br />
George Lucas’ Sci-Fi-Märchen „Die Rache<br />
der Sith“ eröffnete unseren langen Filmmarathon.<br />
Bereits die Anfangssequenz machte<br />
deutlich, wo die Stärken und Schwächen des<br />
Sanyos liegen. Das Weltall ist keine künstlich<br />
aufgehellte Erscheinung, sondern tatsächlich<br />
rabenschwarz und von beeindruckender<br />
Tiefe. Hier schließt Sanyo beinahe die Lücke<br />
zur DLP-Projektion. Der Sanyo-Projektor<br />
ist der mit Abstand dunkelste LCD-Projektor<br />
aller Zeiten. Einen gravierenden Nachteil<br />
besitzt dieser vermeintliche Vorteil jedoch.<br />
Im ausgeschalteten Zustand ist das<br />
Objektiv dauerhaft vor Staubeinflüssen<br />
geschützt. Erst im Betrieb gibt der Z4 seine Linse frei<br />
Der Projektor ist nicht der leuchtstärkste.<br />
Ist Ihr Heimkinoraum nicht völlig abgedunkelt,<br />
kann der Projektor seine Vorteile<br />
in keinster Weise ausspielen. Für Hobby-Cineasten<br />
mit schmalem Geldbeutel geht aber<br />
ein Traum in Erfüllung, denn endlich sind<br />
Filme ohne Einbußen in Schwarzwert auch<br />
auf einem LCD-Projektor zu bestaunen. Für<br />
ein weiteres Aha-Erlebnis sorgt die einmalige<br />
Schärfedarstellung. Zwar müssen Sie leichte<br />
Doppelkonturen in Kauf nehmen, aber solch<br />
eine plastische Bildwiedergabe gab es bisher<br />
noch nie in diesem Preissegment. Weitere<br />
Bildoptimierer für Schwarzwert, Schärfe und<br />
Kontrast heben das Filmerlebnis in schwindelerregende<br />
Höhen. Jedoch sollten Sie die<br />
Nachbearbeitung nicht höher als „Level 1“<br />
bemühen, ansonsten wirkt das Bild künstlich<br />
nachbearbeitet. Im untoten Weihnachtsfest-Klassiker<br />
„Nightmare before Christmas“<br />
zeigte der Sanyo abermals, aus welchem<br />
Kunststoff er geschnitzt ist. Die animierten<br />
Puppen rund um „Jack Skellington“ vollführen<br />
ihre Gesangeskünste auf einer tiefgreifenden<br />
Bühne – die platte Leinwand scheint<br />
dem greifbaren Raum zu weichen, feinste<br />
Details werden mit höchster Präzision herausgearbeitet.<br />
Der Zuschauer vergisst von<br />
der ersten Minute an die technischen Hintergründe<br />
der Bildprojektion und taucht völlig<br />
in Tim Burtons Kult-Klassiker ein.<br />
Für Jedermann?<br />
Der Sanyo ist beileibe kein Projektor für Einsteiger,<br />
ganz im Gegenteil. Sein Bild sollte vor<br />
dem Kauf kalibriert werden und seine Lichtleistung<br />
ist nicht für Wohnzimmer mit Restlicht<br />
geeignet. Wer jedoch schon immer einen<br />
echten Heimkinoprojektor gesucht hat,<br />
jedoch von der Lautstärke, Regenbogeneffekten<br />
oder Preisen der DLP-Beamer abgeschreckt<br />
wurde, findet hier eine uneingeschränkte<br />
Empfehlung. Das Fliegengitter ist<br />
nur aus ungesunden Betrachtungsabständen<br />
zu erkennen und LCD-typische Probleme<br />
wurden gut unterdrückt. Seine vielfältigen<br />
Einstellungsmöglichkeiten geben dem Nutzer<br />
die Sicherheit, dass der Beamer auch nach<br />
Jahren noch fehlerfrei seinen Dienst verrichtet.<br />
Staubkörner oder vertikale Streifenbildung<br />
können selbst ausgemerzt werden.<br />
Zudem ist der Z4 leise und anpassungsfähig<br />
in seiner Aufstellung. Wer alle notwendigen<br />
Vorbereitungen getroffen hat, darf bedenkenlos<br />
zugreifen.<br />
Ausstattung<br />
Hersteller<br />
Sanyo<br />
Modell<br />
Z4<br />
Preis in Euro 1999,–<br />
Info<br />
www.sanyo.com<br />
Typ<br />
LCD<br />
Maße (B/H/T) in cm 38,2 × 12,7 × 30,4<br />
Gewicht<br />
5 kg<br />
Farben<br />
Grau<br />
Betrieb/Stand-by 145 W/1 W<br />
Kontrast 1300:1<br />
Auflösung 1280 × 720<br />
<strong>HDTV</strong>-fähig ja<br />
Sanyo Z4<br />
Ausstattung/<br />
Verarbeitung 17 von 20<br />
Benutzerfreundlichkeit<br />
18 von 20<br />
Wiedergabequalität<br />
45 von 60<br />
Gesamt 80 von 100<br />
Neben dem<br />
obligatorischen<br />
HDMI-Eingang<br />
bietet der Z4 gleich<br />
zwei Komponenteneingänge.<br />
Xbox360-Besitzer<br />
wird’s freuen<br />
Sanyo Z4<br />
GUT<br />
AUSGABE 1.2006<br />
Bewertungsschlüssel: 100–90: sehr gut, 89–75: gut, 74– 60: befriedigend, 59– 45: ausreichend, unter 45: mangelhaft<br />
Kaufberatung | HD+TV | 1.2006 065
Mars Attacks<br />
Das Weltall – unendliche Weiten … Dies sind die Abenteuer der neuen DLP-Projektoren von<br />
Metavision und Mitsubishi. Auf ihrem Weg durch die unbekannte Galaxie fördern sie Dinge<br />
ans Tageslicht, die bisher im Verborgenen geblieben sind – schnallen Sie sich an, die Reise<br />
beginnt!<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
066 www.hdplustv.de
Was sich in unserer Einleitung<br />
wie die Hommage an eines<br />
der einflussreichsten Science-<br />
Fiction-Abenteuer liest, kommt nicht<br />
von ungefähr. Die DLP-Projektionstechnik<br />
schafft dreidimensionale Tiefe in<br />
dunklen Bildbereichen, wo LCD-Projektoren<br />
milchig und beleuchtet erscheinen,<br />
oder sich mit technischen Kniffen wie<br />
einer Iris behelfen müssen. Für Fans von<br />
Raumschlachten und düsteren Thrillern<br />
sind DLP-Projektoren fast schon ein<br />
Muss, wären da nicht die technischen<br />
Einschränkungen. Die Firmen Metavision<br />
und Mitsubishi treten nun die<br />
schwere Bürde an, alle Vorzüge der DLP-<br />
Projektion ausspielen zu müssen und die Limitierungen<br />
auszumerzen. Bereits nach dem Auspacken scheinen die<br />
Entwickler diesem Ziel nahe zu kommen. Der CHT726<br />
von Metavision besitzt als einer der wenigen DLPs sowohl<br />
einen horizontalen wie auch vertikalen Lens-Shift.<br />
Somit wird eine große Lücke zur kundenfreundlichen<br />
LCD-Konkurrenz geschlossen. Leider erlaubt der Lens-<br />
Shift in der Horizontalen nicht allzu große Spielräume,<br />
wohingegen Sie in der Vertikalen eine Spanne von einer<br />
halben Bildhöhe nach oben und unten besitzen. Zudem<br />
ist der Darstellungswinkel weit weniger steil als bei vielen<br />
Widersachern mit ähnlicher Technik. Herausforderer<br />
Mitsubishi zieht hierbei deutlich den Kürzeren, denn der<br />
HC3000 lässt Ihnen deutlich weniger Spielraum. Kein<br />
Lens-Shift, längere Projektionsabstände und ein steilerer<br />
Winkel lassen Benutzerkomfort vermissen. Pluspunkte<br />
sammelt der Mitsubishi hingegen im Lüftergeräusch. Der<br />
HC3000 arbeitet für einen DLP-Projektor derart leise,<br />
dass selbst kritische Ohren einen Blick riskieren sollten.<br />
Der Lüfter des Metavision ist leider, trotz seiner stattlichen<br />
Ausmaße, deutlich zu vernehmen. Durch die kurzen<br />
Projektionsabstände werden in der Praxis Schwierigkeiten<br />
auftreten, den Projektor weit genug vom Hörer zu<br />
positionieren. Somit können beide Konkurrenten zwar<br />
mit positiven Merkmalen aus dem LCD-Lager punkten,<br />
ohne einen Sanyo Z4 beim Aufstellungskomfort jedoch<br />
ernsthaft zu gefährden.<br />
Einstellungssache<br />
Besonders im Testlabor sind die Tricks der Hersteller meist<br />
allzu deutlich erkennbar. Mit falschen Farbtemperaturen<br />
wird der Kontrast künstlich nach oben geschraubt – exorbitante<br />
Angaben verpuffen in der Wirklichkeit zu Marketingfloskeln.<br />
Umso erfreulicher ist es zu sehen, wie Hersteller<br />
Metavision nur das verspricht, was er tatsächlich<br />
hält. Der Projektor ist ab Werk bereits hervorragend kali-<br />
Knoff-Hoff<br />
Der Metavision ist ab Werk<br />
fast perfekt kalibriert,<br />
jedoch lässt sich der<br />
Grünwert nur unzureichend<br />
angleichen. Per Tastenkombination<br />
öffnen Sie jedoch<br />
ein Werkssetup, das<br />
getrennte Rot-, Grün- und<br />
Blauregler bietet. Damit<br />
lässt sich die Farbtemperatur<br />
in Windeseile auf 6500<br />
Kelvin optimieren – ein<br />
klarer Pluspunkt. Das<br />
versteckte Menü öffnen Sie<br />
per Tastenkombination:<br />
Drücken Sie oben, rechts,<br />
unten, links, oben, rechts,<br />
unten, links und dann die<br />
Menü-Taste. Anstatt der<br />
üblichen Einstellungsparameter<br />
erblicken Sie nun<br />
völlig neue Menüs.<br />
Kaufberatung | HD+TV | 1.2006 067
Die RS-232-Schnittstelle dient zum Firmware-Upgrade. Per PC lassen sich aktuelle Versionen kinderleicht aufspielen<br />
briert. Das bedeutet für den Käufer: anschließen,<br />
DVD einlegen und den Film so genießen,<br />
wie ihn der Regisseur bevorzugt. Besonders<br />
die Farbdeckung der Primär- als auch Sekundärfarben<br />
ist gelungen. Nur die Grüntöne<br />
lassen die nötige Sättigung und Reinheit<br />
vermissen. Hier tendiert die Farbe Richtung<br />
Cyan und Gelb. Auch Blau liegt nicht ganz<br />
am Punkt, was aber bei Videomaterial zu<br />
vernachlässigen ist und selbst in Testbildern<br />
kaum auffällt. Trotzdem büßen Animationsfilme<br />
wie „Toy Story“ oder „Shrek“ besonders<br />
im Vergleich zu LCD-Projektoren ein wenig<br />
von ihrer Farbenpracht und Faszination ein.<br />
Auch die Farbtemperatur ist nicht ganz perfekt<br />
– zwar liegt sie mit 6 500 Kelvin exakt im<br />
Sollpunkt, aber die Grundfarbe Grün ist ein<br />
wenig zu stark vertreten. Dieser kleine Makel<br />
ließ sich nur mit einem versteckten Menü<br />
beheben, welches wir Ihnen in der Randspalte<br />
erläutern. Trotzdem überwiegen die positiven<br />
Aspekte wie eine gelungene Farbtreue,<br />
gute Abstimmung ab Werk und vielseitige<br />
Möglichkeiten, kleine Unstimmigkeiten mit<br />
anschaulichen Optionen<br />
auszuräumen. Als praktisch<br />
ebenbürtig erweist sich sein<br />
großer Konkurrent. Der<br />
HC3000 kann zwar keinesfalls<br />
mit perfekten Voreinstellungen<br />
oder minutiösen<br />
Bildreglern aufwarten, erlaubt<br />
dank einfacher und benutzerfreundlicher<br />
Parameter<br />
jedoch einen perfekten<br />
Bildabgleich. Zudem liegen<br />
die Primärfarben fast schon<br />
mustergültig am Punkt –<br />
nur Grün tendiert ein wenig<br />
zu Gelb. Die Menüstruktur gefiel uns beim<br />
Mitsubishi zudem durch ihre Einfachheit,<br />
ohne wichtige Punkte zu vernachlässigen. In<br />
Kombination mit dem beleuchteten Ferngeber<br />
haben so auch Einsteiger die Chance, das<br />
Bild den Anforderungen anzupassen.<br />
Tiefgreifend<br />
Bereits die ersten Minuten des letzten „Star<br />
Wars“-Abenteuers waren der reine Genuss<br />
im redaktionsinternen Kino. Die Galaxie<br />
in der fulminanten Eröffnungsschlacht erstreckt<br />
sich bis in die Unendlichkeit und keinerlei<br />
Nachzieheffekte trüben den turbulenten<br />
Beginn. Die beiden DLPs gaben sich in<br />
keiner Filmszene eine Blöße und überraschten<br />
durch den Verzicht der typischen DLP-<br />
Artefakte. False-Contour- oder Regenbogeneffekte<br />
halten sich soweit in Grenzen, dass<br />
Sie bei einem ernsthaften und entspannten<br />
Filmabend nicht mehr auszumachen sind.<br />
Einzig in Filmen wie „Die Mumie“, wo strahlend<br />
helle Fackeln auf stockfinstere Katakomben<br />
treffen, sehen empfindliche Naturen<br />
die Farbblitzer kurz aufleuchten. Betrachtet<br />
man jedoch die Vorteile gegenüber der LCD-<br />
Konkurrenz – keinerlei Farbverfälschungen,<br />
extreme Kontrastwerte und ein nicht vorhandenes<br />
Fliegengitter – so relativieren sich<br />
diese Bildschwächen. Auch das Bildgrieseln<br />
in dunklen Bildbereichen haben die beiden<br />
Projektoren erstaunlich gut im Griff. Im direkten<br />
Vergleich fallen dem Betrachter jedoch<br />
zwei signifikante Unterschiede auf: Der Metavision<br />
punktet mit einer extremen Schärfe.<br />
Selbst in der höchsten Einstellung sind keinerlei<br />
Doppelkonturen auszumachen, die<br />
metallenen Kanten der Droiden aus „Episode<br />
III“ sind rasiermesserscharf und dank<br />
des hohen Kontrastes äußerst plastisch. Der<br />
Mitsubishi kontert jedoch mit seinem neuen<br />
Bildprozessor, der durch „Brilliant Color“ die<br />
Farben leuchtender und beeindruckender als<br />
alle Konkurrenten zur Leinwand wirft. Dabei<br />
greift die Technik behutsamer ein, als es die<br />
Werbeprospekte zunächst ahnen ließen und<br />
gerade deshalb müssen Sie nicht auf eine beeindruckende<br />
und gleichzeitig natürlich wirkende<br />
Darstellung verzichten. In den prächtigen<br />
Schlachtengemälden des „Der Herr der<br />
Ringe“-Epos’ oder den Animationsfilmen aus<br />
der Wunderschmiede von Pixar werden Sie<br />
von der schillernden Farbenwelt magisch angezogen.<br />
Besonders überzeugte uns auch das<br />
Epos „Hero“, welches jedes Kapitel in einem<br />
dramaturgisch anderen Farbton zeigt. Wenn<br />
die wogenden Blättermassen den Zuschauer<br />
umhüllen und feinste Seidenroben durch die<br />
Lüfte wirbeln, erhebt der Mitsubishi-Projektor<br />
den Film in eine neue Kunstform. Die<br />
integrierten Vollbildkonverter arbeiten je<br />
nach Anschlussart manierlich bis gelungen.<br />
Während bei einer analogen Zuspielung die<br />
Dank seiner ungewöhnlichen Auflösung von 1 280 × 768 Pixel frohlocken PC-Fans über eine optimale Unterstützung via VGA-Buchse<br />
068 www.hdplustv.de
Metavision CHT726<br />
Ausstattung/<br />
Verarbeitung 17 von 20<br />
Benutzerfreundlichkeit<br />
17 von 20<br />
Wiedergabequalität<br />
50 von 60<br />
Metavision CHT726<br />
GUT<br />
AUSGABE 1.2006<br />
Gesamt 84 von 100<br />
Ausstattung<br />
Hersteller Metavision Mitsubishi<br />
Modell CHT726 HC3000<br />
Preis in Euro 4499,– 2999,–<br />
Information<br />
www.<br />
metavision.at<br />
www.<br />
mitsubishi-evs.<br />
de<br />
Typ DLP DLP<br />
Maße (B/H/T)<br />
in cm<br />
34 × 14 × 31 31 × 10 × 24,5<br />
Gewicht 6,3 kg 2,9 kg<br />
Farben Grau Grau<br />
Betrieb/<br />
Stand-by<br />
268 W/3,2 W 245 W/7,7 W<br />
Kontrast 2000:1 2200:1<br />
Auflösung 1280 × 720 1280 × 768<br />
<strong>HDTV</strong>-fähig ja ja<br />
Mitsubishi HC3000<br />
Ausstattung/<br />
Verarbeitung 17 von 20<br />
Benutzerfreundlichkeit<br />
16 von 20<br />
Wiedergabequalität<br />
51 von 60<br />
Mitsubishi HC3000<br />
GUT<br />
AUSGABE 1.2006<br />
Gesamt 84 von 100<br />
Elektronik einige Sekunden benötigt um einzurasten, vermögen<br />
die Beamer bei einer DVI-Verbindung in Sekundenschnelle den<br />
richtigen Algorithmus zu finden. Wir empfehlen dennoch die Verwendung<br />
eines externen Vollbildkonverters, wie er bereits in DVD-<br />
Playern ab 400 Euro vorhanden ist.<br />
Anzeige<br />
<br />
Leuchtender Stern<br />
Der Metavision ist in vielerlei Hinsicht einzigartig und nur in Detailfragen<br />
verbesserungswürdig. Dank seiner seriellen Schnittstelle<br />
können selbst Unkundige die Software auf den neuesten Stand<br />
bringen, wodurch in Zukunft die Qualität noch steigen könnte.<br />
Während unseres Tests brachte eine neue Firmware jedoch eine<br />
Verschlimmbesserung, da sich der Farbraum noch weiter einschränkte.<br />
Der Mitsubishi räumt seinerseits mit einigen DLP-typischen<br />
Vorurteilen auf. Sein leises Betriebsgeräusch und schillernde<br />
Farben suchen derzeit im DLP-Lager ihresgleichen. Bezieht<br />
man zudem die lange Lebensdauer der Lampe von 3 000 Stunden<br />
und einen „geringen“ Kaufpreis von 3 000 Euro mit ein, so ist der<br />
HC3000 ein Angebot, das nur wenige werden ablehnen können.<br />
Doch auch der Metavision wird dank seiner kundenfreundlichen<br />
Einstellungen viele Fans finden. Während ein Sanyo Z4 die LCD-<br />
Technik in ein neues Zeitalter führen konnte, bauen die DLP-Projektoren<br />
ihren Kontrastvorsprung konsequent aus und kümmern<br />
sich ganz nebenbei um eine wohnzimmerfreundliche Integration.<br />
Somit stellen beide Projektoren eine gelungene Option für das<br />
heimische Lichtspielhaus dar und nicht wenige Heimkinobesitzer<br />
werden die Beamer in ihr Reich entführen – völlig zu Recht!<br />
Bewertungsschlüssel: 100–90: sehr gut, 89–75: gut, 74– 60: befriedigend, 59– 45: ausreichend, unter 45: mangelhaft<br />
<br />
<br />
Kaufberatung | HD+TV | 1.2006 069
ALTERNATIVEN<br />
Epson W600 1 999,–<br />
Keinen Cent teurer als seine Konkurrenten wartet der Epson<br />
mit einer waschechten Überraschung auf. Dank Farbfilter<br />
erstrahlt das Bild bereits ab Werk völlig korrekt und<br />
zudem äußerst kontraststark. Natürlich müssen Sie auch<br />
hier nicht auf einen Lens-Shift und ein ruhiges Lüftergeräusch<br />
verzichten. Der Epson W600 ist ein heißer Kandidat<br />
auf den LCD-Thron.<br />
www.epson.de<br />
Sony VPL VW100 9 999,–<br />
Wie ein Fegefeuer jagte der in Fachkreisen nicht zu<br />
Unrecht mit „Ruby“ betitelte Projektor durch die ausländischen<br />
Gazetten. „Bilder wie noch nie“, stieß so mancher<br />
vor Freude aus und die Leistung kommt nicht von<br />
ungefähr. Der stattliche Projektor ist der kleine Bruder des<br />
30 000 Euro teuren Flaggschiffes der Qualia-Reihe. Mit einem<br />
exorbitanten Kontrast von 15 000:1, der vollen <strong>HDTV</strong>-<br />
Auflösung von zwei Millionen Pixeln und einem flüsterleisen<br />
Geräusch kratzt der Sony am technisch Machbaren.<br />
www.sony.de<br />
Yamaha DPX-1300 12 999,–<br />
Ein DLP-Projektor kann nicht leise, kontraststark und<br />
komfortabel zugleich sein? Kann er doch! Mit dem Yamaha-Projektor<br />
wird Heimkino zelebriert, ohne dass der<br />
Benutzer mit schlechten Voreinstellungen oder komplizierter<br />
Aufstellung belästigt wird. Die Kalibrierungsmöglichkeiten<br />
sind schier endlos und mit Lens-Shift und ruhigem<br />
Lüftergeräusch gibt sich der DLP-Riese sogar wohnzimmerfreundlich.<br />
Selten haben sich Komfort und Bildgewalt so<br />
gut vereint. Mit dem Yamaha haben Sie auch nach Jahren<br />
noch Freude.<br />
www.yamaha.de<br />
Kaufberatung | HD+TV | 1.2005 070<br />
070 www.hdplustv.de
Unser Tipp, wenn Sie wirklich<br />
ALLES über das digitale<br />
Fernsehen erfahren möchten:<br />
Jeden Monat neu am Kiosk<br />
und täglich aktuell unter www.digitalfernsehen.de
Unvergängliches Leben<br />
Wer von uns träumt nicht von einem ewigen Dasein? Doch bei allem medizinischen Fortschritt<br />
sind unsere Tage auf dem blauen Planeten gezählt. Im Bereich der Unterhaltungselektronik<br />
drehen sich die Zeiger des Fortschritts noch rascher. Während wir fast ein Jahrhundert<br />
Zeit haben, mustern die Hersteller ihre Komponenten im Jahresrhythmus aus. Der Hersteller<br />
Onkyo setzt in dieser schnelllebigen Zeit jedoch auf Beständigkeit und liefert mit seiner AV-<br />
Kombi eine Meisterleistung ab.<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
072 www.hdplustv.de
Bilder: Onkyo<br />
Heavy Metal: Trotz seiner massiven Verarbeitung schlägt der DVD-Player filigrane Töne an. Sein Bildprozessor<br />
kann leider nicht ganz mithalten<br />
Der Anblick des gigantischen<br />
AV-Receivers<br />
weckt Erwartungen.<br />
Wie schon der Pioneer AX10<br />
AI-S (Test in HD+TV 1/05)<br />
wurde der Onkyo nicht gebaut,<br />
sondern scheinbar geschmiedet.<br />
Jede einzelne Fronttaste ist<br />
perfekt ans Gehäuse angepasst,<br />
der Lautstärkeregler wuchtig<br />
und präzise zugleich. Trotz dieses ersten<br />
positiven Eindruckes haben wir aber auch<br />
etwas zu mäkeln: Im Vergleich zum günstigeren<br />
Vorgänger, dem Onkyo 989, musste<br />
die motorisch betriebene Klappe einer weniger<br />
massiven und manuellen weichen – bei<br />
einem Preisaufschlag von 1 000 Euro hätte<br />
man dieses nette Feature ruhig beibehalten<br />
dürfen. Die Hinterseite erschlägt den Besitzer<br />
mit einer Unzahl an Ein- und Ausgängen.<br />
Den einzigen Kritikpunkt ziehen die wichtigen<br />
Lautsprecheranschlüsse nach sich: Während<br />
Onkyo überall höchste Sorgfalt walten<br />
ließ und einen Referenztresor baute, wirken<br />
die billigen Plastikanschlüsse wie ein Fremdkörper.<br />
Zudem sind sie wacklig und nicht<br />
gerade schmückendes Beiwerk – das gibt einen<br />
Punkt Abzug! Wer sich jedoch länger mit<br />
dem ansonsten prächtigen Rücken beschäftigt,<br />
dem wird ein Detail besonders auffallen.<br />
Alle Anschlüsse sind in einer vertikalen<br />
Linie ausgerichtet und auf einem eigenen<br />
Slot zusammengefasst. PC-Fans kennen die<br />
Vorzüge auswechselbarer Platinen seit den<br />
Ursprüngen der Computertechnik – Onkyo<br />
bindet diese Zukunftssicherheit in ihre<br />
Heimkinozentrale ein. Bereits jetzt bietet der<br />
Receiver die Möglichkeit, analoge Bildsignale<br />
auf YUV umzuwandeln – eine Wandlung auf<br />
HDMI wird per Upgrade folgen. Bisher können<br />
Sie den Onkyo immerhin als HDMI-Verteiler<br />
nutzen. Für die Tonwiedergabe bietet<br />
sich der I-Link-Eingang an. Mit diesem können<br />
Sie auch die ewigen Duellanten SACD<br />
und DVD-Audio ohne Einbußen ausgeben.<br />
Natürlich steht ebenfalls ein ganzes Bataillon<br />
von Koaxial- und optischen Eingängen<br />
zur Verfügung. Wer es ganz praktisch mag,<br />
klemmt einfach ein HDMI-Kabel zwischen<br />
den DVD-Player und Verstärker und erfreut<br />
sich am guten Bild und packenden Klang.<br />
Nur Liebhaber der hochauflösenden Musikscheiben<br />
müssen weiterhin eine zusätzliche<br />
I-Link-Verbindung aufbauen.<br />
Gigantomanie<br />
Wenn ein DVD-Player mehr wiegt als Receiver<br />
der Mittelklasse, mit einem hochwertigen<br />
Ferngeber aufwarten kann und sogar einen<br />
Videoeingang besitzt, dann muss es sich<br />
schon um etwas ganz Besonderes handeln.<br />
Selbst die Laufwerkslade gibt sich mit einem<br />
gewöhnlichen Auftritt nicht zufrieden – wie<br />
eine Diva gleitet das stabile Laufwerk heraus,<br />
nachdem sich die Frontblende abgesenkt hat.<br />
Per Bild-Eingang können Sie ihren Satellitenreceiver<br />
über S-Video mit dem Player verbinden<br />
und profitieren von der eingebauten<br />
Videotechnik nicht nur bei DVDs, sondern<br />
auch im normalen Fernsehbetrieb. In der<br />
Verarbeitungsqualität steht der Player seinem<br />
turmhohen Receiver-Bruder in nichts<br />
nach – selbst für die stolze Kaufsumme von<br />
4 500 Euro ist diese Qualität nicht selbstverständlich.<br />
Zum Glück führt Onkyo diese<br />
Detailversessenheit bei der Fernbedienung<br />
Durchlauf: Der Player besitzt nicht nur mannigfaltige Ausgänge, sondern erlaubt auch das Durchschleifen<br />
externer Quellen<br />
weiter. Nicht gerade handlich, aber überaus<br />
hochwertig und präzise zu steuern, erfreut<br />
die „Schokoladentafel“ auch im dunklen<br />
Heimkinoraum. Dank Hintergrundbeleuchtung<br />
und logischer Tastenanordnung sind<br />
Vertipper ausgeschlossen. Wie selbstverständlich<br />
spendiert Onkyo den Käufern alle<br />
benötigten Kabel, die keine billigen Beipackstrippen<br />
darstellen, sondern durchweg<br />
brauchbar sind.<br />
Kommandozentrale<br />
Den Onkyo-Receiver zu konfigurieren wird<br />
Anfänger zunächst hoffnungslos überfordern.<br />
Für sämtliche Eingänge können Sie<br />
jede Lautsprechergruppe einzeln in Größe,<br />
Übergangsfrequenz, Lautstärke und Verzögerung<br />
konfigurieren. Alle Tonnormen dürfen<br />
Sie Ihrem persönlichen Geschmack anpassen<br />
und editieren – für jede Quelle unabhängig.<br />
Somit stehen Ihnen praktisch unendliche<br />
Möglichkeiten offen, Ihr Ausgangsmaterial<br />
anzupassen, aufzubessern oder einfach 1:1<br />
wiederzugeben. Wer Probleme mit einem<br />
dröhnenden Bass hat, kann dem eingebauten<br />
„Notch-Filter“ vertrauen. Mit einem<br />
Messgerät und einer Test-CD spüren Sie die<br />
gesuchte Frequenz auf und verringern deren<br />
Pegel durch den Bassfilter. Diese einzig zu<br />
empfehlende Raumkorrektur bietet bisher<br />
nur der Onkyo. Ein automatisches Einmesssystem<br />
und einen vollwertigen Equalizer<br />
für alle Frequenzen bietet er hingegen nicht<br />
– bei dem mäßigen Abschneiden aller Konkurrenzsysteme<br />
ist dies aber kein Nachteil.<br />
Das Bildschirmmenü ist weder schick noch<br />
deutschsprachig – wir vertrauten stets dem<br />
identischen Menü auf dem Receiverbildschirm.<br />
Während Einsteiger also die beiliegende<br />
Anleitung konsultieren sollten, preschen<br />
Kenner des Fachs fast blind durch alle<br />
Unterpunkte mittels hervorragender Regler,<br />
welche zudem als Bestätigungstaste dienen –<br />
eine Genugtuung für die 5 500 Euro schwere<br />
Kaufberatung | HD+TV | 1.2006 073
darzubringen. Selbst über HDMI<br />
mit aktiviertem Scaler verliert das<br />
Bild nichts von seiner Natürlichkeit<br />
und versprüht das Flair einer guten<br />
Filmrolle. Zudem ist das Laufwerk<br />
und die Navigation äußerst flott und<br />
die Fehlerkorrektur im Stande, auch<br />
Kratzer auf den Scheiben auszumerzen<br />
– nur der Layerwechsel könnte<br />
schneller vonstatten gehen.<br />
Wolkenkratzer: Der Verstärker ist aufgrund seiner edlen Haptik eine imposante Erscheinung.<br />
Seine Klänge stehen dem wuchtigen Erscheinungsbild in nichts nach<br />
Investition. Wir konnten uns kaum von dem<br />
Konfigurationsparadies lösen – noch nie ließ<br />
sich unsere Anlage mit solch einer Präzision<br />
an das Ideal angleichen. Um die heutige<br />
Computergeneration zufrieden zu stellen,<br />
finden Sie auf der Rückseite eine Netzwerkbuchse<br />
und mit Onkyos eigener Software<br />
„Net-Tune Central“ greift der Receiver auf<br />
alle Musiktitel Ihrer Festplatte oder die Internet-Radiostationen<br />
zurück. Dem DVD-Player<br />
spendierte Onkyo ein hübsch aussehendes<br />
Bildschirmmenü, welches zwar nobel daher<br />
kommt, aber nur die nötigsten Features bietet.<br />
Fast noch schlimmer wiegt jedoch der<br />
Verzicht auf einen einstellbaren Vollbildkonverter.<br />
Weder können Sie aus vorgefertigten<br />
Einstellungen wählen, noch einen Videooder<br />
Filmmodus erzwingen – schwach! Somit<br />
vertraut Onkyo auf die verbaute Elektronik,<br />
doch wie wir im Test feststellten, ist<br />
deren Können begrenzt.<br />
Achillesferse<br />
Nach außen stellt der DVD-Player einen Fels<br />
in der Brandung dar doch bei schwierigem<br />
Bildmaterial fällt das Ungetüm schneller aus<br />
dem flimmerfreien Modus als so manche<br />
400-Euro-Offerte. Wenn die Kamera im Film<br />
„Gladiator“ über das monumentale Kolosseum<br />
fährt und der Zuschauer die prächtigen<br />
Verzierungen und schmückenden Figuren<br />
bewundert, fallen die flimmernden Kanten<br />
sofort ins Auge. Zudem kann der Player keine<br />
Vollbilder am YUV-Ausgang ausgeben –<br />
nur die spezielle BNC-Buchse und der<br />
HDMI-Ausgang liefern zusammengesetzte<br />
Halbbilder. Da Onkyo jedoch auf ein beigelegtes<br />
Kabel verzichtete, werden nur die wenigsten<br />
von Beginn an diese Buchse nutzen<br />
können, obwohl nur am BNC-Ausgang die<br />
eingespeisten Bilder externer Quellen weiter<br />
gereicht werden können – ärgerlich! Überhaupt<br />
nichts zu kritisieren gibt es hingegen<br />
beim Ton. Die CD-Wiedergabe ist unglaublich<br />
satt und erwachsen. So werden die Bässe<br />
in David Grays „Babylon“ sauber und knackig<br />
zum Verstärker geschickt. Das Klangbild<br />
ist ein gelungener Kompromiss aus präziser<br />
Detailarbeit und weiträumiger Illusion. Natürlich<br />
werden auch die hochauflösenden<br />
Datenträger einer SACD und DVD-Audio<br />
nicht vernachlässigt, sondern jedes abgespielte<br />
Byte zelebriert. Dabei klingt der Player<br />
weniger nach unterkühlter Digitaltechnik,<br />
sondern angenehm und ehrlich. Die generelle<br />
Bildqualität steht dem Klang nur wenig nach.<br />
Besonders gefällt die Fähigkeit des Onkyo,<br />
kleine Unstimmigkeiten auszumerzen und<br />
sogar mäßige Aufnahmen augenschonend<br />
Macht der Götter<br />
Zeigt der Playerkoloss in Detailfragen<br />
also die eine oder andere Schwäche,<br />
verbietet sich die kleinste kritische<br />
Bemerkung gegenüber dem Receiver.<br />
Sicherlich können Konkurrenten bereits die<br />
Konvertierung auf HDMI, aber der Onkyo<br />
wird auch dies beherrschen, denn Fortschritt<br />
ist einer seiner Tugenden. Viel wichtiger als<br />
alle Ausstattungsfeatures ist aber natürlich<br />
der Klang und Onkyo enttäuscht auch hier<br />
nicht. Im Action-Kracher „Batman Begins“<br />
fliegen dem Hörer die einzelnen Backsteine<br />
der Dächer Gothams um die Ohren, ohne<br />
den Hörer jedoch zu überfordern. Nicht das<br />
bedingungslose Protzen, sondern eine ausgefeilte<br />
Ausgeglichenheit steht beim Onkyo im<br />
Vordergrund. Noch nie fiel es so leicht, sämtliche<br />
Stimmen der handelnden Protagonisten<br />
auseinanderzuhalten und zu vernehmen.<br />
In „X-Men 2“ verursacht die Telepatin Jane<br />
kurzzeitig eine Stromschwankung, die Laute<br />
der Museumsbesucher durchfluten den<br />
Raum und mit dem Onkyo vernehmen Sie<br />
jede Silbe, klar und deutlich. Im Gegensatz<br />
zum analytischen Pioneer oder ausschmü-<br />
Schlaraffenland: Vermissen Sie etwas? Wir auch nicht! Die Rückseite ist gepaart mit allen analogen und digitalen<br />
Ein- und Ausgängen – die Zukunft kann kommen!<br />
074 www.hdplustv.de
ckenden Denon aus der vergangenen Ausgabe,<br />
ist der Onkyo jederzeit ausgeglichen. Seine<br />
Kraftreserven sind schier unendlich, seine<br />
Bässe unerbittlich und rabenschwarz. Aber:<br />
Er hält seine Muskelspiele im Zaum und<br />
nimmt den Hörer mit auf eine Erlebnisfahrt<br />
durch alle Frequenzbereiche. In emotionalen<br />
Szenen, wie die letzte Schlacht der Menschen<br />
im „Der Herrn der Ringe“ schmückt<br />
der Denon den weiträumigen Chorgesang<br />
aber deutlich bildhafter aus, umhüllt den<br />
Hörer von allen Seiten und lässt Aragorn<br />
und Co. mit brachialer Aufopferung in die<br />
Orkmassen preschen. Hier gibt sich der Onkyo<br />
gefasster, vermeintlich realistischer. Für<br />
uns bleibt der Denon im Mehrkanalklang<br />
jedoch vorn, denn wo der Onkyo ein farbenprächtiges<br />
Gemälde zaubert, baut der<br />
Denon körperhafte Skulpturen auf, die immer<br />
ein wenig idealisiert erscheinen, aber die<br />
Emotionen noch mehr schüren. Die höchste<br />
Klangbewertung sichert sich der Onkyo aber<br />
trotzdem locker, denn sein Stereoklang ist<br />
hinreißend. Nicht nur, dass er alle Vorteile<br />
auch im Zweikanalbereich behält, selbst<br />
sein teurer DVD-Player-Bruder kann sich<br />
klanglich nicht absetzen. Ganz gleich ob die<br />
verträumten Songteppiche der isländischen<br />
Gruppe „Sigur Rós“ oder die Metall-Klänge<br />
von „Porcupine Tree“ – der Onkyo lässt Sie<br />
niemals im Stich. Generell passt der Klangcharakter<br />
zu jedem Ausgangsmaterial und<br />
fast jedem Lautsprecher – mit dem Onkyo<br />
als Schaltzentrale haben Sie die größten Freiheiten<br />
beim Lautsprecherkauf und sichern<br />
Baukasten: Der Onkyo ist beliebig erweiterbar –<br />
Dank auswechselbarer Platinen sehen Sie dem technologischen Fortschritt gelassen entgegen<br />
sich die Garantie, alle Bild- und Tonformate<br />
wiedergeben zu können. Doch auch professionelle<br />
Heimkinos könnten vom Onkyo<br />
begeistert sein, denn er ist in der Lage, zwei<br />
komplette Räume unabhängig (aber nicht<br />
gleichzeitig) zu beschallen – ein Film- und<br />
ein Konzertsaal sind keine Utopie. Natürlich<br />
werden auch Delay-Funktionen für die<br />
Bild- und Tonverzögerung angeboten und<br />
hochwertige Frontlautsprecher schwören auf<br />
getrennte Endstufen. In Einzelbereichen mag<br />
es Komponenten geben, die besser und auch<br />
günstiger sind, aber keine kann dem Onkyo<br />
als komplettes Paket das Wasser reichen. Diese<br />
Aussage, da sind wir uns sicher, wird sich<br />
in naher Zeit auch nicht mehr relativieren.<br />
Der DVD-Player ist für die gebotene Leistung<br />
hingegen zu teuer. Wer ein perfekt verarbeitetes<br />
Musik-Abspielgerät sucht, kann aber<br />
auch hier zugreifen – die Videoabteilung bedarf<br />
aber noch kleiner Verbesserungen. Somit<br />
verdient sich der Receiver unsere Anerkennung<br />
für eine technische Meisterleistung.<br />
Mit dem Onkyo-Receiver steht die Zeit still<br />
und fast scheint er diese Fähigkeit mit David<br />
Bowies Song „Never get old“ in die Welt zu<br />
schreien: „Ich blicke wie ein massiver Fels in<br />
die Zukunft, ich werde niemals altern.“<br />
Ausstattung<br />
Hersteller Onkyo Onkyo<br />
Modell TX-NR5000E DV-SP1000E<br />
Preis in Euro 5500,– 4500,–<br />
Information www.onkyo.de www.onkyo.de<br />
Typ AV-Receiver DVD-Player<br />
Maße (B/H/T)<br />
in cm<br />
435 × 220 × 480,5 435 × 123 × 374<br />
Gewicht 33 kg 12,1 kg<br />
Farben Silber, Schwarz Silber, Schwarz<br />
Betrieb/<br />
Stand-by<br />
214 W/3,9 W 48 W/7,1 W<br />
PLII/x<br />
CD/MP3<br />
DTS NEO DVD-Video<br />
Formate DD/EX<br />
DVD-Audio<br />
DTS/ES<br />
SACD<br />
THX Ultra 2 JPEG<br />
Sonstiges<br />
Auto-<br />
Einmessung<br />
NET-Tune,<br />
Notch-Filter<br />
nein –<br />
Video-Eingang,<br />
THX-Ultra SiegeI<br />
Onkyo TX-NR5000E<br />
Ausstattung/<br />
Verarbeitung 19 von 20<br />
Benutzerfreundlichkeit<br />
18 von 20<br />
Wiedergabequalität<br />
54 von 60<br />
Onkyo TX-NR5000E<br />
SEHR GUT<br />
AUSGABE 1.2006<br />
Gesamt 91 von 100<br />
Onkyo DV-SP1000E<br />
Ausstattung/<br />
Verarbeitung 20 von 20<br />
Benutzerfreundlichkeit<br />
18 von 20<br />
Wiedergabequalität<br />
50 von 60<br />
Onkyo DV-SP1000E<br />
GUT<br />
AUSGABE 1.2006<br />
Gesamt 88 von 100<br />
Bewertungsschlüssel: 100–90: sehr gut, 89–75: gut, 74– 60: befriedigend, 59– 45: ausreichend, unter 45: mangelhaft<br />
Kaufberatung | HD+TV | 1.2006 075
Traumschöpfung<br />
Sie wandeln eine Straße entlang und vernehmen zunächst nur schwach, dann aber immer<br />
deutlicher die Musik einer längst vertrauten Musikgruppe. Sie folgen dem Geräusch in der<br />
Gewissheit, dass ihre Lieblingsband nur noch wenige Meter entfernt ist. Die Klänge werden<br />
vehementer und scheinen sich direkt vor Ihnen abzuspielen. Doch alles, was Sie erblicken, ist<br />
ein Lautsprecher.<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
076 www.hdplustv.de
Der britische Traditionsentwickler Monitor Audio<br />
fertigt seit nunmehr 33 Jahren seine Lautsprecher<br />
mit dem Ziel, Musik in ihrer ganzen Pracht<br />
dem Hörer anschaulich zu Gemüte zu führen. Erst wenn<br />
Sie mit geschlossenen Augen der Musik lauschen und die<br />
Instrumente und Sänger jenen Platz einnehmen, wo eben<br />
noch Holzkästen standen, ist die Illusion perfekt. Mit seiner<br />
brandneuen Silver-RS-Serie steckt Monitor Audio die<br />
Ziele bereits beim Auspacken der Wohnzimmer-freundlichen<br />
Lautsprecher gigantisch hoch. An den zierlichen<br />
Kompaktlautsprechern ist jede verbaute Schraube nicht<br />
nur Verbindungsglied, sondern künstlerische Darstellung.<br />
Als patentierte Besonderheit stechen aber die silberne<br />
Mittelton- und golden schimmernde Hochtonkalotte<br />
ins Auge. Während erstere mit einer Keramik-beschichteten<br />
Aluminium-Magnesium-Legierung versehen wurde,<br />
besitzt der Hochtöner gar eine Beschichtung aus purem<br />
Gold.<br />
Deutsche Wertarbeit<br />
Es gibt sie noch: handgefertigte Produkte mit dem Aufdruck<br />
„Made in Germany“. Die Kieler Boxenschmiede<br />
Elac ist zwar mittlerweile zum weltweiten Lieferanten für<br />
hochwertige Lautsprecher gewachsen und viele Teile der<br />
Produktion laufen automatisiert ab, aber das Markenzeichen<br />
der Firma wird seit jeher per Hand gefertigt. Der<br />
sogenannte JET-Hochtöner ist eine der außergewöhnlichsten<br />
Techniken der Hi-Fi-Branche und selbst die Berliner<br />
Edelschmiede Burmester vertraut auf den gefalteten<br />
Papierhochtöner. Im Gegensatz zum Lautsprecher von<br />
Monitor Audio schwingt somit keine Metall-, sondern<br />
eine Papiermembran, die durch ein Magnetsystem angetrieben<br />
wird. Diese Technik geht auf den „Air Motion<br />
Transformer“ von Dr. Oskar Heil zurück und wurde im<br />
Laufe der Jahre immer weiter verbessert. In seiner jetzigen<br />
Ausbaustufe verspricht Elac einen linearen Verlauf<br />
bis 50 KHz und damit die idealen Vorraussetzungen für<br />
SACD und DVD-Audio. Ob sich die technischen Vorteile<br />
jedoch auch hörbar in Szene setzen können, lesen Sie im<br />
anschließenden Vergleich.<br />
das nahende Gewitter nicht nur an uns vorbei, sondern<br />
schien unsere Häupter tatsächlich mit feuchten Tropfen<br />
zu benetzen. Im Direktvergleich mit den KEF-XQ-Lautsprechern<br />
(Test in DT 3/05) umhüllte der Schauer den<br />
Hörer nicht ganz so weiträumig, war dafür jedoch eindringlicher<br />
und leichter wahrzunehmen. Völlig andere,<br />
weil rabiatere Töne brachten Coheed and Cambria und<br />
Billy Corgan zum Vorschein. Dank Unterstützung des<br />
Subwoofers meistern die kleinen Lautsprecher auch die<br />
tiefsten Töne der Bassgitarren, ohne Druck zu verlieren.<br />
Bei unserer Live-DVD des The-Cure-Konzertes im Tempodrom<br />
in Berlin setzten sich alle positiven Aspekte auch<br />
im Mehrkanalklang nahtlos fort. Zum ersten Mal hatten<br />
wir das Gefühl, dass unsere Augen den Ohren folgen und<br />
nicht umgekehrt. Diese frappierende Durchzeichnung<br />
und luftige Spielweise, die sämtliche Details mit spieleri-<br />
Verbundenheit<br />
Für sicheren Kontakt an<br />
Lautsprechern und Receivern<br />
sorgen Bananenstecker.<br />
Einmal am Kabel angebracht,<br />
sind sie eine schützende<br />
Hülle und einfache<br />
Installationshilfe gleichermaßen.<br />
Lautsprecherkabel mit<br />
guter Schirmung und<br />
angemessenem Kabeldurchschnitt<br />
sichern die notwendige<br />
Qualität bei der<br />
Übertragung. Günstiges und<br />
zugleich hochwertiges<br />
Zubehör finden Sie unter<br />
www.oehlbach.de und<br />
www.sommercable.com<br />
Bilder: Monitor Audio, Elac, KEF<br />
Gänsehaut<br />
Unseren Testparcours begannen wir dieses Mal mit einem<br />
bunt gemischten CD-Potpourri, welches ein besonders<br />
breites musikalisches Spektrum abdeckt. Den Anfang bildete<br />
Kristin Hersh mit ihrem Album „Hips and Makers“.<br />
Der andächtige Beginn ihres Songs „Your Ghost“ löst<br />
sich nicht nur in bisher unnachahmlicher Weise von den<br />
schwingenden Metallmembranen der Monitor Audios,<br />
sondern beförderte die Sängerin prompt in unseren Hörraum.<br />
Absolut natürlich und klar grenzen sich Hershs<br />
Gesangseinlagen vom Duett-Partner und R.E.M.-Sänger<br />
Michael Stipe sowie dem breit gefächerten Cello-Teppich<br />
ab. Im Song „Saying the same Thing“ von Catpower zog<br />
Kaufberatung | HD+TV | 1.2006 077
scher Leichtigkeit präsentiert und vom Hörer<br />
aufgenommen werden kann, ist schlichtweg<br />
Referenz. Einen kleinen Wermutstropfen<br />
müssen wir jedoch noch anmerken. Besitzen<br />
Sie einzig und allein die kleinen Frontlautsprecher,<br />
so müssen Sie Kompromisse<br />
in der Tieftondarstellung eingehen; dass die<br />
Lautsprecher unter 60 Hz merklich abfallen,<br />
ist bei solchen kleinen Ausmaßen aber eine<br />
physikalische Notwendigkeit. Deshalb unser<br />
Tipp: Falls Sie sich für die kleinen Kompaktlautsprecher<br />
entscheiden, sollten Sie bei Ihrem<br />
Receiver die Bassumleitung aktivieren<br />
und einen Subwoofer zur Verfügung haben.<br />
Falls Sie jedoch ein reines Stereo-System betreiben<br />
möchten, dann greifen Sie auf die<br />
Standlautsprecher RS6 oder RS8 der gleichen<br />
Serie zurück, die jederzeit genügend Bassreserven<br />
besitzen. Aus ganz anderem Holz sind<br />
die Elacs geschnitzt. Kaum größer als die<br />
Monitor Audios sind die kompakten Kieler<br />
wahre Basspezialisten. Wer hier aufgrund<br />
der wohnzimmerfreundlichen Ausmaße eine<br />
Zwerchfell-stimulierende Darbietung erwartet,<br />
wird sein blaues Wunder erleben – die<br />
Tieftöner massieren vorwiegend die Magengegend.<br />
In Verbindung mit dem sauber und<br />
trocken spielenden JET-Hochtöner sind die<br />
Elacs die perfekten Boxen für Gitarren- und<br />
Live-Musik. In Porcupine Trees Einsteigstrack<br />
„Deadwing“ des gleichnamigen Albums<br />
schlugen die Gitarrengriffe direkt in unseren<br />
Gehörgängen ein. Besonders im Vergleich zu<br />
den KEF-Lautsprechern fällt auf: Die Elacs<br />
jagen die Töne ohne Wenn und Aber zum<br />
Hörer – einen Respektabstand gibt es nicht.<br />
Dabei kann der vermeintlich ehrliche Charakter<br />
jedoch zu Lasten der weiträumigen<br />
und atmosphärischen Wiedergabe gehen. Im<br />
Ruhepol des Albums „Lazarus“ vermochten<br />
die Monitor Audios den Hörer in eine andere<br />
Welt zu entführen, die zum Träumen anregte.<br />
Die Elacs gaben hingegen das wieder, was<br />
auf der CD gespeichert ist – Instrumente und<br />
Gesang. Auch scheint der Klang nicht ganz<br />
so filigran gezeichnet – den Unterschied zwischen<br />
schlechten und gut gemasterten CDs<br />
gibt die Silver-Reihe akustisch deutlicher<br />
wieder. Trotzdem versprühen die Elacs eine<br />
ganz eigene Faszination. Der Schlagzeugbeginn<br />
zu „Bloodflowers“ von The Cure haben<br />
wir in dieser Reinheit noch nie genossen –<br />
ansatzlos, voller Kraft und staubtrocken sind<br />
die Kieler Boxen in ihrem Element. Dass die<br />
Klangbühne dabei ein wenig in ihrer Breite<br />
eingeschränkt und die Stimmwiedergabe<br />
zwar deutlich, aber nicht immer natürlich<br />
wirkt, sei bei aller Spielfreude verziehen.<br />
Erlebniswelt<br />
Ein ultimatives Inferno entfachte der letzte<br />
Teil der inhaltlich stark kritisierten Matrix-<br />
Saga. Als die Wächterarmee wie eine Seuche<br />
über der letzten menschlichen Bastion Zion<br />
einbricht und die Geschütztürme in irrsinniger<br />
Geschwindigkeit und Wucht ihre Munition<br />
auf die Angreifer schleudern, brechen<br />
im Heimkino alle Dämme – die Abmischung<br />
der „Revolution“-DVD ist dynamisch unheimlich<br />
anspruchsvoll und fordert von der<br />
untersten bis zur obersten Oktave die gesamte<br />
Kette eines Lautsprechersystems. Wieder<br />
mit der Unterstützung des Subwoofers bewältigen<br />
die Monitor-Audio-Lautsprecher<br />
diese Prüfung meisterlich. Jederzeit können<br />
Sie auch feine Details mit Leichtigkeit ausmachen;<br />
ein Reinhören ins Klangbild ist<br />
unnötig. Extreme Dynamikattacken sind<br />
jedoch nicht die Aushängeschilder der Silver-Serie,<br />
was aber auch an der klanglichen<br />
Auslegung und weniger an mangelnden<br />
Kraftreserven liegt. Wenn tausende Wächter<br />
im Hintergrund ein Menschenleben nach<br />
dem anderen auslöschen, im Vordergrund<br />
die mobile Infanterie um Hilfe schreit und<br />
im Hintergrund die Einschläge der Basis ertönen,<br />
brilliert die Silver-RS-Reihe auf ihre<br />
eigene Weise. Der Klang umgibt den Hörer,<br />
besitzt eine unglaubliche Tiefe und wird in<br />
alle drei Dimensionen projiziert, ohne eine<br />
Ebene zu vernachlässigen. Im Gegensatz<br />
dazu präsentieren die Elacs die Einschüsse<br />
brachialer, die Schreie verzweifelter, aber die<br />
Dimensionen des Schlachtfeldes gehen im<br />
tosenden Gefecht ein wenig unter. Batmans<br />
Spritztour über die Dächer Gothams ist eine<br />
weitere Machtdemonstration dessen, was<br />
Kinoklang ausmacht: Spaß, Spielfreude und<br />
ordentlich Feuer – dabei sei aber angemerkt,<br />
dass die Elacs nie grobschlächtig zu Werke<br />
gehen oder Details vermissen lassen, nur<br />
sind die Relationen hier eindeutig in Richtung<br />
Effektspektakel verschoben. Die Monitor<br />
Audios spielen jedoch ihre unerreichte<br />
Hochtongrazie in emotionalen Szenen ein<br />
ums andere Mal aus und schlagen in Momenten<br />
der Gänsehaut sowohl die KEFs als<br />
auch Elacs dieser Welt. Wenn Mathilde nach<br />
verzweifelter Suche durch die Klostermauern<br />
ins Freie tritt, sich hinkenden Schrittes durch<br />
den Garten wagt und, von klassischer Musik<br />
untermalt, ihre warme Stimme ihren verlo-<br />
078 www.hdplustv.de
en geglaubten Verlobten Manech begrüßt,<br />
dann wissen Sie, was die Monitor Audios so<br />
besonders macht. Wo andere Lautsprecher<br />
die Datenträger wiedergeben, zeigt die Silver-RS-Reihe<br />
die Intention des Regisseurs<br />
oder Sängers. Ein klein wenig wollen wir<br />
aber dennoch mäkeln: Im Vergleich zu den<br />
Lautsprechern fällt der Preis des Subwoofers<br />
von 1 000 Euro etwas übertrieben aus. Der<br />
Tieftonlautsprecher besitzt wie sein kostspieliger<br />
Konkurrent keine Fernbedienung, muss<br />
umständlich auf der hinteren Seite an- und<br />
ausgeschaltet werden und bietet keine stufenlosen<br />
Eingriffe für eine Raumkorrektur.<br />
Klanglich demonstrieren beide Hersteller jedoch<br />
ihre Ausnahmestellung. Der RS12 spielt<br />
exakt, präzise und fächert seinen Bassteppich<br />
ungemein sauber vor Ihren Füßen auf. Hier<br />
wird jede Explosion mit freudiger Erwartung<br />
aufgesogen, ein Genuss! Elacs Tieftöner ist<br />
aber ein würdiger Konkurrent, nicht ganz so<br />
tiefgreifend, dafür knochenhart und absolut<br />
sauber aufspielend.<br />
Offenbarung<br />
Im Vergleich zum Elac-System sehen wir die<br />
Monitor Audios knapp vorn, denn solch einer<br />
neutralen, richtigen und klaren Wiedergabe<br />
haben wir bislang in dieser Preisklasse noch<br />
nicht beiwohnen dürfen. Die Lautsprecher<br />
zeigen keinerlei Resonanzen und fesseln den<br />
Hörer auch bei gemäßigten Lautstärken. Die<br />
Kieler Lautsprecherriege sollten Sie hingegen<br />
mit ausreichend dimensionierten Endstufen<br />
und Pegeln betreiben – eine unnachahmliche<br />
Live-Performance könnte auch Ihre Nachbarn<br />
bekehren. Dennoch ist die Stimmwiedergabe<br />
nicht immer die natürlichste und die<br />
Bühne ein wenig eindimensional. Der Hörer<br />
wird auf eine Ebene angesogen und im Bann<br />
der klaren Durchzeichnung dafür jederzeit<br />
bei Laune gehalten. Wer einmal in die akustisch<br />
transparente Welt der Monitor Audios<br />
entführt wurde, will nicht mehr zurück. Dass<br />
die Briten zudem nur die Hälfte der Konkurrenz<br />
kosten, zeugt von einem phänomenalen<br />
Preis-Leistungsverhältnis. Die Silver-RS-Reihe<br />
macht die Konkurrenten nicht überflüssig,<br />
bietet aber die gelungenste Mischung aus<br />
Eindringlichkeit, Atmosphäre und Brillanz.<br />
Für uns sind sie deshalb die Lautsprecherüberraschung<br />
des Jahres, denn sie versprühen<br />
jenen Zauber, der uns zutiefst berührt und<br />
nicht mehr losgelassen hat.<br />
Ausstattung<br />
Hersteller<br />
Monitor Audio<br />
Modell<br />
Silver RS<br />
Preis in Euro 2400,–<br />
Info<br />
www.monitoraudio.de<br />
Typ<br />
2-Wege Lautsprecher<br />
Maße Front<br />
(B/H/T) in mm<br />
185 × 312 × 240<br />
Gewicht<br />
6 kg<br />
Farben<br />
Schwarz, Walnuss, Rosenholz,<br />
Eiche, Kirsche<br />
magnetisch<br />
abgeschirmt<br />
ja<br />
Monitor Audio Silver RS<br />
Ausstattung/<br />
Verarbeitung 19 von 20<br />
Benutzerfreundlichkeit<br />
9 von 10<br />
Wiedergabequalität<br />
60 von 70<br />
Monitor Audio<br />
Silver RS<br />
GUT<br />
AUSGABE 1.2006<br />
Gesamt 88 von 100<br />
Ausstattung<br />
Hersteller<br />
Elac<br />
Modell Linie 200<br />
Preis in Euro 4050,–<br />
Info<br />
www.elac.de<br />
Typ<br />
2-Wege Lautsprecher<br />
Maße Front<br />
(B/H/T) in mm<br />
330 × 200 × 270<br />
Gewicht<br />
8 kg<br />
Farben<br />
Schwarz, Kirsche, Silber,<br />
Titan<br />
magnetisch<br />
abgeschirmt<br />
ja<br />
Elac Linie 200<br />
Ausstattung/<br />
Verarbeitung 19 von 20<br />
Benutzerfreundlichkeit<br />
9 von 10<br />
Wiedergabequalität<br />
58 von 70<br />
Elac Linie 200<br />
GUT<br />
AUSGABE 1.2006<br />
Gesamt 86 von 100<br />
Bewertungsschlüssel: 100–90: sehr gut, 89–75: gut, 74–60: befriedigend, 59–45: ausreichend, unter 45: mangelhaft<br />
Kaufberatung | HD+TV | 1.2006 079
ALTERNATIVEN<br />
nuWave 125-Set 1 3 956,–<br />
Vorbei ist die Zeit der farblosen Kisten, denn Nubert liefert<br />
seine Lautsprecher-Serie nuWave in einem trendigen Terracotta-Farbton.<br />
Die nuWave-Linie umfasst sowohl einzelne Stereo-<br />
Lautsprecher als auch Center- und Rear-Speaker sowie einen<br />
Subwoofer. Natürlich geht der ungewöhnliche Hightech-Appeal<br />
dieser Ausnahmelautsprecher auch im Gehäuseinneren<br />
schnurgerade weiter: Oppulent bestückte und technisch ausgereizte<br />
Frequenzweichen erreichen die Grenzen der passiven<br />
Filtertechnik.<br />
www.nubert.de<br />
KEF Q-Serie 1 398,–<br />
Als zentrale Schallwandler arbeitet eine neue Generation der von KEF patentierten Uni-Q-<br />
Chassis in allen Boxen-Modellen. Besonders ist, dass in diesen „Einpunktschallquellen“ der<br />
Hochtöner direkt ins Zentrum des Mitteltöners eingebaut ist. Die akustische Darbietung<br />
ist ausgewogen, natürlich und verändert sich kaum, wenn der Sound-Begeisterte seine<br />
Hörposition im Raum variiert. Die Lautsprecher sind in Esche schwarz, Apfel dunkel, Nussbaum<br />
und Ahorn lieferbar.<br />
www.kef-audio.de<br />
Dynaudio Focus Linie 5 950,–<br />
Dynaudio-Lautsprecher sind für ihre authentische, unverfälschte<br />
Klangwiedergabe berühmt. Bestes Beispiel: Dolby<br />
Technologies, seit Jahren die Referenz in Sachen Mehrkanal-Sound,<br />
entwickelte das qualitativ höchste Klangformat<br />
Dolby TrueHD als konsequente Ergänzung für das hochauflösende<br />
<strong>HDTV</strong>. Um das atemberaubende Klangniveau<br />
von TrueHD zu zeigen, präsentierte Dolby auf der IFA 2005<br />
das neue Tonformat exklusiv über Dynaudio-Lautsprecher.<br />
www.dynaudio.de<br />
Kaufberatung | HD+TV | 1.2005 080<br />
080 www.hdplustv.de
SELBER TESTEN<br />
kommt am besten<br />
Informieren Sie sich jetzt im neuen Testmagazin<br />
über digitale Unterhaltungselektronik.<br />
Jetzt neu am Kiosk<br />
und täglich aktuell unter www.digital-tested.de
Size does matter<br />
Bilder: Universals „King Kong“<br />
demnächst im Kino<br />
Das Leben könnte so einfach sein: Große Bilder für kleines Geld und trotzdem<br />
nicht auf den geliebten Flimmerkasten verzichten müssen – eine<br />
Wunschvorstellung? Keineswegs, wie Hersteller Thomson mit seinem Rückprojektionsfernseher<br />
bescheinigt. Ob der Drahtseilakt zwischen Fernsehen<br />
und Kino glückt?<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
Warum DLP?<br />
Im Vergleich zur LCD-<br />
Technik bieten die<br />
rotierenden Farbräder und<br />
Kippspiegel einen herausragenden<br />
Kontrast, d. h. die<br />
Unterschiede zwischen Hell<br />
und Dunkel fallen sehr groß<br />
aus. Somit kann im<br />
Extremfall das pechschwarze<br />
Weltall im Film „Star Wars“<br />
den Bildschirm unendlich<br />
tief erscheinen lassen,<br />
während eine plötzliche<br />
Explosion unsere Netzhaut<br />
betäubt.<br />
Mit seinem ausladenden Plastikgehäuse sprengt<br />
der Thomson selbst die Ausmaße ausgewachsener<br />
Plasmas. Seine Bilddiagonale kann sich<br />
dafür auch mit Projektionsleinwänden messen. Bereits<br />
nach dem Anschalten scheinen die Parallelen zu den<br />
Großbildmagiern nicht weit entfernt, denn wie ein Beamer<br />
muss der Thomson wenige Sekunden eine Einlaufphase<br />
absolvieren. Ganz und gar nicht angenehm empfanden<br />
wir das surrende Farbrad, welches man bei diesen<br />
Abmessungen akustisch besser hätte kaschieren können.<br />
Ein Griff zur gelungenen, wenn auch etwas überfrachteten<br />
Fernbedienung bescheinigt dem Thomson makellose<br />
Zapping- und Fernsehqualitäten. Bild-in-Bild, Videotext<br />
und eingebaute Lautsprecher sind unbestreitbare Vorzüge<br />
gegenüber Projektoren. Zudem steuert der Ferngeber<br />
bei Bedarf auch fremde Komponenten auf Knopfdruck –<br />
hier wird der Fernseher zur Medienzentrale.<br />
Technik gut, alles gut?<br />
Im abgedunkelten Heimkinoraum strahlt der Thomson<br />
zunächst von seiner schönsten Seite. Dunkle Bilder<br />
sind nicht nur finster, sondern auch gut durchzeichnet<br />
und verschlucken Details nicht. Leider ist, bedingt durch<br />
die Kippspiegel der DLP-Projektion, ein deutliches Grieseln<br />
in dunklen Bereichen erkennbar. Helle Bildanteile<br />
erstrahlen in solcher Brillanz, dass wir zunächst die<br />
Farbtemperatur überprüft haben. Tatsächlich erkauft<br />
Hersteller Thomson die guten Kontrastwerte mit einer<br />
deutlich zu kühlen Farbtemperatur. Selbst in Filmen wie<br />
„Gladiator“ fiel der dauerhafte Blaustich unangenehm<br />
082 www.hdplustv.de
Bilder: Universal – „King Kong“ ab 14. 12. 2005 im Kino, Archiv<br />
auf. Gesichter und lichtdurchflutete Landschaftsaufnahmen<br />
verloren an Natürlichkeit<br />
und wirkten künstlich beleuchtet. Selbst eine<br />
Umstellung auf die Vorgabe „warm“ konnte<br />
diesen Fauxpas nicht ausmerzen – getrennte<br />
Regler zur Einstellung offenbart der Thomson<br />
nicht. Während die Farbtemperatur also<br />
weit weg vom Optimum liegt, war die Farbdeckung<br />
der Primärfarben Rot, Grün und<br />
Blau gut, während die Sekundärfarben Cyan,<br />
Magenta und Gelb zu weit abdriften. Filme<br />
wirken dadurch künstlich verfremdet, was<br />
aber, dies müssen wir ausdrücklich anfügen,<br />
nur im Direktvergleich auffällt. Erblicken Sie<br />
hingegen nur den Bildschirm des Thomson,<br />
so gibt es im Filmbetrieb nur wenig zu mäkeln.<br />
Besonders die eigene Hi-Pix-Funktion<br />
wertet verwaschenes Bildmaterial phantastisch<br />
auf, ohne überschärft oder gekünstelt<br />
zu wirken. Leider hadern die Objektkanten<br />
mit extremen Doppelkonturen, so dass um<br />
Darsteller ein Geisterschatten entsteht. Auch<br />
die Regenbogeneffekte sind aufgrund des hohen<br />
Kontrastes gut sichtbar. False-Contour-<br />
Effekte halten sich bei einem angemessen<br />
Sichtabstand jedoch in Grenzen. Überrascht<br />
hat uns zudem der interne Vollbildkonverter.<br />
Bei analoger Verbindung gab er bereits nach<br />
kurzer Zeit den Kampf gegen das Bildflimmern<br />
auf, während eine digitale Verbindung<br />
ein völlig flimmerfreies Bild hervorbrachte.<br />
Somit sollten Sie immer den DVI-Eingang<br />
nutzen, auch wenn der Overscan, also die abgeschnittenen<br />
Bildinhalte, zu groß ausfallen.<br />
Immerhin können Sie am digitalen Eingang<br />
vom Video- in den PC-Modus wechseln, wo<br />
der Overscan gleich Null ist. Dafür erblicken<br />
Sie meist einen kleinen schwarzen Rand, der<br />
im Normalfall nicht zu sehen sein sollte.<br />
Ziel erfüllt?<br />
Wie kein anderer Projektor oder Plasma dieser<br />
Welt verknüpft der Rückpro den Bedienungskomfort<br />
eines Röhrengerätes mit den<br />
Bilddiagonalen eines Beamers. Zudem sind<br />
die Kontrastwerte gut und stellen selbst bei<br />
Tageslicht genügend Bildtiefe zur Verfügung,<br />
um in die weiten Filmwelten einzutauchen.<br />
Natürlich krankt der Bildschirm, wie seine<br />
Mitbewerber, an einem eingeschränkten<br />
Sichtwinkel. Aufgrund der Größe werden<br />
aber auch mehrere Zuschauer bequem vor<br />
dem Rückpro Platz nehmen können. Leider<br />
vermochte es Thomson nicht, die Kinderkrankheiten<br />
der DLP-Technik zu eliminieren<br />
und den Bildschirm auf Filmmaterial<br />
abzustimmen. Selbst solch banale Dinge wie<br />
die automatische Formatanpassung funktionieren<br />
nicht ausreichend. Oftmals schaltet<br />
sie aus einem 4:3-Format nicht wieder in<br />
die 16:9-Darstellung und das Bild wird verzerrt.<br />
Die Coneheads lassen grüßen. Über die<br />
billige Bedienungsanleitung breiten wir zudem<br />
den Mantel des Schweigens aus. Somit<br />
überzeugt der Thomson vor allem durch den<br />
tollen Preis-Leistungsfaktor, während unsere<br />
Bewertung aufgrund eines absoluten Maßstabes<br />
nur ein „befriedigend“ vergibt.<br />
Ausstattung<br />
Hersteller<br />
Thomson<br />
Modell<br />
50DLW616<br />
Preis in Euro 1800,–<br />
Info<br />
www.thomson.de<br />
Typ<br />
DLP-Rückpro<br />
Maße (B/H/T) in cm 118 × 100 × 42<br />
Gewicht<br />
34 kg<br />
Farben<br />
Schwarz<br />
Betrieb/Stand-by 185 W/2,3 W<br />
Kontrast 2000:1<br />
Auflösung 1280 × 720<br />
<strong>HDTV</strong>-fähig ja<br />
Thomson DLW616<br />
Ausstattung/<br />
Verarbeitung 16 von 20<br />
Benutzerfreundlichkeit<br />
17 von 20<br />
Wiedergabequalität<br />
41 von 60<br />
Thomson 50DLW616<br />
BEFRIEDIGEND<br />
AUSGABE 1.2006<br />
Gesamt 74 von 100<br />
Keine HDMI-Schnittstelle, aber trotzdem „HD ready“ – dem DVI-Eingang steht ein analoger Chinch-Eingang bei, so<br />
dass Bild und Ton transportiert werden können<br />
Bewertungsschlüssel: 100–90: sehr gut, 89–75: gut, 74– 60: befriedigend, 59– 45: ausreichend, unter 45: mangelhaft<br />
Kaufberatung | HD+TV | 1.2006 083
Gewissensfrage<br />
Es gibt Momente im Leben, in denen müssen Sie sich entscheiden: Entweder wählen Sie die<br />
ausgetretenen Pfade oder beschreiten neue Wege. Panasonic stellte die Weichen ganz klar<br />
auf Alternativen und investierte massiv in eine noch vor wenigen Jahren unbekannte Technologie.<br />
Ihr Name: Plasma.<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
Vorfahrt Digital<br />
Um alle Vorzüge Ihres<br />
Plasmas auszukosten, sollten<br />
Sie sich trotz der guten<br />
Signalverabeitung den<br />
Viera-Plasma mittels HDMI-<br />
Kabel zuspielen. Viele DVD-<br />
Player und die kommenden<br />
<strong>HDTV</strong>-Receiver unterstützen<br />
diese Schnittstelle, wodurch<br />
sich Signalwandlungen auf<br />
ein Mindestmaß reduzieren.<br />
Wenn Funken sprühen und Blitze zünden, dann<br />
ist der nahende Einfall oder das drohende<br />
Donnerwetter nicht weit entfernt – was in der<br />
Natur und im Gehirn für Leben sorgt, leuchtet auch bei<br />
Plasmas ein. Jeder Bildpunkt markiert eine „lebendige“<br />
Zelle, die unter Strom gesetzt, zu explosiven Handlungen<br />
neigt. In seiner achten Generation bringt Panasonic mit<br />
der Viera-Serie diese Zellen nicht nur wahllos zum Leuchten,<br />
sondern will die Wirklichkeit repräsentieren. Im Unterschied<br />
zum großen Widersacher Pioneer verbaut Panasonic<br />
sämtliche Elektronik im Bildschirm. Einen externen<br />
Receiver suchen Sie vergeblich. Dem Modetrend folgend,<br />
schmückt nicht nur ein reichhaltiges Anschlussfeld für<br />
Sat-Receiver, Spielekonsole und DVD-Player den Fernseher,<br />
sondern auch ein Slot für die hauseigene SD-Speicherkartenserie.<br />
Konkurrenzformate docken per Adapter<br />
an. Den Ferngeber veredelte Panasonic zudem mit etwas<br />
Metall, so dass dieser ähnlich hochwertig wirkt wie der<br />
nicht ganz so schlanke Plasma selbst.<br />
Aus der Werbung<br />
Wenn Hersteller den großen Wurf verkünden, dann erheben<br />
erfahrene Testredakteure schnell den mahnenden<br />
Zeigefinger. Kontrastangaben jenseits aller Vorstellungskraft<br />
suggerieren technischen Fortschritt. Der Viera kann<br />
wie alle in diesem Heft getesteten Produkte nicht mit<br />
den Herstellerangaben mithalten und dies muss er auch<br />
nicht. Die Einstellung „Kino“ im Zusammenhang mit der<br />
Farbtemperatur „warm“ zeigt farbechte Bilder, die nur<br />
in seltenen Fällen leichte Grüntendenzen aufweisen. Wer<br />
zudem die Helligkeits- und Kontrastregler im Zaum hält,<br />
erreicht einen nahezu perfekten Schwarzwert und ausgeglichenen<br />
Helligkeitsanstieg. Leider reduziert sich die<br />
Leuchtkraft im korrekt kalibrierten Modus deutlich, so<br />
dass der Panasonic ein Fall für den ambitionierten Heimkinobesitzer<br />
mit abgedunkelten Fenstern darstellt. In<br />
Räumen mit Restlicht kann der Panasonic seine Vorteile<br />
in keinster Weise ausspielen und gerät gegen den Philips-<br />
LCD in dieser Ausgabe ins Hintertreffen.<br />
084 www.hdplustv.de
Bilder: Panasonic<br />
Aufgeben? Niemals!<br />
Doch wer schaut die „Star Wars“-Trilogie<br />
schon bei gleißenden Sonnenschein oder<br />
wagt sich in die Horrorwelten eines „Ring<br />
2“ vor, während Lichtstrahlen die Spannung<br />
verderben? Bei keinem anderen Fernseher<br />
galt bislang: „Licht aus, Kontrast da“, in<br />
diesem Maße. Die vorgesetzte Scheibe des<br />
Plasmas schluckt Restlicht und erhöht die<br />
Durchzeichnung in dunklen Bildbereichen.<br />
Somit müssen Sie nicht mehr länger neidisch<br />
auf den treuen Röhrenfernseher blicken,<br />
sondern können dessen tiefgreifende Durchzeichnung<br />
auch am flachen Bildschirm<br />
nachempfinden. Selbst unser Platzhirsch von<br />
Pioneer kann hier nicht mehr Schritt halten.<br />
Bereits nach wenigen Sekunden zeigte der<br />
bessere Schwarzwert des Panasonic Wirkung:<br />
Bilder so schwarz, als gäbe es kein Morgen<br />
mehr. Auch die fantastische Bildverarbeitung<br />
verdient ein Lob, denn Plasma-typische Probleme<br />
suchen Sie hier entweder mit der Lupe<br />
oder geben die Spurensuche nach wenigen<br />
Minuten entnervt auf. False-Contour-Effekte<br />
und Bildrauschen halten sich in angenehmen<br />
Grenzen, einzig das Großflächenflimmern<br />
könnte etwas gemäßigter auftreten.<br />
Zudem sind die Bildregler übertrieben zurückhaltend<br />
angelegt – eine perfekte Farbkalibrierung<br />
wird Ihnen so verwehrt. Auch<br />
die geringe Gesamthelligkeit hätten versierte<br />
Benutzer mit getrennten Gamma-Reglern<br />
ausbessern können.<br />
Entscheide dich<br />
Kann man bei einer Investition von über<br />
3 000 Euro noch Fehler begehen? Ja, man<br />
kann. Jeder Bildschirm ist nur so gut, wie<br />
es seine Umgebung zulässt. Setzen Sie den<br />
Panasonic purem Sonnenlicht aus, so wird<br />
Sie vor allem das schmucke Äußere und Ihr<br />
Antlitz in der spiegelnden Scheibe anlachen.<br />
Erst in gedimmter und schummriger Umgebung<br />
kommen die Vorzüge des Vieras voll<br />
Nicht schön, aber zweckmäßig – besonders der HDMI-<br />
Anschluss wirkt wie nachträglich implementiert<br />
Praktischer Nutzen: Der SD-Kartenslot befördert Ihre Digitalkamera-Aufnahmen direkt zum Plasma<br />
zum Tragen, was aber nicht bedeutet, dass<br />
Sie zum Nachtschwärmer mutieren müssen.<br />
Selbst im Tagesgebrauch beeindruckt der Panasonic<br />
mit seiner realistischen Bilderwelt.<br />
Nur hält er hier halb so teure LCD-Konkurrenten<br />
weit weniger in Schach wie bei völliger<br />
Dunkelheit. Gerade bei unseren Ottonia<br />
Media DVDs, welche dank HD-Aufzeichnung<br />
auch kleinste Bilddetails präsentieren,<br />
wagt der Plasma den Sprung an die Spitze.<br />
Sein Vollbildkonverter, die weiche Bewegungsdarstellung<br />
ohne Nachzieheffekte und<br />
plastische Heraushebung von Kleinigkeiten<br />
machen ihn zur Alternative zum Pioneer.<br />
Dass es dennoch nicht ganz für die Pole-<br />
Position gereicht hat, liegt an den mageren<br />
Bildeinstellungen und einer etwas bedeckten<br />
Leuchtkraft. Die aufgesetzte Scheibe provoziert<br />
zudem einen Dopplereffekt. Blicken Sie<br />
seitlich auf den Plasma, können Sie die Bildinhalte<br />
in zweifacher Ausführung erkennen.<br />
Nichtsdestotrotz verarbeitet der Panasonic<br />
alle eingehenden Bilder mit großer Sorgfalt,<br />
so dass auch im digitalen Zeitalter noch analoge<br />
Scart-Benutzer zufrieden gestellt werden.<br />
Alle Heimkino- und DVD-Fans werden<br />
zu einem ähnlichen Preis kaum Vergleichbares<br />
finden.<br />
Ausstattung<br />
Hersteller<br />
Panasonic<br />
Model<br />
TH-42PV500E<br />
Preis in Euro 3299,–<br />
Info<br />
www.panasonic.de<br />
Typ<br />
Plasma<br />
Maße (B/H/T) in cm 92 × 52 × 11<br />
Gewicht<br />
40 kg<br />
Farben<br />
Schwarz<br />
Betrieb/Stand-by 257 W/1,3 W<br />
Kontrast 850:1<br />
Auflösung 1024 × 768<br />
Panasonic TH-42PV500E<br />
Ausstattung/<br />
Verarbeitung 18 von 20<br />
Benutzerfreundlichkeit<br />
17 von 20<br />
Wiedergabequalität<br />
51 von 60<br />
Panasonic<br />
TH-42PV500E<br />
GUT<br />
AUSGABE 1.2006<br />
Gesamt 86 von 100<br />
Bewertungsschlüssel: 100–90: sehr gut, 89–75: gut, 74– 60: befriedigend, 59– 45: ausreichend, unter 45: mangelhaft<br />
Kaufberatung | HD+TV | 1.2006 085
Lichterreigen<br />
„Es gibt noch Licht am Ende des Tunnels“, schallt es aus so manchen optimistischen Wirtschaftskreisen,<br />
doch Philips holt das rettende Licht aus modrigem Mauerwerk in Ihr Wohnzimmer.<br />
Mit „Ambi Light“ und der vollen <strong>HDTV</strong>-Auflösung gelingt den Niederländern ihr<br />
bisheriges Meisterstück.<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
Mea Culpa<br />
In unserer letzten Ausgabe<br />
der HD+TV haben wir<br />
fälschlicherweise von einer<br />
statischen „Ambi Light“-<br />
Funktion gesprochen.<br />
Bereits bei der Vorgängerversion<br />
im Philips Plasma<br />
PF9966 war es jedoch<br />
problemlos möglich, das<br />
intelligente Licht über eine<br />
automatische Anpassung<br />
laufen zu lassen. An unserer<br />
Bewertung ändert dieser<br />
positive Umstand jedoch<br />
nichts.<br />
Was macht <strong>HDTV</strong> so besonders? Klar, die höhere<br />
Auflösung. Während konkurrierende<br />
Bildschirme und vor allem Plasmaschirme<br />
Sie mit einer Million Pixel abspeisen, packt Philips satte<br />
zwei Millionen Bildpunkte in ihren 37-Zöller. Der LCD<br />
besticht aber auch ohne diesen Mehrwert durch ein edles<br />
Finish – vieles ist aus Plastik, aber dennoch sehr edel.<br />
Beim bislang größten Sorgenkind, dem Anschlussfeld, hat<br />
Philips ebenfalls eine Menge verbessert. Neben einer DVI-<br />
Schnittstelle lacht Ihnen die zusätzliche HDMI-Buchse<br />
entgegen. Beide Anschlüsse sind HD-fähig, einzig PC-Anwendungen<br />
laufen nur unbefriedigend. Exklusivität bietet<br />
auch der motorisch betriebene Standfuß. Per Fernbedienung<br />
drehen Sie den LCD präzise in die gewünschte Position.<br />
Fast gänzlich unverändert blieb der hervorragend<br />
konzipierte Ferngeber – perfekte Verarbeitung und angenehme<br />
Bedienbarkeit gehen hier Hand in Hand.<br />
Vorher, Nachher<br />
Nach dem Einschalten begrüßt Sie der Fernseher nicht<br />
nur mit einer automatischen Programmsuche, sondern<br />
spult hintereinander verschiedene Bildmotive ab, aus denen<br />
Sie die passendsten auswählen können. Jedes Bildmotiv<br />
ist dabei in Kontrast, Helligkeit, Farbe und Schärfe<br />
verändert, so dass Ihre getroffenen Entscheidungen direkt<br />
das Setup des LCDs beeinflussen. Somit stellen selbst<br />
Unbedarfte ihren Bildschirm zielgerichtet anhand anschaulicher<br />
Tierbilder ein und verzichten auf ungewohnte<br />
Bildregler. Natürlich können Sie nachfolgend auch auf<br />
traditionelle Art und Weise Ihren Bildschirm kalibrieren –<br />
für Anfänger aber ein ungemein hilfreiches Tool, welches<br />
Schule machen sollte. Leider ist die beiliegende Bedienungsanleitung<br />
außerordentlich kurz ausgefallen, so dass<br />
Einsteiger den PC zu Rate ziehen müssen, da es das ausführliche<br />
Handbuch nur auf CD gibt.<br />
Bilder: Philips<br />
086 www.hdplustv.de
Durchleuchtet<br />
In unserem Testlabor schlug sich der Philips<br />
wacker. Er konnte seine LCD-Herkunft jedoch<br />
nicht verbergen. Die Farbtemperatur<br />
ist über alle Helligkeitswerte konstant und<br />
mit der Voreinstellung „warm“ kommen<br />
Sie dem Kinooriginal recht nahe. Mittels<br />
Pixel Plus 2 treibt der Philips die Messlatte<br />
für exzellente Schärfewerte in schwindelerregende<br />
Höhen. Jedoch müssen Sie mit Doppelkonturen<br />
rechnen, welche bei Filmmaterial<br />
aber zu vernachlässigen sind. Besonders<br />
gespannt waren wir auf den verbauten Vollbildkonverter,<br />
der im Philips mehr denn<br />
je gefordert wird. Anstatt das Display mit<br />
720p anzusteuern, müssen Sie am Receiver<br />
oder DVD-Player 1 080i aktivieren, um die<br />
hohe Auflösung auch tatsächlich auszunutzen.<br />
Leider wurden wir bereits nach wenigen<br />
Testsequenzen enttäuscht, denn gerade<br />
bei Filmmaterial flimmern die Kanten zu<br />
eindringlich. Der größte Schwachpunkt ist<br />
und bleibt jedoch der magere Schwarzwert.<br />
Im Vergleich zu Plasmas sehen Sie hier nur<br />
graue und eben keine schwarzen Bildpartien.<br />
Mittels „Ambi Light“ wird dieser Umstand<br />
jedoch etwas gemildert, da der Philips jederzeit<br />
Restlicht erzeugt. Absolut unverständlich<br />
sind hingegen die Bildqualitäten an den analogen<br />
Eingängen wie SCART und YUV. Der<br />
Philips unterschlägt hohe Helligkeitswerte<br />
und kann diese nicht differenziert darstellen.<br />
So sehen Sie im Astra-HD-Kanal keine fein<br />
gestaffelte Wolkendecke, sondern nur eine<br />
einheitlich weiße Fläche. Dieser Fehler ließ<br />
sich leider nicht beheben und nur die digitale<br />
Verbindung (DVI oder HDMI) schafft<br />
hier Abhilfe.<br />
Bewegende Momente<br />
Als wir mit der „Deep Blue“-DVD in unerforschte<br />
Meereswelten hinabtauchten, bezirzten<br />
uns nicht nur die sprießenden Korallenriffe<br />
– dank „Ambi Light“ wurde unser<br />
Mauerwerk selbst zum Meer. Alle aus der<br />
Testredaktion sind sich einig, dass die jetzige<br />
Ausbaustufe des künstlichen Lichts eine optimale<br />
Bereicherung für alle Benutzer darstellt.<br />
Im Vergleich zur Vorgängerversion leuchten<br />
nun beide Lichter in unterschiedlichen Farben<br />
und passen sich noch effektiver dem<br />
Bildmaterial an. Nicht ganz so verallgemeinern<br />
darf man den Nutzen von Pixel Plus 2.<br />
Das Herausschälen feinster Details geht bei<br />
Danke, Philips: Alle nur erdenklichen Anschlüsse lassen Multimedia-Fans frohlocken. Selbst Fotos auf Speicherkarten<br />
kann der Philips in HD-Qualität zeigen. Leider ist die Verkabelung durch den Standfuß etwas umständlich<br />
schlechten Aufnahmen einher mit Artefakten<br />
und Bildfehlern. Auch bei HD-Material<br />
mit dunklen Bildpartien zeichnet sich die<br />
Limitierung von MPEG-2 ab. Bei Fußballübertragungen,<br />
dem Safari-Kleinod „Pride“<br />
oder im Japan-Trailer von JVC erbringt der<br />
Flatscreen aber ein bisher ungekanntes Abbild<br />
der Wirklichkeit. Mit offenen Mündern<br />
staunten wir über herabstürzende Wasserfälle,<br />
glitzernde Eiskristalle und zerzaustes Löwenfell.<br />
Bei lichtdurchfluteten Aufnahmen<br />
ist die Farben- und Detailpracht des Philips<br />
wahrlich gigantisch. Wer nun denkt, dass einzig<br />
perfektes HD-Material geeignet ist, um<br />
alle Vorzüge auszukosten, liegt falsch. Gerade<br />
Animationsfilme wie „Shrek“ oder „Findet<br />
Nemo“ haben Sie in dieser Güte wahrscheinlich<br />
noch nie zu Gesicht bekommen.<br />
Die Farben sind ungemein satt, nie künstlich<br />
und fast immer korrekt. Selbst Realfilme wie<br />
„Gladiator“ lassen einen ungläubig vor dem<br />
Philips verweilen – Sie können jeden Kratzer<br />
der Rüstungen praktisch mit ihren Fingernägeln<br />
entlangfahren.<br />
Licht aus<br />
Nach den tollen Stunden mit dem Philips<br />
steht für uns fest: Bis auf vermeidbare Kinderkrankheiten<br />
ebnet der LCD den Weg in<br />
das wirkliche <strong>HDTV</strong>-Zeitalter. Wer seiner<br />
Verwandtschaft einmal ein hochauflösendes<br />
Bildsignal mit „Ambi Light“ vorgeführt hat,<br />
wird Unmengen ungläubige und neidische<br />
Blicke ernten – es sei Ihnen gegönnt!<br />
Ausstattung<br />
Hersteller<br />
Philips<br />
Model<br />
37PF9830<br />
Preis in Euro 3999,–<br />
Info<br />
www.philips.de<br />
Typ<br />
LCD<br />
Maße (B/H/T) in cm 113 × 68 × 9,6<br />
Gewicht<br />
27 kg<br />
Farben<br />
Silber<br />
Betrieb/Stand-by 200 W/1 W<br />
Kontrast 400:1<br />
Auflösung 1920 × 1080<br />
<strong>HDTV</strong>-fähig ja<br />
Philps 37PF9830<br />
Ausstattung/<br />
Verarbeitung 19 von 20<br />
Benutzerfreundlichkeit<br />
19 von 20<br />
Wiedergabequalität<br />
50 von 60<br />
Philips 37PF9830<br />
GUT<br />
AUSGABE 1.2006<br />
Gesamt 88 von 100<br />
Bewertungsschlüssel: 100–90: sehr gut, 89–75: gut, 74– 60: befriedigend, 59– 45: ausreichend, unter 45: mangelhaft<br />
Kaufberatung | HD+TV | 1.2006 087
ALTERNATIVEN<br />
JVC LT-37M60 3 799,–<br />
Als hochauflösendes „HD ready“-Gerät verfügt der 37-<br />
Zoll-LCD über eine Auflösung von 1 366 × 768 Pixeln. Sein<br />
integrierter Multi-Memory-Kartensteckplatz bietet Platz<br />
für SD-, XD-, Memory-Stick-, Compact-Flash- und Microdrive-Speichermedien.<br />
Damit ist es möglich, JPEG-Bilder oder<br />
MPEG-2-Videos direkt auf dem LCD-Fernseher zu betrachten.<br />
Mit der JVC-exklusiven D.I.S.T.-Technologie zeigt der<br />
Flachbildschirm eine brillante Detailschärfe, naturgetreue<br />
Farben und flimmerfreie Bilder.<br />
www.jvc.de<br />
Hyundai Vvuon Q320 1 479,–<br />
Loewe Individual 32 3 300,–<br />
Die neuen Loewe LCD-Geräte gibt es in insgesamt sieben verschiedenen<br />
Frontfarben. Ob in den Basisfarben Anthrazit und Chrom Silber oder<br />
optional in Aluminium Bronze, Titan, Silber, Schwarz und Cream Hochglanz<br />
– selbst im ausgeschalteten Zustand zieht der Loewe Individual alle<br />
Blicke auf sich. Durch hochauflösende LCD-Panels (1 366 × 768 Pixel) in<br />
Verbindung mit der neuen Loewe-Digital+-Plattform bietet der Individual<br />
höchsten Fernsehgenuss mit brillanten Bildern im 16:9-Kinoformat.<br />
www.loewe.de<br />
Mit seiner Bildschirmdiagonalen von 81 cm bietet der<br />
Vvuon das perfekte Heimkinoerlebnis im 16:9-Großformat.<br />
Der Bildoptimierungs-Prozessor garantiert in Kombination<br />
mit dem hochwertigen A-Class-Panel eine scharfe, natürliche<br />
Bildwiedergabe. Als besonderes Highlight ermöglicht<br />
ein Multi-Memory-Card-Player das Abspielen gängiger<br />
Multimediaformate (z. B. MP3, DivX, JPEG) von 14 unterschiedlicher<br />
Speichermedien (z. B. externe USB-Festplatte).<br />
www.hyundaiq.de<br />
Kaufberatung | HD+TV | 1.2005 088<br />
Bilder: Universal – „King Kong“ ab 14. 12. 2005 im Kino, 20th Century Fox – „Der Flug des Phoenix“ seit 20. 10. 2005 auf DVD, „Ice Age 2“ ab 06. 04. 2006 im Kino, PR<br />
088 www.hdplustv.de
Schöner Wohnen<br />
Die Geschichte des Heimkinos ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Während die Herren<br />
der Schöpfung im Größenwahn das lieb gewonnene Wohnzimmer in einen dunklen Kinosaal<br />
verwandeln möchten, darf bei der Frauenwelt die Natur nicht zu kurz kommen: Pflanzen,<br />
auf, neben oder vor dem Lautsprecher, heben das Lebensgefühl in neue Dimensionen.<br />
Doch sind diese Vorurteile nicht bereits Schnee von gestern?<br />
VON CHRISTIAN TROZINSKI<br />
Männer denken praktisch: Wenn<br />
Ihnen etwas in den Kopf kommt,<br />
muss es auch schnell und ohne<br />
Umwege durchgesetzt werden. Wollen sie<br />
etwa den „Krieg der Sterne“ wie im Lichtspielhaus<br />
erleben, so setzen sie dafür alle<br />
Hebel in Bewegung. Kurzerhand werden dicke<br />
Verstärker und große Lautsprecher angeschafft,<br />
die Halterungen selbst gemeißelt und<br />
alles irgendwie im Raum platziert. Sollten<br />
unnütze Dinge wie Tische, Gardinen oder gar<br />
Grünzeug im Weg stehen, wird es mit purer<br />
Muskelkraft aus dem Weg geräumt – es muss<br />
ja schließlich gut klingen und nicht schick<br />
ausschauen. So sind es auch vornehmlich die<br />
Herren der Schöpfung, die das Sparkonto<br />
mit solch wichtigen Investitionen wie Projektoren,<br />
Plasmas oder Endstufen belasten.<br />
Kommen der Frau des Hauses Zweifel, über<br />
die Notwendigkeit einer solch eminent wichtigen<br />
Anschaffung, verlieren Männer schnell<br />
die Geduld: „Das ist mein Geld, das ich ausgegeben<br />
habe! Ich habe lange dafür arbeiten<br />
müssen! Du hast ja keine Ahnung!“ Nein, argumentieren<br />
ist nicht die Stärke der Männer<br />
und auch der Sinn, sich jedes Jahr mit neuer<br />
Elektronik schmücken zu müssen, leuchtet<br />
nicht so ganz ein. Ist es der Sammeltrieb<br />
für die Emanzipation des Mannes – Frauen<br />
sammeln Schuhe, Männer Flachbildschirme?<br />
Aber war die Frau nicht schon immer die<br />
Sammlerin und der Mann der Jäger? Jagt er<br />
deshalb immer neuen Schnäppchen hinterher,<br />
in der Hoffnung, eines Tages den Sechser<br />
im Lotto zu erwischen? Vielleicht strebt er<br />
nur nach Anerkennung und Bewunderung<br />
für seine Tat, etwas geschaffen zu haben, in<br />
der Hoffnung, ihr Herz zu erobern.<br />
Kaufberatung | HD+TV | 1.2006 089
Streifenfrei<br />
Um die neu erworbenen<br />
Schmuckstücke auch<br />
dauerhaft im rechten Licht<br />
erstrahlen zu lassen, bietet<br />
die Firma Audioquest das<br />
Reinigungsmittel „Clean<br />
Screen“. Mit dem beigelegten<br />
Mikrofasertuch<br />
entfernen Sie unliebsamen<br />
Staub mit streifenfreier<br />
Leichtigkeit.<br />
Infos: www.audioquest.com<br />
Die hier abgebildeten Möbel<br />
finden Sie unter:<br />
www.invovadis.com und<br />
www.spectral-moebel.de.<br />
Spiegelbild<br />
Frauen denken sonderbar: Ein Tisch ist ein Möbelstück–<br />
das ist einleuchtend – ein Stuhl auch, eine Anbauwand<br />
ebenso wie ein Regal – weshalb aber kein Lautsprecher<br />
oder Flachbildschirm? Liegt es an den Kabeln, die wie<br />
Eingeweide aus den elektronischen Gehäusen ragen, ist<br />
es die Angst, die nicht sichtbaren technischen Innereien<br />
könnten bei Berührung zerstört werden oder die Ungewissheit,<br />
weshalb es überhaupt dieses Gerätes bedarf?<br />
Nun gibt es Komponenten in allen Formen, Farben und<br />
Größen. Überlassen Sie der Frau die Entscheidungsgewalt,<br />
so wird sie sich vor allem für die schmalsten, kleinsten<br />
und unscheinbarsten Lösungen entscheiden. Nun<br />
könnte man meinen, sie entwickeln für die putzigsten<br />
Komplettlösungen einen gewissen Mutterinstinkt. Aber<br />
damit würde man den Frauen Unrecht tun. Im Gegensatz<br />
zu Männern, die nach jedem Testbericht sofort den<br />
ansässigen Händler umgarnen, wollen Frauen den Dingen<br />
auf den Grund gehen. Zumindest sind sie offen für<br />
Vorschläge und genau hier liegt das Problem. Männer<br />
besitzen nur die zwei Worte „haben wollen“ und Frauen<br />
lassen sich nur schwer überzeugen – der Ehestreit ist vorprogrammiert!<br />
Therapie<br />
Nun sind Frauen weder unbegabt noch unwissend was<br />
technische Probleme angeht. Zudem besitzen Sie ein besseres<br />
Gespür für Design und Einrichtung – ohne Frauen<br />
würden die Männer wohl immer noch in feuchten Höhlen<br />
sitzen, wenn auch mit einer eigenen Heimkinoanlage.<br />
Erklären Sie der besseren Hälfte, weshalb es eben dieser<br />
großen Lautsprecher bedarf und nicht etwa der kleinen<br />
Plastikwürfel. Erläutern Sie, welche Vorteile ein Subwoofer<br />
mit sich bringt und warum der Plasma gerade dort<br />
angebracht werden muss, wo eben noch das Gemälde von<br />
Dali prangte. Frauen lassen sich überzeugen, aber leider<br />
nur mit Inhalt, nicht durch oberflächliches Geschwätz.<br />
Außerdem sind Frauen sehr gefühlsbetont: Sie müssen<br />
den Klang des Lautsprechers hören, die Farbenpracht des<br />
neuen Plasmas erleben und die Faszination des Heimkinos<br />
spüren. Die frohe Botschaft für Frauen: Auch sie können<br />
ihren Mann überzeugen, indem sie ihm klarmachen,<br />
dass seine Heimwerkerkiste im Keller bleiben kann, denn<br />
die Fähigkeit zum Bau extravaganter Möbel findet sich<br />
wohl kaum in Tim Taylors Alter Ego ihres Mannes.<br />
090 www.hdplustv.de
Spectral<br />
Design meets function<br />
Spectral<br />
NorStone<br />
Die Zeiten von Verstecken und Verschleiern sind längst passé. Alle Möbel<br />
auf diesen Seiten präsentieren die moderne Vielfalt unserer heutigen Technikwelt.<br />
Edle Stahlrahmen halten die geschliffenen Glasplatten im Gleichgewicht.<br />
Massive Standfüße oder zierliche Spikes entkoppeln die wertvollen<br />
Schätze vom Boden und lassen selbst im heftigsten Bassgewitter keine<br />
Vibrationen zu. Alle Ständer besitzen Kabelkanäle mit denen die Strippen<br />
zur Unkenntlichkeit verkommen. Ob Sie sich nun für die Produkte des<br />
deutschen Herstellers Spectral oder den französischen Anbieter NorStone<br />
entscheiden – gut ist, was ihnen gefällt und es gibt noch zahlreiche weitere<br />
Firmen, die ihre seelenlose Technik in einen Blickfang wandeln. Ganz<br />
nach dem Motto: „Wohnst du noch, oder lebst du schon?“, bedarf es nur<br />
ein wenig Fantasie und Gesprächsbereitschaft, denn als Team sind Frauen<br />
und Männer nicht zu schlagen!<br />
NorStone<br />
Kaufberatung | HD+TV | 1.2006 091
Besuch im <strong>HDTV</strong>-Labor<br />
ProSieben, Sat.1 und Premiere strahlen bereits Programme in <strong>HDTV</strong>-Qualität aus.<br />
Doch dafür geeignete Receiver sind noch sehr rar. HD+TV konnte bereits vorab im Testlabor<br />
Receiver und Programme begutachten.<br />
VON STEFAN HOFMEIR<br />
Vor über einem Jahr kündigte Premiere-Chef<br />
Kofler bereits sein superscharfes,<br />
hochauflösendes Fernsehen<br />
an. Schließlich brauchte er eine gute Börsenstory.<br />
Der Start verschob sich allerdings von<br />
anfangs 1. November über den 19. November<br />
bis hin zum 3. Dezember. Doch auch zu<br />
diesem Stichtag konnten so gut wie keine<br />
Zuschauer die neuen Programme genießen.<br />
„Schuld“ ist wieder einmal die Technik, denn<br />
bei <strong>HDTV</strong> wird nicht mehr der bisherige<br />
Kompressionsstandard MPEG-2 eingesetzt,<br />
sondern das neue MPEG-4 (H.264). Um mehr<br />
digitale Bits über einen Satellitentransponder<br />
zu bekommen, wird die Übertragungsnorm<br />
von DVB-S auf DVB-S2 geändert. Hierfür<br />
benötigen die Receiverhersteller neue Chipsets.<br />
Diese stehen aber in Massen noch nicht<br />
zur Verfügung. Dadurch verzögerte sich die<br />
Herstellung und Zertifizierung der Geräte.<br />
Massenauslieferung erst im Januar<br />
Mitte November konnte HD+TV bereits einen<br />
Blick ins Premiere <strong>HDTV</strong>-Labor werfen.<br />
In der Unterföhringer Betastraße 5, gleich<br />
neben den riesigen Astra-Uplinkantennen<br />
und gegenüber der Kabel-Deutschland-Zentrale,<br />
residieren nicht nur im 1. Stock die<br />
Astra Platform Services (Playout-Betreiber)<br />
sowie im Erdgeschoss die Receiver-Zertifizierungsstelle<br />
TESC (Test Solution Center),<br />
Humax startet die Auslieferung seines PR-HD 1000 erst ab Januar<br />
Pace liefert 2005 lediglich 4 000 Stück aus<br />
092 www.hdplustv.de
Bilder: Pace, Humax, Stefan Hofmeir<br />
sondern im zweiten Stockwerk auch die Premiere<br />
Consumer Electronics. Früher befand<br />
sich hier Beta Research, das zuletzt an einer<br />
MHP-Software für die d-box 2 arbeitete. Bei<br />
Premiere Consumer Electronics werden die<br />
künftigen Premiere-Receiver auf Herz und<br />
Nieren getestet, Spezifikationen erarbeitet<br />
und mit den Herstellern kommuniziert. Der<br />
Technik-Chef Dr. Frank Hoffmann führte<br />
uns stolz eines der ersten Vorserienmodelle<br />
des Pace-Receivers vor. „Im Dezember liefert<br />
lediglich Pace Stückzahlen im niedrigen vierstelligen<br />
Bereich. Unsere Abonnenten werden<br />
die ersten HD-Receiver erhalten. Außerdem<br />
wollen wir die großen Fachhändler am Pointof-Sale<br />
mit Geräten zur Demonstration von<br />
<strong>HDTV</strong> ausstatten. Ab Anfang nächsten Jahres<br />
hoffen wir auf größere Stückzahlen der<br />
beiden Hersteller Humax und Pace“, so Hoffmann.Obwohl<br />
die drei Premiere HD-Kanäle<br />
bereits seit 1. August via Astra ausgestrahlt<br />
werden, wurde Mitte November noch an<br />
den Sendeparametern geschraubt. Zu Testzwecken<br />
war der Event-Table noch nicht zu<br />
den Sendungen synchron. Es wurde z. B. alle<br />
15 Minuten der Jugendschutz neu abgefragt,<br />
damit die Techniker beim Gerätetest nicht<br />
immer bis zum Ende des Spielfilms warten<br />
mussten. Auch die EPG-Daten enthielten bei<br />
den HD-Kanälen nur Dummy-Text für die<br />
Techniker. Die Bildqualität bei den HD-Kanälen<br />
war unvergleichbar scharf. Während der<br />
Testzeit hieß der neue Sportkanal noch „Premiere<br />
Sponsor HD Sport“. Zur Freischaltung<br />
der HD-Kanäle können die Abonnenten ihre<br />
bisherigen S2-Smartcards nutzen, die HD-<br />
Receiver arbeiten aber in reinem Nagra. Ein<br />
Paring, d. h. eine Verheiratung von Smartcard<br />
und Receiver, wäre zwar technisch möglich,<br />
ist aber bei Premiere nicht vorgesehen.<br />
Somit kann die Smartcard temporär auch<br />
in herkömmlichen Digitalreceivern wieder<br />
betrieben werden. „Wir machen die Welt<br />
nicht schwieriger als sie ist“, so Hoffmann.<br />
Verstärkter Kopierschutz<br />
Seit 3. Dezember sendet Premiere die drei<br />
HD-Kanäle auf den bei lizenzierten Receivern<br />
festen Programmplätzen 100, 101 und<br />
102. Normale MPEG-2-Receiver listen diese<br />
Kanäle erst gar nicht auf. Hier beginnen<br />
die Premiere-Kanäle weiterhin mit Premiere<br />
Start bei Platz 100. Die <strong>HDTV</strong>-Receiver sind<br />
mit mehrfachem Kopierschutz ausgestattet.<br />
An der digitalen HDMI-Schnittstelle regiert<br />
der HDCP-Kopierschutz. Nur wenn anerkannte<br />
Wiedergabegeräte (z. B. „HD ready“-Bildschirme)<br />
angeschlossen sind, wird<br />
überhaupt ein Signal ausgegeben. Beim analogen<br />
Komponentenausgang (Cinch) gibt<br />
es keinen anerkannten Kopierschutz. Dieser<br />
Ausgang kann deshalb bei Bedarf ganz<br />
deaktiviert werden. Dies wird bei den meisten<br />
Spielfilmen auf Premiere HD Film der<br />
Fall sein. Im Pace-Receiver lief dann immer<br />
„component output disabled due to content<br />
protection“ als Laufschrift im Display. Und<br />
auf der Scartbuchse, an der das Videosignal<br />
eh nur in normaler Auflösung anliegt, kann<br />
bei Bedarf auch noch ein Macrovision-Kopierschutzsignal<br />
ausgegeben werden. Wenn<br />
ein Hollywood-Studio also einen totalen<br />
Kopierschutz verlangt kann Premiere bei<br />
Bedarf die drei Ausgänge separat abschalten.<br />
Da insbesondere die großen Flachbildfernseher<br />
eine enorme Verzögerung bei der Bildwiedergabe<br />
haben, müssen die Hersteller auf<br />
Wunsch von Premiere eine manuell einstellbare<br />
Verzögerung des Tons in den Receiver<br />
einbauen. Per On-Screen-Menü lässt sich der<br />
Ton um bis zu 200 ms schrittweise verzögern.<br />
Da die TV-Sender bei der <strong>HDTV</strong>-Ausstrahlung<br />
den Ton nur noch in Dolby Digital 5.1<br />
übertragen und auf den üblichen MPEG-<br />
Stereoton verzichten, müssen die Receiver einen<br />
Downmix von Dolby Digital auf Stereo<br />
integriert haben.<br />
Details<br />
Über die HDMI-Schnittstelle erhält der<br />
<strong>HDTV</strong>-Receiver vom Fernseher alle möglichen<br />
Auflösungen mitgeteilt<br />
Hersteller Humax Pace<br />
Modell PR-HD 1000 DS 810KP<br />
Preis 399,– 1) 499,– 1)<br />
Größe (B/H/T) 370 × 60 × 365 390 × 54 × 280<br />
Information www.humax-digital.de www.pace-deutschland.de<br />
Ausstattung<br />
Anzeige VFD-Display VFD-Display<br />
Anzahl Tuner 1 1<br />
16:9/4:3 +/+ +/+<br />
Bildauflösungen 1 080i, 720p, 576p, 576i 1 080i, 720p, 576i (576p geplant)<br />
HDMI/CVBS/RGB/S-Video +/+/+/+ +/+/+/+<br />
embedded CA Nagravision Nagravision<br />
Common Interface 2 1<br />
Anschlüsse<br />
Scart TV/VCR/S-Video +/+/– +/+/–<br />
Dolby Digital Cinch/optisch –/+ –/+<br />
RS-232/USB/Ethernet +/+/– –/+/–<br />
RF Output/Cinch/YUV –/+/+ –/+/+<br />
VGA-Ausgang – –<br />
HDMI/DVI +/– +/–<br />
1) Preis ohne Premiere-Abo. Zusammen mit einem Abo sollen beide Modelle jeweils ab 149 Euro erhältlich sein<br />
Im automatischen Suchlauf findet der Humax-Receiver<br />
alle SD- und HD-Kanäle, bei Bedarf kann über das On-<br />
Screen-Menü auch manuell gesucht werden<br />
Dr. Frank Hoffmann, Director Consumer Electronics<br />
bei Premiere, präsentierte DIGITAL FERNSEHEN<br />
stolz die neuen HD-Kanäle auf dem Pace-Receiver<br />
Kaufberatung | HD+TV | 1.2006 093
Klassentreffen<br />
In unserer Übersicht finden Sie eine Auswahl bislang getesteter Produkte mit einer Wortbewertung,<br />
welche die Vor- und Nachteile auf den Punkt bringt. Alle Komponenten sind<br />
in alphabetischer Reihenfolge geordnet. Die Nachfolgeprodukte ersetzen bei gleicher oder<br />
besserer Bewertung den Vorgänger.<br />
Modell Ansicht Testurteil Bewertung Preis Info Ausgabe<br />
Lautsprecher<br />
ELAC<br />
Serie 200<br />
Staubtrocken und satt klingende<br />
Boxen – perfekt für Live-<br />
Konzerte auf DVD<br />
Gut<br />
86<br />
4 050,– www.elac.de 01/06<br />
KEF<br />
XQ-Serie<br />
Unglaublich weiträumiges<br />
Klangbild, angenehm und ausgeglichen<br />
aufspielend<br />
Gut<br />
86<br />
4 200,– www.kefaudio.de 01/05<br />
Monitor Audio<br />
RS Serie<br />
Die Allzweckwaffe: Gute Räumlichkeit<br />
und Präzision. Diese<br />
Lautsprecher decken Details auf<br />
ohne zu nerven<br />
Gut<br />
88<br />
2 400,– www.monitoraudio.de 01/06<br />
Audio Receiver/Verstärker<br />
Denon<br />
AVC-A11XV<br />
Im Multikanalklang traumhafter<br />
Verstärker mit HDMI-Konvertierung.<br />
Stereo-Klang und Autoeinmessung<br />
könnten besser sein<br />
Sehr Gut<br />
90<br />
3 500,– www.denon.com 01/05<br />
Onkyo<br />
TX-NR5000E<br />
Upgrade-fähiger Receiver, hat<br />
alles, kann alles. Stereo wie<br />
Multikanal eine sichere Bank<br />
Sehr Gut<br />
91<br />
5 500,– www.onkyo.com 01/06<br />
Pioneer<br />
AX10AI-s<br />
Brachialer und zügelloser Verstärker.<br />
Für Filmfans eine echte<br />
Alternative<br />
Gut<br />
89<br />
5 300,– www.pioneer.de 01/05<br />
Projektoren<br />
MetaVision<br />
CHT726<br />
DLP-Projektor mit Lens-Shift<br />
und großem Zoom. Gutes Bild,<br />
lauter Lüfter<br />
Gut<br />
84<br />
4 499,– www.metavision.at 01/06<br />
Mitsubishi<br />
HC3000<br />
Eingeschränkter Zoom und<br />
steiler Projektionswinkel. DLP<br />
mit Top-Bild, leise<br />
Gut<br />
84<br />
2 999,– www.mitsubishi-evs.de 01/06<br />
Sanyo<br />
Z4<br />
Für einen LCD guter Schwarzwert,<br />
unglaublich leise und<br />
leicht in der Aufstellung<br />
Gut<br />
80<br />
1 999,– www.sanyo.de 01/06<br />
SIM2<br />
HT300 E-Link<br />
DLP mit externen Receiver und<br />
Glasfaserkabel für lange Strecken.<br />
Technisch top, hoher Preis<br />
Sehr Gut<br />
91<br />
10 999,– www.sim2.com 01/05<br />
094 www.hdplustv.de
DVD Player<br />
Denon<br />
DVD-3910<br />
Sehr scharfes, plastisches Bild<br />
und toller Klang – eingeschränkte<br />
Bildbearbeitung am<br />
digitalen Ausgang<br />
Gut<br />
89<br />
1 299,– www.denon.de 01/05<br />
Onkyo<br />
DV-SP1000E<br />
Hochwertiger und klanglich<br />
überragender Player. Mäßiger<br />
Vollbildkonverter<br />
Gut<br />
88<br />
4 499,– www.onkyo.de 01/06<br />
TV-Geräte<br />
Loewe<br />
42HD<br />
Flexibel aufrüstbarer Plasma<br />
mit Bedienungsmängeln. Gutes<br />
aber wenig brillantes Bild<br />
Gut<br />
81<br />
9 999,– www.loewe.de 01/05<br />
Panasonic<br />
42PV500E<br />
Perfekter Heimkinoplasma mit<br />
tollem Schwarzwert. Farbtemperatur<br />
nicht ganz perfekt<br />
Gut<br />
86<br />
3 299,– www.panasonic.de 01/06<br />
Philips<br />
37 PF9830<br />
Dank Ambilight2 erstrahlt Ihr<br />
Wohnzimmer. LCD mit höchster<br />
<strong>HDTV</strong>-Auflösung für eine beeindruckende<br />
Schärfe<br />
Gut<br />
88<br />
3 999,– www.philips.de 01/06<br />
Philips<br />
50 PF9966<br />
Plasma mit Ambilight1. Kühles<br />
Bild mit False Contour und 720p<br />
Problemen<br />
Gut<br />
82<br />
5 500,– www.philips.de 01/05<br />
Pioneer<br />
PDP-435<br />
Externer Receiver und edle Verarbeitung.<br />
Plasma mit gutem,<br />
fast fehlerfreiem Bild<br />
Gut<br />
87<br />
4 800,– www.pioneer.de 01/05<br />
Sharp<br />
LC-32D1E<br />
LCD mit Mediareceiver. Guter<br />
Vollbildkonverter und exakte<br />
Farbkalibrierung<br />
Gut<br />
86<br />
3 999,– www.sharp.de 01/05<br />
Thomson<br />
50DLW616<br />
DLP-Rückpro mit kühlem Bild.<br />
Kaum Einstellungsmöglichkeiten<br />
– tolle Preis-Leistung<br />
Befriedigend<br />
74<br />
1 800,– www.thomson.de 01/06<br />
Kaufberatung | HD+TV | 1.2006 095
Marktübersicht 75 ×<br />
Hersteller Modell Preis in Euro <strong>HDTV</strong>-Anschluss Auflösung Bilddiagonale Farben Maße B/H/T cm Gewicht in kg<br />
Flachbildschirme LCD<br />
Bang & Olufsen BeoVision 7 – 40 9 800,–<br />
DVI<br />
(HDCP-Update)<br />
1 366 × 768 40 Zoll<br />
Schwarz, Silber,<br />
Grau, Blau, Rot<br />
108 × 68 × 18 45<br />
Cytronix LC-37IE11 1 500,– HDMI 1 366 × 768 37 Zoll Silber 110 × 60 × 12 37<br />
Cytronix LC-42IE11 2 200,– HDMI 1 366 × 768 42 Zoll Grau 124 × 68 × 12 39<br />
Fujitsu Siemens Jetson J30-1 900,– DVI 1 268 × 768 30 Zoll Grau 92 × 55 × 25 20<br />
Fujitsu Siemens Jetson J32-1 1 100,– DVI 1 366 × 768 32 Zoll Grau 92 × 55 × 26 20<br />
Grundig Vision II 32 1 600,– DVI 1 366 × 768 32 Zoll Schwarz 83 × 62 × 11 25<br />
Grundig Elegance 40 3 000,– DVI 1 366 × 768 40 Zoll Schwarz 105 × 71 × 11 35<br />
Hitachi 32LD6600 1 400,– HDMI 1 366 × 768 32 Zoll Schwarz 92 × 52 × 11 20<br />
Hitachi 37LD6600 2 000,– HDMI 1 366 × 768 37 Zoll Schwarz 93 × 65 × 10 25<br />
Humax LDE-32TPVR 2 000,– DVI 1 366 × 768 32 Zoll Schwarz 84 × 60 × 22 31<br />
Hyundai Q320 1 400,– DVI 1 366 × 768 32 Zoll Schwarz 77 × 47 × 10 15<br />
JVC LT-32S60BU 1 500,– HDMI 1 366 × 768 32 Zoll Schwarz 81 × 61 × 11 20<br />
JVC LT-37S60BU 2 400,– HDMI 1 366 × 768 37 Zoll Schwarz 93 × 63 × 11 25<br />
LG RZ-37LZ30-LE 1 900,– DVI 1 366 × 768 37 Zoll Schwarz 108 × 63 × 13 37<br />
Loewe Individual 32 2 900,– HDMI 1 366 × 768 32 Zoll<br />
Schwarz, Cream,<br />
Titan, Bronze<br />
82 × 57 × 10 27<br />
Marantz LC3201 2 000,– DVI 1 366 × 768 32 Zoll Schwarz 77 × 46 × 9 15<br />
Metz Talio 32 S 3 000,– HDMI 1 366 × 768 32 Zoll Silber 80 × 65 × 11 20<br />
Metz Milos 37 S 3 700,– HDMI 1 366 × 768 37 Zoll Silber 109 × 60 × 12 21<br />
Panasonic TX-32LX52F 1 400,– HDMI 1 366 × 768 32 Zoll Schwarz 80 × 64 × 30 21<br />
Philips 37PF9830 3 200,– HDMI, D VI 1 920 × 1 080 37 Zoll Silber 113 × 68 × 10 28<br />
Philips 42PF9830 4 800,– HDMI, D VI 1 920 × 1 080 42 Zoll Silber 124 × 76 × 10 36<br />
Sagem HD-L27 1 250,– DVI 1 280 × 720 27 Zoll Schwarz 88 × 45 × 14 15<br />
Samsung LE-32M61B 2 200,– HDMI 1 366 × 768 32 Zoll Schwarz 80 × 56 × 11 19<br />
Samsung LE-40M61B 2 800,– HDMI 1 366 × 768 40 Zoll Schwarz 100 × 68 × 12 28<br />
Samsung LE-46M51B 5 600,– HDMI 1 366 × 768 46 Zoll Schwarz 113 × 75 × 14 37<br />
Sharp LC-32 GD1EA 2 600,– DVI 1 366 × 768 32 Zoll Titan 80 × 58 × 9 21<br />
Sharp LC-37 GD1EA 4 800,– DVI 1 366 × 768 37 Zoll Titan 92 × 70 × 9 23<br />
Sharp LC-45GD1E 6 500,– DVI 1 920 × 1 080 45 Zoll Titan 110 × 74 × 10 31<br />
Sony KLV-V32A10E 2 000,– HDMI 1 366 × 768 32 Zoll Schwarz 81 × 55 × 11 17<br />
Sony KLV-W40A10E 3 700,– HDMI 1 366 × 768 40 Zoll Schwarz 111 × 65 × 11 38<br />
Technisat HD-Vision 32 1 550,– 2xHDMI 1 366 × 768 32 Zoll Grau 101 × 58 × 20 19<br />
Thomson 32LB130S5 1 400,– HDMI 1 366 × 768 32 Zoll weiß 96 × 56 × 18 23<br />
Thomson 37LB330B5 2 800,– HDMI 1 920 × 1 080 37 Zoll Schwarz 109 × 71 × 25 33<br />
Toshiba 32 WL 58 P 1 500,– 2xHDMI 1 366 × 768 32 Zoll Grau 80 × 55 × 10 17<br />
Toshiba 37 WL 58 P 2 000,– 2xHDMI 1 366 × 768 37 Zoll Grau 92 × 62 × 11 21<br />
Toshiba 42 WL 58 P 2 600,– 2xHDMI 1 366 × 768 42 Zoll Grau 104 × 71 × 11 28<br />
Viewsonic N3200w 1 100,– DVI 1 366 × 768 32 Zoll Grau 105 × 62 × 22 23<br />
Viewsonic N4060w 2 000,– HDMI 1 366 × 768 40 Zoll Grau 102 × 76 × 28 33<br />
096 www.hdplustv.de
Hersteller Modell Preis in Euro <strong>HDTV</strong>-Anschluss Auflösung Bilddiagonale Farben Maße B/H/T cm Gewicht in kg<br />
Flachbildschirme Plasma<br />
Bang & Olufsen BeoVision 4 – 42 11 200,– DVI 1 024 × 768 42 Zoll Silber 106 × 65 × 9 32<br />
Bang & Olufsen BeoVision 4 – 50 13 800,– DVI 1 366 × 768 50 Zoll<br />
Schwarz, Silber,<br />
Grau, Blau, Rot<br />
125 × 77 × 10 50<br />
Conrac Profile 42 HD 2 400,– DVI 1 024 × 768 42 Zoll Schwarz 104 × 64 × 11 30<br />
Cytronix CX-P42H 2 400,– DVI 1 024 × 768 42 Zoll Silber 104 × 64 × 9 38<br />
Cytronix CX-P50H 3 700,– DVI 1 366 × 768 50 Zoll Silber 122 × 73 × 9 65<br />
Fujitsu Siemens Myrica P42-2 2 000,– DVI 1 024 × 768 42 Zoll Grau 104 × 64 × 11 45<br />
Fujitsu Siemens Myrica P50-2 2 800,– DVI 1 366 × 768 50 Zoll Grau 121 × 72 × 9 54<br />
Grundig PlanaVision 42 2 500,– DVI 1 024 × 768 42 Zoll Schwarz 103 × 74 × 10 32<br />
Grundig PlanaVision 50 4 000,– DVI 1 366 × 768 50 Zoll Schwarz 123 × 83 × 10 53<br />
Hitachi 42PD6600 2 100,– HDMI 1 024 × 1 024 42 Zoll Schwarz 105 × 79 × 30 41<br />
Hitachi 42PD7200 2 600,– DVI 1 024 × 1 024 42 Zoll Schwarz 105 × 68 × 10 37<br />
Hyundai<br />
Imagequest<br />
Hyundai<br />
Imagequest<br />
HQP 421 HR 2 200,– DVI 1 024 × 768 42 Zoll Grau 103 × 63 × 8 30<br />
HQP 501 HR 3 400,– DVI 1 366 × 768 50 Zoll Grau 111 × 62 × 8 43<br />
LG RZ-42PY10 2 300,– DVI 1 024 × 768 42 Zoll Schwarz 122 × 63 × 10 32<br />
LG RZ-50PY10 4 000,– DVI 1 366 × 768 50 Zoll Schwarz 140 × 73 × 10 45<br />
LG RZ-60 PY10 10 000,– DVI 1 366 × 768 60 Zoll Schwarz 171 × 86 × 10 66<br />
Loewe Spheros 42HD 6 500,– DVI 1 024 × 768 42 Zoll Schwarz 115 × 86 × 17 68<br />
Loewe Xelos A42 4 000,– HDMI 1 024 × 1 024 42 Zoll Platin 107 × 74 × 11 40<br />
Marantz PD4201 3 500,– DVI 1 024 × 768 42 Zoll Schwarz 103 × 63 × 8 26<br />
NEC PX-42XR3 3 000,– DVI 1 024 × 768 42 Zoll Grau 102 × 61 × 9 30<br />
NEC PX-50XR4 4 500,– DVI 1 366 × 768 50 Zoll Grau 122 × 74 × 10 45<br />
NEC 61 XM2 12 000,– DVI 1 366 × 768 61 Zoll Schwarz 156 × 104 × 17 61<br />
Panasonic TH-42PV500E 3 000,– HDMI 1 024 × 768 42 Zoll Schwarz 114 × 73 × 13 40<br />
Panasonic TH-50PV500E 4 500,– HDMI 1 366 × 768 50 Zoll Schwarz 133 × 84 × 14 52<br />
Panasonic TH-65PV500E 11 000,– HDMI 1 366 × 768 65 Zoll Schwarz 155 × 99 × 10 84<br />
Philips 42PF9967D 2 800,– DVI 1 024 × 1 024 42 Zoll Silber 111 × 78 × 14 54<br />
Philips PF9966 3 600,– DVI 1366 × 768 50 Zoll Silber 128 × 87 × 10 58<br />
Philips 50PF9967D 4 200,– DVI 1 366 × 768 50 Zoll Silber 128 × 88 × 14 58<br />
Phocus PDP 50 MHS 2 700,– DVI 1 366 × 768 50 Zoll Schwarz 125 × 77 × 9 54<br />
Pioneer PDP-435 3 300,– HDMI 1 024 × 768 42 Zoll Schwarz 112 × 65 × 9 27<br />
Pioneer PDP-436XDE 3 300,– 2 × H DMI 1 024 × 768 42 Zoll Schwarz 108 × 63 × 9 26<br />
Pioneer PDP-506XDE 4 500,– 2 × H DMI 1 366 × 768 50 Zoll Schwarz 122 × 72 × 9 32<br />
Pioneer PDP-615EX 10 000,– HDMI 1 366 × 768 61 Zoll Schwarz 150 × 91 × 13 68<br />
Samsung PS-42S5H 2 100,– HDMI 1 024 × 768 42 Zoll Schwarz 106 × 79 × 9 45<br />
Thomson 37 PB 220 S4 1 700,– DVI 1 024 × 1 024 37 Zoll Grau 113 × 60 × 12 32<br />
Thomson 42PB130S5 2 000,– HDMI 1 024 × 768 42 Zoll Grau 122 × 73 × 31 38<br />
Yamaha PDM-4220 3 500,– HDMI 1 024 × 1 024 42 Zoll Schwarz 103 × 64 × 10 36<br />
Kaufberatung | HD+TV | 1.2006 097
Impressum<br />
Bestellung auf eigene Gefahr –<br />
sagen Sie nicht, wir hätten Sie<br />
nicht gewarnt!<br />
Auerbach Verlag und Infodienste GmbH<br />
Lauchstädter Str. 20, 04229 Leipzig<br />
Tel. (03 41) 1 49 55-0 • Fax (0341) 1 49 55-11<br />
Herausgeber<br />
Stefan Goedecke, Torsten Herres,<br />
Stefan Hofmeir, Florian Pötzsch<br />
Chefredaktion<br />
Stefan Goedecke, Florian Pötzsch (ViSdP)<br />
Schnappschüsse<br />
von der IFA 2005<br />
Weltsensation: Mobilfunk wird mobil!<br />
Die IFA war außerirdisch gut<br />
Chef vom Dienst<br />
Christian Trozinski<br />
Grafikdesign<br />
Romy Ebert, Tobias Ehleben, Dörte Hengevoß,<br />
Kati Landherr, Yvonne Rode, Linda Wenzel<br />
Redaktion:<br />
Jule Ahrens, Frank Bitterhoff, Rainer Bücken,<br />
Anja Buschendorf, Ines Galka, Hubert Gertis,<br />
Marc Hankmann, Mario Hess, Thomas Meyer,<br />
Ricardo Petzold, Susanne Sprotte<br />
Anschrift<br />
Auerbach Verlag und Infodienste GmbH<br />
Redaktion HD+TV<br />
Lauchstädter Str. 20, 04229 Leipzig<br />
leserbriefe@hdplustv.de<br />
www.hdplustv.de<br />
Anzeigen<br />
Nicole Kühn, Carsten Philipp<br />
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Unsere Auerbach-Standparty fand<br />
regen Zulauf<br />
Färbt ab!<br />
Abonnenten<br />
Stephanie Kurz<br />
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<strong>Vorschau</strong><br />
2.2006<br />
Sat-Profi<br />
So rüsten Sie sich für den<br />
optimalen <strong>HDTV</strong>-Empfang<br />
Regiearbeit<br />
Mit einem HD-Camcorder<br />
drehen Sie die Geschichte Ihres<br />
Lebens<br />
Premiere<br />
Der <strong>HDTV</strong>-Start ist vollbracht,<br />
wie reagiert der Massenmarkt?<br />
Kristallklar<br />
Wie LCDs ihren Weg vom PC<br />
ins Wohnzimmer bahnten<br />
Die nächste Ausgabe erscheint<br />
am 10. Februar 2006<br />
Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten<br />
Bild: Universal<br />
Vertrieb<br />
MZV Moderner Zeitschriften<br />
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Breslauer Straße 5, D-85386 Eching<br />
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ISSN: 1861-1737<br />
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Einzelpreis Deutschland: 5,90 Euro<br />
Jahresabo Deutschland: 24,90 Euro<br />
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Druck<br />
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© 2005 von Auerbach Verlag und Infodienste GmbH,<br />
Leipzig. Vervielfältigung und Verbreitung von Artikeln,<br />
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