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KIRMES & Park REVUE (Deutsch) Super Bowler (Vorschau)

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€ 7,50

N o 175

2/2012

&

Revue

Gebühr

bezahlt

B 14432

4 194148 307506 20175

SPECIAL

COASTER

COASTER

INTERVIEW

Nottingham

Raptor

Timber Drop

Rascal Hüppe


See us at:

Asian Attractions

Expo, Hong Kong

June 05-08

Booth 833


&

Revue

INHALT

ISSN 1436-6525

erscheint 12 x jährlich bei

■ Gemi Verlags GmbH

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■ Titel

Norman Vogt

Es gilt die Anzeigenpreisliste 1/07

vom 01.01.2007

Dieser Ausgabe liegen die „DSB Nachrichten”

des Deutschen Schaustellerbunds e.V.

bei. Wir bitten um Beachtung.

Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser

Zeitschrift darf ohne schriftliche Genehmigung

des Verlages vervielfältigt oder verbreitet

werden. Unter dieses Verbot fallen auch

die gewerbliche Vervielfältigung per Kopie,

die Aufnahme in elektronische Datenbanken

und die Vervielfältigung auf CD-ROM

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FEBRUAR 2012

KALEIDOSKOP

Fakten – Beobachtungen – Kurzportraits . . . 4

PREMIERE

Nostalgie-Riesenrad . . . . . . . . . . 8

SPECIAL

Nottingham . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10

HISTORY

Rostock 1988 . . . . . . . . . . . . 20

WEIHNACHTSMÄRKTE

Rückblick 2011 . . . . . . . . . . . 22

SPECIAL

Museumskirmes . . . . . . . . . . . 32

MODELLBAU

Kirmes-Highlights en miniature . . . . . . 40

RÜCKBLICK

Nachberichte zu ausgewählten Festen. . . . . . . . . . . . . . . . 42

COASTER

Raptor . . . . . . . . . . . . . . 50

COASTER

Timber Drop . . . . . . . . . . . . 54

INTERVIEW

Walibi Re-Branding . . . . . . . . . . 58

MESSE

IAAPA 2011 / Teil 2 . . . . . . . . . . 62

MAGAZIN

Aktuelles aus der Park-Szene . . . . . . 66

VORSCHAU

Termine und Attraktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72

3


KALEIDOSKOP

SUPER BOWLER

Weebers „Super Bowler

DSCHINNI

Text & Photo: Heiko Schimanzik

Ganz egal, wo der Babyflug

„Skyliner” von Sascha

Parpalioni gerade

gastiert – die „Dschinni”-

Figur am Karussell ist

dann meist das beliebteste

Fotomotiv auf dem

Platz.

„Dschinni” ist bekanntlich

ein Flaschengeist, der in

einer Wunderlampe gefangen

ist, in Erzählungen

und Geschichten immer

auf die verrücktesten

Ideen kommt und es liebt,

sich zu verwandeln. Sascha

Parpalioni ist immer

wieder überrascht von der

großen Resonanz der Besucher

auf seine Figur:

„Dies war eine wirklich lohnende

Investition”. ■

Text: Ralf Schmitt

Photos: Ralf Schmitt, Norman Vogt

In Stuttgart beheimatet und hauptsächlich auf

Festplätzen im Süden der Republik sowie im benachbarten

Ausland zu Gast ist das in Deutschland

einmalige Spiel „Super Bowler” von Stefan Weeber.

Insgesamt stehen 12 Spielplätze in dem 9 x 2,50 Meter

großen Geschäft zur Verfügung. Es handelt sich bei

Super Bowler” nicht um ein Gruppenspiel – vielmehr

ist das Geschick jedes einzelnen Spielers gefragt. Mit

Schwung – aber viel Feingefühl – muss eine gewichtige

Kugel über eine Welle gerollt werden, diese darf

allerdings nicht zum Spieler zurück rollen, was auf

Grund der Gesetze der Schwerkraft zwar sehr knifflig

ist – aber nicht unmöglich. Rollt die Kugel zurück in

Richtung des Spielers, wird eine Stopvorrichtung aktiviert

– und das Spiel ist

verloren. Erworben hat das

originelle Spiel im Jahr

2000 die Mutter von Stefan

Weeber, der es dann übernahm

und – neben weiteren

Spielgeschäften – zusammen

mit seiner Frau Caroline

damit reist. 2010 stellte

man komplett auf LED-

Beleuchtung um. Regelmäßig

zu Gast ist Weebers

Super Bowler” unter anderem

in Biberach, Backnang,

Landshut, Bad Dürkheim,

Bopfingen und natürlich

auf den große Festen in

Stuttgart.


4


RHEDER KIRMESPLATZ

KALEIDOSKOP

Der Kirmesplatz in

Rhede heißt nun auch ganz

offiziell „Kirmesplatz”

Text: Michael Petersen

Photos: Michael Petersen, Nils Benthien

Im Volksmund wurde er natürlich schon immer so

genannt – seit der letzten Rheder Kirmes trägt der

Kirmesplatz nun auch ganz offiziell diesen Namen.

Im Straßenverzeichnis der Stadt war er bis zum Eröffnungstag

der Rheder Jubiläumskirmes 2011 (350 Jahre)

namenlos. Nach der Eröffnung mit Fassanstich

durch Bürgermeister Lothar Mittag

und Blasmusik marschierten Schausteller

mit ihren Fahnen, die Rheder Junggesellenschützen

und viele Gäste zum Kirmesplatz,

um dort ein Schild mit diesem Namen aufzustellen.

Die Idee dazu hatte der Rheder

Kirmes-Organisator Daniel Ehlting. ■

LULLUSFEST BAD HERSFELD & SCHÜTZENFEST HANNOVER

Text & Photo: Ralf Schmitt

Was haben das Lullusfest in Bad Hersfeld und das

Schützenfest in Hannover gemeinsam? Ganz einfach:

Für beide Feste steht bereits ungewöhnlich

frühzeitig fest, welche Geschäfte diesmal zugelassen

wurden.

Das bringt zum einen Planungssicherheit für Veranstalter

und Beschicker – zum anderen kann bereits

frühzeitig mit Werbung und Pressearbeit für die Veranstaltungen

gestartet werden. In Bad Hersfeld wird

dies seit vielen Jahren so gehandhabt – in Hannover

ist dies noch relativ neu. Bereits 10 Monate vor dem

Start des 1160. Lullusfestes (15. bis 22. Oktober) in

Bad Hersfeld gab Fachbereichsleiter Wilfried Roßbach

für die Lullusfestkommission das Konzept bekannt.

Neu unter den großen Attraktionen sind das

Hochfahrgeschäft „Intoxx” (Pandel) und die Belustigung

„Krumm & Schief Bau“ (Hartmann). Wie immer in

Jahren mit gerader Zahl ist das „Bellevue”-Riesenrad

(Bruch) mit dabei – die weiteren Geschäfte sind unter

anderem „Wilde Maus”, „High Impress”, „Night Style”,

„Breakdance”, „Fantastical Trip” und bei den Kindergeschäften

„Car for Kids”, „Bootsfahrt” und der „Piraten-Trip”.

Für das größte Schützenfest der Welt in Hannover

(29. Juni bis 8. Juli) als Highlights unter Vertrag

genommen wurden unter anderem „Fünfer-Looping”,

„Roue Parisienne”, „Booster Maxxx”, „Wilde Maus”,

Wildwasserbahn, „Berg & Tal”, „Artistico”, „Schlittenfahrt”,

„Voodoo-Jumper” und „Love Dream”. ■

Erstmals zu Gast auf dem

Schützenfest in Hannover: die

Raupenbahn „Love Dream”

5


KALEIDOSKOP

NEUE BÜCHER

Text:

Ralf Schmitt

Photos: Ralf Schmitt, Archiv

Ist Mit-Herausgeber des

Buches über seine ehemalige

Kollegin: Bernd G. Kreuzer („El

Fantadu”)

Es gibt zwei interessante Buch-

Neuerscheinungen aus der bunten

Kirmes- und Jahrmarktswelt.

Eines befasst sich mit der legendären

Jahrmarkts-Wahrsagerin

Pia Medusa Lagrin – und das

zweite mit einem der bekanntesten

Hersteller für Kinderkarussell-Besatzungen:

L’Autopède.

65 Jahre L’Autopède

Pia Medusa Lagrin

„Pia Medusa Lagrin geb. Traber – Lebensreise ...Erinnerungen

an ein Leben auf dem Drahtseil”, so heißt der

Titel des Buches in seiner ganzen Länge, herausgegeben

wird es von Blanka Medusa Lemoine und Bernd

G. Kreuzer („El Fantadu”). Es beschreibt Leben und

Wirken der Jahrmarkts-Wahrsagerin Pia Medusa Lagrin

(8. 12. 1918 - 19. 04. 1997), die kurz nach Ende

des Ersten Weltkriegs in einem Pferdestall nahe Hannover

geboren wurde und bei der bekannten Artistendynastie

Traber aufwuchs. Ihre persönliche „Hölle”

macht sie während der Nazizeit 1938 durch, als sie einen

Sinto der Zirkusfamilie Lagrin heiratet und trotz aller

Bedrohungen in dieser Zeit zu ihrem Mann hält.

1942 kommt ihre Tochter Blanka auf die Welt und nach

dem Krieg geht sie 1948 sofort wieder aufs Seil. Bis zu

ihrem 55. Lebensjahr arbeitet sie dann mit großem Erfolg

als Seiltänzerin bei der Traber- und Lagrintruppe

und geht mit ihnen auf Tourneen durch ganz Europa.

1973 beginnt für sie ein neues Leben: Nach dem Tod

ihres Mannes Wilhelm Lagrin (genannt Adam) besinnt

sie sich auf das von ihrer peruanischen Großmutter

vererbte hellseherische Talent und arbeitet bis zu

ihrem Tod 1997 zusammen mit ihrer Tochter als gefragte

und geschätze Jahrmarkts-Wahrsagerin Pia

Maria Medusa. In ihrer Freizeit schrieb sie einige fantasievolle

Geschichten (z. B. „Die Geistergeige”). Viele

dieser Geschichten waren nach ihrem Tod nur noch

als Textfragmente auf losen, handgeschriebenen Blättern

vorhanden – Edzard Klapp hat diese recherchiert,

zusammengestellt und wieder lesbar gemacht. Albert

Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes,

hat ein Vorwort zu dem Buch geschrieben. Ein Auszug:

„Die Autorin nimmt den Leser mit auf eine Lebensreise.

Der Erzählstil fasziniert, gerade weil er ungeschminkt

und echt ist. Darüber hinaus sind die Tagebuchaufzeichnungen

der Pia Maria Lagrin ein wichtiges

Dokument deutscher Zeitgeschichte”.

Info: ISBN-Nr 9783842381056, Preis: 14,95.

65 Jahre L’Autopède

Die flämische Firma L’Autopède hat in den letzten Jahren

unzählige Besatzungsteile für Kinderfahrgeschäfte

hergestellt, auf denen sich Millionen Kinder weltweit

(mit Schwerpunkt Belgien, Niederlande, Deutschland

und Frankreich) amüsiert haben. Jetzt erschien ein

Buch mit Geschichte und Geschichten sowie über 440

Bildern und Dokumenten über diesen Hersteller, hinter

dem sich die Familie Baeyens verbirgt. Beleuchtet

werden die Entstehung der Firma, die Glanzzeit, die

internationalen Kunden, die aufkommende Konkurrenz

mit Kunststoffprodukten und vieles mehr. Autor

des 190 Seiten umfassenden Buches ist Piet Winkelmolen,

Vorstandsmitglied der Stiftung Kirmeskultur. Es

kostet 22,50 Euro zzgl. Versandkosten und ist per E-

Mail bestellbar bei kermisboeken@hotmail.nl. ■

6


HONGKONG FADENZIEHEN

KALEIDOSKOP

Text & Photos:

Rolf Orschel

Das Fadenziehen ist eine

Spielvariante, die auf den Kirmesplätzen

eine lange Tradition

hat. Das Ziehen einzelner

Schnüre aus Fadenbündeln –

an deren Enden Gewinnpunkte

hängen, die über den Gewinn

entscheiden – ist heute

noch ein großer Spaß für die

Familien.

In der ehemaligen DDR verschwand

das – ursprünglich aus

dem fernen Osten stammende –

Spiel in den 1970er-Jahren allmählich

von den Kirmesplätzen.

Es vergingen dann fast 30 Jahre,

bis Familie Otto aus Bad Köstritz

im thüringischen Landkreis

Greiz diese Spielart wieder neu auf den Festplätzen in

Thüringen präsentierte. Schausteller Gunter Otto aus

Schlotheim bei Mühlhausen/Thüringen betrieb viele

Jahre lang eine Kindereisenbahn und einen Schießwagen.

Im Jahr 1999 stellte er seinen Betrieb um und orderte

bei der Firma Reppel das „Hongkong Fadenziehen“,

mit dem er anschließend mehrere Jahre erfolgreich

zusammen mit seiner Ehefrau Doris reiste.

Nachdem das Ehepaar die Reise aus Altersgründen

aufgab, übernahm ihre damals 18-jährige Enkelin, Luisa

Otto, im Jahr 2008 das Fadenziehen und gründete

damit ihren eigenen Schaustellerbetrieb. Sie half bereits

als 11-jährige nach der Schule und in den Ferien

im Fisch-Imbiss ihrer Eltern tüchtig mit und hatte damals

schon Talent sowie handwerkliche Begabung

und mit Kunden konnte sie gut umgehen. Nach dem

Schulabschluss arbeitete Luisa noch ein Jahr im Betrieb

ihrer Eltern mit und absolvierte während dieser

Zeit einige BeKoSch-Lehrgänge für berufsschulpflichtige

Schausteller (Entwicklung beruflicher Kompetenzen

für Schausteller durch blockweisen Unterricht) am

Berufskolleg in Herne. Vor vier Jahren lernte sie ihren

heutigen Partner Steven Ortelt aus

Visselhövede im Städtedreieck Bremen-Hamburg-Hannover

bei einem

Treffen der Schaustellerjugend kennen

und verliebte sich bald darauf

in ihn. Der gebürtige Niedersachse,

dessen Eltern mit Süßwaren- und

Imbissbetrieben sowie einem Autoskooter

reisen, arbeitete ebenfalls im

Betrieb seiner Eltern und zog dann zu

seiner großen Liebe nach Bad Köstritz.

Im November 2009 erblickte

ihre Tochter Cecilia das Licht der

Welt.

Luisa Otto und Steven Ortelt präsentieren

ihr „Hongkong Fadenziehen“

hauptsächlich auf Veranstaltungen in

Thüringen, Sachsen und Bayern, wo

sie unter anderem auf den Volksfesten in Gera, Erfurt,

Sonneberg, Eisfeld, Rudolstadt, Annaberg-Buchholz

und Coburg zu den gern gesehenen Gästen zählen

und ein treues Publikum haben.


Gebaut von Reppel:

Ottos Hongkong Fadenziehen

Luisa Otto und Steven Ortelt

7


PREMIERE

Das neue Riesenrad

von Familie Nier

Es ist eher ungewöhnlich, dass

es zum Ende einer Saison noch

einen Neuzugang zu vermelden

gibt: Auf dem Märchen-Weihnachtsmarkt

in Kassel feierte

Ende November das neue Riesenrad

im nostalgischen Stil von

Bernd und Sylvia Nier Premiere.

Text:

Photos:

Norman Vogt

Norman Vogt, Archiv Nier

Nostalgie-Riesenrad

Bernd und Sylvia Nier

mit ihren Kindern Jil und Mike

Gebaut wurde das 18 Meter hohe Rad von der italienischen

Firma Park-Ride aus Bergantino bei

Verona, die schon mehrere Räder dieser Art für Schausteller

und Parks weltweit fertigte. Für Deutschland ist

es jedoch das erste Exemplar dieser Art. Ganz unerfahren

mit Riesenrädern ist die Familie Nier nicht: Bis

vor einigen Jahren war

sie im Besitz eines historischen

Holz-Riesenrades,

das man aber vor

geraumer Zeit an Klaus

Weingärtner aus Hanau

verkauft hatte. Für den

Weihnachtsmarkt in Kassel

stand das Geschäft

nach dem Verkauf nicht

mehr zur Verfügung –

und die Besucher vermissten

ihr kleines Riesenrad

zur Vorweihnachtszeit. Familie Nier entschied

sich deshalb Anfang 2011 zur Neuanschaffung eines

Rades aus der Produktion von Park-Rides. Regel-

8


PREMIERE

Details des

Riesenrades von Nier

mäßig fuhren die Niers im vergangenen Jahr nach Italien,

um den Bau ihres neuen Geschäftes zu begleiten.

Trotz des relativ langen Zeitraumes, der dem Hersteller

für den Bau zur Verfügung stand, wurde es dann

am Ende zeitlich eng. In immer kürzeren Abständen

fuhr Bernd mit seiner Frau Sylvia nach Bergantino, um

bei den Abschlussarbeiten selbst mitzuhelfen, damit

der Premierentermin auf dem Weihnachtsmarkt in Kassel

nicht gefährdet wurde. In fast letzter Minute traf

man dann am 21. November mit dem Mittelbau- und

Packwagen in Kassel ein. Dort wurde mit Unterstützung

von drei Mitarbeitern des Herstellers mit dem

Erstaufbau begonnen. Es stellte sich dann heraus,

dass noch einige Änderungen an dem Geschäft

durchzuführen waren, so dass man das Rad erst am

26.November in Betrieb nehmen konnte. Zur offiziellen

Einweihung mit Schaustellerpfarrer Volker Drewes

fanden sich viele Kollegen, Freunde der Familie sowie

Vertreter der Stadt Kassel ein. Das Geschäft lief dann

ohne Probleme und erfreute sich guter Resonanz. Insgesamt

14 Gondeln für jeweils 4 Personen befinden

sich an dem Rad, dessen Platzbedarf mit 13,80 x 7

Meter angegeben wird. Abends illuminieren zahlreiche

LEDs die Anlage. Für die Beschallung sorgt eine

Musikanlage der Firma Kort. Als Grundfarben wählte

man die Kombination creme, gold und rot. Viele Details

gibt es zu entdecken: unter anderem ein schmiedeeisernes

Geländer mit Verzierungen im Frontbereich,

diverse Bilder und klassische Lampen. Interessant

sind auch die Motive auf den Gondeln, wo verschiedene

historische Gebäude und Wahrzeichen von

Kassel verewigt sind. Dies alles trägt dazu bei, dass

aus der werksseitigen Standardversion ein ganz individuelles

Schmuckstück wurde. Neben dem Kasseler

Weihnachtsmarkt will Familie Nier, die auch weiterhin

mit dem „Starlight”-Musik Express unterwegs ist, ihr

Nostalgie-Riesenrad auch auf ausgewählten kleineren

Veranstaltungen und Stadtfesten präsentieren. ■

Aus der Standardversion

machte Familie Nier ein

individuelles Schmuckstück

9


SPECIAL

Voller Platz und

volle Karussells auf der

Goose Fair in Nottingham

Sie zählt zu den größten und

beliebtesten Traditions-Fairs in

England: die „Goose Fair“ in

Nottingham, die jedes Jahr Anfang

Oktober fünf Tage lang

wahre Menschenmassen aus

Nah und Fern mobilisiert und

„Vergnügen pur“ bietet. Die

jüngste Ausgabe ging von Mittwoch,

5., bis Sonntag, 9. Oktober

2011, über die Bühne. Über 500

Attraktionen und Geschäfte waren

auf dem Gelände „Forest Recreation

Ground” – nur wenige

Minuten vom Stadtkern entfernt

– aufgebaut.

Text & Photos:

Norman Vogt

Nottingham (GB)

nicht stattfinden. Stolz

blicken die Einheimischen

heute auf die

über Hunderte von

Z

Jahren andauernde

unächst aber ein Blick zurück in die Geschichte Tradition. Historiker gehen übrigens davon aus, dass

des Festes: Schon vor mehr als 700 Jahren traf König Edward I. die Goose Fair aus der Taufe gehoben

hat. Und es gibt wohl kaum jemanden, der die Na-

man sich in Nottingham, um fröhlich miteinander Zeit

zu verbringen, das Tanzbein zu schwingen und leiblichen

Genüssen zu fröhnen. Daraus entstand das Fest, Legende von Robin Hood verbindet. Die Stadt Notmen

Nottinghamshire bzw. Nottingham nicht mit der

das zeitweise sogar als größtes in Europa galt. Nur in tingham sowie Sherwood Forest, der Wald in dem der

zwei Zeiträumen, im 17. Jahrhundert und während der Volksheld einst gelebt haben soll, sind beständig beliebte

Touristenziele. Bevor der heutige Festplatz Zeit des Zweiten Weltkriegs, konnte die Goose Fair

„Fo-

Vorboten der Goose

Fair und Menschenströme auf

dem Weg zum Festplatz

10


SPECIAL

Die beiden

Superbowl”-Rides

und der in der Fahrweise

sehr ähnliche „High Roller”

rest Recreation Ground” als Festort diente, fand die

Veranstaltung auf dem „Old Market Square“ in der Innenstadt

statt. Dies hatte den ganz simplen Grund,

dass die Goose Fair anfangs ein großer Markt war, den

die Besucher für ihre Einkäufe nutzten. Der Name

„Goose Fair“ hat seinen Ursprung von diesem Markt,

wo unzählige Gänse von Lincolnshire nach Nottingham

gebracht wurden und dort verkauft wurden. Zwar

Freak Out „Tango”

und Loopings im „Stargate”

11


SPECIAL

„Frisbee” und „Take Off”

stehen auch heute noch diverse Marktstände den Besuchern

zur Verfügung – im Mittelpunkt stehen mittlerweile

aber eindeutig die Fahr- und Belustigungsgeschäfte.

Ein ganz besonderes Flair versprüht der heutige

Festplatz, dessen Untergrund hauptsächlich aus

einer Rasenfläche sowie teilweise Asphalt besteht.

Zahlreiche Wege werden während der Fair mit Aluminiumfußböden

versehen. Die Besucher der Goose Fair

lassen sich traditionell von Regen und kalten Temperaturen

nicht abschrecken: An Regentagen während

des Festes kommen beispielsweise die Kinder schon

mit den Gummistiefeln auf den Festplatz. Am Eröffnungstag

startete die 717. Auflage der Goose Fair um

17.30 Uhr und lief bis 23 Uhr. An den Folgetagen öff-

Jeweils mehrfach

vertreten: Scheibenwischer,

Matterhorn und Waltzer

12


SPECIAL

Riesenräder in Nottingham:

mit geschlossenen und offenen

Gondeln

neten die Geschäfte zwischen 11 Uhr und 13 Uhr.

Sperrstunde ist jeweils um 23 Uhr. Ausnahme war der

letzte Spieltag (Sonntag), wo bereits um 21 Uhr die

Lichter erloschen. Dass die Schließzeiten auch von allen

Beschickern eingehalten werden, wird streng kontrolliert.

Verschiedene Bahn- und Buslinien brachten

die Besucher bis unmittelbar an das Festgelände.

PKW-Parkplätze standen im hinteren Teil des Areals

gegen Gebühr zur Verfügung. Weiträumig wurde das

Gebiet mit Parkverbotsschildern versehen und die Polizei-

und Ordnungskräfte regelten jeweils schon ab

früh morgens den Verkehr, um ein Chaos zu vermeiden.

An den verschiedenen Eingängen zur Fair gab es

jeweils Checks durch Security-Kräfte. Auch die Polizeipräsenz

war wie immer sehr stark, die „Bobbys” patroullierten

ständig in kleinen Gruppen über das Festgelände.

Die Präsenz zeigte Wirkung: Keinerlei aggressive

Stimmung war auf dem Platz zu spüren und

ein friedliches Miteinander jederzeit gegeben. So

konnte man zu später Stunde noch viele Familien mit

Kindern auf der Goose Fair sehen, die sich hier vergnügten.

Zu dieser fröhlichen und familienfreundlichen

Atmosphäre trägt mit Sicherheit dazu bei, dass

es auf dem gesamten Fest keinerlei Alkohol zu kaufen

gibt. Nur alkoholfreie Getränke wurden an den Geschäften

oder an Automaten angeboten. Hier kam vor

allem die gute alte Dose zum Einsatz, die hier in Massen

(pfandfrei) über die Theke ging oder aus den Au-

Coaster: „Magic

Mouse” und „Runaway Train”

13


SPECIAL

In England sehr

beliebt: „Helter Skelter”

tomaten purzelte. Gewöhnungsbedürftig für kontinentaleuropäische

Besucher ist, dass neben den vielen

Grills, wo das Fleisch für Hamburger brutzelte, oft Zuckerwatte

und andere offene Süßigkeiten angeboten

wurden, die somit mit einem dezenten „Hamburger-

Flavour” versehen sind. Zu den Hauptartikeln im Imbissbereich

zählen neben den bereits erwähnten

Hamburgern bzw. Cheeseburgern der Hot Dog und

vor allem das hier allseits beliebte Erbsenpüree, genannt

„Hot Mushy Peas”. Diese grüne Masse, die in

Plastik- oder Styroporbechern serviert wird, ist für

Nichtkenner doch sehr gewöhnungsbedürftig. Es bedarf

schon ein wenig Überwindung, diese „Spezialität“

zu verzehren, wodurch auch der intensive Geruch der

grünen Brühe beiträgt. Andere Länder – andere (kulinarische)

Sitten. Hungern musste man aber nicht, es

gab auch Leckereien aus der Karibik, chinesische Nudeln,

orientalische Kebabs, spanische Churros und

Paella, französische Crepes und auch die deutsche

Bratwurst war hier und da im Angebot.

Die Auswahl an Fahr- und Belustigungsgeschäften

war einfach überwältigend. Und fast ausnahmslos

standen die Karussells und Bahnen jeweils gleich

mehrfach zur Verfügung. Die Walzerfahrt etwa, der

englische Karussellklassiker schlechthin, stand gleich

fünffach bereit. Waren die Fahrten dort während des

Tages eher auf Familienpublikum zugeschnitten, so

wurden zur späteren Stunde aus den Bahnen regelrechte

Disco-Paläste, die mit viel Nebel, Licht, Laser

und dumpfen Bässen für ekstatische Fahrerlebnisse

sorgten. Als spektakuläre Neuheit wurde in diesem

Jahr der „Runaway Train“ hervorgehoben, der als

„größte transportable Schienenbahn der Welt” betitelt

und – so stand es geschrieben – für stolze eine Million

Pfund gekauft wurde. Nun ja, mit einer benötigten

Grundfläche von 2.800 Quadratmetern für rund 300

Meter Schienen, die diese Bahn benötigt, ist der Platzbedarf

für ein Powered-Coaster-ähnliches Geschäft

ungewöhnlich groß. Wie kommt es, dass ein derartiges

Monstrum auf der Reise ist und für fünf Tage aufgebaut

wird? Die Erklärung erfuhren wir auf Nachfrage

auf dem Platz: Die Bahn stammt aus dem geschlossenen

„American Adventure”- Themenpark, von

wo sie Schausteller James Mellor erwarb. Mit zahlreichen

Ingenieuren und Handwerkern wurde die zuvor

Simulatoren-Vielfalt auf

der Goose Fair

Typisch: mehrsäulige

Autoskooterhallen

14


SPECIAL

Funhouse, Rotor,

Irrgarten und Co.

stationäre Anlage in eine transportable Attraktion

umgebaut. Beim genaueren Hinsehen entdeckte man

zahlreiche Böcke und Betongewichte, die für die erforderliche

Standfestigkeit sorgen und wohl nachträglich

angeschafft wurden. Die Beleuchtung war eher

dezent, aber die Thematik „Wilder Westen“ wurde gut

umgesetzt. Zu den weiteren Achterbahnen zählten

„Wild Mouse“ und „Magic Mouse“ mit jeweils drehbaren

Gondeln. Diese beiden Coaster standen weit voneinander

entfernt, was für die beiden Riesenräder (eines

mit geschlossenen und das andere mit offenen

Gondeln) allerdings nicht galt. Einen Trip in die Höhe

konnte man auch in

den beiden Bungeeanlagen

wagen, die vor allem

abends ihr Hauptgeschäft

machten. Ebenfalls – im

wahrsten Sinne des Wortes

– hoch im Kurs standen die

beiden Propelleranlagen

sowie der Riesenkettenflieger

„Sky Flyer“. Insgesamt

wirkt der Platz auf den Betrachter

an vielen Stellen

15


SPECIAL

Ein typisch englisches

„Galopper”-Karussell

ungeordnet, da die Geschäfte eigentlich (gesamt)-

konzeptlos durcheinander oder hintereinander aufgebaut

sind. So kommt es vor, dass man manche Attraktion

erst bei der zweiten oder dritten Begehung der

Festwiese entdeckt – und somit Überraschungseffekte

garantiert sind. Mehrfach vorhanden war auch der

englische Klassiker „Sizzler“ – ein Rundfahrgeschäft,

das auf der Insel nicht wegzudenken ist. Gleich vier

dieser Anlagen drehten sich diesmal in Nottingham.

Als echtes Unikat dagegen war „The Roller“ mit von

der Partie, wo ein Zug auf einer Schiene fährt, die sich

während der Fahrt um die eigene Achse dreht. Neben

einem „Orbiter“-Karussell drehte sich auch ein „Experience“

(KMG). Loopings der Extraklasse bot „Rock

Rage“ – ein „Inversion”-Karussell von KMG. Überhaupt

war der holländische Hersteller gut vertreten auf

der Goose Fair: So gab es auch zwei „Freak Out“-Anlagen,

die – zusammen mit der italienischen „Chaos“-

Schaukel – um die Wette schaukelten. Wer beim

Schaukeln lieber festen Boden unter den Füssen wollte,

konnte sich für eine Fahrt im „Frisbee“ entscheiden.

Thrill-Momente waren auch im „Power Sorge“ sowie

„Top Buzz” (Top Scan), den beiden „Super Bowl“-Karussells

sowie dem artverwandten „High Roller“ zu erleben.

Ebenfalls zweimal dabei waren Schlittenfahrten:

„Alpine Express“ und „Screamer“. Zu den weiteren

Fahrgeschäften zählten „Take Off”, diverse „Saltamontes“,

ein Wellenflieger (Zierer) und viele, viele

Ein kleiner Teil der unzähligen

Kinderfahrgeschäfte auf der

Goose Fair in Nottingham

16


SPECIAL

Jede Menge Fun

für die Fahrgäste in den

Karussells und Bahnen

„Miamis” (Scheibenwischer). Für Nervenkitzel sorgte

auch das „Stargate“-Karussell – ein kompaktes Hoch-

Rundfahrgeschäft, dessen Fahrweise an den deutschen

„Transformer” erinnert. „Star Gate” stand zwar

etwas unglücklich platziert in einer Mittelreihe zwischen

zwei größeren Geschäften – umso bemerkenswerter

war, dass sich die „Scheibe“ trotzdem sehr gut

behaupten konnte und oft an der Kapazitätsgrenze

fuhr.

Interessant für Skooter-Fans waren die vielen Autoskooter,

meist noch in Form von klassischen „Mehr-

Säulern“. Für Nostalgieliebhaber stand der historische

und top gepflegte „Cakewalk“ zur Verfügung. Hier wackelte

und bewegte sich der Boden, während man diverse

Schikanen überwinden musste. Auch das davorstehenden

Publikum kam, was das Lachen angeht,

hier voll auf seine Kosten, denn das aus Holz gebaute

Geschäft war von allen Seiten einsehbar. Nicht von

Gruseln in den

Geisterbahnen in Nottingham

17


SPECIAL

Plüsch bis unters

Dach oder einfachste

Stände – auf der Goose

Fair gibt es beides

Traditionelles, Herzhaftes oder

Süßes: auch die kulinarischen

Genüsse werden befriedigt

englischen Fairs wegzudenken sind die „Helter Skelter“

– das sind Spiralrutschen, die in allen möglichen

Aufmachungen und Größen präsentiert werden. Mal

modern, mal nostalgisch sind deren Hüllen. (Meist) im

Inneren befinden sich hier Treppen, die nach oben zu

besteigen sind, bevor man auf einer Rutschmatte wieder

nach unten saust. Wenig mit echter Nostalgie

haben die überdimensionalen Pferdekarussells, die

„Galloper”, zu tun, die zwar alt anmuten, aber meist

aus der Neuzeit stammen, sich oft goldfarben präsentieren

und in der Regel über mehr als100 Sitzplätze

verfügen. Die Kindergeschäfte auf der Goose Fair:

Hier kann man mit Fug und Recht von einer schier einzigartigen,

unüberschaubaren und riesigen Auswahl

sprechen! Es gibt quasi nichts, was es nicht gibt. Und

wenn ein Kind theoretisch alle Geschäfte durchprobieren

würde, müsste man wohl einen ganzen Tag Zeit

dafür einplanen. Auffallend ist, dass die kleinen Besucher

schon früh an die Bewegungsabläufe gewöhnt

werden, die es auch an den Fahrgeschäften für die Er-

18


SPECIAL

Eine Teilansicht

der Goose Fair von oben

und Nostalgie-Feeling beim

historischen „Cakewalk”

wachsenen gibt: Ob „See Sturm Bahn“, „Freifallturm“,

„Miami“, „Helter Skelter“, „Twister“ oder sogar „Waltzer”

– all dies gibt es auch in Mini-Versionen. Dazu

kommen in vielfacher Ausführung Anlagen wie klassische

Karussells, Bungee-Trampoline, Mini-Riesenräder

und Kinderachterbahnen. Zu den absoluten Favoriten

bei den kleinen Besuchern zählte das „Crazy

Bulls“-Geschäft, bei dem es das Ziel ist, möglichst lange

auf den beweglichen Bullen sitzen

zu bleiben.

Die Belustigungsgeschäfte in Nottingham:

Zweimal mit dabei war

der Typ „Rotor“. Die Laufgeschäfte

und Fun-Häuser hießen unter

anderem „Splash Mountain“, „Crazy

Circus“, „Mad House“, „Lost

City“ und „Circus of Illusions“ (Irrgarten).

Drei Geisterbahnen aus

englischer Produktion rundeten

das Angebot ab. Eine große Anziehungskraft

auf die Besucher

hatten die unzähligen Spiel- und

Verlosungsbetriebe, die teilweise

sehr ansprechend gestaltet waren

– manche aber im Kontrast dazu

sehr, sehr schlicht. Neben Ringewerfen

und Armbrustschießen

lockte auch so Exotisches wie Tellerschießen.

Als Gewinne winkten meist Plüschtiere.

Es gab sogar Ausspielungen, wo vor lauter Plüsch keine

Geschäftsfront mehr zu sehen war!

Die Goose Fair in Nottingham ist ein einzigartiges

Event, mit unzähligen Geschäften. Die ganz eigene Atmosphäre

auf der Wiese ist faszinierend und beeindruckend

– und man sollte sie als Besucher einfach

aufsaugen, genießen und mitfeiern!


Das Plakat der Goose

Fair 2011 und zwei Bobbys bei

ihrer letzten Platzrunde vor dem

Feierabend

19


HISTORY

RÜCKBLENDE: ROSTOCKER WEIHNACHTSMARKT 1988

Bereits zu DDR-Zeiten entwickelte

sich der Rostocker Weihnachtsmarkt

zu einem Touristenmagnet,

der jährlich Tausende

Besucher aus Nah und Fern

anlockte. Vom heutigen Neuen

Markt, der zu DDR-Zeiten als

Parkplatz genutzt wurde und von

1952 bis 1991 Ernst-Thälmann-

Platz hieß, bis in die angrenzende

Kröpeliner Straße – die 1968

zur ersten Fußgängerzone in der

DDR umgestaltet wurde – und

am Kröpeliner Tor reihten sich in

der Adventszeit die Karussells

und Buden aneinander.

Text: Rolf Orschel

Photo: Archiv Rainer Taube

Wie alle Weihnachtsmärkte in der DDR glich auch

der in Rostock allerdings eher einem Kirmesplatz

mit Fahrgeschäften, Schieß- und Losbuden, da

sie damals (gemäß offizieller Bezeichnung des Staates)

„Volksfeste in der Vorweihnachtszeit in Verbindung

mit weihnachtlichem Verkaufsangebot der Handelsorgane

sowie mit Bastelstraßen und Kulturveranstaltungen“

waren. Eine ganz besondere Attraktion

des Rostocker Weihnachtsmarktes waren damals gebackene

Bananen, da es sonst nur selten einmal Südfrüchte

zu kaufen gab (Die „Bananen im Schlafrock”

gibt es übrigens heute noch auf den Rostocker Märkten).

Angeboten wurden außerdem noch Quarkkeulchen,

Rauchwurst, Schaschlik und Apfelsinen sowie

Waren aus den „befreundeten Ländern“. Neben Grog

und alkoholfreien Getränken gab es noch ein „Heißgetränk“,

das allerdings undefinierbar schmeckte.

Hauptakteure auf dem Rostocker Weihnachtsmarkt

waren Schaustellerbetriebe aus dem Norden der Republik,

die ihre Geschäfte auf dem damaligen Ernst-

Thälmann-Platz – vor der Kulisse des gotischen Rathauses

mit barocker Fassade – und den historischen

Giebelhäusern aufbauten. Für die Besucher standen

in den 1980er-Jahren häufig ein Babyflug vom VEB

Zentralzirkus (im Wechsel mit dem Eigenbau-Babyflug

von Rudolf Schäning), das „Wiener Sport Rad“ (Taube),

die Schlickerbahn „Tropical Jet” (Plaenert), ein

Twister (VEB Zentralzirkus), ein Sportkarussell (Fischer)

und das Kinderkarussell „Kindertraum“ (Schäning),

eine Verlosung (Urbigkeit), zwei Schießwagen

(Taube und Urbigkeit), Spielautomaten und Videospiele

(Welte) sowie Ballwerfen (Taube) bereit. Die

„VEB-Geschäfte“ Twister und Babyflug waren allerdings

nicht jedes Jahr auf dem Weihnachtsmarkt präsent.

Und am Kröpeliner Tor fand man auch häufig die

Geisterbahn von Sendler. Weihnachtsschmuck suchte

man auf den DDR-Märkten damals oft vergebens an

den Ständen, da beispielsweise die weltberühmten

Christbaum-Kugeln, Glasglocken und die Figuren aus

dem Erzgebirge nur in sehr begrenztem Umfang in der

DDR, dafür aber auf den Weihnachtsmärkten von

Hamburg bis München gekauft werden konnten. Trotz

fehlender Angebote verwandelte der Weihnachtsmarkt

die Rostocker Innenstadt mit vorweihnachtlichem

Lichterglanz und bot seinen Besuchern eine romantische

Einstimmung auf das Weihnachtsfest. ■

20


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WEIHNACHTSMÄRKTE

WEIHNACHTSMÄRKTE 2011 IN DEUTSCHLAND

2010 wurden die Weihnachtsmärkte

in Deutschland vom frühen

und harten Wintereinbruch

sowie den von der Bundesregierung

ausgesprochenen Terrorwarnungen

geprägt. Und 2011?

Vom Winter weit und breit keine

Spur – dafür regnete es mancherorts

(speziell in den Küstenregionen)

etwas in die Bilanzen.

Dennoch: Für die meisten Weihnachtsmarktbeschicker

in deutschen

Landen waren die Umsätze

besser als im Vorjahr – wenn

man mal von Verkäufern von

Winterkleidung absieht.

Text & Photos:

Ralf Schmitt, Norman Vogt, Helmut Bresler,

Kai Morawetz, Pascal Raviol

Weitere zu beobachtende Tendenzen waren beispielsweise,

dass die Kinderfahrgeschäfte und

– wo vorhanden – auch die großen und kleinen Riesenräder

von der milden Witterung während der Weihnachtsmarktperiode

profitierten. Da, wo die Märkte

nach den Feiertagen in die Verlängerung gingen, berichteten

viele Beschicker übereinstimmend von Zuwächsen

– und dass die Besucher nach dem vorherigen

Weihnachtsstress sehr entspannt noch einmal die

Märkte besuchten. Auch die Zusatz-Events, begleitend

zu den Märkten, nehmen in der Tendenz zu. „Fliegende

Weihnachtsmänner” oder Rentiere schweben

in immer mehr Städten hoch über die Weihnachtsmärkte.

In Hamburg eine echte Attraktion ist die Weihnachtsparade

durch die Innenstadt: mit 120 Teilnehmern,

entsprechend dekorierten Festwagen, Marching

Band und Schneekanonen. So etwas könnte

Die Weihnachtsparade

in der Hamburger Innenstadt

22


man sich auch beispielsweise

in Berlin gut vorstellen

– für alle möglichen Demos

ist dort fast jedes Wochenende

auch Platz und

werden Straßen gesperrt –

warum denn nicht auch mal

für etwas Schönes? Manche

Städte und Veranstalter

werben mittlerweile

auch mit Superlativen für

ihre Weihnachtsmärkte:

Etwa Dortmund mit dem

„größten Weihnachtsbaum”,

Dresden mit dem

„größten freigeschlagenen

Christbaum”, Halle an der

Saale mit der „höchsten

Adventskerze der Welt”,

Lüneburg mit dem „größten

Adventskranz Europas”

und die „größte Kerze der

Welt” soll gar in der hessischen

Provinz im Örtchen

Schlitz zu bewundern sein.

Das Marktforschungsinstitut

Mafo.de untersuchte im

Auftrag des Fachdienstes

W & V (Werben & Verkaufen)

14 Weihnachtsmärkte

auf ihre Stärke, Image- und

Bekanntheitswerte – und kam dabei zu folgendem Ergebnis:

Spitzenreiter ist Nürnberg, gefolgt von Dresden,

München, Augsburg, Köln, Leipzig, Hamburg,

Dortmund, Hannover und Erfurt. Auf Platz 11 in diesem

Ranking liegt Frankfurt, noch vor Bautzen, Rostock

und Stuttgart. Apropos Frankfurt: Hier gab es

eine Aktion des Zolls, die den Beschickern

ganz und gar nicht gefiel.

Während der Geschäftszeit

wurde eine Razzia durchgeführt,

bei der man illegal Beschäftigte

finden wollte. Dabei empörten sich

die Beschicker nicht über die Kontrolle

selbst, sondern an der Art,

wie sie durchgeführt wurde: vor

den Augen der Kunden und Besucher,

die teilweise erschreckt

wegliefen. Schaustellerverbandschef

Jürgen Feuerstein forderte

anschließend vom Zoll mehr Diskretion

bei solchen Aktionen. Für

Wirbel sorgte auch ein Radio-Spot

von „Das Örtliche – Service- und

Marketinggesellschaft” die damit

für ihre Telefonbücher warb – und

durch den sich die Schaustellerbranche

beleidigt sah. DSB-Präsident

Albert Ritter intervenierte: „Eine Telefonbuchwerbung,

die unseren ganzen Berufsstand in den Dreck

zieht, können wir uns nicht leisten!” Bundesweit in die

Medien geriet eine ganz andere Geschichte: Auf den

Berliner Weihnachtsmärkten sorgte ein Gift-Panscher

für Angst und Schrecken. Ein etwa 45 Jahre alter Mann

lud jeweils mehrere Besucher auf den Märkten an der

Gedächtniskirche, am Alexa, auf dem Alexanderplatz

und am Opernpalais zu einem „kostenlosen Schnaps”

ein. Dieser war mit giftigen Substanzen (vermutlich Liquid

Extasy) versetzt – und führte

bei den Opfern zu Übelkeit und

weiteren körperlichen Beschwerden.

Die Besucher auf den Berliner

Weihnachtsmärkten wurden

daraufhin zu erhöhter Vorsicht

aufgerufen. Charles Blume, Veranstalter

des Marktes am Alexa-

Center, setzte 1000 Euro „Kopfgeld”

auf den Giftpanscher aus

und verstärkte – wie die meisten

anderen Veranstalter – die Sicherheitsvorkehrungen

und die Anzahl

der Security-Kräfte. Trotz intensiver

Fahndung durch die Polizei

konnte der Täter allerdings nicht

gefasst werden. Ein besonderes

Ereignis, von dem auch der Weihnachtsmarkt

betroffen war, gab es

in Koblenz. Dort musste am 4.

Dezember fast jeder 2. Einwohner

anlässlich der größten Evakuierungsaktion

in der Stadtgeschichte

seine Wohnung räumen – und der Weihnachtsmarkt

blieb an diesem Tag geschlossen. Grund

war die Entschärfung einer britischen 1800-Kilo-Bombe

aus dem Zweiten Weltkrieg.


WEIHNACHTSMÄRKTE

Weihnachtszauber auf

dem „Neuen Markt” in Rostock

Der „fliegende Weihnachtsmann”

auf dem Christkindlmarkt

in Saarbrücken

Das historische Kinderkarussell

von Pascal Raviol

im Hauptbahnhof Leipzig

23


WEIHNACHTSMÄRKTE

HAMBURG

Nach wie vor ein

Publikumsmagnet: der Hamburger

Weihnachtsmarkt von

Roncalli am Rathausmarkt

Neben Berlin ist Hamburg, zumindest

was die Anzahl der

Weihnachtsmärkte angeht, die

Nummer 2 in Deutschland.

Als unangefochtener Platzhirsch

unter den Weihnachtsmärkten in

der Hansestadt gilt seit vielen Jahren

Roncallis historischer Weihnachtsmarkt

vor dem Hamburger

Rathaus – und der hat diese Stellung

2011 mit fast 3 Millionen Besuchern

gefestigt. Dabei wird das

erfolgreiche Ursprungs-Konzept

immer wieder mit Neuem ergänzt,

beispielsweise mit neuen Händlern

und Angeboten in den thematisierten

Gassen des Marktes.

Diesmal neu dabei waren beispielsweise

die Schokowerkstatt,

Schmuck aus Israel, wärmende

Kuscheltiere und ein Holzstempelschnitzer.

Mit einem neuen Konzept

überraschte der Veranstalter

des Marktes am Gänsemarkt, die Firma epa events

promotion GmbH: Aus dem „Hanseatischen Weihnachtsmarkt”

wurde „Alle Jahre wieder – Weihnachten

in Hamburg auf dem Gänsemarkt”. Statt der bisherigen

Stände mit der charakteristischen blau-gelben

Gestaltung gab es neue Hütten mit Giebeloptik in Taubenblau

und Weiß, die jeweils mit Lessing-Zitaten versehen

waren. Ob die neue Optik des Marktes nun

schöner als die vorherige war – das lag im Auge des

Betrachters. Schade war aber auf jeden Fall, dass

durch die fehlenden Eingangsportale (die von Fahnenmasten

ersetzt wurden) die Atmosphäre des „In

sich Geschlossenen” etwas gelitten hat. Der Markt vermittelte

durch die neuen Farben nicht mehr eine romantisch-heimelige

Atmosphäre, sondern eine eher

kühle. In Altona hatte ein neuer Weihnachtsmarkt Premiere:

Neben dem bekannten Ottenser Weihnachtsmarkt

im skandinavischen Stil gab es erstmals auch

auf der anderen Seite des Bahnhofs Altona einen

Markt. Nicht ganz so groß, aber schön gestaltet. Und

Weihnachtsmarkt-Profis konnten erkennen: Hier kamen

die früher auf dem Gänsemarkt eingesetzten

blau-gelben Buden zum Einsatz. Der kleine Weihnachtsmarkt

in St. Georg, quasi gegenüber dem

Geheimtip: der Weihnachtsmarkt

vor dem Rathaus

in Hamburg-Harburg

Neue Buden, neuer

Name und neues Konzept

für den Weihnachtsmarkt

am Gänsemarkt

24


WEIHNACHTSMÄRKTE

Der Wandsbeker

„Winterzauber”

Hauptbahnhof, konnte diesmal ansprechender gestaltet

werden, da die Baucontainer einer angrenzenden

Großbaustelle endlich abgebaut waren. Und auf

dem Wandsbeker „Winterzauber” gab es mit der ersten

„Eisbahn ohne Eis” eine Premiere. Die neue Anlage

besteht aus Kunststoff und wird ohne Energie und

Wasser betrieben. Als Geheimtip für Hamburger Weihnachtsmarktbesucher

gilt der Markt vor dem Rathaus

in Hamburg-Harburg, wo man dem Stress und der

Hektik der City-Märkte entfliehen kann.


NÜRNBERGER KINDERWEIHNACHT

Zum 13. Mal lockte in der Frankenmetropole, neben

Deutschlands berühmtesten Weihnachtsmarkt –

dem Christkindlesmarkt (1628 erstmals urkundlich erwähnt)

– die Kinderweihnacht. Zwei Gründe führten

1999 zu dieser Neuerung: Zum einen waren die Besucherzahlen

nach dem Boom der Wiedervereinigung

stagnierend und zum anderen bot der traditionelle

Markt mit seinen rund 180 Holzbuden kein adäquates

Angebot für Kinder. Beide Veranstaltungsorte liegen

nahe beieinander und sind mit dem Krippenweg verbunden.

Das Mitmach-Angebot (unter anderem Weihnachtsbäckerei,

Kerzenzieherei, Glaswerkstatt) wird

vom ersten Tag an gut angenommen und immer wieder

erweitert – aktuell mit einem Glasbläser. Die Karussell-Anlagen

sind weihnachtlich geschmückt und

treten jedes Jahr Mitte November ihre Reise vom Zoo-

Safaripark Stukenbrock in der Nähe von Bielefeld nach

Nürnberg an.

Es gastieren traditionell ein großes Doppelstock-

Karussell, ein kleines Kinderkarussell, eine Kinder-Eisenbahn

sowie ein kleines Riesenrad. Während der

Christkindlesmarkt unter der Regie der Stadt Nürnberg

steht, wird die Kinderweihnacht von der KT-Erlebnis

GmbH & Co. KG veranstaltet. Als Geschäftsführer

agieren u. a. Gottlob Krug vom BLV Nürnberg und

Lorenz Kalb vom Süddeutschen Schaustellerverband.

2011 ist Nürnberg seinem Ruf als attraktive Weihnachtsstadt

mit 2,3 Millionen Besuchern wieder gerecht

geworden – auch dank der Kinderweihnacht. ■

Klein, aber fein: der

Weihnachtsmarkt in St. Georg

Bestandteil des Nürnberger

Christkindlesmarktes: der

Bereich „Kinderweihnacht”

25


WEIHNACHTSMÄRKTE

KASSEL

Impressionen vom

Märchenweihnachtsmarkt in

Kassel

Auf eine sehr lange Geschichte und Tradition kann

der Märchenweihnachtsmarkt in Kassel zurückblicken:

Schon vor 1767 gab es laut Aufzeichnungen

einen „Christmarkt“ auf dem Altmarkt.

Ab 1767 fand er dann auf dem von Landgraf Friedrich

II. neu erbauten Königsplatz statt. Schon zum damaligen

Zeitpunkt bestand der Markt aus einem zweireihigen

Budenkranz, wo in der Mitte Weihnachtsbäume

aufgestellt waren und Tische, wo es Weihnachtsartikel

gab. Seit 1900 wechselte der Weihnachtsmarkt im

Zeitraum von einem dreiviertel Jahrhundert dann

mehrmals den Standort, sagt Andrea Behrens von

Kassel Marketing. Nach dem Meßplatz (heute Karlsplatz)

ging es an den Ständeplatz, danach wieder

zurück auf den Karlsplatz und schließlich zum Entenanger.

Im Jahr 1972 fand er endlich auf dem Friedrichsplatz

eine neue Heimat und wurde mit der Zeit auf

dem Königsplatz ausgeweitet. 1975 fand dann der erste

Märchenweihnachtsmarkt auf dem Friedrichsplatz

statt. Eine Premiere gab es in diesem Jahr: Das neue

Riesenrad der Schaustellerfamilie Nier aus Kassel feierte

seinen Einstand und wurde sehr gut angenommen.

Neben zwei moderneren Kinderkarussells (Bodem

und Berger) drehte sich auch ein älteres Pferdekarussell

(Schellberg), mit dabei war auch die

Weichnachts-Eisenbahn (Schäfer). Schon von weitem

sichtbar, erstrahlte die große Weihnachtspyramide.

Unter den Imbiss- und Ausschankgeschäften gab es

auch Spezialitäten aus Finnland und Schweden. Neben

dem klassischen Glögg gab es auch Snövit

(weißen Glühwein) oder ein Nordlicht (heiße Schokolade

mit Wodka und Sahne) sowie „Polar Rolle“ (kaltgeräucherten

Rentierschinken im Polarbrot mit Meerrettich-Frischkäsecreme

und Preiselbeeren) sowie

Feuerlachsrolle. In der Mitte des Platzes stand die urige

Gastronomie „Königsalm”. Die Bilanz am Ende bewegte

sich nahezu auf dem Niveau der Vorjahre. Zu

schaffen machte Beschickern und Besuchern vor allem

der häufige Regen, so Andrea Behrens, die seit

1998 im Veranstaltungsbereich tätig ist und seit 2003

die Weihnachtsmarktorganisation leitet.


26


ROTHENBURG O. D. TAUBER

WEIHNACHTSMÄRKTE

Der Weihnachtsmarkt

in Rothenburg o. d. Tauber

Er zählt wohl zu den romantischsten Weihnachtsmärkten

in Deutschland und wird jährlich von zigtausend

Besuchern aus Nah und Fern besucht: der

„Reiterlesmarkt“ zu Rothenburg ob der Tauber.

So verwandelt sich während der Vorweihnachtszeit

das mittelalterliche Rothenburg in ein Wintermärchen,

das schon seit dem 15. Jahrhundert von einem wunderschönen

Weihnachtsmarkt begleitet wird. Begleitet

wird der Reiterlesmarkt auch von einer Vielzahl kultureller

Veranstaltungen. Höhepunkt sind jedoch die Auftritte

des „Rothenburger Reiterle“, das dem Weihnachtsmarkt

seinen Namen gab. Heute säumen die

verwinkelten Gassen und Plätze um das Rathaus, seine

Gewölbe und den Marktplatz, viele ansprechende

Buden und Stände. Beliebt ist neben dem klassischen

roten Glühwein der „Weiße“, der hier gern und viel getrunken

wird. Eine Besonderheit: Glühweintassen können

auf dem „Reiterlesmarkt“ nur an zwei zentralen

Abgabestationen eingelöst werden. Neben dem Weihnachtsmarkt

lockten auch das angrenzende Weihnachtsdorf

und das „Deutsche Weihnachtsmuseum”

viele Besucher.


KÖLN

Er zählt zu den bekanntesten Weihnachtsmärkten

in Deutschland: der Markt am Kölner Dom. Einzigartig

vor dem imposanten Gebäude in einer traumhaften

Lage neben Kölns weltberühmter Kathedrale

standen wieder zahlreiche Buden und Stände bereit,

um auf das Weihnachtsfest einzustimmen.

Eine riesige Nordmanntanne thronte in der Mitte des

Platzes, wo unzählige Lichter für ein romantisches Ambiente

sorgten. Allein auf der Bühne unterm Sternenlichterzelt

standen 100 Veranstaltungen vom 21. November

bis 23. Dezember auf der Programmliste. Zu

den ältesten Weihnachtsmärkten Kölns zählt der auf

dem Neumarkt. Mit neuem Veranstalter und neuem

Konzept wurde seit 2008 der vorherige Charme der

70er-Jahre abgelegt. Mit Dekorationen und anspruchsvollem

Produktangebot verzaubert der „Markt

der Engel” hier die Besucher. Ein klassisches Karussell

der Firma Rosenzweig drehte hier seine Runden

und passte perfekt in das Bild. Ein weiterer Markt liegt

im Herzen der Altstadt. Dieser rustikale und gesellige

Weihnachtsmarkt wird auch die „Heimat der Heinzel“

genannt. So zieren viele dieser Wichtel die Eingangspforten

und ein sehr schönes historisches Riesenrad

lädt zum Mitfahren ein. Einen weiteren Markt gab es

diesmal mit dem Hafen-Weihnachtsmarkt am Schokoladenmuseum.


Impressionen

von den verschiedenen

Weihnachtsmärkten in Köln

27


WEIHNACHTSMÄRKTE

LUDWIGSHAFEN

PFORZHEIM

Ein Jubiläum gab es in

Pforzheim zu feiern:

Dort fand vom 21. November

bis zum 22. Dezember

2011 der „40. Goldene

Pforzheimer Weihnachtsmarkt“

statt. Viele Buden

und Hütten säumten die

Innenstadt, erstmals mit

dabei war die „Engelspyramide“

von Arnoux.

Mehr als 70 Händler präsentierten

eine Vielzahl

Neben dem bekannten und bewährten Weihnachtsmarkt

auf dem Berliner Platz in Ludwigshafen

kam 2011 ein neuer Markt hinzu: das „Winterdorf“

auf dem Platz der „Deutschen Einheit“ – direkt

am Einkaufszentrum „Rhein Galerie“.

Neben mehreren Buden und einem Kinderkarussell

konnte als Highlight das „Royal Bavarian Wheel“ von

Jost verpflichtet werden. Veranstalter des „Winterdorfes“

war das Center-Managment der „Rhein Galerie“,

die erst vor 15 Monaten eröffnet wurde. Mit einem farbenprächtigen

Feuerwerk wurde dann das Winterdorf

kurz vor Weihnachten sogar in die Verlängerung geschickt:

bis einschließlich zum 7. Januar 2012 hatte es

noch geöffnet.


von weihnachtlichen Geschenkideen

und kunsthandwerklichen

Waren.

Angeschlossen an den

Weihnachtsmarkt war die

Eisbahn „City on Ice“.

Außergewöhnlich war

auch die Weihnachtsbeleuchtung

mit ihren goldenen,

illuminierten Sternsymbolen

in der gesamten

Stadt.


HANAU

Mehr als 70 Verkaufs- und Gastronomiestände

lockten wieder viele Besucher auf den Weihnachtsmarkt

(25. November bis zum 22. Dezember

2011) auf dem Marktplatz der Gebrüder-Grimm-

Stadt Hanau (Hessen).

Perfekt in Szene wurde der „größte hessische Adventskalender”

gesetzt, der hinter historischen Fenstern

des Neustädter Rathauses wieder Motive der

Brüder Grimm zeigte. Die Öffnung des jeweiligen Fensters

stand täglich um 18 Uhr an. Im Rathaus fand der

Künstler-Weihnachtsmarkt statt. Auf dem Marktplatz

waren außer den Ständen auch die schön dekorierten

Kinderkarussells von Hollenbach und Eberhardt mit

von der Partie, ebenso das historische Riesenrad von

Klaus Weingärtner, der zum vierten Mal sein hölzernes

Schmuckstück aufbaute.


28


ROSTOCK

Der Rostocker Weihnachtsmarkt öffnete vom 24.

November bis zum 22. Dezember 2011 seine Pforten

und zauberte festlichen Lichterglanz in die historische

Innenstadt. Insgesamt luden 275 Schausteller

und Markthändler 29 Tage lang zum Bummeln

und Genießen in vorweihnachtlicher Atmosphäre

ein.

Mit circa 250 festlich dekorierten Holzhütten erstreckte

sich die Bummelmeile des Rostocker Weihnachtsmarktes

mit einer Länge von über 3 Kilometern vom

Neuen Markt über den Universitätsplatz zum Kröpeliner

Tor bis zur Fischerbastion. Während auf der Fischerbastion

der Vergnügungspark mit Karussells und

Bahnen aufgebaut war, ging es auf den restlichen Plätzen

beschaulich und traditionell zu. Der Weihnachtsmarkt

wird seit Beginn der 1990er-Jahre von der Großmarkt

Rostock GmbH veranstaltet und entwickelte sich

seitdem zu einem der größten und schönsten in Norddeutschland.

Er lädt in der Adventszeit zum Bummeln,

Schlemmen und Karussellfahren ein, bietet vielfältiges,

buntes Markttreiben, das jährlich auch Zehntausende

Touristen aus Schweden und Dänemark anlockt.

Zur offiziellen Eröffnung am 26. November trafen

gegen 14 Uhr der Weihnachtsmann und sein Gefolge

mit dem Traditionssegelschiff „Albert Johannes“ im

Stadthafen ein. Nach dem Anlegen wurden sie von vielen

aufgeregten Kindern und dem Oberbürgermeister

der Hansestadt, Roland Methling, empfangen. Dann

fuhr der OB mit seinen Gästen mit einer historischen

Postkutsche durch die Stadt zur Märchenbühne auf

dem Neuen Markt. Dann wurde mit dem traditionellen

Anschnitt des Riesenstollens der Weihnachtsmarkt

endlich offiziell eröffnet. Nicht nur für die Rostocker,

auch für viele Besucher von außerhalb gehört ein Besuch

des Weihnachtsmarktes zu den festen Traditionen

in der Vorweihnachtszeit. Man trifft sich mit Bekannten

und Freunden und genießt die typischen Spezialitäten

wie Backbananen, original Rostocker Rauchwurst,

finnischen Weihnachtspunsch, Riesenbratwürste,

Mutzen oder eine der anderen zahllosen Naschereien.

Neben weiteren Spezialitäten aus Finnland und

Schweden konnte man diesmal auch Bio-Glühwein

probieren. Märchen, Musik und Tanz wurden auch auf

dem Historischen Weihnachtsmarkt geboten, der auf

dem Nonnenhof des Klosters zum Heiligen Kreuz stattfand.

Auf dem historischen Markt gaben circa 25

Handwerker, Händler und Gaukler einen Einblick in

mittelalterliche Lebensweisen und zeigten uralte

Handwerkskünste der Schmiede, Zimmerleute, Tischler,

Gürtler oder Bäcker. In einem Zelt konnten die Kinder

den Geschichten der Märchenerzählerin lauschen.

Wer Action suchte, wurde auf der Fischerbastion

fündig. Die Winterkirmes auf dem beliebten Treffpunkt

der Jugendlichen wurde nach längerer Pause

wieder von Blumes Geisterbahn „Daemonium“ dominiert.

Weitere Attraktionen

waren der „Flipper“ von Splitt,

das „Projekt1“ der Gebrüder

Boos, der Autoskooter „Hot

Wheels“ (L. Welte), die Familienachterbahn

„Speedy

Gonzales“ (M. Welte), Scheibenwischer

(Weihs), „Crazy

Outback“ (Hofmann-Jehn)

und Fehlauers „Breakdance”.

Zum ersten Mal gastierten

die „Petersburger Schlittenfahrt“

von Burgdorf,

Sturms „Kristall-Palast“ und

die Riesenrutsche von Gormanns.

Den Kindern standen

auf dem Neuen Markt und dem Universitätsplatz fünf

Kinderkarussells zur Verfügung. Neben Taubes „Wiener

Sport Rad“ – das seit 46 Jahren zu den Stammbeschickern

gehört – konnten die Besucher im „Hanse-

Rad“ von Geisler die Aussicht genießen oder ihre Runden

in der „Montgolfière“ (Finke-Zarnikau) und dem

Wellenflug von Eberhard & Barth drehen. Des Weiteren

sorgten auf diesen Plätzen die Pyramide von Jens

Hamberger, das „Weihnachtslabyrinth“ (Lutz Hofmann)

und fünfzehn weitere Imbiss- und Ausschankgeschäfte

für das leibliche Wohl der Besucher. An

sechs unterschiedlichen Spiel- und Geschicklichkeitsgeschäften

konnte man mit etwas Glück noch ein

paar Weihnachtsgeschenke gewinnen. Neben dem

bereits erwähnten „Kristallpalast“ waren am Kröpeliner

Tor der Simulator von Walkhoefer und zwei Kinderfahrgeschäfte

aufgebaut. Zwei Imbiss- und ein Süßwarenbetrieb

sorgten auf diesem Areal für das leibliche

Wohl.

Der Schaustellerverband Mecklenburg-Vorpommern

sammelte wieder fleißig Spenden ein. Insgesamt konnten

dadurch fast 4.000 Euro für soziale Zwecke übergeben

werden. Obwohl 2011 wieder ein „grüner Weihnachtsmarkt“

stattfand – es schneite an keinem einzigen

Tag – stürmte und regnete es häufig. In der letzten

Woche strömten dann bei mildem, trockenem Wetter

doch noch viele Besucher auf den Markt, besonders

am Mittwoch, dem 21. Dezember, als das NDR-

Fernsehen live vom Rostocker Weihnachtsmarkt berichtete.

Um die erforderliche Übertragungs- und

Lichttechnik aufbauen zu können, musste der Kinder-

Kettenflieger von Urbigkeit einen Tag vorher abgebaut

werden. Nach dem Abendmagazin konnten die

Besucher den Abend bei einer Fahrt mit reduziertem

Preis im „Hanse Rad“ oder an einem der zahlreichen

anderen Stände und Karussells ausklingen

lassen, da der Markt nicht wie sonst an den

Wochentagen um 20 Uhr geschlossen wurde.

Trotz häufigem Sturm und Regen war der Rostocker

Weihnachtsmarkt 2011 insgesamt wieder

eine gelungene und geschäftlich gute Veranstaltung.


Impressionen vom

Rostocker Weihnachtsmarkt

29


WEIHNACHTSMÄRKTE

PYRAMIDEN-NEUHEITEN

Bergmann-Pyramide

Gebaut von Pfaff:

die Pyramide von Bergmann

auf dem Alexanderplatz in

Berlin

Andreas Pfaff ist schon lange im

Geschäft und hat zusammen mit

seinen vier Brüdern, darunter die

Firma Marko Pfaff & Co. Spezialfahrzeugbau

GmbH aus Bad Lausick,

viel Erfahrung mit der Konstruktion

und dem Bau von Weihnachtspyramiden.

Immer mehr

Stockwerke kamen in den letzten

Jahren dazu und immer weiter

wuchsen sie in den Himmel. 2010

stellte Henry Jacob seine XXL-

Weihnachtspyramide vor. 2011

startete Arnold Bergmann auf seinem

Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz

mit einer Version, die in

den Grundmaßen größer dimensioniert

ist – Durchmesser 11 m

und rund 20 m Höhe sowie Imbiss-

Anbau. Premiere und Test war

beim Berliner Oktoberfest, bevor

sich die Konstruktion mit 10 Transporten

auf den Weihnachtsmarkt

am Alex präsentierte. Während die

Aufbauzeit ohne Dekoration mit einem

Tag schnell erledigt ist, erschreckt die Anzahl der

Transporte. Sie rührt daher,

dass es sperrige Teile sind,

die keinen Klappmechanismus

besitzen und viel Volumen

beanspruchen. Von den

sechs Ebenen sind drei begehbar

und drei für Dekoration

– wie beim Weihnachtsmarkt

mit Krippenfiguren.

Die Flügel und die Figuren

drehen sich, optisch ansprechend

ist das Farbwechselspiel

der Flügel. Die Basis

bilden der Verkauf und die

Küche. Das Restaurant im 1.

Stock hat 60 Plätze, einen eigenen

Ausschank sowie einen

extra Aufzug für Speisen.

Darüber befindet sich

die Etage für Musikdarbietungen

mit Rundum-Blick. 10

Stehtische mit Dach sind

kreisförmig um die Pyramide

angeordnet und waren beim

Weihnachtsmarkt immer gut

genutzt. Arnold Bergmann

will seine neue Konstruktion,

mit wechselnder Dekoration, auch im laufenden Jahr

einsetzen – beispielsweise beim Berliner Ostermarkt

oder beim Deutsch-Französischen Volksfest. Dafür

baut die Firma Pfaff neue Stellwände und Zaunelemente,

die optisch attraktiv den Biergarten begrenzen

und einen Ort der Gemütlichkeit erschaffen. Auch seine

Glühwein-Tassen hatten ein besonderes Format –

schlank und lang – und passten damit wunderbar zur

Pyramide. Viele Besucher haben sich die Tasse als

Souvenir mitgenommen und unterwegs bei anderen

Märkten nachschenken lassen. „Bis zum Gendarmen-

30


markt sind meine Tassen gewandert. Kein Wunder,

dass sie so schnell ausverkauft waren“, so Arnold

Bergmann in der Bilanz, mit der er 2011 sehr zufrieden

war. Eine weitere, kleinere Variation der Weihnachtspyramide

mit rund 10 m Höhe betrieb er an der

Gedächtniskirche/Breitscheidplatz.

Engelspyramide Arnoux

Auf dem Pforzheimer Weihnachtsmarkt feierte sie Premiere

und ragt – nach Besitzerangabe – stolze 23 Meter

in die Höhe: Die Rede ist von der „Engelspyramide“

von Edgar Arnoux aus Karlsruhe. Arnoux brachte

vor vielen Jahren zahlreiche Vergnügungsgeschäfte

auf die Reise – zog sich dann aber 1995 von der Reise

zurück. Nun kehrte er – zumindest zur Weihnachtszeit

– wieder zurück in die Branche. Realisiert hat das

Geschäft die Firma Schmäding, die zunächst die Anregungen

und Wünsche von Arnoux aufnahm. Zusammen

mit einem Kölner Designer aus dem Bekanntenkreis

von Arnoux entstand dann der Gestaltungsentwurf.

Nach mehrmaligen Änderungen, bei denen

auch die Größe des Geschäftes kontinuierlich wuchs,

stand dem Bau nichts mehr im Wege. Mit anspruchsvollen

Schnitzereien und viel Liebe zum Detail entstand

dann in mehrmonatiger Bauzeit die Riesen-Pyramide.

Zwei Wochen vor dem Start des Weihnachtsmarktes

in Pforzheim war sie fertiggestellt. Nachdem

die „Engelspyramide“ zunächst auf dem heimischen

Firmengelände aufgebaut wurde und die restlichen

Dekorationselemente angebracht waren, rollten nach

dem Abbau die Transporte nach Pforzheim, in das

Herzstück der Fußgängerzone. Aus drei Containern

besteht das Erdgeschoss, der erste Stock aus 2 Containern.

Weiter geht es mit einem Container über der

ersten Etage und dann einem weiteren, der dreimal

nach oben hin ausgezogen wird. Das achteckige Erdgeschoss

(Grundstellfläche von 10 x 11 Meter) beherbergt

in der Mitte eine große Bar mit mehreren Ausschankstellen.

Es stehen ausreichend Regale sowie

Kühl- und Abstellflächen zur Verfügung. Im Stockwerk

darüber lockt das „Engels-Stübchen“ für bis zu 30

Personen. Eine besondere Augenweide bietet sich ab

Einbruch der Dunkelheit, wenn die Engelspyramide im

festlichen Lichterglanz erstrahlt.


Gebaut von Firma

Schmäding: die „Engelspyramide”

von Arnoux in Pforzheim

31


SPECIAL

Idyll unter Bäumen:

die Packwagen des Pferdekarussells

im Freilichtmuseum

Cloppenburg

Bereits beim Betreten des Museumsdorfes

im Niedersächsischen

Freilichtmuseum in Cloppenburg

hörte man die Kirmesorgel

erklingen: Vom 30. Juni bis

zum 3. Juli 2011 lockte dort die

„1. Historische Dorfkirmes”. Attraktionen

waren unter anderem

eine nostalgische Raupenbahn,

Pferdekarussell und Schiffschaukel.

Text & Photos: Nils Benthien

Auf der Museumskirmes

gab es viel zu entdecken

Museumskirmes

wurde gegen Ende des

19. Jahrhunderts im thüringischen

Neustadt an der

Orla bei Friedrich Heyn gebaut.

Das Pferdekarussell

B

ereits der Weg zum Festplatz war interessant gestaltet:

mit speziellen Fahnen, auf denen historinem

Löwen und einem Schwein sowie zwei Kutschen,

besteht aus 16 Auslegern, 20 hölzernen Pferden, eische

Fotos von bekannten Volksfesten aus der Region

– unter anderem aus Leer vom Gallimarkt, Olden-

Seepferd. Eine Orgel von Ruth und Sohn aus Wald-

zwei Kaffeetassen und als weitere Besonderheit einem

burger Kramermarkt, Bremer Freimarkt, Zeteler Markt, kirch ist im Inneren des Karussells zu bestaunen und

Roonkarker Markt und dem Stoppelmarkt in Vechta – zu hören. Noch heute wird das Karussell mit einem

zu sehen waren. Auf dem Festplatz angekommen, Salzwasseranlasser betrieben. Ab den 1930er-Jahren

konnten die Besucher und die Fans nostalgischer gehörte das Karussell der Schaustellerfamilie Fink aus

Volksfestattraktionen – einige reisten sogar eigens aus Rastede. 1950 erwarb Friedrich Heinemann, ebenfalls

den Niederlanden an – das „Alt-Ammerländer Pferdekarussell”,

eine Kinderschiffschaukel und eine Rau-

reiste damit auf Jahrmärkten und Schützenfesten des

aus Rastede bei Oldenburg, das Pferdekarussell und

penbahn bestaunen und mit diesen zu Preisen wie Ammerlandes, wo es auch seinen Namen erhielt: „Alt-

1960 fahren. Das Alt-Ammerländer Pferdekarussell Ammerländer Pferdekarussell”. Im Jahr 1979 erwarb

32


SPECIAL

Das „Alt-Ammerländer

Pferdekarussell” von Heinemann

das Museumsdorf Cloppenburg das Geschäft. Das in

die Jahre gekommene Karussell wurde mit Unterstützung

der Handwerkskammer Oldenburg und dem

Jobcenter Oldenburg restauriert und erstrahlt nun im

neuen Glanz. Auch zur Schiffschaukel gibt es eine Geschichte:

Die Schaustellerin Maria Müller aus Neustadtgödens

ließ einst bei örtlichen Handwerkern eine

Kinderschiffschaukel bauen. Dies waren unter anderem

der Schmied Kernkamp und Frau Müllers Nachbar,

Manfred Clemens, der die Dekorationsmalereien

Eine Auswahl der Besatzung

des Pferdekarussells

33


SPECIAL

Detailansichten

des Pferdekarussells von

Heinemann

schuf. Maria Müller reiste ab 1947

mit der fertiggestellten Kinderschiffschaukel.

Im Jahr 1991 ging

sie in den Besitz des Museumsdorfes über. Die Orginalhartfaserplatten

mit den bemalten Motiven sind

nach 50 Jahren Nutzung im Depot des Museums eingelagert

worden und durch Repliken des Kunstmalers

Vladimir Schlündt ersetzt worden. Die Kinderschiffschaukel

wurde vom Museum oft für Werbe- und Unterhaltungszwecke

eingesetzt. 2010 wurde die Schaukel

dann in vier Monaten restauriert und dabei sollte

Malerei an der Dachkante

des Karussells

34


SPECIAL

Die Kinderschiffschaukel

von 1946

möglichst viel von der alten Substanz erhalten bleiben.

Die Ludgerus-Werke aus Lohne restaurierten mit Unterstützung

des Jobcenters Vechta im Rahmen eines

beruflichen Qualifizierungsprojektes die Schaukel.

Im Mittelpunkt: die Raupenbahn

Herzstück der historischen Dorfkirmes war die Raupenbahn

aus dem Jahre 1936. Die Raupe wurde vom

Karussellbaubetrieb Hans und Paul Gundelwein im

thüringischen Wutha (in der Nähe von Eisenach) gebaut.

1936 wurde durch die Baubehörde Datteln die

Genehmigung erteilt und das Geschäft durfte fortan

auf Märkten, Kirmessen und Schützenfesten aufgebaut

und betrieben werden. Ab 1952 gehörte die Raupenbahn

Ida Reminder aus Duisburg. Wer zuvor Besitzer

war, ließ sich bis heute nicht ermitteln. 1960 erwarb

Willy Krabbe mit seinem Sohn Willy aus Gronau

im Münsterland die Raupenbahn und betrieb sie 18

Jahre lang. Dann wurde das Geschäft 1975 nach Berlin

verkauft, an die Schaustellerfamilie Michen, die sich

schon 1977 wieder davon trennte. Nächste Station war

Hamburg: Die Schausteller Roman und Henry Rasch

reisten 18 Jahre lang mit der Raupenbahn. Letzte Station

unter Schaustellerregie war dann ab 1995 bei Fred

Vater aus dem Landkreis Harburg, der die Bahn im

Jahr 2005 aus gesundheitlichen Gründen an das Museumsdorf

Cloppenburg abgab. Bis 2002 war dieses

Fahrgeschäft noch regelmäßig in Betrieb gewesen. Ab

Februar 2009 wurde in Zusammenarbeit der Handwerkskammer

Oldenburg mit dem Jobcenter Oldenburg

die Raupenbahn aufwändig restauriert. Aber

auch viele ehrenamtliche Helfer beteiligten sich. Für

die Polsterarbeiten war Paul Münch aus Cloppenburg

verantwortlich. Die elektrischen Anlagen wurden von

Ingo Nordmann aus Cloppenburg erneuert bzw. restauriert.

Helmut Wilken aus Schortens kümmerte sich

unter anderem um die Musikanlage und den Salzwasseranlasser.

Bei der Restaurierung orientierte man

sich an die Optik der 1960er-Jahre, wobei Dipl.-Restaurator

Jaroslav Orzag aus Bremen eine restauratorische

Analyse erstellte und bei der Dokumentation

und Aufarbeitung alter Farbfassungen unterstützte.

Der Raupenbalg und die Planenteile wurden von Raap

Planen und Zelte KG aus Hamburg angefertigt. Im

nächsten Jahr werden noch die Ausleger ausgetauscht,

diese werden von der Spezialmaschinenbau

Kurre GmbH aus Ramsloh hergestellt.

Auch eine historische Schießbude war auf der Veranstaltung

präsent: 2005 erwarb das Museumsdorf die

Schießbude, die in den 1950er-Jahren gebaut wurde

Eine Schießbude aus den

1950er-Jahren

35


SPECIAL

Die Raupenbahn,

Baujahr 1936

Der Raupenbalg schließt sich

36


SPECIAL

Die Raupenbahn in

Betrieb und der Fahrchip des

Karussells

Schausteller Fred Vater

war einer der Vorbesitzer der

Raupenbahn – und kehrte zur

Museumskirmes zurück in den

Fahrstand des Karussells

und früher einem niedersächsischen Schausteller

gehörte. Diese wurde von Mitarbeitern der Ludgerus-

Werke aus Lohne und Helfern restauriert. Ebenfalls lud

auf der 1. historischen Dorfkirmes das Puppentheater

„Heyderhoffmann“ aus Oldenburg zu Vorstellungen

ein und auch der Flohzirkus „Tonga“ zog kleine wie

große Museumsbesucher an. Ferner gab es noch Illusionen

im Stil der 1920er-Jahre. Außerdem gab es

noch „Kuby´s Hochseilshow“. Nach der Show der Profis

durften die kleinen Besucher selbst mal probieren,

auf dem dünnen Seil zu laufen. Entertainer „Lorenzo”

unterhielt mit Jonglagen und Seifenblasen-Pantominen.

Auch der Klassiker „Hau den Lukas“ und ein Porträtzeichner

durften nicht fehlen und es gab natürlich

auch Popcorn und Zuckerwatte. Die Aalräucherei

Bruns bot Fischbrötchen und geräucherte Aale an. Die

Schaustellerfamilie Wilken

baute ihren Imbiss

und Ausschank auf. Ein

Drehorgelspieler sorgte

für volksfesttypische

Musik. Aufmerksamkeit

erweckten auch die starken

Kerle der Truppe

„Kettlebell“, sie streckten

pro Hand 35 Kilogramm

nach oben. Und:

Schausteller Fred Vater

als letzter Besitzer der

Raupenbahn war vor Ort

und bediente und rekommandierte

mit Herz

37


SPECIAL

Die einmalige Museumskirmes-Kulisse

wurde von

einigen Brautpaaren als Motiv

für Hochzeitsfotos genutzt

„Kubys Hochseil-Show”

und Zaubereien im Schauzelt

und Seele an seiner ehemaligen Raupenbahn. Am

Donnerstagnachmittag eröffnete der Leiter des Niedersächsischen

Freilichtmuseums, Prof. Uwe Meiners,

die 1. historische Dorfkirmes unter Anwesenheit von

150 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Für

die musikalische Begleitung sorgte das Trio „Schlagerlust”,

das Schlager- und Rock´n Roll-Musik spielten.

Am Sonntag gab es noch eine Führung mit Erläuterungen

zu den Restaurierungsmaßnahmen an den

einzelnen Karussells durch Museumsmitarbeiter Matthias

Bunzel und Susanne Fredebeul aus Ahlen als

Restauratorin und Expertin für Karussellpferde. Die

Besucher Maria und Axel Thomsen aus Cloppenburg

schwelgten in romantischen Erinnerungen, denn vor

34 Jahren haben sie sich zum ersten Mal geküsst in

dieser Raupenbahn, die einst fester Bestandteil der

Cloppenburger Kirmes war. Die Museumsmannschaft

überraschte das Paar mit einer Sonderfahrt, die sie

ganz allein absolvieren durften. Im Anschluss spendierte

Museumsleiter Prof. Uwe Meiners Sekt sowie

zwei Rosen von der Schießbude.

Die Medien berichteten im großen Umfang über die historische

Dorfkirmes. Im Museumsdorf befindet sich

übrigens auch das Standesamt der Stadt Cloppenburg

– die Burg Arkenstede – und so wurden während

der Spieltage des öfteren Brautpaare auf der Kirmes

gesehen, um ein sehr spezielles Hochzeitsbild zu bekommen.

Insgesamt kamen während der vier Tage

über 10.000 Besucher zur 1. Dorfkirmes ins Museumsdorf.

Die Verantwortlichen können sich gut vorstellen,

auf Grund dieses Erfolges 2012 wieder eine

derartige Veranstaltung durchzuführen .


38


MODELLBAU

MINIATUR-NEBELMASCHINE

Die Nebelmaschine

am Musik Express in Betrieb

Die Nebelmaschine ist

im Dachstuhl untergebracht.

Im Detail: der Tank und die

Dosierpumpe

Text: Rolf Orschel

Photos: Christian Geist

Im vergangenen Jahr hat Kirmes-Modellbauer Christian

Geist aus Hemsbach bei Mannheim für sein

Musik Express-Modell im Maßstab 1:16 (siehe KPR

Nr. 147) eine funktionstüchtige Verdampfer-Nebelmaschine

gebaut, die auf der Messe „modell-hobby-spiel“

Anfang Oktober 2011 in Leipzig in Betrieb

genommen werden konnte.

Das Gehäuse der Miniatur-Nebelmaschine hat der gelernte

Maschinenbau-Mechanikermeister aus Aluminium

gefräst und die Düse für den ausströmenden Nebel

ausgedreht. Anschließend ließ er das Gehäuse

schwarz eloxieren, da es im Betrieb sehr heiß wird und

normale Lackfarbe nicht dauerhaft der Hitze standhalten

würde. Das Heizelement besteht aus einem gedrehten

Zylinder aus Kupfer, der mit Kupferlitze umwickelt

wurde, wodurch die Oberfläche vergrößert

wird. Außerdem kann durch den sich ergebenden Kapillareffekt

das Nebelfluid restlos verdampfen. Als Heizung

für den Verdampfer wird eine 35 Watt Halogenlampe

verwendet. Der künstliche Nebel entsteht – wie

bei allen Verdampfer-Nebelmaschinen –, indem das

Nebelfluid aus einem Tank mit Hilfe einer Dosierpumpe

in kleinen Tropfen auf das Heizelement gepumpt wird.

Die Fluidtropfen verdampfen auf dem heißen Kupferzylinder,

wobei sie durch den dabei entstehenden

Druck in kleinste Tröpfchen aufgespalten und durch

die Düse des Gehäuses ausgestoßen werden. Durch

die Drehbewegung des Karussells entsteht eine Luftströmung,

die den Nebel im Modell verteilt. Als Verdampferflüssigkeit

für seine Miniatur-Nebelmaschine

verwendet Christian Geist handelsübliches Nebelfluid.

Um den Wirkungsgrad zu verstärken, erhöht er die

Glycerinkonzentration, wodurch der Nebel dichter

wird und weniger Fluid verbraucht wird. Zur ersten öffentlichen

Präsentation der Nebelmaschine auf der

Messe in Leipzig reichten 100 ml Nebelflüssigkeit drei

Tage lang für den jeweils achtstündigen Dauerbetrieb

aus. Die 20 x 20 x 70 mm große Nebelmaschine wird

mit einer Spannung von 12 V Gleichstrom betrieben

und bewies während des Dauerbetriebs ihre Leistungsfähigkeit

und absolute Zuverlässigkeit. ■

40


ACTION DVDs im KIRMES-SHOP

Diese Special Interest DVD ist ein MUST HAVE für Ride

Junkies, Technik-Passionierte und Kirmes- und Karussell-

Liebhaber.

iKIRMES just RIDE zeigt in 102 Minuten Video brilliant

aufgezeichnete und geschnittene Fahrsequenzen mit

vielen geschmackvollen Splitscreensequenzen.

iKIRMES just RIDE: 25 transportable Vergnügungsanlagen

und Achterbahnen von brandaktuellen

Anlagen bis hin zu beliebten Kirmes Klassikern.

Erstmalig gibt es auf der neuen iKIRMES just RIDE DVD

spektakuläre Zeitraffer-Aufnahmen vom Aufbau des

EUROPA RAD und THE TOWER.

Die Aufnahmen wurden im Jahr 2010 auf den Top

Kirmesplätzen in Deutschland und Luxemburg digital

gefilmt und hochwertig in voller 16:9 Auflösung editiert.

Film 01 | Major Rides 1:

Air Crash, Rocket, Flip Fly, XXL, Booster Maxxx,

Break Dance (Diebold), Circus Circus, Hexentanz,

Das Fun Schiff, Europa Rad, Jupiter Rad, Action House.

Laufzeit: 45:14 min

Film 02 | Major Rides 2 & Rollercoasters:

Spinning Racer, Alpina Bahn, Teststrecke, Olympia

Looping, Euro Coaster, Crazy Mouse, Take Off, Flipper

(Levy), Alpha 1, Octopussy, Air Maxx, Star Flyer 48.

Laufzeit: 40:47 min

Film 03 | Aufbau Europa Rad & The Tower:

Aufbauszenen EUROPA RAD (Kipp) als Zeitraffer, Auffahren

der Transporte von THE TOWER bei Nacht, Aufbau THE

TOWER (Blume) als Zeitraffer.

Laufzeit: 17:35 min

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RÜCKBLICK

GERA

Zu Gast in Gera: der

„High Explosive”-Coaster

Promo-Aktion der

Schausteller in der Innenstadt

Halloween-Stimmung

am Autoskooter von Krebs

Text & Photos: Rolf Orschel

Nach mehr als 20 Jahren hatte das Geraer Herbstvolksfest,

das im vergangenen Jahr vom 22. Oktober

bis 6. November gefeiert wurde, wieder einmal

eine Achterbahn zu bieten. Die umfangreichen Werbemaßnahmen

waren auf diese Attraktion ausgelegt.

Mit diesem Zuggeschäft und den weiteren Attraktionen

erlebte das Herbstfest einen regelrechten

Traumstart – für Geraer Verhältnisse.

Da der Papstbesuch in Thüringen den Zeitplan der

Herbstfeste in Thüringen durcheinander brachte,

musste auch das letzte Volksfest der Saison in Gera

eine Woche nach hinten verschoben werden. Durch

die Terminverschiebung konnten die Veranstalter, der

städtische Eigenbetrieb Kultur- und Veranstaltungsmanagement

und der Volksfestbeirat der Stadt, in Zusammenarbeit

mit dem Thüringer Schausteller-Fachverband

insgesamt 30 Geschäfte vertraglich binden,

wodurch das Herbstvolksfest 2011 eines der größten

der letzten zwei Jahrzehnte war. Auf dem Festplatz

Hofwiesenpark waren folgende Attraktionen aufgebaut:

das Riesenrad „Moulin Rouge“ (Wolters-Domke),

Vorlops „High Explosive“, der „Breakdance” von Hentrich,

der „Cortina Jet“ (Sachs-Schmitgen), die Geisterbahn

„Cape Fear“ (Boos), der Autoskooter von

Krebs, der Kettenflieger „Flying Circus“ (Kirchner),

und Schiecks Simulator „Time Machine“. Mit dabei war

auch der „Magic“ von Müller-Volklandt, der als adäquater

Ersatz für ein kurzfristig abgesagtes Fahrgeschäft

in Gera gastierte. Für die Kinder standen eine

Super-8-Schleife“, ein Sportkarussell, eine Kindereisenbahn

und ein Babyflug zur Verfügung. Das Herbstfest

wurde am 22. Oktober um 16 Uhr mit dem traditionellen

Fassanstich durch den Oberbürgermeister,

Dr. Norbert Vornehm, offiziell eröffnet. Zuvor drehten

sich die Karussells und Bahnen ab 14 Uhr für 30 Minuten

zum halben Fahrpreis. Erstmals war die Schaustellerjugend

am ersten und zweiten Samstag auf Promotiontour

im Stadtzentrum unterwegs. Für diese Aktion

hatte der Schausteller Gunter Gerhardt extra ein

transportables und funktionstüchtiges Mini-Riesenrad

42


gebaut. Die Idee dazu wurde Monate vorher am Biertisch

vom Erbauer des Mini-Rades und Manfred Hentrich

geboren. Auf der Eventfläche vor dem Kultur- und

Kongresszentrum hatten die Jugendlichen neben dem

Riesenrad einen Zuckerwattestand und ein Glücksrad

aufgebaut. Wem das Glück hold war, der konnte hier

eine Portion Zuckerwatte oder Fahrchips gewinnen.

Die Promotion kam bei der Bevölkerung bestens an

und wurde am zweiten Samstag musikalisch von der

Percussion-Gruppe der Musikschule Gera begleitet,

die anschließend den Lampion- und Fackelumzug anführte.

Zu den Höhepunkten der Veranstaltung zählten

mittwochs die gut besuchten Familientage mit ermäßigten

Preisen und eine Halloween-Party, die am

mittleren Wochenende vom 29. bis 31. Oktober gefeiert

wurde. Zum Auftakt für diese drei tollen Tage fand

am Samstag ein Lampion- und Fackelumzug statt. Er

führte vom Stadtzentrum zum Festplatz, wo anschließend

die Halloween-Feuer entfacht wurden. Die

Schausteller hatten ihre Geschäfte mit typischen Halloween-Dekorationen

geschmückt und überraschend

viele Besucher kamen an den drei Tagen dem Anlass

entsprechend kostümiert. Am Freitag, dem 4. November,

läutete gegen 21:30 Uhr ein Höhenfeuerwerk, das

direkt neben dem Festplatz abgebrannt wurde, das

letzte Wochenende des Herbstfestes ein.

Zum geschäftlichen Verlauf: Die Veranstalter und

Schausteller konnten sich über einen deutlichen Aufwärtstrend

freuen. Nach dem Traumstart vergnügten

sich an den Wochentagen und besonders an den Wochenenden

viel mehr Besucher als in den vergangenen

Jahren auf dem Herbstfest, die das Vergnügungsangebot

gut annahmen und den meisten Beschickern

gute Umsätze bescherten.


RÜCKBLICK

SCHLÜCHTERN

Text & Photos:

Rolf Orschel

Vom 4. bis zum 8. November 2011 fand mit der 61.

Auflage des Kalten Marktes in der Kleinstadt bei

Fulda in Osthessen eines der bedeutendsten Heimatfeste

der Region statt. Die Ursprünge des traditionellen

Festes reichen bis in das 12. Jahrhundert

zurück.

Der ursprüngliche Pferdemarkt wird jedes Jahr am ersten

November-Wochenende gefeiert und verwandelt

das Städtchen in eine Feiermetropole. Veranstalter ist

die Stadt, die sich stets bemüht, einen ansprechenden

Mix aus buntem Markttreiben und einer ansehnlichen

Kirmes zusammenzustellen. Während in mehreren

Straßen der Innenstadt der große Krammarkt mit 280

Ständen stattfindet, ist der nahe gelegene Parkplatz

am Untertor das geeignete Terrain für den Vergnügungspark.

Dort lockten im vergangenen Jahr das

schon von weitem sichtbare Riesenrad „Caesars

Wheel“ von Landwermann & Henschel, die Überkopfschaukel

„Flip Fly“ von Clauß, Niers Musik Express

„Star Light“, der „Taumler“ von Roie, der Autoskooter

von Kalbfleisch und Schramms „Drop Zone“. Für die

kleinen Besucher standen ein Babyflug, eine Super-8-

Schleife und ein Bungee-Trampolin bereit. Mehrere Imbiss-

und Süßwarenbetriebe und unterschiedliche Reihengeschäfte

wie Schießen, Lose, Dosenwerfen und

Pferderennen rundeten das Vergnügungsangebot ab.

In der angrenzenden Flaniermeile „Unter den Linden“

waren außerdem noch vier Kinderkarussells und viele

Reihengeschäfte aufgebaut. Das Angebot bei den Imbiss-

und Spielbetrieben war sehr ausgewogen, da nur

wenige Geschäfte mit dem gleichen Angebot zugelassen

und weit genug entfernt platziert wurden. Für

das leibliche Wohl sorgten auch einige gewerbliche

und von Vereinen betriebene Verpflegungsstände und

Zelte mit einer umfangreichen Angebotspalette. Höhepunkte

des Spektakels waren der Kinder-Lampionumzug

am Samstag, das Feuerwerk am Sonntagabend

und der Familientag mit ermäßigten Fahrpreisen am

Dienstag, mit dem der Kalte Markt endete.

Bei nahezu optimalem Wetter lockte der 61. Kalte

Markt mit seinem vielfältigen und ausgewogenen

Vergnügungsangebot circa 100.000 Besucher an. Am

Wochenende herrschte durch den Besucheransturm

dichtes Gedränge in den Marktstraßen und auf dem

Vergnügungspark, wo sich teilweise lange Warteschlangen

vor den Fahrgeschäften bildeten. Zum Geschäftsverlauf

äußerten sich die Schausteller durchweg

positiv. Es gab nur wenige „Sehleute“, das Publikum

nahm die Attraktionen gut an und bescherte den

meisten Beschickern gute bis sehr gute Umsätze. ■

„Flip Fly” und

„Drop Zone” in Schlüchtern

43


RÜCKBLICK

BROCKUM

Großmarkt-Zeit

in Brockum

Eröffnung und Bieranstich

im Festzelt

Pionteks „Breakdance”

Text & Photos: Nils Benthien

Der 453. Brockumer Großmarkt lockte vom 29. Oktober

bis zum 1. November 2011 wieder mehr als

200.000 Besucher an.

Für die Zulassungen ist der 11-köpfige Marktausschuss

verantwortlich. Die Frauen und Männer im Gemeinderat

von Brockum sind ehrenamtlich neben

ihrem Ratsmandat für den Markt verantwortlich. Da

sich acht Mitglieder nicht mehr aufstellen ließen für

den Gemeinderat, gehen gleichzeitig 160 Jahre

Markterfahrung verloren. Auch für Bürgermeisterin Ingrid

Thrien war es der letzte Brockumer Großmarkt in

diesem Amt und gleichzeitig als

Marktmeisterin. Die ausgeschiedenen

Mitglieder wurden von

Schaustellersprecher Arno Eisermann

geehrt. Es waren 500 Beschicker

auf einer Gesamtfläche

von 60.000 qm zugelassen. Dies

waren unter anderem „Breakdance“

(Piontek), „Heiße Räder“

(Armbrecht), das Riesenrad „Around

the World“ (Cornelius), „Flash“

(Weber), Autoskooter „Musicfactory“

(Braun), „Family Star“ (Alberts),

„Free Style“ (Agtsch) und

der Kettenflieger „Amercian Fly“

(Toni). Für die kleinen Festplatzbesucher

gab es unter anderem

den „Flying Crazy Bus“ (Bruch),

die Schleife „World of Fantasy“

(Bruch), den Kinderskooter „Cars

for Kids“ (Wegener), „Hummelflug“

(Hortmeyer) und das Ponyreiten

von Pasquali. Die Schaustellerfamilie Lesnik baute ihre

Bodenmühle aus dem Jahre 1886 wieder in Brockum

auf. Ergänzt wurde die Beschickung durch eine ausgewogene

Palette attraktiver Reihengeschäfte aller

Sparten. Auf dem Krammarkt und der Gewerbeschau

wurden viele Alltagsartikel sowie landwirtschaftliche

Geräte angeboten. Am Montag gab es den Familientag

mit reduzierten Preisen und freiem Eintritt zur Gewerbeschau

und am Marktdienstag ab 7 Uhr den traditionellen

Viehmarkt. Das Maskottchen (ein Pferd)

hatte für den Brockumer Großmarkt auf Plakaten und

Flyern für das größte Volksfest der Region selbstverständlich

auf Platt („Da moßt du hen!“) geworben. ■

44


HOCHHEIM

Text & Photos:

Norman Vogt

Der 527. Hochheimer Markt war ein „sehr guter

Jahrgang“ – denn mit geschätzten 580.000 Besuchern

gab es 2011 einen neuen Besucherrekord.

Prägte das Bild des Marktes der vergangenen Jahre

eher trübes Novemberwetter mit viel Regen oder gar

Schnee, so blieb man diesmal davon verschont und

die Sonne lachte vom 4. bis 8. November über dem

Festplatz. Wurden in den letzten Jahren manchmal

Holzschnitzel und Schotter auf den Platz gekarrt, um

den Besuchern halbwegs trockene Füße bieten zu

können, „staubte” es in diesem Jahr. Aber das wurde

in Kauf genommen, da die Umsätze bei fast allen Betrieben

stimmten und sich oft bei der Marke „sehr gut“

bewegten. Das Riesenrad von Jost stand zum zweiten

Mal in der Mitte des Platzes Als Neuheiten lockten

„Spinning Racer“ (Bruch). Prumbaums „Sky-Glider”

und „Flash“ (Weber) sowie Schützes „Große Geisterbahn“.

Die weiteren Attraktionen waren Bauschs „Top

Spin No.1“, Rupperts „Take Off“, „Hollywood“ von

Renz, Häslers „Psychodelic“, Sottiles Simulator, Barths

Skooter, Roies „Wellenflug“ und Kipps „Action

House“. Zu den Programmhighlights zählten der

Viehmarkt, der Familiennachmittag sowie das finale

Marktfeuerwerk am letzten Spieltag


ORTENBERG

Impressionen vom

Hochheimer Markt

Text & Photos:

Norman Vogt

Am 28. Oktober 2011 fiel der Startschuss

für den 5-tägigen 745. Kalten Markt in

Ortenberg – und attraktive Fahrgeschäfte

(darunter drei Neuheiten), ein neues Festzelt

sowie über 400 Markthändler lockten

mehr als 200.000 Besucher an.

Die Markteröffnung fand am Freitag im Weindorf

von Roie auf dem Carl-Fries-Platz vor der

Sparkasse statt. Dann zog der Eröffnungsfackelzug

durch die Ortenberger Straßen. Dadurch,

dass der Festplatz ein wenig abschüssig

ist, muss teils kräftig unterbaut werden.

Die Fahrgeschäftsneuheit war die

Schaukel „Flip Fly“ von Clauß, die vom Publikum

bestens angenommen wurde. Auch die zweite

Neuheit, Michael Schneiders „Pirates Adventure“, kam

sehr gut an und der Inhaber des Laufgeschäftes zeigte

sich hoch zufrieden am letzten Spieltag und war sogar

hellauf begeistert von der Veranstaltung und dem

Publikum. Neu für die Kinder war Käpt’n Reikas Erlebnisreise.

Die weiteren Attraktionen waren die Berg- und

Talbahn „Starlight“ von Nier, Rupperts „Take Off“ und

Autoskooter (Kalbfleisch). Wie bereits erwähnt, wurde

im Ausstellungsbereich erstmals das Almhüttenzelt

aufgebaut – mit großem Biergarten, VIP-Bereich auf

der zweiten Etage und viel Live-Musik. Neben Pferdeund

Viehmarkt stand auch wieder der Familientag mit

ermäßigten Preisen am letzten Spieltag an. Einen Tag

zuvor wurde wieder ein großes Brillant-Feuerwerk abgebrannt.


Spaß für Groß und

Klein auf dem Kalten Markt in

Ortenberg

45


RÜCKBLICK

SOEST

„Crazy Mouse” in Soest

„Beach Jumper” in Soest

Text: Michael Petersen

Photos: Nils Benthien

Mehr als eine Million Besucher bescherten den

Beschickern der 674. Soester Allerheiligenkirmes

vom 2. bis 6. November ein traumhaftes Saisonfinale

2011. Selbst die Prognosen und Wünsche der

kühnsten Optimisten wurden übertroffen.

Viele Schausteller sprachen sogar von einem Geschäftsverlauf

wie in den ganz „fetten“ Kirmesjahren.

Soest hat seine herausragende Stellung als größte

Altstadtkirmes Europas wieder einmal unter Beweis

gestellt. An allen Tagen wurde die Veranstaltung von

den Besuchermassen regelrecht gestürmt. Besonders

auffällig war das hohe Besucheraufkommen am

Eröffnungstag. Hier machte es sich positiv bemerkbar,

dass die Kirmes diesmal während der Herbstferien in

Nordrhein-Westfalen stattfand. Während die Familien

auch am Mittwoch sehr lange blieben, gab es am

Samstag und Sonntag kaum noch ein Durchkommen

– die Allerheiligenkirmes lief zur Höchstform auf und

die Fahrgeschäfte waren dem Andrang kaum gewachsen.

Die Imbiss- und Ausschankbetriebe verkauften

am Limit, aber auch die Spiel- und Verkaufsgeschäfte

erzielten sehr

gute Umsätze. Es gab allerdings

auch einige Verlierer:

Die Glühweinverkäufer

hatten angesichts

der frühsommerlichen

Temperaturen eindeutig

das Nachsehen.

Bei strahlendem Sonnenschein

und Temperaturen

nahe der 20 Grad-Marke

waren Heißgetränke weniger

bis gar nicht gefragt.

Die Besetzung der Allerheiligenkirmes

war im vergangenen

Jahr besonders

attraktiv. Viele Neuheiten und Rückkehrer machten

das Innenstadtspektakel zu einem ganz besonderen

Erlebnis. Die einzelnen Plätze in der Innenstadt waren

abwechslungsreich bebaut und die Neuheiten gut

verteilt. Nach sechsjähriger Pause kehrte der „Power

Tower 2“ endlich zurück und begrüßte die Besucher

direkt am Eingang vis-a-vis des Bahnhofes. Die Konstellation

von „Happy Sailor“ und „Bayernrutsche“

konnte durchaus überzeugen. Der „Salto Mortale“ wurde

als Debütant entsprechend gestürmt. Neu war in

diesem Jahr auch der Standort des „Bellevue“-Riesenrades

in der Dominikanerstraße. Eine Fahrt gewährte

diesmal andere Aussichten über die Stadt. Action

satt gab es auf dem Marktplatz, mit „Booster

Maxxx“ und „High Impress“ standen hier den Besuchern

die Powermaschinen zur Verfügung. Für die Familien

waren der Musik Express und das „Magic House“

präsent. Rund um die St. Petri Kirche gab es einen

Kopfüber-Parcours, bestehend aus „Skater“, „Devil

Rock“ und „Shake“. Das war eindeutig zu viel des Guten.

Hier hätte man durchaus auch ein Familienfahrgeschäft

platzieren können. Die Geisterbahn „Haunted

Mansion“ hingegen war bestens platziert worden

und wurde entsprechend angenommen. Sehr gut gelungen

war auch die Gestaltung des Geländes am

großen Teich. Der „Autoskooter Number 1“, die Achterbahn

„Crazy Mouse“ und die Megaschaukel „Konga“

waren dort gut platziert und liefen fast nur voll besetzt.

Zu den Gewinnern in Soest gehörte auch der

„Beach Jumper“, der allerdings einen ungünstigen

Standort hatte. Der Wellenflieger, „Star Flyer“, „Big

Monster“, „Scheibenwischer“, „Super Hupferl“ und

das „Labyrinth“ sowie die vielen Kinderfahrgeschäfte

freuten sich an allen Tagen ebenfalls über hohes Fahrgastaufkommen.

Eine sehr gute Besetzung und frühlingshaftes Wetter

waren die Erfolgsgaranten der Soester Allerheiligenkirmes

2011. Eine intensiv geführte Werbekampagne

und der exzellente Ruf dieser Innenstadtkirmes lockten

auch Besucher aus dem weiten Umland an. ■

46


BERGHEIM

RÜCKBLICK

Impressionen vom

Bergheimer Hubertusmarkt

Text & Photos:

Norman Vogt

Der Hubertusmarkt in Bergheim ist das größte

Volksfest im Rhein-Erft-Kreis und ging ab 28. Oktober

2011 neun Tage lang über die Bühne.

Viele Attraktionen warteten auf die rund100.000 Besucher

vor dem Aachener Tor, wo viele tolle Fahr- und Belustigungsgeschäfte

bereit standen. Der Markt wurde

mit dem Bieranstich durch Bürgermeisterin Maria

Pfordt im Alpen-Gasthof eröffnet, es folgte der Rundgang

und später am Abend das Eröffnungsfeuerwerk.

Die folgenden Spieltage waren recht gut besucht und

die Schausteller zeigten sich mit ihren Einnahmen sehr

zufrieden. Auch der Familientag am Mittwoch konnte

sich sehen lassen. Danach jedoch riss der Besucherstrom

ab. Mit einem verkaufsoffenen Sonntag in der

Fußgängerzone und einem großen Abschlussfeuerwerk

endete am 6. November der diesjährige Markt.

Die beiden Höhepunkte auf dem Festgelände waren

Gormanns’ Riesenrad „Liberty Wheel“ und der Freifallturm

„Adrenalin” von Bügler. Zu den Rundfahrgeschäften

zählten „Joker“ (Bügler), „Beach Party“

(Milz), „Flipper“ (Meeß) und Barths „Südseewellen“.

Dazu gesellten sich Barths „Wilde Maus“, Autoskooter

„Drive In“ (Schmidt) und Deinerts „X-Factor“, die neben

Bonners großem „Breakdance“ den Schlusspunkt

bei den Fahrgeschäften setzten. Neben einem Simulator

standen noch das Laufgeschäft „House of Horror“

(Spindler) und der „Kristallpalast“ (Sturm) bereit.

Im gastronomischen Bereich gab es mit Parpalionis

„Hubertusmarkt-Treff“ mit Ausschank und Grill eine

Neuheit. Auch wenn zum Ende des Hubertusmarktes

das Geschäft ein wenig litt, konnte von einer attraktiven

und abwechslungsreichen Veranstaltung gesprochen

werden.


47


RÜCKBLICK

PADERBORN

Herbstlibori in Paderborn

Text: Ralf Schmitt

Photos: Ralf Schmitt, Nils Benthien

Mit Herbstlibori endet traditionell der jährliche Kirmesreigen

in Paderborn. Diesmal (22. bis 30. Oktober)

zeigte sich der Herbst von seiner Sonnenseite

– und sorgte für gute Umsätze.

Am Samstag, dem 22. Oktober, fiel der Startschuss für

die Herbstlibori-Kirmes, für die aus insgesamt 232 Bewerbungen

66 Schaustellerbetriebe ausgewählt wurden.

Die Top-Attraktionen waren der „Skydance”-Riesenflieger

(Nülken) und die Achterbahn „Berg & Tal”

(Schneider). Dazu gesellten sich weitere Attraktionen

wie das Riesenrad „Caesars Wheel” (Landwermann-

Henschel), „Musik Express” (Schneider-Krause), „Breakdance”

(Vespermann), Simulator (Becker), „G-Force”

(Kollmann), „Geister-Hotel” (Burghard) und die

„Paderborner Bodenmühle”. Dazu gab es einen guten

Mix von Kinder- und Reihengeschäften. Besonders

stark besucht war der „Paderborner Super-Sonntag”

am 30. Oktober, zu dem die Geschäfte und Gastronomie

in der nahen Innenstadt von 13 bis 18 Uhr geöffnet

hatten – und mehrere Zehntausend Menschen die

City und auch die Kirmesmeile bevölkerten.

Das Resümee von Schaustellersprecher Hans-Otto

Bröckling fiel am Ende entsprechend gut aus: „Herbstlibori

war außerordentlich zufriedenstellend. Besonders

die Kombination verkaufsoffener Sonntag und

Herbstlibori – das passt.”


48


MINDEN

RÜCKBLICK

Beeindruckende

Kirmes-Skyline in Minden

Text & Photos: Nils Benthien

Die größte Kirmes an der Weser, die Herbstmesse

in der ostwestfälischen Stadt Minden, fand im vergangenen

Jahr vom 5. bis 13. November auf dem

Festplatz „Kanzlers Weide“ statt.

Für die Veranstaltung konnten insgesamt circa 120

Schaustellergeschäfte verpflichtet werden. Als Veranstalter

konnte die Minden Marketing GmbH zusammen

mit dem Schaustellerverein Minden-Lübbecke e.V. aus

über 400 Bewerbungen ein ansprechendes Vergnügungsangebot

für die Herbstmesse zusammenstellen.

Als Neuheiten für Minden wurden Steigers Looping-

Achterbahn „Teststrecke“ und das 55 Meter hohe Riesenrad

„Diamond Wheel“ von Harms ausgewählt. Des

Weiteren waren Noacks „Schlittenfahrt”, der Twister

„Disco Swing“ von Tacke, der Simulator „Venturer X14“

(Tacke), Noacks „Breakdance”, die „Euro-Rutsche”

von Kutschenbauer-Roden, der „Sky Flyer” (Meeß),

Schneiders „Flipper”, die Schaukel „Hip Hop Fly“ (Noack),

Senks „Höllentaxi“, das Laufgeschäft „Ghost“

von Burghard, Kortens „Eclipse“, der Musik Express

von Krabbe sowie die Autoskooter „Speedway“

(Tacke) und „Formel 1“ von Schneider auf dem Festplatz

am rechten Weserufer aufgebaut. Für die kleinen

Besucher waren insgesamt vier Kinderkarussells, eine

Reitbahn, ein Kinderkettenflieger, ein Babyflug, ein

Bungee-Trampolin und die Kinderachterbahn „World

of Fantasy“ vorhanden. Mehrere Süßwarengeschäfte,

Imbiss- und Ausschankbetriebe sowie Spiel- und Verkaufsgeschäfte

rundeten das umfangreiche Vergnügungsangebot

ab. Die Herbstmesse wurde am Samstagnachmittag

an der „Teststrecke“ von Mindens Bürgermeister,

Michael Buhre, dem Vorsitzenden der Minden

Marketing, Dr. Jörg-Friedrich Sander, und dem

Vorsitzenden des Schaustellervereins Minden-Lübbecke,

Wolfgang Michael, bei bestem Novemberwetter

eröffnet. Anschließend folgten der obligatorische

Fassanstich und der Marktrundgang mit geladenen

Ehrengästen. Am Mittwoch fand der Familientag mit reduzierten

Preisen an allen Geschäften statt. Als Höhepunkt

des Spektakels wurde am Freitagabend ab

20.30 Uhr ein Höhenfeuerwerk abgebrannt.

Die Veranstaltung wurde insgesamt gut besucht, wobei

besonders das Riesenrad und die Looping-Achterbahn

viele Besucher anlockten. Mit Flyern, Plakaten

sowie Zeitungsannoncen und Radiospots wurde wieder

umfangreich für das Spektakel geworben. ■

Top-Attraktion in Minden:

Doppel-Looping „Teststrecke”

49


COASTER

Schnelle Richtungswechsel

sorgen für reichlich

Orientierungslosigkeit

Nach den Vorreitern von Intamin

versucht sich nun auch die

Konkurrenz aus dem Rhône-

Tal an dem Konzept, die Sitze

seitlich neben der Schiene

anzuordnen. Dieses neuartige

Fahrgastträger-System, das

bei Intamins Erstling „Furios

Baco” durch nicht von der

Hand zu weisende negative

Fahreigenschaften leider auf

wenig Gegenliebe stieß, steht

dadurch beim Konkurrenten

B&M natürlich besonders

unter Beobachtung. Die

wichtigste Frage lautet also:

Wie fährt sich der nachgemachte

„Wing Coaster”?

Text:

Tim Herre

Photos: Wolfgang Payer

Die erste Abfahrt folgt

direkt dem Kettenaufzug

Raptor

Im Vorfeld hieß es, dass die Vibrationen bei Gardalands

„Raptor” deutlich schwächer ausfallen sollten

als beim „Furios Baco” im spanischen Port Aventura.

Und nach einer kompletten Betriebssaison bestätigte

sich: Die graziösen Fahreigenschaften eines B&M-

Sitdown- oder Inverted-Coasters werden zwar nicht

erreicht, aber die Anlage liefert in punkto Komfort eine

solide Performance ab und ist es würdig, das B&M-

Logo zu tragen.

Problematisch ist da schon eher das mangelnde

Format im wörtlichen Sinne. Ja, Raptor ist weder besonders

hoch noch besonders lang. Da zeigt so mancher

Parkbesucher schon – zumindest vor der Fahrt –

ein leicht enttäuschtes Gesicht. Doch ein Velociraptor,

nach dem der neue Coaster benannt worden ist, ist ja

auch kein Flugsaurier – allzu große Höhenflüge würden

demnach nur noch größere Fragen bezüglich eines

stimmigen Storytellings aufwerfen. Aber das sind

Dinge, die vermutlich ohnehin nur dem auffallen, der

so etwas kritisch hinterfragt, und dem normalen Publikum

herzlich egal sein dürften. Denn die Verbindung

„gefährlicher Dinosaurier – gefährliche Achterbahn” ist

den meisten Besuchern logisch genug.

50


Die Gestaltung ist ansonsten durchaus in Ordnung,

auch wenn hier keine neuen Maßstäbe in Bezug auf

Detailverliebtheit gesetzt worden sind. Sichtbeton

regiert das Erscheinungsbild, wir befinden uns ja

schließlich auch in einer Raptor-Containment-Area

und nicht in einem Streichelzoo. Die Warteschlange

wird von Stacheldraht und Maschendrahtzäunen im

Zaum gehalten, was das Vordrängeln an den meisten

Stellen erschwert, allerdings bei einer Evakuierung

des Wartebereiches ein Hindernis darstellen dürfte.

Die Station des Coasters selber liegt unterirdisch und

schließt sich in ihrer betonierten Schlichtheit dem

übrigen Theming an. Hier wird man nun auf die beiden

Seiten des Zuges verteilt – wobei der Sitzplatz vorne

rechts außen allen anderen vorzuziehen wäre, denn

hier gibt es die knalligsten Near-Miss-Effekte, während

sich der First Drop natürlich auf den hinteren Plätzen

besonders stark auswirkt.

Bei „Raptor” geht es in erster Linie um die Fast-Kollisionen,

und für diese muss man vorne oder zumindest

in den ersten drei Reihen des Zuges fahren, um sie

optimal wahrzunehmen. Diese sind beispielsweise ein

Baum, durch dessen aufgespaltenen Stamm man

seitlich hindurch fliegt, eine halb zerstörte Brücke, ein

leicht lädierter Observierungs-Turm, ein Metallrahmen,

der wohl mal Teil eines Raptor-Käfigs war, ein

Felsen und eine doppelte Portalstütze des Coasters

selbst. Logischerweise ist der Effekt repetitiv, doch er

Insbesondere von den Beinah-Kollisionen

lebt die Anlage

Die Headchopper-Elemente

erreichen auch bei Nacht ihre

gewünschte Wirkung

51


kommt einfach immer wieder gut an. Die Fahrtstrecke

über das auf einem Hügel in der Parkmitte liegende

Areal ist insgesamt 770 Meter lang und gerade Schienenabschnitte

beschränken sich auf Bahnhof, Lift,

First Drop und Bremse. Der Rest der Strecke wird munter

gekurvt, was einen recht kurzweiligen Eindruck hinterlässt.

Dabei gibt es drei Überschläge, die alle

hübsch über die Strecke verteilt sind: ein Korkenzieher,

eine Zero-g-Roll und ein In-Line-Twist. Langweilige

Stellen sucht man vergeblich, „Raptor” bietet wirklich

Action bis zum Schluss, geht dabei aber nie bis

an die Grenze, ja, man könnte die Bahn, hätte sie keine

drei Überschläge, fast schon als „familienfreundlich”

einstufen. Und genau hier liegt das einzige Problem

der ansonsten durchweg gelungenen Anlage:

Sie verkauft sich selbst als hyperböse Killerbahn und

ist dann eben „nur” ein gelungener Midsize-„Wing Coaster”,

in den man getrost auch Oma oder Schwiegermutti

reinsetzen könnte, wenn die nicht gerade was

Ernstes mit dem Herzen haben. Erinnert irgendwie an

das leicht überzogene Marketing von „Thirteen” in Alton

Towers. Das trübt den durchweg positiven Gesamteindruck

von „Raptor” jedoch in keinster Weise,

und man kann konstatieren, dass das Gardaland mit

dem Ritt auf dem Dino einen originellen und unterhaltsamen

Coaster installiert hat.


FAKTEN

■ Eröffnung: 1. April 2011

■ Schienenlänge: 770 m

■ Schienenhöhe: 33 m

■ Geschwindigkeit: 90 km/h

■ 3 Inversionen: Corkscrew,

Zero-g-Roll, Inline-Twist

■ Max. Längsneigung: 65°

■ Gesamtfahrzeit: 1:50 min

(Station bis Station)

■ Effektive Fahrzeit: 1:10 min

(Station bis Schlussbremse)

■ Pure Fahrzeit: 45 sec

(Drop bis Schlussbremse)

■ Spurweite: 1.200 mm

■ Zugmaße: 15 m lang, 6 m

breit, 15 t Leergewicht

■ 2 Züge mit je 7 Wagen,

pro Wagen 4 Pers.

■ Kapazität: 1.100 pph

■ Hersteller: Bolliger & Mabillard,

Monthey, Schweiz

■ Betreiber: Gardaland,

Castelnuovo, Italien

52


+7 (495) 234 5015

+7 (495) 234 5268

E-mail: raapa@raapa.ru

Website: www.raapa.ru

Our representative in China

is Steven Chao, Shanghai

Ultrasia Exhibition Co.,Ltd.

(China)

Tel: +86-21-61853787

Fax: +86-21-65741019

E-mail: info@ultrasia.com

Our representative in the UK,

the USA and in the Middle East

is Gerry Robinson, TSI Ltd. (UK)

Tel.: +44 (0) 1905 360169

Fax: +44 (0) 1905 360172

E-mail: tsi_ltd@hotmail.com

RAAPA EXPO

2012

Amusement Rides

and Entertainment

Equipment

14th RAAPA EXPO

Russia’s premier event

for the amusement

industry

March 21-23, 2012

Moscow, VVTs

(All-Russian Exhibition

Center) Pav. 75

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Industry Development

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Ceremony

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Supported by:

Trade Show where owners come to buy, not look!


COASTER

Zwei Inversionen

und jede Menge seltsamer

Elemente gibt es auf dem

neuen Coaster in der

Fraispertuis City

Auch für Frankreich war die Saison

2011 eine erfolgreiche für

die Freizeitparkbranche, insbesondere

was die Installation

neuer Achterbahnen anging. Neben

einigen kleineren neuen

Bahnen gab es einen Junior

Boomerang von Vekoma im Parc

Touristique des Combes, einen

Spinning Coaster von Mack im

Parc Le Pal und einen außergewöhnlichen

Vertikal Coaster von

S&S in der Fraispertuis City.

Text:

Jochen Peschel

Photos: Jochen Peschel,

Richard Wilson

Die erste Abfahrt ist unglaubliche

113° steil

Timber Drop

Heute wird der Parkbetrieb von Patrice

Fleurent, dem Sohn der Gründer, weitergeführt.

Unter seiner Leitung hat sich der

Park in den letzten Jahren stark entwickelt.

Im Jahr 2009 eröffnete der Splash Battle

Auf der „Timber Drop” getauften Achterbahn des „Crique des Pirates” von Mack, doch die 220.000 jährlichen

Parkbesucher wollten noch mehr: eine neue

Typs „El Loco” drehen die Wagen für vier Personen

nun ihre Runden durch den Freizeitpark in den Vogesen.

Eingerahmt von dichten Wäldern, liegt Fraisper-

Debatte, und „Anubis” im Plopsaland wurde ausgiebig

Achterbahn. Kurzzeitig stand ein Launch Coaster zur

tuis City zwischen Rambervillers und Saint-Dié-des- begutachtet. Doch aufgrund der Nähe zum Europa-

Vosges. Er geht auf das Jahr 1966 zurück, als Michel Park und seinem „blue fire” schied diese Option dann

und Simone Fleurent an dieser Stelle ein Gasthaus aus. Für das knapp drei Autostunden entfernte Nigloland

stand mit einem „Mega Lite” von Intamin eine

gründeten, das nach und nach um diverse Attraktionen

bereichert und schließlich 1988 in einen Freizeitpark

mit Tageseintritt umgewandelt wurde. Thema-

diese nun zumindest verschoben worden ist, wollte

klassische Achterbahn zur Diskussion. Auch wenn

tisch ist man dem Wilden Westen treu geblieben – das sich Patrice Fleurent von den Attraktionen der anderen

erste Fahrgeschäft war 1971 ein Westernzug.

Parks abheben.

So entdeckte er auf der IAAPA 2009 am Stand von S&S

Power den „El Loco”-Coaster. Nach einer Reise in das

englische Flamingo Land mit seinen Nichten und Neffen

stand fest: Eine solche Anlage soll es werden. Der

Vertrag wurde dann 2010 auf der EAS in Rom geschlossen,

womit „Timber Drop” ein wahrlich internationales

Gemeinschaftsprojekt geworden ist. Denn nur

die Fahrzeuge kommen aus den USA, die Stützen wurden

in China bei dem Joint Venture von S&S Power gefertigt,

die Schienen bei OCEM in Italien produziert, die

Steuerung stammt von Actemium aus Deutschland –

und einige Schrauben hat ein lokaler Baumarkt beigesteuert,

da die entsprechende Lieferung zum benötigten

Zeitpunkt schlicht noch nicht angekommen war.

Insgesamt hat es bei der Auslieferung kleinere Verzögerungen

gegeben. Eigentlich war der 1. April als

Start der sechswöchigen Aufbauarbeiten vorgesehen,

doch dieser Termin wurde nicht gehalten. So kam es,

dass Teile der Thematisierung vor der Achterbahn

installiert wurden und die Eröffnung sich nur um eine

Woche auf den 1. Juli 2011 verzögert hat.

54


Durch einen riesigen Baumstumpf hindurch betritt

man das Gelände der neuen Attraktion, wo der Wartebereich

zunächst auf die Rückseite und von dort über

eine Rampe zum Einstieg führt. Lobenswerterweise

gibt es eine bereits am Fuß der Rampe beginnende

Single Rider Line, die bei Einzelfahrzeugen recht effektiv

ist und vom Personal gut berücksichtigt wird. Dem

Namen der Achterbahn wird die Station mehr als gerecht,

besteht diese doch zu großen Teilen aus Holz.

Holzfällerutensilien finden sich als Dekorationselemente,

und auch die Fahrzeuge sind als Holzstämme

thematisiert. Insgesamt ist die Gestaltung sehr stimmig,

das Atelier Artistique du Béton hat für circa eine

Million Euro überzeugende Arbeit geleistet.

Hat man auf einem der vier Sitze Platz genommen, wird

der zweiteilige Bügel geschlossen. Die Finger, die

neben dem Kopf über die Schulter greifen, und der

Beckenbügel lassen sich separat in der Höhe verstellen.

Das erfordert zwar eine komplexe Mechanik, sorgt

aber auch für eine sehr gute Anpassbarkeit an Mitfahrer

unterschiedlichster Staturen. Nach der Station führt

eine 180°-Rechtskurve auf den schnellen sowie steilen

Kettenlift, der das Fahrzeug auf seine Ausgangshöhe

von 30 Metern bringt.

Dort beginnt die Fahrt mit einer kleinen Rechtskurve

und einer größeren Linkskehre, die in den First Drop

mündet. Auf dem langsam durchfahrenen Stück zwischen

Lift und Absturz ist es dem Mitfahrer überlassen,

ob er die grandiose Aussicht über den Park und die

umliegenden Wälder genießt oder sich mit geschlossenen

Augen wünscht, lieber am Boden geblieben zu

sein. Dafür ist es nun ohnehin zu spät: Magnetisch

gebremst, aber keineswegs langsam durchfährt der

Wagen den ersten Teil der Abfahrt bis zu einer Längsneigung

von ungefähr 90°, das restliche Stück bis zum

Maximalwinkel von 113° kommt ohne Bremsschwerter

aus. Der Drop führt durch einen hohlen Baumstumpf,

jedoch nicht bis auf Bodenniveau. Dabei wird im Tal

eine Spitzengeschwindigkeit von 66 Kilometern pro

Stunde erreicht. Dort gibt es, so viel sei an dieser Stelle

verraten, den einzigen kleinen Ruckler der gesamten

Fahrt, und auch dieser ist bald wieder vergessen.

Denn in der folgenden Auffahrt, die zu einer Linkskehre

mit der ersten Blockbremse wird, gibt es reichlich angenehme

Airtime.

Gesamtansicht

Der spektakuläre First Drop

55


Die Auffahrt und eine der

vielen ungewöhnlichen Sequenzen

(rechts)

Scharfe horizontale und

vertikale Kurven auf mehreren

Ebenen sind kennzeichnend für

den nahezu vertikal angeordneten

Coaster

Danach folgt die bemerkenswerteste Passage von

„Timber Drop”: Die Linkskehre nach der Blockbremse

ist bis zu 45° quergeneigt – aber nach außen, was nur

bei sehr wenigen Achterbahnen so vorzufinden ist.

Nach der Kehre wird es noch ungewöhnlicher, denn in

der nächsten Linkskehre verdreht

sich die Schiene um 225° gegen

den Uhrzeigersinn, bis der Wagen

über Kopf steht. Dies bleibt auch

so für einige, fast waagrechte Streckenmeter,

bevor eine halbkreisförmige

Abfahrt der Inversion ein

Ende bereitet und fast auf Bodenniveau

führt, gefolgt von der

obligatorischen Auffahrt in die

zweite Blockbremse, die wie die

erste den Wagen fast bis zum Stillstand

herunterbremst.

Doch auch hier ist kaum Zeit zum Verschnaufen, denn

es schließt sich die nächste Wende an – diesmal nach

rechts und nach klassischer Manier korrekt nach

rechts quergeneigt. Das war es dann aber auch schon

wieder mit der konventionellen Streckenführung, denn

56


COASTER

in die Abfahrt hat S&S eine Rolle gegen den Uhrzeigersinn

eingebaut. Wieder wird der Baumstumpf durchfahren,

durch den sich schon der First Drop gezwängt

hat. Es folgt noch eine aufgestellte Rechtskurve, diesmal

mit bis zu 90° Querneigung, bevor der Wagen 80

Sekunden nach Verlassen der Station und 50 Sekunden

nach Verlassen des Lifts in die magnetische

Schlussbremse einfährt.

Die gesamte Konstruktion des „El Loco”-Coasters ruht

auf vier Türmen unterschiedlicher Höhe, die jeweils

aus vier vertikalen, miteinander verstrebten Stützen

bestehen. Verstrebungen zwischen den Türmen gibt

es, bis auf die Schiene, kaum. Dabei sind die verschiedenen

Auslieferungen keineswegs baugleich.

„Steel Hawg” und „Mumbo Jumbo” haben zwischen

dem Lift und dem First Drop keine Querneigung in der

Schiene. Mit „Timber Drop” wurde dies eingeführt, um

die Abnutzung der Räder zu verringern.

Ein weiterer Unterschied besteht im Maximalwinkel

des First Drops. Der Anlagentyp war von Anfang an

auf eine Längsneigung von maximal 120° ausgelegt.

Indiana Beach wollte für „Steel Hawg” mehr als 90°,

aber nichts zu Verrücktes – und endete schließlich bei

111°. „Mumbo Jumbo” setzte ein Grad drauf und hielt

damit den Rekord, bis „Timber Drop” wieder ein Grad

auf nun 113° nachlegte. Patrice Fleurent wollte dies

ursprünglich gar nicht groß herausstellen, konnte den

Marketingmöglichkeiten dann aber doch nicht widerstehen

und ließ den Weltrekord vom Guinness Buch

der Rekorde anerkennen. Nur 15 Tage später wurde

die Bestmarke aber direkt wieder kassiert, denn mit

121° hat Gerstlauers „Takabisha” im Fuji-Q Highland

der „ein Grad mehr”-Salamitaktik ein jähes Ende bereitet.

Insgesamt macht „Timber Drop”, genau wie seine Geschwister,

auf kleiner Grundfläche nicht nur den Mitfahrern

mit einer ungewöhnlichen Streckenführung viel

Spaß, sondern auch optisch für die Außenstehenden

viel her. Berücksichtigt man den moderaten Anschaffungspreis

und die jetzt verfügbare Version mit höherer

Kapazität, könnte sich durchaus ein neuer Verkaufsschlager

anbahnen. Doch die Attraktivität ist

nicht zuletzt dem Park Fraispertuis City geschuldet,

der aufwändige Neuanschaffungen nicht einfach auf

die grüne Wiese stellt, sondern dem Westernthema angepasst.

Chapeau!


Parkchef Patrice Fleurent

FAKTEN

■ Eröffnung: 1. Juli 2011

■ Schienenlänge: 420 m

■ Schienenhöhe: 29,5 m

■ Geschwindigkeit: 66 km/h

■ 2 Inversionen

■ Max. Längsneigung: 113°

■ Beschleunigung (vertikal):

-1,5 bis +3,5 g

■ Fahrzeit: 80 sec

(davon 30 sec bis 1 st Drop)

■ 4 Einzelwagen,

pro Wagen 4 Pers.

■ Grundfläche: 59 x 14 m

■ Hersteller: S&S, Logan,

Utah, USA

■ Betreiber: Fraispertuis City,

Jeanménil, Frankreich

EL LOCO FÜR AUSTRALIEN

Der „Timber Drop” ist nach „Steel Hawg” in Indiana

Beach (USA) und „Mumbo Jumbo” im Flamingo

Land (England) die dritte Auslieferung dieses Achterbahntyps.

Man könnte auch von der vierten Anlage

sprechen, doch „Afterburner” in Divo Ostrov (Russland),

der optisch eher wie ein „El Loco” denn wie ein

„Screaming Squirrel” wie im Gardaland wirkt, ist aufgrund

Rechtstreitigkeiten niemals in Betrieb genommen

worden. Eine weitere Auslieferung hat

im Dezember als „Green Lantern” in der australischen

Warner Bros. Movie World eröffnet, auf der,

anders als bei den Vorgängern, achtsitzige Fahrzeuge

(zwei Reihen zu je vier Personen) zum Einsatz

kommen. Das Layout ist im Wesentlichen

identisch, aufgrund der größeren Abmessungen

des Wagens jedoch auf einer vergrößerten Grundfläche

angeordnet.


57


INTERVIEW

Neue Charaktere haben

in die Walibi-Parks Einzug

gehalten – und sorgen für

Furore unter den Kids

Selten wurde bei einer kompletten

Parkgruppe ein derart

umfangreiches Re-Branding

vollzogen wie bei Walibi im

zurückliegenden Jahr 2011.

Wir sprachen mit dem Entertainmentdirektor

der Gruppe,

Rascal Hüppe, über dieses

ambitionierte Projekt

Walibi Re-Branding

Text:

Tim Herre

Photos: Walibi

Unser Gesprächspartner

war zwischen 2003 und 2009

Managing Director der Grévin

Deutschland GmbH, zu denen

das Fort Fun Abenteuerland

und der Panoramapark zählten;

seither ist er Director of Entertainment

Sie waren ja lange Musiker und Manager

gleichzeitig. Da ist ein Re-Branding mit Musik-Thematik

unter Ihrer Flagge kein Zufall, oder?

Es stimmt, dass ich in der Musikwirtschaft meine

Karriere gestartet habe. Ich war zunächst Musiker und

schon früh Produktmanager beim Indie-Label Rough

Trade.

Die Walibi-Gruppe hat ja eigentlich mit dem

omnipräsenten Wali-Känguru einen starken Charakter.

Warum überhaupt eine Änderung?

Die Maskottchen sind in den 70er-Jahren entwickelt

worden und waren zu ihrer Zeit durchaus

erfolgreich, aber irgendwann dann auch überholt.

Außerdem findet sich ein Känguru bei beiden Walibi-

Bands wieder – wenn auch in erheblich aufgepeppter

Form.

Was machen die neuen Walibi-Charaktere anders?

Die neuen Characters entspringen Lebenswelten,

die denen der heutigen Tweens entsprechen. Mit all

ihren Sehnsüchten, Wünschen, Sorgen, Problemen,

Abenteuern. In der Park- und Show-Operation ist uns

besonders wichtig, agile, aktive und möglichst lebendige

Live-Charaktere zu haben. Die Darstellung ihrer

Comicwelt, der sie entspringen, ist uns ebenso wichtig.

Alle Darsteller bekommen ein spezielles, individuelles

Bewegungs- und Maskenspieltraining, wir wollen

keine Menschen in Tierkostümen, sondern echte

Charaktere. Jeder Einzelne hat seine Bewegungsstereotypen,

die wir trainieren. Haaz bewegt

sich beispielsweise wie ein Gepard aus der

Wirbelsäule, Squad in seiner provozierenden Art

aus der Hüfte und so fort. Die Grenzen zwischen

Bühne und Cartoon-Welt werden aufgebrochen.

Die Charaktere springen in HD-Videobilder und

kommen an anderer Stelle wieder heraus. Um

solche Stunts und Akrobatik zu ermöglichen, haben

wir das Thema Maskentechnologie erheblich

weiterentwickelt. Wir können Stunts und

Tanzakrobatik mit den Masken realisieren, die

mit den früher üblichen „Wasserköpfen” gewöhnlicher

Walking-Acts nicht möglich wären.

Die ganzen Kostüme sind so entworfen worden,

dass sie leicht sind und den Akteuren optimale

Bewegungsfreiheit ermöglichen. Damit haben

wir unter doch erheblichen Geburtsschmerzen

definitiv ein neues Kapitel in der Kostümtechnologie

aufgeschlagen.

58


Die Idee mit den rivalisierenden Rockbands ist

ja eher nicht auf das von allen Parks derzeit so stark

umworbene Familienpublikum zugeschnitten. Warum

haben Sie dieses Thema gewählt, das wohl

mehr die Teenager ansprechen dürfte.

Wäre es nicht konsequenter gewesen, auf die

musikalische Trend-Entwicklung Rücksicht zu nehmen,

die zeigt, dass nicht Rockmusik, sondern

elektronisch erzeugte Musik immer massenkompatibler

wird?

Grundsätzlich zielen wir mit diesem Musik-Thema

auf die Tweens, also die 9- bis 12-Jährigen. Außerdem

haben wir ja zwei Bands: die WAB als Pop-Band und

die SkunX der eher härteren Gangart. Die beiden

Bands rivalisieren miteinander, und das Publikum

rivalisiert mit. Die SkunX werden durchaus auch von

den Vätern geliebt. In unseren Marktforschungsgruppen

haben sich die jungen Teilnehmer bereits gestritten,

welche der beiden denn nun die coolere Band ist.

Das ging da richtig ab! Da haben wir gesehen: Es

funktioniert! Die WAB sind viel fröhlicher, glücklicher,

es geht um Zusammenhalt, Freundschaft, um eine positive

Sicht auf die Welt. Bei den SkunX ist alles etwas

härter, eher negierend, sie sind die coolsten und das

beste Rezept contra Langeweile auf der Welt.

Wir haben ja eine poppigere und eine rockigere

Band. Und natürlich wird auch bei den SkunX viel

Elektronik eingesetzt, das ist aus heutiger, moderner

Musikproduktion kaum mehr wegzudenken. Aber ich

glaube ganz ehrlich, dass das inzwischen völlig egal

ist. Die Grenzen verschwimmen sowieso. Es gibt heute

nur noch Musik, die mir gefällt, und solche, die mir

nicht gefällt. Die Musiken entspringen den Lebenswelten

der beiden Bands und kommen gut an. Was

wollen wir also mehr? Ob es etwas elektronischer oder

analoger klingt, interessiert doch eher Fachkreise, weniger

junge Fans in einem Massenmarkt. Übrigens ist

die Musik-CD in den Parks erhältlich und einer der

bestverkauften Artikel. Die Bands haben wirkliche

Fans generiert. Das übertrifft unsere kühnsten Erwar-

Über den umgestalteten

Vekoma-Boomerang „Speed of

Sound” hatten wir ausführlich

in KPR 5/2011 berichtet

59


Der „SkunX”-Freefall

tungen. Und die Musik ist auf einem sehr hohen Niveau,

die von Leuten produziert und gemacht wird, die

in den europäischen Charts zuhause sind.

Die Achterbahn „Speed of Sound” und die

großen Shows waren die auffälligsten Neuerungen.

Was ist als nächstes geplant?

In den Lebenswelten dieser beiden Bands kann

man natürlich eine Menge Spaß haben. In Rhône Alpes

gibt es den „SkunX Tower”, einen S&S-Spaceshot,

der in Verbindung mit extra dafür komponierter und

darauf abgestimmter Musik eine Überarbeitung gefunden

hat. Das funktioniert hervorragend und bringt

dem Ride einen großen Mehrwert, obwohl die eigentliche

Veränderung am Ride nicht besonders aufwändig

ist. Deshalb ist auch der Indoor-Breakdance „Dark

Raver” im Fort Fun eines meiner Lieblingsprojekte gewesen.

Mit einer guten Idee und der richtigen Musik

kann man viel erreichen. Natürlich haben wir neue

Ideen, aber sprechen wollen wir an dieser Stelle noch

über nichts.

Wird es bald weitere Fahrgeschäfte oder Achterbahnen

mit dem Musik-Theming geben?

Der On-Board-Sound bei „Speed of Sound” war

ein längerer Kampf mit den Finanzen, weil das Ganze

doch recht kostspielig war. Aber natürlich würde ich

persönlich sehr gern in Zukunft noch mehr Fahrattraktionen

mit Musik und einer dynamischen Story verknüpfen.

Solche Charaktere entwickelt man ja nicht mal

eben von heute auf morgen. Ist es geplant, die neuen

Figuren in allen Parks der Gruppe Compagnie

des Alpes erscheinen zu lassen?

Für den Moment sind wir natürlich erst einmal

glücklich darüber, dass wir die Marke Walibi so erfolgreich

stärken. Aber der nächste Schritt ist natürlich zu

schauen, was man in den anderen Parks noch machen

kann. Es ist denkbar, dass es auch in anderen Parks

eine Art „Walibi-Ecke” geben wird, wo dann auch die

Produkte erhältlich sind. Niemals zuvor hatten wir eine

derart starke Präsenz in den Medien. Wir kommen

natürlich nun in Kanälen vor, in denen wir bisher keine

Rolle gespielt haben, also Musiksendungen, Radio, im

Web. Wir sind näher an die Lebenswelten der Tweens

gerückt, das war unser Ziel.

Ist es geplant, die WAB und die SkunX auch

außerhalb des Musikfernsehens, zum Beispiel im

Kinderprogramm, zu verankern?

Wir führen mit den großen Stationen und Netzwerken

in Frankreich Gespräche. Das ist natürlich mit

einer Menge Geld verbunden, weshalb wir Partnerschaften

suchen. Im Web gibt es ja schon die interaktiven

Mangas, da würden wir natürlich gerne weiter

machen. Ich selbst war – quasi als Bandmanager – mit

den WAB im französischen Fernsehen unterwegs. Das

sind schon besondere Momente, die man mit seinen

Charakteren so erlebt. Schauen wir mal, was noch

kommt.

Vielen Dank für das interessante Gespräch. ■

60


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MESSE

IAAPA EXPO 2011 – TEIL 2

Photos:

Frank Lanfer

Wie wir in der vergangenen Ausgabe bereits erwähnt

haben, war die zurückliegende IAAPA

Expo Show, die größte und bedeutendste Fachmesse

der Freizeitindustrie, gut besucht. Auch viele potenzielle

Käufer, sowohl Schausteller als auch Parkbetreiber,

waren nach Orlando gekommen, um sich über

neue Projekte zu informieren. Rund 15.300 Fachbesucher

ließen die vier Messetage im November 2011 zu

einem gesellschaftlichen Ereignis werden. ■

Roland Mack (Europa-Park, Deutschland) ist

neuer IAAPA-Präsident für ein Jahr lang

Gerardo Ahteaga (Fantasilandia, Chile) ist zum IAAPA Third President gewählt

worden und wird somit 2014 IAAPA-Präsident; hier mit seinen beiden Fantasilandia-

Kollegen Andres Moreno (links) und Robert Medel (rechts)

Bob Masterson (Golden Planet Pleasure, vormals

Ripley’s Believe It or Not) war im Jahr 2008

IAAPA-Präsident

Grönalund war mit mehreren Personen vertreten (auf den beiden Fotos

v.l.n.r.): Richard Söderberg, Mikael Selming, Heinz Pelz und Peter Andersson

Grönalund-Teilhaber Mattias Banker nimmt die Freizeitbranche

so, wie sie eigentlich sein sollte: nicht so ernst

62


Bob Rippy (Jungle Rapids), hier mit Frau Jenny, war im Jahr

2010 IAAPA-Präsident

Parkchef Nico Rössler und sein Kollege Stefan Bryxi von der

Bavaria Filmstadt (Deutschland)

Andreas Stickel ist Geschäftsführer

der deutschen Erlebniswelt am

Nürburgring

Das US-amerikanische Schaustellerunternehmen Buttler Amusements Co. (v.l.n.r.): die

Töchter Elizabeth und Shannon zusammen mit ihren Eltern Dorothy und William Truax

Volker Meyer vom Freizeitunternehmen

Saudi Brothers

Freifrau Caroline und Freiherr Friedhelm von

Landsberg-Velen (Schloss Dankern)

63


Jeff Morey vom amerikanischen Amusementpark

Morey’s Pier (dort wird bis 2013

ein große Holzachterbahn gebaut)

Alain Trouvé von Compagnie des

Alpes (im Parc Astérix wird derzeit ein

neuer B&M-Interver errichtet)

Jacky Schoepen (ehemals Juniorchef

des Bobbejaanland) hat schon bald etwas

Neues in Belgien vor

Die US-amerikanische Schaustellerfamilie Schuper: Everett Schuper (3.v.l.) mit Tochter

Toni und Frau Lisa und seinem Bruder Jeff (links)

Auch der deutsche Schausteller Karl

Häsler informierte sich in Orlando

Sören Kragelund mit Tochter Kirsten vom dänischen Freizeitpark

Faarup Sommerland

Die Geschwister Amanda und Nick Thompson vom britischen

Pleasure Beach in Blackpool

64


Gary Story (hier mit Frau Lorena) war langjähriger Six-

Flags-Chef und betreibt mit seinem ehemaligen Six-Flags-

Kollegen Kieran Burke den Clementon Park und Ocean Breeze

Auch Richard Rodriguez, Weltrekordhalter

im Dauerachterbahnfahren,

war in Orlando

Shaun McKeogh hat im

Bereich Human Recources für

die Ferrari World gearbeitet

Michael Withers von Disney Imagineering und Agi Reddersen

von der Kirmes & Park Revue

Auch Rich Langhorst und Greg Hale (rechts) sind beide leitende

Angestellte bei der Walt Disney Company

Der britische Schausteller Jason Mayne besuchte

zusammen mit seiner Frau die IAAPA

Der US-amerikanische Schausteller

Mark Fanelli

Michael Reitz ist Corporate

Engineer bei Six Flags

65


MAGAZIN

DYNAMISCHE EINTRITTSPREISE UND ERTRAGSMANAGEMENT

MR. SPEIGEL

In unserer zurückliegenden

Ausgabe haben wir Kritik

über die Preisgestaltung des

neuen Legoland Florida geübt,

wobei wir bei unserer Betrachtung

den jeweiligen Maximaltagespreis

zur Berechnung

herangezogen hatten.

Ein anderes Problem, insbesondere

in den USA, sind die

verschiedenartigen Discountangebote.

Hierüber schreibt

für uns Dennis Speigel, ein „alter

Hase” und fast schon eine

Institution in der US-amerikanischen

Freizeitindustrie.

Mit seiner Firma ITPS (International

Theme Park Services,

Inc.) berät er Klienten in der

Freizeitbranche. Er begann

1960 als Saisonarbeiter im

Amusementpark Coney Island

Ohio, später war er Parkdirektor

von Kings Island und Kings

Dominion und dann stellvertretender

Geschäftsführer der International

Operations für Taft

Broadcastings Freizeitpark-

Segment. In der Vergangenheit

war Dennis Speigel zudem

Vorsitzender der IAAPA.

Mehr im Internet unter:

www.interthemepark.com ■

Kommentar:

Dennis Speigel

Eine der größten Bedrohungen sowohl für die nationale

als auch internationale Freizeitparkindustrie

sind ausufernde Preisnachlässe. Während der vergangenen

20 Jahre haben wir eine dramatische Abnahme

beim Verkauf normaler Ticketpreise registriert.

Einer der Hauptgründe für diese Entwicklung war die

Erweiterung der Saisonkarten-Programme der Freizeitparks.

Vor zwanzig Jahren setzten Freizeitparks

wie Six Flags over Texas, Kings Island, Worlds of Fun

und viele andere große amerikanische Freizeitparks

darauf, dass jährlich mindestens 30 bis 35 % ihrer Besucher

den vollen Preis zahlten. Ich habe oft gesagt,

dass Besucher, die in der heutigen Zeit den vollen Eintritt

in einen Freizeitpark zahlen, wohl vom Mars kommen

müssen. Heute ist die Zahl der vollzahlenden Besucher

in vielen großen Parks auf gerade einmal 2 %

geschrumpft. Warum? Traditionell ergreifen Freizeitparks

bekanntermaßen eine Maßnahme, um einem

Besuchermangel entgegenzuwirken, nämlich: R-A-B-

A-T-T-E. Egal ob in der Vor-, Hoch- oder Nachsaison,

das Mittel der Wahl ist, mit Rabatten um sich zu werfen,

damit sich die Drehkreuze drehen.

Discounts schon vor der Krise

In den letzten vier Jahren haben regionale Freizeitparks

in Amerika ihre Rabattaktionen sogar noch ausgeweitet.

Vor Bekanntwerden der Rezession 2007 veranlassten

hohe Ölpreise die amerikanischen Freizeitparks,

bereits in der Vorsaison Rabatte einzuführen.

Diese waren so hoch wie nie zuvor und hatten die

ganze Saison hindurch Bestand. Und in den Jahren

2009 und 2010 gab es ähnliche Rabattaktionen ohne

große Abweichungen zu den vorhergehenden Jahren.

Preissysteme der Vergangenheit

Damit wir es nicht vergessen: Eintrittspreise waren

immer ein heikles Thema, wenn es Veränderungen in

unserer Branche gegeben hat. Es begann mit dem

Verkauf von „Nickeltickets” im „Pay-as-you-go”-Format,

bei dem jedes Fahrgeschäft eines Freizeitparks

in Abhängigkeit von seiner Beliebtheit eine bestimmte

Anzahl von Tickets berechnete. Ein neues Konzept –

das „Ticketbuch” – wurde 1955 eingeführt: Drei Monate

nach der Eröffnung von Disneyland begann man

dort mit dem Verkauf dieser „Value Books” mit Mehrfachtickets,

die verschiedene Kategorien, je nach Beliebtheit

der Attraktionen, beinhalteten. Dieses System

hatte Bestand bis in die Siebziger Jahre, bis sich Disney

durch die öffentliche Akzeptanz des neu eingeführten

Pauschalpreis-Konzepts genötigt sah, auf das

„Pay-one-price”-System (POP) umzustellen.

Dabei bedenke man, dass die Branchenmitglieder, die

von jedem dieser einst neuen Konzepte sagten, dass

sie sowieso nicht funktionieren würden, sich immer

wieder eines Besseren belehren lassen mussten:

„Pay-as-you-go”-Tickets gibt es seit Jahrzehnten, und

auch Pauschalpreise gibt es jetzt seit nunmehr 50

Jahren.

Ich diskutiere diese bewährten Preisarten im Zusammenhang

mit dem oben genannten Thema Rabatte,

weil es an der Zeit ist, unser aktuelles Preis- und Rabattsystem

mittels Ertragsmanagementsystemen oder

dynamischer Preisgestaltung zu verbessern.

Andere Branchen machen es vor

Fluglinien, Hotels, Autovermietungen, Kreuzfahrtgesellschaften

und sogar große Sportveranstalter nutzen

bereits die dynamische Preisgestaltung zur Maximierung

ihrer Umsätze und zur Steigerung oder Steuerung

ihres Produktabsatzes nach Bedarf und auf

Wunsch. Auch in der Freizeitindustrie ist die Zeit jetzt

reif für dynamische Preisgestaltung und reales Ertragsmanagement.

Die offiziellen Eintrittspreise haben

ein bedenklich hohes Niveau erreicht, aber aufgrund

der erschreckend unübersichtlichen Discounts werden

diese sowieso nur selten bezahlt.

Freizeitparks, die ihren Eintritt mit einem dynamischen

Preissystem gestalten, werden nachweislich einen Anstieg

der Besucherzahl und Profitabilität erleben. Warum?

Zum einen gibt es den Freizeitparks die Kontrolle

über die Rabattvergabe zurück. Zum anderen werden

Freizeitparks, deren Gewinnspannen und Profitabilität

auf Grund der hohen und vielfältigen Rabatte

über die Jahre geschrumpft sind, es wieder in der

Hand haben, den Besucherstrom zu ihren Einrichtungen

gemäß Bedarf zu kontrollieren. Es wird funktionieren,

genau wie in den Branchen, die ich bereits genannt

habe. Genau wie die Umstellung von „Pay-asyou-go”

zu Pauschalpreisen wird es zusätzlicher interner

Ideen bedürfen.

Die Zeit ist reif für ein neues System

Die Bedingungen in der Branche sind gut. Die Entwicklung

des Webs, das Aufkommen sozialer Medien,

die Konditionierung der Märkte für den Bedarf solcher

Programme bilden den perfekten Zeitpunkt für die Einführung

eines Konzepts dieser Art.

Es wird einiges an „Probieren und Studieren” bedürfen,

das Programm auf die Bedürfnisse der einzelnen

Freizeitparks zurechtzuschneiden. Einmal eingeführt

aber wird es die Leistung, Besucherzahl, das im Park

ausgegebene Geld und die Profitabilität verbessern.

Bei ITPS untersuchen wir dieses Konzept seit einigen

Jahren, und wir halten die Zeit reif dafür.


66


PARQUE DE ATRACCIONES

Text & Photos:

Wolfgang Payer

Im Juli 2010 nahm der Parque de Atracciones de

Madrid den dritthöchsten Star Flyer von Funtime in

Betrieb. Nach dem Praterturm mit 117 Metern und im

Tivoli mit 90 Metern, ist die Version im Madrid 80 Meter

hoch. Das Besondere an diesem Star Flyer ist die

spektakuläre und bisher größte Kuppelkonstruktion

mit einem Gewicht von über neun Tonnen. Der Außendurchmesser

der mit vier UFOs designten Struktur beträgt

14,5 Meter und besitzt eine Höhe von 7,5 Metern.

Das große UFO an der Spitze hat einen Durchmesser

von 9 Metern, die drei kleinen jeweils 3,6 Meter. Die

Antriebswinde befindet sich bei diesem Modell am Boden

und ist mit 12 Doppelsitzen ausgestattet. Die spanischen

Parkgäste haben mit dem Star Flyer nicht nur

eine tolle Aussicht über den Park selbst, sondern auch

bis hinein nach Madrid..


67


FUN CITY – BREAN LEISURE PARK

Es ruhig angehen zu lassen,

ist für die Cadell-Brüder keine

Option. Die Besitzer der Fun

City sind sehr aktiv in ihrem

Vergnügungspark. In der

abgelaufenen Saison wurde

das frei zugängliche Attraktionsareal

als Teil des englischen

Brean Leisure Park durch

die Umstellung und den

Neuzugang einer Reihe von Attraktionen,

von denen viele in

der Firma selbst gebaut oder

renoviert wurden, um 3.600

Quadratmeter erweitert.

Text & Photos: Marcus Gaines

Die engagierten Brüder

David (l) und Richard Cadell (r)

Text & Photos:

Marcus Gaines

Eine der Topattraktionen unter den Neuzugängen ist

der Indoor-Coaster „Astro Storm”, Dahinter verbirgt

sich ein gebrauchter „Viererbob” von Zierer, der

vormals als „Space Invader 2” im Pleasure Beach Park

in Blackpool bis 2008 betrieben wurde (und nur vier

Jahre zuvor von KumbaK Coasters renoviert worden

war).

„Astro Storm” wurde auf der Erweiterungsfläche errichtet,

deren Boden wie der Rest von Fun City mit grünem

Asphalt überzogen ist, was dem Park ein buntes

Aussehen verleiht. Zur Zeit bildet noch ein einfaches

Banner die Fassade der Achterbahn, aber es ist beabsichtigt,

eine 3D-Front mit Asteroiden und funkelndem

Logo zu bauen. Der Bahnhofsbereich ist gut thematisiert,

und aufmerksame Beobachter werden dort

Teile des Wartetunnels des alten „Space Invader 2” erkennen,

die hier zerschnitten und in die Bahnhofmauer

ebenso eingebaut wurden wie das alte Steuerpult

der Pinfari Looping-Anlage „Shockwave”.

Die Fahrt auf der Anlage beginnt mit einem speziell angefertigten

Video, in dem den Gästen erklärt wird,

dass ihnen eine Abenteuerreise ins All bevorsteht.

Während der Auffahrt kündigt ein weiteres Video einen

Asteroidensturm an. An diesem Punkt bricht der Videoempfang

ab und die Wagen stürzen den Lifthügel

hinab in totale Finsternis. Die Fahrt findet in beinahe

vollständiger Dunkelheit statt, es gibt lediglich ein paar

Tunnelabschnitte mit Lichteffekten und Sprühnebel.

Seit der Einkaufstour der Cadells auf der IAAPA wird

die ausgezeichnete „Terror Castle”-Geisterbahn im

Park ständig verbessert. Dasselbe hat man mit dem

„Astro Storm” vor, er soll ständig weiterentwickelt und

jede Saison mit neuen Effekten ausgestattet werden.

So hat man bereits erkannt, dass die Sprühnebel nicht

stark genug sind und Nebelkanonen besser wären.

Außerdem wird derzeit ein zusätzlicher, langer Tunnel

mit Beleuchtung installiert.

Die Front des Parks beherbergt inzwischen eine „Congo

Adventure Golf Course” Anlage von Castle Golf

(USA). Die Cadells fuhren zur IAAPA 2010, um zu er-

68


fahren, wie man Betonfelsen baut, und hatten eine

Minigolf-Anlage gekauft, als sie zurückkamen.

Um Platz für diese Anlage zu schaffen, zog der Park

„Caterpillar Coaster” in den Erweiterungsbereich um.

Vorher wurde sie aber im Park selbst renoviert und neu

gestrichen. Die „Magic Mouse” von Reverchon musste

ebenfalls umziehen.

Darüber hinaus wurde ein Spiegelkabinett aus dem

Ocean Beach Park, South Shields, gekauft, das ein

neues „Sea Maze” Thema erhielt. Die Crazy Boats, ein

Satz Bumperboote, runden den Reigen der neuen

Attraktionen ab. David Cadell: „Da wir keine Anlage

gefunden haben, die uns gefiel, bauten wir sie selbst.”

Die Boote wurden von J&J Amusements geliefert und

zeigen Wasserstrahlen. Da es für einen Park, der so

viel Wert auf Details legt, wichtig ist, das Wasser sauber

und klar zu halten, wurde ein Filtersystem installiert,

das schließlich einen Wasserfall über dem Schild

der Anlage bildet.

Desweiteren werden die Cadells durch die geistigen

Eigentumsrechte an der Lieblings-Fernsehserie britischer

Kinder „Sooty and Sweep” in Atem

gehalten. Über den Winter hat Richard Cadell

eine neue Fernsehserie geschrieben, die beinahe

ausschließlich in Fun City gedreht wurde.

Sollte sich die neue Serie als erfolgreich erweisen,

dürften Pläne für ein Sooty-Themenland

weiter vorangetrieben werden. Ihre Arbeitsbelastung

wurde weiter erhöht durch den Entwurf von Verkaufsautomaten

im Sooty-Thema. Diese ließen sie in

China bauen und die Hälfte des ersten Produktionslaufes

haben sie bereits verkauft. Die

Cadells haben kürzlich dem Verkauf

ihrer KMG Speed-Anlage zugestimmt,

die in der KPR zum Verkauf

ausgeschrieben war und eine Menge

Interesse erregte. Da das aber

kein Grund zum Ausruhen ist, werden

zur Zeit Verhandlungen mit

KMG über eine Ersatzanlage für

2012 geführt. David Cadell erklärt:

„Ich würde für künftige Verkäufe

ohne zu zögern wieder die KPR verwenden.”

Zu den erneuten Verhandlungen

mit KMG heißt es: „Wir halten

die Qualität und Zuverlässigkeit ihrer

Anlagen und ihren Kundendienst für

unübertroffen.”


Die seit der Saison

2011 neue Attraktion ist ein

Indoor Coaster von Zierer

Ein KMG-Propeller

69


KORREKTUR: RAINBOW MAGICLAND

In der der Oktober-Ausgabe (KPR Nr. 171) hatten wir

einen ausführlichen Bericht über das neue Rainbow

MagicLand in Italien veröffentlicht und sind dabei

auch auf die einzelnen Attraktionen eingegangen. Auf

Seite 70 wird die Aussichtsfahrt „L’Isola Volante” in Bild

und Schrift vorgestellt. Diese stammt jedoch nicht, wie

von uns fälschlicherweise geschrieben, von Intamin,

sondern vom niederländischen Hersteller Vekoma, der

diese Art von Anlagen unter der Bezeichnung „Sky

Shuttle” vertreibt. Wir bitten um Beachtung. ■

KORREKTUR + ERGÄNZUNG: LEGOLAND FLORIDA

Leider ist uns in der letzten

Januar-Ausgabe im Zuge

des Parkportraits über

das neue Legoland Florida

auf Seite 65 ein entscheidender

Fehler unterlaufen.

Der Gewinn im Geschäftsjahr

2010 betrug nicht nur

1.250 US-Dollar, sondern

genauer gesagt waren es

1,249 Milliarden Dollar. Wir

bitten, diesen kleinen Unterschied

hiermit zur Kenntnis

zu nehmen und entschuldigen

uns für die Missverständnisse.

Derweil wurde bekannt, dass das Unternehmen keine

in Europa vorgeschriebenen jährlichen Inspektionen

an seinen Attraktionen durchführen lassen muss. Möglich

macht diese Ausnahme ein 23 Jahre altes Gesetz

in Florida, das seinerzeit die Disney Company erreichen

konnte. Dieses schreibt nur allen Parks mit unter

1.000 Beschäftigten vor, staatliche Kontrollen an den

Fahrgeschäften durchführen zu lassen, während ein

Großpark eigene Techniker beschäftigen darf beziehungsweise

muss, um selbst diese Sicherheitskontrollen

durchzuführen. Dass die 24 Fahrattraktionen

dennoch sicher bleiben, bestärkt Legoland-Sprecherin

Jackie Wallace: „In unserer Industrie ist es ganz

normal, selbst die Fahrgeschäfte zu prüfen.” Neben

Disney und Merlin machen auch Universal (mit Universal

Orlando und Wet ‘n Wild) und SeaWorld Parks

& Entertainment (mit SeaWorld Orlando und Busch

Gardens Tampa) von dieser Ausnahme Gebrauch. ■

70


ÜBERNAHME: FORT FUN

Text:

Frank Lanfer

Photos: Stefan Scheer, Fort Fun

Ganz überraschend hat das Abenteuerland Fort

Fun in Bestwig einen neuen Besitzer erhalten,

nachdem der 1967 gegründete, mitten im Sauerland

und somit mitten in Deutschland gelegene

Familienpark seit 2002 zur CdA-Gruppe (Grévin &

Cie) gehörte. Zwei deutsche Parks waren im Portfolio

der französischen Compagnie des Alpes, ein

Unternehmen das sich zu 42 % in staatlicher Hand

befindet: Während der Panorama Park bereits 2008

veräußert und zu einem Wildpark rückgebaut wurde,

wechselte das verbliebene Fort Fun am 23. Dezember

2011 seinen Besitzer.

Und der hat damit etwas ganz Großes vor, erklärte der

28-jährige Matthäus Ziegler, der zusammen mit seiner

Mutter die Geschäfte der One World Holding GmbH &

Co. KG leitet. Das Unternehmen, das ursprünglich aus

der Spirituosenfabrikation kommt, entschied sich im

Jahr 2009 zu einer Neuausrichtung. Kurzerhand verkaufte

man die Brennerei und hielt Ausschau nach

einer Neuinvestition in Form eines Freizeitparks in

Deutschland.

Zunächst hatte man den Spreepark in Berlin ins Auge

gefasst, jedoch behinderten die baurechtliche Auflagen

und die einzelnen Betriebe dort eine zukunftsweisende

Entwicklung. Dann hieß es in der Presse (auch

in der KPR), die Familie Ziegler wolle das in Bayern gelegene,

recht kleine Freizeitland Geiselwind übernehmen

und massiv vergrößern. Zeitgleich liefen jedoch

auch Verhandlungen mit der CdA-Gruppe in Paris, die

nun zum Abschluss gebracht werden konnten. Über

die Kaufsumme ist Stillschweigen vereinbart worden,

sie soll sich jedoch unterhalb dem von CdA geforderten

Preis bewegen.

Bereits wenige Tage nach der Vertragsunterzeichnung

begannen auf dem Parkgelände rege Baumaßnahmen

– schließlich soll das neue Fort Fun pünktlich zum Saisonstart

2012 eröffnet werden. Bis dahin werden für 26

Millionen Euro ein neues Verwaltungsgebäude geschaffen,

der Wildwest-Themenbereich komplett renoviert

und nach neuesten Umweltkriterien saniert, die

nicht mehr zeitgemäßen Übernachtungsmöglichkeiten

überarbeitet, neue Gastonomie geschaffen und

zwei neue Kinderfahrgeschäfte errichtet. Der interne

6-Jahres-Plan sehe jährliche Investitionssummen in

ähnlicher Größenordnung vor, und grundsätzlich,

außer kleinere Anlagen, werde man keine Attraktionen

„von der Stange” kaufen, sagt Ziegler und weist darauf

hin, dass man schon alle Aufträge bis einschließlich

2013 unterschrieben habe. So werde denn auch

im nächsten Jahr eine Großattraktion für über 10 Millionen

Euro errichtet, die es weltweit kein zweites Mal

gebe. Ziegler: „Wir werden aus dem Abenteuerland

Schritt für Schritt einen internationalen Freizeitpark für

die ganze Familie machen.”

Von der topografischen Lage des Parks zeigt sich

Ziegler begeistert: „Wir haben innerhalb des 75 Hektar

großen Parkgeländes mehr als 200 Meter Höhenunterschied.

Das ist einmalig in Europa.” Bei der Schätzung

der zukünftigen Besucherzahlen hingegen sei

man vorsichtig. Circa 400.000 wurden in den letzten

Jahren generiert, und man freue sich, wenn man diese

Zahl schrittweise anheben könne.

Alles in allem ein positiv stimmender Prozess, denn mit

dem Besitzerwechsel des Fort Fun ist ein Schritt entgegen

dem allgemeinen Trend gegangen worden: Anstelle

dass immer mehr individuell betriebene Freizeitparks

von Großunternehmen oder – noch schlimmer –

von Private Equities – aufgekauft werden, engagiert

sich hier wieder eine „private” Gesellschaft mit persönlich

engagiertem Geschäftsführer. Matthäus Ziegler

betont: „Sicherlich sind auch wir gewinnorientiert,

aber es handelt sich hierbei nicht um ein reines Investmentgeschäft.”

Die One World Gruppe, in der auch

„Teile” von Heimo (genauer: die in Berlin ansässige

Planungsgruppe um Olaf Mordelt) aufgegangen sind,

befindet sich zu 100 % im Besitz von Christine Ziegler

und ihrem Sohn Matthäus.


Bislang spielen nur die

wenigsten Attraktionen im Fort

Fun mit der Topografie, doch

das soll sich bald ändern

71


VORSCHAU

Hier finden Sie die Termine der Monats Februar in alphabetischer

Reihenfolge. Nähere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen

finden Sie im Anschluss


■ GB Clapham 10.02.-19.02.

■ GB Ipswich, Suffolk 10.02.-26.02.

■ GB Kings Lynn, Norf 14.02.-28.02.

■ GB Leeds, W.Yorks 09.02.-19.02.

■ GB Newcastle 10.02.-19.02.

■ GB Newton Abbott 09.02.-04.03.

■ NL Amsterdam-Noord 25.02.-05.03.

■ NL Apeldoorn 18.02.-26.02.

■ NL Roermond 17.02.-21.02.

■ NL Valkenswaard 18.02.-21.02.

9. FEBRUAR (DONNERSTAG)

GB Leeds, W.Yorks

■ Great St Valentines Fair

bis 19.02.

GB Newton Abbott

■ Mega Rides Family Event

bis 04.03.

Open from Thursday to Sunday

10. FEBRUAR (FREITAG)

A■ Alzey 17.02.-20.02.

■ Augsburg 16.02.-21.02.

B■ Bochum-Stahlhausen 28.01.-05.02.

■ Bottrop 16.02.-20.02.

D■ Darmstadt 17.02.-21.02.

■ Dortmund 16.02.-20.02.

■ Duisburg-Serm 16.02.-20.02.

F■ Fürth 16.02.-21.02.

G■ Ganderkesee 18.02.-20.02.

H■ Hagen-Boele 16.02.-19.02.

■ Hanau 17.02.-21.02.

■ Heidelberg 18.02.-21.02.

■ Heilbronn/Neckar 25.02.-27.02.

K■ Kaiserslautern 18.02.-21.02.

■ Köln 19.02.-21.02.

L■ Landau/Pfalz 18.02.-21.02.

■ Leonberg 10.02.-14.02.

■ Leverkusen-Opladen 16.02.-21.02.

■ Ludwigshafen/Rhein 16.02.-21.02.

M■ Mainz 18.02.-21.02.

■ Mannheim 16.02.-21.02.

■ Mönchengladbach 16.02.-21.02.

■ Mönchengladbach-Rheydt

16.02.-21.02.

S■ Steinheim 18.02.-21.02.

■ Stuttgart 17.02.-21.02.

V■ Versmold 24.02.-26.02.

■ Voerde 16.02.-20.02.

W■ Weil der Stadt 18.02.-21.02.

■ Wiesbaden 16.02.-21.02.

■ Worms 16.02.-21.02.

Z■ Zirndorf 17.02.-21.02.

INTERNATIONAL

■ A Mödling 18.02.-21.02.

■ B Aalst=Alost 10.02.-26.02.

■ B Blankenberge 18.02.-26.02.

■ B Geraardsbergen 25.02.-07.03.

■ B Nivelles=Nijvel 18.02.-29.02.

■ B Oostende=Ostende 17.02.-27.02.

■ B Sint-Truiden 17.02.-27.02.

■ B Tienen=Tirlemont 18.02.-26.02.

■ B Vilvoorde=Vilvorde 17.02.-26.02.

■ CH Biel 24.02.-11.03.

■ CH Grenchen 16.02.-21.02.

■ CH Winterthur 24.02.-27.02.

■ CZ Praha=Prag 25.02.-15.04.

■ ES Palma de Mallorca 24.02.-15.04.

■ F Aix-en-Provence 04.02.-11.03.

■ F Albi 18.02.-26.02.

■ F Alençon 28.01.-19.02.

■ F Avignon 18.02.-18.03.

■ F Besançon 20.01.-04.03.

■ F Bordeaux 24.02.-25.03.

■ F Calais 14.01.-05.02.

■ F Carcassonne 25.02.-18.03.

■ F Châlons-sur-Marne 21.01.-12.02.

■ F Chalon-sur-Saône 24.02.-04.03.

■ F Chauny 25.02.-11.03.

■ F Clermont-Ferrand 11.01.-11.03.

■ F Gardanne 18.02.-11.03.

■ F Granville 17.02.-26.02.

■ F Lyon 10.12.-26.02.

■ F Menton 14.01.-19.02.

■ F Narbonne 04.02.-19.02.

■ F Nîmes 25.02.-18.03.

■ F Pont-Audemer 18.02.-04.03.

■ F Pontivy 18.02.-11.03.

■ F Quimper 28.01.-04.03.

■ F Rochelle, la 25.02.-18.03.

■ F Saint-Malo 21.01.-19.02.

■ F Salon-de-Provence 28.01.-19.02.

■ F Troyes 25.02.-18.03.

■ F Vichy-Cusset 18.02.-18.03.

10. DEZEMBER (DONNERSTAG)

F Lyon

■ Luna Park bis 26.02.

11. JANUAR (MITTWOCH)

F Clermont-Ferrand

■ Luna Park bis 11.03.

14. JANUAR (SAMSTAG)

F Calais

■ Foire d'Hiver bis 05.02.

F Menton

■ Fête Foraine des Citrons

bis 19.02.

20. JANUAR (FREITAG)

F Besançon

■ Luna Park bis 04.03.

21. JANUAR (SAMSTAG)

F Châlons-sur-Marne

■ Fête la Saint Glin-Glin

bis 12.02.

F Saint-Malo

■ Fête de la Sainte-Ouine

bis 19.02.

28. JANUAR (SAMSTAG)

44793 Bochum-Stahlhausen

■ Historischer Jahrmarkt

bis 05.02.

Jeweils Samstag und Sonntag

Histor.Ges.Deutscher Schausteller

F Alençon

■ Fête de la Chandeleur

bis 19.02.

F Quimper

■ Luna Park bis 04.03.

F Salon-de-Provence

■ Luna Park d'Hiver

bis 19.02.

4. FEBRUAR (SAMSTAG)

F Aix-en-Provence

■ Foire aux Manège de Carnaval

bis 11.03.

F Narbonne

■ Fête Foraine de Février

bis 19.02.

71229 Leonberg

■ Pferdemarkt bis 14.02.

Fa. Roschmann/Eislingen

B Aalst=Alost

■ Winterfoor & Carnaval bis 26.02.

GB Clapham, South London

■ Half Term Fair bis 19.02.

GB Ipswich, Suffolk

■ St. Valentines Fair bis 26.02.

GB Newcastle-Gateshead

■ Team Valley Valentines Fair

bis 19.02.

14. FEBRUAR (DIENSTAG)

GB Kings Lynn, Norf

■ Mart Fair bis 28.02.

16. FEBRUAR (DONNERSTAG)

41061 Mönchengladbach

■ Karnevalskirmes bis 21.02.

41236 Mönchengladbach-Rheydt

■ Karnevalskirmes bis 21.02.

44139 Dortmund

■ Karnevalskirmes bis 20.02.

A.Kleuser/Dortmund

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46236 Bottrop

■ Karnevalskirmes bis 20.02.

Stadt

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Geschäfte: ca. 80

46562 Voerde

■ Karnevalskirmes bis 20.02.

47259 Duisburg-Serm

■ Karnevalskirmes bis 20.02.

W.Söhngen/Duisburg

51381 Leverkusen-Opladen

■ Karnevalskirmes bis 21.02.

D.Enners/Leverkusen

58099 Hagen-Boele

■ Karnevalskirmes bis 19.02.

65029 Wiesbaden

■ Fastnachtsmesse bis 21.02.

Am Rathausplatz von Freitag bis Montag

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■ Fasnachtsmarkt bis 21.02.

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bis 21.02.

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68137 Mannheim

■ Fasnachtsmarkt bis 21.02.

86156 Augsburg

■ Faschingsmarkt bis 21.02.

90762 Fürth

■ Faschingsrummel bis 21.02.

CH Grenchen

■ Fasnacht bis 21.02.

17. FEBRUAR (FREITAG)

55232 Alzey

■ Fastnachtsmarkt bis 20.02.

63450 Hanau

■ Faschingsveranstaltung

bis 21.02.

64283 Darmstadt

■ Faschingstreiben bis 21.02.

70173 Stuttgart

■ Innenstadt-Fasnacht bis 21.02.

90513 Zirndorf

■ 5 tolle Tage bis 21.02.

B Oostende=Ostende

■ Carnavalfoor bis 27.02.

B Sint-Truiden=St.Trond

■ Carnavalkermis bis 27.02.

B Vilvoorde=Vilvorde

■ Carnavalfoor bis 26.02.

F Granville

■ Fête Foraine bis 26.02.

NL Roermond

■ Carnavalskermis bis 21.02.

18. FEBRUAR (SAMSTAG)

27777 Ganderkesee

■ Faschingsmarkt bis 20.02.

32838 Steinheim

■ Karnevalskirmes bis 21.02.

55120 Mainz

■ Fastnachtsmesse bis 21.02.

67653 Kaiserslautern

■ Fastnachtsmarkt bis 21.02.

69117 Heidelberg

■ Altstadtfasching bis 21.02.

71263 Weil der Stadt

■ Fasnacht bis 21.02.

76829 Landau/Pfalz

■ Fasching bis 21.02.

A Mödling

■ Fasching bis 21.02.

B Blankenberge

■ Carnavalfoor bis 26.02.

B Nivelles=Nijvel

■ Foire du Carnaval bis 29.02.

B Tienen=Tirlemont

■ Carnavalfoor bis 26.02.

F Albi

■ Fête du Carnaval bis 26.02.

F Avignon

■ Kermesse de Février bis 18.03.

F Gardanne

■ Foire de la St. Valentin bis 11.03.

F Pont-Audemer

■ Foire des Jours Gras bis 04.03.

F Pontivy

■ Fête Foraine bis 11.03.

F Vichy-Cusset-Bellerive

■ Luna Park bis 18.03.

NL Apeldoorn

■ Voorjaarskermis Americahal

bis 26.02.

NL Valkenswaard

■ Carnavalskermis bis 21.02.

19. FEBRUAR (SONNTAG)

50667 Köln

■ Karnevalskirmes bis 21.02.

24. FEBRUAR (FRREITAG)

33775 Versmold

■ Sankt-Petri-Markt, Sünne Peider

bis 26.02.

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CH Biel

■ Fasnachtschilbi bis 11.03.

CH Winterthur

■ Fasnacht bis 27.02.

ES Palma de Mallorca

■ Fira del Ram bis 15.04.

F Bordeaux

■ Foire aux Plaisirs bis 25.03.

F Chalon-sur-Saône

■ Fête du Carnaval bis 04.03.

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■ Pferdemarkt bis 27.02.

B Geraardsbergen

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F Carcassonne

■ Fête Foraine d'Hiver

bis 18.03.

F Chauny

■ Foire de Mars bis 11.03.

F Nîmes

■ Fête Foraine bis 18.03.

F Rochelle, la

■ Fête Foraine d'Hiver

bis 18.03.

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in der „Kirmes & Park Revue“ ausgeschrieben sein. Tel.: 08441-402226, Fax: 08441-71846 E-mail: ralf.schmitt@gemiverlag.de

FREI

• Twister frei vom 2. So. im Mai bis 4. So. im

Juni, 3. So. im Aug. sowie vom 2. So. im Sept.

bis 1. So. im Oktober. Tel.: 0170-2333387

• Breakdance hat Termine frei.

Tel.: 0171-5266995

• Halber-Meter Bratwurst Spezial

(4,50 x 2,50 m) hat Termine frei.

Tel.: 0178-2024455

• Water-Walkingballs (12 x 8 m) hat

freie Termine, auch Stadtfeste.

Tel.: 0157-83034461

• Simulationsanlage hat Termine frei.

Tel.: 0177-3606597

FREIE TERMINE - FREIE PLÄTZE

• Wildwasserbahn (42 x 20 m) frei am 2.

und 3. So. im Mai sowie am 2., 3. und 4. So.

im September. Tel.: 0177-7639744

• Riesenrad (38 m) frei am 1. Sonntag im

Juni (Süddeutschland), 1. bis 5. Sonntag im

Oktober sowie 1. und 2. Sonntag im

November. Tel.: 0178-5166437

• Scheibenwischer frei vom 1. bis 4.

Sonntag im April, ab 2. Sonntag im Mai bis

4. Sonntag im Juni, 3. Sonntag im August,

4. Sonntag im September sowie ab dem 3.

Sonntag im Oktober. Tel.: 0170-2333387

• Almhütte und Almhüttendorf (variable

Größen) hat Termine frei.

Tel.: 0171-5266995

• Simulator hat freie Termine.

Tel.: 0157-83034461

• Funhouse hat Termine frei.

Tel.: 0178-8362951

• Freifallturm (20 m) frei am 2. und 3.

Sonntag im Mai, 2. bis 4. Sonntag im Juni,

4. Sonntag im September und 2. Sonntag im

Oktober Tel.: 0170-2333387

• Mäuse-Spektakel (10 x 4,50 m) frei am

2., 3. und 4. Sonntag im Juni.

Tel.: 0178-2024455

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Termine frei. Tel.: 0157-83034461

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• 01069 Dresden, Wiener Platz 4

• 01097 Dresden-Neustadt, Schlesischer Platz 1

• 01109 Dresden, Wilhelmine-Reichard-Ring 1

• 04109 Leipzig, Hbf, Willy-Brand-Platz 5

• 06112 Halle, Hbf, Bahnhofplatz 1

• 06844 Dessau, Fritz-Hesse-Str. 7

• 10117 Berlin-Friedrichstr., Georgenstr. 14-18

• 10178 Berlin, Alexanderplatz, Dircksenstraße

• 10243 Berlin, Am Ostbahnhof

• 10623 Berlin, Fernbahnhof Zoo

• 10829 Berlin-Südkreuz/West, Neumannstr.

• 12439 Berlin-Schöneweide, M.-Brückner-Str. 42

• 12521 Berlin, Flughafen-Schönefeld, Terminal D E G

• 12681 Berlin, Boxberger Str. 3-9 / Haus 3 / Halle 2 West

• 13405 Berlin, Flughafen Tegel, Haupthalle, Bon Voyage

• 18055 Rostock, Konrad-Adenauer- Platz

✘ 20099 Hamburg, Hbf., Glockengiesserwall

• 20354 Hamburg, Bahnhof Dammtor, Theodor-Heuss-Platz

• 21337 Lüneburg, Bahnhofstr.

✘ 22765 Hamburg, Paul-Nevermann-Platz

• 23558 Lübeck, Am Bahnhof

• 24114 Kiel, Sophienblatt 27-29

• 25337 Elmshorn, Otto-Hahn-Straße 15

• 25813 Husum, Poggenburgstr. 12

• 26122 Oldenburg, Hauptbahnhof

• 26125 Oldenburg, Wilhelmshavener Heerstr. 32

• 26382 Wilhelmshaven, Bahnhofsplatz 1

• 26789 Leer, Bahnhofsplatz

• 27472 Cuxhaven, Bahnhof Haus 1

✘ 27570 Bremerhaven, Friedrich-Ebert-Str. 73

• 27749 Delmenhorst, Wittekindstr. 10/ZOB

✘ 28195 Bremen, Bahnhofsplatz 15

• 28199 Bremen, im Flughafen, Flughafenallee 20

• 29221 Celle, Im Bahnhof, Bahnhofsplatz

• 29525 Uelzen, Am Bahnhof

• 30159 Hannover, Ernst-August-Platz 1

• 30669 Hannover, Flughafen, Terminal A

• 31582 Nienburg, Bahnhofstraße

• 32052 Herford, Bahnhofsplatz 1

• 33102 Paderborn, Bahnhofstr. 29

• 33330 Gütersloh, Willy-Brandt-Platz-2

• 33602 Bielefeld, Hauptbahnhof

• 34117 Kassel, Bahnhofsplatz 1

• 34131 Kassel, Wilhelmshöher Allee 253

• 35037 Marburg, Bahnhofstr. 33

• 35390 Gießen, Bahnhofstr. 102

• 37073 Goettingen, Bahnhofsplatz 1

• 38102 Braunschweig, Berliner Platz 1

✘ 39104 Magdeburg, Bahnhofstr. 68

• 40210 Düsseldorf, Hauptbahnhof

• 41460 Neuss, Presse & Buch im Bhf., Theodor-Heuss-Platz

• 42103 Wuppertal, Döppersberg 37

• 42277 Wuppertal, Berliner Platz 15

• 42283 Wuppertal, Winklerstraße 2

• 42859 Remscheid, Bahnhofsplatz 12

• 44137 Dortmund, Koenigswall 15

• 44629 Herne, Konrad-Adenauer-Platz

• 44649 Herne, Heinz-Rühmann-Platz

• 44787 Bochum, Buddenbergplatz, Süd-Ausgang

✘ 45127 Essen, Hauptbahnhof

• 45468 Mülheim, Dieter-aus-dem-Siepen-Platz 3

• 45657 Recklinghausen, Große Pferdekamp Str.

• 45879 Gelsenkirchen, Im Bahnhof

• 46045 Oberhausen, Hauptbahnhof

• 46395 Bocholt, Hindenburg Str. 1

• 46446 Emmerich, im Bahnhof

• 46535 Dinslaken, im Bahnhof

• 47051 Duisburg, Mercatorstr. 17

• 48143 Münster, Berliner Platz

• 48431 Rheine, Hauptbahnhof 1

• 49074 Osnabrück, Im Bahnhof

• 49356 Diepholz, Am Bahnhof

• 50667 Köln, Bahnhof 1

50667 Köln, Trankgasse 11

• 50679 Köln-Deutz, Otto-Platz 7

• 52064 Aachen, Bahnhofsplatz 2a

• 52351 Düren, Hauptbahnhof

• 53111 Bonn, Am Hauptbahnhof

• 53173 Bonn-Bad Godesberg, Moltkestr. 43

• 53879 Euskirchen, Bahnhofstraße

• 54292 Trier, Bahnhofsplatz 1

• 55116 Mainz, Bahnhofsplatz 1

• 55543 Bad Kreuznach, Europaplatz

• 56068 Koblenz, Bahnhofsplatz 2

• 58089 Hagen, Berliner Platz 3

• 58239 Schwerte, Bahnhofstraße 35

• 58452 Witten, Bergerstr. 35

• 58644 Iserlohn, Bahnhofsplatz 2

• 58762 Altena, Bahnhofstr. 26

• 59065 Hamm, Willy-Brandt-Platz 1

• 59227 Ahlen, Bahnhofsplatz

• 59423 Unna, Bahnhofstr. 74

• 59494 Soest, Bahnhofstr. 2

✘ 60051 Frankfurt, Im Hauptbahnhof

• 60594 Frankfurt, Diesterwegplatz 51

• 61169 Friedberg, Hanauer Str. 44

• 63450 Hanau, Im Hauptbahnhof

• 63739 Aschaffenburg, Ludwigstr. 2, Hbf.

• 64293 Darmstadt, Platz der Deutschen Einheit

• 65190 Wiesbaden, Bahnhofsplatz 2

• 65428 Rüsselsheim, Im Hauptbahnhof

• 66111 Saarbrücken, Im Hauptbahnhof

• 66424 Homburg, Im Bahnhof

• 66538 Neunkirchen, Bahnhofstraße

• 67434 Neustadt, Bahnhofsplatz 4

• 67547 Worms, Hauptbahnhof

✘ 67547 Worms, Bahnhofstr. 11

• 67655 Kaiserslautern, Bahnhofstraße 1

✘ 68161 Mannheim, Bahnhofsplatz 17

✘ 69115 Heidelberg 1, Willy-Brandt-Platz 5

✘ 70173 Stuttgart, Arnulf-Klett-Platz 2

• 70174 Stuttgart-Mitte, Th.-Heuss-Passagen

• 70372 Stuttgart/Bad Cannstatt, Bahnhofstr. 30

✘ 71032 Böblingen, Talstr. 18

• 71638 Ludwigsburg, Bahnhof 14-18

• 72072 Tübingen, Europaplatz 17

• 72764 Reutlingen, Bahnhofstr. 3

• 74321 Bietigheim, Bahnhofsplatz 1

• 75175 Pforzheim, Bahnhofsplatz

✘ 76137 Karlsruhe, Bahnhofsplatz 1

• 76227 Karlsruhe, Hauptbahnstraße 1

• 76646 Bruchsal, Bahnhofsplatz 12

• 79098 Freiburg, Bismarckallee 3

✘ 80335 München, Hauptbahnhof, Arnulfstr. 3

✘ 81667 München, Orleansplatz 10

• 86150 Augsburg, Viktoriastraße 1

• 86154 Augsburg, Ulmer Str. 53

• 87435 Kempten, Bahnhofplatz

• 87509 Immenstadt, Bahnhofstr. 39

• 87527 Sonthofen, Bahnhofstraße

• 87561 Oberstdorf, Bahnhofsplatz 1

• 87700 Memmingen, Bahnhofstr. 3

• 89073 Ulm, Hauptbahnhof

• 89312 Günzburg, Bahnhofsplatz 5

✘ 90411 Nürnberg, Flughafenstraße 100

✘ 90443 Nürnberg, Im Hauptbahnhof

• 91207 Lauf, Bahnhofsplatz 1

• 92224 Amberg, Kaiser-Ludwig-Ring 5

• 92637 Weiden, Bahnhofstr. 28

• 94032 Passau, Bahnhofsplatz 29

• 94315 Straubing, Bahnhofsplatz 13

• 95028 Hof, Bahnhofsplatz 12

• 95444 Bayreuth, Bahnhofstr. 20

• 95615 Marktredwitz, Bahnhofsplatz 7

• 96052 Bamberg, Ludwigstraße 6

• 96450 Coburg, Lossaustr. 4

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2012


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DSB NACHRICHTEN

Deutscher Schaustellerbund e.V.

Spitzenorganisation des Schaustellergewerbes

Mitglied der Europäischen Schausteller-Union

Liebe Leserinnen und Leser,

liebe Kirmesfreunde,

FEBRUAR 2012

Einer guten Tradition folgend bedankte sich

der Deutsche Schaustellerbund am 14.

Dezember 2011 in Berlin bei den Mitgliedern

des Bundestages für die konstruktive

Zusammenarbeit zum Erhalt der deutschen

Volksfeste und lud zum Bundesglühweinstammtisch

auf dem Weihnachtsmarkt am

Alexanderplatz. Die „Weihnachtspyramide“

bot mit ihrem gemütlichen Ambiente die

besten Voraussetzungen für einen Abend

nach „Schaustellerart“.

ich begrüße Sie ganz herzlich zu einer weiteren

Ausgabe der DSB Nachrichten. Wir freuen uns

sehr, dass unser neuer Infodienst in der Kirmes

& Park Revue bei den Lesern so gut angekommen

ist. Die vielen positiven Rückmeldungen

geben unserem Konzept, Verbandsinformationen

mit Aktuellem aus der Schaustellerbranche

zu kombinieren, Recht.

Unser Anspruch ist, unser Angebot für Sie

immer weiter zu verbessern. Wir sind daher für

Ihre Anregungen und Kritik immer dankbar.

Das Jahr 2012 hat grad begonnen und die

Planungen der Schausteller für die nächste

Volksfestsaison sind schon in vollem Gange.

Der Deutsche Schaustellerbund wird auch in

diesem Jahr den Schwerpunkt seiner Arbeit

auf den Kampf für die Sicherung der traditionellen

Volksfeste setzen, denn diese waren

und sind mehr und mehr kurzfristigen und willkürlichen

Entscheidungen der Tagespolitik

ausgesetzt. Der zunehmende Trend zur

Privatisierung von Veranstaltungen und die

Bebauung von Veranstaltungsflächen bedeuten

einen Angriff auf die Volksfeste in ihrer traditionellen

Form. Vor allem kleine und mittlere

Bundestag zu Gast beim

Bundesglühweinstammtisch

DSB lädt zum Abend nach „Schaustellerart“ auf dem Weihnachtsmarkt

Präsident Albert Ritter, Vizepräsident Edmund

Radlinger und Geschäftsführer Frank Hakelberg

konnten zahlreiche Bundestagsmitglieder

und Vertreter von Verbänden und

Organisationen begrüßen. Gäste waren u.a.

Ernst Burgbacher MdB, Parlamentarischer

Staatssekretär (Bundeswirtschaftsministerium)

und Beauftragter der Bundesregierung für

Mittelstand und Tourismus; Hubert Hüppe,

Behindertenbeauftragter der Bundesregierung;

Werner Breuer (DIHK); Gerd Bollmann

Feste sind hiervon betroffen und in ihrer

Existenz bedroht.

Die Schausteller fordern keine Subventionen

und wollen nicht unter Quarantäne gestellt werden;

was wir allerdings brauchen, ist die Luft

zum Atmen. Die auf den Plätzen geforderten

Standgelder stehen in keinem Verhältnis mehr

zu den erzielten Einnahmen. Die Gebührenpolitik

der Veranstalter muss sich ändern. Es ist

eine Illusion vieler Veranstalter zu denken, volle

Kirmesplätze bedeuteten gleichzeitig volle

Kassen.

Deutschland hat eine einmalige Kulturlandschaft

– ein bedeutender Teil davon sind

die traditionellen Volksfeste, Kirmessen und

Weihnachtsmärkte. Sie zu schützen ist die

Aufgabe des Deutschen Schaustellerbundes.

Es gibt viel zu tun, packen wir’s an! ■

Ihr

Albert Ritter, Präsident

MdB; Michael Gross MdB; Karl Holmeier MdB;

Ministerialrat Dr. Peter Pompe (Bundesgesundheitsministerium);

Eckhard Pols MdB;

Dr. Mona Mohrat (DIHK); Hans-Joachim

Hacker MdB, Martin Burkert MdB; Andrea

Hermann (Kultusministerkonferenz); Gabriele

Fograscher MdB; Ministerialdirigent Ulrich

Schönleiter (Bundeswirtschaftsministerium).

Präsident Ritter verwies auf die Notwendigkeit,

die gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit

zur Existenzsicherung des Schaustellergewerbes

und der Volksfeste in Deutschland

fortzuführen und zu intensivieren. In gemütlicher

Runde und mit kulinarischen Leckerbissen

bot der Bundesglühweinstammtisch

wieder einmal ausreichend Gelegenheit zur

Diskussion aktueller Verbandsthemen. ■

Fortsetzung auf Seite 2

DSB NACHRICHTEN DSB NACHRICHTEN DSB NACHRICHTEN


DSB NACHRICHTEN DSB NACHRICHTEN DSB NACHRICHTEN

Bundesglühweinstammtisch auf dem Alexanderplatz: (v.l.) Vizepräsident

Edmund Radlinger, Staatssekretär Ernst Burgbacher, Präsident

Albert Ritter, Geschäftsführer Frank Hakelberg

Beste Stimmung in der „Weihnachtspyramide“.

DSB Position

Volksfeste müssen geschützt werden

Leider ist zu beobachten, dass sich Kommunen

bei der Durchführung von Volksfesten, die bis

dato in öffentlich-rechtlicher Hand lagen, aus

ihrer Verantwortung zurückziehen und die

Durchführung privaten Anbietern überlassen.

Der Deutsche Schaustellerbund kritisiert diese

Politik. Er sieht in der Vergabe von Volksfesten

eine öffentlich-rechtliche Aufgabe, die nur im

Einzelfall und unter besonderen Voraussetzungen

durch örtlich kompetente Schaustellerverbände

übernommen werden kann. Der

DSB wendet sich daher gegen eine

Privatisierung von Volksfesten und hat hierbei

Unterstützung von höchstrichterlicher Seite

erhalten.

Im Mai 2009 stellte das Bundesverwaltungsgericht

fest, dass Volksfeste und Weihnachtsmärkte

einen kulturellen, sozialen und traditionsbildenden

Charakter besitzen und damit zweifelsfrei

als Angelegenheit der örtlichen Gemeinschaft

einzuordnen sind. Dafür können sie öffentlich-rechtlichen

Schutz für sich in Anspruch nehmen.

Die Leipziger Richter setzten mit ihrer

Entscheidung den rechtlichen Rahmen dafür,

dass Volksfeste und Weihnachtsmärkte als anerkanntes

Kulturgut nicht nur politisch sondern

auch rechtlich zu bewerten sind. Diese Entscheidung

stellt bei den weiteren Entwicklungen

zur Anerkennung der Volksfeste als immaterielles

Kulturgut eine große Hilfe und Unterstützung

dar. Volksfeste, Jahrmärkte und Weihnachtsmärkte

dürfen nicht zum kommerziellen Spielball

gemacht werden. Vor allem deshalb nicht, weil

es sich hierbei um Traditionsveranstaltungen für

die Bevölkerung handelt – ausgerichtet von

Schaustellern. Sie sollen auch in der Zukunft

bürgernah bleiben, daher müssen die Preise auf

den Festen stabil gehalten werden. Die

Kommunen beabsichtigen durch die Privatisierung

von Volksfesten ihre mit der Organisation

verbundenen Personalkosten zu senken. Bei

einer Privatisierung wird der neue Anbieter als

erstes seine Kosten und Gewinnerwartung direkt

auf die Schaustellerbetriebe umlegen. Die Folgen

sind: Preiserhöhungen auf den Volksfestplätzen

und eine Kostenspirale, an deren Ende der Volksfestbesucher

steht, nehmen an Fahrt auf.

Der Deutsche Schaustellerbund fordert daher:

Nicht am Volksfest, sondern auf dem Volksfest

soll verdient werden!


Kirmesgeschichte(n)

Heute: „Hau den Lukas“

Auf dem Volksfest ist er weit mehr als nur ein

Relikt aus der guten alten Zeit: der Schlaghammer;

besser bekannt als „Hau den Lukas“.

Doch wie kam der Lukas eigentlich zu seinem

Namen? Antworten finden sich in dem Buch

„Volksbelustigungen“ von Dr. Florian Dering,

Stellvertretender Direktor des Münchner Stadtmuseums.

Danach lassen sich die

umgangssprachlichen Wendungen „Haut den

Lukas“ oder als ältere Form „Haut ihn den

Lukas“ seit der Jahrhundertwende belegen.

„Wahrscheinlich sind sie aber schon länger im

Gebrauch“, vermutet Florian Dering. In der Zeitschrift

„Komet“ wird in der früheren Zeit stets die

Fachbezeichnung Schlaghammer verwendet.

Hier findet sich auch ein Hinweis aus dem Jahr

1928. Danach geht die Bezeichnung „Haut den

Lukas“ für einen Kraftmesser (Schlaghammer)

auf die Berliner Redensart „Haut ihm, Lukas, er

hat den Majistrat geschumpfen!“ zurück, die

sich im Revolutionsjahr 1848 bildete.

Heute wie früher ist der Lukas ein beliebter

Treffpunkt für kleine und große Kraftmenschen.

Der Rekord liegt übrigens bei 350 Schlägen hintereinander

mit einer 90% Trefferquote; gehalten

vom einem Arzt, der zu Beginn der 70er Jahre

jedes Mal auf das Münchner Oktoberfest kam

und sich am Lukas „stärkte“.

Beliebter Spaß auf der Kirmes:

der „Hau den Lukas“.


DSB NACHRICHTEN DSB NACHRICHTEN DSB NACHRICHTEN

Mit Gott auf der Reise

Schaustellerseelsorge in Deutschland

DSB

Jahresbericht

2011 erschienen

Zum 63. Delegiertentag in Vechta ist der

Jahresbericht 2011 des Deutschen Schaustellerbundes

erschienen. Die DSB-Jahresbilanz

präsentiert sich in einem modernen farbigen

Layout. Im ersten Teil werden der DSB und seine

Verbandsorgane vorgestellt. In den Rubriken

„Das Jahr in Schlaglichtern“, „Die Entwicklung

des Schaustellergewerbes“, DSB-Positionen“

und „Verbandsarbeit“ erhält der Leser einen

Weihe der DSB-Bundesfahne auf dem Münchner Oktoberfest 2010.

Seit Jahrhunderten sind die Schausteller und

Volksfeste eng mit der Kirche und ihren Feiern

verbunden. Viele Volksfeste sind christlichen

Ursprungs. Man denke nur an den Hamburger

Dom oder den Münsteraner Send, ein Begriff

aus der christlichen Rechtsgeschichte, der sich

von Synode (Versammlung in kirchlichen

Angelegenheiten) ableitet. Und nicht zuletzt ist

die Kirmes (abgeleitet von „Kirchmesse“) oder

Kirchweih ursprünglich das religiöse Fest anlässlich

der Einweihung eines christlichen

Gotteshauses.

Die Circus- und Schaustellerseelsorge in

Deutschland ist geprägt von diesen traditionellen

Bindungen. Die Arbeit der Seelsorger ist von

elementarer Bedeutung für das soziale Leben,

das gesellschaftliche Miteinander der Schausteller

und ihrer Mitarbeiter. Besonders das soziale

Engagement und der Einsatz für die schulische

Bildung und berufliche Weiterbildung sind von

unschätzbarem Wert.

Ob Taufe, Erstkommunion oder Sonntagsgottesdienst

auf dem Autoscooter, stets stehen die

Menschen im Mittelpunkt dieser Arbeit. Seelsorge

auf dem Volksfest, das heißt, mit den

Menschen zu sprechen oder ihnen einfach nur

zuzuhören – als Geistlicher, Freund und Mensch.

Das Besondere in der Arbeit eines Schaustellerseelsorgers

liegt vor allem in der Familienbetreuung.

Die Familien sind auf der Reise und in ihrer

Berufswelt aufeinander angewiesen. Daraus

ergibt sich, dass alle seelsorglichen Dienste und

Bereiche immer wieder die gesamte Familie er-

fassen. Daraus ergibt sich weiterhin, dass die

Vorbereitungen für die Taufe, Erstkommunion,

Firmung oder Eheschließung, aber auch die

Beerdigung und Trauer immer im Familienkreis

erarbeitet und erlebt werden.

Die Feiern der Gottesdienste auf den Volksfesten

sind Lebensquellen christlichen Glaubens. Bei

vielen Gottesdiensten nimmt auch die Bevölkerung

immer wieder regen Anteil.

Seit über 50 Jahren begleiten die Katholische

Circus- und Schaustellerseelsorge und die Circus-

und Schaustellerseelsorge der Evangelischen

Kirche in Deutschland die Schausteller in

ihren Lebensphasen, leisten seelische Unterstützung

und geistliche Betreuung. Der

Deutsche Schaustellerbund dankt allen Schaustellerseelsorgern

für diese unverzichtbare

Arbeit.

„Es ist kein Blumenbeet zu schade, um nicht ein

Karussell darauf zu bauen“, hat Papst Johannes

XXIII einmal gesagt. Diese Worte beschreiben

eindrucksvoll all das, was ein Volksfest ausmacht

und vor allem vermittelt: Gefühle und

Erinnerung, Tradition und Zukunft. ■

Termine

176. HAUPTVORSTANDSSITZUNG

IN ISERLOHN

■ 16. bis 17. November 2012

Überblick zu den aktuellen Themen und politischen

Stellungnahmen des Verbandes. Informationen

zur Europäischen Schausteller-Union, der

Zusammenarbeit mit Organisationen und Verbänden,

Rahmenabkommen sowie eine Übersicht

der DSB-Mitgliedsvereine komplettieren

den Jahresbericht.

Der DSB verzichtet in seiner Jahresbilanz

bewusst auf Bleiwüsten und eine trockene

Abfolge von Zahlenmaterial; stattdessen wird ein

Überblick über die Aktivitäten des Verbandes in

Nachrichtenform geboten.


Kostenloser Bezug:

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IMPRESSUM

Herausgeber: Deutscher Schaustellerbund e.V. (DSB)

Verantwortlich für den Inhalt: Albert Ritter, rittera@dsbev.de

Frank Hakelberg, hakelbergf@dsbev.de

Redaktion: Christoph Jansen, jansenc@dsbev.de

Anschrift: Am Weidendamm 1A, 10117 Berlin

Telefon: 030 / 59 00 99 780, Fax: 030 / 59 00 99 787

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