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SchiffsModell Bassboat im Eigenbau nach Plan (Vorschau)

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01<br />

2013<br />

<strong>SchiffsModell</strong><br />

ISSN 0722-7108 € 5,00 [D] € 5,40 [EU] sFr 9,90 E 5290<br />

ONLINE bestellen: www.neckar-verlag.de<br />

<strong>SchiffsModell</strong><br />

Die Fachzeitschrift für den Schiffsmodellbauer<br />

<strong>Bassboat</strong><br />

<strong>im</strong> <strong>Eigenbau</strong><br />

<strong>nach</strong> <strong>Plan</strong><br />

+++ Klassiker FAIRPLAY V +++ TAMINA von Ekkelboom +++ MYSTIC Twin Turbine +++ PERSHING 76 ++++


Winterzeit ist Werkstattzeit<br />

Bauplan Little Bastard<br />

Länge 660 mm Breite 280 mm<br />

Gewicht ca. 1700 g Maßstab 1:4,5<br />

Antrieb Speed 600 Akku 3s-LiPo oder 6–7<br />

Zellen NiMH<br />

Best.-Nr. 9845 Preis 29,80 [D]<br />

Das Bauplanmodell Little Bastard ist der vorbildgetreue Nachbau eines Z-Klasse-Rennboots aus dem Jahr 1952 <strong>im</strong><br />

Maßstab 1:4,5.<br />

Der Modellbauplan orientiert sich sehr genau an den Abmessungen und Fotos des Vorbilds.<br />

Als Antrieb ist ein Speed 600/9,6 V vorgesehen, mit dem Geschwindigkeiten erreicht werden, die eines Rennbootes<br />

würdig sind, das Fahrverhalten aber dennoch unkritisch belassen.<br />

Der Aufbau erfolgt komplett in Holzbauweise. Der <strong>Plan</strong> besteht aus zwei <strong>Plan</strong>blättern DIN A0 hoch und 120 bzw. 80 cm<br />

lang. Alle Bauteile sind <strong>im</strong> Maßstab 1:1 zum Modell gezeichnet. Eine 19-seitige Bauanleitung mit vielen Tipps, 84 Fotos<br />

und einer Stückliste erklärt den Aufbau Schritt für Schritt bis ins Detail.<br />

Bauplan Brandungsbarkasse<br />

Länge 98 cm Breite 26 cm<br />

Tiefgang ca. 8 cm Maßstab 1:10<br />

Verdrängung ca. 12,5 kg<br />

Bauplan + Frästeilesatz<br />

Best.-Nr. 9835 Preis 119,– [D]<br />

Bauplan<br />

Best.-Nr. 9836 Preis 26,– [D]<br />

Neckar-Verlag GmbH • 78045 Villingen-Schwenningen<br />

Telefon +49 (0)77 21 / 89 87-48 /-38 • Fax +49 (0)77 21 / 89 87-50<br />

E-Mail: bestellungen@neckar-verlag.de • www.neckar-verlag.de<br />

Hintergrund: © Rainer Sturm / PIXELIO


IM JANUAR<br />

E-Mail an die Redaktion: welz@neckar-verlag.de<br />

RENNBOOTE<br />

H.-J. Welz: Test: Graupner RHODE ISLAND . . . . . . . . . . . . . . 4<br />

E. Fordinal: Grand Prix Pomorza FSR-V und -E . . . . . . . . . . . . 30<br />

AKTUELLES<br />

L. Retzbach: Heinz Keller ist nicht mehr bei uns . . . . . . . . . . 8<br />

C. König: Auf Südamerikafahrt ...<br />

CAP SAN DIEGO-Fahrtermine 2013 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63<br />

MOTORSCHIFFE<br />

Die FAIRPLAY V ist eine Ikone unter den Schleppern und heute<br />

einer der absoluten Klassiker des Schiffsmodellbaus. S. Reuthlinger<br />

baute ihn in vergrößertem Maßstab neu auf. Seite 48<br />

W. Hertle: G.T.S FINNJET . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10<br />

K. Bartholomä: Das „<strong>Bassboat</strong>“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20<br />

D. Tillmann: Strandrettungsboot TAMINA<br />

von Ekkelboom . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28<br />

M. La<strong>im</strong>gruber: PERSHING 76 <strong>im</strong> <strong>Eigenbau</strong> . . . . . . . . . . . . . . . 34<br />

S. Reuthlinger: FAIRPLAY V . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48<br />

Dr. G. Miel: Serie Fischereischiffe der DDR<br />

Fang- und Gefrierschiff ATLANTIK . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66<br />

WERKSTATTPRAXIS<br />

A. Langner: Styrodur-Schneider <strong>im</strong> <strong>Eigenbau</strong> . . . . . . . . . . . . . 14<br />

H.-J. Welz: Test: Dremel Moto-Saw . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38<br />

POWERBOATS<br />

C. Fischer: MYSTIC 185 Twin-Turbine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40<br />

SEGELSCHIFFE<br />

Auf den Namen RHODE ISLAND hört dieser RTR-Renner aus<br />

dem Hause Graupner. Wir haben uns den Formel 1-Kat mit<br />

Außenborder mal genauer angesehen. Seite 4<br />

I. Blüm: Deutsche Meisterschaft der Ten Rater . . . . . . . . . . . . 52<br />

RC-TECHNIK<br />

B. Elbel: Graupner mc-12 mit 2,4-GHz-Jeti-Umbau . . . . . . . . . 56<br />

LADETECHNIK<br />

M. Lulic: Lindinger Schalt-Netzgerät 20 A LCD . . . . . . . . . . . . 64<br />

RUBRIKEN<br />

Ihr Fachgeschäft und Servicepartner in ... . . . . . . . . . . . . . . . 17<br />

Neu und Aktuell . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18<br />

kurz und fündig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58<br />

Jahresinhaltsverzeichnis 2012 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62<br />

Inserentenverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74<br />

Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74<br />

Eine Segelregatta vor verschneiter Kulisse? Nein, das ist kein Beitrag<br />

aus Skandinavien, sondern ein Bericht über die Deutsche<br />

Meisterschaft der Ten Rater in Karlsfeld! Seite 52<br />

UNSER TITELBILD<br />

Noch kein Winterprojekt auf der Helling? Wie wärs dann mit<br />

diesem urigen und universell einsetzbaren <strong>Bassboat</strong>?<br />

Den <strong>Plan</strong> dazu gibt’s kostenlos per E-Mail.<br />

Alles Weitere <strong>im</strong> ausführlichen Bericht. Seite 20<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 3


RENNBOOTE<br />

H.-J. Welz<br />

RHODE ISLAND<br />

R<br />

ennboote, die den Namen<br />

einer Insel tragen, haben <strong>im</strong><br />

Graupner-Programm Tradition,<br />

man denke an die aus heutiger<br />

Sicht legendären Modelle KEY WEST und<br />

KEY BISCAYNE. Auf der Spielwarenmesse<br />

2012 in Nürnberg präsentierte Graupner<br />

den Formel 1-Katamaran RHODE ISLAND,<br />

bei dessen Namenswahl man sicherlich<br />

auch die entsprechenden Modelle aus dem<br />

eigenen Programm <strong>im</strong> Kopf hatte. Wobei<br />

man streng genommen anmerken muss,<br />

dass es sich bei Rhode Island ja nicht (nur)<br />

um eine Insel, sondern vielmehr um den<br />

kleinsten US-amerikanischen Bundesstaat<br />

handelt. Aber wir haben hier ja jetzt nicht<br />

Geografie-Stunde, folglich werfen wir gleich<br />

mal einen Blick in den Lieferkarton.<br />

Das Modell<br />

kommt, wie heute in dieser Kategorie ja<br />

fast nicht mehr anders erwartet, als ARTR-<br />

Variante zum Kunden. Das heißt, zur Inbetriebnahme<br />

sind lediglich noch der Empfänger<br />

und der Fahrakku einzusetzen (und<br />

natürlich zu kaufen ...), der komplette Antriebsstrang,<br />

in diesem Fall bestehend aus<br />

Außenborder und Regler sowie das Ruderservo<br />

sind bereits fertig montiert. Dass auch<br />

das Modell fix und fertig lackiert inkl. aufgebrachtem<br />

Dekor aus dem Kasten springt,<br />

auch daran hat man sich gewöhnt. Neben<br />

dem eigentlichen Modell befinden sich noch<br />

der aus gelaserten Sperrholzteilen zu montierende<br />

Ständer, ein Ersatzpropeller sowie<br />

ein paar weitere Kleinteile <strong>im</strong> Karton. Natürlich<br />

fehlt auch eine in mehreren Sprachen<br />

abgefasste Betriebsanleitung nicht.<br />

Auf den ersten Blick<br />

macht die RHODE ISLAND einen sehr guten<br />

Eindruck. Die Lackierung ist absolut hochglänzend<br />

ausgeführt, die Aufkleber sind<br />

unter einer schützenden Klarlackschicht<br />

vor dem Ablösen dauerhaft geschützt, das<br />

Nachfönen ständig abstehender „Päpper“<br />

entfällt somit. Die weiße Modell-Unterseite<br />

ist vorbildgetreu mit einem leuchtroten Sicherheitsstreifen<br />

versehen, der das Modell<br />

auch in Upside-Down-Lage auf dem Wasser<br />

gut sichtbar macht.<br />

Edles Sahnestück am Heck ist der Außenborder<br />

mit Metall-Unterteil, der Dreiblattprop<br />

wird von einer lila eloxierten Siche-<br />

4 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


ungsmutter auf dem Dogdrive gehalten.<br />

Der erste optische Eindruck ist somit ganz<br />

klar: Daumen hoch! Mit so etwas kann man<br />

sich sehen lassen.<br />

Nach dem Abnehmen des Rumpfdeckels,<br />

der an der Vorderseite von einer Steckbefestigung,<br />

hinten von zwei kleinen Magneten<br />

gehalten wird, gehen die positiven<br />

Eindrücke <strong>im</strong> Inneren weiter: sauber gelaserte<br />

und vor Nässe mit Klarlackauftrag<br />

geschützte Sperrholz-Montageplatten für<br />

die Anlagenkomponenten, Klettbänder für<br />

den Fahrakku sowie die sauber verbauten<br />

Anlagenkomponenten lassen auch hier kein<br />

Stirnrunzeln aufkommen. Die optisch und<br />

den tastenden Fingerkuppen zugänglichen<br />

Laminatflächen machen einen extrem sauber<br />

verarbeiteten Eindruck, vor allem wurde<br />

hier nicht unnötig viel mit Harz gepantscht,<br />

die „Harz-Teiche“ <strong>im</strong> Inneren früherer RTR-<br />

Boote gehören inzwischen endgültig der<br />

Vergangenheit an. Zuletzt ist noch sehr positiv<br />

zu bewerten, dass der Rumpfdeckel mit<br />

einem Auftriebskörper vor Verlust geschützt<br />

ist, falls es doch mal zu hart auf hart gegangen<br />

sein sollte. Die eigentliche Abdichtung<br />

des Innenraums übern<strong>im</strong>mt ein Klarsichtdeckel,<br />

der vor jeder Fahrt mit Tape fixiert<br />

bzw. abgedichtet werden muss. Ach ja: Eine<br />

Rolle vom hierfür benötigten Klebeband befindet<br />

sich auch <strong>im</strong> Lieferumfang.<br />

Der zweite Blick<br />

gilt logischerweise gleich dem fetten Außenborder<br />

am Heck, der die Optik des Modells<br />

maßgeblich beeinflusst. Seine Antriebseinheit<br />

verbirgt sich unter einer ebenfalls<br />

hochglänzend zweifarbig lackierten Haube,<br />

die mit vier kleinen Schräubchen am Unterteil<br />

montiert ist. Also Schraubendreher<br />

raus und mal einen Blick ins Innere geworfen.<br />

Die Haube lässt sich <strong>nach</strong> Lösen der<br />

Schrauben allerdings leider nicht ruckzuck<br />

komplett abnehmen, da die drei Motoranschlusskabel<br />

und die Schlauchleitung der<br />

Wasserkühlung durch zwei Bohrungen in<br />

der Vorderseite der Haube ins Freie geführt<br />

werden. Somit muss man erst besagte<br />

Leitungen lösen, um die Haube komplett<br />

abnehmen zu können. Ein Langloch in der<br />

Haube würde diese Arbeit vereinfachen.<br />

Andererseits sollte man diesen Vorgang<br />

sowieso nicht zu häufig durchführen, denn<br />

die erwähnten winzigen Schräubchen zur<br />

Fixierung der Haube sitzen <strong>im</strong> Unterteil lediglich<br />

selbstschneidend in entsprechenden<br />

Bohrungen. Sprich <strong>nach</strong> zwei- oder dre<strong>im</strong>al<br />

Haube-abnehmen sind die Bohrungen<br />

Innenraum <strong>im</strong> Lieferzustand<br />

Rumpfdeckel mit Auftriebskörper<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 5


Bei deren Studium entwickeln sich die bislang<br />

hoch gezogenen Mundwinkel nun leider<br />

doch eher in die Waagerechte, denn<br />

wenn man die insgesamt vier Seiten mit allgemeinen<br />

Warn-, Pflege- und Sicherheitshinweisen<br />

abzieht, bleibt für die eigentliche<br />

Anleitung nicht mehr allzu viel Platz übrig.<br />

Merkwürdigerweise befassen sich dann<br />

zwei Seiten der Anleitung auch noch mit der<br />

Montage des Außenborders sowie der Verkabelung<br />

des Motors mit dem Drehzahlregler<br />

... Hmm, Außenborder nebst Regler sind<br />

be<strong>im</strong> vorliegenden Testmuster aber bereits<br />

fertig am Modell montiert und auch bereits<br />

miteinander verkabelt. Offensichtlich bezieht<br />

sich hier die Anleitung auf eine frühere<br />

Variante des Modells, das noch entsprechend<br />

separat ausgeliefert wurde. Also blättern<br />

wir gleich mal weiter zu den Hinweisen<br />

zur Montage von Akku und Empfänger. Für<br />

die Stromversorgung wird ein 3s-LiPo (11,1<br />

V) mit 4,5 Ah empfohlen, eine heute übliche<br />

Standardgröße. Neben unserem Graupner-<br />

HoTT-Empfänger wanderte dann auch noch<br />

Telemetrie-Equipment in den schmalen Innenraum,<br />

schließlich wollten wir gleich auf<br />

der ersten Probefahrt via unbestechlichem<br />

GPS-Sensor die Höchstgeschwindigkeit der<br />

RHODE ISLAND ermitteln.<br />

ausgeleiert und die Schrauben halten nicht<br />

mehr. Wer öfter einen Blick ins Innere werfen<br />

will, sollte hier M2-Schräubchen einsetzen<br />

und auf der Innenseite der Haube die<br />

passenden Muttern mit Sekundenkleber<br />

montieren.<br />

Der genaue Blick in den Außenborder entlarvt<br />

den Treibling als Brushless-Innenläufer,<br />

der mit einem Wasserkühlmantel aus<br />

klarem Kunststoff versehen ist. Die etwas<br />

gekippte Montage des Motors und der Blick<br />

ganz <strong>nach</strong> unten in den Außenborder zeigen<br />

ferner, dass zur Kraftübertragung auf<br />

den Prop eine Flexwelle verwendet wird.<br />

Auf dem Motor selber ist nur die Bezeichnung<br />

Graupner NAVY 2636 KV zu lesen,<br />

was zumindest einige Rückschlüsse auf<br />

die Leistungsfähigkeit des Antriebs zulässt.<br />

Weitere Informationen zu seinen inneren<br />

Werten verrät uns der Motors leider nicht,<br />

also werfen wir doch einfach einmal einen<br />

Blick in die mitgelieferte<br />

Betriebsanleitung<br />

Das Setup<br />

gestaltet sich dann eher<br />

schwierig, denn wie eine korrekte<br />

Basiseinstellung des Außenborders<br />

vorzunehmen ist,<br />

darüber schweigt sich die Bauanleitung<br />

aus. Es wird lediglich<br />

erwähnt, dass man den Außenbordmotor<br />

„ … in best<strong>im</strong>mten<br />

Grenzen in der Höhe sowie<br />

<strong>im</strong> Neigungswinkel verstellen<br />

...“ kann. Aha, aber wie und in<br />

welcher Richtung das zu geschehen<br />

hat und wo die „best<strong>im</strong>mten<br />

Grenzen“ verlaufen,<br />

dazu gibt es leider keine detaillierteren<br />

Hinweise. Ein Einsteiger<br />

<strong>im</strong> Außenborder-Sektor<br />

erhält hier definitiv zu wenig Informationen.<br />

Also belässt man<br />

den Außenborder wohl erst mal<br />

so, wie er ist und geht davon<br />

aus, dass der Hersteller hier<br />

die korrekte Basis-Einstellung<br />

vorgewählt hat.<br />

Auch in den wenigen Zeilen, die sich mit der<br />

Jungfernfahrt des Modells befassen, gibt<br />

die Bauanleitung nicht wirklich hilfreiche<br />

Hinweise. Wenn das Modell während der<br />

Fahrt anfängt zu „hüpfen“ soll man „ … die<br />

Anstellung des Antriebes entsprechend ...“<br />

ändern, bis das Modell wieder ruhig läuft.<br />

Aber wie? Antrieb rauf oder runter? Zumindest<br />

zur Verlagerung des Akkus gibt es einen<br />

eindeutigen Hinweis: Wenn das Modell<br />

hüpfen sollte, gehört er weiter <strong>nach</strong> vorn,<br />

das ist wenigstens einmal ein konkreter<br />

Hinweis.<br />

Und wo wir schon be<strong>im</strong> Thema Hinweis<br />

sind: Weitere Hinweise sind leider ebenfalls<br />

Fehlanzeige. Wir hätten nun doch ganz gerne<br />

mal gewusst, welche Leistungsdaten der<br />

verbaute Motor hat, was hinsichtlich Pflege<br />

Innenraum fahrfertig, über dem Empfänger der GPS-Sensor<br />

und Wartung der Flexwelle zu beachten ist,<br />

ob man diese schmieren soll/muss, und –<br />

falls ja – wie man den Motor dann zerlegt<br />

und wieder zusammenbaut. Das ist zwar an<br />

sich klar, man müsste halt einfach einmal<br />

sämtliche Schrauben herausdrehen, bloß<br />

sollte man so etwas ja nicht mit der Vorgehensweise<br />

„Versuch und Irrtum“ erproben<br />

müssen. Auch dass man Flexwellen an<br />

der Andruckscheibe vor dem Prop mit ein<br />

bisschen „Luft“ einstellen muss, ist einem<br />

Einsteiger in diesen Bereich nicht klar. Auch<br />

eine Explosionszeichnung des Außenborders<br />

wäre eine feine Sache gewesen.<br />

Die Bauanleitung verdient also ein absolutes<br />

„Daumen runter“. ARTR hin oder her,<br />

hier braucht‘s einfach mehr Informationen.<br />

Der unbedarfte Neueinsteiger benötigt<br />

davon sowieso jede Menge, und der Fortgeschrittene,<br />

der wissen will, was man so<br />

aus dem Modell herauskitzeln kann, möchte<br />

diese ebenso haben. Und noch eine<br />

kleine Bemerkung am Rande: Zu Zeiten,<br />

in denen wir uns daran gewöhnt haben,<br />

sogar von der Marsoberfläche knackscharfe<br />

Fotos ins Wohnz<strong>im</strong>mer geliefert<br />

zu bekommen, könnte man sich bei den<br />

Abbildungen in einer Bauanleitung schon<br />

einmal um scharfe und vernünftig ausgeleuchtete<br />

Bilder bemühen. Ansonsten<br />

vielleicht lieber informative Skizzen verwenden?<br />

Schließlich ist ein Modell dieser<br />

Preisklasse kein Supermarkt-Spielzeug,<br />

6 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


und der Käufer kann für seine gut € 371,–<br />

schon eine vernünftige Anleitung erwarten.<br />

So, genug gemosert, der Winter steht vor<br />

der Tür und es wird allerhöchste Zeit, die<br />

Fahrerprobung<br />

durchzuführen. An einem der allerletzten<br />

Tage Ende November kam doch kurz noch<br />

einmal die Sonne heraus und ermöglichte<br />

die Testfahrten. Leider war es nicht ganz so<br />

windstill, wie man es sich für solche Erprobungsfahrten<br />

wünscht, aber die Wasseroberfläche<br />

war nur leicht gekräuselt, so<br />

dass man ohne großes Herzklopfen die ersten<br />

Proberunden drehen konnte.<br />

Akku geladen und eingesetzt, Innenraum<br />

abgeklebt, die Haube zu Sicherheit auch<br />

mit ein paar Klebestreifen fixiert (sicher ist<br />

sicher) und ab mit dem Kat aufs Wasser.<br />

Ohne Fahrt liegt das Heck wie gewohnt<br />

ziemlich tief <strong>im</strong> Wasser, das ändert sich<br />

aber schlagartig, wenn der Fahrhebel <strong>nach</strong><br />

vorne geschnippt wird. Wie bei Modellen<br />

dieser Kategorie üblich, macht sich die<br />

RHODE ISLAND <strong>im</strong> Stil von „Sprung auf,<br />

marsch marsch!“ auf den Weg und zieht<br />

sofort astrein ab. Ein bisschen Nachtr<strong>im</strong>men<br />

am Ruderknüppel und schon läuft sie<br />

schnurgerade. Nach Erreichen der Höchstgeschwindigkeiten<br />

bemerken wir ein min<strong>im</strong>ales<br />

Wippen, aha, der Akku sollte wohl<br />

ein bisschen weiter <strong>nach</strong> vorne verlagert<br />

werden. Die erste Gerade ist<br />

zu Ende, Gas raus, rum ums<br />

Eck und in Gegenrichtung<br />

gleich wieder Volllast. Nun,<br />

mit dem Wind <strong>im</strong> Rücken, ist<br />

das Wippen weg, es wurde<br />

wohl nur durch die kleinen<br />

Kräuselwellen ausgelöst. Die<br />

Basis-Abst<strong>im</strong>mung aus der<br />

Schachtel heraus st<strong>im</strong>mt also<br />

auf jeden Fall. Das Kurven-<br />

Fahrverhalten ist für einen<br />

Außenborder-Kat als sehr gutmütig<br />

zu bezeichnen sofern<br />

– in dieser Hinsicht war der<br />

passende Hinweis vorhanden<br />

– der Ausschlagwinkel des Außenborders<br />

auch entsprechend gering gehalten wird.<br />

Die Anleitung empfiehlt hier max. 6–7° zu<br />

jeder Seite.<br />

Damit ist man zwar fahrdynamisch auf der<br />

super-sicheren Seite, nur hat die RHODE<br />

ISLAND damit einen Wendekreis, der nur<br />

ganz knapp unter dem der TITANIC liegt.<br />

Spaß beiseite, für herkömmliche Fahrgewässer<br />

ist dieser Ruderausschlag dann einfach<br />

zu klein und man landet viel zu schnell<br />

ungewollt <strong>im</strong> Ufer-Gemüse. Hier muss man<br />

irgendwie einen vernünftigen Kompromiss<br />

eingehen oder – wesentlich besser – die<br />

Segnungen moderner Fernsteuerungstechnik<br />

in Anspruch nehmen: Das heißt, in der<br />

Betriebsanleitung sollte durchaus auf die<br />

Nutzung von Dual-Rate oder Expo auf dem<br />

Steuerkanal eingegangen werden. Für die<br />

schnelle Fahrt von Kurven bei Vollgas ist<br />

der in der Anleitung angegebene geringe<br />

Ausschlag des Außenborders auf jeden Fall<br />

richtig. Im Normalfall fährt man mit solchen<br />

Modellen ja aber überwiegend Geraden mit<br />

Vollgas, um am Ende des Gewässers eine<br />

180°-Kehre zu fahren und dann wieder mit<br />

Volllast zurückzuheizen. Für die enge Kehre<br />

braucht man dann einen größeren Ausschlag,<br />

den man aber tunlichst bei Volllast<br />

keinesfalls nutzen sollte, ansonsten gibt‘s<br />

unweigerlich den Außenborder-üblichen<br />

Ringelpiez. Wer kein so feinfühliges Fingerchen<br />

am Knüppel hat, könnte nun mittels<br />

Jumpstart!<br />

Dual Rate während der schnellen Fahrt auf<br />

den geringen Ausschlag umschalten oder<br />

eben entsprechend starke Expo auf die<br />

Ruderfunktion geben. Dadurch erzeugt der<br />

überwiegende Teil des Knüppelwegs nur<br />

relativ wenig Ausschlag am Außenborder<br />

und erst auf den allerletzten Mill<strong>im</strong>etern des<br />

Knüppelwegs wird dann der volle Steuerweg<br />

nutzbar gemacht.<br />

Nach gut 10 min wüster Vollgas-Heizerei<br />

zur Anfertigung der Fotos ging es dann zu<br />

einem ersten Check zurück ans Ufer. Der<br />

Innenraum war komplett trocken geblieben,<br />

die Temperaturen von Akku, Regler und<br />

Motor lagen <strong>im</strong> kaum wahrnehmbaren Bereich.<br />

Da haben natürlich sicherlich auch<br />

die frischen Umgebungs-Temperaturen<br />

von gerade mal 4 °C<br />

am Testtag ihren Anteil geleistet,<br />

auch die Wassertemperatur dürfte<br />

nur unwesentlich über diesem<br />

Wert gelegen haben. Auf jeden<br />

Fall ist die Antriebscombo in der<br />

vorliegenden Form nicht überfordert<br />

und der verbaute Regler mit<br />

seinen 75 A Belastbarkeit definitiv<br />

nicht unterd<strong>im</strong>ensioniert. Der<br />

Regler ist übrigens für 4s zugelassen,<br />

für den Betrieb der RHO-<br />

DE ISLAND weist die Anleitung<br />

aber definitiv darauf hin, nicht<br />

mehr als 3s einzusetzen.<br />

Ob man hinsichtlich Tuning mittels<br />

anderer Propeller noch etwas<br />

reißen könnte, liegt auch <strong>im</strong><br />

Ermessen des jeweiligen Käufers,<br />

unter der Kavitationsplatte<br />

wäre auf jeden Fall Platz für<br />

noch wesentlich größere Löffel.<br />

Allerdings sind solche Exper<strong>im</strong>ente<br />

hinsichtlich der fehlenden Hinweise<br />

zu den Motordaten mit großer Vorsicht zu<br />

genießen.<br />

Direkt aus dem Karton heraus und mit der<br />

vom Hersteller vorgeschlagenen Bestückung<br />

kann man auf jeden Fall ein praktisch<br />

narrensicheres Fahrverhalten mit<br />

einem tollen Fahrbild genießen. Auch die<br />

Höchstgeschwindigkeit liegt noch <strong>im</strong> genießerischen<br />

Bereich, unser mitfahrendes<br />

GPS übermittelte max<strong>im</strong>al 32,8 km/h an<br />

das Display auf dem HoTT-Sender. Das ist<br />

für einen RTR-Renner schon sehr ordentlich,<br />

aber eigentlich noch ausbauwürdig.<br />

Wobei man hier natürlich <strong>im</strong>mer die oft sehr<br />

scharfe Grenze zwischen „sicherem Fahrverhalten“<br />

und „schlagartigem Abflug“ <strong>im</strong><br />

Auge behalten muss. Ein bisschen zu zügig<br />

gegen den Wind über Kräuselwellen gefegt,<br />

und schon liegt so ein F1-Kat auf dem Dach.<br />

Wer dieses Risiko nicht eingehen will, belässt<br />

am besten alles so, wie es ist, und hat<br />

an seiner RHODE ISLAND sicherlich lange<br />

Freude.<br />

Technische Daten<br />

Länge ü. a. ca. 605 mm<br />

Breite<br />

ca. 240 mm<br />

Gewicht 1545 g (fahrfertig mit 3s)<br />

Bezugsquelle:<br />

Fachhandel, www.graupner.de<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 7


AKTUELLES<br />

Ludwig Retzbach<br />

Heinz Keller<br />

ist nicht mehr<br />

bei uns<br />

Der Vater des „Keller-Motors“,<br />

Heinz Keller, verstarb am 5.<br />

Oktober 2012 <strong>im</strong> Alter von 82<br />

Jahren in der Nähe von Hanau,<br />

dort, wo er aufgewachsen und die<br />

meiste Zeit seines Lebens aktiv war. Er<br />

zählt zu den großen Pionieren des Elektroantriebs<br />

und die Elektromotoren, die<br />

seinen Namen trugen, sind all denen<br />

bekannt, die sich mit leistungsstarken E-<br />

Antrieben befassen.<br />

Der 1929 geborene Heinz Keller hatte<br />

<strong>nach</strong> seinem Abitur zuerst eine Lehre<br />

bei der Hanauer Vakuumschmelze absolviert,<br />

um dann <strong>nach</strong> einem Physikstudium<br />

an der Goethe-Universität in<br />

Frankfurt wieder in den Dienst seiner<br />

Ausbildungsfirma zu treten. Dort war<br />

der Diplom-Physiker Keller frühzeitig mit<br />

Legierungen aus den seltenen Erden-<br />

Metallen Kobalt und Samarium befasst<br />

und erkannte rasch das Potenzial dieser<br />

damals neuartigen Magnetwerkstoffe für<br />

den Bau drehmomentstarker Elektromotoren.<br />

Der Impuls, es mit dem Selbstbau<br />

eines Motors zu versuchen, kam aus<br />

seinem Modell-Rennboot-Hobby, dem<br />

er in seiner Freizeit be<strong>im</strong> Schiffs-Modell-<br />

Club Fulda frönte.<br />

Sehr bald schon, es war wohl 1978,<br />

entdeckten auch die Elektroflieger die<br />

Bedeutung dieser Innovation. Bis dahin<br />

hatte man zumeist mit japanischen<br />

Mabuchi-Motoren, die für Elektrowerkzeuge<br />

konzipiert waren, um Höhenmeter<br />

gekämpft. Die Keller-Motoren brachten<br />

ganz neuen Schwung in die zuvor<br />

oftmals wegen Leistungsmangel belächelte<br />

Elektroflugszene. Bald war ohne<br />

Keller-Motor kein Wettbewerb mehr zu<br />

gewinnen. Die Nachfrage explodierte,<br />

sodass Heinz Keller zu seinem 25-jährigen<br />

Firmenjubiläum seine sichere<br />

Anstellung bei der Vakuumschmelze<br />

kündigte und eine eigene Motorenfirma<br />

gründete.<br />

Dem legendär gewordenen „Keller<br />

50/24“ folgten zahlreiche Motortypen für<br />

diverse Einsatz- und Leistungsklassen.<br />

Dabei blieb der kaufmännische Elan<br />

stets hinter dem des Konstrukteurs und<br />

Tüftlers zurück. Heinz Keller kümmerte<br />

sich nicht um Verkaufsförderung <strong>im</strong> heutigen<br />

Sinne, unterstützte stattdessen<br />

lieber jugendliche Wettbewerbspiloten.<br />

Einen Keller-Motor zu bekommen, war<br />

nicht <strong>im</strong>mer ganz einfach und der Service<br />

glich eher einem Förderprogramm<br />

für seine Mitbewerber.<br />

1989 verkaufte Heinz Keller seine Motorenfertigung<br />

an die Fa. robbe und beschäftigte<br />

sich in den 1990er-Jahren nur<br />

noch hobbymäßig mit dem Elektroflug.<br />

Er wandte sich forschend den damals<br />

gängigen Nickel-Cadmium-Zellen zu.<br />

Mit großem Engagement sammelte er<br />

Messdaten und publizierte die so erworbenen<br />

Erkenntnisse in einem Fachbuch.<br />

Auch da<strong>nach</strong> besuchte er <strong>im</strong>mer wieder<br />

Elektroflugveranstaltungen, stets in unverwechselbarem<br />

Outfit. Man erlebte ihn<br />

dann oftmals als sehr zeitgeistkritischen<br />

Mitbürger.<br />

Obwohl Heinz Keller sich in den letzten<br />

Jahren aus gesundheitlichen Gründen<br />

<strong>im</strong>mer mehr ins Privatleben zurückgezogen<br />

hatte, werden sein Name und<br />

die damit verbundenen Verdienste um<br />

den Elektroantrieb der Nachwelt unauslöschbar<br />

in Erinnerung bleiben.<br />

Heinz Keller (wie stets mit großem Hut)<br />

wird 2001 bei der Festveranstaltung<br />

„10 Jahre Elektromeeting Aspach“ geehrt<br />

8 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


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Motorschiffe<br />

W<br />

ie das weltbekannte Überschallflugzeug<br />

beeindruckte<br />

auch die FINNJET durch ihre<br />

hohe Geschwindigkeit (max. 33 kn), hatte<br />

aber genau wie der Flieger einen viel zu<br />

hohen Kraftstoffdurst. Angetrieben wurde<br />

sie bei der Indienststellung <strong>im</strong> Jahr 1977<br />

durch zwei Gasturbinen des gleichen Typs,<br />

wie sie auch in den DC 8-Verkehrsflugzeugen<br />

eingebaut waren. Daher rührt auch das<br />

Kürzel G.T.S. <strong>im</strong> Namen, es steht für Gasturbinenschiff.<br />

Anfang der 70er-Jahre waren<br />

Exper<strong>im</strong>ente mit Gasturbinen als Antrieb<br />

so richtig in Mode, sie wurden sogar in den<br />

Bundesbahn-Lokomotiven der Baureihe<br />

210 eingebaut.<br />

Bei der Indienststellung hielt die FINNJET<br />

eine Reihe von Rekorden, unter anderem<br />

den als weltweit schnellste, größte und längste<br />

Passagier-/Autofähre. 1981 kam dann<br />

noch der Rekord als weltweit erste Passagier-/Autofähre<br />

mit kombiniertem Diesel-/<br />

Gasturbinenantrieb hinzu. Dieser Rekord<br />

war natürlich aus der Not geboren, denn die<br />

Eigner mussten auf den hohen Treibstoffverbrauch<br />

reagieren, und so ließen sie zwei<br />

Dieselmotoren für die langsameren Winterfahrten<br />

einbauen.<br />

Das Schiff bediente zuerst die Route von<br />

Travemünde <strong>nach</strong> Helsinki, ab 1999 von<br />

Rostock <strong>nach</strong> Helsinki mit Zwischenstopp in<br />

Tallin. In der Zeit zwischen 1977 und 2005<br />

beförderte das Schiff 5 Millionen Fahrgäste<br />

über die Ostsee und erwarb sich dadurch<br />

einen regelrechten Fanclub. Gegen Ende<br />

der Dienstzeit bekam die Reederei aber<br />

verstärkt die Konkurrenz der Billigflieger<br />

zu spüren, was letztlich zur Einstellung des<br />

Fährverkehrs mit der FINNJET führte.<br />

Da<strong>nach</strong> diente sie knapp ein Jahr in Baton<br />

Rouge in den USA als Notunterkunft für die<br />

Opfer des Hurrikans Katrina.<br />

Trotz der Bemühungen einer Interessengemeinschaft<br />

zur Rettung der FINNJET wurde<br />

das Schiff gegen Ende 2008 <strong>im</strong> indischen<br />

Alang abgewrackt. Dabei stellte es <strong>nach</strong> Ansicht<br />

seiner Fans einen letzten Rekord auf,<br />

nämlich den als besterhaltenes Passagier-<br />

DIE CONCORDE UN<br />

schiff, das in Alang zum Abwracken auf den<br />

Strand gesetzt wurde. Die markante Optik<br />

der FINNJET war dann sogar auf Google<br />

Earth noch zu erkennen.<br />

Das Modell<br />

Ich baue vor allem RC-Modelle aus Plastikbausätzen.<br />

Nach dem Seenotkreuzer<br />

ARKONA und dem Fischkutter von Revell<br />

fiel meine Wahl dieses Mal auf die FINN-<br />

JET desselben Herstellers. Dieser Bausatz<br />

ist <strong>im</strong> Maßstab 1:400 gehalten. Kaum lag<br />

der Bausatz aber auf dem Basteltisch, meldeten<br />

sich erste Zweifel wegen des Breiten-/Höhenverhältnisses<br />

des Schiffchens.<br />

Es war klar, dass sich besonders das Gewicht<br />

der Teile der oberen Decks negativ auf<br />

die Stabilität auswirken würde. Zur Abhilfe<br />

unternahm ich Versuche mit einem Fräser,<br />

um an Deck- und Seitenteilen durch Materialwegnahme<br />

zu einer Gewichtsersparnis<br />

zu kommen. Dem war aber kein nennenswerter<br />

Erfolg beschieden. Letztendlich baute<br />

ich dann <strong>nach</strong> der Devise „Probieren geht<br />

über Studieren“ weiter.<br />

Spannend ist es bei den Plastikbausätzen<br />

<strong>im</strong>mer, eine Lösung zu finden, um den Wartungszugang<br />

in den Rumpf herzustellen.<br />

Bei Revell-Bausätzen können erste Überlegungen<br />

hierzu an Hand der PDF-Baupläne<br />

auf der Webseite des Herstellers angestellt<br />

FINNJET als Wohnschiff in Baton Rouge (Foto: Wikipedia)<br />

10 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


Kunststoff-Winkelleiste zur Fixierung<br />

des Aufbaus<br />

Wolfgang Hertle<br />

Durch ein Spielzeugboot<br />

wurde ich auf die Idee gebracht,<br />

auf das Ruder zu verzichten und das<br />

Modell nur über die Drehzahlunterschiede<br />

der Antriebspropeller zu steuern. Das Steuern<br />

erfolgt dann über das Aktivieren des<br />

Kreuzmischers, bei älteren Fernsteueranlagen<br />

lässt sich so ein Kreuzmischer empfängerseitig<br />

<strong>nach</strong>rüsten, entsprechende Teile<br />

hat z. B. Conrad-Electronic für ca. € 20,– <strong>im</strong><br />

Angebot. Nun ging es noch darum, leichte<br />

Drehzahlsteller und Antriebsmotoren zu finden<br />

und dies auch noch zu einem möglichst<br />

günstigen Preis (man ist halt Schwabe).<br />

Die Antriebsanlagen entstanden daher<br />

TER DEN FÄHREN<br />

Das Original zum Abwracken auf<br />

dem Strand von Alang, Indien<br />

(Foto: GoogleEarth)<br />

werden. Ich entschied mich dafür, den kompletten<br />

Aufbau auf der Höhe des Rumpfes<br />

abnehmbar zu gestalten, wobei ein Zugang<br />

von luxuriöser Größe entsteht. Zur Fixierung<br />

des Aufbaus wurden Kunststoffleisten<br />

in L-Form eingesetzt (3 x 3 mm), der Ausschnitt<br />

<strong>im</strong> Deck wurde mit der Laubsäge<br />

vorgenommen.<br />

Einen ähnlichen Ausschnitt habe ich auch<br />

zwei Decks höher ausgesägt, was letztendlich<br />

auch eine Gewichtsersparnis erbrachte.<br />

Auch in den Schornsteinen wurden<br />

aus demselben Grund<br />

verdeckte Flächen weggeschnitten.<br />

Der Aufbau wurde<br />

dann durch „Spanten“<br />

aus dem ausgeschnittenen<br />

Material verstärkt.<br />

Der Antrieb<br />

Der Aufbau, verstärkt mit Spanten<br />

durch das Zerlegen zweier preiswerter Servos,<br />

die ihrer Getriebe beraubt wurden und<br />

somit als Motor-/Drehzahlstellereinheiten<br />

dienen. Natürlich ist die Antriebsleistung<br />

überschaubar, für kleine Plastikbausätze<br />

Servo-Antriebe, Akku, Kreuzmischer, Empfänger (v. l. n. r.)<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 11


aber völlig ausreichend. Mit der Spannungsversorgung<br />

durch fünf Mikro-Zellen war<br />

die Endgeschwindigkeit <strong>im</strong> Fall der FINN-<br />

JET sogar zu hoch, die Betriebsspannung<br />

wurde daher durch jeweils zwei Standarddioden<br />

(1N4005) verringert, die ich in die<br />

Minusleitungen zu den Motoren eingesetzt<br />

habe. Um die Einstellbarkeit des Nullpunkts<br />

der Steller zu verbessern, wurden die Servo-Potis<br />

(5 k) durch zwei Widerstände (je<br />

2 k) und ein Poti (1 k) ersetzt.<br />

Die Motorhalterungen entstanden aus<br />

Kunststoff-Kabelkanälen, deren Vorteil es<br />

ist, dass sie flexibel sind. Für die Wellenkupplungen<br />

habe ich Kabelisolierungen<br />

aus einer ausgeschlachteten Kaffeemaschine<br />

verwendet. Die Wellenanlagen sind<br />

normale Metallausführungen aus dem<br />

Programm der Fa. Graupner (Nr. 414), als<br />

Props wurden Exemplare des gleichen<br />

Herstellers mit 20 mm Durchmesser verwendet.<br />

Empfänger, Kreuzmischer und<br />

alle Antriebsteile wurden aus Gründen der<br />

Gewichtsersparnis ohne Gehäuse in den<br />

Rumpf eingebaut.<br />

Finish<br />

Servo-Antriebe mit <strong>nach</strong>gerüsteten<br />

Wi derständen, Tr<strong>im</strong>mern und Dioden<br />

Ich habe mich dafür entschieden, auf die<br />

Wasserschiebebilder zu verzichten, die<br />

dem Bausatz beiliegen, denn in diesem<br />

Falle hätte das ganze Schiff noch eine abschließende<br />

Klarlackschicht bekommen<br />

müssen. Die Fenster wurden folglich mit<br />

einem schwarzen Permanentstift ausgemalt,<br />

die Zierlinien manuell mit Farbe und<br />

Tamiya-Tape hergestellt. Dabei mussten<br />

Kompromisse hinsichtlich der Vorbildtreue<br />

eingegangen werden, da über den Fenstern<br />

keine Linien hergestellt werden konnten.<br />

Die weißen Flächen habe ich nicht lackiert<br />

(Gewichtsersparnis), durch eine Behandlung<br />

der Plastikteile mit feinster Stahlwolle<br />

entsteht mit wenig Aufwand eine passable<br />

Oberfläche ohne Glanz. Ein Teil der Wasserschiebebilder<br />

wurde auf eine weiße Kunststoffplatte<br />

aufgeklebt, in den Computer eingescannt<br />

und dann wieder auf Klarsichtfolie<br />

ausdruckt. Diesen Ausdruck habe ich dann<br />

mit Klarlack fixiert und am Schiff aufgeklebt.<br />

Der auf der Heliplattform abgestellte Hubschrauber<br />

stammt aus meiner Grabbelkiste,<br />

er passte zufällig genau.<br />

Fahrerprobung<br />

Der Antrieb erfüllte die Erwartungen voll,<br />

das Steuern funktioniert <strong>nach</strong> etwas<br />

Übung auch vorbildähnlich ohne große<br />

Wackelei, sofern man das Modell mit Hilfe<br />

kleiner Gewichte sauber austr<strong>im</strong>mt und<br />

wenn man in der Kurve etwas vom „Gas“<br />

geht. Besonders beeindruckend sind<br />

die guten Fahreigenschaften be<strong>im</strong> Rückwärtsfahren,<br />

die bei Modellen in dieser<br />

Größe mit Ruder oft problematisch sind.<br />

Als kleiner Nachteil kann gelten, dass die<br />

Nullstellung der Fahrmotoren vor Beginn<br />

der Fahrt mit der Tr<strong>im</strong>mung an der Fernsteuerung<br />

eingestellt werden muss und<br />

dass sie manchmal dennoch langsam vor<br />

sich hin laufen. Im Großen und Ganzen bin<br />

ich aber mit dem Antrieb sehr zufrieden.<br />

Insgesamt ist mit der FINNJET mit überschaubarem<br />

Aufwand an Zeit und Geld ein<br />

interessantes Modell entstanden. Als Einsatzgebiet<br />

bietet sich wegen der Modellgröße,<br />

der Seetüchtigkeit und einer gewissen<br />

Windempfindlichkeit natürlich aber eher<br />

ein Schw<strong>im</strong>mbecken oder ein Teich als die<br />

„große Fahrt“ auf einem See an.<br />

12 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


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<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 13


WERKSTATTPRAXIS<br />

Workshop<br />

Andreas Langner<br />

Styrodurschneider<br />

<strong>im</strong><br />

<strong>Eigenbau</strong><br />

Der Bügel<br />

V<br />

or einem Jahr kam ich auf die<br />

Idee, einen Outrigger <strong>im</strong> <strong>Eigenbau</strong><br />

zu bauen. Das Urmodell<br />

wollte ich aus Styrodur fertigen.<br />

Wer schon einmal Styrodur mit dem<br />

Cuttermesser geschnitten hat, der<br />

weiß aber, was das heißt: Die Klingen<br />

Rohrende mit<br />

Gewindebuchse<br />

Isolatoren mit<br />

Klemmschlitz<br />

brechen ständig ab bzw. sie werden sehr<br />

schnell stumpf. Abgesehen davon kann<br />

man eine 60 mm starke Styrodurplatte gar<br />

nicht von einer Seite her komplett durchschneiden,<br />

da die Klingen nicht lang genug<br />

sind. Auch Radien sind auf diese Weise<br />

nicht sauber zu schneiden.<br />

Aus diesem Grund baute ich mir einen ersten<br />

Styroschneider aus einem Stück Besenstiel<br />

und einer Laubsäge. Der Nachteil<br />

dieses Geräts war, dass man <strong>im</strong>mer die<br />

Hilfe einer zweiten Person brauchte, da es<br />

allein fast unmöglich war, sowohl das Styrodur<br />

zu halten als auch gleichzeitig den<br />

Styroschneider zu führen.<br />

Für mein neues Projekt wollte ich daher<br />

einen Styroschneider benutzen, mit dem<br />

man ohne zusätzliche Hilfe arbeiten kann.<br />

Es gibt von verschiedenen Anbietern solche<br />

Hartschaum-Schneidegeräte zu kaufen,<br />

aber diese reißen mit ihren Kosten von etwa<br />

€ 99,– bis € 159,– doch ein ordentliches<br />

Loch in die Modellbaukasse. Also blieb mir<br />

nur der <strong>Eigenbau</strong>, den ich mit geringen finanziellen<br />

Mitteln bewerkstelligen wollte.<br />

Als Vorlage diente mir dabei meine Dekupiersäge.<br />

Zuerst musste einmal ein Gestell (Bügel)<br />

gebaut werden, das den Schneidedraht halten<br />

sollte. Dieser Bügel besteht aus einem<br />

12-mm-Edelstahlrohr, das ich gemäß meinen<br />

Vorstellungen gebogen habe. Das Maß<br />

zwischen den beiden Rohrenden beträgt<br />

330 mm, die Tiefe des Bügels beträgt 380<br />

mm. Man kann diesen Bügel natürlich auch<br />

aus anderen Materialien bauen, wie zum<br />

Beispiel aus Holz oder mit Aluminiumprofilen<br />

aus dem Baumarkt. Der Vorteil des<br />

Edelstahlrohres ist der, dass man den Bügel<br />

etwas zusammendrücken kann, um dem<br />

Schneidedraht eine gewisse Vorspannung<br />

zu geben. Das ist nötig, da sich der Schneidedraht<br />

bei Erwärmung etwas ausdehnt,<br />

sprich länger wird. Die Vorspannung des<br />

Edelstahlrohres gleicht diese Längenausdehnung<br />

dann aus.<br />

In die Enden des Edelstahlrohres habe ich<br />

je eine Messinghülse mit einer Länge von<br />

10 mm und einem M4-Innengewinde eingesetzt,<br />

an die dann die Halterungen für den<br />

Schneidedraht geschraubt werden sollten.<br />

Um einen sicheren Halt der Hülsen zu gewährleisten,<br />

habe ich diese mit Loctite 648<br />

eingeklebt.<br />

Da ein solcher Styroschneider ja mit elektrischem<br />

Strom betrieben wird, stand ich<br />

nun vor dem Problem, den Bügel vom<br />

Stromkreis zu trennen, gleichzeitig aber<br />

die Spannung an den Schneidedraht zu<br />

bringen. Um das Edelstahlrohr vom Stromkreis<br />

zu trennen und den Schneidedraht zu<br />

halten, habe ich folglich zwei Isolatoren aus<br />

Kunststoff angefertigt. Das Kunststoffrundmaterial<br />

fand ich durch Zufall in meiner Materialkiste.<br />

Zuerst bohrte ich auf der Drehbank<br />

je eine 4,2-mm-Bohrung längs durch<br />

14 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


den Kunststoff. Diese Bohrungen wurden<br />

dann auf 50% der Länge nochmals um 15<br />

mm größer aufgebohrt, um später die Montageschraube<br />

versenken zu können. Damit<br />

konnten die Isolatoren nun an den Bügel<br />

angeschraubt werden.<br />

Um eine Aufnahme für den Schneidedraht<br />

zu schaffen, habe ich in die Isolatoren dann<br />

15 mm tiefe Schlitze gesägt. Parallel zum<br />

Verlauf des Schlitzes muss am Grund des<br />

Schlitzes eine 4-mm-Bohrung eingebracht<br />

werden, damit der Draht später besser geklemmt<br />

werden kann. Um den Draht klemmen<br />

zu können, benötigten die Isolatoren<br />

noch eine Bohrung quer zum eingesägten<br />

Schlitz. Diese Bohrung hatte einen Durchmesser<br />

von 4,2 mm und wurde komplett<br />

durch den Isolator durchgebohrt. Der erste<br />

Versuch, den Schneidedraht zu klemmen,<br />

schlug aber fehl, da es nicht richtig gelang,<br />

den Draht zu halten, die Schraube zu<br />

drehen und die Mutter zu fixieren. Abhilfe<br />

schaffte ich mit einem Gewindeeinsatz mit<br />

M4-Innengewinde. Die 4,2-mm-Bohrung<br />

wurde aufgebohrt und in diese Bohrung<br />

dann der Gewindeeinsatz eingeschraubt.<br />

Damit ist es möglich, den Draht zu halten<br />

und ihn gleichzeitig zu klemmen.<br />

Da die Isolatoren nun am Bügel montiert<br />

und der Draht eingespannt war, wollte ich<br />

einen Test machen. Um die Spannung an<br />

den Draht zu bringen, verwende ich dünne<br />

Kupferblechstreifen, die ich an die Isolatoren<br />

anpasste und auch durch den Klemmschlitz<br />

führte. Damit ist es möglich, die Zuleitungskabel<br />

an den Isolatoren zu befestigen und<br />

die Spannung an den Draht zu bekommen.<br />

Die Kabel wurden einfach mit Kabelösen an<br />

den Klemmschrauben befestigt.<br />

Der erste Versuch brachte dann das gewünschte<br />

Ergebnis: Der Schneidedraht<br />

blieb sicher geklemmt und die elektrische<br />

Verbindung hielt ebenfalls.<br />

Um dem Ganzen dann einen sicheren<br />

Stand zu geben, schnitt ich ein Stück Spanplatte<br />

auf die Maße 300 x 400 mm zu und<br />

verschraubte darauf zwei Rohrschellen, die<br />

den Bügel halten sollten. Dank dieser Rohrschellen<br />

ist es möglich, den Bügel zu beiden<br />

Seiten in der Neigung zu verstellen,<br />

um auch schräge Schnitte ausführen<br />

zu können. Als „Sägetisch“ dient eine<br />

Spanplatte von 400 x 500 mm. In diesen<br />

Sägetisch musste ich dann noch<br />

eine Bohrung mit 35 mm Durchmesser<br />

für den Schneidedraht einbringen.<br />

Rechts und links von dieser<br />

Bohrung habe ich noch Langlöcher<br />

geschnitten, die erforderlich<br />

sind, wenn der Bügel in<br />

der Neigung verstellt wird.<br />

Die Verbindung zwischen<br />

Grundplatte und Sägetisch besteht aus<br />

Hartholz-Rundstäben mit einer Länge von<br />

150 mm, die an der Grundplatte und am<br />

Sägetisch verschraubt werden. Dazu habe<br />

ich M6-Senkkopfschrauben verwendet. In<br />

den Hartholzrundstäben sind daher in den<br />

Stirnseiten Gewindeeinsätze mit M6-Innengewinde<br />

eingeschraubt. Dadurch ist es<br />

möglich den Styroschneider bei Nichtgebrauch<br />

zu zerlegen und ihn platzsparend<br />

zu verstauen.<br />

Mein Styroschneider hat eine Schnitthöhe<br />

von 255 mm und eine Schnitttiefe<br />

von 380 mm. Der Schneidedraht hat eine<br />

Länge von 350 mm. Die Spannung sollte<br />

mit dem von mir verwendeten Draht bei<br />

12 V liegen, dabei fließt ein Strom von<br />

Styroschneider mit<br />

geneigtem Bügel<br />

Bügel mit montierten Isolatoren<br />

Kupferbleche für<br />

die Isolatoren<br />

Isolatoren mit Gewindebuchsen<br />

Isolatoren mit<br />

Kupferblechen und<br />

Klemmschrauben<br />

Grundplatte mit<br />

Rohrschellen<br />

und Bügel<br />

Styroschneider<br />

ohne Sägetisch<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013<br />

15


Hartholzrundstab mit Gewindebuchsen<br />

ca. 1,2 A und die Temperatur des Drahtes<br />

liegt bei ca.150 °C. Wenn man dann den<br />

Styroschneider an einem regelbaren Netzgerät<br />

betreibt, kann man die Temperatur<br />

an das zu schneidende Material bzw. an<br />

den Schneidedraht anpassen. Als Schneidedraht<br />

verwende ich einen 0,2 mm dicken<br />

Der untere Isolator<br />

Styroschneidedraht, den man bei www.opitec.de<br />

bestellen kann. Die Spule mit 30 m<br />

Draht ist für € 9,99 zu haben (Best.-Nr.<br />

374.0777).<br />

Mit ein bisschen Übung ist es innerhalb<br />

kurzer Zeit möglich, das Styrodur exakt<br />

zu schneiden, auch Formteile lassen sich<br />

problemlos zuschneiden. Abschließend<br />

muss ich sagen, dass mir der Bau des<br />

Styroschneiders Spaß gemacht hat. Mit<br />

wenig Arbeitsaufwand und mit recht wenig<br />

Geld entstand ein Arbeitsmittel, das seinen<br />

Zweck genauso gut wie die fertig <strong>im</strong><br />

Handel zu erwerbenden Geräte versieht.<br />

Mein <strong>Eigenbau</strong> hat dazu sogar noch den<br />

Vorteil, dass er in der Neigung verstellbar<br />

ist. Das Einzige, was ich neu kaufen musste,<br />

war der Schneidedraht, alle anderen<br />

Baumaterialien fanden sich noch <strong>im</strong> Bastelkeller.<br />

Anstatt des Kuststoff-Rundmaterials<br />

kann man natürlich auch andere,<br />

nicht leitende Werkstoffe verwenden. Das<br />

Einzige, was den Geldbeutel zusätzlich belasten<br />

könnte, wäre die Anschaffung eines<br />

regelbaren Netzgerätes, sofern ein solches<br />

nicht schon vorhanden ist. Natürlich tut<br />

es auch ein einfaches 12-V-Netzgerät mit<br />

einem Laststrom von mindestens 1,2 A,<br />

dann kann man aber natürlich die Temperatur<br />

des Schneidedrahtes nicht beliebig<br />

einstellen.<br />

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16<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


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Modell<br />

<br />

www.modell-movies.de<br />

MODELLBAU DIND<br />

Flug-, Schiffs- und Automodelle<br />

Funkfernsteuerungen<br />

Illnauerstrasse 14, CH-8307 Effretikon<br />

Tel. +41 (0) 52 343 32 55 Fax +41 (0) 52 343 78 62<br />

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Anzeigenschluss<br />

für <strong>SchiffsModell</strong> 3/2013 ist am 24.01.2013<br />

für <strong>SchiffsModell</strong> 4/2013 ist am 25.02.2013<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 17


RUBRIKEN<br />

<br />

<br />

Neu bei Graupner<br />

ist das Computersystem mc-16 HoTT. Damit<br />

steht jetzt auch ein Mittelklasse-Pultsender<br />

<strong>im</strong> neuen Anlagendesign zur Verfügung.<br />

Der 2,4-GHz-Sender verfügt über acht Steuerfunktionen,<br />

die später per Update auf 12<br />

Steuerfunktionen erweiterbar sein werden.<br />

Der Sender zeichnet sich neben seinem<br />

markanten Design, das ohne eine außen angebrachte<br />

Antenne auskommt, durch 20 Modellspeicher<br />

und eine vereinfachte Programmiertechnik<br />

aus. Ein kontrastreiches,<br />

8-zeiliges und blau beleuchtetes Grafikdisplay<br />

gewährleistet eine perfekte Anzeige aller<br />

Einstellparameter und Telemetriedaten.<br />

Die Speicherung der Telemetriedaten und<br />

eine Erweiterung der Modellspeicher ist<br />

mittels micro-SD Speicherkarte möglich. Ein<br />

USB-Anschluss ermöglicht das Auslesen<br />

und Abspeichern von Modellspeichern und<br />

Firmwareupgrades.<br />

Natürlich verfügt die mc-16 HoTT über alle<br />

von Computeranlagen hinlänglich gewohnten<br />

Vorteile.<br />

Das Basis-Set zum Preis von € 549,– enthält<br />

den Sender mit eingebautem LiIo-Akku<br />

18<br />

(4000 mAh), einen Empfänger HoTT GR-<br />

16, Senderladegerät 500 mA, Updatekabel<br />

und microSD-Karte. Zu erwähnen ist, dass<br />

der Sender serienmäßig neben den Kreuzknüppeln<br />

bereits mit zwei Schiebereglern,<br />

zwei seitlichen Drehgebern sowie zwei<br />

Schaltern ausgerüstet ist.<br />

Die neue Anlage ist ab sofort erhältlich.<br />

www.graupner.de<br />

Graupner: mc-16 HoTT<br />

Neu bei Modellbau Sievers<br />

ist ein Bausatz für das Motorrettungsboot<br />

LÜBECK, einen der Klassiker aus der Rettungsflotte<br />

der DGzRS.<br />

In den Kriegsjahren 1939–43 wurde auf der<br />

Pahl-Werft Hamburg ein Serienbau von ca.<br />

7–13 Rettungsbooten für die DGzRS aufgelegt.<br />

Die LÜBECK II war eines dieser<br />

Schiffe. Es wurde 1942 in Dienst gestellt,<br />

hatte einen Motor von 150 PS, der ihm eine<br />

Geschwindigkeit von 8 kn verlieh.<br />

Die LÜBECK war in den Folgejahren auf<br />

verschiedenen Stationen <strong>im</strong> Einsatz. Da<strong>nach</strong><br />

wurde das Boot an das Schlepp- und<br />

Bergungsunternehmen Hans Schramm,<br />

Brunsbüttel verkauft und von diesem unter<br />

den Namen MÖWE als Bereisungs- und<br />

Begleitschiff eingesetzt. Später wurde es auf<br />

die Insel Borkum verkauft und als Hochseeangelboot<br />

umgebaut.<br />

Der Komplettbausatz enthält einen GfK-<br />

Rumpf, Aufbauten, Deck, Fensterrahmen<br />

usw. aus Kunststoff gefräst sowie viele Zubehörteile<br />

in Resin- und Zinnguss inkl. Wellenanlage,<br />

Propeller usw. Eine Bauanleitung<br />

mit <strong>Plan</strong>, Flaggen und ein Beschriftungs-<br />

Set sind natürlich ebenfalls dabei. Im Maßstab<br />

1:29 wird das Modell 65 cm lang und<br />

19 cm breit, der Preis beträgt € 265,–.<br />

Manfred Sievers<br />

Portlandstr. 5, 30629 Hannover<br />

Tel. 0511-/581125<br />

info@modellbau.sievers.de<br />

http://www.modellbau-sievers.de/<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


Modellbau Sievers:<br />

Motorrtettungsboot LÜBECK<br />

Neu bei Horizon Hobby<br />

ist ein weiteres Modell des Renn-Katamarans<br />

MISS GEICO. Die neu vorgestellte<br />

MISS GEICO 24 stellt nun die dritte Größenvariante<br />

<strong>im</strong> Programm von PROBOAT<br />

dar. Neben der MISS GEICO 17 und der<br />

MISS GEICO 29BL markiert die MISS GEI-<br />

CO 24 somit die goldene Mitte.<br />

Das 635 mm lange und 222 mm breite Modell<br />

verfügt über einen ABS-Rumpf und<br />

PROBOAT / Horizon Hobby:<br />

MISS GEICO 24<br />

kommt komplett fahrfertig zum Kunden. Das<br />

heißt, es ist nicht nur die komplette Antriebsanlage<br />

nebst wassergekühltem 550er-<br />

Antriebsmotor nebst 50-A-Steller und Ruderservo<br />

eingebaut, sondern <strong>im</strong> Lieferumfang<br />

befinden sich auch der Fahrakku<br />

(sechs Zellen NiMH), das erforderliche Ladegerät<br />

sowie die Spektrum DX2e-Fernsteuerung<br />

<strong>im</strong> 2,4-GHz-Band. Die Anlagenkomponenten<br />

sind in einer separaten<br />

RC-Box sicher untergebracht, das alles zusammen<br />

gibt es für einen Verkaufspreis von<br />

€ 139,99.<br />

Die MISS GEICO 24 ist ab sofort <strong>im</strong> Fachhandel<br />

erhältlich.<br />

www.horizonhobby.de<br />

Keine Modellbau-Messe<br />

mehr in Karlsruhe!<br />

Kurz vor Redaktionsschluss erreichte uns<br />

eine erstaunliche Pressemeldung der Messe<br />

Sinshe<strong>im</strong>.<br />

Darin wird angekündigt, dass die erst vor<br />

wenigen Jahren von Sinshe<strong>im</strong> <strong>nach</strong> Karlsruhe<br />

umgezogene Messe „Faszination Modellbau“<br />

bereits ab 2013 wieder auf dem<br />

Messegelände in Sinshe<strong>im</strong> abgehalten werden<br />

wird.<br />

Allerdings gehen die Neuerungen noch wesentlich<br />

weiter: Die bisherige Messe mit dem<br />

Namen „Faszination Modellbau“ wird in<br />

zwei einzelne Messen aufgesplittet. Und<br />

zwar in die Messe „Faszination Modellbahn“,<br />

die vom 22.–24. Februar 2013 als lupenreine<br />

Modellbahn-Messe auf dem Messegelände<br />

in Sinshe<strong>im</strong> abgehalten werden<br />

wird. Zusätzlich gibt es dann die Messe<br />

„Faszination Modelltech", die ebenfalls in<br />

Sinshe<strong>im</strong>, allerdings vom 22.–24.März 2013<br />

ihre Tore öffnen wird.<br />

Beide Messen werden ausschließlich in einer<br />

einzigen Halle, nämlich in der von den<br />

letzten Sinshe<strong>im</strong>-Messen bereits bekannten<br />

Halle 6 abgehalten werden.<br />

Die Messe „Faszination Modelltech“ wird<br />

vom Veranstalter allerdings als „Internationale<br />

Messe für Flugmodelle, Cars & Trucks“<br />

beworben, und auch in den entsprechenden<br />

Pressetexten wird in erster Linie auf die Konzentration<br />

auf den Flugmodellbau sowie<br />

Cars und Trucks hingewiesen.<br />

Es ist also davon auszugehen, dass der<br />

Schiffsmodellbau in der bisher gewohnten<br />

Art und Weise (gewerbliche und ideelle Aussteller,<br />

Wasserbecken, etc.) <strong>im</strong> Rahmen dieser<br />

Messe überhaupt nicht mehr berücksichtigt<br />

werden wird. Auch auf der<br />

Homepage der Messe werden ausschließlich<br />

die Sparten des Flug- und des Fahrzeugmodellbaus<br />

erwähnt, das gilt auch für<br />

das Werbeplakat der Messe.<br />

Hundebesitzer kennen folglich schon lange<br />

das, woran sich die Schiffsmodellbauer in<br />

Sinshe<strong>im</strong> zukünftig auch gewöhnen müssen:<br />

„Wir müssen leider draußen bleiben!“<br />

Oder weniger charmant, so wie vor der Szene-Disco:<br />

„Hey, Du kommst hier nicht rein!“<br />

www.faszination-modelltech.de<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 19


Motorschiffe<br />

Klaus Bartholomä<br />

Das “<br />

<strong>Bassboat</strong>“<br />

oder: Das ideale Kameraboot<br />

W<br />

er meine Ausführungen<br />

über das Modellfilmen mit<br />

der FCO III in der Schiffs-<br />

Modell verfolgt hat, der weiß<br />

Bescheid. Für alle anderen eine kurze Zusammenfassung:<br />

Alles fing mit dem Kauf<br />

einer FCO III mit Übertragungsmodul an.<br />

Be<strong>im</strong> Filmen mit meiner OPTIMIST fand<br />

ich schnell heraus, dass der wahre Reiz<br />

<strong>im</strong> Filmen anderer Boote liegt. Nebenbei<br />

habe ich eine halbkardanische Aufhängung<br />

der Kamera gebaut, die mittlerweile<br />

recht gut funktioniert und Kameraschwenks<br />

um 360° zulässt. In Verbindung mit dem<br />

fernsteuerbaren Kamerakopf sind so wunderbare<br />

Schwenks möglich. Wegen der<br />

eingeschränkten Manövriereigenschaften<br />

eines Segelbootes wäre ein Motorboot aber<br />

natürlich als Kameraträger besser geeignet.<br />

Erste Versuche mit einem Mahagoni-Runabout<br />

zeigten aber, dass dieses Boot völlig<br />

ungeeignet ist, wenn man länger Freude an<br />

seiner Kamera haben möchte, denn das<br />

Boot nahm einfach zu viel Wasser über. Die<br />

Drehs mit meinem alten Motorkreuzer waren<br />

auch nicht der Hit, weil die Kamera den<br />

Schwerpunkt des Bootes zu stark veränderte.<br />

Somit kamen einige Anforderungen<br />

an ein spezielles „Kameraboot“ zusammen.<br />

So etwas ist übrigens nicht übertrieben,<br />

denn alle großen Yachtfotografen haben<br />

solche Kameraboote. Auch wenn ich mich<br />

nicht zu den Großen zähle – ich filme ja<br />

schließlich auch nur Modelle – musste also<br />

so etwas her.<br />

Etwas Geeignetes gibt es sogar schon,<br />

nämlich die „Kiel Classic“ <strong>im</strong> Angebot der<br />

Fa. Gundert. Dieses Modell war mir aber<br />

einfach zu groß und vor allem zu kostspielig<br />

für mein Modellbaubudget. Also entschloss<br />

ich mich zu Konstruktion und Bau eines eigenen<br />

Kamerabootes. Die Kriterien für das<br />

neue Boot waren schnell aufgeschrieben:<br />

Es sollte ausreichend schnell sein, dabei<br />

aber möglichst trocken fahren und möglichst<br />

wenig rollen. Gewünscht war ausreichender<br />

Platz <strong>im</strong> Cockpit, trotzdem ein hoher<br />

Schutz für die Kamera und <strong>im</strong> Hinblick<br />

auf die Tonaufnahmen sollte der Antrieb<br />

möglichst leise sein.<br />

Auf der Suche <strong>nach</strong> Lösungen für diese<br />

Vorgaben stieß ich in einem meiner<br />

Wooden Boat-Kataloge auf ein Boot, das<br />

als „25ft <strong>Bassboat</strong>“ bezeichnet wurde. Das<br />

Boot gefiel mir auf Anhieb recht gut: Es<br />

hat ein riesiges Cockpit und ein günstiges<br />

Längen-/Breitenverhältnis und in meinem<br />

bevorzugten Maßstab 1:10 bietet es genügend<br />

Platz für die Kamera hinter der Windschutzscheibe.<br />

Der steile Vorsteven und<br />

das massige Vorschiff ließen ein trockenes<br />

Fahren erhoffen. Geschwindigkeit ist nur<br />

eine Frage der Motorleistung, und die ist<br />

dank der modernen BL-Motoren kein Problem<br />

mehr. Aber was ist nun eigentlich ein<br />

„<strong>Bassboat</strong>“? Nun, dabei handelt es sich um<br />

ein einfaches Sportfischerboot. Das von mir<br />

ausgesuchte Exemplar ist ein Design der<br />

Werft Eldredge-McInnis, die zwischen 1928<br />

und 1951 an die 60 Stück dieser Boote für<br />

die kabbelige Buzzards Bay in Neuengland<br />

gebaut haben soll. Wenn das Original schon<br />

für kabbelige See gedacht war, dann sollte<br />

das Modell doch auch mit Wellen zurechtkommen,<br />

dachte ich mir. Die Boote wur-<br />

20 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


1<br />

den wie erwähnt zum Fischen, aber auch<br />

als Yacht-Club-Tender, Arbeitsboote und<br />

für Zubringerdienste verwendet. Mit einem<br />

6-Zyl.-Motor soll das Boot auf 20 kn gekommen<br />

sein. Also auf geht’s!<br />

Der Rumpf<br />

3<br />

2<br />

4<br />

Als Erstes wird ein Baubrett (Helling) benötigt.<br />

Am besten eignet sich dafür eine Tischlerplatte<br />

mit den Abmessungen 20 x 80 cm<br />

und einer Stärke von mind. 19 mm. Auf die<br />

Platte wird eine Mittellinie gezeichnet und<br />

an den Spantpositionen rechtwinklige Linien<br />

dazu. An die <strong>nach</strong> den Vorlagen aus dem<br />

<strong>Plan</strong> ausgeschnittenen Spanten (Bild 1)<br />

werden Vierkanthölzer so angenagelt, dass<br />

die Spanten problemlos senkrecht auf das<br />

Baubrett aufgestellt werden können. Nun<br />

die Spanten exakt zu Mittellinie und Spantpositionen<br />

ausrichten und von unten mit der<br />

Helling verschrauben. Dazu kann man die<br />

Helling auch senkrecht in einen Schraubstock<br />

spannen (Bild 2). Nachdem nun das<br />

Spantgerüst steht, können die einzelnen<br />

Teile des Kiels auf dem <strong>Plan</strong> zusammen<br />

gele<strong>im</strong>t werden. Sinnvollerweise verwendet<br />

man dabei eine dünne Klarsichtfolie als Zwischenlage.<br />

Nach dem Aushärten des Le<strong>im</strong>s<br />

können dann der Kiel mit dem Spantengerippe<br />

verklebt sowie Motorfundament,<br />

Servobrett und Ruderkoker eingeklebt werden.<br />

Jetzt noch die Stringer und die Bugund<br />

Heckverstärkung anbringen und das<br />

Spantengerippe ist fertig zum Straken und<br />

Beplanken (Bild 3).<br />

Zum Beplanken wird 2-mm-Flugzeugsperrholz<br />

verwendet, das man in 20 mm breite<br />

Streifen sägt. Begonnen wird in der Mitte mit<br />

den Seitenwänden. Die <strong>Plan</strong>ken werden <strong>im</strong><br />

Winkel von ca. 45° zum Balkweger aufgebracht,<br />

dadurch kann man materialsparend<br />

arbeiten und die Rundungen des Rumpfes<br />

besser anpassen. Ich verwende übrigens<br />

Hartkleber für diese Arbeit. Ist die erste<br />

<strong>Plan</strong>ke auf beiden Seiten fest, kann von da<br />

aus <strong>nach</strong> vorne und <strong>nach</strong> hinten weiterbeplankt<br />

werden (Bild 4). Dabei muss genau<br />

darauf geachtet werden, dass die <strong>Plan</strong>ken<br />

auch untereinander bündig auf Stoß zu<br />

verkleben sind. Im Verlauf der Trockenphasen<br />

wird noch der Spiegel angeklebt und<br />

gestrakt. Sind die Seitenwände fertig beplankt,<br />

können die Überstände entlang der<br />

K<strong>im</strong>mleiste mit dem Bandschleifer abgeschliffen<br />

werden, da<strong>nach</strong> verfährt man mit<br />

dem Rumpfboden in gleicher Weise (Bild 5).<br />

Wenn die letzte Bodenplanke fest ist, werden<br />

alle Überstände bündig geschliffen und<br />

der ganze Rumpf verputzt und das erste<br />

Mal gespachtelt und geschliffen. Nun kann<br />

eine Lage 80 g/m²-Glasgewebe mit Epoxid-<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 21


Die <strong>Plan</strong>zeichnungen zum <strong>Bassboat</strong> können<br />

per E-Mail unter welz@neckar-verlag.de<br />

kostenlos angefordert werden<br />

22 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


5<br />

8<br />

6<br />

7<br />

harz auflaminiert werden. Wer darin noch<br />

nicht so geübt ist, geht am Besten wie be<strong>im</strong><br />

Beplanken vor, sprich erst die Seitenwände,<br />

dann den Rumpfboden mit Gewebe belegen.<br />

Experten schaffen jede Seite auch in<br />

einem Stück. Nach dem Aushärten geht die<br />

Spachtel- und Schleifzeremonie los. Ich verwende<br />

dazu am liebsten 1-K-Nitrospachtel.<br />

Der trocknet schnell und lässt sich pr<strong>im</strong>a<br />

schleifen. Nach ca. 10 min lässt sich eventuell<br />

zu viel aufgetragene Spachtelmasse<br />

mit dem Schaber wieder entfernen. Zum<br />

Ende hin habe ich <strong>nach</strong> jedem Schleifgang<br />

Grundierung aufgesprüht, um die kleinen<br />

Unebenheiten besser erkennen zu können.<br />

Nach vier Wochen hatte ich keine Lust mehr<br />

auf Schleifstaub und begann mit dem Lackieren<br />

(Bild 6). Solange der Rumpf auf der<br />

Helling ist, lässt sich die Wasserlinie wunderbar<br />

anreißen und be<strong>im</strong> Lackieren muss<br />

nicht viel abgeklebt werden. Der Nachteil ist,<br />

dass man bei den folgenden Arbeiten natürlich<br />

den Lackauftrag beschädigen kann,<br />

dieses Risiko wollte ich aber eingehen.<br />

Einer der größten Momente be<strong>im</strong> Schiffchenbauen<br />

ist für mich das Abnehmen des<br />

Rumpfes von der Helling. Dazu werden<br />

alle Schauben entfernt, die die Dachlatten<br />

mit der Helling verbinden, dann der Rumpf<br />

von der Helling genommen und die Vierkantleisten<br />

von den Spanten entfernt. Jetzt<br />

können die Spantfüße abgesägt werden<br />

und der Rumpf liegt in voller Schönheit auf<br />

der Werkbank. Mit 1124 g ist er zwar nicht<br />

gerade ein Leichtgewicht, dafür ist er aber<br />

sehr stabil und bereits fertig lackiert (Bild 7).<br />

„Toll!“, denke ich mir. Die Vorfreude auf das<br />

fertige Schiff ist groß.<br />

Nachdem der Rumpf auch innen mit Epoxi<br />

versiegelt ist, kann es mit dem Ausbau der<br />

Schale losgehen. Dazu ist es sinnvoll, bereits<br />

den Ständer fertig gestellt zu haben,<br />

damit der Rumpf sicher horizontal aufgestellt<br />

werden kann. Jetzt werden das Servo<br />

und das Ruderblatt eingebaut. Letzteres<br />

besteht aus dünnem Messingblech, das um<br />

den Ruderschaft so herum gebogen wird,<br />

dass ein symmetrisches Profil entsteht. Da<strong>nach</strong><br />

werden die Teile weich miteinander<br />

verlötet und der Hohlraum <strong>im</strong> Ruderblatt mit<br />

2-K-Kleber ausgegossen und verschliffen.<br />

Die Ruderhacke schützt Ruder und Propeller<br />

bei Grundberührung und sollte deshalb<br />

mit zwei kleinen Schrauben am Kiel stabil<br />

verschraubt werden. Wenn alles so ausgerichtet<br />

ist, dass es leichtgängig ist, kann das<br />

Rudergestänge gebogen werden. Ich habe<br />

das Servo so auf dem Servobrett befestigt,<br />

dass es auf einer Schiene von vorne durch<br />

eine Klappe in der Cockpitrückwand eingeschoben<br />

werden kann (Bild 8). Dadurch<br />

muss das Achterdeck keine Inspektionsöffnung<br />

bekommen, die die Optik gestört<br />

hätte. Die Cockpitrückwand wird am besten<br />

auch gleich in Angriff genommen. Ich habe<br />

die Luke nur mit 2-mm-Moosgummischnur<br />

in die Rückwand geklemmt. Das verlangt<br />

genaues Arbeiten, weshalb diese beiden<br />

Teile außerhalb des Rumpfes so lange aneinander<br />

angepasst werden, bis der Deckel<br />

saugend in die Rückwand passt. Jetzt kann<br />

die Rückwand <strong>im</strong> Rumpf ausgerichtet und<br />

verklebt werden.<br />

Der Antrieb<br />

Als Nächstes folgen der Einbau der Welle<br />

und des Motors. Die Öffnung <strong>im</strong> Kiel muss<br />

evtl. noch etwas <strong>nach</strong>gearbeitet werden,<br />

bevor das Stevenrohr eingeschoben, ausgerichtet<br />

und mit ein paar Tropfen Sekundenkleber<br />

verklebt werden kann. Die Austrittsstelle<br />

des Stevenrohrs am Rumpf wird<br />

mit etwas Silikon gut abgedichtet. Der Motor<br />

kann nun auf seinem Fundament festgeschraubt<br />

und ausgerichtet werden. Dass<br />

Motor und Welle möglichst gut fluchten<br />

sollten, muss nicht extra erwähnt werden,<br />

die Welle wird mit einer starren Kupplung<br />

mit dem Motor verbunden.<br />

Als Antriebsmaschine habe ich einen<br />

28/36-Außenläufer mit 1120 min -1 /V verwendet<br />

(Bild 9). Mit einem 3s-LiPo-Akku<br />

leistet der Motor 220 W bei einer moderaten<br />

Stromaufnahme von knapp 20 A. Ich habe<br />

einen Flugregler, den ich als Combo zusammen<br />

mit dem Motor bekommen habe,<br />

verwendet. Zur Umpolung der Fahrtrichtung<br />

wird ein alter Leistungsschalter aus einem<br />

RC-Car mit einem separaten Servo angesteuert.<br />

Zur Richtungsumkehr muss der<br />

Umpolschalter lediglich so verdrahtet wer-<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 23


9<br />

den, dass er zwei der drei Leitungen zwischen<br />

Regler und Motor vertauscht. Das<br />

spart Geld, denn BL-Regler für Schiffe sind<br />

doch noch recht teuer. Für meine Verwendung<br />

des Bootes als Kameraboot ist diese<br />

Art der Motorsteuerung sogar vorteilhaft,<br />

weil auf diese Weise der Drehzahlregler<br />

auf einen Kanal mit Schieberegler gelegt<br />

werden kann. Dadurch kann eine konstante<br />

Fahrgeschwindigkeit zum Filmen eingestellt<br />

werden.<br />

Das Cockpit<br />

Ich habe als Erstes zwei Flugzeugsperrholzplatten<br />

beidseitig mit G4 gestrichen,<br />

<strong>nach</strong> dem Trocknen fein geschliffen und<br />

grundiert. Da<strong>nach</strong> wurden alle Teile für das<br />

Cockpit angezeichnet und ausgesägt. Das<br />

hat den Vorteil, dass der schl<strong>im</strong>mste Teil der<br />

Schleifarbeit schon am Rohmaterial erfolgen<br />

kann. Dadurch kann man noch mit dem<br />

großen Schleifklotz großflächig schleifen,<br />

wodurch die Bearbeitungszeit erheblich reduziert<br />

und das Resultat verbessert wird.<br />

Nun werden Cockpitrück- und -vorderwand<br />

mit den Auflageleisten für den Cockpitboden<br />

und die Seitenwände versehen. Da die<br />

Teile ja aber schon versiegelt sind, kann<br />

hier nicht mehr mit Weißle<strong>im</strong> gearbeitet<br />

11<br />

12<br />

10<br />

13<br />

werden. Ich habe deshalb Sekundenkleber<br />

verwendet, dadurch geht die Arbeit auch<br />

wesentlich schneller weiter. Aus dem aus<br />

der Rückwand ausgesägten Teil entsteht<br />

die Klappe des achteren Stauraums, der<br />

das Servo aufn<strong>im</strong>mt. Ich habe ihn allseitig<br />

um 1,8 mm kleiner geschliffen als der Ausschnitt<br />

in der Klappe groß ist und zur Abdichtung<br />

mit 2-mm-Moosgummischnur umklebt.<br />

An den Ausschnitt in der Rückwand<br />

müssen noch Schrägen mit ca. 15° Winkel<br />

angeschliffen werden, damit sich die Gummidichtung<br />

besser einklemmen lässt. Hier<br />

probiert man besser einmal mehr, ob auch<br />

wirklich alles passt, denn <strong>im</strong> eingebauten<br />

Zustand wird es deutlich schwieriger.<br />

Die Cockpitrückwand findet jetzt den Weg in<br />

den Rumpf. Sie wird an die beiden Anschläge<br />

am Servobrett angelegt und senkrecht<br />

zum provisorisch eingelegten Cockpitboden<br />

ausgerichtet. Auch hier wieder lieber<br />

einmal mehr kontrollieren, denn wenn die<br />

Rückwand schief eingebaut ist, dann wird<br />

das ganze Cockpit schief. Nun die Cockpitbalken<br />

straken und ggf. mit etwas Balsaholz<br />

auffüttern, damit der Cockpitboden absolut<br />

eben aufliegt. Die beiden Hälften des<br />

Cockpitbodens werden nun auf genauen<br />

Sitz überprüft und angepasst. Sitzt alles<br />

saugend, wird die eine Hälfte mit Aktivator<br />

besprüht und die entsprechenden Stellen<br />

an den Auflagen mit mittelviskosem Sekundenkleber<br />

benetzt. Die Bodenhälfte wird an<br />

ihre Stelle gesetzt und möglichst gleichmäßig<br />

festgedrückt. Durch den Aktivator ist der<br />

Sekundenkleber sehr schnell fest, es muss<br />

also schnell und exakt gehen. Am besten<br />

vorher trocken üben! Mit den Seitenwänden<br />

wird ebenso verfahren, <strong>nach</strong>dem die<br />

Eckverstärkungen am Cockpitboden angebracht<br />

sind. Zuletzt folgt die Vorderwand.<br />

Hier zeigt sich, ob vorher sauber gearbeitet<br />

wurde. Bei mir passte sie saugend (Bild 10).<br />

Das macht Spaß!<br />

Wer den Cockpitboden schiffig mit einzelnen<br />

<strong>Plan</strong>ken belegen möchte, der sollte<br />

jetzt eine Schablone anfertigen. Die Beplankung<br />

wird dann später außerhalb des<br />

Rumpfes hergestellt. (Zu diesem speziellen<br />

Thema wird es in einer der nächsten Ausgaben<br />

noch einen separaten Beitrag geben.)<br />

Auch den Motorkasten kann man außerhalb<br />

des Rumpfes bauen. Die Seitenwände<br />

werden mit Klebefilm provisorisch zusammengeklebt.<br />

Dann wird die Einheit in die<br />

Aussparung <strong>im</strong> Cockpit gesetzt, ausgerichtet<br />

und die Ecken von innen mit einem<br />

Tropfen Sekundenkleber fixiert. Ich habe in<br />

den feuchten Kleber gleich noch eine Dreiecksleiste<br />

gedrückt, wodurch sich eine sehr<br />

stabile Verbindung ergibt. Der Deckel erhält<br />

seine Verstärkung auf der Unterseite, wird<br />

auf der Oberseite beplankt und erhält ringsherum<br />

noch eine Edelholz-Abschlussleiste.<br />

Wer möchte, kann ihn noch mit Scharnieren<br />

und Griffen ausgestalten. Die Seitenteile<br />

werden lackiert und der Deckel montiert.<br />

Der Aufbau<br />

Die Ausgestaltung der Cockpitvorderwand<br />

muss noch warten, bis der Aufbau fertig<br />

ist. Begonnen wird mit den Seitenwänden,<br />

die besonders sorgfältig ausgesägt werden<br />

24 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


sollten, denn hier sieht man jeden kleinen<br />

Fehler sofort.<br />

Die Seitenwand wird in die dafür vorgesehene<br />

Nut <strong>im</strong> Spantengerippe gestellt und<br />

von außen eine 5 x 2-mm-Kiefernleiste<br />

ebenfalls in die Aussparungen der Spanten<br />

gedrückt. Nun die beiden Teile gemäß <strong>Plan</strong><br />

ausrichten und miteinander verkleben. Dann<br />

werden die Eckverstärkungen des Cockpitdachs<br />

eingeklebt, sie müssen mit der Oberkante<br />

der Cockpitvorderwand bündig und<br />

parallel zur Oberkante der Seitenwand sein.<br />

Die Eckverstärker der Vorderwand sollten<br />

etwas über die Vorderkante der Seitenwand<br />

überstehen, damit sie später der Form der<br />

Vorderwand angepasst werden können<br />

(Bild 11). Jetzt wird die Fensterverstärkung<br />

ausgesägt und mit Abstandshaltern eingeklebt,<br />

die Abstandshalter dürfen aber nicht<br />

mit verklebt werden. Nun kann man die Seitenwände<br />

wieder entfernen, schleifen und<br />

grundieren.<br />

Bevor die Seitenwand eingebaut wird, noch<br />

die Fenster aus 2-mm-Plexiglas einpassen.<br />

Zur Imitation des Dichtungsgummis werden<br />

sie mit einem dünnen Streifen Pappe umklebt<br />

oder man lackiert einfach die Ränder<br />

der Glasscheiben schwarz.<br />

Die Vorderwand wird nass gemacht und<br />

über die Vorrichtung mit Schraubzwingen<br />

aufgespannt. Nachdem sie über Nacht gut<br />

getrocknet ist, die Eckverstärker gemäß<br />

<strong>Plan</strong> ankleben. Auch diese gut trocknen<br />

lassen, bevor alles von der Vorrichtung genommen<br />

wird. Nun können die Kajütdachauflagen<br />

geschliffen werden. Das vordere<br />

Kajütdach erhält einen Decksbalken zur<br />

Formgebung, bevor es an seinem Platz<br />

verklebt wird. Jetzt die beiden Windschutzscheiben<br />

einpassen und verkleben. Als<br />

letztes Teil des Aufbaus folgt das hintere<br />

Kajütdach. Damit es die richtige Wölbung<br />

bekommt, erhält es auch zwei Decksbalken<br />

und wird so eingepasst, dass es sich leicht<br />

<strong>nach</strong> hinten entfernen lässt.<br />

Deck<br />

Das Deck ist nicht <strong>im</strong> <strong>Plan</strong> gezeichnet. Die<br />

Fertigungstoleranzen aller voran gegangenen<br />

Baugruppen summieren sich so auf,<br />

dass jeder Modellbauer ein wenig abweichende<br />

Abmessungen erhalten wird. Deshalb<br />

macht es mehr Sinn, sich aus Pappe<br />

erst mal Schablonen der einzelnen Decksteile<br />

anzufertigen und da<strong>nach</strong> die einzelnen<br />

Teile aus Sperrholz auszusägen. Sinnvollerweise<br />

beginnt man mit dem Vordeck<br />

(Bild 12). Dann kommt das Achterdeck an<br />

die Reihe und als Letztes folgen die Seitendecks.<br />

Das Deck darf ruhig ein wenig über<br />

den Rumpf überstehen. Nach dem Trocknen<br />

des Klebers wird es dann vorsichtig auf dem<br />

Bandschleifer mit der Rumpfkante bündig<br />

geschliffen. Dabei darf ruhig etwas von der<br />

Beplankung des Rumpfes mitgeschliffen<br />

werden, damit sich eine größere Klebefläche<br />

für die Scheuerleiste ergibt.<br />

Lackierung<br />

Rumpf und Unterwasserschiff sind ja schon<br />

lackiert (Bild 13). Wer sauber gearbeitet<br />

14<br />

hat, der braucht hier nichts mehr zu tun.<br />

Ich habe gleich be<strong>im</strong> Harzen des Rumpfes<br />

gepatzt und musste das Überwasserschiff<br />

noch mal mit einer dünnen Schicht <strong>nach</strong>lackieren.<br />

Jetzt werden alle Übergänge des<br />

Rumpfes zum Deck und alle Öffnungen abgeklebt<br />

und grundiert. Da<strong>nach</strong> kann lackiert<br />

werden. Ich verwende gerne Acryllack aus<br />

dem Baumarkt und sprühe ihn in mehreren<br />

Schichten sehr dünn auf. Wenn der Lack<br />

gut durchgetrocknet ist, wird der Aufbau<br />

abgeklebt und das Deck lackiert. Bei diesem<br />

Bootstyp macht sich ein Deck mit Antirutsch-Belag<br />

sehr gut. Wie das auf einfache<br />

Weise hergestellt werden kann, werde ich<br />

noch in einem separaten Beitrag beschreiben.<br />

Abschlussarbeiten<br />

Jetzt kann endlich die Beplankung des<br />

Cockpitbodens eingebaut werden. Wer will,<br />

kann dann die Öffnung des Motorkastens<br />

mit einem Streifen schwarzer Pappe zur<br />

Imitation der Kalfaterung versehen. Nun<br />

den fertigen Motorkasten an seinen Platz <strong>im</strong><br />

Cockpit montieren. Der Steuerstand und der<br />

Niedergang können <strong>nach</strong> eigenen Vorstellungen<br />

gestaltet werden, denn diese Boote<br />

sind in vielen Versionen gebaut worden. Von<br />

der Pinnensteuerung bis zum modernen<br />

Steuerstand mit Fishfinder, GPS und allem<br />

Pipapo ist alles erlaubt.<br />

Be<strong>im</strong> Einbau der Verglasung für Windschutzscheibe<br />

und Kajütfenster muss wieder<br />

sehr sparsam mit Sekundenkleber gearbeitet<br />

werden. Bei mir hat sich R/C Bond<br />

Typ HW, der mit sehr feinen Tüllen geliefert<br />

wird, für solch feine Arbeiten bewährt.<br />

Jetzt folgt der Poller am Bug, der am besten<br />

aus Oregon Pine oder einem ähnlichen<br />

hellen Holz hergestellt wird. Die Festmacherklampen<br />

am Heck können Kaufteile<br />

sein, sind aber auch schnell aus Resten der<br />

Scheuerleiste gefeilt und werden ebenfalls<br />

mit Drahtstiften mit dem Deck verbunden<br />

und verklebt.<br />

Der Einbau von Motor und den noch erforderlichen<br />

Teilen der RC-Anlage ist ein<br />

Kinderspiel, denn die Komponenten sind ja<br />

schon alle eingepasst. Der Empfänger wird<br />

mit Klettband am Motorkasten befestigt.<br />

Ich verwende einen 2,4-GHz-Empfänger,<br />

wodurch kein Antennendurchbruch <strong>nach</strong><br />

außen nötig ist. Wer noch MHz-Technik verwendet,<br />

sollte vor dem Einbau des Decks<br />

eine Kupferlitze <strong>im</strong> Rumpf verlegen oder<br />

einen Anschluss für eine Stabantenne vorsehen<br />

(Bild 14).<br />

Als Letztes wird die Wasserlinie aus Orastick-Folie<br />

ausgeschnitten und angebracht.<br />

Auch der Name darf natürlich nicht fehlen,<br />

auch hierfür eignet sich Orastick. Ich drucke<br />

dazu den Namenszug seitenverkehrt auf<br />

ein Stück Papier, klebe ihn von hinten auf<br />

die Schutzfolie und schneide ihn mit der Na-<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 25


15<br />

16 17 18<br />

gelschere aus. Um den Namenszug ohne<br />

Falten auf den Spiegel zu bekommen, klebe<br />

ich ihn nun auf ein Stück Maskierfolie, mit<br />

deren Hilfe er zielgenau zu seinem Best<strong>im</strong>mungsort<br />

findet.<br />

Bis hierher waren ca. 50 Arbeitsstunden und<br />

€ 80,– in den Bau des <strong>Bassboat</strong>s geflossen,<br />

die Antriebs- und RC-Komponenten<br />

nicht mitgerechnet. Wirklich viel Geld spart<br />

man also nicht mehr, wenn man noch selbst<br />

Hand anlegt und nicht ins RTR-Regal des<br />

Modellbauhändlers greift. Aber hier ist eben<br />

noch der Weg das Ziel.<br />

Am Ausru ” stungskai<br />

Wie bei den Großen auch, verholt das<br />

<strong>Bassboat</strong> nun zum Ausrüstungskai (Bild<br />

15). Nachdem diese Boote in einer großen<br />

Vielzahl gebaut und <strong>im</strong> Laufe ihres Lebens<br />

auch oft umgebaut wurden, kann man auch<br />

hier der Fantasie wieder freien Lauf lassen.<br />

Von ganz klassisch und einfach bis hin zur<br />

Hochglanz-Chrom-Beschlagsausstattung<br />

ist alles drin. Ich habe mich für Letzteres<br />

entschieden, denn schließlich sollen mit<br />

moderner Kameratechnologie klassische<br />

Segler gefilmt werden. Und Beken of Cowes<br />

verwendet ja zu diesem Zweck schließlich<br />

auch keinen Klassiker. Zudem war der Sommer<br />

gekommen und ich wollte ins Wasser.<br />

Also entschied ich mich für eine Beschlagsausstattung<br />

aus dem Hause Krick. Folglich<br />

fanden etliche Beschläge der Krick Riva<br />

Aquarama <strong>im</strong> Maßstab 1:10 den Weg auf<br />

mein <strong>Bassboat</strong>, so z. B. Buglampe, Klampen,<br />

Bugbeschlag, Schalthebel, Steuerrad<br />

usw. (Bild 16). Für diese Beschläge lässt<br />

man allerdings dann locker noch mal den<br />

Betrag der bisherigen Baukosten be<strong>im</strong> Modellbauhändler.<br />

Dafür bekommt man aber<br />

auch Beschläge in einer super Qualität, für<br />

deren Herstellung man bei Handfertigung<br />

ein Vielfaches an Zeit und Geld investieren<br />

würde (Bild 17).<br />

Jetzt wurde noch die Heckklappe, die den<br />

Servoraum abdeckt, mit einem Holzrahmen<br />

und zwei Ringen versehen (Bild 18) und für<br />

den Niedergang eine Lamellentür aus unzähligen<br />

Kleinteilen gez<strong>im</strong>mert (Bilder 19<br />

und 20). Und schon konnte es los gehen zur<br />

Jungfernfahrt<br />

Davor erfolgte natürlich noch der<br />

Schw<strong>im</strong>mtest in der he<strong>im</strong>ischen Badewanne.<br />

Zu meinem Erstaunen lag das<br />

Boot auf Anhieb auf der Wasserlinie. Die<br />

Verdrängung ergab sich zu genau 2600 g.<br />

Jetzt sollte noch der Standschub bzw. der<br />

Standstrom ermittelt werden. Der installierte<br />

Unilog zeigte 14 A an, mit einem 33<br />

x 46 Carbon-Prop von Graupner, das sind<br />

gute 170 W Eingangsleistung! Das sollte<br />

doch genügen, um das <strong>Bassboat</strong> ordentlich<br />

anzuschieben.<br />

Bei der Werfterprobungsfahrt war das Wasser<br />

wegen der am See befindlichen Wasserskianlage<br />

sehr kabbelig, zudem blies ein<br />

Wind von ca. 3 Bft. Nicht gerade ideale Bedingungen<br />

für eine Erprobungsfahrt, aber<br />

das <strong>Bassboat</strong> ist ja auch für raueres Wasser<br />

gebaut und so konnte es gleich zeigen, was<br />

in ihm steckt. Der Wendekreis von etwa einer<br />

Bootslänge Durchmesser gefiel mir gut,<br />

nicht so sehr die schlechte Ruderwirkung<br />

bei Rückwärtsfahrt. Dafür tritt wenigstens<br />

kein seitliches Ausbrechen durch den Radeffekt<br />

auf.<br />

Dann wurde mehr Gas gegeben und das<br />

Modell gegen die Wellen gesteuert. Es ist<br />

beeindruckend, wie weich der Bug in die<br />

Wellen eintaucht und das Wasser seitlich<br />

abweist. Dabei spritzt aber schon der eine<br />

oder andere Tropfen in die Plicht. Dann AK,<br />

das <strong>Bassboat</strong> schießt auf seine Bugwelle<br />

und tanzt fast unkontrollierbar, aber mit<br />

26 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


einem ordentlichen Speed über<br />

den See. Der Ruderausschlag<br />

ist eindeutig zu groß. Das Propellermoment<br />

sorgt auch für ein<br />

wenig Krängung. Aber das Fahrverhalten<br />

ist dennoch sicher. Es<br />

gibt kein starkes Rollen, keine<br />

bedenkliche Kurvenneigung und<br />

auch kein gefährliches Springen<br />

über die <strong>im</strong>merhin 15 cm hohen<br />

Wellen. Der Motor zieht nun ca.<br />

12–13 A bei einer Fahrspannung<br />

von 11,8 V aus meinem dreizelligen<br />

5000-mAh-LiPo-Akku. Damit sinkt die<br />

Eingangsleistung (von 170 W <strong>im</strong> Stand)<br />

auf ca. 140 W. Die Antriebskomponenten<br />

sind somit nur sehr schwach belastet. Mit<br />

Halbgas erreicht das <strong>Bassboat</strong> eine vorbildähnliche,<br />

aber <strong>im</strong>mer noch respektable<br />

Fahrgeschwindigkeit. Dabei zieht der Motor<br />

ungefähr 4 A, was knapp 50 W Aufnahmeleistung<br />

entspricht. Es hätte also auch ein<br />

wesentlich kleinerer Antriebsmotor getan.<br />

Bei dieser Knüppelstellung ist ca. eine<br />

Stunde Fahrzeit drin. Super! Der rastende<br />

Gashebel ist am See sehr angenehm, man<br />

kann wunderschön mit konstanter Fahrt<br />

Technische Daten<br />

Masstab 1:10<br />

Länge über alles<br />

Länge in der Wasserlinie<br />

Breite über alles<br />

Tiefgang<br />

Höhe über Wasserlinie<br />

Verdrängung<br />

Antriebsleistung (Eingang)<br />

Ruderausschlag<br />

77 cm<br />

71 cm<br />

27 cm<br />

6,5 cm<br />

15,2 cm<br />

2600 g<br />

50 W<br />

±12 mm<br />

19<br />

seine Bahnen ziehen und hat die ganze<br />

Konzentration fürs präzise Steuern und die<br />

Kamerafunktion zur Verfügung.<br />

Nach 45 Minuten Ritt auf den Wellen, wurde<br />

die Werfterprobung beendet. Etwa 200 ml<br />

Wasser fanden den Weg über das Cockpit<br />

in den Rumpf. Die Abdeckung des Ruderservos<br />

ist nicht ganz dicht. Allerdings wird<br />

das Boot später ohnehin nicht bei so ruppiger<br />

See eingesetzt, denn an Filmen ist<br />

dabei nicht zu denken.<br />

Be<strong>im</strong> Laden stellte ich fest, dass dem Akku<br />

1500 mAh <strong>nach</strong>geladen werden konnten.<br />

Also sind bei gemäßigter Fahrweise und<br />

max<strong>im</strong>al 80 % Kapazitätsausnutzung ca 2,5<br />

h Fahrzeit drin. Der Ruderausschlag wurde<br />

auf ± 12 mm reduziert. Damit ist <strong>im</strong>mer<br />

noch ein Wendekreis von 1,5 Bootslängen<br />

möglich, aber es lässt sich bei hoher Geschwindigkeit<br />

wesentlich ruhiger steuern.<br />

Ich habe zusätzlich über Dual Rate den Ruderausschlag<br />

um weitere 2 mm reduziert.<br />

Nun ist das Fahrverhalten völlig unkritisch<br />

und entspannend.<br />

Später wurde auf einen 40-mm-Dreiblattprop<br />

umgerüstet. Damit liegt der Spitzenstrom<br />

nur noch bei knapp 12 A bei Vollgas.<br />

In schneller Marschfahrt liegen 8 A an,<br />

20<br />

womit vom Motor ca. 100 W Eingangsleistung<br />

gefordert sind. Mit diesem Propeller<br />

ist das Motordrehmoment nicht mehr zu<br />

spüren. Auch in engen Kurven krängt<br />

das Boot nicht. Das sieht schon etwas<br />

ungewohnt aus, aber für den eigentlichen<br />

Zweck, nämlich das Filmen von Bord aus,<br />

ist dieses Kurvenverhalten natürlich hervorragend.<br />

Einem Einsatz als Kameraboot<br />

steht damit also nichts mehr <strong>im</strong> Wege.<br />

Fazit<br />

Für Modellbauer, die noch Spaß am Bauen<br />

haben und die ein offenes Motorboot<br />

haben wollen, das sich vom üblichen Einerlei<br />

abhebt, ist das <strong>Bassboat</strong> eine schöne<br />

Winterbeschäftigung. An die Erfahrung<br />

des Modellbauers stellt es keine allzu<br />

großen Anforderungen und Materialkosten<br />

und Bauzeit halten sich in Grenzen. Mit<br />

einem 100-W-Brushless-Antrieb ist das<br />

Boot bestens motorisiert und ermöglicht<br />

lange Fahrzeiten bei ordentlichem Fahrspaß<br />

und wunderschönem Fahrbild. Es ist<br />

ein schönes Gefühl, ein selbst gebautes<br />

Boot zu steuern, was will man mehr als<br />

Modellbauer?<br />

Die <strong>Plan</strong>zeichnungen zum <strong>Bassboat</strong> können per E-Mail unter welz@neckar-verlag.de<br />

kostenlos angefordert werden<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 27


Motorschiffe<br />

W<br />

ir schreiben den Pfingstmontag<br />

2012, mein ehemaliger<br />

Verein, der RC<br />

HAGEN, führt sein großes<br />

Schaufahren durch. Für mich wie jedes Jahr<br />

der Grund zu einer kleinen Fahrradtour zum<br />

Ischelandteich.<br />

Das Wetter war herrlich, folglich<br />

viele Teilnehmer und noch mehr<br />

Publikum. Das schien also eine<br />

interessante Veranstaltung<br />

zu werden. Der Blick über die<br />

aufgestellten Tische zeigte<br />

mehr oder weniger die allseits<br />

bekannten Modelle … doch halt,<br />

da war doch was: ein Modell des Hafenschleppers<br />

ELBEHAFEN, toll gebaut,<br />

aber für meinen Geschmack zu groß und<br />

zu schwer. Man braucht zwei Mann, wenn<br />

man es wassern will.<br />

Dietmar Tillmann<br />

Strandrettungsboot<br />

TAMINA<br />

von Ekkelboom<br />

Daneben ein Strandrettungsboot der<br />

DGzRS, die WILHELM HÜBOTTER, 90 cm<br />

lang, das wäre genau das Richtige für mein<br />

nächstes Projekt. Der Erbauer des Modells<br />

war sehr auskunftsfreudig, er hatte das<br />

Modell auf der Basis eines Bausatzes von<br />

Häger/Ekkelboom gebaut, GfK-Rumpf und<br />

vorgefräste Aufbauteile, nur die beiden hätten<br />

sich zwischenzeitlich ja getrennt, usw.<br />

Bislang hatte ich von diesen Kleinserienher-<br />

28 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


zwar <strong>im</strong> Maßstab 1:12 gehalten, während<br />

das Modell ja den Maßstab 1:10 hat, aber<br />

das fällt nicht weiter auf, es ist halt ein kleiner<br />

(Rettungs-)Mann.<br />

Der Scheinwerfer vorne stammt vom Modellbau-Kaufhaus.<br />

Ob er dem Original entspricht,<br />

weiß ich nicht, auf den Bildern vom<br />

Eigentümer ist dort nur eine leere Halterung<br />

zu sehen.<br />

Der Abgaskamin ist <strong>nach</strong> den aktuellen<br />

Fotos frei Schnauze gebaut (ein bisschen<br />

modellbauerische Freiheit darf sein) und<br />

entspricht nicht dem Bauplan. Allerdings hat<br />

mir der Abgaskamin/Mast auf den Vorbildfotos<br />

besser gefallen, als der auf dem <strong>Plan</strong>.<br />

stellern noch nicht gehört, daher wurde zu<br />

Hause erst einmal der Rechner angeworfen<br />

und <strong>nach</strong> Häger und Ekkelboom gesucht.<br />

Wer, so wie ich, die beiden Namen auch<br />

noch nicht kannte, hier die Internetadressen:<br />

http://www.modellbau-haeger.de/<br />

http://www.ekkelboom.de/<br />

Bei der Suche auf der Seite von Hartmut<br />

Häger fand ich schließlich das von mir<br />

auserkorene Strandrettungsboot. Wegen<br />

meiner eher beengten Platzverhältnisse in<br />

der Werkstatt schienen mir dann aber doch<br />

eher die alten Strandrettungsboote der 7-<br />

Meter-Klasse in Frage zu kommen.<br />

Dann ein Blick auf die Seite von Detlef Ekkelboom.<br />

Das Angebot war zwar nicht so<br />

groß wie das von Herrn Häger, aber das,<br />

was ich suchte, war hier auch vorhanden:<br />

Strandrettungsboot TAMINA, GfK-Rumpf<br />

mit anlaminiertem Deck und gefrästen Aufbauten<br />

zusammen für E 190,–. Gesehen,<br />

bestellt, bezahlt, Lieferzeit 3 Wochen.<br />

Also erstmal Pause und warten. Schon<br />

<strong>nach</strong> zwei Wochen stand der Postbote mit<br />

einem Paket vor der Tür, meine TAMINA war<br />

da. Gleich auspacken, der GfK-Rumpf war<br />

erste Klasse. Stabil laminiert, aber dennoch<br />

leicht, keine Luftblasen, keine Unebenheiten,<br />

Nachspachteln erübrigte sich also.<br />

Das Deck war schon aufgeklebt und verspachtelt,<br />

auch hier saubere Arbeit.<br />

Leider fehlten die Schlingerkiele, was mir<br />

aber erst auffiel, <strong>nach</strong>dem ich <strong>im</strong> Internet<br />

<strong>nach</strong> Vorbildfotos gesucht hatte. In meinem<br />

Forum bekam ich auch gleich wieder jede<br />

Menge Tipps, so dass dieses kleine Manko<br />

schnell ausgeräumt war.<br />

Die Aufbauten, getrennt <strong>nach</strong> Plicht und Kajüte<br />

waren in Plastikbeuteln verpackt, Fenster,<br />

Fensterrahmen und weitere Kleinteile<br />

liegen ebenfalls ordentlich getrennt dabei.<br />

Dazu kamen noch eine CD mit Baustufenfotos<br />

und zwei Skizzenblätter.<br />

Bevor ich nun anfing zu bauen, orderte ich<br />

erst einmal den Originalplan der DGzRS.<br />

Ekkelboom empfiehlt dies, eigentlich kann<br />

man sich den aber auch sparen, sofern man<br />

genug Vorbildfotos hat. Inzwischen hatte ich<br />

nämlich erfahren, dass das Original noch<br />

existiert. Ein Zahnarzt aus Oldenburg hatte<br />

es seinerzeit der DGzRS abgekauft, <strong>im</strong><br />

Ursprungszustand restauriert und seinem<br />

kleinen Museum einverleibt. Jetzt brauchte<br />

ich nur noch Namen und Adresse und der<br />

Bitte <strong>nach</strong> reichlich Vorbildfotos stand nichts<br />

mehr <strong>im</strong> Wege. Wozu ist man in einem<br />

Schiffmodellforum? Eine Suchanfrage<br />

eingestellt und schon hatte ich die E-Mail-<br />

Adresse des Eigners. Ein Dank nochmal an<br />

Michael W. aus B.<br />

Wieder eine Woche später lag, gegen einen<br />

kleinen Obolus, die Foto-CD mit hervorragenden,<br />

hochaufgelösten Aufnahmen <strong>im</strong><br />

Briefkasten und jetzt konnte der wirkliche<br />

Bau beginnen.<br />

Zwischenzeitlich hatte ich zwar schon mal<br />

Motor, Servo und Ruder angepasst und eingebaut,<br />

aber das war ja keine große Sache.<br />

Erwarten Sie, werte Leser, jetzt aber bitte<br />

keinen der üblichen Bauberichte <strong>nach</strong> dem<br />

Motto „Erst habe ich, dann wurde ... usw.<br />

Die allgemeine Vorgehensweise sollte sowieso<br />

klar sein, den <strong>Plan</strong> verwendete ich<br />

nur für die Bemaßung, für die restlichen<br />

Bautätigkeiten nutzte ich schwerpunktmäßig<br />

die Vorbildfotos.<br />

So ging der Bau flott von der Hand und dank<br />

der Farbtafel, die dem DGzRS-<strong>Plan</strong> beiliegt,<br />

konnte auch die Lackierung mittels Farbsprühdosen<br />

zügig durchgeführt werden.<br />

Der Aufbau ist abnehmbar, die Plicht habe<br />

ich so gebaut, das ich sie zur Not auch<br />

noch entnehmen kann. Das Männeken in<br />

der Plicht habe ich von Hobby-Lobby, es ist<br />

Die Schrauben in den Fensterrahmen sind<br />

handelsübliche Stecknadeln ... manchmal<br />

schmerzte es bei der Montage etwas!<br />

Die vordere grüne Fläche des Decks habe<br />

ich mit Vogelsand „gesandet“, was mir trotz<br />

des großen Maßstabes etwas grob vorkommt.<br />

Ich werde das nie wieder machen!<br />

Löblich: Der Ständer fürs Modell war auch<br />

dabei, schon fertig gelasert. Nur noch zusammenkleben<br />

und überlackieren.<br />

Besonders schön ist der Namenszug. Er besteht<br />

aus einzelnen Buchstaben und muss<br />

nur noch in ein augefrästes Schild eingepasst<br />

werden, das ergibt ein st<strong>im</strong>miges Bild.<br />

Alles in Allem ist das ein sehr gelungener<br />

Bausatz. Alles hat gepasst und es musste<br />

nur wenig <strong>nach</strong>gearbeitet werden. Alles<br />

ging flott von der Hand, der Bau hat Spaß<br />

gemacht und es ist ein schönes Modell geworden.<br />

Kein Wunder also, dass auch mein nächstes<br />

Modell vmtl. wieder von Ekkelboom sein<br />

wird, wahrscheinlich wird es jetzt doch die<br />

HÜBOTTER werden.<br />

Ach ja, und noch etwas wäre da erwähnenswert:<br />

Wenn mal wirklich ein Problemchen<br />

auftauchte, eine kurze E-Mail an Herrn<br />

Ekkelboom hatte genügt, die Antwort kam<br />

<strong>im</strong>mer prompt! Probieren Sie das mal bei<br />

einem der Großen ...<br />

Vielleicht sieht man sich ja mal am Teich!<br />

Bis dahin!<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 29


RENNBOOTE<br />

Grand Prix Pomorza<br />

in den Klassen<br />

FSR-V und FSR-E<br />

Eberhard Fordinal<br />

Runden zählen einfach gemacht,<br />

mit Transponder auch bei ECO<br />

G<br />

rand Prix, das ist ein großer Name<br />

für einen inzwischen kleinen Wettbewerb.<br />

Aber die Zeiten ändern sich<br />

und auch in Polen werden die Bedingungen<br />

für FSR-V-Wettbewerbe leider<br />

<strong>im</strong>mer schwieriger. Das kommt nicht zuletzt<br />

daher, dass sich die verschiedenen gro ßen<br />

Vereine zerstritten haben und nun jeder<br />

sein „eigenes Ding“ durchzieht. Das bringt<br />

zwangsläufig Terminüberschneidungen mit<br />

sich. Da es in Polen auch teilweise staatliche<br />

Unterstützung für diese sportlichen<br />

Wettbewerbe gibt, ist das Konkurrenzdenken<br />

sehr groß und das fördert natürlich<br />

auch die beschriebenen Probleme.<br />

Schon seit 1994 fahren die Modellsportler<br />

aus Schwedt (SMC Schwedt-Oder)<br />

<strong>nach</strong> Borne Sulinowo, der einst „gehe<strong>im</strong>en<br />

Stadt“: Borne Sulinowo wurde während des<br />

Zweiten Weltkrieges von den Deutschen<br />

in den Wäldern mit Bunkeranlagen errichtet<br />

und <strong>nach</strong> Kriegsende von den Sowjets<br />

weiter benutzt. Nach Abzug der russischen<br />

Truppen wurde Borne Sulinowo an die polnischen<br />

Bürger übergeben, die sich hier<br />

die Häuser und Wohnungen ausbauten.<br />

Borne Sulinowo liegt etwa 20 Kilometer vom<br />

nächs ten Städtchen Szczecinek entfernt.<br />

In den vergangenen Jahren fand hier <strong>im</strong>mer<br />

der letzte Lauf zur polnischen Meisterschaft<br />

statt. Da auch gleichzeitig Wettbewerbe<br />

in den E-Klassen (ECO- Expert,<br />

ECO-Standard usw.) ausgeschrieben waren,<br />

sorgte das für weitere Teilnehmer wie<br />

z. B. unsere ECO-Spezialisten aus Neustrelitz.<br />

Neben den deutschen Sportlern<br />

reisten aber auch Teilnehmer aus Moskau,<br />

Minsk, Ungarn und der Tschechischen<br />

Republik an. Das hat sich aber nun in den<br />

letzten Jahren durch die angesprochenen<br />

Probleme radikal verändert, treu geblieben<br />

sind nur die deutschen Teilnehmer,<br />

die ausländischen Gäste von weiter her<br />

fehlen. Somit war es in diesem Jahr womöglich<br />

auch der letzte Wettbewerb, den<br />

Wlodz<strong>im</strong>ierz Falkowski mit seinem Club<br />

„Szczecinecki Klub Modelarski“ am Ufer<br />

des mitten <strong>im</strong> Wald idyllisch gelegenen<br />

Sees durchgeführt hat.<br />

Die Unterbringung erfolgte wie <strong>im</strong>mer in<br />

den kleinen Pensionen, die auch allerlei<br />

interessante Freizeitgestaltungen anbieten,<br />

wie die Jagd, das Angeln, das Reiten und<br />

Quad fahren. Einige Modellsportler kamen<br />

mit Wohnwagen oder dem Wohnmobil, junge<br />

Leute zelteten direkt am See. Wie <strong>im</strong>mer<br />

waren die Gebühren modellsportfreundlich,<br />

mit E 10,– waren nicht nur die Startgebühren<br />

(für alle Klassen), sondern auch Camping<br />

und Strom bezahlt. Auch ein Grund weshalb<br />

wir <strong>im</strong>mer gern in das polnische Nachbarland<br />

zum Wettbewerb fahren.<br />

Ausgeschrieben waren die FSR-V-Klassen<br />

3,5 cm³, 7,5 cm³ und 15 cm³, leider nicht<br />

die großen Klassen (27 und 35 cm³). Dafür<br />

durften sich die Freunde der Elektroklassen<br />

über ECO-Expert und Mini ECO-Expert<br />

freuen.<br />

Bei wenig Luftbewegung lag der See am<br />

Samstagmorgen spiegelglatt <strong>im</strong> schönsten<br />

Sonnenschein, gerade richtig für die Elektroklassen.<br />

Es wurden in den beiden Klassen<br />

je drei Läufe gefahren. Der schlechteste<br />

Lauf wurde gestrichen, die beiden Besten<br />

addiert, die Summe ergab dann das Finalresultat.<br />

Nach entsprechender Begrüßung und Eröffnung<br />

durch einige „Offizielle“ erfolgte dann<br />

der Start in der Klasse Mini ECO-Expert.<br />

30 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


Ruhe vor dem Start be<strong>im</strong> ECO-Lauf<br />

Start des ECO-Rennens am Abend bei sehr ruhigem Wasser<br />

Kampf an der Boje<br />

… und ab geht’s<br />

Gefahren wurde zwar <strong>nach</strong> Naviga-Regeln,<br />

aber ohne scharfe Kontrolle. So erfolgte keine<br />

Überprüfung des Gewichts, der Bootslänge<br />

und der Akkus, es war halt mehr<br />

oder weniger eine Freundschaftsregatta.<br />

Die Minis dürfen max. 43 cm lang sein und<br />

müssen mind. 450 g wiegen (mit Akku).<br />

Die Boote sind normalerweise mit einem<br />

Brushless-Motor ausgerüstet. Der 2s- oder<br />

3s-LiPo-Akku darf inkl. Kabel und Stecker<br />

max. 110 g wiegen. Gängig sind hier 2s-Akkus<br />

mit einer Kapazität von 2200 mAh. Gefahren<br />

werden sechs Minuten je Lauf. Bei<br />

dem glatten Wasser hatten die Minis keine<br />

Probleme, lediglich die Fahrer kämpften mal<br />

mit den Bojen, mal gegen andere Boote. So<br />

blieben Zusammenstöße nicht aus und das<br />

kostete dann schon einmal einen Propeller<br />

oder ein Boot drehte sich nicht mehr zurück<br />

in die Fahrlage. Sieger wurde Ulrich Krieger<br />

mit insgesamt 65 Runden.<br />

Die Regeln in der Klasse ECO-Expert<br />

schreiben ein Gewicht von mindestens 1<br />

kg für das fahrfertige Boot vor. Der 2s- oder<br />

3s-LiPo-Akku darf inkl. Kabel und Stecker<br />

max. 280 g wiegen. Gefahren wurden wieder<br />

drei Läufe zu jeweils sechs Minuten. In<br />

den Läufen wurde knallhart gefahren und<br />

Maik Luplow aus Neustrelitz legte schon <strong>im</strong><br />

ersten Lauf mit 42 Runden die Latte sehr<br />

hoch. Nur Jerzey Matuszak (Polen) konnte<br />

mit 41 Runden folgen. Auch <strong>im</strong> zweiten Lauf<br />

lieferten sich die Zwei ein Kopf-an-Kopf-<br />

Rennen, das Matuszak mit einer knappen<br />

Runde Vorsprung gewann. Aufkommender<br />

Wind verhinderte <strong>im</strong> dritten Lauf eine weitere<br />

Verbesserung, denn die Flügelboote<br />

machten ihrem Namen alle Ehre und flogen<br />

bei Gegenwind buchstäblich meterweit. So<br />

gewann letztendlich Jerzy Matuszak bei<br />

Rundengleichheit (82 Runden) mit 20 Sekunden<br />

Vorsprung vor Maik Luplow. Pech<br />

hatte Ulrich Krieger <strong>im</strong> zweiten Lauf, denn<br />

sein Boot tauchte ab und ward nicht mehr<br />

gesehen, es blieb verschwunden, steckte<br />

<strong>im</strong> Seegrund fest. Die Suche <strong>im</strong> nicht gerade<br />

klaren Wasser blieb erfolglos und ein<br />

Taucher konnte am Wochenende nicht<br />

mehr erreicht werden. Der kam am Montag<br />

und fand nicht nur Ulrichs Boot, sondern<br />

auch ein zweites, das schon vor einem Jahr<br />

<strong>im</strong> See verschwunden war. Trotz dieser Misere<br />

konnte Ulrich Krieger mit dem Ersatzboot<br />

noch auf den vierten Platz fahren. Den<br />

dritten Platz in dieser Klasse erkämpfte sich<br />

Marcin Gransicki.<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 31


Gruppenfoto der Rennbootfahrer (Foto: Krieger)<br />

Warmlaufen vor dem Start:<br />

Roman Kwardys rechts<br />

Neu gebaute Steganlage mit dem alten, schw<strong>im</strong>menden Startsteg<br />

Vor dem Finale der FSR-V 15<br />

Kleine Lenkhilfe bei der polnischen Juniorin<br />

Wer nun denkt, dass es <strong>im</strong> Zeitalter der<br />

LiPos keine Probleme mehr mit dem Antriebsakku<br />

gibt, hat sich getäuscht. Ulrich<br />

Krieger fährt z. B. 2s-LiPos mit einer Kapazität<br />

von 6300 mAh. Sein wassergekühlter<br />

Regler verträgt 100 A und der Akku ist<br />

tatsächlich in den sechs Minuten leer. Bei<br />

Kurvenfahrt fließen etwa 60 A! Durch die<br />

Gewichtsbegrenzung bei den Akkus spielt<br />

auch hier wieder die Kostenfrage eine Rolle.<br />

Wie auch schon in Deutschland zu bemerken<br />

war, sinkt die Teilnehmerzahl inzwischen<br />

von Jahr zu Jahr. Aus diesem Grund<br />

musste auch der für zwei Tage angesetzte<br />

ECO-Jubiläumslauf in Neustrelitz abgesagt<br />

werden. Dem Vernehmen <strong>nach</strong>, soll auch<br />

die ECO-IDC-Internetplattform nicht mehr<br />

weitergeführt werden und damit entfallen<br />

sicher auch die IDC-Läufe mit der großen<br />

Abschlussveranstaltung, schade.<br />

Für die Enthusiasten unter den ECO-Fahrern<br />

bot Bogdan Grabowski vor Ort einige<br />

feine Teile aus seiner Werkstatt an. So z. B.<br />

Kupplungen, Kühlmäntel für verschiedene<br />

Elektromotoren und Propellerauswuchtgeräte<br />

mit magnetischer Lagerung, alles sehr<br />

sauber gearbeitet und farbig eloxiert.<br />

Mit nur 22 Startern waren auch die FSR-<br />

Läufe nicht gerade üppig besetzt. Grund<br />

dafür war wohl ein weiterer Wettbewerb in<br />

Polen zum gleichen Termin. Vier deutsche<br />

Starter aus dem Club SMC Schwedt-Oder<br />

wollten hier um Platz und Sieg kämpfen.<br />

Gefahren wurden jeweils zwei Läufe zu 30<br />

Minuten, von denen der beste Lauf als<br />

Finallauf gerechnet wurde. In der Klasse<br />

FSR-V 3,5 cm³ starteten gleich drei Fahrer<br />

aus Schwedt. Schon <strong>im</strong> ersten Lauf<br />

setzte sich mit 43 Runden Wiktor Polanica<br />

aus Polen an die Spitze, gefolgt von Peter<br />

Krenkel (Schwedt) mit 42 Runden und<br />

Dietmar Straube (Schwedt) mit 31 Runden.<br />

Glattes Wasser und einige treibende Blätter<br />

erschwerten dieses Rennen, die kleinen<br />

Flitzer kamen nicht auf Touren. Das<br />

sah dann am Sonntag be<strong>im</strong> zweiten Lauf<br />

schon ganz anders aus. Frischer Wind<br />

bescherte dem See pr<strong>im</strong>a Kräuselwellen<br />

und Peter Krenkel freute sich, dass nun<br />

sein Boot „so richtig laufen würde“. Ganz<br />

so gut lief es dann doch nicht, aber mit 45<br />

Runden belegte er einen achtbaren dritten<br />

Platz. Grund war „Kerzentod“ durch die zu<br />

hohe Kompression. Wiktor Polanica konnte<br />

sich nicht mehr verbessern und landete<br />

auf Platz vier, dafür raste seine Landsmännin<br />

Agata Chmielewska mit 54 Runden auf<br />

Platz zwei. Sie lieferte sich mit Dietmar<br />

Straube ein packendes Rennen, musste<br />

Im Finallauf der 15er<br />

32<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


ihm aber mit zwei Runden Vorsprung den<br />

Sieg überlassen.<br />

In der Klasse FSR-V 7,5 cm³ hatte ich richtig<br />

Pech, denn <strong>nach</strong> dem ersten Anlassen<br />

lief mein Motor nur ein paar Sekunden,<br />

dann war Ruhe. Ein Ersatzboot hatte ich<br />

nicht dabei, so dass sich nun meine Beteiligung<br />

an den Rennen auf ein Helferdasein<br />

beschränkte. Mein uralter, schon mehrfach<br />

reparierter Kalistratov hatte nun endgültig<br />

den Geist aufgegeben, <strong>im</strong> neuen Jahr werde<br />

ich mit einem 7,5er-OPS an den Start<br />

gehen.<br />

Auch der zweite deutsche Teilnehmer in<br />

dieser Klasse, Hartmut Jankowsky, hatte<br />

Pech, denn <strong>nach</strong> zwei Runden blieb sein<br />

Renner liegen. So machten die polnischen<br />

Sportfreunde die Plätze und Pokale in dieser<br />

Klasse unter sich aus. Sieger wurde mit<br />

75 Runden Daniel Chmielewski vor Roman<br />

Kwardys und dem drittplatzierten Marek<br />

Walczak.<br />

Auch in der Klasse FSR-V 15 cm³ konnten<br />

die deutschen Sportler nicht mit den polnischen<br />

Startern mithalten. Obwohl Hartmut<br />

Jankowsky eines der schnellsten 15er-<br />

Boote auf das Wasser brachte, schaffte er<br />

nur wenige Runden. Grund: Der Motor ließ<br />

sich nicht drosseln. Das führte dazu, dass<br />

das Boot entweder bei Vollgas abflog und<br />

kenterte oder der Motor be<strong>im</strong> Drosseln ausging.<br />

Dietmar Straube hatte trotz vorheriger<br />

Reparatur Pech, sein Motor hielt nur sieben<br />

Runden. So konnten die polnischen Sportler<br />

wieder einmal ihr Rennen ohne deutsche<br />

Beteiligung austragen. Das ging etwa<br />

20 min lang gut, dann fielen <strong>nach</strong>einander<br />

auch die Boote der polnischen Fahrer aus.<br />

Ein einziges Boot fuhr dann unangefochten<br />

die letzten Minuten zum Sieg. Marek Walczak<br />

wurde für seine 76 Runden beglückwünscht<br />

und konnte damit <strong>nach</strong> seinem<br />

dritten Platz bei den 7,5ern zwei Pokale mit<br />

<strong>nach</strong> Hause nehmen.<br />

Zwischen den Rennen gab es viel Zeit zum<br />

Trainieren und Probieren. Bogdan Grabowski<br />

brachte ein kleines Mini-Mono als Spaßboot<br />

zu Wasser und auch ein Tunnelboot mit<br />

Außenborder wurde ausprobiert.<br />

Die Siegerehrung fand wie üblich in der<br />

Pension „Eden“ statt. Zu guter Letzt hat sich<br />

Wlodz<strong>im</strong>ierz Falkowski dann doch noch<br />

bereit erklärt, auch <strong>im</strong> Jahr 2013 diesen<br />

Wettbewerb wieder auszurichten Um es<br />

noch interessanter zu machen, sollen dann<br />

auch die Boote mit 27 cm³ Hubraum an den<br />

Start gehen. So wünschte er allen eine gute<br />

He<strong>im</strong>reise und ein Wiedersehen <strong>im</strong> kommenden<br />

September.<br />

Bild unten: Sauberer Motoreinbau<br />

mit Vorfluter be<strong>im</strong><br />

3,5er von Peter Krenkel<br />

Transponderkontrolle<br />

Im Zelt bei den Elektrofahrern<br />

Sehr sauber gefertigte<br />

Teile aus der Werkstatt<br />

von Bogdan Grabowski aus<br />

Torun/Polen<br />

ECO-Boot von Bogdan Grabowski<br />

<strong>nach</strong> dem Rennen<br />

Bergung gesunkener Boote durch den Taucher<br />

(Foto: Falkowski)<br />

Maik Luplow (Neustrelitz) bereitet<br />

sein ECO-Expert für den<br />

Einsatz vor<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


Motorschiffe<br />

Markus La<strong>im</strong>gruber<br />

Eine PERSHING 76 <strong>im</strong><br />

D<br />

iesmal möchte ich vom Bau<br />

meiner PERSHING 76 berichten,<br />

die mein wohl bisher<br />

anspruchsvollstes Yacht-Projekt<br />

darstellt. Den Gedanken, diese Traumyacht<br />

<strong>nach</strong>zubauen hatte ich zwar schon<br />

vor einigen Jahren, doch damals hatte ich<br />

noch sehr viel Respekt vor der anspruchsvollen<br />

Form mit den vielen Rundungen und<br />

Übergängen. Doch dank der in den letzten<br />

Jahren gewachsenen Erfahrung be<strong>im</strong> Bau<br />

etlicher anderer Yacht-Modelle, traute ich<br />

mich nun an dieses Vorbild heran.<br />

Ansichten und Bilder holte ich mir wie <strong>im</strong>mer<br />

aus dem Internet. Dabei reichen mir<br />

eine vernünftige Drauf- sowie eine Seitenansicht<br />

und ein paar Berechnungen, um<br />

einen <strong>Plan</strong> zu erstellen. Leider hatte ich<br />

bisher noch nie die Möglichkeit, eine PER-<br />

SHING 76 <strong>im</strong> Original zu bestaunen und dabei<br />

entsprechende Fotos zu machen. Diese<br />

Yacht hat schon ordentliche Ausmaße, wir<br />

sprechen hier von 23,50 m Länge, 5,40 m<br />

Breite und 1,35 m Tiefgang bei um die 42<br />

Tonnen Gewicht.<br />

Pershing ist überall bekannt für Yachten mit<br />

höchstem Luxus, und so gibt es an Bord so<br />

ziemlich alles, was das Herz begehrt. Meistens<br />

sind es vier große Kabinen mit drei<br />

Badez<strong>im</strong>mern, Heck- und Bugstrahlruder,<br />

ein <strong>im</strong>mens großes Schiebedach sowie<br />

jede Menge weitere Luxuseinrichtungen.<br />

Über der großen Badeplattform gibt es eine<br />

34 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


<strong>Eigenbau</strong><br />

riesige Heckgarage in der ein 339 Zodiac-<br />

Tender, ein Jet-Ski und ein Hubkran Platz<br />

finden. Auch die elektronische Ausrüstung<br />

ist natürlich auf der ganzen Yacht vom Allerfeinsten.<br />

Angetrieben wird diese Luxusyacht<br />

von zwei MTU-Motoren mit je 2000 PS, was<br />

für eine erstaunliche Höchstgeschwindigkeit<br />

von 47 kn reicht. Mit verantwortlich dafür<br />

sind die zwei Arneson-Oberflächenantriebe<br />

mit riesigen Rolla-Props, zusammen<br />

eine technische Augenweide.<br />

Der Bau dieses Modells orientiert sich <strong>im</strong><br />

Allgemeinen an dem, was ich schon über<br />

den Bau meiner PERSHING 64 geschrieben<br />

habe (siehe <strong>SchiffsModell</strong> Extra<br />

„Motoryachten“). Wer sich genauer für<br />

die Konstruktion interessiert, den bitte ich,<br />

den betreffenden Bericht in diesem Sonderheft<br />

<strong>nach</strong>zulesen. Dieses Sonderheft<br />

ist ohnehin ein Muss für jeden Freund von<br />

Motoryachten!<br />

In diesem Beitrag beschränke ich mich somit<br />

nur auf die speziellen Abweichungen<br />

be<strong>im</strong> Bau der PERSHING 74. Diesmal<br />

wollte ich versuchen, die tollen Arneson-<br />

Antriebe des Originals so gut es geht in<br />

meinem diesmal gewählten Maßstab von<br />

1:21 <strong>nach</strong>zubauen. Mit der Zeit musste ich<br />

zwar einige Abstriche machen, trotzdem<br />

können sich die Antriebe meiner Meinung<br />

<strong>nach</strong> aber sehen lassen. Für den Bau verwendete<br />

ich verschiedene Messingabfälle,<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 35


Die erste Probefahrt<br />

Die Arneson-Antriebe <strong>im</strong> Bau<br />

Stellmotor für die Klappe der Tendergarage<br />

die meist durch Hartlöten verbunden wurden.<br />

Verbaut habe ich dann noch sechs<br />

rostfreie Kugellager, zwei Graupner-Gelenkkupplungen<br />

Best.-Nr. 354.4 sowie Graupner<br />

Hydro-Schiffsschrauben Best.-Nr. 1224.45<br />

(links- und rechtslaufende). Modellgerechte<br />

Rolla-Props konnte ich leider bis heute in<br />

der richtigen Größe noch nicht auftreiben.<br />

Bei den Antriebsmotoren fiel die Wahl auf<br />

zwei Graupner-Außenläufer Compact 400 Z<br />

14,8 V, die von je einem Compact Control<br />

45-Regler <strong>im</strong> Zaum gehalten werden. Diese<br />

Kombination <strong>im</strong> Zusammenwirken<br />

mit den 45er-Hydro-<br />

Schrauben hatte sich bei<br />

meinen bisherigen Modellen<br />

bestens bewährt. Mit dieser<br />

Auslegung wurde dann kurz<br />

vor dem Winter noch schnell<br />

eine Probefahrt durchgeführt,<br />

um mit gutem Gewissen weiter<br />

bauen zu können. Die Yacht lief sehr sauber,<br />

nur bei Höchstgeschwindigkeit stellte<br />

sich ein leichtes Wippen ein, welches sich<br />

aber sofort mit einem Verstellen der beiden<br />

Arneson-Antriebe <strong>nach</strong> unten beheben ließ.<br />

Beide Antriebsmotoren wurden auch ohne<br />

Zwangskühlung nur handwarm.<br />

Eine neue Herausforderung war der Bau<br />

einer funktionsfähigen Heckgarage. Dazu<br />

wurde der Zoom-Verstellmotor aus einem<br />

defekten Fotoapparat so umgebaut, dass<br />

dieser eine M2-Gewindestange antreibt. Als<br />

Technische Daten<br />

Länge 112 cm<br />

Breite 25,7cm<br />

Vmax 35,1 km/h<br />

Gewicht 3385 g<br />

Akkus Antrieb 2 x LiPo 7,4 V/3000 mAh<br />

Lichtanlage 1 x LiPo-Akku 11,1 V/ 800 mAh<br />

Maßstab 1:21<br />

Die Inneneinrichtung<br />

36 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


Blick in die<br />

geöffnete<br />

Tendergarage<br />

Gegenstück wurde eine M2-Messingmutter<br />

an ein Messingrohr angelötet und mit einem<br />

Gelenk am Deckel der Heckgarage befestigt.<br />

Dadurch wird eine Hydraulikanlage<br />

vorgetäuscht. Zwei Reed-Schalter wirken<br />

als End- und Umschalter. So bewegt sich<br />

der Garagendeckel je <strong>nach</strong> Schalterstellung<br />

an der Fernsteuerung automatisch auf und<br />

zu. Bei geöffneter Heckklappe schaltet sich<br />

zusätzlich durch einen weiteren Mikro-<br />

Schalter auch noch die Beleuchtung in der<br />

Garage an. Als Innenausstattung spendierte<br />

ich der Garage dann noch ein selbstgebautes<br />

Schlauchboot nebst dazugehörigem<br />

Hubkran.<br />

Als nächsten Höhepunkt baute ich diesmal<br />

eine komplette Inneneinrichtung mit voller<br />

Beleuchtung. Die Einrichtung entstand<br />

aus Gewichtsgründen aus 0,5 mm starken<br />

ABS-Platten. Für eventuelle Wartungsarbeiten<br />

kann die ganze Inneneinrichtung in<br />

zwei Einzelteilen aus dem Oberteil ausgebaut<br />

werden. In dieser Yacht wurden<br />

insgesamt 63 Lichtquellen in Form von<br />

verschiedenen LEDs verbaut. Speziell gibt<br />

es zwei weiße Hochleistungs-Unterwasserscheinwerfer<br />

(Phillips Rebel), neun blaue<br />

Unterwasserscheinwerfer von Conrad mit<br />

der Bezeichnung LED SMD PLCC Blau<br />

470 NM, und eine umlaufende indirekte<br />

Decksbeleuchtung.<br />

Auf so eine Yacht gehört natürlich auch<br />

eine gute Sound-Anlage. Bei mir wurde<br />

das eine Mini-Stereo-Anlage in Form<br />

eines MP3-Players mit zwei externen<br />

Lautsprechern. Die kleinen Lautsprecher<br />

wurden jeweils links und rechts <strong>im</strong> Oberdeck<br />

integriert und über entsprechende<br />

Steckverbindungen an den Musikspender<br />

angeschlossen. Da ich den MP3-Player für<br />

das Ein- und Ausschalten der Musik nicht<br />

zerlegen wollte, werden einfach die beiden<br />

Lautsprecher über zwei Mikro-Schalter<br />

freigegeben und dadurch wird die Musik<br />

hörbar. Der Player läuft während der ganze<br />

Fahrt und spielt dabei ein Stück <strong>nach</strong> dem<br />

anderen ab. Lackiert wurde das Modell übrigens<br />

mit mipa-Lackspray in den Farben<br />

Rot B-3-0137-2 und Gold B-2-0175-2.<br />

Jetzt hoffe ich nur, dass ich irgendwann<br />

einmal selber das Glück haben werde, dem<br />

Original zu begegnen.<br />

Auch die Tendergarage ist beleuchtet<br />

Bei Nacht kann sich das Modell wirklich sehen lassen<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 37


6<br />

Werkstattpraxis<br />

H.-J. Welz<br />

Dremel Moto-Saw<br />

oder: Two in one<br />

Der<br />

komplette<br />

Lieferumfang<br />

D<br />

rei Dinge braucht der Modellbauer:<br />

Holz, Ponal, Laubsäge.<br />

Gut, der griffige Einstieg in diesen<br />

Beitrag hinkt ein bisschen, weil man<br />

für „richtigen“ Modellbau natürlich schon<br />

noch ein bisschen mehr Equipment braucht.<br />

Aber klar ist, dass, sofern man <strong>im</strong> Modellbau<br />

auch nur ansatzweise mit Holz arbeitet,<br />

eine Laubsäge unentbehrlich ist. Bei mehr<br />

Sägearbeit wird dann irgendwann einmal<br />

über die Anschaffung einer elektrischen<br />

Laubsäge, sprich einer Dekupiersäge <strong>nach</strong>gedacht.<br />

Diese stationären Laubsägen sind<br />

<strong>im</strong> Regelfall – wenn sie etwas taugen sollen<br />

– ziemlich schwer, sollten fest auf einer<br />

Werkbank montiert werden und sind preislich<br />

auch nicht ganz ohne.<br />

Mit der Moto-Saw bietet die bekannte Fa.<br />

Dremel nun ein Kombi-Gerät an, das sowohl<br />

als Hand- als auch als stationäre Laubsäge<br />

eingesetzt werden kann, und das zu einem<br />

durchaus passablen Komplettpreis von E<br />

119,99. Grund genug, uns dieses Gerät einmal<br />

etwas genauer anzusehen.<br />

In einem praktischen Kunststoff-Koffer ist<br />

die Moto-Saw inklusive sämtlichen Zubehörs<br />

platzsparend und schmutzgeschützt<br />

untergebracht. Neben der eigentlichen<br />

Säge sind <strong>im</strong> Koffer noch ein Sägetisch,<br />

zwei Schraubzwingen sowie eine Auswahl<br />

verschiedener Sägeblätter untergebracht.<br />

Ein Gehrungslineal sowie eine informativ<br />

bebilderte Bedienungsanleitung runden den<br />

Lieferumfang ab.<br />

N<strong>im</strong>mt man die Moto-Saw in die Hand, fällt<br />

natürlich zuerst einmal das <strong>im</strong> Vergleich<br />

zum Laubsägebogen nicht unerhebliche<br />

Gewicht auf. Ganz klar, <strong>im</strong> Sägenkörper ist<br />

schließlich ja auch der Antriebsmotor untergebracht.<br />

Dieser lässt sich erfreulicher-<br />

38 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


weise über ein Drehrad stufenlos in der<br />

Drehzahl einstellen, das ist natürlich perfekt<br />

für unterschiedliche Materialien. Gerade<br />

wenn man Kunststoffe bearbeitet, ist<br />

eine niedrige Blattgeschwindigkeit absolut<br />

erforderlich, damit der Sägeschnitt hinter<br />

dem Blatt nicht gleich wieder zuschmilzt.<br />

Also schon mal ein fetter Pluspunkt auf der<br />

Haben-Seite der Moto-Saw. Bei genauerer<br />

Betrachtung gibt es weitere positive Eindrücke.<br />

So ist sowohl das Einsetzen als<br />

auch das Austauschen der Sägeblätter<br />

dank eines großen, leicht zu bedienenden<br />

Spannhebels eine schnelle und problemlose<br />

Sache. Weiterhin punktet der stufenlos<br />

verstellbare Material-Niederhalter, ein<br />

Moto-Saw <strong>im</strong> mobilen Einsatz<br />

2<br />

Am Griffstück befinden sich der Ein-Aus-<br />

Schalter und die Drehzahlregelung<br />

Spannhebel für Sägeblattwechsel sowie<br />

Werkstück-Niederhalter<br />

Moto-Saw stationär montiert<br />

aus durchsichtigem Kunststoff gefertigter<br />

Gleitschuh, der das Schnittgut am unkontrollierten<br />

Ansteigen oder Wegvibrieren<br />

hindert.<br />

Die ersten Probeschnitte <strong>im</strong> Handbetrieb<br />

an einer 5-mm-Sperrholzplatte wirken<br />

schon sehr befriedigend. Ungewöhnlich ist<br />

anfänglich die Tatsache, eine „Laubsäge“<br />

in der Hand zu halten, sich aber darauf<br />

zu konzentrieren, die Hand nun nicht wie<br />

bisher gewohnt auf- und abzubewegen.<br />

Stattdessen ist lediglich Führungs-Arbeit<br />

angesagt, die Sägearbeit n<strong>im</strong>mt einem die<br />

Moto-Saw ab. Schön, dass die be<strong>im</strong> Betrieb<br />

entstehenden Vibrationen nicht unangenehm<br />

sind; sobald man sich einmal an<br />

das Gewicht in der Hand gewöhnt hat, ist<br />

die Handhabung sehr angenehm, auch die<br />

Lautstärke ist nicht zu kritisieren.<br />

Als Nächstes steht der stationäre Betrieb<br />

an. Hierzu wird zuerst der Sägetisch mit<br />

den beiden mitgelieferten Schraubzwingen<br />

an der Arbeitsplatte fixiert. Durch den<br />

recht großen Verstellbereich der Zwingen<br />

(max. ca. 90 mm) darf das auch eine kräftige<br />

Arbeitsplatte sein. Außerdem passen<br />

die Aufnahme-Löcher <strong>im</strong> Sägetisch auch<br />

für die kleine Größe der handelsüblichen<br />

Schraubzwingen, so dass man wohl kaum<br />

einen Arbeitstisch findet, an dem man den<br />

Sägetisch nicht befestigen könnte.<br />

Ist der Sägetisch ordentlich am Untergrund<br />

fixiert, wird die Moto-Saw einfach von oben<br />

in den passgenauen Ausschnitt eingefädelt<br />

und mit einer kleinen Bewegung <strong>nach</strong> vorn<br />

eingerastet – fertig. Die beiden seitlichen<br />

Schienen <strong>im</strong> Sägetisch dienen zum Einschieben<br />

des mitgelieferten Gehrungslineals,<br />

mit dem nicht nur präzises rechtwinkliges<br />

Ablängen von Leisten, sondern auch<br />

passgenaue Gehrungsschnitte möglich<br />

sind. Auch <strong>im</strong> stationären Betrieb überzeugt<br />

die Moto-Saw auf Anhieb. Ein weiteres, sehr<br />

nettes Detail in dieser Einsatzart ist der an<br />

der Unterseite des Sägetisches vorhandene<br />

Anschluss für einen Staubsaugerschlauch,<br />

durch den während des Betriebs auftretender<br />

Sägestaub sofort <strong>im</strong> Werkstattstaubsauger<br />

verschwindet.<br />

Natürlich ist auch das Entnehmen der<br />

Moto-Saw aus dem Sägetisch problemlos:<br />

die kleine Entriegelungstaste hinten links<br />

gedrückt und mit einer einfachen Handbewegung<br />

ist die Sägeneinheit wieder mobil<br />

einsetzbar.<br />

Auch <strong>im</strong> stationären Betrieb ist es sehr vorteilhaft,<br />

mit dem Material-Niederhalter das<br />

bearbeitete Werkstück am Mitvibrieren hindern<br />

zu können.<br />

Natürlich können dank der verschiedenen<br />

Sägeblätter alle <strong>im</strong> Modellbau auftretenden<br />

Materialien wie Holz, Kunststoff und Metall<br />

bearbeitet werden, außerdem gibt es<br />

sehr dünne Sägeblätter vorrangig für Kurvenschnitte<br />

und etwas breitere Varianten<br />

für überwiegend gerade Schnittlinien. Die<br />

verschiedenen Sägeblätter, gepaart mit<br />

der stufenlosen Drehzahlregelung, ermöglichen<br />

eine Anpassung an praktisch jede<br />

Schnittaufgabe. Für die passgenaue Geschwindigkeitseinstellung<br />

ist der Käufer<br />

Technische Daten<br />

allerdings dann auf seine eigenen Erfahrungen<br />

angewiesen, denn eine wünschenswerte<br />

Liste mit der zum Material oder zur<br />

entsprechenden Materialstärke passenden<br />

Drehzahl findet sich leider nicht in der Bedienungsanleitung.<br />

An Bohrmaschinen ist<br />

man so etwas ja gewöhnt (Drehzahl in Abhängigkeit<br />

von Bohrerdurchmesser und Material),<br />

gerade für Sägen-Einsteiger wäre so<br />

etwas durchaus hilfreich.<br />

Fazit<br />

Mit der Moto-Saw hat Dremel eines der<br />

heute so beliebten, neudeutsch Cross-Over<br />

genannten Produkte ins Programm genommen:<br />

Hand- und Stationär-Säge in einem,<br />

eine durchaus passende Kombination. Festzustellen<br />

bleibt allerdings, dass die Säge<br />

aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichts<br />

für feine Freihand-Arbeiten natürlich nicht<br />

geeignet ist, hierfür wird der ganz normale<br />

Laubsägebogen weiterhin an der Werkstattwand<br />

griffbereit hängen müssen.<br />

Pr<strong>im</strong>äres Einsatzfeld wird folglich eher der<br />

stationäre Einsatz sein, hier bietet die Moto-Saw<br />

eine preiswerte Alternative zu den<br />

bislang erhältlichen, sehr schweren und oft<br />

genug kostenintensiven Dekupiersägen, die<br />

oft auch nicht über eine stufenlos einstellbare<br />

Hubzahl verfügen.<br />

Der Freihand-Einsatz bietet sich vor allem<br />

an größeren Werkstücken an oder auch bei<br />

den etwas gröberen Basteleien wie zum<br />

Beispiel der Anfertigung eines Schiffsständers,<br />

einer Transportbox usw.<br />

Nennleistung 70 W<br />

Drehzahl 1500–2250 min -1 ,<br />

stufenlos<br />

Unser Testurteil: Empfehlenswert!<br />

max. Schnitttiefe 18 mm<br />

Bezugsquelle:<br />

Maultiefe<br />

250 mm<br />

Fachhandel, www.dremel.com<br />

Gewicht<br />

1,1 kg<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013<br />

Preis E 119,99<br />

39


POWERBOATS<br />

Christian Fischer<br />

W<br />

ie ich es bereits in meinem<br />

letzten Baubericht erwähnte<br />

(GOLDDIGGER HPR 135,<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 12/11 und<br />

01/12), hatte ich zu diesen<br />

Zeitpunkt bereits ein neues Projekt geplant.<br />

Eigentlich sollte dieses neue Projekt<br />

eine HPR 185 MYSTIC werden. Aber wie<br />

so oft, kommt <strong>im</strong>mer alles anders.<br />

Durch die Bauberichte in der Schiffs<br />

Modell und durch Threads in verschiedenen<br />

Foren waren meine beiden<br />

bisherigen Modelle TWO<br />

FACE (<strong>SchiffsModell</strong><br />

11/10) und GOLD-<br />

DIGGER recht bekannt<br />

geworden, und<br />

daher „musste“ ich diese<br />

Boote auch zum Powerboat-<br />

Treffen 2011 <strong>nach</strong> Heilbronn<br />

mitbringen und dort ausstellen.<br />

In Heilbronn treffen sich praktisch<br />

sämtliche Spezialisten aus ganz<br />

Europa, daher kann man dort auch<br />

sehr außergewöhnliche Boote sehen<br />

und folglich habe ich mich natürlich<br />

sehr auf dieses Treffen gefreut. Als ich<br />

MYSTIC 185<br />

TWIN-TURBINE<br />

TEIL 1<br />

40<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


dann gemütlich an den ganzen Pavillons der<br />

Teilnehmer und Hersteller vorbeispazierte,<br />

habe ich mein neues Traumboot gesehen.<br />

Ich kannte dieses Modell zwar schon von<br />

Bildern aus dem Powerboat-Forum, aber in<br />

natura ist das Boot noch einmal um einiges<br />

schöner. Meine Begeisterung war kaum zu<br />

beschreiben, „Mensch, das wäre mein Modellbau-Traum!“,<br />

sagte ich zu meiner Frau.<br />

Be<strong>im</strong> besagten Modell handelt sich um<br />

eine MHZ-MYSTIC 185 mit zwei JetCat-<br />

Turbin, die jeweils 6 kW Wellenleistung<br />

haben. Natürlich gibt es schon einige<br />

MHZ-MYSTICs mit Turbinen, aber diesen<br />

Rumpf gibt es weltweit nur viermal, da<br />

es sich um eine von Chris Tonn komplett<br />

umgearbeitete Sonderedition <strong>im</strong> AQUA<br />

MANIA-Design handelt. Normalerweise<br />

hat der MHZ-Rumpf einen großen Deckel,<br />

Chris Tonn hat den Rumpf am Oberdeck<br />

aber so umgebaut, dass jeweils zwei Turbinendeckel<br />

sowie ein weiterer Hauptdeckel<br />

entstanden sind.<br />

Als ich erfahren habe, dass dieses Schmuckstück<br />

zu verkaufen wäre, habe ich mal ganz<br />

vorsichtig <strong>nach</strong> dem Preis gefragt, der mich<br />

erwartungsgemäß umgehauen hat. Na gut,<br />

auf der 450 km langen He<strong>im</strong>fahrt hatte ich<br />

dann doch einige Zeit, mir viele Gedanken<br />

darüber zu machen, wie ich mir meinen<br />

Traum doch finanzieren könnte, wie ich das<br />

meiner Frau beibringen könnte usw. Nach<br />

einigen Tagen überlegen und rechnen hatte<br />

ich mich dann dazu entschlossen, mich von<br />

einem meiner Boote und auch von meinem<br />

Carbon-Rennrad zu trennen, um das neue<br />

Modell finanzieren zu können.<br />

Nach einer Kontaktaufnahme mit dem Besitzer<br />

der MYSTIC erfuhr ich, dass das<br />

Modell noch in seinem Besitz sei. Als dann<br />

auch noch meine Frau den entscheidenden<br />

Satz „Na, dann kauf dir doch das Boot!“ gesagt<br />

hatte, war mein Glücksgefühl nicht zu<br />

beschreiben. Da der Besitzer aber in Holland<br />

wohnt und mir der Versand solch eines<br />

großen Modells doch zu kritisch erschien,<br />

habe ich mich entschlossen, mein Baby<br />

persönlich abzuholen. Mein Freund Manuel<br />

hat mich dann auf der 670 km langen Reise<br />

begleitet, und <strong>nach</strong> der Bootsübergabe fuhren<br />

meine Gefühle richtig Karussell: Mann,<br />

was für ein Riesenteil, und nun war ich<br />

Besitzer eines Turbinen-Bootes! Der lange<br />

He<strong>im</strong>weg war dann ein reines Kinderspiel,<br />

von Müdigkeit am Steuer keine Spur!<br />

Der Umbau<br />

Schon als ich in Heilbronn erfahren hatte,<br />

dass die MYSTIC zu verkaufen wäre, hatten<br />

sich die Zahnräder in meinem Kopf schon<br />

mächtig gedreht und ich hatte schon sehr<br />

genaue Vorstellungen, was ich an dem<br />

Boot ändern würde. Aber warum ein bereits<br />

fertiges und gut laufendes Boot überhaupt<br />

umbauen? Nun, wer meine anderen Boote<br />

kennt, der weiß, dass ich <strong>im</strong>mer etwas Besonderes<br />

aufs Wasser bringen möchte.<br />

Folglich wurde auch die MYSTIC erstmal<br />

komplett entkernt, sprich ich habe Tanks,<br />

RC-Box, Turbinen usw. ausgebaut. Als dann<br />

Das Innenleben vor dem Umbau<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 41


Skizze und Rohmaterial<br />

für das neue Ruder<br />

der nackte Rumpf vor mir lag, wurde der<br />

gesamte Innenraum mit Carbon-Polierpaste<br />

auf Hochglanz gebracht. Das Ergebnis<br />

mehrerer Stunden Arbeit konnte sich sehen<br />

lassen.<br />

Ruderanlage<br />

An der MYSTIC war zwar eine Ruderanlage<br />

von MHZ in Top-Qualität verbaut, aber ich<br />

wollte ein Ruder <strong>nach</strong> eigenen Ideen bauen.<br />

Dieses sollte dem Orginal-Ruder der<br />

MYSTIC sehr nahe kommen und auf alle<br />

Fälle <strong>im</strong> Kontrast von Alu-Hochglanz und<br />

Carbon daherkommen. Die meisten Maße<br />

habe ich vom MHZ-Ruder übernommen,<br />

da meine Ruderanlage aber mit Kugellagern<br />

ausgerüstet werden sollte, musste<br />

ich doch einiges ändern. Also wurde meine<br />

kleine Proxxon-Fräsmaschine angeschmissen<br />

und los gings. Nach mehreren<br />

Mit dem Schruppfräser entstehen<br />

erste Konturen<br />

Blatthalter mit Ruderblatt<br />

Sonnenbrillen-Alarm!<br />

Super-Spiegeloberfläche<br />

Kleine CfK-Platte mit neun Bohrungen<br />

Vorbereitung zum Polieren<br />

Auslegerplatte mit Kugellagersitz und<br />

Vertiefung für die CfK-Platte<br />

Stunden an der Fräse nahm das Ruder<br />

langsam die gewünschten Konturen an. Als<br />

Carbon-Fetischist habe ich mir eine kleine<br />

Carboneinlage <strong>im</strong> oberen Teil des Ruders<br />

eingebildet und folglich wurde am oberen<br />

Ruderausleger eine Aussparung eingefräst,<br />

in der später eine 1,5-mm-Hochglanzplatte<br />

ihren Platz fand. Da der Ruderausleger mit<br />

neun M5-Schrauben am Rumpf verschraubt<br />

wird, mussten folglich auch in diese kleine<br />

Carbonplatte neun 7,5-mm-Bohrungen<br />

42<br />

Nach dem<br />

Zusammenbau<br />

der Teile und<br />

<strong>nach</strong> dem<br />

Lasern<br />

Das Ruder an seinem Arbeitsplatz


eingebracht werden. Wegen der nur 0,5<br />

mm betragenden Abstände zwischen diesen<br />

Bohrungen kann man diese aber nicht<br />

gleich mit dem gewünschten Enddurchmesser<br />

bohren. Also wurde sehr vorsichtig<br />

mit einem 4-mm-Bohrer vorgebohrt und<br />

da<strong>nach</strong> mit zusammengerolltem Schleifpapier<br />

Schritt für Schritt jede Bohrung auf das<br />

gewünschte Maß gebracht. Das Ergebnis<br />

<strong>nach</strong> zwei Tagen Arbeit waren taube Finger<br />

und neun perfekte Bohrungen in einer sehr<br />

kleinen Platte von 41 x 27 mm.<br />

Nach dieser doch sehr aufwendigen Arbeit<br />

habe ich sämtliche Aluteile fertiggestellt und<br />

dann stundenlang mit der Poliermaschine<br />

auf Hochglanz gebracht. Natürlich wollte<br />

ich den Kontrast von Hochglanz-Alu und<br />

Carbon-Schwarz auch bei den Schrauben<br />

weiterführen. So bestellte ich mir schwarz<br />

eloxierte Titanschrauben, die dann be<strong>im</strong><br />

Zusammenbau der Ruderanlage und bei<br />

der Montage am Rumpf verwendet wurden.<br />

Auch bei den Hydraulik-Attrappen nahm ich<br />

eine Änderung vor. Ich drehte aus hochwertigem<br />

Alu (7075 T6) zwei neue Hydraulik-<br />

Zylinder, die da<strong>nach</strong> ebenfalls der Poliermaschine<br />

zum Opfer fielen.<br />

Als letztes Highlight habe ich das Ruder<br />

von einem guten Freund mit dem gelaserten<br />

MYSTIC-Logo nebst Schädel versehen<br />

lassen.<br />

Hoppertanks<br />

Hoppertanks sorgen für eine blasenfreie<br />

Kraftstoffversorgung zwischen Haupttank<br />

und Turbine und über diese Tanks gelangt<br />

das Kerosin in die Haupttanks. Natürlich<br />

gibt es bei den verschiedenen Anbietern<br />

von Turbinenzubehör eine genügende<br />

Auswahl an solchen Tanks, aber die Tanks<br />

sollten ja zum Komplett-Design meiner<br />

MYS TIC passen.<br />

Also habe ich mir wieder einige Gedanken<br />

gemacht und diese dann mittels Zeichenplatte<br />

zu Papier gebracht. Nachdem ich<br />

mit der Konstruktion so weit zufrieden war,<br />

konnte ich mich an der Drehmaschine wieder<br />

so richtig austoben. Folglich wurden vier<br />

Alu-Tankhälften gedreht. Jeder Hoppertank<br />

besteht aus zweien dieser Teile, die mittels<br />

M75 x 1-Feingewinde zu einem kompletten<br />

Tank verschraubt werden. An den Seitenwänden<br />

der Tanks ist eine Vertiefung von<br />

0,35 mm eingedreht, in die ich später eine<br />

Hochglanz-CfK-Folie einlaminiert habe. Da<strong>nach</strong><br />

wurden sämtliche M5-Gewinde in die<br />

Die vier Haupteile <strong>nach</strong> dem Drehen<br />

Der Hoppertank n<strong>im</strong>mt<br />

Gestalt an<br />

Der Hoppertank entsteht<br />

auf der Zeichenplatte<br />

Das M75 x 1-Feingewinde<br />

Mit Schmirgelleinen werden die<br />

Bohrungen genau auf Maß gebracht<br />

Einlege-CfK-Platten grob vorgeschnitten Einpassen der CfK-Platte Die beiden unteren Hälften <strong>nach</strong> dem Polieren


CfK-Platte fertig zum Einkleben<br />

Nach dem Polieren und Lasern:<br />

perfekter Kontrast von Hochglanz-Alu<br />

und Carbon<br />

Abstandshalter auf der Grundplatte<br />

verschraubt<br />

Mini-Schlauchhalter aus CfK gefertigt<br />

Tanks geschnitten, dort leisten später die<br />

4-mm-Festo-Verbinder ihre Dienste.<br />

An der Unterseite der Tanks sind jeweils<br />

drei Gewinde mit M3 eingeschnitten, über<br />

die die Tanks später fest an ihrer Carbonhalterung<br />

verschraubt werden.<br />

Nachdem alle Gewinde und Bohrungen an<br />

ihren Plätzen waren, wurden die Tankhälften<br />

unter Zugabe von Loctite 648 fest miteinander<br />

verschraubt. Da<strong>nach</strong> kam wieder<br />

meine Lieblingsarbeit, sprich das Aufpolieren<br />

der Aluteile.<br />

Als ich mit dem Ergebnis zufrieden war, ist<br />

mir ein Kollege aus dem Forum eingefallen,<br />

der mir mal tolle Bilder von Aluteilen gezeigt<br />

hatte, die mittels Laser zu kleinen Kunstwerken<br />

geworden waren. Da ja auf der<br />

MYS TIC der bekannte Totenschädel des<br />

JPS Racing Teams auflackiert ist, wollte ich<br />

diesen Schädel unbedingt auf die Tanks gelasert<br />

haben. Ich habe dann von Chris Tonn<br />

eine DXF-Datei des Schädels erhalten und<br />

diese zusammen mit den Hoppertanks zum<br />

Laser-Spezialisten geschickt. Nach einigen<br />

Tagen hat dann der Postmann zwe<strong>im</strong>al bei<br />

mir geklingelt, und das Ergebnis der Arbeit<br />

hat meine Vorstellungen mehr als übertroffen.<br />

Sagenhaft, was heute alles machbar ist!<br />

Zur Füllstandskontrolle der Tanks habe ich<br />

dann noch einen 4-mm-Kerosinschlauch<br />

mittels kleiner Carbonhalterung vom Unterboden<br />

bis Deckel der Hoppertanks angebracht.<br />

So sieht man ganz genau den Füllstand der<br />

Tanks. Zum Abschluss dieser Arbeit wurden<br />

sämtliche Festo-Verbinder verschraubt und<br />

ich konnte mich an die nächste Herausforderung<br />

wagen.<br />

Der fertige Hoppertank mit sämtlichen<br />

Anschlüssen<br />

Der Deckrahmen findet seinen Platz<br />

Grundplatten und Rahmenteile aus CfK<br />

und Texalium <strong>nach</strong> dem Ausfräsen<br />

RC-Box<br />

Normalerweise ist so eine RC-Box ja ein<br />

recht überschaubares Teil, in dem sämtliche<br />

Elektronik-Bauteile wasserdicht untergebracht<br />

werden. Ganz klar, dass ich da<br />

natürlich wieder spezielle Ideen hatte …<br />

Nachdem ich meine Gedanken zu Papier<br />

gebracht hatte, machte ich mich auf den<br />

Weg zu meinem Freund Manuel und zeigte<br />

ihm den Entwurf.<br />

Manuel war davon sofort begeistert und<br />

machte sich mit seinem CAD-Pogramm<br />

gleich an die Arbeit. Die Grundidee ist<br />

schnell erklärt. Die RC-Box sollte insgesamt<br />

dem Umriss des Schädels folgen, der ja<br />

auch schon auf den Hoppertanks zu sehen<br />

ist. Unterhalb der<br />

Zähne müsste sie aber etwas verlängert<br />

werden. Intern wollte ich die RC-Box unterteilen.<br />

In dem einen Bereich sollten hinter<br />

einer Trennwand das Servo mit Empfänger<br />

und Empfängerakku Platz finden, <strong>im</strong><br />

Hauptteil die Stomversorgung sowie die<br />

komplette Elektronik und das Kraftstoffsystem<br />

für beide Turbinen. Die Box sollte<br />

aus mehreren Rahmen sowie einer Bodenplatte<br />

bestehen. Oben würden sich zwei<br />

Deckel aus Plexiglas befinden, darüber die<br />

Kontur der kompletten Box aus einer dünnen<br />

Sichtcarbonplatte mit dem aus einer<br />

44<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


Die 0,3-mm-CfK-Hochglanzplatte<br />

wird vorbereitet<br />

Die erste Seitenwand<br />

ist aufgeklebt<br />

Das bisherigeEndergebnis<br />

Das Skelett der RC-Box ist fertig<br />

Auch hier gibt’s wieder eine saubere Klebenaht<br />

Mit der Diamantfeile wird der Schädel aus<br />

0,2-mm-Texalium-Folie gefeilt ...<br />

Polierte Abstandshalter aus Alu<br />

Texalium-Folie ausgeschnittenen Schädel.<br />

Nachdem be<strong>im</strong> CAD-Zeichnen ja viel möglich<br />

ist, waren wir uns schnell einig, einen<br />

weiteren Rahmen zu konstruieren, damit<br />

die Plexiglasdeckel versenkt verbaut werden<br />

können. Da<strong>nach</strong> ging es an den Materialeinkauf.<br />

Die Fräsarbeiten wurden wieder<br />

von einem Freund durchgeführt, der einen<br />

2,1 mm starken CfK-Fräser mit speziellem<br />

Anschliff verwendete. Die Rahmen sind in<br />

verschiedenen Stärken (10 mm für den<br />

Boden, 12 mm für die Deckelauflage und<br />

ein 5 mm breiter Rahmen als Abschluss)<br />

ausgefräst. In die 10 und 12 mm breiten<br />

Rahmen wurden dann deckungsgleiche<br />

Löcher gebohrt und die Bohrungen zur<br />

Verwendung von Senkkopfschrauben für<br />

die Abstandshalter angesenkt.<br />

Als Nächstes wurde die Platte zur Abteilung<br />

der beiden Bereiche einlaminiert, bevor<br />

ich die Box mit 0,3-mm-CfK-Folie beplankt<br />

habe. Ein wichtiges Kapitel waren dabei<br />

die Harznähte die ich mit UHU Endfest 300<br />

laminiert habe. Laminiert wird mit exakt<br />

eingedicktem und schwarz eingefärbtem<br />

Kleber. Ich verwende hierfür übrigens ausschließlich<br />

die Stäbchen, die es bei McDonalds<br />

zum Kaffeeumrühren gibt … Der Trick<br />

be<strong>im</strong> exakten Laminieren liegt in viel Geduld<br />

und einer extrem ruhigen Hand, außerdem<br />

muss das Harz in seiner Viskosität ganz exakt<br />

eingestellt werden, sprich es darf weder<br />

zu flüssig, noch zu zäh sein, da muss man<br />

den richtigen Punkt genau erwischen.<br />

Wie bereits erwähnt, kommt zum Abschluss<br />

noch ein weiterer Deckel mit 3D-CfK-Optik<br />

sowie dem ausgeschnittenen Schädel aus<br />

… und dann auf die Trägerplatte<br />

geklebt<br />

Für die Trägerplatte, auf der Hoppertanks und<br />

RC-Box ihre Plätze finden, verwendete ich<br />

eine 3,5-mm-CfK-Platte<br />

So habe ich mir mein Werk<br />

vorgestellt<br />

Texalium-Folie auf die Box. Da diese Folie<br />

nur 0,2 mm stark ist, war das Ausfeilen des<br />

Schädels eine besondere Herausforderung.<br />

Ich konnte mich aber <strong>nach</strong> einigen Stunden<br />

Arbeit über ein perfektes Grinse-Gesicht<br />

aus Texalium freuen.<br />

45


Alle Konturen werden sauber auf<br />

Maß gebracht.<br />

So liefert JetCat die LED-Boards ...<br />

Orginal-ECUs von JetCat<br />

Die Hoppertanks auf der Trägerplatte<br />

… und so sehen die Teile <strong>nach</strong> meinem<br />

Umbau aus<br />

Da die ECUs und LED-Boards von JetCat<br />

mit ihren gelben Aufklebern optisch so gar<br />

nicht zu meinem Modell passten, wurden<br />

diese Teile mit Hochglanz-CfK-Folie beklebt<br />

und auch dementsprechend beschriftet.<br />

Auch die Kerosinpumpen wurden <strong>nach</strong> meinen<br />

Vorstellungen verschönert.<br />

In der RC-Box befindet sich ein 2s-LiFePO-<br />

Akku mit 1700 mAh für den Empfänger sowie<br />

ein 2s-LiPo-Akku mit 5800 mAh für die<br />

Stromversorgung der beiden ECUs. Diese<br />

müssen natürlich geladen werden, ich wollte<br />

die RC-Box aber so selten wie möglich öffnen<br />

müssen. Also musste eine Lademöglichkeit<br />

mittels einer eingebauten Buchse<br />

geschaffen werden. Die 2s-Li-Akkus verfügen<br />

ja aber neben Plus- und Minuskabel<br />

auch noch über dreipolige Balancerkabel,<br />

die aber ebenfalls Gesamt-Minus und Gesamt-Plus<br />

führen. Also habe ich aus jedem<br />

der Akkus drei Kabel (Gesamt-Minus, Gesamt-Plus<br />

und Mittelabgriff) herausgeführt,<br />

die direkt auf die Platinen respektive Ableiter<br />

gelötet wurden. Das von mir eingesetzte<br />

Multiplex-Hochlast-Stecksystem hat sechs<br />

Kontakte, auf die nun jeweils die Hauptpole<br />

sowie der Mittelabgriff geführt wurden. Mit<br />

einem passend verlöteten Ladekabel können<br />

nun beide Akkus bequem und gleichzeitig<br />

geladen werden.<br />

So wirken sie edler<br />

Die Kerosinpumpen werden neu<br />

eingeschrumpft<br />

Die komplette Trägerplatte<br />

Die Grundplatte für die RC-Box sowie die<br />

Hoppertanks entstand dann wieder aus<br />

3-mm-CfK-Material.<br />

Nun musste die komplette Turbinen-Elektronik<br />

nebst Kerosin-Leitungen und Magnetventilen<br />

in der RC-Box verbaut werden.<br />

Unglaublich, was da alles an Kabeln und<br />

Schläuchen zusammenkommt. Mein Ziel<br />

war es natürlich auch noch, dass das alles<br />

mehr als aufgeräumt aussehen und optisch<br />

zum Design des ganzen Bootes passen<br />

sollte.<br />

Solchermaßen getunt sehen<br />

die Pumpen besser aus<br />

Tuningteile für die Pumpen<br />

Fortsetzung <strong>im</strong><br />

nächsten Heft<br />

46 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


Kerosinfilter und Magnetventile werden<br />

übereinander verbaut<br />

CfK-Teile für die Filterhalterung werden sauber gefeilt<br />

Die fertige kleine CfK-Halterung<br />

Füßchen fertig verschraubt an der<br />

CfK-Abdeckung<br />

In der Servoabteilung geht es sehr<br />

eng zu, Servo, Empfänger-LiPo und<br />

Empfänger sind verbaut<br />

CfK-Abdeckung für den<br />

Hauptstromverorgungs-LiPo<br />

Die Montage von Spritschläuchen und Kabeln beginnt<br />

Die ersten Einbauten sind an ihrem Platz<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 47


Motorschiffe<br />

Stefan Reuthlinger<br />

FAIRPLAY V<br />

E<br />

s war wohl so Ende der 1950er-, Anfang<br />

der 1960er-Jahre, als ich anfing,<br />

Schiffsmodelle zu bauen. Eines der<br />

ersten Modelle war das Rennboot<br />

HAI mit dem Außenborder „Neptun“<br />

von Graupner als Antrieb und einer 4,5-V-<br />

Taschenlampenbatterie als Energiequelle.<br />

Eine Steigerung war dann der Bau von Kajütbooten<br />

wie der „Siegrid“ oder „Condor“<br />

oder dem Rennboot „Hobby II“. Dazu gab‘s<br />

dann sogar schon eine Fernsteuerung, z. B.<br />

die Standard 20.<br />

Im Fernsehen, das damals noch in<br />

Schwarz-Weiß sendete, kam einmal pro<br />

Woche <strong>nach</strong>mittags eine Stunde lang die<br />

Sendung „Basteln für Jungen“, moderiert<br />

von F. K. Ries, der ja jedem etwas älteren<br />

Schiffsmodellbauer wohlbekannt sein dürfte.<br />

Eines Tages wurde <strong>im</strong> Rahmen dieser<br />

Sendung ein Modell des Schleppers FAIR-<br />

PLAY V gebaut. Da stand also ein sauber<br />

gebautes und lackiertes Schleppermodell<br />

<strong>im</strong> Studio, daneben Herr Ries und ein kleiner<br />

Junge, die versuchten, den Zuschauern<br />

zu erklären, wie man den Rumpf<br />

baut. Das war gar nicht so einfach, denn<br />

laut dem Bastelbogen, den ich mir dann<br />

bestellte, sollte man sich ein Kartongerüst<br />

aus Quer- und Längsspanten bauen, das<br />

dann mit 2-mm-Balsaholz beplankt werden<br />

sollte.<br />

Also, ich habe das zwar probiert, aber als<br />

ich das Kartongerüst <strong>nach</strong> dem Beplanken<br />

aus dem Rumpf ziehen wollte, brach die<br />

ganze Konstruktion zusammen. Aber obwohl<br />

ich durch diesen Misserfolg fürs Erste<br />

mein ganzes Taschengeld verloren hatte,<br />

spukte mir die FAIRPLAY V weiterhin <strong>im</strong><br />

Kopf herum.<br />

Da war es nur verständlich, dass ich sofort<br />

zu sparen anfing, als die FAIRPLAY V<br />

etwas später von der damaligen Fa. Hegi<br />

angeboten wurde. Natürlich musste dafür<br />

auch noch eine neue Fernsteuerung her,<br />

ich entschied mich für eine Metz Mecatron<br />

3-Kanal-Anlage.<br />

Als dann endlich alles, was ich bestellt<br />

hatte, vor mir auf meinem Basteltisch lag,<br />

wusste ich erst einmal gar nicht, wo anfangen.<br />

Der Fertigrumpf des Baukastens war<br />

natürlich eine große Erleichterung, und da<br />

ich ja schon ein bisschen Bauerfahrung<br />

gesammelt hatte, ging der Bau fast problemlos<br />

vonstatten. Nur den kombinierten<br />

Mast/Schornstein habe ich nicht geschafft.<br />

Nachdem die Standard 20 in meiner Hobby<br />

II nie richtig funktioniert hatte, war die Metz-<br />

Anlage nun eine kleine Sensation für mich,<br />

denn alles hat auf Anhieb funktioniert und<br />

das Modell schwamm prächtig.<br />

Seitdem sind sehr viele Jahre vergangen.<br />

Im Jahr 2004 stieß ich jedoch in einer Modellbauzeitschrift<br />

auf einen Artikel von Herrn<br />

Reiner Schwandt. Der hatte eine Baukasten-FAIRPLAY<br />

V mit vielen Details völlig<br />

neu aufgebaut. Ich war beeindruckt und<br />

erinnerte mich an mein Modell, das völlig<br />

verstaubt auf dem Dachboden stand. Um es<br />

kurz zu machen, der Schlepper befand sich<br />

in einem kläglichen Zustand. „Den müsste<br />

man völlig neu aufbauen.“ Gute Idee, das<br />

mit dem neu aufbauen, dann aber gleich<br />

komplett neu in meinem zwischenzeitlich<br />

bevorzugten Maßstab von 1:25.<br />

Ich begann also, von dem alten Rumpf die<br />

Maße abzunehmen und von 1:33 auf 1:25<br />

umzurechnen. Der Rumpf entstand dann in<br />

Leistenbauweise auf Spanten und wurde<br />

anschließend mit Glasgewebe und Epoxidharz<br />

versiegelt. Die Kortdüse wurde <strong>nach</strong><br />

hinten etwas verjüngt und profiliert, den<br />

dreiflügeligen Messing-Prop mit 80 mm, die<br />

Wellenanlage und den Bühler-Motor bezog<br />

ich von der Fa. Harhaus.<br />

48 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


Der Autor mit<br />

seinem ersten<br />

FAIRPLAY-Modell<br />

1<br />

Das Deck aus 1-mm-Flugzeugsperrholz<br />

wurde <strong>nach</strong> Anbringen des Schanzkleides<br />

(0,3-mm-Messingblech) mit passenden<br />

Riffelblechplatten beklebt. Damit war der<br />

Rumpfbau eigentlich erledigt und es wurde<br />

Zeit, mich um die Aufbauten und Details zu<br />

kümmern.<br />

Ich nahm Kontakt zu Herrn Schwandt auf,<br />

der den Artikel über seine FAIRPLAY V geschrieben<br />

hatte. Von ihm bekam ich eine<br />

Fotoserie, die einmal in den 1980er-Jahren<br />

in einer Modellbauzeitschrift erschienen<br />

war: „Mit der Kamera unterwegs auf der<br />

FAIRPLAY V“. Diese Fotos waren mir bei<br />

Bau und Detaillierung der Aufbauten eine<br />

große Hilfe.<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 49


Die Aufbauten entstanden vorwiegend in<br />

Sperrholzbauweise, wobei der alte Bauplan,<br />

der sich <strong>im</strong>mer noch in meinem Besitz befindet,<br />

sehr hilfreich war. Trotzdem mussten<br />

einige Änderungen vorgenommen werden,<br />

die man erst be<strong>im</strong> Vergleich mit den Fotos<br />

sah, denn die Aufbauten des Baukastenmodells<br />

waren doch recht einfach gehalten<br />

worden.<br />

Da auf den Originalfotos <strong>im</strong>mer eine der<br />

seitlichen Türen offenstand, wollte ich das<br />

auf dem Modell auch so zeigen, und folglich<br />

musste ich das „untere Stockwerk“ ausbauen.<br />

Darin befindet sich eine kleine Werkstatt<br />

mit Kompressor, Schweißgerät, einer Werkbank<br />

mit Schraubstock und einem kleinen<br />

Tisch mit drei Stühlen, damit die Besatzung<br />

auch mal Pause machen kann.<br />

Obwohl ich keine Fotos von der Brückenausstattung<br />

hatte, habe ich die Brücke mit<br />

etwas Fantasie dennoch ausgebaut. Zur<br />

Ausrüstung gehören, dem Einsatzzeitraum<br />

der FAIRPLAY V angemessen, ein SSB-<br />

DEBEG-Funkgerät, ein UKW-Funkgerät,<br />

Echolot, Radar und natürlich der Fahrstand<br />

mit Anzeigeinstrumenten, Gashebel usw.<br />

Der obere, offene Fahrstand war auf den<br />

Bildern gut dokumentiert und wurde auch<br />

dementsprechend ausgebaut. Alle Laternen,<br />

das Arbeitslicht und die Scheinwerfer<br />

sind beleuchtet, ebenso die Brücke und die<br />

Werkstatt.<br />

Da das Radargerät auf einem sehr langen<br />

Ausleger sitzt, konnte es nicht direkt angetrieben<br />

werden. Darum befindet sich <strong>im</strong><br />

Schornstein (Mast) ein langer Stahldraht,<br />

der von einem kleinen Getriebemotor angetrieben<br />

wird. An seinem oberen Ende sitzt<br />

eine kleine Messingscheibe, die über einen<br />

dünnen Gummiring auf eine kleine Scheibe<br />

wirkt, die mit dem Radarbalken verbunden<br />

ist, der dadurch angetrieben wird.<br />

Was mich schon <strong>im</strong>mer gestört hat, sind<br />

diese käuflichen Vollgummireifen, die als<br />

Fender benutzt werden. Die sehen so arg<br />

<strong>nach</strong> Spielzeug aus. Also beschloss ich, die<br />

Dinger auszuhöhlen. Für meine Proxxon-<br />

Kleinbohrmaschine gibt es Schleifscheiben<br />

mit 23 mm Durchmesser und 2,3 mm Stärke.<br />

Diese benutzte ich zum Aushöhlen der<br />

Reifen. Noch besser geht es übrigens mit<br />

schon etwas abgenutzten Schleifscheiben,<br />

50 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


Mein Modell kommt nun auf eine Länge von<br />

98 cm, eine Breite von 29 cm und wiegt fahrfertig<br />

ca. 14 kg. Neben den Fahrfunktionen<br />

und den schon erwähnten Zusatzfunktionen<br />

ist es auch noch mit einem drehzahlgesteuerten<br />

Dieselgeräuschgenerator und einem<br />

Signalhorn ausgestattet.<br />

Abschließend noch ein paar Zeilen zum<br />

Vorbild: Die FAIRPLAY V wurde <strong>im</strong> Jahr<br />

1961 mit der Baunummer 88 auf der Buschmann-Werft<br />

in Hamburg gebaut. Sie war<br />

24,50 m lang, 7,20 m breit und hatte einen<br />

Tiefgang von 3,40 m. Vermessen war sie<br />

mit 94 BRT, für den Vortrieb sorgte ein 600<br />

PS starker 7-Zyl.-Viertakt-Dieselmotor von<br />

MAN, der auf einen dreiflügeligen Propeller<br />

von 200 cm Durchmesser in einer beweglichen<br />

Kortdüse wirkte. Im Jahr 1981 wurde<br />

der Schlepper an die Sparaco Spartago<br />

S.A. Rom verkauft und war oder ist unter<br />

dem Namen LUIGI angeblich <strong>im</strong> Hafen von<br />

Neapel <strong>im</strong>mer noch unterwegs.<br />

die am Rand bereits abgerundet sind. Um<br />

den Reifen nun noch ihren unnatürlichen<br />

Glanz zu nehmen, verwendete ich eine<br />

Runddrahtbürste. Damit schliff ich leicht<br />

über die Reifen bis der gewünschte matte<br />

Effekt erreicht war. Und wenn sich dann<br />

<strong>nach</strong> einer Ausfahrt <strong>im</strong> Inneren der Reifen<br />

Wasser angesammelt hat, dann weiß man<br />

auch, dass Tiefgang und Bugwelle st<strong>im</strong>men<br />

… Ach ja: Es sieht natürlich auch besser<br />

aus, wenn man nicht lauter gleiche Reifen<br />

montiert, das gilt besonders für ältere<br />

Schlepper.<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013<br />

51


9<br />

SEGELSCHIFFE<br />

An den Bojen geht es<br />

manchmal eng zu<br />

Ingrid Blüm<br />

Deutsche Meisterschaft<br />

der Ten Rater in Karlsfeld<br />

R<br />

C-Segelboote, die in einer winterlichen<br />

Landschaft segeln: Solche<br />

Fotos kennt man eigentlich nur<br />

von Regatten aus dem hohen Norden wie<br />

Norwegen oder Schweden. Aber kaum jemand<br />

wird bei seiner Meldung für die Deutsche<br />

Meisterschaft der Ten Rater an 15 cm<br />

Neuschnee gedacht haben. Andererseits<br />

ist Karlsfeld aber ja schon fast als Revier<br />

der extremen Wetterbedingungen bekannt.<br />

Viele Leser werden sich noch an den Bericht<br />

der Deutschen Meisterschaft 2011<br />

der IOM-Klasse erinnern, die eigentlich gar<br />

nicht stattfand, weil an zwei Tagen nicht<br />

genügend Wertungsläufe gesegelt werden<br />

konnten, da der Wind ausblieb. Dazu war<br />

damals aber für Anfang Oktober ungewöhnlich<br />

heißes Sommerwetter, so dass diese<br />

Regatta als „Regatta der Herzen“ in die<br />

RC-Segelgeschichte einging, denn es war<br />

ein Wochenende mit vielen Gesprächen,<br />

Lachen und Spaß.<br />

Auch die erste IOM-Regatta in Karlsfeld<br />

<strong>im</strong> April diesen Jahres werden viele noch<br />

in Erinnerung haben, denn es waren die<br />

heißesten Tage <strong>im</strong> April, seit es Wetteraufzeichnungen<br />

gibt. Und so hätte man es sich<br />

ja fast denken können, dass auch die Deutsche<br />

Meisterschaft der Ten Rater in Karlsfeld<br />

eine Wetterüberraschung parat hatte.<br />

22 Boote waren gemeldet, drei Skipper<br />

mussten kurzfristig wegen Krankheit absagen,<br />

so dass 19 Segler aus vier Nationen<br />

(Deutschland, Österreich, Schweiz, Polen)<br />

am Start waren. Das ist für die Ten Rater-<br />

Klasse eine hohe Teilnehmerzahl, denn es<br />

gibt hier deutlich weniger Segler als in den<br />

Klassen IOM und Marblehead. Aber <strong>nach</strong><br />

Karlsfeld kommen die Segler gerne, denn<br />

52 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013<br />

Im Vordergrund die Eigenkonstruktion „Sofia“ von Karol Dutkowski


Im Vordergrund das Siegerschiff<br />

„Diamond“ von G. Bantock,<br />

Skipper Gerhard Schmitt<br />

„Druffundweg“ von<br />

Eberhard Schuch<br />

4<br />

„Tension“ von Peter Wales mit Skipper<br />

Hermann Etzel versus „Starkers“<br />

von Dave Creed mit Skipper Werner<br />

Hauer versus „Roover“ mit<br />

Skipper Hubert Blessin<br />

Segeln <strong>im</strong> Schneetreiben<br />

Dauerregen am 1. Regattatag<br />

Peter Hackl ist dafür bekannt, alles perfekt<br />

zu organisieren. So wurde die Deutsche<br />

Meisterschaft <strong>im</strong> Rahmen eines Weißwurstfrühstücks<br />

durch den Bürgermeister<br />

der Gemeinde Karlsfeld eröffnet. Auch zugegen<br />

war die Sportreferentin von Karlsfeld,<br />

Christine Kofler. Frau Kofler ist seit<br />

Ende 2011 <strong>im</strong> Amt und hat in den ersten<br />

Wochen zunächst einmal alle Sportvereine<br />

besucht. Dazu gehörten natürlich auch die<br />

Karlsfelder Segelfreunde und Frau Kofler<br />

war sehr beeindruckt von dieser Sportart,<br />

zumal sie selber (große Boote) segelt. Aufgrund<br />

dieses nicht alltäglichen Sports und<br />

der vielen Gäste, die durch die Ausrichtung<br />

der Regatten regelmäßig <strong>nach</strong> Karlsfeld<br />

kommen, wurde Peter Hackl <strong>im</strong> September<br />

zur Sportlerehrung der Gemeinde Karlsfeld<br />

eingeladen und erhielt <strong>im</strong> Rahmen einer<br />

festlichen Veranstaltung seine Ehrung in<br />

Form eines Pokals „für außergewöhnliche<br />

Leistungen <strong>im</strong> Sport“. Dabei wurde die<br />

Sportart von Frau Kofler allen Teilnehmern<br />

vorgestellt. Peter Hackl war mit 70 Jahren<br />

übrigens der älteste geehrte Sportler.<br />

Nach der offiziellen Eröffnung ging es dann<br />

an den See. Der Wind kam aus Nordwest/<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 53


„Starkers“ von Dave Creed mit Skipper Jürgen Peters<br />

Bojen verlegen <strong>im</strong> Winter<br />

„Graffito“ wartet auf den Einsatz<br />

Pausenprogramm: Segelboot aus Schnee<br />

„Graffito“ von Graham Bantock mit Swing<br />

Rig, Skipper Dieter Krings, der das Boot<br />

als Leihboot segelte<br />

„Diamond“ von Graham Bantock mit<br />

konventionellem Rigg, Skipper Tomy Blatter<br />

aus der Schweiz<br />

Nord und brachte 3 Bft mit, ideale Bedingungen<br />

zum Segeln. Wenn da nur nicht<br />

dieser ungemütliche Dauerregen gewesen<br />

wäre und das bei 3 °C. Später wurde<br />

es noch kälter und nun ging der Regen in<br />

Schneeregen über. Nach 12 Läufen waren<br />

alle froh, dass sie endlich ins Warme konnten.<br />

Es wurde dann gemütlich in der „Alm“<br />

– einer zum Restaurant gehörenden, separaten<br />

„Berghütte“ ohne Aufstieg – zusammengesessen,<br />

gegessen und geredet.<br />

Am Sonntag in der Früh wurden die Segler<br />

dann von 15 cm Neuschnee überrascht<br />

und auch der Wind blieb erst einmal aus.<br />

Man vertrieb sich die Zeit mit dem Bauen<br />

von Schneesegelbooten oder dem Jonglieren<br />

mit Schneebällen. Am späten Vormittag<br />

kam dann etwas Wind aus Ost auf, dieser<br />

drehte später auf Nordost und nun wurde<br />

bei 1–2 Bft gestartet. Doch recht schnell<br />

wurde klar, dass diese Windbedingungen<br />

bei den möglichen Kursen zu unreellen<br />

Bedingungen führten und so entschied die<br />

Wettfahrtleitung <strong>nach</strong> vier Läufen, die Regatta<br />

zu beenden.<br />

Nach nun insgesamt 16 Läufen heißt der<br />

Deutsche Meister der Ten Rater Gerhard<br />

Schmitt, er segelte eine „Diamond“ mit<br />

Swing Rig. Auf dem 2. Platz mit nur drei<br />

Punkten Unterschied folgte der am Samstag<br />

noch führende Jürgen Peters, der eine<br />

Marblehead mit 10R-Vermessungsrigg segelte,<br />

was in dieser Klasse möglich ist. Der<br />

derzeitige Ranglistenerste der IOM-Klasse,<br />

Jens Amenda, gab sein Debüt bei den Ten<br />

Ratern und segelte mit einer geliehen „Tension“<br />

auf den 3. Platz. Der älteste Teilnehmer<br />

der Regatta war Adi Roth, der mit 83<br />

Jahren zeigte, dass es für diesen Sport keine<br />

Altersbegrenzung gibt. Adi Roth segelte<br />

ebenso wie Jürgen Peters eine „Starkers“<br />

mit Ten Rater-Vermessungsrigg.<br />

So vielfältig die Modelle auf den ersten drei<br />

Plätzen waren, zog sich diese Vielfalt durch<br />

das gesamte Feld. Von den insgesamt 19<br />

Schiffen waren 12 verschiedene Modelle zu<br />

sehen. Die Ten Rater-Klasse, die übrigens<br />

in diesem Jahr seit 125 Jahren besteht,<br />

lässt sehr viel Spielraum zu. Zitat von der<br />

DSV-RC-Segeln Seite: „Diese Boote sind<br />

in der Länge nicht begrenzt. Die Klassenregeln,<br />

basierend auf Regeln von 1887,<br />

definieren die max<strong>im</strong>ale Segelfläche in Abhängigkeit<br />

von der Wasserlinie. Dadurch<br />

haben Boote mit großer Länge kleinere<br />

Segel als kurze Boote. Des Weiteren sind<br />

die Regeln sehr offen gehalten und erlauben<br />

somit die wohl schnellsten Boote <strong>im</strong><br />

54 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


Drei-Länder-Kampf: „Diamond“<br />

aus der Schweiz versus „Roover“<br />

(umgebaute Marblehead mit<br />

verlängertem Rumpf) aus<br />

Deutschland und „Starkers“<br />

(Marblehead mit Ten Rater-<br />

Vermessungsrigg) aus<br />

Österreich<br />

3<br />

Im Vordergrund die<br />

„Tension“ von Peter<br />

Wales, die als Leihboot<br />

vom Neueinsteiger Jens<br />

Amenda auf Platz 3<br />

gesegelt wurde<br />

Jonglieren mit Schneebällen<br />

Bereich des Modellsegelns zu entwickeln.“<br />

Und so gab es neben den reinen Ten Ratern<br />

auch drei Marbleheads, die mit einem Ten<br />

Rater-Vermessungsrigg fuhren, darunter<br />

zwei „Starkers“ von Dave Creed und eine<br />

„Skalpel“ von Janusz Walicki, aber auch<br />

zwei ehemalige Marbleheads, die von ihren<br />

Skippern zum Ten Rater umgebaut wurden,<br />

indem sie den Rumpf verlängerten.<br />

Als reine Ten Rater waren fünf „Druffundweg“<br />

vom deutschen Entwickler Eberhard<br />

Schuch auf dem Wasser, er selbst segelte<br />

auch eine davon. Vom englischen Entwickler<br />

Graham Bantock konnte man zwei „Diamond“<br />

sehen, wobei eine mit Swing Rig<br />

und die andere mit konventionellem Rigg<br />

segelte. Außerdem war das Bantock-Schiff<br />

„Graffito“ mit dabei, ebenfalls mit Swing<br />

Rig. Ebenfalls aus England stammt Peter<br />

Wales, von seinem Modell „Tension“ segelten<br />

zwei <strong>im</strong> Wettbewerb mit. Auch zwei<br />

polnische Modelle waren diesmal am Start:<br />

Frank Rudolph segelte die „Nabik“, die von<br />

Jerzy Przybysz ent wickelt wurde und der<br />

polnische Segler Karol Dutkowski segelte<br />

seine Eigenkonstruktion „Sofia“. Auch Gerhard<br />

Mentges segelte seine Eigenkonstruktion<br />

„Karniol“, während Frank Henning die<br />

„Korrigan“ des französischen Entwicklers<br />

Pierre Tercinet segelte.<br />

Die Anzahl der Segel ist in dieser Klasse<br />

nicht begrenzt und so fragte ich die Segler,<br />

wie viele Riggs sie dabei hätten. Der überwiegende<br />

Teil der Segler hatte drei oder<br />

vier Riggs dabei, Karol Dutkowski hatte fünf<br />

dabei, der Sieger Gerhard Schmitt kam mit<br />

sechs Riggs und Jürgen Peters brachte es<br />

sogar auf sieben.<br />

Nach der Auswertung ging es dann noch<br />

einmal in die „Alm“ zur Siegerehrung und<br />

alle waren sich einig, trotz der widrigen<br />

Wetterverhältnisse ein schönes Segelwochenende<br />

verbracht zu haben.<br />

Im Vordergrund „Karniol“, Eigenkonstruktion<br />

von Gerd Mentges, der sie<br />

auch steuerte, <strong>im</strong> Dreikampf mit<br />

„Diamond“, Skipper Gerhard Schmitt<br />

und „Graffito“, Skipper Dieter Krings.<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 55


RC-TECHNIK<br />

Bert Elbel<br />

Graupner mc12 m<br />

W<br />

ie viele andere Schiffsmodellbauer<br />

hatte auch ich mich lange<br />

Zeit gegen die „neue“ 2,4-GHz-<br />

Technik gewehrt. Warum auch<br />

ohne Not umsteigen? Auslöser für meinen<br />

Sinneswandel war dann aber die Intermodellbau<br />

2012. Da musste ich <strong>im</strong>mer neidisch<br />

zusehen, wenn die 2,4-GHz-Kollegen<br />

ihre Modelle vor der Präsentation auf dem<br />

Wasserbecken einfach mal so ausprobieren<br />

oder interessierten Messe-Besuchern das<br />

Modell auf unserem eigenen Messestand<br />

vorführen konnten. Mit meiner 40-MHz-<br />

Anlage musste ich mich natürlich <strong>im</strong>mer<br />

an die jeweilige Frequenzzuteilung halten.<br />

Höchste Zeit also, nun auch an einen Umstieg<br />

auf 2,4 GHz zu denken.<br />

Nach einiger Beschäftigung mit dem Thema<br />

hatten sich dann meine Vorgaben bezüglich<br />

des für mich in Frage kommenden Systems<br />

erhärtet.<br />

Ich wollte keine vollkommen neue Anlage<br />

anschaffen, da meine bisherigen Graupner-<br />

Der zum Umbau vorbereitete Sender<br />

Sender aus der mc-Serie komplett ausgebaut<br />

sind, so u. a. mit zwei Nautic-MC-<br />

Modulen von Modellbau-City in Hamburg.<br />

Diese Ausbau-Komponenten wollte ich natürlich<br />

nicht opfern bzw. für einen anderen<br />

Sender wieder neu anschaffen müssen.<br />

Außerdem ist der überwiegende Teil aller<br />

2,4-GHz-Sender nur als Handsender verfügbar,<br />

die von uns Schiffsmodellbauern<br />

bevorzugten Pultsender sind (noch) Mangelware.<br />

Letztlich hatte ich die Information erhalten,<br />

dass meine Nautic-Bausteine von Modellbau-City<br />

mit dem Jeti-Duplex-System problemlos<br />

funktionieren sollten.<br />

Also fiel die Wahl auf die 2,4-GHz-Umrüstkomponenten<br />

des tschechischen Herstellers.<br />

Da mir meine „großen“ Sender für den<br />

ers ten Umbauversuch noch zu schade erschienen,<br />

musste meine kleine mc-12 als<br />

Testobjekt für das Jeti-2,4-GHz-System<br />

herhalten. Außerdem kommt dieser Sender<br />

ohne Nautic-Module aus, was den Umbau<br />

zunächst einmal vereinfacht. Mit der mc-12<br />

steuere ich meine einfacheren Modelle, die<br />

56 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


Jeti-Senderplatine <strong>im</strong> Sender-Inneren<br />

Die serienmäßige Senderplatine<br />

mit der zu durchtrennenden<br />

Strombrücke JPC11<br />

Fertig umgerüsteter<br />

Sender<br />

Links quer der 5-polige-Modulstecker auf der<br />

Senderplatine (nur drei Anschlüsse belegt)<br />

it 2,4-GHz-Jeti-Umbau<br />

neben den Fahrfunktionen nur mit Beleuchtungseffekten<br />

ausgerüstet sind. Daher sind<br />

in den beiden kleinen Schalterflächen des<br />

Senders nur jeweils ein bzw. zwei Stück<br />

der 3-Pos-Schalter und je ein Schalter für<br />

Misch-Funktionen eingebaut.<br />

Nach der Vorbereitung des Senders, wozu<br />

auch das Entfernen der entsprechenden<br />

Schildchen gehörte, welche als Abdeckung<br />

auf den Schalter-Feldern dienen, stand die<br />

Entscheidung an, wo ich die Jeti-Minibox<br />

montieren wollte. Diese sollte genau mittig<br />

auf der abgewinkelten Fläche vor dem Antennenfuß<br />

ihren Platz finden. Die Jeti-Senderplatine<br />

vom Typ TU2 sitzt <strong>im</strong> Sender-Inneren<br />

oberhalb des linken Kreuzknüppels.<br />

Die 2,4-GHz-Antenne erhielt den gleichen<br />

Platz wie ihre lange 40-MHz-Vorgängerin<br />

zugewiesen, da ich nicht noch ein weiteres<br />

Loch „irgendwo“ <strong>im</strong> Gehäuse bohren<br />

wollte.<br />

Für den Anschluss durchtrennte ich zuerst<br />

die kleine Strombrücke JPC11 auf der<br />

Senderplatine. Diese ist für die Stromversorgung<br />

des integrierten 40-MHz-HF-Moduls<br />

zuständig. Wer seinen Sender nicht<br />

„endgültig“ auf 2,4 GHz umbauen, sondern<br />

sich eine alternative Frequenznutzung<br />

von 40 MHz und 2,4 GHz offenhalten will,<br />

kann hier einen Umschalter anlöten. Damit<br />

kann dann ganz bequem das Frequenzband<br />

gewählt werden, das man benutzen<br />

möchte. Die Stromversorgung des Jeti-<br />

Moduls wurde mit dem speziellen Kabel<br />

aus dem Jeti-Umbausatz G10/12 zwischen<br />

der TU2-Platine und dem 5-poligen Modulstecker<br />

auf der Senderplatine hergestellt.<br />

Da<strong>nach</strong> habe ich die Bohrung der alten<br />

Antennenbefestigung etwas erweitert und<br />

die neue kurze Jeti-Antenne montiert. Wer<br />

die Umschalt-Option nutzen möchte, muss<br />

natürlich beide Antennen <strong>im</strong> Sender montiert<br />

lassen.<br />

Damit war der Einbau der Jeti-Komponenten<br />

bis auf die Minibox abgeschlossen.<br />

Vor der endgültigen Montage aller vorher<br />

entfernten Teile sowie der zusätzlichen<br />

Schalter führte ich zunächst noch einen<br />

Funktionstest mit Bindung eines Jeti-Empfängers<br />

und einem Reichweitentest durch.<br />

Zu meiner Freude funktionierte alles auf<br />

Anhieb problemlos!<br />

Nun habe ich als letzten Ausbauschritt die<br />

Jeti-Minibox etwas erhöht auf dem Mittelteil<br />

des Sendergehäuses montiert. Mir ist<br />

vollkommen bewusst, dass diese Position<br />

reine Geschmackssache ist. Da ich aber<br />

nicht auf die Vorteile der Telemetrie verzichten<br />

will, hat man bei dem recht kleinen<br />

Gehäuse der mc-12 keine andere Wahl.<br />

Bereits ohne weitere Messwertaufnehmer<br />

<strong>im</strong> Modell ist allein die Anzeige der Empfängerakku-Spannung<br />

den Preis und den<br />

An-/Einbau der Jeti-Minibox wert. Außerdem<br />

lassen sich mit der Box etliche Einstellungen<br />

zur Kommunikation zwischen<br />

Sender und Empfänger viel einfacher realisieren,<br />

als ohne diese Box.<br />

Mit meinem so umgebauten mc-12-Sender<br />

bin ich technisch und optisch voll zufrieden.<br />

Zu überschaubaren Kosten ist mir nun die<br />

Nutzung der Vorteile des 2,4-GHz-Bandes<br />

möglich, ohne dass ich mich von meinem<br />

gewohnten Sender verabschieden musste.<br />

Allen Kollegen, die einen ähnlich Aus- bzw.<br />

Umbau realisieren möchten, wünsche ich<br />

viel Spaß, denn der Erfolg ist mit dem Jeti-<br />

System garantiert.<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 57


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58 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


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JahresinhaltsUbersicht 2012<br />

Motorschiffe<br />

Minensuch- und Räumschiff KONDOR 1/8<br />

aero-naut „Princess“ 1/20<br />

„Boomboat“ SQUIRREL 1/34<br />

robbe Küstenboot SYLT, Teil 1 2/12<br />

Sturmfahrt der NORDIC 2/26<br />

Sievers Schlepper JÖTUNN 2/28<br />

Wachboote für die Binnengewässer 2/42<br />

Motoryacht PREDATOR 74 2/58<br />

Küstenwachschiff BP 23 BAD DÜBEN 3/30<br />

Dampfschlepper TIBERIUS 3/38<br />

Feuer an Bord! Krabbenkutter mit<br />

Sonderfunktionen 3/42<br />

Atomeisbrecher LENIN 3/52<br />

Bergungsschiff GRAMPIAN PRIDE 4/28<br />

Kreuzfahrtschiff EUROPA, Teil 1 4/38<br />

Heckraddampfer PAUL JONES 4/44<br />

Sturmfahrt der NEW CASTLE 4/72<br />

VOGEL GRYFF 5/14<br />

Horizon Hobby VOLERE modif. 5/32<br />

Kreuzfahrtschiff EUROPA, Teil 2 5/38<br />

17-m-Kutter vom Typ D 5/44<br />

8,5-m-Boot CASSEN KNIGGE 6/16<br />

26,5-m-Stahlkutter vom Typ D 6/20<br />

Feuerschiff DONAU 6/30<br />

Sievers Hafendienstboot 7/4<br />

WSP 1, das neue Boot in Duisburg 7/16<br />

Heckfang-Kutter HD 560 7/46<br />

Hafenfähre „St. Pauli“ 7/54<br />

Raketenkorvette TARANTUL 7/64<br />

SK 32 auf HARRO KOEBKE getauft 8/4<br />

Opduwer „Fiete“ <strong>im</strong> <strong>Eigenbau</strong> 8/16<br />

Seenotrettungsboot MÖVENORT 8/18<br />

Der Nietlogger 8/66<br />

aero-naut JENNY 9/4<br />

Hochseeschlepper OCEANIC 9/38<br />

US-Lotsenboot CHINOOK 9/42<br />

Seitentrwler Typ I bis III 9/66<br />

aero-naut RAMBORATOR 10/16<br />

Zerstörer DDG-1000 ZUMWALT 10/22<br />

robbe Küstenboot SYLT, Teil 2 10/32<br />

SK EISWETTE <strong>im</strong> M 1:10 10/48<br />

Feuerschiff FOXTROT 3 10/56<br />

Gefriertrawler-Seiner ATLANTIK 333 10/66<br />

Hafenschlepper „Günther“ <strong>im</strong> M 1:100 11/8<br />

Patrouillenboot HAMMERSLEY 11/30<br />

Graupner MULTI-JET-BOAT 11/34<br />

Graupner TITANIC 11/38<br />

Fang- und Gefrierschiff ATLANTIK 11/50<br />

USCG 54 11/60<br />

CASSEN KNIGGE neu motorisiert 11/64<br />

Forschungsschiff METEOR 11/66<br />

Springer-Tug „Bumper“ 12/20<br />

Schlepper FAIRPLAY-31 12/52<br />

Graupner LOTSE modifiziert 12/60<br />

Segelschiffe<br />

Modellsegeln auf der Lagune 1/4<br />

Berliner Adventsregatta 1/67<br />

Zweischoten-Vorsegelansteuerung 2/4<br />

billing boats DANA 2/32<br />

Folkeboot „Peter Pan“ 4/22<br />

Saisoneröffnung „Op Kölsch“ 5/20<br />

Segelyacht „Sabina“ 5/24<br />

aero-naut „Bella“ 6/38<br />

Modifikationen an der aero-naut „Bella“ 6/44<br />

Dänische Meisterschaften IOM-Klasse 8/48<br />

Hype Segelyacht FOCUS 9/24<br />

9. German Micro Magic Cup 9/50<br />

Mini40-Regatta in Lübeck 11/4<br />

XARIFA, ich bau mir ein Boot 11/20<br />

Joysway Mini-Footy „Caribbean“ 11/26<br />

Deutsche Meisterschaft M-Klasse 12/4<br />

26. Swiss Mini Sail 12/28<br />

Stuart Knockabout 28 12/70<br />

Rennboote, Antriebe, Motoren<br />

HPR 135 GOLDDIGGER, Teil 2 1/38<br />

Freundschaftsregatta Schwedt 1/46<br />

EPV „Sprint Kat“ 2/52<br />

Super Cup FSR 3,5 cm³ Standard 3/4<br />

Hype RAZOR 3/16<br />

Horizon Hobby IMPULSE 31 3/48<br />

Rasch Mini Mono NISSE 3/70<br />

Neue Marinemotoren 4/16<br />

BK-Electronics „Wild Thing“ 5/34<br />

Krick „Sea Predator SP II 450“ 6/56<br />

MHZ MYSTIC C5000 7/38<br />

Thunder Tiger OUTLAW Junior 8/6<br />

Horizon Hobby MYSTIC 29 8/38<br />

19. Powerboat-Treffen in Dessau 8/34<br />

Unl<strong>im</strong>ited-Hydroplanes in den USA 8/54<br />

ToysPort TRITON Edition 9/44<br />

MBDracing „Jumpstart“ HS14 9/46<br />

Mono-Boot AROWANA 10/12<br />

2. Internationaler SAW in Duisburg 11/16<br />

WM der FSR-Klassen in Dessau 11/46<br />

20. Powerboat-Treffen in Dessau 12/16<br />

F1-Tunnelboot mit Benziner 12/24<br />

Das erste 152VO-Treffen 12/38<br />

U-Boote<br />

ALVIN, das Boot aus der Meeresforschung 1/26<br />

Schweinswal 2.0 4/34<br />

Forschungs-U-Boot STAR III, Teil 1 5/4<br />

Forschungs-U-Boot STAR III, Teil 2 6/4<br />

14. U-Boot-Treffen in Nürnberg 8/44<br />

3. U-Boot-Treffen in Gossau 8/52<br />

U-Boot-Treffen in Köln 9/4<br />

GoPro HD Hero-Filmworkshop 10/38<br />

Forschungs-Tauchkugel NEMO 12/44<br />

Fernsteuerung, Elektrik, Elektronik, Akkus<br />

LiPo-Zellen modelleXXpert 1/56<br />

LiPo-Zellen PROSELECT FREESTYLE 2/18<br />

Ladegerät YUKI KARATE B6 AC/DC 2/48<br />

LiPo-Heizkoffer <strong>im</strong> <strong>Eigenbau</strong> 3/36<br />

Zusatzfunktionen für die RC-Anlage 3/56<br />

Beier-Electronic Soundmodul USM-RC-2 4/4<br />

5000er-LiPos von Multiplex 4/12<br />

Ladegerät Hacker TP820CD 4/56<br />

Ladegerät Schulze next-14-500 5/28<br />

Umrüstung mc-19 auf HoTT 2,4 GHz 5/56<br />

Ladegerät robbe PP Twin 1000 W 6/34<br />

Graupner mc-32 HoTT 2,4 GHz 6/48<br />

Vorschaltgerät für LEDs 6/54<br />

Becker-Fernsteuerungen mit 2,4 GHz 6/68<br />

Umrüstung mc 3010 auf 2,4 GHz 6/70<br />

LiPo-Zellen von HaDI 7/8<br />

Fragen und Antworten zu 2,4 GHz 7/32<br />

Ladegerät robbe PP Triple 360 W 7/42<br />

Ladegerät Junsi iCharger 3010 B 9/18<br />

Schiffsmodellbau allgemein<br />

Kleine „Kölner Lichter“ 1/14<br />

Bau einer RC-Ente 1/43<br />

FlyCam One HD 720p 1/50<br />

55 Jahre Modell Boot Club Thun 1/58<br />

Modellbauausstellung in Poissy 1/68<br />

26. Alemannenregatta 2/8<br />

Tischbohrmaschine Bosch PBD 40 2/22<br />

Florida-Airboat <strong>im</strong> <strong>Eigenbau</strong> 2/38<br />

Jet-Antriebe <strong>im</strong> aktuellen Yachtbau 2/68<br />

ZAMMA in Obeehausen 3/12<br />

Nürnberger Spielwarenmesse 3/20<br />

Schiffsmodelle auf stürmischer Helene 3/28<br />

Schnellenkamp Fahrwassertonne 4/8<br />

Tagessignale für Schiffsmodelle 4/14<br />

Graupner Schiffsmodell-Cup 4/50<br />

Messe „boot“, Teil 1 4/66<br />

Messe „boot“, Teil 2 5/68<br />

Schiffsmodelle <strong>im</strong> Hafenmuseum 6/14<br />

Das Deutsche Technikmuseum Berlin 7/24<br />

2. Springer-Tug-Treffen in Essen 8/10<br />

IOS-Meeting in Ijmuiden 8/28<br />

Das Jenckel-Ruder 9/10<br />

CAD <strong>im</strong> Schiffsmodellbau 9/32<br />

Das „Altern“ von Modellen 9/34<br />

Jetzt wird Dampf gemacht! 9/54<br />

<strong>Vorschau</strong> Messe Faszination Modellbau 10/30<br />

NAUTICS 2012 in Flensburg 10/52<br />

Historisches Museum Bremerhaven 12/12<br />

Ein Messebesuch in Prag 12/32<br />

Modellbautreffen in Berlin 12/36<br />

Wiederverwendbare Helling 12/68<br />

62 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


Ein majestätischer Anblick: CAP SAN DIEGO<br />

unterwegs. © R. Luther<br />

Aktuelles<br />

Chris König<br />

Auf Südamerikafahrt …<br />

… geht die CAP SAN DIEGO zwar nicht<br />

mehr, wohl aber auf große Fahrt an der<br />

Waterkant! Auf dem größten fahrtüchtigen<br />

Museums-Frachtschiff der Welt sorgt eine<br />

ganze Heerschar ehrenamtlicher Mitarbeiter<br />

dafür, dass die CAP SAN DIEGO ihren<br />

permanenten Liegeplatz an der Hamburger<br />

Überseebrücke verlassen kann. Und zwar<br />

unter eigener Maschine!<br />

Interessierten bietet sich damit auch <strong>im</strong><br />

Jahr 2013 die Möglichkeit, auf dem 1961 erbauten<br />

„weißen Schwan des Südatlantiks“<br />

Tagesfahrten zu unternehmen. Die CAP<br />

Die Termine für 2013 <strong>im</strong> Einzelnen:<br />

Ausfahrt 1/13; Einlaufparade zum 824. Hafengeburtstag; 09.05.2013.<br />

Preise: Erwachsene (E) € 168,–, Kinder bis 14 Jahre (K) € 158,–<br />

Ausfahrt 2/13; Hamburg–Cuxhaven; 05.07.2013. Preise: (E) € 138,–, (K) € 128,–<br />

Ausfahrt 3/13; Cuxhaven–Rendsburg; 06.07.2013. Konditionen wie bei Ausfahrt 2/13.<br />

Ausfahrt 4/13; Rendsburg–Kiel; 07.07.2013. Preise: (E) € 98,–, (K) € 88,– Ein<br />

Familienticket für je zwei Erwachsene und zwei Kinder ist für € 250,– erhältlich, jedes<br />

weitere Kind kostet € 88,–<br />

Ausfahrt 5/13; Kiel–Rendsburg; 12.07.2013. Konditionen wie bei Ausfahrt 4/13.<br />

Ausfahrt 6/13; Rendsburg–Cuxhaven; 13.07.2013. Konditionen wie bei Ausfahrt 2/13.<br />

Ausfahrt 7/13; Cuxhaven–Hamburg; 14.07.2013. Konditionen wie bei Ausfahrt 2/13.<br />

Am einfachsten geht die Buchung <strong>im</strong> Internet (www.capsandiego.de). Wenn man<br />

persönliche Fragen hat, freut sich die Crew der CAP SAN DIEGO über einen Anruf<br />

(040/364209), ein Fax (040/362528) oder eine E-Mail info@capsandiego.de<br />

SAN DIEGO ist während der Ausfahrten ein<br />

„Open Ship“: Egal, ob man in der Steuerbord-Brückennock<br />

stehen und Land anpeilen<br />

will, ob einen die riesige Dieselmaschine<br />

interessiert oder man lieber an der Bordbar<br />

einen Drink genießt – das Schiff ist den<br />

Mitfahrern weitestgehend zugänglich. Und<br />

die Ausfahrten sind echte Tagesfahrten! Wo<br />

CAP SAN DIEGO be<strong>im</strong> Auslaufen. © B. Nasner<br />

erforderlich, bringen einen moderne Reisebusse<br />

zum Auslaufhafen oder aber zurück<br />

<strong>nach</strong> Hamburg. An Bord zu gehen ist bereits<br />

gut eine Stunde vor dem Auslaufen möglich,<br />

Wilkommens-Snack, Getränke und Mittagessen<br />

gehören genauso dazu wie Kaffee<br />

und Kuchen am Nachmittag. Auf vielen Reisen<br />

wird übrigens Live-Musik gespielt, und<br />

eine charmante St<strong>im</strong>me kommentiert als<br />

„Reisemoderation“.<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 00/2012 63


Ladetechnik<br />

Milan LulI Ć<br />

Futuristisch<br />

Schalt-Netzgerät<br />

20 A LCD von Lindinger<br />

Von einigen Modellbau-Firmen werden derzeit<br />

preisgünstige, regelbare elektronische Schaltnetzgeräte<br />

der 20-Ampere/300-Watt-Klasse angeboten. Uns stand das<br />

Schalt-Netzgerät 20 A LCD von Lindinger zur Verfügung,<br />

über welches wir hier kurz berichten wollen.<br />

Das Schalt-Netzgerät 20 A LCD<br />

ist ein kompaktes (190 mm x 90<br />

mm x 54 mm) und 900 g leichtes<br />

Gerät, welches in einem soliden,<br />

schwarz eloxierten, recht futuristisch<br />

gestylten Alugehäuse geliefert<br />

wird. Das Lindinger Schalt-Netzgerät<br />

beherbergt ein regelbares Schaltnetzteil mit<br />

20 A und ist mit einem Ein/Aus-Schalter,<br />

einem Einstellknopf, 220-V-Kaltgeräte-<br />

Steckdose für das Netzkabel und zwei parallelen<br />

12-V-DC-Ausgangsanschlüssen mit<br />

4-mm-Klemmbuchsen ausgerüstet.<br />

Die Spannung kann in 0,1-Volt-Schritten<br />

von 6 bis 15 Volt (5,5 bis 14,8 Volt, gemessen<br />

an unserem Gerät) eingestellt<br />

werden, das eingebaute kontrastreiche<br />

LC-Display zeigt die eingestellte Spannung,<br />

die anliegende Stromstärke und bei<br />

Überlast eine Warnung an. Das Gerät hat<br />

eine Temperatur-Sicherheitsabschaltung<br />

(bei ca. 100 °C), eine Schutzeinrichtung vor<br />

Kurzschlüssen am Ausgang (wurde nicht<br />

getestet!) und einen Überlastungsschutz.<br />

Die Platine, vorne Gehäuseoberteil mit Anzeige- und Reglerplatine<br />

64 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


Das Schalt-Netzgerät wird mit einem Netzkabel<br />

und einer Bedienungsanleitung geliefert.<br />

Fazit<br />

Linke Gehäuseseite mit 220-Volt-Anschluss und Ein/Aus-Schalter<br />

Rechte Seite mit zwei parallelen 12-V-DC-Anschlüssen mit 4-mm-Klemmbuchsen<br />

LCD-Anzeige und Bedienknopf für Spannungseinstellung<br />

LCD-Anzeigen<br />

Das Schalt-Netzgerät 20 A LCD von Lindinger<br />

ist eine leistungsfähige Gleichstromquelle,<br />

welche mit Strom „aus der Steckdose“<br />

(220 V bis 240 V) versorgt wird und so<br />

überall in einem normalen Haushalt betrieben<br />

werden kann. Die Ausgangsspannung<br />

ist regelbar, und der max<strong>im</strong>ale Strom von<br />

20 Ampere reicht sicherlich für die meisten<br />

Anwendungen aus. Dank zwei Ausgängen<br />

kann es auch zwei Ladegeräte bei mittlerer<br />

Leistung gleichzeitig mit Strom versorgen.<br />

Dieses regelbare Schaltnetzgerät ist ein<br />

kompaktes und „leichtgewichtiges“ Gerät<br />

mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis.<br />

Wird der max<strong>im</strong>ale Strom von 20 Ampere<br />

überschritten (>20,5 A), schaltet das Gerät<br />

die Versorgungsspannung sofort ab, und<br />

auf dem LC-Display erscheint OCP (Over<br />

Current Protection). Darum <strong>im</strong>mer darauf<br />

achten, besonders bei Versorgung eines<br />

Ladegeräts, dass die max<strong>im</strong>ale Stromentnahme<br />

von 20 Ampere nicht überschritten<br />

wird.<br />

Der integrierte Lüfter ist temperaturgesteuert<br />

und bei max<strong>im</strong>aler Drehzahl wahrnehmbar,<br />

aber nicht störend. Bei einer<br />

Leistungsabgabe von ca. 280 Watt wird<br />

das Gehäuse um die 50 °C warm. Die<br />

Abweichung der angezeigten Werte betrug<br />

bei unserem Testmuster bei der Spannung<br />

ca. +0,1 Volt und be<strong>im</strong> Strom ca. +/–0,3<br />

Ampere.<br />

Gut ist, dass ein solch leistungsfähiges<br />

Schalt-Netzgerät zwei Ausgänge zur Verfügung<br />

stellt, dementsprechend können<br />

gleichzeitig zwei Ladegeräte angeschlossen<br />

und benutzt werden. Natürlich, erfahrungsgemäß<br />

und wie schon bekannt, teilt<br />

sich dann die Gesamtleistung von 300<br />

Watt auf die beiden Verbraucher auf.<br />

TECHNISCHE DATEN<br />

Eingangsspannung<br />

220 bis 240 V, AC, 50/60 Hz<br />

Ruhestromaufnahme<br />

ca. 0,08 A<br />

Ausgangsspannung<br />

regelbar, 6 bis 15 V, DC<br />

Max. Ausgangsstrom<br />

20 A<br />

Gesamtleistung<br />

300 W<br />

Wirkungsgrad 80%<br />

Restwelligkeit<br />

100 mV<br />

Spannungskonstanz<br />


Motorschiffe<br />

SERIE: FISCHEREISCHIFFE DER DDR<br />

Die Hochseefischerei der noch jungen<br />

DDR expandierte schon bald<br />

räumlich und auch <strong>im</strong> Volumen.<br />

Sie dehnte sich in die Weiten des Atlantiks<br />

aus, bis hin zu arktischen und tropischen<br />

Gewässern und entwickelte sich zur Flottillenfischerei.<br />

Demzufolge waren den kleinen<br />

Einheiten der Kutter und Logger größere<br />

Fang- und Verarbeitungsschiffe an die Seite<br />

zu stellen.<br />

Das erste Fischereischiff der DDR, das<br />

die Heckfangtechnologie anwendete und<br />

zu dessen Ausrüstung Einrichtungen zur<br />

fabrikmäßigen Verarbeitung des Fischs<br />

gehörten, war das Fang- und Verarbeitungsschiff<br />

BERTOLT BRECHT (Bild 1).<br />

Das Typschiff dieser Serie wurde <strong>im</strong> Dezember<br />

1959 übergeben. Mit 85,92 m<br />

Länge war es <strong>im</strong> Vergleich zu den Loggern<br />

Bild 1: Das Original BERTOLT BRECHT.<br />

Quelle: [3] S. 76<br />

Dr. G. Miel<br />

Fang- und Verarbeitungsschiff<br />

BERTOLT BRECHT<br />

Bild 3: Das Modell<br />

doch schon ein richtig großes Schiff. Es<br />

konnte selber über die Heckaufschleppe<br />

mit dem Grundschleppnetz und dem<br />

pelagischen Netz fangen, war aber auch<br />

für die Übernahme gefüllter Steerte von<br />

anderen Zubringertrawlern, Kuttern oder<br />

Loggern eingerichtet. Der Fang wurde an<br />

Bord fabrikmäßig geschlachtet, ausgenommen<br />

und je <strong>nach</strong> Fischart filetiert oder als<br />

Ganzfisch feingefrostet. Den Schlachtabfall<br />

und den Beifang (nicht verwertbare Fische)<br />

verarbeitete man an Bord zu Fischmehl<br />

und Fischöl bzw. Leberöl. Waren alle Kühlräume<br />

sowie Bunker für Fischmehl und<br />

Fischöl gefüllt, erfolgte der Transport der<br />

Fischprodukte in den He<strong>im</strong>athafen, meist<br />

mit anderen Kühl- und Transportschiffen.<br />

Die Fang- und Verarbeitungsschiffe konnten<br />

bis zu zwei Jahre am Fangplatz verbleiben.<br />

Spezielle Transportschiffe sorgten<br />

für den Abtransport der Frostware, der<br />

Fassware, des Fischmehls und des Fischöls.<br />

Sie brachten auf der Anreise Treibstoff,<br />

Verpackungsmaterial, Ersatzteile, Proviant<br />

und Post mit. Oft erfolgte auch die Treibstoffversorgung<br />

durch sowjetische Tanker<br />

und der Besatzungsaustausch lief zum Teil<br />

über Fluglinien. Mit der Zeit entwickelte<br />

sich die Flottillenfischerei in der Ferne<br />

nicht nur zu einer völlig neuen technologischen<br />

Aufgabe, sondern auch zu einer<br />

logistischen Herausforderung.<br />

Die BERTOLT BRECHT (Bild 2) war als Typschiff<br />

die erste von sechs Einheiten der Serie.<br />

Die mit dem Typ I gesammelten Erfahrungen<br />

wurden ausgewertet und es folgte<br />

die Serie des Typs II mit fünf Einheiten. Die<br />

Verbesserungen be<strong>im</strong> Typ II bestanden in<br />

der erhöhten Antriebsleistung, dem Einbau<br />

eines Verstellpropellers, der Opt<strong>im</strong>ierung<br />

der Heckfangtechnologie, dem verlängerten<br />

Fangdeck, der Aufstellung eines Gienmastes<br />

zum erleichterten Hieven und Entleeren<br />

des Steerts in die Fischluken und<br />

dem zentralen Windenfahrstand auf dem<br />

Brückendeck.<br />

Gebaut wurden alle Schiffe der Serien I und<br />

II auf der Matthias-Thesen-Werft in Wismar<br />

in den Jahren 1959–1965. Dem eigentlichen<br />

Bau der Schiffe vorausgegangen waren<br />

erstmalig ausführliche Schleppversuche in<br />

66 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


Bild 2: Generalplan der BERTOLT BRECHT. Quelle: Schiffbautechnik, H. 11/1960, S. 540<br />

der seit 1953 neu errichteten Schiffbau-Versuchsanstalt<br />

Potsdam. Auf der Grundlage<br />

dieser Schleppversuche konnte die Schiffsform<br />

opt<strong>im</strong>iert werden, so dass das Großschiff<br />

dann einen geringeren Widerstand<br />

(gleichbedeutend mit weniger Kraftstoffbedarf)<br />

und ein wesentlich verbessertes Seeverhalten<br />

hatte, als der erste Entwurf. Der<br />

Bild 4: Blick auf das Heck<br />

Bild 5: Das Modell vor dem Einsatz<br />

Rumpf des Schiffes erhielt an der K<strong>im</strong>m auf<br />

jeder Seite einen Schlingerkiel. Im Vorschiff<br />

wurde die Plattendicke der Beplankung für<br />

Fahrten <strong>im</strong> Eis verstärkt.<br />

Das Original mit all seinen Funktionen auf<br />

Deck reizt natürlich den Schiffsmodellbauer,<br />

die Funktionen am und <strong>im</strong> Modell <strong>nach</strong>zubauen<br />

(Bild 3). Mit anderen Worten, für<br />

ein richtiges Funktionsmodell ist die BER-<br />

TOLT BRECHT ein dankbares Objekt. So<br />

baute Norbert Tänczyk aus Dennheritz bei<br />

Cr<strong>im</strong>mitschau in Sachsen die BERTOLT<br />

BRECHT (Bild 3) <strong>im</strong> Maßstab 1:50 und stattete<br />

das Modell u. a. mit folgenden ferngesteuerten<br />

Funktionen aus:<br />

– Lichter schalten, getrennt <strong>nach</strong> nautischen<br />

Lichtern und Decksbeleuchtung<br />

– Treppe/Fallreep heben und senken sowie<br />

drehen/schwenken<br />

– Ladebaum am Heck Last heben/senken,<br />

schwenken, die Last kann abgesetzt<br />

werden<br />

– Pforte zur Aufschleppe öffnen/schließen<br />

– Davits schwenken, Beiboote fieren/hieven,<br />

getrennt oder gemeinsam<br />

– Fahnen setzen und einholen, getrennt<br />

oder gemeinsam<br />

– Matrose geht an Deck, um die Ecke, ist in<br />

jeder Stellung anzuhalten<br />

– Schleppnetz aussetzen und einholen, mit<br />

Beleuchtung und Netz füllen<br />

– Wasserpumpe s<strong>im</strong>uliert die Abgabe von<br />

Kühlflüssigkeit <strong>nach</strong> außenbords<br />

– Radarschirme drehen<br />

– Motor- und andere Geräusche<br />

– Leinenwurfgerät<br />

– Feuer an Bord<br />

Wie die Funktionen <strong>im</strong> Modell realisiert<br />

wurden, darauf geht der folgende Text noch<br />

etwas näher ein. Das Modell ist auf jeden<br />

Fall auch ohne die Funktionen ein umfangreiches<br />

Modellbauvorhaben und liefert auf<br />

dem Wasser einen ausgesprochen guten<br />

Auftritt (Bild 4). Dem Eigner des Modells sei<br />

an dieser Stelle ausdrücklich dafür gedankt,<br />

dass er sein Modell für die Fahr- und Detailaufnahmen<br />

zur Verfügung stellte.<br />

Das Modell ist wie erwähnt <strong>im</strong> Maßstab 1:50<br />

gebaut und damit 1,72 m lang und wiegt<br />

fahrfertig ohne Batterien ca. 22 kg. Es ist<br />

folglich für den Einmannbetrieb schon ganz<br />

schön groß. Selbst für den Transport setzt<br />

sein Eigner das Modell mit Ständer auf ein<br />

solides Brett mit zwei massiven Griffen (Bild<br />

5). Ein passgerecht angefertigter Untersatz<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 67


Bild 6: Das Vorderdeck<br />

Bild 7: Die Pfosten<br />

auf dem Vorschiff<br />

mit zwei luftbereiften Rädern erleichtert den<br />

Transport außerdem.<br />

Mit der Vorstellung der Details sei am Modell<br />

wieder am Bug begonnen (Bild 6). Zentrale<br />

Baugruppe auf dem Vorderdeck ist die<br />

Ankerwinde mit den beiden Spillköpfen. Die<br />

Ankerwinde ist dann auch die erste Funktion,<br />

die am Modell ferngesteuert bedient<br />

werden kann, sprich Anker fallen lassen<br />

und lichten. Am Original wurden zwei Buganker<br />

von je 2.250 kg und ein Reserveanker<br />

gefahren. Die Spillköpfe an der Ankerwinde<br />

dienten gleichzeitig zum Verholen des<br />

Schiffes. Die beiden Spindelkettenstopper<br />

des Originals fehlen allerdings auf dem<br />

Modell. Ferner sind auf dem Vorschiff Doppelpoller,<br />

Rollenklampen, Klüsen und Lippklampen<br />

für das Verholen und Festmachen<br />

des Schiffes angebracht.<br />

Ein weiteres markantes Merkmal auf<br />

dem Vorschiff sind die beiden freistehenden<br />

Pfos ten (Bild 7). Beide Pfosten sind<br />

Schweißkonstruktionen aus Stahl und tragen<br />

Leitern. Für die Bedienung der vorderen<br />

Luken zu den Fisch-Laderäumen sind<br />

an den Pfosten Ladebäume mit 1,5 t Tragfähigkeit<br />

angelenkt. Die zugehörigen Hangerwinden<br />

(Ladewinden) stehen an Deck.<br />

Zwischen Pfosten und Deckshaus befinden<br />

sich auf dem Original die Fischluken. Am<br />

Bild 9: Rettungsboote<br />

Bild 8: Leinenwurfgerät – a: Leine geschützt <strong>im</strong> Behälter<br />

b: Behälter mit Deckel für Modelltransport<br />

Modell sind die Luken etwas anders gestaltet,<br />

da sich unter dem Gitter, das als Lukenabdeckung<br />

dient, die Lautsprecher für<br />

akus tische Signale des Modells befinden.<br />

Gut erkennbar ist ferner auf dem Bild, dass<br />

das Brückenhaus auf dem Brückendeck<br />

aufgesetzt und damit abnehmbar ist. Der Innenraum<br />

des Modells ist so gut zugänglich.<br />

Für An- und Ablegemanöver wird auf dem<br />

Original meist eine Wurfleine benutzt, mit<br />

der das Festmachertau oder die eigentliche<br />

Festmacherleine <strong>nach</strong>gezogen wird. Das<br />

besorgt dann ein Matrose, der über gute<br />

Werferqualitäten verfügt. Sollte das nicht<br />

Bild 10: Mechanik unter Deck für das<br />

Absenken des Rettungsboots<br />

a<br />

reichen, vor allem bei Anlegemanövern auf<br />

See, so wird an Bord auch ein Leinenwurfgerät<br />

benutzt. Diese Funktion ist auf dem<br />

Modell ebenfalls fernsteuerbar <strong>nach</strong>gebildet.<br />

Auf der Backbordseite des Vorschiffs ist<br />

neben dem Reserveanker das Wurfgerät als<br />

Rohr mit innenliegender Feder erkennbar<br />

(Bild 8.a). Die Feder wird gespannt und arretiert.<br />

Die Arretierung ist mit der Fernsteuerung<br />

auslösbar, dann wirft die Feder eine<br />

Bleikugel mit daran befestigter Festmacherleine<br />

aus. Die Festmacherleine liegt aufgeschossen<br />

(in Ringen gelegt) in dem kleinen<br />

Topf neben dem Werferrohr. Bei Nichtbenutzung<br />

der Funktion und be<strong>im</strong> Transport des<br />

Modells kann der Aufbewahrungsbehälter<br />

b<br />

Bild 11: Rettungsboot<br />

68 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


mit einem Deckel verschlossen werden<br />

(Bild 8.b). Die Werferfunktion wird durch<br />

die Einholfunktion der Festmacherleine ergänzt.<br />

Hat die Wurfleine ihr Ziel erreicht und<br />

ist dort festgemacht, kann die Leine straffgezogen<br />

werden, indem sie über das Rohr<br />

vor dem Topf mit dem weißen Deckel unter<br />

Deck geführt und dort aufgewickelt wird. Auf<br />

dem Bild hängt noch das Ende der Festmacherleine<br />

über Bord des Modells.<br />

Auf dem Original befindet sich anstelle des<br />

großen Lukendeckels des Modells direkt<br />

vor dem Deckshaus noch ein Beiboot bzw.<br />

Arbeitsboot. Es kann mit Hilfe des Ladegeschirrs<br />

ausgesetzt und wieder an Deck geholt<br />

werden.<br />

Ein Blickfang des Modells sind zweifellos die<br />

beiden Rettungsboote auf dem Bootsdeck<br />

(Bild 9). Die Rettungsboote des Originals<br />

mit den Abmessungen 8,5 x 2,8 x 1,15 m für<br />

je 58 Personen stehen unter Schwerkraftdavits.<br />

Sie bestehen aus Aluminium und haben<br />

Handpropellerantrieb. Außerdem gibt<br />

es an Bord noch vier automatisch aufblasbare<br />

überdachte Rettungsflöße, zwei für je<br />

20 Personen und zwei für je 12 Personen.<br />

Der Eigner des Modells hat mit den Rettungsbooten<br />

die ferngesteuerten Funktionen<br />

Davits aus- und einschwenken sowie<br />

Rettungsboot fieren und hieven realisiert.<br />

Das bedeutet, dass unter Deck die gesamte<br />

Mechanik für das Schwenken der<br />

Bild 14: Flagge „Blauer Peter“<br />

Davits und das Heben und Senken der Rettungsboote<br />

Platz finden muss (Bild 10). Die<br />

Mechanik muss funktionsbedingt, direkt<br />

am oder unter dem Davit angebracht sein.<br />

Da die Mechanik nicht nur Platz benötigt,<br />

sondern auch Gewicht bringt, erhöht das<br />

die Schwerpunktlage des Modells in unerwünschter<br />

Weise. Leichtbau ist an dieser<br />

Stelle unbedingt angesagt. Die Funktionen<br />

der beiden Rettungsboote können am Modell<br />

gleichzeitig oder auch einzeln vorgeführt<br />

werden (Bild 11).<br />

Eine Etage höher auf dem Modell befindet<br />

sich das Peildeck (Bild 12). Auf dem vorderen<br />

Teil des Peildecks sind die üblichen Instrumente<br />

erkennbar, wie der Freifahrstand,<br />

der Kompass, die Decksscheinwerfer, und<br />

die seitlichen Fahrstände für Anlegemanöver,<br />

dazu diverse Funkantennen. Markant<br />

sind die beiden Masten, die die Radarantennen<br />

tragen. Beide Radarantennen werden<br />

angetrieben. Ferner trägt das Peildeck<br />

den vorderen Mast (Bild 13) und in gleicher<br />

Höhe mit dem Peildeck auf dem hinteren<br />

Teil des Deckshauses (Trawlbrücke) den<br />

hinteren Mast. Beide Masten sind aus Stahl<br />

geschweißt und haben seitlich Leitern. Die<br />

Masten tragen Rahen, Signalgaffeln und die<br />

Laternen für die nautischen Lichter.<br />

Am vorderen Mast ist dann auch die Funktion<br />

„Flagge setzen“ realisiert. Über Blöcke in der<br />

Mastspitze und Leinen können zwei Flaggen<br />

gemeinsam oder getrennt gesetzt und wieder<br />

niedergeholt werden. Am Modell der Bertold<br />

Brecht sind das die Flagge „Blauer Peter“<br />

(Bild 14) und eine Länderflagge (Flagge des<br />

Küstenstaates). Der Blaue Peter signalisiert<br />

das Auslaufen des Schiffes innerhalb der<br />

nächsten 24 Stunden.<br />

Auf der Trawlbrücke steht der Windenfahrstand<br />

(Bild 15), aus Gewichtsgründen bestand<br />

er am Original aus Aluminium. Von<br />

hier wurden alle Winden auf dem Arbeitsdeck<br />

bedient, der Windenführer hatte von<br />

hier aus die beste Sicht auf das Arbeitsdeck.<br />

An dieser Stelle wurde am Modell noch<br />

die Funktion „Matrose geht auf dem Deck“<br />

eingebaut. Der Matrose steht auf einem<br />

flachen Magneten, der durch den dünnen<br />

Decksbelag hindurch von einem weiteren<br />

Magneten gehalten wird. Der Magnet unter<br />

Bild 12: Radarantenne<br />

und Peildeck<br />

Bild 13: Mast auf dem Peildeck<br />

Bild 15: Windenfahrstand auf<br />

dem hinteren Teil des<br />

Peildecks<br />

Bild 16: Arbeitsdeck, Gesamtansicht<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 69


a<br />

b<br />

Bild 17: Arbeitsdeck, vorderer Bereich – a: Funktion „Ladebaum hebt Kiste“ – b: Kiste mit Magnet<br />

Deck ist in einer Kulisse geführt und beweglich.<br />

Wird der Magnet in der Kulissenführung<br />

ferngesteuert bewegt, so folgt der<br />

Matrose auf Deck dieser Bewegung wie von<br />

Geisterhand. Er kann an dem Windenfahrstand<br />

entlang 10 cm und weitere 10 cm um<br />

die Ecke und natürlich wieder zurück „laufen“,<br />

außerdem kann er an jeder Stelle stehen<br />

bleiben.<br />

Die Decksscheinwerfer am Deckshaus <strong>nach</strong><br />

vorn und <strong>nach</strong> hinten sind alle betriebsfähig<br />

und schaltbar. Mit einem der Decksscheinwerfer<br />

wird die Funktion „Morsen“ realisiert.<br />

Mit dem Arbeitsdeck (Bild 16) hat der Leser<br />

den Ort auf dem Modell vor sich, an dem<br />

die meisten Funktionen zu finden sind. Betrachtet<br />

sei zunächst der vordere Bereich<br />

des Arbeitsdecks (Bild 17).<br />

Funktion: Last heben/senken, Last<br />

schwenken. Im unteren Bereich des Bildes<br />

erkennt man eine rechteckige Kiste mit einer<br />

runden Platte darin. Die runde Platte<br />

ist ein Dauermagnet. Mit dem Seil und dem<br />

Ladebaum über der Kiste kann diese angehoben<br />

werden. Der Ladebaum ist in seiner<br />

Hubfunktion steuerbar, außerdem in der<br />

Schwenkfunktion. Da die Kiste über einen<br />

Haken am Kranseil hängt, kann sie angehoben<br />

und an jedem Ort <strong>im</strong> Schwenkbereich<br />

des Ladebaums wieder abgesetzt werden.<br />

Ist am Absetzort ein Magnet vorhanden,<br />

löst sich der Kranhaken und die Kiste bleibt<br />

dort stehen.<br />

Funktion: Schleppnetz aussetzen/einholen.<br />

Der mittlere Teil des Arbeitsdecks wird<br />

für die Funktion „Schleppnetz“ benötigt.<br />

Der Erbauer des Modells realisiert damit<br />

folgenden Ablauf: Zum Aussetzen des<br />

Netzes liegt es in der Aufschleppe. Bleikugeln<br />

an der Unterseite sorgen dafür, dass<br />

das Netz ins Wasser gleitet, wenn die Kurrleine<br />

gefiert/<strong>nach</strong>gelassen wird. Das Netz<br />

verschwindet <strong>im</strong> Wasser. Wird das Netz<br />

gehievt, bläst ein kleiner Kompressor (vom<br />

Aquarium) <strong>im</strong> Modell über einen Schlauch<br />

Luft in das Netz. Zu diesem Zweck ist<br />

das Netz innen mit weißem Hemdenstoff<br />

(Nylon oder Dederon) ausgekleidet. Der<br />

nasse, weiße Hemdenstoff wird durch die<br />

eingeblasene Luft aufgebläht und es sieht<br />

aus, als wäre das Netz mit Fisch gefüllt.<br />

Außerdem sorgt die eingeblasene Luft dafür,<br />

dass das Netz aufschw<strong>im</strong>mt. Korkkugeln<br />

an der Oberseite des Netzes sorgen<br />

dafür, dass es die richtige Schw<strong>im</strong>mlage<br />

hat. Durch Aufwickeln der Kurrleinen wird<br />

das Netz in die Aufschleppe und auf das<br />

Arbeitsdeck gezogen. Der Fang ist an<br />

Deck (Bild 18).<br />

Funktion: Feuer an Bord. Hebt man die<br />

Aufbauten auf dem Bootsdeck ab, so ist<br />

der Blick ins Modellinnere, aber auch auf<br />

den Raum unter dem hinteren Teil des<br />

Bootsdecks frei (Bild 19). Hier befindet<br />

sich die Hilfswinde und hier ist der Platz<br />

für die Funktion „Feuer an Bord“. Dazu ist<br />

eine Glühlampe vor der Winde eingebaut,<br />

ihr flackerndes Aufleuchten soll das Feuer<br />

<strong>im</strong>itieren. Da kein Feuer ohne Rauch, wird<br />

Letzterer durch Verschmoren von Acetatzellulose<br />

erzeugt. In einem Schälchen zwischen<br />

Glühlampe und Winde befinden sich<br />

Schnitzel besagter Acetatzellulose. Man<br />

findet Acetatzellulose in Form von altem<br />

Fotofilm (Silberschicht abwaschen) oder<br />

alter Einmachfolie. Man kann den abgewaschenen<br />

Fotofilm auch zu einem Röllchen<br />

mit Alufolie als Hülle, ähnlich einer Zigarette,<br />

aufrollen. Diese einmal angezündete<br />

„Filmzigarette“ schmort und qualmt denn<br />

selbstständig weiter. Entzündet wird der<br />

Qualmerzeuger durch eine ganz normale<br />

Glühkerze vom Glühkerzenmotor. Heute<br />

würde man solch eine Rauchentwicklung<br />

auf dem Modell wohl besser mit mit einer<br />

elektrisch zündbaren Rauchpatrone realisieren,<br />

wie sie Modellflieger benutzen. Dass<br />

der Qualm dann auch seine Spuren hinterlässt,<br />

ist bei genauer Betrachtung von Bild<br />

19 erkennbar.<br />

Funktion: Pforte zur Aufschleppe öffnen/<br />

schließen. Liegt das Schleppnetz in der<br />

Aufschleppe, ist die Pforte geöffnet. Ist das<br />

Netz gehievt, schließt die Pforte. Die Pforte<br />

zur Aufschleppe hat zwei Flügel, die <strong>nach</strong><br />

außen aufschwenken. Sie ist auf Bild 17 am<br />

linken Bildrand erkennbar. Der Bb.-seitige<br />

Pfortenflügel ist gerade zur Reparatur. Betätigt<br />

werden die Flügel der Pforte über eine<br />

Bild 18: Das Schleppnetz liegt aussetzbereit<br />

auf dem Arbeitsdeck<br />

Bild 19: Die Hilfswinde unter dem<br />

Überhang des Bootsdecks<br />

70 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


Bild 20: Mechanik für die<br />

Betätigung der Heckpforte<br />

unter Deck<br />

Bild 21: Fallreep<br />

Bild 22: Blick auf die Traverse über der<br />

Heckaufschleppe<br />

Bild 23: Wasserpumpe <strong>im</strong> Modell für die<br />

Funktion „Kühlwasseraustritt“<br />

Bild 24: Abdeckung der Fischluke<br />

mit Lochblech, darunter ist der<br />

Lautsprecher befestigt<br />

Schub- und Hebelmechanik unter dem Arbeitsdeck<br />

(Bild 20).<br />

Funktion: Fallreep klar machen und ablassen.<br />

Das Fallreep ist eigentlich eine<br />

außenbords hängende bzw. gezurrte Treppe.<br />

Am Modell eignet sich das Fallreep<br />

vorzüglich für eine mechanische Funktion<br />

(Bild 21), <strong>im</strong> vorliegenden Fall nur auf der<br />

Backbordseite. Das Fallreep kann unter Zuhilfenahme<br />

des Schwenkdavits <strong>nach</strong> außen<br />

geschwenkt und dann herabgelassen werden.<br />

Be<strong>im</strong> Einholen läuft der Vorgang in der<br />

umgekehrten Richtung.<br />

Auf Bild 16 sind dann noch weitere Details<br />

auf dem Arbeitsdeck erkennbar, die aber<br />

mehr der Ausschmückung dienen, wie die<br />

gezurrten Scherbretter, der Ersatzpropeller,<br />

der Fender oder die gestauten Fässer.<br />

Ein Blick auf den Spiegel des Modells (Bild<br />

22) macht die Konstruktion des Spiegels<br />

und der Heckaufschleppe deutlich. Sichtbar<br />

wird ferner die begehbare Traverse über der<br />

Heckaufschleppe.<br />

Damit sind die Funktionen am und <strong>im</strong> Modell<br />

noch nicht erschöpft. Für den<br />

Kühlwasseraustritt ist eine Zahnradpumpe<br />

eingebaut (Bild 23).<br />

Die kleine blaue Pumpe saugt<br />

über einen Stutzen <strong>im</strong> Boden<br />

des Modells das Wasser an und<br />

verteilt es über die sichtbaren<br />

Schlauchleitungen an die Wasseraustritte<br />

in der Bordwand.<br />

Zum lebendigen Auftritt des<br />

Modells gehören aber auch<br />

Geräusche. Im Modell werden<br />

von einem Soundmodul ein<br />

drehzahlabhängiges Motorengeräusch<br />

und der Klangvon<br />

Nebelhorn, Signalhorn, Sirene<br />

und Glocke erzeugt. Alle Geräusche<br />

können einzeln geschaltet<br />

werden, der kräftige<br />

Lautsprecher sitzt auf dem<br />

Vorderdeck unter der Gitterabdeckung<br />

der eigentlichen<br />

Fischluke (Bild 24).<br />

Auf die optischen Signale wurde<br />

bereits an anderer Stelle verwiesen.<br />

Neben der nautischen Beleuchtung für die<br />

verschiedenen Betriebsfälle (Schleppen,<br />

Freifahrt, Ankern) können auch die Decksscheinwerfer<br />

und ein Morsescheinwerfer<br />

betätigt bzw. ein- und ausgeschaltet werden.<br />

Die Morsesignale kommen <strong>im</strong> vorgegebenen<br />

Rhythmus.<br />

Noch ein paar Worte zur RC-Anlage. Wegen<br />

der zahlreichen Funktionen verwendet<br />

der Eigner eine F 14 von robbe (Bild 25),<br />

ausgerüstet mit den entsprechenden Multi-<br />

Switch- und -Prop-Modulen. Der Sender<br />

ist statt des linken Kreuzknüppels mit dem<br />

Navy-Twin-Stick, einem Parallelsteueraggregat<br />

für den Betrieb von Zweischraubenschiffen,<br />

ausgestattet. Da die BERTOLT<br />

BRECHT nur einen Propeller besitzt, können<br />

in diesem Fall beide Steuerhebel arretiert<br />

werden, der zweite Hebel bewegt sich<br />

be<strong>im</strong> Steuern somit „leer“ mit.<br />

Die Ausgänge der empfängerseitigen<br />

Multi-Switch-Decoder sind für 4,8–24 Volt<br />

und bis zu 1,8 Ampere ausgelegt. Herr<br />

Tänczyk ging jedoch auf Nummer sicher<br />

und schaltete für die Schaltfunktionen<br />

Bild 26 oben:<br />

Relaisbank <strong>im</strong><br />

Modell<br />

31<br />

Bild 25 links: Fernsteuersender<br />

robbe F 14<br />

<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013<br />

71


Bild 27: Deckblatt des Bauplanes für<br />

die BERTOLT BRECHT<br />

Bild 29: Spantenriss . Quelle: Modellbauplan BERTOLT<br />

BRECHT von VEB MOBA, 1975<br />

jedem Decoderausgang ein Relais <strong>nach</strong><br />

(Bild 26). Der Relaisbank ist dann noch<br />

ein separater 6-V-Bleiakku für die Funktionen<br />

zugeschaltet. Damit wird eine wesentlich<br />

höhere Sicherheit erreicht. Sollte,<br />

aus welchem Grund auch <strong>im</strong>mer, mal eine<br />

Funk tion blockieren, so würde nur der Relaisausgang<br />

Schaden nehmen, aber alle<br />

anderen Funktionen und die Decoder blieben<br />

davon unberührt. Außerdem hat die<br />

Entkoppelung über <strong>nach</strong>geschaltete Relais<br />

den Vorteil, dass alle betroffenen Stromkreise<br />

galvanisch getrennt sind.<br />

Als weitere Sicherheit erhielten alle schaltbaren<br />

Funktionen Endlagenschalter. Ein am<br />

Stellwegende auflaufendes Getriebe oder<br />

Gestänge wird folglich mit Sicherheit abgeschaltet<br />

und kann durch Blockieren keinen<br />

Schaden anrichten.<br />

Bild 28: Generalplan<br />

72 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


Zum Schluss des Beitrages noch ein paar<br />

Worte zum Bauplan. Die vorgestellte BER-<br />

TOLT BRECHT wurde <strong>nach</strong> dem MOBA-<br />

Modellbauplan (Bild 27) aus dem Jahr 1974<br />

gebaut. Aus dem Bauplan stammen auch<br />

der Generalplan und der Spantenriss (Bilder<br />

28 und 29).<br />

Die Spantabstände für ein Modell <strong>im</strong> Maßstab<br />

1:50 betragen: Spant 0 bis 4 und<br />

Spant 10 bis 14 = 76 mm, Spant 4 bis 10<br />

= 152 mm.<br />

Be<strong>im</strong> Generalplan möchte der Leser bitte<br />

bedenken, dass es sich um einen stark verkleinerten<br />

Auszug handelt. Der eigentliche<br />

Bauplan umfasst fünf Blätter <strong>im</strong> Format DIN<br />

A1 und angesichts des Alters ist die Qualität<br />

der Vorlage nicht mehr die beste. Wer<br />

das Modell bauen möchte, der hat mit dem<br />

Bauplan jedoch erst einmal eine gute Basis.<br />

Vergleicht man das Modell vom Bauplan<br />

mit dem Bild vom Original (Bild 1), so sind<br />

unschwer erhebliche Unterschiede feststellbar.<br />

Das Original wurde offensichtlich<br />

bereits erheblich modernisiert (Portalmaste<br />

usw.).<br />

Der Autor möchte dem Eigner des vorgestellten<br />

Modells, Herrn N. Tänczyk, an dieser<br />

Stelle ganz herzlich dafür danken, dass<br />

er sein Modell für die Fahr- und Detailaufnahmen<br />

zur Verfügung stellte und über die<br />

Funktionen ausführlich Auskunft gab.<br />

Verwendete Literatur<br />

[1] Beitrag: Fang- und Verarbeitungsschiff „Bertolt<br />

Brecht“ in: Schiffbautechnik, H. 11/1960, S. 538 ff.<br />

[2] Neumann/Strobel: Vom Kutter zum Containerschiff.<br />

Verlag Technik, Berlin, 1981<br />

[3] D. Strobel, W.-H. Hahlbeck: Hiev up – So war die<br />

Hochseefischerei der DDR. Koehlers Verlagsgesellschaft,<br />

Hamburg, 1997<br />

[4] D. Strobel, G. Dame: Schiffbau zwischen Elbe<br />

und Oder. Koehlers Verlagsgesellschaft, Herford,<br />

1993<br />

Technische Daten<br />

(Nach [2] Vom Kutter zum Containerschiff)<br />

Länge ü. a.<br />

Breite auf Spanten<br />

Tiefgang<br />

Deplacement<br />

Tragfähigkeit<br />

Antriebsleistung<br />

(Typschiff)<br />

Antriebsleistung<br />

Typ II<br />

Geschwindigkeit<br />

Aktionsdauer<br />

Aktionsweite<br />

Besatzung<br />

85,92 m<br />

13,50 m<br />

5,05 m<br />

3.500 t<br />

1.420 t<br />

1.325 kW/1800 PS<br />

1.692 kW<br />

12 kn<br />

40 Fangtage<br />

5.500 sm<br />

98 Personen<br />

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Dr. Günter Miel<br />

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<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 73


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Gundert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16<br />

Harhaus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58<br />

JOJO . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16<br />

Krick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9<br />

Nessel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16<br />

Impressum<br />

Neckar-Verlag GmbH, Klosterring 1, Postfach<br />

1820, 78008 Villingen-Schwenningen, Telefon<br />

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Villingen-Schwenningen (BLZ 694 900 00)<br />

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(BLZ 600 100 70) Konto-Nr. 9389701<br />

Herausgeber: Ruth Holtzhauer,<br />

Beate Holtzhauer<br />

Redaktion: Hans-Jörg Welz,<br />

Postfach 1820,<br />

78008 Villingen-Schwenningen<br />

Telefon + 49 (0) 77 21 / 89 87-35<br />

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(Abonnementsverwaltung)<br />

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Tel. + 49 (0) 77 21 / 89 87-37, -38 u. -48<br />

E-Mail: bestellungen@neckar-verlag.de<br />

Druck: Gulde-Druck, 72072 Tübingen<br />

<strong>SchiffsModell</strong> erscheint jeweils in der letzten<br />

Woche des Monats.<br />

Einzelheft € 5,– [D]; € 5,40 [A]; sfr 9,90; Jahresabonnement<br />

€ 53,80 <strong>im</strong> Inland; € 60,– <strong>im</strong><br />

Ausland. Eine Kündigung ist jederzeit möglich.<br />

Zuviel bezahlte Beträge für noch nicht<br />

erschienene Ausgaben werden vom Verlag<br />

zurückerstattet.<br />

Vertriebsbetreuung für das Grosso und den<br />

Babu:<br />

Wolfgang Sieling, Am spitzen Hey 19, 38126<br />

Braunschweig, Tel. + 49 (0)5 31 / 69 11 07<br />

Ernst Leidecker, Mömlingtalring 91, 63785<br />

Obernburg, Tel. + 49 (0) 60 22 / 77 33.<br />

Auslieferung für die Schweiz:<br />

WIESER Modellbau-Artikel, Postfach, Wieslergasse<br />

10, CH-8049 Zürich-Höngg,<br />

Tel. + 41 (0) 44 / 340 04 30,<br />

Fax + 41 (0) 44 / 340 04 31.<br />

© 2013 Neckar-Verlag GmbH<br />

Eine Haftung für die Richtigkeit der Veröffentlichung<br />

kann trotz sorgfältiger Prüfung vom<br />

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unverlangt eingereichte Manuskripte und<br />

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Kein Teil dieser Publikation darf ohne zuvor<br />

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oder unter Verwendung elektronischer<br />

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zum Zweck der Fortbildung und zum persönlichen<br />

Gebrauch des Lesers gestattet.<br />

36.Jahrgang<br />

ist auf umweltfreundlichem<br />

Papier gedruckt.<br />

EMC-Vega . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13<br />

GB-Modellbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16<br />

Sperrholzshop . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58<br />

Steinhagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13<br />

Bei Erwerb, Errichtung und Betrieb<br />

von Fernsteuerungen sind die geltenden<br />

gesetzlichen Best<strong>im</strong>mungen<br />

zu beachten.<br />

74 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013


Aus unserem Programm<br />

Jens Johannsen<br />

Kerzenboote<br />

ISBN 978-3-7883-1616-7<br />

Umfang 88 Seiten, DIN A4<br />

Best.-Nr. 616 Preis 14,90 [D]<br />

Jens Johannsen stellt in seinem Buch „Kerzenboote“ Bootsentwürfe aller<br />

Art vor. Seien es Kerzenboote aus Milchtüten, Blechtüten oder ausgebuffte<br />

Neuentwürfe von Tuckerbooten – in diesem Buch fi nden Sie jede Menge<br />

spannende Anregungen! Die Entwürfe werden jeweils durch detaillierte Anleitungen<br />

und eindrucksvolle Fotos ergänzt.<br />

Wir verbinden mit „Kerzenboote“ die Hoffnung, dass die Entwicklung am<br />

Tuckerboot neue Impulse bekommt und die Spielfreude für Jung und Alt<br />

erhalten bleibt.<br />

KERZENBOOTE – ein tolles Thema für Jung und Alt!<br />

Historische Modellschiffe<br />

aus Baukästen<br />

Peter Holz<br />

Schiffs Modell<br />

Fachbuch<br />

Peter Holz<br />

Historische Modellschiffe aus Baukästen<br />

ISBN 978-3-7883-3141-2<br />

Umfang 208 Seiten in Farbe<br />

Best.-Nr. 141 Preis 21,90 [D]<br />

Der Bau von historischen Schiffsmodellen dürfte eines der schönsten und<br />

lehrreichsten Hobbys sein, das man sich zulegen kann. Der Bau eines perfekten<br />

Modells ist aber kein undurchschaubares Zauberkunststück, sondern<br />

verlangt lediglich Geduld, Ausdauer und die Bereitschaft, sich umfassend zu<br />

informieren. Die sicherste Methode, erfolgreich in dieses schöne Hobby zu<br />

starten, ist der Bau eines Modells aus einem qualitativ guten Baukasten.<br />

Das Hauptaugenmerk dieses Buches liegt daher darauf, dem Modellbauer,<br />

der <strong>nach</strong> Baukästen arbeiten möchte, ein leicht verständliches Nachschlagewerk<br />

an die Hand zu geben, das ihn auf dem Weg zum guten Modell<br />

begleitet.<br />

Die aktuelle, inzwischen bereits fünfte Aufl age dieses erfolgreichen Fachbuches<br />

wurde komplett überarbeitet und unter anderem mit sehr vielen aktuellen,<br />

farbigen Abbildungen versehen.<br />

Neckar-Verlag GmbH • Klosterring 1 • 78050 Villingen-Schwenningen<br />

Telefon +49 (0)77 21 / 89 87-48 /-38 • Fax +49 (0) 77 21 / 89 87-50<br />

bestellungen@neckar-verlag.de • www.neckar-verlag.de<br />

Hintergrund: © Gerd Altmann / PIXELIO

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