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01<br />
2013<br />
<strong>SchiffsModell</strong><br />
ISSN 0722-7108 € 5,00 [D] € 5,40 [EU] sFr 9,90 E 5290<br />
ONLINE bestellen: www.neckar-verlag.de<br />
<strong>SchiffsModell</strong><br />
Die Fachzeitschrift für den Schiffsmodellbauer<br />
<strong>Bassboat</strong><br />
<strong>im</strong> <strong>Eigenbau</strong><br />
<strong>nach</strong> <strong>Plan</strong><br />
+++ Klassiker FAIRPLAY V +++ TAMINA von Ekkelboom +++ MYSTIC Twin Turbine +++ PERSHING 76 ++++
Winterzeit ist Werkstattzeit<br />
Bauplan Little Bastard<br />
Länge 660 mm Breite 280 mm<br />
Gewicht ca. 1700 g Maßstab 1:4,5<br />
Antrieb Speed 600 Akku 3s-LiPo oder 6–7<br />
Zellen NiMH<br />
Best.-Nr. 9845 Preis 29,80 [D]<br />
Das Bauplanmodell Little Bastard ist der vorbildgetreue Nachbau eines Z-Klasse-Rennboots aus dem Jahr 1952 <strong>im</strong><br />
Maßstab 1:4,5.<br />
Der Modellbauplan orientiert sich sehr genau an den Abmessungen und Fotos des Vorbilds.<br />
Als Antrieb ist ein Speed 600/9,6 V vorgesehen, mit dem Geschwindigkeiten erreicht werden, die eines Rennbootes<br />
würdig sind, das Fahrverhalten aber dennoch unkritisch belassen.<br />
Der Aufbau erfolgt komplett in Holzbauweise. Der <strong>Plan</strong> besteht aus zwei <strong>Plan</strong>blättern DIN A0 hoch und 120 bzw. 80 cm<br />
lang. Alle Bauteile sind <strong>im</strong> Maßstab 1:1 zum Modell gezeichnet. Eine 19-seitige Bauanleitung mit vielen Tipps, 84 Fotos<br />
und einer Stückliste erklärt den Aufbau Schritt für Schritt bis ins Detail.<br />
Bauplan Brandungsbarkasse<br />
Länge 98 cm Breite 26 cm<br />
Tiefgang ca. 8 cm Maßstab 1:10<br />
Verdrängung ca. 12,5 kg<br />
Bauplan + Frästeilesatz<br />
Best.-Nr. 9835 Preis 119,– [D]<br />
Bauplan<br />
Best.-Nr. 9836 Preis 26,– [D]<br />
Neckar-Verlag GmbH • 78045 Villingen-Schwenningen<br />
Telefon +49 (0)77 21 / 89 87-48 /-38 • Fax +49 (0)77 21 / 89 87-50<br />
E-Mail: bestellungen@neckar-verlag.de • www.neckar-verlag.de<br />
Hintergrund: © Rainer Sturm / PIXELIO
IM JANUAR<br />
E-Mail an die Redaktion: welz@neckar-verlag.de<br />
RENNBOOTE<br />
H.-J. Welz: Test: Graupner RHODE ISLAND . . . . . . . . . . . . . . 4<br />
E. Fordinal: Grand Prix Pomorza FSR-V und -E . . . . . . . . . . . . 30<br />
AKTUELLES<br />
L. Retzbach: Heinz Keller ist nicht mehr bei uns . . . . . . . . . . 8<br />
C. König: Auf Südamerikafahrt ...<br />
CAP SAN DIEGO-Fahrtermine 2013 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63<br />
MOTORSCHIFFE<br />
Die FAIRPLAY V ist eine Ikone unter den Schleppern und heute<br />
einer der absoluten Klassiker des Schiffsmodellbaus. S. Reuthlinger<br />
baute ihn in vergrößertem Maßstab neu auf. Seite 48<br />
W. Hertle: G.T.S FINNJET . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10<br />
K. Bartholomä: Das „<strong>Bassboat</strong>“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20<br />
D. Tillmann: Strandrettungsboot TAMINA<br />
von Ekkelboom . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28<br />
M. La<strong>im</strong>gruber: PERSHING 76 <strong>im</strong> <strong>Eigenbau</strong> . . . . . . . . . . . . . . . 34<br />
S. Reuthlinger: FAIRPLAY V . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48<br />
Dr. G. Miel: Serie Fischereischiffe der DDR<br />
Fang- und Gefrierschiff ATLANTIK . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66<br />
WERKSTATTPRAXIS<br />
A. Langner: Styrodur-Schneider <strong>im</strong> <strong>Eigenbau</strong> . . . . . . . . . . . . . 14<br />
H.-J. Welz: Test: Dremel Moto-Saw . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38<br />
POWERBOATS<br />
C. Fischer: MYSTIC 185 Twin-Turbine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40<br />
SEGELSCHIFFE<br />
Auf den Namen RHODE ISLAND hört dieser RTR-Renner aus<br />
dem Hause Graupner. Wir haben uns den Formel 1-Kat mit<br />
Außenborder mal genauer angesehen. Seite 4<br />
I. Blüm: Deutsche Meisterschaft der Ten Rater . . . . . . . . . . . . 52<br />
RC-TECHNIK<br />
B. Elbel: Graupner mc-12 mit 2,4-GHz-Jeti-Umbau . . . . . . . . . 56<br />
LADETECHNIK<br />
M. Lulic: Lindinger Schalt-Netzgerät 20 A LCD . . . . . . . . . . . . 64<br />
RUBRIKEN<br />
Ihr Fachgeschäft und Servicepartner in ... . . . . . . . . . . . . . . . 17<br />
Neu und Aktuell . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18<br />
kurz und fündig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58<br />
Jahresinhaltsverzeichnis 2012 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62<br />
Inserentenverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74<br />
Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74<br />
Eine Segelregatta vor verschneiter Kulisse? Nein, das ist kein Beitrag<br />
aus Skandinavien, sondern ein Bericht über die Deutsche<br />
Meisterschaft der Ten Rater in Karlsfeld! Seite 52<br />
UNSER TITELBILD<br />
Noch kein Winterprojekt auf der Helling? Wie wärs dann mit<br />
diesem urigen und universell einsetzbaren <strong>Bassboat</strong>?<br />
Den <strong>Plan</strong> dazu gibt’s kostenlos per E-Mail.<br />
Alles Weitere <strong>im</strong> ausführlichen Bericht. Seite 20<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 3
RENNBOOTE<br />
H.-J. Welz<br />
RHODE ISLAND<br />
R<br />
ennboote, die den Namen<br />
einer Insel tragen, haben <strong>im</strong><br />
Graupner-Programm Tradition,<br />
man denke an die aus heutiger<br />
Sicht legendären Modelle KEY WEST und<br />
KEY BISCAYNE. Auf der Spielwarenmesse<br />
2012 in Nürnberg präsentierte Graupner<br />
den Formel 1-Katamaran RHODE ISLAND,<br />
bei dessen Namenswahl man sicherlich<br />
auch die entsprechenden Modelle aus dem<br />
eigenen Programm <strong>im</strong> Kopf hatte. Wobei<br />
man streng genommen anmerken muss,<br />
dass es sich bei Rhode Island ja nicht (nur)<br />
um eine Insel, sondern vielmehr um den<br />
kleinsten US-amerikanischen Bundesstaat<br />
handelt. Aber wir haben hier ja jetzt nicht<br />
Geografie-Stunde, folglich werfen wir gleich<br />
mal einen Blick in den Lieferkarton.<br />
Das Modell<br />
kommt, wie heute in dieser Kategorie ja<br />
fast nicht mehr anders erwartet, als ARTR-<br />
Variante zum Kunden. Das heißt, zur Inbetriebnahme<br />
sind lediglich noch der Empfänger<br />
und der Fahrakku einzusetzen (und<br />
natürlich zu kaufen ...), der komplette Antriebsstrang,<br />
in diesem Fall bestehend aus<br />
Außenborder und Regler sowie das Ruderservo<br />
sind bereits fertig montiert. Dass auch<br />
das Modell fix und fertig lackiert inkl. aufgebrachtem<br />
Dekor aus dem Kasten springt,<br />
auch daran hat man sich gewöhnt. Neben<br />
dem eigentlichen Modell befinden sich noch<br />
der aus gelaserten Sperrholzteilen zu montierende<br />
Ständer, ein Ersatzpropeller sowie<br />
ein paar weitere Kleinteile <strong>im</strong> Karton. Natürlich<br />
fehlt auch eine in mehreren Sprachen<br />
abgefasste Betriebsanleitung nicht.<br />
Auf den ersten Blick<br />
macht die RHODE ISLAND einen sehr guten<br />
Eindruck. Die Lackierung ist absolut hochglänzend<br />
ausgeführt, die Aufkleber sind<br />
unter einer schützenden Klarlackschicht<br />
vor dem Ablösen dauerhaft geschützt, das<br />
Nachfönen ständig abstehender „Päpper“<br />
entfällt somit. Die weiße Modell-Unterseite<br />
ist vorbildgetreu mit einem leuchtroten Sicherheitsstreifen<br />
versehen, der das Modell<br />
auch in Upside-Down-Lage auf dem Wasser<br />
gut sichtbar macht.<br />
Edles Sahnestück am Heck ist der Außenborder<br />
mit Metall-Unterteil, der Dreiblattprop<br />
wird von einer lila eloxierten Siche-<br />
4 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
ungsmutter auf dem Dogdrive gehalten.<br />
Der erste optische Eindruck ist somit ganz<br />
klar: Daumen hoch! Mit so etwas kann man<br />
sich sehen lassen.<br />
Nach dem Abnehmen des Rumpfdeckels,<br />
der an der Vorderseite von einer Steckbefestigung,<br />
hinten von zwei kleinen Magneten<br />
gehalten wird, gehen die positiven<br />
Eindrücke <strong>im</strong> Inneren weiter: sauber gelaserte<br />
und vor Nässe mit Klarlackauftrag<br />
geschützte Sperrholz-Montageplatten für<br />
die Anlagenkomponenten, Klettbänder für<br />
den Fahrakku sowie die sauber verbauten<br />
Anlagenkomponenten lassen auch hier kein<br />
Stirnrunzeln aufkommen. Die optisch und<br />
den tastenden Fingerkuppen zugänglichen<br />
Laminatflächen machen einen extrem sauber<br />
verarbeiteten Eindruck, vor allem wurde<br />
hier nicht unnötig viel mit Harz gepantscht,<br />
die „Harz-Teiche“ <strong>im</strong> Inneren früherer RTR-<br />
Boote gehören inzwischen endgültig der<br />
Vergangenheit an. Zuletzt ist noch sehr positiv<br />
zu bewerten, dass der Rumpfdeckel mit<br />
einem Auftriebskörper vor Verlust geschützt<br />
ist, falls es doch mal zu hart auf hart gegangen<br />
sein sollte. Die eigentliche Abdichtung<br />
des Innenraums übern<strong>im</strong>mt ein Klarsichtdeckel,<br />
der vor jeder Fahrt mit Tape fixiert<br />
bzw. abgedichtet werden muss. Ach ja: Eine<br />
Rolle vom hierfür benötigten Klebeband befindet<br />
sich auch <strong>im</strong> Lieferumfang.<br />
Der zweite Blick<br />
gilt logischerweise gleich dem fetten Außenborder<br />
am Heck, der die Optik des Modells<br />
maßgeblich beeinflusst. Seine Antriebseinheit<br />
verbirgt sich unter einer ebenfalls<br />
hochglänzend zweifarbig lackierten Haube,<br />
die mit vier kleinen Schräubchen am Unterteil<br />
montiert ist. Also Schraubendreher<br />
raus und mal einen Blick ins Innere geworfen.<br />
Die Haube lässt sich <strong>nach</strong> Lösen der<br />
Schrauben allerdings leider nicht ruckzuck<br />
komplett abnehmen, da die drei Motoranschlusskabel<br />
und die Schlauchleitung der<br />
Wasserkühlung durch zwei Bohrungen in<br />
der Vorderseite der Haube ins Freie geführt<br />
werden. Somit muss man erst besagte<br />
Leitungen lösen, um die Haube komplett<br />
abnehmen zu können. Ein Langloch in der<br />
Haube würde diese Arbeit vereinfachen.<br />
Andererseits sollte man diesen Vorgang<br />
sowieso nicht zu häufig durchführen, denn<br />
die erwähnten winzigen Schräubchen zur<br />
Fixierung der Haube sitzen <strong>im</strong> Unterteil lediglich<br />
selbstschneidend in entsprechenden<br />
Bohrungen. Sprich <strong>nach</strong> zwei- oder dre<strong>im</strong>al<br />
Haube-abnehmen sind die Bohrungen<br />
Innenraum <strong>im</strong> Lieferzustand<br />
Rumpfdeckel mit Auftriebskörper<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 5
Bei deren Studium entwickeln sich die bislang<br />
hoch gezogenen Mundwinkel nun leider<br />
doch eher in die Waagerechte, denn<br />
wenn man die insgesamt vier Seiten mit allgemeinen<br />
Warn-, Pflege- und Sicherheitshinweisen<br />
abzieht, bleibt für die eigentliche<br />
Anleitung nicht mehr allzu viel Platz übrig.<br />
Merkwürdigerweise befassen sich dann<br />
zwei Seiten der Anleitung auch noch mit der<br />
Montage des Außenborders sowie der Verkabelung<br />
des Motors mit dem Drehzahlregler<br />
... Hmm, Außenborder nebst Regler sind<br />
be<strong>im</strong> vorliegenden Testmuster aber bereits<br />
fertig am Modell montiert und auch bereits<br />
miteinander verkabelt. Offensichtlich bezieht<br />
sich hier die Anleitung auf eine frühere<br />
Variante des Modells, das noch entsprechend<br />
separat ausgeliefert wurde. Also blättern<br />
wir gleich mal weiter zu den Hinweisen<br />
zur Montage von Akku und Empfänger. Für<br />
die Stromversorgung wird ein 3s-LiPo (11,1<br />
V) mit 4,5 Ah empfohlen, eine heute übliche<br />
Standardgröße. Neben unserem Graupner-<br />
HoTT-Empfänger wanderte dann auch noch<br />
Telemetrie-Equipment in den schmalen Innenraum,<br />
schließlich wollten wir gleich auf<br />
der ersten Probefahrt via unbestechlichem<br />
GPS-Sensor die Höchstgeschwindigkeit der<br />
RHODE ISLAND ermitteln.<br />
ausgeleiert und die Schrauben halten nicht<br />
mehr. Wer öfter einen Blick ins Innere werfen<br />
will, sollte hier M2-Schräubchen einsetzen<br />
und auf der Innenseite der Haube die<br />
passenden Muttern mit Sekundenkleber<br />
montieren.<br />
Der genaue Blick in den Außenborder entlarvt<br />
den Treibling als Brushless-Innenläufer,<br />
der mit einem Wasserkühlmantel aus<br />
klarem Kunststoff versehen ist. Die etwas<br />
gekippte Montage des Motors und der Blick<br />
ganz <strong>nach</strong> unten in den Außenborder zeigen<br />
ferner, dass zur Kraftübertragung auf<br />
den Prop eine Flexwelle verwendet wird.<br />
Auf dem Motor selber ist nur die Bezeichnung<br />
Graupner NAVY 2636 KV zu lesen,<br />
was zumindest einige Rückschlüsse auf<br />
die Leistungsfähigkeit des Antriebs zulässt.<br />
Weitere Informationen zu seinen inneren<br />
Werten verrät uns der Motors leider nicht,<br />
also werfen wir doch einfach einmal einen<br />
Blick in die mitgelieferte<br />
Betriebsanleitung<br />
Das Setup<br />
gestaltet sich dann eher<br />
schwierig, denn wie eine korrekte<br />
Basiseinstellung des Außenborders<br />
vorzunehmen ist,<br />
darüber schweigt sich die Bauanleitung<br />
aus. Es wird lediglich<br />
erwähnt, dass man den Außenbordmotor<br />
„ … in best<strong>im</strong>mten<br />
Grenzen in der Höhe sowie<br />
<strong>im</strong> Neigungswinkel verstellen<br />
...“ kann. Aha, aber wie und in<br />
welcher Richtung das zu geschehen<br />
hat und wo die „best<strong>im</strong>mten<br />
Grenzen“ verlaufen,<br />
dazu gibt es leider keine detaillierteren<br />
Hinweise. Ein Einsteiger<br />
<strong>im</strong> Außenborder-Sektor<br />
erhält hier definitiv zu wenig Informationen.<br />
Also belässt man<br />
den Außenborder wohl erst mal<br />
so, wie er ist und geht davon<br />
aus, dass der Hersteller hier<br />
die korrekte Basis-Einstellung<br />
vorgewählt hat.<br />
Auch in den wenigen Zeilen, die sich mit der<br />
Jungfernfahrt des Modells befassen, gibt<br />
die Bauanleitung nicht wirklich hilfreiche<br />
Hinweise. Wenn das Modell während der<br />
Fahrt anfängt zu „hüpfen“ soll man „ … die<br />
Anstellung des Antriebes entsprechend ...“<br />
ändern, bis das Modell wieder ruhig läuft.<br />
Aber wie? Antrieb rauf oder runter? Zumindest<br />
zur Verlagerung des Akkus gibt es einen<br />
eindeutigen Hinweis: Wenn das Modell<br />
hüpfen sollte, gehört er weiter <strong>nach</strong> vorn,<br />
das ist wenigstens einmal ein konkreter<br />
Hinweis.<br />
Und wo wir schon be<strong>im</strong> Thema Hinweis<br />
sind: Weitere Hinweise sind leider ebenfalls<br />
Fehlanzeige. Wir hätten nun doch ganz gerne<br />
mal gewusst, welche Leistungsdaten der<br />
verbaute Motor hat, was hinsichtlich Pflege<br />
Innenraum fahrfertig, über dem Empfänger der GPS-Sensor<br />
und Wartung der Flexwelle zu beachten ist,<br />
ob man diese schmieren soll/muss, und –<br />
falls ja – wie man den Motor dann zerlegt<br />
und wieder zusammenbaut. Das ist zwar an<br />
sich klar, man müsste halt einfach einmal<br />
sämtliche Schrauben herausdrehen, bloß<br />
sollte man so etwas ja nicht mit der Vorgehensweise<br />
„Versuch und Irrtum“ erproben<br />
müssen. Auch dass man Flexwellen an<br />
der Andruckscheibe vor dem Prop mit ein<br />
bisschen „Luft“ einstellen muss, ist einem<br />
Einsteiger in diesen Bereich nicht klar. Auch<br />
eine Explosionszeichnung des Außenborders<br />
wäre eine feine Sache gewesen.<br />
Die Bauanleitung verdient also ein absolutes<br />
„Daumen runter“. ARTR hin oder her,<br />
hier braucht‘s einfach mehr Informationen.<br />
Der unbedarfte Neueinsteiger benötigt<br />
davon sowieso jede Menge, und der Fortgeschrittene,<br />
der wissen will, was man so<br />
aus dem Modell herauskitzeln kann, möchte<br />
diese ebenso haben. Und noch eine<br />
kleine Bemerkung am Rande: Zu Zeiten,<br />
in denen wir uns daran gewöhnt haben,<br />
sogar von der Marsoberfläche knackscharfe<br />
Fotos ins Wohnz<strong>im</strong>mer geliefert<br />
zu bekommen, könnte man sich bei den<br />
Abbildungen in einer Bauanleitung schon<br />
einmal um scharfe und vernünftig ausgeleuchtete<br />
Bilder bemühen. Ansonsten<br />
vielleicht lieber informative Skizzen verwenden?<br />
Schließlich ist ein Modell dieser<br />
Preisklasse kein Supermarkt-Spielzeug,<br />
6 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
und der Käufer kann für seine gut € 371,–<br />
schon eine vernünftige Anleitung erwarten.<br />
So, genug gemosert, der Winter steht vor<br />
der Tür und es wird allerhöchste Zeit, die<br />
Fahrerprobung<br />
durchzuführen. An einem der allerletzten<br />
Tage Ende November kam doch kurz noch<br />
einmal die Sonne heraus und ermöglichte<br />
die Testfahrten. Leider war es nicht ganz so<br />
windstill, wie man es sich für solche Erprobungsfahrten<br />
wünscht, aber die Wasseroberfläche<br />
war nur leicht gekräuselt, so<br />
dass man ohne großes Herzklopfen die ersten<br />
Proberunden drehen konnte.<br />
Akku geladen und eingesetzt, Innenraum<br />
abgeklebt, die Haube zu Sicherheit auch<br />
mit ein paar Klebestreifen fixiert (sicher ist<br />
sicher) und ab mit dem Kat aufs Wasser.<br />
Ohne Fahrt liegt das Heck wie gewohnt<br />
ziemlich tief <strong>im</strong> Wasser, das ändert sich<br />
aber schlagartig, wenn der Fahrhebel <strong>nach</strong><br />
vorne geschnippt wird. Wie bei Modellen<br />
dieser Kategorie üblich, macht sich die<br />
RHODE ISLAND <strong>im</strong> Stil von „Sprung auf,<br />
marsch marsch!“ auf den Weg und zieht<br />
sofort astrein ab. Ein bisschen Nachtr<strong>im</strong>men<br />
am Ruderknüppel und schon läuft sie<br />
schnurgerade. Nach Erreichen der Höchstgeschwindigkeiten<br />
bemerken wir ein min<strong>im</strong>ales<br />
Wippen, aha, der Akku sollte wohl<br />
ein bisschen weiter <strong>nach</strong> vorne verlagert<br />
werden. Die erste Gerade ist<br />
zu Ende, Gas raus, rum ums<br />
Eck und in Gegenrichtung<br />
gleich wieder Volllast. Nun,<br />
mit dem Wind <strong>im</strong> Rücken, ist<br />
das Wippen weg, es wurde<br />
wohl nur durch die kleinen<br />
Kräuselwellen ausgelöst. Die<br />
Basis-Abst<strong>im</strong>mung aus der<br />
Schachtel heraus st<strong>im</strong>mt also<br />
auf jeden Fall. Das Kurven-<br />
Fahrverhalten ist für einen<br />
Außenborder-Kat als sehr gutmütig<br />
zu bezeichnen sofern<br />
– in dieser Hinsicht war der<br />
passende Hinweis vorhanden<br />
– der Ausschlagwinkel des Außenborders<br />
auch entsprechend gering gehalten wird.<br />
Die Anleitung empfiehlt hier max. 6–7° zu<br />
jeder Seite.<br />
Damit ist man zwar fahrdynamisch auf der<br />
super-sicheren Seite, nur hat die RHODE<br />
ISLAND damit einen Wendekreis, der nur<br />
ganz knapp unter dem der TITANIC liegt.<br />
Spaß beiseite, für herkömmliche Fahrgewässer<br />
ist dieser Ruderausschlag dann einfach<br />
zu klein und man landet viel zu schnell<br />
ungewollt <strong>im</strong> Ufer-Gemüse. Hier muss man<br />
irgendwie einen vernünftigen Kompromiss<br />
eingehen oder – wesentlich besser – die<br />
Segnungen moderner Fernsteuerungstechnik<br />
in Anspruch nehmen: Das heißt, in der<br />
Betriebsanleitung sollte durchaus auf die<br />
Nutzung von Dual-Rate oder Expo auf dem<br />
Steuerkanal eingegangen werden. Für die<br />
schnelle Fahrt von Kurven bei Vollgas ist<br />
der in der Anleitung angegebene geringe<br />
Ausschlag des Außenborders auf jeden Fall<br />
richtig. Im Normalfall fährt man mit solchen<br />
Modellen ja aber überwiegend Geraden mit<br />
Vollgas, um am Ende des Gewässers eine<br />
180°-Kehre zu fahren und dann wieder mit<br />
Volllast zurückzuheizen. Für die enge Kehre<br />
braucht man dann einen größeren Ausschlag,<br />
den man aber tunlichst bei Volllast<br />
keinesfalls nutzen sollte, ansonsten gibt‘s<br />
unweigerlich den Außenborder-üblichen<br />
Ringelpiez. Wer kein so feinfühliges Fingerchen<br />
am Knüppel hat, könnte nun mittels<br />
Jumpstart!<br />
Dual Rate während der schnellen Fahrt auf<br />
den geringen Ausschlag umschalten oder<br />
eben entsprechend starke Expo auf die<br />
Ruderfunktion geben. Dadurch erzeugt der<br />
überwiegende Teil des Knüppelwegs nur<br />
relativ wenig Ausschlag am Außenborder<br />
und erst auf den allerletzten Mill<strong>im</strong>etern des<br />
Knüppelwegs wird dann der volle Steuerweg<br />
nutzbar gemacht.<br />
Nach gut 10 min wüster Vollgas-Heizerei<br />
zur Anfertigung der Fotos ging es dann zu<br />
einem ersten Check zurück ans Ufer. Der<br />
Innenraum war komplett trocken geblieben,<br />
die Temperaturen von Akku, Regler und<br />
Motor lagen <strong>im</strong> kaum wahrnehmbaren Bereich.<br />
Da haben natürlich sicherlich auch<br />
die frischen Umgebungs-Temperaturen<br />
von gerade mal 4 °C<br />
am Testtag ihren Anteil geleistet,<br />
auch die Wassertemperatur dürfte<br />
nur unwesentlich über diesem<br />
Wert gelegen haben. Auf jeden<br />
Fall ist die Antriebscombo in der<br />
vorliegenden Form nicht überfordert<br />
und der verbaute Regler mit<br />
seinen 75 A Belastbarkeit definitiv<br />
nicht unterd<strong>im</strong>ensioniert. Der<br />
Regler ist übrigens für 4s zugelassen,<br />
für den Betrieb der RHO-<br />
DE ISLAND weist die Anleitung<br />
aber definitiv darauf hin, nicht<br />
mehr als 3s einzusetzen.<br />
Ob man hinsichtlich Tuning mittels<br />
anderer Propeller noch etwas<br />
reißen könnte, liegt auch <strong>im</strong><br />
Ermessen des jeweiligen Käufers,<br />
unter der Kavitationsplatte<br />
wäre auf jeden Fall Platz für<br />
noch wesentlich größere Löffel.<br />
Allerdings sind solche Exper<strong>im</strong>ente<br />
hinsichtlich der fehlenden Hinweise<br />
zu den Motordaten mit großer Vorsicht zu<br />
genießen.<br />
Direkt aus dem Karton heraus und mit der<br />
vom Hersteller vorgeschlagenen Bestückung<br />
kann man auf jeden Fall ein praktisch<br />
narrensicheres Fahrverhalten mit<br />
einem tollen Fahrbild genießen. Auch die<br />
Höchstgeschwindigkeit liegt noch <strong>im</strong> genießerischen<br />
Bereich, unser mitfahrendes<br />
GPS übermittelte max<strong>im</strong>al 32,8 km/h an<br />
das Display auf dem HoTT-Sender. Das ist<br />
für einen RTR-Renner schon sehr ordentlich,<br />
aber eigentlich noch ausbauwürdig.<br />
Wobei man hier natürlich <strong>im</strong>mer die oft sehr<br />
scharfe Grenze zwischen „sicherem Fahrverhalten“<br />
und „schlagartigem Abflug“ <strong>im</strong><br />
Auge behalten muss. Ein bisschen zu zügig<br />
gegen den Wind über Kräuselwellen gefegt,<br />
und schon liegt so ein F1-Kat auf dem Dach.<br />
Wer dieses Risiko nicht eingehen will, belässt<br />
am besten alles so, wie es ist, und hat<br />
an seiner RHODE ISLAND sicherlich lange<br />
Freude.<br />
Technische Daten<br />
Länge ü. a. ca. 605 mm<br />
Breite<br />
ca. 240 mm<br />
Gewicht 1545 g (fahrfertig mit 3s)<br />
Bezugsquelle:<br />
Fachhandel, www.graupner.de<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 7
AKTUELLES<br />
Ludwig Retzbach<br />
Heinz Keller<br />
ist nicht mehr<br />
bei uns<br />
Der Vater des „Keller-Motors“,<br />
Heinz Keller, verstarb am 5.<br />
Oktober 2012 <strong>im</strong> Alter von 82<br />
Jahren in der Nähe von Hanau,<br />
dort, wo er aufgewachsen und die<br />
meiste Zeit seines Lebens aktiv war. Er<br />
zählt zu den großen Pionieren des Elektroantriebs<br />
und die Elektromotoren, die<br />
seinen Namen trugen, sind all denen<br />
bekannt, die sich mit leistungsstarken E-<br />
Antrieben befassen.<br />
Der 1929 geborene Heinz Keller hatte<br />
<strong>nach</strong> seinem Abitur zuerst eine Lehre<br />
bei der Hanauer Vakuumschmelze absolviert,<br />
um dann <strong>nach</strong> einem Physikstudium<br />
an der Goethe-Universität in<br />
Frankfurt wieder in den Dienst seiner<br />
Ausbildungsfirma zu treten. Dort war<br />
der Diplom-Physiker Keller frühzeitig mit<br />
Legierungen aus den seltenen Erden-<br />
Metallen Kobalt und Samarium befasst<br />
und erkannte rasch das Potenzial dieser<br />
damals neuartigen Magnetwerkstoffe für<br />
den Bau drehmomentstarker Elektromotoren.<br />
Der Impuls, es mit dem Selbstbau<br />
eines Motors zu versuchen, kam aus<br />
seinem Modell-Rennboot-Hobby, dem<br />
er in seiner Freizeit be<strong>im</strong> Schiffs-Modell-<br />
Club Fulda frönte.<br />
Sehr bald schon, es war wohl 1978,<br />
entdeckten auch die Elektroflieger die<br />
Bedeutung dieser Innovation. Bis dahin<br />
hatte man zumeist mit japanischen<br />
Mabuchi-Motoren, die für Elektrowerkzeuge<br />
konzipiert waren, um Höhenmeter<br />
gekämpft. Die Keller-Motoren brachten<br />
ganz neuen Schwung in die zuvor<br />
oftmals wegen Leistungsmangel belächelte<br />
Elektroflugszene. Bald war ohne<br />
Keller-Motor kein Wettbewerb mehr zu<br />
gewinnen. Die Nachfrage explodierte,<br />
sodass Heinz Keller zu seinem 25-jährigen<br />
Firmenjubiläum seine sichere<br />
Anstellung bei der Vakuumschmelze<br />
kündigte und eine eigene Motorenfirma<br />
gründete.<br />
Dem legendär gewordenen „Keller<br />
50/24“ folgten zahlreiche Motortypen für<br />
diverse Einsatz- und Leistungsklassen.<br />
Dabei blieb der kaufmännische Elan<br />
stets hinter dem des Konstrukteurs und<br />
Tüftlers zurück. Heinz Keller kümmerte<br />
sich nicht um Verkaufsförderung <strong>im</strong> heutigen<br />
Sinne, unterstützte stattdessen<br />
lieber jugendliche Wettbewerbspiloten.<br />
Einen Keller-Motor zu bekommen, war<br />
nicht <strong>im</strong>mer ganz einfach und der Service<br />
glich eher einem Förderprogramm<br />
für seine Mitbewerber.<br />
1989 verkaufte Heinz Keller seine Motorenfertigung<br />
an die Fa. robbe und beschäftigte<br />
sich in den 1990er-Jahren nur<br />
noch hobbymäßig mit dem Elektroflug.<br />
Er wandte sich forschend den damals<br />
gängigen Nickel-Cadmium-Zellen zu.<br />
Mit großem Engagement sammelte er<br />
Messdaten und publizierte die so erworbenen<br />
Erkenntnisse in einem Fachbuch.<br />
Auch da<strong>nach</strong> besuchte er <strong>im</strong>mer wieder<br />
Elektroflugveranstaltungen, stets in unverwechselbarem<br />
Outfit. Man erlebte ihn<br />
dann oftmals als sehr zeitgeistkritischen<br />
Mitbürger.<br />
Obwohl Heinz Keller sich in den letzten<br />
Jahren aus gesundheitlichen Gründen<br />
<strong>im</strong>mer mehr ins Privatleben zurückgezogen<br />
hatte, werden sein Name und<br />
die damit verbundenen Verdienste um<br />
den Elektroantrieb der Nachwelt unauslöschbar<br />
in Erinnerung bleiben.<br />
Heinz Keller (wie stets mit großem Hut)<br />
wird 2001 bei der Festveranstaltung<br />
„10 Jahre Elektromeeting Aspach“ geehrt<br />
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W<br />
ie das weltbekannte Überschallflugzeug<br />
beeindruckte<br />
auch die FINNJET durch ihre<br />
hohe Geschwindigkeit (max. 33 kn), hatte<br />
aber genau wie der Flieger einen viel zu<br />
hohen Kraftstoffdurst. Angetrieben wurde<br />
sie bei der Indienststellung <strong>im</strong> Jahr 1977<br />
durch zwei Gasturbinen des gleichen Typs,<br />
wie sie auch in den DC 8-Verkehrsflugzeugen<br />
eingebaut waren. Daher rührt auch das<br />
Kürzel G.T.S. <strong>im</strong> Namen, es steht für Gasturbinenschiff.<br />
Anfang der 70er-Jahre waren<br />
Exper<strong>im</strong>ente mit Gasturbinen als Antrieb<br />
so richtig in Mode, sie wurden sogar in den<br />
Bundesbahn-Lokomotiven der Baureihe<br />
210 eingebaut.<br />
Bei der Indienststellung hielt die FINNJET<br />
eine Reihe von Rekorden, unter anderem<br />
den als weltweit schnellste, größte und längste<br />
Passagier-/Autofähre. 1981 kam dann<br />
noch der Rekord als weltweit erste Passagier-/Autofähre<br />
mit kombiniertem Diesel-/<br />
Gasturbinenantrieb hinzu. Dieser Rekord<br />
war natürlich aus der Not geboren, denn die<br />
Eigner mussten auf den hohen Treibstoffverbrauch<br />
reagieren, und so ließen sie zwei<br />
Dieselmotoren für die langsameren Winterfahrten<br />
einbauen.<br />
Das Schiff bediente zuerst die Route von<br />
Travemünde <strong>nach</strong> Helsinki, ab 1999 von<br />
Rostock <strong>nach</strong> Helsinki mit Zwischenstopp in<br />
Tallin. In der Zeit zwischen 1977 und 2005<br />
beförderte das Schiff 5 Millionen Fahrgäste<br />
über die Ostsee und erwarb sich dadurch<br />
einen regelrechten Fanclub. Gegen Ende<br />
der Dienstzeit bekam die Reederei aber<br />
verstärkt die Konkurrenz der Billigflieger<br />
zu spüren, was letztlich zur Einstellung des<br />
Fährverkehrs mit der FINNJET führte.<br />
Da<strong>nach</strong> diente sie knapp ein Jahr in Baton<br />
Rouge in den USA als Notunterkunft für die<br />
Opfer des Hurrikans Katrina.<br />
Trotz der Bemühungen einer Interessengemeinschaft<br />
zur Rettung der FINNJET wurde<br />
das Schiff gegen Ende 2008 <strong>im</strong> indischen<br />
Alang abgewrackt. Dabei stellte es <strong>nach</strong> Ansicht<br />
seiner Fans einen letzten Rekord auf,<br />
nämlich den als besterhaltenes Passagier-<br />
DIE CONCORDE UN<br />
schiff, das in Alang zum Abwracken auf den<br />
Strand gesetzt wurde. Die markante Optik<br />
der FINNJET war dann sogar auf Google<br />
Earth noch zu erkennen.<br />
Das Modell<br />
Ich baue vor allem RC-Modelle aus Plastikbausätzen.<br />
Nach dem Seenotkreuzer<br />
ARKONA und dem Fischkutter von Revell<br />
fiel meine Wahl dieses Mal auf die FINN-<br />
JET desselben Herstellers. Dieser Bausatz<br />
ist <strong>im</strong> Maßstab 1:400 gehalten. Kaum lag<br />
der Bausatz aber auf dem Basteltisch, meldeten<br />
sich erste Zweifel wegen des Breiten-/Höhenverhältnisses<br />
des Schiffchens.<br />
Es war klar, dass sich besonders das Gewicht<br />
der Teile der oberen Decks negativ auf<br />
die Stabilität auswirken würde. Zur Abhilfe<br />
unternahm ich Versuche mit einem Fräser,<br />
um an Deck- und Seitenteilen durch Materialwegnahme<br />
zu einer Gewichtsersparnis<br />
zu kommen. Dem war aber kein nennenswerter<br />
Erfolg beschieden. Letztendlich baute<br />
ich dann <strong>nach</strong> der Devise „Probieren geht<br />
über Studieren“ weiter.<br />
Spannend ist es bei den Plastikbausätzen<br />
<strong>im</strong>mer, eine Lösung zu finden, um den Wartungszugang<br />
in den Rumpf herzustellen.<br />
Bei Revell-Bausätzen können erste Überlegungen<br />
hierzu an Hand der PDF-Baupläne<br />
auf der Webseite des Herstellers angestellt<br />
FINNJET als Wohnschiff in Baton Rouge (Foto: Wikipedia)<br />
10 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
Kunststoff-Winkelleiste zur Fixierung<br />
des Aufbaus<br />
Wolfgang Hertle<br />
Durch ein Spielzeugboot<br />
wurde ich auf die Idee gebracht,<br />
auf das Ruder zu verzichten und das<br />
Modell nur über die Drehzahlunterschiede<br />
der Antriebspropeller zu steuern. Das Steuern<br />
erfolgt dann über das Aktivieren des<br />
Kreuzmischers, bei älteren Fernsteueranlagen<br />
lässt sich so ein Kreuzmischer empfängerseitig<br />
<strong>nach</strong>rüsten, entsprechende Teile<br />
hat z. B. Conrad-Electronic für ca. € 20,– <strong>im</strong><br />
Angebot. Nun ging es noch darum, leichte<br />
Drehzahlsteller und Antriebsmotoren zu finden<br />
und dies auch noch zu einem möglichst<br />
günstigen Preis (man ist halt Schwabe).<br />
Die Antriebsanlagen entstanden daher<br />
TER DEN FÄHREN<br />
Das Original zum Abwracken auf<br />
dem Strand von Alang, Indien<br />
(Foto: GoogleEarth)<br />
werden. Ich entschied mich dafür, den kompletten<br />
Aufbau auf der Höhe des Rumpfes<br />
abnehmbar zu gestalten, wobei ein Zugang<br />
von luxuriöser Größe entsteht. Zur Fixierung<br />
des Aufbaus wurden Kunststoffleisten<br />
in L-Form eingesetzt (3 x 3 mm), der Ausschnitt<br />
<strong>im</strong> Deck wurde mit der Laubsäge<br />
vorgenommen.<br />
Einen ähnlichen Ausschnitt habe ich auch<br />
zwei Decks höher ausgesägt, was letztendlich<br />
auch eine Gewichtsersparnis erbrachte.<br />
Auch in den Schornsteinen wurden<br />
aus demselben Grund<br />
verdeckte Flächen weggeschnitten.<br />
Der Aufbau wurde<br />
dann durch „Spanten“<br />
aus dem ausgeschnittenen<br />
Material verstärkt.<br />
Der Antrieb<br />
Der Aufbau, verstärkt mit Spanten<br />
durch das Zerlegen zweier preiswerter Servos,<br />
die ihrer Getriebe beraubt wurden und<br />
somit als Motor-/Drehzahlstellereinheiten<br />
dienen. Natürlich ist die Antriebsleistung<br />
überschaubar, für kleine Plastikbausätze<br />
Servo-Antriebe, Akku, Kreuzmischer, Empfänger (v. l. n. r.)<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 11
aber völlig ausreichend. Mit der Spannungsversorgung<br />
durch fünf Mikro-Zellen war<br />
die Endgeschwindigkeit <strong>im</strong> Fall der FINN-<br />
JET sogar zu hoch, die Betriebsspannung<br />
wurde daher durch jeweils zwei Standarddioden<br />
(1N4005) verringert, die ich in die<br />
Minusleitungen zu den Motoren eingesetzt<br />
habe. Um die Einstellbarkeit des Nullpunkts<br />
der Steller zu verbessern, wurden die Servo-Potis<br />
(5 k) durch zwei Widerstände (je<br />
2 k) und ein Poti (1 k) ersetzt.<br />
Die Motorhalterungen entstanden aus<br />
Kunststoff-Kabelkanälen, deren Vorteil es<br />
ist, dass sie flexibel sind. Für die Wellenkupplungen<br />
habe ich Kabelisolierungen<br />
aus einer ausgeschlachteten Kaffeemaschine<br />
verwendet. Die Wellenanlagen sind<br />
normale Metallausführungen aus dem<br />
Programm der Fa. Graupner (Nr. 414), als<br />
Props wurden Exemplare des gleichen<br />
Herstellers mit 20 mm Durchmesser verwendet.<br />
Empfänger, Kreuzmischer und<br />
alle Antriebsteile wurden aus Gründen der<br />
Gewichtsersparnis ohne Gehäuse in den<br />
Rumpf eingebaut.<br />
Finish<br />
Servo-Antriebe mit <strong>nach</strong>gerüsteten<br />
Wi derständen, Tr<strong>im</strong>mern und Dioden<br />
Ich habe mich dafür entschieden, auf die<br />
Wasserschiebebilder zu verzichten, die<br />
dem Bausatz beiliegen, denn in diesem<br />
Falle hätte das ganze Schiff noch eine abschließende<br />
Klarlackschicht bekommen<br />
müssen. Die Fenster wurden folglich mit<br />
einem schwarzen Permanentstift ausgemalt,<br />
die Zierlinien manuell mit Farbe und<br />
Tamiya-Tape hergestellt. Dabei mussten<br />
Kompromisse hinsichtlich der Vorbildtreue<br />
eingegangen werden, da über den Fenstern<br />
keine Linien hergestellt werden konnten.<br />
Die weißen Flächen habe ich nicht lackiert<br />
(Gewichtsersparnis), durch eine Behandlung<br />
der Plastikteile mit feinster Stahlwolle<br />
entsteht mit wenig Aufwand eine passable<br />
Oberfläche ohne Glanz. Ein Teil der Wasserschiebebilder<br />
wurde auf eine weiße Kunststoffplatte<br />
aufgeklebt, in den Computer eingescannt<br />
und dann wieder auf Klarsichtfolie<br />
ausdruckt. Diesen Ausdruck habe ich dann<br />
mit Klarlack fixiert und am Schiff aufgeklebt.<br />
Der auf der Heliplattform abgestellte Hubschrauber<br />
stammt aus meiner Grabbelkiste,<br />
er passte zufällig genau.<br />
Fahrerprobung<br />
Der Antrieb erfüllte die Erwartungen voll,<br />
das Steuern funktioniert <strong>nach</strong> etwas<br />
Übung auch vorbildähnlich ohne große<br />
Wackelei, sofern man das Modell mit Hilfe<br />
kleiner Gewichte sauber austr<strong>im</strong>mt und<br />
wenn man in der Kurve etwas vom „Gas“<br />
geht. Besonders beeindruckend sind<br />
die guten Fahreigenschaften be<strong>im</strong> Rückwärtsfahren,<br />
die bei Modellen in dieser<br />
Größe mit Ruder oft problematisch sind.<br />
Als kleiner Nachteil kann gelten, dass die<br />
Nullstellung der Fahrmotoren vor Beginn<br />
der Fahrt mit der Tr<strong>im</strong>mung an der Fernsteuerung<br />
eingestellt werden muss und<br />
dass sie manchmal dennoch langsam vor<br />
sich hin laufen. Im Großen und Ganzen bin<br />
ich aber mit dem Antrieb sehr zufrieden.<br />
Insgesamt ist mit der FINNJET mit überschaubarem<br />
Aufwand an Zeit und Geld ein<br />
interessantes Modell entstanden. Als Einsatzgebiet<br />
bietet sich wegen der Modellgröße,<br />
der Seetüchtigkeit und einer gewissen<br />
Windempfindlichkeit natürlich aber eher<br />
ein Schw<strong>im</strong>mbecken oder ein Teich als die<br />
„große Fahrt“ auf einem See an.<br />
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<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 13
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Andreas Langner<br />
Styrodurschneider<br />
<strong>im</strong><br />
<strong>Eigenbau</strong><br />
Der Bügel<br />
V<br />
or einem Jahr kam ich auf die<br />
Idee, einen Outrigger <strong>im</strong> <strong>Eigenbau</strong><br />
zu bauen. Das Urmodell<br />
wollte ich aus Styrodur fertigen.<br />
Wer schon einmal Styrodur mit dem<br />
Cuttermesser geschnitten hat, der<br />
weiß aber, was das heißt: Die Klingen<br />
Rohrende mit<br />
Gewindebuchse<br />
Isolatoren mit<br />
Klemmschlitz<br />
brechen ständig ab bzw. sie werden sehr<br />
schnell stumpf. Abgesehen davon kann<br />
man eine 60 mm starke Styrodurplatte gar<br />
nicht von einer Seite her komplett durchschneiden,<br />
da die Klingen nicht lang genug<br />
sind. Auch Radien sind auf diese Weise<br />
nicht sauber zu schneiden.<br />
Aus diesem Grund baute ich mir einen ersten<br />
Styroschneider aus einem Stück Besenstiel<br />
und einer Laubsäge. Der Nachteil<br />
dieses Geräts war, dass man <strong>im</strong>mer die<br />
Hilfe einer zweiten Person brauchte, da es<br />
allein fast unmöglich war, sowohl das Styrodur<br />
zu halten als auch gleichzeitig den<br />
Styroschneider zu führen.<br />
Für mein neues Projekt wollte ich daher<br />
einen Styroschneider benutzen, mit dem<br />
man ohne zusätzliche Hilfe arbeiten kann.<br />
Es gibt von verschiedenen Anbietern solche<br />
Hartschaum-Schneidegeräte zu kaufen,<br />
aber diese reißen mit ihren Kosten von etwa<br />
€ 99,– bis € 159,– doch ein ordentliches<br />
Loch in die Modellbaukasse. Also blieb mir<br />
nur der <strong>Eigenbau</strong>, den ich mit geringen finanziellen<br />
Mitteln bewerkstelligen wollte.<br />
Als Vorlage diente mir dabei meine Dekupiersäge.<br />
Zuerst musste einmal ein Gestell (Bügel)<br />
gebaut werden, das den Schneidedraht halten<br />
sollte. Dieser Bügel besteht aus einem<br />
12-mm-Edelstahlrohr, das ich gemäß meinen<br />
Vorstellungen gebogen habe. Das Maß<br />
zwischen den beiden Rohrenden beträgt<br />
330 mm, die Tiefe des Bügels beträgt 380<br />
mm. Man kann diesen Bügel natürlich auch<br />
aus anderen Materialien bauen, wie zum<br />
Beispiel aus Holz oder mit Aluminiumprofilen<br />
aus dem Baumarkt. Der Vorteil des<br />
Edelstahlrohres ist der, dass man den Bügel<br />
etwas zusammendrücken kann, um dem<br />
Schneidedraht eine gewisse Vorspannung<br />
zu geben. Das ist nötig, da sich der Schneidedraht<br />
bei Erwärmung etwas ausdehnt,<br />
sprich länger wird. Die Vorspannung des<br />
Edelstahlrohres gleicht diese Längenausdehnung<br />
dann aus.<br />
In die Enden des Edelstahlrohres habe ich<br />
je eine Messinghülse mit einer Länge von<br />
10 mm und einem M4-Innengewinde eingesetzt,<br />
an die dann die Halterungen für den<br />
Schneidedraht geschraubt werden sollten.<br />
Um einen sicheren Halt der Hülsen zu gewährleisten,<br />
habe ich diese mit Loctite 648<br />
eingeklebt.<br />
Da ein solcher Styroschneider ja mit elektrischem<br />
Strom betrieben wird, stand ich<br />
nun vor dem Problem, den Bügel vom<br />
Stromkreis zu trennen, gleichzeitig aber<br />
die Spannung an den Schneidedraht zu<br />
bringen. Um das Edelstahlrohr vom Stromkreis<br />
zu trennen und den Schneidedraht zu<br />
halten, habe ich folglich zwei Isolatoren aus<br />
Kunststoff angefertigt. Das Kunststoffrundmaterial<br />
fand ich durch Zufall in meiner Materialkiste.<br />
Zuerst bohrte ich auf der Drehbank<br />
je eine 4,2-mm-Bohrung längs durch<br />
14 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
den Kunststoff. Diese Bohrungen wurden<br />
dann auf 50% der Länge nochmals um 15<br />
mm größer aufgebohrt, um später die Montageschraube<br />
versenken zu können. Damit<br />
konnten die Isolatoren nun an den Bügel<br />
angeschraubt werden.<br />
Um eine Aufnahme für den Schneidedraht<br />
zu schaffen, habe ich in die Isolatoren dann<br />
15 mm tiefe Schlitze gesägt. Parallel zum<br />
Verlauf des Schlitzes muss am Grund des<br />
Schlitzes eine 4-mm-Bohrung eingebracht<br />
werden, damit der Draht später besser geklemmt<br />
werden kann. Um den Draht klemmen<br />
zu können, benötigten die Isolatoren<br />
noch eine Bohrung quer zum eingesägten<br />
Schlitz. Diese Bohrung hatte einen Durchmesser<br />
von 4,2 mm und wurde komplett<br />
durch den Isolator durchgebohrt. Der erste<br />
Versuch, den Schneidedraht zu klemmen,<br />
schlug aber fehl, da es nicht richtig gelang,<br />
den Draht zu halten, die Schraube zu<br />
drehen und die Mutter zu fixieren. Abhilfe<br />
schaffte ich mit einem Gewindeeinsatz mit<br />
M4-Innengewinde. Die 4,2-mm-Bohrung<br />
wurde aufgebohrt und in diese Bohrung<br />
dann der Gewindeeinsatz eingeschraubt.<br />
Damit ist es möglich, den Draht zu halten<br />
und ihn gleichzeitig zu klemmen.<br />
Da die Isolatoren nun am Bügel montiert<br />
und der Draht eingespannt war, wollte ich<br />
einen Test machen. Um die Spannung an<br />
den Draht zu bringen, verwende ich dünne<br />
Kupferblechstreifen, die ich an die Isolatoren<br />
anpasste und auch durch den Klemmschlitz<br />
führte. Damit ist es möglich, die Zuleitungskabel<br />
an den Isolatoren zu befestigen und<br />
die Spannung an den Draht zu bekommen.<br />
Die Kabel wurden einfach mit Kabelösen an<br />
den Klemmschrauben befestigt.<br />
Der erste Versuch brachte dann das gewünschte<br />
Ergebnis: Der Schneidedraht<br />
blieb sicher geklemmt und die elektrische<br />
Verbindung hielt ebenfalls.<br />
Um dem Ganzen dann einen sicheren<br />
Stand zu geben, schnitt ich ein Stück Spanplatte<br />
auf die Maße 300 x 400 mm zu und<br />
verschraubte darauf zwei Rohrschellen, die<br />
den Bügel halten sollten. Dank dieser Rohrschellen<br />
ist es möglich, den Bügel zu beiden<br />
Seiten in der Neigung zu verstellen,<br />
um auch schräge Schnitte ausführen<br />
zu können. Als „Sägetisch“ dient eine<br />
Spanplatte von 400 x 500 mm. In diesen<br />
Sägetisch musste ich dann noch<br />
eine Bohrung mit 35 mm Durchmesser<br />
für den Schneidedraht einbringen.<br />
Rechts und links von dieser<br />
Bohrung habe ich noch Langlöcher<br />
geschnitten, die erforderlich<br />
sind, wenn der Bügel in<br />
der Neigung verstellt wird.<br />
Die Verbindung zwischen<br />
Grundplatte und Sägetisch besteht aus<br />
Hartholz-Rundstäben mit einer Länge von<br />
150 mm, die an der Grundplatte und am<br />
Sägetisch verschraubt werden. Dazu habe<br />
ich M6-Senkkopfschrauben verwendet. In<br />
den Hartholzrundstäben sind daher in den<br />
Stirnseiten Gewindeeinsätze mit M6-Innengewinde<br />
eingeschraubt. Dadurch ist es<br />
möglich den Styroschneider bei Nichtgebrauch<br />
zu zerlegen und ihn platzsparend<br />
zu verstauen.<br />
Mein Styroschneider hat eine Schnitthöhe<br />
von 255 mm und eine Schnitttiefe<br />
von 380 mm. Der Schneidedraht hat eine<br />
Länge von 350 mm. Die Spannung sollte<br />
mit dem von mir verwendeten Draht bei<br />
12 V liegen, dabei fließt ein Strom von<br />
Styroschneider mit<br />
geneigtem Bügel<br />
Bügel mit montierten Isolatoren<br />
Kupferbleche für<br />
die Isolatoren<br />
Isolatoren mit Gewindebuchsen<br />
Isolatoren mit<br />
Kupferblechen und<br />
Klemmschrauben<br />
Grundplatte mit<br />
Rohrschellen<br />
und Bügel<br />
Styroschneider<br />
ohne Sägetisch<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013<br />
15
Hartholzrundstab mit Gewindebuchsen<br />
ca. 1,2 A und die Temperatur des Drahtes<br />
liegt bei ca.150 °C. Wenn man dann den<br />
Styroschneider an einem regelbaren Netzgerät<br />
betreibt, kann man die Temperatur<br />
an das zu schneidende Material bzw. an<br />
den Schneidedraht anpassen. Als Schneidedraht<br />
verwende ich einen 0,2 mm dicken<br />
Der untere Isolator<br />
Styroschneidedraht, den man bei www.opitec.de<br />
bestellen kann. Die Spule mit 30 m<br />
Draht ist für € 9,99 zu haben (Best.-Nr.<br />
374.0777).<br />
Mit ein bisschen Übung ist es innerhalb<br />
kurzer Zeit möglich, das Styrodur exakt<br />
zu schneiden, auch Formteile lassen sich<br />
problemlos zuschneiden. Abschließend<br />
muss ich sagen, dass mir der Bau des<br />
Styroschneiders Spaß gemacht hat. Mit<br />
wenig Arbeitsaufwand und mit recht wenig<br />
Geld entstand ein Arbeitsmittel, das seinen<br />
Zweck genauso gut wie die fertig <strong>im</strong><br />
Handel zu erwerbenden Geräte versieht.<br />
Mein <strong>Eigenbau</strong> hat dazu sogar noch den<br />
Vorteil, dass er in der Neigung verstellbar<br />
ist. Das Einzige, was ich neu kaufen musste,<br />
war der Schneidedraht, alle anderen<br />
Baumaterialien fanden sich noch <strong>im</strong> Bastelkeller.<br />
Anstatt des Kuststoff-Rundmaterials<br />
kann man natürlich auch andere,<br />
nicht leitende Werkstoffe verwenden. Das<br />
Einzige, was den Geldbeutel zusätzlich belasten<br />
könnte, wäre die Anschaffung eines<br />
regelbaren Netzgerätes, sofern ein solches<br />
nicht schon vorhanden ist. Natürlich tut<br />
es auch ein einfaches 12-V-Netzgerät mit<br />
einem Laststrom von mindestens 1,2 A,<br />
dann kann man aber natürlich die Temperatur<br />
des Schneidedrahtes nicht beliebig<br />
einstellen.<br />
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Flug-, Schiffs- und Automodelle<br />
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Anzeigenschluss<br />
für <strong>SchiffsModell</strong> 3/2013 ist am 24.01.2013<br />
für <strong>SchiffsModell</strong> 4/2013 ist am 25.02.2013<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 17
RUBRIKEN<br />
<br />
<br />
Neu bei Graupner<br />
ist das Computersystem mc-16 HoTT. Damit<br />
steht jetzt auch ein Mittelklasse-Pultsender<br />
<strong>im</strong> neuen Anlagendesign zur Verfügung.<br />
Der 2,4-GHz-Sender verfügt über acht Steuerfunktionen,<br />
die später per Update auf 12<br />
Steuerfunktionen erweiterbar sein werden.<br />
Der Sender zeichnet sich neben seinem<br />
markanten Design, das ohne eine außen angebrachte<br />
Antenne auskommt, durch 20 Modellspeicher<br />
und eine vereinfachte Programmiertechnik<br />
aus. Ein kontrastreiches,<br />
8-zeiliges und blau beleuchtetes Grafikdisplay<br />
gewährleistet eine perfekte Anzeige aller<br />
Einstellparameter und Telemetriedaten.<br />
Die Speicherung der Telemetriedaten und<br />
eine Erweiterung der Modellspeicher ist<br />
mittels micro-SD Speicherkarte möglich. Ein<br />
USB-Anschluss ermöglicht das Auslesen<br />
und Abspeichern von Modellspeichern und<br />
Firmwareupgrades.<br />
Natürlich verfügt die mc-16 HoTT über alle<br />
von Computeranlagen hinlänglich gewohnten<br />
Vorteile.<br />
Das Basis-Set zum Preis von € 549,– enthält<br />
den Sender mit eingebautem LiIo-Akku<br />
18<br />
(4000 mAh), einen Empfänger HoTT GR-<br />
16, Senderladegerät 500 mA, Updatekabel<br />
und microSD-Karte. Zu erwähnen ist, dass<br />
der Sender serienmäßig neben den Kreuzknüppeln<br />
bereits mit zwei Schiebereglern,<br />
zwei seitlichen Drehgebern sowie zwei<br />
Schaltern ausgerüstet ist.<br />
Die neue Anlage ist ab sofort erhältlich.<br />
www.graupner.de<br />
Graupner: mc-16 HoTT<br />
Neu bei Modellbau Sievers<br />
ist ein Bausatz für das Motorrettungsboot<br />
LÜBECK, einen der Klassiker aus der Rettungsflotte<br />
der DGzRS.<br />
In den Kriegsjahren 1939–43 wurde auf der<br />
Pahl-Werft Hamburg ein Serienbau von ca.<br />
7–13 Rettungsbooten für die DGzRS aufgelegt.<br />
Die LÜBECK II war eines dieser<br />
Schiffe. Es wurde 1942 in Dienst gestellt,<br />
hatte einen Motor von 150 PS, der ihm eine<br />
Geschwindigkeit von 8 kn verlieh.<br />
Die LÜBECK war in den Folgejahren auf<br />
verschiedenen Stationen <strong>im</strong> Einsatz. Da<strong>nach</strong><br />
wurde das Boot an das Schlepp- und<br />
Bergungsunternehmen Hans Schramm,<br />
Brunsbüttel verkauft und von diesem unter<br />
den Namen MÖWE als Bereisungs- und<br />
Begleitschiff eingesetzt. Später wurde es auf<br />
die Insel Borkum verkauft und als Hochseeangelboot<br />
umgebaut.<br />
Der Komplettbausatz enthält einen GfK-<br />
Rumpf, Aufbauten, Deck, Fensterrahmen<br />
usw. aus Kunststoff gefräst sowie viele Zubehörteile<br />
in Resin- und Zinnguss inkl. Wellenanlage,<br />
Propeller usw. Eine Bauanleitung<br />
mit <strong>Plan</strong>, Flaggen und ein Beschriftungs-<br />
Set sind natürlich ebenfalls dabei. Im Maßstab<br />
1:29 wird das Modell 65 cm lang und<br />
19 cm breit, der Preis beträgt € 265,–.<br />
Manfred Sievers<br />
Portlandstr. 5, 30629 Hannover<br />
Tel. 0511-/581125<br />
info@modellbau.sievers.de<br />
http://www.modellbau-sievers.de/<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
Modellbau Sievers:<br />
Motorrtettungsboot LÜBECK<br />
Neu bei Horizon Hobby<br />
ist ein weiteres Modell des Renn-Katamarans<br />
MISS GEICO. Die neu vorgestellte<br />
MISS GEICO 24 stellt nun die dritte Größenvariante<br />
<strong>im</strong> Programm von PROBOAT<br />
dar. Neben der MISS GEICO 17 und der<br />
MISS GEICO 29BL markiert die MISS GEI-<br />
CO 24 somit die goldene Mitte.<br />
Das 635 mm lange und 222 mm breite Modell<br />
verfügt über einen ABS-Rumpf und<br />
PROBOAT / Horizon Hobby:<br />
MISS GEICO 24<br />
kommt komplett fahrfertig zum Kunden. Das<br />
heißt, es ist nicht nur die komplette Antriebsanlage<br />
nebst wassergekühltem 550er-<br />
Antriebsmotor nebst 50-A-Steller und Ruderservo<br />
eingebaut, sondern <strong>im</strong> Lieferumfang<br />
befinden sich auch der Fahrakku<br />
(sechs Zellen NiMH), das erforderliche Ladegerät<br />
sowie die Spektrum DX2e-Fernsteuerung<br />
<strong>im</strong> 2,4-GHz-Band. Die Anlagenkomponenten<br />
sind in einer separaten<br />
RC-Box sicher untergebracht, das alles zusammen<br />
gibt es für einen Verkaufspreis von<br />
€ 139,99.<br />
Die MISS GEICO 24 ist ab sofort <strong>im</strong> Fachhandel<br />
erhältlich.<br />
www.horizonhobby.de<br />
Keine Modellbau-Messe<br />
mehr in Karlsruhe!<br />
Kurz vor Redaktionsschluss erreichte uns<br />
eine erstaunliche Pressemeldung der Messe<br />
Sinshe<strong>im</strong>.<br />
Darin wird angekündigt, dass die erst vor<br />
wenigen Jahren von Sinshe<strong>im</strong> <strong>nach</strong> Karlsruhe<br />
umgezogene Messe „Faszination Modellbau“<br />
bereits ab 2013 wieder auf dem<br />
Messegelände in Sinshe<strong>im</strong> abgehalten werden<br />
wird.<br />
Allerdings gehen die Neuerungen noch wesentlich<br />
weiter: Die bisherige Messe mit dem<br />
Namen „Faszination Modellbau“ wird in<br />
zwei einzelne Messen aufgesplittet. Und<br />
zwar in die Messe „Faszination Modellbahn“,<br />
die vom 22.–24. Februar 2013 als lupenreine<br />
Modellbahn-Messe auf dem Messegelände<br />
in Sinshe<strong>im</strong> abgehalten werden<br />
wird. Zusätzlich gibt es dann die Messe<br />
„Faszination Modelltech", die ebenfalls in<br />
Sinshe<strong>im</strong>, allerdings vom 22.–24.März 2013<br />
ihre Tore öffnen wird.<br />
Beide Messen werden ausschließlich in einer<br />
einzigen Halle, nämlich in der von den<br />
letzten Sinshe<strong>im</strong>-Messen bereits bekannten<br />
Halle 6 abgehalten werden.<br />
Die Messe „Faszination Modelltech“ wird<br />
vom Veranstalter allerdings als „Internationale<br />
Messe für Flugmodelle, Cars & Trucks“<br />
beworben, und auch in den entsprechenden<br />
Pressetexten wird in erster Linie auf die Konzentration<br />
auf den Flugmodellbau sowie<br />
Cars und Trucks hingewiesen.<br />
Es ist also davon auszugehen, dass der<br />
Schiffsmodellbau in der bisher gewohnten<br />
Art und Weise (gewerbliche und ideelle Aussteller,<br />
Wasserbecken, etc.) <strong>im</strong> Rahmen dieser<br />
Messe überhaupt nicht mehr berücksichtigt<br />
werden wird. Auch auf der<br />
Homepage der Messe werden ausschließlich<br />
die Sparten des Flug- und des Fahrzeugmodellbaus<br />
erwähnt, das gilt auch für<br />
das Werbeplakat der Messe.<br />
Hundebesitzer kennen folglich schon lange<br />
das, woran sich die Schiffsmodellbauer in<br />
Sinshe<strong>im</strong> zukünftig auch gewöhnen müssen:<br />
„Wir müssen leider draußen bleiben!“<br />
Oder weniger charmant, so wie vor der Szene-Disco:<br />
„Hey, Du kommst hier nicht rein!“<br />
www.faszination-modelltech.de<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 19
Motorschiffe<br />
Klaus Bartholomä<br />
Das “<br />
<strong>Bassboat</strong>“<br />
oder: Das ideale Kameraboot<br />
W<br />
er meine Ausführungen<br />
über das Modellfilmen mit<br />
der FCO III in der Schiffs-<br />
Modell verfolgt hat, der weiß<br />
Bescheid. Für alle anderen eine kurze Zusammenfassung:<br />
Alles fing mit dem Kauf<br />
einer FCO III mit Übertragungsmodul an.<br />
Be<strong>im</strong> Filmen mit meiner OPTIMIST fand<br />
ich schnell heraus, dass der wahre Reiz<br />
<strong>im</strong> Filmen anderer Boote liegt. Nebenbei<br />
habe ich eine halbkardanische Aufhängung<br />
der Kamera gebaut, die mittlerweile<br />
recht gut funktioniert und Kameraschwenks<br />
um 360° zulässt. In Verbindung mit dem<br />
fernsteuerbaren Kamerakopf sind so wunderbare<br />
Schwenks möglich. Wegen der<br />
eingeschränkten Manövriereigenschaften<br />
eines Segelbootes wäre ein Motorboot aber<br />
natürlich als Kameraträger besser geeignet.<br />
Erste Versuche mit einem Mahagoni-Runabout<br />
zeigten aber, dass dieses Boot völlig<br />
ungeeignet ist, wenn man länger Freude an<br />
seiner Kamera haben möchte, denn das<br />
Boot nahm einfach zu viel Wasser über. Die<br />
Drehs mit meinem alten Motorkreuzer waren<br />
auch nicht der Hit, weil die Kamera den<br />
Schwerpunkt des Bootes zu stark veränderte.<br />
Somit kamen einige Anforderungen<br />
an ein spezielles „Kameraboot“ zusammen.<br />
So etwas ist übrigens nicht übertrieben,<br />
denn alle großen Yachtfotografen haben<br />
solche Kameraboote. Auch wenn ich mich<br />
nicht zu den Großen zähle – ich filme ja<br />
schließlich auch nur Modelle – musste also<br />
so etwas her.<br />
Etwas Geeignetes gibt es sogar schon,<br />
nämlich die „Kiel Classic“ <strong>im</strong> Angebot der<br />
Fa. Gundert. Dieses Modell war mir aber<br />
einfach zu groß und vor allem zu kostspielig<br />
für mein Modellbaubudget. Also entschloss<br />
ich mich zu Konstruktion und Bau eines eigenen<br />
Kamerabootes. Die Kriterien für das<br />
neue Boot waren schnell aufgeschrieben:<br />
Es sollte ausreichend schnell sein, dabei<br />
aber möglichst trocken fahren und möglichst<br />
wenig rollen. Gewünscht war ausreichender<br />
Platz <strong>im</strong> Cockpit, trotzdem ein hoher<br />
Schutz für die Kamera und <strong>im</strong> Hinblick<br />
auf die Tonaufnahmen sollte der Antrieb<br />
möglichst leise sein.<br />
Auf der Suche <strong>nach</strong> Lösungen für diese<br />
Vorgaben stieß ich in einem meiner<br />
Wooden Boat-Kataloge auf ein Boot, das<br />
als „25ft <strong>Bassboat</strong>“ bezeichnet wurde. Das<br />
Boot gefiel mir auf Anhieb recht gut: Es<br />
hat ein riesiges Cockpit und ein günstiges<br />
Längen-/Breitenverhältnis und in meinem<br />
bevorzugten Maßstab 1:10 bietet es genügend<br />
Platz für die Kamera hinter der Windschutzscheibe.<br />
Der steile Vorsteven und<br />
das massige Vorschiff ließen ein trockenes<br />
Fahren erhoffen. Geschwindigkeit ist nur<br />
eine Frage der Motorleistung, und die ist<br />
dank der modernen BL-Motoren kein Problem<br />
mehr. Aber was ist nun eigentlich ein<br />
„<strong>Bassboat</strong>“? Nun, dabei handelt es sich um<br />
ein einfaches Sportfischerboot. Das von mir<br />
ausgesuchte Exemplar ist ein Design der<br />
Werft Eldredge-McInnis, die zwischen 1928<br />
und 1951 an die 60 Stück dieser Boote für<br />
die kabbelige Buzzards Bay in Neuengland<br />
gebaut haben soll. Wenn das Original schon<br />
für kabbelige See gedacht war, dann sollte<br />
das Modell doch auch mit Wellen zurechtkommen,<br />
dachte ich mir. Die Boote wur-<br />
20 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
1<br />
den wie erwähnt zum Fischen, aber auch<br />
als Yacht-Club-Tender, Arbeitsboote und<br />
für Zubringerdienste verwendet. Mit einem<br />
6-Zyl.-Motor soll das Boot auf 20 kn gekommen<br />
sein. Also auf geht’s!<br />
Der Rumpf<br />
3<br />
2<br />
4<br />
Als Erstes wird ein Baubrett (Helling) benötigt.<br />
Am besten eignet sich dafür eine Tischlerplatte<br />
mit den Abmessungen 20 x 80 cm<br />
und einer Stärke von mind. 19 mm. Auf die<br />
Platte wird eine Mittellinie gezeichnet und<br />
an den Spantpositionen rechtwinklige Linien<br />
dazu. An die <strong>nach</strong> den Vorlagen aus dem<br />
<strong>Plan</strong> ausgeschnittenen Spanten (Bild 1)<br />
werden Vierkanthölzer so angenagelt, dass<br />
die Spanten problemlos senkrecht auf das<br />
Baubrett aufgestellt werden können. Nun<br />
die Spanten exakt zu Mittellinie und Spantpositionen<br />
ausrichten und von unten mit der<br />
Helling verschrauben. Dazu kann man die<br />
Helling auch senkrecht in einen Schraubstock<br />
spannen (Bild 2). Nachdem nun das<br />
Spantgerüst steht, können die einzelnen<br />
Teile des Kiels auf dem <strong>Plan</strong> zusammen<br />
gele<strong>im</strong>t werden. Sinnvollerweise verwendet<br />
man dabei eine dünne Klarsichtfolie als Zwischenlage.<br />
Nach dem Aushärten des Le<strong>im</strong>s<br />
können dann der Kiel mit dem Spantengerippe<br />
verklebt sowie Motorfundament,<br />
Servobrett und Ruderkoker eingeklebt werden.<br />
Jetzt noch die Stringer und die Bugund<br />
Heckverstärkung anbringen und das<br />
Spantengerippe ist fertig zum Straken und<br />
Beplanken (Bild 3).<br />
Zum Beplanken wird 2-mm-Flugzeugsperrholz<br />
verwendet, das man in 20 mm breite<br />
Streifen sägt. Begonnen wird in der Mitte mit<br />
den Seitenwänden. Die <strong>Plan</strong>ken werden <strong>im</strong><br />
Winkel von ca. 45° zum Balkweger aufgebracht,<br />
dadurch kann man materialsparend<br />
arbeiten und die Rundungen des Rumpfes<br />
besser anpassen. Ich verwende übrigens<br />
Hartkleber für diese Arbeit. Ist die erste<br />
<strong>Plan</strong>ke auf beiden Seiten fest, kann von da<br />
aus <strong>nach</strong> vorne und <strong>nach</strong> hinten weiterbeplankt<br />
werden (Bild 4). Dabei muss genau<br />
darauf geachtet werden, dass die <strong>Plan</strong>ken<br />
auch untereinander bündig auf Stoß zu<br />
verkleben sind. Im Verlauf der Trockenphasen<br />
wird noch der Spiegel angeklebt und<br />
gestrakt. Sind die Seitenwände fertig beplankt,<br />
können die Überstände entlang der<br />
K<strong>im</strong>mleiste mit dem Bandschleifer abgeschliffen<br />
werden, da<strong>nach</strong> verfährt man mit<br />
dem Rumpfboden in gleicher Weise (Bild 5).<br />
Wenn die letzte Bodenplanke fest ist, werden<br />
alle Überstände bündig geschliffen und<br />
der ganze Rumpf verputzt und das erste<br />
Mal gespachtelt und geschliffen. Nun kann<br />
eine Lage 80 g/m²-Glasgewebe mit Epoxid-<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 21
Die <strong>Plan</strong>zeichnungen zum <strong>Bassboat</strong> können<br />
per E-Mail unter welz@neckar-verlag.de<br />
kostenlos angefordert werden<br />
22 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
5<br />
8<br />
6<br />
7<br />
harz auflaminiert werden. Wer darin noch<br />
nicht so geübt ist, geht am Besten wie be<strong>im</strong><br />
Beplanken vor, sprich erst die Seitenwände,<br />
dann den Rumpfboden mit Gewebe belegen.<br />
Experten schaffen jede Seite auch in<br />
einem Stück. Nach dem Aushärten geht die<br />
Spachtel- und Schleifzeremonie los. Ich verwende<br />
dazu am liebsten 1-K-Nitrospachtel.<br />
Der trocknet schnell und lässt sich pr<strong>im</strong>a<br />
schleifen. Nach ca. 10 min lässt sich eventuell<br />
zu viel aufgetragene Spachtelmasse<br />
mit dem Schaber wieder entfernen. Zum<br />
Ende hin habe ich <strong>nach</strong> jedem Schleifgang<br />
Grundierung aufgesprüht, um die kleinen<br />
Unebenheiten besser erkennen zu können.<br />
Nach vier Wochen hatte ich keine Lust mehr<br />
auf Schleifstaub und begann mit dem Lackieren<br />
(Bild 6). Solange der Rumpf auf der<br />
Helling ist, lässt sich die Wasserlinie wunderbar<br />
anreißen und be<strong>im</strong> Lackieren muss<br />
nicht viel abgeklebt werden. Der Nachteil ist,<br />
dass man bei den folgenden Arbeiten natürlich<br />
den Lackauftrag beschädigen kann,<br />
dieses Risiko wollte ich aber eingehen.<br />
Einer der größten Momente be<strong>im</strong> Schiffchenbauen<br />
ist für mich das Abnehmen des<br />
Rumpfes von der Helling. Dazu werden<br />
alle Schauben entfernt, die die Dachlatten<br />
mit der Helling verbinden, dann der Rumpf<br />
von der Helling genommen und die Vierkantleisten<br />
von den Spanten entfernt. Jetzt<br />
können die Spantfüße abgesägt werden<br />
und der Rumpf liegt in voller Schönheit auf<br />
der Werkbank. Mit 1124 g ist er zwar nicht<br />
gerade ein Leichtgewicht, dafür ist er aber<br />
sehr stabil und bereits fertig lackiert (Bild 7).<br />
„Toll!“, denke ich mir. Die Vorfreude auf das<br />
fertige Schiff ist groß.<br />
Nachdem der Rumpf auch innen mit Epoxi<br />
versiegelt ist, kann es mit dem Ausbau der<br />
Schale losgehen. Dazu ist es sinnvoll, bereits<br />
den Ständer fertig gestellt zu haben,<br />
damit der Rumpf sicher horizontal aufgestellt<br />
werden kann. Jetzt werden das Servo<br />
und das Ruderblatt eingebaut. Letzteres<br />
besteht aus dünnem Messingblech, das um<br />
den Ruderschaft so herum gebogen wird,<br />
dass ein symmetrisches Profil entsteht. Da<strong>nach</strong><br />
werden die Teile weich miteinander<br />
verlötet und der Hohlraum <strong>im</strong> Ruderblatt mit<br />
2-K-Kleber ausgegossen und verschliffen.<br />
Die Ruderhacke schützt Ruder und Propeller<br />
bei Grundberührung und sollte deshalb<br />
mit zwei kleinen Schrauben am Kiel stabil<br />
verschraubt werden. Wenn alles so ausgerichtet<br />
ist, dass es leichtgängig ist, kann das<br />
Rudergestänge gebogen werden. Ich habe<br />
das Servo so auf dem Servobrett befestigt,<br />
dass es auf einer Schiene von vorne durch<br />
eine Klappe in der Cockpitrückwand eingeschoben<br />
werden kann (Bild 8). Dadurch<br />
muss das Achterdeck keine Inspektionsöffnung<br />
bekommen, die die Optik gestört<br />
hätte. Die Cockpitrückwand wird am besten<br />
auch gleich in Angriff genommen. Ich habe<br />
die Luke nur mit 2-mm-Moosgummischnur<br />
in die Rückwand geklemmt. Das verlangt<br />
genaues Arbeiten, weshalb diese beiden<br />
Teile außerhalb des Rumpfes so lange aneinander<br />
angepasst werden, bis der Deckel<br />
saugend in die Rückwand passt. Jetzt kann<br />
die Rückwand <strong>im</strong> Rumpf ausgerichtet und<br />
verklebt werden.<br />
Der Antrieb<br />
Als Nächstes folgen der Einbau der Welle<br />
und des Motors. Die Öffnung <strong>im</strong> Kiel muss<br />
evtl. noch etwas <strong>nach</strong>gearbeitet werden,<br />
bevor das Stevenrohr eingeschoben, ausgerichtet<br />
und mit ein paar Tropfen Sekundenkleber<br />
verklebt werden kann. Die Austrittsstelle<br />
des Stevenrohrs am Rumpf wird<br />
mit etwas Silikon gut abgedichtet. Der Motor<br />
kann nun auf seinem Fundament festgeschraubt<br />
und ausgerichtet werden. Dass<br />
Motor und Welle möglichst gut fluchten<br />
sollten, muss nicht extra erwähnt werden,<br />
die Welle wird mit einer starren Kupplung<br />
mit dem Motor verbunden.<br />
Als Antriebsmaschine habe ich einen<br />
28/36-Außenläufer mit 1120 min -1 /V verwendet<br />
(Bild 9). Mit einem 3s-LiPo-Akku<br />
leistet der Motor 220 W bei einer moderaten<br />
Stromaufnahme von knapp 20 A. Ich habe<br />
einen Flugregler, den ich als Combo zusammen<br />
mit dem Motor bekommen habe,<br />
verwendet. Zur Umpolung der Fahrtrichtung<br />
wird ein alter Leistungsschalter aus einem<br />
RC-Car mit einem separaten Servo angesteuert.<br />
Zur Richtungsumkehr muss der<br />
Umpolschalter lediglich so verdrahtet wer-<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 23
9<br />
den, dass er zwei der drei Leitungen zwischen<br />
Regler und Motor vertauscht. Das<br />
spart Geld, denn BL-Regler für Schiffe sind<br />
doch noch recht teuer. Für meine Verwendung<br />
des Bootes als Kameraboot ist diese<br />
Art der Motorsteuerung sogar vorteilhaft,<br />
weil auf diese Weise der Drehzahlregler<br />
auf einen Kanal mit Schieberegler gelegt<br />
werden kann. Dadurch kann eine konstante<br />
Fahrgeschwindigkeit zum Filmen eingestellt<br />
werden.<br />
Das Cockpit<br />
Ich habe als Erstes zwei Flugzeugsperrholzplatten<br />
beidseitig mit G4 gestrichen,<br />
<strong>nach</strong> dem Trocknen fein geschliffen und<br />
grundiert. Da<strong>nach</strong> wurden alle Teile für das<br />
Cockpit angezeichnet und ausgesägt. Das<br />
hat den Vorteil, dass der schl<strong>im</strong>mste Teil der<br />
Schleifarbeit schon am Rohmaterial erfolgen<br />
kann. Dadurch kann man noch mit dem<br />
großen Schleifklotz großflächig schleifen,<br />
wodurch die Bearbeitungszeit erheblich reduziert<br />
und das Resultat verbessert wird.<br />
Nun werden Cockpitrück- und -vorderwand<br />
mit den Auflageleisten für den Cockpitboden<br />
und die Seitenwände versehen. Da die<br />
Teile ja aber schon versiegelt sind, kann<br />
hier nicht mehr mit Weißle<strong>im</strong> gearbeitet<br />
11<br />
12<br />
10<br />
13<br />
werden. Ich habe deshalb Sekundenkleber<br />
verwendet, dadurch geht die Arbeit auch<br />
wesentlich schneller weiter. Aus dem aus<br />
der Rückwand ausgesägten Teil entsteht<br />
die Klappe des achteren Stauraums, der<br />
das Servo aufn<strong>im</strong>mt. Ich habe ihn allseitig<br />
um 1,8 mm kleiner geschliffen als der Ausschnitt<br />
in der Klappe groß ist und zur Abdichtung<br />
mit 2-mm-Moosgummischnur umklebt.<br />
An den Ausschnitt in der Rückwand<br />
müssen noch Schrägen mit ca. 15° Winkel<br />
angeschliffen werden, damit sich die Gummidichtung<br />
besser einklemmen lässt. Hier<br />
probiert man besser einmal mehr, ob auch<br />
wirklich alles passt, denn <strong>im</strong> eingebauten<br />
Zustand wird es deutlich schwieriger.<br />
Die Cockpitrückwand findet jetzt den Weg in<br />
den Rumpf. Sie wird an die beiden Anschläge<br />
am Servobrett angelegt und senkrecht<br />
zum provisorisch eingelegten Cockpitboden<br />
ausgerichtet. Auch hier wieder lieber<br />
einmal mehr kontrollieren, denn wenn die<br />
Rückwand schief eingebaut ist, dann wird<br />
das ganze Cockpit schief. Nun die Cockpitbalken<br />
straken und ggf. mit etwas Balsaholz<br />
auffüttern, damit der Cockpitboden absolut<br />
eben aufliegt. Die beiden Hälften des<br />
Cockpitbodens werden nun auf genauen<br />
Sitz überprüft und angepasst. Sitzt alles<br />
saugend, wird die eine Hälfte mit Aktivator<br />
besprüht und die entsprechenden Stellen<br />
an den Auflagen mit mittelviskosem Sekundenkleber<br />
benetzt. Die Bodenhälfte wird an<br />
ihre Stelle gesetzt und möglichst gleichmäßig<br />
festgedrückt. Durch den Aktivator ist der<br />
Sekundenkleber sehr schnell fest, es muss<br />
also schnell und exakt gehen. Am besten<br />
vorher trocken üben! Mit den Seitenwänden<br />
wird ebenso verfahren, <strong>nach</strong>dem die<br />
Eckverstärkungen am Cockpitboden angebracht<br />
sind. Zuletzt folgt die Vorderwand.<br />
Hier zeigt sich, ob vorher sauber gearbeitet<br />
wurde. Bei mir passte sie saugend (Bild 10).<br />
Das macht Spaß!<br />
Wer den Cockpitboden schiffig mit einzelnen<br />
<strong>Plan</strong>ken belegen möchte, der sollte<br />
jetzt eine Schablone anfertigen. Die Beplankung<br />
wird dann später außerhalb des<br />
Rumpfes hergestellt. (Zu diesem speziellen<br />
Thema wird es in einer der nächsten Ausgaben<br />
noch einen separaten Beitrag geben.)<br />
Auch den Motorkasten kann man außerhalb<br />
des Rumpfes bauen. Die Seitenwände<br />
werden mit Klebefilm provisorisch zusammengeklebt.<br />
Dann wird die Einheit in die<br />
Aussparung <strong>im</strong> Cockpit gesetzt, ausgerichtet<br />
und die Ecken von innen mit einem<br />
Tropfen Sekundenkleber fixiert. Ich habe in<br />
den feuchten Kleber gleich noch eine Dreiecksleiste<br />
gedrückt, wodurch sich eine sehr<br />
stabile Verbindung ergibt. Der Deckel erhält<br />
seine Verstärkung auf der Unterseite, wird<br />
auf der Oberseite beplankt und erhält ringsherum<br />
noch eine Edelholz-Abschlussleiste.<br />
Wer möchte, kann ihn noch mit Scharnieren<br />
und Griffen ausgestalten. Die Seitenteile<br />
werden lackiert und der Deckel montiert.<br />
Der Aufbau<br />
Die Ausgestaltung der Cockpitvorderwand<br />
muss noch warten, bis der Aufbau fertig<br />
ist. Begonnen wird mit den Seitenwänden,<br />
die besonders sorgfältig ausgesägt werden<br />
24 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
sollten, denn hier sieht man jeden kleinen<br />
Fehler sofort.<br />
Die Seitenwand wird in die dafür vorgesehene<br />
Nut <strong>im</strong> Spantengerippe gestellt und<br />
von außen eine 5 x 2-mm-Kiefernleiste<br />
ebenfalls in die Aussparungen der Spanten<br />
gedrückt. Nun die beiden Teile gemäß <strong>Plan</strong><br />
ausrichten und miteinander verkleben. Dann<br />
werden die Eckverstärkungen des Cockpitdachs<br />
eingeklebt, sie müssen mit der Oberkante<br />
der Cockpitvorderwand bündig und<br />
parallel zur Oberkante der Seitenwand sein.<br />
Die Eckverstärker der Vorderwand sollten<br />
etwas über die Vorderkante der Seitenwand<br />
überstehen, damit sie später der Form der<br />
Vorderwand angepasst werden können<br />
(Bild 11). Jetzt wird die Fensterverstärkung<br />
ausgesägt und mit Abstandshaltern eingeklebt,<br />
die Abstandshalter dürfen aber nicht<br />
mit verklebt werden. Nun kann man die Seitenwände<br />
wieder entfernen, schleifen und<br />
grundieren.<br />
Bevor die Seitenwand eingebaut wird, noch<br />
die Fenster aus 2-mm-Plexiglas einpassen.<br />
Zur Imitation des Dichtungsgummis werden<br />
sie mit einem dünnen Streifen Pappe umklebt<br />
oder man lackiert einfach die Ränder<br />
der Glasscheiben schwarz.<br />
Die Vorderwand wird nass gemacht und<br />
über die Vorrichtung mit Schraubzwingen<br />
aufgespannt. Nachdem sie über Nacht gut<br />
getrocknet ist, die Eckverstärker gemäß<br />
<strong>Plan</strong> ankleben. Auch diese gut trocknen<br />
lassen, bevor alles von der Vorrichtung genommen<br />
wird. Nun können die Kajütdachauflagen<br />
geschliffen werden. Das vordere<br />
Kajütdach erhält einen Decksbalken zur<br />
Formgebung, bevor es an seinem Platz<br />
verklebt wird. Jetzt die beiden Windschutzscheiben<br />
einpassen und verkleben. Als<br />
letztes Teil des Aufbaus folgt das hintere<br />
Kajütdach. Damit es die richtige Wölbung<br />
bekommt, erhält es auch zwei Decksbalken<br />
und wird so eingepasst, dass es sich leicht<br />
<strong>nach</strong> hinten entfernen lässt.<br />
Deck<br />
Das Deck ist nicht <strong>im</strong> <strong>Plan</strong> gezeichnet. Die<br />
Fertigungstoleranzen aller voran gegangenen<br />
Baugruppen summieren sich so auf,<br />
dass jeder Modellbauer ein wenig abweichende<br />
Abmessungen erhalten wird. Deshalb<br />
macht es mehr Sinn, sich aus Pappe<br />
erst mal Schablonen der einzelnen Decksteile<br />
anzufertigen und da<strong>nach</strong> die einzelnen<br />
Teile aus Sperrholz auszusägen. Sinnvollerweise<br />
beginnt man mit dem Vordeck<br />
(Bild 12). Dann kommt das Achterdeck an<br />
die Reihe und als Letztes folgen die Seitendecks.<br />
Das Deck darf ruhig ein wenig über<br />
den Rumpf überstehen. Nach dem Trocknen<br />
des Klebers wird es dann vorsichtig auf dem<br />
Bandschleifer mit der Rumpfkante bündig<br />
geschliffen. Dabei darf ruhig etwas von der<br />
Beplankung des Rumpfes mitgeschliffen<br />
werden, damit sich eine größere Klebefläche<br />
für die Scheuerleiste ergibt.<br />
Lackierung<br />
Rumpf und Unterwasserschiff sind ja schon<br />
lackiert (Bild 13). Wer sauber gearbeitet<br />
14<br />
hat, der braucht hier nichts mehr zu tun.<br />
Ich habe gleich be<strong>im</strong> Harzen des Rumpfes<br />
gepatzt und musste das Überwasserschiff<br />
noch mal mit einer dünnen Schicht <strong>nach</strong>lackieren.<br />
Jetzt werden alle Übergänge des<br />
Rumpfes zum Deck und alle Öffnungen abgeklebt<br />
und grundiert. Da<strong>nach</strong> kann lackiert<br />
werden. Ich verwende gerne Acryllack aus<br />
dem Baumarkt und sprühe ihn in mehreren<br />
Schichten sehr dünn auf. Wenn der Lack<br />
gut durchgetrocknet ist, wird der Aufbau<br />
abgeklebt und das Deck lackiert. Bei diesem<br />
Bootstyp macht sich ein Deck mit Antirutsch-Belag<br />
sehr gut. Wie das auf einfache<br />
Weise hergestellt werden kann, werde ich<br />
noch in einem separaten Beitrag beschreiben.<br />
Abschlussarbeiten<br />
Jetzt kann endlich die Beplankung des<br />
Cockpitbodens eingebaut werden. Wer will,<br />
kann dann die Öffnung des Motorkastens<br />
mit einem Streifen schwarzer Pappe zur<br />
Imitation der Kalfaterung versehen. Nun<br />
den fertigen Motorkasten an seinen Platz <strong>im</strong><br />
Cockpit montieren. Der Steuerstand und der<br />
Niedergang können <strong>nach</strong> eigenen Vorstellungen<br />
gestaltet werden, denn diese Boote<br />
sind in vielen Versionen gebaut worden. Von<br />
der Pinnensteuerung bis zum modernen<br />
Steuerstand mit Fishfinder, GPS und allem<br />
Pipapo ist alles erlaubt.<br />
Be<strong>im</strong> Einbau der Verglasung für Windschutzscheibe<br />
und Kajütfenster muss wieder<br />
sehr sparsam mit Sekundenkleber gearbeitet<br />
werden. Bei mir hat sich R/C Bond<br />
Typ HW, der mit sehr feinen Tüllen geliefert<br />
wird, für solch feine Arbeiten bewährt.<br />
Jetzt folgt der Poller am Bug, der am besten<br />
aus Oregon Pine oder einem ähnlichen<br />
hellen Holz hergestellt wird. Die Festmacherklampen<br />
am Heck können Kaufteile<br />
sein, sind aber auch schnell aus Resten der<br />
Scheuerleiste gefeilt und werden ebenfalls<br />
mit Drahtstiften mit dem Deck verbunden<br />
und verklebt.<br />
Der Einbau von Motor und den noch erforderlichen<br />
Teilen der RC-Anlage ist ein<br />
Kinderspiel, denn die Komponenten sind ja<br />
schon alle eingepasst. Der Empfänger wird<br />
mit Klettband am Motorkasten befestigt.<br />
Ich verwende einen 2,4-GHz-Empfänger,<br />
wodurch kein Antennendurchbruch <strong>nach</strong><br />
außen nötig ist. Wer noch MHz-Technik verwendet,<br />
sollte vor dem Einbau des Decks<br />
eine Kupferlitze <strong>im</strong> Rumpf verlegen oder<br />
einen Anschluss für eine Stabantenne vorsehen<br />
(Bild 14).<br />
Als Letztes wird die Wasserlinie aus Orastick-Folie<br />
ausgeschnitten und angebracht.<br />
Auch der Name darf natürlich nicht fehlen,<br />
auch hierfür eignet sich Orastick. Ich drucke<br />
dazu den Namenszug seitenverkehrt auf<br />
ein Stück Papier, klebe ihn von hinten auf<br />
die Schutzfolie und schneide ihn mit der Na-<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 25
15<br />
16 17 18<br />
gelschere aus. Um den Namenszug ohne<br />
Falten auf den Spiegel zu bekommen, klebe<br />
ich ihn nun auf ein Stück Maskierfolie, mit<br />
deren Hilfe er zielgenau zu seinem Best<strong>im</strong>mungsort<br />
findet.<br />
Bis hierher waren ca. 50 Arbeitsstunden und<br />
€ 80,– in den Bau des <strong>Bassboat</strong>s geflossen,<br />
die Antriebs- und RC-Komponenten<br />
nicht mitgerechnet. Wirklich viel Geld spart<br />
man also nicht mehr, wenn man noch selbst<br />
Hand anlegt und nicht ins RTR-Regal des<br />
Modellbauhändlers greift. Aber hier ist eben<br />
noch der Weg das Ziel.<br />
Am Ausru ” stungskai<br />
Wie bei den Großen auch, verholt das<br />
<strong>Bassboat</strong> nun zum Ausrüstungskai (Bild<br />
15). Nachdem diese Boote in einer großen<br />
Vielzahl gebaut und <strong>im</strong> Laufe ihres Lebens<br />
auch oft umgebaut wurden, kann man auch<br />
hier der Fantasie wieder freien Lauf lassen.<br />
Von ganz klassisch und einfach bis hin zur<br />
Hochglanz-Chrom-Beschlagsausstattung<br />
ist alles drin. Ich habe mich für Letzteres<br />
entschieden, denn schließlich sollen mit<br />
moderner Kameratechnologie klassische<br />
Segler gefilmt werden. Und Beken of Cowes<br />
verwendet ja zu diesem Zweck schließlich<br />
auch keinen Klassiker. Zudem war der Sommer<br />
gekommen und ich wollte ins Wasser.<br />
Also entschied ich mich für eine Beschlagsausstattung<br />
aus dem Hause Krick. Folglich<br />
fanden etliche Beschläge der Krick Riva<br />
Aquarama <strong>im</strong> Maßstab 1:10 den Weg auf<br />
mein <strong>Bassboat</strong>, so z. B. Buglampe, Klampen,<br />
Bugbeschlag, Schalthebel, Steuerrad<br />
usw. (Bild 16). Für diese Beschläge lässt<br />
man allerdings dann locker noch mal den<br />
Betrag der bisherigen Baukosten be<strong>im</strong> Modellbauhändler.<br />
Dafür bekommt man aber<br />
auch Beschläge in einer super Qualität, für<br />
deren Herstellung man bei Handfertigung<br />
ein Vielfaches an Zeit und Geld investieren<br />
würde (Bild 17).<br />
Jetzt wurde noch die Heckklappe, die den<br />
Servoraum abdeckt, mit einem Holzrahmen<br />
und zwei Ringen versehen (Bild 18) und für<br />
den Niedergang eine Lamellentür aus unzähligen<br />
Kleinteilen gez<strong>im</strong>mert (Bilder 19<br />
und 20). Und schon konnte es los gehen zur<br />
Jungfernfahrt<br />
Davor erfolgte natürlich noch der<br />
Schw<strong>im</strong>mtest in der he<strong>im</strong>ischen Badewanne.<br />
Zu meinem Erstaunen lag das<br />
Boot auf Anhieb auf der Wasserlinie. Die<br />
Verdrängung ergab sich zu genau 2600 g.<br />
Jetzt sollte noch der Standschub bzw. der<br />
Standstrom ermittelt werden. Der installierte<br />
Unilog zeigte 14 A an, mit einem 33<br />
x 46 Carbon-Prop von Graupner, das sind<br />
gute 170 W Eingangsleistung! Das sollte<br />
doch genügen, um das <strong>Bassboat</strong> ordentlich<br />
anzuschieben.<br />
Bei der Werfterprobungsfahrt war das Wasser<br />
wegen der am See befindlichen Wasserskianlage<br />
sehr kabbelig, zudem blies ein<br />
Wind von ca. 3 Bft. Nicht gerade ideale Bedingungen<br />
für eine Erprobungsfahrt, aber<br />
das <strong>Bassboat</strong> ist ja auch für raueres Wasser<br />
gebaut und so konnte es gleich zeigen, was<br />
in ihm steckt. Der Wendekreis von etwa einer<br />
Bootslänge Durchmesser gefiel mir gut,<br />
nicht so sehr die schlechte Ruderwirkung<br />
bei Rückwärtsfahrt. Dafür tritt wenigstens<br />
kein seitliches Ausbrechen durch den Radeffekt<br />
auf.<br />
Dann wurde mehr Gas gegeben und das<br />
Modell gegen die Wellen gesteuert. Es ist<br />
beeindruckend, wie weich der Bug in die<br />
Wellen eintaucht und das Wasser seitlich<br />
abweist. Dabei spritzt aber schon der eine<br />
oder andere Tropfen in die Plicht. Dann AK,<br />
das <strong>Bassboat</strong> schießt auf seine Bugwelle<br />
und tanzt fast unkontrollierbar, aber mit<br />
26 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
einem ordentlichen Speed über<br />
den See. Der Ruderausschlag<br />
ist eindeutig zu groß. Das Propellermoment<br />
sorgt auch für ein<br />
wenig Krängung. Aber das Fahrverhalten<br />
ist dennoch sicher. Es<br />
gibt kein starkes Rollen, keine<br />
bedenkliche Kurvenneigung und<br />
auch kein gefährliches Springen<br />
über die <strong>im</strong>merhin 15 cm hohen<br />
Wellen. Der Motor zieht nun ca.<br />
12–13 A bei einer Fahrspannung<br />
von 11,8 V aus meinem dreizelligen<br />
5000-mAh-LiPo-Akku. Damit sinkt die<br />
Eingangsleistung (von 170 W <strong>im</strong> Stand)<br />
auf ca. 140 W. Die Antriebskomponenten<br />
sind somit nur sehr schwach belastet. Mit<br />
Halbgas erreicht das <strong>Bassboat</strong> eine vorbildähnliche,<br />
aber <strong>im</strong>mer noch respektable<br />
Fahrgeschwindigkeit. Dabei zieht der Motor<br />
ungefähr 4 A, was knapp 50 W Aufnahmeleistung<br />
entspricht. Es hätte also auch ein<br />
wesentlich kleinerer Antriebsmotor getan.<br />
Bei dieser Knüppelstellung ist ca. eine<br />
Stunde Fahrzeit drin. Super! Der rastende<br />
Gashebel ist am See sehr angenehm, man<br />
kann wunderschön mit konstanter Fahrt<br />
Technische Daten<br />
Masstab 1:10<br />
Länge über alles<br />
Länge in der Wasserlinie<br />
Breite über alles<br />
Tiefgang<br />
Höhe über Wasserlinie<br />
Verdrängung<br />
Antriebsleistung (Eingang)<br />
Ruderausschlag<br />
77 cm<br />
71 cm<br />
27 cm<br />
6,5 cm<br />
15,2 cm<br />
2600 g<br />
50 W<br />
±12 mm<br />
19<br />
seine Bahnen ziehen und hat die ganze<br />
Konzentration fürs präzise Steuern und die<br />
Kamerafunktion zur Verfügung.<br />
Nach 45 Minuten Ritt auf den Wellen, wurde<br />
die Werfterprobung beendet. Etwa 200 ml<br />
Wasser fanden den Weg über das Cockpit<br />
in den Rumpf. Die Abdeckung des Ruderservos<br />
ist nicht ganz dicht. Allerdings wird<br />
das Boot später ohnehin nicht bei so ruppiger<br />
See eingesetzt, denn an Filmen ist<br />
dabei nicht zu denken.<br />
Be<strong>im</strong> Laden stellte ich fest, dass dem Akku<br />
1500 mAh <strong>nach</strong>geladen werden konnten.<br />
Also sind bei gemäßigter Fahrweise und<br />
max<strong>im</strong>al 80 % Kapazitätsausnutzung ca 2,5<br />
h Fahrzeit drin. Der Ruderausschlag wurde<br />
auf ± 12 mm reduziert. Damit ist <strong>im</strong>mer<br />
noch ein Wendekreis von 1,5 Bootslängen<br />
möglich, aber es lässt sich bei hoher Geschwindigkeit<br />
wesentlich ruhiger steuern.<br />
Ich habe zusätzlich über Dual Rate den Ruderausschlag<br />
um weitere 2 mm reduziert.<br />
Nun ist das Fahrverhalten völlig unkritisch<br />
und entspannend.<br />
Später wurde auf einen 40-mm-Dreiblattprop<br />
umgerüstet. Damit liegt der Spitzenstrom<br />
nur noch bei knapp 12 A bei Vollgas.<br />
In schneller Marschfahrt liegen 8 A an,<br />
20<br />
womit vom Motor ca. 100 W Eingangsleistung<br />
gefordert sind. Mit diesem Propeller<br />
ist das Motordrehmoment nicht mehr zu<br />
spüren. Auch in engen Kurven krängt<br />
das Boot nicht. Das sieht schon etwas<br />
ungewohnt aus, aber für den eigentlichen<br />
Zweck, nämlich das Filmen von Bord aus,<br />
ist dieses Kurvenverhalten natürlich hervorragend.<br />
Einem Einsatz als Kameraboot<br />
steht damit also nichts mehr <strong>im</strong> Wege.<br />
Fazit<br />
Für Modellbauer, die noch Spaß am Bauen<br />
haben und die ein offenes Motorboot<br />
haben wollen, das sich vom üblichen Einerlei<br />
abhebt, ist das <strong>Bassboat</strong> eine schöne<br />
Winterbeschäftigung. An die Erfahrung<br />
des Modellbauers stellt es keine allzu<br />
großen Anforderungen und Materialkosten<br />
und Bauzeit halten sich in Grenzen. Mit<br />
einem 100-W-Brushless-Antrieb ist das<br />
Boot bestens motorisiert und ermöglicht<br />
lange Fahrzeiten bei ordentlichem Fahrspaß<br />
und wunderschönem Fahrbild. Es ist<br />
ein schönes Gefühl, ein selbst gebautes<br />
Boot zu steuern, was will man mehr als<br />
Modellbauer?<br />
Die <strong>Plan</strong>zeichnungen zum <strong>Bassboat</strong> können per E-Mail unter welz@neckar-verlag.de<br />
kostenlos angefordert werden<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 27
Motorschiffe<br />
W<br />
ir schreiben den Pfingstmontag<br />
2012, mein ehemaliger<br />
Verein, der RC<br />
HAGEN, führt sein großes<br />
Schaufahren durch. Für mich wie jedes Jahr<br />
der Grund zu einer kleinen Fahrradtour zum<br />
Ischelandteich.<br />
Das Wetter war herrlich, folglich<br />
viele Teilnehmer und noch mehr<br />
Publikum. Das schien also eine<br />
interessante Veranstaltung<br />
zu werden. Der Blick über die<br />
aufgestellten Tische zeigte<br />
mehr oder weniger die allseits<br />
bekannten Modelle … doch halt,<br />
da war doch was: ein Modell des Hafenschleppers<br />
ELBEHAFEN, toll gebaut,<br />
aber für meinen Geschmack zu groß und<br />
zu schwer. Man braucht zwei Mann, wenn<br />
man es wassern will.<br />
Dietmar Tillmann<br />
Strandrettungsboot<br />
TAMINA<br />
von Ekkelboom<br />
Daneben ein Strandrettungsboot der<br />
DGzRS, die WILHELM HÜBOTTER, 90 cm<br />
lang, das wäre genau das Richtige für mein<br />
nächstes Projekt. Der Erbauer des Modells<br />
war sehr auskunftsfreudig, er hatte das<br />
Modell auf der Basis eines Bausatzes von<br />
Häger/Ekkelboom gebaut, GfK-Rumpf und<br />
vorgefräste Aufbauteile, nur die beiden hätten<br />
sich zwischenzeitlich ja getrennt, usw.<br />
Bislang hatte ich von diesen Kleinserienher-<br />
28 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
zwar <strong>im</strong> Maßstab 1:12 gehalten, während<br />
das Modell ja den Maßstab 1:10 hat, aber<br />
das fällt nicht weiter auf, es ist halt ein kleiner<br />
(Rettungs-)Mann.<br />
Der Scheinwerfer vorne stammt vom Modellbau-Kaufhaus.<br />
Ob er dem Original entspricht,<br />
weiß ich nicht, auf den Bildern vom<br />
Eigentümer ist dort nur eine leere Halterung<br />
zu sehen.<br />
Der Abgaskamin ist <strong>nach</strong> den aktuellen<br />
Fotos frei Schnauze gebaut (ein bisschen<br />
modellbauerische Freiheit darf sein) und<br />
entspricht nicht dem Bauplan. Allerdings hat<br />
mir der Abgaskamin/Mast auf den Vorbildfotos<br />
besser gefallen, als der auf dem <strong>Plan</strong>.<br />
stellern noch nicht gehört, daher wurde zu<br />
Hause erst einmal der Rechner angeworfen<br />
und <strong>nach</strong> Häger und Ekkelboom gesucht.<br />
Wer, so wie ich, die beiden Namen auch<br />
noch nicht kannte, hier die Internetadressen:<br />
http://www.modellbau-haeger.de/<br />
http://www.ekkelboom.de/<br />
Bei der Suche auf der Seite von Hartmut<br />
Häger fand ich schließlich das von mir<br />
auserkorene Strandrettungsboot. Wegen<br />
meiner eher beengten Platzverhältnisse in<br />
der Werkstatt schienen mir dann aber doch<br />
eher die alten Strandrettungsboote der 7-<br />
Meter-Klasse in Frage zu kommen.<br />
Dann ein Blick auf die Seite von Detlef Ekkelboom.<br />
Das Angebot war zwar nicht so<br />
groß wie das von Herrn Häger, aber das,<br />
was ich suchte, war hier auch vorhanden:<br />
Strandrettungsboot TAMINA, GfK-Rumpf<br />
mit anlaminiertem Deck und gefrästen Aufbauten<br />
zusammen für E 190,–. Gesehen,<br />
bestellt, bezahlt, Lieferzeit 3 Wochen.<br />
Also erstmal Pause und warten. Schon<br />
<strong>nach</strong> zwei Wochen stand der Postbote mit<br />
einem Paket vor der Tür, meine TAMINA war<br />
da. Gleich auspacken, der GfK-Rumpf war<br />
erste Klasse. Stabil laminiert, aber dennoch<br />
leicht, keine Luftblasen, keine Unebenheiten,<br />
Nachspachteln erübrigte sich also.<br />
Das Deck war schon aufgeklebt und verspachtelt,<br />
auch hier saubere Arbeit.<br />
Leider fehlten die Schlingerkiele, was mir<br />
aber erst auffiel, <strong>nach</strong>dem ich <strong>im</strong> Internet<br />
<strong>nach</strong> Vorbildfotos gesucht hatte. In meinem<br />
Forum bekam ich auch gleich wieder jede<br />
Menge Tipps, so dass dieses kleine Manko<br />
schnell ausgeräumt war.<br />
Die Aufbauten, getrennt <strong>nach</strong> Plicht und Kajüte<br />
waren in Plastikbeuteln verpackt, Fenster,<br />
Fensterrahmen und weitere Kleinteile<br />
liegen ebenfalls ordentlich getrennt dabei.<br />
Dazu kamen noch eine CD mit Baustufenfotos<br />
und zwei Skizzenblätter.<br />
Bevor ich nun anfing zu bauen, orderte ich<br />
erst einmal den Originalplan der DGzRS.<br />
Ekkelboom empfiehlt dies, eigentlich kann<br />
man sich den aber auch sparen, sofern man<br />
genug Vorbildfotos hat. Inzwischen hatte ich<br />
nämlich erfahren, dass das Original noch<br />
existiert. Ein Zahnarzt aus Oldenburg hatte<br />
es seinerzeit der DGzRS abgekauft, <strong>im</strong><br />
Ursprungszustand restauriert und seinem<br />
kleinen Museum einverleibt. Jetzt brauchte<br />
ich nur noch Namen und Adresse und der<br />
Bitte <strong>nach</strong> reichlich Vorbildfotos stand nichts<br />
mehr <strong>im</strong> Wege. Wozu ist man in einem<br />
Schiffmodellforum? Eine Suchanfrage<br />
eingestellt und schon hatte ich die E-Mail-<br />
Adresse des Eigners. Ein Dank nochmal an<br />
Michael W. aus B.<br />
Wieder eine Woche später lag, gegen einen<br />
kleinen Obolus, die Foto-CD mit hervorragenden,<br />
hochaufgelösten Aufnahmen <strong>im</strong><br />
Briefkasten und jetzt konnte der wirkliche<br />
Bau beginnen.<br />
Zwischenzeitlich hatte ich zwar schon mal<br />
Motor, Servo und Ruder angepasst und eingebaut,<br />
aber das war ja keine große Sache.<br />
Erwarten Sie, werte Leser, jetzt aber bitte<br />
keinen der üblichen Bauberichte <strong>nach</strong> dem<br />
Motto „Erst habe ich, dann wurde ... usw.<br />
Die allgemeine Vorgehensweise sollte sowieso<br />
klar sein, den <strong>Plan</strong> verwendete ich<br />
nur für die Bemaßung, für die restlichen<br />
Bautätigkeiten nutzte ich schwerpunktmäßig<br />
die Vorbildfotos.<br />
So ging der Bau flott von der Hand und dank<br />
der Farbtafel, die dem DGzRS-<strong>Plan</strong> beiliegt,<br />
konnte auch die Lackierung mittels Farbsprühdosen<br />
zügig durchgeführt werden.<br />
Der Aufbau ist abnehmbar, die Plicht habe<br />
ich so gebaut, das ich sie zur Not auch<br />
noch entnehmen kann. Das Männeken in<br />
der Plicht habe ich von Hobby-Lobby, es ist<br />
Die Schrauben in den Fensterrahmen sind<br />
handelsübliche Stecknadeln ... manchmal<br />
schmerzte es bei der Montage etwas!<br />
Die vordere grüne Fläche des Decks habe<br />
ich mit Vogelsand „gesandet“, was mir trotz<br />
des großen Maßstabes etwas grob vorkommt.<br />
Ich werde das nie wieder machen!<br />
Löblich: Der Ständer fürs Modell war auch<br />
dabei, schon fertig gelasert. Nur noch zusammenkleben<br />
und überlackieren.<br />
Besonders schön ist der Namenszug. Er besteht<br />
aus einzelnen Buchstaben und muss<br />
nur noch in ein augefrästes Schild eingepasst<br />
werden, das ergibt ein st<strong>im</strong>miges Bild.<br />
Alles in Allem ist das ein sehr gelungener<br />
Bausatz. Alles hat gepasst und es musste<br />
nur wenig <strong>nach</strong>gearbeitet werden. Alles<br />
ging flott von der Hand, der Bau hat Spaß<br />
gemacht und es ist ein schönes Modell geworden.<br />
Kein Wunder also, dass auch mein nächstes<br />
Modell vmtl. wieder von Ekkelboom sein<br />
wird, wahrscheinlich wird es jetzt doch die<br />
HÜBOTTER werden.<br />
Ach ja, und noch etwas wäre da erwähnenswert:<br />
Wenn mal wirklich ein Problemchen<br />
auftauchte, eine kurze E-Mail an Herrn<br />
Ekkelboom hatte genügt, die Antwort kam<br />
<strong>im</strong>mer prompt! Probieren Sie das mal bei<br />
einem der Großen ...<br />
Vielleicht sieht man sich ja mal am Teich!<br />
Bis dahin!<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 29
RENNBOOTE<br />
Grand Prix Pomorza<br />
in den Klassen<br />
FSR-V und FSR-E<br />
Eberhard Fordinal<br />
Runden zählen einfach gemacht,<br />
mit Transponder auch bei ECO<br />
G<br />
rand Prix, das ist ein großer Name<br />
für einen inzwischen kleinen Wettbewerb.<br />
Aber die Zeiten ändern sich<br />
und auch in Polen werden die Bedingungen<br />
für FSR-V-Wettbewerbe leider<br />
<strong>im</strong>mer schwieriger. Das kommt nicht zuletzt<br />
daher, dass sich die verschiedenen gro ßen<br />
Vereine zerstritten haben und nun jeder<br />
sein „eigenes Ding“ durchzieht. Das bringt<br />
zwangsläufig Terminüberschneidungen mit<br />
sich. Da es in Polen auch teilweise staatliche<br />
Unterstützung für diese sportlichen<br />
Wettbewerbe gibt, ist das Konkurrenzdenken<br />
sehr groß und das fördert natürlich<br />
auch die beschriebenen Probleme.<br />
Schon seit 1994 fahren die Modellsportler<br />
aus Schwedt (SMC Schwedt-Oder)<br />
<strong>nach</strong> Borne Sulinowo, der einst „gehe<strong>im</strong>en<br />
Stadt“: Borne Sulinowo wurde während des<br />
Zweiten Weltkrieges von den Deutschen<br />
in den Wäldern mit Bunkeranlagen errichtet<br />
und <strong>nach</strong> Kriegsende von den Sowjets<br />
weiter benutzt. Nach Abzug der russischen<br />
Truppen wurde Borne Sulinowo an die polnischen<br />
Bürger übergeben, die sich hier<br />
die Häuser und Wohnungen ausbauten.<br />
Borne Sulinowo liegt etwa 20 Kilometer vom<br />
nächs ten Städtchen Szczecinek entfernt.<br />
In den vergangenen Jahren fand hier <strong>im</strong>mer<br />
der letzte Lauf zur polnischen Meisterschaft<br />
statt. Da auch gleichzeitig Wettbewerbe<br />
in den E-Klassen (ECO- Expert,<br />
ECO-Standard usw.) ausgeschrieben waren,<br />
sorgte das für weitere Teilnehmer wie<br />
z. B. unsere ECO-Spezialisten aus Neustrelitz.<br />
Neben den deutschen Sportlern<br />
reisten aber auch Teilnehmer aus Moskau,<br />
Minsk, Ungarn und der Tschechischen<br />
Republik an. Das hat sich aber nun in den<br />
letzten Jahren durch die angesprochenen<br />
Probleme radikal verändert, treu geblieben<br />
sind nur die deutschen Teilnehmer,<br />
die ausländischen Gäste von weiter her<br />
fehlen. Somit war es in diesem Jahr womöglich<br />
auch der letzte Wettbewerb, den<br />
Wlodz<strong>im</strong>ierz Falkowski mit seinem Club<br />
„Szczecinecki Klub Modelarski“ am Ufer<br />
des mitten <strong>im</strong> Wald idyllisch gelegenen<br />
Sees durchgeführt hat.<br />
Die Unterbringung erfolgte wie <strong>im</strong>mer in<br />
den kleinen Pensionen, die auch allerlei<br />
interessante Freizeitgestaltungen anbieten,<br />
wie die Jagd, das Angeln, das Reiten und<br />
Quad fahren. Einige Modellsportler kamen<br />
mit Wohnwagen oder dem Wohnmobil, junge<br />
Leute zelteten direkt am See. Wie <strong>im</strong>mer<br />
waren die Gebühren modellsportfreundlich,<br />
mit E 10,– waren nicht nur die Startgebühren<br />
(für alle Klassen), sondern auch Camping<br />
und Strom bezahlt. Auch ein Grund weshalb<br />
wir <strong>im</strong>mer gern in das polnische Nachbarland<br />
zum Wettbewerb fahren.<br />
Ausgeschrieben waren die FSR-V-Klassen<br />
3,5 cm³, 7,5 cm³ und 15 cm³, leider nicht<br />
die großen Klassen (27 und 35 cm³). Dafür<br />
durften sich die Freunde der Elektroklassen<br />
über ECO-Expert und Mini ECO-Expert<br />
freuen.<br />
Bei wenig Luftbewegung lag der See am<br />
Samstagmorgen spiegelglatt <strong>im</strong> schönsten<br />
Sonnenschein, gerade richtig für die Elektroklassen.<br />
Es wurden in den beiden Klassen<br />
je drei Läufe gefahren. Der schlechteste<br />
Lauf wurde gestrichen, die beiden Besten<br />
addiert, die Summe ergab dann das Finalresultat.<br />
Nach entsprechender Begrüßung und Eröffnung<br />
durch einige „Offizielle“ erfolgte dann<br />
der Start in der Klasse Mini ECO-Expert.<br />
30 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
Ruhe vor dem Start be<strong>im</strong> ECO-Lauf<br />
Start des ECO-Rennens am Abend bei sehr ruhigem Wasser<br />
Kampf an der Boje<br />
… und ab geht’s<br />
Gefahren wurde zwar <strong>nach</strong> Naviga-Regeln,<br />
aber ohne scharfe Kontrolle. So erfolgte keine<br />
Überprüfung des Gewichts, der Bootslänge<br />
und der Akkus, es war halt mehr<br />
oder weniger eine Freundschaftsregatta.<br />
Die Minis dürfen max. 43 cm lang sein und<br />
müssen mind. 450 g wiegen (mit Akku).<br />
Die Boote sind normalerweise mit einem<br />
Brushless-Motor ausgerüstet. Der 2s- oder<br />
3s-LiPo-Akku darf inkl. Kabel und Stecker<br />
max. 110 g wiegen. Gängig sind hier 2s-Akkus<br />
mit einer Kapazität von 2200 mAh. Gefahren<br />
werden sechs Minuten je Lauf. Bei<br />
dem glatten Wasser hatten die Minis keine<br />
Probleme, lediglich die Fahrer kämpften mal<br />
mit den Bojen, mal gegen andere Boote. So<br />
blieben Zusammenstöße nicht aus und das<br />
kostete dann schon einmal einen Propeller<br />
oder ein Boot drehte sich nicht mehr zurück<br />
in die Fahrlage. Sieger wurde Ulrich Krieger<br />
mit insgesamt 65 Runden.<br />
Die Regeln in der Klasse ECO-Expert<br />
schreiben ein Gewicht von mindestens 1<br />
kg für das fahrfertige Boot vor. Der 2s- oder<br />
3s-LiPo-Akku darf inkl. Kabel und Stecker<br />
max. 280 g wiegen. Gefahren wurden wieder<br />
drei Läufe zu jeweils sechs Minuten. In<br />
den Läufen wurde knallhart gefahren und<br />
Maik Luplow aus Neustrelitz legte schon <strong>im</strong><br />
ersten Lauf mit 42 Runden die Latte sehr<br />
hoch. Nur Jerzey Matuszak (Polen) konnte<br />
mit 41 Runden folgen. Auch <strong>im</strong> zweiten Lauf<br />
lieferten sich die Zwei ein Kopf-an-Kopf-<br />
Rennen, das Matuszak mit einer knappen<br />
Runde Vorsprung gewann. Aufkommender<br />
Wind verhinderte <strong>im</strong> dritten Lauf eine weitere<br />
Verbesserung, denn die Flügelboote<br />
machten ihrem Namen alle Ehre und flogen<br />
bei Gegenwind buchstäblich meterweit. So<br />
gewann letztendlich Jerzy Matuszak bei<br />
Rundengleichheit (82 Runden) mit 20 Sekunden<br />
Vorsprung vor Maik Luplow. Pech<br />
hatte Ulrich Krieger <strong>im</strong> zweiten Lauf, denn<br />
sein Boot tauchte ab und ward nicht mehr<br />
gesehen, es blieb verschwunden, steckte<br />
<strong>im</strong> Seegrund fest. Die Suche <strong>im</strong> nicht gerade<br />
klaren Wasser blieb erfolglos und ein<br />
Taucher konnte am Wochenende nicht<br />
mehr erreicht werden. Der kam am Montag<br />
und fand nicht nur Ulrichs Boot, sondern<br />
auch ein zweites, das schon vor einem Jahr<br />
<strong>im</strong> See verschwunden war. Trotz dieser Misere<br />
konnte Ulrich Krieger mit dem Ersatzboot<br />
noch auf den vierten Platz fahren. Den<br />
dritten Platz in dieser Klasse erkämpfte sich<br />
Marcin Gransicki.<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 31
Gruppenfoto der Rennbootfahrer (Foto: Krieger)<br />
Warmlaufen vor dem Start:<br />
Roman Kwardys rechts<br />
Neu gebaute Steganlage mit dem alten, schw<strong>im</strong>menden Startsteg<br />
Vor dem Finale der FSR-V 15<br />
Kleine Lenkhilfe bei der polnischen Juniorin<br />
Wer nun denkt, dass es <strong>im</strong> Zeitalter der<br />
LiPos keine Probleme mehr mit dem Antriebsakku<br />
gibt, hat sich getäuscht. Ulrich<br />
Krieger fährt z. B. 2s-LiPos mit einer Kapazität<br />
von 6300 mAh. Sein wassergekühlter<br />
Regler verträgt 100 A und der Akku ist<br />
tatsächlich in den sechs Minuten leer. Bei<br />
Kurvenfahrt fließen etwa 60 A! Durch die<br />
Gewichtsbegrenzung bei den Akkus spielt<br />
auch hier wieder die Kostenfrage eine Rolle.<br />
Wie auch schon in Deutschland zu bemerken<br />
war, sinkt die Teilnehmerzahl inzwischen<br />
von Jahr zu Jahr. Aus diesem Grund<br />
musste auch der für zwei Tage angesetzte<br />
ECO-Jubiläumslauf in Neustrelitz abgesagt<br />
werden. Dem Vernehmen <strong>nach</strong>, soll auch<br />
die ECO-IDC-Internetplattform nicht mehr<br />
weitergeführt werden und damit entfallen<br />
sicher auch die IDC-Läufe mit der großen<br />
Abschlussveranstaltung, schade.<br />
Für die Enthusiasten unter den ECO-Fahrern<br />
bot Bogdan Grabowski vor Ort einige<br />
feine Teile aus seiner Werkstatt an. So z. B.<br />
Kupplungen, Kühlmäntel für verschiedene<br />
Elektromotoren und Propellerauswuchtgeräte<br />
mit magnetischer Lagerung, alles sehr<br />
sauber gearbeitet und farbig eloxiert.<br />
Mit nur 22 Startern waren auch die FSR-<br />
Läufe nicht gerade üppig besetzt. Grund<br />
dafür war wohl ein weiterer Wettbewerb in<br />
Polen zum gleichen Termin. Vier deutsche<br />
Starter aus dem Club SMC Schwedt-Oder<br />
wollten hier um Platz und Sieg kämpfen.<br />
Gefahren wurden jeweils zwei Läufe zu 30<br />
Minuten, von denen der beste Lauf als<br />
Finallauf gerechnet wurde. In der Klasse<br />
FSR-V 3,5 cm³ starteten gleich drei Fahrer<br />
aus Schwedt. Schon <strong>im</strong> ersten Lauf<br />
setzte sich mit 43 Runden Wiktor Polanica<br />
aus Polen an die Spitze, gefolgt von Peter<br />
Krenkel (Schwedt) mit 42 Runden und<br />
Dietmar Straube (Schwedt) mit 31 Runden.<br />
Glattes Wasser und einige treibende Blätter<br />
erschwerten dieses Rennen, die kleinen<br />
Flitzer kamen nicht auf Touren. Das<br />
sah dann am Sonntag be<strong>im</strong> zweiten Lauf<br />
schon ganz anders aus. Frischer Wind<br />
bescherte dem See pr<strong>im</strong>a Kräuselwellen<br />
und Peter Krenkel freute sich, dass nun<br />
sein Boot „so richtig laufen würde“. Ganz<br />
so gut lief es dann doch nicht, aber mit 45<br />
Runden belegte er einen achtbaren dritten<br />
Platz. Grund war „Kerzentod“ durch die zu<br />
hohe Kompression. Wiktor Polanica konnte<br />
sich nicht mehr verbessern und landete<br />
auf Platz vier, dafür raste seine Landsmännin<br />
Agata Chmielewska mit 54 Runden auf<br />
Platz zwei. Sie lieferte sich mit Dietmar<br />
Straube ein packendes Rennen, musste<br />
Im Finallauf der 15er<br />
32<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
ihm aber mit zwei Runden Vorsprung den<br />
Sieg überlassen.<br />
In der Klasse FSR-V 7,5 cm³ hatte ich richtig<br />
Pech, denn <strong>nach</strong> dem ersten Anlassen<br />
lief mein Motor nur ein paar Sekunden,<br />
dann war Ruhe. Ein Ersatzboot hatte ich<br />
nicht dabei, so dass sich nun meine Beteiligung<br />
an den Rennen auf ein Helferdasein<br />
beschränkte. Mein uralter, schon mehrfach<br />
reparierter Kalistratov hatte nun endgültig<br />
den Geist aufgegeben, <strong>im</strong> neuen Jahr werde<br />
ich mit einem 7,5er-OPS an den Start<br />
gehen.<br />
Auch der zweite deutsche Teilnehmer in<br />
dieser Klasse, Hartmut Jankowsky, hatte<br />
Pech, denn <strong>nach</strong> zwei Runden blieb sein<br />
Renner liegen. So machten die polnischen<br />
Sportfreunde die Plätze und Pokale in dieser<br />
Klasse unter sich aus. Sieger wurde mit<br />
75 Runden Daniel Chmielewski vor Roman<br />
Kwardys und dem drittplatzierten Marek<br />
Walczak.<br />
Auch in der Klasse FSR-V 15 cm³ konnten<br />
die deutschen Sportler nicht mit den polnischen<br />
Startern mithalten. Obwohl Hartmut<br />
Jankowsky eines der schnellsten 15er-<br />
Boote auf das Wasser brachte, schaffte er<br />
nur wenige Runden. Grund: Der Motor ließ<br />
sich nicht drosseln. Das führte dazu, dass<br />
das Boot entweder bei Vollgas abflog und<br />
kenterte oder der Motor be<strong>im</strong> Drosseln ausging.<br />
Dietmar Straube hatte trotz vorheriger<br />
Reparatur Pech, sein Motor hielt nur sieben<br />
Runden. So konnten die polnischen Sportler<br />
wieder einmal ihr Rennen ohne deutsche<br />
Beteiligung austragen. Das ging etwa<br />
20 min lang gut, dann fielen <strong>nach</strong>einander<br />
auch die Boote der polnischen Fahrer aus.<br />
Ein einziges Boot fuhr dann unangefochten<br />
die letzten Minuten zum Sieg. Marek Walczak<br />
wurde für seine 76 Runden beglückwünscht<br />
und konnte damit <strong>nach</strong> seinem<br />
dritten Platz bei den 7,5ern zwei Pokale mit<br />
<strong>nach</strong> Hause nehmen.<br />
Zwischen den Rennen gab es viel Zeit zum<br />
Trainieren und Probieren. Bogdan Grabowski<br />
brachte ein kleines Mini-Mono als Spaßboot<br />
zu Wasser und auch ein Tunnelboot mit<br />
Außenborder wurde ausprobiert.<br />
Die Siegerehrung fand wie üblich in der<br />
Pension „Eden“ statt. Zu guter Letzt hat sich<br />
Wlodz<strong>im</strong>ierz Falkowski dann doch noch<br />
bereit erklärt, auch <strong>im</strong> Jahr 2013 diesen<br />
Wettbewerb wieder auszurichten Um es<br />
noch interessanter zu machen, sollen dann<br />
auch die Boote mit 27 cm³ Hubraum an den<br />
Start gehen. So wünschte er allen eine gute<br />
He<strong>im</strong>reise und ein Wiedersehen <strong>im</strong> kommenden<br />
September.<br />
Bild unten: Sauberer Motoreinbau<br />
mit Vorfluter be<strong>im</strong><br />
3,5er von Peter Krenkel<br />
Transponderkontrolle<br />
Im Zelt bei den Elektrofahrern<br />
Sehr sauber gefertigte<br />
Teile aus der Werkstatt<br />
von Bogdan Grabowski aus<br />
Torun/Polen<br />
ECO-Boot von Bogdan Grabowski<br />
<strong>nach</strong> dem Rennen<br />
Bergung gesunkener Boote durch den Taucher<br />
(Foto: Falkowski)<br />
Maik Luplow (Neustrelitz) bereitet<br />
sein ECO-Expert für den<br />
Einsatz vor<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
Motorschiffe<br />
Markus La<strong>im</strong>gruber<br />
Eine PERSHING 76 <strong>im</strong><br />
D<br />
iesmal möchte ich vom Bau<br />
meiner PERSHING 76 berichten,<br />
die mein wohl bisher<br />
anspruchsvollstes Yacht-Projekt<br />
darstellt. Den Gedanken, diese Traumyacht<br />
<strong>nach</strong>zubauen hatte ich zwar schon<br />
vor einigen Jahren, doch damals hatte ich<br />
noch sehr viel Respekt vor der anspruchsvollen<br />
Form mit den vielen Rundungen und<br />
Übergängen. Doch dank der in den letzten<br />
Jahren gewachsenen Erfahrung be<strong>im</strong> Bau<br />
etlicher anderer Yacht-Modelle, traute ich<br />
mich nun an dieses Vorbild heran.<br />
Ansichten und Bilder holte ich mir wie <strong>im</strong>mer<br />
aus dem Internet. Dabei reichen mir<br />
eine vernünftige Drauf- sowie eine Seitenansicht<br />
und ein paar Berechnungen, um<br />
einen <strong>Plan</strong> zu erstellen. Leider hatte ich<br />
bisher noch nie die Möglichkeit, eine PER-<br />
SHING 76 <strong>im</strong> Original zu bestaunen und dabei<br />
entsprechende Fotos zu machen. Diese<br />
Yacht hat schon ordentliche Ausmaße, wir<br />
sprechen hier von 23,50 m Länge, 5,40 m<br />
Breite und 1,35 m Tiefgang bei um die 42<br />
Tonnen Gewicht.<br />
Pershing ist überall bekannt für Yachten mit<br />
höchstem Luxus, und so gibt es an Bord so<br />
ziemlich alles, was das Herz begehrt. Meistens<br />
sind es vier große Kabinen mit drei<br />
Badez<strong>im</strong>mern, Heck- und Bugstrahlruder,<br />
ein <strong>im</strong>mens großes Schiebedach sowie<br />
jede Menge weitere Luxuseinrichtungen.<br />
Über der großen Badeplattform gibt es eine<br />
34 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
<strong>Eigenbau</strong><br />
riesige Heckgarage in der ein 339 Zodiac-<br />
Tender, ein Jet-Ski und ein Hubkran Platz<br />
finden. Auch die elektronische Ausrüstung<br />
ist natürlich auf der ganzen Yacht vom Allerfeinsten.<br />
Angetrieben wird diese Luxusyacht<br />
von zwei MTU-Motoren mit je 2000 PS, was<br />
für eine erstaunliche Höchstgeschwindigkeit<br />
von 47 kn reicht. Mit verantwortlich dafür<br />
sind die zwei Arneson-Oberflächenantriebe<br />
mit riesigen Rolla-Props, zusammen<br />
eine technische Augenweide.<br />
Der Bau dieses Modells orientiert sich <strong>im</strong><br />
Allgemeinen an dem, was ich schon über<br />
den Bau meiner PERSHING 64 geschrieben<br />
habe (siehe <strong>SchiffsModell</strong> Extra<br />
„Motoryachten“). Wer sich genauer für<br />
die Konstruktion interessiert, den bitte ich,<br />
den betreffenden Bericht in diesem Sonderheft<br />
<strong>nach</strong>zulesen. Dieses Sonderheft<br />
ist ohnehin ein Muss für jeden Freund von<br />
Motoryachten!<br />
In diesem Beitrag beschränke ich mich somit<br />
nur auf die speziellen Abweichungen<br />
be<strong>im</strong> Bau der PERSHING 74. Diesmal<br />
wollte ich versuchen, die tollen Arneson-<br />
Antriebe des Originals so gut es geht in<br />
meinem diesmal gewählten Maßstab von<br />
1:21 <strong>nach</strong>zubauen. Mit der Zeit musste ich<br />
zwar einige Abstriche machen, trotzdem<br />
können sich die Antriebe meiner Meinung<br />
<strong>nach</strong> aber sehen lassen. Für den Bau verwendete<br />
ich verschiedene Messingabfälle,<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 35
Die erste Probefahrt<br />
Die Arneson-Antriebe <strong>im</strong> Bau<br />
Stellmotor für die Klappe der Tendergarage<br />
die meist durch Hartlöten verbunden wurden.<br />
Verbaut habe ich dann noch sechs<br />
rostfreie Kugellager, zwei Graupner-Gelenkkupplungen<br />
Best.-Nr. 354.4 sowie Graupner<br />
Hydro-Schiffsschrauben Best.-Nr. 1224.45<br />
(links- und rechtslaufende). Modellgerechte<br />
Rolla-Props konnte ich leider bis heute in<br />
der richtigen Größe noch nicht auftreiben.<br />
Bei den Antriebsmotoren fiel die Wahl auf<br />
zwei Graupner-Außenläufer Compact 400 Z<br />
14,8 V, die von je einem Compact Control<br />
45-Regler <strong>im</strong> Zaum gehalten werden. Diese<br />
Kombination <strong>im</strong> Zusammenwirken<br />
mit den 45er-Hydro-<br />
Schrauben hatte sich bei<br />
meinen bisherigen Modellen<br />
bestens bewährt. Mit dieser<br />
Auslegung wurde dann kurz<br />
vor dem Winter noch schnell<br />
eine Probefahrt durchgeführt,<br />
um mit gutem Gewissen weiter<br />
bauen zu können. Die Yacht lief sehr sauber,<br />
nur bei Höchstgeschwindigkeit stellte<br />
sich ein leichtes Wippen ein, welches sich<br />
aber sofort mit einem Verstellen der beiden<br />
Arneson-Antriebe <strong>nach</strong> unten beheben ließ.<br />
Beide Antriebsmotoren wurden auch ohne<br />
Zwangskühlung nur handwarm.<br />
Eine neue Herausforderung war der Bau<br />
einer funktionsfähigen Heckgarage. Dazu<br />
wurde der Zoom-Verstellmotor aus einem<br />
defekten Fotoapparat so umgebaut, dass<br />
dieser eine M2-Gewindestange antreibt. Als<br />
Technische Daten<br />
Länge 112 cm<br />
Breite 25,7cm<br />
Vmax 35,1 km/h<br />
Gewicht 3385 g<br />
Akkus Antrieb 2 x LiPo 7,4 V/3000 mAh<br />
Lichtanlage 1 x LiPo-Akku 11,1 V/ 800 mAh<br />
Maßstab 1:21<br />
Die Inneneinrichtung<br />
36 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
Blick in die<br />
geöffnete<br />
Tendergarage<br />
Gegenstück wurde eine M2-Messingmutter<br />
an ein Messingrohr angelötet und mit einem<br />
Gelenk am Deckel der Heckgarage befestigt.<br />
Dadurch wird eine Hydraulikanlage<br />
vorgetäuscht. Zwei Reed-Schalter wirken<br />
als End- und Umschalter. So bewegt sich<br />
der Garagendeckel je <strong>nach</strong> Schalterstellung<br />
an der Fernsteuerung automatisch auf und<br />
zu. Bei geöffneter Heckklappe schaltet sich<br />
zusätzlich durch einen weiteren Mikro-<br />
Schalter auch noch die Beleuchtung in der<br />
Garage an. Als Innenausstattung spendierte<br />
ich der Garage dann noch ein selbstgebautes<br />
Schlauchboot nebst dazugehörigem<br />
Hubkran.<br />
Als nächsten Höhepunkt baute ich diesmal<br />
eine komplette Inneneinrichtung mit voller<br />
Beleuchtung. Die Einrichtung entstand<br />
aus Gewichtsgründen aus 0,5 mm starken<br />
ABS-Platten. Für eventuelle Wartungsarbeiten<br />
kann die ganze Inneneinrichtung in<br />
zwei Einzelteilen aus dem Oberteil ausgebaut<br />
werden. In dieser Yacht wurden<br />
insgesamt 63 Lichtquellen in Form von<br />
verschiedenen LEDs verbaut. Speziell gibt<br />
es zwei weiße Hochleistungs-Unterwasserscheinwerfer<br />
(Phillips Rebel), neun blaue<br />
Unterwasserscheinwerfer von Conrad mit<br />
der Bezeichnung LED SMD PLCC Blau<br />
470 NM, und eine umlaufende indirekte<br />
Decksbeleuchtung.<br />
Auf so eine Yacht gehört natürlich auch<br />
eine gute Sound-Anlage. Bei mir wurde<br />
das eine Mini-Stereo-Anlage in Form<br />
eines MP3-Players mit zwei externen<br />
Lautsprechern. Die kleinen Lautsprecher<br />
wurden jeweils links und rechts <strong>im</strong> Oberdeck<br />
integriert und über entsprechende<br />
Steckverbindungen an den Musikspender<br />
angeschlossen. Da ich den MP3-Player für<br />
das Ein- und Ausschalten der Musik nicht<br />
zerlegen wollte, werden einfach die beiden<br />
Lautsprecher über zwei Mikro-Schalter<br />
freigegeben und dadurch wird die Musik<br />
hörbar. Der Player läuft während der ganze<br />
Fahrt und spielt dabei ein Stück <strong>nach</strong> dem<br />
anderen ab. Lackiert wurde das Modell übrigens<br />
mit mipa-Lackspray in den Farben<br />
Rot B-3-0137-2 und Gold B-2-0175-2.<br />
Jetzt hoffe ich nur, dass ich irgendwann<br />
einmal selber das Glück haben werde, dem<br />
Original zu begegnen.<br />
Auch die Tendergarage ist beleuchtet<br />
Bei Nacht kann sich das Modell wirklich sehen lassen<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 37
6<br />
Werkstattpraxis<br />
H.-J. Welz<br />
Dremel Moto-Saw<br />
oder: Two in one<br />
Der<br />
komplette<br />
Lieferumfang<br />
D<br />
rei Dinge braucht der Modellbauer:<br />
Holz, Ponal, Laubsäge.<br />
Gut, der griffige Einstieg in diesen<br />
Beitrag hinkt ein bisschen, weil man<br />
für „richtigen“ Modellbau natürlich schon<br />
noch ein bisschen mehr Equipment braucht.<br />
Aber klar ist, dass, sofern man <strong>im</strong> Modellbau<br />
auch nur ansatzweise mit Holz arbeitet,<br />
eine Laubsäge unentbehrlich ist. Bei mehr<br />
Sägearbeit wird dann irgendwann einmal<br />
über die Anschaffung einer elektrischen<br />
Laubsäge, sprich einer Dekupiersäge <strong>nach</strong>gedacht.<br />
Diese stationären Laubsägen sind<br />
<strong>im</strong> Regelfall – wenn sie etwas taugen sollen<br />
– ziemlich schwer, sollten fest auf einer<br />
Werkbank montiert werden und sind preislich<br />
auch nicht ganz ohne.<br />
Mit der Moto-Saw bietet die bekannte Fa.<br />
Dremel nun ein Kombi-Gerät an, das sowohl<br />
als Hand- als auch als stationäre Laubsäge<br />
eingesetzt werden kann, und das zu einem<br />
durchaus passablen Komplettpreis von E<br />
119,99. Grund genug, uns dieses Gerät einmal<br />
etwas genauer anzusehen.<br />
In einem praktischen Kunststoff-Koffer ist<br />
die Moto-Saw inklusive sämtlichen Zubehörs<br />
platzsparend und schmutzgeschützt<br />
untergebracht. Neben der eigentlichen<br />
Säge sind <strong>im</strong> Koffer noch ein Sägetisch,<br />
zwei Schraubzwingen sowie eine Auswahl<br />
verschiedener Sägeblätter untergebracht.<br />
Ein Gehrungslineal sowie eine informativ<br />
bebilderte Bedienungsanleitung runden den<br />
Lieferumfang ab.<br />
N<strong>im</strong>mt man die Moto-Saw in die Hand, fällt<br />
natürlich zuerst einmal das <strong>im</strong> Vergleich<br />
zum Laubsägebogen nicht unerhebliche<br />
Gewicht auf. Ganz klar, <strong>im</strong> Sägenkörper ist<br />
schließlich ja auch der Antriebsmotor untergebracht.<br />
Dieser lässt sich erfreulicher-<br />
38 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
weise über ein Drehrad stufenlos in der<br />
Drehzahl einstellen, das ist natürlich perfekt<br />
für unterschiedliche Materialien. Gerade<br />
wenn man Kunststoffe bearbeitet, ist<br />
eine niedrige Blattgeschwindigkeit absolut<br />
erforderlich, damit der Sägeschnitt hinter<br />
dem Blatt nicht gleich wieder zuschmilzt.<br />
Also schon mal ein fetter Pluspunkt auf der<br />
Haben-Seite der Moto-Saw. Bei genauerer<br />
Betrachtung gibt es weitere positive Eindrücke.<br />
So ist sowohl das Einsetzen als<br />
auch das Austauschen der Sägeblätter<br />
dank eines großen, leicht zu bedienenden<br />
Spannhebels eine schnelle und problemlose<br />
Sache. Weiterhin punktet der stufenlos<br />
verstellbare Material-Niederhalter, ein<br />
Moto-Saw <strong>im</strong> mobilen Einsatz<br />
2<br />
Am Griffstück befinden sich der Ein-Aus-<br />
Schalter und die Drehzahlregelung<br />
Spannhebel für Sägeblattwechsel sowie<br />
Werkstück-Niederhalter<br />
Moto-Saw stationär montiert<br />
aus durchsichtigem Kunststoff gefertigter<br />
Gleitschuh, der das Schnittgut am unkontrollierten<br />
Ansteigen oder Wegvibrieren<br />
hindert.<br />
Die ersten Probeschnitte <strong>im</strong> Handbetrieb<br />
an einer 5-mm-Sperrholzplatte wirken<br />
schon sehr befriedigend. Ungewöhnlich ist<br />
anfänglich die Tatsache, eine „Laubsäge“<br />
in der Hand zu halten, sich aber darauf<br />
zu konzentrieren, die Hand nun nicht wie<br />
bisher gewohnt auf- und abzubewegen.<br />
Stattdessen ist lediglich Führungs-Arbeit<br />
angesagt, die Sägearbeit n<strong>im</strong>mt einem die<br />
Moto-Saw ab. Schön, dass die be<strong>im</strong> Betrieb<br />
entstehenden Vibrationen nicht unangenehm<br />
sind; sobald man sich einmal an<br />
das Gewicht in der Hand gewöhnt hat, ist<br />
die Handhabung sehr angenehm, auch die<br />
Lautstärke ist nicht zu kritisieren.<br />
Als Nächstes steht der stationäre Betrieb<br />
an. Hierzu wird zuerst der Sägetisch mit<br />
den beiden mitgelieferten Schraubzwingen<br />
an der Arbeitsplatte fixiert. Durch den<br />
recht großen Verstellbereich der Zwingen<br />
(max. ca. 90 mm) darf das auch eine kräftige<br />
Arbeitsplatte sein. Außerdem passen<br />
die Aufnahme-Löcher <strong>im</strong> Sägetisch auch<br />
für die kleine Größe der handelsüblichen<br />
Schraubzwingen, so dass man wohl kaum<br />
einen Arbeitstisch findet, an dem man den<br />
Sägetisch nicht befestigen könnte.<br />
Ist der Sägetisch ordentlich am Untergrund<br />
fixiert, wird die Moto-Saw einfach von oben<br />
in den passgenauen Ausschnitt eingefädelt<br />
und mit einer kleinen Bewegung <strong>nach</strong> vorn<br />
eingerastet – fertig. Die beiden seitlichen<br />
Schienen <strong>im</strong> Sägetisch dienen zum Einschieben<br />
des mitgelieferten Gehrungslineals,<br />
mit dem nicht nur präzises rechtwinkliges<br />
Ablängen von Leisten, sondern auch<br />
passgenaue Gehrungsschnitte möglich<br />
sind. Auch <strong>im</strong> stationären Betrieb überzeugt<br />
die Moto-Saw auf Anhieb. Ein weiteres, sehr<br />
nettes Detail in dieser Einsatzart ist der an<br />
der Unterseite des Sägetisches vorhandene<br />
Anschluss für einen Staubsaugerschlauch,<br />
durch den während des Betriebs auftretender<br />
Sägestaub sofort <strong>im</strong> Werkstattstaubsauger<br />
verschwindet.<br />
Natürlich ist auch das Entnehmen der<br />
Moto-Saw aus dem Sägetisch problemlos:<br />
die kleine Entriegelungstaste hinten links<br />
gedrückt und mit einer einfachen Handbewegung<br />
ist die Sägeneinheit wieder mobil<br />
einsetzbar.<br />
Auch <strong>im</strong> stationären Betrieb ist es sehr vorteilhaft,<br />
mit dem Material-Niederhalter das<br />
bearbeitete Werkstück am Mitvibrieren hindern<br />
zu können.<br />
Natürlich können dank der verschiedenen<br />
Sägeblätter alle <strong>im</strong> Modellbau auftretenden<br />
Materialien wie Holz, Kunststoff und Metall<br />
bearbeitet werden, außerdem gibt es<br />
sehr dünne Sägeblätter vorrangig für Kurvenschnitte<br />
und etwas breitere Varianten<br />
für überwiegend gerade Schnittlinien. Die<br />
verschiedenen Sägeblätter, gepaart mit<br />
der stufenlosen Drehzahlregelung, ermöglichen<br />
eine Anpassung an praktisch jede<br />
Schnittaufgabe. Für die passgenaue Geschwindigkeitseinstellung<br />
ist der Käufer<br />
Technische Daten<br />
allerdings dann auf seine eigenen Erfahrungen<br />
angewiesen, denn eine wünschenswerte<br />
Liste mit der zum Material oder zur<br />
entsprechenden Materialstärke passenden<br />
Drehzahl findet sich leider nicht in der Bedienungsanleitung.<br />
An Bohrmaschinen ist<br />
man so etwas ja gewöhnt (Drehzahl in Abhängigkeit<br />
von Bohrerdurchmesser und Material),<br />
gerade für Sägen-Einsteiger wäre so<br />
etwas durchaus hilfreich.<br />
Fazit<br />
Mit der Moto-Saw hat Dremel eines der<br />
heute so beliebten, neudeutsch Cross-Over<br />
genannten Produkte ins Programm genommen:<br />
Hand- und Stationär-Säge in einem,<br />
eine durchaus passende Kombination. Festzustellen<br />
bleibt allerdings, dass die Säge<br />
aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichts<br />
für feine Freihand-Arbeiten natürlich nicht<br />
geeignet ist, hierfür wird der ganz normale<br />
Laubsägebogen weiterhin an der Werkstattwand<br />
griffbereit hängen müssen.<br />
Pr<strong>im</strong>äres Einsatzfeld wird folglich eher der<br />
stationäre Einsatz sein, hier bietet die Moto-Saw<br />
eine preiswerte Alternative zu den<br />
bislang erhältlichen, sehr schweren und oft<br />
genug kostenintensiven Dekupiersägen, die<br />
oft auch nicht über eine stufenlos einstellbare<br />
Hubzahl verfügen.<br />
Der Freihand-Einsatz bietet sich vor allem<br />
an größeren Werkstücken an oder auch bei<br />
den etwas gröberen Basteleien wie zum<br />
Beispiel der Anfertigung eines Schiffsständers,<br />
einer Transportbox usw.<br />
Nennleistung 70 W<br />
Drehzahl 1500–2250 min -1 ,<br />
stufenlos<br />
Unser Testurteil: Empfehlenswert!<br />
max. Schnitttiefe 18 mm<br />
Bezugsquelle:<br />
Maultiefe<br />
250 mm<br />
Fachhandel, www.dremel.com<br />
Gewicht<br />
1,1 kg<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013<br />
Preis E 119,99<br />
39
POWERBOATS<br />
Christian Fischer<br />
W<br />
ie ich es bereits in meinem<br />
letzten Baubericht erwähnte<br />
(GOLDDIGGER HPR 135,<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 12/11 und<br />
01/12), hatte ich zu diesen<br />
Zeitpunkt bereits ein neues Projekt geplant.<br />
Eigentlich sollte dieses neue Projekt<br />
eine HPR 185 MYSTIC werden. Aber wie<br />
so oft, kommt <strong>im</strong>mer alles anders.<br />
Durch die Bauberichte in der Schiffs<br />
Modell und durch Threads in verschiedenen<br />
Foren waren meine beiden<br />
bisherigen Modelle TWO<br />
FACE (<strong>SchiffsModell</strong><br />
11/10) und GOLD-<br />
DIGGER recht bekannt<br />
geworden, und<br />
daher „musste“ ich diese<br />
Boote auch zum Powerboat-<br />
Treffen 2011 <strong>nach</strong> Heilbronn<br />
mitbringen und dort ausstellen.<br />
In Heilbronn treffen sich praktisch<br />
sämtliche Spezialisten aus ganz<br />
Europa, daher kann man dort auch<br />
sehr außergewöhnliche Boote sehen<br />
und folglich habe ich mich natürlich<br />
sehr auf dieses Treffen gefreut. Als ich<br />
MYSTIC 185<br />
TWIN-TURBINE<br />
TEIL 1<br />
40<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
dann gemütlich an den ganzen Pavillons der<br />
Teilnehmer und Hersteller vorbeispazierte,<br />
habe ich mein neues Traumboot gesehen.<br />
Ich kannte dieses Modell zwar schon von<br />
Bildern aus dem Powerboat-Forum, aber in<br />
natura ist das Boot noch einmal um einiges<br />
schöner. Meine Begeisterung war kaum zu<br />
beschreiben, „Mensch, das wäre mein Modellbau-Traum!“,<br />
sagte ich zu meiner Frau.<br />
Be<strong>im</strong> besagten Modell handelt sich um<br />
eine MHZ-MYSTIC 185 mit zwei JetCat-<br />
Turbin, die jeweils 6 kW Wellenleistung<br />
haben. Natürlich gibt es schon einige<br />
MHZ-MYSTICs mit Turbinen, aber diesen<br />
Rumpf gibt es weltweit nur viermal, da<br />
es sich um eine von Chris Tonn komplett<br />
umgearbeitete Sonderedition <strong>im</strong> AQUA<br />
MANIA-Design handelt. Normalerweise<br />
hat der MHZ-Rumpf einen großen Deckel,<br />
Chris Tonn hat den Rumpf am Oberdeck<br />
aber so umgebaut, dass jeweils zwei Turbinendeckel<br />
sowie ein weiterer Hauptdeckel<br />
entstanden sind.<br />
Als ich erfahren habe, dass dieses Schmuckstück<br />
zu verkaufen wäre, habe ich mal ganz<br />
vorsichtig <strong>nach</strong> dem Preis gefragt, der mich<br />
erwartungsgemäß umgehauen hat. Na gut,<br />
auf der 450 km langen He<strong>im</strong>fahrt hatte ich<br />
dann doch einige Zeit, mir viele Gedanken<br />
darüber zu machen, wie ich mir meinen<br />
Traum doch finanzieren könnte, wie ich das<br />
meiner Frau beibringen könnte usw. Nach<br />
einigen Tagen überlegen und rechnen hatte<br />
ich mich dann dazu entschlossen, mich von<br />
einem meiner Boote und auch von meinem<br />
Carbon-Rennrad zu trennen, um das neue<br />
Modell finanzieren zu können.<br />
Nach einer Kontaktaufnahme mit dem Besitzer<br />
der MYSTIC erfuhr ich, dass das<br />
Modell noch in seinem Besitz sei. Als dann<br />
auch noch meine Frau den entscheidenden<br />
Satz „Na, dann kauf dir doch das Boot!“ gesagt<br />
hatte, war mein Glücksgefühl nicht zu<br />
beschreiben. Da der Besitzer aber in Holland<br />
wohnt und mir der Versand solch eines<br />
großen Modells doch zu kritisch erschien,<br />
habe ich mich entschlossen, mein Baby<br />
persönlich abzuholen. Mein Freund Manuel<br />
hat mich dann auf der 670 km langen Reise<br />
begleitet, und <strong>nach</strong> der Bootsübergabe fuhren<br />
meine Gefühle richtig Karussell: Mann,<br />
was für ein Riesenteil, und nun war ich<br />
Besitzer eines Turbinen-Bootes! Der lange<br />
He<strong>im</strong>weg war dann ein reines Kinderspiel,<br />
von Müdigkeit am Steuer keine Spur!<br />
Der Umbau<br />
Schon als ich in Heilbronn erfahren hatte,<br />
dass die MYSTIC zu verkaufen wäre, hatten<br />
sich die Zahnräder in meinem Kopf schon<br />
mächtig gedreht und ich hatte schon sehr<br />
genaue Vorstellungen, was ich an dem<br />
Boot ändern würde. Aber warum ein bereits<br />
fertiges und gut laufendes Boot überhaupt<br />
umbauen? Nun, wer meine anderen Boote<br />
kennt, der weiß, dass ich <strong>im</strong>mer etwas Besonderes<br />
aufs Wasser bringen möchte.<br />
Folglich wurde auch die MYSTIC erstmal<br />
komplett entkernt, sprich ich habe Tanks,<br />
RC-Box, Turbinen usw. ausgebaut. Als dann<br />
Das Innenleben vor dem Umbau<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 41
Skizze und Rohmaterial<br />
für das neue Ruder<br />
der nackte Rumpf vor mir lag, wurde der<br />
gesamte Innenraum mit Carbon-Polierpaste<br />
auf Hochglanz gebracht. Das Ergebnis<br />
mehrerer Stunden Arbeit konnte sich sehen<br />
lassen.<br />
Ruderanlage<br />
An der MYSTIC war zwar eine Ruderanlage<br />
von MHZ in Top-Qualität verbaut, aber ich<br />
wollte ein Ruder <strong>nach</strong> eigenen Ideen bauen.<br />
Dieses sollte dem Orginal-Ruder der<br />
MYSTIC sehr nahe kommen und auf alle<br />
Fälle <strong>im</strong> Kontrast von Alu-Hochglanz und<br />
Carbon daherkommen. Die meisten Maße<br />
habe ich vom MHZ-Ruder übernommen,<br />
da meine Ruderanlage aber mit Kugellagern<br />
ausgerüstet werden sollte, musste<br />
ich doch einiges ändern. Also wurde meine<br />
kleine Proxxon-Fräsmaschine angeschmissen<br />
und los gings. Nach mehreren<br />
Mit dem Schruppfräser entstehen<br />
erste Konturen<br />
Blatthalter mit Ruderblatt<br />
Sonnenbrillen-Alarm!<br />
Super-Spiegeloberfläche<br />
Kleine CfK-Platte mit neun Bohrungen<br />
Vorbereitung zum Polieren<br />
Auslegerplatte mit Kugellagersitz und<br />
Vertiefung für die CfK-Platte<br />
Stunden an der Fräse nahm das Ruder<br />
langsam die gewünschten Konturen an. Als<br />
Carbon-Fetischist habe ich mir eine kleine<br />
Carboneinlage <strong>im</strong> oberen Teil des Ruders<br />
eingebildet und folglich wurde am oberen<br />
Ruderausleger eine Aussparung eingefräst,<br />
in der später eine 1,5-mm-Hochglanzplatte<br />
ihren Platz fand. Da der Ruderausleger mit<br />
neun M5-Schrauben am Rumpf verschraubt<br />
wird, mussten folglich auch in diese kleine<br />
Carbonplatte neun 7,5-mm-Bohrungen<br />
42<br />
Nach dem<br />
Zusammenbau<br />
der Teile und<br />
<strong>nach</strong> dem<br />
Lasern<br />
Das Ruder an seinem Arbeitsplatz
eingebracht werden. Wegen der nur 0,5<br />
mm betragenden Abstände zwischen diesen<br />
Bohrungen kann man diese aber nicht<br />
gleich mit dem gewünschten Enddurchmesser<br />
bohren. Also wurde sehr vorsichtig<br />
mit einem 4-mm-Bohrer vorgebohrt und<br />
da<strong>nach</strong> mit zusammengerolltem Schleifpapier<br />
Schritt für Schritt jede Bohrung auf das<br />
gewünschte Maß gebracht. Das Ergebnis<br />
<strong>nach</strong> zwei Tagen Arbeit waren taube Finger<br />
und neun perfekte Bohrungen in einer sehr<br />
kleinen Platte von 41 x 27 mm.<br />
Nach dieser doch sehr aufwendigen Arbeit<br />
habe ich sämtliche Aluteile fertiggestellt und<br />
dann stundenlang mit der Poliermaschine<br />
auf Hochglanz gebracht. Natürlich wollte<br />
ich den Kontrast von Hochglanz-Alu und<br />
Carbon-Schwarz auch bei den Schrauben<br />
weiterführen. So bestellte ich mir schwarz<br />
eloxierte Titanschrauben, die dann be<strong>im</strong><br />
Zusammenbau der Ruderanlage und bei<br />
der Montage am Rumpf verwendet wurden.<br />
Auch bei den Hydraulik-Attrappen nahm ich<br />
eine Änderung vor. Ich drehte aus hochwertigem<br />
Alu (7075 T6) zwei neue Hydraulik-<br />
Zylinder, die da<strong>nach</strong> ebenfalls der Poliermaschine<br />
zum Opfer fielen.<br />
Als letztes Highlight habe ich das Ruder<br />
von einem guten Freund mit dem gelaserten<br />
MYSTIC-Logo nebst Schädel versehen<br />
lassen.<br />
Hoppertanks<br />
Hoppertanks sorgen für eine blasenfreie<br />
Kraftstoffversorgung zwischen Haupttank<br />
und Turbine und über diese Tanks gelangt<br />
das Kerosin in die Haupttanks. Natürlich<br />
gibt es bei den verschiedenen Anbietern<br />
von Turbinenzubehör eine genügende<br />
Auswahl an solchen Tanks, aber die Tanks<br />
sollten ja zum Komplett-Design meiner<br />
MYS TIC passen.<br />
Also habe ich mir wieder einige Gedanken<br />
gemacht und diese dann mittels Zeichenplatte<br />
zu Papier gebracht. Nachdem ich<br />
mit der Konstruktion so weit zufrieden war,<br />
konnte ich mich an der Drehmaschine wieder<br />
so richtig austoben. Folglich wurden vier<br />
Alu-Tankhälften gedreht. Jeder Hoppertank<br />
besteht aus zweien dieser Teile, die mittels<br />
M75 x 1-Feingewinde zu einem kompletten<br />
Tank verschraubt werden. An den Seitenwänden<br />
der Tanks ist eine Vertiefung von<br />
0,35 mm eingedreht, in die ich später eine<br />
Hochglanz-CfK-Folie einlaminiert habe. Da<strong>nach</strong><br />
wurden sämtliche M5-Gewinde in die<br />
Die vier Haupteile <strong>nach</strong> dem Drehen<br />
Der Hoppertank n<strong>im</strong>mt<br />
Gestalt an<br />
Der Hoppertank entsteht<br />
auf der Zeichenplatte<br />
Das M75 x 1-Feingewinde<br />
Mit Schmirgelleinen werden die<br />
Bohrungen genau auf Maß gebracht<br />
Einlege-CfK-Platten grob vorgeschnitten Einpassen der CfK-Platte Die beiden unteren Hälften <strong>nach</strong> dem Polieren
CfK-Platte fertig zum Einkleben<br />
Nach dem Polieren und Lasern:<br />
perfekter Kontrast von Hochglanz-Alu<br />
und Carbon<br />
Abstandshalter auf der Grundplatte<br />
verschraubt<br />
Mini-Schlauchhalter aus CfK gefertigt<br />
Tanks geschnitten, dort leisten später die<br />
4-mm-Festo-Verbinder ihre Dienste.<br />
An der Unterseite der Tanks sind jeweils<br />
drei Gewinde mit M3 eingeschnitten, über<br />
die die Tanks später fest an ihrer Carbonhalterung<br />
verschraubt werden.<br />
Nachdem alle Gewinde und Bohrungen an<br />
ihren Plätzen waren, wurden die Tankhälften<br />
unter Zugabe von Loctite 648 fest miteinander<br />
verschraubt. Da<strong>nach</strong> kam wieder<br />
meine Lieblingsarbeit, sprich das Aufpolieren<br />
der Aluteile.<br />
Als ich mit dem Ergebnis zufrieden war, ist<br />
mir ein Kollege aus dem Forum eingefallen,<br />
der mir mal tolle Bilder von Aluteilen gezeigt<br />
hatte, die mittels Laser zu kleinen Kunstwerken<br />
geworden waren. Da ja auf der<br />
MYS TIC der bekannte Totenschädel des<br />
JPS Racing Teams auflackiert ist, wollte ich<br />
diesen Schädel unbedingt auf die Tanks gelasert<br />
haben. Ich habe dann von Chris Tonn<br />
eine DXF-Datei des Schädels erhalten und<br />
diese zusammen mit den Hoppertanks zum<br />
Laser-Spezialisten geschickt. Nach einigen<br />
Tagen hat dann der Postmann zwe<strong>im</strong>al bei<br />
mir geklingelt, und das Ergebnis der Arbeit<br />
hat meine Vorstellungen mehr als übertroffen.<br />
Sagenhaft, was heute alles machbar ist!<br />
Zur Füllstandskontrolle der Tanks habe ich<br />
dann noch einen 4-mm-Kerosinschlauch<br />
mittels kleiner Carbonhalterung vom Unterboden<br />
bis Deckel der Hoppertanks angebracht.<br />
So sieht man ganz genau den Füllstand der<br />
Tanks. Zum Abschluss dieser Arbeit wurden<br />
sämtliche Festo-Verbinder verschraubt und<br />
ich konnte mich an die nächste Herausforderung<br />
wagen.<br />
Der fertige Hoppertank mit sämtlichen<br />
Anschlüssen<br />
Der Deckrahmen findet seinen Platz<br />
Grundplatten und Rahmenteile aus CfK<br />
und Texalium <strong>nach</strong> dem Ausfräsen<br />
RC-Box<br />
Normalerweise ist so eine RC-Box ja ein<br />
recht überschaubares Teil, in dem sämtliche<br />
Elektronik-Bauteile wasserdicht untergebracht<br />
werden. Ganz klar, dass ich da<br />
natürlich wieder spezielle Ideen hatte …<br />
Nachdem ich meine Gedanken zu Papier<br />
gebracht hatte, machte ich mich auf den<br />
Weg zu meinem Freund Manuel und zeigte<br />
ihm den Entwurf.<br />
Manuel war davon sofort begeistert und<br />
machte sich mit seinem CAD-Pogramm<br />
gleich an die Arbeit. Die Grundidee ist<br />
schnell erklärt. Die RC-Box sollte insgesamt<br />
dem Umriss des Schädels folgen, der ja<br />
auch schon auf den Hoppertanks zu sehen<br />
ist. Unterhalb der<br />
Zähne müsste sie aber etwas verlängert<br />
werden. Intern wollte ich die RC-Box unterteilen.<br />
In dem einen Bereich sollten hinter<br />
einer Trennwand das Servo mit Empfänger<br />
und Empfängerakku Platz finden, <strong>im</strong><br />
Hauptteil die Stomversorgung sowie die<br />
komplette Elektronik und das Kraftstoffsystem<br />
für beide Turbinen. Die Box sollte<br />
aus mehreren Rahmen sowie einer Bodenplatte<br />
bestehen. Oben würden sich zwei<br />
Deckel aus Plexiglas befinden, darüber die<br />
Kontur der kompletten Box aus einer dünnen<br />
Sichtcarbonplatte mit dem aus einer<br />
44<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
Die 0,3-mm-CfK-Hochglanzplatte<br />
wird vorbereitet<br />
Die erste Seitenwand<br />
ist aufgeklebt<br />
Das bisherigeEndergebnis<br />
Das Skelett der RC-Box ist fertig<br />
Auch hier gibt’s wieder eine saubere Klebenaht<br />
Mit der Diamantfeile wird der Schädel aus<br />
0,2-mm-Texalium-Folie gefeilt ...<br />
Polierte Abstandshalter aus Alu<br />
Texalium-Folie ausgeschnittenen Schädel.<br />
Nachdem be<strong>im</strong> CAD-Zeichnen ja viel möglich<br />
ist, waren wir uns schnell einig, einen<br />
weiteren Rahmen zu konstruieren, damit<br />
die Plexiglasdeckel versenkt verbaut werden<br />
können. Da<strong>nach</strong> ging es an den Materialeinkauf.<br />
Die Fräsarbeiten wurden wieder<br />
von einem Freund durchgeführt, der einen<br />
2,1 mm starken CfK-Fräser mit speziellem<br />
Anschliff verwendete. Die Rahmen sind in<br />
verschiedenen Stärken (10 mm für den<br />
Boden, 12 mm für die Deckelauflage und<br />
ein 5 mm breiter Rahmen als Abschluss)<br />
ausgefräst. In die 10 und 12 mm breiten<br />
Rahmen wurden dann deckungsgleiche<br />
Löcher gebohrt und die Bohrungen zur<br />
Verwendung von Senkkopfschrauben für<br />
die Abstandshalter angesenkt.<br />
Als Nächstes wurde die Platte zur Abteilung<br />
der beiden Bereiche einlaminiert, bevor<br />
ich die Box mit 0,3-mm-CfK-Folie beplankt<br />
habe. Ein wichtiges Kapitel waren dabei<br />
die Harznähte die ich mit UHU Endfest 300<br />
laminiert habe. Laminiert wird mit exakt<br />
eingedicktem und schwarz eingefärbtem<br />
Kleber. Ich verwende hierfür übrigens ausschließlich<br />
die Stäbchen, die es bei McDonalds<br />
zum Kaffeeumrühren gibt … Der Trick<br />
be<strong>im</strong> exakten Laminieren liegt in viel Geduld<br />
und einer extrem ruhigen Hand, außerdem<br />
muss das Harz in seiner Viskosität ganz exakt<br />
eingestellt werden, sprich es darf weder<br />
zu flüssig, noch zu zäh sein, da muss man<br />
den richtigen Punkt genau erwischen.<br />
Wie bereits erwähnt, kommt zum Abschluss<br />
noch ein weiterer Deckel mit 3D-CfK-Optik<br />
sowie dem ausgeschnittenen Schädel aus<br />
… und dann auf die Trägerplatte<br />
geklebt<br />
Für die Trägerplatte, auf der Hoppertanks und<br />
RC-Box ihre Plätze finden, verwendete ich<br />
eine 3,5-mm-CfK-Platte<br />
So habe ich mir mein Werk<br />
vorgestellt<br />
Texalium-Folie auf die Box. Da diese Folie<br />
nur 0,2 mm stark ist, war das Ausfeilen des<br />
Schädels eine besondere Herausforderung.<br />
Ich konnte mich aber <strong>nach</strong> einigen Stunden<br />
Arbeit über ein perfektes Grinse-Gesicht<br />
aus Texalium freuen.<br />
45
Alle Konturen werden sauber auf<br />
Maß gebracht.<br />
So liefert JetCat die LED-Boards ...<br />
Orginal-ECUs von JetCat<br />
Die Hoppertanks auf der Trägerplatte<br />
… und so sehen die Teile <strong>nach</strong> meinem<br />
Umbau aus<br />
Da die ECUs und LED-Boards von JetCat<br />
mit ihren gelben Aufklebern optisch so gar<br />
nicht zu meinem Modell passten, wurden<br />
diese Teile mit Hochglanz-CfK-Folie beklebt<br />
und auch dementsprechend beschriftet.<br />
Auch die Kerosinpumpen wurden <strong>nach</strong> meinen<br />
Vorstellungen verschönert.<br />
In der RC-Box befindet sich ein 2s-LiFePO-<br />
Akku mit 1700 mAh für den Empfänger sowie<br />
ein 2s-LiPo-Akku mit 5800 mAh für die<br />
Stromversorgung der beiden ECUs. Diese<br />
müssen natürlich geladen werden, ich wollte<br />
die RC-Box aber so selten wie möglich öffnen<br />
müssen. Also musste eine Lademöglichkeit<br />
mittels einer eingebauten Buchse<br />
geschaffen werden. Die 2s-Li-Akkus verfügen<br />
ja aber neben Plus- und Minuskabel<br />
auch noch über dreipolige Balancerkabel,<br />
die aber ebenfalls Gesamt-Minus und Gesamt-Plus<br />
führen. Also habe ich aus jedem<br />
der Akkus drei Kabel (Gesamt-Minus, Gesamt-Plus<br />
und Mittelabgriff) herausgeführt,<br />
die direkt auf die Platinen respektive Ableiter<br />
gelötet wurden. Das von mir eingesetzte<br />
Multiplex-Hochlast-Stecksystem hat sechs<br />
Kontakte, auf die nun jeweils die Hauptpole<br />
sowie der Mittelabgriff geführt wurden. Mit<br />
einem passend verlöteten Ladekabel können<br />
nun beide Akkus bequem und gleichzeitig<br />
geladen werden.<br />
So wirken sie edler<br />
Die Kerosinpumpen werden neu<br />
eingeschrumpft<br />
Die komplette Trägerplatte<br />
Die Grundplatte für die RC-Box sowie die<br />
Hoppertanks entstand dann wieder aus<br />
3-mm-CfK-Material.<br />
Nun musste die komplette Turbinen-Elektronik<br />
nebst Kerosin-Leitungen und Magnetventilen<br />
in der RC-Box verbaut werden.<br />
Unglaublich, was da alles an Kabeln und<br />
Schläuchen zusammenkommt. Mein Ziel<br />
war es natürlich auch noch, dass das alles<br />
mehr als aufgeräumt aussehen und optisch<br />
zum Design des ganzen Bootes passen<br />
sollte.<br />
Solchermaßen getunt sehen<br />
die Pumpen besser aus<br />
Tuningteile für die Pumpen<br />
Fortsetzung <strong>im</strong><br />
nächsten Heft<br />
46 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
Kerosinfilter und Magnetventile werden<br />
übereinander verbaut<br />
CfK-Teile für die Filterhalterung werden sauber gefeilt<br />
Die fertige kleine CfK-Halterung<br />
Füßchen fertig verschraubt an der<br />
CfK-Abdeckung<br />
In der Servoabteilung geht es sehr<br />
eng zu, Servo, Empfänger-LiPo und<br />
Empfänger sind verbaut<br />
CfK-Abdeckung für den<br />
Hauptstromverorgungs-LiPo<br />
Die Montage von Spritschläuchen und Kabeln beginnt<br />
Die ersten Einbauten sind an ihrem Platz<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 47
Motorschiffe<br />
Stefan Reuthlinger<br />
FAIRPLAY V<br />
E<br />
s war wohl so Ende der 1950er-, Anfang<br />
der 1960er-Jahre, als ich anfing,<br />
Schiffsmodelle zu bauen. Eines der<br />
ersten Modelle war das Rennboot<br />
HAI mit dem Außenborder „Neptun“<br />
von Graupner als Antrieb und einer 4,5-V-<br />
Taschenlampenbatterie als Energiequelle.<br />
Eine Steigerung war dann der Bau von Kajütbooten<br />
wie der „Siegrid“ oder „Condor“<br />
oder dem Rennboot „Hobby II“. Dazu gab‘s<br />
dann sogar schon eine Fernsteuerung, z. B.<br />
die Standard 20.<br />
Im Fernsehen, das damals noch in<br />
Schwarz-Weiß sendete, kam einmal pro<br />
Woche <strong>nach</strong>mittags eine Stunde lang die<br />
Sendung „Basteln für Jungen“, moderiert<br />
von F. K. Ries, der ja jedem etwas älteren<br />
Schiffsmodellbauer wohlbekannt sein dürfte.<br />
Eines Tages wurde <strong>im</strong> Rahmen dieser<br />
Sendung ein Modell des Schleppers FAIR-<br />
PLAY V gebaut. Da stand also ein sauber<br />
gebautes und lackiertes Schleppermodell<br />
<strong>im</strong> Studio, daneben Herr Ries und ein kleiner<br />
Junge, die versuchten, den Zuschauern<br />
zu erklären, wie man den Rumpf<br />
baut. Das war gar nicht so einfach, denn<br />
laut dem Bastelbogen, den ich mir dann<br />
bestellte, sollte man sich ein Kartongerüst<br />
aus Quer- und Längsspanten bauen, das<br />
dann mit 2-mm-Balsaholz beplankt werden<br />
sollte.<br />
Also, ich habe das zwar probiert, aber als<br />
ich das Kartongerüst <strong>nach</strong> dem Beplanken<br />
aus dem Rumpf ziehen wollte, brach die<br />
ganze Konstruktion zusammen. Aber obwohl<br />
ich durch diesen Misserfolg fürs Erste<br />
mein ganzes Taschengeld verloren hatte,<br />
spukte mir die FAIRPLAY V weiterhin <strong>im</strong><br />
Kopf herum.<br />
Da war es nur verständlich, dass ich sofort<br />
zu sparen anfing, als die FAIRPLAY V<br />
etwas später von der damaligen Fa. Hegi<br />
angeboten wurde. Natürlich musste dafür<br />
auch noch eine neue Fernsteuerung her,<br />
ich entschied mich für eine Metz Mecatron<br />
3-Kanal-Anlage.<br />
Als dann endlich alles, was ich bestellt<br />
hatte, vor mir auf meinem Basteltisch lag,<br />
wusste ich erst einmal gar nicht, wo anfangen.<br />
Der Fertigrumpf des Baukastens war<br />
natürlich eine große Erleichterung, und da<br />
ich ja schon ein bisschen Bauerfahrung<br />
gesammelt hatte, ging der Bau fast problemlos<br />
vonstatten. Nur den kombinierten<br />
Mast/Schornstein habe ich nicht geschafft.<br />
Nachdem die Standard 20 in meiner Hobby<br />
II nie richtig funktioniert hatte, war die Metz-<br />
Anlage nun eine kleine Sensation für mich,<br />
denn alles hat auf Anhieb funktioniert und<br />
das Modell schwamm prächtig.<br />
Seitdem sind sehr viele Jahre vergangen.<br />
Im Jahr 2004 stieß ich jedoch in einer Modellbauzeitschrift<br />
auf einen Artikel von Herrn<br />
Reiner Schwandt. Der hatte eine Baukasten-FAIRPLAY<br />
V mit vielen Details völlig<br />
neu aufgebaut. Ich war beeindruckt und<br />
erinnerte mich an mein Modell, das völlig<br />
verstaubt auf dem Dachboden stand. Um es<br />
kurz zu machen, der Schlepper befand sich<br />
in einem kläglichen Zustand. „Den müsste<br />
man völlig neu aufbauen.“ Gute Idee, das<br />
mit dem neu aufbauen, dann aber gleich<br />
komplett neu in meinem zwischenzeitlich<br />
bevorzugten Maßstab von 1:25.<br />
Ich begann also, von dem alten Rumpf die<br />
Maße abzunehmen und von 1:33 auf 1:25<br />
umzurechnen. Der Rumpf entstand dann in<br />
Leistenbauweise auf Spanten und wurde<br />
anschließend mit Glasgewebe und Epoxidharz<br />
versiegelt. Die Kortdüse wurde <strong>nach</strong><br />
hinten etwas verjüngt und profiliert, den<br />
dreiflügeligen Messing-Prop mit 80 mm, die<br />
Wellenanlage und den Bühler-Motor bezog<br />
ich von der Fa. Harhaus.<br />
48 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
Der Autor mit<br />
seinem ersten<br />
FAIRPLAY-Modell<br />
1<br />
Das Deck aus 1-mm-Flugzeugsperrholz<br />
wurde <strong>nach</strong> Anbringen des Schanzkleides<br />
(0,3-mm-Messingblech) mit passenden<br />
Riffelblechplatten beklebt. Damit war der<br />
Rumpfbau eigentlich erledigt und es wurde<br />
Zeit, mich um die Aufbauten und Details zu<br />
kümmern.<br />
Ich nahm Kontakt zu Herrn Schwandt auf,<br />
der den Artikel über seine FAIRPLAY V geschrieben<br />
hatte. Von ihm bekam ich eine<br />
Fotoserie, die einmal in den 1980er-Jahren<br />
in einer Modellbauzeitschrift erschienen<br />
war: „Mit der Kamera unterwegs auf der<br />
FAIRPLAY V“. Diese Fotos waren mir bei<br />
Bau und Detaillierung der Aufbauten eine<br />
große Hilfe.<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 49
Die Aufbauten entstanden vorwiegend in<br />
Sperrholzbauweise, wobei der alte Bauplan,<br />
der sich <strong>im</strong>mer noch in meinem Besitz befindet,<br />
sehr hilfreich war. Trotzdem mussten<br />
einige Änderungen vorgenommen werden,<br />
die man erst be<strong>im</strong> Vergleich mit den Fotos<br />
sah, denn die Aufbauten des Baukastenmodells<br />
waren doch recht einfach gehalten<br />
worden.<br />
Da auf den Originalfotos <strong>im</strong>mer eine der<br />
seitlichen Türen offenstand, wollte ich das<br />
auf dem Modell auch so zeigen, und folglich<br />
musste ich das „untere Stockwerk“ ausbauen.<br />
Darin befindet sich eine kleine Werkstatt<br />
mit Kompressor, Schweißgerät, einer Werkbank<br />
mit Schraubstock und einem kleinen<br />
Tisch mit drei Stühlen, damit die Besatzung<br />
auch mal Pause machen kann.<br />
Obwohl ich keine Fotos von der Brückenausstattung<br />
hatte, habe ich die Brücke mit<br />
etwas Fantasie dennoch ausgebaut. Zur<br />
Ausrüstung gehören, dem Einsatzzeitraum<br />
der FAIRPLAY V angemessen, ein SSB-<br />
DEBEG-Funkgerät, ein UKW-Funkgerät,<br />
Echolot, Radar und natürlich der Fahrstand<br />
mit Anzeigeinstrumenten, Gashebel usw.<br />
Der obere, offene Fahrstand war auf den<br />
Bildern gut dokumentiert und wurde auch<br />
dementsprechend ausgebaut. Alle Laternen,<br />
das Arbeitslicht und die Scheinwerfer<br />
sind beleuchtet, ebenso die Brücke und die<br />
Werkstatt.<br />
Da das Radargerät auf einem sehr langen<br />
Ausleger sitzt, konnte es nicht direkt angetrieben<br />
werden. Darum befindet sich <strong>im</strong><br />
Schornstein (Mast) ein langer Stahldraht,<br />
der von einem kleinen Getriebemotor angetrieben<br />
wird. An seinem oberen Ende sitzt<br />
eine kleine Messingscheibe, die über einen<br />
dünnen Gummiring auf eine kleine Scheibe<br />
wirkt, die mit dem Radarbalken verbunden<br />
ist, der dadurch angetrieben wird.<br />
Was mich schon <strong>im</strong>mer gestört hat, sind<br />
diese käuflichen Vollgummireifen, die als<br />
Fender benutzt werden. Die sehen so arg<br />
<strong>nach</strong> Spielzeug aus. Also beschloss ich, die<br />
Dinger auszuhöhlen. Für meine Proxxon-<br />
Kleinbohrmaschine gibt es Schleifscheiben<br />
mit 23 mm Durchmesser und 2,3 mm Stärke.<br />
Diese benutzte ich zum Aushöhlen der<br />
Reifen. Noch besser geht es übrigens mit<br />
schon etwas abgenutzten Schleifscheiben,<br />
50 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
Mein Modell kommt nun auf eine Länge von<br />
98 cm, eine Breite von 29 cm und wiegt fahrfertig<br />
ca. 14 kg. Neben den Fahrfunktionen<br />
und den schon erwähnten Zusatzfunktionen<br />
ist es auch noch mit einem drehzahlgesteuerten<br />
Dieselgeräuschgenerator und einem<br />
Signalhorn ausgestattet.<br />
Abschließend noch ein paar Zeilen zum<br />
Vorbild: Die FAIRPLAY V wurde <strong>im</strong> Jahr<br />
1961 mit der Baunummer 88 auf der Buschmann-Werft<br />
in Hamburg gebaut. Sie war<br />
24,50 m lang, 7,20 m breit und hatte einen<br />
Tiefgang von 3,40 m. Vermessen war sie<br />
mit 94 BRT, für den Vortrieb sorgte ein 600<br />
PS starker 7-Zyl.-Viertakt-Dieselmotor von<br />
MAN, der auf einen dreiflügeligen Propeller<br />
von 200 cm Durchmesser in einer beweglichen<br />
Kortdüse wirkte. Im Jahr 1981 wurde<br />
der Schlepper an die Sparaco Spartago<br />
S.A. Rom verkauft und war oder ist unter<br />
dem Namen LUIGI angeblich <strong>im</strong> Hafen von<br />
Neapel <strong>im</strong>mer noch unterwegs.<br />
die am Rand bereits abgerundet sind. Um<br />
den Reifen nun noch ihren unnatürlichen<br />
Glanz zu nehmen, verwendete ich eine<br />
Runddrahtbürste. Damit schliff ich leicht<br />
über die Reifen bis der gewünschte matte<br />
Effekt erreicht war. Und wenn sich dann<br />
<strong>nach</strong> einer Ausfahrt <strong>im</strong> Inneren der Reifen<br />
Wasser angesammelt hat, dann weiß man<br />
auch, dass Tiefgang und Bugwelle st<strong>im</strong>men<br />
… Ach ja: Es sieht natürlich auch besser<br />
aus, wenn man nicht lauter gleiche Reifen<br />
montiert, das gilt besonders für ältere<br />
Schlepper.<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013<br />
51
9<br />
SEGELSCHIFFE<br />
An den Bojen geht es<br />
manchmal eng zu<br />
Ingrid Blüm<br />
Deutsche Meisterschaft<br />
der Ten Rater in Karlsfeld<br />
R<br />
C-Segelboote, die in einer winterlichen<br />
Landschaft segeln: Solche<br />
Fotos kennt man eigentlich nur<br />
von Regatten aus dem hohen Norden wie<br />
Norwegen oder Schweden. Aber kaum jemand<br />
wird bei seiner Meldung für die Deutsche<br />
Meisterschaft der Ten Rater an 15 cm<br />
Neuschnee gedacht haben. Andererseits<br />
ist Karlsfeld aber ja schon fast als Revier<br />
der extremen Wetterbedingungen bekannt.<br />
Viele Leser werden sich noch an den Bericht<br />
der Deutschen Meisterschaft 2011<br />
der IOM-Klasse erinnern, die eigentlich gar<br />
nicht stattfand, weil an zwei Tagen nicht<br />
genügend Wertungsläufe gesegelt werden<br />
konnten, da der Wind ausblieb. Dazu war<br />
damals aber für Anfang Oktober ungewöhnlich<br />
heißes Sommerwetter, so dass diese<br />
Regatta als „Regatta der Herzen“ in die<br />
RC-Segelgeschichte einging, denn es war<br />
ein Wochenende mit vielen Gesprächen,<br />
Lachen und Spaß.<br />
Auch die erste IOM-Regatta in Karlsfeld<br />
<strong>im</strong> April diesen Jahres werden viele noch<br />
in Erinnerung haben, denn es waren die<br />
heißesten Tage <strong>im</strong> April, seit es Wetteraufzeichnungen<br />
gibt. Und so hätte man es sich<br />
ja fast denken können, dass auch die Deutsche<br />
Meisterschaft der Ten Rater in Karlsfeld<br />
eine Wetterüberraschung parat hatte.<br />
22 Boote waren gemeldet, drei Skipper<br />
mussten kurzfristig wegen Krankheit absagen,<br />
so dass 19 Segler aus vier Nationen<br />
(Deutschland, Österreich, Schweiz, Polen)<br />
am Start waren. Das ist für die Ten Rater-<br />
Klasse eine hohe Teilnehmerzahl, denn es<br />
gibt hier deutlich weniger Segler als in den<br />
Klassen IOM und Marblehead. Aber <strong>nach</strong><br />
Karlsfeld kommen die Segler gerne, denn<br />
52 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013<br />
Im Vordergrund die Eigenkonstruktion „Sofia“ von Karol Dutkowski
Im Vordergrund das Siegerschiff<br />
„Diamond“ von G. Bantock,<br />
Skipper Gerhard Schmitt<br />
„Druffundweg“ von<br />
Eberhard Schuch<br />
4<br />
„Tension“ von Peter Wales mit Skipper<br />
Hermann Etzel versus „Starkers“<br />
von Dave Creed mit Skipper Werner<br />
Hauer versus „Roover“ mit<br />
Skipper Hubert Blessin<br />
Segeln <strong>im</strong> Schneetreiben<br />
Dauerregen am 1. Regattatag<br />
Peter Hackl ist dafür bekannt, alles perfekt<br />
zu organisieren. So wurde die Deutsche<br />
Meisterschaft <strong>im</strong> Rahmen eines Weißwurstfrühstücks<br />
durch den Bürgermeister<br />
der Gemeinde Karlsfeld eröffnet. Auch zugegen<br />
war die Sportreferentin von Karlsfeld,<br />
Christine Kofler. Frau Kofler ist seit<br />
Ende 2011 <strong>im</strong> Amt und hat in den ersten<br />
Wochen zunächst einmal alle Sportvereine<br />
besucht. Dazu gehörten natürlich auch die<br />
Karlsfelder Segelfreunde und Frau Kofler<br />
war sehr beeindruckt von dieser Sportart,<br />
zumal sie selber (große Boote) segelt. Aufgrund<br />
dieses nicht alltäglichen Sports und<br />
der vielen Gäste, die durch die Ausrichtung<br />
der Regatten regelmäßig <strong>nach</strong> Karlsfeld<br />
kommen, wurde Peter Hackl <strong>im</strong> September<br />
zur Sportlerehrung der Gemeinde Karlsfeld<br />
eingeladen und erhielt <strong>im</strong> Rahmen einer<br />
festlichen Veranstaltung seine Ehrung in<br />
Form eines Pokals „für außergewöhnliche<br />
Leistungen <strong>im</strong> Sport“. Dabei wurde die<br />
Sportart von Frau Kofler allen Teilnehmern<br />
vorgestellt. Peter Hackl war mit 70 Jahren<br />
übrigens der älteste geehrte Sportler.<br />
Nach der offiziellen Eröffnung ging es dann<br />
an den See. Der Wind kam aus Nordwest/<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 53
„Starkers“ von Dave Creed mit Skipper Jürgen Peters<br />
Bojen verlegen <strong>im</strong> Winter<br />
„Graffito“ wartet auf den Einsatz<br />
Pausenprogramm: Segelboot aus Schnee<br />
„Graffito“ von Graham Bantock mit Swing<br />
Rig, Skipper Dieter Krings, der das Boot<br />
als Leihboot segelte<br />
„Diamond“ von Graham Bantock mit<br />
konventionellem Rigg, Skipper Tomy Blatter<br />
aus der Schweiz<br />
Nord und brachte 3 Bft mit, ideale Bedingungen<br />
zum Segeln. Wenn da nur nicht<br />
dieser ungemütliche Dauerregen gewesen<br />
wäre und das bei 3 °C. Später wurde<br />
es noch kälter und nun ging der Regen in<br />
Schneeregen über. Nach 12 Läufen waren<br />
alle froh, dass sie endlich ins Warme konnten.<br />
Es wurde dann gemütlich in der „Alm“<br />
– einer zum Restaurant gehörenden, separaten<br />
„Berghütte“ ohne Aufstieg – zusammengesessen,<br />
gegessen und geredet.<br />
Am Sonntag in der Früh wurden die Segler<br />
dann von 15 cm Neuschnee überrascht<br />
und auch der Wind blieb erst einmal aus.<br />
Man vertrieb sich die Zeit mit dem Bauen<br />
von Schneesegelbooten oder dem Jonglieren<br />
mit Schneebällen. Am späten Vormittag<br />
kam dann etwas Wind aus Ost auf, dieser<br />
drehte später auf Nordost und nun wurde<br />
bei 1–2 Bft gestartet. Doch recht schnell<br />
wurde klar, dass diese Windbedingungen<br />
bei den möglichen Kursen zu unreellen<br />
Bedingungen führten und so entschied die<br />
Wettfahrtleitung <strong>nach</strong> vier Läufen, die Regatta<br />
zu beenden.<br />
Nach nun insgesamt 16 Läufen heißt der<br />
Deutsche Meister der Ten Rater Gerhard<br />
Schmitt, er segelte eine „Diamond“ mit<br />
Swing Rig. Auf dem 2. Platz mit nur drei<br />
Punkten Unterschied folgte der am Samstag<br />
noch führende Jürgen Peters, der eine<br />
Marblehead mit 10R-Vermessungsrigg segelte,<br />
was in dieser Klasse möglich ist. Der<br />
derzeitige Ranglistenerste der IOM-Klasse,<br />
Jens Amenda, gab sein Debüt bei den Ten<br />
Ratern und segelte mit einer geliehen „Tension“<br />
auf den 3. Platz. Der älteste Teilnehmer<br />
der Regatta war Adi Roth, der mit 83<br />
Jahren zeigte, dass es für diesen Sport keine<br />
Altersbegrenzung gibt. Adi Roth segelte<br />
ebenso wie Jürgen Peters eine „Starkers“<br />
mit Ten Rater-Vermessungsrigg.<br />
So vielfältig die Modelle auf den ersten drei<br />
Plätzen waren, zog sich diese Vielfalt durch<br />
das gesamte Feld. Von den insgesamt 19<br />
Schiffen waren 12 verschiedene Modelle zu<br />
sehen. Die Ten Rater-Klasse, die übrigens<br />
in diesem Jahr seit 125 Jahren besteht,<br />
lässt sehr viel Spielraum zu. Zitat von der<br />
DSV-RC-Segeln Seite: „Diese Boote sind<br />
in der Länge nicht begrenzt. Die Klassenregeln,<br />
basierend auf Regeln von 1887,<br />
definieren die max<strong>im</strong>ale Segelfläche in Abhängigkeit<br />
von der Wasserlinie. Dadurch<br />
haben Boote mit großer Länge kleinere<br />
Segel als kurze Boote. Des Weiteren sind<br />
die Regeln sehr offen gehalten und erlauben<br />
somit die wohl schnellsten Boote <strong>im</strong><br />
54 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
Drei-Länder-Kampf: „Diamond“<br />
aus der Schweiz versus „Roover“<br />
(umgebaute Marblehead mit<br />
verlängertem Rumpf) aus<br />
Deutschland und „Starkers“<br />
(Marblehead mit Ten Rater-<br />
Vermessungsrigg) aus<br />
Österreich<br />
3<br />
Im Vordergrund die<br />
„Tension“ von Peter<br />
Wales, die als Leihboot<br />
vom Neueinsteiger Jens<br />
Amenda auf Platz 3<br />
gesegelt wurde<br />
Jonglieren mit Schneebällen<br />
Bereich des Modellsegelns zu entwickeln.“<br />
Und so gab es neben den reinen Ten Ratern<br />
auch drei Marbleheads, die mit einem Ten<br />
Rater-Vermessungsrigg fuhren, darunter<br />
zwei „Starkers“ von Dave Creed und eine<br />
„Skalpel“ von Janusz Walicki, aber auch<br />
zwei ehemalige Marbleheads, die von ihren<br />
Skippern zum Ten Rater umgebaut wurden,<br />
indem sie den Rumpf verlängerten.<br />
Als reine Ten Rater waren fünf „Druffundweg“<br />
vom deutschen Entwickler Eberhard<br />
Schuch auf dem Wasser, er selbst segelte<br />
auch eine davon. Vom englischen Entwickler<br />
Graham Bantock konnte man zwei „Diamond“<br />
sehen, wobei eine mit Swing Rig<br />
und die andere mit konventionellem Rigg<br />
segelte. Außerdem war das Bantock-Schiff<br />
„Graffito“ mit dabei, ebenfalls mit Swing<br />
Rig. Ebenfalls aus England stammt Peter<br />
Wales, von seinem Modell „Tension“ segelten<br />
zwei <strong>im</strong> Wettbewerb mit. Auch zwei<br />
polnische Modelle waren diesmal am Start:<br />
Frank Rudolph segelte die „Nabik“, die von<br />
Jerzy Przybysz ent wickelt wurde und der<br />
polnische Segler Karol Dutkowski segelte<br />
seine Eigenkonstruktion „Sofia“. Auch Gerhard<br />
Mentges segelte seine Eigenkonstruktion<br />
„Karniol“, während Frank Henning die<br />
„Korrigan“ des französischen Entwicklers<br />
Pierre Tercinet segelte.<br />
Die Anzahl der Segel ist in dieser Klasse<br />
nicht begrenzt und so fragte ich die Segler,<br />
wie viele Riggs sie dabei hätten. Der überwiegende<br />
Teil der Segler hatte drei oder<br />
vier Riggs dabei, Karol Dutkowski hatte fünf<br />
dabei, der Sieger Gerhard Schmitt kam mit<br />
sechs Riggs und Jürgen Peters brachte es<br />
sogar auf sieben.<br />
Nach der Auswertung ging es dann noch<br />
einmal in die „Alm“ zur Siegerehrung und<br />
alle waren sich einig, trotz der widrigen<br />
Wetterverhältnisse ein schönes Segelwochenende<br />
verbracht zu haben.<br />
Im Vordergrund „Karniol“, Eigenkonstruktion<br />
von Gerd Mentges, der sie<br />
auch steuerte, <strong>im</strong> Dreikampf mit<br />
„Diamond“, Skipper Gerhard Schmitt<br />
und „Graffito“, Skipper Dieter Krings.<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 55
RC-TECHNIK<br />
Bert Elbel<br />
Graupner mc12 m<br />
W<br />
ie viele andere Schiffsmodellbauer<br />
hatte auch ich mich lange<br />
Zeit gegen die „neue“ 2,4-GHz-<br />
Technik gewehrt. Warum auch<br />
ohne Not umsteigen? Auslöser für meinen<br />
Sinneswandel war dann aber die Intermodellbau<br />
2012. Da musste ich <strong>im</strong>mer neidisch<br />
zusehen, wenn die 2,4-GHz-Kollegen<br />
ihre Modelle vor der Präsentation auf dem<br />
Wasserbecken einfach mal so ausprobieren<br />
oder interessierten Messe-Besuchern das<br />
Modell auf unserem eigenen Messestand<br />
vorführen konnten. Mit meiner 40-MHz-<br />
Anlage musste ich mich natürlich <strong>im</strong>mer<br />
an die jeweilige Frequenzzuteilung halten.<br />
Höchste Zeit also, nun auch an einen Umstieg<br />
auf 2,4 GHz zu denken.<br />
Nach einiger Beschäftigung mit dem Thema<br />
hatten sich dann meine Vorgaben bezüglich<br />
des für mich in Frage kommenden Systems<br />
erhärtet.<br />
Ich wollte keine vollkommen neue Anlage<br />
anschaffen, da meine bisherigen Graupner-<br />
Der zum Umbau vorbereitete Sender<br />
Sender aus der mc-Serie komplett ausgebaut<br />
sind, so u. a. mit zwei Nautic-MC-<br />
Modulen von Modellbau-City in Hamburg.<br />
Diese Ausbau-Komponenten wollte ich natürlich<br />
nicht opfern bzw. für einen anderen<br />
Sender wieder neu anschaffen müssen.<br />
Außerdem ist der überwiegende Teil aller<br />
2,4-GHz-Sender nur als Handsender verfügbar,<br />
die von uns Schiffsmodellbauern<br />
bevorzugten Pultsender sind (noch) Mangelware.<br />
Letztlich hatte ich die Information erhalten,<br />
dass meine Nautic-Bausteine von Modellbau-City<br />
mit dem Jeti-Duplex-System problemlos<br />
funktionieren sollten.<br />
Also fiel die Wahl auf die 2,4-GHz-Umrüstkomponenten<br />
des tschechischen Herstellers.<br />
Da mir meine „großen“ Sender für den<br />
ers ten Umbauversuch noch zu schade erschienen,<br />
musste meine kleine mc-12 als<br />
Testobjekt für das Jeti-2,4-GHz-System<br />
herhalten. Außerdem kommt dieser Sender<br />
ohne Nautic-Module aus, was den Umbau<br />
zunächst einmal vereinfacht. Mit der mc-12<br />
steuere ich meine einfacheren Modelle, die<br />
56 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
Jeti-Senderplatine <strong>im</strong> Sender-Inneren<br />
Die serienmäßige Senderplatine<br />
mit der zu durchtrennenden<br />
Strombrücke JPC11<br />
Fertig umgerüsteter<br />
Sender<br />
Links quer der 5-polige-Modulstecker auf der<br />
Senderplatine (nur drei Anschlüsse belegt)<br />
it 2,4-GHz-Jeti-Umbau<br />
neben den Fahrfunktionen nur mit Beleuchtungseffekten<br />
ausgerüstet sind. Daher sind<br />
in den beiden kleinen Schalterflächen des<br />
Senders nur jeweils ein bzw. zwei Stück<br />
der 3-Pos-Schalter und je ein Schalter für<br />
Misch-Funktionen eingebaut.<br />
Nach der Vorbereitung des Senders, wozu<br />
auch das Entfernen der entsprechenden<br />
Schildchen gehörte, welche als Abdeckung<br />
auf den Schalter-Feldern dienen, stand die<br />
Entscheidung an, wo ich die Jeti-Minibox<br />
montieren wollte. Diese sollte genau mittig<br />
auf der abgewinkelten Fläche vor dem Antennenfuß<br />
ihren Platz finden. Die Jeti-Senderplatine<br />
vom Typ TU2 sitzt <strong>im</strong> Sender-Inneren<br />
oberhalb des linken Kreuzknüppels.<br />
Die 2,4-GHz-Antenne erhielt den gleichen<br />
Platz wie ihre lange 40-MHz-Vorgängerin<br />
zugewiesen, da ich nicht noch ein weiteres<br />
Loch „irgendwo“ <strong>im</strong> Gehäuse bohren<br />
wollte.<br />
Für den Anschluss durchtrennte ich zuerst<br />
die kleine Strombrücke JPC11 auf der<br />
Senderplatine. Diese ist für die Stromversorgung<br />
des integrierten 40-MHz-HF-Moduls<br />
zuständig. Wer seinen Sender nicht<br />
„endgültig“ auf 2,4 GHz umbauen, sondern<br />
sich eine alternative Frequenznutzung<br />
von 40 MHz und 2,4 GHz offenhalten will,<br />
kann hier einen Umschalter anlöten. Damit<br />
kann dann ganz bequem das Frequenzband<br />
gewählt werden, das man benutzen<br />
möchte. Die Stromversorgung des Jeti-<br />
Moduls wurde mit dem speziellen Kabel<br />
aus dem Jeti-Umbausatz G10/12 zwischen<br />
der TU2-Platine und dem 5-poligen Modulstecker<br />
auf der Senderplatine hergestellt.<br />
Da<strong>nach</strong> habe ich die Bohrung der alten<br />
Antennenbefestigung etwas erweitert und<br />
die neue kurze Jeti-Antenne montiert. Wer<br />
die Umschalt-Option nutzen möchte, muss<br />
natürlich beide Antennen <strong>im</strong> Sender montiert<br />
lassen.<br />
Damit war der Einbau der Jeti-Komponenten<br />
bis auf die Minibox abgeschlossen.<br />
Vor der endgültigen Montage aller vorher<br />
entfernten Teile sowie der zusätzlichen<br />
Schalter führte ich zunächst noch einen<br />
Funktionstest mit Bindung eines Jeti-Empfängers<br />
und einem Reichweitentest durch.<br />
Zu meiner Freude funktionierte alles auf<br />
Anhieb problemlos!<br />
Nun habe ich als letzten Ausbauschritt die<br />
Jeti-Minibox etwas erhöht auf dem Mittelteil<br />
des Sendergehäuses montiert. Mir ist<br />
vollkommen bewusst, dass diese Position<br />
reine Geschmackssache ist. Da ich aber<br />
nicht auf die Vorteile der Telemetrie verzichten<br />
will, hat man bei dem recht kleinen<br />
Gehäuse der mc-12 keine andere Wahl.<br />
Bereits ohne weitere Messwertaufnehmer<br />
<strong>im</strong> Modell ist allein die Anzeige der Empfängerakku-Spannung<br />
den Preis und den<br />
An-/Einbau der Jeti-Minibox wert. Außerdem<br />
lassen sich mit der Box etliche Einstellungen<br />
zur Kommunikation zwischen<br />
Sender und Empfänger viel einfacher realisieren,<br />
als ohne diese Box.<br />
Mit meinem so umgebauten mc-12-Sender<br />
bin ich technisch und optisch voll zufrieden.<br />
Zu überschaubaren Kosten ist mir nun die<br />
Nutzung der Vorteile des 2,4-GHz-Bandes<br />
möglich, ohne dass ich mich von meinem<br />
gewohnten Sender verabschieden musste.<br />
Allen Kollegen, die einen ähnlich Aus- bzw.<br />
Umbau realisieren möchten, wünsche ich<br />
viel Spaß, denn der Erfolg ist mit dem Jeti-<br />
System garantiert.<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 57
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JahresinhaltsUbersicht 2012<br />
Motorschiffe<br />
Minensuch- und Räumschiff KONDOR 1/8<br />
aero-naut „Princess“ 1/20<br />
„Boomboat“ SQUIRREL 1/34<br />
robbe Küstenboot SYLT, Teil 1 2/12<br />
Sturmfahrt der NORDIC 2/26<br />
Sievers Schlepper JÖTUNN 2/28<br />
Wachboote für die Binnengewässer 2/42<br />
Motoryacht PREDATOR 74 2/58<br />
Küstenwachschiff BP 23 BAD DÜBEN 3/30<br />
Dampfschlepper TIBERIUS 3/38<br />
Feuer an Bord! Krabbenkutter mit<br />
Sonderfunktionen 3/42<br />
Atomeisbrecher LENIN 3/52<br />
Bergungsschiff GRAMPIAN PRIDE 4/28<br />
Kreuzfahrtschiff EUROPA, Teil 1 4/38<br />
Heckraddampfer PAUL JONES 4/44<br />
Sturmfahrt der NEW CASTLE 4/72<br />
VOGEL GRYFF 5/14<br />
Horizon Hobby VOLERE modif. 5/32<br />
Kreuzfahrtschiff EUROPA, Teil 2 5/38<br />
17-m-Kutter vom Typ D 5/44<br />
8,5-m-Boot CASSEN KNIGGE 6/16<br />
26,5-m-Stahlkutter vom Typ D 6/20<br />
Feuerschiff DONAU 6/30<br />
Sievers Hafendienstboot 7/4<br />
WSP 1, das neue Boot in Duisburg 7/16<br />
Heckfang-Kutter HD 560 7/46<br />
Hafenfähre „St. Pauli“ 7/54<br />
Raketenkorvette TARANTUL 7/64<br />
SK 32 auf HARRO KOEBKE getauft 8/4<br />
Opduwer „Fiete“ <strong>im</strong> <strong>Eigenbau</strong> 8/16<br />
Seenotrettungsboot MÖVENORT 8/18<br />
Der Nietlogger 8/66<br />
aero-naut JENNY 9/4<br />
Hochseeschlepper OCEANIC 9/38<br />
US-Lotsenboot CHINOOK 9/42<br />
Seitentrwler Typ I bis III 9/66<br />
aero-naut RAMBORATOR 10/16<br />
Zerstörer DDG-1000 ZUMWALT 10/22<br />
robbe Küstenboot SYLT, Teil 2 10/32<br />
SK EISWETTE <strong>im</strong> M 1:10 10/48<br />
Feuerschiff FOXTROT 3 10/56<br />
Gefriertrawler-Seiner ATLANTIK 333 10/66<br />
Hafenschlepper „Günther“ <strong>im</strong> M 1:100 11/8<br />
Patrouillenboot HAMMERSLEY 11/30<br />
Graupner MULTI-JET-BOAT 11/34<br />
Graupner TITANIC 11/38<br />
Fang- und Gefrierschiff ATLANTIK 11/50<br />
USCG 54 11/60<br />
CASSEN KNIGGE neu motorisiert 11/64<br />
Forschungsschiff METEOR 11/66<br />
Springer-Tug „Bumper“ 12/20<br />
Schlepper FAIRPLAY-31 12/52<br />
Graupner LOTSE modifiziert 12/60<br />
Segelschiffe<br />
Modellsegeln auf der Lagune 1/4<br />
Berliner Adventsregatta 1/67<br />
Zweischoten-Vorsegelansteuerung 2/4<br />
billing boats DANA 2/32<br />
Folkeboot „Peter Pan“ 4/22<br />
Saisoneröffnung „Op Kölsch“ 5/20<br />
Segelyacht „Sabina“ 5/24<br />
aero-naut „Bella“ 6/38<br />
Modifikationen an der aero-naut „Bella“ 6/44<br />
Dänische Meisterschaften IOM-Klasse 8/48<br />
Hype Segelyacht FOCUS 9/24<br />
9. German Micro Magic Cup 9/50<br />
Mini40-Regatta in Lübeck 11/4<br />
XARIFA, ich bau mir ein Boot 11/20<br />
Joysway Mini-Footy „Caribbean“ 11/26<br />
Deutsche Meisterschaft M-Klasse 12/4<br />
26. Swiss Mini Sail 12/28<br />
Stuart Knockabout 28 12/70<br />
Rennboote, Antriebe, Motoren<br />
HPR 135 GOLDDIGGER, Teil 2 1/38<br />
Freundschaftsregatta Schwedt 1/46<br />
EPV „Sprint Kat“ 2/52<br />
Super Cup FSR 3,5 cm³ Standard 3/4<br />
Hype RAZOR 3/16<br />
Horizon Hobby IMPULSE 31 3/48<br />
Rasch Mini Mono NISSE 3/70<br />
Neue Marinemotoren 4/16<br />
BK-Electronics „Wild Thing“ 5/34<br />
Krick „Sea Predator SP II 450“ 6/56<br />
MHZ MYSTIC C5000 7/38<br />
Thunder Tiger OUTLAW Junior 8/6<br />
Horizon Hobby MYSTIC 29 8/38<br />
19. Powerboat-Treffen in Dessau 8/34<br />
Unl<strong>im</strong>ited-Hydroplanes in den USA 8/54<br />
ToysPort TRITON Edition 9/44<br />
MBDracing „Jumpstart“ HS14 9/46<br />
Mono-Boot AROWANA 10/12<br />
2. Internationaler SAW in Duisburg 11/16<br />
WM der FSR-Klassen in Dessau 11/46<br />
20. Powerboat-Treffen in Dessau 12/16<br />
F1-Tunnelboot mit Benziner 12/24<br />
Das erste 152VO-Treffen 12/38<br />
U-Boote<br />
ALVIN, das Boot aus der Meeresforschung 1/26<br />
Schweinswal 2.0 4/34<br />
Forschungs-U-Boot STAR III, Teil 1 5/4<br />
Forschungs-U-Boot STAR III, Teil 2 6/4<br />
14. U-Boot-Treffen in Nürnberg 8/44<br />
3. U-Boot-Treffen in Gossau 8/52<br />
U-Boot-Treffen in Köln 9/4<br />
GoPro HD Hero-Filmworkshop 10/38<br />
Forschungs-Tauchkugel NEMO 12/44<br />
Fernsteuerung, Elektrik, Elektronik, Akkus<br />
LiPo-Zellen modelleXXpert 1/56<br />
LiPo-Zellen PROSELECT FREESTYLE 2/18<br />
Ladegerät YUKI KARATE B6 AC/DC 2/48<br />
LiPo-Heizkoffer <strong>im</strong> <strong>Eigenbau</strong> 3/36<br />
Zusatzfunktionen für die RC-Anlage 3/56<br />
Beier-Electronic Soundmodul USM-RC-2 4/4<br />
5000er-LiPos von Multiplex 4/12<br />
Ladegerät Hacker TP820CD 4/56<br />
Ladegerät Schulze next-14-500 5/28<br />
Umrüstung mc-19 auf HoTT 2,4 GHz 5/56<br />
Ladegerät robbe PP Twin 1000 W 6/34<br />
Graupner mc-32 HoTT 2,4 GHz 6/48<br />
Vorschaltgerät für LEDs 6/54<br />
Becker-Fernsteuerungen mit 2,4 GHz 6/68<br />
Umrüstung mc 3010 auf 2,4 GHz 6/70<br />
LiPo-Zellen von HaDI 7/8<br />
Fragen und Antworten zu 2,4 GHz 7/32<br />
Ladegerät robbe PP Triple 360 W 7/42<br />
Ladegerät Junsi iCharger 3010 B 9/18<br />
Schiffsmodellbau allgemein<br />
Kleine „Kölner Lichter“ 1/14<br />
Bau einer RC-Ente 1/43<br />
FlyCam One HD 720p 1/50<br />
55 Jahre Modell Boot Club Thun 1/58<br />
Modellbauausstellung in Poissy 1/68<br />
26. Alemannenregatta 2/8<br />
Tischbohrmaschine Bosch PBD 40 2/22<br />
Florida-Airboat <strong>im</strong> <strong>Eigenbau</strong> 2/38<br />
Jet-Antriebe <strong>im</strong> aktuellen Yachtbau 2/68<br />
ZAMMA in Obeehausen 3/12<br />
Nürnberger Spielwarenmesse 3/20<br />
Schiffsmodelle auf stürmischer Helene 3/28<br />
Schnellenkamp Fahrwassertonne 4/8<br />
Tagessignale für Schiffsmodelle 4/14<br />
Graupner Schiffsmodell-Cup 4/50<br />
Messe „boot“, Teil 1 4/66<br />
Messe „boot“, Teil 2 5/68<br />
Schiffsmodelle <strong>im</strong> Hafenmuseum 6/14<br />
Das Deutsche Technikmuseum Berlin 7/24<br />
2. Springer-Tug-Treffen in Essen 8/10<br />
IOS-Meeting in Ijmuiden 8/28<br />
Das Jenckel-Ruder 9/10<br />
CAD <strong>im</strong> Schiffsmodellbau 9/32<br />
Das „Altern“ von Modellen 9/34<br />
Jetzt wird Dampf gemacht! 9/54<br />
<strong>Vorschau</strong> Messe Faszination Modellbau 10/30<br />
NAUTICS 2012 in Flensburg 10/52<br />
Historisches Museum Bremerhaven 12/12<br />
Ein Messebesuch in Prag 12/32<br />
Modellbautreffen in Berlin 12/36<br />
Wiederverwendbare Helling 12/68<br />
62 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
Ein majestätischer Anblick: CAP SAN DIEGO<br />
unterwegs. © R. Luther<br />
Aktuelles<br />
Chris König<br />
Auf Südamerikafahrt …<br />
… geht die CAP SAN DIEGO zwar nicht<br />
mehr, wohl aber auf große Fahrt an der<br />
Waterkant! Auf dem größten fahrtüchtigen<br />
Museums-Frachtschiff der Welt sorgt eine<br />
ganze Heerschar ehrenamtlicher Mitarbeiter<br />
dafür, dass die CAP SAN DIEGO ihren<br />
permanenten Liegeplatz an der Hamburger<br />
Überseebrücke verlassen kann. Und zwar<br />
unter eigener Maschine!<br />
Interessierten bietet sich damit auch <strong>im</strong><br />
Jahr 2013 die Möglichkeit, auf dem 1961 erbauten<br />
„weißen Schwan des Südatlantiks“<br />
Tagesfahrten zu unternehmen. Die CAP<br />
Die Termine für 2013 <strong>im</strong> Einzelnen:<br />
Ausfahrt 1/13; Einlaufparade zum 824. Hafengeburtstag; 09.05.2013.<br />
Preise: Erwachsene (E) € 168,–, Kinder bis 14 Jahre (K) € 158,–<br />
Ausfahrt 2/13; Hamburg–Cuxhaven; 05.07.2013. Preise: (E) € 138,–, (K) € 128,–<br />
Ausfahrt 3/13; Cuxhaven–Rendsburg; 06.07.2013. Konditionen wie bei Ausfahrt 2/13.<br />
Ausfahrt 4/13; Rendsburg–Kiel; 07.07.2013. Preise: (E) € 98,–, (K) € 88,– Ein<br />
Familienticket für je zwei Erwachsene und zwei Kinder ist für € 250,– erhältlich, jedes<br />
weitere Kind kostet € 88,–<br />
Ausfahrt 5/13; Kiel–Rendsburg; 12.07.2013. Konditionen wie bei Ausfahrt 4/13.<br />
Ausfahrt 6/13; Rendsburg–Cuxhaven; 13.07.2013. Konditionen wie bei Ausfahrt 2/13.<br />
Ausfahrt 7/13; Cuxhaven–Hamburg; 14.07.2013. Konditionen wie bei Ausfahrt 2/13.<br />
Am einfachsten geht die Buchung <strong>im</strong> Internet (www.capsandiego.de). Wenn man<br />
persönliche Fragen hat, freut sich die Crew der CAP SAN DIEGO über einen Anruf<br />
(040/364209), ein Fax (040/362528) oder eine E-Mail info@capsandiego.de<br />
SAN DIEGO ist während der Ausfahrten ein<br />
„Open Ship“: Egal, ob man in der Steuerbord-Brückennock<br />
stehen und Land anpeilen<br />
will, ob einen die riesige Dieselmaschine<br />
interessiert oder man lieber an der Bordbar<br />
einen Drink genießt – das Schiff ist den<br />
Mitfahrern weitestgehend zugänglich. Und<br />
die Ausfahrten sind echte Tagesfahrten! Wo<br />
CAP SAN DIEGO be<strong>im</strong> Auslaufen. © B. Nasner<br />
erforderlich, bringen einen moderne Reisebusse<br />
zum Auslaufhafen oder aber zurück<br />
<strong>nach</strong> Hamburg. An Bord zu gehen ist bereits<br />
gut eine Stunde vor dem Auslaufen möglich,<br />
Wilkommens-Snack, Getränke und Mittagessen<br />
gehören genauso dazu wie Kaffee<br />
und Kuchen am Nachmittag. Auf vielen Reisen<br />
wird übrigens Live-Musik gespielt, und<br />
eine charmante St<strong>im</strong>me kommentiert als<br />
„Reisemoderation“.<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 00/2012 63
Ladetechnik<br />
Milan LulI Ć<br />
Futuristisch<br />
Schalt-Netzgerät<br />
20 A LCD von Lindinger<br />
Von einigen Modellbau-Firmen werden derzeit<br />
preisgünstige, regelbare elektronische Schaltnetzgeräte<br />
der 20-Ampere/300-Watt-Klasse angeboten. Uns stand das<br />
Schalt-Netzgerät 20 A LCD von Lindinger zur Verfügung,<br />
über welches wir hier kurz berichten wollen.<br />
Das Schalt-Netzgerät 20 A LCD<br />
ist ein kompaktes (190 mm x 90<br />
mm x 54 mm) und 900 g leichtes<br />
Gerät, welches in einem soliden,<br />
schwarz eloxierten, recht futuristisch<br />
gestylten Alugehäuse geliefert<br />
wird. Das Lindinger Schalt-Netzgerät<br />
beherbergt ein regelbares Schaltnetzteil mit<br />
20 A und ist mit einem Ein/Aus-Schalter,<br />
einem Einstellknopf, 220-V-Kaltgeräte-<br />
Steckdose für das Netzkabel und zwei parallelen<br />
12-V-DC-Ausgangsanschlüssen mit<br />
4-mm-Klemmbuchsen ausgerüstet.<br />
Die Spannung kann in 0,1-Volt-Schritten<br />
von 6 bis 15 Volt (5,5 bis 14,8 Volt, gemessen<br />
an unserem Gerät) eingestellt<br />
werden, das eingebaute kontrastreiche<br />
LC-Display zeigt die eingestellte Spannung,<br />
die anliegende Stromstärke und bei<br />
Überlast eine Warnung an. Das Gerät hat<br />
eine Temperatur-Sicherheitsabschaltung<br />
(bei ca. 100 °C), eine Schutzeinrichtung vor<br />
Kurzschlüssen am Ausgang (wurde nicht<br />
getestet!) und einen Überlastungsschutz.<br />
Die Platine, vorne Gehäuseoberteil mit Anzeige- und Reglerplatine<br />
64 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
Das Schalt-Netzgerät wird mit einem Netzkabel<br />
und einer Bedienungsanleitung geliefert.<br />
Fazit<br />
Linke Gehäuseseite mit 220-Volt-Anschluss und Ein/Aus-Schalter<br />
Rechte Seite mit zwei parallelen 12-V-DC-Anschlüssen mit 4-mm-Klemmbuchsen<br />
LCD-Anzeige und Bedienknopf für Spannungseinstellung<br />
LCD-Anzeigen<br />
Das Schalt-Netzgerät 20 A LCD von Lindinger<br />
ist eine leistungsfähige Gleichstromquelle,<br />
welche mit Strom „aus der Steckdose“<br />
(220 V bis 240 V) versorgt wird und so<br />
überall in einem normalen Haushalt betrieben<br />
werden kann. Die Ausgangsspannung<br />
ist regelbar, und der max<strong>im</strong>ale Strom von<br />
20 Ampere reicht sicherlich für die meisten<br />
Anwendungen aus. Dank zwei Ausgängen<br />
kann es auch zwei Ladegeräte bei mittlerer<br />
Leistung gleichzeitig mit Strom versorgen.<br />
Dieses regelbare Schaltnetzgerät ist ein<br />
kompaktes und „leichtgewichtiges“ Gerät<br />
mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis.<br />
Wird der max<strong>im</strong>ale Strom von 20 Ampere<br />
überschritten (>20,5 A), schaltet das Gerät<br />
die Versorgungsspannung sofort ab, und<br />
auf dem LC-Display erscheint OCP (Over<br />
Current Protection). Darum <strong>im</strong>mer darauf<br />
achten, besonders bei Versorgung eines<br />
Ladegeräts, dass die max<strong>im</strong>ale Stromentnahme<br />
von 20 Ampere nicht überschritten<br />
wird.<br />
Der integrierte Lüfter ist temperaturgesteuert<br />
und bei max<strong>im</strong>aler Drehzahl wahrnehmbar,<br />
aber nicht störend. Bei einer<br />
Leistungsabgabe von ca. 280 Watt wird<br />
das Gehäuse um die 50 °C warm. Die<br />
Abweichung der angezeigten Werte betrug<br />
bei unserem Testmuster bei der Spannung<br />
ca. +0,1 Volt und be<strong>im</strong> Strom ca. +/–0,3<br />
Ampere.<br />
Gut ist, dass ein solch leistungsfähiges<br />
Schalt-Netzgerät zwei Ausgänge zur Verfügung<br />
stellt, dementsprechend können<br />
gleichzeitig zwei Ladegeräte angeschlossen<br />
und benutzt werden. Natürlich, erfahrungsgemäß<br />
und wie schon bekannt, teilt<br />
sich dann die Gesamtleistung von 300<br />
Watt auf die beiden Verbraucher auf.<br />
TECHNISCHE DATEN<br />
Eingangsspannung<br />
220 bis 240 V, AC, 50/60 Hz<br />
Ruhestromaufnahme<br />
ca. 0,08 A<br />
Ausgangsspannung<br />
regelbar, 6 bis 15 V, DC<br />
Max. Ausgangsstrom<br />
20 A<br />
Gesamtleistung<br />
300 W<br />
Wirkungsgrad 80%<br />
Restwelligkeit<br />
100 mV<br />
Spannungskonstanz<br />
Motorschiffe<br />
SERIE: FISCHEREISCHIFFE DER DDR<br />
Die Hochseefischerei der noch jungen<br />
DDR expandierte schon bald<br />
räumlich und auch <strong>im</strong> Volumen.<br />
Sie dehnte sich in die Weiten des Atlantiks<br />
aus, bis hin zu arktischen und tropischen<br />
Gewässern und entwickelte sich zur Flottillenfischerei.<br />
Demzufolge waren den kleinen<br />
Einheiten der Kutter und Logger größere<br />
Fang- und Verarbeitungsschiffe an die Seite<br />
zu stellen.<br />
Das erste Fischereischiff der DDR, das<br />
die Heckfangtechnologie anwendete und<br />
zu dessen Ausrüstung Einrichtungen zur<br />
fabrikmäßigen Verarbeitung des Fischs<br />
gehörten, war das Fang- und Verarbeitungsschiff<br />
BERTOLT BRECHT (Bild 1).<br />
Das Typschiff dieser Serie wurde <strong>im</strong> Dezember<br />
1959 übergeben. Mit 85,92 m<br />
Länge war es <strong>im</strong> Vergleich zu den Loggern<br />
Bild 1: Das Original BERTOLT BRECHT.<br />
Quelle: [3] S. 76<br />
Dr. G. Miel<br />
Fang- und Verarbeitungsschiff<br />
BERTOLT BRECHT<br />
Bild 3: Das Modell<br />
doch schon ein richtig großes Schiff. Es<br />
konnte selber über die Heckaufschleppe<br />
mit dem Grundschleppnetz und dem<br />
pelagischen Netz fangen, war aber auch<br />
für die Übernahme gefüllter Steerte von<br />
anderen Zubringertrawlern, Kuttern oder<br />
Loggern eingerichtet. Der Fang wurde an<br />
Bord fabrikmäßig geschlachtet, ausgenommen<br />
und je <strong>nach</strong> Fischart filetiert oder als<br />
Ganzfisch feingefrostet. Den Schlachtabfall<br />
und den Beifang (nicht verwertbare Fische)<br />
verarbeitete man an Bord zu Fischmehl<br />
und Fischöl bzw. Leberöl. Waren alle Kühlräume<br />
sowie Bunker für Fischmehl und<br />
Fischöl gefüllt, erfolgte der Transport der<br />
Fischprodukte in den He<strong>im</strong>athafen, meist<br />
mit anderen Kühl- und Transportschiffen.<br />
Die Fang- und Verarbeitungsschiffe konnten<br />
bis zu zwei Jahre am Fangplatz verbleiben.<br />
Spezielle Transportschiffe sorgten<br />
für den Abtransport der Frostware, der<br />
Fassware, des Fischmehls und des Fischöls.<br />
Sie brachten auf der Anreise Treibstoff,<br />
Verpackungsmaterial, Ersatzteile, Proviant<br />
und Post mit. Oft erfolgte auch die Treibstoffversorgung<br />
durch sowjetische Tanker<br />
und der Besatzungsaustausch lief zum Teil<br />
über Fluglinien. Mit der Zeit entwickelte<br />
sich die Flottillenfischerei in der Ferne<br />
nicht nur zu einer völlig neuen technologischen<br />
Aufgabe, sondern auch zu einer<br />
logistischen Herausforderung.<br />
Die BERTOLT BRECHT (Bild 2) war als Typschiff<br />
die erste von sechs Einheiten der Serie.<br />
Die mit dem Typ I gesammelten Erfahrungen<br />
wurden ausgewertet und es folgte<br />
die Serie des Typs II mit fünf Einheiten. Die<br />
Verbesserungen be<strong>im</strong> Typ II bestanden in<br />
der erhöhten Antriebsleistung, dem Einbau<br />
eines Verstellpropellers, der Opt<strong>im</strong>ierung<br />
der Heckfangtechnologie, dem verlängerten<br />
Fangdeck, der Aufstellung eines Gienmastes<br />
zum erleichterten Hieven und Entleeren<br />
des Steerts in die Fischluken und<br />
dem zentralen Windenfahrstand auf dem<br />
Brückendeck.<br />
Gebaut wurden alle Schiffe der Serien I und<br />
II auf der Matthias-Thesen-Werft in Wismar<br />
in den Jahren 1959–1965. Dem eigentlichen<br />
Bau der Schiffe vorausgegangen waren<br />
erstmalig ausführliche Schleppversuche in<br />
66 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
Bild 2: Generalplan der BERTOLT BRECHT. Quelle: Schiffbautechnik, H. 11/1960, S. 540<br />
der seit 1953 neu errichteten Schiffbau-Versuchsanstalt<br />
Potsdam. Auf der Grundlage<br />
dieser Schleppversuche konnte die Schiffsform<br />
opt<strong>im</strong>iert werden, so dass das Großschiff<br />
dann einen geringeren Widerstand<br />
(gleichbedeutend mit weniger Kraftstoffbedarf)<br />
und ein wesentlich verbessertes Seeverhalten<br />
hatte, als der erste Entwurf. Der<br />
Bild 4: Blick auf das Heck<br />
Bild 5: Das Modell vor dem Einsatz<br />
Rumpf des Schiffes erhielt an der K<strong>im</strong>m auf<br />
jeder Seite einen Schlingerkiel. Im Vorschiff<br />
wurde die Plattendicke der Beplankung für<br />
Fahrten <strong>im</strong> Eis verstärkt.<br />
Das Original mit all seinen Funktionen auf<br />
Deck reizt natürlich den Schiffsmodellbauer,<br />
die Funktionen am und <strong>im</strong> Modell <strong>nach</strong>zubauen<br />
(Bild 3). Mit anderen Worten, für<br />
ein richtiges Funktionsmodell ist die BER-<br />
TOLT BRECHT ein dankbares Objekt. So<br />
baute Norbert Tänczyk aus Dennheritz bei<br />
Cr<strong>im</strong>mitschau in Sachsen die BERTOLT<br />
BRECHT (Bild 3) <strong>im</strong> Maßstab 1:50 und stattete<br />
das Modell u. a. mit folgenden ferngesteuerten<br />
Funktionen aus:<br />
– Lichter schalten, getrennt <strong>nach</strong> nautischen<br />
Lichtern und Decksbeleuchtung<br />
– Treppe/Fallreep heben und senken sowie<br />
drehen/schwenken<br />
– Ladebaum am Heck Last heben/senken,<br />
schwenken, die Last kann abgesetzt<br />
werden<br />
– Pforte zur Aufschleppe öffnen/schließen<br />
– Davits schwenken, Beiboote fieren/hieven,<br />
getrennt oder gemeinsam<br />
– Fahnen setzen und einholen, getrennt<br />
oder gemeinsam<br />
– Matrose geht an Deck, um die Ecke, ist in<br />
jeder Stellung anzuhalten<br />
– Schleppnetz aussetzen und einholen, mit<br />
Beleuchtung und Netz füllen<br />
– Wasserpumpe s<strong>im</strong>uliert die Abgabe von<br />
Kühlflüssigkeit <strong>nach</strong> außenbords<br />
– Radarschirme drehen<br />
– Motor- und andere Geräusche<br />
– Leinenwurfgerät<br />
– Feuer an Bord<br />
Wie die Funktionen <strong>im</strong> Modell realisiert<br />
wurden, darauf geht der folgende Text noch<br />
etwas näher ein. Das Modell ist auf jeden<br />
Fall auch ohne die Funktionen ein umfangreiches<br />
Modellbauvorhaben und liefert auf<br />
dem Wasser einen ausgesprochen guten<br />
Auftritt (Bild 4). Dem Eigner des Modells sei<br />
an dieser Stelle ausdrücklich dafür gedankt,<br />
dass er sein Modell für die Fahr- und Detailaufnahmen<br />
zur Verfügung stellte.<br />
Das Modell ist wie erwähnt <strong>im</strong> Maßstab 1:50<br />
gebaut und damit 1,72 m lang und wiegt<br />
fahrfertig ohne Batterien ca. 22 kg. Es ist<br />
folglich für den Einmannbetrieb schon ganz<br />
schön groß. Selbst für den Transport setzt<br />
sein Eigner das Modell mit Ständer auf ein<br />
solides Brett mit zwei massiven Griffen (Bild<br />
5). Ein passgerecht angefertigter Untersatz<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 67
Bild 6: Das Vorderdeck<br />
Bild 7: Die Pfosten<br />
auf dem Vorschiff<br />
mit zwei luftbereiften Rädern erleichtert den<br />
Transport außerdem.<br />
Mit der Vorstellung der Details sei am Modell<br />
wieder am Bug begonnen (Bild 6). Zentrale<br />
Baugruppe auf dem Vorderdeck ist die<br />
Ankerwinde mit den beiden Spillköpfen. Die<br />
Ankerwinde ist dann auch die erste Funktion,<br />
die am Modell ferngesteuert bedient<br />
werden kann, sprich Anker fallen lassen<br />
und lichten. Am Original wurden zwei Buganker<br />
von je 2.250 kg und ein Reserveanker<br />
gefahren. Die Spillköpfe an der Ankerwinde<br />
dienten gleichzeitig zum Verholen des<br />
Schiffes. Die beiden Spindelkettenstopper<br />
des Originals fehlen allerdings auf dem<br />
Modell. Ferner sind auf dem Vorschiff Doppelpoller,<br />
Rollenklampen, Klüsen und Lippklampen<br />
für das Verholen und Festmachen<br />
des Schiffes angebracht.<br />
Ein weiteres markantes Merkmal auf<br />
dem Vorschiff sind die beiden freistehenden<br />
Pfos ten (Bild 7). Beide Pfosten sind<br />
Schweißkonstruktionen aus Stahl und tragen<br />
Leitern. Für die Bedienung der vorderen<br />
Luken zu den Fisch-Laderäumen sind<br />
an den Pfosten Ladebäume mit 1,5 t Tragfähigkeit<br />
angelenkt. Die zugehörigen Hangerwinden<br />
(Ladewinden) stehen an Deck.<br />
Zwischen Pfosten und Deckshaus befinden<br />
sich auf dem Original die Fischluken. Am<br />
Bild 9: Rettungsboote<br />
Bild 8: Leinenwurfgerät – a: Leine geschützt <strong>im</strong> Behälter<br />
b: Behälter mit Deckel für Modelltransport<br />
Modell sind die Luken etwas anders gestaltet,<br />
da sich unter dem Gitter, das als Lukenabdeckung<br />
dient, die Lautsprecher für<br />
akus tische Signale des Modells befinden.<br />
Gut erkennbar ist ferner auf dem Bild, dass<br />
das Brückenhaus auf dem Brückendeck<br />
aufgesetzt und damit abnehmbar ist. Der Innenraum<br />
des Modells ist so gut zugänglich.<br />
Für An- und Ablegemanöver wird auf dem<br />
Original meist eine Wurfleine benutzt, mit<br />
der das Festmachertau oder die eigentliche<br />
Festmacherleine <strong>nach</strong>gezogen wird. Das<br />
besorgt dann ein Matrose, der über gute<br />
Werferqualitäten verfügt. Sollte das nicht<br />
Bild 10: Mechanik unter Deck für das<br />
Absenken des Rettungsboots<br />
a<br />
reichen, vor allem bei Anlegemanövern auf<br />
See, so wird an Bord auch ein Leinenwurfgerät<br />
benutzt. Diese Funktion ist auf dem<br />
Modell ebenfalls fernsteuerbar <strong>nach</strong>gebildet.<br />
Auf der Backbordseite des Vorschiffs ist<br />
neben dem Reserveanker das Wurfgerät als<br />
Rohr mit innenliegender Feder erkennbar<br />
(Bild 8.a). Die Feder wird gespannt und arretiert.<br />
Die Arretierung ist mit der Fernsteuerung<br />
auslösbar, dann wirft die Feder eine<br />
Bleikugel mit daran befestigter Festmacherleine<br />
aus. Die Festmacherleine liegt aufgeschossen<br />
(in Ringen gelegt) in dem kleinen<br />
Topf neben dem Werferrohr. Bei Nichtbenutzung<br />
der Funktion und be<strong>im</strong> Transport des<br />
Modells kann der Aufbewahrungsbehälter<br />
b<br />
Bild 11: Rettungsboot<br />
68 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
mit einem Deckel verschlossen werden<br />
(Bild 8.b). Die Werferfunktion wird durch<br />
die Einholfunktion der Festmacherleine ergänzt.<br />
Hat die Wurfleine ihr Ziel erreicht und<br />
ist dort festgemacht, kann die Leine straffgezogen<br />
werden, indem sie über das Rohr<br />
vor dem Topf mit dem weißen Deckel unter<br />
Deck geführt und dort aufgewickelt wird. Auf<br />
dem Bild hängt noch das Ende der Festmacherleine<br />
über Bord des Modells.<br />
Auf dem Original befindet sich anstelle des<br />
großen Lukendeckels des Modells direkt<br />
vor dem Deckshaus noch ein Beiboot bzw.<br />
Arbeitsboot. Es kann mit Hilfe des Ladegeschirrs<br />
ausgesetzt und wieder an Deck geholt<br />
werden.<br />
Ein Blickfang des Modells sind zweifellos die<br />
beiden Rettungsboote auf dem Bootsdeck<br />
(Bild 9). Die Rettungsboote des Originals<br />
mit den Abmessungen 8,5 x 2,8 x 1,15 m für<br />
je 58 Personen stehen unter Schwerkraftdavits.<br />
Sie bestehen aus Aluminium und haben<br />
Handpropellerantrieb. Außerdem gibt<br />
es an Bord noch vier automatisch aufblasbare<br />
überdachte Rettungsflöße, zwei für je<br />
20 Personen und zwei für je 12 Personen.<br />
Der Eigner des Modells hat mit den Rettungsbooten<br />
die ferngesteuerten Funktionen<br />
Davits aus- und einschwenken sowie<br />
Rettungsboot fieren und hieven realisiert.<br />
Das bedeutet, dass unter Deck die gesamte<br />
Mechanik für das Schwenken der<br />
Bild 14: Flagge „Blauer Peter“<br />
Davits und das Heben und Senken der Rettungsboote<br />
Platz finden muss (Bild 10). Die<br />
Mechanik muss funktionsbedingt, direkt<br />
am oder unter dem Davit angebracht sein.<br />
Da die Mechanik nicht nur Platz benötigt,<br />
sondern auch Gewicht bringt, erhöht das<br />
die Schwerpunktlage des Modells in unerwünschter<br />
Weise. Leichtbau ist an dieser<br />
Stelle unbedingt angesagt. Die Funktionen<br />
der beiden Rettungsboote können am Modell<br />
gleichzeitig oder auch einzeln vorgeführt<br />
werden (Bild 11).<br />
Eine Etage höher auf dem Modell befindet<br />
sich das Peildeck (Bild 12). Auf dem vorderen<br />
Teil des Peildecks sind die üblichen Instrumente<br />
erkennbar, wie der Freifahrstand,<br />
der Kompass, die Decksscheinwerfer, und<br />
die seitlichen Fahrstände für Anlegemanöver,<br />
dazu diverse Funkantennen. Markant<br />
sind die beiden Masten, die die Radarantennen<br />
tragen. Beide Radarantennen werden<br />
angetrieben. Ferner trägt das Peildeck<br />
den vorderen Mast (Bild 13) und in gleicher<br />
Höhe mit dem Peildeck auf dem hinteren<br />
Teil des Deckshauses (Trawlbrücke) den<br />
hinteren Mast. Beide Masten sind aus Stahl<br />
geschweißt und haben seitlich Leitern. Die<br />
Masten tragen Rahen, Signalgaffeln und die<br />
Laternen für die nautischen Lichter.<br />
Am vorderen Mast ist dann auch die Funktion<br />
„Flagge setzen“ realisiert. Über Blöcke in der<br />
Mastspitze und Leinen können zwei Flaggen<br />
gemeinsam oder getrennt gesetzt und wieder<br />
niedergeholt werden. Am Modell der Bertold<br />
Brecht sind das die Flagge „Blauer Peter“<br />
(Bild 14) und eine Länderflagge (Flagge des<br />
Küstenstaates). Der Blaue Peter signalisiert<br />
das Auslaufen des Schiffes innerhalb der<br />
nächsten 24 Stunden.<br />
Auf der Trawlbrücke steht der Windenfahrstand<br />
(Bild 15), aus Gewichtsgründen bestand<br />
er am Original aus Aluminium. Von<br />
hier wurden alle Winden auf dem Arbeitsdeck<br />
bedient, der Windenführer hatte von<br />
hier aus die beste Sicht auf das Arbeitsdeck.<br />
An dieser Stelle wurde am Modell noch<br />
die Funktion „Matrose geht auf dem Deck“<br />
eingebaut. Der Matrose steht auf einem<br />
flachen Magneten, der durch den dünnen<br />
Decksbelag hindurch von einem weiteren<br />
Magneten gehalten wird. Der Magnet unter<br />
Bild 12: Radarantenne<br />
und Peildeck<br />
Bild 13: Mast auf dem Peildeck<br />
Bild 15: Windenfahrstand auf<br />
dem hinteren Teil des<br />
Peildecks<br />
Bild 16: Arbeitsdeck, Gesamtansicht<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013 69
a<br />
b<br />
Bild 17: Arbeitsdeck, vorderer Bereich – a: Funktion „Ladebaum hebt Kiste“ – b: Kiste mit Magnet<br />
Deck ist in einer Kulisse geführt und beweglich.<br />
Wird der Magnet in der Kulissenführung<br />
ferngesteuert bewegt, so folgt der<br />
Matrose auf Deck dieser Bewegung wie von<br />
Geisterhand. Er kann an dem Windenfahrstand<br />
entlang 10 cm und weitere 10 cm um<br />
die Ecke und natürlich wieder zurück „laufen“,<br />
außerdem kann er an jeder Stelle stehen<br />
bleiben.<br />
Die Decksscheinwerfer am Deckshaus <strong>nach</strong><br />
vorn und <strong>nach</strong> hinten sind alle betriebsfähig<br />
und schaltbar. Mit einem der Decksscheinwerfer<br />
wird die Funktion „Morsen“ realisiert.<br />
Mit dem Arbeitsdeck (Bild 16) hat der Leser<br />
den Ort auf dem Modell vor sich, an dem<br />
die meisten Funktionen zu finden sind. Betrachtet<br />
sei zunächst der vordere Bereich<br />
des Arbeitsdecks (Bild 17).<br />
Funktion: Last heben/senken, Last<br />
schwenken. Im unteren Bereich des Bildes<br />
erkennt man eine rechteckige Kiste mit einer<br />
runden Platte darin. Die runde Platte<br />
ist ein Dauermagnet. Mit dem Seil und dem<br />
Ladebaum über der Kiste kann diese angehoben<br />
werden. Der Ladebaum ist in seiner<br />
Hubfunktion steuerbar, außerdem in der<br />
Schwenkfunktion. Da die Kiste über einen<br />
Haken am Kranseil hängt, kann sie angehoben<br />
und an jedem Ort <strong>im</strong> Schwenkbereich<br />
des Ladebaums wieder abgesetzt werden.<br />
Ist am Absetzort ein Magnet vorhanden,<br />
löst sich der Kranhaken und die Kiste bleibt<br />
dort stehen.<br />
Funktion: Schleppnetz aussetzen/einholen.<br />
Der mittlere Teil des Arbeitsdecks wird<br />
für die Funktion „Schleppnetz“ benötigt.<br />
Der Erbauer des Modells realisiert damit<br />
folgenden Ablauf: Zum Aussetzen des<br />
Netzes liegt es in der Aufschleppe. Bleikugeln<br />
an der Unterseite sorgen dafür, dass<br />
das Netz ins Wasser gleitet, wenn die Kurrleine<br />
gefiert/<strong>nach</strong>gelassen wird. Das Netz<br />
verschwindet <strong>im</strong> Wasser. Wird das Netz<br />
gehievt, bläst ein kleiner Kompressor (vom<br />
Aquarium) <strong>im</strong> Modell über einen Schlauch<br />
Luft in das Netz. Zu diesem Zweck ist<br />
das Netz innen mit weißem Hemdenstoff<br />
(Nylon oder Dederon) ausgekleidet. Der<br />
nasse, weiße Hemdenstoff wird durch die<br />
eingeblasene Luft aufgebläht und es sieht<br />
aus, als wäre das Netz mit Fisch gefüllt.<br />
Außerdem sorgt die eingeblasene Luft dafür,<br />
dass das Netz aufschw<strong>im</strong>mt. Korkkugeln<br />
an der Oberseite des Netzes sorgen<br />
dafür, dass es die richtige Schw<strong>im</strong>mlage<br />
hat. Durch Aufwickeln der Kurrleinen wird<br />
das Netz in die Aufschleppe und auf das<br />
Arbeitsdeck gezogen. Der Fang ist an<br />
Deck (Bild 18).<br />
Funktion: Feuer an Bord. Hebt man die<br />
Aufbauten auf dem Bootsdeck ab, so ist<br />
der Blick ins Modellinnere, aber auch auf<br />
den Raum unter dem hinteren Teil des<br />
Bootsdecks frei (Bild 19). Hier befindet<br />
sich die Hilfswinde und hier ist der Platz<br />
für die Funktion „Feuer an Bord“. Dazu ist<br />
eine Glühlampe vor der Winde eingebaut,<br />
ihr flackerndes Aufleuchten soll das Feuer<br />
<strong>im</strong>itieren. Da kein Feuer ohne Rauch, wird<br />
Letzterer durch Verschmoren von Acetatzellulose<br />
erzeugt. In einem Schälchen zwischen<br />
Glühlampe und Winde befinden sich<br />
Schnitzel besagter Acetatzellulose. Man<br />
findet Acetatzellulose in Form von altem<br />
Fotofilm (Silberschicht abwaschen) oder<br />
alter Einmachfolie. Man kann den abgewaschenen<br />
Fotofilm auch zu einem Röllchen<br />
mit Alufolie als Hülle, ähnlich einer Zigarette,<br />
aufrollen. Diese einmal angezündete<br />
„Filmzigarette“ schmort und qualmt denn<br />
selbstständig weiter. Entzündet wird der<br />
Qualmerzeuger durch eine ganz normale<br />
Glühkerze vom Glühkerzenmotor. Heute<br />
würde man solch eine Rauchentwicklung<br />
auf dem Modell wohl besser mit mit einer<br />
elektrisch zündbaren Rauchpatrone realisieren,<br />
wie sie Modellflieger benutzen. Dass<br />
der Qualm dann auch seine Spuren hinterlässt,<br />
ist bei genauer Betrachtung von Bild<br />
19 erkennbar.<br />
Funktion: Pforte zur Aufschleppe öffnen/<br />
schließen. Liegt das Schleppnetz in der<br />
Aufschleppe, ist die Pforte geöffnet. Ist das<br />
Netz gehievt, schließt die Pforte. Die Pforte<br />
zur Aufschleppe hat zwei Flügel, die <strong>nach</strong><br />
außen aufschwenken. Sie ist auf Bild 17 am<br />
linken Bildrand erkennbar. Der Bb.-seitige<br />
Pfortenflügel ist gerade zur Reparatur. Betätigt<br />
werden die Flügel der Pforte über eine<br />
Bild 18: Das Schleppnetz liegt aussetzbereit<br />
auf dem Arbeitsdeck<br />
Bild 19: Die Hilfswinde unter dem<br />
Überhang des Bootsdecks<br />
70 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
Bild 20: Mechanik für die<br />
Betätigung der Heckpforte<br />
unter Deck<br />
Bild 21: Fallreep<br />
Bild 22: Blick auf die Traverse über der<br />
Heckaufschleppe<br />
Bild 23: Wasserpumpe <strong>im</strong> Modell für die<br />
Funktion „Kühlwasseraustritt“<br />
Bild 24: Abdeckung der Fischluke<br />
mit Lochblech, darunter ist der<br />
Lautsprecher befestigt<br />
Schub- und Hebelmechanik unter dem Arbeitsdeck<br />
(Bild 20).<br />
Funktion: Fallreep klar machen und ablassen.<br />
Das Fallreep ist eigentlich eine<br />
außenbords hängende bzw. gezurrte Treppe.<br />
Am Modell eignet sich das Fallreep<br />
vorzüglich für eine mechanische Funktion<br />
(Bild 21), <strong>im</strong> vorliegenden Fall nur auf der<br />
Backbordseite. Das Fallreep kann unter Zuhilfenahme<br />
des Schwenkdavits <strong>nach</strong> außen<br />
geschwenkt und dann herabgelassen werden.<br />
Be<strong>im</strong> Einholen läuft der Vorgang in der<br />
umgekehrten Richtung.<br />
Auf Bild 16 sind dann noch weitere Details<br />
auf dem Arbeitsdeck erkennbar, die aber<br />
mehr der Ausschmückung dienen, wie die<br />
gezurrten Scherbretter, der Ersatzpropeller,<br />
der Fender oder die gestauten Fässer.<br />
Ein Blick auf den Spiegel des Modells (Bild<br />
22) macht die Konstruktion des Spiegels<br />
und der Heckaufschleppe deutlich. Sichtbar<br />
wird ferner die begehbare Traverse über der<br />
Heckaufschleppe.<br />
Damit sind die Funktionen am und <strong>im</strong> Modell<br />
noch nicht erschöpft. Für den<br />
Kühlwasseraustritt ist eine Zahnradpumpe<br />
eingebaut (Bild 23).<br />
Die kleine blaue Pumpe saugt<br />
über einen Stutzen <strong>im</strong> Boden<br />
des Modells das Wasser an und<br />
verteilt es über die sichtbaren<br />
Schlauchleitungen an die Wasseraustritte<br />
in der Bordwand.<br />
Zum lebendigen Auftritt des<br />
Modells gehören aber auch<br />
Geräusche. Im Modell werden<br />
von einem Soundmodul ein<br />
drehzahlabhängiges Motorengeräusch<br />
und der Klangvon<br />
Nebelhorn, Signalhorn, Sirene<br />
und Glocke erzeugt. Alle Geräusche<br />
können einzeln geschaltet<br />
werden, der kräftige<br />
Lautsprecher sitzt auf dem<br />
Vorderdeck unter der Gitterabdeckung<br />
der eigentlichen<br />
Fischluke (Bild 24).<br />
Auf die optischen Signale wurde<br />
bereits an anderer Stelle verwiesen.<br />
Neben der nautischen Beleuchtung für die<br />
verschiedenen Betriebsfälle (Schleppen,<br />
Freifahrt, Ankern) können auch die Decksscheinwerfer<br />
und ein Morsescheinwerfer<br />
betätigt bzw. ein- und ausgeschaltet werden.<br />
Die Morsesignale kommen <strong>im</strong> vorgegebenen<br />
Rhythmus.<br />
Noch ein paar Worte zur RC-Anlage. Wegen<br />
der zahlreichen Funktionen verwendet<br />
der Eigner eine F 14 von robbe (Bild 25),<br />
ausgerüstet mit den entsprechenden Multi-<br />
Switch- und -Prop-Modulen. Der Sender<br />
ist statt des linken Kreuzknüppels mit dem<br />
Navy-Twin-Stick, einem Parallelsteueraggregat<br />
für den Betrieb von Zweischraubenschiffen,<br />
ausgestattet. Da die BERTOLT<br />
BRECHT nur einen Propeller besitzt, können<br />
in diesem Fall beide Steuerhebel arretiert<br />
werden, der zweite Hebel bewegt sich<br />
be<strong>im</strong> Steuern somit „leer“ mit.<br />
Die Ausgänge der empfängerseitigen<br />
Multi-Switch-Decoder sind für 4,8–24 Volt<br />
und bis zu 1,8 Ampere ausgelegt. Herr<br />
Tänczyk ging jedoch auf Nummer sicher<br />
und schaltete für die Schaltfunktionen<br />
Bild 26 oben:<br />
Relaisbank <strong>im</strong><br />
Modell<br />
31<br />
Bild 25 links: Fernsteuersender<br />
robbe F 14<br />
<strong>SchiffsModell</strong> 1/2013<br />
71
Bild 27: Deckblatt des Bauplanes für<br />
die BERTOLT BRECHT<br />
Bild 29: Spantenriss . Quelle: Modellbauplan BERTOLT<br />
BRECHT von VEB MOBA, 1975<br />
jedem Decoderausgang ein Relais <strong>nach</strong><br />
(Bild 26). Der Relaisbank ist dann noch<br />
ein separater 6-V-Bleiakku für die Funktionen<br />
zugeschaltet. Damit wird eine wesentlich<br />
höhere Sicherheit erreicht. Sollte,<br />
aus welchem Grund auch <strong>im</strong>mer, mal eine<br />
Funk tion blockieren, so würde nur der Relaisausgang<br />
Schaden nehmen, aber alle<br />
anderen Funktionen und die Decoder blieben<br />
davon unberührt. Außerdem hat die<br />
Entkoppelung über <strong>nach</strong>geschaltete Relais<br />
den Vorteil, dass alle betroffenen Stromkreise<br />
galvanisch getrennt sind.<br />
Als weitere Sicherheit erhielten alle schaltbaren<br />
Funktionen Endlagenschalter. Ein am<br />
Stellwegende auflaufendes Getriebe oder<br />
Gestänge wird folglich mit Sicherheit abgeschaltet<br />
und kann durch Blockieren keinen<br />
Schaden anrichten.<br />
Bild 28: Generalplan<br />
72 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
Zum Schluss des Beitrages noch ein paar<br />
Worte zum Bauplan. Die vorgestellte BER-<br />
TOLT BRECHT wurde <strong>nach</strong> dem MOBA-<br />
Modellbauplan (Bild 27) aus dem Jahr 1974<br />
gebaut. Aus dem Bauplan stammen auch<br />
der Generalplan und der Spantenriss (Bilder<br />
28 und 29).<br />
Die Spantabstände für ein Modell <strong>im</strong> Maßstab<br />
1:50 betragen: Spant 0 bis 4 und<br />
Spant 10 bis 14 = 76 mm, Spant 4 bis 10<br />
= 152 mm.<br />
Be<strong>im</strong> Generalplan möchte der Leser bitte<br />
bedenken, dass es sich um einen stark verkleinerten<br />
Auszug handelt. Der eigentliche<br />
Bauplan umfasst fünf Blätter <strong>im</strong> Format DIN<br />
A1 und angesichts des Alters ist die Qualität<br />
der Vorlage nicht mehr die beste. Wer<br />
das Modell bauen möchte, der hat mit dem<br />
Bauplan jedoch erst einmal eine gute Basis.<br />
Vergleicht man das Modell vom Bauplan<br />
mit dem Bild vom Original (Bild 1), so sind<br />
unschwer erhebliche Unterschiede feststellbar.<br />
Das Original wurde offensichtlich<br />
bereits erheblich modernisiert (Portalmaste<br />
usw.).<br />
Der Autor möchte dem Eigner des vorgestellten<br />
Modells, Herrn N. Tänczyk, an dieser<br />
Stelle ganz herzlich dafür danken, dass<br />
er sein Modell für die Fahr- und Detailaufnahmen<br />
zur Verfügung stellte und über die<br />
Funktionen ausführlich Auskunft gab.<br />
Verwendete Literatur<br />
[1] Beitrag: Fang- und Verarbeitungsschiff „Bertolt<br />
Brecht“ in: Schiffbautechnik, H. 11/1960, S. 538 ff.<br />
[2] Neumann/Strobel: Vom Kutter zum Containerschiff.<br />
Verlag Technik, Berlin, 1981<br />
[3] D. Strobel, W.-H. Hahlbeck: Hiev up – So war die<br />
Hochseefischerei der DDR. Koehlers Verlagsgesellschaft,<br />
Hamburg, 1997<br />
[4] D. Strobel, G. Dame: Schiffbau zwischen Elbe<br />
und Oder. Koehlers Verlagsgesellschaft, Herford,<br />
1993<br />
Technische Daten<br />
(Nach [2] Vom Kutter zum Containerschiff)<br />
Länge ü. a.<br />
Breite auf Spanten<br />
Tiefgang<br />
Deplacement<br />
Tragfähigkeit<br />
Antriebsleistung<br />
(Typschiff)<br />
Antriebsleistung<br />
Typ II<br />
Geschwindigkeit<br />
Aktionsdauer<br />
Aktionsweite<br />
Besatzung<br />
85,92 m<br />
13,50 m<br />
5,05 m<br />
3.500 t<br />
1.420 t<br />
1.325 kW/1800 PS<br />
1.692 kW<br />
12 kn<br />
40 Fangtage<br />
5.500 sm<br />
98 Personen<br />
(davon 1 Arzt)<br />
Dr. Günter Miel<br />
Die LTS- und KTS-Boote der Volksmarine<br />
Vorbilder und Modelle<br />
Die in der Volksmarine der ehem. DDR gefahrenen<br />
LTS- bzw. KTS-Boote sind bislang an den Modellteichen<br />
noch ziemlich unbekannt und kommen gerade<br />
deshalb für einen Modell<strong>nach</strong>bau besonders in Frage.<br />
Die Abkürzung LTS steht dabei für Leichtes Torpedo<br />
Schnellboot, KTS für Kleines Torpedo Schnellboot.<br />
Dieses Buch beschreibt ausführlich und mit<br />
sehr vielen Abbildungen sowohl die Originale und<br />
ihre Geschichte als auch den Nachbau der entsprechenden<br />
Modelle. Neben Hinweisen zu <strong>Plan</strong>ung<br />
und Bau der Modelle fi nden sich auch ausführliche<br />
Kapitel zu grundsätzlichen Antriebsüberlegungen,<br />
geeigneten Motoren, Stromversorgung, Propeller<br />
etc. Insbesondere <strong>im</strong> Kapitel „Antriebsanlage“ erhält<br />
der Leser alle nötigen Informationen auch zu aktuellen<br />
Komponenten wie LiPo-Zellen und Brushlessmotoren,<br />
breiten Raum nehmen auch Hinweise zur<br />
RC-Anlage, Antriebsopt<strong>im</strong>ierung usw. ein, sodass<br />
dieses Buch auch viele wichtige Informationen zum<br />
Umgang mit artverwandten Modellen liefert.<br />
ISBN 978-3-7883-1138-4<br />
Umfang 96 Seiten Best.-Nr. 138<br />
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Die RS-Boote der Volksmarine<br />
Vorbilder und Modelle<br />
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Umfang 88 Seiten<br />
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JOJO . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16<br />
Krick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9<br />
Nessel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16<br />
Impressum<br />
Neckar-Verlag GmbH, Klosterring 1, Postfach<br />
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694 · Sparkasse Schwarzwald-Baar (BLZ<br />
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Villingen-Schwenningen (BLZ 694 900 00)<br />
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(BLZ 600 100 70) Konto-Nr. 9389701<br />
Herausgeber: Ruth Holtzhauer,<br />
Beate Holtzhauer<br />
Redaktion: Hans-Jörg Welz,<br />
Postfach 1820,<br />
78008 Villingen-Schwenningen<br />
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Grafik und Layout: Dietmar Schenk<br />
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Uwe Stockburger (Leitung)<br />
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Baupläne, Bücher sowie Zeitschriften<br />
(Abonnementsverwaltung)<br />
Monika Fritschi<br />
Tel. + 49 (0) 77 21 / 89 87-37, -38 u. -48<br />
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Druck: Gulde-Druck, 72072 Tübingen<br />
<strong>SchiffsModell</strong> erscheint jeweils in der letzten<br />
Woche des Monats.<br />
Einzelheft € 5,– [D]; € 5,40 [A]; sfr 9,90; Jahresabonnement<br />
€ 53,80 <strong>im</strong> Inland; € 60,– <strong>im</strong><br />
Ausland. Eine Kündigung ist jederzeit möglich.<br />
Zuviel bezahlte Beträge für noch nicht<br />
erschienene Ausgaben werden vom Verlag<br />
zurückerstattet.<br />
Vertriebsbetreuung für das Grosso und den<br />
Babu:<br />
Wolfgang Sieling, Am spitzen Hey 19, 38126<br />
Braunschweig, Tel. + 49 (0)5 31 / 69 11 07<br />
Ernst Leidecker, Mömlingtalring 91, 63785<br />
Obernburg, Tel. + 49 (0) 60 22 / 77 33.<br />
Auslieferung für die Schweiz:<br />
WIESER Modellbau-Artikel, Postfach, Wieslergasse<br />
10, CH-8049 Zürich-Höngg,<br />
Tel. + 41 (0) 44 / 340 04 30,<br />
Fax + 41 (0) 44 / 340 04 31.<br />
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kann trotz sorgfältiger Prüfung vom<br />
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Kein Teil dieser Publikation darf ohne zuvor<br />
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zum Zweck der Fortbildung und zum persönlichen<br />
Gebrauch des Lesers gestattet.<br />
36.Jahrgang<br />
ist auf umweltfreundlichem<br />
Papier gedruckt.<br />
EMC-Vega . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13<br />
GB-Modellbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16<br />
Sperrholzshop . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58<br />
Steinhagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13<br />
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von Fernsteuerungen sind die geltenden<br />
gesetzlichen Best<strong>im</strong>mungen<br />
zu beachten.<br />
74 <strong>SchiffsModell</strong> 1/2013
Aus unserem Programm<br />
Jens Johannsen<br />
Kerzenboote<br />
ISBN 978-3-7883-1616-7<br />
Umfang 88 Seiten, DIN A4<br />
Best.-Nr. 616 Preis 14,90 [D]<br />
Jens Johannsen stellt in seinem Buch „Kerzenboote“ Bootsentwürfe aller<br />
Art vor. Seien es Kerzenboote aus Milchtüten, Blechtüten oder ausgebuffte<br />
Neuentwürfe von Tuckerbooten – in diesem Buch fi nden Sie jede Menge<br />
spannende Anregungen! Die Entwürfe werden jeweils durch detaillierte Anleitungen<br />
und eindrucksvolle Fotos ergänzt.<br />
Wir verbinden mit „Kerzenboote“ die Hoffnung, dass die Entwicklung am<br />
Tuckerboot neue Impulse bekommt und die Spielfreude für Jung und Alt<br />
erhalten bleibt.<br />
KERZENBOOTE – ein tolles Thema für Jung und Alt!<br />
Historische Modellschiffe<br />
aus Baukästen<br />
Peter Holz<br />
Schiffs Modell<br />
Fachbuch<br />
Peter Holz<br />
Historische Modellschiffe aus Baukästen<br />
ISBN 978-3-7883-3141-2<br />
Umfang 208 Seiten in Farbe<br />
Best.-Nr. 141 Preis 21,90 [D]<br />
Der Bau von historischen Schiffsmodellen dürfte eines der schönsten und<br />
lehrreichsten Hobbys sein, das man sich zulegen kann. Der Bau eines perfekten<br />
Modells ist aber kein undurchschaubares Zauberkunststück, sondern<br />
verlangt lediglich Geduld, Ausdauer und die Bereitschaft, sich umfassend zu<br />
informieren. Die sicherste Methode, erfolgreich in dieses schöne Hobby zu<br />
starten, ist der Bau eines Modells aus einem qualitativ guten Baukasten.<br />
Das Hauptaugenmerk dieses Buches liegt daher darauf, dem Modellbauer,<br />
der <strong>nach</strong> Baukästen arbeiten möchte, ein leicht verständliches Nachschlagewerk<br />
an die Hand zu geben, das ihn auf dem Weg zum guten Modell<br />
begleitet.<br />
Die aktuelle, inzwischen bereits fünfte Aufl age dieses erfolgreichen Fachbuches<br />
wurde komplett überarbeitet und unter anderem mit sehr vielen aktuellen,<br />
farbigen Abbildungen versehen.<br />
Neckar-Verlag GmbH • Klosterring 1 • 78050 Villingen-Schwenningen<br />
Telefon +49 (0)77 21 / 89 87-48 /-38 • Fax +49 (0) 77 21 / 89 87-50<br />
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