26.02.2014 Aufrufe

EasyLinux DVD's und CD's Rippen, mastern, brennen (Vorschau)

Erfolgreiche ePaper selbst erstellen

Machen Sie aus Ihren PDF Publikationen ein blätterbares Flipbook mit unserer einzigartigen Google optimierten e-Paper Software.

easy LINUX !<br />

02/2011<br />

April – Juni<br />

4<br />

easy ! LINUX<br />

OpenSuse 11.4<br />

Aktuelle 32-Bit-Version<br />

– KDE 4.6, Gnome 2.32<br />

– Installation auf Festplatte<br />

– LibreOffice 3.3.1<br />

– Firefox 4.0 Beta<br />

– Linux-Kernel 2.6.37<br />

– besseres Paketmanagement<br />

5 Seiten zur Installation im Heft<br />

DVDs <strong>und</strong> CDs<br />

<strong>Rippen</strong>, <strong>mastern</strong>, <strong>brennen</strong><br />

einfach – klar – benutzerfre<strong>und</strong>lich<br />

Mandriva 2010.2<br />

15 GByte<br />

auf 4 DVD-Seiten<br />

32-Bit-Version mit KDE 4.4.3,<br />

mit Installationsanleitung<br />

Knoppix 6.5<br />

Das beliebte Live-Linux in<br />

brandneuer Version<br />

Service Kit 02/2011<br />

Updates für (K)Ubuntu 10.10<br />

<strong>und</strong> OpenSuse 11.3<br />

www.easylinux.de<br />

Vier CD-/DVD-Brennprogramme im Vergleich S. 44<br />

Musik-CDs rippen <strong>und</strong> <strong>brennen</strong> mit K3b S. 46<br />

CD- <strong>und</strong> DVD-Images im Griff mit AcetoneISO S. 50<br />

CD-Hüllen gestalten mit KDE-Tool Kover S. 54<br />

ISO-Images in der Shell erzeugen <strong>und</strong> öffnen S. 60<br />

24 Seiten Tipps<br />

KDE S. 80<br />

Gnome S. 84<br />

Gimp S. 98<br />

Shell S. 104<br />

OpenOffice S. 88<br />

Ubuntu S. 92<br />

Kurztests<br />

Acer Aspire Z5710: Günstiger All-in-one-PC S. 108<br />

Spiele für Linux im Kurztest: Conquest, MotoGT,<br />

Zero Ballistics, M.A.R.S., Age of Conquest III S. 112<br />

KDE-Programme<br />

Audio-Player Amarok – das Multitalent S. 62<br />

Alternativer KDE-Browser Rekonq S. 67<br />

Workshops<br />

Vortragskünstler: PDF Presenter S. 72<br />

Funktionen in OpenOffice Calc S. 76<br />

Top-Bücher auf DVD<br />

Komplettes E-Book „Linux“ (HTML)<br />

Installationskapitel aus OpenSuse-11.4-<br />

E-Book von Michael Kofler (PDF)<br />

€ 9,80<br />

Österreich € 10,80<br />

Schweiz sfr 19,60<br />

BeNeLux € 11,25<br />

Italien € 12,75<br />

Spanien € 12,75<br />

4 196177 309803 02


EditoriaL<br />

easy LINUX!<br />

HigHlights<br />

02.2011<br />

Hans-Georg Eßer<br />

Chefredakteur<br />

Editorial<br />

Liebe Leserinnen <strong>und</strong> Leser,<br />

die Zeit der Linux-Updates ist wieder<br />

angebrochen: Auf den Heft-<br />

DVDs finden Sie die brandneue<br />

OpenSuse 11.4, das fast genauso frische<br />

Knoppix 6.5 <strong>und</strong> die im Dezember erschienene<br />

Mandriva-Version 2010.2.<br />

Wie Sie OpenSuse <strong>und</strong> Mandriva auf Ihrem<br />

Rechner installieren, verraten wir in zwei<br />

Artikeln ab Seite 24, die neue OpenSuse-<br />

Version haben wir zudem angetestet <strong>und</strong><br />

berichten über die wichtigsten Neuigkeiten.<br />

Knoppix müssen Sie nicht installieren, Sie<br />

starten einfach den Rechner mit eingelegter<br />

DVD neu, um das Live-System auszuprobieren.<br />

Auch wenn Sie nicht gleich auf eine neue<br />

Linux-Version umsteigen möchten, finden<br />

Sie auf der Heft-DVD wieder Nützliches;<br />

neben verschiedenen Anwendungen gibt es<br />

wie gewohnt Updates – in dieser Ausgabe<br />

für OpenSuse 11.3 <strong>und</strong> Ubuntu 10.10.<br />

<strong>EasyLinux</strong> im PDF-Format<br />

Immer wieder haben uns Leser gefragt: Gibt<br />

es das Heft nicht auch als PDF-Version?<br />

Wer kein Fre<strong>und</strong> von bedrucktem Papier<br />

ist, kann jetzt aufatmen, denn das Abo bieten<br />

wir ab sofort auch in einer PDF-Variante<br />

infos<br />

[1] <strong>EasyLinux</strong> DigiSub:<br />

http:// eshop. linuxnewmedia. de/<br />

zeitschriften/ easylinux/ abd0507.<br />

html (http:// ezlx. de/ b2j1)<br />

[2] <strong>EasyLinux</strong>-Artikel,<br />

http:// www. easylinux. de/ Autoren/<br />

<strong>EasyLinux</strong>‐Artikel. odt<br />

(http:// ezlx. de/ b2j2)<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

an. In unserem Shop finden Sie das digitale<br />

Abo unter dem Namen „DigiSub“ (digital<br />

subscription) [1], <strong>und</strong> es ist ein bisschen<br />

günstiger als das gedruckte Abo (29,95 Euro<br />

im Jahr). Deutlich billiger geht es nicht,<br />

denn zwar fallen die Druck-, DVD- <strong>und</strong><br />

Versandkosten weg, dafür kassiert der Staat<br />

bei PDF-Zeitungen aber die regulären 19 %<br />

Mehrwertsteuer, während es bei der Papierversion<br />

die ermäßigten 7 % sind – aus dem<br />

selben Gr<strong>und</strong> sind in Deutschland z. B.<br />

E-Books nicht viel billiger als gedruckte Bücher.<br />

Auch unsere Schwesterzeitschriften<br />

LinuxUser, UbuntuUser <strong>und</strong> Linux-Magazin<br />

sind nun als DigiSub erhältlich.<br />

Leser-Artikel<br />

<strong>EasyLinux</strong> wird jetzt interaktiv: Wir möchten<br />

Sie einladen, sich an der Planung der<br />

im Heft erscheinenden Artikel zu beteiligen.<br />

Dazu haben wir eine Vorlage für einen<br />

Artikel als OpenOffice-Dokument auf<br />

unseren Webserver gestellt [2]. Da können<br />

Sie z. B. ein Programm, über das Sie gerne<br />

mehr erfahren würden, kurz vorstellen.<br />

Den unfertigen Artikel, der auch Fragen<br />

oder einfach eine Reihe von Zwischenüberschriften<br />

enthält, schicken Sie dann<br />

an die Redaktion (redaktion@easylinux.<br />

de). Wir wählen unter den eingereichten<br />

Texten für jede Ausgabe ein paar Vorschläge<br />

aus <strong>und</strong> machen aus dem Ansatz<br />

einen vollständigen Artikel in gewohnter<br />

Easy Linux-Qualität.<br />

Das Schönste daran: Wir nennen Sie als Co-<br />

Autor des Artikels, auf Wunsch auch mit<br />

Foto <strong>und</strong> kurzer Personenbeschreibung. :)<br />

www.easylinux.de 3<br />

Schwerpunkt: CDs <strong>und</strong> DVDs<br />

Brennen: Vier CD­/DVD­Brennprogramme<br />

im Vergleich <strong>und</strong><br />

Workshop zu K3b. ..... ab S. 44<br />

Images im Griff: AcetoneISO<br />

erlaubt den komfortablen Zugriff<br />

auf CD­/DVD­Images. ..... ab S. 50<br />

CD-Covers: Mit dem KDE­Tool<br />

Kover designen Sie Ihre eigenen<br />

CD­Covers. ..... ab S. 54<br />

Kommandozeile: Mit Shell­Befehlen<br />

auf ISO­Images zugreifen<br />

<strong>und</strong> neue erstellen. ..... ab S. 60<br />

AUF DVD<br />

OpenSuse 11.4 (32 Bit)<br />

Mandriva Linux (32 Bit)<br />

Knoppix 6.5 Live-DVD (32 Bit)<br />

Service Kit: Updates für Open­<br />

Suse 11.3 <strong>und</strong> Ubuntu 10.10<br />

Weitere Software:<br />

Google Chrome 10, LibreOffice<br />

3.3.1, AcetoneISO, TV Browser


Überblick<br />

InhaLt<br />

Was sie mit DVDs <strong>und</strong><br />

CDs unter Linux alles anstellen<br />

können, verrät die<br />

titelstrecke ab seite 44.<br />

Der „Lomo“-Effekt<br />

bringt<br />

atmosphäre in<br />

Ihre Bilder – wie es<br />

geht, lesen<br />

sie in den<br />

Gimp-tipps ab seite 98.<br />

auch für Linux gibt<br />

es spannende Games:<br />

Eine auswahl<br />

ab seite 112.<br />

aktuELL<br />

Editorial ......................................................................................................3<br />

DVD-Inhalt..................................................................................................6<br />

Nachrichten ...............................................................................................7<br />

Neue Software ........................................................................................12<br />

Google Chrome 10, Fotoxx, Gmerlin, KompoZer, LibreOffice, MediathekView,<br />

PeaZip, PiTiVi, recordMyDesktop, So<strong>und</strong>Converter<br />

Webseiten ................................................................................................22<br />

Heft-DVD: OpenSuse 11.4 installieren ................................................24<br />

Die Installation von OpenSuse ist auch für Einsteiger leicht zu bewältigen.<br />

Hier zeigen wir, wie Sie das Linux-System von der Heft-DVD aufsetzen<br />

<strong>und</strong> was dabei zu beachten ist.<br />

Neues in OpenSuse 11.4 ..................................31<br />

Die neue OpenSuse-Version 11.4 mit dem Codenamen<br />

„Celadon“ ist fertig. Wir haben sie getestet<br />

<strong>und</strong> zeigen die Neuerungen, Stärken <strong>und</strong><br />

Schwächen.<br />

Heft-DVD: Mandriva installieren .........................................................36<br />

Mit Mandriva Linux 2010.2 bietet die Heft-DVD nicht nur eine aktuelle<br />

Distribution mit guter Hardware-Unterstützung, sondern auch bündel-<br />

weise Software. Die Installation ist schnell erledigt.<br />

Linux User Groups: Hilfe <strong>und</strong> Hobby..............40<br />

„Du bist nicht allein“ – das ist das zentrale Er-<br />

gebnis mehrerer Interviews, die wir mit Teilneh-<br />

mern <strong>und</strong> Organisatoren von Linux-User-Gruppen<br />

(LUGs) geführt haben. Hier finden Sie Gründe<br />

für den Besuch Ihrer örtlichen LUG.<br />

CDs unD DVDs<br />

Vier Brennprogramme im Vergleich....................................................44<br />

CDs <strong>und</strong> DVDs <strong>brennen</strong> Sie auch unter Linux komfortabel. Wir stellen<br />

vier freie Lösungen für verschiedene Desktops vor <strong>und</strong> zeigen, was<br />

diese können <strong>und</strong> wo es noch hakt.<br />

Audio-CDs rippen <strong>und</strong> <strong>brennen</strong> ......................46<br />

Mit dem KDE-Brennprogramm K3b erzeugen<br />

Sie nicht nur überall abspielbare Audio-CDs aus<br />

Ihren MP3-Dateien, sondern konvertieren umgekehrt<br />

auch vorhandene Songs in das MP3- oder<br />

Ogg-Vorbis-Format.<br />

ISO-Images mit AcetoneISO verwalten .............................................50<br />

Mit AcetoneISO werfen Sie einen Blick in CD- <strong>und</strong> DVD-Imagedateien<br />

in vielen Formaten. Für den bequemen Zugriff sind keine Administratorrechte<br />

nötig.<br />

CD-Covers erstellen ......................................54<br />

Wer seinen MP3s aus dem Internet eine Gestalt<br />

geben will, brennt sie als Audiodateien<br />

auf eine CD. Und packt sie dann in eine transparente<br />

Billig-CD-Hülle? Mit Kover basteln Sie<br />

schnell eigene Covers oder modellieren das<br />

Originalcover nach.<br />

ISO-Images in der Shell .........................................................................60<br />

ISO-Images mit Linux-Distributionen aus dem Internet <strong>brennen</strong> Sie mit<br />

K3b oder einem anderen Brennprogramm auf einen Rohling. Doch Sie<br />

können auch mit Shell-Befehlen auf die Images zugreifen <strong>und</strong> eigene<br />

erstellen.<br />

Workshop<br />

Musiksammlung mit Amarok verwalten ......62<br />

Mit beeindruckenden Funktionen rockt der Me-<br />

diaplayer Amarok die Party <strong>und</strong> liefert zugleich<br />

den alltäglichen So<strong>und</strong>track bei der Arbeit.<br />

4<br />

www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


InhaLt<br />

Die tabellenkalkulation<br />

Calc von openoffice nutzen<br />

sie erst mit Funktionen<br />

richtig. ab seite 76.<br />

Frisch aus dem presswerk:<br />

die neue opensuse-Version<br />

11.4. Installation <strong>und</strong><br />

kurztest ab seite 24.<br />

Ein echtes Multitalent ist der Mp3-<br />

player amarok, den wir ab seite 62<br />

vorstellen.<br />

Workshop<br />

Rekonq: Neuer Browser für KDE ..........................................................67<br />

Mit Rekonq tritt ein schlanker, schneller Browser in Konkurrenz zum<br />

langjährigen Klassiker, dem Funktionsmonster Konqueror. Die Version<br />

1.0 hat der neue Browser noch nicht erreicht; er bringt allerdings<br />

schon jetzt einige Highlights mit.<br />

PDF Presenter für Vorträge ....72<br />

Wer Vorträge mit Notebook <strong>und</strong><br />

Beamer hält, sollte einen Blick<br />

auf den PDF Presenter werfen:<br />

Das Tool bietet nützliche Komfortfunktionen<br />

für die Anzeige von<br />

PDF-Präsentationen.<br />

tEst<br />

sErVICE<br />

Spiele für Linux im Kurztest ...............112<br />

Spielen unter Linux – das heißt Solitaire<br />

<strong>und</strong> Mine Sweeper? Falsch! Auch für Linux<br />

gibt es viele grafisch <strong>und</strong> spielerisch komplexe<br />

Games, von denen wir hier einige<br />

vorstellen.<br />

Linux User Groups .......................................................................... 116<br />

Impressum........................................................................................ 120<br />

Hardware- <strong>und</strong> Bücherservice .................................................... 121<br />

<strong>Vorschau</strong> .......................................................................................... 122<br />

Funktionen in Calc ..................................................................................76<br />

Lange Kolonnen von Euro-Beträgen wollen summiert werden, eine<br />

Liste mit Prüfungsnoten wird aussagekräftiger, wenn eine Durchschnittsnote<br />

<strong>und</strong> die Verteilung der Noten sichtbar werden. Beides ist<br />

mit Calc kein Problem.<br />

tIpps & trICks<br />

Tipps & Tricks zu KDE ............................................................................80<br />

Gnome-Tipps............................................................................................84<br />

OpenOffice-Tipps ....................................................................................88<br />

Tipps zu Knoppix <strong>und</strong> Kubuntu .............................................................92<br />

Effizienter arbeiten mit Gimp ................................................................98<br />

Linux-Tipps ............................................................................................100<br />

Know-how für die Kommandozeile ...................................................104<br />

tEst<br />

Acer Z5710 All-in-One ..........................................................................108<br />

All-in-One-PCs führen außerhalb der Apple-Welt ein Nischendasein. Zu<br />

unrecht, denn die Rechner brauchen wenig Platz, sind sehr portabel,<br />

meist günstig <strong>und</strong> umfangreich ausgestattet.<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

5


Aktuell<br />

Heft-DVD <strong>und</strong> Service Kit<br />

Heft-DVD<br />

Knoppix 6.5<br />

Die neue Knoppix Live-DVD bietet<br />

nicht nur vier verschiedene<br />

Desktopumgebungen zur Auswahl,<br />

sondern auch eine Vielzahl<br />

an Programmen aus den<br />

unterschiedlichsten Bereichen.<br />

FileZilla<br />

Fähiger FTP-Client mit ansprechender grafischer<br />

Nutzeroberfläche <strong>und</strong> einer umfassenden<br />

Protokollunterstützung.<br />

AcetoneISO<br />

Multifunktionswerkzeug zum Erstellen,<br />

Einhängen <strong>und</strong> Brennen von ISO-Images<br />

der verschiedensten Formate.<br />

Fotoxx<br />

Schlanker <strong>und</strong> schneller Bildbetrachter mit<br />

einigen Spezialfunktionen zum Zusammenführen<br />

mehrerer Aufnahmen.<br />

AuSSerdem Auf dVd:<br />

• Google Chrome (Webbrowser)<br />

• Gmerlin (Multimediaplayer)<br />

• HandBrake (Video-Encoder)<br />

LibreOffice<br />

Von OpenOffice abstammende Office-Suite<br />

mit zahlreichen Neuerungen <strong>und</strong> Verbesserungen<br />

gegenüber der Ursprungsversion.<br />

KompoZer<br />

Mit dem WYSIWYG-HTML-Editor erstellen<br />

auch auch Einsteiger ansprechende Webseiten<br />

ohne große Mühe.<br />

MediathekView<br />

Erlaubt den komfortablen Download von<br />

Videos, welche die öffentlich-rechtlichen<br />

Sender auf ihrer Seite als Stream anbieten.<br />

TV-Browser<br />

Eine auf Java basierende digitale Programmzeitschrift,<br />

unter anderem mit Erinnerungsfunktion<br />

<strong>und</strong> Plug-in-Schnittstelle.<br />

XnViewMP<br />

Außerordentlich fähiger <strong>und</strong> performanter<br />

Bildbetrachter mit vielen Bearbeitungsfunktionen<br />

<strong>und</strong> Galerieansicht.<br />

• jEdit (Texteditor)<br />

• PeaZip (Packprogramm)<br />

• PiTiVi (Video-Editor)<br />

SerVice kit<br />

Das Service Kit auf der Heft-DVD enthält<br />

alle relevanten Sicherheits- <strong>und</strong> Programmaktualisierungen<br />

für OpenSuse 11.3<br />

<strong>und</strong> Kubuntu 10.10 seit dem Erscheinungstag<br />

der Distributionen. Ein Upgrade älterer<br />

Versionen (beispielsweise von OpenSuse<br />

11.3 auf OpenSuse 11.4) ermöglicht das<br />

Service Kit jedoch nicht.<br />

Die auf dem Service Kit enthaltenen Pakete<br />

stammen aus den Original-Downloadquellen<br />

von OpenSuse <strong>und</strong> Canonical. Damit<br />

ist die Aktualisierung über die Service-<br />

Kit-DVD technisch identisch mit einem<br />

Online update. Durch die zeitliche Differenz<br />

zwischen dem Fertigstellen des Datenträgers<br />

<strong>und</strong> dem Erscheinen des Heftes können<br />

inzwischen jedoch neue Updates auf<br />

den Servern der Distributoren bereitstehen.<br />

mAndriVA 2010.2<br />

Seite B der zweiten Heft-DVD enthält die<br />

32-Bit-Version des Wartungsreleases Mandriva<br />

2010.2 in der 32-Bit-Version.<br />

Den Entwicklern gelang es auch dieses Mal<br />

wieder, Benutzerfre<strong>und</strong>lichkeit mit Sicherheit<br />

in Einklang zu bringen. Zu den Neuerungen<br />

gehört die semantische Suche namens<br />

Nepomuk, die neben Namen auch<br />

nach Meta-Informationen in Dateien sucht.<br />

Als Basis dient Kernel 2.6.33, den Windowmanager<br />

stellt KDE in Version 4.4.3, alternativ<br />

kommt das beliebte Gnome<br />

2.30.0 zum Einsatz. Insgesamt<br />

erneuerte oder<br />

überarbeitete Mandriva<br />

für diese Release<br />

etwa 5 000<br />

Softwarepakete.<br />

OpenSuSe 11.4<br />

Auf Seite A der zweiten Heft-DVD finden Sie<br />

die neueste Version 11.4 der 32-Bit-Variante<br />

von OpenSuse. Wie bei der Nürnberger<br />

Softwareschmiede üblich, kommen die<br />

neuesten Programme zum Einsatz. So setzt<br />

die Distribution als Gr<strong>und</strong>lage auf den<br />

Kernel 2.6.37 <strong>und</strong> den Windowmanager<br />

KDE 4.6. Als Browser dient Mozillas Firefox<br />

in Version 4, die Büroarbeiten übernimmt<br />

die Office-Suite LibreOffice 3.3.1.<br />

Alternativ bietet OpenSuse die Desktops<br />

Gnome 2.32 sowie Xfce 4.8 <strong>und</strong> LXDE 0.5<br />

zum Einsatz an. Als eine der wichtigsten<br />

Neuerungen überarbeiteten<br />

die Entwickler den<br />

Paketmanager Zypper.<br />

(Thomas Leichtenstern/tle)<br />

n<br />

6 www.easylinux.de<br />

easylinux 02/2011


News<br />

AktuELL<br />

NachrichteN<br />

Multitouch-Support in Ubuntu 11.04<br />

Recht ausführlich erklärt Ubuntus Multitouch-<br />

Entwickler Chase Douglas in einem Blogpost<br />

die Fortschritte der Vielfingersteuerung in<br />

Ubuntu 11.04: Der Multitouch-Support soll<br />

direkt im X-Server (X.Org) implementiert werden;<br />

die Komponente, die hier zuständig ist,<br />

heißt XInput 2.1. Ubuntu 11.04 stellt sich dabei<br />

freiwillig als Testkandidat für XInput 2.1<br />

zur Verfügung. Basierend auf den praktischen<br />

Erfahrungen mit den Benutzern wollen die<br />

X.Org-Entwickler XInput 2.1 später in den<br />

X.Org-Hauptzweig integrieren. Ubuntus Eigenentwicklung<br />

uTouch [1] soll zukünftig nur<br />

noch clientseitig arbeiten, statt wie bisher die<br />

Gesten „tief im X-Server-Code“ zu erzeugen.<br />

Dieser Umbau werde aber auch erst in Ubuntu<br />

11.10 landen.<br />

Ubuntu 11.04 bringt also eine Vorabversion<br />

von XInput 2.1 mit, die es laut Douglas auch<br />

erlaubt, Qt-Programme mit Multitouch-Unterstützung<br />

auszuliefern [2]. Noch gibt es Probleme,<br />

wenn man mehrere Punkte auf einem<br />

Touchpad berührt <strong>und</strong> zugleich den Zeiger einer<br />

zweiten Maus in ein anderes Fenster bewegt.<br />

In den Standardfällen funktioniere Multitouch<br />

aber bereits gut.<br />

Während die Technologie laut Douglas mit<br />

den meisten Multitouch-Bildschirmen <strong>und</strong><br />

-Pads zurecht kommt, werde Apples Magic<br />

Mouse aus Zeitgründen noch nicht unterstützt.<br />

Auch für viele Synaptic-<br />

Geräte gibt es wohl noch keine<br />

Unterstützung in der nächsten<br />

Ubuntu-Version. Man habe<br />

zwar konkrete Pläne dafür,<br />

aber keine Zeit gef<strong>und</strong>en, diese<br />

umzusetzen. In Ubuntu 11.10<br />

sollen dann auch diese Geräte<br />

fingerfertig sein. (Kristian<br />

Kißling/hge)<br />

[1] uTouch: http:// unity. ubuntu. com/<br />

projects/ utouch/ (http:// ezlx. de/ b2n1)<br />

[2] http:// voices. canonical. com/ chase.<br />

douglas/ 2011/ 03/ 15/ multitouch‐in<br />

‐ubuntu‐11‐04/ (http:// ezlx. de/ b2n2)<br />

LibreOffice 3.3.1 jetzt auch als Box erhältlich<br />

Nach der Veröffentlichung von LibreOffice<br />

3.3.1 [1] hat das von Oracles OpenOffice abggespaltene<br />

Projekt auch die Softwaresammlung<br />

LibreOffice-Box<br />

[2] aktualisiert.<br />

LibreOffice 3.3.1<br />

hatte kurz<br />

nach der ersten<br />

Release<br />

der Software<br />

unter neuer<br />

Flagge für farbige<br />

Icons <strong>und</strong><br />

einige Nachbesserungen<br />

gesorgt. Nun<br />

ist die neue Version Teil<br />

der Sammlung LibreOffice-Box<br />

geworden. Neben den Programmpaketen hat<br />

die deutschsprachige Community Sprachpakete,<br />

Erweiterungen, Wörterbücher, Vorlagen<br />

<strong>und</strong> Dokumentation in das kostenlos verfügbare<br />

DVD-Image gepackt.<br />

Die hinter dem freien Büropaket stehende<br />

Document Fo<strong>und</strong>ation sammelt unterdessen<br />

weiter Spenden. Der Gr<strong>und</strong>stock von 50 000<br />

Euro für eine Stiftung nach deutschem Recht<br />

ist längst erreicht – doch für Domain-Registrierungskosten,<br />

Markenschutz, Unterhalt<br />

der Infrastruktur <strong>und</strong> weitere Posten sei weiter<br />

Geld erwünscht, lässt die Fo<strong>und</strong>ation auf<br />

der Kampagnenseite [3] wissen. (Mathias<br />

Huber/hge)<br />

[1] http:// www. libreoffice. org/ (http:// ezlx. de/ b2n6)<br />

[2] http:// web. libreofficebox. org/ (http:// ezlx. de/ b2n7)<br />

[3] http:// challenge. documentfo<strong>und</strong>ation. org/ warum/<br />

(http:// ezlx. de/ b2n8)<br />

Qt jetzt bei Digia<br />

Qt (gesprochen: „cute“, „niedlich“) ist die<br />

Software-Bibliothek, welche die Basis für das<br />

KDE-Projekt <strong>und</strong> viele andere Linux-Anwendungen<br />

bildet. Das Mobilfunkunternehmen<br />

Nokia verkauft sein Geschäft mit kommerziellen<br />

Lizenzen für das GUI-Toolkit Qt an<br />

den Qt-Spezialisten Digia.<br />

Das hat Sebastian Nyström, Nokias für Meego,<br />

Qt <strong>und</strong> WebKit zuständiger Vice President, im<br />

Unternehmensblog bekanntgegeben. Der Handel<br />

mit Softwarelizenzen gehöre schlicht nicht<br />

zum Kerngeschäft von Nokia, lässt er wissen.<br />

Seit die Qt-Bibliotheken 2009 unter die freie<br />

Lizenz LGPL gestellt wurden, gibt es ein duales<br />

Lizenzmodell, bei dem K<strong>und</strong>en auch kommerzielle<br />

Lizenzen erwerben können. Nach<br />

Nokias Angaben greift darauf besonders die<br />

Luftfahrt- <strong>und</strong> Rüstungsindustrie zurück. Insgesamt<br />

gibt Nokia 3 500 K<strong>und</strong>en im Qt-Lizenzgeschäft<br />

an.<br />

Das Unternehmen Digia mit Hauptsitz in Finnland<br />

gehört bereits seit längerem zu Nokias<br />

Partnernetzwerk [1] <strong>und</strong> bietet zahlreiche<br />

Entwicklungsleistungen sowie Training r<strong>und</strong><br />

um das Qt-Toolkit an. Die Firma bezeichnet<br />

sich sogar als „führend bei Qt-Lösungen <strong>und</strong><br />

-Dienstleistungen“. Mit dem Lizenzgeschäft<br />

übernimmt Digia auch 19 Nokia-Angestellte,<br />

die im Verkauf der Qt-Lizenzen beschäftigt<br />

waren. Digia betont in einem eigenen Blogbeitrag<br />

[2], man wolle Qt weiterentwickeln <strong>und</strong><br />

daneben auch ältere Plattformen mit neuen<br />

Features versorgen, was Nokia nicht auf dem<br />

Plan hatte.<br />

Nokia auf Microsoft-Kurs<br />

Nachdem der Mobilfunkkonzern Nokia in Zukunft<br />

auf Windows Mobile statt Symbian<br />

setzt, befürchten manche Open-Source-Entwickler<br />

auch eine Abkehr von Qt. Nyström<br />

betont in seinem Blogeintrag [3] dagegen, die<br />

Qt-Entwicklung werde vom möglichen Wachstum<br />

das Anwenderkreises profitieren. Allerdings<br />

erwähnt er auch, es sei für die Zukunft<br />

ein „Open Governance Model“ für Qt geplant.<br />

(Mathias Huber/hge)<br />

[1] http:// qt. nokia. com/ services‐partners/ partners/<br />

partner‐directory/ digia (http:// ezlx. de/ b2n10)<br />

[2] http:// www. digia. com/ C2256FEF0043E9C1/ 0/<br />

405002251 (http:// ezlx. de/ b2n11)<br />

[3] http:// blog. qt. nokia. com/ 2011/ 03/ 07/ nokia‐and‐digiaworking‐together/<br />

(http:// ezlx. de/ b2n12)<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

7


AktuELL<br />

News<br />

Gnome 3.0 fast fertig<br />

Mit Version 2.91.90 starten die Gnome-Entwickler<br />

die finale Testphase für Gnome 3.0.<br />

Danach folgen laut Fahrplan [1] noch eine weitere<br />

Beta <strong>und</strong> ein Release Candidate. Für Anfang<br />

April ist die Veröffentlichung des fertigen<br />

Gnome 3.0 geplant. An den Features ändert<br />

sich bis zur finalen<br />

Ausgabe nichts mehr.<br />

Lediglich über eine<br />

Umstellung auf einen<br />

neueren NetworkManager<br />

denkt das Team<br />

noch nach.<br />

Die Website Gnome3.<br />

org [2] informiert<br />

über die Neuigkeiten<br />

im Desktop. Downloads<br />

sind über den<br />

Gnome-FTP-Server [3] möglich. Wer nur einen<br />

Blick riskieren will, findet auch eine ältere<br />

Alphaversion von Gnome 3 als Live-Variante<br />

[4]. (Ulrich Bantle/hge)<br />

[1] http:// live. gnome. org/ TwoPointNinetyone/<br />

(http:// ezlx. de/ b2n18)<br />

[2] http:// gnome3. org/ (http:// ezlx. de/ b2n19)<br />

[3] http:// ftp. gnome. org/ pub/ GNOME/<br />

(http:// ezlx. de/ b2n20)<br />

[4] http:// gnome3. org/ tryit. html (http:// ezlx. de/ b2n21)<br />

Mageia<br />

Mageia [1] ist eine neue Linux-Distribution,<br />

die als so genannter Fork auf Mandriva aufbaut,<br />

aber separat weiter entwickelt wird.<br />

Mitte März ist die zweite Alphaversion von<br />

Mageia erschienen. Zu den über 6 000 Softwarepaketen,<br />

welche die Entwickler zusammengestellt<br />

haben, gehören auch aktuelle<br />

Versionen von KDE <strong>und</strong> LibreOffice.<br />

Laut Roadmap [2] hoffen die Entwickler, im<br />

Juni die erste stabile Version freigeben zu<br />

Linux New Media Awards<br />

Im Open-Source-Forum der CeBIT haben prominente<br />

Laudatoren die Linux New Media<br />

Awards 2011 in sieben Kategorien verliehen.<br />

Dabei erhielt das Debian-Projekt gleich zwei<br />

Trophäen.<br />

Sichtlich gerührt nahm das deutsche Debian-<br />

Projektmitglied Alexander Reichle-Schmehl<br />

zum Abschluss der Verleihung den Preis für<br />

einen „herausragenden Beitrag zu Open<br />

Source / Linux / Free Software“ entgegen.<br />

Der Laudator Karsten Gerloff von der Free<br />

Software Fo<strong>und</strong>ation Europe (FSFE) hatte<br />

das Debian-Projekt zuvor für sein eindeutiges<br />

Bekenntnis zu freier Software gelobt. Die Distribution<br />

installiert in der jüngsten Version<br />

Squeeze standardmäßig einen Linux-Kernel<br />

ganz ohne proprietäre Erweiterungen, etwa<br />

Firmware.<br />

Vorher war das Community-Linux schon als<br />

beste Serverdistribution ausgezeichnet worden.<br />

Peter Ganten vom Bremer Softwarehaus<br />

Univention, dessen Corporate-Server-Produkt<br />

Debian als Basis nutzt, sagte in der Laudatio:<br />

„Debian hat einige Arbeitsweisen in der Open-<br />

Source-Community als Pionier etabliert.“<br />

Erstmals ließ die veranstaltende Linux New<br />

Media AG (Herausgeber von <strong>EasyLinux</strong>) nicht<br />

nur die mehr als 200 internationalen Fachjuroren<br />

aus der Open-Source-Branche abstimmen:<br />

Per Webformular wählten dieses Jahr<br />

die Leser von Zeitschriften wie Linux-Magazin,<br />

Linux Pro Magazine, UbuntuUser, Linux-<br />

User <strong>und</strong> <strong>EasyLinux</strong> ihre liebste Distribution:<br />

Mit Ubuntu <strong>und</strong> seinen Derivaten sprachen sie<br />

sich dabei für ein Betriebssystem aus, das<br />

ebenfalls auf Debian basiert. Henning Eggers<br />

vom Ubuntu-Hersteller Canonical betonte, die<br />

Distribution stehe „auf den Schultern von Giganten<br />

wie Linux, Debian, Gnome <strong>und</strong> vielen<br />

weiteren“.<br />

Tablets mit Linux waren schon im Vorfeld der<br />

CeBIT 2011 ein heißes Thema, <strong>und</strong> so verw<strong>und</strong>ert<br />

es nicht, dass die Juroren ein Gerät<br />

aus dieser Klasse mit dem Titel „Hottest Linux<br />

Device“ schmückten.<br />

Für die beste Applikation für Mobilgeräte gab<br />

es auch einen Award: Dem deutschen Mozilla-<br />

Entwickler Carsten Book wurde der Preis für<br />

Firefox for Mobile (Codename „Fennec“) überreicht.<br />

In seiner Laudatio bemerkte Linux-Magazin-Chefredakteur<br />

Jan Kleinert, mit Android<br />

sei Linux von Anfang an bei den Smartphones<br />

dabei, <strong>und</strong> auch Open-Source-Software lasse<br />

sich aus den App Stores installieren.<br />

Der Mainframe-Linux-Entwickler Karl-Heinz<br />

Strassemeyer von IBM übergab den Award in<br />

der Kategorie „Beste Open-Source-Lösung für<br />

Cloud Computing <strong>und</strong> Virtualisierung“. Die<br />

Auszeichnung ging an KVM, die virtuelle Maschine<br />

des Linux-Kernels. Stellvertretend für<br />

Kernel-Entwickler wie Avi Kivity <strong>und</strong> Marcelo<br />

Tosatti empfingen Kevin Wolf <strong>und</strong> Markus<br />

Armbruster von Red Hats KVM-Abteilung<br />

den Preis.<br />

Als innovativstes Open-Source-Projekt wurde<br />

das Dateisystem Btrfs ausgezeichnet. Jon<br />

„Maddog“ Hall von Linux International erzählte<br />

in seiner Laudatio, vor r<strong>und</strong> 40 Jahren<br />

habe er die erste Festplatte benutzt. „Dateisysteme<br />

gab es damals noch nicht, aber was Btrfs<br />

kann, ist großartig.“ Für den Hauptentwickler<br />

Chris Mason nahm ein Vertreter seines Arbeitgebers<br />

Oracle die Auszeichnung entgegen,<br />

nicht ohne die übergreifende Zusammenarbeit<br />

mit Novell, Red Hat, Intel <strong>und</strong> anderen zu<br />

würdigen. (Mathias Huber/hge)<br />

können. Warum es Mageia überhaupt gibt, erläutert<br />

das Team auf der Projektseite [3].<br />

(Hans-Georg Eßer/hge)<br />

[1] http:// www. mageia. org/ de/ (http:// ezlx. de/ b2n23)<br />

[2] http:// www. mageia. org/ wiki/ doku. php? id=iso_1_<br />

specifications (http:// ezlx. de/ b2n24)<br />

[3] http:// www. mageia. org/ de/ # announce<br />

(http://ezlx. de/ b2n25)<br />

8 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


News<br />

AktuELL<br />

Kanotix-Version 2011-03 („Hellfire“) ist fertig<br />

Kanotix ist – wie Ubuntu <strong>und</strong> Knoppix – eine<br />

Linux-Distribution auf Debian-Basis, hat aber<br />

den Anspruch, eine aktuellere Software-Ausstattung<br />

zu bieten. Anfang März ist Version<br />

2011-03 erschienen.<br />

Die Release mit dem Codenamen „Hellfire“<br />

basiert auf der stabilen Debian-Version 6.0<br />

(„Squeeze“) samt Security-Updates. Der<br />

Kernel in Version 2.6.38-rc6 stammt allerdings<br />

von Ubuntu. Als Bootmanager kommt<br />

Grub 2 zum Einsatz; der Treiber Ntfs-3g, der<br />

den lesenden <strong>und</strong> schreibenden Zugriff auf<br />

NTFS-Partitionen von Windows erlaubt, ist<br />

in Version 2011.1.15 dabei. Als Desktopumgebung<br />

dient KDE 4.4.5 mit neuem Kanotix-<br />

Branding. Unter den Anwendungen sticht das<br />

brandneue LibreOffice 3.3.1 hervor. Daneben<br />

sind mit dem Browser Iceweasel 3.5.16 <strong>und</strong><br />

dem Mailprogramm Icedove 3.0.11 die Debian-Ausgaben<br />

der Mozilla-Programme<br />

Firefox <strong>und</strong> Th<strong>und</strong>erbird dabei.<br />

Vom Entwickler Jörg Schirottke (genannt<br />

Kano) selbst stammen Skripte, die Nvidia<strong>und</strong><br />

ATI-Grafikkartentreiber sowie Flash installieren,<br />

Anleitungen gibt es im Kanotix-Forum<br />

[1].<br />

Die neue Kanotix-Release steht als ISO-DVD-<br />

Image <strong>und</strong> USB-Stick in 32- <strong>und</strong> 64-Bit-Varianten<br />

zum Download bereit [2]. (Mathias<br />

Huber/Hans-Georg Eßer/hge)<br />

[1] http:// www. kanotix. com/ PNphpBB2‐viewtopic‐t‐<br />

26283. html (http:// ezlx. de/ b2n13)<br />

[2] http:// www. kanotix. com/ Article245. html<br />

(http:// ezlx. de/ b2n14)<br />

1. Lernen Sie!<br />

Ja, ã training-on-the-jobÒ , oft praktiziert, aber nicht<br />

Ÿ berzeugend. Denn die Kollegen haben nie Zeit<br />

fŸ r echte ErklŠ rungen, au§ erdem werden ã NeueÒ<br />

sofort von dem vereinnahmt, was im Unternehmen<br />

schon seit Ewigkeiten tradiert wird. Warum gibt's<br />

seit 2000 Jahren Schulen <strong>und</strong> UniversitŠ ten?<br />

ã LERNENÒ ist eine vollwertige TŠ tigkeit, auf die<br />

man sich konzentrieren mu§ , die man nicht 'mal<br />

eben so nebenbei tun kann, <strong>und</strong> die immer auch<br />

eine Prise ã ErneuerungÒ beinhalten sollte!<br />

2. Ineffiziente Arbeit nicht akzeptieren!<br />

Je spezialisierter Sie arbeiten, desto weniger<br />

echte, fachliche Kollegen haben Sie in Ihrem eigenen<br />

Unternehmen. Wir stellen deshalb Gruppen<br />

zusammen, in denen Sie neben hilfsbereiten<br />

Kollegen mit Š hnlichen Kenntnissen an IHREM<br />

Projekt arbeiten. Und stŠ ndig ist ein fachlicher Berater<br />

anwesend.<br />

ã Guided CoworkingÒ nennen wir das, <strong>und</strong> es<br />

kš nnte DIE Lš sung fŸ r so manches Projekt sein,<br />

das in Ihrer Firma ã haktÒ .<br />

3. Hintergr<strong>und</strong><br />

Wer den riesigen OpenSource-Baukasten schnell<br />

beherrschen mu§ , geht zu einer unserer Ÿ ber 100<br />

Schulungen. Wer das bereits kann, aber schneller<br />

mit seinen Projekten vorankommen will, der<br />

kommt mit seiner Arbeit zum Guided Coworking.<br />

Wir sind eine der erfolgreichsten Schulungseinrichtungen<br />

im gesamten Bereich ã OpenSourceÒ<br />

- sowohl fŸ r Admins, als auch fŸ r Entwickler.<br />

Siehe www.linuxhotel.de<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

9


AktuELL<br />

News<br />

<strong>EasyLinux</strong> im PDF-Format<br />

Die Linux New Media AG bietet ab sofort<br />

sämtliche deutschsprachigen Magazine auch<br />

im PDF-Format zum Download an. Das hilft<br />

Lesern, die <strong>EasyLinux</strong>, LinuxUser, Ubuntu-<br />

User & Co. in digitaler Form lesen möchten.<br />

Die DigiSubs [1] sind preislich im Bereich der<br />

No-Media-Abos angesiedelt. So kostet das LinuxUser-Jahresabo<br />

im PDF-Format 56,10 Euro<br />

(12 Ausgaben), das <strong>EasyLinux</strong>-Jahresabo kostet<br />

29,95 Euro <strong>und</strong> UbuntuUser 24,20 Euro in<br />

der digitalen Ausgabe. Ebenfalls über die Linux-Community<br />

ist neu das digitale Abo des<br />

Admin-Magazins erreichbar. Es kostet 44,90<br />

Euro pro Jahr (6 Ausgaben).<br />

Wer bereits ein Print-Abo besitzt <strong>und</strong> zusätzlich<br />

alle Artikel auch im PDF-Format lesen<br />

möchte, erhält die DigiSub bereits für 1 Euro<br />

pro Heft. Somit kostet der digitale Zusatz zum<br />

Print-Abo beim LinuxUser 12 Euro, beim Admin-Magazin<br />

6 Euro <strong>und</strong> bei <strong>EasyLinux</strong> <strong>und</strong><br />

UbuntuUser lediglich 4 Euro pro Jahr.<br />

Alle digitalen Abos sind über unseren neuen<br />

Shop erreichbar. Den Zugang zu den gekauften<br />

PDFs finden Sie zentral über die Linux-<br />

Community unter Archiv / DigiSubs [2].<br />

Das bisherige Community-Abo [3] von Easy-<br />

Linux <strong>und</strong> LinuxUser bleibt weiterhin bestehen.<br />

Im Unterschied zu den neuen DigiSubs,<br />

die beim Erscheinen einer neuen Ausgabe<br />

sämtliche Artikel im Heft-Layout als PDF-Dateien<br />

bereitstellen, bietet das Community-Abo<br />

sofortigen Zugriff im HTML-Format auf fertige<br />

Artikel. Das Community-Abo gibt es hingegen<br />

weiterhin nur als Zusatz zum Print-Abo, Digi-<br />

Subs lassen sich auch ohne Print-Abo bestellen.<br />

(Marcel Hilzinger/hge)<br />

[1] http:// eshop. linuxnewmedia. de/ zeitschriften. html<br />

(http:// ezlx. de/ b2n15)<br />

[2] http:// www. linux‐community. de/ Archiv/ DigiSubs<br />

(http:// ezlx. de/ b2n16)<br />

[3] http:// www. linux‐community. de/ Community‐Abo<br />

(http:// ezlx. de/ b2n17)<br />

LaTeX-Editor mit Tabs <strong>und</strong> Folding<br />

Texmaker [1], ein Editor für das Textsatzprogramm<br />

LaTeX [2], ist in Version 2.3 mit neuen<br />

Features erhältlich. Der Editor beherrscht nun<br />

kontextsensitives Einklappen: Steht der Cursor<br />

in der ersten Zeile eines Kapitels, Abschnitts<br />

oder sonstigen Blocks, lässt sich der<br />

gesamte Block per Mausklick verbergen. Außerdem<br />

aktualisiert die Anwendung nun die<br />

Strukturansicht eines Dokuments dynamisch,<br />

während der Benutzer<br />

Text eingibt.<br />

Die automatische<br />

Vervollständigung<br />

funktioniert auch<br />

für Zitate aus Quellen,<br />

die in BibTeX-<br />

Dateien verzeichnet sind. Bewegliche Editortabs,<br />

ein Button zum Umschalten zwischen<br />

einzelnen Dateien <strong>und</strong> dem Master-Dokument<br />

sowie Warnungen bei falschen Encoding-Einstellungen<br />

sorgen für mehr Benutzerfre<strong>und</strong>lichkeit.<br />

Weitere verbesserte Details sind im<br />

Changelog nachzulesen [3].<br />

Ratings & Reviews in Ubuntu 11.04<br />

Die Open-Source-Anwendung läuft unter<br />

Linux, Windows <strong>und</strong> Mac OS X. Texmaker<br />

besitzt einen Unicode-Editor, bietet Code-Vervollständigung,<br />

Rechtschreibprüfung, einen<br />

integrierten PDF-Betrachter sowie zahlreiche<br />

Wizards <strong>und</strong> Eingabehilfen. Die LaTeX-Fehlermeldungen<br />

sind mit den entsprechenden<br />

Stellen im Quelltext verknüpft.<br />

Texmaker ist GPL-lizenziert <strong>und</strong> steht als<br />

RPM- <strong>und</strong> Debian-<br />

Paket in 32 <strong>und</strong> 64<br />

Bit zum Download<br />

bereit. Im Angebot<br />

sind auch eine portable<br />

Linux-Version,<br />

die vom USB-<br />

Stick läuft, sowie Binärdateien für Windows<br />

<strong>und</strong> Intel-Macs. (Mathias Huber/hge)<br />

[1] http:// www. xm1math. net/ texmaker/<br />

(http:// ezlx. de/ b2n3)<br />

[2] http:// www. latex‐project. org/ (http:// ezlx. de/ b2n4)<br />

[3] http:// www. xm1math. net/ texmaker/ log. html<br />

(http:// ezlx. de/ b2n5)<br />

Ubuntu 11.04 („Natty Narwhal“) entwickelt<br />

sich. Zu den großen Baustellen im neuen<br />

Ubuntu 11.04 gehört der Paketmanager, den<br />

die Entwickler benutzerfre<strong>und</strong>licher<br />

gestalten wollen. Unter anderem<br />

will ein neues Feature namens<br />

„Reviews & Ratings“ das geballte<br />

Wissen der zahlreichen<br />

Ubuntu-Nutzer nutzen, um<br />

Software mit Sternchen <strong>und</strong><br />

Kommentaren zu beurteilen.<br />

Es wird in Ubuntu 11.04 nicht nur<br />

möglich sein, die Qualität eines Programms<br />

zu beurteilen. In Form von Kommentaren<br />

lassen sich auch ausführliche Stellungnahmen<br />

verfassen. Kommentare ohne inhaltliche<br />

Relevanz kann man dabei als „inapproriate“<br />

(„unangemessen“) melden. Der Software-<br />

Center-Entwickler Michael Vogt sagte,<br />

dass die Community das neue Feature<br />

sehr gut annehme.Wer es<br />

selbst ausprobieren will, kann<br />

sich die dritte Alphaversion<br />

von Ubuntu 11.04 herunterladen<br />

[1]. Es handelt sich aber<br />

um eine Testversion, die man<br />

nicht in Produktivumgebungen<br />

nutzen sollte. (Kristian Kißling /hge)<br />

[1] http:// www. ubuntu. com/ testing/ natty/ alpha3 (http://<br />

ezlx. de/ b2n9)<br />

Th<strong>und</strong>erbird benutzerfre<strong>und</strong>lich?<br />

Mit einem Test versucht Canonical, den Problemen<br />

der Nutzer mit dem Mailprogramm<br />

Th<strong>und</strong>erbird unter Ubuntu auf die Spur zu<br />

kommen: Canonicals Designteam hat den Mozilla-Mailclient<br />

einem Usability-Test unter Laborbedingungen<br />

unterzogen. Elf Testpersonen<br />

haben sich an vordefinierten Aufgaben versucht.<br />

Die ausgewählten Tester waren Mac<strong>und</strong><br />

Windows-Nutzer ohne Linux-Kenntnisse,<br />

Alter <strong>und</strong> Geschlecht variierten. Die Testplattformen<br />

bestanden aus einem Ubuntu Maverick<br />

mit der Oberfläche Unity. Zwei Testaccounts<br />

wurden im Vorfeld mit Mails gefüllt. Es galt jeweils,<br />

Th<strong>und</strong>erbird zu installieren, ein Konto<br />

einzurichten <strong>und</strong> dann einige typische Aufgaben<br />

zu erfüllen, etwa Filter zu definieren oder<br />

nach Mails zu suchen.<br />

Die Nutzer zeigten sich von diversen Th<strong>und</strong>erbird-Eigenschaften<br />

begeistert. Probleme<br />

bereiteten dagegen das Anlegen von Ordnern,<br />

das Definieren von Filtern <strong>und</strong> der Umgang<br />

mit Attachments. Ein echter Showstopper<br />

war, dass die Tester das Programm nach der<br />

Installation nicht finden konnten.<br />

Methodik <strong>und</strong> Resultate der Nutzertests sind<br />

(in englischer Sprache) im<br />

Canonical-Lab-Blog [1]<br />

nachzulesen. (Ulrich<br />

Bantle/hge)<br />

[1] http:// design. canonical.<br />

com/ 2011/ 02/ th<strong>und</strong>erbird<br />

‐in‐the‐usability‐lab/<br />

(http:// ezlx. de/ b2n22)<br />

10 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


1&1 WEBHOSTING<br />

„1&1 WebHosting bietet uns zahlreiche<br />

Inklusiv-Features, die unsere<br />

Homepage noch informativer <strong>und</strong><br />

erfolgreicher machen. Für uns ist<br />

1&1 der perfekte Partner.“<br />

Markus Fügenschuh<br />

www.skischule-ostrachtal.de<br />

PROFESSIONELLE<br />

HOMEPAGE<br />

1&1, der größte Webhoster weltweit,<br />

garantiert beste Hosting-Qualität <strong>und</strong><br />

wertvolle Inklusiv-Features:<br />

.de .com<br />

.net<br />

php<br />

.eu<br />

Inklusiv-Domains!<br />

Ihre perfekte Internet-Adresse: Sie<br />

können aus .de, .at, .info, .com, .net,<br />

.org, .biz <strong>und</strong> .eu wählen.<br />

Ausgabe 05/2011<br />

Mehr Webspace!<br />

Selbst für aufwändige Website-Projekte bieten Ihnen<br />

unsere Pakete ausreichend Webspace.<br />

Webdesign-Software!<br />

Adobe ® Dreamweaver ® CS4 <strong>und</strong> NetObjects Fusion ®<br />

dienen als optimale Basis für hochwertiges Webdesign,<br />

sogar optimiert für die Ausgabe auf mobilen Endgeräten.<br />

Entwickler-Tools<br />

PHP6 (beta), Zend Framework, Versionsmanagement<br />

(git), Cron Jobs <strong>und</strong> Shell-Zugang bieten die perfekte<br />

Spielwiese für professionelle Webdesigner.<br />

Grüne Rechenzentren!<br />

Ihre Daten liegen sicher in unseren Hochleistungs-Rechenzentren,<br />

die mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben<br />

werden. Das spart 30.000 Tonnen CO ²<br />

pro Jahr.<br />

1&1 HOMEPAGE-PAKETE<br />

6 MONATE FÜR<br />

z. B. 1&1 HOMEPAGE PERFECT<br />

■ 2 Inklusiv-Domains<br />

■ 4 GB Webspace<br />

■ U N L I M I T E DTr a f fi c<br />

■ 5 MySQL-Datenbanken<br />

■ Zend Framework<br />

■ PHP6 (beta), PHP5<br />

■ Perl, Python<br />

■ SSI<br />

■ NetObjects Fusion ® 1&1 Edition<br />

■ Google Sitemaps<br />

■ 24/7 Profi-Hotline<br />

■ uvm.<br />

6, 99<br />

€/Monat*<br />

0,–€/Monat<br />

danach ab<br />

6,99 €/Monat *<br />

AKTION NUR BIS 30.04.2011!<br />

0,–€/Monat*<br />

6 Monate 0,– €, danach<br />

nur 6,99 €/Monat.*<br />

Weitere sensationelle Angebote,<br />

z. B. .de, .info Domains 1 Jahr für<br />

0,29 €/Monat * , im Internet.<br />

Jetzt informieren<br />

<strong>und</strong> bestellen:<br />

0 26 02 / 96 91<br />

0800 / 100 668<br />

www.1<strong>und</strong>1.info<br />

* Ausgewählte 1&1 Homepage-Pakete z.B. 1&1 Homepage Perfect 6 Monate für 0,– €/Monat, danach 6,99 €/Monat. Einmalige Einrichtungsgebühr 9,60 €. .info <strong>und</strong> .de Domain 0,29 €/Monat im ersten Jahr<br />

(danach .de Domain 0,49 €/Monat, .info Domain 1,99 €/Monat), keine Einrichtungsgebühr. 12 Monate Mindestvertragslaufzeit. Preise inkl. MwSt.


AktuELL<br />

Neue Software<br />

Neue Software<br />

Im Quartalsrhythmus erscheinen viele Programme in neuer Version.<br />

Eine Auswahl stellen wir regelmäßig vor, <strong>und</strong> auf der Heft-DVD<br />

finden Sie die passenden Pakete <strong>und</strong> Installationshinweise.<br />

Google Chrome 10<br />

Kaum acht Monate nach Erscheinen der Version<br />

6 schiebt Google nun die zehnte Release<br />

des flinken Webbrowsers nach.<br />

✰ ✰ ✰ ✰ ✰<br />

Während Firefox 4 bei Erscheinen dieser Ausgabe<br />

nach schier endloser Entwicklungszeit<br />

von beinahe drei Jahren endlich verfügbar<br />

sein sollte, schlackert mancher Beobachter angesichts<br />

der Entwicklungsgeschwindigkeit von<br />

Googles hauseigenem Browser Chrome [1] mit<br />

den Ohren. War vor einem halben Jahr gerade<br />

noch Version 6 aktuell, steht der Zähler zwischenzeitlich<br />

auf 10. Was hat sich in den letzten<br />

Releases getan?<br />

Abb. 1: Zur Demonstration der Leistungsfähigkeit des<br />

neuen Standards HtML5 liefert Google seinen Browser<br />

mit zwei darauf basierenden Spielen aus.<br />

Ein Release alle anderthalb Monate<br />

Chrome 7 stand ganz im Zeichen von HTML5.<br />

Der neue Standard für Webseiten, der zwar<br />

schon seit einigen Jahren existiert, bisher aber<br />

praktisch kaum Beachtung fand, ist eines von<br />

Googles großen Anliegen. Denn er soll viele<br />

Web-2.0-Funktionen, die bisher Zusatztools<br />

übernahmen, ab Werk unterstützen. Der klassische<br />

Videoplayer, wie Sie ihn vielleicht von<br />

YouTube her kennen, ist dafür ein gutes Beispiel:<br />

Bisher waren solche Videos fast immer<br />

in einen Flash Player eingebettet. In HTML5<br />

soll damit Schluss sein: Es bringt einen eigenen<br />

Videostandard mit <strong>und</strong> bietet auch entsprechende<br />

Abspielfunktionen, die den Flash<br />

Player überflüssig machen. In Chrome 7 optimierten<br />

die Google-Entwickler die Umsetzung<br />

von HTML5. Außerdem halfen sie der JavaScript-Implementierung<br />

in Sachen Performance<br />

auf die Sprünge <strong>und</strong> erleichterten dem<br />

Anwender das Blockieren von Cookies.<br />

Chrome 8 zur Fehlerkorrektur<br />

Die knapp eineinhalb Monate später erschienene<br />

Version 8 brachte auf allen Plattformen<br />

den integrierten PDF-Viewer. Dieser arbeitet<br />

wesentlich schneller als die meisten externen<br />

PDF-Betrachter <strong>und</strong> ermöglicht auf aktueller<br />

Hardware das Öffnen von PDF-Dateien in<br />

wenigen Sek<strong>und</strong>en.<br />

Sehr nützlich ist auch der Konfigurationsdialog<br />

für Features, die Google als experimentell<br />

ausweist. In Version 8 oder jünger öffnet die<br />

Eingabe von about:flags in die Adressleiste<br />

diese Funktionen im Browser. Es sei jedoch<br />

davor gewarnt, hier zu viel zu verändern, da<br />

andernfalls die Gefahr besteht, dass der<br />

Browser langsam oder instabil<br />

wird. Das betrifft insbesondere<br />

die 3-D- sowie die OpenGL-<br />

Funktionen.<br />

Chrome 9: Nummer sicher<br />

Auffälligste Neuerung bei der<br />

Version 9 waren die Verbesserungen<br />

hinsichtlich des Flash<br />

Players. Google aktualisierte<br />

die mit Chrome zusammen<br />

ausgelieferte Version auf 10.2<br />

<strong>und</strong> verbannte das Plug-in außerdem<br />

eine eigene Sandbox.<br />

In der IT bezeichnet eine solche<br />

eine quasi-virtuelle Umgebung,<br />

innerhalb derer die –<br />

meist sicherheitskritische –<br />

Komponente startet. Hintergr<strong>und</strong> ist, ihren<br />

Zugriff auf andere Ressourcen zu beschränken<br />

um im Falle eines Einbruchs durch diese Komponente<br />

den Schaden zu minimieren. Wer also<br />

über das Flash-Plug-in einbricht, kommt aus<br />

dem Browser trotzdem nicht heraus <strong>und</strong> kann<br />

somit auch nicht auf andere Ressourcen auf<br />

dem System zugreifen.<br />

Chrome 10<br />

Diese Version enthält einerseits eine Druckvorschau<br />

<strong>und</strong> andererseits viele Detailverbesserungen.<br />

HTML5 bekommt durch eine neue<br />

WebKit-Version erneut Aufwind, <strong>und</strong> sämtliche<br />

Einstellungen bewerkstelligen Sie in dieser<br />

Version über Tabs. Zwei in HTML5 programmierte<br />

Spiele (Abbildung 1) sollen Ihnen<br />

zudem den neuen Webstandard näherbringen.<br />

Darüber hinaus lässt sich Googles Synchronisationsfeature<br />

nun besser als bisher durch<br />

Passwörter schützen.<br />

n<br />

DiE REDAktion MEint<br />

Google Chrome ist ein hochwertiger Webbrowser,<br />

der mit jeder neuen Version zu<br />

überraschen weiß. Verglichen mit dem<br />

Platzhirsch Firefox ist Chrome noch immer<br />

spürbar schneller, diversen Benchmarks<br />

zufolge in einigen Bereichen sogar um den<br />

Faktor 10. Wenn Sie bereits Chrome nutzen,<br />

erhalten Sie im Rahmen der Updates<br />

für Ihr System automatisch die aktuellsten<br />

Versionen des Browsers frei Haus auf den<br />

Rechner. Alternativ installieren Sie ihn am<br />

einfachsten über die Heft-DVD oder laden<br />

ihn von Google herunter.<br />

Infos<br />

[1] Google Chrome: http:// www. google.<br />

com/ chrome/ (http:// ezlx. de/ b2o1)<br />

Software zum Artikel auf DVD:<br />

Google Chrome<br />

12 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


Neue Software<br />

AktuELL<br />

KompoZer: HTML-Layout leicht gemacht<br />

Der WYSIWYG-HTML-Editor KompoZer erlaubt<br />

auch dem unerfahrenen Anwender, mit wenigen<br />

Mausklicks eine ansprechende Webseite zu<br />

erstellen. Der integrierte CSS-Editor macht das<br />

Tool darüber hinaus auch für versiertere Nutzer<br />

interessant, <strong>und</strong> ein FTP-Client r<strong>und</strong>et die<br />

Feature-Liste ab.<br />

✰ ✰ ✰ ✰ ✰<br />

Web 2.0 ebnet der Interaktion im Internet den<br />

Weg <strong>und</strong> macht es zum Mitmachnetz: Moderne<br />

Webprojekte leben davon, dass die Besucher<br />

sich aktiv am Geschehen beteiligen.<br />

Wenn Sie eine eigene Homepage betreiben<br />

möchten, die Ihren Besuchern Informationen<br />

über ihre Inhalte liefert, genügt zumindest am<br />

Anfang in aller Regel statisches HTML ohne<br />

dynamische Spielereien wie CMS, Forum oder<br />

Blog. Der WYSIWYG-HTML-Editor KompoZer<br />

[2] ermöglicht es Ihnen, schnell <strong>und</strong> unkompliziert<br />

solche Seiten zu erstellen, <strong>und</strong> bietet<br />

daneben noch eine reichhaltige Auswahl an<br />

Zusatzfunktionen, die dem engagierten Webdesigner<br />

das Leben erleichtern.<br />

Sie bekommen, was Sie sehen<br />

Ein Programm namens KompoZer würden die<br />

meisten wohl im Lager der KDE-Programme<br />

vermuten. Doch weit gefehlt: Die Applikation<br />

basiert auf der GTK-Bibliothek <strong>und</strong> gehört somit<br />

im Kern zur Gnome-Desktopumgebung.<br />

Überdies stellt das Projekt die Software auch<br />

für andere Systeme wie Windows <strong>und</strong> Mac<br />

OS X zum Download bereit.<br />

Das Programmfenster besteht aus mehreren<br />

Elementen. Links sehen Sie in einer Baumdarstellung<br />

alle Dateien <strong>und</strong> Ordner, die zum Projekt<br />

gehören, das Sie gerade bearbeiten. Im<br />

oberen Teil des Programmfensters befinden<br />

sich die Werkzeugleisten, wie Sie sie vermutlich<br />

auch von anderen Programmen her kennen.<br />

Diese ermöglichen den schnellen Zugriff<br />

auf die wichtigsten Funktionen des Programms.<br />

Den größten Teil des Fensters nimmt<br />

das <strong>Vorschau</strong>fenster für sich in Anspruch.<br />

KompoZer ist ein typischer WYSIWYG-Editor.<br />

Die kryptische Abkürzung steht für „what you<br />

see is what you get“, was so viel bedeutet wie<br />

„so, wie es beim Bearbeiten aussieht, ist es<br />

auch danach“ (Abbildung 2).<br />

Gemeint ist, dass Sie nicht umständlich mit<br />

dem teils kryptischen Quelltext einer HTML-<br />

Seite arbeiten müssen, sondern auf der Oberfläche,<br />

wie sie später der Browser darstellt,<br />

Ihre Änderungen vornehmen. Ziehen Sie es<br />

vor, Modifikationen direkt am Quelltext vorzunhemen,<br />

klicken Sie auf den Reiter Source<br />

am unteren Ende des Hauptfensters. Danach<br />

erscheint die Seite im Textformat, welche die<br />

verschiedenen HTML-Tags farblich hervorhebt<br />

<strong>und</strong> thematisch gruppiert. Wählen Sie stattdessen<br />

Split, teilt sich das Fenster in zwei Bereiche.<br />

Während der obere die <strong>Vorschau</strong> anzeigt,<br />

sehen Sie im unteren den Quelltext.<br />

Optionenvielfalt<br />

So gut das Hauptfenster strukturiert ist, so<br />

umfangreich sind die Funktionen, die sich in<br />

den Menüs verbergen. Alleine die Beschreibung<br />

sämtlicher Einträge im Format-Menü<br />

würde einen eigenen Artikel füllen. Die vielen<br />

Funktionen belegen aber auch die Flexibilität<br />

der Software, die auch versierteren Anwendern<br />

durchaus gerecht wird. Einsteiger benötigen<br />

jedoch entsprechend eine gewisse Vorlaufzeit,<br />

um sich mit allen Schaltern <strong>und</strong> Modulen<br />

der Software vertraut zu machen. Für<br />

die schnelle Website zwischendurch eignet<br />

sich das Werkzeug deswegen nur bedingt.<br />

Wer diese Lernhürde aber meistert, findet in<br />

KompoZer ein funktionsreiches Programm,<br />

das per Mausklick zusammengestellte Elemente<br />

tatsächlich in eine fertige HTML-Website<br />

exportiert. Diese muss sogar die Überprüfung<br />

nach W3-Standards nicht fürchten, denn<br />

die Software hält diese strikt ein.<br />

Wohin damit?<br />

Nach dem Anlegen der Webseite <strong>und</strong> aller Elemente<br />

gilt es, das Projekt ins Web zu stellen.<br />

KompoZer bringt dafür einen FTP-Client mit,<br />

der Sie direkt mit dem FTP-Server Ihres Webhosters<br />

verbindet. Im Anschluss daran laden<br />

Sie die benötigten Dateien direkt aus Kompo-<br />

Zer auf den Webserver <strong>und</strong> können so schon<br />

kurze Zeit später die neue Homepage online<br />

sehen. Der integrierte FTP-Client erweist sich<br />

in der täglichen Arbeit als hilfreicher, als es im<br />

ersten Augenblick aussehen mag, denn er erspart<br />

nicht nur viel Klickarbeit beim Wechsel<br />

zwischen KompoZer <strong>und</strong> einem externen FTP-<br />

Client, sondern ist auch in der Lage, mehrere<br />

Accounts zu verwalten.<br />

n<br />

Infos<br />

[2] KompoZer: http:// kompozer‐web. de/<br />

(http:// ezlx. de/ b2o4)<br />

Software zum Artikel auf DVD:<br />

KompoZer<br />

DiE REDAktion MEint<br />

Abb. 2: Der WYSiWYG-HtML-Editor kompoZer zeigt schon während des Entwurfs, wie<br />

das fertige Layout später im netz aussehen wird.<br />

Kompozer ist ein hilfreiches Werkzeug zum<br />

Erstellen von Webseiten <strong>und</strong> gewährt Ihnen<br />

eine Menge Einstellungsmöglichkeiten. Die<br />

Optionenvielfalt erkauft sich das Programm<br />

mit einer vergleichsweise hohen Komplexität,<br />

die eine Eingewöhnungsphase erfordert.<br />

Das Programm beherrscht HTML4<br />

<strong>und</strong> hält dessen Standards ein. Der in das<br />

Programm integrierte FTP-Client erweist<br />

sich als nützlich.<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

13


AktuELL<br />

Neue Software<br />

Gmerlin: Der multimediale Tausendsasa<br />

Wer Gmerlin als einen weiteren Multimediaplayer<br />

in der langen Liste der Programme, die<br />

es in dieser Kategorie für Linux gibt, sieht, der<br />

irrt. In der Praxis erweist er sich nämlich als<br />

wahrer Alleskönner.<br />

✰ ✰ ✰ ✰ ✰<br />

Programme zur Wiedergabe von Audio- <strong>und</strong><br />

Videodateien existieren für Linux wie Sand am<br />

Meer. Im großen „Toolkuchen“ gibt es allerdings<br />

einige Rosinen: Eine davon heißt Gmerlin.<br />

Dabei handelt es sich nicht um ein einzelnes<br />

Programm, sondern um eine Toolsammlung<br />

– die Autoren bezeichnen das Sammelsurium<br />

etwas hochtrabend als Multimedia-<br />

Framework. Worin liegen die Unterschiede zu<br />

Xine, MPlayer <strong>und</strong> Co.?<br />

Ein Player, ein Transcoder <strong>und</strong> viel<br />

Schnickschnack<br />

Gmerlin [3] basiert auf mehreren, ineinander<br />

verzahnten Bibliotheken. Sie bilden die Gr<strong>und</strong>lage<br />

für alle Gmerlin-Programme – die beiden<br />

wichtigsten davon sind der Gmerlin Player<br />

<strong>und</strong> der Transcoder.<br />

Die Applikation eignet sich zur Wiedergabe<br />

nahezu sämtlicher Video- <strong>und</strong> Audioinhalte,<br />

da sie praktisch alle gängigen Formate unterstützt<br />

(Abbildung 1). Dazu gehören das AVI-<br />

Container-Format sowie die diversen Videoformate<br />

von Apple <strong>und</strong> Microsoft. Darüber hinaus<br />

beherrscht Gmerlin auch den Umgang<br />

mit den Klassikern wie MPEG-2 oder MPEG-4.<br />

Auch in Sachen Ton versteckt sich Gmerlin<br />

nicht hinter der Konkurrenz. MP3 <strong>und</strong> WAV<br />

gehören genauso zum Repertoire wie ausgefallene<br />

Formate. Für die Codec-Unterstützung<br />

zeichnet sich das Avcodec-Plug-in der Gmerlin-Bibliotheken<br />

verantwortlich, das seinerseits<br />

auf FFmpeg zurückgreift. Entsprechend<br />

unterstützt das Tool alle von FFmpeg zur Verfügung<br />

gestellten Formate.<br />

Übersichtlichkeit<br />

Sie starten das Wiedergabefenster des Programms<br />

über das Menü unter Multimedia /<br />

Video-Wiedergabe / Gmerlin Player. Es besteht<br />

aus zwei Teilen. Links sehen Sie eine Baumansicht<br />

verfügbarer Medienquellen. Der rechte<br />

Teil des Fensters zeigt die Inhalte der links<br />

ausgewählten Dateien an. Das Programm unterstützt<br />

nicht nur Videodateien von der Festplatte,<br />

sondern auch Wechseldatenträger.<br />

Wenn Sie beispielsweise eine SVCD oder DVD<br />

in Ihr DVD-Laufwerk einlegen, zeigt Gmerlin<br />

sie an <strong>und</strong> bietet Ihnen an, deren Inhalt wiederzugeben.<br />

Ein Doppelklick auf einen Eintrag<br />

in einer Playliste startet das Abspielen in<br />

einem externen Fenster.<br />

Die Playliste erlaubt das Aufteilen des rechten<br />

Fensterteils in mehrere Tabs, ähnlich wie in<br />

Webbrowsern. Das eröffnet Ihnen die Möglichkeit,<br />

Playlisten wesentlich besser zu sortieren.<br />

Denn wenn Sie eine andere Playliste als<br />

die gerade geöffnete benutzen möchten, öffnen<br />

Sie diese einfach in einem neuen Reiter.<br />

In einem zweiten Fensterchen befinden sich<br />

die typischen Elemente zum Steuern der Wiedergabe,<br />

etwa der Play- oder Pause-Knopf.<br />

Seine Aufgaben als Wiedergabewerkzeug erledigt<br />

Gmerlin Player im Test erwartungsgemäß<br />

souverän <strong>und</strong> leistet sich auch bei seltenen Videoformaten<br />

keine Ausfälle.<br />

Das Programm bietet Ihnen ferner an, die Optik<br />

des Fensters mit diversen, auf der Herstellerhomepage<br />

verfügbaren Themes aufzupolieren<br />

<strong>und</strong> an Ihren persönlichen Geschmack anzupassen.<br />

Neben dem Player besitzt die Applikation<br />

auch ein Transcoder-Modul. Das Wort<br />

„transcode“ meint wörtlich übersetzt „umschlüsseln“<br />

– praktisch geht es darum, Videoquellen<br />

von einem Format in ein anderes umzuwandeln,<br />

beispielsweise eine Video-DVD in<br />

eine AVI-Datei.<br />

Gimmicks<br />

Nicht unerwähnt sollen an dieser Stelle einige<br />

Gimmicks bleiben, zum Beispiel ein Werkzeug,<br />

mit dem Sie die Ein- <strong>und</strong> Ausgänge Ihrer<br />

So<strong>und</strong>karte verwalten (Mixer), sowie ein Tool<br />

namens Camelot, das die Aufnahmen angeschlossener<br />

Webcams zeigt <strong>und</strong> einige Konfigurationsoptionen<br />

bietet. Das Visualisierungswerkzeug<br />

stellt Audio-Streams grafisch dar<br />

<strong>und</strong> sorgt für beeindruckende Farbeffekte<br />

während der Wiedergabe von Musik. n<br />

Infos<br />

[3] Gmerlin: http:// gmerlin. sourceforge.<br />

net/ (http:// ezlx. de/ b2o3)<br />

Software zum Artikel auf DVD:<br />

Gmerlin<br />

DiE REDAktion MEint<br />

Abb. 3: Das Multimedia-Framework Gmerlin gibt nicht nur so gut wie alle gängigen Audio-<br />

<strong>und</strong> Videoformate wieder, sondern transkodiert sie auf Wunsch auch.<br />

Gmerlin <strong>und</strong> seine beiden Bestandteile<br />

(Player <strong>und</strong> Transcoder) erweisen sich als<br />

praktische Helfer beim Wiedergeben <strong>und</strong><br />

Konvertieren von Multimediainhalten. Das<br />

G im Namen verrät, dass es sich um eine<br />

GTK-Applikation handelt. Ein Blick auf<br />

Gmerlin lohnt sich – denn es ersetzt sinnvoll<br />

Bastellösungen <strong>und</strong> bietet ein Multimedia-Erlebnis<br />

aus einem Guss.<br />

14 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


Neue Software<br />

AktuELL<br />

LibreOffice: Wie OpenOffice – nur besser<br />

Der OpenOffice-Ableger LibreOffice erscheint in<br />

der finalen Verison 3.3.1.<br />

✰ ✰ ✰ ✰ ✰<br />

DiE REDAktion MEint<br />

Im Augenblick hält Oracle noch am Standpunkt<br />

fest, OpenOffice als eigenes Projekt<br />

unbedingt weiterführen zu wollen. Aber der<br />

Firma laufen Benutzer wie Entwickler weg:<br />

Debian hat im Unstable-Zweig schon auf<br />

LibreOffice umgestellt, Ubuntu folgt bald<br />

darauf <strong>und</strong> auch OpenSuse liefert mit Version<br />

11.4 nur noch LibreOffice aus. Libre-<br />

Office gibt sich auch nicht damit zufrieden,<br />

ausschließlich vorhandene Funktionen zu<br />

pflegen: Für die nächsten Versionen von<br />

Calc gibt es zum Beispiel bereits den Plan,<br />

einen vollkommen neuen Unterbau zu<br />

schaffen, der schneller <strong>und</strong> performanter<br />

als der aktuelle sein soll.<br />

Fernab davon vermitteln auch die Offiziellen<br />

der Open Document Fo<strong>und</strong>ation den<br />

Eindruck, sie seien gekommen um zu bleiben:<br />

Mittlerweile ist das Projekt in der B<strong>und</strong>esrepublik<br />

Deutschland sogar eine juristische<br />

Person in Form einer Stiftung geworden.<br />

Das Startkapital von 50 000 Euro<br />

sammelten die Initiatoren von freiwilligen<br />

Spendern in weniger als einer Woche.<br />

Mit der Übernahme von Sun durch Oracle eskalierte<br />

ein lange schwelender Konflikt: Auf<br />

der einen Seite stand Oracle als neuer Projekt–<br />

eigentümer von OpenOffice, auf der anderen<br />

die OpenOffice-Community, die bemängelte,<br />

Oracle gebe kein klares Bekenntnis für OpenOffice<br />

ab <strong>und</strong> drehe den Geldhahn zu. Der Eklat<br />

war da, <strong>und</strong> fast augenblicklich entstand Libre-<br />

Office [4]: So nannten viele eingefleischte<br />

OpenOffice-Entwickler die frisch ins Leben gerufene<br />

Abspaltung von OpenOffice. Mittlerweile<br />

führt die Open Document Fo<strong>und</strong>ation die<br />

Hoheit über das Projekt. Aber was bedeutet das<br />

für OpenOffice-Anwender?<br />

Optisch fast alles beim Alten<br />

Da zwischen der Gründung von LibreOffice<br />

<strong>und</strong> der Veröffentlichung von LibreOffice 3.3<br />

nur fünf Monate lagen, blieb wenig Zeit für<br />

gr<strong>und</strong>legende Änderungen. Auch deswegen<br />

blieb optisch bei LibreOffice vieles beim Alten<br />

(Abbildung 4).<br />

Oracle erklärte kurz nach der Gründung Libre-<br />

Office zum Konkurrenzprojekt. Die LibreOffice-Entwickler<br />

entfernten daraufhin Symbole<br />

<strong>und</strong> Logos aus der Büroumgebung, an denen<br />

Oracle möglicherweise noch Rechte hält. Sie<br />

wurden durch neue LibreOffice-Icons ersetzt.<br />

Gleiches gilt auch für den Splash-Screen.<br />

Das Zeichenprogramm Draw kennt jetzt auch<br />

Vektorgrafiken, etwa im SVG-Format. Bisher<br />

galt es, diese zunächst zu konvertieren, bevor<br />

sie Draw verarbeiten konnte.<br />

Im Textprogramm Writer werkelt jetzt eine<br />

verbesserte Rechtschreibkorrektur. Außerdem<br />

kann es besser mit Microsoft-Word-Dokumenten<br />

umgehen. Die Tabellenkalkulation<br />

Calc bringt zahlreiche neue Features mit: Neben<br />

der Abhebung einzelner Tabellen in einer<br />

Datei durch das Einfärben des dazugehörigen<br />

Tabs kann es nun auch mit doppelt so vielen<br />

Zeilen in einer Tabelle umgehen als zuvor. n<br />

Infos<br />

[4] LibreOffice: http:// de. libreoffice. org/<br />

Änderungen unter der Haube<br />

(http:// ezlx. de/ b2o5)<br />

Mehr Neuigkeiten verstecken sich in Details.<br />

Software zum Artikel auf DVD:<br />

So besitzt das Präsentationsmodul Impress<br />

LibreOffice 3.3.1<br />

jetzt Suns Presenter-Console. Das Plug-in erlaubt<br />

es Ihnen, Präsentationen<br />

im Multi-Monitor-Modus<br />

zu starten.<br />

Während der eine die<br />

eigentliche Show anzeigt,<br />

sehen Sie auf dem<br />

anderen Notizen <strong>und</strong><br />

Details dazu. Sun hat<br />

sich bisher stets dagegen<br />

gesträubt, die Console<br />

in OpenOffice zu<br />

integrieren. In Libre-<br />

Office ist sie jetzt fest<br />

mit dabei. Als weitere<br />

Verbesserung beschleunigt<br />

das das Presenter- Abb. 4: Der openoffice-Fork Libreoffice unterscheidet sich optisch<br />

nur in Details vom Stammvater, hat dafür technisch aber<br />

Modul die Folienverwaltung<br />

erheblich. schon jetzt mehr zu bieten.<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

15


AktuELL<br />

Neue Software<br />

MediathekView: Online-TV-Sendungen herunterladen<br />

Das auf Java basierende Programm ermöglicht<br />

es Ihnen, von öffentlich-rechtlichen Sendern<br />

aus dem deutschsprachigen EU-Raum online<br />

bereitgestellte Sendungen auf Ihren Rechner<br />

herunterzuladen.<br />

✰ ✰ ✰ ✰ ✰<br />

Die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland<br />

kündigten vor ein einigen Monaten an,<br />

ihr Onlineangebot drastisch zu stutzen, um<br />

nicht eine zu offensichtliche Konkurrenz zu<br />

privaten Angeboten im Netz auf Basis von<br />

R<strong>und</strong>funkgebühren zu schaffen. Seither sind<br />

aus den Archiven der deutschen Fernsehsender<br />

etliche Aufzeichnungen bereits gesendeter<br />

Programme verschw<strong>und</strong>en.<br />

Neue Sendungen stellen die Anstalten zwar<br />

Online zum Aufruf bereit, jedoch in aller Regel<br />

nur für einen sehr kurzen Zeitraum, selten<br />

länger als eine oder zwei Wochen. Daraus ergibt<br />

sich der Wunsch für den Interessierten,<br />

Videos von den Seiten der Sender herunterzuladen<br />

um sie später wieder ansehen zu können<br />

– das gestaltet sich aber meist schwieriger<br />

als gedacht, da sie häufig nicht zum Download<br />

vorgesehen sind. MediathekView [5] löst das<br />

Problem <strong>und</strong> erlaubt den Download von Videos<br />

per Mausklick.<br />

Streaming statt Dateien<br />

ARD <strong>und</strong> ZDF stellen ihre Videos nicht als Dateien<br />

zur Verfügung, sondern ausschließlich<br />

per Stream. MediathekView (Abbildung 5)<br />

kennt die Adressen der Übersichtsseiten, sortiert<br />

sie <strong>und</strong> zeigt Ihnen dann nur noch eine<br />

Liste der verfügbaren Streams an, welche der<br />

Sender bereitstellt. Wenn Sie eine Sendung herunterladen<br />

möchten, verbindet sich das Tool<br />

mit dem Streaming-Server <strong>und</strong> schreibt die Daten<br />

des Streams in eine Datei auf der Festplatte.<br />

So erhalten Sie am Ende eine normale Videodatei,<br />

die Sie mit jedem beliebigen Player wiedergeben.<br />

Dabei lässt Ihnen das Programm die<br />

Wahl, ob Sie dafür VLC oder den MPlayer verwenden<br />

möchten. Es legt die Streams im MP4-<br />

Format auf dem Rechner ab.<br />

MediathekView basiert auf Java <strong>und</strong> besitzt<br />

damit den Vorteil der Plattformunabhängigkeit.<br />

Es läuft damit sowohl unter Linux, als auch<br />

unter Windows <strong>und</strong> Mac OS X. Nach dem ersten<br />

Start bewirkt ein Klick auf Alle Filme neu<br />

Laden, dass die Applikation die Liste der im<br />

Netz verfügbaren Filme aktualisiert.<br />

Intuitive Oberfläche<br />

Das Frontend von MediathekView ist einfach<br />

gehalten. Neben dem Button zum Aktualisieren<br />

der Filme stellt es im unteren Bereich alle<br />

Treffer in einer Liste dar. Filterelemente erlauben<br />

es Ihnen, diese auf die gewünschten Inhalte<br />

zu reduzieren. Ferner sortieren Sie die<br />

Einträge beispielsweise nach Sendern oder bestimmten<br />

Themen, welche die Liste vorgibt.<br />

Am unteren Rand des MediathekView-Fensters<br />

finden Sie verschiedene Buttons, die die<br />

Abspiel- <strong>und</strong> Speicherfunktionen aufrufen. Sie<br />

erlauben es beispielsweise, Videos anzusehen,<br />

ohne sie zu speichern. Alternativ kopieren Sie<br />

den Inhalt zum späteren Betrachten auf Ihre<br />

Festplatte. Allerdings fehlt hier das letzte<br />

Quentchen Benutzerfre<strong>und</strong>lichkeit. So merkt<br />

sich das Programm nicht den letzten Speicherort<br />

eines Films sondern fragt jedes Mal aufs<br />

Neue nach, wo man den Film ablegen möchte.<br />

Darüber hinaus ist auch keine Mehrfachauswahl<br />

von Sendungen vorgesehen, womit Sie<br />

jeden Film umständlich einzeln zum Download<br />

vorsehen müssen.<br />

Sendungen abonieren<br />

Gefällt Ihnen eine bestimmte Sendung besonders<br />

gut, bietet Ihnen das Programm die Möglichkeit,<br />

sie zu abonnieren. Mit der Funktion<br />

legen Sie fest, dass Sie bestimmte Sendungen<br />

immer herunterladen möchten; Mediathek-<br />

View erledigt dann für Sie den Rest. Wann immer<br />

eine neue Episode der genannten Sendung<br />

verfügbar ist, findet diese automatisch den<br />

Weg auf Ihr System.<br />

Podcasts<br />

Und die Funktionen von MediathekView beschränken<br />

sich – auch, wenn der Name des<br />

Werkzeugs vielleicht anderes vermuten lässt –<br />

keineswegs auf Videoinhalte. Genauso verwaltet<br />

es klassische Podcasts – also reine Tonaufzeichnungen.<br />

Sie sind dabei nicht auf Inhalte<br />

der Öffentlichen beschränkt. Alles, was Sie benötigen,<br />

ist eine URL zur Übersichtsseite des<br />

Podcasts, den Rest erledigt das Programm.<br />

Über einen Klick auf den Button Podcasts auf<br />

Podster.de suchen Sie nach Podcasts in jenem<br />

Onlineverzeichnis. Wenn einer davon dem<br />

persönlichen Geschmack entspricht, abonnieren<br />

Sie ihn per Mausklick.<br />

n<br />

DiE REDAktion MEint<br />

Das Java-Programm MediathekView bietet<br />

eine komfortable Möglichkeit, auf die Websites<br />

der öffentlich-rechtlichen Sender zuzugreifen,<br />

um von dort die Aufzeichnungen<br />

von Programmen herunterzuladen. Per<br />

Mausklick gelangen Sie zu Dateien, die Sie<br />

sonst umständlich aus dem Browserfenster<br />

heraus speichern müssten. Mediathek-<br />

View ist auch für diejenigen interessant,<br />

die keinen Fernseher besitzen. Die Funktionen<br />

für Abos <strong>und</strong> Podcasts r<strong>und</strong>en das<br />

Werkzeug ab. Und dank seines Java-Frontends<br />

ist MediathekView auf allen gängigen<br />

Betriebssystemen zu Hause.<br />

Infos<br />

[5] MediathekView: http:// zdfmediathk.<br />

sourceforge. net/ (http:// ezlx. de/ b2o6)<br />

Abb. 5: MediathekView stellt ihnen die Multimedia-onlineangebote öffentlich-rechtlicher<br />

Sender aus Deutschland, Österreich <strong>und</strong> der Schweiz übersichtlich sortiert zum<br />

Abspielen oder zum Download bereit.<br />

Software zum Artikel auf DVD:<br />

MediathekView<br />

16 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


Neue Software<br />

AktuELL<br />

recordMyDesktop: Screencasts wie vom Profi<br />

Diese Programm erlaubt Ihnen das komfortable<br />

Abfilmen des Desktops oder Teilen davon.<br />

✰ ✰ ✰ ✰ ✰<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

das Programm das Rohmaterial ins Ogg-Vorbis-Format<br />

<strong>und</strong> speichert es mit der Endung<br />

.ogv im ursprünglichen Verzeichnis ab.<br />

Frontends<br />

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Getreu<br />

diesem Mottos erscheint es oft sinnvoller, beispielsweise<br />

die Vorzüge eines Programms auf<br />

einem Video zu demonstrieren, als es ellenlang<br />

zu beschreiben Das muss nicht kompliziert<br />

sein: Mit recordMyDesktop [6] erstellen<br />

Sie ganz einfach ein entsprechendes Video.<br />

Wer mehr Einstellungsmöglichkeiten wünscht,<br />

verwendet das GTK-Frontend gtkrecordMy-<br />

Desktop (Abbildung 6). Per Schieberegler bestimmen<br />

Sie darin die Qualität <strong>und</strong> damit die<br />

Größe des fertigen Videos. Es ermöglicht Ihnen<br />

darüber hinaus, einen Ausschnitt oder ein<br />

Fenster anstelle des gesamten Desktops für die<br />

Aufnahme auszuwählen.<br />

So einfach wie möglich<br />

Die Vorgehensweise, mit recordMyDesktop<br />

ein Vorführvideo zu erstellen, ist denkbar<br />

leicht: Nach der Installation des Tools, das Sie<br />

sowohl in den Repositories als auch auf der<br />

Heft-DVD finden, geben Sie im Terminal den<br />

Befehl recordmydesktop ein. Wenn Ihr Video<br />

fertig ist, gehen Sie zurück zum Terminalfenster<br />

<strong>und</strong> drücken [Strg-C], was die Aufnahme<br />

beendet. Im Anschluss transkodiert<br />

Konfigurationsparameter<br />

Ein Klick auf Erweitert öffnet den Konfigurationsdialog.<br />

Unter Leistung legen Sie die Anzahl<br />

der Bilder pro Sek<strong>und</strong>e fest, welche die<br />

Software für Ihr Video verwendet. Je höher die<br />

Zahl, desto flüssiger wirkt später der Ablauf.<br />

Besitzer eines schnellen Rechners aktivieren<br />

den Punkt Während der Aufnahme encodieren.<br />

Damit wandelt die Software den Stream schon<br />

während der Aufnahme in das OGV-Format<br />

DiE REDAktion MEint um. Über die Optionen Schnelles Subsampling<br />

<strong>und</strong> Immer Vollbild pro Frame erhöhen Sie optional<br />

die Qualität, aber auch den Platzbedarf<br />

Das Geniale an RecordMyDesktop überzeugt<br />

durch seine simple Handhabung. Mittels<br />

Mausklick starten Sie die Aufzeich-<br />

des Videos. Ferner kann es zu einem Ruckeln<br />

während der Aufnahme kommen, ein typisches<br />

nung eines Videos, das alles aufzeichnet,<br />

Zeichen dafür, dass die gewählten Qualitätseinstellungen<br />

für die Kapazität Ihres Rechners zu<br />

was Sie auf dem Desktop machen. Stoppen<br />

Sie die Aufnahme, so erhalten Sie ein<br />

fertiges OggVorbis-Video, das Sie nach Bedarf<br />

hoch gewählt wurden.<br />

weitergeben oder gegebenenfalls in Unter Misc im Konfigurationsdialog legen Sie<br />

ein anderes Format konvertieren.<br />

zum Beispiel fest, ob <strong>und</strong> wenn in welcher<br />

Farbe der Mauszeiger im Video erscheint.<br />

Infos<br />

Auch blenden Sie die Fensterdekorationen einoder<br />

aus <strong>und</strong> zeigen den aktuellen Aufnahmebereich<br />

als Rahmen auf dem Bildschirm an.<br />

[6] recordMyDesktop:<br />

http:// recordmydesktop. sourceforge.<br />

Schulungsvideos <strong>und</strong> dergleichen<br />

net/ (http:// ezlx. de/ b2o9)<br />

Klicken Sie im Frontend auf den Button Speichern<br />

unter, um das Video unter einem bestimmten<br />

Namen abzuspeichern. Beachten<br />

Software zum Artikel auf DVD:<br />

recordMyDesktop,<br />

gtkrecordMyDesktop<br />

Sie, dass einige Betriebssysteme das verwendete<br />

Ogg-Vorbis-Videoformat unter Umständen<br />

nicht wiedergeben<br />

können. Um Inkompatibilitäten<br />

auszuschließen,<br />

empfiehlt es sich,<br />

die Datei in ein allgemeinkompatibles<br />

Format<br />

wie etwa H.264 zu<br />

konvertieren. Hier hilft<br />

der in einem anderen<br />

Softwaretipp beschriebene<br />

Abb. 6: recordMyDesktop erstellt Videos – optional vom gesamten<br />

Gmerlin-Transco-<br />

Bildschirm oder von einer bestimmten Anwendung. der weiter. n<br />

www.easylinux.de<br />

Jahres DVD<br />

2003 – 2010<br />

NeU!<br />

❱Alle Artikel aus acht Jahren<br />

im HTML-Format auf einer<br />

DVD – mit der integrierten<br />

HTML-Suchmaschine finden<br />

Sie schnell <strong>und</strong> bequem über<br />

den Webbrowser interessante<br />

Artikel.<br />

AUF DER DVD:<br />

■ Vollarchiv der Ausgaben<br />

06/2003 (Erstausgabe) bis<br />

04/2010 im HTML-Format<br />

■ Archiv aller <strong>EasyLinux</strong><br />

Starter Kits im PDF-Format<br />

■ Integrierte Suchmaschine,<br />

unterstützt alle aktuellen<br />

Browser<br />

■ Komplettes Linux-System zum<br />

Installieren: OpenSuse 11.3<br />

■ Extras: Adobe Reader 9.4,<br />

OpenOffice 3.2.1, Firefox 3.6.12<br />

<strong>und</strong> Th<strong>und</strong>erbird 3.1.6 für Linux,<br />

Windows, Mac OS X<br />

Jetzt gleich<br />

bestellen!<br />

http://www.easylinux.de/DVD2009 17<br />

oder 089 - 99 34 11 - 99


AktuELL<br />

Neue Software<br />

PeaZip: Der Allro<strong>und</strong>er unter den Packprogrammen<br />

Wer ein Packprogramm sucht, das praktisch<br />

alle gängigen Formate kennt, findet in PeaZip<br />

die richtige Software.<br />

✰ ✰ ✰ ✰ ✰<br />

Die Kompression von Daten hat auch in Zeiten<br />

erschwinglicher 100-MBit-Leitungen <strong>und</strong> Terabyte-Festplatten<br />

ihre Relevanz nicht eingebüßt.<br />

Denn wer beispielsweise große Officedateien<br />

per E-Mail verschicken möchte, steht<br />

schnell vor der verschlossenen Türe eines<br />

Mailservers, der zu große Anhänge ablehnt.<br />

Kurz vorgestellt<br />

Das Problem lässt sich dank verschiedener<br />

Kompressionsformate sehr leicht umgehen.<br />

Denn aus einem normalen OpenOffice-Dokument<br />

wird mit dem passenden Komprimierwerkzeug<br />

schnell eine handliche Datei, die jeder<br />

Mailserver problemlos durchlässt. Diverse<br />

DiE REDAktion MEint<br />

PeaZip ist dank seiner umfangreichen Formatunterstützung<br />

ein Tausendsasa beim<br />

Ver- <strong>und</strong> Entpacken von Archiven. Hinter der<br />

gr<strong>und</strong>sätzlich intuitiven Oberfläche verstecken<br />

sich sehr viele, vor allem für unerfahrene<br />

Nutzer verwirrende Funktionen. Dafür<br />

punktet PeaZip durch die Tatsache, dass<br />

es nicht an ein spezielles Desktop-Environment<br />

gekoppelt ist, sondern sowohl mit Qt<br />

als auch mit GTK funktioniert. Für Windows<br />

steht die Software ebenfalls zum Download<br />

bereit. Punktabzug gibt es wegen der fehlenden<br />

Funktion zum schnellen Erstellen<br />

von Archiven mit einem Mausklick.<br />

Kompressionsverfahren wie Zip, Bzip, Rar<br />

oder 7z stehen zur Auswahl. Vermutlich kann<br />

kaum jemand die Unterschiede zwischen all<br />

diesen Tools umfassend benennen – Fakt ist<br />

jedoch: Jedes Packformat benötigt seine eigenen<br />

Werkzeuge. Andernfalls lassen sich Archive<br />

weder erstellen noch vorhandene öffnen<br />

<strong>und</strong> entpacken.<br />

Dieses babylonische Wirrwarr entzerrt PeaZip<br />

[7]: Das in Pascal verfasste Programm bietet<br />

das Projekt auch für Windows an. Die Entwickler<br />

preisen Ihr Programm als eines an, das<br />

besonders viele Formate kennt <strong>und</strong> darüber<br />

hinaus Pakete optional verschlüsselt. Tatsächlich<br />

ist PeaZips Liste der unterstützten Formate<br />

beeindruckend: Neben den üblichen Formaten<br />

wie Rar, Zip, Gzip <strong>und</strong> Bzip beherrscht<br />

das Werkzeug auch Exoten wie PEA <strong>und</strong><br />

Quad. Auch auf den Umgang mit nicht komprimierten<br />

Container-Formaten versteht sich<br />

PeaZip. So entpackt es auf Wunsch ISO-Dateien<br />

sowie DMG-Files für Mac OS X. Letztere<br />

werden dank PeaZip in Windows <strong>und</strong> Linux<br />

überhaupt erst komfortabel verwendbar.<br />

Die Oberfläche<br />

Nach dem Programmstart präsentiert sich Pea-<br />

Zip (Abbildung 7) aufgeräumt. Rechts sehen<br />

Sie einen Dateibrowser, in dem Sie entweder<br />

Dateien auswählen, um ein komprimiertes Archiv<br />

daraus zu erstellen, oder aber schon komprimierte<br />

Archive per Mausklick entpacken.<br />

Links finden Sie eine Shortcut-Leiste, die<br />

schnellen Zugriff auf die wichtigsten Pfade im<br />

Dateisystem bietet. Darüber befindet sich die<br />

Adressleiste. Am oberen Fensterrand finden<br />

Sie das Herzstück von PeaZip: Die Buttons,<br />

mit denen Sie die elementaren Funktionen des<br />

Werkzeugs aufrufen. Wenn Sie im Dateibrowser<br />

ein Archiv auswählen, klicken Sie<br />

hier auf Entpacken, <strong>und</strong> PeaZip startet das Dekomprimieren.<br />

Hinzufügen erstellt ein neues<br />

Archiv. Neben den Schaltflächen finden Sie<br />

kleine Pfeile, die den Blick auf ein Kontextmenü<br />

freigeben. Darin legen Sie zusätzliche<br />

Parameter zum Ver- oder Entpacken fest.<br />

Wenig intuitiv zeigt sich der Konfigurationsdialog.<br />

Der Reiter Erstelle Archiv bietet Ihnen<br />

die Möglichkeit, bevorzugte Archivtypen festzulegen.<br />

Die hier angegebenen erscheinen im<br />

PeaZip-Hauptfenster in der Übersicht der Archivfunktionen<br />

beim Klick auf Hinzufügen.<br />

Um eine Fehlkonfiguration zu vermeiden,<br />

sollten Sie bei allen anderen Einstellungen die<br />

Standardwerte übernehmen.<br />

Wenig intuitiv zeigt sich PeaZip bei der Bedienung:<br />

Gr<strong>und</strong>sätzlich ist es nicht möglich, direkt<br />

mit einem Mausklick ein Archiv zu erstellen.<br />

Sie müssen zwangsläufig durch einen<br />

weiteren Einstellungsdialog, der verschiedene<br />

Parameter des künftigen Archivs festlegt. Ein<br />

Schnellstart-Button, der ein Archiv mit sämtlichen<br />

Standardparametern erstellt, wäre wünschenswert<br />

<strong>und</strong> hilfreich.<br />

Der Button Konvertieren erlaubt es Ihnen, Archive<br />

von einem in ein anderes Format umzuwandeln.<br />

Das erweist sich vor allem dann als<br />

nützlich, wenn Sie ein heruntergeladenes Archiv<br />

auf einen anderen Computer kopieren<br />

wollen, der aber das ursprüngliche Format<br />

nicht versteht, wie häufig bei Windows.<br />

PeaZip beherrscht verschiedene Funktionen,<br />

um erstellte Archive zu verschlüsseln. Damit<br />

ist nicht der Passwortschutz gemeint, der Rar<strong>und</strong><br />

Zip-Archive rudimentär vor den Blicken<br />

Dritter bewahrt sondern echte Kryptographie,<br />

also das Verschleiern des Inhalts eines erstellten<br />

Archivs. PeaZip beherrscht alle gängigen<br />

Standards bis hin zum Verschlüsselungsalgorithmus<br />

AES-256, der im Augenblick als<br />

unknackbar gilt. Die Verschlüsselung richten<br />

Sie im Reiter Fortgeschritten des Komprimierungsdialogs<br />

ein, der nach einem Klick auf<br />

Hinzufügen erscheint.<br />

n<br />

Infos<br />

[7] PeaZip: http:// www. peazip. org/<br />

(http:// ezlx. de/ b2o7)<br />

Abb. 7: Das komprimierungsprogramm PeaZip kennt alle wichtigen Archivierungsformate<br />

wie beispielsweise tar, Zip, Rar oder Bz2.<br />

Software zum Artikel auf DVD:<br />

PeaZip<br />

18 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


Neue Software<br />

AktuELL<br />

PiTiVi: Videobearbeitung de luxe<br />

Dieses Programm beweist: Videobearbeitung<br />

ist auch unter Linux kein Hexenwerk <strong>und</strong> dank<br />

seiner eingängigen Oberfläche auch noch für<br />

jedermann einsetzbar.<br />

✰ ✰ ✰ ✰ ✰<br />

Eingefleischte Mac-Fans schlagen noch immer<br />

die Hände über dem Kopf zusammen, wenn<br />

ihnen jemand von Videobearbeitung in Linux<br />

erzählt. Zu sehr hat der Ruf des freien Betriebssystems<br />

in dieser Hinsicht gelitten. Lange<br />

gab es überhaupt kein brauchbares Tool zum<br />

komfortablen Schneiden von Videos. PiTiVi<br />

[8] ist einer der Kandidaten, die sich anschicken,<br />

diesen Missstand zu beseitigen. Das Programm<br />

basiert auf GTK <strong>und</strong> richtet sich somit<br />

vorrangig an Gnome-Benutzer, eignet sich<br />

aber auch zum Betrieb unter KDE.<br />

Simple Oberfläche<br />

Nach dem Programmstart präsentiert sich das<br />

PiTiVi-Fenster (Abbildung 8) fast karg. Am<br />

unteren Bildschirmrand sehen Sie die Zeitleisten<br />

für Video <strong>und</strong> Audio. Sie dienen später<br />

zum Zusammenscheiden einzelner Movie-<br />

Clips <strong>und</strong> dem Einfügen von Übergängen. Das<br />

Videofenster rechts oben zeigt entweder den<br />

Inhalt der Zeitleiste oder aber einen Film aus<br />

der Clip-Bibliothek. Diese sehen Sie direkt<br />

links vom Videofenster.<br />

PiTiVi legt beim Programmstart ein neues Projekt<br />

in Form eines Videos im PAL-Format an.<br />

Bei Bedarf stellen Sie das Format aber auch<br />

auf HD um. Die Eigenschaften Ihres Projektes<br />

legen Sie im Dialog Projekteinstellungen fest,<br />

den Sie im Menü unter Projekt finden. Im<br />

Fenster bestimmen Sie diverse Parameter des<br />

Videos per Mausklick. Hier geben Sie dem<br />

Projekt zum Beispiel einen sinnvollen Namen<br />

<strong>und</strong> eine Beschreibung. Das erleichtert Ihnen<br />

später die Verwaltung. Die beiden Menüpunkte<br />

Videoausgabe sowie Audioausgabe<br />

nehmen naturgemäß den größten Teil des<br />

Fensters ein. Wenn Sie bei Videoausgabe einen<br />

vordefinierten Wert auswählen, bleiben<br />

die anderen Felder grau, weil PiTiVi die entsprechenden<br />

Werte automatisch einfügt. Anpassen<br />

lässt Ihnen die volle Freiheit. Ähnliches<br />

gilt für das Feld Audio, jedoch bietet es wesentlich<br />

mehr Einstellungsmöglichkeiten.<br />

Mit den Einträgen neben Exportieren zu legen<br />

Sie das Format des fertigen Films fest. Hier<br />

stellen Sie sowohl das Container-Format als<br />

auch den Audio- <strong>und</strong> Video-Codec ein. Möchten<br />

Sie Ihr fertiges Werk auf einem Nicht-Linux-Rechner<br />

wiedergeben, empfiehlt es sich,<br />

den voreingestellte Ogg-Codec durch einen anderen,<br />

beispielsweise MP3, zu ersetzen. Für<br />

den Anfang empfiehlt sich die Avi muxer-Option<br />

unter Container. PiTiVi setzt damit die<br />

Codecs automatisch auf die passenden Werte.<br />

Über Einstellungen legen Sie für jeden der drei<br />

Einträge diverse Konfigurationsparameter fest<br />

– das ist in der Praxis aber oft unnötig.<br />

Videos bearbeiten<br />

Um einen Clip in das Projekt zu importieren,<br />

klicken Sie auf das grüne Kreuz in der Icon-<br />

Leiste oben. Nach Anwahl der gewünschten<br />

Datei erscheint sie in der Medienbibliothek.<br />

Von hier aus ziehen Sie die einzelnen Files auf<br />

die Zeitleiste unten. PiTiVi verwendet als Basis<br />

das Mediensystem des Gnome-Desktops<br />

GStreamer. Entsprechend reichhaltig ist die<br />

Menge an Formaten, die es unterstützt. Beachten<br />

Sie aber, dass das Einfügen von Videos in<br />

die Zeitleiste je nach Prozessorleistung eine<br />

gewisse Zeit in Anspruch nimmt.<br />

Um die einzelnen Clips der Zeitleiste zu bearbeiten,<br />

verwenden Sie das Menü Zeitlinie. Darin<br />

finden Sie unter anderem den Eintrag Teilen,<br />

der den aktuellen Clip an der Stelle teilt,<br />

an der sich die aktuelle Wiedergabeposition<br />

befindet. Um unerwünschte Teile zu entfernen<br />

genügt es, an die entsprechende Stelle im Film<br />

zu steuern, diesen an der gewünschten Stelle<br />

zu teilen <strong>und</strong> dann das unerwünschte Stück<br />

per Zeitlinien-Menü zu löschen.<br />

Übrigens: Links neben der Zeitlinie finden Sie<br />

einen Schieberegler, der den Ausschnitt der<br />

Zeitlinie vergrößert oder verkleinert. Das erweist<br />

sich insbesondere beim Bearbeiten<br />

kleinerer Passagen als praktisch.<br />

Sind Sie mit dem zusammengeschnittenen Video<br />

fertig, starten Sie per Menüpunkt <strong>Vorschau</strong><br />

/ Wiedergabe eine <strong>Vorschau</strong> des Films.<br />

Stellt das Resultat Sie zufrieden, führt der<br />

Menüpunkt Projekt / Projekt erzeugen zum fertigen<br />

Video, welches die Software dann als<br />

neuen Film im gewählten Format auf Ihrer<br />

Festplatte speichert.<br />

n<br />

Infos<br />

[8] PiTiVi: http:// www. pitivi. org/<br />

(http:// ezlx. de/ b2o8)<br />

Software zum Artikel auf DVD:<br />

PiTiVi<br />

DiE REDAktion MEint<br />

Abb. 8: Das Videoschnittprogramm PitiVi gibt sich zunächst spartanisch, bringt aber<br />

alle notwendigen Funktionen mit.<br />

PiTiVi eignet sich vorzüglich, um unter Linux<br />

einfache Videos zu bearbeiten <strong>und</strong> mehrere<br />

Clips zusammenzufügen. Im Gegensatz zu<br />

anderen Vertretern seiner Art ist es intuitiv<br />

aufgebaut <strong>und</strong> auch von Nichtprofis schnell<br />

zu erlernen. Um sich zur ernsthaften Konkurrenz<br />

für die kommerziellen Ableger zu<br />

entwickeln, fehlt ihm bislang aber der Funktionsumfang,<br />

der sich im Moment noch<br />

aufs Wesentliche beschränkt. So fehlen<br />

zum Beispiel vordefinierte Videoübergänge<br />

ebenso wie die Möglichkeit, schnell <strong>und</strong><br />

unkompliziert Videoeffekte einzusetzen.<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

19


AktuELL<br />

Neue Software<br />

So<strong>und</strong>Converter: Mühelos Audiodateien konvertieren<br />

Dieses Programm bietet Ihnen eine simple <strong>und</strong><br />

gleichzeitig effektive Möglichkeit, Ihre Audiodateien<br />

in andere Formate zu konvertieren.<br />

✰ ✰ ✰ ✰ ✰<br />

Wenn auf der Rückseite Ihres MP3-Players ein<br />

angebissenes Äpfelchen prangt, kennen Sie<br />

möglicherweise das Problem: Lieder, die nicht<br />

im Apple-eigenen AAC-Format oder im verbreiteten<br />

MP3-Format vorliegen, lassen sich<br />

gar nicht erst auf den iPod oder das iPhone<br />

kopieren. Das wird besonders dann zum Ärgernis,<br />

wenn Sie mit Grip oder abcde eine CD<br />

auf Ihren Computer kopiert <strong>und</strong> Ogg Vorbis<br />

als Audioformat zum Speichern der Lieder gewählt<br />

haben. So<strong>und</strong>Converter [9] hilft Ihnen<br />

aus der Patsche: Das Werkzeug konvertiert die<br />

gängigsten fünf Audioformate <strong>und</strong> macht so<br />

auch aus Ogg Vorbis iPod-kompatible MP3-<br />

oder AAC-Dateien, die Sie mühelos auf Ihren<br />

Player spielen <strong>und</strong> dort wiedergeben.<br />

Simple Oberfläche<br />

Im Fokus der Entwickler stand in erster Linie<br />

die Bedienoberfläche, die es möglichst simpel<br />

zu gestalten galt (Abbildung 9). Nach dem<br />

Start präsentiert sich nur ein einzelnes Fenster<br />

mit vier Buttons <strong>und</strong> einer Menüleiste. Das<br />

Hauptfenster zeigt die Liste der Dateien, welche<br />

So<strong>und</strong>Converter für Sie umkodieren soll.<br />

Nach dem Start ist die Liste zunächst leer; gewünschte<br />

Ordner merken Sie per Drag & Drop<br />

zum Konvertieren vor.<br />

Alternativ erlauben es die beiden Icons Datei<br />

hinzufügen <strong>und</strong> Ordner hinzufügen auch, mittels<br />

des bekannten Dateimanagerdialogs Dateien<br />

zur Liste hinzuzufügen. Wenn Sie einen<br />

Ordner angeben, sucht So<strong>und</strong>Converter darin<br />

automatisch nach passenden Dateien <strong>und</strong> trägt<br />

sie in die Liste ein. Ein Klick auf den Clear-<br />

Button löscht alle Einträge der Liste.<br />

Übersichtliche Konfiguration<br />

Im Menü unter Bearbeiten / Preferences gelangen<br />

Sie zum Dialog für die Einstellungen des<br />

Programms. Auch dieser Dialog ist sehr einfach<br />

gehalten <strong>und</strong> erlaubt nur das Festlegen<br />

der nötigsten Parameter. Unter Speicherort für<br />

Zieldateien stellen Sie ein, wo das Tool die fertig<br />

konvertierten Dateien ablegen soll. In der<br />

Standardeinstellung verwendet es den Ordner<br />

der Quelldateien. Möchten Sie stattdessen ein<br />

Verzeichnis nur für konvertierte Audiodateien<br />

benutzen, setzen Sie ein Häckchen vor den<br />

Eintrag Unterverzeichnisse anlegen. So<strong>und</strong>-<br />

Converter sortiert dann die Lieder automatisch<br />

in eine Struktur ein, beispielsweise in Unterordner<br />

namens Interpret / Album.<br />

Der Benennung der Zieldateien widmet sich<br />

der zweite Abschnitt des Konfigurationsdialogs.<br />

In der Gr<strong>und</strong>einstellung behält So<strong>und</strong>-<br />

Converter die Dateinamen <strong>und</strong> ändert nur die<br />

Dateiendung. Optional entfernt So<strong>und</strong>Converter<br />

problematische Sonderzeichen aus Dateinamen,<br />

also solche, die bei der Anzeige auf<br />

einem MP3-Player später eventuell zu Problemen<br />

führen. Sämtliche Einstellungen zu Datei-<br />

<strong>und</strong> Ordnernamen verraten, dass So<strong>und</strong>Converter<br />

sich auf den Umgang mit ID3-Tags versteht<br />

<strong>und</strong> diese entsprechend übernimmt.<br />

Schließlich legen Sie im Konfigurationsdialog<br />

die Qualität Ihrer Zieldateien fest. Das bestimmen<br />

Sie einerseits über Format <strong>und</strong> andererseits<br />

über das Drop-down-Menü Qualität. Beachten<br />

Sie: Die Einstellungen Very High <strong>und</strong><br />

Insanely High ergeben nur dann Sinn, wenn<br />

Sie Ursprungsdateien mit einer entsprechenden<br />

Qualität verarbeiten. So ist es sinnlos,<br />

Ogg-Vorbis-Dateien mit 192 kbps in<br />

320-kbps-MP3-Dateien umzuwandeln – denn<br />

qualitativ gewinnen Sie in einem solchen Szenario<br />

nichts, aber die fertigen Dateien benötigen<br />

anschließend wesentlich mehr Platz. High<br />

genügt für die meisten Anwendungsfälle.<br />

Das Konvertieren<br />

Nach dem Festlegen aller gewünschten Einstellungen<br />

fügen Sie in der Warteliste die Dateien<br />

hinzu, die Sie konvertieren möchten <strong>und</strong><br />

klicken anschließend auf Convert. Der Fortschrittsbalken<br />

am unteren Rand des Fensters<br />

hält Sie über den Status der Konversion auf<br />

dem Laufenden. Nach Beenden des Vorgangs<br />

liegen die konvertierten Stücke am von Ihnen<br />

bestimmten Ort zum Weiterverarbeiten bereit.<br />

Planen Sie, je nach gewünschter Qualität der<br />

Stücke <strong>und</strong> vorhandener Rechenleistung, etwaige<br />

Wartezeiten ein.<br />

n<br />

DiE REDAktion MEint<br />

So<strong>und</strong>Converter besticht durch seine eingängige<br />

Oberfläche <strong>und</strong> ist eine ideale Lösung<br />

für alle, die Musikdateien von einem<br />

Format in ein anderes konvertieren möchten.<br />

Es beherrscht neben MP3 <strong>und</strong> Ogg<br />

Vorbis auch Apples AAC-Format sowie WAV<br />

<strong>und</strong> FLAC. Negativ fällt für deutschsprachige<br />

Benutzer die streckenweise schlampige<br />

deutsche Übersetzung der Oberfläche<br />

auf – einigen Buttons fehlt eine solche<br />

komplett. Echte Probleme resultieren daraus<br />

aber nicht, denn auch die englischen<br />

Beschriftungen sind eindeutig.<br />

Infos<br />

[9] So<strong>und</strong>Converter:<br />

http:// so<strong>und</strong>converter. org/<br />

(http:// ezlx. de/ b2o10)<br />

Abb. 9: Die oberfläche des Audiokonvertierungs-Programms So<strong>und</strong>Converter beschränkt<br />

sich aufs Wesentliche – ohne dabei wichtige Funktionen zu unterschlagen.<br />

Software zum Artikel auf DVD:<br />

So<strong>und</strong>Converter<br />

20 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


Neue Software<br />

AktuELL<br />

Fotoxx: Funktionsvielfalt für Kenner<br />

Die kleine Software bietet nicht nur Funktionen<br />

zum Verwalten von Bildern, sondern auch solche,<br />

um sie in verschiedenster Weise zu bearbeiten<br />

– in manchen Bereichen sogar mehr als<br />

die großen Grafiksuiten.<br />

✰ ✰ ✰ ✰ ✰<br />

Fotoxx (Abbildung 10) dient zum Verwalten<br />

von Fotos, bringt aber zusätzlich eine ganze<br />

Reihe verschiedener Editierfunktionen mit.<br />

Der hohe Anspruch der Entwickler: ein Tool<br />

mit umfangreichen Bearbeitungsfunktionen,<br />

das dabei trotzdem performant bleibt. Wie stehen<br />

Wunsch <strong>und</strong> Wirklichkeit zueinander?<br />

Erster Start<br />

Nach dem Programmstart fällt zunächst das<br />

kleine Fenster context help auf, das sich rechts<br />

neben dem Hauptfenster öffnet. Erst mehrmaliges<br />

Klicken auf den Schließen-Button gibt<br />

das Hauptfenster frei. Eine Funktion, das Fenster<br />

nicht bei jedem Start erneut anzuzeigen,<br />

fehlt dem Programm. Danach laden Sie zunächst<br />

ein oder mehrere Fotos in Fotoxx [10].<br />

Das Tool verwaltet sowohl einzelne Bilder als<br />

auch Galerien, wobei es unter Letzteren Ordner<br />

mit Aufnahmen darin versteht. Nach dem<br />

Öffnen der Galerie erscheinen im Fotoxx-<br />

Hauptfenster die Fotos. Mittels Icon-Leiste<br />

wechseln Sie innerhalb dieser Galerie zwischen<br />

den einzelnen Bildern oder springen<br />

zum ersten <strong>und</strong> letzten. Die Icon-Leiste bietet<br />

auch schnellen Zugriff auf andere wichtige<br />

Funktionen, etwa dem Speichern des aktuellen<br />

Fotos (mit gleichem oder anderem Dateinamen)<br />

oder das Hinein- oder Herauszoomen<br />

(Größer <strong>und</strong> Kleiner) im Bild. Weiterhin erlauben<br />

es die Buttons Vorherige Reihe <strong>und</strong> Nächste<br />

Reihe, in der Galerie zeilenweise nach oben<br />

oder unten zu navigieren.<br />

Gr<strong>und</strong>legende Bearbeitung<br />

Über die Menüleiste erreichen Sie sämtliche<br />

Funktionen, um das Foto im Hauptfenster zu<br />

bearbeiten. Das Menu Info bietet Ihnen Zugang<br />

zu den Meta-Informationen, die das Bild<br />

enthält. Sie entscheiden, ob Sie nur die wichtigsten<br />

EXIF-Tags (Info ansehen (kurz))oder<br />

alle Tags (Info ansehen (lang)) sehen möchten.<br />

Unter dem Menüpunkt Info bearbeiten<br />

bietet Fotoxx Ihnen auch einen Editor, um<br />

vorhandene Metadaten anzupassen. Im Menü<br />

unter Werkzeuge finden Sie den Eintrag RAW-<br />

Dateien konvertieren. Diese Funktion erlaubt<br />

es Ihnen, Bilder aus dem Rohdatenformat verschiedener<br />

Kamerahersteller in generische zu<br />

konvertieren. Allerdings benötigt die Software<br />

dafür das auf dem Rechner installierte Tool<br />

Ufraw, das es als Gr<strong>und</strong>lage nutzt.<br />

Das Programm ermöglicht es, Ausschnitte aus<br />

Bildern zu erstellen <strong>und</strong> diese dann weiter zu<br />

bearbeiten. Alle Funktionen, die zu diesem<br />

Feature gehören, finden Sie im Menü Auswählen.<br />

Allerdings erwies sich die Funktion zum<br />

Erstellen von Ausschnitten im Test als wenig<br />

intuitiv – ein Klick auf Fertigstellen führte zudem<br />

zu einer unverständlichen Fehlermeldung.<br />

Bilder retuschieren<br />

Fotoxx beherrscht das gesamte Standardrepertoire<br />

an Funktionen zum Retuschieren von Aufnahmen.<br />

Dazu gehören das Verringern oder Erhöhen<br />

von Kontrast <strong>und</strong> Helligkeit genauso wie<br />

das Steuern einzelner Farbkanäle. Alle diese<br />

Funktionen finden Sie im Menüpunkt Retuschieren.<br />

Hier versteckt sich auch die Funktion<br />

zum Entfernen von roten Augen.<br />

Die wahren Schmankerl findet der Kenner<br />

aber im Menü unter Verb<strong>und</strong>. Es enthält nämlich<br />

diverse Module, um Fotoserien zu einem<br />

Bild mit verschiedenen Merkmalen zusammenzufügen.<br />

Nebeneinander aufgenommene<br />

Bilder vereinen Sie zum Beispiel zu einem Panoramabild,<br />

solche mit verschiedenen Belichtungen<br />

zu einer HRD-Aufnahme. Ziemlich einzigartig<br />

ist die Funktion Hohe Schärfentiefe.<br />

Sie bietet Ihnen die Möglichkeit, durch das<br />

Überlappen von Bildern mit verschiedenen Fokuspunkten<br />

den Schärfebereich auszudehnen<br />

– vor allem bei Makroaufnahmen eine unschätzbare<br />

Hilfe. (Martin Loschwitz/tle) n<br />

DiE REDAktion MEint<br />

Fotoxx eignet sich nicht als Bildbearbeitung<br />

für zwischendurch. Einerseits bietet das<br />

Programm dafür zu viele Optionen, <strong>und</strong> andererseits<br />

ist ein gewisses Gr<strong>und</strong>wissen<br />

oder viel Experimentierfreude notwendig,<br />

um gute Resultate zu erzielen. Wer den Bogen<br />

raus hat, freut sich aber über die vielen<br />

nützlichen Retuschefunktionen. Bemerkenswert<br />

sind die Gimmicks insbesondere<br />

zum Erstellen von HDR-Aufnahmen <strong>und</strong> eindrucksvollen<br />

Pseudo-Handzeichnungen.<br />

Unterm Strich ist Fotoxx eine sinnvolle Erweiterung<br />

zu Bildverwaltungen wie Digikam,<br />

die von Haus aus nur rudimentäre Korrekturfunktionen<br />

mitbringen.<br />

Infos<br />

[10] Fotoxx: http:// kornelix. squarespace.<br />

com/ fotoxx/ (http:// ezlx. de/ b2o2)<br />

Abb. 10: Fotoxx wirkt etwas umständlich, bietet dafür aber viele nützliche Funktionen.<br />

Es eignet sich für alle, die eine Fotobearbeitung mit vielen Features wünschen.<br />

Software zum Artikel auf DVD:<br />

Fotoxx<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

21


AktuELL<br />

Webseiten<br />

Angeklickt<br />

Mehrere Milliarden Webseiten bevölkern zwischenzeitlich<br />

das Internet – auch Suchmaschinen helfen nur bedingt, die<br />

Nadel im Heuhaufen zu finden. <strong>EasyLinux</strong> stellt in jeder<br />

Ausgabe drei interessante Websites vor. Sollten Sie auch<br />

eine dieser Perlen kennen, schicken Sie uns eine Mail an<br />

„redaktion@easylinux. de“ mit dem Betreff „Angeklickt“<br />

<strong>und</strong> einer kurzen Beschreibung der Seite. Bei Veröffentlichung<br />

Ihres Vorschlags erhalten Sie kostenlos das jeweils<br />

aktuellste Starter Kit. (thomas Leichtenstern/tle)<br />

©pressmaster, fotolia.de<br />

Browser Benchmark<br />

Wer sich in Sachen Performance nicht auf sein<br />

subjektives Empfinden verlassen möchte, unterzieht<br />

die Browser einem Benchmarktest.<br />

Peacekeeper überprüft den Browser nach verschiedenen<br />

Kriterien wie Rendering, Social<br />

Network, komplexe Grafiken, Datenverarbeitung<br />

(Copy & Paste etc.), DOM-Operationen<br />

<strong>und</strong> Texterkennung.<br />

Nach dem Benchmark erscheint das Resultat<br />

als Balken mit einer Kennzahl dahinter. Ein<br />

Klick auf das Diagramm zeigt Details zum Ergebnis.<br />

Jeden Benchmark versieht das Projekt<br />

mit einer ID, die es Ihnen erlaubt, das Ergebnis<br />

direkt mit anderen Browsern zu vergleichen.<br />

<strong>EasyLinux</strong> meint:<br />

Wer möglichst praxisrelevant die Performance<br />

seines Browsers ermitteln <strong>und</strong> das Ergebnis<br />

mit anderen vergleichen möchte, findet in<br />

Peacekeeper das ideale Projekt dafür.<br />

To do or not to do<br />

Wer sein Gedächtnis von der Erinnerung an<br />

anstehende Aufgaben entlasten möchte, überträgt<br />

diese in eine To-do-Liste. Was früher<br />

eine oft unübersichtliche Zettelwirtschaft war,<br />

übernimmt heute der Rechner. Doch eine Aufgabenplanung<br />

hilft nur dort, wo sie benötigt<br />

wird. Abhilfe schafft die „W<strong>und</strong>erlist“.<br />

Mit dem Aufgabenplaner legen Sie über wenige<br />

Mausklicks Ihre Termine fest. Diese sortieren<br />

Sie via Drag & Drop in frei definierbare<br />

Filterlisten, etwa Arbeit oder Privat. Ein Häkchen<br />

vor dem Eintrag markiert das Ereignis<br />

als erledigt. Apps für Android <strong>und</strong> das iPhone<br />

synchronisieren die Listen <strong>und</strong> halten Sie<br />

auch unterwegs stets auf dem Laufenden.<br />

<strong>EasyLinux</strong> meint:<br />

Wer eine simple <strong>und</strong> zugleich effektive Methode<br />

der Aufgabenplanung sucht, wird mit<br />

der W<strong>und</strong>erlist fündig.<br />

Daten überall<br />

Das Modewort <strong>und</strong> zugleich der Trend heißt<br />

„Cloud“: verteiltes Rechnen, verteiltes Speichern<br />

von Wissen <strong>und</strong> Daten.<br />

Diverse Anbieter tragen mit mehr oder weniger<br />

ausgeklügelten Storage-Systemen diesem<br />

Trend Rechnung – keiner von Ihnen bietet jedoch<br />

den Komfort von Dropbox. Dort gibt es<br />

nämlich neben dem Onlineportal für praktisch<br />

alle gängigen Systeme <strong>und</strong> Plattformen Applikationen,<br />

die ein müheloses Synchronisieren<br />

untereinander ermöglichen. Das Portal dient<br />

letztlich vorwiegend als Verwaltungsinstanz,<br />

ermöglicht aber auch den Up- <strong>und</strong> Download<br />

von Dateien.<br />

<strong>EasyLinux</strong> meint:<br />

Wer an mehr als einem Rechner arbeitet oder<br />

ein Smartphone besitzt, dem hilft Dropbox<br />

mit seinem außergewöhnlich anwenderfre<strong>und</strong>lichen<br />

System beim Datenabgleich.<br />

Infos<br />

Website: http:// clients. futuremark. com/<br />

peacekeeper/ (http:// ezlx. de/ b2u1)<br />

Sprache: Englisch<br />

Thema: Browser Benchmark<br />

Infos<br />

Website: http:// www. w<strong>und</strong>erlist. com/<br />

(http:// ezlx. de/ b2u2)<br />

Sprache: Deutsch<br />

Thema: Aufgabenplanung<br />

Infos<br />

Website: https:// www. dropbox. com/<br />

(http:// ezlx. de/ b2u3)<br />

Sprache: Englisch<br />

Thema: Onlinespeicher<br />

22 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


EINfaCH auf LINuX<br />

umSTEIGEN!<br />

4 x im Jahr kompaktes Linux-Know-how - IMMER mit 2 DVDs<br />

15%<br />

sparen<br />

EASYLINUX-JAHRES-ABO<br />

NUR 33,30E*<br />

❱ SICHERN!<br />

n Einfach in Linux einsteigen,<br />

mit dem Buch der<br />

<strong>EasyLinux</strong>-Redaktion<br />

„OpenSUSE 11.3:<br />

ganz easy!“<br />

(solange Vorrat reicht)<br />

JETZT GRaTIS<br />

aBo-pRämIE<br />

Coupon<br />

*Preise außerhalb Deutschlands siehe www.easylinux.de/abo<br />

ich möchte <strong>EasyLinux</strong> für nur 8,33 Euro* pro Ausgabe<br />

Ja,<br />

abonnieren.<br />

ich möchte für nur 1 € pro Monat das <strong>EasyLinux</strong>-<br />

Ja,<br />

Community-Abo abschließen. Jederzeit Zugriff<br />

auf alle Online-Artikel, Workshops <strong>und</strong> mehr.<br />

Ich zahle pro Ausgabe nur € 8,33* statt € 9,80* im Einzelverkauf.<br />

Ich erhalte <strong>EasyLinux</strong> alle drei Monate (vier Ausgaben pro Jahr) zum Vorzugspreis von<br />

€ 33,30* pro Jahr bei jährlicher Verrechnung. Möchte ich <strong>EasyLinux</strong> nicht mehr<br />

haben, kann ich das Abonnement nach einem Jahr jederzeit kündigen.<br />

Name, Vorname<br />

Datum<br />

Unterschrift<br />

Mein Zahlungswunsch: Bequem per Bankeinzug Gegen Rechnung<br />

Straße, Nr.<br />

BLZ<br />

Konto-Nr.<br />

PLZ<br />

Ort<br />

Bank<br />

JETZT GLEICH BESTELLEN!<br />

n Tel.: 07131 / 2707 274 n fax: 07131 / 2707 78 601<br />

n uRL: www.easylinux.de/abo n E-mail: abo@easylinux.de


AktuELL<br />

Heft-DVD: OpenSuse 11.4 installieren<br />

Auf der Heft-DVD: die brandneue OpenSuse 11.4<br />

OpenSuse 11.4 installieren<br />

Marcel Hilzinger<br />

Die Installation von OpenSuse ist auch für Einsteiger leicht zu bewältigen. Dieser Artikel zeigt<br />

Ihnen, wie Sie das Linux-System von der Heft-DVD aufsetzen <strong>und</strong> was dabei zu beachten ist.<br />

Mit dieser Anleitung verwandeln Sie<br />

Ihren PC oder Laptop in weniger<br />

als einer St<strong>und</strong>e in einen Linux-<br />

Rechner. Es spielt dabei keine Rolle, ob auf<br />

dem Computer bereits ein anderes Linux-System,<br />

Windows oder Mac OS X vorinstalliert<br />

ist: OpenSuse verträgt sich mit diesen Systemen<br />

<strong>und</strong> kann auf Wunsch auch mit anderen<br />

zusammen installiert werden.<br />

Aller Anfang<br />

Haben Sie bereits etwas Erfahrung mit Computern,<br />

dann legen Sie jetzt einfach die DVD<br />

ins Laufwerk ein, starten den PC neu <strong>und</strong> folgen<br />

dann den Anweisungen des Installationsassistenten.<br />

Sind Sie bei einem Punkt unsicher,<br />

nutzen Sie die Hilfefunktion des Installationsprogramms<br />

YaST oder schauen in diesem<br />

Artikel nach.<br />

Haben Sie noch nie Linux installiert, dann lesen<br />

Sie diese Anleitung am besten zunächst<br />

komplett durch <strong>und</strong> starten die Installation<br />

erst im Anschluss. Wenn Sie bereits Open-<br />

Suse-Anwender sind, finden Sie im nachfolgenden<br />

Artikel eine Übersicht der wichtigsten<br />

Neuerungen in Version 11.4.<br />

Mehrere Möglichkeiten<br />

Für die Installation von OpenSuse 11.4 stehen<br />

Ihnen drei Wege zur Verfügung:<br />

l über die Heft-DVD<br />

l per Live-CD<br />

l via USB-Stick<br />

Verfügt Ihr Rechner über ein DVD-Laufwerk,<br />

dann benutzen Sie am besten die beiliegende<br />

Heft-DVD zur Installation. Die DVD unterstützt<br />

allerdings keinen Live-Modus, das<br />

heißt, dass Sie damit OpenSuse 11.4 nicht<br />

ohne Installation ausprobieren können.<br />

Möchten Sie OpenSuse auf Ihrem Rechner zunächst<br />

testen, laden Sie eine der zwei verfügbaren<br />

Live-CDs von der OpenSuse-Webseite<br />

[1] herunter. Es gibt je eine Version mit dem<br />

KDE-4-Desktop <strong>und</strong> mit Gnome [2]. Um die<br />

Live-CD problemlos zu starten, sollte Ihr<br />

Rechner über mindestens 1 GByte Hauptspeicher<br />

(RAM) verfügen. Die Live-CD lässt sich<br />

zum Testen <strong>und</strong> zur Neuinstallation nutzen,<br />

allerdings ist sie für ein Upgrade älterer Versionen<br />

nicht geeignet. Die Installation erfolgt<br />

auch hier über YaST (Abbildung 1).<br />

USB-Stick erstellen<br />

Sie benötigen ebenfalls die Live-CD, wenn Sie<br />

OpenSuse über einen USB-Stick installieren<br />

möchten. Sie brauchen dazu einen mindestens<br />

1 GByte großen USB-Stick <strong>und</strong> die KDEoder<br />

Gnome-Version der Live-CD. Anschließend<br />

gehen Sie folgendermaßen vor:<br />

Laden Sie die gewünschte Live-CD herunter<br />

<strong>und</strong> schließen Sie den USB-Stick an den<br />

1<br />

Rechner an.<br />

Wenn Sie mit einem älteren Linux-System<br />

2<br />

arbeiten, öffnen Sie ein Terminalfenster<br />

mit Administratorrechten, am einfachsten<br />

über [Alt-F2] <strong>und</strong> den Befehl kdesu konsole<br />

unter KDE oder unter Ubuntu bzw. Gnome<br />

gksu /usr/bin/x‐terminal‐emulator.<br />

Geben Sie den Befehl fdisk ‐l ein <strong>und</strong> suchen<br />

Sie nach Einträgen, die mit<br />

3<br />

Platte<br />

/dev/sd beginnen (Abbildung 2). Bei /dev/<br />

sdX handelt es sich um die Gerätebezeichnung<br />

unter Linux.<br />

Notieren Sie sich, welche Gerätebezeichnung<br />

der USB-Stick bekommen hat (sollte<br />

4<br />

aus der Größe in MByte ersichtlich sein). In<br />

den meisten Fällen dürfte das /dev/sdb<br />

sein, überprüfen Sie aber zur Sicherheit<br />

immer die Ausgabe von fdisk ‐l. Sind Sie<br />

sich nicht sicher, entfernen Sie den Stick,<br />

schauen sich die Informationen von fdisk ‐l<br />

an, schließen den Stick wieder an <strong>und</strong> vergleichen<br />

die zwei Ausgaben.<br />

Übertragen Sie nun die ISO-Abbilddatei der<br />

5<br />

Live-CD mit folgendem Befehl auf den<br />

USB-Stick. (Dieser Schritt löscht ohne<br />

Nachfrage sämtliche Dateien auf dem USB-<br />

Stick bzw. der angegebenen Gerätedatei!)<br />

dd if=opensuse.iso of=GeraeteU<br />

datei<br />

Den Platzhalter opensuse.iso müssen Sie<br />

dabei durch den Dateinamen des heruntergeladenen<br />

ISO-Images ersetzten, Geraete‐<br />

24 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


Heft-DVD: OpenSuse 11.4 installieren<br />

AktuELL<br />

datei durch den passenden Eintrag. Ein<br />

korrekter Befehl wäre zum Beispiel dd if=/<br />

home/benutzer/Downloads/openSUSE‐11.<br />

4‐GNOME‐LiveCD‐i686.iso of=/dev/sdb.<br />

Je nach Geschwindigkeit <strong>und</strong> Größe des Sticks<br />

dauert das Kopieren r<strong>und</strong> zwei bis fünf Minuten.<br />

Sie sehen dann im Terminal eine Angabe,<br />

wie viele Bytes der Befehl dd gelesen <strong>und</strong> geschrieben<br />

hat. Danach können Sie den USB-<br />

Stick vom Rechner entfernen oder durch einen<br />

Neustart zur Installation benutzen.<br />

Falls Sie OpenSuse 11.3 nutzen, gibt es auch<br />

einen anderen Weg, den USB-Stick zu erstellen.<br />

Installieren Sie dazu über YaST das Tool<br />

imagewriter <strong>und</strong> starten Sie es anschließend<br />

über den folgenden Befehl:<br />

kdesu imagewriter<br />

Hier wählen Sie in der Drop-down-Liste den<br />

gewünschten USB-Stick aus (bei einem Stick<br />

sollte die Auswahl bereits stimmen) <strong>und</strong> ziehen<br />

danach aus dem Dateimanager die Abbilddatei<br />

ins vorgesehene Feld (Abbildung<br />

3). Ein Klick auf Write überträgt das Image<br />

auf den Stick.<br />

Der klassische Weg<br />

Die Installation über die Live-CD oder den<br />

USB-Stick unterscheidet sich in ein paar Details<br />

von der Standardinstallation, die meisten<br />

Dialoge sind jedoch identisch. Der folgende<br />

Artikel beschreibt deshalb die Standardinstallation<br />

von DVD. Befindet sich auf Ihrem PC<br />

bereits eine ältere Version von OpenSuse,<br />

dann müssen Sie das System nicht neu installieren,<br />

sondern können ein Upgrade durchführen.<br />

Details dazu lesen Sie im Kasten Fliegender<br />

Wechsel.<br />

Legen Sie die Heft-DVD ein <strong>und</strong> starten Sie<br />

den Rechner neu. Sie sehen jetzt den Open-<br />

Suse-Bootbildschirm (Abbildung 4). Lädt bei<br />

einem Neustart nicht automatisch die DVD,<br />

müssen Sie einige Einstellungen im BIOS Ihres<br />

Rechners ändern. Drücken Sie dazu beim<br />

Start des Rechners je nach Hersteller die Taste<br />

[Entf], [F2] oder [F1], damit sich das BIOS öffnet.<br />

Dann ändern Sie unter Advanced BIOS<br />

Options oder Boot die Reihenfolge der Laufwerke<br />

so, dass das CD-/ DVD-Laufwerk an<br />

erster Stelle steht (First Boot Device).<br />

Abb. 2: Achten Sie beim Übertragen der ISO-Abbilddatei unbedingt darauf, die richtige<br />

Gerätedatei für den uSB-Stick zu wählen <strong>und</strong> nicht etwa die eigene Festplatte.<br />

Abb. 1: Über die im Internet erhältliche Live-CD für kDE oder Gnome können Sie das Linux-System<br />

vor der Installation auch testen.<br />

Neben der Installation befinden sich im Bootmenü<br />

noch weitere Einträge, um den Rechner<br />

auf Hardware-Probleme zu überprüfen (Speichertest<br />

<strong>und</strong> Firmware‐Test) bzw. um bei Problemen<br />

ein Linuxsystem zu starten. Haben Sie<br />

den Verdacht, die DVD sei beschädigt, nehmen<br />

Sie Kontakt mit der Redaktion auf. Defekte<br />

DVDs ersetzen wir Ihnen kostenlos.<br />

32 ODEr 64?<br />

Auf der Heft-DVD finden Sie die 32-Bit-Version<br />

von OpenSuse 11.4, die OpenSuse-Webseite<br />

bietet außerdem eine 64-Bit-Version zum<br />

Download an. Die DVD eignet sich zur Installation<br />

auf praktisch allen PCs mit einer CPU<br />

von Intel, AMD oder Via, allerdings sollte Ihr<br />

Rechner über mindestens 512 MByte Hauptspeicher<br />

(RAM) <strong>und</strong> einen 500 MHz schnellen<br />

Prozessor verfügen (die Empfehlungen<br />

liegen bei mindestens 1 GByte RAM <strong>und</strong> einem<br />

2.4-GHz-Prozessor).<br />

Verfügt Ihr Rechner über einen Prozessor<br />

mit mehreren Prozessorkernen, noch besser<br />

über einen AMD-Prozessor, dann können<br />

Sie für die Installation die 64-Bit-Variante<br />

nutzen, die Sie zunächst herunterladen<br />

müssen – die 32-Bit-Version der Heft-<br />

DVD läuft aber auch auf 64-Bit-CPUs. Für<br />

andere Systeme oder wenn Sie sich nicht<br />

sicher sind, ob Ihr Rechner eine 64-Bit-CPU<br />

besitzt, nehmen Sie die 32-Bit-Version.<br />

Die 64-Bit-Variante bringt bei sehr rechenintensiven<br />

Aufgaben wie etwa Audio- <strong>und</strong> Videokodierung,<br />

Verschlüsselung <strong>und</strong> Komprimierung<br />

einen deutlichen Geschwindigkeitsvorteil<br />

mit; allerdings kann es bei gewissen<br />

Multimedia-Anwendungen zu Kompatibilitätsproblemen<br />

kommen, weswegen<br />

die <strong>EasyLinux</strong>-Redaktion Linux-Einsteigern<br />

den Einsatz der 32-Bit-Version empfiehlt.<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

25


AktuELL<br />

Heft-DVD: OpenSuse 11.4 installieren<br />

Wenn Sie keinen Eintrag auswählen,<br />

startet OpenSuse nach einer Zeit automatisch<br />

das auf der Festplatte installierte<br />

System. Möchten Sie Open-<br />

Suse installieren, wählen Sie über<br />

die Pfeiltasten den Eintrag Installation<br />

aus <strong>und</strong> drücken [Eingabe].<br />

Willkommen bei YaST<br />

Nach der Auswahl von Installation<br />

begrüßt Sie das OpenSuse-Installations-<br />

<strong>und</strong> Systemverwaltungsprogramm<br />

YaST. Im Willkommensdialog<br />

sehen Sie neben einer Kurzinfo Abb. 3: Mit Imagewriter erstellen Sie mit wenigen Mausklicks<br />

einen uSB-Stick mit OpenSuse 11.4.<br />

zum Datenträger die Lizenzvereinbarung<br />

von Novell sowie Sprach<strong>und</strong><br />

Tastaturauswahl. Mit einem Klick auf Desktop <strong>und</strong> Partitionierung<br />

Weiter landen Sie bei der Auswahl der Installationsart.<br />

Befindet sich auf dem Rechner Sind Sie mit der vorgeschlagenen Auswahl zu-<br />

Der Standarddesktop von OpenSuse ist KDE 4.<br />

schon ein OpenSuse-System, können Sie dieses<br />

aktualisieren (Abbildung 5). Alternativ Dialog. Entscheiden Sie sich für die Gnomefrieden,<br />

dann bringt Sie Weiter zum nächsten<br />

nehmen Sie das Upgrade direkt im alten System<br />

(idealerweise OpenSuse 11.3) vor. Die In-<br />

Gnome. Für einen Xfce- oder LXDE-Desktop<br />

Arbeitsumgebung, markieren Sie den Eintrag<br />

stallation können Sie an jeder beliebigen Stelle sowie für spezielle Ansprüche ohne grafische<br />

abbrechen, dann erscheint ein Textmenü. Oberfläche wählen Sie zunächst Andere. Verfügt<br />

Ihr Rechner über lediglich 512 MByte<br />

Über die Zeilen Installation starten / Rettungssystem<br />

starten landen Sie im Reparaturmodus. Hauptspeicher oder weniger, dann empfiehlt<br />

Sie sollten diese Auswahl wirklich nur dann sich, anstelle von KDE oder Gnome den<br />

treffen, wenn Sie Ihr bereits installiertes Linux-System<br />

nicht mehr starten können. kieren Sie dazu den Eintrag Andere <strong>und</strong> wäh-<br />

schlanken LXDE-Desktop zu installieren. Mar-<br />

OpenSuse richtet die Hardware Ihres Rechners<br />

vollautomatisch ein. Sollten dabei Pro-<br />

Unabhängig vom gewählten Desktoptyp lanlen<br />

Sie danach LXDE aus der Liste aus.<br />

bleme auftreten, müssen Sie die Markierung den Sie im nächsten Schritt beim Partitionierungsdialog<br />

von YaST. Unter Linux ordnet<br />

vor der Checkbox Automatische Konfiguration<br />

verwenden entfernen. Ein Klick auf Weiter man jeder Partition einen so genannten Einhängepunkt<br />

(„mount point“) zu. Das Pendant<br />

führt Sie zur Zeitzonen-Auswahl. Hier müssen<br />

Sie in der Regel bei der passenden Sprachauswahl<br />

nur auf Weiter klicken. Im nächsten In-<br />

Linux Wurzelverzeichnis. Es hat einen<br />

zum Windows-Verzeichnis C:\ heißt unter<br />

stallationsfenster können Sie die gewünschte Schrägstrich / als Einhängepunkt. Hier liegt<br />

Arbeitsumgebung auswählen.<br />

das eigentliche System. Für / müssen Sie eine<br />

eigene Partition anlegen, da Sie<br />

sonst nichts installieren können. Die<br />

Größe der Partition hängt von der<br />

Festplatte ab. Mindestens 4 bis<br />

5 GByte sollten es sein, mehr als 20<br />

bis 25 GByte lohnt sich kaum. Eine<br />

weitere Partition müssen Sie für den<br />

virtuellen Speicher, den so genannten<br />

Swap-Bereich, anlegen. Diese<br />

Partition sollte mindestens so groß<br />

wie der Arbeitsspeicher Ihres Rechners<br />

sein. Der virtuelle Speicher benötigt<br />

keinen Einhängepunkt.<br />

Sie sollten für das Verzeichnis /home<br />

ebenfalls eine separate Partition anlegen.<br />

Diese entspricht ungefähr<br />

dem Verzeichnis Eigene Dateien unter Windows.<br />

Linux speichert hier aber nicht nur Dokumente,<br />

sondern auch sämtliche persönliche<br />

Einstellungen, Schriften, Symbole, Hintergr<strong>und</strong>bilder<br />

usw. Je größer /home ist, desto<br />

mehr Platz haben Sie für Ihre Daten.<br />

Wenn sich auf Ihrer Festplatte bereits ein installiertes<br />

Betriebssystem befindet, versucht<br />

OpenSuse, automatisch den vorhandenen<br />

Plattenplatz so gut wie möglich aufzuteilen.<br />

In den meisten Fällen geht das durch Verkleinerung<br />

bestehender Partitionen <strong>und</strong> Anlegen<br />

von zusätzlichen. In einigen Fällen schlägt<br />

YaST aber auch vor, bereits bestehende Partitionen<br />

zu löschen, zum Beispiel dann, wenn<br />

Sie anstatt der Aktualisierung eines installierten<br />

OpenSuse-Systems die Neuinstallation<br />

auswählen. Durch das Löschen einer bestehenden<br />

Partition gehen aber sämtliche Daten<br />

auf dieser Partition verloren. Achten Sie deshalb<br />

auf die Einträge, die im Vorschlag von<br />

YaST rot markiert sind!<br />

Entscheiden Sie sich aufgr<strong>und</strong> des Vorschlags<br />

für eine der folgenden Möglichkeiten:<br />

Abb. 4: Hier drücken Sie [F2], um die Sprache auf Deutsch umzustellen.<br />

Abb. 5: Hier wählen Sie zwischen den Installationsmodi „Neuinstallation“<br />

oder „Aktualisierung“.<br />

28 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


Heft-DVD: OpenSuse 11.4 installieren<br />

AktuELL<br />

Abb. 6: Die Partitionierungsübersicht von YaSt bietet sehr viele Möglichkeiten. In der<br />

regel benötigen Sie nur die Einträge unter „Festplatten“.<br />

l Vorschlag annehmen -> Klick auf Weiter<br />

l Vorschlag teilweise annehmen -> Klick<br />

auf Partitionsaufbau bearbeiten<br />

l Vorschlag komplett ignorieren -> Klick<br />

auf Partitionsaufbau erstellen<br />

Die Checkbox LVM‐basiert richtet sich an erfahrene<br />

Nutzer mit speziellen Anforderungen<br />

an die Partitionierung. Steht ihnen für die Installation<br />

von OpenSuse eine neue Festplatte<br />

zur Verfügung, dann wählen Sie den Menüpunkt<br />

Partitionsaufbau erstellen. YaST zeigt<br />

dann als Nächstes den Dialog Vorbereiten der<br />

Festplatte an. Hier markieren Sie die gewünschte<br />

Festplatte <strong>und</strong> klicken auf Weiter.<br />

Vorsicht: YaST wird sämtliche Daten auf der<br />

ausgewählten Festplatte löschen!<br />

Partitionen anlegen<br />

Möchten Sie die Größe der Partitionen selbst<br />

bestimmen, wählen Sie Partitionsaufbau bearbeiten<br />

oder Benutzerdefinierte Partitionierung.<br />

In beiden Fällen landen Sie beim Dialog Festplatte<br />

vorbereiten: Expertenmodus (Abbildung<br />

6). Der Artikel beschreibt im Folgenden, welche<br />

Partitionen Sie für eine erfolgreiche Installation<br />

von OpenSuse benötigen <strong>und</strong> wie<br />

Sie diese anlegen. Bei Auflösungen unter<br />

1280 x 1024 Pixeln zeigt der Dialog den Text<br />

der meisten Buttons vermutlich nur teilweise<br />

an. Mehr Platz schaffen Sie, indem Sie die<br />

linke Spalte über die drei grauen Punkte mit<br />

der Maus einfach ausblenden.<br />

Um eine neue Partition anzulegen, brauchen<br />

Sie zunächst einmal genügend leeren<br />

1<br />

Platz bzw. einen nicht partitionierten Bereich<br />

auf Ihrer Festplatte. Installieren Sie<br />

OpenSuse neben Windows, dann muss die<br />

Windows-Partition zuerst verkleinert werden.<br />

Die gewünschte Festplatte wählen Sie<br />

in der Systemansicht aus. Die Gerätebezeichnung<br />

für die erste Festplatte ist in der<br />

Regel /dev/sda. In der rechten Fensterhälfte<br />

zeigt das Partitionierungsmodul nun die<br />

zwei Reiter Überblick <strong>und</strong> Partitionen an.<br />

Wechseln Sie auf den Reiter Partitionen<br />

2<br />

<strong>und</strong> wählen Sie die zu verkleinernde Partition<br />

aus, drücken Sie dann auf Größe ändern<br />

<strong>und</strong> geben Sie die neue Größe für diese<br />

Partition an. Nun haben Sie einen nicht<br />

FLIEGENDEr WECHSEL<br />

partitionierten Bereich, wo Sie die Partition<br />

für OpenSuse anlegen. Wenn Sie für die Installation<br />

eine neue leere oder eine zweite<br />

Festplatte verwenden, dann können Sie<br />

diesen Schritt überspringen; achten Sie<br />

aber auf die Wahl der richtigen Festplatte.<br />

Um die neue Partition für das OpenSuse-<br />

3<br />

System anzulegen, drücken Sie unter Partitionen<br />

die Taste Hinzufügen.<br />

Wählen Sie als Typ Erweiterte Partition<br />

4<br />

<strong>und</strong> teilen Sie der neuen Partition am einfachsten<br />

sämtlichen freien Speicher zu<br />

(Maximale Größe). Lassen Sie aber etwas<br />

leeren Platz auf der Festplatte übrig, können<br />

Sie zusätzlich am Ende noch eine extra<br />

FAT-Partition anlegen, die Sie sowohl von<br />

Ihrem Linux- als auch aus Ihrem Windows-<br />

System heraus erreichen. Drücken Sie auf<br />

Beenden, <strong>und</strong> die Übersicht zeigt jetzt einen<br />

neuen Eintrag vom Typ Extended an.<br />

Klicken Sie erneut auf Hinzufügen, um nun<br />

5<br />

innerhalb der erweiterten Partition eine logische<br />

Partition zu erstellen. Richten Sie<br />

zunächst eine Partition für den virtuellen<br />

Speicher (Swap) ein. Auf diese schreibt das<br />

System, wenn im Hauptspeicher (RAM)<br />

kein freier Platz mehr ist. Wählen Sie dazu<br />

als Benutzerdefinierte Größe 1 bis 3 GByte<br />

<strong>und</strong> klicken Sie auf Weiter<br />

Markieren Sie den Punkt Partition formatieren<br />

<strong>und</strong> wählen Sie unter Dateisystem<br />

6<br />

den Eintrag Swap aus. Unter Einhängeoptionen<br />

soll als Einhängepunkt ebenfalls swap<br />

erscheinen. Ein Klick auf Beenden legt den<br />

Swap-Bereich an.<br />

Klicken Sie anschließend wieder auf Hinzufügen<br />

<strong>und</strong> geben Sie eine Benutzerdefi‐<br />

7<br />

nierte Größe von höchstens 10 bis 15 GByte<br />

Mit der Version 11.1 hat OpenSuse erstmals<br />

die Möglichkeit eines offiziellen Distributionssprungs<br />

über das Kommandozeilentool<br />

zypper in die Distribution integriert.<br />

Möchten Sie die Version 11.3 auf 11.4 auffrischen,<br />

ohne dazu über die DVD installieren<br />

zu müssen, starten Sie zunächst YaST<br />

<strong>und</strong> ändern über Software / Repositories<br />

verwalten bei sämtlichen Paketquellen den<br />

Pfad von 11.3 zu 11.4. Erfahrene Nutzer<br />

können diesen Schritt auch auf der Kommandozeile<br />

vornehmen. Achten Sie darauf,<br />

mindestens die Software-Verzeichnisse oss<br />

<strong>und</strong> update aktiviert zu haben. Falls Sie<br />

PackMan oder andere zusätzliche Repositories<br />

nutzen, dann sollten Sie diese auch auf<br />

Version 11.4 umstellen. Besondere Vorsicht<br />

ist bei Nutzern geboten, die proprietäre<br />

3-D-Treiber von ATI oder Nvidia einsetzen:<br />

Hier sollten Sie warten, bis ATI <strong>und</strong><br />

Nvidia passende Repos zur Verfügung stellen,<br />

da YaST sonst die verfügbaren freien<br />

Treiber installiert, die je nach Karte keine<br />

3-D-Beschleunigung anbieten.<br />

Haben Sie die Repositories auf Version<br />

11.4 angepasst, öffnen Sie ein Terminalfenster<br />

<strong>und</strong> geben hier folgende Befehle<br />

ein:<br />

sudo zypper refresh<br />

sudo zypper install rpm<br />

sudo zypper dup<br />

Der erste Befehl frischt die Liste der verfügbaren<br />

Pakete auf, der zweite aktualisiert<br />

zunächst den Paketmanager RPM, <strong>und</strong> der<br />

dritte installiert dann die Pakete. Nach einem<br />

Neustart sollte Ihr System auf dem aktuellsten<br />

Stand sein.<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

29


AktuELL<br />

Heft-DVD: OpenSuse 11.4 installieren<br />

für das Systemverzeichnis an. Nach einem<br />

Klick auf Weiter erscheinen die Formatierungsoptionen<br />

für die neue Partition. Normalerweise<br />

wird unter Partition formatieren<br />

das Dateisystem Ext4 <strong>und</strong> unter Partition<br />

einhängen ein Schrägstrich als Einhängepunkt<br />

vorgeschlagen (Abbildung 7).<br />

Überprüfen Sie diese Optionen, <strong>und</strong> wenn<br />

alles stimmt, drücken Sie auf Beenden.<br />

Es empfiehlt sich, eine separate /home-Partition<br />

anzulegen. Klicken Sie dazu wieder<br />

8<br />

auf Hinzufügen <strong>und</strong> markieren Sie die<br />

Checkbox Maximale Größe. Klicken Sie auf<br />

Weiter <strong>und</strong> überprüfen Sie, ob Partition formatieren<br />

markiert <strong>und</strong> Ext4 als Dateisystem<br />

vorgeschlagen wird. Wenn es so ist, brauchen<br />

Sie hier nichts zu ändern. Der Punkt<br />

Partition einhängen sollte bereits auch<br />

markiert sein, aber den Einhängepunkt ändern<br />

Sie selbst auf /home.<br />

Nach einem Klick auf Beenden sollten Sie jetzt<br />

unter Typ mindestens vier Einträge sehen: Extended,<br />

Swap <strong>und</strong> zweimal Linux native. Sind<br />

Sie mit der Partitionierung fertig, führt Sie ein<br />

Klick auf Übernehmen wieder zum Dialog<br />

Vorschlag für Partitionierung zurück. Hier setzen<br />

Sie die Installation mit einem Klick auf<br />

Weiter fort.<br />

Letzte Schritte<br />

Im Dialog Neuen Benutzer erstellen geben Sie<br />

Ihren Namen, einen Loginnamen (Benutzername)<br />

<strong>und</strong> ein Passwort an. In der Gr<strong>und</strong>einstellung<br />

wird hier eine Automatische Anmeldung<br />

vorgeschlagen. Dementsprechend wird<br />

Abb. 7: Sie müssen mindestens eine Partition mit dem Einhängepunkt „/ “ anlegen.<br />

von dem Benutzer beim Systemstart kein<br />

Passwort verlangt. Möchten Sie aber doch,<br />

dass das System nur nach Angabe des Passworts<br />

gestartet wird, entfernen Sie hier die<br />

Markierung. In der Gr<strong>und</strong>einstellung benutzt<br />

OpenSuse das angegebene Passwort auch für<br />

den Systemadministrator Root.<br />

Es folgt der Dialog Installationseinstellungen.<br />

Er listet nochmals sämtliche Punkte auf, die<br />

YaST nach einem Klick auf Installieren durchführen<br />

wird (Abbildung 8). Per Mausklick<br />

auf eine der grünen Überschriften oder über<br />

die Drop-down-Liste Ändern können Sie die<br />

Einstellungen nochmals anpassen. Wählen<br />

Sie in diesem Dialog Abbrechen, startet YaST<br />

den Rechner nach einer kurzen Rückfrage<br />

neu, ohne am System etwas zu ändern. Per<br />

Klick auf Installation richtet YaST die ausgewählten<br />

Partitionen ein <strong>und</strong> überträgt die<br />

Software von der DVD auf die Festplatte. Der<br />

Vorgang dauert je nach verfügbarem Hauptspeicher<br />

<strong>und</strong> CPU-Geschwindigkeit zwischen<br />

20 <strong>und</strong> 30 Minuten.<br />

Nachdem YaST die ausgewählten Pakete installiert<br />

hat, bootet das neue System. Da sich<br />

die DVD noch im Laufwerk befindet, sehen<br />

Sie nun wieder den Startbildschirm der Open-<br />

Suse-DVD. Drücken Sie hier einfach [Eingabe],<br />

um von der Festplatte zu booten. Haben<br />

Sie an den Einstellungen zur automatischen<br />

Konfiguration nichts geändert, richtet<br />

YaST nun die zentralen Hardwarekomponenten<br />

wie Netzwerk-, Grafik- <strong>und</strong> So<strong>und</strong>karte<br />

ohne Zutun ein. Nach Klicks auf Weiter <strong>und</strong><br />

Beenden startet OpenSuse die grafische Oberfläche<br />

KDE. (mhi/ hge)<br />

n<br />

Infos<br />

[1] OpenSuse: http:// www. opensuse. org/<br />

(http:// ezlx. de/ b2c1)<br />

[2] Download: http:// software. opensuse.<br />

org/ (http:// ezlx. de/ b2c2)<br />

Abb. 8: kein Weg zurück: klicken Sie hier auf „Installieren“, richtet YaSt openSuSE ein.<br />

Wählen Sie „Abbrechen“, dann bleibt das System unverändert.<br />

Software zum Artikel auf DVD:<br />

OpenSuse 11.4<br />

30 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


Neues in OpenSuse 11.4<br />

AktuELL<br />

Die wichtigsten Neuerungen in OpenSuse 11.4<br />

© Sebastian Duda, 123RF<br />

Marcel Hilzinger<br />

OpenSuse 11.4 ist vor Kurzem erschienen:<br />

Sie finden die 32-Bit-Version auf<br />

der Heft-DVD; andere Versionen <strong>und</strong><br />

Live-CDs gibt es auf der Downloadseite des<br />

Projekts [1]. Wir konnten uns die neue Version<br />

bereits ausgiebig anschauen <strong>und</strong> zeigen,<br />

was gefällt <strong>und</strong> wo es (noch) hakt. So viel vorweg:<br />

Überraschungen gibt es keine; technisch<br />

hat sich aber einiges getan.<br />

OpenSuse 11.4 setzt auf den Kernel 2.6.37<br />

<strong>und</strong> KDE 4.6 als Standarddesktop. Gnome<br />

2.32, Xfce 4.8 <strong>und</strong> LXDE 0.5 sind als alternative<br />

Desktops auch auf der DVD. Bei den Installationsmedien<br />

bleibt alles beim Alten: Es<br />

gibt die Installations-DVDs für 32- oder 64-Bit-<br />

Systeme, Live-CDs für KDE <strong>und</strong> Gnome sowie<br />

eine Netzwerk-Installations-CD.<br />

Mit der Veröffentlichung von OpenSuse 11.4<br />

soll auch der Build-Service [2] die aktuelle<br />

OpenSuse-Version kennen. Fortgeschrittene<br />

Anwender bauen sich damit gleich eine eigene<br />

Distribution, z. B. ohne GUI.<br />

Codename Celadon<br />

Die neue OpenSuse-Version 11.4 mit dem Codenamen „Celadon“ ist<br />

fertig. Wir haben sie getestet <strong>und</strong> zeigen die Neuerungen, Stärken<br />

<strong>und</strong> Schwächen der beliebten Distribution.<br />

Gut gemacht!<br />

OpenSuse 11.4 ist die erste Mainstream-Distribution<br />

mit LibreOffice an Bord. Im Unterschied<br />

zu einigen anderen Komponenten hat<br />

es hier die brandneue Version 3.3.1 bereits in<br />

die Repositories geschafft. Auch bei Mozilla<br />

Firefox setzt OpenSuse 11.4 gleich auf Version<br />

4 (aktuell Beta 12), die aber stabil arbeitet.<br />

Obwohl es die OpenSuse-Entwickler auch mit<br />

dieser Version nicht geschafft haben, einen<br />

schnellen <strong>und</strong> annähernd ohne Flackern auskommenden<br />

Bootvorgang hinzubekommen,<br />

darf man auf der Grafikseite neben einem bereits<br />

bekannten Bug mit den proprietären Nvidia-Treibern<br />

unter 32-Bit-Systemen [3] mit einigen<br />

positiven Überraschungen rechnen. So<br />

kommen die meisten Notebook-Besitzer mit<br />

integrierter ATI-/ AMD-Grafik problemlos mit<br />

den freien ATI-Treibern klar. Auch der Intel-<br />

Treiber verrichtet seine Arbeit auf den meisten<br />

Systemen besser. Dank Kernel 2.6.37 reagiert<br />

das System zudem auch bei 1 GByte<br />

Glossar<br />

Repositories: Ein Repository ist eine<br />

Paketsammlung mit Informationen<br />

über Abhängigkeiten <strong>und</strong> Konflikte. Die<br />

meisten aktuellen Distributionen bieten<br />

heute die Möglichkeit, die Standardpakete<br />

über „offizielle“ Quellen<br />

<strong>und</strong> zusätzlich Pakete von Drittanbietern<br />

über deren Repos zu installieren.<br />

Ein Beispiel für solche inoffiziellen Repos<br />

sind die von PackMan.<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

31


AktuELL<br />

Neues in OpenSuse 11.4<br />

RAM für einen KDE-Desktop erfrischend flott.<br />

Auch ein erster Blick auf die Gnome-Shell<br />

(Abbildung 1) überraschte positiv, eine entsprechende<br />

Live-CD ist für die Release von<br />

Gnome 3.0 bereits geplant.<br />

Unter der Haube hat auch das Paketmanagementtool<br />

Zypper einige Verbesserungen erfahren.<br />

So lädt es nun die RPM-Dateien intelligenter<br />

herunter. Dadurch muss es in den<br />

meisten Fällen weniger Daten übertragen, was<br />

bei Updates <strong>und</strong> großen Paketinstallationen<br />

positiv auffällt. Zudem lädt Zypper nun – wie<br />

die meisten Paketmanager anderer Distributionen<br />

– zunächst sämtliche Dateien herunter,<br />

bevor das Tool mit der eigentlichen Installation<br />

beginnt. Die Pakete speichert es temporär<br />

im Ordner /var/cache/zypp/packages/.<br />

Mit der Vorabversion von Firefox 4 bietet<br />

OpenSuse 11.4 einen recht schnellen Standardbrowser.<br />

Der kann bei der Videowiedergabe<br />

die Hardwarebeschleunigung des Grafikkartenprozessors<br />

nutzen <strong>und</strong> spielt von Haus<br />

aus WebM-Filme <strong>und</strong> -Audiodateien ab.<br />

NEu bEi PAckMAN<br />

Das PackMan-Repository besteht jetzt aus<br />

vier Teilen. Es gibt eine Hauptquelle (Essentials),<br />

die im Wesentlichen sämtliche<br />

Multimediapakete enthält, die man für ein<br />

funktionierendes System benötigt. Weitere<br />

Multimediaprogramme finden sich im Repo<br />

Multimedia, die Systemtools unter Extras<br />

<strong>und</strong> die Spiele unter Games. Um das Essentials-Repository<br />

hinzuzufügen, gibt man<br />

somit folgenden Befehl auf der Kommandozeile<br />

ein:<br />

sudo zypper ar http://ftp.gwdg.de/pU<br />

ub/linux/misc/packman/suse/openSUSEU<br />

_11.4/Essentials/ Packman‐Essenz<br />

Für die meisten Nutzer dürfte das Essential-Repo<br />

ausreichend sein. Bei einer frischen<br />

Installation (KDE) lädt es r<strong>und</strong><br />

25 MByte an Software nach.<br />

Abb. 1: Gerüstet für die Zukunft: OpenSuse 11.4 bringt die aktuelle Vorabversion der<br />

Gnome-Shell mit, die uns im test positiv überraschte.<br />

KDE 4.6<br />

Der Standarddesktop von OpenSuse ist weiterhin<br />

KDE. Mit Version 4.6 haben die Entwickler<br />

zahlreiche Baustellen aufgeräumt <strong>und</strong><br />

an einigen Punkten für eine bessere Bedienung<br />

gesorgt. Dazu gehören unter anderem<br />

die Akku-Anzeige (endlich wieder mit Zeitangabe)<br />

<strong>und</strong> das neue Netzwerkmanager-Frontend<br />

(das allerdings durch einen Fehler kein<br />

3G beherrscht). Auch die für den semantischen<br />

Desktop verantwortliche Indiziermaschine<br />

Nepomuk verrichtet in dieser Open-<br />

Suse-Version ihre Arbeit so ressourcenschonend,<br />

dass man es gar nicht bemerkt. Nepomuk<br />

ist deshalb in der Gr<strong>und</strong>einstellung aktiv<br />

<strong>und</strong> sorgt für eine echt schnelle Suche in Dolphin<br />

& Co. (Abbildung 2).<br />

In vielen Bereichen funktioniert die Kooperation<br />

zwischen KDE- <strong>und</strong> Gnome-Programmen<br />

besser. So benötigt der Start einer einzelnen<br />

KDE-Anwendung unter Gnome (zum Beispiel<br />

Digikam) weniger Zeit <strong>und</strong> deutlich weniger<br />

Arbeitsspeicher als bei früheren Versionen.<br />

Generell sieht es für KDE beim RAM-Verbrauch<br />

nicht besser aus: Der KDE-Desktop<br />

nutzt nach dem Systemstart knapp 1 GByte<br />

RAM, die Gnome-Variante von OpenSuse 11.4<br />

kommt mit 600 MByte aus. Das macht sich bei<br />

Rechnern mit 512 MByte oder 1 GByte RAM<br />

am meisten bemerkbar; ab 2 GByte spielt der<br />

Desktop kaum noch eine Rolle.<br />

Die KDE-Anwendungen nutzen in Version<br />

11.4 das GStreamer-Backend von Phonon. Dadurch<br />

steht zum Beispiel in Amarok gleich<br />

nach der Installation der MP3-Support zur<br />

Verfügung (Abbildung 3), <strong>und</strong> man muss<br />

nicht zunächst sämtliche Xine-Pakete gegen<br />

die PackMan-Versionen austauschen. Für Einsteiger<br />

ist das definitiv eine gute Änderung.<br />

Konqueror lässt sich unter OpenSuse 11.4<br />

sehr einfach mit WebKit als Layout-Engine<br />

benutzen. Laut der offiziellen Feature-Ankündigung<br />

sollte WebKit eigentlich der Standard<br />

Glossar<br />

WebM: Das WebM-Projekt stellt freie<br />

Video- <strong>und</strong> Audio-Codecs zur Verfügung,<br />

die speziell für Angebote im Internet<br />

entwickelt wurden. Zu den Unterstützern<br />

zählen Google, Firefox-Hersteller<br />

Mozilla <strong>und</strong> Opera.<br />

Abb. 2: Die schnelle Suche funktioniert unter kDE 4.6 zum ersten Mal so, wie man es erwartet.<br />

Das im Hintergr<strong>und</strong> laufende Nepomuk arbeitet ressourcenschonender.<br />

32 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


Neues in OpenSuse 11.4<br />

AktuELL<br />

sein, unsere OpenSuse-Installation setzte aber<br />

weiterhin auf KHTML. Um die Engine zu ändern<br />

(was empfehlenswert ist), rufen Sie den<br />

Menüpunkt Einstellungen / Konqueror einrichten<br />

auf <strong>und</strong> setzen dann auf dem Reiter<br />

Allgemein den Eintrag Standard-Webbrowser-<br />

Modul auf WebKit. Anschließend müssen Sie<br />

Konqueror neu starten. Dass die Änderung<br />

wirksam wurde, erkennen Sie am Acid3-Test,<br />

den Konqueror mit WebKit zu 100 Prozent<br />

besteht (Abbildung 4). Einzig das Nachladen<br />

bestimmter Fonts scheint der KDE-Browser<br />

nicht richtig zu unterstützen.<br />

Beim Personal Information Manager (PIM)<br />

Kontact setzt OpenSuse 11.4 weiterhin auf das<br />

traditionelle KMail ohne Akonadi-Anbindung.<br />

Damit müssen Sie zwar auf einige Features –<br />

etwa den Abgleich mit Google-Mail-Kontakten<br />

<strong>und</strong> -Adressen – verzichten, Sie bekommen<br />

dafür aber eine stabile Version von Kontact.<br />

Abb. 3: Amarok setzt in der Gr<strong>und</strong>einstellung auf das Phonon-backend mit GStreamer.<br />

So funktioniert der MP3-Support nach einem Onlineupdate automatisch.<br />

starker Gnome-Desktop<br />

sion 2.32.1 zahlreiche Bugfixes mit, die den<br />

Obwohl KDE als Standarddesktop von Open- Gnome-Mailer vor allem beim IMAP-Zugriff<br />

Suse 11.4 gilt, haben die Entwickler auch zu einer echten Alternative machen. So dauerte<br />

zum Beispiel das Erstindizieren eines<br />

Gnome nicht vernachlässigt. Mit an Bord ist<br />

Gnome 2.32 (Abbildung 5), Version 3.0 mit Ordners mit r<strong>und</strong> 25 000 E-Mails nur knapp<br />

der neuen Gnome-Shell ist als Preview-Version<br />

ebenfalls erhältlich <strong>und</strong> soll als Live-CD schnell wie Kontact unter KDE. Frühere Ver-<br />

zwei Minuten <strong>und</strong> arbeitete somit gleich<br />

verfügbar sein, sobald Gnome fertig ist. Während<br />

der Gnome-Desktop von OpenSuse 11.4 über fünf Minuten. Auch das Einrichten eines<br />

sionen benötigten für die gleiche Aufgabe<br />

auf den ersten Blick optisch keinen besonders Kontos ist nun deutlich einfacher: Wer zum<br />

guten Eindruck macht, lässt sich damit sehr Beispiel einen Google-Account benutzt, muss<br />

gut <strong>und</strong> auch sehr schnell arbeiten. Gnome- lediglich seine E-Mail-Adresse <strong>und</strong> das Kennwort<br />

eingeben, die restlichen Einstellungen<br />

Fans sollten darauf achten, bei der Installation<br />

von DVD gleich Gnome auszuwählen. Installiert<br />

man Gnome später, gibt es unter ande-<br />

Evolution wartet aber beim Indizieren größe-<br />

nimmt Evolution automatisch vor.<br />

rem Probleme mit dem Loginmanager.<br />

rer Mailboxen immer noch auf den kompletten<br />

Inhalt eines Ordners <strong>und</strong> ist nicht in der<br />

Neben dem Novell-Programm F-Spot bietet<br />

OpenSuse nun auch Shotwell als Fotoverwaltung<br />

für Gnome an – definitiv ein guter Ersatz Daten (Absender, Betreff, Datum) anzuzeigen<br />

Lage, die bereits heruntergeladenen Headerfür<br />

F-Spot. Vom Musikplayer<br />

Banshee (Abbildung 6) bringt<br />

OpenSuse die neueste Version<br />

1.9.3 mit. Das Programm mausert<br />

sich immer mehr zum Multimediatalent<br />

<strong>und</strong> spielt jetzt auch Videos<br />

ab. Die Amazon-Partner-<br />

Einnahmen aus dem integrierten<br />

MP3-Store gehen zu 100 % an die<br />

Gnome Fo<strong>und</strong>ation.<br />

Die meisten Neuerungen auf dem<br />

Gnome-Desktop von OpenSuse<br />

hat ohne Zweifel das Mailprogramm<br />

Evolution erfahren. Während<br />

frühere Versionen mit Bugs,<br />

umständlicher Einrichtung <strong>und</strong><br />

langsamem Mailabruf von sich Abb. 4: Schalten Sie konqueror auf die schnellere <strong>und</strong> modernere<br />

Webkit-Engine um, dann zeigt der kDE-browser praktisch<br />

reden machten, bringt die in<br />

OpenSuse 11.4 enthaltene Ver-<br />

alle Seiten im Netz fehlerfrei an.<br />

<strong>und</strong> die restlichen im Hintergr<strong>und</strong> zu laden.<br />

Von den drei großen Mailprogrammen (Evolution,<br />

KMail, Mozilla Th<strong>und</strong>erbird) beherrscht<br />

das zur Zeit nur das Programm vom<br />

Mozilla-Projekt. Th<strong>und</strong>erbird (in Version<br />

Glossar<br />

Acid3-Test: Ein Kompatibilitätstest für<br />

Webbrowser, den das Web Standards<br />

Project (WaSP) entwickelt hat; den Test<br />

können Sie über http:// acid3. acidtests.<br />

org/ aufrufen.<br />

3.1.7 mit dabei) bringt zwar den schnellsten<br />

IMAP-Support mit, kann aber in puncto ressourcenschonendes<br />

Arbeiten nicht mit Evolution<br />

<strong>und</strong> Kontact mithalten. Generell hat<br />

Linux ein Groupware-Client-Problem, wenn<br />

es um die Verarbeitung großer<br />

Mailboxen geht: Weder Kontact<br />

noch Evolution oder Th<strong>und</strong>erbird<br />

können da wirklich überzeugen.<br />

Übliche schwachstellen<br />

Die aktuelle OpenSuse-Version<br />

bringt zwar einen Haufen aktualisierter<br />

Programme mit, zeigt<br />

aber zumindest auf dem Desktop<br />

keinerlei Innovationen. Zudem<br />

gilt, dass leider einige Rückschrittbugs<br />

den Weg in Version<br />

11.4 gef<strong>und</strong>en haben. So klappt<br />

zum Beispiel unter KDE die Netzwerkverbindung<br />

über 3G nicht,<br />

<strong>und</strong> von einem flackerfreien<br />

Bootvorgang ist OpenSuse weiter<br />

entfernt denn je. Auch auf den<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

33


AktuELL<br />

Neues in OpenSuse 11.4<br />

Abb. 5: Auf dem Gnome-Desktop hat sich optisch nichts verändert, die meisten Programme<br />

arbeiten jedoch deutlich stabiler.<br />

geplanten Wechsel zur neuen Dienste-Initialisierung<br />

Systemd hat man schließlich verzichtet,<br />

immerhin steht die Software aber für Testwillige<br />

in den Repositories bereit.<br />

Einen weiteren Bug bringt der Hardware-Sammeldienst<br />

Smolt mit, der die Informationen<br />

über die benutzte Hardware an eine zentrale<br />

Datenbank übermittelt. Er quittiert seinen<br />

Dienst zumindest unter KDE mit der Information,<br />

dass HAL fehlt. (Der Hardware Abstraction<br />

Layer HAL wurde für Version 11.4 aus<br />

OpenSuse entfernt <strong>und</strong> durch Udev & Co. ersetzt.)<br />

Schließlich stört auch das für die Installation<br />

von Onlineupdates benutzte KPackage-<br />

Kit mit doppelten Passworteingaben <strong>und</strong> unnötigen<br />

Dialogen. Dass all diese Fehler unter<br />

Gnome nicht auftreten, zeigt, dass die Open-<br />

Suse-Entwickler bei der KDE-Variante in vielen<br />

Fällen Nacharbeit leisten müssen. Das Projekt<br />

verdient zwar viel Lob dafür, dass das überhaupt<br />

gemacht wird, aber anscheinend reichen<br />

die Ressourcen dann für ausgiebige Tests nicht<br />

mehr. Abhilfe dürften in den meisten Bereichen<br />

erste Onlineupdates bringen.<br />

Beim Netzwerkmanager fährt OpenSuse zudem<br />

eine zweigleisige Strategie: So bringt es<br />

einerseits den (veralteten aber immerhin<br />

funktionierenden) knetworkmanager mit, bietet<br />

andererseits aber auch das neue KDE-Miniprogramm,<br />

das Sie im Paket plasmoid-networkmanagement<br />

finden. In Zukunft wird<br />

man sich bei KDE vermutlich auf die Entwicklung<br />

dieses Plasmoids beschränken.<br />

Bei einigen Notebooks installiert OpenSuse<br />

den Netzwerkmanager nicht, <strong>und</strong> Sie müssen<br />

die WLAN-Verbindung umständlich über<br />

YaST einrichten (bzw. über die Netzwerkeinstellungen<br />

von YaST zunächst zum Netzwerkmanager<br />

zurückwechseln). Ursache dieses<br />

Problems ist, dass bei manchen Notebooks<br />

das BIOS falsche Informationen über die Gerätekategorie<br />

meldet (es bezeichnet sich nicht<br />

als Notebook, sondern als Desktop- oder sonstigen<br />

PC), <strong>und</strong> OpenSuse wertet bei der Entscheidung<br />

für oder gegen den Netzwerkmanager<br />

nur diese Auskunft des BIOS’ aus.<br />

Über das Aussehen der aktuellen Distribution<br />

kann man streiten. Getreu dem Codenamen<br />

„Celadon“ erscheint OpenSuse 11.4 in einem<br />

grauen Grün. Der Splash-Screen <strong>und</strong> das Hintergr<strong>und</strong>bild<br />

orientieren sich am aktuellen<br />

KDE-4.6-Design. Wer sich damit nicht anfre<strong>und</strong>en<br />

kann, dem empfiehlt die Redaktion,<br />

das Paket kdeartwork4-wallpapers zu installieren,<br />

alternativ gibt es auch gos-wallpaper.<br />

Für ein einheitliches Aussehen von KDE- <strong>und</strong><br />

Gnome-Anwendungen bietet der Build-Service<br />

etwa fertige Pakete des Symbol-Themes<br />

Faenza für KDE <strong>und</strong> Gnome.<br />

Fazit<br />

In den meisten Bereichen erfüllt OpenSuse<br />

11.4 die Erwartungen, die man an eine aktuelle<br />

Linux-Distribution stellt. Auch die Hardware-Unterstützung<br />

bereitete in ersten Tests<br />

keine Probleme. Dennoch trüben auch bei dieser<br />

Version ein paar unschöne Bugs (3G-Verbindung<br />

unter KDE) sowie der doch eher<br />

lahme <strong>und</strong> flackernde Bootvorgang das sonst<br />

durchaus positive Bild. Die meisten Probleme<br />

dürften mit den ersten Onlineupdates behoben<br />

sein; am Bootvorgang müssen die Entwickler<br />

noch feilen, bzw. hier wird sich durch Systemd<br />

in der kommenden OpenSuse-Version<br />

sowieso einiges ändern. (mhi/ hge/kki) n<br />

Infos<br />

[1] OpenSuse-11.4-Download:<br />

http:// software. opensuse. org/ 114/ de<br />

(http:// ezlx. de/ b2h1)<br />

[2] OpenSuse-Build-Service:<br />

https:// build. opensuse. org/<br />

(http:// ezlx. de/ b2h2)<br />

[3] Bereits bekannte Bugs:<br />

http:// en. opensuse. org/<br />

openSUSE:Most_annoying_bugs_11. 4<br />

(http:// ezlx. de/ b2h3)<br />

[4] Offizielle Produktseite:<br />

http:// en. opensuse. org/ Portal:11. 4<br />

(http:// ezlx. de/ b2h4)<br />

Abb. 6: Der Audioplayer banshee spielt mittlerweile auch Videos ab <strong>und</strong> integriert den<br />

MP3-Shop von Amazon. Auch der Web-2.0-Dienst Last.fm darf nicht fehlen.<br />

Software zum Artikel auf DVD:<br />

OpenSuse 11.4<br />

34 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


Professional<br />

Open Source<br />

Business- <strong>und</strong><br />

Behördenkongress<br />

»Die Zukunft ist offen«,<br />

sagen: IBM, Google, Gartner <strong>und</strong> Co.<br />

Was gilt es beim Einsatz<br />

von OS Software zu beachten?<br />

Lohnt sich die Investition?<br />

Best-Practice-Unternehmen <strong>und</strong><br />

Behörden berichten von ihren<br />

Erfahrungen.<br />

Kommen Sie auf den LinuxTag<br />

<strong>und</strong> diskutieren Sie mit den klugen<br />

Köpfen der Branche.<br />

Open Source bewegt:<br />

Public Sector. Industry. Business.<br />

11. <strong>und</strong> 12. Mai 2011<br />

11. –14. Mai 2011 in Berlin<br />

EUROPE‘S LEADING<br />

OPEN SOURCE EVENT<br />

CONFERENCE | EXHIBITION | PROFESSIONAL DEVELOPMENT<br />

www.linuxtag.org<br />

Medienpartner:<br />

MAGAZIN


AktuELL<br />

Heft-DVD: Mandriva installieren<br />

<strong>und</strong> Supportbereich des Herstellers finden.<br />

Viele aktuelle Rechner bieten darüber hinaus<br />

die Option, beim Systemstart das Laufwerk<br />

auszuwählen, von dem Sie starten möchten.<br />

Beim Rechnerstart erscheint dann ein Hinweis,<br />

welche Taste Sie drücken müssen, um<br />

das Auswahlmenü auf den Plan zu rufen.<br />

Kurz nach dem Start von DVD begrüßt Sie das<br />

Bootmenü, in dem Sie mit einem Druck auf<br />

[F2] die Sprache auf Deutsch umstellen können.<br />

Erledigen Sie das gleich hier, bietet der<br />

Installer später automatisch die richtigen Einstellungen<br />

für Sprache <strong>und</strong> Tastaturlayout an.<br />

Navigieren Sie danach mit [Pfeil runter] zum<br />

Menüpunkt Installiere Mandriva Linux 2010.2<br />

<strong>und</strong> drücken Sie [Eingabe], um das Installationssystem<br />

zu starten. In der nun folgenden<br />

kurzen Wartezeit lädt das System den Kernel<br />

<strong>und</strong> erkennt die Hardware.<br />

Es folgt die Sprachauswahl: Haben Sie sich<br />

bereits im Bootbildschirm für Deutsch entschieden,<br />

müssen Sie hier nichts ändern <strong>und</strong><br />

können mit einem Klick auf Weiter zur Einblendung<br />

der Lizenzbedingungen wechseln.<br />

Setzen Sie dort ein Häkchen vor Akzeptieren<br />

<strong>und</strong> klicken Sie auf Weiter.<br />

Sie gelangen nun zur Einstellung des Tastaturlayouts,<br />

das bei der Auswahl von Deutsch<br />

im Bootbildschirm auf Deutschland (ohne Akzenttasten)<br />

voreingestellt ist. Anders als bei<br />

der Variante Deutschland erscheinen die Zeichen<br />

’, `, ~ <strong>und</strong> ^ dabei sofort beim Druck<br />

der entsprechenden Taste, was vor allem<br />

dann praktisch ist, wenn Sie öfters auf der<br />

Kommandozeile unterwegs sind. Um mit diesen<br />

Einstellungen Buchstaben mit Akzentzeichen<br />

einzugeben, nutzen Sie die so genannte<br />

Metataste – unter Mandriva übernimmt die<br />

Windows-Taste diese Aufgabe – <strong>und</strong> drücken<br />

danach das Akzentzeichen <strong>und</strong> den gewünschten<br />

Buchstaben.<br />

Auf der Heft-DVD: Mandriva 2010.2<br />

Mandriva installieren<br />

Mit der dritten Auflage von Mandriva 2010 bietet die <strong>EasyLinux</strong>-Heft-<br />

DVD nicht nur ein aktuelles Betriebssystem mit guter Hardware-Unterstützung,<br />

sondern auch bündelweise Software. Die Installation ist mit<br />

unserer Anleitung schnell erledigt.<br />

Hans-Georg Eßer<br />

Die aus Frankreich stammende Distribution<br />

Mandriva Linux [1] genießt<br />

sowohl bei Linux-Einsteigern als auch<br />

bei Profis einen guten Ruf. Neulinge schätzen<br />

die einfache Installation, die große Programmauswahl<br />

<strong>und</strong> die durchdachten grafischen Verwaltungswerkzeuge.<br />

Dieser Ausgabe liegt auf<br />

der Rückseite der DVD 2 Version 2010.2 des<br />

Systems bei, die sich mit wenigen Mausklicks<br />

auf der Festplatte installieren lässt.<br />

Los geht’s<br />

Die Heft-DVD ist bootfähig. Um von ihr zu<br />

starten, müssen Sie das DVD-Laufwerk als<br />

erstes Startmedium einstellen. Wie das geht,<br />

unterscheidet sich von BIOS zu BIOS – eine<br />

genaue Anleitung finden Sie in der Regel im<br />

Handbuch Ihres Mainboards, das Sie entweder<br />

auf der Treiber-CD oder im Download-<br />

Platz schaffen<br />

Danach gelangen Sie zu dem Schritt, in dem<br />

die Festplatte aufgeteilt wird: Mandriva Linux<br />

benötigt mindestens zwei Partitionen, eine für<br />

das System <strong>und</strong> eine Swap-Partition zum Auslagern,<br />

wenn der Arbeitsspeicher voll ist. Findet<br />

der Installer eine Windows-Partition mit<br />

ausreichend freiem Speicherplatz, bietet er an,<br />

diese zu verkleinern <strong>und</strong> auf dem so freigeschaufelten<br />

Platz die Partitionen für Mandriva<br />

anzulegen (Abbildung 1). Diesen Vorschlag<br />

sollten Sie übernehmen, wenn Sie sich noch<br />

nicht mit Linux-Installationen auskennen.<br />

Alternativ kann der Installer die gesamte<br />

Platte löschen <strong>und</strong> für Linux verwenden – das<br />

bietet sich an, wenn Sie Linux einen kompletten<br />

Rechner zur Verfügung stellen wollen.<br />

Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie dem<br />

Vorschlag folgen, eine Windows-Partition zu<br />

verkleinern. Das klappte in unseren Tests sowohl<br />

mit FAT32- als auch mit NTFS-formatierten<br />

Partitionen problemlos <strong>und</strong> zuverlässig.<br />

Sobald Sie auf Weiter klicken, richtet der<br />

Installer die Festplatte entsprechend den Vorgaben<br />

ein – kontrollieren Sie die Einstellungen<br />

darum genau.<br />

Im nächsten Schritt erfragt der Installer, ob<br />

Sie außer der DVD noch zusätzliche Installationsmedien<br />

haben – das ist immer nur dann<br />

der Fall, wenn Sie die kommerzielle Boxversion<br />

erworben haben. Installieren Sie von der<br />

<strong>EasyLinux</strong>-DVD, belassen Sie es bei der Einstellung<br />

Keine <strong>und</strong> klicken auf Weiter. Danach<br />

folgt die Auswahl der Desktopumgebung;<br />

standardmäßig ist KDE zur Installation vorgemerkt<br />

(Abbildung 2). Sie können sich auch<br />

für Gnome entscheiden, dann lassen sich aber<br />

viele <strong>EasyLinux</strong>-Artikel nicht mehr 1:1 nachvollziehen.<br />

Über die Schaltfläche Weiter starten<br />

Sie nun die Installation. Je nach Hard-<br />

36 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


Heft-DVD: Mandriva installieren<br />

AktuELL<br />

Abb. 1: Der Installer bietet automatisch an, eine Windows-Partition<br />

zu verkleinern, um Platz für Mandriva Linux zu schaffen.<br />

Abb. 2: Standardmäßig installiert Mandriva Linux die Arbeitsumgebung<br />

kDE; alternativ wählen Sie den Gnome-Desktop aus.<br />

ware-Ausstattung kann das Kopieren der Software<br />

zwischen 15 Minuten <strong>und</strong> einer St<strong>und</strong>e<br />

dauern. Um sich die Zeit zu vertreiben, können<br />

Sie dabei die englischsprachigen Versionshinweise<br />

lesen, die beschreiben, was<br />

sich seit der Vorversion geändert hat.<br />

System einrichten<br />

Sind alle Dateien kopiert, startet der Konfigurationsassistent.<br />

Zunächst müssen Sie das<br />

Root-Passwort setzen: Damit kann sich später<br />

der Administrator (Benutzername root) anmelden,<br />

<strong>und</strong> Sie sollten diesen Account nicht für<br />

die tägliche Arbeit verwenden. Dafür legen Sie<br />

im unteren Bereich des Bildschirms einen normalen<br />

Benutzer an: Geben Sie den vollständigen<br />

Namen <strong>und</strong> einen Benutzernamen ein. Mit<br />

Letzterem melden Sie sich später am System<br />

an. Legen Sie außerdem noch ein Passwort für<br />

den normalen Benutzer fest. Da bei der Eingabe<br />

statt Buchstaben nur Sternchen erscheinen,<br />

müssen Sie es sicherheitshalber zweimal<br />

eingeben. Direkt hinter dem Passwort zeigt<br />

der Assistent ein kleines Vorhängeschloss an:<br />

Ist es geöffnet, haben Sie ein Passwort gewählt,<br />

dass recht leicht zu knacken ist – ein<br />

sicheres Passwort erkennen Sie an einem geschlossenen<br />

Symbol (Abbildung 3).<br />

Nun zeigt der Assistent eine Zusammenfassung<br />

aller Einstellungen an (Abbildung 4). Hier können<br />

Sie z. B. unter System / Bootloader die Konfiguration<br />

des Bootmanagers überprüfen, den<br />

Mandriva standardmäßig im Master Boot Record<br />

(MBR) installiert. Ein ebenfalls auf der<br />

Festplatte installiertes Windows-System trägt<br />

Mandriva automatisch im Bootmenü ein.<br />

Alle anderen Einstellungen in der Zusammenfassung<br />

können Sie so belassen, wie sie sind<br />

– spätere Änderungen erledigen Sie im installierten<br />

System über das Mandriva-Kontrollzentrum.<br />

Nach einem Klick auf Weiter installiert<br />

Mandriva noch den Bootmanager <strong>und</strong><br />

bietet Ihnen dann an, die bereits erschienenen<br />

Updates herunterzuladen – auch das lässt sich<br />

später nachholen. Klicken Sie daher auf Weiter<br />

<strong>und</strong> entnehmen Sie die DVD. Mit einem<br />

Klick auf Neustart bootet der Rechner neu,<br />

<strong>und</strong> Sie können sich am KDE-Desktop von<br />

Mandriva anmelden. (hge)<br />

n<br />

Infos<br />

[1] Mandriva: http:// www. mandriva. com/<br />

(http:// ezlx. de/ b2g1)<br />

Software zum Artikel auf DVD:<br />

Mandriva Linux 2010.2<br />

Abb. 3: Ein offenes Schloss (oben im Bild) weist auf ein unsicheres<br />

Passwort hin, ein geschlossenes (unten) auf ein sicheres.<br />

Abb. 4: Auf diesem Bildschirm fasst Mandriva die Systemeinstellungen<br />

zusammen.<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

37


AktuELL<br />

Linux User Groups<br />

Linux User Groups: Hilfe <strong>und</strong> Hobby<br />

Zu Gast in der LUG<br />

Hans-Georg Eßer<br />

„Du bist nicht allein“ – das ist das zentrale Ergebnis<br />

von Interviews, die wir mit Teilnehmern <strong>und</strong> Organisatoren<br />

von Linux-User-Gruppen (LUGs) führten.<br />

©Deklofenak, Fotolia<br />

Der Einstieg in Linux ist für bisher<br />

ausschließliche Windows-Anwender<br />

oft eine Herausforderung: Zwar sind<br />

in den letzten Jahren die Installationsroutinen<br />

beständig verbessert worden, so dass die Ersteinrichtung<br />

einer Linux-Distribution heute erfreulich<br />

oft auf Anhieb gelingt, doch damit ist<br />

es nicht getan: Neu gekaufte (<strong>und</strong> alte) Hardware<br />

will eingerichtet werden, für manches<br />

lieb gewonnene Windows-Programm ist noch<br />

kein Ersatz unter Linux gef<strong>und</strong>en. Hilfe <strong>und</strong><br />

Anregungen gibt es an vielen Orten, u. a. hat<br />

auch <strong>EasyLinux</strong> das Ziel, die Leser auf diesem<br />

Weg zu begleiten <strong>und</strong> zu unterstützen.<br />

Doch auch fernab der Linux-Zeitschriften<br />

<strong>und</strong> Linux-Hilfeseiten im Internet gibt es<br />

viele Möglichkeiten, gleich vor Ort in der<br />

Heimatstadt mit anderen Linux-Anwendern<br />

in Kontakt zu kommen – <strong>und</strong> dabei auch<br />

noch nette Menschen kennen zu lernen, mit<br />

denen man so manchen geselligen Abend<br />

RoLf WALD, oRgAnisAtoR DER Lug BAListA, HAmBuRg<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Herr Wald, die LUG-Balista ist ein eingetrager Verein. Wie<br />

kam es dazu?<br />

R. Wald: Wir waren vorher bereits eine LUG, die sich so 2002/ 03<br />

gegründet hatte, <strong>und</strong> 2007 entstand daraus ein Verein, weil das Vorteile<br />

bei Struktur <strong>und</strong> Finanzen bringt. Wir sind nach 1,5 Jahren Vorlaufzeit<br />

als gemeinnützig anerkannt worden. Als gemeinnütziger Verein,<br />

der keine Gewinne erzielt, sondern nur geringe Rücklagen bildet,<br />

hat man die Chance, z. B. öffentliche Zuschüsse zu bekommen<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Kommen wir mal zum LUG-Leben: Wie oft trifft sich die<br />

LUG, <strong>und</strong> wie viele Teilnehmer kommen im Schnitt zu den Treffen?<br />

R. Wald: Wir treffen uns jeden Montag <strong>und</strong> Mittwoch im Bürgerhaus<br />

zu Barmbek in Hamburg. Der Montag ist recht gut besucht, da kommen<br />

im Schnitt zehn Leute, das schwankt zwischen fünf <strong>und</strong> 20. Der<br />

Mittwoch ist ein Ausweichtermin mit drei bis sechs Leuten. Bei Vorträgen<br />

ist auch schon mal mit ca. 25 Teilnehmern zu rechnen. Teilnehmer<br />

an den Treffen müssen übrigens keine Mitglieder sein.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Zweimal jede Woche ist recht häufig. In anderen LUGs<br />

gibt es teilweise nur ein Treffen pro Monat.<br />

R. Wald: Ja, bei uns steht das persönliche Treffen im Vordergr<strong>und</strong>.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Das heißt auch, dass sich nicht jedes Gespräch nur um<br />

Linux dreht?<br />

R. Wald: Ja, es gibt auch persönliche Gespräche, <strong>und</strong> natürlich redet<br />

man über aktuelle Ereignisse. Linux ist natürlich ein Thema – aber<br />

nicht ausschließlich.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Kommen die Teilnehmer der Treffen dann aus der ganzen<br />

Stadt oder eher regional begrenzt aus einem Stadtteil?<br />

R. Wald: Die Teilnehmer kommen aus allen Stadtteilen <strong>und</strong> darüber<br />

hinaus auch aus dem näheren <strong>und</strong> weiteren Umfeld von Hamburg.<br />

Es gibt hier nicht so viele aktive Gruppen.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Sind die Leute eher überrascht, wenn sie feststellen,<br />

dass es so etwas wie LUGs gibt?<br />

R. Wald: Leider ist die Präsenz in der Presse sehr unterschiedlich.<br />

Online sind wir gut vertreten, d. h.: Wer schon im Internet ist, hat<br />

gute Chancen, uns zu finden. Ein anderes Problem ist, dass wir bisher<br />

wohl bei der breiten Masse den Ruf haben, eine Truppe von Experten<br />

zu sein, die in „höheren Sphären“ unterwegs sind – dabei<br />

wollen wir gerade die Anfänger auch ansprechen.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Wie läuft das dann in der Regel ab, wenn jemand zu Ihnen<br />

findet? Rufen die vor einem Treffen an oder mailen? Oder<br />

schauen die einfach an einem der Termine vorbei?<br />

R. Wald: Mail oder einfach besuchen ist die Regel. Manche schicken<br />

eine Mail, um festzustellen, ob wir noch aktiv sind – es gibt zu viele<br />

LUGs, die nur noch auf dem Papier stehen.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Gibt es da viele Einmalbesuche, die nur dazu dienen,<br />

akute Fragen zu klären, oder kommen die meisten dann häufiger?<br />

R. Wald: Das gibt es natürlich auch, aber wir wollen niemanden vorher<br />

aussieben. Leider sind dann diejenigen, die wirklich häufiger<br />

kommen <strong>und</strong> eventuell mithelfen, in der krassen Minderheit.<br />

Der Community-Gedanke ist ja, jedem zu helfen – natürlich erhofft<br />

man dann mal eine Gegenleistung, aber man fordert sie nicht ein.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Aber der Hauptgr<strong>und</strong>, aus dem jemand erstmals zur LUG<br />

findet, ist, dass es irgendwelche Probleme gibt? Oder gibt es auch<br />

Neue, die r<strong>und</strong>um zufrieden sind <strong>und</strong> einfach etwas Austausch über<br />

das Thema suchen?<br />

R. Wald: Ja, auch das gibt es, das sind Leute, die bereits im Umfeld<br />

von Linux arbeiten, z. B. als Administratoren. Ansonsten sind die<br />

Probleme der Hauptgr<strong>und</strong>, etwa inkompatible Hardware.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Gibt es einen wichtigsten Tipp, den sie Linux-Interessierten<br />

geben würden, bevor sie sich an den Umstieg wagen?<br />

R. Wald: Beim Umstieg auf Linux gibt es Probleme mit nicht unterstützter<br />

Hardware. Mein Tipp: Möglichst vorher informieren, was in<br />

den Geräten für Komponenten verbaut sind. Dann können wir nachsehen,<br />

ob es Linux-Unterstützung gibt. Probleme mit Multifunktionsgeräten<br />

sind z. B. an der Tagesordnung. Und natürlich am besten<br />

eine Linux-Live-CD oder -DVD nutzen: Damit kann man feststellen, ob<br />

alle Komponenten erkannt werden <strong>und</strong> funktionieren (So<strong>und</strong>, LAN,<br />

WLAN, Grafik usw.)<br />

40 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


Linux User Groups<br />

AktuELL<br />

verbringen kann <strong>und</strong> dabei nicht nur über<br />

Linux reden muss.<br />

Im Heft finden Sie auf den letzten Seiten regelmäßig<br />

eine Liste der lokalen LUGs im<br />

deutschsprachigen Raum, so weit sie uns bekannt<br />

sind; darüber hinaus gibt es sicher noch<br />

weitere LUGs, die mangels eigener Webseite<br />

oder Kontakten zur Redaktion in der Liste fehlen,<br />

<strong>und</strong> schließlich haben auch Sie selbst die<br />

Möglichkeit, vor Ort nach anderen Linux-Begeisterten<br />

zu suchen <strong>und</strong> Ihre eigene LUG zu<br />

gründen. Daraus muss kein Verein entstehen<br />

(kann es aber), sondern auch eine lose Verabredung<br />

(„Linux-Stammtisch in der XY-Kneipe<br />

Freitag abend“), die mit einer kostenlosen<br />

Kleinanzeige im örtlichen Anzeigenblatt angekündigt<br />

wird, kann den Stein ins Rollen<br />

bringen.<br />

In den Kästen auf den vier Seiten dieses Artikels<br />

kommen die Organisatoren einiger LUGs<br />

zu Wort, außerdem haben wir mit einem Teilnehmer<br />

gesprochen. Hierbei haben sich unterschiedliche<br />

Bilder ergeben: Zum Beispiel<br />

berichtet Kai Bausch von der LUG Grafing<br />

(http://​www.​lug‐grafing.​de/), dass die Organisation<br />

der LUG-Treffen einen großen Teil der<br />

Freizeit einnimmt, während Matthias Müller,<br />

Organisator des Linux-Stammtischs im Gäu<br />

(„LiStiG“, http://​www.​listig.​org/), nur wenig<br />

Arbeit mit der Vorbereitung hat. Weitere GekAi<br />

BAuscH, oRgAnisAtoR DER Lug gRAfing<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Herr Bausch, Sie haben gleich zwei LUGs gegründet.<br />

K. Bausch: Ja, 2001 die in Grafing, als ich nach Bayern gezogen bin.<br />

Meine Idee war, Leute kennen zu lernen. Linux war damals noch<br />

nicht so alt, <strong>und</strong> ich dachte, wenn man so einen Stammtisch gründet,<br />

dann kann man darüber vielleicht Leute kennen lernen, die mehr<br />

wissen als man selbst.<br />

Es kamen viele Anfänger, die gar nicht wussten, was Linux ist, <strong>und</strong><br />

Linux erst mal kennen gelernt haben, indem sie es sich beim Stammtisch<br />

auf dem Notebook angeguckt haben. Weil das so gut funktioniert<br />

hat, dass es dann um die 60, 70 Leute in Grafing wurden, habe<br />

ich das nach meinem Umzug nach Rosenheim nochmal gemacht.<br />

Zu den Treffen kommen Leute, die den PC nur als Schreibmaschine<br />

verwenden: Die haben gehört, dass das auch mit Linux möglich ist.<br />

Dann sind auch teilweise Programmierer dabei, die auf Kernel-Ebene<br />

Treiber entwickeln <strong>und</strong> Detailfragen beantworten <strong>und</strong> den anderen<br />

helfen können.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Und funktioniert das gut, wenn zu den Treffen Einsteiger<br />

<strong>und</strong> Kernel-Programmierer kommen? Haben die sich was zu sagen?<br />

K. Bausch: Das funktioniert eigentlich sehr gut, denn die Stammtischbesucher<br />

sind meist sehr gesellige Menschen. Die schauen auch,<br />

dass sie anderen Leuten was beibringen können. Wenn die Programmier<br />

z. B. erzählen, dass sie einen Druckertreiber umschreiben, so<br />

dass er eine Seite spiegelverkehrt druckt, dann sind die anderen ganz<br />

fasziniert, dass man das machen kann. Und die Programmierer lernen<br />

auch immer etwas, wenn sie die Einsteigerfragen hören.<br />

Wir bieten Einsteigern auch an, in Einzelsitzungen (Installationspartys<br />

haben in der Vergangenheit nie gut funktioniert) zum ersten Mal Linux<br />

als Dual-Boot-System auf dem eigenen Rechner aufzusetzen.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Das ist dann außerhalb der normalen LUG-Treffen?<br />

K. Bausch: Genau. Auf den LUG-Treffen kommen neue Leute dazu,<br />

die noch nie ein Linux-System gesehen haben. Dann geht aber die<br />

Diskussion los: Welche Distribution soll man einem Einsteiger geben?<br />

Am Ende entscheidet der Teilnehmer, der mit dem Neuling die<br />

Installation durchführt, welches System auf die Platte kommt. Favorisiert<br />

ist für Einsteiger im Moment ein Ubuntu-System bzw. ein Debian-<br />

System, weil die Leute da am wenigsten kaputtmachen können.<br />

Wichtig ist: Wir sagen den Leuten immer ganz klar, dass Linux zwar<br />

eine Alternative zu Windows, aber kein Ersatz ist. Manche glauben,<br />

mit Linux würden sie ein Windows bekommen, nur ohne Viren. Das<br />

ist aber falsch, man muss z. B. Hardware gezielt aussuchen <strong>und</strong><br />

kaufen, was bei Windows nicht nötig ist, da kann man einfach irgendwas<br />

kaufen.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Wie ist die Altersstruktur in Ihrer LUG?<br />

K. Bausch: Die jüngsten Teilnehmer sind 17, die zwei ältesten sind<br />

77 <strong>und</strong> 78 Jahre alt. Übrigens sind wir ein loser Zusammenschluss<br />

<strong>und</strong> absichtlich kein Verein: Wir wollen keine Verpflichtungen für<br />

Leute, die zu unseren LUG-Treffen kommen. Sobald man einen Verein<br />

gründet, fühlen die Leute sich genötigt; es kostet Geld, das soll<br />

bei uns nicht so sein.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Gehen die Kontakte auch über die LUG-Treffen hinaus?<br />

K. Bausch: Einige Leute telefonieren auch in der Freizeit miteinander.<br />

Wir haben einen passwortgeschützten Bereich auf der Webseite,<br />

wo man die Kontaktdaten eintragen <strong>und</strong> sie für andere Teilnehmer<br />

freigeben kann: Die können sich auch anrufen <strong>und</strong> besuchen.<br />

Die Programmierer schicken sich Mails bei bestimmten kniffligen<br />

Fragen, die Anwender besuchen sich gegenseitig, zwei Teilnehmer<br />

machen z. B. Bildbearbeitung gemeinsam. Ich habe auch ein<br />

paar Kontakte über die LUG, wo ich im Sommer mal zum Grillen hinfahre,<br />

<strong>und</strong> dann wird den ganzen Abend kein einziges Wort über<br />

Linux gesprochen.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Kommen viele Besucher nur einmal vorbei, um akute Fragen<br />

zu klären, oder ist es überwiegend so, dass die dann regelmäßig<br />

kommen?<br />

K. Bausch: Einsteiger haben eigentlich gar nicht die Option, sich hinterher<br />

nicht mehr blicken zu lassen, denn die wenigsten schaffen es<br />

alleine, dauerhaft das System ohne fremde Hilfe zu betreiben. Die<br />

kommen wieder <strong>und</strong> fragen z. B.: Wie bekomme ich jetzt den Drucker<br />

zum Laufen, wieso funktioniert meine Interneteinwahl ohne Router<br />

davor nicht, usw. Aber wir haben auch schon Erfahrungen in beiden<br />

LUGs gemacht, wo jemand einen Termin für die Installation vereinbart<br />

hat, dann morgens ankam, mir den Rechner in die Hand drücken<br />

wollte <strong>und</strong> fragte: „Wann kann ich den wieder abholen?“ – Das machen<br />

wir nicht; das Angebot ist, sich zusammen hinzusetzen <strong>und</strong> zu<br />

installieren. Dabei kann man halt Fragen klären wie: Warum kommt<br />

da jetzt ein Kernel drauf? Wo ist die Paketauswahl? Was für Pakete<br />

sind sinnvoll? Wo findet man Pakete usw. Wir wollen die Leute in die<br />

Lage versetzen, ihr eigenes System bedienen zu können.<br />

Wichtig ist: So eine LUG funktioniert nur, wenn ein, zwei Leute dabei<br />

sind, die ernsthaft dahinterstehen. Wenn man da keine Zeit inverstiert,<br />

zerfällt die LUG genauso schnell wieder, wie sie aufgebaut<br />

wurde. Wir hatten z. B. in einer Tageszeitung einen Artikel, <strong>und</strong> wir<br />

tragen in verschiedenen Veranstaltungslisten unsere Stammtische<br />

ein. Das sorgt dafür, dass neue Leute uns finden. Von meiner Freizeit<br />

geht bestimmt ein Viertel in die LUG. Aber es macht Spaß, <strong>und</strong><br />

man lernt dabei auch eine Menge.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Was ist Ihr bester Tipp für Linux-Einsteiger?<br />

K. Bausch: Er soll es nicht alleine machen, sondern mit jemandem<br />

zusammen, der weiß, wie es funktioniert. Denn sonst wird daraus:<br />

Von der Heft-DVD installieren, die ersten zwei, drei Fragen nicht beantworten<br />

können, <strong>und</strong> dann Linux wieder vom Rechner runterschmeißen.<br />

Ich glaube, dass der Einstieg nur gut gelingt, wenn man<br />

am Anfang jemanden dabei hat, der z. B. die Unterschiede zwischen<br />

Linux <strong>und</strong> Windows erklärt. Und ansonsten als Tipp: Stammtische,<br />

unverbindliche Treffen besuchen. Ich würde in keinen Verein eintreten,<br />

wenn ich nicht schon ein Jahr lang Linux benutzt habe.<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

41


AktuELL<br />

Linux User Groups<br />

uLRicH BEREns, oRgAnisAtoR von Luki<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Herr Berens, LUKi steht für „LinuxUser im Bereich der<br />

Kirchen“. Sind Sie eine klassische LUG?<br />

U. Berens: Wir sind keine normale LUG. LUKi hat Anfang der letzten<br />

Dekade über das Internet begonnen, Linux-Interessierte im kirchlichen<br />

Umfeld zu sammeln, <strong>und</strong> es sind immer mehr Leute dazugestoßen.<br />

Wir sind aber insofern doch wieder eine LUG, weil wir auch Treffen<br />

organisieren, z. B. bieten wir Vereinen oder kirchlichen Institutionen<br />

an, Linux-Infoabende zu veranstalten. In München <strong>und</strong> Bremen<br />

auf den Kirchentagen waren wir mit Informationsständen vertreten,<br />

jetzt in Dresden werden wir wieder dabei sein. Und dazwischen gibt’s<br />

Vorbereitungstreffen für diese Events – das ist schon auch so, wie<br />

ich das von der normalen lokalen LUG-Arbeit kenne.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Geht es dann schwerpunktmäßig darum, innerhalb der<br />

kirchlichen Verwaltungen auf Linux umzustellen?<br />

U. Berens: Unser Hauptinteresse gilt denjenigen in den kirchlichen<br />

Strukturen, die entscheiden, welche Software eingesetzt wird. Wir<br />

Abb. 1: Die Luki-crew beim kirchentag 2009 in Bremen.<br />

versuchen, ein bisschen Bewusstsein für freie Software zu wecken.<br />

Es ist nicht leicht, an die „hohen Leute“ heranzukommen, weil die<br />

Leute von der BITCOM <strong>und</strong> die Hersteller proprietärer Software da<br />

viel Lobbyarbeit betreiben. Was wir dagegen setzen, sind Best-<br />

Practice-Beispiele, also z. B., dass man ein Internetcafé für den<br />

CVJM durchaus mit Linux betreiben kann.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Gibt es auch Angebote für Endanwender?<br />

U. Berens: Ja. Da läuft ganz viel über unsere Webseite, wir haben<br />

auch eine Mailingliste. Wenn wir auf Messen oder Kirchentagen<br />

sind, kommen Leute auf uns zu, die sagen: „Hey, ich finde es super,<br />

dass hier im kirchlichen Umfeld mal Linux präsentiert wird.“ Wir gehen<br />

dann auch vor Ort in die Büros, zu Anwendern, die z. B. eine<br />

Webseite für die Kirchengemeinde machen, <strong>und</strong> helfen denen.<br />

Übrigens: Die Kirche ist ja sehr bekannt dafür, dass sie z. B. fair gehandelte<br />

Waren unterstützt, also fairen Kaffee, faire Bananen etc.<br />

Und das versuchen wir auch in unsere Argumentationsschiene reinzunehmen,<br />

indem wir sagen, dass Linux <strong>und</strong> freie Software eben<br />

auch faire Software ist.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Das ist ein interessanter Begriff. „Faire Software“ habe<br />

ich noch nie gehört.<br />

U. Berens: Es ist ein ähnliches Konzept. Bei uns im kirchlichen Umfeld<br />

ist es einfach leichter an den Mann oder an die Frau zu bringen,<br />

denn da kann man sich was darunter vorstellen. Es gibt ja große<br />

Hilfswerke bei allen großen Kirchen, die Gerechtigkeit <strong>und</strong> Teilhabe<br />

auf ihre Fahnen geschrieben haben. Das sind natürlich alles Themen,<br />

die ich auch auf den Softwarebereich projizieren <strong>und</strong> sagen<br />

kann: „Da geht’s auch um Fairness <strong>und</strong> Gerechtigkeit <strong>und</strong> darum,<br />

eine Unterscheidung zwischen erster <strong>und</strong> dritter Welt aufzuheben.“<br />

mARkus WiLDE, tEiLnEHmER Am Linux-stAmmtiscH im gäu („Listig“)<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Herr Wilde, wie sind Sie in Ihre LUG gekommen, was sind<br />

Ihre ersten Erfahrungen gewesen?<br />

M. Wilde: Ich habe damals im Stadtblatt die Anzeige dieses Linux-<br />

Clubs mit dem Pinguin gesehen <strong>und</strong> dachte mir, da gibt’s was. Ich<br />

hatte keine Ahnung von Linux, das war komplettes Neuland für mich.<br />

Ich habe mir vorgestellt, dass ich da hingehe <strong>und</strong> die mir eine Probepartition<br />

aufsetzen, damit ich das mal testen kann. Also bin ich dahin<br />

marschiert <strong>und</strong> habe einfach gesagt: „Das <strong>und</strong> das hätte ich<br />

gern, könnt Ihr mir dabei helfen?“ Diesen Zahn, dass man einfach<br />

was installiert <strong>und</strong> das dann geht, haben sie mir schnell gezogen.<br />

Dann haben sie mir die Linux-Bibel vom Kofler gegeben <strong>und</strong> gesagt:<br />

„Das liest Du Dir erstmal durch.“ Und ich habe in Matthias Müller einen<br />

geduldigen Mentor gef<strong>und</strong>en.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Wie lange sind Sie jetzt dabei?<br />

M. Wilde: So etwa zwei Jahre. Inzwischen konnte ich auch schon<br />

selbst Linux-Wissen weitergeben. Ich wollte für zu Hause einen stabilen,<br />

„idiotensicheren“ Rechner für Familien haben. Darum habe<br />

ich mich eigentlich mit dem Thema Linux auseinandergesetzt. Ich<br />

habe allerdings schnell gemerkt, dass es so ganz ohne Hintergr<strong>und</strong>wissen<br />

eben nicht geht.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Wie sind Sie an dieses Gr<strong>und</strong>wissen gekommen? Haben<br />

Sie viel gelesen oder gab es in der LUG Vorträge von anderen?<br />

M. Wilde: Das Gr<strong>und</strong>gefühl hab ich von meinem Mentor in der LUG<br />

vermittelt bekommen – <strong>und</strong> die Gewissheit, dass ich im Listig-Club<br />

auf jede Frage eine Antwort bekomme. Viel Know-how hab ich im<br />

Ubuntu-Wiki gef<strong>und</strong>en <strong>und</strong> im Kofler-Buch, das steht inzwischen<br />

auch in meinem Bücherregal. Für mich selbst habe ich ein eigenes<br />

Wiki aufgesetzt, in dem ich alles dokumentiere, damit ich nicht immer<br />

lange suchen muss oder auch anderen damit helfen kann.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Ist das für Sie auch ein Hobby geworden?<br />

M. Wilde: Ich versuche, es im Rahmen zu halten. Es ist ein Werkzeug.<br />

Ich will das begrenzen, indem ich mir die Frage stelle: Was brauchen<br />

wir als Familie? Wie gut ist es umsetzbar, was ist sinnvoll? Zum<br />

Beispiel habe ich gelernt, mit einem Befehl <strong>und</strong> einer URL ein Video<br />

von YouTube herunterzuladen, <strong>und</strong> das meiner Familie gezeigt. Dafür<br />

gibt es bei Windows unzählige Tools, die einen funktionieren, die anderen<br />

nicht, die nächsten nicht immer. Unter Ubuntu funktioniert es<br />

immer, <strong>und</strong> das Strahlen in den Augen meiner Tochter, als sie den<br />

Befehl <strong>und</strong> die URL eingegeben hat <strong>und</strong> es lief, war unbezahlbar.<br />

In diesem Club sind die verschiedensten Menschen versammelt, die<br />

alle einen gemeinsamen Schnittpunkt haben, aber das Zusammensein<br />

beschränkt sich nicht allein auf Computer. Es ist einfach angenehm,<br />

in dieser Gruppe zusammen zu sitzen.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Wenn Sie an Ihren eigenen Einstieg denken – gibt es einen<br />

Tipp, den Sie Linux-Neueinsteigern mitgeben würden?<br />

M. Wilde: Wenn ich mir Linux alleine hätte aneignen müssen, weiß<br />

ich nicht, ob ich es gepackt hätte. Zwei Dinge sind wichtig: 1. jemanden<br />

an seiner Seite zu haben, der Ahnung hat, <strong>und</strong> 2. muss man<br />

sich damit auseinandersetzen. Mit Ubuntu ist das ja recht einfach:<br />

Dank der Live-CDs läuft das System recht schnell. Aber für den laufenden<br />

Betrieb ist es wichtig, einen Ansprechpartner zu haben, damit<br />

man nicht die Krise kriegt.<br />

42 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


Linux User Groups<br />

AktuELL<br />

sprächspartner waren Rolf Wald (LUG Balista,<br />

Hamburg, http://​www.​lug‐balista.​de/), Ulrich<br />

Berens (LUKi: Linux-User im Bereich der Kirchen,<br />

http://​luki.​org/) <strong>und</strong> Markus Wilde (Linux-Stammtisch<br />

im Gäu, s. o.).<br />

Einstimmig berichten unsere Interviewpartner,<br />

dass Linux zwar das – natürliche – Hauptthema<br />

der LUGs ist, sich aber keinesfalls<br />

sämtliche Gespräche nur um das freie Betriebssystem<br />

(oder Computer allgemein) drehen;<br />

über die LUGs entstehen auch Bekannten-<br />

oder Fre<strong>und</strong>eskreise mit anderen Aktivitäten<br />

bis hin zum gemeinsamen Grillen.<br />

Mitmachen!<br />

Haben wir Sie auf den Geschmack gebracht?<br />

Wenn Sie selbst eine LUG gründen möchten<br />

<strong>und</strong> dabei noch ein wenig Hilfe benötigen,<br />

vermittelt Ihnen die <strong>EasyLinux</strong>-Redaktion<br />

gerne Kontakte zu anderen LUGs in Ihrer Umgebung,<br />

so dass Sie sich für die ersten Schritte<br />

ein paar Tipps holen können. Möchten Sie<br />

einfach eine LUG besuchen, hilft die LUG-<br />

Liste am Ende des Hefts weiter. Und wenn Sie<br />

bereits eigene Erfahrungen mit LUGs gesammelt<br />

haben, die ganz anders als die hier beschriebenen<br />

sind, dann lassen Sie uns doch in<br />

Form eines Leserbriefs daran teilhaben. Wir<br />

wünschen viel Spaß <strong>und</strong> Erfolg beim geselligen<br />

Linux-Lernen. (hge)<br />

n<br />

mAttHiAs müLLER, oRgAnisAtoR DEs Linux-stAmmtiscH im gäu („Listig“)<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Herr Müller, Sie sind in Ihrer LUG schon sehr lange aktiv,<br />

sieben, acht Jahre?<br />

M. Müller: Ich hab gestern zu meinem Erstaunen erfahren, dass es<br />

noch länger ist. Wir haben das erste Mal am Gründonnerstag 2002<br />

zusammengesessen. Also das ist jetzt schon fast neun Jahre her.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Dann haben Sie bald zehnjähriges Jubiläum. Wenn Sie<br />

sich noch an die Anfänge erinnern, was war der Gr<strong>und</strong>, das in die<br />

Wege zu leiten? Wie sind Sie darauf gekommen?<br />

M. Müller: Der Gr<strong>und</strong> war eigentlich ganz einfach folgender: Ich habe<br />

damals nach meinem Studium mit Linux angefangen <strong>und</strong> habe einfach<br />

mal gesucht, ob es jemanden gibt, der irgendwo in der Gegend<br />

auch etwas mit Linux zu tun hat. Ich habe aber niemanden gef<strong>und</strong>en<br />

<strong>und</strong> irgendwann mal in der VHS-Zeitung einen Kurs im Nachbarort<br />

zum Thema „Installation <strong>und</strong> Einführung in Linux“ gef<strong>und</strong>en. Da bin<br />

ich einfach mal hingegangen. Und als der Kurs vorbei war, habe ich<br />

mich mit dem Dozenten mal unterhalten <strong>und</strong> dann haben wir gemeinsam<br />

gesagt, es müsste doch eigentlich möglich sein, hier im Raum<br />

Herrenberg einen Linux-Stammtisch zu gründen. Wir haben im örtlichen<br />

Amtsblatt kostenlos inseriert, einen Termin ausgemacht, ein<br />

Lokal gesucht <strong>und</strong> dort einen Tisch reserviert. Ich hatte mit maximal<br />

zehn Leuten gerechnet, doch es kamen dann immer mehr Leute, <strong>und</strong><br />

plötzlich waren wir 25 Personen. Dann haben die Wirtsleute zu uns<br />

gesagt: „Wenn Ihr wollt, könnt Ihr auch das Nebenzimmer haben.“<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Das war schon 2002?<br />

M. Müller: Ja, das war richtig erstaunlich. Das haben wir dann einfach<br />

regelmäßig gemacht. Ich habe eine E-Mail-Liste aufgebaut, da<br />

waren irgendwann ca. 50 Personen drauf. Darüber habe ich regelmäßig<br />

Einladungen verschickt, so alle vier Wochen hat man sich getroffen,<br />

<strong>und</strong> das waren in der Anfangsphase, also die ersten zwei, drei<br />

Jahre, relativ viele Leute, im Schnitt 18 bis 22, manchmal auch 25,<br />

aber es war doch ein recht gut besuchter Stammtisch. Was jetzt davon<br />

übriggeblieben ist, ist ein relativ harter Kern, der regelmäßig<br />

kommt <strong>und</strong> noch mal etwa zehn Leute, die immer mal wieder auftauchen,<br />

ab <strong>und</strong> zu kommen auch ein paar Neue. Und der Auslöser war,<br />

wie gesagt, die Frage: Gibt’s hier im Raum Herrenberg Personen, die<br />

sich für Linux interessieren? Und wenn ja, dann holen wir sie doch<br />

einfach mal für einen Austausch zusammen.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Und die Teilnehmer kommen bis heute eher so aus der<br />

näheren Umgebung?<br />

M. Müller: Ja, aus dem Umkreis von etwa 10 bis 15 Kilometern. Herrenberg<br />

liegt zwischen Tübingen <strong>und</strong> Stuttgart. In beiden Städten<br />

gibt es große LUGs, <strong>und</strong> wir liegen so ein bisschen dazwischen. Eigentlich<br />

ist es eine lokale Gruppe, ja.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Wie kann man sich so einen LUG-Abend bei Ihnen vorstellen?<br />

Sie treffen sich in einem Lokal, <strong>und</strong> was passiert dann?<br />

M. Müller: Das hängt ein bisschen von den Umständen ab. Wenn es<br />

solche Sachen gibt wie die neue Suse 11.4, dreht sich der ganze<br />

Abend auch schon einmal um nicht funktionierende Hardware, weil in<br />

der neuen Distribution irgendetwas nicht mehr funktioniert. Dann<br />

gibt es Reizthemen, die immer mal wieder auftauchen, wie z. B.<br />

UMTS. Da sind dann zwei Leute, <strong>und</strong> die haben neue Sticks, bei denen<br />

irgendetwas nicht funktioniert, <strong>und</strong> dann drehen sich plötzlich<br />

alle Gespräche darum. Außerdem reden wir an manchen Abenden<br />

auch über ganz andere Themen wie die Finanzwelt oder Hobbys. Vor<br />

Jahren war Basel 2 das große Thema, <strong>und</strong> wir haben uns auch schon<br />

über Fische unterhalten, weil zwei Mitglieder Aquarianer sind!<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Machen Sie heute noch Werbung für die Gruppe?<br />

M. Müller: Ich lade die Mitglieder über die Mailingliste ein <strong>und</strong> außerdem<br />

geht vor jedem Stammtisch eine Information an das Amtsblatt,<br />

die dann vor dem Termin gedruckt wird. Mein Mitinitiator schreibt zusätzlich<br />

in der Tageszeitung einen Hinweis in der Rubrik „Notizblock“.<br />

Und über diese Kanäle kommen ab <strong>und</strong> zu auch neue Leute dazu.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Können Sie ungefähr abschätzen, wie viele der „Neuen“<br />

dann auch bleiben, wenn ihr akutes Problem, mit dem sie vielleicht<br />

ursprünglich zu Ihnen gekommen sind, gelöst ist?<br />

M. Müller: Von den meisten hört man dann recht schnell nichts<br />

mehr. Der Letzte, der geblieben ist, kam vor etwa zwei Jahren.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Haben Sie das Gefühl, dass generell das Interesse an<br />

Linux nachgelassen hat?<br />

M. Müller: Kann ich schwer sagen. Vor fünf oder sechs Jahren haben<br />

wir in der örtlichen VHS mal einen Workshop zu Linux gemacht <strong>und</strong><br />

dort auf den Stammtisch hingewiesen. Von den Teilnehmern ist aber<br />

niemand aufgetaucht. Woran das liegt, weiß ich nicht. Ich habe das<br />

Gefühl, dass viele sich Linux mal angucken, reinschnuppern, <strong>und</strong><br />

dann wieder davon weggehen. Einfach weil es doch trotz Suse oder<br />

Ubuntu immer noch ein anderes Betriebssystem ist. Man muss technisches<br />

Wissen mitbringen, das viele nicht haben.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Ist die Organisation dieser LUG sehr zeitaufwändig?<br />

M. Müller: Eigentlich so gut wie gar nicht. Im Gr<strong>und</strong>e wird nur beim<br />

Lokal angerufen, ob alles klar geht, <strong>und</strong> dann über die Mailingliste<br />

eingeladen. Das sind vielleicht zwei St<strong>und</strong>en im Monat, mehr nicht.<br />

Der Workshop, den ich eben erwähnte, war natürlich zeitaufwändig.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Sie würden also jemandem, der überlegt, eine eigene LUG<br />

zu gründen, durchaus zuraten, zumindest was den Zeitfaktor angeht?<br />

M. Müller: Das kann man ruhig riskieren. Entweder etabliert sie sich,<br />

dann ist der Aufwand übersichtlich. Oder sie geht gleich wieder ein.<br />

<strong>EasyLinux</strong>: Gibt es einen Rat, den Sie allen Linux-Neueinsteigern mit<br />

auf den Weg geben würden?<br />

M. Müller: Klassische Fehler, also technische Fehler, kann man immer<br />

viele machen. Ein klassischer Fehler ist beispielsweise die Idee,<br />

es funktioniert alles, <strong>und</strong> man muss sich um nichts mehr kümmern.<br />

Das ist so die typische Windows-Anwendermentalität, von der man<br />

sich trennen muss. Unter Linux läuft das eben etwas anders. Hier<br />

muss man sich selbst Informationen beschaffen.<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

43


TITEL<br />

Brennen unter Linux<br />

Übersicht: Vier freie Brennprogramme<br />

Burn, baby, burn!<br />

CDs <strong>und</strong> DVDs <strong>brennen</strong> Sie auch unter Linux komfortabel. Wir stellen<br />

vier freie Lösungen für verschiedene Desktops vor <strong>und</strong> zeigen, was<br />

diese drauf haben <strong>und</strong> wo es noch hakt.<br />

© raven, Fotolia<br />

Kristian Kißling<br />

Egal, ob Audio-CDs, Daten-DVDs oder<br />

ISO-Abbilder: Auch unter Linux besteht<br />

Bedarf, gelegentlich eine CD oder<br />

DVD zu <strong>brennen</strong>. Verschiedene Programme<br />

stehen bereit, um den Job zu übernehmen.<br />

Wir werfen einen Blick auf die Besonderheiten<br />

von K3b, Brasero, Gnomebaker <strong>und</strong> Xfburn.<br />

Auf die kommerzielle Variante Nero Linux 4<br />

gehen wir nur am Rande ein; sie ist aber eine<br />

Empfehlung, wenn die freien Lösungen auf<br />

unlösbare Probleme stoßen.<br />

Die Programmvielfalt im Brennbereich hat vor<br />

allem historische Gründe. Die Brennsoftware<br />

ist häufig an einen bestimmten<br />

Desktop gekoppelt. So ist K3b Teil<br />

des KDE-Desktops, Gnome hat wiederum<br />

die Brennsoftware Brasero an<br />

Bord. Xfburn hingegen fühlt sich auf<br />

dem Xfce-Desktop am wohlsten.<br />

Starten Sie unter Kubuntu 10.10<br />

K3b, schlägt die Software vor, zusätzliche<br />

Codecs zu installieren, die<br />

für eine MP3-Unterstützung sorgen.<br />

Spielen Sie K3b hingegen in einer<br />

Gnome-Umgebung ein, erscheint<br />

diese Mitteilung nicht. Sie müssen<br />

selbst nach den fehlenden Komponenten<br />

fahnden. Es bietet sich also<br />

an, beim Brennen die zum Desktop<br />

passende Software zu verwenden –<br />

es sei denn, Bugs verhindern dies.<br />

Reden wir zunächst kurz darüber,<br />

was die freien Brennprogramme nicht beherrschen.<br />

So kann keins von ihnen Blu-ray- <strong>und</strong><br />

HD-Medien nach dem UDF-2.50-Standard erzeugen.<br />

Das beherrscht lediglich Nero Linux 4<br />

[1], auch wenn das Programm selbst etwas<br />

anderes behauptet. Bevor Sie aber für 20 Euro<br />

die Katze im Sack kaufen, testen Sie die Software<br />

erstmal [2]. Unter OpenSuse installieren<br />

Sie die RPM-Pakete, indem Sie beim Herunterladen<br />

Software installieren wählen <strong>und</strong><br />

dann Akzeptieren. Unter Kubuntu öffnen Sie<br />

das Paket – anstatt es herunterzuladen – mit<br />

dem Software-Center <strong>und</strong> installieren es über<br />

Paket installieren.<br />

Im Folgenden schauen wir, was für Besonderheiten<br />

die einzelnen freien Programme auszeichnet.<br />

Um die Gemeinsamkeiten zu entdecken,<br />

werfen Sie einen Blick in die Tabelle am<br />

Ende des Artikels.<br />

K3b<br />

Für die Leser von <strong>EasyLinux</strong> am interessantesten<br />

dürfte wohl das KDE-Brennprogramm<br />

K3b sein (Abbildung 1). Wie Sie mit der Software<br />

Audio-CDs <strong>brennen</strong>, lesen Sie im Artikel<br />

Abb. 1: K3b ist nach wie vor das beste Programm zum Brennen<br />

von CDs <strong>und</strong> DVDs unter Linux. Die Software kann auch die Inhalte<br />

von Audio- <strong>und</strong> Videoscheiben konvertieren.<br />

„Erfolgsrezept“ ab Seite 46. An K3b sticht hervor,<br />

dass es dank der Integration von Emovix<br />

auch Filme brennt, die sich booten lassen.<br />

Leider funktioniert dieses Alleinstellungsmerkmal<br />

in keiner der unterstützten Distributionen<br />

– <strong>und</strong> das schon länger.<br />

Mit K3b konvertieren Sie Audio- <strong>und</strong> Video-<br />

CDs sowie Video-DVDs. Wie Sie die Titel einer<br />

Audio-CD in das MP3-Format verwandeln,<br />

entnehmen Sie ebenfalls dem Artikel ab Seite<br />

46. Um Videos zu rippen, holen Sie zusätzlich<br />

die Software transcode auf den Rechner.<br />

Auch Dual-/ <strong>und</strong> Double-Layer-DVDs, die<br />

über zwei Datenschichten <strong>und</strong> damit etwa die<br />

doppelte Kapazität einer normalen DVD verfügen,<br />

<strong>brennen</strong> Sie mit K3b. Dazu müssen Sie<br />

eventuell einen Parameter an die Software<br />

mkisofs übergeben, indem Sie in K3b den<br />

Menüpunkt Einstellungen / k3b einrichten /<br />

Programme aufrufen. In die leere Zeile neben<br />

mkisofs im Reiter Benutzerdefinierte Parameter<br />

geben Sie ‐iso‐level 3 ein.<br />

Einige Kleinigkeiten von K3b sind einer Erwähnung<br />

wert. So ist es möglich, die Lesegeschwindigkeit<br />

des Laufwerks zu reduzieren –<br />

<strong>und</strong> damit auch den verursachten<br />

Lärm. Lesen Sie mit<br />

K3b CDs oder DVDs aus, stellen<br />

Sie die Anzahl der Leseversuche<br />

ein <strong>und</strong> aktivieren<br />

über den Paranoia‐Modus zusätzliche<br />

Sicherheitsmechanismen,<br />

welche die Korrektheit<br />

der Daten überprüfen.<br />

Mixed-Mode-CDs bestehen<br />

aus einer Audio-CD, die auch<br />

Daten mitbringt. Viele Kauf-<br />

CDs benutzen diesen Modus.<br />

Ironischerweise kann K3b<br />

diese Medien zwar <strong>brennen</strong>,<br />

sie aber nicht anzeigen –<br />

Schuld ist ein KDE-Bug. Unter<br />

Windows 7 funktionieren die<br />

Mixed-Mode-CDs problemlos.<br />

44 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


Brennen unter Linux<br />

TITEL<br />

Abb. 2: Klein aber fein: Der Covereditor von Brasero lässt<br />

sich auch mit Bildern ausstatten. Allerdings ragt die Titelliste<br />

auf der Rückseite mitunter über das Cover hinaus.<br />

Brasero<br />

Die Features von Brasero entsprechen in etwa<br />

denen von K3b, allerdings bereitet die Software<br />

den Anwendern, nach der Anzahl der<br />

Bug Reports zu urteilen, mehr Probleme. Erwähnenswert<br />

ist, das Brasero auf Ihren<br />

Wunsch beim Brennen einer Daten-DVD bestimmte<br />

Dateien herausfiltert, so etwa versteckte<br />

Dateien, die mit einem Punkt beginnen<br />

sowie symbolische Verknüpfungen. Zu<br />

den Spezialitäten von Brasero gehört, dass es<br />

TABELLE 1<br />

K3b Brasero Gnomebaker<br />

Desktop KDE 4 Gnome Gnome Xfce<br />

Audio-CD ja ja ja ja<br />

Xfburn<br />

Daten-CD | DVD erzeugen ja | ja ja | ja ja | ja ja | ja<br />

Abb. 3: Gnomebaker weist nicht so viele<br />

Features auf wie Gnomes Standardbrennsoftware<br />

Brasero. Dafür stellen Sie die<br />

Brenngeschwindigkeit gezielter ein.<br />

Video-DVD | SVCD erzeugen ja | ja ja | ja nein | nein nein | nein<br />

einen Covereditor mitbringt<br />

(Abbildung 2), der es Ihnen<br />

erlaubt, Cover mit Bildern<br />

<strong>und</strong> Schriften zu erstellen.<br />

Da Brasero die Titelliste<br />

nicht selbstständig an die<br />

Höhe der CD anpasst, müssen<br />

Sie dort noch manuell<br />

eingreifen.<br />

Brasero liest Film-DVDs zwar nicht aus, erstellt<br />

aber 1:1-Kopien. Dabei gibt es allerdings<br />

einen Haken: Die meisten kommerziellen<br />

DVDs bringen einen Kopierschutz namens<br />

CSS mit. Während es die gesetzliche Lage in<br />

Deutschland verbietet, diesen Kopierschutz<br />

zu umgehen, setzen die Anwender in anderen<br />

Ländern genau zu diesem Zwecke die Bibliothek<br />

libdvdcss ein. Diese befindet sich meist<br />

nicht in den Standardpaketquellen der Distributionen,<br />

sondern muss über eine zusätzliche,<br />

externe Paketquelle<br />

installiert werden.<br />

Gnomebaker <strong>und</strong><br />

Xfburn<br />

Eine weitere Brennsoftware<br />

für den Gnome-<br />

Desktop heißt Gnomebaker<br />

(Abbildung 3). Sie<br />

bietet deutlich weniger<br />

Features als Brasero <strong>und</strong><br />

K3b, erledigt aber auch<br />

die wichtigsten Jobs. Im<br />

Gegensatz zu Brasero<br />

stellen Sie in Gnomebaker die Brenngeschwindigkeit<br />

individuell ein. Brasero bietet oft nur<br />

schnelle Brenngeschwindigkeiten an. Das<br />

führt bei Daten- <strong>und</strong> Audio-CDs unter Umständen<br />

zu einer höheren Fehlerquote. Diverse Artikel<br />

im Internet legen das nahe [3], die Theorie<br />

ist jedoch umstritten. Legen Sie Wert auf<br />

langsames Brennen, erweist sich Gnomebaker<br />

unter Gnome als die bessere Option.<br />

Der große Vorteil von Xfburn ist die Schlankheit.<br />

Zudem setzt das Tool auf die Bibliothek<br />

libburn des Libburnia-Projekts [4] <strong>und</strong> verwendet<br />

damit ein anderes Backend als K3b,<br />

Brasero <strong>und</strong> Gnomebaker. Gewöhnlich kommt<br />

Xfburn zusammen mit dem schlanken Xfce-<br />

Desktop zum Einsatz, lässt sich aber auch unter<br />

Gnome <strong>und</strong> KDE benutzen. (kki) n<br />

Glossar<br />

UDF: Das Universal Disk Format ist ein<br />

Dateisystem, das sowohl auf CDs als<br />

auch auf DVDs <strong>und</strong> Blu-rays zum Einsatz<br />

kommt. Während CDs sich aber<br />

mit Version 1.00 des Dateisystems<br />

begnügen, brauchen Daten-DVDs bereits<br />

die Version 1.50 <strong>und</strong> überall abspielbare<br />

Blu-rays die 2.50. Das Linux-<br />

Programm mkudffs unterstützt lediglich<br />

die UDF-Version 2.01.<br />

CD | DVD kopieren ja | ja ja | ja ja | ja nein | nein<br />

Abbild auf CD | DVD schreiben ja | ja ja | ja ja | ja ja | ja<br />

CD-RW löschen ja ja ja ja<br />

DVD-RW formatieren ja ja ja nein<br />

Audio-CD auslesen ja nein nein nein<br />

Video-CD/ DVD auslesen ja nein nein nein<br />

Support für MP3 | Ogg Vorbis ja | ja ja | ja ja | ja ja | ja<br />

MD5-Summe prüfen ja ja nein nein<br />

Covereditor nein ja nein nein<br />

Audio normalisieren ja ja nein nein<br />

Brenngeschwindigkeit flexibel einstellen ja teilweise ja teilweise<br />

Burnproof/Burnfree ja ja ja ja<br />

Infos<br />

[1] Nero Linux 4: http:// www. nero. com/<br />

deu/ linux4. html (http:// ezlx. de/ b2s1)<br />

[2] Testversion von Nero Linux:<br />

http:// www. nero. com/ deu/<br />

downloads‐linux4‐trial. php<br />

(http:// ezlx. de/ b2s2)<br />

[3] CD-Theorie: http:// web. archive. org/<br />

web/ 20010702181652/ www.<br />

emediapro. com/ EM2000/ starrett5.<br />

html (http:// ezlx. de/ b2s3)<br />

[4] Libburnia: http:// libburnia‐project. org/<br />

wiki/ Libburn (http:// ezlx. de/ b2s4)<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

45


TiTEL<br />

K3b<br />

Audio-CDs konvertieren <strong>und</strong> <strong>brennen</strong><br />

Erfolgsrezept<br />

Mit dem KDE-Brennprogramm K3b erzeugen Sie nicht<br />

nur überall abspielbare Audio-CDs aus Ihren MP3-Dateien,<br />

sondern konvertieren umgekehrt auch vorhandene<br />

Songs in das MP3- oder Ogg-Vorbis-Format.<br />

Kristian Kißling<br />

Es gibt – abgesehen vom reinen Abspielen<br />

– zwei Szenarien, in denen ein gewöhnlicher<br />

Computer <strong>und</strong> eine Audio-<br />

CD aufeinander treffen. Wollen Sie Ihre CD-<br />

Sammlung fit für den brandneuen<br />

MP3-Player machen, müssen Sie<br />

die enthaltenen Tracks in das<br />

MP3- oder Ogg-Vorbis-Format<br />

konvertieren. Umgekehrt <strong>brennen</strong><br />

Sie aus einer vorhandenen<br />

MP3-Sammlung Audio-CDs, die<br />

Sie dann zum Beispiel im CD-Player<br />

des Autoradios abspielen.<br />

Beide Aufgaben übernimmt unter<br />

OpenSuse 11.2/ 11.3 <strong>und</strong> Kubuntu<br />

10.10 das Brennprogramm<br />

K3b. Es gibt beim Konvertieren<br />

<strong>und</strong> Brennen aber ein paar Dinge<br />

zu beachten, die der Artikel erklärt:<br />

Eines der Hauptprobleme<br />

ist, dass die meisten Menschen<br />

ihre Musiksamlungen im MP3-<br />

Format verwalten. Ogg Vorbis<br />

(Dateiendung .ogg) gilt zwar als<br />

© Alistair Cotton, 123RF<br />

das bessere Format, doch<br />

gibt es nach wie vor einige<br />

mobile Abspielgeräte,<br />

die damit nicht umgehen<br />

können. Das beliebte<br />

MP3-Format unterstützt<br />

K3b hingegen aus<br />

Lizenzgründen nicht out<br />

of the box; hier müssen<br />

Sie ein wenig nachhelfen.<br />

MP3-Support<br />

Unter Kubuntu erscheint<br />

nach dem Start von K3b<br />

zunächst ein kleines<br />

Fenster rechts unten im Systembereich (Abbildung<br />

1). Klicken Sie auf Details, schlägt<br />

Kubuntu vor, Video-Enkodierung <strong>und</strong> MP3-<br />

Enkodierung zu installieren. Über den Button<br />

Ausgewählte installieren spielen Sie die<br />

Codecs ein <strong>und</strong> starten das Brennprogramm<br />

im Anschluss daran neu. Ein weiterer Weg<br />

Abb. 1: Kubuntu 10.10 schlägt nach dem Start von K3b vor, zusätzliche<br />

Codecs zu installieren, um die volle Funktionsfähigkeit<br />

herzustellen. Klicken Sie dazu auf „Details“.<br />

führt über das Installieren der beiden Einzelpakete<br />

libk3b6-extracodecs <strong>und</strong> lame. Die spüren<br />

Sie wie gewohnt in KPackageKit auf.<br />

Weiter geht’s mit OpenSuse 11.2 <strong>und</strong> 11.3.<br />

Hier holen Sie eine neuere Version von K3b<br />

mit MP3-Support aus dem externen PackMan-<br />

Repository, das Sie zuvor einbinden müssen.<br />

Unter OpenSuse 11.2/ 11.3 rufen Sie aus<br />

1<br />

dem K-Menü den Punkt Rechner / Software<br />

installieren auf, geben Ihr Benutzerpasswort<br />

ein <strong>und</strong> landen dann in der Paketzentrale<br />

von OpenSuse.<br />

Hier wählen Sie den Menüeintrag Konfiguration<br />

/ Repositorys <strong>und</strong> sehen ein Über-<br />

2<br />

sichtsfenster, das die aktuell eingeb<strong>und</strong>enen<br />

Paketquellen präsentiert.<br />

Klicken Sie auf die Schaltfläche Hinzufügen<br />

3<br />

<strong>und</strong> wählen Sie im nächsten Fenster aus<br />

der Liste den Eintrag Community/ Gemeinschafts-Repositories.<br />

Nun erscheint eine Übersicht mit verfügbaren<br />

Paketquellen. Setzen Sie ein Häk-<br />

4<br />

chen bei PackMan Repository<br />

<strong>und</strong> klicken Sie dann auf OK.<br />

Sie importieren den Schlüssel<br />

des Repositorys <strong>und</strong> landen<br />

nach einem Klick auf OK wieder<br />

in der Paketzentrale.<br />

Im Reiter Suchen fahnden Sie<br />

5<br />

nach den Paketen libmad0,<br />

lame <strong>und</strong> k3b-codecs <strong>und</strong> markieren<br />

diese zur Installation.<br />

Im letzten Fall erscheint eine<br />

Konfliktmeldung, die darauf<br />

hinweist, dass Sie ein Paket<br />

durch ein anderes ersetzen.<br />

Wählen Sie die Option aus,<br />

neben der (mit Anbieterwechsel)<br />

steht, <strong>und</strong> dann OK – Erneut<br />

versuchen, um die aktuellere<br />

Version 2.0.2 von K3b<br />

zu installieren.<br />

46 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


K3b<br />

TiTEL<br />

Der Paketmanager zeigt nun<br />

6<br />

zahlreiche Abhängigkeiten an,<br />

die er ebenfalls einspielen will.<br />

Erlauben Sie das <strong>und</strong> starten Sie<br />

die Installation. Nach einem<br />

Neustart von K3b sollte die Meldung<br />

ausbleiben, dass K3b kein<br />

MP3-Modul findet.<br />

CDs auslesen<br />

Direkt nach dem Einlegen einer<br />

Audio-CD bieten OpenSuse 11.2/<br />

11.3 <strong>und</strong> Kubuntu die Option Digital-Audio<br />

mit K3b auslesen an. Unter<br />

Kubuntu erscheint diese auf<br />

Englisch (Extract).<br />

Sie starten das Auslesen aber auch Abb. 2: Über die Aufklappmenüs im unteren bereich des Dialogfensters<br />

von K3b legen Sie fest, in welches Format Sie die<br />

aus dem Programm heraus, indem<br />

Sie den Menüpunkt Extras / Audio- ausgelesenen Audiodaten umwandeln wollen.<br />

CD auslesen aufrufen. Ein neues<br />

Fenster öffnet sich, das die Tracks der CD auflistet.<br />

Mitunter müssen Sie noch eine CDDB- nach welchem Schema K3b den Dateien Na-<br />

Im Register Dateibenennung legen Sie fest,<br />

Anfrage starten, falls die Software Ihre Musik- men gibt. Die Vorgaben sind ok, Sie können<br />

CD falsch identifiziert. Ein Klick auf Auslesen aber auch ein eigenes Muster eingeben: Das<br />

starten ruft ein neues Fenster auf den Schirm, ist etwas komplizierter, zwei Links am Ort geben<br />

Auskunft über Details.<br />

in dem Sie etwas Feintuning betreiben.<br />

Im Register Einstellungen wählen Sie aus dem Gibt es Probleme beim Auslesen einer CD, ändern<br />

Sie im Register Erweitert die Einstellun-<br />

Aufklappmenü Dateityp entweder den Eintrag<br />

Ogg Vorbis (der ist voreingestellt) oder Mp3 gen für den Paranoia-Modus <strong>und</strong> die Anzahl<br />

Lame (Abbildung 2). Im Fall von OpenSuse der Leseversuche. Das gilt zum Beispiel für<br />

11.2 <strong>und</strong> 11.3 mussten wir MPEG1 Layer III verkratzte oder beschädigte CDs.<br />

(mp3) wählen, da das Auslesen der Audio-CD Sind Sie mit den Einstellungen zufrieden, klicken<br />

Sie auf Auslesen starten. In einem Fens-<br />

mit Lame unvermittelt abbrach. Mit der<br />

MPEG1-Option klappte es hingegen tadellos. ter fragt K3b nach, welche Einstellungen Sie<br />

Ebenfalls in den Einstellungen legen Sie den verwenden wollen – der Eintrag Voreinstellungen<br />

ist beim ersten Versuch eine gute<br />

Ziel-Ordner fest, in dem Sie die Dateien ablegen<br />

wollen – häufig ist das /home/ user/ Musik, Wahl. Das Konvertieren selbst (das im Jargon<br />

wobei Sie user durch Ihren Benutzernamen „rippen“ heißt) dauerte auf einem schnellen<br />

ersetzen. Kreuzen Sie rechts die Option M3U- Rechner sechs Minuten. Zum Abspielen der<br />

Wiedergabeliste erstellen an, legt K3b eine MP3-Dateien greifen Sie am besten zu Amarok,<br />

über das Sie in dieser Ausgabe (ab Seite<br />

Wiedergabeliste im M3U-Format an, was bei<br />

einigen Abspielgeräten von Vorteil ist.<br />

62) auch einen Artikel finden.<br />

Eine Anmerkung: KDE hat zur Zeit Probleme<br />

LAngSAm brEnnEn mit Mixed-Mode-CDs. Diese enthalten neben<br />

Musik auch Daten. Erscheint eine Audio-CD<br />

nach dem Einlegen nicht im Widget Kürzlich<br />

angeschlossene Geräte, öffnen Sie Dolphin <strong>und</strong><br />

geben audiocd:/ ein. Dann kopieren Sie den<br />

Ordner MP3 in Ihr Musikverzeichnis.<br />

Bei Audio-CDs wird häufig empfohlen, diese<br />

langsamer zu <strong>brennen</strong>, weil sich andernfalls<br />

mehr physikalische Fehler einschleichen.<br />

Diese sollen das Abspielen negativ<br />

beeinflussen, weil der CD-Player mehr Fehler<br />

korrigieren muss. Die Theorie ist zwar<br />

umstritten, der Autor dieser Zeilen meint<br />

jedoch, in der Praxis Unterschiede bemerkt<br />

zu haben. Wie langsam Ihr Brenner<br />

schreibt, hängt von seiner Firmware ab.<br />

Zwar erlaubt es K3b, eine vierfache Brenngeschwindigkeit<br />

einzugeben, die Software<br />

erhöht die Geschwindigkeit aber gegebenenfalls<br />

automatisch beim Brennen <strong>und</strong><br />

gibt eine entsprechende Meldung aus.<br />

Audio-CDs erzeugen<br />

Um Ihre MP3-Sammlung in abspielbare CDs<br />

für die nächste Party zu verwandeln, <strong>brennen</strong><br />

Sie diese als Audio-CDs. Dazu rufen Sie das<br />

Brennprogramm erneut auf <strong>und</strong> benutzen die<br />

Schaltfläche Neue Audio-CD im unteren Bereich<br />

der grafischen Oberfläche. Aus dem Dateimanager<br />

darüber schieben Sie die einzelnen<br />

MP3-Dateien jeweils mit einem Linksklick<br />

in die Brennwarteschlange. Um<br />

das mit allen Titeln auf einmal zu<br />

tun, wählen Sie diese über [Strg-<br />

A] aus; ein Klick auf den Eintrag<br />

Zum Projekt hinzufügen aus dem<br />

Kontextmenü verschiebt die komplette<br />

Auswahl.<br />

Sind Sie fertig, öffnet der Mausklick<br />

auf Brennen ein weiteres<br />

Fenster, in dem Sie über ein Aufklappmenü<br />

die Geschwindigkeit<br />

des Brennvorgangs einstellen (Abbildung<br />

3). Entweder entscheiden<br />

Sie sich für den voreingestellten<br />

Wert (Automatisch), wählen einen<br />

der angebotenen Werte oder klicken<br />

auf Mehr, um selbst eine Geschwindigkeit<br />

einzutragen (siehe<br />

Kasten Langsam <strong>brennen</strong>). Passen<br />

die eingetragenen Parameter so<br />

weit, schieben Sie den Brennvorgang mit einem<br />

Klick auf Brennen an. Nach einem erfolgreichen<br />

Abschluss wirft die Software die gebrannte<br />

CD aus – das war’s schon.<br />

Technisch ist das <strong>Rippen</strong> <strong>und</strong> Brennen also<br />

kein Problem – lediglich lizenzrechtliche Hürden<br />

beim Umgang mit MP3-Dateien erschweren<br />

den Prozess ein wenig. (kki) n<br />

GloSSAr<br />

CDDB: Die Compact Disc Database<br />

speichert Interpreten <strong>und</strong> Titelnamen<br />

zu fast allen erhältlichen Audio-CDs.<br />

Die meisten Programme nutzen den<br />

freien FreeDB-Service <strong>und</strong> nicht die<br />

Daten des kommerziellen CDDB-Anbieters,<br />

verwenden aber weiterhin die<br />

alte Bezeichnung CDDB.<br />

Abb. 3: Auf dem reiter „geschwindigkeit“<br />

wählen Sie optional einen niedrigeren<br />

Wert für die brenngeschwindigkeit<br />

aus. Andernfalls bestimmt K3b automatisch,<br />

wie schnell ihr brenner ist.<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

47


TiTEL<br />

AcetoneISO<br />

ISO-Images mit AcetoneISO verwalten<br />

Ausgepackt<br />

Martin Loschwitz Mit AcetoneISO werfen Sie einen Blick in CD- <strong>und</strong><br />

DVD-Imagedateien in vielen Formaten. Für den bequemen<br />

Zugriff sind keine Administratorrechte nötig.<br />

AcetoneISO [1] ermöglicht den unkomplizierten<br />

Umgang mit Abbilddateien,<br />

indem es die äußerste<br />

Schicht für Sie als Anwender transparent werden<br />

lässt <strong>und</strong> so den Zugriff auf die darin enthaltenen<br />

Daten ermöglicht. Auf Wunsch erstellt<br />

das Programm aber auch von verschiedenen<br />

Dateien eine Abbilddatei <strong>und</strong> brennt<br />

diese sogar auf CD oder DVD. Es versteht neben<br />

dem Standardormat ISO viele weitere Formate,<br />

etwa das berühmt-berüchtigte NRG von<br />

Nero, das sich normalerweise nur mit proprietärer<br />

Softwäre öffnen lässt. In diesem Artikel<br />

erfahren Sie, wie AcetoneISO gr<strong>und</strong>sätzlich<br />

funktioniert <strong>und</strong> wie Sie das Optimum aus<br />

dem Programm herausholen.<br />

Der erste Start<br />

AcetoneISO hat sich mittlerweile einen guten<br />

Ruf erarbeitet <strong>und</strong> liegt allen von <strong>EasyLinux</strong><br />

unterstützten Distributionen bei. Alternativ<br />

finden Sie auf der Heft-DVD die zum Redaktionsschluss<br />

aktuelle Version des Programms,<br />

die Sie, wie gewohnt, über den Paketmanager<br />

Ihres System installieren.<br />

Das Programm nistet sich im K-Menü in der<br />

eher unpassenden Kategorie Multimedia /<br />

CD/​DVD​Brennen ein. Beim ersten Start präsentiert<br />

Ihnen das Tool zunächst einen Konfigurationsdialog.<br />

Es handelt sich dabei um das<br />

Optionen-Fenster, das Sie später im gestarteten<br />

Program auch über Datei / Einstellungen<br />

erreichen. Fürs Erste ist das Verändern der<br />

Konfigurationsparameter nicht notwendig –<br />

aber einen Dateimanager, den Sie verwenden<br />

möchten, sollten Sie dennoch auswählen (Abbildung<br />

1). Klicken Sie dann auf Übernehmen<br />

<strong>und</strong> schließlich auf OK, woraufhin sich das<br />

Optionen-Fenster schließt.<br />

© Kmitu, 123RF<br />

Die Oberfläche<br />

Das AcetoneISO-Hauptfenster ist in drei Bereiche<br />

unterteilt (Abbildung 2). Links sehen Sie<br />

die Datenbank der Abbilddateien, die AcetoneISO<br />

bereits kennt. Beim Programmstart<br />

sucht AcetoneISO in Ihrem persönlichen Verzeichnis<br />

nach ISO-Dateien <strong>und</strong> legt für die gef<strong>und</strong>enen<br />

Abbilder einen Eintrag in seiner Datenbank<br />

an. Wenn Sie ein schon vorhandenes<br />

Image von einem anderen Ort öffnen oder mit<br />

AcetoneISO ein neues Image erstellen, legt<br />

das Programm dafür ebenfalls automatisch einen<br />

Verweis in seiner Datenbank an.<br />

Die rechte Hälfte des AcetoneISO-Fensters<br />

zeigt im oberen Teil eine Liste der gerade eingehängten<br />

Images. Über die beiden Tabs erreichen<br />

Sie die Funktionen zum Brennen von<br />

Images auf CDs oder DVDs sowie Hinweise<br />

auf aktuellere Programmversionen. Unten se-<br />

50 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


AcetoneISO<br />

TiTEL<br />

hen Sie eine Liste bisher geöffneter<br />

Images. Nach dem ersten Programmstart<br />

sind alle drei Bereiche<br />

von AcetoneISO noch leer.<br />

Ein Image in AcetoneISO<br />

verwenden<br />

Um ein ISO-Image mit diesem<br />

Tool in den Verzeichnisbaum Ihres<br />

Systems einzuhängen, gehen<br />

Sie wie folgt vor:<br />

Ein Klick auf den Button Einhängen<br />

öffnet den Dateimana-<br />

1<br />

ger, in dem Sie zur gewünschten<br />

Abbilddatei navigieren <strong>und</strong><br />

diese per Doppelklick auswählen.<br />

Sollte das Image bereits in<br />

der Datenbank von Acetone-<br />

ISO auf der linken Seite vorhanden sein,<br />

klicken Sie auf den Eintrag <strong>und</strong> im Anschluss<br />

daran auf Einhängen.<br />

In der Image-Datenbank links sehen Sie<br />

2<br />

nun einen neuen Eintrag für das soeben<br />

ausgewählte Image. Im Tab Abbilder​einhängen<br />

erscheint ebenfalls das eingehängte<br />

Image. Auch die History zeigt jetzt einen<br />

Eintrag dafür.<br />

Um den Inhalt des Images anzuzeigen, klicken<br />

Sie im Fenster Abbilder​ einhängen<br />

3<br />

doppelt auf den Namen der ISO-Datei; alternativ<br />

öffnet ein Rechtsklick darauf das<br />

Kontextmenü, aus dem Sie Im​Dateimanager​öffnen<br />

(Abbildung 3) wählen.<br />

Das Kontextmenü der rechten Maustaste<br />

4<br />

ist auch dann nützlich, wenn Sie das Image<br />

aushängen möchten. Wählen Sie dafür den<br />

Eintrag Image​aushängen. Alternativ erledigt<br />

das ein Klick auf Aushängen.<br />

Abb. 1: im Konfigurationsdialog des Programms legen Sie unter<br />

anderem den bevorzugten Dateimanager fest.<br />

Generell erlaubt das Programm das gleichzeitige<br />

Einhängen von bis zu sieben ISO-Images.<br />

Es verwendet dazu den Pfad /home/​Nutzername/​virtual-drives/​[1-7].<br />

Images mit AcetoneISO erstellen<br />

Um selbst ISO-Images zu erstellen, eignet sich<br />

AcetoneISO auch als komfortables Frontend<br />

für mkisofs, das durch seine komplexe Handhabung<br />

normalerweise in erster Linie versierte<br />

Anwender anspricht. So geht’s:<br />

Klicken Sie mit der linken Maustaste im<br />

1<br />

Menü Abbild-Umwandlung auf den Eintrag<br />

ISO​aus​Ordner​erstellen, worauf sich ein<br />

Dateimanager-Dialog öffnet.<br />

Klicken Sie auf den Ordner, den Sie in ein<br />

2<br />

ISO-Abbild verpacken wollen. Sie müssen<br />

alle Dateien, die Teil des Images werden<br />

sollen, zuvor in den gleichen Ordner kopieren<br />

oder verschieben.<br />

Abb. 2: Das übersichtliche Hauptfenster von AcetoneiSO erlaubt den schnellen Zugriff<br />

auf die wichtigsten Funktionen des Programms.<br />

Images <strong>brennen</strong><br />

AcetoneISO zeigt Ihnen nach<br />

3<br />

einem Klick auf OK einen<br />

zweiten Dialog zur Dateiauswahl.<br />

Dort legen Sie den gewünschten<br />

Namen <strong>und</strong> Speicherort<br />

des ISO-Abbildes fest.<br />

Nach einem erneuten Klick<br />

4<br />

auf OK macht sich AcetoneISO<br />

an die Arbeit. Nach dem Fertigstellen<br />

zeigt es Ihnen einen<br />

Bestätigungsdialog. Danach<br />

erscheint das gerade erstellte<br />

Image aber nicht automatisch<br />

in der Datenbank links. Um es<br />

dort einzutragen, fügen Sie es<br />

per Einhängen-Button in das<br />

Programm ein.<br />

AcetoneISO bietet auch eine Funktion, um<br />

ISO-Images verschiedener Machart auf einen<br />

CD- oder DVD- Rohling zu schreiben. Neben<br />

dem Einbinden <strong>und</strong> Erstellen von Abbildern<br />

in das System ist das die dritte Kernfunktion<br />

des Werkzeugs. So gehen Sie vor:<br />

Klicken Sie auf den Menüeintrag CD/​DVD​<br />

1<br />

<strong>brennen</strong> bzw. Burn​CD/​DVD – in älteren<br />

AcetoneISO-Versionen ist die Übersetzung<br />

etwas holprig.<br />

Wählen Sie links in der Datenbank das<br />

2<br />

ISO-Image aus, das Sie auf eine CD oder<br />

DVD <strong>brennen</strong> möchten.<br />

Klicken Sie rechts auf das Icon mit der<br />

3<br />

<strong>brennen</strong>den CD neben dem Eintrag Burn​<br />

ISO​Image. AcetoneISO beginnt mit der Arbeit<br />

<strong>und</strong> schreibt nach dem Fertigstellen<br />

eine kurze Bestätigung.<br />

Image von CD oder DVDs auslesen<br />

Möchten Sie von Ihren CDs oder DVDs ein<br />

Image anlegen, um es zum Beispiel per Netzwerk<br />

weiterzuverteilen oder es zu archivieren,<br />

ist AcetoneISO auch für diese Aufgabe<br />

geeignet. Das gilt auch für Audio-CDs – was<br />

nicht selbstverständlich ist, da diese Audio-<br />

CDs eine andere Struktur besitzen als Daten-<br />

CDs. So gehen Sie vor, um ein Abbild einer<br />

vorhandenen CD/ DVD zu erstellen:<br />

Wählen Sie im Menü Abbild-Umwandlung<br />

1<br />

/ ISO​aus​CD/​DVD​erstellen <strong>und</strong> im Untermenü<br />

den für Sie passenden Eintrag aus.<br />

Abhängig von der Auswahl stellt Ihnen<br />

AcetoneISO nun mehrere Fragen.<br />

Wenn Sie eine normale Daten-CD in ein<br />

2<br />

Image umwandeln möchten, fragt Sie AcetoneISO<br />

nach dem Pfad zum Laufwerk sowie<br />

der Blockgröße des Datenträgers. Bei<br />

beiden Fragen übernehmen Sie die vorgegebenen<br />

Werte.<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

51


TiTEL<br />

AcetoneISO<br />

Geben Sie dann den Namen der ausgelesenen<br />

Imagedatei ein. Ein Klick auf OK<br />

3<br />

setzt den Ausleseprozess in Gang. Den Erfolg<br />

quittiert AcetoneISO mit einer entsprechenden<br />

Meldung.<br />

Images konvertieren<br />

Mac-OS-X-Images besitzen die Dateiendung<br />

.dmg <strong>und</strong> verwenden intern das Mac-OS-X-<br />

Dateisystem HFS+. Linux bietet alle Werkzeuge,<br />

um solche Images zu nutzen – AcetoneISO<br />

vereint sie in einer Oberfläche. Um<br />

eine DMG-Datei in einen Ordner zu entpacken,<br />

gehen Sie wie folgt vor:<br />

Rufen Sie den zunächst den Menüpunkt<br />

1<br />

Abbild-Umwandlung / Mac-OS-Abbild​umwandeln<br />

auf.<br />

Klicken Sie im Dialog auf den Button In​<br />

2<br />

Ordner​entpacken. AcetoneISO könnte das<br />

DMG-File zwar auch direkt in ein ISO-File<br />

umwandeln, aufgr<strong>und</strong> von Kompatibilitätsproblemen<br />

raten die AcetoneISO-Autoren<br />

aber davon ab.<br />

AcetoneISO möchte im Folgenden ein Programm<br />

namens PowerISO aus dem Netz<br />

3<br />

herunterladen, das es für die Umwandlung<br />

benötigt. Indem Sie auf Installieren klicken,<br />

erlauben Sie das.<br />

Nun öffnet sich ein neues Dateimanagerfenster,<br />

in dem Sie die Imagedatei im Mac-<br />

4<br />

OS-X-Format auswählen, die Sie konvertieren<br />

möchten.<br />

In einem zweiten Dateimanagerdialog legen<br />

Sie den Ordner fest, in den das Pro-<br />

5<br />

gramm den gesamten Inhalt des DMG-Files<br />

kopiert. Danach starten Sie mit OK die Konvertierung.<br />

Abbilder verändern<br />

AcetoneISO bietet Ihnen vielfältige Möglichkeiten,<br />

bereits bestehende Images zu verändern.<br />

So erlaubt es das Programm, Abbilder in<br />

mehrere Teile zu zerlegen:<br />

Rufen Sie den Menüpunkt<br />

Abbildmanager /<br />

1<br />

Abbild​ teilen / Teilen<br />

auf. Im folgenden Dateimanagerdialog<br />

wählen<br />

Sie das zu teilende<br />

Image aus.<br />

Im nächsten Dialog legen<br />

Sie das Präfix (also<br />

2<br />

den Namensanfang) fest,<br />

den später die einzelnen<br />

Teile des Abbildes bekommen.<br />

Im dritten Dialog stellen Sie die Größe der<br />

3<br />

einzelnen Teile ein. 650 oder 700 MByte<br />

eignen sich z. B., um eine DVD auf mehrere<br />

CDs aufzuteilen.<br />

Abb. 3: Nach dem Einhängen eines Abbildes öffnet AcetoneiSO dessen inhalt automatisch<br />

in einem neuen Dateimanagerfenster.<br />

Ein Klick auf den Button OK setzt das Aufteilen<br />

des Images in Gang.<br />

4<br />

Die einzelnen Teile komprimiert AcetoneISO<br />

mit dem 7z-Algorithmus. Das Programm bietet<br />

selbst eine Funktion, um geteilte Dateien<br />

auf anderen Rechnern wie folgt wieder zusammenzusetzen:<br />

Rufen Sie Abbildmanager / Abbild​teilen /<br />

1<br />

Geteiltes​Abbild​zusammenfügen auf.<br />

Wählen Sie im Dateibrowser die Teile zum<br />

2<br />

Zusammenfügen aus.<br />

Legen Sie den Namen der Zieldatei nach<br />

3<br />

dem Zusammensetzen fest.<br />

Klicken Sie auf OK <strong>und</strong> warten Sie, bis das<br />

4<br />

Programm seine Arbeit beendet hat.<br />

Multimedia-Funktionen<br />

AcetoneISO beherrscht neben seinem Kerngeschäft<br />

auch noch einige Multimedia-Funktionen,<br />

die Sie es unter Video (Abbildung 4) <strong>und</strong><br />

Audio vorhält. Zu den Fertigkeiten des Tools<br />

gehören das Umwandeln<br />

ungeschützter Video-DVDs<br />

in ein AVI-XVID-Video, die<br />

Wiedergabe eines DVD-<br />

Abbildes sowie das Herunterladen<br />

<strong>und</strong> Verarbeiten<br />

von YouTube-Videos. Darüber<br />

hinaus extrahiert („demuxt“)<br />

das Programm auf<br />

Abb. 4: Neben Abbild-Funktionen<br />

bietet AcetoneiSO auch Wunsch auch die Tonspuren<br />

aus vorhandenen Vide-<br />

einige Multimedia-Features.<br />

odateien <strong>und</strong> speichert sie<br />

separat als MP3-Dateien.<br />

Hinzu kommen einige Funktionen, die mit<br />

Abbildern kaum mehr etwas zu tun haben: So<br />

konvertiert AcetoneISO auf Zuruf auch Flash-<br />

Videos in AVI-Dateien <strong>und</strong> wandelt vorhandene<br />

Videos in spezielle Formate für die Play-<br />

Station Portable um. Stöbern Sie etwas in den<br />

Menüs Video <strong>und</strong> Audio <strong>und</strong> probieren Sie die<br />

vorhandenen Funktionen aus, sofern sie für<br />

Sie nützlich sind. Etwas falsch machen können<br />

Sie in diesen beiden Untermenüs jedenfalls<br />

nicht; probieren Sie einfach ein wenig<br />

mit den Tools herum.<br />

Fazit<br />

AcetoneISO ist ein vielseitiger Helfer im Umgang<br />

mit Abbilddateien. Das Werkzeug bindet<br />

vorhandene Images in das System ein, ermöglicht<br />

das Erstellen neuer Abbilder <strong>und</strong> erlaubt<br />

es Ihnen auch, vorhandene Images zu verändern.<br />

Die Funktionen zum Verschlüsseln <strong>und</strong><br />

zum Komprimieren von Images sind neben<br />

den im Artikel erwähnten Funktionen zwei<br />

gute Beispiele. Zudem beherrscht AcetoneISO<br />

sogar einige Multimedia-Funktionen, wie das<br />

Abspielen von DVD-Inhalten oder das Umwandeln<br />

von Filmdateien.<br />

Die Entwicklung steht nicht still: Auf der Projektseite<br />

läuft eine Umfrage, welches Feature<br />

sich Benutzer am meisten wünschen. Man<br />

darf also gespannt sein, was sich die Entwickler<br />

für die nächsten Versionen von Acetone-<br />

ISO so alles ausdenken. (tle/ hge) n<br />

Infos<br />

[1] AcetoneISO: http:// www.<br />

acetoneteam. org/ (http:// ezlx. de/ b2t1)<br />

Software zum Artikel auf DVD:<br />

AcetoneISO<br />

52 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


Community-Abo<br />

Schließen Sie jetzt ein Community-Abo ab<br />

<strong>und</strong> lesen Sie alle Artikel online!<br />

Nur 1 E<br />

im Monat * !<br />

* zusätzlich zum Print-Abo<br />

Die ideale Ergänzung zu Ihrem<br />

LinuxUser- <strong>und</strong> <strong>EasyLinux</strong>-Abo!<br />

w Online-Zugriff auf alle Artikel für 1 E*<br />

w Online-Workshops <strong>und</strong> Live-Support<br />

w Aktuelle Artikel, bevor das Heft in Druck geht!<br />

* zusätzlich zum Printabo<br />

JETZT ABONNIEREN:<br />

w Telefon: 07131 / 2707 274 w Fax: 07131 / 2707 78 601<br />

w E-Mail: abo@linux-community.de w Web: www.linux-community.de/abo<br />

Linux New Media AG • Putzbrunner Str. 71 • 81739 München


TiTEL<br />

Kover<br />

© Diego Cervo, 123RF<br />

CD-Covers erstellen<br />

Marke Eigenbau<br />

Kristian Kißling Wer seinen MP3s aus dem Internet eine Gestalt geben<br />

will, brennt sie als Audiodateien auf eine CD. Und packt<br />

sie dann in eine transparente Billig-CD-Hülle? Das muss<br />

nicht sein. Mit Kover basteln Sie schnell eigene Covers<br />

oder modellieren das Originalcover einfach nach.<br />

Die Software Kover befriedigte schon<br />

unter KDE 3 das Bedürfnis nach<br />

selbstentworfenen CD-Hüllen für<br />

selbstgebrannte CDs. Nun gibt es seit 2008<br />

auch eine Version für KDE 4, die schlicht Kover<br />

4 heißt [1]. Sie liegt nur in englischer<br />

Sprache vor; wir übersetzen die Menüpunkte<br />

daher, wo es nötig erscheint. Zudem generiert<br />

die Software keine Covers für DVDs, wohl<br />

aber für Slim-Case-CD-Hüllen, die dünner<br />

sind als die regulären CD-Hüllen.<br />

Kover läuft auf allen von <strong>EasyLinux</strong> unterstützten<br />

Systemen stabil, <strong>und</strong> Sie produzieren<br />

damit schnell brauchbare Ergebnisse. Auch<br />

schön: Sie brauchen nicht unbedingt die Original-CD,<br />

um ein Cover zu erzeugen. Brennen<br />

Sie MP3s auf eine CD, fehlt die ja häufig. Die<br />

integrierte FreeDB-Lösung erspart Ihnen das<br />

Eintippen der Songliste – dazu später mehr.<br />

Die erzeugten Covers drucken Sie direkt aus<br />

oder machen zunächst PDF-Dateien daraus,<br />

die Sie an Fre<strong>und</strong>e verschicken. Das stellt sicher,<br />

dass ein Cover auch in fremden Druckern<br />

seine Form bewahrt.<br />

Kover generiert ein Booklet <strong>und</strong> ein Inlet.<br />

Klappen Sie eine Musik-CD auf, finden Sie das<br />

Booklet gleich am Anfang. Es enthält das Titelbild<br />

der CD <strong>und</strong> ist zwischen 2 <strong>und</strong> 80 Seiten<br />

dick. Kover erzeugt ein Faltblatt, das Sie<br />

in die Vorderseite der CD-Hülle stecken.<br />

Drehen Sie eine CD um, listet die Rückseite<br />

meist die enthaltenen Songs mitsamt Laufzeiten<br />

auf – in Kover heißt die Rückseite Inlet.<br />

Um dieses einzulegen, müssen Sie meist das<br />

Plastikteil entfernen, in dem die CD selbst<br />

steckt. Das Inlet enthält an den Seiten zwei<br />

Flügel, die später als CD-Rücken (engl.: „cd<br />

spine“) fungieren. Kover beschriftet diese Bereiche,<br />

die Sie sehen, wenn Sie eine CD senkrecht<br />

ins Regal stellen (was ja oft der Fall ist).<br />

Kover auf den Rechner<br />

Als Nutzer von Kubuntu 10.10 haben Sie es<br />

am einfachsten: Sie spielen Kover über die Paketverwaltung<br />

ein, es steckt in den Standardquellen.<br />

Klicken Sie dazu im K-Menü auf<br />

Rechner <strong>und</strong> dann auf KPackageKit, <strong>und</strong> geben<br />

Sie in die Softwaresuchzeile kover ein.<br />

Fahren Sie mit der Maus über den Schriftzug,<br />

erscheint rechts daneben ein Button namens<br />

Installieren, den Sie betätigen. Ein weiterer<br />

Klick unten rechts auf Anwenden installiert<br />

die Software, die Sie im K-Menü unter Anwendungen<br />

/ Nicht zuzuordnen finden.<br />

Einen Tick komplizierter wird es, wenn Sie<br />

OpenSuse verwenden:<br />

Unter OpenSuse 11.3 rufen Sie über Rechner<br />

/ Software installieren/ entfernen zu-<br />

1<br />

nächst die Softwarezentrale auf.<br />

54 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


Kover<br />

TiTEL<br />

Über den Menüpunkt Konfiguration<br />

/ Repositories erreichen<br />

2<br />

Sie eine Übersicht der aktuell<br />

eingerichteten Paketquellen.<br />

Über Hinzufügen ergänzen Sie<br />

3<br />

eine neue Quelle <strong>und</strong> klicken<br />

dann auf Community/ Gemeinschafts-Repositories.<br />

OpenSuse<br />

11.3 listet nun eine Reihe von<br />

Paketquellen auf, die sich zusätzlich<br />

einbinden lassen.<br />

Setzen Sie ein Kreuzchen bei<br />

4<br />

openSUSE BuildService –<br />

KDE:Extra <strong>und</strong> klicken Sie anschließend<br />

auf OK.<br />

Im nächsten Schritt bindet<br />

5<br />

OpenSuse die neue Paketquelle<br />

ein, wobei Sie durch einen<br />

Klick auf Importieren den<br />

Sicherheitsschlüssel zur Paketquelle<br />

auf Ihren Rechner holen. Der stellt<br />

sicher, dass die Pakete tatsächlich aus der<br />

genannten Quelle stammen.<br />

Sie suchen dann über die Suchleiste nach<br />

6<br />

kover <strong>und</strong> spielen die Software über zwei<br />

Mausklicks auf Installieren <strong>und</strong> Fortfahren<br />

auf den Rechner.<br />

Um Kover zu starten, suchen Sie im K-Menü<br />

unter Programme / Multimedia / CD Cover<br />

Printer danach, was auch für Opensuse 11.2<br />

gilt. Apropos OpenSuse 11.2: Hier fehlt die genannte<br />

Paketquelle bei den voreingestellten<br />

Repositories, also geben Sie den Pfad manuell<br />

an. Wiederholen Sie dazu zunächst die eben<br />

gezeigten Schritte 1 <strong>und</strong> 2.<br />

Wählen Sie dann in der Paketquellenübersicht<br />

ebenfalls Hinzufügen, im nächsten<br />

1<br />

Fenster aber den Punkt URL angeben.<br />

Als Repository-Name geben Sie z. B. Extra<br />

2<br />

ein <strong>und</strong> in die Zeile URL als Link http://<br />

download.opensuse.org/repositories/KDE:/<br />

Abb. 1: Kover besteht aus einem linken <strong>und</strong> einem rechten Bereich.<br />

Links tragen Sie den Titel <strong>und</strong> die Tracks auf der CD ein,<br />

rechts sehen Sie eine <strong>Vorschau</strong>.<br />

Extra/openSUSE_11.2/. Über Mausklicks<br />

auf Weiter <strong>und</strong> OK gelangen Sie wieder in<br />

der Softwareverwaltung.<br />

Geben Sie links oben kover<br />

3<br />

als Suchbegriff ein <strong>und</strong> installieren<br />

Sie kover über Installieren<br />

<strong>und</strong> Fortsetzen.<br />

Das war nicht so schwer. Nun<br />

rufen Sie das Programm auf<br />

<strong>und</strong> entwerfen Ihr erstes Cover.<br />

Dazu stellen wir zunächst<br />

kurz die grafische Oberfläche<br />

vor (Abbildung 1).<br />

Abb. 2: Mausklicks auf die <strong>Vorschau</strong> rechts vergrößern <strong>und</strong> verkleinern diese.<br />

Abb. 3: Um ohne eine<br />

vorhandene Audio-CD<br />

eine Liste von Stücken<br />

Der Baukasten<br />

automatisch anzulegen,<br />

benötigt Kover<br />

Im linken Bereich des Kover-<br />

GUI erwarten die beiden Textfelder<br />

Title <strong>und</strong> Contents (Inhäppchen<br />

von ihnen.<br />

zwei informationshalte)<br />

Eingaben von Ihnen. Im<br />

rechten Bereich zeigt Kover, wie sich diese<br />

Eingaben auf das Cover auswirken – Sie erhalten<br />

also ein visuelles Feedback.<br />

Klicken Sie auf den Bereich, wird<br />

dieser vergrößert (Abbildung 2),<br />

ein zweiter Klick beendet die Vergrößerung.<br />

Gewöhnlich erscheinen<br />

auf der rechten Seite drei<br />

Blätter: Im oberen Bereich sehen<br />

Sie das Booklet, darunter das Inlet<br />

mit den angehängten Rückenteilen<br />

für die CD. Für eine Slim-<br />

Case-Hülle ändern Sie diese Aufteilung,<br />

was der Abschnitt<br />

Schräubchen beschreibt. Oberhalb<br />

<strong>und</strong> unterhalb der Coverflächen<br />

erscheinen Icons, über die Sie<br />

schnell zu den wichtigen Einstellungen<br />

von Kover gelangen.<br />

Bevor Sie ein Projekt starten, speichern<br />

Sie es zunächst ab, indem<br />

Sie auf den Button Save (Speichern)<br />

klicken – Kover hängt an alle Projekte<br />

die Endung .kover an. Zunächst gestalten Sie<br />

ein einfaches Textcover ohne Bilder, das die<br />

wichtigsten Informationen enthält,<br />

wie es Abbildung 1 zeigt.<br />

Dazu geben Sie auf der linken<br />

Seite oben den Namen des Interpreten<br />

<strong>und</strong> den Titel des Albums<br />

ein. Wie das „rüberkommt“,<br />

zeigt die Booklet-<strong>Vorschau</strong><br />

rechts. Sie können Zeilen<br />

zwischen den beiden Einträgen<br />

freilassen oder diese anders formatieren.<br />

Wie Sie die rechte<br />

Seite des Booklet-Faltblatts beschriften,<br />

blieb im Test ein Rätsel<br />

– zumindest eine Grafik<br />

lässt sich hier einfügen.<br />

In den Bereich Contents tippen<br />

Sie nun sämtliche Titel der CD <strong>und</strong> ihre Laufzeiten<br />

ein. Kleiner Scherz, das geht natürlich<br />

(in den meisten Fällen) automatisch. Erzeugen<br />

Sie ein Cover für eine vorhandene Audio-<br />

CD, die sich im Laufwerk befindet, klicken Sie<br />

auf den Menüeintrag Kover / CDDB Lookup.<br />

Die Software sucht nun basierend auf den Metadaten<br />

der eingelegten CD nach einem passenden<br />

Eintrag auf der Webseite FreeDB.org<br />

[2] <strong>und</strong> fügt dann die Liste der auf der CD<br />

vorhandenen Tracks automatisch <strong>und</strong> unter<br />

Angabe der jeweiligen Länge ein. Die Bezeichnung<br />

CDDB ist etwas irreführend, denn eine<br />

CD-Datenbank dieses Namens existiert schon<br />

länger nicht mehr. Die FreeDB-Datenbank, die<br />

Kover als Standardlösung verwendet, liefert<br />

heute die passenden Informationen.<br />

Fehlt eine Audio-CD als Vorlage, wählen Sie<br />

die Option Kover / CDDB without CD, woraufhin<br />

sich ein Fenster öffnet, das Sie nach einer<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

55


TiTEL<br />

Kover<br />

Kategorie fragt (Select a category)<br />

<strong>und</strong> dann auffordert eine CDDB-<br />

ID einzugeben (Enter CDDB Id)<br />

(Abbildung 3). Auf der FreeDB-<br />

Webseite warten diese Informationen.<br />

Um sie zu finden, geben<br />

Sie in die Suchleiste rechts oben<br />

den Titel des Albums ein oder<br />

den Namen des oder der Interpreten.<br />

Meist schlägt die Datenbank<br />

mehrere Alben vor; hier müssen<br />

Sie selbst entscheiden, welches<br />

am besten passt. Klicken Sie auf<br />

Details <strong>und</strong> übertragen Sie die Informationen<br />

neben Disc-ID in das<br />

Kover-Dialogfenster (Abbildung<br />

4). Darauf basierend fahndet Kover<br />

nach den Titeln auf der Platte <strong>und</strong> schreibt<br />

diese in das Feld Contents. Es gibt zudem die<br />

Option, die Titel abzurufen, indem Sie über<br />

Kover den CD-Text auslesen. Längst nicht alle<br />

kommerziellen CDs bringen diesen Text mit,<br />

den Sie über den Menüpunkt Kover / Read CD-<br />

TEXT auslesen lassen.<br />

Schöner Texten<br />

Das wars schon: Das Textcover ist fertig. So<br />

richtig toll sieht es aber noch nicht aus, dazu<br />

müssen Sie den Text noch ein wenig optimieren.<br />

Die Hintergr<strong>und</strong>farben der drei Flächen<br />

ändern Sie über die Schaltfläche Backgro<strong>und</strong><br />

Fontcolor, die Sie bei den unteren Icons finden.<br />

Die Schriftart, den Schriftschnitt <strong>und</strong> die<br />

Schriftgröße für den Titel ändern Sie über<br />

Title Font. Über den Button Title Fontcolor<br />

modifizieren Sie die Farbe des Titels. Die<br />

Schaltflächen Contents Font <strong>und</strong> Contents<br />

Fontcolor bewirken dasselbe für das Inlet, also<br />

die Rückseite der CD-Hülle. Es gibt dann noch<br />

Abb. 4: Die informationen für die Titelsuche ohne vorhandene CD<br />

finden Sie auf der FreeDB.org-Webseite, wo Sie in die Suchleiste<br />

den Namen <strong>und</strong> interpreten eines Albums eingeben.<br />

den Eintrag Kover / Spine Text Font, über den<br />

Sie die Schrifteigenschaften für den CD-Rücken<br />

ändern. Klicken Sie rechts unten im<br />

Hauptfenster auf Options <strong>und</strong> tragen Sie einen<br />

Separate spine text ein, einen alternativen<br />

Text für den CD-Rücken. Ansonsten übernimmt<br />

Kover hier den Eintrag aus dem Textfeld<br />

Title. Für die Option No title on booklet<br />

(Kein Titel auf dem Booklet) fiel uns indes<br />

kein wirklicher Anwendungsfall ein.<br />

Sie drucken das fertige Cover aus, indem Sie<br />

auf Print klicken. Wollen Sie das Dokument<br />

versenden, oder spuckt Ihr Gerät es in falscher<br />

Größe aus, drucken Sie das Cover erst in eine<br />

PDF-Datei (Abbildung 5). Die versenden Sie<br />

dann per E-Mail oder drucken sie direkt aus.<br />

So konservieren Sie die gewählte Auflösung.<br />

Nochmal mit Bildern<br />

Wollen Sie das Cover mit Bildern versehen,<br />

sollten diese in möglichst hoher Auflösung<br />

vorliegen <strong>und</strong> am besten in quadratischer<br />

Form. Klicken Sie auf den Button<br />

Image Embedding (Bilder einbetten),<br />

öffnet sich ein Fenster. Über<br />

dieses legen Sie fest, welche Bilder<br />

Sie an welcher Stelle platzieren<br />

(Abbildung 6). Über einen<br />

Klick auf Browse wählen Sie jeweils<br />

das passende Bild aus. Nutzen<br />

Sie das Aufklappmenü Target,<br />

um das Bild zu positionieren.<br />

Soll es links im Booklet auftauchen,<br />

fällt die Wahl auf Front, left<br />

side; über Front, right side siedeln<br />

Sie es rechts an. Das Inlet erreichen<br />

Sie über Back, with sides<br />

(was die CD-Rücken einschließt)<br />

oder Back, without sides (ohne<br />

CD-Rücken). Wählen Sie neben Appearance<br />

den Eintrag Streched, zerrt Kover an zu kleinen<br />

oder zu großen Bildern herum, bis diese<br />

genau die Größe der CD-Hülle erreichen (Abbildung<br />

7). Wählen Sie hier Centered, erscheint<br />

womöglich nur ein Ausschnitt des Bildes<br />

auf der Fläche, den Kover dafür aber nicht<br />

verzerrt. Holen Sie einfach die Bilder eines bekannten<br />

Albums aus dem Netz, brauchen Sie<br />

meist keine Beschriftung mehr, weil die ja Teil<br />

des Bildes ist. Über die Grafiken auf der rechten<br />

Seite des Booklets <strong>und</strong> auf dem Inlet legen<br />

Sie auf Wunsch auch Text. Achten Sie darauf,<br />

dass dieser sich als lesbar erweist.<br />

Schräubchen<br />

Bleiben noch die Voreinstellungen von Kover<br />

übrig, die Sie über Settings / Configure kover<br />

erreichen. Links reihen sich die einstellbaren<br />

Optionen in Form von Icons vertikal aneinander.<br />

Klicken Sie auf CDDB stellen Sie theoretisch<br />

noch eine andere Musikdatenbank ein,<br />

etwa die von MusicBrainz.org. In der Regel<br />

sind Sie aber mit FreeDB gut bedient.<br />

Abb. 5: Drucken Sie das Cover als PDF-Datei, wenn Sie es verschicken wollen. So bleiben<br />

die Darstellung <strong>und</strong> der Ausdruck auch auf anderen Rechnern immer gleich.<br />

Abb. 6: Über ein Fenster verteilen Sie<br />

drei Grafiken auf die drei freien Flächen<br />

des CD-Covers.<br />

56 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


Kover<br />

TiTEL<br />

Abb. 7: Das eingefügte Bild erscheint nach dem Schließen des Dialogfensters<br />

auch auf dem <strong>Vorschau</strong>bild von der fertigen CD-Hülle, das Sie<br />

im rechten Bereich der grafischen Oberfläche von Kover finden.<br />

Abb. 8: Über die OpenOffice-Erweiterung „German Templates“<br />

holen Sie sich ein ganzes Paket von Vorlagen auf<br />

den Rechner, die Sie anpassen <strong>und</strong> ausdrucken.<br />

Der Bereich CDROM gibt den Pfad zu Ihrem<br />

CD-ROM-Laufwerk an, den Sie gegebenenfalls<br />

anpassen müssen. Im Bereich CDDB files speichern<br />

Sie Datensätze der CDDB zwischen,<br />

was offenbar in speziellen Anwendungsfällen<br />

Sinn ergibt. Interessant ist vor allem der Bereich,<br />

den Sie über den Eintrag Cover erreichen.<br />

Nutzen Sie zum Beispiel eine Slim-Case-<br />

Hülle, wählen Sie die Option Print inlet on left<br />

side of the Booklet (Inlet auf die linken Seite<br />

des Booklets drucken). Benötigen Sie kein<br />

Booklet, entscheiden Sie sich für den Eintrag<br />

Don’t print booklet. Soll das Inlet nicht die<br />

Länge der auf der CD enthaltenen Titel angeben,<br />

entfernen Sie das Häkchen bei Display<br />

track duration.<br />

Bleiben noch die Optionen Fonts <strong>und</strong> Miscellaneous.<br />

Über Erstere ändern Sie die Schriftarten<br />

für Ihre CD-Aufschriften, was Kover jedoch<br />

erst umsetzt, wenn Sie ein neues Cover<br />

öffnen. Über die zweite Option sorgen Sie<br />

zum Beispiel dafür, dass Kover sich die letzte<br />

Fensterposition merkt <strong>und</strong> den <strong>Vorschau</strong>bereich<br />

per Mausklick vergrößert.<br />

OpenOffice-Vorlagen für DVD-Cover<br />

Eine große Auswahl an Cover- <strong>und</strong> Label-Vorlagen<br />

bietet auch das in allen drei Distributionen<br />

vorinstallierte OpenOffice an. Um an eine<br />

Vorlage zum Basteln einer DVD-Hülle zu<br />

kommen, rufen Sie in einem Browser zunächst<br />

die Downloadseite für die OpenOffice-<br />

Erweiterung „German Templates“ unter [3]<br />

auf. Sie laden die angebotene OXT-Datei namens<br />

vorlagen_de_opendoc.oxt herunter <strong>und</strong><br />

speichern Sie im Home-Verzeichnis. Dann rufen<br />

Sie OpenOffice auf <strong>und</strong> wählen den Menüpunkt<br />

Extras / Extension Manager. Klicken Sie<br />

auf Hinzufügen, wählen Sie die heruntergeladene<br />

OXT-Datei aus <strong>und</strong> scrollen Sie durch<br />

den angezeigten Lizenztext. Ein Klick auf Akzeptieren<br />

installiert dann die Erweiterung.<br />

Um die Vorlage aufzurufen, wählen Sie im<br />

OpenOffice-Menü den Punkt Datei / Neu /<br />

Vorlagen <strong>und</strong> Dokumente <strong>und</strong> klicken dann<br />

im linken Bereich des sich öffnenden Fensters<br />

auf Vorlagen. Rechts erscheinen Einträge zu<br />

diversen Vorlagen – klicken Sie auf Beschriftungen<br />

<strong>und</strong> Etiketten. In der nun angezeigten<br />

Liste suchen Sie nach der Vorlage namens<br />

dvd_huelle <strong>und</strong> markieren diese (Abbildung<br />

8). OpenOffice öffnet die Vorlage in seinem<br />

Zeichenmodul namens Draw (Abbildung 9).<br />

Füllen Sie jetzt einfach die angezeigten Leerflächen<br />

mit den Informationen Ihrer Wahl<br />

aus. Schauen Sie sich zudem in den Vorlagen<br />

um, stoßen Sie noch auf zahlreiche weitere<br />

interessante Templates, mit denen Sie unter<br />

anderem auch CD-Booklets erstellen.<br />

Fazit<br />

Kover erwies sich im Test als schlichte aber<br />

effiziente Lösung zum Erstellen von CD-Booklets.<br />

Die funktionierende FreeDB-Anbindung<br />

der Software gefällt ebenso wie der Umgang<br />

mit Grafiken. Ein einfaches Textcover mitsamt<br />

Songliste ist im Handumdrehen erstellt. Wer<br />

eine DVD-Hülle oder das Label für eine CD/<br />

DVD benötigt, sollte sich ergänzend die Open-<br />

Office-Vorlagen ansehen. (kki)<br />

n<br />

Infos<br />

Abb. 9: Eine Vorlage für DVD-Hüllen heißt „dvd_huelle“. Sie öffnet sich im Zeichenmodul<br />

OpenOffice Draw <strong>und</strong> lässt sich an ihre Wünsche anpassen <strong>und</strong> ausdrucken.<br />

[1] Blogeintrag zu Kover 4: http:// lisas. de/<br />

~adrian/ ? p=338 (http:// ezlx. de/ b2k1)<br />

[2] Musikdatenbank FreeDB.org:<br />

http:// freedb. org/ (http:// ezlx. de/ b2k2)<br />

[3] Label-Erweiterung für OpenOffice:<br />

http:// extensions. services. openoffice.<br />

org/ de/ download/ 337<br />

(http:// ezlx. de/ b2k3)<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

57


TiTEL ISO-Images<br />

Arbeiten mit CD- <strong>und</strong> DVD-Abbildern<br />

CDs <strong>und</strong> DVDs in der Shell<br />

ISO-Images mit Linux-Distributionen, die Sie aus dem Internet herunterladen, <strong>brennen</strong> Sie mit K3b oder einem<br />

anderen Brennprogramm auf einen DVD-Rohling. Doch Sie können auch mit Shell-Befehlen auf die<br />

Images zugreifen <strong>und</strong> eigene erstellen.<br />

© Sergey Galushko, 123RF<br />

Hans-Georg Eßer<br />

iSO-Images sind Abbilddateien von CDs<br />

oder DVDs: Ihren Namen haben sie vom<br />

Dateisystem ISO-9660, in dem diese Scheiben<br />

„formatiert“ sind. Darum tragen Imagedateien<br />

auch meist die Dateiendung .iso. Wir<br />

zeigen Ihnen in diesem Artikel, wie Sie mit<br />

den Kommandozeilenbefehlen mount auf die<br />

Images zugreifen, mit mkisofs selbst welche<br />

erzeugen <strong>und</strong> mit isoinfo Informationen über<br />

ein Image ausgeben.<br />

sudo mount ‐o loop easylinux.isoU<br />

/mnt<br />

Liegt die ISO-Datei an einem anderen Ort, geben<br />

Sie den vollen Pfad an, z. B. /tmp/​easylinux.iso.<br />

Das war es schon: Ab sofort können<br />

Sie über den Pfad /mnt/​auf die Dateien aus<br />

dem Image zugreifen – eine Datei index.html,<br />

die sich im Wurzelverzeichnis des Images befindet,<br />

würden Sie dann z. B. über /mnt/​index.html<br />

erreichen. Sie können auch einen<br />

grafischen Dateimanager wie Dolphin verwenden,<br />

um in diesen Ordner zu schauen.<br />

Solange das ISO-Image auf diese Weise eingeb<strong>und</strong>en<br />

ist, können Sie auch Dateien vom<br />

Image herunter ins normale Dateisystem (also<br />

meist in Ihr Home-Verzeichnis) kopieren.<br />

Was nicht möglich ist, ist das Löschen von<br />

Dateien im Image: Der Zugriff ist nur lesend.<br />

Wollen Sie ein Image verändern, haben Sie<br />

nur die Möglichkeit, zunächst alle Dateien in<br />

einen neuen Ordner zu kopieren, dort die Änderungen<br />

vorzunehmen <strong>und</strong> schließlich ein<br />

neues Image zu erstellen.<br />

Wollen Sie die Einbindung des Images wieder<br />

aufheben, geben Sie den Befehl<br />

Image einbinden<br />

Wenn Sie eine hypothetische Imagedatei<br />

easylinux.iso aus dem Internet heruntergeladen<br />

haben, müssen Sie diese nicht extra auf<br />

einen Rohling <strong>brennen</strong>, um einen Blick auf<br />

den Inhalt zu werfen: Ein einziger Kommandozeilenbefehl<br />

reicht aus, um die im Image<br />

gespeicherten Dateien in das Linux-Dateisystem<br />

einzubinden. Sie benötigen dazu Administratorrechte.<br />

Für den folgenden Befehl gehen wir davon<br />

aus, dass es auf Ihrem Rechner das Verzeichnis<br />

/mnt gibt <strong>und</strong> dort kein anderes Medium<br />

eingeb<strong>und</strong>en ist. Wenn die Datei easylinux.iso<br />

direkt in Ihrem Home-Verzeichnis (/home/​benutzername)<br />

liegt, öffnen Sie mit [Alt-F2] <strong>und</strong><br />

Eingabe von konsole ein Terminalfenster <strong>und</strong><br />

geben darin den folgenden Befehl ein:<br />

Abb. 1: „isoinfo“ kann auch eine Liste aller Dateien auf dem image anzeigen.<br />

60 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


ISO-Images<br />

TiTEL<br />

sudo umount /mnt<br />

ein – das setzt voraus, dass Sie beim Einhängen<br />

das Verzeichnis /mnt als Mount Point<br />

verwendet haben.<br />

ISO-Image erstellen<br />

Das Programm, mit dem Sie auf der Kommandozeile<br />

neue Images bauen können, heißt – je<br />

nach Linux-Distribution – entweder mkisofs<br />

oder genisoimage; wir gehen hier davon aus,<br />

dass Sie das Tool über den Namen mkisofs erreichen<br />

können. Beide Tools verwenden dieselben<br />

Optionen.<br />

Haben Sie in einem Unterordner Ihres Home-<br />

Verzeichnisses die Dateien (<strong>und</strong> Unterverzeichnisse)<br />

versammelt, die in das Image<br />

wandern sollen, erzeugt das folgende Kommando<br />

ein ISO-Image:<br />

mkisofs ‐J ‐r ‐o Dateiname.iso OU<br />

rdner<br />

Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie ein CDoder<br />

ein DVD-Image erzeugen möchten; beide<br />

Datenträgertypen verwenden dasselbe Dateiformat<br />

namens ISO-9660. Im DVD-Umfeld<br />

gibt es außerdem noch das UDF-Format (Universal<br />

Disk Format), das Sie aber für Daten-<br />

DVDs nicht benötigen; Video-DVDs sind UDFformatiert.<br />

Was bedeuten die Optionen im Detail?<br />

l Mit -o​Dateiname.iso legen Sie den Namen<br />

für die Ausgabedatei fest. Sie können hier<br />

auch einen vollen Pfad angeben, wenn Sie<br />

das Image z. B. im Ordner /tmp/​speichern<br />

möchten.<br />

l Über -r weisen Sie das Programm an, so<br />

genannte RockRidge-Extensions zu erzeugen.<br />

Das ist u. a. nötig, damit Sie unter<br />

Linux die Dateinamen in voller Länge sehen.<br />

Es gibt noch eine groß geschriebene<br />

Variante (-R), die Sie alternativ zu -r nutzen<br />

können: Das ist dann sinnvoll, wenn<br />

Sie Dateien archivieren möchten. Bei -R<br />

bleiben Zugriffsrechte <strong>und</strong> die „Besitzverhältnisse“<br />

der Dateien erhalten, während<br />

-r diese so anpasst, dass das Image (oder<br />

die damit gebrannte DVD) auf jedem<br />

Rechner lesbar ist.<br />

l Mit -J erzeugen Sie schließlich die so genannten<br />

Joliet-Extensions. Sie haben eine<br />

ähnliche Aufgabe wie die RockRidge-Extensions,<br />

sind aber für Windows-Systeme<br />

gedacht. Wenn Sie wissen, dass Sie das<br />

Image nur auf Linux-PCs nutzen werden,<br />

können Sie diese Option weglassen.<br />

Das Programm mkisofs erzeugt sehr viele<br />

Ausgaben, u. a. listet es sämtliche Dateien,<br />

bei denen es Anpassungen an den Dateinamen<br />

vorgenommen hat: Das liegt daran, dass<br />

das ISO-9660-Dateisystem nur kurze Dateinamen<br />

unterstützt (eine Einschränkung, welche<br />

die Joliet- <strong>und</strong> RockRidge-Extensions aufhebt);<br />

aus Kompatibilitätsgründen wird aber<br />

für jede Datei auch ein Kurzname erzeugt.<br />

Außerdem sehen Sie den Fortschritt in Prozent.<br />

Am Ende gibt das Tool eine Zusammenfassung<br />

aus:<br />

[...]<br />

99.03% done, estimate finish ThU<br />

u Mar 17 23:48:31 2011<br />

Total translation table size: 0<br />

Total rockridge attributes bytesU<br />

: 6598<br />

Total directory bytes: 0<br />

Path table size(bytes): 10<br />

Max brk space used 0<br />

45448 extents written (88 MB)<br />

Die letzte Zeile verrät dabei die Größe des erstellten<br />

Images.<br />

Ein so erzeugtes Image können Sie mit K3b<br />

(über den Menüpunkt Extras​ /​ ISO-Abbild​<br />

<strong>brennen</strong>) auf eine CD oder DVD <strong>brennen</strong>,<br />

oder Sie können das Image auf einen Webserver<br />

hochladen <strong>und</strong> anderen Personen zur Verfügung<br />

stellen.<br />

Informationen<br />

Unter OpenSuse <strong>und</strong> Ubuntu verwenden Sie<br />

das Programm isoinfo, um Details zu einem<br />

auf der Platte liegenden ISO-Image anzeigen<br />

zu lassen. Sie geben dabei zwei Parameter<br />

an: Mit -i​Dateiname geben Sie den Namen<br />

der Imagedatei an, <strong>und</strong> -d fordert das Tool<br />

auf, die verfügbaren Informationen auszugeben.<br />

Listing 1 zeigt eine beispielhafte Ausgabe<br />

für ein ISO-Image der <strong>EasyLinux</strong>-Jahres-DVD<br />

2009.<br />

Die umfangreiche Ausgabe verrät viel über<br />

die Imagedatei; manches davon wird nur Experten<br />

interessieren. In der dritten Ausgabezeile<br />

sehen Sie die Volume​id (deutsch: Datenträgerbezeichnung),<br />

die hier <strong>EasyLinux</strong>​2009<br />

lautet. Sie gibt oft einen Hinweis darauf, welche<br />

Inhalte im Image stecken.<br />

Die Felder Publisher​id <strong>und</strong> Data​preparer​id<br />

geben Auskunft darüber, welches Unternehmen<br />

<strong>und</strong> welcher Mitarbeiter den Datenträger<br />

„gemastert“, also das ISO-Image erstellt,<br />

hat. In vielen Images sind diese Felder allerdings<br />

leer.<br />

Die beiden Zeilen, die mit Joliet <strong>und</strong> Rock​<br />

Ridge​ signatures beginnen, weisen darauf<br />

hin, dass dieses Image kompatibel zu Windows-<br />

<strong>und</strong> Linux-Systemen ist, also die weiter<br />

oben erwähnten Joliet- <strong>und</strong> RockRidge-<br />

Extensions enthält.<br />

Die Zeile mit El​ Torito​ VD​ version​ 1​ fo<strong>und</strong><br />

zeigt an, dass das Image bootfähig ist: Wenn<br />

Sie es auf eine DVD <strong>brennen</strong> <strong>und</strong> damit den<br />

Rechner starten, laden Sie also ein Betriebssystem<br />

von der DVD. Die meisten Linux-DVDs<br />

haben einen solchen El-Torito-Bootsektor.<br />

Interessieren Sie sich für die im Image abgelegten<br />

Dateien, führen die isoinfo-Optionen -l​<br />

-J dazu, dass Sie eine Liste aller Dateinamen<br />

<strong>und</strong> Dateigrößen erhalten (Abbildung 1).<br />

Fazit<br />

Für die Arbeit mit ISO-Images müssen Sie<br />

nicht unbedingt auf grafische Tools zurückgreifen<br />

– wer sich sowieso in der Shell zu<br />

Hause fühlt, kann mit mount, mkisofs <strong>und</strong><br />

isoinfo manche Arbeiten an den Images beschleunigen.<br />

(hge)<br />

n<br />

LisTing 1<br />

[esser@quad:~]$ isoinfo ‐d ‐i /mnt/wU<br />

indows/ISO/EL‐JCD2009.iso<br />

CD‐ROM is in ISO 9660 format<br />

System id: LINUX<br />

Volume id: <strong>EasyLinux</strong> 2009<br />

Volume set id:<br />

Publisher id: Linux New Media AG<br />

Data preparer id: Hans‐Georg Esser<br />

<br />

Application id: GENISOIMAGE ISO 9660U<br />

/HFS FILESYSTEM CREATOR (C) 1993 E. U<br />

YOUNGDALE (C) 1997‐2006 J.PEARSON/J.U<br />

SCHILLING (C) 2006‐2007 CDRKIT TEAM<br />

Copyright File id:<br />

Abstract File id:<br />

Bibliographic File id:<br />

Volume set size is: 1<br />

Volume set sequence number is: 1<br />

Logical block size is: 2048<br />

Volume size is: 2296916<br />

El Torito VD version 1 fo<strong>und</strong>, boot<br />

catalog is in sector 3962<br />

Joliet with UCS level 3 fo<strong>und</strong><br />

Rock Ridge signatures version 1 fo<strong>und</strong><br />

Eltorito validation header:<br />

Hid 1<br />

Arch 0 (x86)<br />

ID 'Linux New Media AG'<br />

Key 55 AA<br />

Eltorito defaultboot header:<br />

Bootid 88 (bootable)<br />

Boot media 0 (No Emulation BU<br />

oot)<br />

Load segment 0<br />

Sys type 0<br />

Nsect 4<br />

Bootoff F7B 3963<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

61


Workshop<br />

Amarok<br />

Musiksammlung verwalten mit Amarok<br />

Rock den Block!<br />

Mit seiner großen Anzahl beeindruckender Funktionen rockt der intuitive<br />

Mediaplayer Amarok die Party <strong>und</strong> liefert zugleich alle notwendigen Zutaten,<br />

um den alltäglichen So<strong>und</strong>track bei der Arbeit zu genießen.<br />

Marcel Gagné, Kristian Kißling<br />

© Alexey Klementiev, Fotolia<br />

Die Zeit springt mit Ihrer Musiksammlung<br />

nicht immer fre<strong>und</strong>lich um.<br />

Zunächst beginnen Sie vielleicht,<br />

sämtliche CDs zu rippen: Sie packen diese in<br />

einen Ordner. An anderer Stelle liegen die bei<br />

Amazon gekauften MP3s, <strong>und</strong> wiederum woanders<br />

lagern die mitgeschnittenen Radiosendungen<br />

<strong>und</strong> Podcasts. Zwischendurch kau-<br />

Glossar<br />

Podcasts: Regelmäßig neu angebotene<br />

Audioaufnahmen im MP3- oder<br />

Ogg-Vorbis-Format, deren Macher sich<br />

darin mit einem bestimmten Thema<br />

beschäftigen. Die Podcasts lassen<br />

sich wie gewöhnliche RSS-Feeds abonnieren;<br />

Sie erhalten dann automatisch<br />

stets die neuesten Ausgaben.<br />

Dynamische Playlists: Dynamische<br />

Wiedergabelisten geben Songs zufällig<br />

wieder, orientieren sich aber zugleich<br />

zu gewissen Graden an einer vorhandenen<br />

Abspielliste. Diese Grade bestimmen<br />

Sie selbst.<br />

fen Sie dann einen mobilen Rechner, kopieren<br />

Ihre Musiksammlung (oder zumindest die<br />

Hälfte davon) dorthin, <strong>und</strong> am Ende blicken<br />

Sie auf ein großes Chaos an Musikdateien. Eigentlich<br />

wollen Sie aber nur bei der Arbeit ein<br />

wenig Musik hören – Auftritt Amarok [1].<br />

Amarok hat bei seinen Fans den Ruf, der beste<br />

je geschaffene Musikplayer zu sein – <strong>und</strong> das<br />

ganz unabhängig vom Betriebssystem. Die<br />

Software bringt zu viele Funktionen mit, um<br />

sie hier alle ausführlich zu beschreiben. Wir<br />

konzentrieren uns also auf die wichtigsten.<br />

Amarok bietet eine intuitive Oberfläche zur<br />

Organisation von Musik an (Abbildung 1),<br />

die es Ihnen leicht macht, schnell die Songs<br />

zu finden, die Sie hören wollen. Wenn Sie<br />

möchten, lädt ein Cover-Manager automatisch<br />

das passende Cover für das Album herunter,<br />

von dem der gerade gespielte Song stammt.<br />

Ein Kontextbrowser behält die Statistiken zu<br />

den abgehörten Titeln im Auge. Mit Amarok<br />

spielen Sie zudem Songs von externen Geräten<br />

ab – seien es USB-Sticks oder Audioplayer<br />

(Abbildung 2). Sie konvertieren Titel von CDs<br />

für Ihre Sammlung, hören Radiosender aus<br />

dem Internet <strong>und</strong> greifen auf diverse So<strong>und</strong>ressourcen<br />

im Internet zu. Das klappt etwa<br />

über die integrierten Musikshops sowie Last.<br />

fm. Amarok verwaltet Podcasts, spielt Musik<br />

über dynamische Playlists <strong>und</strong> zeigt nicht<br />

zuletzt die Texte <strong>und</strong> Hintergr<strong>und</strong>informationen<br />

zu den abgespielten Songs <strong>und</strong> den zugehörigen<br />

Bands an. Letztere holt die Software<br />

aus dem Internet. Die Liste geht weiter, aber<br />

beginnen wir am besten am Anfang.<br />

Zunächst müssen Sie Amarok auf Ihrem System<br />

installieren. Das ist zum Glück kein Problem,<br />

wenn Sie die von <strong>EasyLinux</strong> unterstützten<br />

Distributionen verwenden, also Kubuntu<br />

10.10 sowie OpenSuse 11.2 <strong>und</strong> 11.3. In diesem<br />

Fall wird Amarok zusammen mit dem<br />

KDE-Desktop installiert. Unter OpenSuse 11.2<br />

finden Sie die Version 2.1.1 vor, unter Open-<br />

Suse 11.3 die 2.3.0 <strong>und</strong> in Kubuntu 10.10 läuft<br />

die 2.3.2. Die brandneue OpenSuse-Version<br />

11.4 auf der Heft-DVD bringt aber bereits das<br />

neue Amarok 2.4 mit. Die Software gibt es daneben<br />

auch für Windows <strong>und</strong> Mac OS X.<br />

Abb. 1: Amarok ist kDEs Musikplayer, der eine beeindruckende Menge an Funktionen<br />

mitbringt. sie können ihn über skripte <strong>und</strong> Applets erweitern.<br />

62 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


Amarok<br />

Workshop<br />

Starten Sie Amarok über das K-<br />

Menü zum ersten Mal, benötigen<br />

Sie meist noch zusätzliche<br />

Codecs. Unter OpenSuse 11.3 will<br />

die Software gleich die MP3-Unterstützung<br />

installieren, was Sie<br />

am besten erlauben. Das System<br />

fordert Sie dann auf, die Softwarequellen<br />

einzurichten, da<br />

keine der Standardquellen die gesuchten<br />

Codecs anbietet.<br />

Nach Eingabe Ihres Root-Passworts<br />

öffnet die Software die<br />

1<br />

Paketquellenübersicht. Klicken<br />

Sie auf die Schaltfläche Hinzufügen,<br />

wählen Sie Community/​<br />

Gemeinschafts-Repositories<br />

<strong>und</strong> dann Weiter.<br />

Im nächsten Fenster setzen Sie ein Häkchen<br />

beim Eintrag PackMan​Repository <strong>und</strong><br />

2<br />

klicken abschließend auf OK.<br />

Sie importieren den für die Paketquelle nötigen<br />

Schlüssel über die gleichnamige<br />

3<br />

Schaltfläche <strong>und</strong> wählen in der folgenden<br />

Übersicht erneut OK. OpenSuse 11.3 fährt<br />

nun mit der Installation der Codecs fort<br />

<strong>und</strong> fragt noch einmal nach dem Passwort.<br />

Da OpenSuse bereits eine abgespeckte Version<br />

von libxine1 installiert, folgt nun eine<br />

4<br />

Warnung: Diese besagt, dass Sie gerade<br />

versuchen, eine andere libxine1 zu installieren<br />

als OpenSuse offiziell anbietet. Das<br />

ist in Ordnung. Wählen Sie den Punkt Folgende​Aktionen​werden​ausgeführt<br />

<strong>und</strong> klicken<br />

Sie dann auf OK​–​Erneut​versuchen.<br />

Klicken Sie im folgenden auf Akzeptieren,<br />

5<br />

spielt OpenSuse 11.3 die Codecs sowie ein<br />

paar andere Dateien ein wie etwa den Flash<br />

Player. Das dauert eine Weile.<br />

Abb. 2: Auch Titel von externen UsB-Geräten wie dem sansa<br />

Fuze integrieren sie in Amaroks Musiksammlung.<br />

Nach erfolgreicher Installation müssen Sie<br />

6<br />

Amarok neu starten. Eine Meldung zum<br />

Einrichten von Passwörtern setzen Sie über<br />

Weiter​/​Fertigstellen außer Gefecht. Den<br />

Musikpfad setzen Sie sofort oder später.<br />

Über [Strg-Q] beenden Sie Amarok. Schließen<br />

Sie lediglich das Fenster, läuft die Software<br />

im Hintergr<strong>und</strong> weiter, was Sie am<br />

Amarok-Icon im Systembereich erkennen.<br />

Auch unter Kubuntu taucht beim ersten Start<br />

der Software rechts unten ein Informationsfeld<br />

auf, das Ihnen vorschlägt, die wichtigsten<br />

Codecs einzuspielen. Klicken Sie auf Details,<br />

erscheint eine Liste der zu installierenden<br />

Codecs. Über Ausgewählte​installieren spielen<br />

Sie die Codecs ein – mehr ist hier zum Glück<br />

nicht zu tun (Abbildung 3).<br />

Unter OpenSuse 11.2 müssen Sie die Unterstützung<br />

für MP3-Dateien gezielt aktivieren.<br />

Dazu rufen Sie aus dem K-Menü den Eintrag<br />

Rechner​/​Software​installieren auf, geben das<br />

Abb. 3: kubuntu bietet beim start von Amarok an, die fehlenden Codecs für die Mp3-<br />

Unterstützung zu installieren. sie können diese aber auch schon während der Installation<br />

von kubuntu einspielen, wenn sie an der richtigen stelle ein häkchen setzen.<br />

Passwort ein <strong>und</strong> rufen dann den<br />

Eintrag Konfiguration​/​Repositorys<br />

auf. Sie folgen dann den<br />

Schritten 1 bis 3 aus der Anleitung<br />

für OpenSuse 11.3 <strong>und</strong> binden<br />

das PackMan-Repository ein.<br />

Dann folgen ein paar für Open-<br />

Suse 11.2 spezifische Schritte:<br />

Suchen Sie nach libxine1, markieren<br />

Sie das gleichnamige<br />

1<br />

Paket <strong>und</strong> klicken Sie unten<br />

auf den Reiter Versionen.<br />

Es erscheinen mehrere installierbare<br />

Varianten der Biblio-<br />

2<br />

thek. Wählen Sie einfach die<br />

aus, neben der PackMan​Repository<br />

steht (Abbildung 4).<br />

Wieder tritt die bereits von<br />

3<br />

OpenSuse 11.3 bekannte Konfliktmeldung<br />

(Schritt 4 in der Anleitung<br />

weiter oben) auf; klicken Sie auf Folgende​<br />

Aktionen​werden​ausgeführt <strong>und</strong> dann auf<br />

OK​–​Erneut​versuchen, bevor Sie die neue<br />

Version der libxine1 installieren.<br />

Der Installer verschwindet im Anschluss.<br />

4<br />

Rufen Sie ihn über Rechner​/​Software​installieren<br />

aus dem K-Menü erneut auf.<br />

YaST schlägt nun automatisch vor, eine<br />

Reihe von Codecs zu installieren. Klicken<br />

Sie auf Akzeptieren <strong>und</strong> dann auf Fortfahren,<br />

spielt die Software diese ein, so dass<br />

Amarok fortan MP3-Dateien abspielt.<br />

alles einsteigen<br />

Nach dem Start müssen Sie Amarok auffordern,<br />

Ihr Home-Verzeichnis nach Musikdateien<br />

zu durchforsten. Lediglich unter Open-<br />

Suse 11.3 fragt die Software automatisch nach<br />

einem Verzeichnis. Klicken Sie auf Einstellungen​/​Amarok​einrichten<br />

<strong>und</strong> dann auf Sammlung,<br />

um den Ordner mit Ihrer Musik auszuwählen.<br />

Setzen Sie ein Häkchen in Ihrem<br />

Home-Verzeichnis, durchsucht Amarok dieses<br />

rekursiv, da standardmäßig die entsprechende<br />

Option aktiviert ist. Über die Schaltfläche Vollständige​Sammlung​neu​einlesen<br />

<strong>und</strong> einen<br />

Mausklick auf Anwenden bringen Sie Amarok<br />

dazu, Ihre Musiksammlung zu scannen. Dabei<br />

erscheint in der Statusleiste der Schriftzug<br />

Musik​wird​durchsucht. Zugleich visualisiert<br />

ein Fortschrittsbalken rechts unten, wie weit<br />

Amarok mit dem Katalogisieren der Musiksammlung<br />

ist. Abschließend klicken Sie auf<br />

OK, um das Fenster zu schließen. Wie lange<br />

das Indizieren dauert, hängt von der Größe<br />

Ihrer Musiksammlung ab.<br />

Ist der Vorgang abgeschlossen, spielen Sie die<br />

Songs auf Wunsch sofort ab. Dazu richten Sie<br />

den Blick auf das linke Areal des Players, das<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

63


Workshop<br />

Amarok<br />

Abb. 4: Unter opensuse 11.2 brauchen sie für den Mp3-support eine neue Version der<br />

„libxine“. Um an diese zu gelangen, binden sie im Vorfeld das externe repository von<br />

packMan ein. Das bietet eine reihe vom Multimedia-Codecs an.<br />

einige Register auflistet (Lokale​Sammlung,<br />

Internet etc.) Es dient dazu, durch die Mediensammlung<br />

auf Ihrem Rechner zu navigieren<br />

(Abbildung 5). Das schließt Ihre Musiksammlung<br />

ein, aber auch Server im lokalen<br />

Netzwerk, die Musik anbieten <strong>und</strong> die Amarok<br />

automatisch entdeckt. In der Liste erscheinen<br />

zudem Onlinequellen mit Songs, Abspiellisten,<br />

Podcasts sowie die Inhalte externer<br />

Medien wie CDs <strong>und</strong> USB-Sticks. Der Klick<br />

auf den blauen Ordner über der Suchzeile<br />

bringt Sie unter OpenSuse 11.3 <strong>und</strong> Kubuntu<br />

stets in die Überblicksansicht zurück.<br />

Um die eben eingescannten Titel aufzuspüren,<br />

klicken Sie auf Lokale​ Sammlung (Kubuntu)<br />

bzw. Lokale​Musik (OpenSuse). Hier<br />

listet Amarok auch Songs aus anderen Verzeichnissen<br />

<strong>und</strong> von angeschlossenen externen<br />

Medien auf. Klicken Sie auf das Pluszeichen<br />

neben einem Interpreten, um dessen Alben<br />

zu enthüllen. Klappen Sie diese auf, erscheinen<br />

wiederum die darin enthaltenen<br />

Glossar<br />

Plasma-Applets: Die Plasma-Applets<br />

von Amarok basieren auf derselben<br />

Technologie wie die Miniprogramme,<br />

die den KDE-Desktop bevölkern, <strong>und</strong><br />

lassen sich austauschen.<br />

RSS-Feed: Bietet eine Webseite regelmäßig<br />

neue Inhalte an, macht sie<br />

diese heutzutage häufig über einen so<br />

genannten RSS-Feed zugänglich. Der<br />

besteht aus einer XML-Datei, die Sie<br />

abonnieren. In dieser steht stets aktuell,<br />

welche neuen Inhalte eine Webseite<br />

anbietet, was Ihnen das wiederholte<br />

Aufrufen dieser Seite erspart.<br />

Songs. Ein Doppelklick auf einen Song verfrachtet<br />

ihn in die Wiedergabeliste auf der<br />

rechten Seite. Alternativ schieben Sie einen<br />

Song per Drag & Drop dorthin <strong>und</strong> lassen ihn<br />

an der passenden Stelle fallen.<br />

In der Wiedergabeliste erscheinen die Songs<br />

zusammen mit dem Titel des zugehörigen Albums<br />

sowie dessen Cover. Sie sortieren die<br />

Liste nach Ihren Wünschen. Passt die Reihenfolge,<br />

speichern Sie die Kollektion über das<br />

Disketten-Icon ganz unten.<br />

Im Zentrum von Amaroks grafischer Oberfläche<br />

stoßen Sie auf die Plasma-Applets mit ihren<br />

Kontextinformationen zum gerade abgespielten<br />

Song. Sie zeigen neben den Texten<br />

eines Songs weitere Infos<br />

zum aktuellen Track<br />

an. Der Wiedergabezähler<br />

verrät, wie oft Amarok<br />

den Song gespielt<br />

hat <strong>und</strong> wann das war.<br />

Ein weiteres Applet,<br />

das Sie über einen Klick<br />

auf Wikipedia erreichen,<br />

erzählt mehr über<br />

den Song <strong>und</strong> dessen<br />

Künstler (Abbildung<br />

6). Gezielte Infos zu<br />

einzelnen Songs oder<br />

Alben erhalten Sie über<br />

die Icons oberhalb des<br />

Wikipedia-Bereichs.<br />

amarok online<br />

Eine Stärke von Amarok<br />

ist die Integration<br />

zahlreicher musikalischer<br />

Onlineressourcen.<br />

Klicken Sie auf das<br />

Abb. 5: Im linken Bereich verwaltet Amarok<br />

Ihre Musiksammlung. klicken sie auf<br />

die einzelnen künstler, öffnen sich die<br />

zugehörigen Alben. Über den blauen<br />

ordner oben links über der suchzeile gelangen<br />

sie zur Übersicht.<br />

blaue Ordner-Icon ganz links über der Suchzeile,<br />

um die Registerübersicht im linken Bereich<br />

aufzurufen. Dann gehen Sie zu Internet<br />

(OpenSuse 11.3) bzw. Internet-Dienste (Kubuntu<br />

10.10). Unter OpenSuse 11.2 gibt es<br />

den Ordner nicht. Hier wählen Sie die einzelnen<br />

Punkte über die vertikalen Reiter am linken<br />

Rand an. Zu den Internetressourcen gelangen<br />

Sie über den Eintrag Internet.<br />

Zu den verfügbaren Onlinequellen gehören<br />

der Musikshop Magnatune.com <strong>und</strong> die musikalische<br />

Community Last.fm. Legen Sie über<br />

Abb. 6: Multitalent: Amarok sucht basierend auf den gerade<br />

abgespielten künstlern nach Informationen im Netz. Es zeigt<br />

die F<strong>und</strong>stücke der Wikipedia – wenn es denn welche gibt –<br />

im mittleren Bereich der grafischen oberfläche an.<br />

64 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


Amarok<br />

Workshop<br />

die Webseite von Last.fm einen Account an,<br />

merkt sich der Onlinedienst, welche Musik Sie<br />

mögen <strong>und</strong> schlägt Ihnen – basierend auf vorhandenen<br />

Benutzerprofilen – neue Musik vor,<br />

die Ihnen vielleicht gefällt. Leider funktioniert<br />

Last.fm unter OpenSuse 11.3 <strong>und</strong> Kubuntu<br />

10.10 nicht; bei OpenSuse 11.2 gab es keine<br />

Probleme mit dem Dienst. Dann gibt es noch<br />

Librivox, eine kostenlose Sammlung von Hörbüchern<br />

aus dem Public-Domain-Bereich.<br />

Sprecher <strong>und</strong> Aufnahmen sind hier aber von<br />

teilweise eher unterirdischer Qualität.<br />

Nicht zuletzt gibt es Jamendo.com. Die Webseite<br />

kennt viele Künstler, die in den Bereichen<br />

Rock, Pop, Elektro, Klassik <strong>und</strong> Jazz<br />

freie Musik produzieren. Die dahinter stehende<br />

Webseite lebt davon, kommerzielle<br />

Angebote für Supermärkte <strong>und</strong> weitere Institutionen<br />

zu schnüren, die Musik abspielen<br />

wollen, ohne dafür die GEMA-Gebühr zu zahlen.<br />

Für Privatpersonen fallen keine Kosten<br />

an, reinhören lohnt sich! Sie durchsuchen das<br />

vorhandene Angebot, indem Sie auf Aktualisieren<br />

klicken <strong>und</strong> ein Weilchen warten.<br />

Podcasts <strong>und</strong> andere coole sachen<br />

Amarok bietet auch ein Podcast-Verzeichnis<br />

an. Es dauert etwas, bevor Amarok eine lange<br />

Liste von Podcasts anzeigt. Hinter verschiedenen<br />

Oberbegriffen wie Computers, Operating​<br />

Systems oder auch Art verbergen sich nach<br />

Kategorien geordnete Podcasts, die Sie jeweils<br />

markieren <strong>und</strong> über die Schaltfläche unten<br />

rechts abonnieren, was nicht immer klappt.<br />

Wollen Sie die abonnierten Podcasts abspielen,<br />

klicken Sie wieder auf das Häuschen links<br />

oben, dann auf Podcasts. Unter OpenSuse 11.2<br />

hilft ein Klick auf den vertikalen Eintrag Wiedergabelisten<br />

ganz links. Ein Klick auf das<br />

Pluszeichen öffnet den Podcast, darunter finden<br />

Sie die einzelnen Sendungen. Es dauert<br />

etwas, bis der Podcast einsatzbereit ist.<br />

Am selben Ort fügen Sie übrigens auch eigene<br />

Podcasts hinzu. Klicken Sie auf Podcast​hinzufügen<br />

<strong>und</strong> tragen Sie den RSS-Feed zum<br />

Abb. 7: Auch ein podcast-Verzeichnis können sie mit Amarok verwalten. Da die sendungen<br />

häufig recht lang ausfallen, setzen sie Lesezeichen, um sich die zuletzt gehörte<br />

stelle in der Datei zu merken.<br />

Podcast ein (siehe Kasten Neuer​ Podcast) .<br />

Podcasts laufen zudem mitunter recht lange.<br />

Haben Sie gerade keine Zeit, um die vollen<br />

zwei St<strong>und</strong>en zu lauschen, setzen Sie in Amarok<br />

ein Lesezeichen. Klicken Sie unter Open-<br />

Suse 11.3 <strong>und</strong> Kubuntu auf das kleine Icon<br />

mit der grünen Flagge rechts neben dem Cover<br />

im mittleren Bereich der GUI oder auf die<br />

kleine Flagge, die erscheint, wenn Sie den<br />

Mauszeiger über den Fortschrittsbalken bewegen.<br />

Es gibt kein visuelles Feedback, aber<br />

wenn Sie Extras​/​Lesezeichen-Verwaltung aufrufen,<br />

sehen Sie Ihre Lesezeichen. Sie springen<br />

per Doppelklick an die zuletzt gehörte<br />

Stelle zurück (Abbildung 7). Unter OpenSuse<br />

11.2 erscheinen kleine Dreiecke oberhalb des<br />

Fortschrittsbalkens an den Stellen, die Sie mit<br />

Hilfe einer Flagge markieren. Klicken Sie auf<br />

die kleinen blauen Dreiecke, landen Sie an der<br />

markierten Stelle im Song.<br />

stimmungsbarometer<br />

Nun ist der richtige Zeitpunkt, um sich Amaroks<br />

Skripten zuzuwenden. Sie modifizieren<br />

zum Beispiel Amaroks Fortschrittsbalken, damit<br />

er visuell die Stimmung an verschiedenen<br />

Punkten in einem Song wiedergibt (<strong>und</strong> so<br />

einfach netter aussieht). Auf Englisch heißt<br />

der Balken Moodbar, was sich im Deutschen<br />

mit Stimmungsbarometer übersetzen lässt. In<br />

der Amarok-Version von OpenSuse 11.2 funktionierte<br />

die Erweiterung nicht.<br />

Sie aktivieren den Moodbar, indem Sie den<br />

Menüpunkt Einstellungen​/​Amarok​einrichten<br />

wählen <strong>und</strong> dann links den Reiter Allgemein.<br />

Setzen Sie ein Häkchen bei Stimmungsbarometer​<br />

in​ Fortschrittsanzeige​ anzeigen.<br />

Rechts im Aufklappmenü wählen Sie eine<br />

Stimmung für das Barometer aus, etwa Eingefroren,<br />

Fröhlich oder Standard. Über Anwenden<br />

<strong>und</strong> Ok schließen Sie den Vorgang ab.<br />

NEUEr poDCAsT<br />

Gewöhnlich lassen sich die RSS-Feeds zu<br />

einem Podcast ausfindig machen, indem<br />

Sie zunächst dessen Webseite mit dem<br />

Browser Firefox aufrufen. Rechts oben in<br />

der URL-Leiste erscheint dann ein RSS-<br />

Symbol, auf das Sie klicken. Ein Fenster<br />

bietet an, den RSS- oder ATOM-Feed (eine<br />

Open-Source-Variante von RSS) zu abonnieren.<br />

Sie treffen eine Wahl <strong>und</strong> kopieren<br />

dann die URL, die Sie in Amarok als neue<br />

Podcast-Adresse einfügen.<br />

Abb. 8: Auch skripte lassen sich in Amarok verwenden. Diese übernehmen zahlreiche<br />

Zusatzfunktionen. Im Test haben wir ein stimmungsbarometer installiert.<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

65


Workshop<br />

Amarok<br />

Die Skripte kommen erst nach einem Neustart<br />

von Amarok zum Einsatz. Weil das Moodbar-<br />

Skript komplett im Hintergr<strong>und</strong> läuft, sehen<br />

Sie Resultate nicht sofort. Im Test mit Open-<br />

Suse 11.3 <strong>und</strong> Kubuntu 10.10 konnte Amarok<br />

die Erweiterung zunächst nicht finden <strong>und</strong><br />

teilte das in einer Fehlermeldung mit. Besuchen<br />

Sie in diesem Fall die Webseite [2] <strong>und</strong><br />

klicken Sie im Bereich zu openSUSE​packages<br />

auf den Link openSUSE​11.3. Öffnen Sie den<br />

Link mit dem YaST-Meta-Package-Handler<br />

<strong>und</strong> klicken Sie im Software-Installer mehrmals<br />

auf Weiter. Nach der Eingabe des Passworts<br />

<strong>und</strong> einem Klick auf Importieren, um<br />

den Schlüssel zu integrieren, installiert Open-<br />

Suse 11.3 das Moodbar-Paket. Wählen Sie Beenden<br />

<strong>und</strong> starten Sie den Paketmanager erneut,<br />

um zusätzlich noch das Paket gstreamer-<br />

0_10-plugins-good einzuspielen.<br />

Die Fehlermeldung taucht nun nach dem Start<br />

von Amarok nicht mehr auf, dafür das Stimmungsbarometer<br />

(Abbildung 9). Es dauert<br />

aber eine Weile, bis das Skript sich durch alle<br />

Songs gearbeitet hat. Klicken Sie auf Einstellungen​/​Configure​Moodbar,<br />

regeln Sie, wie<br />

viele Titel das Skript parallel bearbeitet.<br />

Unter Kubuntu installieren Sie das Paket<br />

moodbar über KPackageKit, das noch weitere<br />

Pakete nachholt. Nach einem Neustart von<br />

Amarok tauchte auch hier das Barometer<br />

beim Abspielen der Titel nach <strong>und</strong> nach auf.<br />

Abb. 9: Wie ist die stimmung? Das stimmungsbarometer versucht, die stimmung in einem<br />

song zu erfassen. Interessante stellen stechen optisch hervor.<br />

Im nächsten Schritt brauchen Sie noch ein<br />

Skript, das automatisch die Informationen für<br />

das Stimmungsbarometer generiert, während<br />

Amarok einen Song abspielt. Um das zu aktivieren,<br />

klicken Sie auf Extras​/​Skript-Verwaltung<br />

<strong>und</strong> erblicken eine Liste der momentan<br />

aktiven Skripte. Am Fußbereich des Fensters<br />

sehen Sie ein Knöpfchen mit der Beschriftung<br />

Weitere​Skripte​holen. Klicken Sie auf dieses,<br />

um Amarok mit noch mehr raffinierten Funktionen<br />

auszustatten. Ein Fenster zeigt eine<br />

Auswahl der verfügbaren Skripte an (Abbildung<br />

8). Der Installer sortiert die angezeigten<br />

Skripte auf Wunsch nach ihrer Neuheit, Bewertung<br />

<strong>und</strong> nach den Häufigsten​Downloads.<br />

Über ein Suchfeld durchforsten Sie die Skripte<br />

nach einem bestimmten Begriff. Im konkreten<br />

Fall geben Sie mood ein <strong>und</strong> wählen das Skript<br />

für den Moodbar-Generator aus, indem Sie<br />

rechts daneben auf Installieren klicken <strong>und</strong><br />

das Fenster dann schließen.<br />

applets einsetzen<br />

Neben den erwähnten Skripten setzen Sie<br />

über den zentralen Bereich von Amarok auch<br />

Plasma-Applets ein. Dort laufen gewöhnlich<br />

drei Vertreter. Sie fügen über ein paar Handgriffe<br />

weitere Exemplare hinzu. Dazu klicken<br />

Sie auf das Werkzeug-Icon rechts unter dem<br />

Applet-Bereich. Rote X-Zeichen erscheinen<br />

rechts neben den vorhandenen Applets (Liedtexte,<br />

Wikipedia etc.) Schließen Sie diese, verschwinden<br />

die Applets, während sich nach einem<br />

Klick auf das grüne Pluszeichen der Applet-Explorer<br />

öffnet (Abbildung 10).<br />

Sie nutzen zum Beispiel zusätzliche Applets,<br />

die auf YouTube nach zum Song passenden<br />

Videoclips fahnden oder Bilder zur Band anzeigen.<br />

Ziehen Sie an einem Applet-Tab, verändern<br />

Sie seine Position in dem Bereich. Klicken<br />

Sie erneut auf das Werkzeug-Icon, um<br />

den Applet-Explorer wieder zu schließen.<br />

Fazit<br />

Amarok ist heute ein tolles Programm – aber<br />

das war es auch schon in der älteren KDE-3-<br />

Version. Mit der Einführung von KDE 4 unterzogen<br />

es die Entwickler einem radikalen Redesign.<br />

Das erzeugte eine ziemliche Kontroverse,<br />

die aber nicht ausbleibt, wenn sich jemand<br />

an einem beliebten Programm vergreift.<br />

Auch wenn es im Detail noch kleine Probleme<br />

gibt, ist Amarok wieder auf dem Weg zurück<br />

an die Spitze. Trauern Sie allerdings noch der<br />

Zeit von Amarok 1.4 nach, werfen Sie einmal<br />

einen Blick auf Clementine [3]. Diese Audiosoftware<br />

wird nach dem Vorbild von Amarok<br />

1.4 modelliert, befindet sich momentan<br />

aber noch in der Entwicklung. (kki) n<br />

Abb. 10: Auch plasma-Applets kommen in Amarok zum Einsatz. Über diese holen sie<br />

hintergr<strong>und</strong>informationen zu Bands <strong>und</strong> songs auf die oberfläche des players.<br />

Infos<br />

[1] Amarok: http:// amarok. kde. org/<br />

(http:// ezlx. de/ b2e1)<br />

[2] Amaroks Moodbar: http:// amarok. kde.<br />

org/ wiki/ Moodbar (http:// ezlx. de/ b2e2)<br />

[3] Clementine:<br />

http:// www. clementine‐player. org/<br />

(http:// ezlx. de/ b2e3)<br />

66 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


Rekonq<br />

Workshop<br />

Neuer Browser für KDE<br />

© Ben Heys, 123RF<br />

Kristian Kißling<br />

Im Zuge des Wechsels von KDE 3 zu KDE<br />

4 entschlossen sich die KDE-Entwickler,<br />

die Aufgaben des bis dahin allgegenwärtigen<br />

Konquerors aufzusplitten. Dolphin kümmert<br />

sich nun um die lokalen Dateien, während<br />

Konqueror nur noch Browser ist. Die<br />

Kubuntu-Entwickler haben das etwas schwerfällige<br />

Urgestein nun ganz gegen einen neuen<br />

Browser eingetauscht – Rekonq. Auch im<br />

OpenSuse-Projekt denkt man über einen<br />

Wechsel zu der schlanken Alternative nach.<br />

Rekonq<br />

Rekonq möchte das Browsen jenseits von<br />

Firefox attraktiver machen <strong>und</strong> orientiert sich<br />

dabei stark an Googles Browser Chrome. Zugleich<br />

übernimmt der Browser einige sinnvolle<br />

Elemente von Konqueror <strong>und</strong> ist gut in<br />

den KDE-Desktop integriert. Er passt sich<br />

nicht nur optisch an, sondern nutzt auch<br />

KDE-Werkzeuge wie KGet, Kate oder Akregator.<br />

Verwenden Sie Kubuntu 10.10 <strong>und</strong> Open-<br />

Suse 11.2, greifen Sie am besten zur Rekonq-<br />

Version 0.6.1. Unter OpenSuse 11.3 funktionierte<br />

im Test nur die ältere Variante 0.5.0,<br />

auf deren Eigenarten wir am Ende des Textes<br />

kurz eingehen. Während Kubuntu den Browser<br />

automatisch installiert, führt Sie der Weg<br />

unter OpenSuse zunächst ins Internet.<br />

Rufen Sie diese OpenSuse-Webseite [1]<br />

1<br />

auf, stoßen Sie auf Links zu diversen Paketquellen,<br />

die Rekonq anbieten.<br />

Der junge Wilde<br />

Mit Rekonq tritt ein schlanker Browser in Konkurrenz zum langjährigen<br />

Funktionsmonster Konqueror. Die Version 1.0 hat der Browser<br />

noch nicht erreicht, er bringt allerdings schon einige Highlights mit.<br />

Klicken Sie im rechten Bereich innerhalb<br />

2<br />

des Kastens auf die Links 11.2 respektive<br />

11.3, um für die jeweilige Distribution auf<br />

eine Seite zu gelangen, die sämtliche Paketquellen<br />

auflistet.<br />

Suchen Sie als Repository KDE:Extra/​open-<br />

3<br />

SUSE_11.2_KDE_Distro_Factory (für Open-<br />

Suse 11.2) bzw. KDE:Extra/​openSUSE_11.3<br />

aus (für OpenSuse 11.3) <strong>und</strong> klicken Sie jeweils<br />

auf den Link 1-Klick-Installation direkt<br />

darunter (Abbildung 1).<br />

Firefox bietet nun die Option Öffnen​mit​<br />

4<br />

YaST-Meta-Package-Handler. Wählen Sie<br />

OK, erscheint ein Fenster, das die Paketquellen<br />

anzeigt, die YaST einbinden will.<br />

Klicken Sie hier <strong>und</strong> in den folgenden zwei<br />

Fenstern auf die Schaltfläche Weiter.<br />

YaST warnt nun, dass Sie potenziell gefährliche<br />

Pakete auf dem Rechner installie-<br />

5<br />

ren, denn es handelt sich um eine unbekannte<br />

Paketquelle. Akzeptieren Sie das<br />

Risiko über einen Mausklick auf Ja <strong>und</strong> geben<br />

Sie dann Ihr Benutzerpasswort ein.<br />

Es folgen mehrere Klicks auf Importieren,<br />

6<br />

dann taucht unter OpenSuse 11.2 ein Kasten<br />

mit verschiedenen Optionen auf. Kreuzen<br />

Sie hier Folgende​Aktionen​werden​ausgeführt<br />

an <strong>und</strong> wählen Sie OK​–​Erneut​versuchen.<br />

Unter OpenSuse 11.3 gibt es diesen<br />

Kasten nicht, hier ist die Installation bereits<br />

erfolgreich abgeschlossen.<br />

Unter OpenSuse 11.2 klicken Sie nun noch<br />

7<br />

auf Akzeptieren, dann auf Fortfahren, um<br />

eine Reihe von Paketen einzuspielen. Im<br />

Test stürzte der KDE-Desktop im Anschluss<br />

an die Installation zwar ab, lief aber nach<br />

einem Neustart wie gewohnt.<br />

Spartanisch<br />

Der Browser startet schnell <strong>und</strong> wartet mit einer<br />

sehr spartanischen Oberfläche auf (Abbildung<br />

2). Es gibt rechts neben der URL-Leiste<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

67


Workshop<br />

Rekonq<br />

Abb. 1: Unter opensuse spielen sie rekonq mit hilfe einer<br />

„1-klick-Installation“ auf den rechner. kubuntu liefert<br />

rekonq in der standardinstallation aus.<br />

lediglich einen einzigen Menüeintrag, der auf<br />

den Namen Extras hört <strong>und</strong> einen Schraubenschlüssel<br />

als Symbol verwendet. Im Inneren<br />

von Rekonq werkelt die flinke WebKit-Engine.<br />

Ein großer Minuspunkt von Rekonq sei hier<br />

gleich erwähnt: Der Browser lässt sich kaum<br />

über Erweiterungen ausbauen. Die gute Nachricht<br />

ist: Er spielt Flash-Inhalte ab, blockiert<br />

Werbung <strong>und</strong> inspiziert den Quellcode von<br />

Webseiten. Damit unterstützt er die Funktionen<br />

einiger zentraler Erweiterungen <strong>und</strong> Plugins<br />

von Firefox <strong>und</strong> Chrome. In Zukunft soll<br />

Rekonq sogar Chrome-Erweiterungen direkt<br />

benutzen dürfen.<br />

Starten Sie Rekonq unter Kubuntu 10.10,<br />

schlägt KDE vor, zusätzliche Pakete zu installieren<br />

– unter anderem den Flash Player. Tun<br />

Sie das. Nach dem Neustart des Browsers landen<br />

Sie auch hier auf der so genannten<br />

Schnellstartseite mit den <strong>Vorschau</strong>bildern Ihrer<br />

Lieblingsseiten (Abbildung 2) – das Feature<br />

gibt es übrigens auch in Chrome. Klicken<br />

Sie mit der mittleren Maustaste auf eine der<br />

angebotenen Seiten, öffnet Rekonq diese in<br />

einem Unterfenster (Tab), ein Linksklick ruft<br />

sie im aktuellen Fenster auf. Schließen Sie<br />

dieses, kommen wieder die Favoriten zum<br />

Vorschein.<br />

der Liste. Obwohl diese beiden<br />

Einträge auf Englisch<br />

erscheinen, ist die Software<br />

recht vollständig ins Deutsche<br />

übersetzt. Wollen Sie<br />

eine komplett neue Seite ergänzen,<br />

klicken Sie rechts<br />

oben über den <strong>Vorschau</strong>seiten<br />

auf Favoriten​ hinzufügen,<br />

was eine leere <strong>Vorschau</strong><br />

erzeugt, der Sie wieder eine<br />

Webseite zuordnen.<br />

Eine Art Menü mit fünf<br />

Punkten erscheint im oberen<br />

Bereich der Schnellstartseite.<br />

Über den Eintrag Geschlossene​ Unterfenster<br />

gelangen Sie zu einer Übersicht Ihrer kürzlich<br />

verabschiedeten Unterfenster <strong>und</strong> rufen diese<br />

bei Bedarf wieder ins Leben zurück. Um einen<br />

leeren Tab zu öffnen, klicken Sie auf das<br />

weiße Icon rechts neben der URL-Leiste oder<br />

drücken [Strg-T]. Sie schließen ein Unterfenster<br />

über [Strg-W].<br />

Hinter dem Eintrag Lesezeichen verbergen<br />

sich – wenig überraschend – die von Ihnen als<br />

Lesezeichen markierten Webseiten. Um sich<br />

eine Webseite zu merken, rufen Sie diese auf<br />

<strong>und</strong> klicken auf das Sternchen am rechten<br />

Rand der URL-Leiste. Sie löschen ein Lesezeichen,<br />

indem Sie Lesezeichen​bearbeiten wählen<br />

<strong>und</strong> es im Lesezeicheneditor entfernen.<br />

Alternativ rufen Sie die Seite auf, klicken auf<br />

das Sternchen <strong>und</strong> dann auf die Schaltfläche<br />

Dieses​Lesezeichen​löschen.<br />

Hinter den Reitern Verlauf <strong>und</strong> Downloads<br />

verbergen sich zwei Chroniken: Der Verlauf<br />

präsentiert Ihnen eine Liste zuletzt besuchter<br />

Webseiten, unter Downloads sehen Sie, welche<br />

Software Sie in der Vergangenheit aus<br />

dem Netz gezogen haben (Abbildung 4).<br />

Beide Seiten bieten die Möglichkeit, die gesammelten<br />

Einträge über einen Klick auf Private​Daten​löschen<br />

zu entfernen.<br />

Schlankes Gerüst<br />

Insgesamt macht Rekonq einen sehr spartanischen<br />

Eindruck, hier haben die Entwickler<br />

von Google gelernt. Links oben reiht der<br />

Browser lediglich drei Icons aneinander, dann<br />

folgt schon die URL-Leiste. Über die vorhandenen<br />

Icons bewegen Sie sich in der Browsergeschichte<br />

seitenweise vorwärts <strong>und</strong> rückwärts.<br />

Klicken Sie auf den kleinen schwarzen<br />

Haken, der nach unten zeigt, öffnet Rekonq<br />

eine Liste der zuletzt besuchten Seiten, die Sie<br />

per Mausklick besuchen. Der grüne Pfeil lädt<br />

die Inhalte einer Webseite neu.<br />

Mehrere Seiten ordnet Rekonq nebeneinander<br />

als Unterfenster an. Einige hilfreiche Features<br />

haben die Macher des Browsers in der URL-<br />

Leiste versteckt. Geben Sie einen Suchbegriff<br />

direkt in die Leiste ein – etwa easylinux –, ruft<br />

der Browser Google auf <strong>und</strong> präsentiert die<br />

Ergebnisse der Suchmaschine. Über die Voreinstellungen<br />

richten Sie einen anderen Suchmaschinenbetreiber<br />

ein.<br />

Während der Eingabe eines Begriffs in die<br />

Adressleiste klappt zudem eine Liste auf, die<br />

mehrere Optionen anbietet. In der ersten Zeile<br />

sehen Sie rechts neben dem Stichwort Suchmaschinen<br />

mehrere Icons, hinter denen sich<br />

unterschiedliche Suchmaschinen verbergen<br />

(Abbildung 5). Über einen Mausklick auf das<br />

passende Icon fahnden Sie zum Beispiel in der<br />

Wikipedia nach Ihrem Suchwort, aber auch<br />

im Merriam-Webster-Wörterbuch oder im<br />

Die Favoritenliste<br />

Bewegen Sie den Mauszeiger über ein <strong>Vorschau</strong>bild,<br />

erscheinen darunter zwei Icons mit<br />

englischen Beschriftungen. Über Set​new​favorite<br />

richten Sie eine neue Favoritenseite ein<br />

<strong>und</strong> ersetzen dabei einen vorhandenen Favoriten<br />

oder eine leere <strong>Vorschau</strong>fläche. Nach einem<br />

Klick auf den Button erscheint unterhalb<br />

der URL-Leiste die Aufforderung, eine Webseite<br />

aufzurufen. Klicken Sie auf die Schaltfläche<br />

Diese​Seite​hinzufügen, landet sie in der<br />

Liste mit den Favoriten <strong>und</strong> verdrängt ihren<br />

Vorgänger (Abbildung 3).<br />

Entscheiden Sie sich hingegen für Remove​favorite,<br />

entfernt Rekonq die Seite komplett aus<br />

Abb. 2: Nach dem start von rekonq empfängt sie ein sehr übersichtliches Interface,<br />

das die favorisierten Webseiten in Form von <strong>Vorschau</strong>bildern auflistet.<br />

68 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


Rekonq<br />

Workshop<br />

Abb. 3: Vorhandene Favoriten ersetzen sie mit ein paar Mausklicks durch eine andere<br />

Webseite. Alternativ fügen sie einen Favoriten mit komplett neuer Webseite dazu.<br />

Open​Directory. Unter dieser Zeile folgen Ergebnisse,<br />

die der Browser auf bereits besuchten<br />

Seiten findet (etwa über die Lesezeichen).<br />

Daran anschließend schlägt Rekonq verschiedene<br />

Möglichkeiten vor, Ihr Suchwort zu ergänzen.<br />

Diese Vorschläge ergeben nicht in jedem<br />

Fall Sinn, können aber die Suche beschleunigen.<br />

Es stecken noch weitere Möglichkeiten in der<br />

URL-Leiste. Über die Lesezeichen haben wir<br />

bereits gesprochen. Analog zum Browser<br />

Firefox abonnieren Sie auch in Rekonq RSS-<br />

Feeds über die URL-Leiste. Dazu rufen Sie zunächst<br />

eine Seite auf, die einen RSS-Feed anbietet,<br />

<strong>und</strong> klicken dann rechts in der Adressleiste<br />

auf das RSS-Icon. Hier kommt die gute<br />

Integration mit KDE ins Spiel, denn der Browser<br />

bietet nun an, den Feed mit Akregator zu<br />

verwalten. Dieser sehr leistungsfähige <strong>und</strong><br />

empfehlenswerte Feedreader ist als fester Bestandteil<br />

des KDE-4-Desktops bereits vorinstalliert.<br />

Alternativ verknüpfen Sie die Abonnements<br />

mit dem Google Reader.<br />

Schieberegler auf, über den Sie den Grad der<br />

Vergrößerung justieren. Einfacher gehts wie<br />

immer mit Tastaturkürzeln: Über [Strg-+]<br />

<strong>und</strong> [Strg- - ] zoomen Sie ohne Umwege in die<br />

Seite hinein <strong>und</strong> wieder aus ihr heraus. Interessanter<br />

sind die Optionen Privater​ Modus<br />

<strong>und</strong> Private​Daten​löschen. Teilen Sie Ihren<br />

Rechner gelegentlich mit anderen Nutzern,<br />

wollen Sie oft nicht, dass diese sehen, welche<br />

Seiten Sie besuchen. Umgekehrt möchten<br />

auch Gäste, die Ihren Computer temporär nutzen,<br />

gern ihre Privatsphäre schützen. Ein<br />

Mausklick auf Private​Modus macht das möglich.<br />

Es erscheint zunächst eine Meldung, die<br />

darüber aufklärt, was der private Modus tut.<br />

Er verbietet das Setzen <strong>und</strong> Auslesen von<br />

Cookies, speichert den Verlauf ebensowenig<br />

wie die Favicons von Webseiten <strong>und</strong> Sitzungen.<br />

Über die Schaltflächen Vor <strong>und</strong> Zurück<br />

wechseln Sie lediglich zwischen den Webseiten<br />

innerhalb der Sitzung hin <strong>und</strong> her. Nach<br />

dem Schließen des Browsers verschwinden<br />

die gesammelten Daten wieder. Der Private​<br />

Modus überlebt den Neustart des Browsers,<br />

allerdings verschwindet das Häkchen beim<br />

Eintrag Privater​Modus. Um also den Modus<br />

auszuschalten, müssen Sie ihn über das Extras-Menü<br />

erneut einschalten <strong>und</strong> dann das<br />

Häkchen wieder deaktivieren.<br />

Eines für alle<br />

Wie bereits erwähnt, finden Sie in Rekonq ein<br />

einziges richtiges Menü, hinter dem sich sämtliche<br />

Menüeinträge verbergen. Klicken Sie auf<br />

den Schraubenschlüssel rechts neben der<br />

URL-Leiste (das Menü heißt laut Tooltipp Extras),<br />

klappt ein Drop-down-Menü mit einer<br />

Reihe von Optionen auf, die wir hier nacheinander<br />

kurz vorstellen (Abbildung 6).<br />

Die ersten sechs Punkte sind sicherlich selbsterklärend:<br />

Sie öffnen, speichern, drucken <strong>und</strong><br />

durchsuchen aktuelle Webseiten. Stellt der<br />

Browser die Sonderzeichen merkwürdig da,<br />

legen Sie die Kodierung manuell fest. Im deutschen<br />

Sprachraum wählen Sie dann häufig die<br />

Werte UTF-8 oder ISO-8859-15. Möchten Sie<br />

die Elemente einer Seite vergrößern, wählen<br />

Sie Zoom. Im unteren Bereich taucht nun ein<br />

Abb. 4: rekonq merkt sich, welche Dateien sie bisher heruntergeladen haben. Über den<br />

Button „private Daten löschen“ rechts oben entfernen sie die Einträge.<br />

Abb. 5: In das Aufklappmenü, das sich bei der Eingabe eines stichworts in die UrL-<br />

Leiste öffnet, haben die Entwickler hilfreiche Funktionen integriert.<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

69


Workshop<br />

Rekonq<br />

Benutzen Sie die Schaltfläche<br />

Private​ Daten​ löschen,<br />

entfernt Rekonq<br />

vorhandene Daten, zu denen<br />

zum Beispiel gespeicherte<br />

Webseiten, Cookies<br />

<strong>und</strong> die Verläufe der<br />

besuchten Webseiten <strong>und</strong><br />

Downloads gehören. Wie<br />

Sie die Schutzeinstellungen<br />

für die Privatsphäre<br />

noch feiner justieren, erfahren<br />

Sie weiter unten<br />

im Artikel, wo es um die<br />

Einstellmöglichkeiten des<br />

flotten Browsers geht.<br />

Zunächst zurück zum Extras-Menü,<br />

in dem Sie<br />

noch auf ein paar weitere<br />

Punkte stoßen. Ein Untermenü<br />

namens Entwicklung<br />

dürfte vor allem Webentwickler <strong>und</strong><br />

neugierige Nutzer interessieren. Aktivieren<br />

Sie den Eintrag Netzwerk-Analyse, erscheint<br />

im Fußbereich ein leeres Fenster, das alle Elemente<br />

anzeigt, die Sie beim Aufrufen einer<br />

Webseite über den Browser herunterladen<br />

(Abbildung 7). Die Statistik verrät auch, wie<br />

groß die Elemente sind. So stellen Sie zum<br />

Beispiel fest, ob eine Webseite auch Inhalte<br />

von externen Servern holt.<br />

Der Web-Inspektor erinnert stark an die beliebte<br />

Firefox-Erweiterung Firebug. Hier untersuchen<br />

Sie gezielt den Quellcode einer<br />

Webseite nach bestimmten Aspekten. Sie finden<br />

etwa heraus, welches Code-Element für<br />

das Aussehen eines speziellen Kastens verantwortlich<br />

ist. Nützlich ist das Ganze meist nur<br />

Abb. 6: Das einzige Menü in rekonq<br />

heißt „Extras“ <strong>und</strong> beherbergt<br />

eine reihe nützlicher Einträge.<br />

sie gelangen hier u. a. zu<br />

den Voreinstellungen <strong>und</strong><br />

schützen Ihre privatsphäre.<br />

für Webentwickler. Klicken<br />

Sie auf Seitenquelltext,<br />

öffnet Rekonq den<br />

Quellcode der Webseite<br />

im Editor Kate – ein weiteres<br />

Beispiel für die gelungene<br />

Integration von<br />

Rekonq in KDE.<br />

Im nächsten Abschnitt<br />

des Aufklappmenüs blenden<br />

Sie Elemente wie die<br />

Lesezeichen-Werkzeugleiste,<br />

den Verlauf <strong>und</strong> die Lesezeichen<br />

selbst ein <strong>und</strong><br />

aus. Sie betreiben den<br />

Browser zudem im Vollbildmodus,<br />

in den Sie alternativ<br />

über [F11] gelangen.<br />

Der Eintrag zur Hilfe<br />

enthält Unterpunkte, über<br />

die Sie das Handbuch<br />

zum Browser erreichen, die Sprache ändern<br />

<strong>und</strong> Infos zur Version von Rekonq erhalten.<br />

Bleibt der letzte Punkt, über den Sie den<br />

Browser konfigurieren.<br />

Rekonq einrichten<br />

Das Einrichtungsmenü von Rekonq erinnert<br />

in Teilen an den Konqueror. Das ist kein<br />

W<strong>und</strong>er, haben die Entwickler doch einige<br />

Ideen übernommen, etwas die Webkürzel. Im<br />

linken Bereich reiht das Konfigurationsfenster<br />

eine Reihe von Einrichtungspunkten aneinander,<br />

über die Sie verschiedene Bereiche der<br />

Konfiguration ansteuern (Abbildung 8). Im<br />

Reiter Allgemein ändern Sie die Startseite. Anstelle<br />

der beschriebenen Schnellstartseite richten<br />

Sie hier auf Wunsch eine gewöhnliche<br />

Abb. 7: Eine Netzwerk-Analyse verrät, welche Elemente der Browser von einer Webseite<br />

abholt, <strong>und</strong> zeigt auch deren Größe an.<br />

Startseite ein (die Sie konkret im Bereich darunter<br />

festlegen), oder Sie lassen die Zuletzt​<br />

geöffneten​Unterfenster​wiederherstellen. Zusätzlich<br />

spannen Sie auf Wunsch KDEs Downloadmanager<br />

KGet für Ihre Downloads ein.<br />

Die Software müssen Sie allerdings im Vorfeld<br />

installieren. Sie ist gut in den Desktop integriert<br />

<strong>und</strong> bietet mehr Optionen als Rekonqs<br />

eigener Downloadmanager.<br />

Im Register Unterfenster stellen Sie ein, wie<br />

Rekonq mit Tabs verfährt. So bestimmen Sie,<br />

welche Inhalte in einem frisch geöffneten Unterfenster<br />

erscheinen (Startseite, Leere​Seite,<br />

Schnellstartseite) <strong>und</strong> stellen im letzten Fall<br />

auch ein, welche Sektion der Schnellstartleiste<br />

Sie jeweils sehen (etwa den Verlauf). Eine<br />

Reihe von Ankreuzoptionen beeinflusst die<br />

weitere Darstellung dieser Unterfenster. Im<br />

Register Erscheinungsbild stellen Sie ein, welche<br />

Schriftarten <strong>und</strong> -größen Rekonq auf den<br />

Webseiten verwendet. Fortgeschrittene Anwender<br />

dürfen hier auch ein eigenes Stylesheet<br />

einbinden <strong>und</strong> so die optische Aufbereitung<br />

der Webseiten verändern.<br />

Dass die WebKit-Engine quasi der Motor von<br />

Rekonq ist, wurde bereits erwähnt. Auch an<br />

diesem Motor lässt sich schrauben. So stellen<br />

Sie hier etwa ein, was externer JavaScript-<br />

Code mit Ihrem Browser anstellen darf. Das<br />

Öffnen von Fenstern ist z. B. erlaubt, während<br />

Rekonq es der Skriptsprache standardmäßig<br />

verwehrt, auf den Zwischenspeicher zuzugreifen.<br />

Java aktivieren die Macher ebenso<br />

wie die Möglichkeit, im Vorfeld bereits die<br />

DNS-Einträge von Webseiten zu laden. Da Rekonq<br />

keine Erweiterungen wie NoScript anbietet,<br />

fehlt leider noch eine Möglichkeit, JavaScript-Inhalte<br />

auf einfache Weise zu- <strong>und</strong><br />

abzuschalten. Java müssen Sie nicht unbedingt<br />

aktivieren, denn das benutzen – zumindest<br />

im Vergleich zu Flash <strong>und</strong> JavaScript –<br />

heutzutage deutlich weniger Webseiten.<br />

Ähnliche Einstellungen finden Sie im Bereich<br />

Netzwerk vor. Rekonq sammelt, wie andere<br />

Browser auch, zahlreiche Daten in Form von<br />

Cookies. Der Browser merkt sich die besuchten<br />

Webseiten <strong>und</strong> bietet Ihnen auch sonst<br />

ein Surferlebnis ohne spürbare Einschränkungen.<br />

Diese Bequemlichkeit erkaufen Sie allerdings<br />

mit einem teilweisen Verzicht auf Privatsphäre.<br />

So protokollieren einige Unternehmen<br />

das Surfverhalten von Nutzern über<br />

mehrere Domains hinweg <strong>und</strong> setzen dafür<br />

Cookies ein. Schalten Sie diese ab, funktionieren<br />

unter Umständen bestimmte Webseiten<br />

nicht mehr wie gewohnt. So verwenden viele<br />

Onlineshops Sitzungs-Cookies, um Sie auf<br />

dem Weg zur Kasse zu begleiten <strong>und</strong> zu verfolgen,<br />

was Sie in den Einkaufswagen tun.<br />

70 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


Rekonq<br />

Workshop<br />

Abb. 9: Nutzen sie einen proxy-server (zum Beispiel in<br />

der Firma), geben sie dessen Ip-Adresse <strong>und</strong> den verwendeten<br />

port in der konfiguration von rekonq an.<br />

Cookies sind also Fluch <strong>und</strong> Segen zugleich.<br />

Wählen Sie die Werte in diesem Konfigurationsfenster<br />

abhängig von Ihrer Empfindlichkeit<br />

in solchen Fragen. Praktisch: Deaktivieren<br />

Sie die Option Sitzungs-Cookies​automatisch​annehmen,<br />

können Sie für jede einzelne<br />

Domain bestimmen, wie Sie mit den Cookies<br />

verfahren. Die meisten Menschen besuchen<br />

erfahrungsgemäß nur eine begrenzte Anzahl<br />

an Webseiten regelmäßig, der Konfigurationsaufwand<br />

ist also erträglich.<br />

Im Unterregister Zwischenspeicher stellen Sie<br />

noch ein, wie groß der Cache für den Browser<br />

sein soll. Der speichert die Inhalte einer Webseite<br />

zwischen <strong>und</strong> lädt diese sehr schnell,<br />

wenn Sie dorthin zurückkehren. Verwenden<br />

Sie einen Proxy-Server, was nur selten der<br />

Fall ist, tragen Sie dessen Daten im gleichnamigen<br />

Reiter ein (Abbildung 9).<br />

Kommen wir zu den letzten drei Einträgen im<br />

Konfigurationsbereich. Sehr praktisch ist der<br />

Eintrag Werbefilter. In Firefox <strong>und</strong> Chromium<br />

müssen Sie erst per Hand <strong>und</strong> nachträglich<br />

den Werbeblocker AdBlock installieren, Rekonq<br />

bringt diesen gleich mit. Er zieht seine<br />

Informationen über Werbebanner aus der EasyList<br />

[2], die eine Handvoll Autoren permanent<br />

mit neuen Daten über Banner füttern.<br />

Auch der Werbeblocker AdBlock zieht seine<br />

Informationen mitunter aus dieser Liste. Standardmäßig<br />

aktualisiert Rekonq die Liste alle 7<br />

Tage, was sich aber ändern lässt. Kennen Sie<br />

sich mit regulären Ausdrücken aus, ergänzen<br />

Sie den Filter im Unterfenster Manuelle​<br />

Filter bei Bedarf um eigene Blockierregeln.<br />

Das dürfte aber wieder nur etwas für fortgeschrittene<br />

Nutzer sein.<br />

Der Eintrag Kurzbefehle ist schnell erklärt:<br />

Hier richten Sie Tastaturkürzel für Rekonq ein<br />

<strong>und</strong> ändern diese. Dazu genügt ein Doppelklick<br />

auf einen vorhandenen<br />

Eintrag. Bleiben schließlich<br />

noch die Webkürzel. In dieser<br />

Sektion aktivieren Sie<br />

eine große Anzahl von Webkürzeln,<br />

über die Sie schnell<br />

verschiedene Webseiten <strong>und</strong><br />

Datenbanken nach bestimmten<br />

Inhalten durchsuchen.<br />

Setzen Sie zum Beispiel ein<br />

Häkchen bei der chinesischen<br />

Suchmaschine Baidu,<br />

nutzen Sie diese in Zukunft<br />

einfach über die URL-Leiste,<br />

indem Sie baidu:suchwort<br />

eingeben. Es gibt unzählige<br />

weitere Kürzel. Die zugehörigen<br />

Webseiten rufen Sie<br />

über die angegebenen Kürzel<br />

auf, was aber nicht für alle aufgelisteten<br />

Seiten funktioniert.<br />

Die Version 0.6.1, die wir hier beschrieben<br />

haben, weicht in einigen Aspekten von der älteren<br />

Variante 0.5.0 ab. Letztere zeigte im<br />

Einsatz noch einige Probleme. Sie kann nicht<br />

automatisch mit Zertifikaten von Webservern<br />

umgehen, was Sie beheben, indem Sie diese<br />

manuell akzeptieren. Außerdem speichert die<br />

Version keine Passwörter – diese müssen Sie<br />

stets neu eingeben. Auch eine Fehlermeldung<br />

beim Einsatz von Java tauchte im Test auf.<br />

Die Version bringt zwei zusätzliche Icons mit.<br />

Ein kleines Häuschen führt zum Persönlichen​<br />

Ordner – offenbar lässt sich hier eine Startseite<br />

einstellen. Die Verwaltung der Lesezeichen<br />

findet nicht über die URL-Leiste statt,<br />

sondern über ein sternförmiges Icon rechts<br />

neben der Leiste. Die im Extras-Menü angebotenen<br />

Optionen decken sich allerdings fast 1<br />

zu 1 mit denen in der Version 0.6.1: Es gibt<br />

einen Werbeblocker, Webkürzel<br />

<strong>und</strong> nahezu alle weiteren<br />

Einstellungen.<br />

Fazit<br />

Rekonq macht einen sehr<br />

guten ersten Eindruck. Der<br />

Browser ist schnell, lässt<br />

sich intuitiv bedienen <strong>und</strong><br />

machte im Test keine größeren<br />

Schwierigkeiten. Die<br />

Version 0.5.0 hinkt allerdings<br />

etwas hinterher. Einige<br />

Leser beschwerten sich,<br />

dass sich Rekonq keine Passwörter<br />

merkt <strong>und</strong> Facebook-<br />

Seiten nicht richtig abbildet.<br />

Das konnten wir für die Version<br />

0.6.1 nicht bestätigen.<br />

Abb. 8: Die Einstellungen von rekonq lehnen sich an die<br />

des konquerors an. Auch dieser hat standardmäßig einen<br />

Werbefilter an Bord <strong>und</strong> kennt zahlreiche Webkürzel.<br />

Es lässt sich natürlich allgemein die Frage<br />

stellen, ob das KDE-Projekt den Browser unbedingt<br />

neu erfinden muss, wo doch genügend<br />

andere Programme noch fehlen oder unfertig<br />

sind. Davon abgesehen erledigt Rekonq<br />

seinen Job aber bereits recht beeindruckend<br />

<strong>und</strong> kann Firefox in einigen Aspekten durchaus<br />

das Wasser reichen – lediglich an Erweiterungen<br />

mangelt es noch. (kki) n<br />

GloSSaR<br />

Proxy-Server: Dabei handelt es sich<br />

um einen zwischengeschalteten Server<br />

bzw. eine lokal installierte Software,<br />

die den Datenverkehr zwischen<br />

Ihrem Rechner <strong>und</strong> dem Internet abfängt,<br />

weiterleitet <strong>und</strong> häufig auch filtert<br />

(um etwa Werbung zu entfernen).<br />

Sie schicken Ihre Datenpakete also<br />

explizit an den Proxy, der Sie ins Netz<br />

weiterleitet <strong>und</strong> umgekehrt.<br />

Reguläre Ausdrücke: Es handelt sich<br />

um einen fest definierten Satz von Zeichenketten,<br />

über den Sie bestimmte<br />

Begriffe oder Satzteile aus einer Datei<br />

filtern. Sie kommen in der Programmierung<br />

recht häufig zum Einsatz.<br />

Infos<br />

[1] Rekonq für OpenSuse:<br />

http:// de. opensuse. org/ Rekonq<br />

(http:// ezlx. de/ b2i1)<br />

[2] EasyList-Webseite:<br />

http:// easylist. adblockplus. org/ de/<br />

about (http:// ezlx. de/ b2i2)<br />

software zum Artikel auf DVD:<br />

Rekonq<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

71


Workshop<br />

PDF Presenter<br />

PDF Presenter für Vorträge nutzen<br />

Perfekt präsentieren<br />

Hans-Georg Eßer<br />

Wer Vorträge mit Notebook <strong>und</strong> Beamer hält, sollte einen<br />

Blick auf den PDF Presenter werfen: Das Tool bietet<br />

nützliche Komfortfunktionen für die Anzeige von<br />

PDF-Präsentationen.<br />

Traditionell sehen Vortragende, die ihr<br />

Net- oder Notebook an einen Beamer<br />

anschließen, auf dem eigenen Display<br />

dasselbe, was die Zuschauer auf der Leinwand<br />

sehen. Wer einen Informationsvorsprung<br />

haben möchte, benutzt dazu oft einen<br />

Ausdruck der Folien.<br />

Für das OpenOffice-Präsentationsprogramm<br />

Presenter gibt es schon länger mit der Sun<br />

Presenter Console (jetzt: Oracle Presenter<br />

Console) [1] eine praktische Erweiterung, die<br />

unterschiedliche Anzeigen auf dem eingebauten<br />

Display <strong>und</strong> dem angeschlossenen Beamer<br />

erlaubt. Als Vortragender sehen Sie dabei neben<br />

der aktuellen auch die folgende Folie, die<br />

Notizen zur aktuellen Folie <strong>und</strong> zudem die<br />

bereits vergangene (Rede-)Zeit.<br />

Oft liegen aber Vortragsfolien nicht im Presenter-Format<br />

(oder als PowerPoint-Datei),<br />

© Marcin Balcerzak, 123RF<br />

sondern als PDF-Dokument vor, das ist z. B.<br />

oft der Fall, wenn man fremde Folien verwendet<br />

<strong>und</strong> nur einen PDF-Export erhalten hat –<br />

dann scheidet OpenOffice als Anzeigeprogramm<br />

aus. Klassische PDF-Viewer wie der<br />

Adobe Reader oder die<br />

freien Programme Evince<br />

<strong>und</strong> Xdpf bieten keine spezielle<br />

Unterstützung für zwei<br />

Monitore – eine Wiedergabe<br />

ist damit nur möglich, wenn<br />

Sie den eingebauten Bildschirm<br />

<strong>und</strong> den Beamer synchronisieren,<br />

<strong>und</strong> damit sehen<br />

Sie auf dem Notebook-<br />

Display wieder dasselbe wie<br />

die Zuhörer.<br />

PDF Presenter schafft hier<br />

Abhilfe: Die für Linux, Windows<br />

<strong>und</strong> Mac OS X erhältliche Anwendung<br />

[2] ersetzt einen normalen PDF-Betrachter<br />

<strong>und</strong> bietet ähnliche Funktionen wie die Sun<br />

Presenter Console für OpenOffice-Präsentationen<br />

– <strong>und</strong> einiges mehr.<br />

Installation<br />

PDF Presenter ist ein in Java geschriebenes<br />

Programm – das hat den Vorteil, dass Sie<br />

dasselbe Programmarchiv ohne Änderungen<br />

auf verschiedenen Linux-Versionen <strong>und</strong> unter<br />

Windows <strong>und</strong> Mac OS X verwenden können;<br />

der Nachteil ist, dass es keine in die<br />

Paketverwaltung von Linux integrierten Pakete<br />

gibt.<br />

Zur Installation entpacken Sie das Zip-Archiv<br />

von der Heft-DVD in einem neu erstellten<br />

Ordner in Ihrem Home-Verzeichnis:<br />

Öffnen Sie unter KDE ein Dolphin-Fenster<br />

1<br />

<strong>und</strong> navigieren Sie in den Ordner auf der<br />

Heft-DVD, der das Archiv pdfpresenter_1_0.<br />

zip enthält.<br />

Klicken Sie die Archivdatei an. Es erscheint<br />

2<br />

ein neues Fenster, in dem der KDE-Archivmanager<br />

Ark den Inhalt präsentiert.<br />

Rufen Sie den Menüpunkt Aktion / Entpacken<br />

/ Entpacken nach auf. Dann er-<br />

3<br />

scheint ein Verzeichnisauswahldialog. In<br />

der Mitte sehen Sie die Baumansicht;<br />

wechseln Sie per Klick auf Persönlicher<br />

Ordner ganz links oben in Ihr Home-Verzeichnis.<br />

Vorausgewählt ist die Option<br />

Entpacken in Unterordner, die Sie übernehmen<br />

– so landen die Dateien im nächsten<br />

Schritt in einem neuen Ordner pdfpresenter_1_0<br />

Ihres Home-Verzeichnisses<br />

(Abbildung 1).<br />

Mit einem Klick auf OK packen Sie das Archiv<br />

aus. Danach können Sie das Ark-Fen-<br />

4<br />

ster schließen.<br />

Wechseln Sie nun in Dolphin in das neu<br />

5<br />

erzeugte Verzeichnis <strong>und</strong> klicken Sie darin<br />

die Datei startLinux.sh mit der rechten<br />

Maustaste an; aus dem Kontextmenü wählen<br />

Sie den Eintrag Eigenschaften.<br />

Abb. 1: Entpacken sie das Zip-Archiv in einen Unterordner<br />

Ihres home-Verzeichnisses.<br />

72 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


PDF Presenter<br />

Workshop<br />

Abb. 2: Um das programm schnell starten<br />

zu können, legen sie ein neues Icon<br />

im „Arbeitsflächen-ordner“ an.<br />

Es öffnet sich ein neuer Dialog, in dem Sie<br />

6<br />

zum Reiter Berechtigungen springen: Hier<br />

setzen Sie das Häkchen vor der Option<br />

Ausführbar. Schließen Sie das Dialogfenster.<br />

Nach diesen Schritten ist die Datei startLinux.<br />

sh, über die Sie das Programm starten, bereits<br />

ausführbar, aber nur aus der Shell heraus.<br />

Dolphin kann in aktuellen KDE-Versionen zunächst<br />

nichts mit Shell-Skripten anfangen<br />

(siehe Tipp Skripte in Dolphin per Mausklick<br />

starten in den KDE-Tipps dieser Ausgabe).<br />

Startbar machen<br />

Eine Möglichkeit ist, einen neuen Menüeintrag<br />

für das Startmenü zu erzeugen – schneller<br />

legen Sie einen Icon im Arbeitsflächen-<br />

Ordner-Applet (in der Fläche links oben auf<br />

dem Desktop) an:<br />

Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf<br />

1<br />

eine freie Stelle im Applet <strong>und</strong> wählen Sie<br />

aus dem Kontextmenü den Eintrag Neu erstellen<br />

/ Verknüpfung zu Programm. Es öffnet<br />

sich ein Einstellungsfenster.<br />

Auf dem ersten Reiter Allgemein tragen Sie<br />

2<br />

in das einzige Eingabefeld eine Bezeichnung<br />

ein, z. B. PDF Presenter. Wenn Sie<br />

mögen, können Sie hier durch Klick auf<br />

das große Icon noch ein anderes Symbol<br />

auswählen, z. B. ist das Programmlogo von<br />

KPresenter geeignet.<br />

Wechseln Sie zum Reiter Programm <strong>und</strong><br />

3<br />

klicken Sie neben dem Feld Befehl auf<br />

Auswählen. Im erscheinenden Dateidialog<br />

navigieren Sie in das entpackte Verzeichnis<br />

<strong>und</strong> wählen dort die Datei startLinux.<br />

sh aus.<br />

In der Zeile darunter klicken Sie neben<br />

4<br />

dem Feld Arbeitsordner auf das Diskettensymbol.<br />

Es erscheint ein weiterer Dialog,<br />

der diesmal der Auswahl eines Verzeichnisses<br />

dient. Wählen Sie den Ordner aus,<br />

der die Datei enthält – dieser sollte nach<br />

Schritt 3 schon vorausgewählt sein, so dass<br />

Abb. 3: Am „Öffnen“-Dialog des pDF presenters<br />

erkennt man, dass es sich um<br />

eine Java-Anwendung handelt.<br />

Sie ihn einfach mit OK übernehmen können<br />

(Abbildung 2).<br />

Schließen Sie die Einrichtung per Klick auf<br />

5<br />

OK ab, im Arbeitsflächen-Ordner erscheint<br />

nun ein neues Icon – ein Klick darauf startet<br />

den PDF Presenter.<br />

Präsentation mit Überblick<br />

Nach dem Start präsentiert sich der PDF Presenter<br />

mit einer übersichtlichen Oberfläche,<br />

die Ihnen das schnelle Öffnen einer PDF-Datei<br />

<strong>und</strong> zudem Zugriff auf in früheren Sitzungen<br />

geöffnete Dokumente erlaubt – solche<br />

sind beim ersten Programmlauf aber noch<br />

nicht vorhanden.<br />

Klicken Sie auf das blaue Öffnen-Symbol, um<br />

einen Dateiauswahldialog auf den Bildschirm<br />

zu bringen (Abbildung 3). Darin wählen Sie<br />

eine PDF-Datei aus, die Sie präsentieren<br />

möchten. Neben PDF-Dokumenten kann der<br />

PDF Presenter auch Bilddateien anzeigen; wir<br />

beschränken uns in diesem Artikel aber auf<br />

das Haupteinsatzgebiet, die Arbeit mit PDF-<br />

Dateien.<br />

Das Programm öffnet die Datei <strong>und</strong> zeigt links<br />

die erste Folie sowie rechts eine Reihe verkleinerter<br />

Foliendarstellungen an (Abbildung 4).<br />

Mit den Tasten [Pfeil hoch] <strong>und</strong> [Pfeil runter]<br />

können Sie jetzt durch die Folien blättern. Die<br />

Wiedergabe auf dem externen Monitor starten<br />

Sie, indem Sie das Wiedergabe-Icon (Dreieck)<br />

anklicken. Sollte der Versuch, eine Datei zu<br />

öffnen, fehlschlagen (<strong>und</strong> der PDF Presenter<br />

danach nicht mehr reagieren), ist die auf Ihrem<br />

Rechner laufende Java-Version nicht mit<br />

dem Programm kompatibel. Installieren Sie<br />

dann das Java-Paket von Sun; Hinweise dazu<br />

gibt es für Ubuntu-Anwender im Kasten Java-<br />

Versionen. (Unter OpenSuse traten im Test<br />

keine Probleme auf.)<br />

Extras: Zeichnen <strong>und</strong> markieren<br />

Neben der Komfortfunktion beim Präsentieren<br />

erlaubt PDF Presenter es auch, während<br />

des Vortrags zusätzliche Informationen auf<br />

die Folien zu bringen. Dafür stehen mehrere<br />

Werkzeuge bereit:<br />

l Mit Stiften in verschiedenen Breiten fügen<br />

Sie handschriftliche Notizen in die<br />

Folien ein. Das funktioniert am besten,<br />

wenn Sie ein Zeichentablett an den Rechner<br />

anschließen – mit der Maus oder dem<br />

Trackpad ist lesbare Handschrift kaum zu<br />

erzeugen.<br />

l Mit Markern können Sie Texte <strong>und</strong> andere<br />

Elemente auf den Folien markieren (ohne<br />

dass diese dadurch komplett „übermalt“<br />

werden). Das funktioniert wie mit einem<br />

normalen Marker auf Papier.<br />

Abb. 4: Bisher ein normaler pDF-Viewer: Nach dem Öffnen einer präsentation sehen sie<br />

die erste Folie <strong>und</strong> am rechten rand eine Folienübersicht.<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

73


Workshop<br />

PDF Presenter<br />

l In Textboxen fügen Sie mit der Tastatur<br />

Ergänzungen ein. Das ist die beste<br />

Variante, wenn Sie kein Zeichentablett<br />

besitzen <strong>und</strong> den Zuschauern keine mit<br />

der Maus erzeugten Kritzeleien zumuten<br />

möchten. Die Textblöcke können Sie<br />

auch nachträglich verschieben oder ihre<br />

Inhalte anpassen.<br />

Abbildung 5 zeigt diese drei Elemente; Sie<br />

können dort erkennen, dass die Zusatzelemente<br />

nicht nur in der großen (Bearbeitungs-)Ansicht<br />

der Folie auftauchen, sondern<br />

auch in der verkleinerten Darstellung am<br />

rechten Rand.<br />

Zur Unterstützung beim Zeichnen können<br />

Sie ein Raster einblenden: Die Abstände zwischen<br />

den Gitterlinien können Sie in den<br />

Programmeinstellungen anpassen, <strong>und</strong> auf<br />

Wunsch erscheint das Raster beim Vortrag<br />

auch auf der Leinwand.<br />

In manchen Dokumenten sind die Folien bis<br />

an den Rand vollgeschrieben, so dass es<br />

schwierig ist, Platz für Notizen zu finden.<br />

Hierfür bietet der PDF Presenter eine elegante<br />

Lösung: Per Klick auf ein Icon verkleinert<br />

das Programm die Darstellung der aktuellen<br />

Folie <strong>und</strong> schafft somit an den rechten<br />

<strong>und</strong> unteren Rändern neuen Platz für Ergänzungen<br />

(Abbildung 6). Beim Wechsel zwischen<br />

den Folien merkt sich das Tool auch,<br />

für welche Folien Sie die verkleinerte Anzeige<br />

gewählt haben.<br />

In der entgegengesetzten Richtung arbeitet<br />

die Zoomfunktion: Klicken Sie die Lupe an,<br />

können Sie einen Bereich der Folie auswählen<br />

<strong>und</strong> dadurch bildschirmfüllend vergrößern.<br />

Diese Darstellung vergisst der PDF Pre-<br />

Abb. 5: pDF presenter zeigt eine pDF-Datei an; der Dozent hat während des Vortrags<br />

Notizen <strong>und</strong> hervorhebungen ergänzt.<br />

senter allerdings, wenn Sie zu einer anderen<br />

Folie wechseln.<br />

Leider ohne Speichern<br />

Einen großen Mangel soll dieser Bericht aber<br />

nicht verschweigen: Der PDF Presenter ist<br />

nicht in der Lage, die während der Präsentation<br />

eigefügten Kommentare <strong>und</strong> Zeichnungen<br />

zu speichern – sie gehen beim Schließen<br />

des Dokuments verloren. Als (schwache) Abhilfe<br />

könnten Anwender nach der Präsentation<br />

nochmals durch die Folien scrollen <strong>und</strong><br />

Screenshots aller Seiten mit neuen Elementen<br />

erstellen, komfortabel wäre das aber nicht.<br />

Falls die Entwickler in kommenden Versionen<br />

eine Speichern-Funktion ergänzen, wird der<br />

PDF Presenter das perfekte Tool für alle Präsentatoren<br />

werden, denn ins PDF-Format lässt<br />

sich jedes Dokument konvertieren, egal, ob es<br />

im Microsoft-Office, OpenOffice- oder einem<br />

sonstigen Format vorliegt. Dann bleibt nur<br />

noch, an der Kompatibilität zu beliebigen<br />

Java-Versionen zu arbeiten. (hge) n<br />

JAVA-VErsIoNEN<br />

Beim Test unter verschiedenen Linux-Versionen<br />

zeigte sich, dass der PDF-Presenter<br />

nicht mit jeder Java-Version zusammenarbeitet.<br />

Konkret war es unter Ubuntu 10.10<br />

notwendig, die vorinstallierte Java-Version<br />

durch das offizielle Java von Sun zu ersetzen.<br />

Das ist mit folgenden Befehlen möglich,<br />

von denen der erste die Eingabe Ihres<br />

Passworts erfordert:<br />

sudo apt‐get install sun‐java6‐jre<br />

sudo update‐java‐alternatives ‐s jaU<br />

va‐6‐sun<br />

Unter OpenSuse 11.3 <strong>und</strong> 11.4 funktionierte<br />

der PDF Presenter auf Anhieb, obwohl<br />

dort auch die freie Java-Version installiert<br />

war.<br />

Infos<br />

[1] Oracle Presenter Console:<br />

http:// extensions. services. openoffice.<br />

org/ project/ presenter‐screen<br />

(http:// ezlx. de/ b2m1)<br />

[2] PDF Presenter: http:// pdfpresenter.<br />

sourceforge. net/ (http:// ezlx. de/ b2m2)<br />

Abb. 6: Wird der platz knapp, verkleinern sie einfach die Darstellung der Folie <strong>und</strong> erhalten<br />

neuen platz am rechten <strong>und</strong> unteren rand.<br />

software zum Artikel auf DVD:<br />

PDF Presenter 1.0<br />

74 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


OpenSUSE 11.3<br />

- ganz easy!<br />

Print oder<br />

PDF-Download<br />

NUR 14,90<br />

Der Einstieg in Linux war nie so einfach:<br />

Mit OpenSuse 11.3 erhalten Sie eine aktuelle<br />

<strong>und</strong> leicht zu installierende Version<br />

des freien Betriebssystems – <strong>und</strong> mit<br />

diesem Buch auf 180 Seiten alles, was<br />

Sie für die ersten Schritte benötigen.<br />

Aus dem Inhalt:<br />

• Installation von der Buch-DVD<br />

• Die grafi sche Oberfl äche von Linux<br />

• Sicher ins Internet mit Linux<br />

• Tipps zur Hardware-Einrichtung<br />

• Arbeiten mit der Kommandozeile<br />

• Hilfe bei der Linux-Community finden<br />

Der Autor: Hans-Georg Eßer arbeitet<br />

seit Mitte der 90er Jahre mit Linux. Er<br />

hat 2000 die Zeitschrift LinuxUser <strong>und</strong><br />

2003 das Einsteigermagazin <strong>EasyLinux</strong><br />

gegründet. <strong>EasyLinux</strong> betreut er noch<br />

heute als Chefredakteur.<br />

Jetzt bestellen:<br />

Shop: http://shop.linuxnewmedia.de/Buch (versandkostenfrei als Print-Version)<br />

Telefon: +49 (89) 993 41 - 0 • Fax: +49 (89) 993 41 - 199 • E-mail: order@linuxnewmedia.de<br />

Inhalt, Probekapitel, Kauf der PDF-Version: www.easylinux.de/opensuse-buch


Workshop<br />

Funktionen in Calc<br />

Rechnen mit OpenOffice-Calc-Funktionen<br />

Number Crunching<br />

Hans-Georg Eßer<br />

Lange Kolonnen von Euro-Beträgen wollen summiert<br />

werden, eine Liste mit Prüfungsnoten wird aussagekräftiger,<br />

wenn eine Durchschnittsnote <strong>und</strong> die Verteilung<br />

der Noten sichtbar werden. Beides ist mit Open-<br />

Office Calc kein Problem.<br />

In der letzten Ausgabe haben wir die<br />

Gr<strong>und</strong>funktionen der Tabellenkalkulation<br />

OpenOffice Calc vorgestellt [1] – da ging<br />

es ums Ausfüllen der Tabellenzellen, kleine<br />

Formatierungen <strong>und</strong> ganz einfache Formeln,<br />

mit denen Sie z. B. die Summe zweier Zellen<br />

berechnen können. Was für OpenOffice [2]<br />

gilt, können Sie übrigens auch direkt im<br />

neuen LibreOffice [3] nutzen: Das neue Officepaket,<br />

das u. a. die neue OpenSuse-Version<br />

11.4 ausliefert, hat nur einen neuen Namen<br />

(<strong>und</strong> eine andere Struktur, was Verwaltung<br />

<strong>und</strong> Entwicklung angeht), die Features<br />

sind aber die gleichen geblieben.<br />

In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf<br />

Funktionen, mit denen Sie komplexere Berechnungen<br />

erledigen können. Wir fangen<br />

mit den einfachsten Funktionen zum Addieren<br />

<strong>und</strong> Mittelwertbilden an <strong>und</strong> arbeiten<br />

uns dann zu den anspruchsvolleren Aufgaben<br />

vor.<br />

Summe <strong>und</strong> Durchschnitt<br />

Für die folgenden Beispiele gehen wir davon<br />

aus, dass Sie ein Tabellendokument in Calc<br />

erstellt <strong>und</strong> darin die erste Spalte A mit Werten<br />

gefüllt haben.<br />

Setzen Sie nun mit der Maus den Cursor in<br />

das leere Feld unter all den Werten <strong>und</strong> geben<br />

Sie dort zunächst =SUMME( – mit einem<br />

Gleichheitszeichen am Anfang <strong>und</strong> einer geöffneten<br />

Klammer am Ende – ein. Dann klicken<br />

Sie mit der Maus in die erste Zelle mit<br />

Inhalt, halten die Maustaste gedrückt <strong>und</strong> ziehen<br />

die Maus in die letzte Inhaltszelle. Jetzt<br />

ist der ganze Wertebereich markiert. Lassen<br />

Sie die Maus los, landet in der aktuellen Zelle<br />

hinter =SUMME( ein Ausdruck der Form<br />

A1:A20. Geben Sie noch eine schließende<br />

Klammer ein, so dass in der Zelle nun<br />

=SUMME(A1:A20) steht. Drücken Sie die<br />

Eingabetaste, verschwindet diese Formel, <strong>und</strong><br />

stattdessen erscheint dort die Summe der vorher<br />

ausgewählten Werte.<br />

Das geht sogar noch einfacher, denn Calc ist<br />

auf das Berechnen von Summen als häufigste<br />

Anwendung vorbereitet: Löschen Sie die<br />

Summenzelle wieder, indem Sie dort hineinklicken<br />

<strong>und</strong> [Rückschritt] drücken. Platzieren<br />

Sie den Cursor erneut in dieser Zelle <strong>und</strong><br />

klicken Sie in der Symbolleiste auf das Icon<br />

mit dem griechischen Sigma – das ist in der<br />

Mathematik das Standardsymbol für Summenberechnungen.<br />

Das Ergebnis ist dasselbe:<br />

In der Zelle unter der Wertespalte erscheint<br />

die Summe.<br />

Der Trick mit dem Summen-Icon funktioniert<br />

allerdings nicht, wenn sich eine leere Zelle im<br />

aufzuaddierenden Bereich befindet; dann geht<br />

die Summe nur bis zur letzten Zelle vor diesem<br />

leeren Feld. Wollen Sie über einen derart<br />

unterbrochenen Bereich summieren, können<br />

Sie trotzdem das Summensymbol verwenden:<br />

Markieren Sie zunächst mit der Maus den<br />

ganzen Bereich <strong>und</strong> klicken Sie dann auf das<br />

Icon – danach erscheint wieder unter den<br />

Werten die Summe.<br />

Außer der Summe ist oft auch der Mittelwert<br />

interessant. Um diesen für eine ganze Spalte<br />

zu berechnen, gehen Sie wie oben für die<br />

© MIR, Fotolia<br />

76 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


Funktionen in Calc<br />

Workshop<br />

Abb. 1: Mittelwerte berücksichtigen<br />

leere Zellen nicht. Es ist also nicht egal,<br />

ob eine Zelle leer ist oder den Wert 0<br />

enthält.<br />

Summe beschrieben vor, verwenden aber als<br />

Berechnungsfunktion nicht SUMME(), sondern<br />

MITTELWERT(). Beachten Sie hier, dass<br />

diese Funktion zwischen leeren Zellen <strong>und</strong><br />

solchen, in denen der Wert 0 steht, unterscheidet:<br />

Der Mittelwert von 2, 0 <strong>und</strong> 4 ist<br />

(2+0+4)/ 3 = 2, während der Mittelwert von<br />

2 <strong>und</strong> 4 <strong>und</strong> einer leeren Zelle als (2+4)/ 2 =<br />

3 berechnet wird (Abbildung 1).<br />

Wollen Sie bei der Durchschnittsbildung leere<br />

Zellen als 0 interpretieren, berechnen Sie<br />

stattdessen die Summe <strong>und</strong> teilen durch die<br />

Anzahl der Zellen; die passende Formel für<br />

das Beispiel wäre dann =SUMME(C2:C4) / 3.<br />

Achten Sie bei der Formeleingabe immer darauf,<br />

dass am Anfang ein Gleichheitszeichen<br />

steht – wenn Sie dieses Zeichen weglassen,<br />

interpretiert Calc den eingegebenen Text nicht<br />

als Formel, sondern zeigt ihn als normalen<br />

Text an.<br />

Klausurnoten<br />

Wir wollen nun ein komplexeres<br />

Beispiel betrachten. Das Szenario<br />

dafür ist eine Klausur, die<br />

zehn Schüler oder Studenten geschrieben<br />

haben; es gab vier<br />

Aufgaben, <strong>und</strong> die Tabelle soll<br />

die erreichten Punkte aller Klausurteilnehmer<br />

in allen Aufgaben,<br />

die Gesamtpunkte absolut <strong>und</strong><br />

in Prozent sowie die vergebenen<br />

Noten enthalten. Um die Berechnung<br />

übersichtlich zu halten,<br />

werden nur die einfachen Schulnoten<br />

von 1 (sehr gut) bis 5<br />

(mangelhaft) vergeben; es gibt<br />

keine Zwischennoten (1,3 etc.)<br />

<strong>und</strong> keine 6.<br />

Der Bewertungsschlüssel soll für<br />

dieses Beispiel so gestaltet sein,<br />

dass der Prüfling ab 90 % der erreichten<br />

Punkte eine 1 erhält, ab<br />

Abb. 2: Das ist das Ziel: Die Tabelle berechnet aus den eingegebenen<br />

punkten in den Teilaufgaben automatisch die Gesamtpunkte<br />

<strong>und</strong> die Note.<br />

80 % eine 2, ab 65 % eine 3 <strong>und</strong> ab 50 % eine<br />

4, bei weniger als 50 % eine 5.<br />

Das Ergebnis, auf das wir zusteuern, ist die in<br />

Abbildung 2 dargestellte Notentabelle.<br />

In einem ersten Schritt geben Sie die Namen<br />

der Teilnehmer <strong>und</strong> die erreichten Punkte in<br />

den Aufgaben ein – also alles, was in den Zellen<br />

zwischen A1 <strong>und</strong> E13 steht. Tragen Sie in<br />

Zeile 15 außerdem die maximal erreichbaren<br />

Punkte für jede Aufgabe ein.<br />

Anschließend berechnen Sie für jeden Prüfling<br />

die Gesamtpunkte. Die Summenformel<br />

erzeugen Sie dabei nur einmal für den ersten<br />

Schüler (im Beispiel Anton); klicken Sie in<br />

Zelle F4 <strong>und</strong> dann auf das Summen-Icon in<br />

der Symbolleiste: Calc schlägt dann automatisch<br />

die korrekte Formel =SUMME(B4:E4)<br />

vor. Um diese Formel automatisch für alle anderen<br />

Teilnehmer zu übernehmen, klicken Sie<br />

in die Zelle mit der Summe. Die schwarze<br />

Umrandung (welche die ausgewählte Zelle<br />

hervorhebt) hat am unteren rechten Rand ein<br />

kleines schwarzes Quadrat. Fassen Sie es mit<br />

der Maus an <strong>und</strong> ziehen Sie dann mit gedrückter<br />

Maustaste den Mauszeiger bis in die<br />

letzte Summenzelle (F13). Sobald Sie die<br />

Maustaste loslassen, erscheinen automatisch<br />

die korrekten Summen: Calc vermutet ganz<br />

richtig beim Kopieren einer Formel, dass Sie<br />

nicht in jeder Zelle denselben Wert (die<br />

Summe aus Zeile 4) sehen möchten, sondern<br />

die jeweiligen Zeileninhalte aufsummieren<br />

wollen. Die Summe der Maximalpunkte (F15)<br />

erstellen Sie auf gewohntem Weg (Klick in die<br />

Zelle <strong>und</strong> auf das Summen-Icon).<br />

Im Beispiel haben wir auch halbe Punkte vergeben,<br />

dadurch wirken die Punktlisten etwas<br />

unordentlich, weil z. B. 8 <strong>und</strong> 8,5 nicht einheitlich<br />

ausgerichtet sind. Das Problem ist<br />

schnell behoben, indem alle Zahlen einheitlich<br />

mit einer Nachkommastelle (also 8 als<br />

8,0) erscheinen. Markieren Sie dazu die Zellen<br />

mit Punktwerten (B4–F15) <strong>und</strong> klicken Sie<br />

mit rechts in eine der markierten Zellen. Aus<br />

dem Kontextmenü wählen Sie dann Zellen<br />

formatieren. Auf dem Reiter Zahlen wählen<br />

Sie unter Kategorie zunächst die Zahl <strong>und</strong><br />

dann rechts daneben die Variante -1234,1 –<br />

das steht für Zahlen mit einer Nachkommastelle.<br />

Unten links im Feld Format-Code erscheint<br />

dann der Eintrag 0,0. Möchten Sie<br />

eine nicht vorgesehene Variante (wie etwa<br />

drei Nachkommastellen) erreichen, geben Sie<br />

dort direkt z. B. 0,000 ein.<br />

Weiter geht es mit der Umrechung in Prozentwerte:<br />

Um eine Gesamtpunktzahl in Prozente<br />

umzurechnen, müssen Sie diesen Wert<br />

durch die maximal erreichbaren Punkte teilen<br />

– die stehen in der Zelle F15. Für den ersten<br />

Eintrag (von Anton) gehört darum in<br />

Zelle G4 die Formel =F4/F15 – das würde<br />

funktionieren, die übrigen Einträge in der<br />

Spalte müssten dann =F5/F15, =F6/F15<br />

usw. lauten. Wenn Sie so vorgehen, funktioniert<br />

aber das automatische Kopieren der<br />

Formel nicht; Calc würde dann in weiter unten<br />

liegen Zellen auch F15 anpassen <strong>und</strong><br />

nach unten schieben, also durch F16, F17<br />

usw. teilen, was falsch ist. Sie können in der<br />

Formel aber angeben, dass F15 eine feste<br />

Adresse ist, die sich nicht verschieben soll:<br />

Dazu schreiben Sie $F$15 statt F15, setzen<br />

also jeweils ein Dollarzeichen vor die Zeilen<strong>und</strong><br />

Spaltenangaben.<br />

Haben Sie in Zelle G4 die nun gef<strong>und</strong>ene Formel<br />

=F4/$F$15 eingetragen, können Sie diese<br />

Zelle mit dem weiter oben beschriebenen<br />

Trick automatisch in<br />

die Zellen G5 bis G13 kopieren.<br />

Allerdings sehen Sie noch keine<br />

Prozentwerte, sondern Dezimalzahlen,<br />

die kleiner als 1 sind<br />

(etwa: 0,921). Das liegt daran,<br />

dass die Zellen noch als normale<br />

Zahlen formatiert sind. Markieren<br />

Sie darum die Zellen G4–G13,<br />

rufen Sie über das Kontextmenü<br />

wieder Zellen formatieren auf<br />

<strong>und</strong> wählen Sie diesmal unter Kategorie<br />

den Eintrag Prozent. Varianten<br />

ganz ohne <strong>und</strong> mit zwei<br />

Nachkommastellen gibt es bereits;<br />

wählen Sie z. B. die Variante<br />

-12,95% aus, erscheint unten<br />

der Format-Code 0,00%.<br />

Wenn Sie daraus noch eine der<br />

beiden Nullen hinter dem Komma<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

77


Workshop<br />

Funktionen in Calc<br />

zweite Argument ein, ansonsten nimmt es<br />

das dritte.<br />

Für die erste Notenzeile (Zeile 4) sieht die<br />

passende Formel so aus:<br />

=WENN(G4 >= $K$4; 1; 2)<br />

Abb. 3: prozentangaben können sie in Calc als solche formatieren.<br />

entfernen, erreichen Sie die Darstellung aus<br />

Abbildung 2 mit nur einer Nachkommastelle<br />

(Abbildung 3).<br />

Von Prozenten zu Noten<br />

Jetzt fehlt nur noch ein Schritt: die Bestimmung<br />

der Noten aus den Prozentwerten. Prinzipiell<br />

könnten Sie versuchen, eine Funktion<br />

zu bestimmen, die Prozentwerte direkt in Noten<br />

umwandelt. Ein mathematischer Ausdruck<br />

der Form (100-Prozent)/ 10 geht in die<br />

richtige Richtung, z. B. ergibt sich für 90 %:<br />

(100-90)/ 10 = 10/ 10 = 1 <strong>und</strong> für 50 %: (100-<br />

50)/ 10 = 50/ 10 = 5; mit etwas Finetuning<br />

<strong>und</strong> der Funktion RUNDEN(), die Zahlen auf<br />

ganze Zahlen auf- <strong>und</strong> abr<strong>und</strong>et, könnten Sie<br />

so eine „lineare“ Notenberechnung erreichen.<br />

Damit wäre es aber nicht möglich, die Grenzwerte,<br />

ab denen Sie eine bestimmte Note vergeben,<br />

individuell anzupassen.<br />

Wir gehen darum für dieses Beispiel einen anderen<br />

Weg <strong>und</strong> legen zunächst eine Bewertungsskala<br />

an, die Abbildung 2 in den Zellen<br />

K4–K7 zeigt: Dort stehen die Prozentwerte, ab<br />

denen die nebenstehende Note vergeben werden<br />

soll. Möchten Sie auch Zwischennoten (1,<br />

1,3, 1,7, 2, 2,3, …) vergeben, gestalten Sie<br />

diese Auflistung ausführlicher.<br />

In die Zellen K4–K7 tragen Sie die für die<br />

Schulnoten 1 bis 4 nötigen Prozentzahlen ein;<br />

wir haben im Beispiel in die Spalte J auch die<br />

Noten eingefügt, das dient aber nur der Übersichtlichkeit.<br />

Zur automatischen Notenbestimmung ist nun<br />

eine Fallunterscheidung nötig: Spalte H soll<br />

die Noten aufnehmen, <strong>und</strong> die Berechnungsvorschrift<br />

wäre in normaler Sprache: „Wenn<br />

in Spalte G ein Prozentwert von mindestens<br />

90 % steht, dann trage in H eine 1 ein; stehen<br />

dort mindestens 80 %, dann trage eine 2 ein,<br />

usw.“<br />

Von Fall zu Fall<br />

Nehmen wir zunächst an, dass es nur die<br />

beiden Noten 1 <strong>und</strong> 2 gibt, dann können wir<br />

die Aufgabe mit der WENN()-Funktion von<br />

Calc lösen: Diese erwartet als erstes Argument<br />

eine Bedingung <strong>und</strong> als zweites <strong>und</strong><br />

drittes Argument je einen Wert. Ist die Bedingung<br />

erfüllt (wahr), dann trägt Calc das<br />

Abb. 4: Der „Entscheidungsbaum“ für<br />

die Noten 1, 2 <strong>und</strong> 3 besteht aus zwei geschachtelten<br />

Fallunterscheidungen.<br />

Beachten Sie, dass wir hier wieder die Zelle<br />

K4 (in der die 90 % stehen) absolut adressieren,<br />

indem jeweils ein Dollarzeichen vor dem<br />

K <strong>und</strong> vor der 4 steht: Die Adressangabe soll<br />

sich nicht ändern, wenn wir die Formel später<br />

in die übrigen Zellen in Spalte H kopieren.<br />

Der Bezug auf Zelle G4 ist hingegen „normal“<br />

(ohne Dollarzeichen): Beim Kopieren in die<br />

darunter liegenden Zellen soll daraus später<br />

G5, G6, G7 usw. werden.<br />

Die Bedingung G4 >= $K$4 vergleicht den<br />

Inhalt der Zelle G4 mit dem von K4 – in G4<br />

steht der Prozentwert für Teilnehmer Anton<br />

(92,1 %), in K4 steht die untere Schranke für<br />

die Note 1 (90 %). Da 92,1 % größer als 90 %<br />

ist, ist diese Bedingung erfüllt: >= ist in<br />

Calc-Notation der richtige Code für „größer<br />

oder gleich“.<br />

Um im nächsten Schritt die Note 3 in die Formel<br />

aufzunehmen, ist eine so genannte „geschachtelte<br />

Fallunterscheidung“ nötig: Der<br />

Anfang bleibt gleich („wenn mindestens<br />

90 %, dann 1“), der alternative Fall („weniger<br />

als 90 %“) wird etwas komplexer. Abbildung<br />

4 zeigt den „Entscheidungsbaum“, der sich<br />

ergibt, wenn drei Noten möglich sind.<br />

Die geschachtelte WENN()-Formel sieht in<br />

Calc nun so aus:<br />

=WENN(G4>=$K$4;1;WENN(G4>=$K$5;2U<br />

;3))<br />

Programmierer würden diesen Ausdruck zur<br />

besseren Übersicht in mehrere Zeilen schreiben,<br />

das sähe dann so aus:<br />

=WENN(<br />

G4 >= $K$4 ;<br />

1 ;<br />

WENN(<br />

G4 >= $K$5 ;<br />

2 ;<br />

3<br />

)<br />

)<br />

Dabei stehen dann für jeden Aufruf der<br />

WENN()-Funktion die drei Argumente in separaten<br />

Zeilen bzw. Blöcken von Zeilen. Calc<br />

erwartet aber die durchgehende Eingabe in einer<br />

einzigen Zeile.<br />

Die Schachtelung müssen Sie nun noch zweimal<br />

erweitern, um auch die Noten 4 <strong>und</strong> 5<br />

finden zu können. Das führt schließlich zu<br />

folgender Formel:<br />

78 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


Funktionen in Calc<br />

Workshop<br />

=WENN(G4>=$K$4;1;WENN(G4>=$K$5;2U<br />

;WENN(G4>=$K$6;3;WENN(G4>=$K$7;4U<br />

;5))))<br />

Sie tragen sie in Zelle H4 ein. Der Rest ist wieder<br />

wie gehabt: Kopieren Sie durch Anfassen<br />

der Zellumrandung am kleinen schwarzen<br />

Quadrat <strong>und</strong> anschließendes Ziehen der Maus<br />

diese Formel in die Zellen H5–H13. Danach<br />

stehen in der Spalte H alle Noten: Sie haben<br />

nun die Vorgabe aus Abbildung 1 erreicht.<br />

Notenübersicht<br />

Als Ergänzung soll nun noch eine Übersicht<br />

entstehen, aus der Sie schnell ablesen können,<br />

wie viele Einser, Zweier etc. es in der<br />

Prüfung gibt. Bei nur zehn Prüflingen könnte<br />

man das schnell von Hand machen, für eine<br />

größere Zahl von Teilnehmern ist es aber<br />

sinnvoller, automatisch zu zählen. Wir nutzen<br />

dazu eine weitere Calc-Funktion, die in<br />

einem Zellbereich z. B. die Anzahl der 1-Werte<br />

zählen kann: Sie heißt ZÄHLENWENN(). Tragen<br />

Sie in Zelle L4 die folgende Formel ein:<br />

=ZÄHLENWENN($H$4:$H$13; 1)<br />

Sie schaut in die Zellen H4–H13 <strong>und</strong> zählt,<br />

wie oft dort der Wert 1 steht; diese Anzahl<br />

landet dann in der Formelzelle. Im Beispiel<br />

gibt es drei Einser, also ergibt sich der Wert 3.<br />

Den Zellbereich haben wir in der Formel wiederum<br />

nicht in der relativen Form (H4:H13),<br />

sondern in der absoluten Form ($H$4:$H$13)<br />

angegeben, damit sich beim späteren Kopieren<br />

der Formel die Werte nicht ändern.<br />

Wir nutzen nun noch die Tatsache aus, dass<br />

wir in Spalte J die Noten 1–5 eingetragen haben:<br />

Da in Zelle J4 die 1 steht, können wir die<br />

Formel auch so schreiben:<br />

=ZÄHLENWENN($H$4:$H$13; J4)<br />

Jetzt können wir die Formel auch in die Zellen<br />

L5–L8 kopieren <strong>und</strong> erhalten damit die gesuchte<br />

Übersicht.<br />

Markieren Sie zunächst die fünf Noten<br />

1<br />

(Zellen J4–J8) <strong>und</strong> dann mit gedrückter<br />

Strg-Taste zusätzlich die fünf Anzahlzellen<br />

(L4–L8) – es sind jetzt also zehn Zellen<br />

markiert, die nicht direkt zusammenhängen,<br />

weil sich dazwischen noch die Prozentspalte<br />

befindet.<br />

Rufen Sie den Menüpunkt Einfügen / Diagramm<br />

auf <strong>und</strong> entscheiden Sie sich unter<br />

2<br />

Diagrammtyp für die Säulen – diese Option<br />

ist auch voreingestellt. Klicken Sie auf<br />

Weiter.<br />

Jetzt geht es um die Frage, wie die markierten<br />

Werte zu interpretieren sind. Wäh-<br />

3<br />

len Sie die Option Datenreihen in Spalten<br />

Abb. 5: Das eingefügte Diagramm zeigt die Verteilung der Noten auch grafisch an.<br />

<strong>und</strong> setzen Sie ein Häkchen vor Erste Spalte<br />

als Beschriftung. Im Hintergr<strong>und</strong> sehen Sie<br />

bereits eine <strong>Vorschau</strong> des Diagramms mit<br />

fünf Säulen. Klicken Sie auf Fertig stellen.<br />

Das frisch eingefügte Diagramm können Sie<br />

jetzt noch verkleinern <strong>und</strong> an eine geeignetere<br />

Position verschieben. Abbildung 5 zeigt<br />

das Ergebnis. Wenn Sie das Diagramm per<br />

Doppelklick auswählen, zeigt Calc auch die<br />

Zellen an, welche die verwendeten Daten<br />

enthalten: Sie erkennen das an den blauen<br />

Umrandungen der Zellbereiche J4–J8 <strong>und</strong><br />

L4–L8.<br />

Anpassungsfähig<br />

Damit ist die Arbeit an der Notentabelle abgeschlossen.<br />

Durch zwei Tricks, die wir angewandt<br />

haben, ist sie auch für größere Notenlisten<br />

geeignet: Wenn Sie zusätzliche Bewertungen<br />

vor (!) Zeile 13 einfügen, ist nur<br />

ein Anpassungsschritt nötig: Markieren Sie<br />

in einer der „vollständigen“ Zeilen die Zellen,<br />

in denen Summe, Prozentwert <strong>und</strong> Note<br />

stehen, <strong>und</strong> kopieren Sie diese auf die neuen<br />

Zeilen. Alle Berechnungen, einschließlich<br />

der Notenverteilung, passen sich dann automatisch<br />

an. Es ist nur wichtig, dass Sie die<br />

zusätzlichen Zeilen nicht am Ende, sondern<br />

„mittendrin“ einfügen. Stehen die Schülernamen<br />

nach diesem Schritt in falscher Reihenfolge,<br />

können Sie den ganzen Block mit den<br />

Daten <strong>und</strong> Berechnungen (also die relevanten<br />

Zeilen in den Spalten A–H) markieren<br />

<strong>und</strong> über den Menüpunkt Daten / Sortieren<br />

nach Spalte A alphabetisch sortieren. Durch<br />

das Einfügen zusätzlicher Zeilen verzerrt<br />

sich eventuell die Darstellung des Diagramms;<br />

wenn das passiert, markieren Sie<br />

das Diagramm <strong>und</strong> ziehen es über einen der<br />

Anfasser am Rand wieder auf die richtige<br />

Höhe.<br />

Viel mehr Funktionen<br />

Der Einstieg in die Arbeit mit Funktionen in<br />

Calc ist leicht. Das Programm hat aber noch<br />

viel mehr als einfache Summen, Durchschnittswerte<br />

<strong>und</strong> Fallunterscheidungen zu<br />

bieten. Über den Menüpunkt Einfügen /<br />

Funktionsliste können Sie am rechten Rand<br />

eine Liste der verfügbaren Funktionen einblenden<br />

– klicken Sie eine der Funktionen<br />

an, erscheint unten im Fenster eine minimale<br />

Beschreibung. Ohne vorherige Erfahrungen<br />

mit der jeweiligen Funktion ist das aber selten<br />

ausreichend. In der Onlinehilfe, die Sie<br />

über [F1] erreichen, erhalten Sie eine ausführlichere<br />

Beschreibung, indem Sie den<br />

Funktionsnamen (z. B. SUMME) in den Suchdialog<br />

eingeben. Damit lässt sich schon mehr<br />

anfangen. (hge)<br />

n<br />

Infos<br />

[1] Hans-Georg Eßer, „Zeilen <strong>und</strong><br />

Spalten – Einstieg in OpenOffice<br />

Calc“, <strong>EasyLinux</strong> 01/ 2011, S. 76 ff.,<br />

http:// www. linux‐community. de/<br />

artikel/ 21767 (http:// ezlx. de/ b2r1)<br />

[2] OpenOffice: http:// de. openoffice. org/<br />

(http:// ezlx. de/ b2r2)<br />

[3] LibreOffice: http:// de. libreoffice. org/<br />

(http:// ezlx. de/ b2r3)<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

79


Tipps & Tricks<br />

KDE-Tipps<br />

Tipps & Tricks zu KDE<br />

Besser arbeiten mit KDE<br />

Hans-Georg Eßer<br />

Programme, Tools, schickes Look & Feel – das alles <strong>und</strong> noch mehr bietet KDE seinen Benutzern.<br />

Bei dieser Vielfalt fällt es oft schwer, die passenden Optionen <strong>und</strong> Schalter zu finden.<br />

Die KDE-Tipps schaffen Abhilfe <strong>und</strong> verraten dieses Mal unter anderem, wie Sie das<br />

Fenster-Handling optimieren <strong>und</strong> Skripte per Mausklick ausführen.<br />

Filter für die Fensterleiste<br />

01<br />

sorgen für Überblick<br />

Die KDE-Leiste enthält in der Mitte einen Bereich,<br />

in dem sie die geöffneten Fenster anzeigt.<br />

Gibt es sehr viele Fenster, wird es da<br />

unten schnell unübersichtlich. Sie verschaffen<br />

sich einen besseren Überblick, indem Sie nur<br />

die Fenster der aktuellen Arbeistfläche anzeigen<br />

lassen. Das erreichen Sie über das Einrichtungsmenü<br />

der Fensterleiste.<br />

Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine<br />

freie Stelle der Leiste <strong>und</strong> wählen Sie Einstellungen<br />

für „Fensterleiste“ aus dem aufklappenden<br />

Kontextmenü. Im folgenden Dialog<br />

setzen Sie im Abschnitt Allgemein ein Häkchen<br />

bei der Option Filter / Nur Fenster der<br />

aktuellen Arbeitsfläche anzeigen. Mit einem<br />

Klick auf OK übernehmen Sie die Einstellungen<br />

<strong>und</strong> haben gleich eine viel aufgeräumtere<br />

Fensterleiste.<br />

Fensterleiste: Mehr Platz<br />

02<br />

durch Gruppieren<br />

Noch übersichtlicher wird die Fensterleiste,<br />

wenn Sie KDE anweisen, die Fenster zu gruppieren.<br />

Dann blendet die Desktopumgebung<br />

beispielsweise für drei geöffnete Firefox-Fenster<br />

nur eine Schaltfläche ein. Hinter dem Namen<br />

des Programms erscheint in Klammern<br />

die Zahl der geöffneten<br />

Fenster. Sobald Sie auf<br />

eine solche Schaltfläche<br />

klicken, klappt eine Liste<br />

mit allen Fenstern dieses<br />

Programms aus, über die<br />

Sie das gewünschte per<br />

Mausklick in den Vordergr<strong>und</strong><br />

holen.<br />

Die Gruppierung aktivieren<br />

Sie im Einrichtungsdialog<br />

der Fensterleiste,<br />

den Sie über ihr Kontextmenü<br />

erreichen. Unter<br />

Allgemein wählen Sie aus<br />

der Drop-down-Box Gruppieren<br />

die Option Nach<br />

Programmname.<br />

Abb. 1: im Einrichtungsdialog der Fensterleiste stellen sie<br />

ein, dass kDE programmfenster nur gruppiert, wenn es in<br />

der Fensterleiste eng wird.<br />

Gruppieren nur bei<br />

03<br />

voller Fensterleiste<br />

Noch cleverer ist es, KDE anzuweisen, die<br />

Fenster eines Programms nur dann zu gruppieren,<br />

wenn die Fensterleiste voll ist. Mit dieser<br />

Einstellung haben Sie bei nur wenigen geöffneten<br />

Fenstern alle im Blick; wird es eng,<br />

fasst KDE zusammengehörende Fenster zu einer<br />

Gruppe zusammen. Das erreichen Sie, indem<br />

Sie im Bereich Allgemein des Fensterleisten-Einrichtungsdialogs<br />

die Option Nur bei<br />

voller Fensterleiste aktivieren (Abbildung 1).<br />

Unter OpenSuse 11.4 sind beide Tipps schon<br />

in der Voreinstellung umgesetzt.<br />

Klassisches KDE-Menü<br />

04<br />

entschlacken<br />

Arbeiten Sie nicht mit dem neuen KDE-4-<br />

Menü, sondern dem klassischen K-Menü, das<br />

z. B. Mandriva Linux standardmäßig verwendet,<br />

ärgern Sie sich vielleicht auch darüber,<br />

wie viel Platz einzelne Einträge<br />

beanspruchen, die Sie jedoch nie benötigen.<br />

So verwenden einige Nutzer<br />

etwa die Liste der zuletzt gestarteten Programme<br />

nicht oder öffnen Dokumente niemals<br />

über der Verlauf-Eintrag im Menü.<br />

Diese unerwünschten Einträge lassen sich<br />

leicht entfernen: Klicken Sie das Menü-Icon<br />

mit der rechten Maustaste an <strong>und</strong> wählen Sie<br />

Einstellungen für „K-Menü (traditionell)“ aus<br />

dem Kontextmenü. Im fogenden Dialog ent-<br />

80<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


KDE-Tipps<br />

Tipps & Tricks<br />

Abb. 2: im Einrichtungsdialog des k-Menüs können sie<br />

einzelne Einträge wie die Favoriten ausblenden.<br />

fernen Sie im Abschnitt Ansicht die Häkchen<br />

vor allen Menüeinträgen, die Sie nicht benötigen<br />

(Abbildung 2). Über OK speichern Sie die<br />

Änderungen, <strong>und</strong> das Menü präsentiert sich<br />

aufgeräumt <strong>und</strong> platzsparend.<br />

Fassungsvermögen des<br />

05<br />

Mülleimers anpassen<br />

Standardmäßig darf der Inhalt des Mülleimers<br />

unter KDE 10 % der Partitionsgröße einnehmen.<br />

Bei aktuellen Festplatten reserviert KDE<br />

dann schnell einmal mehrere GByte für Abfall,<br />

bevor es den Anwender warnt, dass der Müll<br />

langsam überläuft. Mit wenigen Mausklicks<br />

reduzieren Sie die Maximalgröße für Dateiabfall:<br />

Klicken Sie den Mülleimer mit der rechten<br />

Maustaste an <strong>und</strong> wählen Sie Configure Trash<br />

Bin aus dem Kontextmenü. Im<br />

folgenden Dialog tragen Sie im<br />

Feld Maximalgröße ein, wie viel<br />

Prozent der Partitionsgröße weggeworfene<br />

Dateien belegen dürfen.<br />

Haben Sie Linux mehrere<br />

100 GByte Platz eingeräumt,<br />

reicht normalerweise 1 %.<br />

Über die Option Wenn die Maximalgröße<br />

erreicht ist direkt darunter<br />

legen Sie fest, was KDE in diesem<br />

Fall tut. Standardmäßig erscheint<br />

eine Warnung. Sie können<br />

die Desktopumgebung aber auch<br />

anweisen, automatisch die ältesten<br />

Dateien oder die größten Brocken<br />

im Mülleimer zu löschen.<br />

Termine für die<br />

06<br />

Müllabfuhr<br />

Gehören Sie auch zu den Nutzern,<br />

die Dateien nach dem Motto<br />

„aus den Augen, aus dem Sinn“<br />

löschen <strong>und</strong> nicht regelmäßig<br />

den Desktopmülleimer leeren?<br />

Dann dürfte Ihnen die Option gefallen,<br />

mit der Sie KDE anweisen,<br />

Dateien eines bestimmten Alters<br />

automatisch zu löschen – der Da-<br />

teimüll fängt zwar nicht an<br />

zu stinken, belegt aber nach<br />

gewisser Zeit unnötig viel<br />

Plattenplatz.<br />

Damit sich KDE regelmäßig<br />

um die Müllabfuhr kümmert,<br />

öffnen Sie über das<br />

Kontextmenü des Mülleimers<br />

seinen Einrichtungsdialog.<br />

Setzen Sie dort ein<br />

Häkchen vor Dateien löschen,<br />

die älter sind als <strong>und</strong><br />

tragen Sie im Eingabefeld<br />

dahinter ein, wie lange Dateien im Mülleimer<br />

liegen dürfen, bis KDE sie automatisch entfernt.<br />

Der Standardwert 7 Tage ist ein wenig<br />

kurz – auf Dateien, die man jedoch einen Monat<br />

lang nicht vermisst hat, kann man in der<br />

Regel gefahrlos verzichten (Abbildung 3).<br />

Weiterhin Konqueror<br />

07<br />

als Dateimanager nutzen<br />

Mit KDE 4 kam auch der neue Dateimanager<br />

Dolphin auf den Desktop. Konqueror ist jedoch<br />

nach wie vor ein sehr guter Dateiverwalter,<br />

auf den viele Nutzer schon aus Gewohnheit<br />

nicht verzichten wollen. Ihn jedes Mal<br />

über ein Schnellstartfenster oder aus dem<br />

Menü zu starten, wenn man nur kurz ein paar<br />

Dateien kopieren will, ist jedoch umständlich.<br />

Abb. 3: Mit diesen Einstellungen löscht kDE automatisch Dateien,<br />

die länger als 30 Tage im Mülleimer liegen.<br />

Abb. 4: Über das „Ansicht“-Menü weisen sie konqueror an, außer<br />

dem Dateinamen auch die Dateigröße anzuzeigen.<br />

Mit einer kleinen Anpassung sorgen Sie dafür,<br />

dass sich auch bei einem Klick auf das Icon<br />

Persönlicher Ordner der Konqueror öffnet.<br />

Klicken Sie das Icon mit der rechten Maustaste<br />

an <strong>und</strong> wählen Sie Eigenschaften aus dem Kontextmenü.<br />

Wechseln Sie nun auf den Tab Programm.<br />

Ersetzen Sie die Zeile dolphin $HOME<br />

im Feld Befehl durch konqueror $HOME <strong>und</strong><br />

klicken Sie auf OK. Ab sofort öffnet sich bei einem<br />

Klick auf das Icon Persönlicher Ordner der<br />

Konqueror in Ihrem Home-Verzeichnis.<br />

Dateigröße in Konqueror<br />

08<br />

anzeigen<br />

In der Symbolansicht zeigt Konqueror bei Dateien<br />

<strong>und</strong> Ordnern nur deren Namen an.<br />

Möchten Sie zusätzlich die Dateigröße <strong>und</strong> die<br />

Anzahl der Dateien in Ordnern sehen, erreichen<br />

Sie das über das Ansicht-Menü. Klicken<br />

Sie auf dessen Eintrag Zusatzinformationen<br />

(oder Zusätzliche Informationen) <strong>und</strong> setzen<br />

Sie im ausklappenden Untermenü ein Häkchen<br />

vor Größe (Abbildung 4). Für den aktuellen<br />

Ordner merkt sich Konqueror die Einstellung<br />

<strong>und</strong> zeigt immer auch die Größe an.<br />

Konqueror: Dateigröße<br />

09<br />

dauerhaft anzeigen<br />

Finden Sie die Anzeige der Dateigröße in der<br />

Symbolansicht praktisch, möchten Sie diese<br />

wahrscheinlich für alle Ordner<br />

in einem Rutsch aktivieren.<br />

Dazu wählen Sie Ansicht / Ansicht<br />

anpassen <strong>und</strong> kontrollieren,<br />

ob unter Zusätzliche Informationen<br />

die Option Größe mit<br />

einem Häkchen markiert ist. Setzen<br />

Sie dann im Bereich Ansichtsmodus<br />

festlegen für ein<br />

Häkchen vor Alle Ordner (Abbildung<br />

5).<br />

10 Verschw<strong>und</strong>ene<br />

Menüleiste reaktivieren<br />

Ist auf einmal die Menüleiste bei<br />

einem KDE-Programm verschw<strong>und</strong>en,<br />

ist guter Rat teuer:<br />

Wieso ist das Ding überhaupt<br />

weg <strong>und</strong> wie bekommt man es<br />

wieder? Verschw<strong>und</strong>en ist die<br />

Leiste wahrscheinlich, weil Sie<br />

versehentlich die Tastenkombination<br />

[Strg-M] gedrückt haben.<br />

Das passiert leicht, wenn man<br />

beispielsweise mit [Strg-N] ein<br />

neues Dolphin- oder Konqueror-<br />

Fenster öffnen will. Zurück erhalten<br />

Sie die Menüleiste mit einem<br />

erneuten Drücken von [Strg-M].<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de 81


Tipps & Tricks<br />

KDE-Tipps<br />

Abb. 5: Mit der Option „alle Ordner“<br />

übernehmen sie die aktuelle Ansicht für<br />

alle Verzeichnisse.<br />

Alternativ können Sie auch mit der rechten<br />

Maustaste ins Programmfenster klicken <strong>und</strong><br />

aus dem Kontextmenü Menüleiste anzeigen<br />

wählen.<br />

Digikam: Schnell<br />

11<br />

zum Foto-Editor<br />

Digikam ist nicht nur eine mächtige Bildverwaltung,<br />

sondern bringt auch eine leistungsfähige<br />

Bildbearbeitung mit, mit der Sie unter<br />

anderem schnell rote Augen korrigieren <strong>und</strong><br />

Bilder schärfen können. Es gibt einen schnelleren<br />

Weg, Fotos zum Bearbeiten zu öffnen,<br />

als den über das Kontextmenü: Mit [F4] starten<br />

Sie die eingebaute Bildbearbeitung <strong>und</strong><br />

öffnen das aktuell markierte Foto.<br />

Digikam in ein anderes<br />

12<br />

Gewand kleiden<br />

Bei aktuellen Versionen von Digikam kann<br />

man der Programmoberfläche über das Einstellungen-Menü<br />

eine neue Optik zuweisen. Unter<br />

GloSSAr<br />

MIME-Type: Multipurpose Internet<br />

Mail Extensions (MIME) ist ursprünglich<br />

ein Standard, der dazu dient, Dateianhänge<br />

in E-Mails zu beschreiben.<br />

Auch Webserver geben vor der Übertragung<br />

einer zum Download angeforderten<br />

Datei ihren Typ über einen<br />

MIME-Type (im HTTP-Header Content-<br />

Type) an. Viele Webbrowser <strong>und</strong> andere<br />

Clients ordnen den MIME-Types<br />

passende Anwendungen zu, welche<br />

die jeweiligen Dokumente öffnen können<br />

– das klappt auch dann, wenn die<br />

Datei keine oder eine falsche Dateiendung<br />

hat. Eine Liste dieser MIME-Typen<br />

finden Sie unter Linux in der Datei<br />

/etc/ mime.types.<br />

Abb. 6: Über die „Designs“ im Digikam-Einstellungsmenü verändern sie das Aussehen<br />

der kDE-Fotoverwaltung.<br />

dem Eintrag Designs finden Sie gleich mehrere,<br />

welche die Oberfläche farblich verändern. So<br />

verpasst das Design Dessert dem Programm<br />

eine dunkle Oberfläche (Abbildung 6).<br />

Digikam: Schnell die besten<br />

13<br />

Bilder finden<br />

Digikam bietet die Möglichkeit, Fotos mit bis<br />

zu fünf Sternchen zu bewerten. Sobald Sie in<br />

der Albenansicht den Mauszeiger über ein<br />

Bild bewegen, erscheint dort die Sternchenleiste,<br />

<strong>und</strong> Sie können per Mausklick darauf<br />

eine Bewertung vergeben. Haben Sie sehr<br />

viele Fotos in mehreren Alben, ist es gar nicht<br />

so leicht, alle Fotos zu finden, die eine Fünf-<br />

Sterne-Bewertung erhalten haben. Hier hilft<br />

die Erweiterte Suche weiter, die Sie im Extras-<br />

Menü finden.<br />

Klicken Sie auf Bildeigenschaften <strong>und</strong> stellen<br />

Sie in den Drop-down-Boxen hinter Bewertung<br />

ein, welche Bilder Sie finden möchten. Soll die<br />

Suche nur Fotos mit fünf Sternen aufspüren,<br />

stellen Sie sowohl im ersten als auch im zweiten<br />

Feld fünf Sterne ein (Abbildung 7).<br />

Automatischer Cover-Download<br />

14<br />

in Amarok<br />

Der KDE-Audio-Player Amarok lädt auf<br />

Wunsch die zur Musiksammlung passenden<br />

Alben-Cover von Amazon herunter. Diese ermittelt<br />

er anhand der in den ID3-Tags gespeicherten<br />

Informationen zum Songtitel <strong>und</strong> zum<br />

Interpreten. Hat ein Stück keine ID3-Tags, verwendet<br />

Amarok auch den Dateinamen für die<br />

Suche nach einem passenden Cover. Haben<br />

Sie einen Flatrate-Tarif für den Internetzugang,<br />

können Sie Amarok auch anweisen, automatisch<br />

nach passenden Covers zu suchen.<br />

Öffnen Sie dazu über Einstellungen / Amarok<br />

einrichten den Konfigurationsdialog des Programms<br />

<strong>und</strong> gehen Sie dort zum Abschnitt<br />

Allgemein. Setzen Sie ein Häkchen vor die Option<br />

Album-Cover automatisch herunterladen.<br />

Amarok: Wiedergabe beim<br />

15<br />

nächsten Start fortsetzen<br />

Über den Einrichtungsdialog können Sie Amarok<br />

anweisen, beim Programmstart mit der<br />

Wiedergabe des Lieds fortzufahren, das er<br />

beim Beenden zuletzt gespielt hat. Sie finden<br />

die Option im Einrichtungsdialog im Abschnitt<br />

Wiedergabe. Aktivieren Sie dort die Option<br />

Wiedergabe beim Start fortsetzen.<br />

KWrite: Aktuelle Zeile<br />

16<br />

kopieren oder ausschneiden<br />

Der Texteditor KWrite bietet eine praktische<br />

Funktion, mit der man die aktuelle Zeile ausschneiden<br />

oder kopieren kann, ohne sie zuvor<br />

mit der Maus markieren zu müssen. Damit<br />

das klappt, starten Sie den Konfigurationsdialog<br />

über Einstellungen / Editor einrichten <strong>und</strong><br />

wechseln dort zum Abschnitt Bearbeitung.<br />

Setzen Sie auf dem Reiter Allgemein ein Häkchen<br />

vor Die aktuelle Zeile kopieren/ ausschneiden,<br />

wenn keine Markierung vorliegt.<br />

Ist nun nichts markiert, <strong>und</strong> Sie drücken [Strg-<br />

C] oder [Strg-X], wird automatisch die aktuelle<br />

Zeile kopiert bzw. ausgeschnitten.<br />

KWrite: Groß- <strong>und</strong> Kleinschreibung<br />

17<br />

schnell korrigieren<br />

Mit dem KDE-Texteditor beheben Sie Fehler<br />

bei der Groß- <strong>und</strong> Kleinschreibung im Handumdrehen<br />

per Tastenkombination. Haben Sie<br />

versehentlich etwas klein geschrieben, mar-<br />

82 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


KDE-Tipps<br />

Tipps & Tricks<br />

kieren Sie die Zeichen, die in Großbuchstaben<br />

erscheinen sollen <strong>und</strong> drücken [Strg-U] – fertig.<br />

Um großgeschriebene Zeichen in Kleinbuchstaben<br />

umzuwandeln, verwenden Sie die<br />

Tastenkombination [Strg-Umschalt-U].<br />

Zeilenumbrüche in<br />

18<br />

KWrite entfernen<br />

Möchten Sie aus einem Text Zeilenumbrüche<br />

entfernen <strong>und</strong> mehrere Zeilen zusammenziehen,<br />

müssen Sie dazu in KWrite nicht jeden<br />

Zeilenumbruch von Hand löschen. Viel einfacher<br />

<strong>und</strong> schneller kommen Sie ans Ziel, indem<br />

Sie den relevanten Textabschnitt markieren<br />

<strong>und</strong> [Strg-J] drücken.<br />

Navigationsbereich in<br />

19<br />

okular ausblenden<br />

Links im Navigationsbereich zeigt der KDE-<br />

Dokumentenbetrachter Okular eine Seitenvorschau<br />

<strong>und</strong> bietet Zugriff auf von Ihnen gesetzte<br />

Lesezeichen <strong>und</strong> Anmerkungen. Wenn<br />

Sie für die Betrachtung eines Dokuments die<br />

gesamte Fensterbreite nutzen wollen, blenden<br />

Sie den Navigationsbereich einfach mit einem<br />

Druck auf [F7] aus (<strong>und</strong> auch wieder ein).<br />

Hintergr<strong>und</strong>farbe der<br />

20<br />

Gwenview-Übersicht ändern<br />

Der KDE-Bildbetrachter Gwenview zeigt in<br />

der Thumbnail-Übersicht standardmäßig einen<br />

dunkelgrauen Hintergr<strong>und</strong> an. Wer eine<br />

andere Farbe bevorzugt, kann sie über den<br />

Optionsdialog auswählen. Öffnen Sie ihn über<br />

Einstellungen / Gwenview einrichten <strong>und</strong><br />

wechseln Sie dort zum Abschnitt Allgemein.<br />

Klicken Sie hinter Hintergr<strong>und</strong>farbe der Ansicht<br />

auf den grauen Button, um den Farbauswahldialog<br />

zu öffnen. Dort können Sie eine<br />

der voreingestellten Farben rechts oben auswählen<br />

oder sich eine eigene aus der Farbpalette<br />

links im Dialog aussuchen. Mit zwei<br />

Abb. 7: Mit diesen Einstellungen findet die erweiterte suche von Digikam nur Fotos, die<br />

sie mit fünf sternen bewertet haben.<br />

Klicks auf OK übernimmt der Gwenview-Hintergr<strong>und</strong><br />

Ihre Wunschfarbe.<br />

Skripte in Dolphin per<br />

21<br />

Mausklick starten<br />

Sie klicken im KDE-Dateimanager Dolphin auf<br />

ein Shell-Skript mit der Dateiendung .sh <strong>und</strong><br />

es passiert … nichts. Über das Kontextmenü<br />

können Sie es zwar in einem Editor zum Bearbeiten<br />

öffnen – eine Möglichkeit, es auszuführen,<br />

suchen Sie allerdings vergeblich. Schuld<br />

ist eine fehlende Dateizuordnung für Dateien<br />

des MIME-Type x-shellscript.<br />

Die rüsten Sie jedoch schnell selbst nach:<br />

Starten Sie dazu das KDE-Kontrollzentrum<br />

über ein mit [Alt-F2] geöffnetes Schnellstartfenster,<br />

in das Sie systemsettings eingeben.<br />

Wechseln Sie dort zum Tab Erweitert <strong>und</strong><br />

starten Sie das Modul Dateizuordnungen. Geben<br />

Sie in das Feld Suche den Begriff shell ein<br />

<strong>und</strong> markieren Sie in der Trefferliste den Eintrag<br />

application / x-shellscript.<br />

Die Einstellungen dieses Dateityps können Sie<br />

nun in der rechten Fensterhälfte bearbeiten.<br />

Klicken Sie im Abschnitt Rangfolge der zugeordneten<br />

Anwendungsprogramme auf die<br />

Schaltfläche Hinzufügen. Tragen Sie im folgenden<br />

Dialog /bin/ bash in die Eingabezeile<br />

ein <strong>und</strong> setzen Sie ein Häkchen vor der Option<br />

Im Terminal ausführen (Abbildung 8).<br />

Bei einem Klick auf OK aktualisiert KDE die<br />

Einstellungen, <strong>und</strong> die Bash (die Shell) erscheint<br />

als erstes Programm in der Liste der<br />

zugeordneten Anwendungen. Bei einem Klick<br />

auf ein Shell-Skript mit der Dateiendung<br />

.sh wird dieses künftig standardmäßig ausgeführt.<br />

Abb. 8: Dolphin kann auch<br />

shell-skripte ausführen.<br />

Abb. 9: in diesem Dialog legen sie fest, wie weit sie in<br />

der konsole zurückblättern können.<br />

Bildlauf der Konsole<br />

22<br />

vergrößern<br />

Im KDE-Terminal-Programm Konsole können<br />

Sie standardmäßig 1 000 Zeilen zurückscrollen.<br />

Ist Ihnen das zu wenig, erhöhen<br />

Sie die Zahl der gepufferten Zeilen<br />

einfach. Klicken Sie dazu auf Einstellungen<br />

/ Aktuelles Profil bearbeiten. Wechseln Sie<br />

nun auf den Reiter Bildlaufleiste <strong>und</strong> geben<br />

Sie hinter Feste Anzahl Zeilen die gewünschte<br />

Zahl ein (Abbildung 9). Alternativ<br />

aktivieren Sie die Option Unbegrenzte<br />

Verlaufsgröße direkt darunter. (hge) n<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

83


Tipps & Tricks<br />

Gnome-Tipps<br />

Tipps <strong>und</strong> Tricks zu Gnome<br />

Gnome-Tipps<br />

Heike Jurzik Gnome ist neben KDE die zweite große Desktopumgebung<br />

für Linux. In den Gnome-Tipps stellen wir regelmäßig<br />

Nützliches <strong>und</strong> Praktisches für den alternativen<br />

Desktop <strong>und</strong> die enthaltenen Anwendungen vor.<br />

Sie sich einfach verkonfiguriert haben. Streikt<br />

das Panel <strong>und</strong> lässt sich nicht wieder zur Mitarbeit<br />

überreden, können Sie mit einem einfachen<br />

Befehl die Konfiguration auf den Ausgangszustand<br />

zurückstellen. Vorsicht: Das<br />

löscht sämtliche persönlichen Einstellungen!<br />

Dazu öffnen Sie ein Terminalfenster, zum Beispiel<br />

über Anwendungen / Zubehör / Terminal<br />

oder über [Alt-F2] <strong>und</strong> Eingabe von<br />

gnome-terminal. Danach geben Sie das folgende<br />

Kommando ein <strong>und</strong> schicken es per<br />

Druck auf [Eingabe] ab:<br />

gconftool‐2 ‐‐recursive‐unset /aU<br />

pps/panel<br />

Gnome-Panel: ausblenden,<br />

23<br />

aber richtig<br />

Wenn Sie mit der rechten Maustaste auf eine<br />

der beiden Kontrollleisten klicken <strong>und</strong> Eigenschaften<br />

wählen, können Sie einige gr<strong>und</strong>legende<br />

Dinge über ein Dialogfenster anpassen.<br />

Auf dem Reiter Allgemein legen Sie zum Beispiel<br />

fest, ob das Panel automatisch einklappt<br />

(Checkbox Auto-Verbergen). Die Feinabstimmung<br />

für diese Ausblendfunktion können Sie<br />

nicht im Eigenschaften-Dialog vornehmen,<br />

dazu starten Sie stattdessen den Konfigurationseditor,<br />

indem Sie [Alt-F2] drücken <strong>und</strong><br />

dann gconf-editor eingeben.<br />

Navigieren Sie links zur Abteilung /apps/​panel/​toplevels.<br />

Die obere Leiste richten Sie über<br />

top_panel_screen0 ein, die untere entsprechend<br />

in bottom_panel_screen0. Beide Bereiche bieten<br />

die gleichen Einstellungsmöglichkeiten:<br />

l Über auto_hide schalten Sie das automatische<br />

Ausblenden ein; das ist dieselbe<br />

Funktion, wie die erwähnte Checkbox<br />

Auto-Verbergen sie bietet.<br />

l Interessant wird es bei auto_hide_size:<br />

Über dieses Feld definieren Sie die Anzahl<br />

der sichtbaren Pixel, wenn die Leiste<br />

eingefahren ist. Stellen Sie den Wert beispielsweise<br />

auf 1, ist am Bildschirmrand<br />

noch ein Pixel des Panels sichtbar, über<br />

den Sie es wieder nach vorne holen. Können<br />

Sie nicht so gut mit der Maus zielen,<br />

setzen Sie den Wert ein bisschen nach<br />

oben, um ein wenig mehr von der Leiste<br />

zu erhalten.<br />

l Auch die Verzögerung beim Auto-Verbergen<br />

konfigurieren Sie hier. In der Voreinstellung<br />

steht der Wert bei hide_delay<br />

auf 300 Millisek<strong>und</strong>en. Nach dieser Zeit<br />

klappt der Gnome-Desktop die Leiste<br />

ein, wenn der Mauszeiger nicht über ihr<br />

schwebt (Abbildung 1).<br />

Gnome-Panel vollständig<br />

24<br />

zurücksetzen<br />

Es kommt vor, dass die Anzeige der Kontrollleisten<br />

völlig aus dem Ruder gelaufen ist oder<br />

Anschließend melden Sie sich ab <strong>und</strong> wieder<br />

neu an, um die Änderungen sichtbar zu machen.<br />

Alternativ rufen Sie im selben Terminal<br />

diesen Befehl auf:<br />

pkill gnome‐panel<br />

Damit beenden Sie alle Panel-Prozesse; diese<br />

starten automatisch neu. Die Leiste sollte nun<br />

wieder im Ursprungszustand erscheinen.<br />

Nautilus: Seitenleiste<br />

25<br />

farblich anpassen<br />

Sie verwenden ein schickes Bild für den Desktophintergr<strong>und</strong><br />

<strong>und</strong> haben Kontrollleisten <strong>und</strong><br />

Terminal transparent gestaltet – da wäre es<br />

doch schön, wenn sich der Dateimanager<br />

ebenfalls farblich ein bisschen anpasste. Mit<br />

einem kleinen Trick geben Sie Nautilus’ Seitenleiste<br />

einen neuen Look.<br />

Zunächst benötigen Sie ein Tool, mit dem Sie<br />

die Farbe eines Pixels aus dem Hintergr<strong>und</strong>bild<br />

bestimmen <strong>und</strong> in hexadezimaler Schreibweise<br />

ausgeben. Hier springt gcolor2 aus dem<br />

gleichnamigen Paket in die Bresche. Ist dieser<br />

Helfer nicht installiert, rüsten Sie ihn über die<br />

84 <strong>EasyLinux</strong> 02/2011<br />

©Martin Benavides, http://elmaya.pochorno.com


Gnome-Tipps<br />

Tipps & Tricks<br />

Abb. 1: Der „Eigenschaften“-Dialog (rechts im Vordergr<strong>und</strong>) <strong>und</strong> Gconf (im Hintergr<strong>und</strong>)<br />

im Vergleich – über Ersteren stellen sie nur gr<strong>und</strong>legende Dinge ein; der Editor<br />

bietet weitaus mehr Möglichkeiten.<br />

Paketverwaltung nach. Anschließend finden<br />

Sie das Programm in der Grafik-Abteilung des<br />

Anwendungen-Menüs oder starten es über<br />

[Alt-F2] <strong>und</strong> Eingabe von gcolor2. Klicken Sie<br />

auf das Icon mit der Pipette <strong>und</strong> (nachdem<br />

sich der Mauszeiger verwandelt hat) auf eine<br />

Stelle, um die Farbe „aufzusaugen“. Im gcolor2-Fenster<br />

sehen Sie nun nicht nur den Farbton,<br />

sondern im Feld Color​name auch die hexadezimale<br />

Schreibweise. Diese Information<br />

machen Sie sich anschließend zunutze:<br />

Öffnen Sie eine vorhandene Datei .gtkrc-2.0<br />

1<br />

in Ihrem Home-Verzeichnis oder erstellen<br />

Sie diese über den Befehl gedit​.gtkrc-2.0,<br />

den Sie in einen Schnellstarter oder ein<br />

Terminalfenster eingeben.<br />

Tragen Sie die fünf Zeilen aus Listing 1 ein.<br />

2<br />

Dabei ersetzen Sie den Farbcode #80B253<br />

durch den mit gcolor2 ermittelten Wert.<br />

LisTinG 1: nEuE FArbEn Für nAuTiLus<br />

style "nautilus‐sidepane"<br />

{<br />

GtkTreeView::even_row_color = "#80B253"<br />

}<br />

widget_class "*NautilusSidePane*" style "nautilus‐sidepane"<br />

Banshee: Android-Handy<br />

26<br />

synchronisieren<br />

Der Mediaplayer Banshee spielt nicht nur Musik<br />

von der eigenen Platte <strong>und</strong> aus Onlinequellen,<br />

sondern arbeitet auch mit iPod & Co.<br />

zusammen.<br />

Mit einem kleinen Trick bringen Sie das<br />

Gnome-Programm dazu, ein Android-Handy<br />

als externen Mediaplayer zu erkennen. (Dieser<br />

Weg funktioniert übrigens auch für externe<br />

Festplatten, SD-Karten <strong>und</strong> andere Speichergeräte.)<br />

So geht’s:<br />

Beenden Sie Banshee vollständig über das<br />

1<br />

Menü Medien / Beenden oder die Tastenkombination<br />

[Strg-Q]. Einfach das Programmfenster<br />

zu schließen, reicht nicht<br />

aus, da der Player dann im Hintergr<strong>und</strong><br />

weiterläuft.<br />

Schließen Sie das Handy (die Festplatte,<br />

2<br />

die SD-Karte usw.) per USB-Kabel an den<br />

Rechner an. Auf einem Android-Handy<br />

müssen Sie noch explizit den USB-Speicher​<br />

aktivieren, damit Linux das Gerät ins Dateisystem<br />

einhängt.<br />

Öffnen Sie ein Nautilus-Fenster <strong>und</strong> navigieren<br />

Sie ins Wurzelverzeichnis des Ge-<br />

3<br />

räts. Auf dem Testrechner meldete sich das<br />

Handy in der linken Seitenleiste als 16​GB​<br />

Dateisystem an. Aktivieren Sie die Anzeige<br />

versteckter Dateien <strong>und</strong> Verzeichnisse über<br />

die Tastenkombination [Strg-H].<br />

Im Wurzelverzeichnis des Geräts erstellen<br />

4<br />

Sie nun eine neue versteckte Datei (beginnt<br />

mit einem Punkt) namens .is_audio_player.<br />

Dazu klicken Sie im Dateimanager-Fenster<br />

im Menü Datei auf Dokument​ anlegen /<br />

Leere​Datei <strong>und</strong> geben den Namen ein.<br />

Doppelklicken Sie auf die Datei .is_audio_<br />

5<br />

player, um Sie im Texteditor Gedit zu öffnen.<br />

Tragen Sie nun die folgenden drei Zei-<br />

Speichern Sie die Datei <strong>und</strong> beenden Sie<br />

den Texteditor.<br />

Starten Sie Nautilus über das Kommando<br />

3<br />

nautilus​-q neu. (Diesen Befehl geben Sie in<br />

ein Schnellstart- oder Terminalfenster ein.)<br />

Wenn Sie nun ein Dateimanager-Fenster<br />

4<br />

über das Menü Orte öffnen, erstrahlt die<br />

linke Seitenleiste in der neuen Farbe (Abbildung<br />

2).<br />

Abb. 2: Mit ein paar Handgriffen <strong>und</strong> einem Texteditor färben sie die linke seitenleiste<br />

des Gnome-Dateimanagers ein.<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

85


Tipps & Tricks<br />

Gnome-Tipps<br />

Abb. 3: Die nautilus-Erweiterung öffnet nicht nur ein Terminalfenster, sondern auch<br />

den Midnight commander per rechter Maustaste.<br />

len ein, speichern Sie die Änderungen <strong>und</strong><br />

verlassen Sie den Editor:<br />

audio_folders=.<br />

folder_depth=10<br />

output_formats=audio/mpeg,audiU<br />

o/mp3,audio/x‐aac,audio/ogg<br />

Starten Sie Banshee neu. Blättern Sie in der<br />

6<br />

linken Seitenleiste nach unten bis zum Eintrag<br />

für das Gerät. Sie haben jetzt nicht nur<br />

Zugriff auf die Songs, sondern können in<br />

den Abgleicheinstellungen auch den automatischen<br />

Abgleich von Musik, Audiobooks<br />

oder Podcasts einrichten.<br />

Die erste Zeile in der Datei .is_audio_player<br />

verrät Banshee, wo genau die Musik auf dem<br />

Gerät gespeichert ist. Hier können Sie entweder<br />

einen Ordner bestimmen oder über den<br />

Punkt die oberste Ebene in der Verzeichnisstruktur<br />

ansprechen. Optional definieren Sie<br />

hier mehrere Ordner <strong>und</strong> trennen die Einträge<br />

GloSSAR<br />

MIME-Types: Multipurpose Internet<br />

Mail Extensions (MIME) ist ursprünglich<br />

ein Standard, der dazu dient, Dateianhänge<br />

in E-Mails zu beschreiben.<br />

Auch Webserver geben vor der Übertragung<br />

einer zum Download angeforderten<br />

Datei ihren Typ über einen<br />

MIME-Type (im HTTP-Header Content-<br />

Type) an. Viele Webbrowser <strong>und</strong> andere<br />

Clients ordnen den MIME-Types<br />

passende Anwendungen zu, welche<br />

die jeweiligen Dokumente öffnen können<br />

– das klappt auch dann, wenn die<br />

Datei keine oder eine falsche Dateiendung<br />

hat. Eine Liste dieser MIME-Typen<br />

finden Sie unter Linux in der Datei<br />

/etc/ mime.types.<br />

durch Kommata. Danach definieren Sie in der<br />

zweiten Zeile die Tiefe der Ordnerhierarchie<br />

auf dem Handy <strong>und</strong> in der dritten die möglichen<br />

Dateiformate in Form von MIME-Types.<br />

Nautilus: Funktion<br />

27<br />

„In Terminal öffnen“<br />

Unter OpenSuse <strong>und</strong> Ubuntu installieren Sie<br />

das Paket nautilus-open-terminal, um den Dateimanager<br />

um ein praktisches Feature zu erweitern.<br />

Das neue Plug-in aktivieren Sie nach<br />

dem Einspielen, indem Sie sich ab- <strong>und</strong> wieder<br />

anmelden oder in ein Schnellstart- oder<br />

Terminalfenster den Befehl nautilus​-q eingeben.<br />

Anschließend offenbart ein Rechtsklick<br />

auf ein Ordnersymbol im Kontextmenü den<br />

Eintrag In​Terminal​öffnen. Wählen Sie diesen<br />

aus, startet das Gnome-Terminal im entsprechenden<br />

Verzeichnis.<br />

Auch beim Rechtsklick auf den Desktophintergr<strong>und</strong><br />

bietet Gnome an, ein Terminalfenster<br />

zu öffnen. Das ist nicht weiter verw<strong>und</strong>erlich,<br />

denn Nautilus ist auch für den Gnome-<br />

Desktophintergr<strong>und</strong> verantwortlich. Nehmen<br />

Sie die Dienste des Plug-ins in Anspruch, startet<br />

das Gnome-Terminal im Verzeichnis<br />

~/​Desktop (die Tilde repräsentiert Ihr Home-<br />

Verzeichnis). Wollen Sie lieber direkt im<br />

Home-Verzeichnis <strong>und</strong> nicht in ~/​Desktop<br />

landen, können Sie die Dateimanager-Erweiterung<br />

entsprechend konfigurieren:<br />

Starten Sie den Konfigurationseditor über<br />

1<br />

[Alt-F2] <strong>und</strong> Eingabe von gconf-editor.<br />

Hangeln Sie sich in der linken Baumansicht<br />

2<br />

bis zum Punkt apps / nautilus-open-terminal<br />

durch <strong>und</strong> setzen Sie ein Häkchen bei<br />

desktop_opens_home_dir.<br />

Die Änderung ist sofort aktiv. Wenn Sie das<br />

nächste Mal mit der rechten Maustaste auf<br />

eine freie Stelle des Bildschirms klicken <strong>und</strong><br />

sich für Terminal​ öffnen entscheiden, zeigt<br />

das Gnome-Terminal das eigene Home-Verzeichnis<br />

<strong>und</strong> nicht den Desktop-Ordner an.<br />

Nautilus: „Midnight Commander<br />

28<br />

öffnen“ aktivieren<br />

Die im vorigen Tipp vorgestellte Nautilus-Erweiterung<br />

ruft nicht nur ein Terminal auf den<br />

Plan, sondern auch den beliebten Dateimanager<br />

für die Konsole. Dazu muss das Paket mc,<br />

das den Midnight Commander ausliefert, installiert<br />

sein. Außerdem gehen Sie, wie im vorigen<br />

Tipp gezeigt, in die erweiterte GConf-<br />

Einrichtung für nautilus-open-terminal <strong>und</strong><br />

setzen ein Häkchen bei display_mc_item (Abbildung<br />

3).<br />

Evolution als RSS-Reader<br />

29<br />

einrichten<br />

Mit einer Erweiterung machen Sie den Gnome-<br />

Mailclient für RSS-Feeds aus dem Netz fit <strong>und</strong><br />

lesen die neuesten Nachrichten <strong>und</strong> Blogartikel<br />

direkt in Evolution. OpenSuse 11.3 hat das<br />

Plug-in nicht im Angebot; Anwender der Version<br />

11.4 installieren das Paket evolution-​<br />

plugin-rss, Ubuntu-Nutzer evolution-rss.<br />

Nach der Installation richten Sie die Feeds ein.<br />

Dazu öffnen Sie die Einstellungen aus dem Bearbeiten-Menü.<br />

Blättern Sie in der linken Seitenleiste<br />

ganz nach unten bis zur Abteilung<br />

News​<strong>und</strong>​Blogs <strong>und</strong> klicken Sie diese an. Danach<br />

wechseln Sie in den rechten Bereich.<br />

Abb. 4: Mit einem kleinen plug-in rüsten sie den Gnome-Mailclient auf. Evolution zeigt<br />

danach auch rss-Feeds <strong>und</strong> blogs an.<br />

86 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


Gnome-Tipps<br />

Tipps & Tricks<br />

Abb. 5: über diesen Dialog richten sie unter Gnome<br />

die standardanwendungen für viele szenarien ein.<br />

Über Hinzufügen auf dem Reiter Feeds ergänzen<br />

Sie neue Quellen; ins Feld Feed​URL gehört<br />

die Adresse. Klappen Sie die Advanced​options<br />

aus, um weitere Feineinstellungen für den jeweiligen<br />

Feed vorzunehmen: Dazu gehören<br />

Aktualisierungsintervalle (sofern Sie diese<br />

nicht auf die globalen Optionen setzen wollen),<br />

Speicherbelegung <strong>und</strong> eventuelle Authentisierungen<br />

per Benutzername <strong>und</strong> Passwort.<br />

Auf dem zweiten Reiter der allgemeinen Plugin-Einstellungen<br />

(Setup) legen Sie fest, wie oft<br />

Evolution den Feed aktualisiert <strong>und</strong> ob das<br />

Programm schon beim Start nach neuen Artikeln<br />

schaut. Hier geben Sie außerdem an, ob<br />

Sie auch Kommentare zu Blogbeiträgen sehen<br />

möchten. Ein Klick auf Schließen beendet die<br />

Einrichtung. Im Evolution-Hauptfenster tummeln<br />

sich die Feeds nun in der Kategorie E-<br />

Mail in der eigenen Abteilung News​and​Blogs<br />

(Abbildung 4).<br />

Epiphany: lesezeichen<br />

30<br />

nach Themen sortieren<br />

Der schlanke Webbrowser Epiphany verschlagwortet<br />

die Bookmarks. Wenn Sie über Lesezeichen<br />

/ Lesezeichen​hinzufügen oder [Strg-D]<br />

eine Webseite in die Sammlung aufnehmen,<br />

öffnet sich ein Dialogfenster, in dem Sie nicht<br />

nur Titel <strong>und</strong> URL festlegen, sondern den Link<br />

auch einem Thema zuordnen können. Über<br />

Alle​Themen​anzeigen klappen Sie das Menü<br />

aus <strong>und</strong> wählen die Kategorie per Mausklick in<br />

die Checkbox aus. Alternativ schreiben Sie etwas<br />

ins Feld Themen – Epiphany bietet schon<br />

nach dem ersten Buchstaben an, entweder ein<br />

neues Thema zu erstellen oder ein vorhandenes<br />

auszusuchen. Auch die Zuordnung zu<br />

mehreren Kategorien ist erlaubt.<br />

Im Lesezeichen-Menü selbst finden Sie Themen,<br />

denen Sie bereits Links zugewiesen haben,<br />

<strong>und</strong> ein paar Standardeinträge, die zu keiner<br />

Kategorie passen. Diese können Sie entfernen<br />

bzw. einsortieren, indem Sie<br />

den Dialog Lesezeichen​bearbeiten<br />

([Strg-B]) öffnen. Gehen Sie<br />

in der linken Leiste zu Nicht​kategorisiert,<br />

wählen Sie rechts eine<br />

Adresse aus <strong>und</strong> drücken Sie<br />

dann [Alt-Eingabe] (Menü: Datei<br />

/ Eigenschaften). Anschließend<br />

setzen Sie wieder die gewünschten<br />

Häkchen, <strong>und</strong> das Lesezeichen<br />

ist nun verschlagwortet.<br />

Die Kategorien helfen aber nicht<br />

nur dabei, das Lesezeichen-<br />

Menü aufzuräumen <strong>und</strong> die<br />

Linksammlung zu strukturieren.<br />

Die Tags haben einen ganz praktischen<br />

Nutzen: Tippen Sie in<br />

die Adresszeile die Anfangsbuchstaben eines<br />

Themas ein, zeigt Epiphany alle zugeordneten<br />

URLs aus dieser Kategorie, sobald die Eingabe<br />

eindeutig ist.<br />

Epiphany: Feintuning<br />

31<br />

für den Drucker<br />

Wenn Sie aus dem Gnome-Browser heraus<br />

drucken, landet in der Voreinstellung der Titel<br />

der Webseite auf dem Papier. Weder im Programm<br />

selbst noch in den Druckereinstellungen<br />

können Sie Inhalt <strong>und</strong> Gestaltung der<br />

Ausdrucke anpassen. Dafür bietet der GConf-<br />

Editor (siehe Tipps 23 <strong>und</strong> 27) wieder zahlreiche<br />

Einstellmöglichkeiten.<br />

Starten Sie das Gnome-Konfigurationstool<br />

über [Alt-F2] <strong>und</strong> Eingabe von gconf-editor<br />

<strong>und</strong> navigieren Sie links bis zum Punkt apps /<br />

epiphany / dialogs. In der rechten Fensterhälfte<br />

sind sämtliche Schlüssel, auch zum<br />

Thema „Drucken“, versammelt.<br />

l Setzen Sie etwa ein Häkchen bei print_<br />

backgro<strong>und</strong>_colors, wenn Sie auf dem Papier<br />

auch die Hintergr<strong>und</strong>farbe von Webseiten<br />

sehen möchten.<br />

l Der Schlüssel print_backgro<strong>und</strong>_images<br />

druckt zusätzlich eventuelle Hintergr<strong>und</strong>bilder<br />

aus.<br />

l print_date schreibt das Datum in die<br />

Fußzeile, print_page_numbers die Seitenzahlen.<br />

l Die beiden Optionen print_page_title <strong>und</strong><br />

print_page_url beeinflussen hingegen die<br />

Kopfzeile <strong>und</strong> tragen dort den Seitentitel<br />

bzw. die Webadresse ein.<br />

Epiphany: Aktuelle URl<br />

32<br />

per Mail verschicken<br />

Wussten Sie, dass Sie aus dem Gnome-Browser<br />

heraus mit einem Mausklick die Adresse der gerade<br />

angezeigten Seite per Mail verschicken<br />

können? Wählen Sie dazu einfach aus dem<br />

Menü Datei den Eintrag Link​verschicken​an,<br />

<strong>und</strong> nach kurzer Zeit startet Evolution. Als Betreff<br />

ist der Titel der Webseite eingetragen, <strong>und</strong><br />

in der Nachricht steht der vollständige Link. Sie<br />

müssen nur noch einen oder mehrere Adressaten<br />

eintragen <strong>und</strong> auf Abschicken klicken.<br />

Voraussetzung ist natürlich, dass Sie Evolution<br />

bereits konfiguriert haben <strong>und</strong> eines oder mehrere<br />

Konten existieren. Setzen Sie stattdessen<br />

auf ein anderes Mailprogramm wie etwa<br />

Th<strong>und</strong>erbird, KMail oder Claws Mail, können<br />

Sie das praktische Feature auch nutzen, um<br />

den Link mit Ihrem Lieblingsclient zu versenden.<br />

Dazu öffnen Sie über System / Einstellungen<br />

den Dialog Bevorzugte​Anwendungen <strong>und</strong><br />

suchen auf dem ersten Reiter Internet aus dem<br />

Drop-down-Menü E-Mail-Betrachter die gewünschte<br />

Anwendung aus (Abbildung 5).<br />

33<br />

AbiWord: Eigene Dokumentvorlagen<br />

erstellen<br />

Die Gnome-Textverarbeitung bringt nach der<br />

Installation einige fertige Vorlagen mit. Während<br />

die Standardvorlage normal.awt in vielen<br />

verschiedenen Sprachen (darunter auch in<br />

Deutsch) vorliegt, sind die Briefe, Pressemitteilungen<br />

<strong>und</strong> Faxvorlagen nur auf Englisch<br />

verfügbar. Sämtliche Vorlagen liegen im Verzeichnis<br />

/usr/​share/​abiword-2.8/​templates.<br />

Verwenden Sie eine andere AbiWord-Version,<br />

kann der Name leicht abweichen. Die folgende<br />

Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt, wie<br />

Sie eigene Vorlagen erstellen:<br />

Öffnen Sie eine vorhandene englische Vorlage<br />

über Datei / Neu​aus​Vorlage oder er-<br />

1<br />

stellen Sie ein leeres Dokument (Datei / Neu).<br />

Passen Sie das Dokument an Ihre Wünsche<br />

2<br />

an, bis es als Muster für weitere Texte dienen<br />

kann.<br />

Speichern Sie nach getaner Arbeit das<br />

3<br />

Werk über Datei / Speichern​unter. Im folgenden<br />

Dialog navigieren Sie in das Verzeichnis<br />

.AbiSuite in Ihrem Home-Verzeichnis.<br />

Beachten Sie, dass es sich um ein verstecktes<br />

Verzeichnis handelt; um diese Dateien<br />

<strong>und</strong> Ordner mit dem Punkt am Anfang<br />

im Dialog einzublenden, drücken Sie<br />

die Tastenkombination [Strg-H].<br />

Erstellen Sie unterhalb von .AbiSuite mit<br />

4<br />

einem Klick auf Ordner​anlegen ein neues<br />

Verzeichnis <strong>und</strong> nennen Sie es templates.<br />

Als Dateityp wählen Sie aus dem unteren<br />

Drop-down-Menü AbiWord​ Template​<br />

(.awt). Tragen Sie nun noch einen Namen<br />

ein <strong>und</strong> klicken Sie auf Speichern.<br />

Wenn Sie das nächste Mal Datei / Neu​aus​<br />

Vorlage aufrufen, sehen Sie Ihre eigenen Vorlagen<br />

ganz am Anfang der Liste, die mitgebrachten<br />

Vorlagen direkt darunter. (hge) n<br />

<strong>EasyLinux</strong><br />

02/2011<br />

www.easylinux.de<br />

87


Tipps & Tricks<br />

OpenOffice<br />

OpenOffice-Tipps<br />

Besser arbeiten<br />

mit OpenOffice<br />

Franz Böhm<br />

In dieser Ausgabe lesen Sie, wie Sie in Calc Zeilen <strong>und</strong> Spalten ausblenden oder verbergen, mit<br />

verb<strong>und</strong>enen Zellen arbeiten, Texte in Writer entlang von Linien <strong>und</strong> Kurven laufen lassen oder<br />

Farben eingefügter Bitmaps mit Hilfe von Draw austauschen oder transparent machen.<br />

Draw: Einen transparenten<br />

34<br />

Bildhintergr<strong>und</strong> erzeugen<br />

Sie haben in einem Dokument zwei Grafiken<br />

übereinander gelegt, sind aber vom Ergebnis<br />

enttäuscht? Der größte Nachteil ist, dass die<br />

umgebende Fläche des oberen Objekts als farbiges<br />

Rechteck ebenfalls über der unteren<br />

Grafik liegt, wie es Abbildung 1 zeigt.<br />

Um wie im rechten Bild die darüber liegende<br />

Grafik freizustellen, müssen Sie etwas tiefer<br />

in die Trickkiste von OpenOffice greifen. Mit<br />

den Bildbearbeitungsfunktionen von Writer<br />

lassen sich zwar Grafiken nachbearbeiten,<br />

aber weitergehende Funktionen fehlen. Um<br />

die Grafik freizustellen bzw. um die störende<br />

Fläche auszublenden, benötigen Sie OpenOffice<br />

Draw, das Zeichenmodul des Programmpakets.<br />

Zunächst rufen Sie über Datei / Neu /<br />

Zeichnung oder die entsprechende Symbolschaltfläche<br />

ein neues Zeichendokument auf<br />

den Schirm. Zusammen mit diesem erscheint<br />

auch in der Fußleiste von Gnome ein neues<br />

Dokumentensymbol, über das Sie zwischen<br />

den Dokumenten hin- <strong>und</strong> herwechseln.<br />

Zum Bearbeiten der Grafik müssen Sie das<br />

Bild aus Writer heraus nach Draw kopieren<br />

oder verschieben. Dazu klicken Sie auf die<br />

Grafik, um diese zu markieren. Klicken Sie<br />

dann ein zweites Mal auf die Grafik <strong>und</strong> halten<br />

Sie dabei den Mauszeiger gedrückt, erscheint<br />

nach kurzer Zeit ein kleines rechteckiges<br />

Kästchen, das gleichsam am Mauszeiger<br />

klebt. Fahren Sie mit gedrückter Maustaste<br />

auf das Dokumentsymbol des Zeichenblatts in<br />

der Fußleiste des Desktops, um das Zeichenblatt<br />

einzublenden. Nun bewegen Sie den<br />

Mauszeiger an die gewünschte Stelle auf dem<br />

Zeichenblatt <strong>und</strong> lassen die Taste los, wodurch<br />

die Grafik auf dem leeren Zeichenblatt<br />

erscheint (Drag & Drop). Halten Sie beim Verschieben<br />

der Grafik zusätzlich [Strg] gedrückt,<br />

wird das Objekt nicht verschoben, sondern<br />

als Kopie in das Zeichenblatt integriert.<br />

Mit Hilfe von Draw entfernen Sie im nächsten<br />

Schritt die störende weiße Hintergr<strong>und</strong>fläche,<br />

oder färben diese passend ein. Das dazu notwendige<br />

Dialogfeld Pipette bringen Sie über<br />

den Menüeintrag Extras / Pipette zum Vorschein.<br />

Mit Hilfe dieser Dialogbox ersetzen Sie<br />

in einem Durchgang vier verschiedene Farben<br />

durch andere Farben, wobei OpenOffice die<br />

Eigenschaft Transparent (durchsichtig) ebenfalls<br />

als Farbe betrachtet (Abbildung 2).<br />

Wenn Sie nun mit der Maus auf die Symbolschaltfläche<br />

Pipette klicken, ändert sich der<br />

Mauszeiger zu einer Hand. Klicken Sie mit<br />

dieser auf die Farbe in der Grafik, die Sie ändern<br />

oder ausblenden wollen, also im Beispiel<br />

auf den weißen Hintergr<strong>und</strong> der Grafik. Die<br />

gewählte Farbe erscheint im Dialogfeld neben<br />

der Pipette. Sie kennzeichnen sie durch ein<br />

Häkchen als erste ausgewählte Quellfarbe.<br />

Den voreingestellten Transparenzwert von<br />

10% lassen Sie stehen. Nun wählen Sie im dazugehörigen<br />

Auswahlfeld Ersetzen durch nur<br />

noch Transparent <strong>und</strong> klicken oben rechts auf<br />

Ersetzen. Schon ist der Hintergr<strong>und</strong> verschw<strong>und</strong>en,<br />

besser gesagt, transparent.<br />

Stellen Sie fest, dass anstelle des dunkelroten<br />

Würfels eigentlich ein grüner viel besser zu<br />

Ihrem Dokument passt, aktivieren Sie mit einem<br />

Mausklick die zweite Quellfarbe im Pipettenfenster.<br />

Dann wählen Sie mit der Pipette<br />

die dunkelrote Würfelfarbe aus. Bei Ersetzen<br />

durch wählen Sie Grün. So ersetzen Sie<br />

den pinkfarbenen Teil des Würfels mit Grün<br />

7. Ein Klick auf Ersetzen, <strong>und</strong> schon entspricht<br />

das Ergebnis Ihren Wünschen.<br />

Ziehen Sie nun die geänderte Grafik, wie anfangs<br />

beschrieben, wieder zurück auf die Writer-Oberfläche<br />

<strong>und</strong> legen Sie diese über die<br />

andere Bitmap, werden Sie bemerken, dass es<br />

doch noch einen Haken gibt. Bearbeiten Sie in<br />

OpenOffice nämlich ein Objekt, das die ausgewählte<br />

Quellfarbe in verschiedenen Bildelementen<br />

verwendet, versieht die Software stets<br />

alle Bildelemente mit der neuen Farbe, macht<br />

Abb. 1: Der Würfel kommt erst ohne störenden<br />

Hintergr<strong>und</strong> richtig zur Geltung.<br />

Abb. 2: Mit Hilfe der Dialogbox „pipette“<br />

tauschen sie die Farben der Grafik aus<br />

<strong>und</strong> fügen so Transparenz ein.<br />

Abb. 3: Fügen sie eine weiße Fläche in<br />

der Mitte als Zwischenebene ein, erhalten<br />

sie als Ergebnis den perfekt eingefärbten<br />

Würfel auf der rechten seite.<br />

88 www.easylinux.de<br />

<strong>EasyLinux</strong> 02/2011


OpenOffice<br />

Tipps & Tricks<br />