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Matrix3000 Apollo-Missionen (Ausgabe 62) (Vorschau)

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M<br />

ATRIX3000<br />

MATRIX<br />

NEUES DENKEN<br />

ISSN 14394154 / ISBN 978-3-89539-870-4<br />

W I S S E N S C H A F T / P O L I T I K / K U L T U R<br />

3000<br />

Österreich<br />

Schweiz<br />

Luxemburg<br />

Italien<br />

7,40 EUR<br />

12,80 SFR<br />

7,70 EUR<br />

8,50 EUR<br />

B a n d 6 2 M ä r z 2 0 1 1 /<br />

A p r i l 2 0 1 1 / 6 , 5 0 E U R<br />

<strong>Apollo</strong> -<br />

Weltweites<br />

Tiersterben<br />

NASA veröffentlicht umstrittene Fotos<br />

<strong>Missionen</strong><br />

Nachhaltige Energieversorgung<br />

Kalter<br />

Wirtschaftskrieg<br />

China gegen<br />

Amerika<br />

Raus<br />

aus dem<br />

Euro?<br />

Glaubenskrieg<br />

gegen<br />

Homöopathie<br />

www.matrix3000.de<br />

Sylt - Die Insel der Ahnen<br />

Die sinnliche Welt<br />

der Sinne


Editorial<br />

Franz Bludorf, Chefredakteur<br />

Es geschehen zur Zeit beunruhigende Dinge. An allen Ecken<br />

und Enden der Welt regnet es tote Vögel vom Himmel, werden<br />

Hunderttausende verendeter Fische an den Küsten angeschwemmt,<br />

und alles, was die Wissenschaft dazu zu bieten<br />

hat, sind Statistiken. Allein in den USA sterben jährlich fünf<br />

Milliarden Vögel, so heißt es aus berufenem Wissenschaftlermunde,<br />

und das seien nun einmal mehr als 13 Millionen pro<br />

Tag. Da seien ein paar Tausend pro Nacht nichts Besonderes.<br />

Eine solche Argumentation macht deutlich, wie geschickt gemachte<br />

Statistiken unsere Wahrnehmung verzerren können.<br />

Ich, Franz Bludorf, behaupte jedenfalls: Selbst wenn tatsächlich<br />

13 Millionen Vögel pro Tag sterben, muß ich normalerweise<br />

keinen Schirm aufspannen, um nicht von ihnen am<br />

Kopf getroffen zu werden.<br />

Oder anders ausgedrückt: Wenn in einem 5000-Seelen-Dorf<br />

in einer einzigen Nacht mehrere Tausend Vögel tot zu Boden<br />

fallen, so daß die Straßen des Ortes von ihren Körpern übersät<br />

sind, dann kann das nicht „normal“ sein. Ein Ereignis muß<br />

nicht zahlenmäßig vom statistischen Durchschnitt abweichen,<br />

um anormal zu sein. In Deutschland gibt es über 4000<br />

Verkehrstote pro Jahr, also etwa elf pro Tag. Stellen Sie sich<br />

vor, sie stehen an einer Kreuzung und werden Zeuge, wie ein<br />

Mensch totgefahren wird. Würden Sie achselzuckend weitergehen<br />

und sagen: „Ganz normal?“<br />

Man kennt das ja von den Wettermeldungen her, die schließlich<br />

eine Domäne der Statistiker sind. Egal ob Hitzewelle oder<br />

Schneesturm – im Endeffekt ist mit etwas Mühe alles irgendwie<br />

statistisch normal, oder es bedeutet im Zweifelsfall, daß die gefährliche<br />

Klimaerwärmung bereits angefangen hat – oder auch<br />

nicht. Statistiken beschreiben immer ein Langzeitverhalten<br />

bzw. den Durchschnitt einer großen Anzahl von Individuen. Zur<br />

Erklärung eines Einzelereignisses eine Statistik heranzuziehen,<br />

ist keine Wissenschaft, sondern Volksverdummung.<br />

Warum tun Wissenschaftler so etwas? Sicher nicht, weil sie<br />

etwas zu verbergen hätten. Oder vielleicht doch – sie wollen<br />

verbergen, daß sie keine Antwort wissen. Es geschehen, wie<br />

gesagt, beunruhigende Dinge auf der Welt, und da braucht<br />

das Volk die Gewißheit, ruhig schlafen zu können, weil irgend<br />

jemand den Durchblick hat und uns sagt: „Alles unter Kontrolle.“<br />

Selbst wenn ein Viertel des australischen Kontinents<br />

unter Wasser steht, die amerikanische Ostküste von Maine<br />

bis Texas in Schneestürmen versinkt, bei Temperaturen unter<br />

minus 40 Grad, und ein paar Millionen toter Fische am Strand<br />

von Miami treiben – es wird immer irgendein freundlicher<br />

Professor verfügbar sein, der uns dann erklärt, daß auch das<br />

normal sei. Und sollte unvorhergesehenerweise ein nächster<br />

EU-Staat pleite gehen, dann wird sich bestimmt auch irgendeine<br />

Bundesregierung finden, die den Schaden berappt, bevor<br />

man sich Sorgen machen muß. Lieb‘ Vaterland, magst ruhig<br />

sein.<br />

Wer hingegen das Anormale erkennt und öffentlich darauf<br />

hinweist, wird schnell mal eben als „Terrorist“ etikettiert –<br />

siehe Wikileaks. A propos: Kurz vor dem 1. Februar, bis zu<br />

dem noch Meldungen möglich waren, hat der norwegische<br />

Parlamentsabgeordnete Snorre Valen die bekannte Internet-<br />

Enthüllungsplattform für den diesjährigen Friedensnobelpreis<br />

vorgeschlagen. Es scheint, daß Leute wie die Wikileaks-<br />

Macher nach wie vor gebraucht werden. Offenbar ist also doch<br />

nicht alles so normal auf unserer Welt.<br />

Band <strong>62</strong> / März/April 2011 MATRIX 3000 3


Inhalt<br />

Glaubens<br />

krieg gegen<br />

Globuli<br />

40<br />

Das Imperium schlägt zurück:<br />

Jahrzehntelang sah es so aus,<br />

als ob die Zeit für Alternativtherapien<br />

arbeiten würde. Ein<br />

neues Denken, geschult an<br />

Ganzheitlichkeit, Spiritualität<br />

und Quantenphysik, schien<br />

der Homöopathie als einer<br />

Energiemedizin entgegen<br />

zu kommen. Die Nachfrage<br />

nach „sanften“ Heilmethoden<br />

wuchs, Krankenkassen<br />

erweiterten ihr Angebot entsprechend.<br />

Im letzten Jahr<br />

jedoch schlug das Pendel um:<br />

Von England ausgehend führen<br />

„Skeptiker“, Politiker und<br />

Wissenschaftler einen Vernichtungskrieg<br />

gegen die Homöopathie.<br />

Neue Fragen zu<br />

<strong>Apollo</strong>-<strong>Missionen</strong><br />

Immer wieder versucht die NASA, durch Veröffentlichung neuer Fotos<br />

vom Mond die Echtheit der <strong>Apollo</strong>-<strong>Missionen</strong> unter Beweis zu stellen.<br />

Doch viele der neu publizierten Fotos sind unglaubwürdig oder zeigen<br />

sogar ganz deutliche Zeichen technischer Manipulationen. Der Autor<br />

Gernot L. Geise im Gespräch mit Journalisten.<br />

Modell für regionalen<br />

Wirtschaftsaufschwung<br />

Eine Kleinstadt in Österreich macht sich energiepolitisch autark,<br />

sie kann alternative Energie 50% unter dem Durchschnittspreis<br />

anbieten, lockt durch den billigen Energiepreis Industrieansiedlungen<br />

und schafft dadurch 1500 Arbeitsplätze. Das<br />

Modell ließe sich auch in Deutschland verwirklichen.<br />

36<br />

30<br />

Inhalt<br />

Politik<br />

George Peters<br />

China gegen Amerika<br />

Ein neuer Kalter (Wirtschafts)krieg 8<br />

News 14<br />

Marco Meng<br />

Raus aus dem Euro?<br />

Gemeinschaftswährung läßt Europas<br />

Harmonie bröckeln 18<br />

Wissenschaft<br />

Grazyna Fosar / Franz Bludorf<br />

Die sinnliche Welt der Sinne 22<br />

Quantessenz-Spezial:<br />

Weltweites Tiersterben 28<br />

Neue Fragen zu <strong>Apollo</strong>-<strong>Missionen</strong><br />

NASA veröffentlicht umstrittene Fotos<br />

Gernot L. Geise im Gespräch mit Ala<br />

Schönberger, Sebastian Schneikert<br />

und Grazyna Fosar 30<br />

Grenzwissenschaft<br />

Grenzraum der Wirklichkeit<br />

Der Internet-Radiosender CROPfm:<br />

Zuhören – Mitreden – Autoren treffen 35<br />

Ökologie<br />

Maria Schwach<br />

Modell für regionalen<br />

Wirtschaftsaufschwung<br />

Das Europäische Zentrum<br />

für Erneuerbare Energie Güssing 36<br />

Gesundheit<br />

Roland Rottenfußer<br />

Glaubenskrieg gegen Globuli 40<br />

Wurzeln<br />

Wilfried Augustin<br />

Die Insel der Ahnen 44<br />

4<br />

MATRIX 3000 Band <strong>62</strong> / März/April 2011


Raus aus dem Euro?<br />

Inhalt<br />

Eigentlich sollte die Gemeinschaftswährung zu mehr Völkerverständigung und<br />

Harmonie in Europa beitragen. Nachdem sie nun jahrelang durch geschönte Bilanzen<br />

stabil gehalten wurde, jetzt aber zu bröckeln beginnt, beginnt auch die<br />

Harmonie zu bröckeln: Feindseligkeit und Erpressung kennzeichnen in der EU<br />

die Diskussion um die „Rettung“ der Währung. Ist es „uneuropäisch“, wenn man<br />

nicht die Zeche für andere bezahlen will?<br />

18<br />

28<br />

8<br />

Quantessenz-Spezial:<br />

Weltweites Tiersterben<br />

In der Silvesternacht 2010 fielen in Beebe, Arkansas, plötzlich ohne erkennbaren<br />

Grund Tausende toter Vögel vom Himmel. Und das war erst<br />

der Anfang. Seither kommt es regelmäßig an den unterschiedlichsten<br />

Orten der Welt zu einem rätselhaften Massensterben unterschiedlichster<br />

Tierarten. Ein Rätsel, das die offizielle Wissenschaft bislang nicht<br />

zur Kenntnis zu nehmen bereit ist.<br />

China gegen Amerika<br />

Das Schicksal der Weltwirtschaft hängt heute in hohem<br />

Maße von den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik<br />

China ab. Gleichzeitig sind die Beziehungen zwischen<br />

den beiden Wirtschaftsgiganten seit Jahren von Nervosität<br />

und Mißtrauen geprägt. Beispiele sind der Ärger<br />

um Google, angebliche chinesische Cyber-Attacken auf<br />

US-Server oder die Frage des Wechselkurses der chinesischen<br />

Währung. In den USA finden mehr und mehr die<br />

Stimmen von Hardlinern Gehör, die ein härteres Durchgreifen<br />

gegen Peking fordern.<br />

Kultur<br />

Roland Rottenfußer<br />

Liedermacher<br />

Die nächste Generation 48<br />

Spiritualität<br />

Einweihung ist ein<br />

Erkenntnisprozeß<br />

Penny McLean im Gespräch<br />

mit Ralf Lehnert 54<br />

Valentin Tomberg<br />

Metamorphose der Logik 59<br />

Rubriken<br />

Editorial 3<br />

Bedenkliches 6<br />

Gedicht 7<br />

Buchempfehlungen 13<br />

Abo 52<br />

Buchbesprechungen 64<br />

Märchen 65<br />

<strong>Vorschau</strong> 66<br />

Impressum 66<br />

Band <strong>62</strong> / März/April 2011 MATRIX 3000 5


Bedenkliches<br />

China ist in. Inzwischen macht in<br />

den USA sogar eine Angst die<br />

Runde, chinesische Mentalität<br />

könnte die westliche Gesellschaft von<br />

innen aushöhlen.<br />

Anlaß war ein Buch, das pünktlich<br />

zum Staatsbesuch von Präsident Hu<br />

Jintao in Washington auf den Markt kam<br />

und über Nacht zum Bestseller wurde.<br />

Unter dem Titel „Schlachthymne der<br />

Tigermutter“ 1 schildert die chinesischstämmige<br />

Yale-Juristin Amy Chua, wie<br />

sie ihre Kinder auf Erfolg drillte. Spielen<br />

mit anderen Kindern, Fernsehen,<br />

manchmal sogar der Gang zur Toilette –<br />

das alles war als „Zeitverschwendung“<br />

verboten. In der chinesischen Kindererziehung,<br />

so schreibt sie, kommt „der<br />

Zustand des Glücklichseins nicht vor.“<br />

Jede Aktion des Tages war nur ausgerichtet<br />

auf die Einhaltung des großen<br />

Plans. Amy Chuas ältere Tochter<br />

Sophia las als Dreijährige die Werke<br />

Jean Paul Sartres und debütierte mit<br />

14 Jahren als Pianistin in der New<br />

Yorker Carnegie Hall.<br />

Plötzlich fiel es den Amerikanern wie Schuppen von den<br />

Augen, weshalb auf Spitzenpositionen in Wissenschaft und<br />

Wirtschaft in den USA so viele Menschen mit asiatischen Namen<br />

zu finden sind. In Amerika war es schon Ende der fünfziger<br />

Jahre unmodern geworden, zu Kindern Nein zu sagen, weil<br />

man befürchtete, Neurotiker aus ihnen zu machen. Die Welle<br />

schwappte später auch nach Europa über. Kinder mußten in<br />

der Schule nur noch das machen, wozu sie Lust hatten. Wozu<br />

also Mathe pauken, wenn man lieber malen wollte? Heute gibt<br />

es in Berlin Schulen, an denen Lehrer ihren Unterricht nur<br />

noch unter Polizeischutz abhalten können.<br />

Bekenntnisse<br />

der<br />

„Tigermutter“<br />

Man mag entsetzt sein darüber,<br />

wie Amy Chua ihren Töchtern<br />

androhte, ihre Stofftiere in den<br />

Ofen zu stecken, wenn sie nicht genug<br />

übten. Man muß aber ebenfalls konstatieren,<br />

daß das westliche Erziehungssystem<br />

inzwischen mindestens ebenso<br />

krank ist. Wer wünscht sich schon von<br />

einem Arzt behandelt oder von einem<br />

Anwalt vertreten zu werden, der als<br />

Kind lernte, daß das Leben nur dem<br />

persönlichen Spaßgewinn dient?<br />

Bevor man also über Amy Chua vorschnell<br />

urteilt – sie will uns keineswegs<br />

von ihrem Erziehungsstil überzeugen,<br />

den sie selbst als Kind am eigenen Leibe<br />

erfahren mußte. Eines Tages sperrte<br />

sie ihre jüngere Tochter Lulu bei minus<br />

sechs Grad auf die Terrasse, als diese<br />

mal wieder nicht Klavier üben wollte.<br />

Als sie nach einiger Zeit sah, wie das<br />

Kind, schon fast blau gefroren, standhaft<br />

draußen ausharrte, bereit, eher<br />

zu sterben, als der verhaßten Mutter<br />

nachzugeben, lenkte sie erstmals ein.<br />

Sie mußte später erkennen, daß ihre Kinder ebenso aggressiv<br />

wurden wie die Zöglinge der antiautoritären Erziehung. Sie<br />

begriff, daß ihre Methoden mehr der Befriedigung des eigenen<br />

Ehrgeizes als den Bedürfnissen ihrer Kinder gedient hatten.<br />

Inzwischen hat Lulu das Musizieren aufgegeben und spielt<br />

dafür mit großer Begeisterung Tennis. Amy Chua jedoch hat<br />

die Kraft gefunden, in ihrem Buch mit sich selbst abzurechnen,<br />

anstatt das, wie sonst üblich, eines Tages ihren Kindern<br />

zu überlassen. Gerade diese Fähigkeit zur Selbstkritik könnte<br />

auch für unsere Pädagogen eine Aufforderung sein, Kindern<br />

wieder etwas mehr Disziplin und Rücksichtnahme beizubringen.<br />

Unsere Gesellschaft könnte es dringend brauchen.<br />

Franz Bludorf<br />

1<br />

Auf Deutsch unter dem gemäßigteren Titel „Die Mutter des Erfolgs“ erschienen<br />

Amy Chua<br />

(Foto: Roy Beusker)<br />

6<br />

MATRIX3000 Band <strong>62</strong> / März/April 2011


Gedicht<br />

Der Mond<br />

Und grämt dich, Edler, noch ein Wort<br />

Der kleinen Neidgesellen?<br />

Der hohe Mond, er leuchtet dort,<br />

Und läßt die Hunde bellen<br />

Und schweigt und wandelt ruhig fort,<br />

Was Nacht ist, aufzuhellen.<br />

Johann Gottfried Herder<br />

Band <strong>62</strong> / März/April 2011 MATRIX 3000 7


Politik<br />

China gegen<br />

Der neue Wettstreit<br />

der Systeme:<br />

Neoliberalismus gegen<br />

Staatskapitalismus<br />

8<br />

MATRIX 3000 Band <strong>62</strong> / März/April 2011<br />

In einer globalisierten Welt sind<br />

wirksame Abschottungen kaum<br />

noch möglich. US-Präsident Barack<br />

Obama an der chinesischen Mauer.


Politik<br />

Amerika<br />

Ein neuer Kalter (Wirtschafts)krieg!<br />

George Peters<br />

Genau zur Zeit des China-Besuchs von Robert Gates startete der<br />

neue chinesische Tarnkappenbomber J-20 zu seinem Jungfernflug.<br />

Chinas Präsident Hu Jintao begrüßt US-Verteidigungsminister Robert Gates.<br />

Das Schicksal der Weltwirtschaft<br />

hängt heute in hohem Maße von<br />

den Vereinigten Staaten und der<br />

Volksrepublik China ab. Gleichzeitig<br />

sind die Beziehungen zwischen den<br />

beiden Wirtschaftsgiganten seit Jahren<br />

von Nervosität und Mißtrauen geprägt.<br />

Beispiele sind der Ärger um Google,<br />

angebliche chinesische Cyber-Attacken<br />

auf US-Server oder die Frage des Wechselkurses<br />

der chinesischen Währung.<br />

In den USA finden mehr und mehr die<br />

Stimmen von Hardlinern Gehör, die ein<br />

härteres Durchgreifen gegen Peking<br />

fordern.<br />

Deng Xiaoping, die graue Eminenz<br />

der chinesischen Reformära nach dem<br />

Tod Mao Zedongs, hatte einmal gesagt,<br />

sein Land solle sich „nie aus dem Fenster<br />

lehnen und nie die Vorhut bilden“.<br />

Inzwischen jedoch sind die Zeiten vorbei,<br />

in denen die Chinesen jede Aktion der<br />

USA mehr oder weniger stillschweigend<br />

hinnahmen. Insofern scheint nach Ansicht<br />

politischer Beobachter alles auf einen<br />

neuen Kalten Krieg hinauszulaufen.<br />

Diesmal ist es allerdings keine militärische,<br />

sondern eine wirtschaftliche Konfrontation.<br />

Der alte Wettstreit zwischen<br />

Kapitalismus und Realsozialismus Moskauer<br />

Prägung wurde abgelöst durch<br />

die Konkurrenz zweier gegensätzlicher<br />

kapitalistischer Systeme: der neoliberalen<br />

Variante nach US-Vorbild und<br />

des chinesischen Staatskapitalismus.<br />

Das neue chinesische Selbstbewußtsein<br />

überdeckt die Tatsache, daß Chinas<br />

Wirtschaft immer noch sehr stark von<br />

den USA abhängig ist. Insofern besinnt<br />

sich Washington wieder auf die eigene<br />

militärische Stärke und warnt China<br />

gleichzeitig vor den unkalkulierbaren<br />

Folgen einer möglichen Unterbrechung<br />

der wirtschaftlichen Zusammenarbeit.<br />

Alles Strategien, die aus der Zeit des<br />

Kalten Krieges bekannt sind. Auf diese<br />

Weise soll Peking in Schach gehalten<br />

und gleichzeitig den Populisten im eigenen<br />

Lager der Wind aus den Segeln<br />

genommen werden. Dies führt zu immer<br />

häufigeren gegenseitigen Provokationen<br />

und Demonstrationen eigener Stärke,<br />

zuletzt zum Jungfernflug des neuen<br />

chinesischen Tarnkappenbombers J-20<br />

exakt am 11. Januar 2011, als sich US-<br />

Verteidigungsminister Gates gerade zu<br />

Besuch in Peking befand.<br />

Wettstreit der Systeme<br />

Die Staatsführung in Peking hat aus der<br />

Finanzkrise von 2009 gelernt, daß ihr<br />

Staatskapitalismus sich vor den neoliberalen<br />

Systemen Westeuropas und<br />

Nordamerikas nicht mehr zu verstecken<br />

braucht. Insofern stehen in den gegenseitigen<br />

Beziehungen jetzt weniger ge-<br />

Band <strong>62</strong> / März/April 2011 MATRIX 3000 9


Politik<br />

„Wertschätzung für den Urheber“. B-Klasse-Mercedes und seine chinesische<br />

Billig-Variante, der BC301Z – äußerlich kaum zu unterscheiden.<br />

meinsame Interessen im Vordergrund<br />

als divergierende Ansichten über die<br />

beiderseitigen Systeme. Ein Beispiel ist<br />

der Streit um Google. Die chinesische<br />

Führung verlangte vom Suchmaschinen-Riesen,<br />

den Zugang zu regimekritischen<br />

Seiten wie etwa der Falun-Gong-<br />

Bewegung zu unterbinden. Etwa ein<br />

Jahr lang machte Google das Spielchen<br />

mehr oder weniger mit. Da der chinesische<br />

Ableger des Unternehmens in<br />

Hongkong angesiedelt ist, wo andere<br />

Gesetze als auf dem Festland gelten,<br />

mußte man vor dem Durchgreifen der<br />

Staatsmacht nicht allzu viel Angst haben,<br />

und die Mühlen der zumeist noch<br />

manuell durchgeführten Zensur mahlen<br />

in China recht langsam. Insofern sind<br />

manche US-Vorwürfe an China wegen<br />

angeblicher Cyber-Angriffe auf US-Server<br />

sicher übertrieben.<br />

Anfang Januar 2011 kündigte Google<br />

nun doch seinen Rückzug aus dem Reich<br />

der Mitte an, angeblich, weil man der<br />

ständigen Reibereien mit Peking müde<br />

sei. Der wahre Grund dürfte eher darin<br />

liegen, daß Google durch den einheimischen<br />

regimetreuen Suchmaschinenanbieter<br />

Baidu zunehmend aus dem Markt<br />

gedrängt wird. Dort ist die Zensur schon<br />

besser automatisiert. Wer bei Baidu z. B.<br />

den Suchbegriff „Falun Gong“ eintippt,<br />

kann die Suchmaschine etwa eine Stunde<br />

lang nicht mehr nutzen.<br />

Chinesen mögen<br />

keine einheimischen<br />

Produkte und<br />

verlangen nach<br />

westlicher Ware<br />

Andere internationale Streitpunkte<br />

zwischen Washington und Peking<br />

sind nach wie vor das iranische<br />

Atomprogramm, der Wechselkurs des<br />

Yuan, vor allem aber auch der recht<br />

freizügige Umgang der Chinesen mit Urheberrechten<br />

und dem geistigen Eigentum<br />

ausländischer Unternehmen. Dies<br />

betrifft natürlich nicht nur US-Firmen.<br />

Jüngstes Beispiel sind die Irritationen<br />

zwischen dem chinesischen Autobauer<br />

BAIC und Daimler Benz. Erst seit etwa<br />

fünf Jahren besteht zwischen beiden Unternehmen<br />

ein Kooperationsabkommen,<br />

das den Deutschen den chinesischen<br />

Markt für Luxuskarossen erobern sollte.<br />

Nun jedoch stellte sich heraus, daß<br />

BAIC mit seinem neuen Modell BC301Z<br />

die Mercedes-B-Klasse komplett abgekupfert<br />

hat, wobei der Eigenbau-Benz<br />

natürlich billiger als das Original auf den<br />

Markt kommt. Inwieweit beim BC301Z<br />

auch im Innern die Sicherheits- und<br />

Technikstandards des Mercedes nachgemacht<br />

wurden oder nur eine ähnliche<br />

Fassade vorliegt, läßt sich derzeit noch<br />

nicht beurteilen.<br />

Wer angesichts solcher Vorfälle den<br />

Chinesen „kriminelle Energie“ unterstellt,<br />

der verkennt die Mentalitätsunterschiede<br />

zwischen Asien und Europa/<br />

Amerika. In China gilt es als ein Ausdruck<br />

der Wertschätzung für den Urheber,<br />

wenn man sein Werk kopiert, denn<br />

schließlich würde man ja nichts<br />

Minderwertiges nachmachen wollen.<br />

Schade nur, daß man an seine<br />

eigenen Produktion nicht so hohe<br />

Qualitätsmaßstäbe anlegt. Zumindest<br />

das, was aus China auf den<br />

europäischen Markt kommt, ist<br />

vielfach nicht nur billig, sondern<br />

auch schlecht, zuweilen sogar gesundheits-<br />

oder umweltschädlich.<br />

Diese Diskrepanz führte übrigens<br />

zu einer fast grotesken Entwicklung.<br />

Als Peking sich dessen<br />

bewußt wurde, daß seine Abhängigkeit<br />

vom Westen in Zeiten der Finanzkrise<br />

ein unüberschaubares Risiko wurde,<br />

verlegte man sich zunehmend auf eine<br />

stärkere Binnennachfrage. Doch man<br />

mußte feststellen, daß dies die internationalen<br />

Verflechtungen Chinas keineswegs<br />

reduzierte. Die Chinesen mochten<br />

nämlich keine einheimischen Produkte<br />

kaufen und verlangten statt dessen nach<br />

westlicher Ware…<br />

Dennoch bleibt Peking dabei, seine<br />

Wirtschaft unabhängiger zu machen.<br />

Auch wenn China selbst von der Finanzkrise<br />

weniger (wenn überhaupt) getroffen<br />

wurde und heute mit Abstand die<br />

weltweit größten Dollarreserven besitzt,<br />

verloren 2009 Millionen von Chinesen<br />

ihren Job, da aufgrund der geringeren<br />

Nachfrage aus Europa und den USA<br />

zahlreiche exportorientierte Firmen in<br />

China schließen mußten.<br />

Gerade die Tatsache, daß die USA und<br />

China trotz aller Gegensätze nicht voneinander<br />

loskommen, macht den neuen<br />

Kalten Krieg so gefährlich. Der alte<br />

Kalte Krieg zwischen NATO und Warschauer<br />

Pakt in der Nachkriegszeit des<br />

zweiten Weltkrieges wurde unter ganz<br />

anderen Vorzeichen geführt. Es war ein<br />

rein militärisches Imponiergehabe zur<br />

gegenseitigen Einschüchterung. Wirtschaftliche<br />

Entscheidungen in Moskau<br />

hingegen hatten auf den westlichen<br />

Lebensstandard keinen Einfluß. Das ist<br />

heute natürlich anders, und ein Äquivalent<br />

zur Berliner Mauer, mit der sich<br />

China und die USA gegen Bedrohungen<br />

durch mangelnde wirtschaftliche Stabilität<br />

gegeneinander abschotten könnten,<br />

existiert in einer globalisierten Welt des<br />

hemmungslos liberalisierten Handels<br />

auch nicht mehr.<br />

Insofern kann und darf Amerika kein<br />

Interesse daran haben, die Chinesen<br />

ernsthaft zu schwächen, und sie müssen<br />

sicherstellen, daß Peking weiterhin von<br />

10<br />

MATRIX 3000 Band <strong>62</strong> / März/April 2011


Politik<br />

der wirtschaftlichen Stärke der USA abhängig<br />

ist. Derlei Strategien treffen in einer<br />

zunehmend populistischen und von<br />

simplen Vorurteilen geprägten politischen<br />

Landschaft in Washington (Stichwort:<br />

„Tea Party“) natürlich auf wenig<br />

Gegenliebe. Schon im Kongreßwahlkampf<br />

im Herbst 2010 waren US-Politiker<br />

bestrebt, möglichst einen großen<br />

Anteil an der Schuld für die amerikanische<br />

Wirtschaftsmisere den Chinesen<br />

in die Schuhe zu schieben. Dabei kam<br />

es übrigens zu einem sonst eher ungewohnten<br />

Gleichklang zwischen rechtem<br />

und linkem Parteienspektrum. Amerika<br />

fühlt sich heute mehr denn je von China<br />

bedroht. Nicht militärisch, sondern daß<br />

das Reich der Mitte den USA den Rang<br />

des Weltmarktführers abjagen könnte.<br />

Bereits heute glauben 44 Prozent der<br />

Amerikaner, daß China schon jetzt die<br />

größte Wirtschaftsmacht der Welt ist,<br />

während nur noch 27 Prozent den USA<br />

die Pole Position zugestehen.<br />

Der Triumph des Staatskapitalismus<br />

Wie kam es zu dieser Situation? Nachdem<br />

China sich während der Kulturrevolution<br />

der sechziger Jahre vollkommen<br />

vom Rest der Welt abgeschottet hatte,<br />

führte die Ping-Pong-Diplomatie zwischen<br />

US-Präsident Richard Nixon und<br />

dem alternden Mao Zedong in den frühen<br />

Siebzigern zu einer ersten Öffnung<br />

für den Außenhandel und zu ersten Investitionen<br />

aus dem Westen. Der Wunsch<br />

nach normalen Beziehungen erhielt<br />

zwar 1989 nach dem Massaker auf dem<br />

Tiananmen-Platz einen empfindlichen<br />

Dämpfer. Noch entscheidender für die<br />

damalige politische Entwicklung in China<br />

war jedoch der Umbruch in Osteuropa<br />

und der Zerfall der Sowjetunion.<br />

Aus diesen Vorgängen lernten die chinesischen<br />

Kommunisten: Um an der<br />

Macht zu bleiben, mußten sie dort Erfolg<br />

haben, wo die realsozialistischen Länder<br />

versagt hatten,<br />

nämlich bei<br />

der Anhebung des<br />

Lebensstandards<br />

der Bürger. Parallel<br />

zum westlich<br />

orientierten demokratischen<br />

Wandel<br />

in Osteuropa entstand daher in China<br />

das merkwürdige System eines Staatskapitalismus<br />

unter der Führung der<br />

nach wie vor allein herrschenden Kommunistischen<br />

Partei.<br />

Dies hat durchaus zwei Seiten. Daß<br />

es in China nach wie vor erhebliche<br />

Probleme mit den Menschenrechten<br />

gibt, ist unumstritten. Dieses<br />

Problem ist zumindest in den ehemaligen<br />

Satellitenstaaten Moskaus in Europa<br />

längst überwunden. Gleichzeitig<br />

jedoch kam es in den neuen osteuropäischen<br />

Demokratien zu einem erschrekkenden<br />

wirtschaftlichen Kahlschlag<br />

und weitgehenden Ausverkauf der Wirtschaft<br />

an ausländische Investoren sowie<br />

zu einer verbreiteten Arbeitslosigkeit,<br />

wie sie den Bürgern des Warschauer<br />

Pakts jahrzehntelang völlig unbekannt<br />

gewesen war. Die chinesischen Staatskapitalisten<br />

hingegen, die eben nicht nur<br />

in der Pflicht stehen, den Aktieneignern<br />

größtmögliche Profite zu bescheren, ließen<br />

ihre Bevölkerung am neuen Reichtum<br />

teilhaben. Zum Beispiel sorgten sie<br />

für eine größere Verbreitung von Konsumgütern<br />

wie Waschmaschinen, Kühl-<br />

Gerade die Tatsache, daß die USA und<br />

China nicht voneinander loskommen,<br />

macht den neuen Kalten Krieg so gefährlich<br />

„Man sah diese vielen<br />

kleinen Leute herumlaufen,<br />

und dann kam<br />

die Explosion, und wenn<br />

dann der Rauch sich<br />

klärte, waren da nur<br />

noch Schutt und verschmortes<br />

Zeug.“<br />

schränken und Fernsehern, wie sie im<br />

Westen Standard sind, die sich im ehemals<br />

rein kommunistischen China dagegen<br />

kaum jemand hatte leisten können.<br />

Der Einzug Bill Clintons ins Weiße<br />

Haus im Januar 1993 war Tiefpunkt und<br />

zugleich Wendepunkt in den amerikanisch-chinesischen<br />

Beziehungen der<br />

jüngeren Geschichte. Noch als Kandidat<br />

im Wahlkampf hatte Clinton die chinesischen<br />

Führer als „Schlächter“ beschimpft<br />

und angekündigt, er würde ihnen<br />

den Status Aussage eines eines meistbegünstigten<br />

CIA-Agenten<br />

Landes im Handelsbereich entziehen,<br />

den China seit 1980 innegehabt hatte. Allerdings<br />

wurde Clinton vorsichtiger und<br />

moderater, sobald er im Amt war. Um<br />

eine Formel zu verwenden, die aus dem<br />

Bankensektor bestens bekannt war – er<br />

Googles China-Zentrale in Peking.<br />

China, die „Fabrik der Welt“, beliefert die westlichen<br />

Märkte vorrangig mit billigen Massenprodukten und<br />

half so u. a., die Inflation in den USA zu bremsen.<br />

Band <strong>62</strong> / März/April 2011 MATRIX 3000 11


Politik<br />

mußte lernen, daß die amerikanischchinesischen<br />

Beziehungen schon zu umfangreich<br />

waren, als daß man sie hätte<br />

ernsthaft noch scheitern lassen können.<br />

So konnte z. B. durch den Import billiger<br />

chinesischer Waren auf den US-Markt<br />

die Inflation in den neunziger Jahren in<br />

Schach gehalten werden. Am Ende seiner<br />

zweiten Amtszeit unterzeichnete Bill<br />

Clinton ein Gesetz über die dauerhafte<br />

Normalisierung der Handelsbeziehungen<br />

zwischen beiden Ländern.<br />

Mittlerweile haben die Dollarreserven<br />

Pekings ein Ausmaß angenommen, daß<br />

man fast sagen kann, daß ein Großteil<br />

der USA den Chinesen bereits gehört.<br />

China muß also nicht mehr unbedingt die<br />

internationale Führungsrolle der USA<br />

akzeptieren. Dennoch hat man durch<br />

den Beitritt zur Welthandelsorganisation<br />

WTO im Jahre 2001 den globalen Status<br />

Quo formal akzeptiert. Dies war im<br />

Grunde erneut ein kluger Schachzug,<br />

der aus der chinesischen Mentalität<br />

geboren ist. Chinesen waren seit jeher<br />

am erfolgreichsten, wenn sie bescheiden<br />

auftraten, sich nicht in den Vordergrund<br />

drängten und statt dessen lieber<br />

im zweiten Glied ihren Vorteil suchten.<br />

Weshalb also nicht den USA die Rolle<br />

des Weltpolizisten freiwillig überlassen,<br />

wenn man dort darauf so scharf ist? Auf<br />

diese Weise sichern die USA den chinesischen<br />

Unternehmen freie Handelswege,<br />

und die Kosten für eine weltweite militärische<br />

Präsenz muß der amerikanische<br />

Steuerzahler aufbringen.<br />

Stabilisierung der neuen<br />

Weltordnung<br />

Um keine Mißverständnisse aufkommen<br />

zu lassen: Die 2,3 Millionen Mann starke<br />

chinesische Volksbefreiungsarmee ist<br />

schon jetzt die größte der Welt. Dennoch<br />

beträgt der chinesische Verteidigungsetat<br />

nur 13 Prozent der jährlichen US-<br />

Militärausgaben. Wenn man von einigen<br />

Renommierprojekten wie dem J-20 absieht,<br />

beschränken sich die chinesischen<br />

Militärinvestitionen in erster Linie auf die<br />

Technologie des Cyberkrieges.<br />

Ernsthaftes militärisches Konfliktpotential,<br />

das eines Tages zu einer bewaffneten<br />

Auseinandersetzung zwischen den<br />

USA und China führen könnte, existiert<br />

nicht mehr. Der Hauptstreitpunkt war<br />

jahrzehntelang die Taiwan-Frage gewesen.<br />

Heute weiß China, daß im Ernstfall<br />

keine US-Regierung mehr für Taiwan in<br />

den Krieg ziehen würde. Im Gegenzug<br />

weiß Washington, daß China den uralten<br />

Zankapfel nicht erobern wird, weil man<br />

es gar nicht mehr muß. Die Handelsverflechtungen<br />

Pekings mit der Business-<br />

Elite Taiwans sind so eng, daß China den<br />

kapitalistischen Rivalen im Grunde wirtschaftlich<br />

längst absorbiert hat. Chinas<br />

Wirtschaft und Lebensstandard ist in den<br />

letzten Jahrzehnten derart rasant angewachsen,<br />

daß es unvorstellbar ist, irgendeine<br />

chinesische Regierung könnte<br />

es riskieren, dies alles durch einen militärischen<br />

Konflikt mit den USA wieder<br />

aufs Spiel zu setzen.<br />

Viel stärker kann China den westlichen<br />

Rivalen auf wirtschaftlichem<br />

Sektor treffen. Etwa beim Wettstreit<br />

um die Erschließung natürlicher Rohstoffquellen.<br />

In vielen Ländern, etwa in<br />

Nigeria, Ghana, Angola, Venezuela oder<br />

dem Irak haben die Chinesen gute Chancen,<br />

dem Westen den Rang abzulaufen.<br />

Dies hat zweierlei Gründe. Erstens sind<br />

westliche Firmen oft im Wettstreit mit<br />

finanziell subventionierten chinesischen<br />

Staatsunternehmen nicht mehr konkurrenzfähig.<br />

Zum Zweiten besteht meist<br />

eine größere Affinität der Dritte-Welt-<br />

Länder zu China, da sie vielfach ähnliche<br />

staatskapitalistische Strukturen haben.<br />

Sollte sich hier ein neuer Block bilden,<br />

der hauptsächlich unter den eigenen<br />

Mitgliedern Handel treibt und sich nach<br />

außen abschottet, könnte das die Wirtschaft<br />

der westlichen Länder, nicht<br />

nur der USA, empfindlich treffen.<br />

Es zeichnet sich ab, daß die USA<br />

den neuen Kalten Krieg annehmen,<br />

im Wissen, daß der militärische Kalte<br />

Krieg der sechziger bis achtziger<br />

Jahre nicht nur eine gegenseitige Bedrohung,<br />

sondern auch eine gewisse<br />

Stabilität gebracht hatte. Die heutige<br />

Bedrohung einer gegenseitigen wirtschaftlichen<br />

Vernichtung erzwingt von<br />

beiden Seiten eine Zusammenarbeit.<br />

Ohne China könnte Amerika seine exzessiven<br />

Schulden nicht finanzieren,<br />

und ohne den amerikanischen Markt<br />

würde in China eine Massenarbeitslosigkeit<br />

ausbrechen. Das kann sich<br />

niemand leisten.<br />

Die letzten zehn Jahre, in denen die<br />

USA an zu vielen militärischen Fronten<br />

engagiert war, haben anderen Ländern<br />

die Chance gegeben, sich auf der<br />

internationalen Szene zu profilieren,<br />

zumal der sogenannte Antiterrorkrieg<br />

der USA auch zu einer antiamerikanischen<br />

Frontbildung in der Welt geführt<br />

hat. Die Rolle der USA als alleinige<br />

Hegemonialmacht der Welt, wie<br />

sie sich nach dem Zusammenbruch<br />

der Sowjetunion abgezeichnet hatte,<br />

war also nicht von allzu langer Dauer.<br />

Noch ist die neue Weltordnung eher<br />

chaotisch, und ob sie sich eines Tages<br />

stabilisieren wird, wird in entscheidendem<br />

Maße von der Entwicklung<br />

der komplizierten amerikanisch-chinesischen<br />

Beziehungen abhängen.■<br />

Übersetzung aus dem Amerikanischen:<br />

Franz Bludorf<br />

Quellen:<br />

Bremmer, Ian: The End of the Free Market:<br />

Who Wins the War Between States and<br />

Corporations. Portfolio Hardcover 2010.<br />

Washington Post<br />

1971 begann das Tauwetter zwischen den USA und China durch<br />

Tischtennis-Begegnungen („Pingpong-Diplomatie“). Ein Jahr später<br />

traf US-Präsident Richard Nixon in Peking Parteichef Mao Zedong.<br />

12<br />

MATRIX 3000 Band <strong>62</strong> / März/April 2011<br />

China sucht nach Verbündeten im USA-kritischen, staatskapitalistischen<br />

Lager. Hier empfängt Staatschef Hu Jintao Venezuelas<br />

Präsidenten Hugo Chavez.


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News<br />

Irland druckt eigene<br />

Euro-Scheine<br />

Ist das der Anfang vom Ende des Euro?<br />

Nachdem die Notkredite der Europäischen<br />

Zentralbank (EZB) an marode irische<br />

Banken im Dezember 2010 überraschenderweise<br />

erstmals seit einem<br />

US-Studenten lernen<br />

„praktisch nichts“<br />

Eine kürzlich in den USA veröffentlichte<br />

Studie kam zu dem Schluß,<br />

daß 45 % der amerikanischen Studenten<br />

nach zwei Jahren im College<br />

„keine signifikanten Lernfortschritte“<br />

zeigen. Diese Nachricht war für viele<br />

Amerikaner ein Schock, nicht jedoch für<br />

diejenigen, die in den letzten Jahren im<br />

Umkreis eines US-College zu tun hatten.<br />

Der Studie zufolge wenden die Studenten<br />

heute rund 50 % weniger Zeit für<br />

ihr Studium auf, als es noch vor einigen<br />

Jahrzehnten der Fall war. Die Qualität<br />

der Ausbildung in den USA wird damit<br />

zur Farce. Im einzelnen ergab die Studie,<br />

daß 35 % der College-Studenten pro<br />

Woche lediglich fünf Stunden oder weniger<br />

für ihr Studium aufwenden. 50 %<br />

Jahr zurückgegangen waren, wurde<br />

nachträglich auch der Grund bekannt:<br />

Die Irische Zentralbank hat begonnen,<br />

ihre eigenen Euro-Scheine zu drucken.<br />

Damit finanziert sie ein eigenes Notkreditprogramm<br />

mit einem Volumen von<br />

51 Milliarden Euro. Die Verantwortung<br />

für die Unterstützung der Pleitebanken<br />

wird so nicht nur auf den irischen<br />

Steuerzahler abgeschoben, sondern auf<br />

die Bürger der gesamten Eurozone, da<br />

unter Umgehung der EZB-Geldpolitik<br />

die Inflation zusätzlich angeheizt wird.<br />

Ein Sprecher der EZB sagte dazu, das<br />

Vorgehen der Iren sei legal, solange<br />

die EZB darüber informiert würde. Damit<br />

werden die letzten Reste der angeblichen<br />

„Gemeinschaftswährung“<br />

ad absurdum geführt. Gemeinsam ist<br />

wohl nur, daß Gesamteuropa für den<br />

Schlendrian einzelner Mitglieder geradestehen<br />

muß.<br />

haben nie an einem Kurs teilgenommen,<br />

in dem sie pro Jahr mehr als 20 Seiten<br />

schriftlicher Ausarbeitungen anfertigen<br />

mußten. 32 % haben nie einen Kurs belegt,<br />

in dem sie mehr als 40 Seiten pro<br />

Woche lesen mußten. Im Durchschnitt<br />

verbringen die Studenten 51 % ihrer Zeit<br />

mit Geselligkeiten und immerhin 7 % mit<br />

Studieren! Das Resultat: Nur 36 % der<br />

Vollzeitstudenten schaffen innerhalb von<br />

vier Jahren zumindest den Bachelor-<br />

Abschluß.<br />

Obama wird Guantánamo<br />

doch nicht schließen<br />

Nach der Wahlschlappe bei den Kongreßwahlen<br />

im November 2010, die<br />

Obamas Demokraten die Mehrheit im<br />

Repräsentantenhaus kosteten, hat der<br />

US-Präsident eines seiner Wahlversprechen<br />

ad acta gelegt – die Schließung<br />

des berüchtigten Foltergefängnisses<br />

Guantánamo Bay auf Kuba.<br />

Pläne des Weißen Hauses, Terrorverdächtige,<br />

die in Guantánamo teilweise<br />

jahrelang ohne Anklage inhaftiert sind,<br />

in den USA vor ordentliche Gerichte zu<br />

stellen, wurden von der republikanischen<br />

Mehrheit im Repräsentantenhaus<br />

blockiert. Nun werden erneut<br />

neue Prozesse vor Militärgerichten<br />

in Guantánamo beginnen. Es war eine<br />

der ersten Amtshandlungen Obamas<br />

nach seiner Amtseinführung gewesen,<br />

diese rechtsstaatswidrigen Prozesse<br />

zu stoppen. Diese Anordnung wurde<br />

nunmehr von Verteidigungsminister<br />

Robert Gates zurückgenommen.<br />

Die Tricks der Klimaforscher<br />

Nachdem die Hypothese zunehmend<br />

umstritten ist, wonach der Erde<br />

eine Klimaerwärmung droht, die auf<br />

menschliche CO 2<br />

-Emissionen zurückgeht,<br />

greifen die Verfechter – die in<br />

den USA auch als „Warmisten“<br />

bezeichnet werden<br />

– zu immer übleren<br />

Tricks. Zuletzt forderte<br />

einer der prominentesten<br />

Erz-Warmisten, Dr. Kevin<br />

Trenberth vom National<br />

Center for Atmospheric<br />

Research (NCAR), die Beweislast<br />

umzukehren. Anstatt<br />

daß die Verfechter der<br />

Klimaerwärmungshypothese<br />

ihre Behauptungen<br />

beweisen müßten, sollten<br />

umgekehrt die Kritiker den<br />

Beweis antreten, daß die<br />

Klimaerwärmung nicht existiere. Der<br />

Grund ist offensichtlich: Trotz jahrelanger<br />

Propaganda, insbesondere aus<br />

dem Umfeld von Ex-Vizepräsident Al<br />

Gore, ist es den Klimaforschern bislang<br />

nicht gelungen, die menschengemachte<br />

Klimaerwärmung wissenschaftlich<br />

schlüssig zu beweisen. Berühmt wurde<br />

in diesem Zusammenhang eine E-<br />

Mail, die Kevin Trenberth verschickt<br />

hatte und deren Bekanntwerden den<br />

„Climategate“-Skandal auslöste: „The<br />

fact is that we can’t account fort he<br />

lack of warming at the moment and it<br />

is a travesty that we can’t.“ („Es ist eine<br />

Tatsache, daß wir im Moment keine<br />

Begründung für die ausbleibende Erwärmung<br />

geben können, und es ist ein<br />

Hohn, daß wir es nicht können.“)<br />

14<br />

MATRIX 3000 Band <strong>62</strong> / März/April 2011


News<br />

ge insgeheim<br />

die Verwendung genmanipulierter<br />

Nahrung akzeptiert haben. Die Sicherheit<br />

genetisch modifizierter<br />

Nahrungsmittel sei kein Thema, für<br />

das der Heilige Stuhl zuständig sei.<br />

Papst Benedikt XVI. hat sich bislang<br />

öffentlich nicht zu dem Thema geäußert.<br />

Sarkozy will<br />

historisches<br />

Denkmal verkaufen<br />

Historiker sind<br />

schockiert. Der<br />

französische Präsident<br />

Nicolas Sarkozy<br />

plant, das<br />

Hôtel de la Marine<br />

an der Place de la Concorde in Paris<br />

an private Investoren zu verkaufen.<br />

Das Gebäude ist ein wichtiges Symbol<br />

der französischen Geschichte.<br />

An diesem Ort fanden die ersten<br />

Unruhen der französischen Revolution<br />

statt, und vor diesem Gebäude<br />

wurden König Ludwig XVI. und seine<br />

Frau Marie-Antoinette auf die Guillotine<br />

geführt. Es handelt sich um<br />

eines der besterhaltenen Beispiele<br />

der Architektur des 18. Jahrhundert.<br />

Auch die Innenausstattung und Möblierung<br />

sind noch völlig intakt. Die<br />

historische Bedeutung des Gebäudes<br />

übertrifft damit sogar die von<br />

Schloß Versailles. Seit der Revolution<br />

befindet sich dort der Sitz der<br />

französischen Marinekommandantur,<br />

die ab 2014 in ein neu errichtetes<br />

modernes Hauptquartier umziehen<br />

wird. Die Regierung betont, der<br />

Unterhalt des historischen Denkmals<br />

sei zu teuer. Nun wollen private<br />

Investoren das Haus in ein Hotel<br />

für Millionäre mit Luxus-Boutiquen<br />

und Swimmingpool umwandeln.<br />

Wütender Kommentar der Historiker:<br />

„Frankreich hat seine Vergangenheit<br />

nicht verloren, es verkauft<br />

sie!“ Prominentester Frontmann der<br />

Protestbewegung gegen die Regierungspläne<br />

ist Ex-Präsident Valéry<br />

Giscard d’Estaing.<br />

Neue nicht-tödliche Laserwaffe<br />

Die amerikanische Firma Laser Energetics<br />

Inc. hat eine neuartige nicht-tödliche<br />

Laserwaffe auf den Markt gebracht.<br />

Der Laserstrahl führt zu vorübergehender<br />

Blindheit und löst gleichzeitig Übelkeit<br />

aus. Der „Dazer Laser“ wird als<br />

Handwaffe in zwei Versionen fabriziert,<br />

als „Defender“ („Verteidiger“) und als<br />

„Guardian“ („Wächter“), der auch auf<br />

einem Gewehr montiert werden kann.<br />

Der „Defender“ emittiert einen für das<br />

Auge angeblich ungefährlichen grünen<br />

Lichtstrahl mit einem Durchmesser von<br />

20 cm bis 2,5 m („Dazer Zone“) und kann<br />

eine Zielperson bis zu einer Entfernung<br />

von 2400 m treffen. Kritiker warnen davor,<br />

daß diese Waffe Verkehrsunfälle<br />

unter Beteiligung unschuldiger Personen<br />

auslösen könnte. Der Lichtstrahl<br />

blendet die Zielperson vorübergehend,<br />

stört ihr Gleichgewichtsgefühl und löst<br />

Symptome der Reisekrankheit aus. Alle<br />

Handelskrieg gegen<br />

Genfood-Gegner<br />

Die US-Botschaft in Paris hat Washington<br />

aufgefordert, einen militärisch<br />

geplanten Handelskrieg gegen<br />

diejenigen europäischen Länder zu<br />

starten, die es ablehnen, genetisch<br />

veränderten Mais zu importieren.<br />

Entsprechende Dokumente wurden<br />

auf der Internet-Enthüllungsplattform<br />

Wikileaks veröffentlicht. Die<br />

Demarche basiert auf einer Entscheidung<br />

Frankreichs, genetisch<br />

manipuliertes Saatgut der Firma<br />

Monsanto zu boykottieren. Botschafter<br />

Craig Stapleton, ein enger Freund<br />

und Geschäftspartner des früheren<br />

US-Präsidenten George Bush, bat<br />

daraufhin die US-Regierung, die EU<br />

und insbesondere die Länder, die die<br />

Verwendung von genmanipuliertem<br />

Mais ablehnen, zu bestrafen.<br />

Ein führender Think Tank in Großbritannien<br />

veröffentlichte derweil eine<br />

Studie, in der von Nahrungsverknappung<br />

und Preiserhöhungen bis zu<br />

50% bei Lebensmitteln innerhalb der<br />

nächsten zehn Jahre gewarnt wird,<br />

sollte weiterhin<br />

der großflächige<br />

Anbau genmanipulierten<br />

Getreides<br />

nicht akzeptiert<br />

werden.<br />

Während zahlreiche<br />

katholische<br />

Bischöfe<br />

in Europa vehement<br />

gegen Biotech-Nahrung<br />

zu Felde ziehen,<br />

soll der Vatikan<br />

einer weiteren<br />

Wikileaks-Publikation<br />

zufol-<br />

diese Störungen können mehrere Stunden<br />

anhalten und erschweren es, sich<br />

zu bewegen. Die Waffe wirkt sogar auf<br />

Menschen, die zum Schutz ihre Augen<br />

schließen. Der „Guardian“ verwendet<br />

einen enger gebündelten Strahl und hat<br />

eine geringere Reichweite von maximal<br />

100 m. Ihre Wirkung ist wesentlich stärker.<br />

Der „Guardian“ soll vor allem bei<br />

der Homeland Security, bei Gefängniswärtern<br />

und in der Aufruhrbekämpfung<br />

zum Einsatz kommen. Im Gegensatz<br />

zu früheren nicht-tödlichen Waffen, die<br />

zwischenzeitlich immer wieder aufgeladen<br />

werden mußten, kann der Dazer<br />

Laser kontinuierlich feuern. Er erfordert<br />

daher vom Schützen keine so hohe<br />

Treffsicherheit, sondern kann in etwa in<br />

die Zielrichtung gehalten werden und<br />

dann so lange abgefeuert werden, bis<br />

das Ziel tatsächlich getroffen ist. Dabei<br />

kommt es dann natürlich zu erheblichen<br />

„Kollateralschäden“, indem auch<br />

unschuldige Menschen in Mitleidenschaft<br />

gezogen werden.<br />

Dazer Laser<br />

(Werbeplakat des<br />

Herstellers)<br />

Band <strong>62</strong> / März/April 2011 MATRIX 3000 15


News<br />

George Soros<br />

Soros fordert<br />

Weltwährung<br />

In einem im Internet veröffentlichten<br />

Artikel fordert<br />

der global operierende Financier<br />

George Soros eine<br />

„neue Weltarchitektur“ und<br />

die Einführung eines neuen<br />

einheitlichen Weltwährungssystems.<br />

Das derzeitige System<br />

mit der führenden Weltmacht USA<br />

sei zusammengebrochen und müsse<br />

durch ein multilaterales System ersetzt<br />

werden. Eine entscheidende Rolle solle<br />

dabei der Weltwährungsfond IMF spielen.<br />

Der Dollar als Leitwährung solle abgelöst<br />

werden durch „Sonderziehungsrechte“<br />

(SDR), die vom IMF geschaffen<br />

werden. Da diese SDRs in mehreren<br />

nationalen Währungen bewertet werden,<br />

hätte keine einzelne Währung ein<br />

Übergewicht. Die Führungsrolle bei diesem<br />

Prozeß müßten die USA, China und<br />

andere hochentwickelte Länder spielen.<br />

Die Ablehnung der Globalisierung in<br />

weiten Teilen der Öffentlichkeit bezeichnete<br />

Soros als „populistische Demagogie“.<br />

Die Finanzkrise habe eine Bevölkerung<br />

mit härteren Lebensbedingungen<br />

konfrontiert, die harte Realitäten nicht<br />

wahrnehmen will. Er warnt davor, daß<br />

ein Scheitern Obamas und einer globalisierten<br />

Finanzpolitik dazu führen würde,<br />

daß die nächste US-Regierung wieder in<br />

Versuchung geraten würde, eine kriegerische<br />

„Ablenkung“ von einheimischen<br />

Problemen zu schaffen, und das sei eine<br />

ernsthafte Bedrohung der ganzen Welt.<br />

Rußland 2012:<br />

Erste "Show-Me-Card"<br />

Rußland will Lenin-Mausoleum<br />

schließen<br />

Eine von Premierminister Putins Partei<br />

„Vereintes Rußland“ organisierte Volksbefragung<br />

ergab, daß zwei Drittel der<br />

Russen befürworten würden, den einbalsamierten<br />

Leichnam Lenins aus dem<br />

Mausoleum auf dem Roten Platz in Moskau<br />

zu entfernen und auf einem Friedhof<br />

in St. Petersburg neben dem Grab<br />

seiner Mutter zu bestatten. Dies würde<br />

auch Lenins eigenen Verfügungen zu<br />

Lebzeiten entsprechen. Die sterblichen<br />

Überreste des Revolutionärs werden<br />

seit seinem Tod im Jahre 1924 in einem<br />

speziellen Mausoleum an der Kremlmauer<br />

öffentlich zur Schau gestellt. Der<br />

Verfall des Körpers wird regelmäßig mit<br />

einem speziellen Cocktail von Chemikalien<br />

aufs Neue gestoppt. Politische<br />

Beobachter glauben, Putins Partei wolle<br />

mit der Aktion vor den bevorstehenden<br />

Parlaments- und Präsidentschaftswahlen<br />

ihren Willen unter Beweis stellen,<br />

das Land zu modernisieren. „Lenin war<br />

eine extrem kontroverse politische Figur,<br />

und seine Präsenz als Hauptfigur<br />

in einer Nekropole im Herzen unseres<br />

Landes ist absurd.“, kommentierte der<br />

russische Parlamentsabgeordnete Anatoly<br />

Medinsky.<br />

In Rußland wurde ein Gesetz verabschiedet,<br />

wonach ab 2012 an die Bürger<br />

neue universelle Identitätskarten<br />

ausgegeben werden sollen, sogenannte<br />

Universal Electronic Cards<br />

(UEC). Sie sollen alle lokalen, regionalen<br />

und später auch die nationalen<br />

Ausweiskarten ablösen. Sie sollen<br />

auch eine Bezahlfunktion beinhalten.<br />

Hierzu soll eine zentrale Datenbank<br />

geschaffen werden, aus der praktisch<br />

alle persönlichen Daten eines Menschen<br />

bis hin zu seinen Bankdaten,<br />

seiner Krankenversicherung usw.<br />

abgerufen werden können. Moskaus<br />

Bürgermeister hat bereits angekündigt,<br />

daß in Zukunft auch die öffentlichen<br />

Verkehrsmittel ihre Fahrpreise<br />

mit Hilfe dieser Karten abrechnen<br />

sollen. Auch etwa 10.000 Privatunternehmen<br />

haben bereits ihre Kooperation<br />

angekündigt. Ähnliche „Show-<br />

Me-Cards“ sind bereits in Indien und<br />

Mexiko testweise im Einsatz. Die<br />

Karten sollen auch ohne unmittelbaren<br />

Kontakt aus der Ferne auslesbar<br />

sein. Der Besitzer soll allerdings in<br />

der Lage sein, Limits für finanzielle<br />

Transaktionen mit der Karte zu setzen,<br />

so daß für einen definierbaren<br />

Zeitraum ein bestimmter Maximalbetrag<br />

nicht überschritten wird.<br />

Erdbebengefahr:<br />

Was weiß die FEMA?<br />

Die US-Katastrophenschutzbehörde<br />

FEMA hat Anfang 2011 damit begonnen,<br />

in großem Stil Notfallrationen<br />

an Lebensmitteln und Decken für Katastrophenopfer<br />

für die Region New<br />

Madrid im Bundesstaat Missouri einzukaufen.<br />

Die Nahrungsmittelvorräte<br />

sollen im Fall einer Naturkatastrophe<br />

etwa sieben Millionen Menschen<br />

der Region für ca. zehn Tage versorgen<br />

können und mindestens 36 Monate<br />

haltbar sein. Pikantes Detail:<br />

Die Region New Madrid war Schauplatz<br />

der heftigsten Erdbebenserie<br />

der US-Geschichte allerdings bereits<br />

in den Jahren 1811-1812. Wissenschaftler<br />

sind sich einig, daß bis<br />

spätestens 2050 mit einem neuen<br />

Erdbeben in der Gegend zu rechnen<br />

ist. Verfügt die FEMA über unveröffentlichtes<br />

Wissen, das sie veranlaßt,<br />

gerade jetzt für diese Region derart<br />

konkrete Vorsorgemaßnahmen zu<br />

treffen, die ganz offensichtlich nicht<br />

langfristig, sondern auf die nahe Zukunft<br />

angelegt sind?<br />

16<br />

MATRIX 3000 Band <strong>62</strong> / März/April 2011


News<br />

EU plant europäische<br />

Totalüberwachung<br />

Die Europäische Union fördert mit 11<br />

Millionen Euro ein Forschungsprojekt<br />

mit dem Namen INDECT (Information<br />

System supporting Observation, Searching<br />

and Detection for Security of Citizens<br />

in Urban Environment). Es soll in<br />

europäischen Städten ein flächendekkendes<br />

Überwachungssystem installieren.<br />

Hierzu sollen alle verfügbaren<br />

Multimediadaten von Kameras am Boden<br />

mit entsprechendem Datenmaterial<br />

von Drohnen, aus Polizeidatenbanken<br />

und aus dem Internet miteinander<br />

vernetzt werden. Virtuelle Software-<br />

Agenten sollen das Material in Echtzeit<br />

sammeln und „intelligent auswerten“,<br />

um automatisch „abnormales Verhalten“<br />

von Passanten zu erkennen. Es<br />

soll auch möglich sein, „bewegliche<br />

Objekte“ über einen längeren Zeitraum<br />

zu verfolgen. Damit ist INDECT<br />

nichts anderes eine europäische Variante<br />

des vor einigen Jahren in den USA<br />

geplanten Projekts „Total Information<br />

Awareness“ (<strong>Matrix3000</strong> berichtete<br />

darüber). Das amerikanische Projekt<br />

wurde nie realisiert, es war seinerzeit<br />

vom US-Kongress durch Streichung<br />

der Gelder gestoppt worden. Die europäischen<br />

Überwachungspläne wurden<br />

jetzt vor allem durch EU-Parlamentarier<br />

an die Öffentlichkeit gebracht. Der<br />

FDP-Abgeordnete Alexander Alvaro<br />

erklärte, es sei bislang überhaupt noch<br />

nicht diskutiert worden, welche Daten<br />

erfaßt würden und wer damit verfolgt<br />

werden dürfe. Die projektbegleitende<br />

Ethikkommission gebe auch den EU-<br />

Abgeordneten keinerlei Auskünfte, z.<br />

B. darüber, wie der unpräzise Begriff<br />

„abnormales Verhalten“ eigentlich definiert<br />

sei. INDECT-Projektmitarbeiter<br />

ließen inzwischen verlautbaren, sie<br />

würden zukünftig keine sensiblen Informationen<br />

über das Projekt mehr<br />

mitteilen, da dies die „nationale Sicherheit“<br />

gefährden könnte.<br />

Kampf um Wikileaks<br />

Julian Assanges<br />

Westküsten-Senatoren<br />

fordern<br />

generellen Stop der<br />

Ölbohrungen im Meer<br />

Lebensversicherung<br />

Rupert Murdoch (links)<br />

und Julian Assange<br />

Wikileaks-Gründer Julian Assange<br />

wird seit der Veröffentlichung brisanter<br />

Depeschen amerikanischer<br />

Botschaften auf seiner Enthüllungsplattform<br />

im Internet nicht nur mit<br />

Vorwürfen wegen angeblicher Vergewaltigung<br />

und sexueller Nötigung<br />

konfrontiert. Äußerungen vieler Politiker,<br />

insbesondere aus den USA, geben<br />

Anlaß zu der Vermutung, daß er<br />

sich eines Tages in Guantánamo wiederfinden<br />

könnte oder sogar um sein<br />

Leben fürchten müßte. So bezeichnete<br />

ihn Vizepräsident Joe Biden öffentlich<br />

als „Terroristen“. Die erzkonservative<br />

„Tea-Party“-Frontfrau Sarah<br />

Palin ging noch einen Schritt weiter<br />

und verlangte, ihn als Terroristen zu<br />

verfolgen. Der Berater des kanadischen<br />

Premierministers, Tom Flanagan,<br />

forderte sogar, Assange mittels<br />

einer Drohne zu ermorden.<br />

In den USA laufen auch juristische<br />

Anstrengungen, den Wikileaks-Frontmann<br />

eventuell wegen Beihilfe zur<br />

Spionage zu belangen. Assange dagegen<br />

hat sich immer auf den Freedom<br />

of Information Act berufen und betont,<br />

er habe das Material nur veröffentlicht,<br />

nicht jedoch selbst beschafft.<br />

Wie inzwischen bekannt wurde, hat<br />

sich Julian Assange für den Fall des<br />

Falles eine Rückversicherung geschaffen,<br />

und zwar ganz im Stile der<br />

Informationsgesellschaft des 21.<br />

Jahrhunderts. Er ließ eine 1,4 Gigabyte<br />

große Datei mit dem Namen „insurance.aes256“<br />

seit August 2010 auf<br />

zahlreichen Internetforen zum Down-<br />

Angesichts der Umweltkatastrophe im<br />

Golf von Mexiko nach der Explosion der<br />

Ölförderplattform „Deepwater Horizon“<br />

brachten load ablegen. die sechs Mittlerweile Senatoren der dürften drei<br />

US-Westküstenstaaten<br />

weltweit Millionen Kopien dieser Washington, Datei<br />

Oregon existieren, und die Kalifornien allerdings einen derzeit gemeinsamen<br />

niemandem Gesetzentwurf geöffnet werden im Kongreß kann, ein, da<br />

von<br />

den sie mit sogenannten einem Passwort West Coast verschlüsselt Ocean Protection<br />

Sollte Act, allerdings wonach sämtliche Julian Assange Öl- und<br />

ist.<br />

Gasbohrungen oder der Organisation im Meer Wikileaks vor der amerikanischen<br />

zustoßen, Westküste so hat er verfügt, verboten daß werden das<br />

etwas<br />

sollen. Passwort Barbara zum Öffnen Boxer und der Dianne Datei sofort Feinstein<br />

(Kalifornien), veröffentlicht Jeff Merkley wird. In und einem Ron<br />

weltweit<br />

Interview Wyden (Oregon) mit der sowie Zeitschrift Patty Murray „New Statesman“<br />

Maria Cantwell hat Assange (Washington) auch angedeu-<br />

schlossen<br />

und<br />

sich tet, was damit der einer Inhalt Gesetzesvorlage dieser Datei sein an,<br />

die dürfte. der Kongreßabgeordnete Es handelt sich um John weitere Garamendi<br />

bereits im Repräsentantenhaus<br />

über Medien-<br />

Botschaftsdepeschen<br />

eingebracht häuser, insbesondere hat. Garamendi um hat brisante für seine<br />

Vorlage Kommunikationen schon 28 weitere mit dem Abgeordnete Milliardär<br />

des und Repräsentantenhauses Medienmogul Rupert gewonnen. Murdoch.<br />

Wie Murdoch aus dem gebietet Büro von über Senatorin ein größtenteils<br />

stramm sollen rechts auf diese ausgerichtetes<br />

Weise nicht<br />

Boxer<br />

verlautete,<br />

nur weltweites die Umwelt, Medienimperium, sondern auch die zu dem Jobs<br />

von die Millionen Hollywood-Filmstudios Bewohnern der 20th Küstenregionetury<br />

Fox, geschützt das US-TV-Netzwerk werden. Zur gleichen Fox<br />

Cen-<br />

Zeit Broadcasting attackierte Company Präsident Obama sowie große in ungewöhnlich<br />

britische Zeitungen scharfer wie Form die die Times Vertreter und<br />

von das BP Boulevardblatt sowie der mit ihnen „The kooperierenderen.<br />

US-Firmen Assange hatte Halliburton den Medienmogul<br />

und Transo-<br />

Sun“ gehöcean.<br />

auf seiner Sie hätten Wikileaks-Plattform bei der Senatsanhörung schon<br />

ein des „lächerliches Öfteren der Spektakel“ „Haßrhetorik“ geboten, bezichtigt.<br />

dem Die jeder Medien, mit dem die Finger zu Murdochs auf den<br />

bei<br />

anderen Imperium zeigte, gehören, um die haben Schuld seit auf jeher ihn<br />

abzuwälzen.<br />

besonders aggressiv Front gegen Wikileaks<br />

gemacht. So hatte der ehemalige<br />

Mitarbeiter des US-Außenministeriums,<br />

Christian Whiton, in einem<br />

Kommentar auf Fox News zu einem<br />

gewaltsamen Vorgehen gegen Wikileaks<br />

und die für das Internetportal<br />

Verantwortlichen aufgerufen.<br />

Band <strong>62</strong> / März/April 2011 MATRIX 3000 17


Politik<br />

Raus aus dem<br />

Euro?<br />

Gemeinschaftswährung läßt<br />

Europas Harmonie bröckeln<br />

Marco Meng<br />

18 MATRIX 3000 Band <strong>62</strong> / März/April 2011


Politik<br />

Eigentlich sollte die Gemeinschaftswährung<br />

zu mehr Völkerverständigung und<br />

Harmonie in Europa beitragen. Nachdem<br />

sie nun jahrelang durch geschönte<br />

Bilanzen stabil gehalten wurde, jetzt<br />

aber zu bröckeln beginnt, beginnt auch<br />

die Harmonie zu bröckeln: Feindseligkeit<br />

und Erpressung kennzeichnen in<br />

der EU die Diskussion um die „Rettung“<br />

der Währung. Ist es „uneuropäisch“,<br />

wenn man nicht die Zeche für andere<br />

bezahlen will?<br />

„Pleitegriechen“ und<br />

„häßliche Deutsche“<br />

Der Präsident der Euro-Gruppe, Jean-<br />

Claude Juncker, scheint es so zu sehen.<br />

Er hat die deutsche Regierung wegen<br />

ihrer ablehnenden Haltung zu sogenannten<br />

Euro-Bonds scharf kritisiert. Italien<br />

und Luxemburg hatten die Einführung<br />

gemeinsamer Euro-Staatsanleihen gefordert,<br />

um die Schulden von Irland,<br />

Portugal und Konsorten unter den Euro-<br />

Staaten aufzuteilen. Das widerspricht<br />

zwar den Kriterien, nach denen die Gemeinschaftswährung<br />

eingeführt wurde,<br />

doch die No-Bailout-Klausel, nach der<br />

kein Mitgliedsland für die Schulden eines<br />

anderen aufkommen soll, war schon bei<br />

der Griechenland-Hilfe sträflich ignoriert<br />

worden.<br />

D-Mark nur für Dumme?<br />

Auf der diesjährigen Tagung der „American<br />

Economic Association“ in Denver,<br />

dem größten und wichtigsten Ökonomentreffen<br />

der Welt, wurden Anfang<br />

Januar die wirtschaftlichen Probleme<br />

der Euroländer intensiv diskutiert. Das<br />

Urteil der Fachleute: „Gemessen an<br />

den Kriterien des optimalen Währungsraums<br />

hätte die Euro-Zone gar nicht errichtet<br />

werden dürfen.“ Die Ökonomen<br />

waren daher überzeugt, daß Griechenland<br />

die bilateralen Hilfskredite nicht<br />

zurückzahlen wird: „Deutschland sollte<br />

sich keine Illusionen machen - das an<br />

die Griechen verliehene Geld ist verloren“,<br />

hieß es.<br />

Immer deutlicher wird: der Euro ist<br />

ein politisch gewolltes Konstrukt, das<br />

mit ökonomischen Realitäten nicht viel<br />

zu tun hatte. Während Politiker und Medien<br />

Durchhalteparolen ausposaunen,<br />

wird es mittlerweile geradezu lächerlich,<br />

wenn man in manchen Gazetten<br />

liest, bei Menschen mit niedriger Bildung<br />

sei der Wunsch nach Rückkehr zur<br />

D-Mark besonders groß, während Höhergebildete<br />

am Euro festhalten wollten.<br />

Demnach ist, neben zahlreichen<br />

Ökonomen, auch der ehemalige Präsident<br />

der deutschen Industrie, Hans-Olaf<br />

Henkel, wohl ein Mensch mit nicht allzu<br />

hoher Bildung, denn war er früher ein<br />

Euro-Befürworter gewesen, so warnt<br />

er nun vor einem „Totalausverkauf<br />

Deutschlands“. Die Bundesregierung<br />

setze mit ihrer milliardenteuren Beteiligung<br />

an der Rettungsaktion für Irland<br />

den Wohlstand der Republik aufs Spiel.<br />

Seit Beginn der Währungsunion glänze<br />

Deutschland als Zahlmeister, während<br />

andere Länder ungeniert kassierten, so<br />

der ehemalige Top-Manager. Fest steht,<br />

daß die Unfähigkeit und Ignoranz vieler<br />

Politiker ein riesiges finanzielles Loch<br />

geöffnet hat, durch das Deutschland<br />

versinken wird, wenn es nicht bald gestopft<br />

wird. Henkel sagte darum: hätte<br />

er damals bei Einführung des Euro gewußt,<br />

was aus dieser Währung werden<br />

würde, hätte er nicht für ihn geworben.<br />

Die von der Regierung propagierte Alternativlosigkeit<br />

in punkto Griechenland<br />

stimme darüber hinaus nicht, denn es<br />

hätte zwei klare Alternativen gegeben:<br />

1. Die sogenannten PIIG-Staaten<br />

(Portugal, Italien, Irland, Griechenland)<br />

verlassen die Währungsunion - oder<br />

2. Deutschland verläßt sie.<br />

Außerdem ist er der Meinung, daß<br />

Auch wenn die Wogen nun dem ersten<br />

Anschein nach wieder geglättet<br />

sind und man sich bemüht,<br />

„Harmonie“ zu präsentieren, wurde deutlich,<br />

daß statt Frieden und Freundschaft<br />

die gemeinsame Währung Gift und Galle<br />

in die Union bringt. „Pleitegriechen“<br />

hier, „häßliche Deutsche“ dort, während<br />

die französische Zeitung „Le Monde“<br />

bezüglich der deutschen Forderung<br />

nach Sparen und Schuldenabbau titelte:<br />

„Deutschland nervt“. Inzwischen sind<br />

die Griechenland-Anleihen der französischen<br />

Banken ja mittels deutscher Steuergelder<br />

gerettet. Mag man uns jetzt wieder?<br />

Für einen Ausschluß Griechenlands,<br />

Portugals und anderer Staaten aus dem<br />

„Euro“ fehlt jede Rechtsgrundlage in den<br />

EU-Verträgen; doch ein Austritt Deutschlands<br />

aus dem Euro-Verbund ist möglich.<br />

Anscheinend kann aber hier nur zwischen<br />

Pest und Cholera gewählt werden:<br />

entweder Deutschland bleibt dabei und<br />

wird (Stichwort „Transferunion“) mit dem<br />

hier erarbeiteten Geld andere „durchfüttern“.<br />

Oder man führt die D-Mark wieder<br />

ein und wird dann von manch anderen<br />

EU-„Freunden“ mit Sicherheit die folgenden<br />

Jahre keine Freundlichkeiten zu<br />

hören bekommen. Doch selbst viele Wirtschaftswissenschaftler<br />

meinen bezüglich<br />

des Euro, ein Ende mit Schrecken wäre<br />

besser als ein Schrecken ohne Ende.<br />

Auf dieser Europakarte sind die Euro-Staaten der EU blau eingezeichnet. Rot markiert<br />

sind EU-Staaten ohne Euro. Die orangefarbenen Länder Dänemark, Litauen und Lettland<br />

haben ebenfalls eigene Währungen, aber relativ feste Wechselkurse zum Euro (WKM<br />

II). Violett markiert sind die Nicht-EU-Staaten Montenegro und Kosovo, die dennoch den<br />

Euro als nationale Währung eingeführt haben.<br />

Band <strong>62</strong> / März/April 2011 MATRIX 3000 19


Politik<br />

der Euro in der derzeitigen<br />

Version tot ist und sich letztendlich<br />

in zwei unterschiedliche<br />

Währungen aufsplitten<br />

wird.<br />

Zahlen für die Sünden<br />

anderer<br />

Tatsächlich äußern immer<br />

mehr<br />

Wirtschaftswissenschaftler<br />

nun ihre Bedenken<br />

zu den Gefahren einer Einheitswährung<br />

für eine so große und heterogene<br />

Wirtschaftszone – dabei wurden all<br />

jene, die davor schon vor zehn Jahren<br />

gewarnt hatten, als Europafeinde abgetan.<br />

Es ist jedenfalls fraglich, ob Europäische<br />

Zentralbank (EZB) und päische Kommission die Mitgliedstaaten<br />

Euro-<br />

zu hinlänglicher Haushaltsdisziplin werden<br />

anhalten können, jetzt, wo der erste<br />

Schritt getan ist, aus der EZB eine „Bad<br />

Bank“ zur Auslagerung fauler Papiere<br />

zu machen. Der Schaden, der durch<br />

den Euro bis heute angerichtet wurde,<br />

ist immens. Selbst Hans-Werner Sinn,<br />

Präsident des Ifo-Instituts, fragt sich,<br />

w a r u m<br />

w i r<br />

eigentlich ständig für<br />

die Sünden anderer<br />

bezahlen<br />

müssen:<br />

„In Irland ist das<br />

Bruttoinlandsprodukt<br />

pro Kopf 19<br />

Prozent höher als<br />

in<br />

Deutschland.<br />

Es ist schon eigenartig,<br />

wenn<br />

das arme Land<br />

das reiche retten<br />

muß. Die irischen<br />

Steuersätze<br />

sind<br />

viel niedriger als die<br />

deutschen, denn Irland<br />

ist eine Steueroase. Warum sollen<br />

wir Steueroasen, die die Spargelder aus<br />

Deutschland fortgelockt haben, was uns<br />

Arbeitsplätze gekostet hat, mit unserem<br />

Geld in die Lage versetzen, das auch<br />

weiterhin zu tun?“<br />

Beim bisherigen Euro-Rettungsschirm,<br />

der 2013 ausläuft und dann<br />

durch einen dauerhaften Krisenmechanismus<br />

ersetzt werden soll, reicht dabei<br />

das aktuelle Volumen von 750 Mrd. Euro<br />

nicht einmal aus, um größere Staaten<br />

wie Spanien aufzufangen: denn hier<br />

wäre die Last siebenmal höher als<br />

bei Irland! Die Irland-Krise zeigt dabei<br />

schön, wie ein „Wirtschaftswachstum“<br />

auf dem pier entsteht und sich<br />

Pachen<br />

ihre hohen Gehälter,<br />

Boni, Abfindungen<br />

und Pensionen ein - und der<br />

Steuerzahler bleibt auf dem<br />

Scherbenhaufen sitzen und<br />

darf die Rechnung bezahlen. Daß<br />

es nicht nur ein leeres Versprechen<br />

war, als deutsche Politiker einmal<br />

versicherten, der Euro werde so<br />

hart werden wie die D-Mark, sondern<br />

eine glatte Lüge, weiß heute<br />

jeder: man mischt D-Mark, Lire,<br />

Pesetas und Drachmen und erwartet<br />

ernstlich, daß dabei eine harte<br />

Währung herauskommt? Europapolitik<br />

scheint bei vielen Politikern vor<br />

allem eines zu bedeuten: Deutschland<br />

dann als nichts anderes<br />

als eine leere Blase<br />

erweist: ähnlich wie in<br />

Spanien sorgten Banken<br />

für einen extremen<br />

Immobilienboom.<br />

Die Bankmanager stri-<br />

bezahlt.<br />

Im Januar 2009, in einer Rede anläßlich<br />

des 10-jährigen Bestehens des Euro<br />

vor dem europäischen Parlament in<br />

Straßburg, hat der unabhängige britische<br />

Abgeordnete Nigel Farage prognostiziert,<br />

was geschieht – und wurde von<br />

anderen parteigebundenen Abgeordneten<br />

ausgelacht. Er sagte: „Die Eurozone<br />

mußte bisher noch keiner Belastungsprobe<br />

standhalten. Sie steht jedoch<br />

kurz davor. Spanien ist in wirtschaftlichen<br />

Schwierigkeiten, Italien, so haben<br />

deutsche<br />

Wirtschaftswissenschaftler<br />

mehrfach geäußert, hätte dem Euro gar<br />

nicht erst beitreten dürfen ... Aber es ist<br />

die Situation in Griechenland, auf die wir<br />

meiner Meinung nach unsere Aufmerksamkeit<br />

richten müssen… (Gelächter<br />

von anderen Abgeordneten). Ja, höhnen<br />

Sie nur - aber ist Ihnen aufgefallen, daß<br />

heute morgen auf dem Anleihenmarkt<br />

die griechischen Staatsanleihen 233<br />

Basispunkte über den deutschen handelt wurden? Ich weiß, die meisten<br />

gehier<br />

in diesem Saal wissen nicht mal,<br />

was das bedeutet.“ Heute steckt Griechenland<br />

in einer Rezession, aus der es<br />

auch in den nächsten Jahrzehnten nicht<br />

herauskommen wird: nachdem das<br />

Bruttoinlandsprodukt (BIP) bereits 2009<br />

um 2,3 Prozent zurückging, schrumpfte<br />

es 2010 um 4,2 Prozent. 2011 dürfte es<br />

20<br />

MATRIX 3000 Band <strong>62</strong> / März/April 2011


erneut um etwa drei Prozent abnehmen.<br />

Das bedeutet einen Rückgang der Wirtschaftsleistung<br />

um fast zehn Prozent<br />

in drei Jahren. Im Jahr 2014 muß der<br />

Athener Finanzminister, wahrscheinlich<br />

aber eher der deutsche Steuerzahler,<br />

voraussichtlich 20 Milliarden Euro allein<br />

für Zinsen aufbringen. Die Hilfskredite<br />

von gegenwärtig insgesamt 110 Milliarden<br />

Euro, die EU und IWF in vierteljährlichen<br />

Raten bis zum Frühjahr 2013<br />

zahlen, ändern da gar nichts, und es ist<br />

ein Irrsinn zu glauben, daß ein kaum<br />

industrialisiertes Land die industrielle<br />

Entwicklung beispielsweise Deutschlands<br />

der letzten 200 Jahre nun plötzlich<br />

nachholen würde. Von der weitverbreiteten<br />

Korruption in Griechenland<br />

ganz zu schweigen. Irland, Portugal,<br />

Spanien, Italien stehen nicht viel besser<br />

da. Selbst in Belgien explodieren<br />

mittlerweile die Schulden. Das Land<br />

hat in der Finanzkrise viel Geld in sein<br />

Bankensystem gesteckt und dabei den<br />

dritthöchsten Schuldenberg in Europa<br />

aufgebaut; nur Griechenland und Italien<br />

stehen noch schlechter da. Die aus<br />

dem Ruder laufenden Staatsschulden<br />

sind aber nur das Symptom der Krise:<br />

der wahre Kern der Probleme liege in<br />

der Heterogenität des europäischen<br />

Wirtschaftsraumes und in der mangelnden<br />

Wettbewerbsfähigkeit von<br />

Europapolitik<br />

scheint bei vielen<br />

Politikern vor allem<br />

eines zu bedeuten:<br />

Deutschland<br />

bezahlt<br />

Ländern wie Griechenland, Portugal<br />

und Irland. Und die wird sich auch in<br />

den nächsten 50 Jahren nicht grundlegend<br />

verbessern.<br />

Der Euro ist keine<br />

Naturnotwendigkeit<br />

Der Euro ist keine Naturnotwendigkeit<br />

- man hat ihn eingeführt, man kann ihn<br />

auch wieder abschaffen. Und je eher das<br />

geschieht, desto weniger teuer wird es<br />

werden. Er könne nur hoffen und beten,<br />

so Farage unlängst vor dem Europa-<br />

Parlament, daß das Euro-Projekt durch<br />

die Märkte zerstört würde, bevor es Nationalismus<br />

und Gewalt täten.<br />

Die EZB kauft derweil weiterhin die<br />

Anleihen der Krisenstaaten auf. Bislang<br />

hat man Papiere im Wert von 69 Mrd.<br />

Euro erworben – wenn die betroffenen<br />

Länder ihre Rechnungen nicht begleichen<br />

können, ist auch dieses Geld weg.<br />

Es liegt also die Vermutung nah, daß das<br />

ganze „Rettungsgerede“ vor allem auf<br />

die erfolgreiche Lobbyarbeit der Finanzbranche<br />

zurückzuführen ist, denn wenn<br />

man insolvente EU-Mitglieder stützt,<br />

tut man das ja vor allem, damit sie ihre<br />

Kredite bei den Banken zurückzahlen<br />

können: also wieder einmal bezahlt der<br />

Steuerzahler die dicken Gehälter, Boni<br />

und Pensionen der Bankmanager. Wenn<br />

der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann,<br />

wie geschehen, laut darüber<br />

nachdenkt, man solle auch Rußland in<br />

den Euro aufnehmen, um die Währung<br />

zu stabilisieren, spätestens dann ist allzu<br />

klar, wie brüchig diese Währung inzwischen<br />

ist. ■<br />

Marco Meng war 1999 und 2000 Korrespondent<br />

des Wiener Börsenkuriers<br />

in Rußland<br />

(St. Petersburg). Neben<br />

journalistischen<br />

Arbeiten ist er auch<br />

literarisch tätig (Gedichte<br />

und Kurzgeschichten<br />

und war u.a. 1999 für<br />

den Georg. K. Glaser-<br />

Literaturpreis nominiert.<br />

<strong>Matrix3000</strong>-Leser kennen bereits seine politischen<br />

und gesellschaftskritischen<br />

Texte, u.a. zur Mediendemokratie und<br />

zur politischen Situation in Rußland. Seine<br />

Werke wurden von namhaften Autoren,<br />

u.a. Robert Schneider („Schlafes Bruder“),<br />

Lutz Rathenow und Ernst Jünger,<br />

positiv rezensiert. Derzeit schreibt Marco<br />

Meng an seinem ersten Roman.<br />

Politik


Wissenschaft<br />

Bis vor Kurzem galt die allgemeine<br />

Überzeugung, der Mensch habe<br />

fünf Sinne zur Verfügung. Manche<br />

waren etwas besser, denen gestand<br />

man dann einen „sechsten<br />

Sinn“ zu. Heute kennt man bereits<br />

neun Sinne. Viele von ihnen beinhalten<br />

geheimnisvolle Fähigkeiten.<br />

Ist das schon alles, oder stehen uns<br />

noch Überraschungen bevor?<br />

Unsere Wahrnehmung spielt meistens<br />

mit Möglichkeiten, die uns<br />

allen bekannt sind, wie z. B.:<br />

1. Visuelle Wahrnehmung – Sehen<br />

2. Auditive Wahrnehmung – Hören<br />

3. Sensible Wahrnehmung – Fühlen<br />

4. Olfaktorische Wahrnehmung –<br />

Riechen<br />

5. Gustatorische Wahrnehmung –<br />

Schmecken<br />

6. Vestibuläre Wahrnehmung –<br />

Gleichgewichtssinn / auch Sinn für<br />

Gravitationswahrnehmung<br />

Damit hätten wir schon einmal sechs<br />

Sinne zusammen, also mehr, als die<br />

meisten von uns sich bisher zugestanden<br />

haben. Und wozu brauchen wir die<br />

Sinne? Damit wir im Leben – bewußt<br />

oder unbewußt – Informationen über<br />

unsere Umwelt sammeln und uns orientieren<br />

können.<br />

Wenn das schon alles wäre, dann<br />

gäbe es an unserem Bewußtsein nicht<br />

allzu viel zu entwickeln. Doch wie wir<br />

alle hoffen, hat der Homo sapiens eine<br />

Die sinnliche<br />

Welt der Sinne<br />

Zukunft. Also blieb der Wissenschaft<br />

nichts weiter übrig, als nach weiteren<br />

Aspekten menschlicher Wahrnehmung<br />

zu suchen. Und wer sucht – der findet<br />

bekanntlich auch:<br />

• Zeitwahrnehmung – läßt sich besonders<br />

schwer erfassen, weil wir Zeit<br />

sehr unterschiedlich wahrnehmen. Diesem<br />

„Sinn“ kann auch nicht direkt ein<br />

Sinnesorgan zugeordnet werden – wir<br />

haben also keine „Zeit-Nase“ –, denn<br />

Zeitwahrnehmung entsteht erst durch<br />

kognitive Vorgänge im Gehirn.<br />

• Seelische Wahrnehmung – die<br />

Möglichkeit der inneren geistigen<br />

Schau, auch das innere Selbst genannt.<br />

Dieser immens wichtige Aspekt unserer<br />

Existenz kam in der Öffentlichkeit<br />

zuerst zur Sprache im Zusammenhang<br />

mit den neuesten Erkenntnissen über<br />

die Geheimnisse von Fatima. Sie sind in<br />

jeder Hinsicht bahnbrechend und gehen<br />

vollkommen konform mit neuesten wissenschaftlichen<br />

Denkmodellen, etwa<br />

dem hologra phi schen Weltbild oder der<br />

Chaostheorie. 1<br />

• Hyperkommunikationswahrnehmung<br />

(HK-Wahr neh mung) – Ein lange<br />

Zeit wissenschaftlich um strit tener<br />

Sinn war die extrasensorische oder<br />

außersinnliche Wahrnehmung, also<br />

alles, was wir als Intuition, Inspiration,<br />

Telepathie, Präkognition usw.<br />

bezeichnen. Ein scheinbares Paradox<br />

war die Vorstellung, die „außersinnliche“<br />

Wahrnehmung als einen „Sinn“<br />

zu bezeichnen. Inzwischen aber können<br />

wir Sinnesorgane benennen,<br />

die die genannten Wahrnehmungen<br />

vermitteln. Es handelt sich um die<br />

DNA-Antennen in jeder Zelle unseres<br />

Körpers, hauptsächlich um deren<br />

Lichthülle, die sogenannte Soliton-<br />

Welle. Demzufolge handelt es sich<br />

auch nicht mehr um „außersinnliche“<br />

Wahrnehmung. Statt dessen spricht<br />

man von Hyperkommunikation. Sie<br />

eröffnet jedem von uns praktisch unbegrenzte<br />

Möglichkeiten, an Erkenntnisse<br />

und Informationen heranzukommen,<br />

unabhängig von Raum und<br />

Zeit. Es scheint aber, daß dieser Sinn<br />

nicht bei allen Menschen gleich stark<br />

entwickelt ist.<br />

In der Welt unserer Sinne wimmelt<br />

es buchstäblich von neuen Erkenntnissen.<br />

Jede für sich ist eine Überraschung.<br />

Fühlen Sie das auch schon in<br />

der Nase?<br />

Grazyna Fosar<br />

und Franz Bludorf<br />

1<br />

Genaueres hierüber in Fosar/Bludorf: Zeitfalle, 2005<br />

22<br />

MATRIX 3000 Band <strong>62</strong> / März/April 2011


Wissenschaft<br />

Die klassische<br />

Weltraumrakete<br />

hat einen dreistufigen<br />

Antrieb<br />

Band <strong>62</strong> / März/April 2011 MATRIX 3000<br />

23


Wissenschaft<br />

Rose<br />

Der Duft der Rose<br />

unterstützt den Prozeß,<br />

sich etwas zu<br />

merken, und schützt<br />

vor Ermüdung. Der<br />

Duft energetisiert<br />

und „erotisiert“.<br />

Zitrone<br />

Senkt den Level des<br />

Streßhormons Cortisol,<br />

hilft bei der<br />

Konzentration auf<br />

die Arbeit und beim<br />

Lernen. Zitrone erhöht<br />

das Gefühl der<br />

Lebensfreude.<br />

Rosmarin<br />

Der Duft des frischen<br />

Krauts verbessert<br />

die Kreativität und<br />

hilft, große Mengen<br />

an Lernstoff zu behalten,<br />

z.B. bei der<br />

Vorbereitung auf ein<br />

Examen.<br />

Zimt<br />

Der Duft des Zimtpulvers<br />

ist ein gutes Mittel<br />

für ein schwaches<br />

Gedächtnis, er unterstützt<br />

ein Gefühl von<br />

Sicherheit und Geborgenheit.<br />

Lavendel<br />

Unterstützt das Erreichen<br />

der Tiefschlafphase.<br />

Beruhigt die<br />

Nerven, harmonisiert<br />

und reinigt die Raumatmosphäre<br />

und vertreibt<br />

nebenbei noch<br />

Motten.<br />

Pfefferminz<br />

Steigert die Leistung<br />

des Organismus, auch<br />

beim Sport. Pfefferminz<br />

wirkt angenehm<br />

kühlend und verleiht<br />

ein Gefühl der Reinheit,<br />

wirkt krampflösend.<br />

Kaffee<br />

Am Kaffee zu riechen,<br />

ist in der Wirkung fast<br />

so gut wie das Trinken<br />

einer Tasse Kaffee.<br />

Es liquidiert Müdigkeit<br />

und Erschöpfung.<br />

Seit langer Zeit diskutiert man in der<br />

Wissenschaft,ob der Mensch mit der<br />

Nase Emotionen empfinden kann.<br />

Zum Beispiel Furcht und Angst.<br />

Die Welt der Düfte<br />

Übrigens – man sagt nicht, daß etwas<br />

stinkt. Es riecht … und das auch nur,<br />

wenn es gar nicht anders geht.<br />

Haben sie sich schon einmal Gedanken<br />

gemacht, wie es wäre, wenn wir alle<br />

so gut schnuppern könnten wie Hunde?<br />

Nein? Kein Problem: die Wissenschaftler<br />

von der Berkeley-Universität in Kalifornien<br />

haben „die Nase vorn“ und ein<br />

paar originelle Gedanken noch dazu. Sie<br />

führten ein Experiment mit 32 Personen<br />

durch. Allen Teilnehmern wurden die<br />

Augen verbunden, die Ohren verstopft,<br />

und sie mußten ihre Hände mit Handschuhen<br />

bedecken. Ihre Ellbogen und<br />

Knie wurden mit besonderem Schutz<br />

ausgestattet. So ausgerüstet sollten sie<br />

auf allen Vieren gehen und sich möglichst<br />

wie ein Hund benehmen. Im Gras<br />

wurde flüssige Schokolade aufgesprüht,<br />

und die Teilnehmer sollten ihr Aroma<br />

finden, danach aber noch mit der Nase<br />

am Boden mit diesem Duft einen gekennzeichneten<br />

komplizierten Weg aufspüren.<br />

Diese Aufgabe war gar nicht so<br />

einfach. Wenn Sie wollen, probieren sie<br />

es in ihrem eigenen Garten aus, falls sie<br />

einen haben. Der Duft der Schokolade<br />

mischt sich mit dem Duft des Grases,<br />

der Erde und vielen anderen subtilen<br />

Düften. Eine liebe Hundenase könnte<br />

eine solche Aufgabe schnell lösen, ein<br />

Hund hat in seiner Nase 220 Millionen<br />

Rezeptoren, die auf Duftteilchen reagieren.<br />

Aber ein Mensch? Es war doch eine<br />

kleine Sensation, aber 2/3 der Teilnehmer<br />

konnten tatsächlich den Schokoladenweg<br />

im Ganzen gut lokalisieren.<br />

Die Anatomie beschreibt die Nase<br />

als ein Organ, das sowohl die<br />

Nasenlöcher als auch die Nasenhöhle<br />

umfaßt. Beim Menschen unterscheidet<br />

man Nasenwurzel, Nasenrücken,<br />

Nasenspitze und die seitlichen<br />

Nasenflügel.<br />

Die Nase ist ein Teil unserer Atemwege.<br />

Die Nasenlöcher führen in das<br />

Innere der Nase. Durch die Nase wird<br />

die Atemluft ein- und ausgeatmet. Was<br />

vielleicht nicht alle wissen – beim Menschen<br />

findet die Nasenatmung in körperlicher<br />

Ruhe nicht gleichmäßig durch<br />

beide Nasenlöcher statt. Man bezeichnet<br />

diesen Prozeß als Nasenzyklus. Der<br />

Luftstrom durch jeweils ein Nasenloch<br />

ist verringert, um eine Regeneration<br />

seiner Schleimhaut zu ermöglichen.<br />

Nach einer gewissen Zeit wechselt der<br />

Hauptstrom zum jeweils anderen Nasenloch.<br />

Bei einer gesunden Nase merken<br />

wir davon nichts.<br />

Die Regio olfactoria der Nase ist Sitz<br />

des Geruchsorgans und damit der olfaktorischen<br />

Wahrnehmung.<br />

Wie können wir gut schnuppern?<br />

Prof. Noam Sobel von der University of<br />

California hat entdeckt, daß wir alle in<br />

unserem Gehirn einen birnenförmigen<br />

Bereich haben, der als „Riechkolben“<br />

(bulbus olfactorius) bezeichnet wird. Er<br />

befindet sich im vorderen Teil des Gehirns<br />

zwischen den Augen. Gerade dieser<br />

Bereich ist eine Art Verstärker, mit<br />

dem wir die Leistung der Nase verbessern<br />

können. Hier sitzt unsere Sensibilität<br />

auf alle Düfte.<br />

Der Riechkolben verursacht, daß<br />

Duftimpulse einen sehr starken Einfluß<br />

auf die Arbeit unseres Gehirns haben.<br />

Impulse von der Nase leitet er in die<br />

anderen Regionen des Gehirns weiter<br />

und kann somit immens stark unser<br />

Gedächtnis und unsere Emotionen beeinflussen.<br />

Wissenschaftler von der Northumbria-Universität<br />

in England haben in<br />

einem Hörsaal Rosmarin-Öl versprüht<br />

und 48 Studenten einem Gedächtnistest<br />

unterzogen. Alle haben die Tests besser<br />

bestanden und waren weniger müde als<br />

die Kontrollgruppe in einem anderen<br />

Saal ohne Duft. Gute Verstärker für unser<br />

Gedächtnis sind auch der Duft von<br />

Pfefferminz, Zimt und Veilchen.<br />

Untersuchungen an der Harvard-<br />

Universität zeigten, daß der Duft der<br />

Rose eine große Rolle bei der Konsolidierung<br />

von Erinnerungen spielt.<br />

Rosenduft hilft bei der Übertragung<br />

neuer, frischer Informationen in den<br />

Hippocampus, wo wir die Informationen<br />

speichern und im Langzeitgedächtnis<br />

behalten.<br />

Düfte haben auch einen großen Einfluß<br />

auf die Leistungen unseres Körpers.<br />

Es reicht, in einer Sporthalle etwas<br />

Pfefferminzöl zu versprühen, und<br />

alle Sportarten, die die Sportler dort<br />

trainieren, werden beeinflußt. Die Ergebnisse<br />

sind besser sowohl beim Gewichtheben<br />

als auch beim 400-Meter-<br />

Lauf usw. Nach Untersuchungen der<br />

University of California wurde klar,


Wissenschaft<br />

daß ein Pfefferminzöl-Spray durch die<br />

Nase eines Sportlers das Endergebnis<br />

und den Sieg bestimmen kann.<br />

Die Wirkung einiger Düfte sehen<br />

Sie im nebenstehenden Insert.<br />

Auf diese Weise konnte die Wissenschaft<br />

die Wirksamkeit traditionell<br />

überlieferter Aromatherapien<br />

bestätigen.<br />

Der Duft der Angst<br />

Seit langer Zeit diskutiert man in der<br />

Wissenschaft, ob der Mensch mit der<br />

Nase Emotionen empfinden kann. Zum<br />

Beispiel Furcht und Angst.<br />

Die Antwort auf diese Frage haben<br />

die neuesten Untersuchungen mit Hilfe<br />

der Magnetresonanztomographie des<br />

Gehirns gegeben. Auf dem MRT-Monitor<br />

wurden Gehirne von Testpersonen<br />

beobachtet. Zuerst mußten sie an T-<br />

Shirts riechen, die Personen bei ihrem<br />

ersten Fallschirmsprung getragen hatten.<br />

Dann gab man der Gruppe T-Shirts<br />

zum Riechen, die reichlich verschwitzt<br />

waren nach dem Besuch in einem Fitneßstudio.<br />

Für die Probanden rochen<br />

alle diese T-Shirts ungefähr gleich –<br />

eben nach Schweiß. Wie sich jedoch<br />

zeigte, wurden im Fall der T-Shirts der<br />

Fallschirmspringer Gehirnzentren aktiv,<br />

die für Angstgefühle zuständig sind.<br />

Das bedeutet allerdings, daß unser Gehirn<br />

in der Lage ist, einen Duft der Angst<br />

zu registrieren, den wir mit der Nase<br />

nicht bewußt wahrnehmen. Was noch<br />

interessant ist – wir antworten auf diesen<br />

Impuls dann auch mit Angst.<br />

Wie wir sehen, sind Düfte ein fast<br />

perfekter Zugang zu unseren Gefühlen<br />

und unserem Unterbewußtsein.<br />

Um so bedauerlicher ist es, daß unsere<br />

Welt den Duft langsam zu verlieren<br />

scheint. Noch im 19. Jahrhundert<br />

breitete sich der Duft der Wiesenblumen<br />

etwa 1200 Meter aus. Heute sind<br />

es nur noch 200, und das ist nicht<br />

das einzige Beispiel. 2 Wissenschaftler<br />

warnen, daß unsere Zukunft geruchlos<br />

sein könnte. Sie halten es für<br />

denkbar, daß man eines Tages, um<br />

zum Beispiel das Aroma frisch gepflückter<br />

Erdbeeren wahrzunehmen,<br />

ein Museum historischer Düfte aufsuchen<br />

muß.<br />

Sehen – ein Spiel von Licht<br />

und Farbe<br />

Aber bevor das passiert, gehen wir<br />

zuerst in den Louvre. Und wenn da etwas<br />

komisch riecht, dann ist das kein<br />

Ausstellungsstück, sondern ein paar<br />

Moleküle eines Reinigungsmittels.<br />

Wäre es denkbar, daß Sie das wahre<br />

Lächeln der „Mona Lisa“ noch nie<br />

gesehen haben?<br />

Dies jedenfalls behauptet Margaret<br />

Livingstone, Professorin für<br />

Neurobiologie an der Harvard-Univer<br />

sität.<br />

Was die meisten von uns für das<br />

Lächeln der Mona<br />

Lisa halten, ist eigentlich<br />

nur ein<br />

Grinsen, und noch<br />

dazu eines, das<br />

zu verschwinden<br />

scheint, je genauer<br />

wir hinsehen.<br />

Margaret Livingstone<br />

gibt uns<br />

einen Tipp, wie wir<br />

die Mona Lisa betrachten<br />

sollten:<br />

„Schaut zuerst auf<br />

ihre Lippen, dann<br />

auf den Hintergrund<br />

über ihrem<br />

Eine Hundenase<br />

enthält<br />

220 Millionen<br />

Rezeptoren,<br />

die auf Düfte<br />

reagieren.<br />

Kopf. Bewegt die Augen danach zu<br />

ihren Händen, dann wieder auf ihre<br />

Augen und Lippen. Wiederholt diese<br />

Reihenfolge mehrmals. Das Lächeln<br />

der Mona Lisa ist deutlicher und<br />

strahlender, wenn man von ihr den<br />

Blick abwendet. Schaut man direkt<br />

auf ihr Gesicht, dann scheint es zu<br />

verschwinden.“<br />

Der Geruch von Angstschweiß ist<br />

ein Warnsignal, das von anderen<br />

Menschen unbewußt wahrgenommen<br />

und interpretiert wird (Foto: Rice<br />

University, Houston, Texas).<br />

Wo liegt das Geheimnis? Der Ausdruck<br />

der Lippen der Mona Lisa wird<br />

unterschiedlich wahrgenommen in<br />

zwei verschiedenen Bereichen unseres<br />

Sehens. Wir sehen das Lächeln<br />

deutlich, wenn wir vom peripheren<br />

Sehen Gebrauch machen, also den<br />

Fokus unseres Sehens auf andere<br />

Teile des Bildes lenken. Das periphe-<br />

2<br />

Mehr dazu in Fosar/Bludorf: Der Geist hat keine Firewall, 2009<br />

Band <strong>62</strong> / März/April 2011 MATRIX 3000 25


Wissenschaft<br />

Die drei Ausschnitte aus dem Bildnis<br />

der Mona Lisa zeigen unterschiedliche<br />

Wahrnehmungsformen: Links bei<br />

peripherem Sehen, rechts bei fokussierter,<br />

zentraler Wahrnehmung. Das<br />

mittlere Bild zeigt einen Zwischenzustand<br />

zwischen den zwei Extremen.<br />

Das Lächeln ist bei peripherem<br />

Sehen am deutlichsten.<br />

Bild: Margaret Livingstone<br />

Das wahre Lächeln der<br />

Mona Lisa von Leonardo<br />

da Vinci wurde erst<br />

jetzt mit Hilfe anderer<br />

Wahrnehmungstechniken<br />

enträtselt.<br />

re Sehen gibt uns vor allem Informationen<br />

über großflächigere Elemente<br />

des Gesichts. Wir sehen in so einem<br />

Fall bestimmte Schattierungen auf<br />

dem Gesicht, hervorgerufen durch die<br />

Lippen, die sich zum Lächeln bereit zu<br />

machen scheinen. Wenn wir allerdings<br />

direkt auf ihre Lippen schauen, benutzen<br />

wir das zentrale Sehen, das uns die<br />

Wahrnehmung von Details ermöglicht.<br />

In dieser detaillierteren Schau läßt sich<br />

das Lächeln nicht mehr festhalten.<br />

Margaret Livingstone hat ihre Erfahrungen<br />

dokumentiert, indem<br />

sie drei unterschiedliche Versionen<br />

von dem entscheidenden Ausschnitt<br />

des Bildes angefertigt hat. Der aus großer<br />

Nähe bei zentralem Sehen wahrgenommene<br />

Ausschnitt wirkt flach und<br />

ohne Ausdruck. Der zweite Ausschnitt<br />

wurde aus größerer Entfernung angefertigt,<br />

und hier können wir das Gesicht<br />

schon ganzheitlicher wahrnehmen und<br />

so etwas wie eine Ankündigung des Lächelns<br />

erahnen. Auf dem dritten Bild, bei<br />

dem Livingstone seitlich stand, in noch<br />

größerer Entfernung und unter einem<br />

anderen Winkel, lächelt die Mona Lisa<br />

wirklich.<br />

Die moderne Neurobiologie weiß,<br />

daß die visuelle Wahrnehmung ein<br />

komplizierter Vorgang ist, bei dem ganz<br />

unterschiedliche Informationen zusammenspielen.<br />

Dazu gehören etwa Farben,<br />

Formen, Perspektiven etc. Diese Daten<br />

werden in unterschiedlichen Zellen des<br />

Gehirns verarbeitet und erst dann mit<br />

Hilfe sogenannter Interaktionen zweiter<br />

Ordnung wieder zu einer Gesamtwahrnehmung<br />

zusammengefügt. Welche<br />

Bedeutung die einzelnen Informationen<br />

für unsere Wahrnehmung haben, hängt<br />

vor allem von den sogenannten Raumfrequenzen<br />

ab. Sie sind ein Maß für den<br />

Detailreichtum eines Bildes, genauer<br />

gesagt, für die Anzahl der Kanten, die<br />

pro Grad Sehwinkel wahrgenommen<br />

werden.<br />

Beim peripheren Sehen ist die<br />

Raumfrequenz niedrig. Kleinere Details<br />

verschwimmen und werden als großflächige<br />

Licht- und Schattenstrukturen<br />

wahrgenommen. So entstehen Eindrücke<br />

von Dreidimensionalität oder sogar<br />

26<br />

MATRIX 3000 Band <strong>62</strong> / März/April 2011


Wissenschaft<br />

Das Spiel der Licht reflexe auf dem Was ser in Claude<br />

Monets Gemälde „Impression soleil levant“ ist<br />

allein in den Farbtönen versteckt.<br />

Zum Vergleich eine schwarz-weiße Reproduktion<br />

des Bildes. Hier sind die Sonne und die Licht reflexe<br />

praktisch nicht sichtbar.<br />

von Bewegung. Bei der zentralen, fokussierten<br />

Wahrnehmung dagegen ist die<br />

Raumfrequenz hoch. Wir sehen anstelle<br />

der Schatten jetzt ein Muster aus feineren<br />

Details, während der Gesamteindruck<br />

des Bildes verflacht.<br />

Ob Leonardo da Vinci sich wirklich der<br />

Verarbeitung visueller Eindrücke im Gehirn<br />

bewußt war, bleibt zweifelhaft. Der<br />

gezielte Einsatz der Wahrnehmungsunter<br />

schiede bei peripherem und zentralem<br />

Sehen zur Erzielung bestimmter<br />

optischer Effekte bei der Mona Lisa kann<br />

jedoch kein Zufall gewesen sein. Darin<br />

bestand gerade seine Genialität. Kunst<br />

öffnet für uns die Welt der Illusion, die<br />

wir als faszinierend empfinden.<br />

Das Paradox und seine Magie<br />

Und damit kommen wir noch einmal<br />

zurück zu Margaret Livingstone. Sie arbeitete<br />

viele Jahre mit dem Nobelpreisträger<br />

David Hubel zusammen, der den<br />

Preis bekommen hat für seine Entdeckungen<br />

über Informationsverarbeitung<br />

im Sehwahrnehmungssystem. Dieses<br />

hochkarätige Duo suchte nach Zellen im<br />

Gehirn, die visuelle Eindrücke bzgl. Farben,<br />

Tiefe und Bewegung verarbeiten –<br />

und wurde fündig:<br />

Der Mensch hat zwei Systeme visueller<br />

Wahrnehmung. Das erste unterscheidet<br />

Farben, das zweite analysiert<br />

die Intensität des Lichts. Genau wie Leonardo<br />

da Vinci hatten auch andere geniale<br />

Maler, z. B. Claude Monet, dieses<br />

Wissen verinnerlicht, lange bevor die<br />

Wissenschaft es entdeckte.<br />

Als im Jahre 1874 Monets Bild „Impression<br />

soleil levant“ in<br />

Paris erstmals ausgestellt<br />

wurde, erntete der Maler<br />

von allen Seiten beißende<br />

Kritik und Empörung. Der<br />

Der Mensch hat zwei Systeme<br />

visueller Wahrnehmung -<br />

für Farben und<br />

Lichtintensitäten<br />

renommierte Kunstkritiker<br />

Louis Leroy schrieb:<br />

„Eine Tapete im Urzustand ist ausgearbeiteter<br />

als dieses Seestück.“<br />

Aber die Geschichte hatte ein Happy<br />

End. Heute ist gerade dieses Bild Monets<br />

nicht nur eines der Prunk stücke des Pariser<br />

Musée Marmottan Monet, sondern<br />

es erwies sich als so wegweisend, daß<br />

es einer ganzen Stil richtung der Kunst<br />

ihren Namen gab: Impressionismus.<br />

Besonders ungewöhnlich an diesem<br />

Gemälde sind der Glanz der Sonne und<br />

seine Reflexionen auf der Wasseroberfläche.<br />

Das ganze Bild wirkt so, als hätte<br />

der Maler das Motiv nur peripher gesehen.<br />

Dadurch führen die Lichtreflexe auf<br />

dem Wasser schon wieder ein Eigenleben,<br />

so wie das Lächeln der Mona Lisa.<br />

Wenn ein optischer Effekt so beschaffen<br />

ist, daß er nicht von beiden<br />

visuellen Systemen wahrgenommen<br />

werden kann, betreten wir in diesem<br />

Moment die Welt der Illusion.<br />

Genau das ist bei Monets Bild der<br />

Fall. Das scheinbar lebendig pulsierende<br />

Spiel der Lichtreflexe auf dem Wasser<br />

hat Claude Monet allein über die<br />

Farbe realisiert. Dies konnte Margaret<br />

Livingstone nachweisen mit Hilfe einer<br />

Schwarzweiß-Reproduktion des Bildes.<br />

Dort sind die Reflexe, ebenso die Sonne,<br />

praktisch verschwunden. Der Grund ist<br />

ganz einfach: Der Orangeton des Sonnenlichts<br />

hat in etwa den gleichen Helligkeitswert<br />

wie der Blauton des Wassers<br />

bzw. des Himmels. Bei der Schwarzweiß-Reproduktion<br />

werden daher beide<br />

Farbtöne in fast gleiche Graustufen<br />

umgewandelt. Jeglicher Kontrast ist in<br />

dem Schwarzweiß-Bild verschwunden.<br />

Claude Monet hat den Effekt der Lichtreflexe<br />

vor dem zweiten visuellen System<br />

der menschlichen Wahrnehmung,<br />

das die Intensität des Lichtes analysiert,<br />

meisterhaft versteckt.<br />

Meisterhaft deshalb, weil dadurch die<br />

beiden visuellen Wahrnehmungssysteme<br />

im Gehirn beim Betrachten dieses<br />

Bildes widersprüchliche Informationen<br />

liefern. Genau das macht die Magie des<br />

Bildes aus. Das Paradoxe ist es, das immer<br />

unsere Aufmerksamkeit erweckt<br />

und uns fasziniert. Gleichzeitig motiviert<br />

es uns, den Widerspruch zu lösen. Und<br />

das ist auch gut so. ■<br />

[Anm. d. Red.: In die Welt des Schmeckens<br />

entführen wir Sie im <strong>Matrix3000</strong>-Sonderheft<br />

„Gesundheit“ – Sind Emotionen eßbar?]<br />

Quellen:<br />

Grazyna Fosar, Franz Bludorf: Der Geist hat<br />

keine Firewall. 2009<br />

Margaret Livingstone: Vision and Art: The<br />

Biology of Seeing. 2002<br />

Band <strong>62</strong> / März/April 2011 MATRIX 3000 27


Quantessenz<br />

Spezial: Weltweites Tiersterben<br />

Silvesterabend 2010. Kurz vor Mitternacht wurden die Einwohner der kleinen<br />

Stadt Beebe im US-Bundesstaat Arkansas Zeugen eines unheimlichen Geschehens.<br />

Urplötzlich fielen Tausende toter Vögel vom Himmel, fast ausnahmslos<br />

Rotschulterstärlinge. Geschockte Passanten wurden von ihnen am Kopf getrof-<br />

fen oder mußten einen Schirm aufspannen, um sich zu schützen.<br />

Untersuchungen ergaben, daß die Tiere durch<br />

„multiple physische Traumata“ getötet wurden, d.<br />

h. durch zahlreiche innere Verletzungen und Blutungen,<br />

so als ob sie in vollem Flug gegen ein Hindernis geprallt wären. Es hieß,<br />

den Tieren sei „die Leber geplatzt.“ Angeblich waren die Tiere „durch das Silvesterfeuerwerk<br />

erschreckt“ worden und dann orientierungslos gegen Hauswände<br />

geflogen. Eine lächerliche Erklärung, denn zahlreiche Tiere wurden auf<br />

freiem Feld gefunden, wo es weit und breit keine Häuser oder Bäume gab. Auch<br />

Turbulenzen, Wirbelstürme, Hagel etc. erklären das Geschehen nicht, das im<br />

Grunde bereits tags zuvor begonnen hatte...<br />

Am 30. Dezember 2010 wurden an den Ufern des Arkansas River fast 100.000<br />

tote Fische, zumeist Trommlerfische, angeschwemmt, nur 160 km von Beebe<br />

entfernt. Ein außergewöhnlicher räumlicher und zeitlicher Zusammenhang!<br />

Silvester-Vogelsterben 2010<br />

• Baton Rouge, Louisiana: Am 3. Januar 2011<br />

wurden über 500 tote Vögel – hauptsächlich<br />

Stärlinge und Amseln – entlang eines Highways<br />

gefunden, etwa 500 Kilometer südlich<br />

von Beebe. Die Tiere hatten zahlreiche innere<br />

Verletzungen und Blutgerinnsel, und auch sie<br />

mußten gegen ein Hindernis geflogen sein,<br />

das es am Ort des Geschehens nicht gab.<br />

• Murray, Kentucky: Kurz danach wurden<br />

mehrere hundert tote Vögel auch in diesem<br />

Teil des Landes entdeckt.<br />

• Chesapeake Bay, Maryland: Am 6. Januar<br />

wurden rund zwei Millionen tote Fische am<br />

Strand angeschwemmt.<br />

• Port Orange, Florida: Tausende Fische trieben<br />

tot in einem Priel vor der Küste. Dem Massensterben<br />

fielen auch Pelikane und<br />

sogar Säugetiere wie Manatis (Seekühe)<br />

und Fledermäuse zum Opfer.<br />

• Paranguá, Brasilien: 100 Tonnen toter Fische<br />

an der Atlantikküste angeschwemmt.<br />

• Neuseeland: Massen-Fischsterben an der<br />

Nordküste, zahlreiche tote Pinguine gestrandet.<br />

• Falköping (Schweden): Rund 100 Dohlen fielen<br />

tot vom Himmel<br />

• Faenza bei Bologna (Italien) In der Innenstadt<br />

zahllose tote Turteltauben auf Straßen, Plätzen,<br />

Häusern und Gärten.<br />

• Grafschaft Kent, Kanalküste (England): Etwa<br />

40.000 tote Krabben angeschwemmt.<br />

• Stockton, Wisconsin: Am Morgen des 14. Januar<br />

2011 auf einer Weide ca. 200 verendete<br />

Rinder aufgefunden.<br />

Übrigens - es gibt keine Berichte über Massensterben<br />

aus Rußland…<br />

Und es ging weiter...<br />

Wissenschaftler suchen bislang vergeblich<br />

nach Erklärungen für das weltweite<br />

Massentiersterben. Das Tor zu Spekulationen<br />

jeglicher Art öffnete sich: Ist<br />

HAARP verantwortlich oder die Chem-<br />

trails? Christliche Fundamentalisten in<br />

den USA sprachen von der beginnenden<br />

Apokalypse, auch im Zusammenhang<br />

mit dem ominösen<br />

Jahr 2012. Wirklich weitergeholfen<br />

hat von diesen Hypothesen keine.<br />

Ganz offenbar sind elektromagnetische<br />

Kräfte beteiligt (siehe „Unerklärliche<br />

28 MATRIX 3000 Band <strong>62</strong> / März/April 2011


Quantessenz<br />

Lokale Fälle von Massensterben bei Vögeln wurden auch schon früher bekannt.<br />

Ein sehr drastischer Bericht aus dem Jahre 1983 kann vielleicht etwas<br />

mehr Licht in das Geheimnis bringen (Vorsicht: Nichts für schwache<br />

Nerven!): In Stary Radziejow in der polnischen Region Kujawsko-Pomorskie<br />

(Pommern) beobachtete ein Bauer, wie ohne erkennbare Ursache zahlreiche<br />

Vögel, hauptsächlich Saatkrähen, Dohlen und andere Rabenvögel, zu<br />

Boden fielen. „Es war mir klar, daß ich Zeuge von einem ungewöhnlichen<br />

Ereignis wurde. Die Vögel flogen fast exakt im Kreis. Sie kamen aus allen<br />

Richtungen, so als ob sie von etwas stark angezogen worden wären. Plötzlich,<br />

wie unter der Wirkung einer unbekannten Kraft, begannen sie chaotisch<br />

mit den Flügeln zu flattern und konnten das Gleichgewicht nicht mehr<br />

halten. Sie fielen schließlich zu Boden. Sehr merkwürdig war der Moment,<br />

als die Vögel herunterstürzten. Es war so, als ob sie auf eine unsichtbare<br />

Wand geprallt wären, die sich in einer Höhe von etwa 40 Metern befand.“<br />

Das Ganze spielte sich in einer Zone von nur<br />

etwa 300 mal 300 Metern ab. Vögel außerhalb<br />

dieses Bereichs konnten normal fliegen. Kleinvögel<br />

wie z. B. Spatzen, die in geringer Höhe flogen, unterhalb von 40 Metern,<br />

konnten die Gefahrenzone durchqueren. Die geheimnisvolle Kraft bzw. das<br />

Feld schien auf diese Vögel nicht zu wirken.<br />

Ein Tierarzt, der ebenfalls Augenzeuge wurde, war erschüttert, daß die<br />

zu Boden gefallenen Vögel nicht sofort tot waren: „Die sterbenden Tiere<br />

schrien laut. Vielleicht aus Angst oder auch vor Schmerz, ich weiß es nicht.<br />

Sicher ist – ihr Tod war qualvoll.“<br />

Unerklärliche Kräfte<br />

Die Eulen...<br />

... sind auch nicht das,<br />

was sie zu sein scheinen<br />

Im gleichen Zeitraum Anfang Januar<br />

2011 wurde auch abnormales<br />

Verhalten bei lebenden Tieren<br />

beobachtet. Am 17. Januar wurden<br />

die Bewohner der Kleinstadt<br />

Túrkeve im östlichen Ungarn<br />

einer Reuters-Meldung zufolge<br />

Zeugen einer regelrechten<br />

Masseninvasion von Uhus. Die<br />

bedrohten, unter Naturschutz<br />

stehenden großen Eulen sind in<br />

Ungarn sehr selten. In manchen<br />

Bäumen im Zentrum von Túrkeve<br />

saßen an jenem Tag bis zu 60<br />

der prachtvollen Tiere und beobachteten<br />

am hellichten Tag, was<br />

um sie herum vorging. Die Uhus<br />

blieben friedlich. Es kam zu keinen<br />

Angriffen auf Menschen oder<br />

andere Tiere. Für Ornithologen<br />

war der Vorfall eine Weltsensation.<br />

Uhus sind normalerweise<br />

scheue Einzelgänger, treten nicht<br />

in Schwärmen auf und meiden<br />

menschliche Siedlungsgebiete.<br />

Die Erde wird flexibler<br />

Kräfte“). Es ist bekannt, daß Vögel<br />

mit einem speziellen Sinnesorgan<br />

Magnetfelder wahrnehmen und sich<br />

so orientieren können. Neuesten<br />

Erkenntnissen zufolge beschleunigt<br />

sich die Verschiebung des magnetischen<br />

Südpols derzeit<br />

erheblich. Er bewegt sich<br />

momentan etwa mit 55 km<br />

pro Jahr in Richtung Sibirien.<br />

Der magnetische Nordpol in der<br />

Antarktis bleibt gleichzeitig nahezu<br />

ortsfest. Dies deutet auf eine erhebliche<br />

Destabilisierung des Erdmagnetfeldes<br />

hin. Mehrere Flughäfen<br />

mußten schon vorübergehend<br />

geschlossen werden, um die Rollbahnbeschriftungen<br />

den neuen Gegebenheiten<br />

anzupassen.<br />

Es gibt möglicherweise sogar einen<br />

Einfluß auf die Erdrotation, also auf<br />

die geographische Erdachse. Die<br />

Einwohner Grönlands mußten erleben,<br />

daß die aufgehende Sonne im<br />

Januar 2011 zwei Tage früher als<br />

normal die Polarnacht beendete.<br />

Band <strong>62</strong> / März/April 2011 MATRIX 3000<br />

29


Wissenschaft<br />

Neue Fragen zu<br />

<strong>Apollo</strong> - <strong>Missionen</strong><br />

NASA veröffentlicht umstrittene Fotos<br />

Gernot L. Geise im Gespräch mit Ala Schönberger,<br />

Sebastian Schneikert und Grazyna Fosar<br />

Der bekannte Sachbuchautor Gernot L. Geise beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem<br />

Thema Mond. Er veröffentlichte die Bücher „Der Mond ist ganz anders“, „Die dunkle Seite<br />

von <strong>Apollo</strong>“ sowie „Die Schatten von <strong>Apollo</strong>“. <strong>Matrix3000</strong>-Lesern ist der Autor vor allem<br />

durch seine kritischen Analysen der NASA-Fotos von den <strong>Apollo</strong>-Mondlandungen bekannt,<br />

über die wir schwerpunktmäßig in <strong>Matrix3000</strong> Band 31 berichteten. Darüber hinaus<br />

publiziert Gernot L. Geise über Geheimnisse alter Kulturen. Er ist Vorsitzender des<br />

Vereins EFODON e. V., der sich mit der Erforschung ungelöster Rätsel der Welt befaßt und<br />

sechs Mal jährlich das Magazin Synesis herausgibt.<br />

Ala Schönberger: Im Zuge unserer Arbeit für das Projekt „Innsicht“,<br />

eine Zeitschrift der Universität Passau, beschäftigen<br />

wir uns mit Verschwörungstheorien, insbesondere mit der<br />

Mondlandungsverschwörung. Als einer der führenden Vertreter<br />

der Theorie, auf den wir uns sehr gerne berufen würden,<br />

würden wir Sie bitten, uns mit einigen Antworten weiterzuhelfen.<br />

Um eine möglichst ausgewogene Darstellung der beiden<br />

Positionen gewährleisten zu können, wären wir auf Ihre Antworten<br />

angewiesen.<br />

Wie erklären Sie die Tatsache, daß Originalaufnahmen immerzu<br />

verschwinden, nachdem sie bereits durch die Medien<br />

kursiert und dort als Kopien vorhanden sind? Gemeint sind<br />

die Filmaufnahmen der NASA während der Landung, die nach<br />

deren Angaben durch verworrene Wege an unterschiedliche<br />

Institutionen weitergereicht wurden, sowie die Aufnahmen<br />

der Landestelle durch die indische Chandrayaan-1-Mission<br />

vom November 2009. Letztlich gibt es, unseren Recherchen<br />

zufolge, keine Mitschnitte der Radioskopie, die den Funkverkehr<br />

mit <strong>Apollo</strong> mitgehört haben wollen. Welche Informationen<br />

könnten die Originale geben, die die Medienkopien nicht<br />

offenbaren - oder ist dies reiner Zufall?<br />

Gernot L. Geise: Wieso Originalaufnahmen bei der NASA verschwinden,<br />

kann ich natürlich nicht erklären. Um der NASA<br />

nicht zu unterstellen, daß hier eine Absicht vorliegt, glaube<br />

ich eher, daß es sich um reine Schludrigkeit handelt. Ich kann<br />

mir auch nicht vorstellen, daß auf den Originalaufnahmen<br />

andere Dinge zu sehen sein sollen als auf den Kopien, davon<br />

abgesehen, daß die Originalaufnahmen vielleicht eine bessere<br />

Bildschärfe als die Kopien aufweisen.<br />

Bekanntermaßen fand die Mondlandung zu Zeiten des Kalten<br />

Krieges statt, und die ersten Verschwörungstheorien wurden<br />

durch Kaysing und andere bereits kurz nach der Landung formuliert.<br />

Warum ließ sich die Sowjetunion nicht auf den Streit<br />

ein, wäre doch zu unterstellen, daß selbst bei fehlenden Gegenbeweisen<br />

seitens der Sowjets ein großes Interesse an der<br />

Unterstützung Kaysings läge?<br />

Dieses Thema ist insofern delikat, als daß man hier wirklich<br />

nur Vermutungen anstellen kann. Ich vermute, daß die damalige<br />

UdSSR mit dem Flug von Gagarin, dem „ersten Menschen<br />

im All“, ähnlich getrickst hat wie später die NASA mit <strong>Apollo</strong>.<br />

Da beide Nationen (wie heute bekannt ist) hinter dem Rücken<br />

der Weltöffentlichkeit durchaus zusammengearbeitet haben,<br />

könnte es sein, daß hier eine Art Abkommen geschlossen<br />

wurde: Ihr haltet den Mund zu unserem Gagarin-Flug, und wir<br />

halten den Mund zu euren <strong>Apollo</strong>-Flügen. Für die damalige<br />

UdSSR wäre es ein riesiger Gesichtsverlust gewesen, den sie<br />

sich niemals erlauben konnte, wenn es sich herausgestellt<br />

hätte, daß der Gagarin-Flug nur vorgetäuscht war.<br />

Der einzige Beweis, den die NASA vorbringen kann, sind die<br />

Foto- und Filmaufnahmen. Letztlich beweisen weder die indischen<br />

Aufnahmen, noch die Tatsache, daß Laserstrahlen von<br />

der Erde aus durch einen Reflektor zurückgestrahlt werden<br />

können, daß am 20. Juli 1969 tatsächlich Menschen auf dem<br />

Mond waren. Für die Argumente der Verschwörungsanhänger<br />

bezüglich der Aufnahmen jedoch fanden sich mit der Zeit immerzu<br />

Gegenargumente. Wie hat diese Tatsache die Anhängerschaft<br />

der Verschwörer verändert? Ist es zu Zugeständnissen<br />

gekommen, oder hat sich die Gemeinde gar verkleinert?<br />

30 MATRIX 3000 Band <strong>62</strong> / März/April 2011


Die hohe radioaktive Strahlung,<br />

der die Astronauten und das<br />

Filmmaterial ausgesetzt sein<br />

mußten, wird meist unterschlagen<br />

oder bagatellisiert.<br />

Wissenschaft<br />

Bild: NASA<br />

Immer wieder finden sich auf NASA-Fotos<br />

vom Mond verdoppelte Steine, als ob die<br />

Bilder mit Photoshop bearbeitet wären.<br />

Band <strong>62</strong> / März/April 2011 MATRIX 3000<br />

31


Wissenschaft<br />

Das, was in den entsprechenden Sendungen immer wieder als<br />

„Widerlegung der Verschwörungstheoretiker“ vorgebracht<br />

wird, sind Dinge, die sich bei einigem Nachdenken ganz<br />

normal erklären lassen: die unterschiedlichen Schatten, die<br />

flatternden Flaggen, die fehlenden Sterne usw. Diese Punkte<br />

habe ich schon in meinen <strong>Apollo</strong>-Büchern als normal erklärbar<br />

herausgestellt.<br />

Ob auf dem Mond wirklich Laserreflektoren stehen oder nicht,<br />

kann man nicht nachweisen. Lasermessung zum Mond gibt es<br />

schon seit geraumer Zeit, und die relativ hell reflektierende<br />

Mondoberfläche reicht durchaus aus, um einen Laserstrahl zu<br />

reflektieren. Ob aber bei den wenigen Photonen, die zurück zur<br />

Erde reflektiert werden, auch einige von einem Laserreflektor<br />

stammen, läßt sich nicht beweisen.<br />

Die wirklich wichtigen Punkte, wie etwa die hohe radioaktive<br />

Strahlung, der die <strong>Apollo</strong>-Astronauten und das Filmmaterial<br />

ausgesetzt sein mußten, wird meist unterschlagen oder bagatellisiert.<br />

Über die Anhängerschaft kann ich nichts aussagen, ich kann<br />

nur aufgrund von Zuschriften an mich urteilen. Und hier kommt<br />

es bis heute immer wieder vor, daß mir Techniker oder Ingenieure<br />

bestätigen, daß das <strong>Apollo</strong>-Programm technisch gesehen<br />

niemals so abgelaufen sein kann, wie es die NASA hinstellt.<br />

Gibt es noch Argumente nebst den beiden unumstößlichen der<br />

Motivation und der Bezweiflung der technischen Machbarkeit<br />

zu jener Zeit, welche, unseren Recherchen zufolge, auch<br />

unter heutigen Befürwortern der Mondlandung fragwürdig<br />

erscheinen? Denn, zugegeben polemisch formuliert, man<br />

könnte sagen, daß nur weil etwas schwer ist und man es unbedingt<br />

will, daraus nicht geschlossen werden kann, daß es<br />

nicht stattgefunden hat.<br />

Der Punkt der technischen Nichtmachbarkeit ist natürlich nicht<br />

von der Hand zu weisen. Hierzu habe ich mich mit verschiedenen<br />

Fachleuten unterhalten, die mir dies bestätigten.<br />

Das stärkste Argument, das gegen die bemannten Mondflüge<br />

spricht, ist natürlich die Frage, wie die starke radioaktive<br />

Strahlung im All abgeschirmt werden konnte, denn damit hat<br />

die NASA bis heute ihre Probleme, auch bezüglich „neuer“ bemannter<br />

Mondflüge oder Flüge zum Mars. Die <strong>Apollo</strong>-Raumschiffe<br />

bestanden im Prinzip nur aus Stahlrohrgestellen, die<br />

mit einer wenige Millimeter dünnen Aluminiumfolie verkleidet<br />

waren. Einen Schutz vor radioaktiver Strahlung bieten sie nicht.<br />

Befürworter der <strong>Apollo</strong>-Mondflüge argumentieren, daß etwa<br />

die stark strahlenden Van-Allen-Gürtel innerhalb von nur 90<br />

Minuten durchflogen worden seien. Das ist insofern falsch, weil<br />

man heute weiß, daß sich diese Gürtel bis auf die halbe Entfernung<br />

zum Mond erstrecken. Wenn ein Flug zum Mond rund<br />

vier Tage dauerte, befanden sich die Astronauten demnach<br />

rund zwei Tage innerhalb dieser Zone und beim Rückflug<br />

noch einmal. Außerdem stellt sich die Frage, wie<br />

die Astronauten in ihren Raumanzügen aus Textil und<br />

Plastik sowie die ungeschützten Filme in den Kameras<br />

die Zeit auf der Mondoberfläche überstanden.<br />

Die Mondoberfläche strahlt aufgrund der fehlenden<br />

Atmosphäre und der ungebremst auftreffenden<br />

Strahlung stark radioaktiv, wie man von unbemannten<br />

Mondsonden weiß. Trotzdem findet man keine <strong>Apollo</strong>-<br />

Panoramabild von der <strong>Apollo</strong>-17-Mission<br />

(Beschriftung: NASA). Die Ausschnittvergrößerung<br />

bringt es an den Tag: Zwei Mal<br />

der selbe Stein, sogar mit dem kleinen<br />

Steinchen davor, was auf Bildmanipulationen<br />

hindeutet.<br />

32 MATRIX 3000 Band <strong>62</strong> / März/April 2011


Wissenschaft<br />

Fotos mit Strahlungsschäden, von den Astronauten ganz abgesehen,<br />

deren Raumanzüge ebenfalls keinen Schutz vor<br />

Strahlung boten (sonst wären sie schon längst bei Störfällen<br />

in Kernkraftwerken eingesetzt worden).<br />

Da die <strong>Apollo</strong>-Astronauten nach NASA-Angaben durchschnittlich<br />

etwa die gleiche Menge an radioaktiver Strahlung<br />

aufgenommen haben wie andere Astronauten, die nur in eine<br />

Erdumlaufbahn (unterhalb der Van-Allen-Gürtel) flogen,<br />

kann man schlußfolgern, daß die <strong>Apollo</strong>-Flüge ebenfalls nur<br />

bis in eine erdnahe Umlaufbahn führten. Was uns dann auf<br />

den Fernsehschirmen als Ausflüge auf die Mondoberfläche<br />

gezeigt wurde, fand wohl in NASA-Studios auf der Erde statt,<br />

bevor die Astronauten dann „vom Mond kommend“ werbewirksam<br />

im Meer landeten.<br />

Welche Ansicht vertreten Sie zu Kaysing selbst? Zwar arbeitete<br />

er in einer Zulieferfirma der NASA und war für technische Publikationen<br />

zuständig, jedoch umfaßten seine Argumente auch<br />

Bereiche, die seinem Arbeitsfeld fremd waren.<br />

Halten Sie ihn für eine qualifizierte Quelle? Mit welchen Quellen<br />

arbeitete Kaysing selbst? Hat sich etwas geändert von der kaysingschen<br />

Verschwörungstheorie bis heute?<br />

Der inzwischen verstorbene Bill Kaysing hat zugegebenermaßen<br />

die Sache ins Rollen gebracht. Allerdings hat er nur recht<br />

oberflächlich argumentiert und auch später auf seinen schon<br />

längst „normal“ erklärbaren Punkten bestanden, obwohl er bestimmt<br />

den einen oder anderen Punkt etwas besser hätte erklären<br />

können. Kaysing hatte bei Rocketdyne gearbeitet, die für<br />

die NASA Raketentriebwerke herstellten, und konnte bestimmt<br />

beurteilen, wie stark oder schwach diese waren. Er hätte sich<br />

besser auf dieses Thema konzentrieren sollen, anstatt sich darüber<br />

aufzuregen, daß auf den Fotos keine Sterne zu sehen sind.<br />

Die „Verschwörungs-Entlarver“ zitieren demnach bis heute seine<br />

widerlegbaren Punkte.<br />

Die uneinnehmbare Festung der Verschwörungstheorie ist<br />

die Motivation der USA. Existieren weitere Motivationsgründe,<br />

abgesehen von der des Wettlaufs gegen die Sowjetunion, wie<br />

von Kennedy angekündigt?<br />

Als Präsident Kennedy ankündigte, innerhalb eines knappen<br />

Jahrzehnts bemannt auf dem Mond zu landen, war es jedem<br />

klar, daß dieses Vorhaben so unmöglich durchzuführen war,<br />

weil noch nicht einmal die einfachsten Vorarbeiten für eine<br />

solche Mammut-Aufgabe vorhanden waren. Die NASA mußte<br />

also praktisch aus dem Nichts die Mondlandung hinlegen. Das<br />

ist noch nicht einmal mit unserer heutigen, weit fortgeschritteneren<br />

Technik möglich. Aber mit Hollywood und Walt Disney<br />

(manche zählen auch Kubrick hinzu) war es für die Weltöffentlichkeit<br />

durchaus machbar. Es konnte ja niemand nachprüfen,<br />

was nach dem Start der Saturn-Raketen wirklich geschah.<br />

Häufig wird die Meinung vertreten, daß die einzige Motivation<br />

für Anhänger der Verschwörungstheorie, nebst Selbstprofilierung,<br />

das Geldverdienen durch den Verkauf von Büchern<br />

an Ahnungslose oder durch Auftritte in den Medien ist (für<br />

Letzteres sind Ihre Antworten ein Gegenargument). Wie begegnen<br />

Sie einer solchen Haltung, die sich von der Ebene des<br />

Argument-Gegenargument-Abtausches entfernt und derart<br />

persönlich wird?<br />

Dazu muß ich sagen, daß sich das Geldverdienen durch den<br />

Bücher-Verkauf leider sehr in Grenzen hält. Die Öffentlichkeit<br />

denkt immer, daß ein Buch-Autor durch Bücher-Verkauf reich<br />

wird. Dem ist aber leider nicht so, wenigstens nicht im Bereich<br />

von Sachbüchern.<br />

Eine Selbstprofilierung durch Auftritte in den Medien werden<br />

Sie bei mir ebenfalls vergebens suchen, wie Sie selbst nachprüfen<br />

können.<br />

Im Übrigen haben Sie völlig recht: Bei diesem Thema wird sel-<br />

Als Präsident Kennedy ankündigte,<br />

innerhalb eines knappen Jahrzehnts<br />

bemannt auf dem Mond zu landen,<br />

war es jedem klar, daß dieses Vorhaben<br />

so unmöglich durchzuführen war.<br />

Band <strong>62</strong> / März/April 2011 MATRIX 33<br />

3000


Wissenschaft<br />

ten sachlich argumentiert, oftmals geraten Anschuldigungen<br />

tief unter die Gürtellinie, man wird als „Spinner“ hingestellt,<br />

nur weil man eine eigene Meinung hat. Davon sind leider auch<br />

seriös erscheinende Medien nicht ausgenommen.<br />

Übrigens: Wenn die NASA tatsächlich mit mehreren <strong>Apollo</strong>-<br />

<strong>Missionen</strong> erfolgreich bemannt zum Mond und zurück geflogen<br />

sein sollte, warum hat sie es dann nötig, hier und dort<br />

Falschaussagen zu machen, Fotos zu fälschen und Widersprüche<br />

über Widersprüche zu fabrizieren?<br />

Außerdem müßten dann alle Lehrbücher über die Gefährlichkeit<br />

radioaktiver Strahlung umgeschrieben werden, denn die<br />

<strong>Apollo</strong>-Flüge würden beweisen, daß radioaktive Strahlung<br />

völlig harmlos ist.<br />

Grazyna Fosar: Die <strong>Apollo</strong>-<strong>Missionen</strong> liegen inzwischen rund<br />

40 Jahre zurück. Das bedeutet, die NASA hätte genug Zeit<br />

gehabt, entsprechende Beweise vorzulegen, die jegliche Ver-<br />

schwörungstheorien widerlegen. Ist Ihnen etwas Derartiges<br />

bekannt?<br />

Gernot L. Geise: Der letzte, recht hilflos<br />

anmutende Versuch solcher „Beweisführung“<br />

be stand darin, daß die NASA<br />

im letzten Jahr (angebliche) Fotos<br />

von ihrer Mondsonde Lunar Reconnaissance<br />

Orbiter (LRO) der<br />

einzelnen<br />

<strong>Apollo</strong>-„Landeplätze“<br />

veröffentlichte. Diese Fotos zeigten<br />

jeweils eine Mondlandschaft<br />

mit einigen Punkten darin, die von<br />

der NASA jeweils als Landestufe<br />

einer <strong>Apollo</strong>-Mission gedeutet<br />

wurde, wie sie heute noch auf dem<br />

Mond stünde. Leider kann solch ein<br />

Bildpunkt alles und nichts darstellen<br />

und ist mit jedem X-beliebigen Grafikprogramm<br />

erzeugbar. Vor einigen Monaten hat die<br />

NASA denn auch einige weitere Bilder nachgescho-<br />

ben, auf denen neben den Punkten sogar Fahrspuren erkennbar<br />

sind. Ich denke, solche Bilder mußte die NASA einfach<br />

nachschieben, weil auf den zuerst veröffentlichten Fotos nur<br />

die Phantasie Landestufen erkennen ließ.<br />

Das von LRO aufgenommene Foto des Landeplatzes von Apol-<br />

lo 14 zeigt einige gut erkennbare Details.<br />

Halten Sie diese Bilder für glaubwürdig?<br />

<strong>Apollo</strong> 14 war die dritte Mission, bei der Astronauten „auf<br />

dem Mond“ gelandet sind. Erstmals (und letztmals) führten<br />

die Astronauten einen Karren mit sich, auf dem einige<br />

Meßinstrumente und eine Kamera befestigt waren.<br />

Betrachte ich mir die relativ schma len Reifen des Karrens<br />

und die Spuren, die damit erzeugt wurden, frage ich mich,<br />

wieso diese auf dem LRO-Foto eine so deutlich breite Spur<br />

erzeugt haben sollen, während das Landefähren-Unterteil,<br />

das ja schließlich um ein Vielfaches größer als eine Fahrspur<br />

ist, nur zu erraten ist. Die NASA bezeichnet diese Spur<br />

sogar als Fußspur der Astronauten, obwohl diese wohl<br />

noch weniger als Karrenspuren erkennbar sein dürften.<br />

Klar, mit einem Grafikprogramm kann man solche Bilder<br />

ebenfalls erzeugen, sogar in nur ein paar Minuten.<br />

Die NASA hatte noch bis etwa in die Neunziger Jahre auf<br />

einer ihrer Seiten eine Anmerkung, daß sie mit dem Adobe-Grafikprogramm<br />

„Photoshop“ arbeiten würde. Dieser<br />

Hinweis wurde dann stillschweigend entfernt. Ich denke<br />

mir jedoch, daß bei der NASA auch heute noch mit dem<br />

(natürlich inzwischen weiterentwickelten) „Photoshop“ gearbeitet<br />

wird. Also kommen mir bei diesen Bildern doch<br />

einige Zweifel an der Echtheit.<br />

Haben Sie auch auf anderen neueren NASA-Fotos weitere<br />

Unstimmigkeiten entdeckt?<br />

Kleinigkeiten, die den NASA-Grafikern wohl entgangen<br />

sind, findet man nach längerer Suche auch heute noch, und<br />

immer wieder finden sich neue. So etwa, wie hier gezeigt,<br />

verdoppelte Felsen und Gesteine.<br />

Die Beispiele stammen von <strong>Apollo</strong> 17, der letzten <strong>Apollo</strong>-<br />

Mission. Ich frage mich, ob sich die NASA-Grafiker etwa<br />

inzwischen ihrer Sache so sicher geworden waren, daß sie<br />

anfingen, schludrig zu arbeiten?<br />

Bei dem merkwürdigen „Flugobjekt“ im Hintergrund eines<br />

Fotos von <strong>Apollo</strong> 17 könnte es sich allerdings ganz banal<br />

um eine übersehene Filmverschmutzung handeln, denn<br />

dieses Bild existiert im NASA-Archiv in verschiedenen<br />

Versionen, mit und ohne „Flugobjekt“. Es könnte natürlich<br />

auch sein, daß es sich tatsächlich um ein Flugobjekt handelt,<br />

das dann wegretuschiert wurde. Eine Vergrößerung<br />

des Objektes sieht mir jedoch eher nach einer Verschmutzung<br />

aus.<br />

Bleibt festzustellen, daß die NASA trotz ihrer letzten Be-<br />

mühungen immer noch den Beweis schuldig bleibt, daß<br />

das <strong>Apollo</strong>-Spektakel tatsächlich bis zum Mond und zurück<br />

geführt hat. ■<br />

Anm. d. Red.: Dieser Text präsentiert einen Auszug aus<br />

dem Gesamtinterview, das Ala Schönberger, auftragte der Universität Passau (Fachbereich Me-<br />

Lehrbehabendien<br />

und Kommunikation), ihr Mitarbeiter Sebastian<br />

Schneikert sowie Grazyna Fosar, Wissenschaftsredakteurin<br />

von <strong>Matrix3000</strong>, mit Herrn Geise geführt<br />

Auch auf diesem Panoramabild von<br />

<strong>Apollo</strong> 17 zeigt die Ausschnittvergrößerung<br />

einige identisch verdoppelte<br />

Steine.<br />

Bild oben links: Der seltsame<br />

"Flugkörper" bei <strong>Apollo</strong> 17. Hierbei<br />

scheint es sich jedoch nur um eine<br />

Bildverschmutzung zu handeln.<br />

34 MATRIX 3000 Band <strong>62</strong> / März/April 2011


Grenzwissenschaft<br />

Grenzraum<br />

der Wirklichkeit<br />

Der Internet-Radiosender CROPfm:<br />

Zuhören - Mitreden - Autoren treffen<br />

Wagt sich mit seinen Sendungen auf kontroverses<br />

Terrain: Radiomoderator Tarek Al-Ubaidi<br />

Im modernen Informationszeitalter<br />

hat das gute alte Radio eine ungeahnte<br />

Renaissance erfahren. Man<br />

kann über das Internet Rundfunksendungen<br />

aus aller Welt in Digitalqualität<br />

empfangen, von Sendern, die mit<br />

einem herkömmlichen Radioempfänger<br />

überhaupt nicht erreichbar<br />

wären. Dadurch eröffnet sich eine<br />

fast grenzenlose Vielfalt, wie man sie<br />

vom Internet gewohnt ist.<br />

Zwischen den zahllosen Musiksendern,<br />

die die kommerziellen<br />

Charts rauf und runter spielen, finden<br />

sich einige ausgesprochene Geheimtipps,<br />

insbesondere was Themen<br />

betrifft, die auch in der <strong>Matrix3000</strong><br />

zur Sprache kommen. Der absolute<br />

Klassiker im Bereich des neuen Denkens<br />

ist sicher der Amerikaner Art<br />

Bell mit seinem legendären Internet-Programm<br />

„Coast to Coast“, das<br />

heute von seinem Nachfolger George<br />

Noory moderiert wird. Doch wem es<br />

zu anstrengend ist, sich über solche<br />

Themen auf Englisch zu informieren,<br />

der kann jetzt ebenfalls fündig werden.<br />

Der „deutschsprachige Art Bell“<br />

heißt Tarek Al-Ubaidi und ist trotz<br />

seines exotisch klingenden Namens<br />

ein waschechter Österreicher aus<br />

Graz. Mit seinem Internet-Sender<br />

CROPfm, der weltweit kostenlos im<br />

Internet erreichbar ist, füllt er eine<br />

Marktlücke im deutschsprachigen<br />

Raum hervorragend auf.<br />

Angefangen hatte alles im Jahre<br />

2000. Tarek Al-Ubaidi hatte sich<br />

geärgert, daß an Universitäten und<br />

Fachhochschulen viele interessante<br />

Wissenschaftskonzepte wie z. B. die<br />

Entdeckungen Nikola Teslas oder<br />

Wilhelm Reichs ganz einfach nicht<br />

gelehrt werden. Der Wunsch, derartige<br />

Themen in der Bevölkerung bekannter<br />

zu machen, ließ ihn schließlich<br />

seinen eigenen Sender gründen.<br />

Seit nunmehr über zehn Jahren<br />

sendet Tarek Al-Ubaidi an jedem<br />

zweiten Freitagabend ein eineinhalbbis<br />

zweistündiges Programm mit einem<br />

Studiogast zu einem interessanten<br />

Thema. Dabei wagt er sich ganz<br />

bewußt auf kontroverses Terrain,<br />

das geeignet ist, unsere gängigen<br />

Glaubenssysteme und Paradigmen<br />

herauszufordern. Der Hauptteil jeder<br />

Sendung, das eigentliche Interview<br />

mit dem Studiogast, umfaßt etwa 70<br />

Minuten, und während der gesamten<br />

Sendezeit haben die Hörer Gelegenheit,<br />

sich über den Online-Chat oder<br />

auch per Skype in die Sendung einzuschalten<br />

und Fragen zu stellen.<br />

Im Laufe der Zeit kamen schon<br />

zahlreiche bekannte Autoren bei<br />

CROPfm zu Wort, so z. B. Johannes<br />

von Buttlar, Jo Conrad, Viktor<br />

Farkas, Reinhard Habeck, Helmut<br />

Lammer, Andreas von Rétyi, Armin<br />

Risi sowie, last but not least, die <strong>Matrix3000</strong>-Redakteure<br />

Grazyna Fosar<br />

und Franz Bludorf.<br />

CROPfm kann über die Internet-<br />

Site cropfm.at erreicht werden. Wer<br />

nicht online gehen mag, der kann<br />

das Live-Programm im Raum Graz<br />

auch auf der Frequenz von Radio<br />

Helsinki (92,6 MHz) empfangen. Auf<br />

den CROPfm-Seiten findet man aber<br />

noch mehr – neben zahlreichen interessanten<br />

Kurzmeldungen ein umfangreiches<br />

Audio-Archiv, aus dem<br />

alle bereits früher gesendeten Programme<br />

per mp3-Download abgerufen<br />

und nachträglich angehört werden<br />

können. Die CROPfm-Website<br />

stellt so ein in ihrer Art einzigartiges<br />

Online-Archiv zu diversen Themen<br />

aus dem Grenzraum der Wirklichkeit<br />

dar. ■<br />

Mehr dazu im Internet über cropfm.at<br />

MATRIX3000-<br />

Themen<br />

bei CROPfm<br />

► Klarträume<br />

► Astralreisen<br />

► Hypnose<br />

► UFOs und Astrobiologie<br />

► Rätselhafte Phänomene<br />

► Kornkreise<br />

► Antigravitation<br />

► Freie Energie<br />

► Tachyonen<br />

► Das Jahr 2012<br />

► Chemtrails<br />

► Klimawandel<br />

► Globale Machtspiele<br />

► Neue Weltordnung<br />

► Mind Control<br />

► Impfkritik<br />

► Bewußtseinstransformation<br />

Band <strong>62</strong> / März/April 2011 MATRIX 3000 35


Ökologie<br />

Eine Kleinstadt in Österreich macht<br />

sich energiepolitisch autark, sie kann<br />

alternative Energie 50% unter dem<br />

Durchschnittspreis anbieten, lockt<br />

durch den billigen Energiepreis Industrieansiedlungen<br />

und schafft dadurch<br />

1500 Arbeitsplätze. Das Modell ließe<br />

sich auch in Deutschland verwirklichen.<br />

Das sogenannte „Modell Güssing“<br />

ist eine Strategie der dezentralen<br />

lokalen Energieerzeugung mit<br />

allen vorhandenen erneuerbaren Ressourcen<br />

einer Region. Dieses Modell<br />

entstand sozusagen aus der Not heraus<br />

und ist die Quintessenz dessen, was in<br />

Güssing seit Beginn der 90er Jahre unter<br />

maßgeblicher Beteiligung des Europäischen<br />

Zentrums für Erneuerbare<br />

Energien (EEE) passiert ist.<br />

In Ergänzung zur stärksten Energiequelle,<br />

die es gibt - der Sonne -, wird<br />

Biomasse in einem zukünftigen, auf<br />

Nachhaltigkeit beruhenden Energiesystem<br />

eine besondere Rolle einnehmen.<br />

Aufgrund der chemischen Verwandtschaft<br />

von Biomasse zu den heute etablierten<br />

Energieträgern (Erdöl, Erdgas<br />

und Kohle) können daraus grundsätzlich<br />

die gleichen Produkte hergestellt<br />

werden, wie es bei den fossilen Energieträgern<br />

der Fall ist. An die Stelle der<br />

heutigen Erdöl-, Erdgas- und Kohlechemie<br />

wird künftig eine Biomassechemie<br />

treten. In den verschiedenen Regionen<br />

gibt es unterschiedliche Ressourcen,<br />

und die Erzeugung von Biogas muß<br />

aus diesen Ressourcen auf die wirtschaftlichste<br />

Weise erfolgen. In Güssing<br />

werden verschiedene Methoden der<br />

Biogas-Erzeugung erprobt, darunter<br />

Wirbelschichtdampfvergasung (Thermische<br />

Vergasung):<br />

Im Biomasse-Kraftwerk Güssing<br />

wurde erstmals ein neuer Kraftwerkstyp<br />

realisiert, um auch in kleinen dezentralen<br />

Kraftwerken die Stromerzeugung<br />

aus Biomasse zu ermöglichen. Durch<br />

die Verwendung von Wasserdampf anstelle<br />

von Luft als Vergasungsmedium<br />

entsteht ein stickstofffreies, teerarmes<br />

Produktgas mit hohem Heizwert. Ein Teil<br />

des verbleibenden Kokses wird über das<br />

umlaufende Bettmaterial (Sand), das als<br />

Wärmeträger agiert, in den Verbrennungsteil<br />

zum Verbrennen transportiert.<br />

Die dabei an das Bettmaterial abgeführte<br />

Wärme wird zur Aufrechterhaltung<br />

der Vergasungsreaktionen benötigt.<br />

Das Rauchgas wird getrennt abgeleitet,<br />

wobei die enthaltene Wärme zur Auskoppelung<br />

von Fernwärme genutzt wird.<br />

Für die Funktion des nachgeschalteten<br />

Gasmotors muß das Produktgas gekühlt<br />

und gereinigt werden. Natürlich wird<br />

die bei der Kühlung abfallende Wärme<br />

wiederum zur Fernwärmeerzeugung<br />

genutzt. Danach wird das Gas in einem<br />

Gewebefilter entstaubt. Der anschließend<br />

installierte Wäscher reduziert die<br />

Anteile an Teer, Ammoniak und sauren<br />

Gasbestandteilen. Durch das spezielle<br />

Verfahren ist es möglich, alle Reststoffe<br />

in den Prozeß zurückzuführen, wodurch<br />

bei der Gasreinigung weder Abfälle noch<br />

Abwässer anfallen<br />

Ein Gasmotor erzeugt Energie<br />

Der Gasmotor wandelt die chemische<br />

Energie des Produktgases in elektrische<br />

um. Darüber hinaus wird die<br />

Abwärme des Motors ebenfalls zur<br />

Erzeugung von Fernwärme herangezogen.<br />

Dadurch lassen sich bei der<br />

Biomassenutzung bisher unerreichte<br />

Wirkungsgrade erzielen. Der elektrische<br />

Wirkungsgrad liegt bei 25-28%,<br />

der Gesamtwirkungsgrad (Strom u.<br />

Wärme) sogar bei über 85%.<br />

Kraftwerk Güssing<br />

Holzgas für alle Fälle<br />

Die günstigen Eigenschaften des im<br />

Biomassekraftwerk gewonnenen Produktgases<br />

machen weitere mögliche<br />

Anwendungen interessant. Forschungsprogramme<br />

zur Erzeugung von synthetischem<br />

Erdgas und synthetischen<br />

Treibstoffen oder Wasserstoff für<br />

Brennstoffzellen laufen bereits. Biomasse<br />

für das Fernheizwerk Güssing<br />

wird ausschließlich von lokalen und regionalen<br />

Waldbesitzern gekauft. Durch<br />

die kontrollierte Verbrennung von Biomasse<br />

mit Abgasreinigung weist das<br />

Biomasse- Fernheizwerk Güssing gegenüber<br />

einer Vielzahl von bestehenden<br />

Einzelheizanlagen nur einen Bruchteil<br />

© Gerfriedc<br />

36<br />

MATRIX 3000 Band <strong>62</strong> / März/April 2011


Ökologie<br />

Eine Kleinstadt in<br />

Österreich macht sich<br />

energiepolitisch autark.<br />

Das Modell ließe sich<br />

auch in Deutschland<br />

verwirklichen<br />

Modell für<br />

regionalen<br />

Das Europäische<br />

Zentrum für Erneuerbare<br />

Energie Güssing<br />

Wirtschaftsaufschwung<br />

Maria Schwach<br />

Band <strong>62</strong> / März/April 2011 MATRIX 3000 37


Ökologie<br />

Ganz Österreich könnte<br />

allein durch Energie aus<br />

Biomasse versorgt werden<br />

Kraftwerk Güssing<br />

an Emissionen auf. Mit dem Verbrennen<br />

von Holz kann man selbstverständlich<br />

Wärme erzeugen. Durch die Holzvergasung<br />

lassen sich jedoch viel höherwertige<br />

Energieträger (z.B. SNG) herstellen.<br />

Darüber hinaus zeigen Statistiken,<br />

daß der Wärmebedarf eine sinkende<br />

Tendenz aufweist, während Treibstoffe<br />

und Elektrizität stärker nachgefragt<br />

werden. Aus diesem Grund entwickeln<br />

Wissenschafter aus Österreich und der<br />

Schweiz gemeinsam mit den Mitarbeitern<br />

des Biomassekraftwerkes Güssing<br />

eine Technologie, um Holz in synthetisches<br />

Erdgas (SNG) umzuwandeln. Das<br />

hat viele Vorteile. Das SNG könnte vor<br />

allem über das Vertriebsnetz (Leitungsnetz)<br />

für Erdgas verteilt werden. Das<br />

Gas findet sodann ein breites Spektrum<br />

von Anwendungen: Heizung, Treibstoff<br />

für Fahrzeuge oder die Produktion von<br />

Strom und Wärme in Gaskombikraftwerken.<br />

Von nur einer Heizzentrale aus werden<br />

die angeschlossenen Objekte<br />

wie Einfamilienhäuser, Betriebe,<br />

Schulen usw. mit Wärme versorgt.<br />

Durch das Verbrennen von Biomasse<br />

wird Wasser im Heizkessel der Zentrale<br />

erwärmt, das danach durch gut isolierte<br />

Leitungen zum Abnehmer gelangt. Über<br />

Wärmetauscher wird die benötigte Wärme<br />

in das Hauszentralheizungssystem<br />

übernommen. Das abgekühlte Wasser<br />

gelangt über Rücklaufleitungen wieder<br />

zurück zum Heizwerk. Vom Biomasse-<br />

Fernheizwerk aus werden Wärmeerzeugung,<br />

Verteilung, Abgabe und Verbrauch<br />

elektronisch geregelt und überwacht.<br />

Die ausgereifte Technik sorgt für optimalen<br />

Heizbetrieb, minimiert Personalaufwand<br />

und hilft Kosten sparen. Neben<br />

vielen Vorteilen für die Abnehmer erfüllt<br />

das Biomasse-Fernheizwerk Güssing<br />

eine große Vorbildwirkung für die gesamte<br />

Region.<br />

Grünschnitt-Silage<br />

Grünschnitt-Silage wird<br />

in einem beheizten Fermenter<br />

durchmischt.<br />

Dieses Substratgemisch<br />

wird durch Mikrobakterien<br />

vergoren<br />

und in Biogas umgewandelt.<br />

Aus dem Vorratspeicher<br />

wird das<br />

Biogas in einem BHKW<br />

(Blockheizkraftwerk) in<br />

elektrische und thermische<br />

Energie umgewandelt.<br />

Das Substrat<br />

(Gras- und Maissilage<br />

etc.) wird verdichtet, in<br />

den Fahrsilos gelagert<br />

und abgedeckt. Dies<br />

reduziert Energieverluste<br />

und Emissionen auf ein Minimum.<br />

Die für die Verdünnung des Substrats<br />

erforderliche Flüssigkeit (Wasser,<br />

Oberflächenwasser aus den Fahrsilos<br />

und des Anlagenareals) wird in einer<br />

Vorgrube gespeichert und kontinuierlich<br />

in den Hauptfermenter gepumpt.<br />

Zur Dosierung der Gras- und Maissilage<br />

in den Hauptfermenter wird ein<br />

Einbringungssystem, bestehend aus<br />

Vorlagebunker und Feststoffeintragsschnecken,<br />

verwendet. Automatische<br />

Fördereinrichtungen transportieren die<br />

Feststoffe anschließend in den Hauptfermenter.<br />

Die Vergärung findet in<br />

Stahlbeton-Rundbehältern (Hauptfermenter,<br />

Nachfermenter mit Gashaube<br />

zur Gasspeicherung) statt. Ausreichende<br />

Wärmedämmung und ein integriertes<br />

Heizsystem gewährleisten neben<br />

automatischer Beschickung und Homogenisierung<br />

optimale Bedingungen<br />

für die Biogasgewinnung aus dem eingebrachten<br />

Gärsubstrat. Das gereinigte<br />

Biogas wird in zwei Blockheizkraftwerken<br />

mit einer elektrischen Leistung von<br />

500 kW und einer thermischen Leistung<br />

von 535 kW in elektrische und thermische<br />

Energie umgewandelt. Ein BHKW<br />

wird kontinuierlich zur Verwertung des<br />

Biogases verwendet, während der zweite<br />

Motor ständig betriebsbereit gehalten<br />

wird. Die Biogasanlage kann somit das<br />

gesamte Jahr ohne Verluste betrieben<br />

werden. Die Abwärme wird in das Fernwärmenetz<br />

eingespeist. Hier wurde nur<br />

ein Teil der Anlage erwähnt. Die ganze<br />

Anlage hat auch einen hohen touristischen<br />

Anreiz. Durchschnittlich kommen<br />

täglich zehn Reisebusse aus allen Teilen<br />

Deutschlands, um die Anlage zu besichtigen.<br />

Drei Tage sollte man für die Besichtigung<br />

planen oder eine Woche, um<br />

auch alles zu begreifen.<br />

Eine Frage, die immer wieder kommt:<br />

Ganz Österreich könnte man mit Wärme<br />

und Strom allein durch Biomassekraftwerke<br />

versorgen, und dabei würden<br />

nur 40% der Waldfläche verbraucht,<br />

die jährlich neu angepflanzt werden.<br />

Aber es gibt ja auch noch die Gräser und<br />

Abfälle und die Sonnenenergie und die<br />

Windenergie und die Wasserenergie. Es<br />

ist also alternative Energie im Überfluß<br />

vorhanden. Einen kleinen Eindruck von<br />

den Anlagen in Güssing können Sie sich<br />

durch Kauf einer DVD (80 Minuten Spielzeit,<br />

9,80 Euro) verschaffen. Die gleiche<br />

DVD können Sie aber auch kostenlos im<br />

Internet anschauen und herunterladen.<br />

Die DVD heißt ATV-Reportage „Energiestadt<br />

Güssing“.<br />

Auch in Güssing hat sich schon früh<br />

gezeigt, daß Biokraftstoffe aus Raps od.<br />

Mais (Treibstoffe der 1. Generation) kein<br />

erfolgversprechender Weg sind, um aus<br />

der Energieabhängigkeit herauszukommen.<br />

In Güssing wurde schon zu Beginn<br />

der 1990er Jahre Biodiesel produziert.<br />

Damals (im regionalen Rahmen, als<br />

Bauern der Region mit dem Treibstoff<br />

fuhren, der aus ihren Feldern gewonnen<br />

werden konnte) funktionierte das auch<br />

sehr gut, und die regionale Anwendung<br />

von Biodiesel ist sicher auch heute noch<br />

sinnvoll. Mit der Beimischverordnung<br />

von Biokraftstoffen zu herkömmlichen<br />

fossilen Kraftstoffen ist die Nachfrage<br />

massiv gestiegen, der Druck auf die<br />

Rohstoffproduktion wurde erhöht, wodurch<br />

die Rohstoffpreise stiegen und<br />

eine nachhaltige Rohstoffproduktion<br />

nicht mehr möglich war, was letztlich<br />

zu Rohstoffimporten führte. Die Auswirkungen<br />

dieser Situation sind bekannt<br />

und werden nun auch öffentlich diskutiert.<br />

38<br />

MATRIX 3000 Band <strong>62</strong> / März/April 2011


Ökologie<br />

Alternativen<br />

Aber, es gibt auch Alternativen – Biokraftstoffe<br />

der 2. Generation – die<br />

bisher noch nicht Eingang in die öffentliche<br />

Diskussion gefunden haben,<br />

unserer Meinung nach aber eine<br />

Antwort auf Energie- und Klimafragen<br />

liefern könnten, ohne dabei in<br />

Konkurrenz mit der Nahrungsmittelproduktion<br />

zu stehen. Das EEE arbeitet<br />

zusammen mit Partnern aus dem<br />

In- und Ausland an der Entwicklung<br />

von Treibstoffen der zweiten Generation.<br />

Derzeit gibt es zur Produktion<br />

der synthetischen Treibstoffe der<br />

zweiten Generation zwei Strategien<br />

in Europa. Shell, VW und Mercedes<br />

gehen den Weg der Großanlagen<br />

mit der Problematik der Biomasselogistik<br />

und des nur 40prozentigen<br />

Wirkungsgrades. Güssing geht den<br />

Weg der dezentralen Kleinanlagen<br />

- aber mit einem Wirkungsgrad von<br />

85% und ohne logistisches Problem,<br />

da die Produzenten (z. B. Bauern)<br />

die Biomasse selbst anliefern. Ein<br />

weiterer großer Vorteil des Modells<br />

Güssing ist, daß das quasi nebenbei<br />

gewonnene Gas auch in Erdgasnetze<br />

eingespeist und somit beliebig weitertransportiert<br />

werden kann. Daher<br />

auch der mehr als doppelt so hohe<br />

Wirkungsgrad im Vergleich mit der<br />

Strategie der Großkozerne.<br />

Was sind Treibstoffe der<br />

zweiten Generation?<br />

Vereinfacht gesagt sind das synthetische<br />

Treibstoffarten (Benzin, Diesel),<br />

die aus Biomasse gewonnen werden.<br />

Sie basieren auf anderen Produkten<br />

der Land- und Forstwirtschaft (Stroh,<br />

Weidenhölzern, Forstabfällen, Pappeln,<br />

Sagewerksabfällen etc.) und<br />

kommen ohne Verwendung von Nahrungsmitteln<br />

aus. Daher konkurrieren<br />

sie auch nicht mit Flächen, die<br />

für die Lebensmittelproduktion gebraucht<br />

werden. Außerdem haben<br />

diese Treibstoffe der zweiten Generation<br />

einen wesentlich höheren Wirkungsgrad<br />

als jene der ersten Generation<br />

(im Verhältnis 4:1).<br />

Die Nachteile herkömmlicher<br />

Biotreibstoffe kann man mit synthetisch<br />

hergestellten Treibstoffen aufheben.<br />

Ein wesentlicher Vorteil beim<br />

Ausgangsmaterial für synthetische<br />

Treibstoffe ist die Tatsache, daß die<br />

ganze Pflanze genutzt werden kann.<br />

Es werden also z. B. bei Weizen nicht<br />

die Körner verwertet, sie verbleiben<br />

für die Lebensmittelproduktion. Lediglich<br />

der Rest der Pflanze kommt<br />

als Abfallstoff der Treibstoffproduktion<br />

zu. Die Reinheit der synthetischen<br />

Treibstoffe ist sogar höher als bei<br />

fossilen Treibstoffen.<br />

Wie werden Treibstoffe der zweiten<br />

Generation erzeugt?<br />

Kurz gesagt durch thermische<br />

oder biologische „Vergasung“<br />

oder „Methanierung“ der Energiepflanzen.<br />

Im weltweit einzigartigen<br />

Biomassekraftwerk Güssing<br />

wird durch Vergasung von Waldhackgut<br />

ein Produktgas erzeugt, das<br />

schon seit dem Jahr 2001 zur Erzeugung<br />

von Strom und Wärme herangezogen<br />

wird. Dieses Produktgas ist<br />

aber so hochwertig, daß daraus in<br />

weiteren Syntheseprozessen flüssiger<br />

Treibstoff (synthetisches Benzin<br />

oder synthisches Diesel) und gasförmiger<br />

Treibstoff (synthetisches<br />

Erdgas) erzeugt werden können.<br />

Was den Bereich der synthetischen<br />

Erdgas-Produktion betrifft, so ging<br />

im Herbst 2008 eine 1-Megawatt-<br />

Methanierungsanlage direkt neben<br />

dem Biomassekraftwerk Güssing in<br />

Betrieb. 2008 fand auch der Spatenstich<br />

für den Bau eines Technikums<br />

in Güssing statt. In diesem Forschungsgebäude<br />

direkt neben dem<br />

Biomassekraftwerk hat man somit<br />

die Möglichkeit, die Produktion von<br />

synthetischem Flüssigtreibstoff der<br />

zweiten Generation in größeren Mengen<br />

zu erforschen. Das EEE als Kompetenzknoten<br />

dieser Forschungsbereiche<br />

nimmt somit eine europaweite<br />

Vorreiterrolle ein. Das EEE mit Sitz<br />

in Güssing (Südburgenland) besteht<br />

seit dem Jahr 1996. Mit seinen derzeit<br />

14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern<br />

entwickelt es nachhaltige,<br />

regionale und kommunale Konzepte<br />

zur Energieeinsparung und zur Nutzung<br />

und Erzeugung von erneuerbarer<br />

Energie, nicht nur für Gemeinden<br />

und Landkreis in Österreich, sondern<br />

auch für Deutschland Als verläßlicher<br />

Partner in verschiedenen Netzwerken<br />

auf nationaler und europäischer<br />

Ebene hat sich das EEE einen<br />

ausgezeichneten Ruf erworben, in<br />

den Bereichen Forschung, Entwicklung<br />

und Projektmanagement ist es<br />

längst eine gefragte Koordinationsstelle.<br />

■<br />

Weitere Informationen: http://www.<br />

eee-info.net/cms/netautor/napro4/<br />

appl/na_professional/parse.php?mlay_<br />

id=2500&xmlval_ID_DOC[0]=1000153<br />

Biotreibstoffe<br />

der zweiten<br />

Generation<br />

konkurrieren<br />

nicht mit der<br />

Lebensmittelproduktion<br />

Band <strong>62</strong> / März/April 2011 MATRIX 3000 39


Gesundheit<br />

Das Imperium schlägt zurück: Jahrzehntelang<br />

sah es so aus, als ob die<br />

Zeit für Alternativtherapien arbeiten<br />

würde. Ein neues Denken, geschult<br />

an Ganzheitlichkeit, Spiritualität und<br />

Quantenphysik, schien der Homöopathie<br />

als einer Energiemedizin entgegen<br />

zu kommen. Die Nachfrage nach<br />

„sanften“ Heilmethoden wuchs, Krankenkassen<br />

erweiterten ihr Angebot<br />

entsprechend. Im letzten Jahr jedoch<br />

schlug das Pendel um: Von England<br />

ausgehend führen „Skeptiker“, Politiker<br />

und Wissenschaftler einen Vernichtungskrieg<br />

gegen die Homöopathie.<br />

Die Argumente sind die alten: In<br />

Homöopathie ist ja „nichts“ drin, ihre<br />

Wirksamkeit nicht bewiesen. Hinzu<br />

kommen ökonomische Argumente:<br />

In Zeiten knapper Kassen bleibe kein<br />

Geld für „Scharlatane“. Volle Kraft zurück<br />

zur schulmedizinischen Monokultur?<br />

Wir gehen den Argumenten der<br />

Gegner nach und fragen: Was könnten<br />

die wahren Gründe sein hinter dem<br />

Angriff auf die Homöopathie?<br />

Im Februar 2010 konnten Passanten<br />

in mehreren englischen Städten ein<br />

groteskes Schauspiel bestaunen:<br />

Etwa 400 Aktivisten schütteten den gesamten<br />

Inhalt kleiner Medikamentengläschen<br />

in ihren Rachen: homöopathische<br />

Globuli des Mittels „Arsenicum<br />

album“. Sie trugen Hemden mit der Aufschrift<br />

„Homeopathy – there is nothing<br />

in it“ und kündigten ihre Aktion als<br />

„Globuli-Selbstmord“ an. Mit der drastischen<br />

Vorführung wollten britische<br />

Anhänger der Skeptiker-Bewegung den<br />

Beweis erbringen, daß homöopathische<br />

Mittel keinerlei Wirkung auf den Organismus<br />

hätten. Sie bezeichneten die<br />

Heilmethode als „unseriöse und absurde<br />

Pseudowissenschaft“.<br />

Die Behauptungen der Homöopathie-Gegner<br />

haben sogar einen wahren<br />

Kern: In Mitteln der Verdünnung 10²³<br />

findet sich kein einziges Molekül des<br />

Wirkstoffs mehr. Homöopathen behaupten<br />

jedoch auch nichts anderes.<br />

Sie betrachten ihre Heilkunst als Energie-<br />

bzw. Informationstherapie. Elektromagnetische<br />

Informationen machen die<br />

Globuli gemäß der Lehre Hahnemanns<br />

wirksam. Einen „Beweis“ für die Unwirksamkeit<br />

der Homöopathie haben<br />

die launigen Aktivisten ohnehin nicht<br />

erbracht. Zwar können Hochpotenzen<br />

bei Personen, die nicht dem zum Mittel<br />

passenden Konstitutionstyp angehören,<br />

bestimmte Symptome hervorrufen; der<br />

„Globuli-Selbstmord“ beweist jedoch<br />

nur, daß die Versuchspersonen solche<br />

Symptome nicht sofort spürten – oder<br />

dies nicht zugaben.<br />

„Die große Illusion“<br />

So durchschaubar die Aktionen in England<br />

auch sein mögen – sie sind gefährlich<br />

als Teil einer koordinierten<br />

Kampagne, die nichts anderes als die<br />

Vernichtung der Homöopathie beabsichtigt.<br />

Es begann 2005 in England mit<br />

einer Medienhetze, die von der internationalen<br />

medizinischen Fachzeitschrift<br />

„The Lancet“ angeführt wurde. Man<br />

berief sich dabei auf die so genannte<br />

Egger-Studie aus der Schweiz, eine<br />

Homöopathische<br />

Hochpotenzen enthalten<br />

zwar kein Molekül des<br />

Wirkstoffs mehr, dafür<br />

aber seine Information<br />

40 MATRIX 3000 Band <strong>62</strong> / März/April 2011


Gesundheit<br />

Auswertung von 108 Doppelblindstudien<br />

zur Homöpathie.<br />

Rund 100 Ärzte unterschrieben<br />

eine Resolution, die die vor 200<br />

Jahren von Samuel Hahnemann<br />

begründete Methode als „Hexenzauber“<br />

diffamierte. 2010<br />

folgte die zweite Welle, als der<br />

Wissenschafts-Ausschuß des<br />

britischen Unterhauses die<br />

Streichung aller staatlichen<br />

Gelder für Homöopathie forder-<br />

Leere Kassen –<br />

die Homöopathie ist schuld<br />

In allen genannten Kampagnen<br />

kam das Totschlagargument<br />

der „leeren Kassen“ zum Einsatz.<br />

„In Zeiten wachsender<br />

Geldknappheit ist es unverantwortlich,<br />

den Gesundheitsetat<br />

mit <strong>Ausgabe</strong>n für Quacksalberei<br />

zu belasten“, heißt es in<br />

der Resolution der britischen<br />

Ärzte. Jahrzehntelang sind Gete.<br />

Unterstützung erhielt die Kampagne<br />

von einflußreichen Skeptiker-Organisationen,<br />

die generell gegen Religion,<br />

Esoterik und alles „Unbewiesene“ agitieren.<br />

In Deutschland kam die Kampagne<br />

erst 2010 in Schwung, als der gesundheitspolitische<br />

Sprecher der SPD, Karl<br />

Lauterbach, forderte, Homöopathie als<br />

Kassenleistung zu verbieten. Die CDU<br />

griff den Vorschlag nur allzugern auf.<br />

Man habe den Wahltarif für Homöopathie<br />

seinerzeit ohnehin nur eingeführt,<br />

um SPD und Grünen entgegenzukom-<br />

men. Der „Spiegel“ schlug in die gleiche<br />

Kerbe und veröffentlichte eine umfangreiche<br />

Titelgeschichte: „Homöopathie,<br />

die große Illusion“. Obwohl es gegen die<br />

Egger-Studie auch aus wissenschaftlicher<br />

Sicht erhebliche Einwände gab,<br />

wiederholten auch in Deutschland viele<br />

Blätter kritiklos deren Resümee: die<br />

Homöopathie sei definitiv widerlegt.<br />

Anderslautende Studien wie der „Health<br />

Technology Assessment Report“, der<br />

der Homöopathie ein gutes Zeugnis<br />

ausstellte, bekamen kaum Medienaufmerksamkeit.<br />

sundheitspolitiker vor der strie und ihrer an Rendite orientierten<br />

Pharmaindu-<br />

Preispolitik bei Medikamenten in die<br />

Knie gegangen. Die Folgen sollen nun<br />

auch Homöopathen und Menschen tragen,<br />

die diese Behandlungsform schätzen.<br />

Wenn es eine Kostenexplosion im<br />

Gesundheitswesen gibt, dann liegt dies<br />

gewiß nicht an der Homöopathie. Globuli<br />

sind so billig, daß Homöopathen sie<br />

ihren Patienten gewöhnlich schenken.<br />

Die meisten Behandlungen werden noch<br />

immer von den Kranken selbst bezahlt.<br />

Homöopathie hat dadurch wie viele Al-<br />

Glaubenskrieg<br />

gegen Globuli<br />

Roland Rottenfußer<br />

Foto: Christopher Pledger<br />

Kollektiver "Globuli-Selbstmord":<br />

Fanatische Skeptiker-Aktivisten<br />

verschlucken öffentlich homöopathische<br />

Medikamente. Sie wollen<br />

damit beweisen, daß Homöopathie<br />

unwirksam ist.<br />

Band <strong>62</strong> / März/April 2011 MATRIX 3000 41


Gesundheit<br />

Für die Skeptiker ist<br />

die Homöopathie die<br />

Verkörperung all dessen,<br />

was der "vernünftige"<br />

Mensch der Neuzeit<br />

verabscheut.<br />

ternativtherapien noch immer den Status<br />

einer Ober- und Mittelklassen-Medizin.<br />

Für die wachsende Unterschicht<br />

bleibt es schwierig, z.B. eine Erstanamnese<br />

für 120 Euro zu bezahlen. Würden<br />

nun auch noch die Wahltarife verboten,<br />

die einige Kassen für Homöopathie<br />

anbieten, käme das einer Zwangsbekehrung<br />

breiter Bevölkerungsschichten zur<br />

Schulmedizin gleich.<br />

Wenig überzeugend scheint auch das<br />

Argument, bis heute sei kein allgemein<br />

anerkannter Nachweis für die Wirksamkeit<br />

der Homöopathie gelungen. Ist<br />

es denn zu erwarten, daß etwas „allgemein<br />

anerkannt“ wird, das die Konkurrenz<br />

und den Futterneid einflußreicher<br />

Machtgruppen auf sich zieht? Beim<br />

Kampf verschiedener Heilkonzepte gegeneinander<br />

geht es um Pfründe und<br />

das größte Stück vom Kuchen des milliardenschweren<br />

Gesundheitsmarkts.<br />

Der Homöopath Carl Classen, der sich<br />

besonders für die Rehabilitierung seiner<br />

Kunst engagiert, fragt deshalb zu Recht:<br />

„Wem dient das gesundheitspolitische<br />

Ablenkungsmanöver der SPD?“ Er vermutet<br />

Schattengefechte der angeblich<br />

so unantastbar seriösen Schulmedizin:<br />

„Die Pharmabranche leidet darunter,<br />

daß immer weniger neu entwickelte<br />

Arzneien den für die Zulassung erforderlichen<br />

Test ‚Placebo gegen Verum’<br />

überstehen. Selbst Blockbuster-Arzneien<br />

wie Valium oder Prozac versagen in<br />

heutigen Doppelblindstudien.“<br />

Glaubenskrieg der Methoden<br />

Von Geldinteressen abgesehen, geht<br />

es im Konflikt zwischen den medizinischen<br />

Konzepten aber auch um eine<br />

Glaubensfrage. Carl Classen: „Hinter<br />

den Kulissen handelt es sich nicht alleine<br />

um wirtschaftliche Interessen<br />

der Pharmaindustrie, sondern ebenso<br />

um das Aufbäumen einer materialistischen<br />

Weltanschauung, die an ihre<br />

Grenzen kommt und doch alles unter<br />

ihre Kontrolle bringen möchte.“ Classen<br />

untersucht die Psychodynamik der<br />

Skeptikerbewegung. „Einigen Menschen<br />

bereitet die Existenz einer größeren<br />

Wirklichkeit offenbar Angst.“ Ist der<br />

Mensch also ein spirituelles Wesen, das<br />

eben diesen spirituellen Anteil in sich<br />

verleugnet und verdrängt? Für einige<br />

Zeitgenossen scheint dies zuzutreffen.<br />

Der homöopathische Ansatz bietet sich<br />

als Prügelknabe geradezu an, als Verkörperung<br />

all dessen, was der „vernünftige“<br />

Mensch der Neuzeit verabscheut.<br />

„Die Homöopathie hat durch ihre hohen<br />

Verdünnungen offenbar die unbequeme<br />

gesellschaftliche Rolle inne, herrschende<br />

Weltanschauungen und Paradigmen<br />

frontal und offensiv herauszufordern.“<br />

(Classen)<br />

An ihre Grenzen kam vor allem die<br />

Auffassung, die Materie sei eine<br />

Ansammlung winziger, aber fester<br />

Teilchen. Das ist durch die Quantenphysik<br />

längst widerlegt. Der Physiker Hans-<br />

Peter Dürr sagte deshalb: „Wir haben<br />

die Materie abgeschafft.“ Untersuchte<br />

man Atome und Elektronen näher, so<br />

verschwimmt alles zu einem Nebel von<br />

Wahrscheinlichkeiten, Schwingung und<br />

Energie. Auch den Menschen kann man<br />

als „Schwingungsfeld“ betrachten, das<br />

mit anderen Schwingungsfeldern – z.B.<br />

dem eines homöopathischen Heilmittels<br />

– interagiert. „Die Welt ist Information“<br />

– eine solche Auffassung scheint eher<br />

zeitgemäß als die materialistische Vorstellung,<br />

das Universum bestehe aus<br />

größeren oder kleineren „Dingen“. Die<br />

Informationstherapie der Homöopathen<br />

hat also etwas für sich. Ist es nicht<br />

vorstellbar, daß mit der Einnahme des<br />

Mittels heilende Informationen in das<br />

Schwingungsfeld Mensch eingespeist<br />

werden, daß also „Schwingungsangleichung“<br />

stattfindet?<br />

Ein Virologe „beweist“ die<br />

Homöopathie<br />

Der französische Nobelpreisträger und<br />

Virologe Luc Montagnier behauptete<br />

auf einer Konferenz im Juni 2010, vielleicht<br />

den Beweis für die Wirksamkeit<br />

der Homöopathie gefunden zu haben.<br />

Dabei hatten seine Forschungsarbeiten<br />

ursprünglich gar nichts mit Homöopathie<br />

zu tun. Vielmehr ging es Montagnier<br />

um ein Nachweisverfahren für Viren<br />

und Bakterien. Der Forscher entdeckte<br />

dabei, daß Lösungen, die die DNS eines<br />

Virus oder Bakteriums enthalten, „Radiowellen<br />

im Niedrigfrequenzbereich“<br />

ausstrahlen. Dadurch werden die Wassermoleküle<br />

beeinflußt, so daß sie sich<br />

zu einer besonderen „Nano-Struktur“<br />

anordnen. Auch wenn der ursprüngliche<br />

Auslöser, die DNS, entfernt würde, so<br />

Montagnier, behielten die Wassermoleküle<br />

ihre Frequenz-Signatur bei. Auch<br />

in der Homöopathie lautet das Erklärungsmodell<br />

bekanntlich, daß Wasser<br />

die Information eines Stoffes speichert,<br />

mit dem es in Berührung gekommen<br />

ist. Auch wenn der Ursprungsstoff chemisch<br />

nicht mehr nachweisbar ist, bleibt<br />

die Information im Wasser erhalten.<br />

Dieser Erklärungsansatz mag nicht<br />

als „endgültiger Beweis zugunsten der<br />

Homöopathie“ durchgehen, er macht<br />

aber klar, daß seriöse Forschungsergebnisse<br />

zu völlig unterschiedlichen<br />

Ergebnissen kommen können. Es ist<br />

also nicht wahr, was Anti-Homöopathie-<br />

Eiferer behaupten: daß nämlich das<br />

42 MATRIX 3000 Band <strong>62</strong> / März/April 2011


In unserer immer noch<br />

vom rational-materialistischen<br />

Paradigma<br />

beherrschten Zeit hat die<br />

wissenschaftliche Studie<br />

Fetisch-Funktion<br />

Gesundheit<br />

Ende der Homöopathie unvermeidlich<br />

sei, weil wissenschaftliche Vernunft am<br />

Ende immer gegen Lüge und Scharlatanerie<br />

siegt. Eher trifft folgende Feststellung<br />

zu: Was als „vernünftig“ gilt, hängt<br />

vom Zeitgeist und vom Erkenntnisstand<br />

der Zeitgenossen ab. Und der verändert<br />

sich mit einem sich erweiternden Bewußtsein.<br />

Auch wenn manche gern auf<br />

ewig an der Schulmedizin-Monokultur<br />

der Nachkriegszeit festhalten wollen.<br />

Bei Studien wird getrickst<br />

In unserer immer noch vom rationalmaterialistischen<br />

Paradigma beherrschten<br />

Zeit hat die wissenschaftliche<br />

Studie Fetisch-Funktion. Wird sie<br />

noch von Statistiken und Zahlenkolonnen<br />

untermauert, macht der staunende<br />

Laie ergriffen das Kreuzzeichen. Wie<br />

raffiniert sich das Unseriöse oft als Seriosität<br />

tarnt, wurde an der so genannten<br />

Chang-Studie (Chang et Al., 2005) deutlich.<br />

Sie verglich zunächst 110 homöopathische<br />

und 110 schulmedizinische<br />

Studien. Das Ergebnis: Beide Methoden<br />

sind gleich wirksam. Da aber nicht sein<br />

konnte, was nicht sein durfte, modifizierte<br />

man die Studie noch einmal. Man<br />

entschloß sich, nur noch „große“ Studien<br />

gelten zu lassen, also solche mit<br />

einer ausreichenden Teilnehmerzahl.<br />

Als Grenzwert wählte man merkwürdigerweise<br />

die Zahl 88. Homöopathie-<br />

Befürworter Dr. Volker Schmiedel entlarvte<br />

dies als durchsichtiges Manöver.<br />

Es existiert eine Kopfschmerzstudie mit<br />

88 Versuchspersonen, bei der die Homöopathie<br />

sehr schlecht wegkam. Die<br />

wollten Chang und seine Kollegen unbedingt<br />

noch mit auswerten. Hätte man<br />

statt dessen den Grenzwert bei 100 oder<br />

auch bei 80 Teilnehmern angesetzt, hätte<br />

die Homöopathie ebenso gut abgeschnitten<br />

wie die Schulmedizin.<br />

Dieser Gleichstand entspricht im<br />

Übrigen auch meinen persönlichen<br />

Erfahrungen. Sowohl bei<br />

homöopathischen Behandlungen als<br />

auch bei Einnahme von Antibiotika<br />

habe ich Erfolge wie Mißerfolge erlebt.<br />

Für die homöopathische Behandlung<br />

spricht immerhin, daß sie mich nicht<br />

auch noch vergiftet hat – und daß sie,<br />

würde die Kasse sie bezahlen, billiger<br />

käme. Ärzte verkaufen eben oft keine<br />

Heilung, sondern nur die Hoffnung<br />

darauf. Leider messen mangelhaft<br />

aufgeklärte Patienten oft mit zweierlei<br />

Maß: Versagt die Homöopathie, kommt<br />

schnell der Vorwurf der Scharlatanerie<br />

ins Spiel; versagt die Schulmedizin,<br />

denkt man, die Krankheit sei eben besonders<br />

hartnäckig oder man selbst<br />

habe etwas falsch gemacht. Vielleicht<br />

hat die Homöopathie ja sogar Glück, daß<br />

sie manchmal nicht wirkt. Wäre sie unfehlbar,<br />

hätte man sie wahrscheinlich<br />

nicht nur als Kassenleistung, sondern<br />

gleich ganz verboten. Barbara Rütting,<br />

die einmal Politikerin der Grünen war,<br />

sagte treffend: „Nur kranke Menschen<br />

bringen den Pharmariesen Gewinn,<br />

nicht die gesunden.“ ■<br />

Mit der wunderbaren Sicht vom Landhaus auf das Alpenpanorama und der<br />

patentierten Tontherapie PRIMUSONA G2000 wird Ihr Aufenthalt<br />

zu einem Erlebnis für Körper, Geist und Seele.<br />

Auch bei therapieresistenten Erkrankungen (wie z.B. bei MS) bringt diese<br />

Tontherapie erstaunliche Therapieerfolge. Information lohnt sich. hotel-aventurin.tel<br />

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Wurzeln<br />

Bild 2: Meeresspiegel über dem Zeitraum von -8000 bis heute<br />

Bild 1: Sylt 1648<br />

Es geht um Sylt, die Insel an der Nordgrenze<br />

Deutschlands, umgeben von<br />

Watt und Wasser. Wir kennen sie heute<br />

mehr als Insel der Reichen und Schönen,<br />

als Badeinsel. Für Strandwanderer,<br />

Schwimmer und Surfer ein Traumgebiet.<br />

Wer weiß schon, daß die Insel<br />

auch Frühgeschichte zu bieten hat?<br />

Die Insel d<br />

Wilfried Augustin<br />

Bild 3: Neolithische<br />

Fundstellen auf Sylt<br />

Insel d<br />

Der Name Sylt, die alten Sylter<br />

sagten Ssöl, könnte von Sal,<br />

heilig, herstammen. Die heilige<br />

Insel. Für wen heilig? Da müssen wir<br />

in die Frühzeit zurückgehen. Damals<br />

war die Insel noch größer und ragte<br />

weiter aus dem Wasser heraus. Dort,<br />

wo heute Nordsee oder Wattenmeer<br />

sind, war trockenes, bewohntes Land<br />

(Bild 1, Sylt 1648). Die Karte stammt<br />

von dem königlichen Mathematiker<br />

Johann Meyer, 1606-1674. Sie zeigt<br />

die Insel ungefähr so, wie sie nach der<br />

großen Flut 13<strong>62</strong>, „De grote Manndränke“,<br />

aus den Fluten wieder auftauchte.<br />

Auf der Nordseeseite liegt<br />

noch trockenes Land vor der Insel,<br />

und das Land nach Osten, das heutige<br />

Wattenmeer, war trocken und von<br />

Wasserläufen durchzogen. Das existiert<br />

heute alles nicht mehr.<br />

Noch früher, in der Steinzeit, war<br />

das Land zu allen Seiten noch weiter,<br />

und das jetzige Sylt ragte wie eine<br />

Hügelkette aus einem Tiefland hervor.<br />

Man kann das abschätzen aus einer<br />

Grafik, die ich im Heimatkundemuseum<br />

in Keitum sah.<br />

Bild 2 zeigt den Meeresspiegel im<br />

Zeitraum von 8000 v. Chr. bis heute.<br />

7000 v. Chr. lag der mittlere Tidepegel<br />

noch 46 Meter tiefer als heute. Man<br />

sieht den rasanten Anstieg des Wassers<br />

in der Nacheiszeit bis ca. 4500 v.<br />

Chr. Dann erfolgt ein langsamer, aber<br />

stetiger Anstieg bis ca. 1000 n. Chr. Danach<br />

war der mittlere Meeresspiegel<br />

ziemlich konstant. Das heißt natürlich<br />

nicht, daß es ein sicheres Gebiet war.<br />

Immer wieder haben Sturmfluten das<br />

Land überrollt. Dabei gingen unwiederbringlich<br />

Kulturland, Menschen- und<br />

Tierleben verloren.<br />

Der heute verbliebene Rest ist nur<br />

noch ein kleiner Teil. Um diesen Rest<br />

kämpfen die Bewohner noch heute zäh<br />

und verbissen. Ich wünsche den Leuten,<br />

daß sie auch weiterhin erfolgreich<br />

sind. Schon eine einzige große Sturmflut<br />

kann alles zunichte machen und die<br />

Insel für immer verschwinden lassen.<br />

44<br />

MATRIX 3000 Band <strong>62</strong> / März/April 2011


Bild 4: Gräber beim Kampener<br />

Leuchtturm<br />

Wurzeln<br />

Bild 5: Der „Tipkenhoog“<br />

Diesen Kampf mit dem Meer haben<br />

sicherlich auch unsere steinzeitlichen<br />

Vorfahren miterlebt. Das Land<br />

westlich von Sylt bis nach England<br />

war in der Nacheiszeit eine moorige<br />

Tundra mit den friesischen Inseln,<br />

die als Hügelketten herausragten.<br />

Wo bestattet man seine Toten für<br />

die Ewigkeit, damit das Wasser sie<br />

nicht überspült? Natürlich auf den<br />

Wie überall in Deutschland fielen<br />

in der Neuzeit die meisten der<br />

Grabhügel dem Ackerbau und<br />

dem Kommerz zum Opfer. Das umfangreichste<br />

Gräberfeld auf Sylt mußte<br />

dem Flughafen weichen und wurde<br />

planiert. Aber auch die deutsche Wehrmacht<br />

hat vieles vernichtet, als Sylt im<br />

Zweiten Weltkrieg zur Festung ausgebaut<br />

wurde.<br />

Es gibt aber noch einige dieser Grabhügel.<br />

Besonders beeindruckend sind<br />

die Gräber beim Kampener Leuchtturm<br />

(siehe Bild 4).<br />

Ein weiteres Gräberfeld finden wir<br />

am Ortsrand von Keitum, am Südrand<br />

Richtung Wattenmeer. Auf dem Weg<br />

dorthin fällt als Erstes der „Tipkenhoog“<br />

ins Auge (siehe Bild 5). Aus der<br />

jüngeren Steinzeit um 2500 v. Chr. soll<br />

er<br />

Ahnen<br />

Hügeln. So hat sich Sylt zu einer<br />

Gräberinsel entwickelt. Ein heiliger<br />

Bezirk, der nicht besiedelt wurde,<br />

ein Land nur für Grablegungen,<br />

Gerichtsstätten und Feste. Das war<br />

auch deshalb nötig, weil die Menschen<br />

der Steinzeit nicht seßhaft<br />

waren und in Familien oder Gruppen<br />

den Wildtieren folgten. Man benötigte<br />

ein sicheres zentrales Gebiet als<br />

Treffpunkt und für die Toten. Dieses<br />

Territorium scheint Sylt gewesen zu<br />

sein. Eine Unmenge bekannter Hügelgräber<br />

bestätigt das. Bei einer<br />

Landvermessung 1770 wurden noch<br />

400 Grabhügel gezählt (siehe Bild 3,<br />

neolithische Fundstellen auf Sylt).<br />

der Grabhügel stammen. Nach einer<br />

Sage soll es das Grab eines Riesen sein,<br />

eines Wächters, der Sylt vor dänischen<br />

Eindringlingen vom Festland verteidigt<br />

hat. Der Riese Tipken fiel im Kampf<br />

mit den Festlandskriegern, daher der<br />

Name Tipkenhoog (Hoog = Hügel). 1870<br />

wurden Probegrabungen durchgeführt,<br />

es wurde aber nichts gefunden.<br />

Dahinter nach Westen liegen weitere<br />

Grabhügel. Im Vordergrund befinden<br />

sich die Reste eines Steingrabes mit<br />

dem Namen Harhoog. Ursprünglich<br />

befand es sich zwischen Westerland<br />

und Tinnum, wurde jedoch 1954 umgesetzt,<br />

weil dort der Flughafen gebaut<br />

wurde. Angeblich soll es original so<br />

Band <strong>62</strong> / März/April 2011 MATRIX 3000 45


Wurzeln<br />

Bild 7:<br />

Steingrab mit<br />

dem Namen<br />

Harhoog.<br />

Bild 8:<br />

Denghoog in<br />

Wenningstedt,<br />

Sylt<br />

Bild 10:<br />

Der Hügel im<br />

Schnitt<br />

Bild 9:<br />

Grundriss<br />

wieder aufgebaut worden sein, wie man<br />

es vorfand. (Bild 7: Steingrab Harhoog).<br />

Erstmalig war das Steingrab 1925<br />

freigelegt worden. 1936 bis 1943 wurde<br />

wissenschaftlich ergraben, angeblich jedoch<br />

ohne Befund. Ich frage mich allerdings,<br />

wie kann man sieben Jahre ohne<br />

Befund graben?<br />

An dieser Stelle müssen wir über den<br />

wichtigsten Grabhügel sprechen: Denghoog,<br />

den einzigen in dieser Form erhaltenen<br />

Grabhügel in Norddeutschland.<br />

Ich habe schon viele Steingräber oder<br />

Hünengräber besucht, im In- und<br />

Ausland. Bei den meisten waren die<br />

Steine der Grabkammern noch erhalten,<br />

aber mehr nicht. Man konnte wohl noch<br />

erahnen, daß die Grabkammer dereinst<br />

mit einem Hügel überdeckt war. In den<br />

meisten Fällen jedoch, zumindest hier<br />

bei uns in Deutschland, Frankreich oder<br />

Spanien, sind Hügel und Abdeckungen<br />

mehr oder weniger erodiert, abgetragen<br />

oder überpflügt. Welch ein Glück,<br />

daß der Denghoog in Wenningstedt auf<br />

Sylt erst so spät geöffnet und untersucht<br />

wurde. Erst 1868 wurde der Hügel von<br />

dem Hamburger Geologen F. Wibel untersucht,<br />

wobei er von oben her eine Grabung<br />

in den Hügel hinein machte. Zum<br />

Glück hatte der Grabhügel bis dahin den<br />

Versuchen der Bauern widerstanden, ihn<br />

zu planieren. Er war zu hoch und im Inneren<br />

zu stabil gebaut. So haben wir hier<br />

nun eines der besterhaltenen Denkmäler<br />

der Megalithkultur (siehe Bild 8, Denghoog<br />

in Wenningstedt, Sylt).<br />

Der Hügel überdeckt eine ellipsenförmige<br />

Steinkammer von etwa 3 x 5 Meter,<br />

in die ein 6 Meter langer, 1 Meter hoher<br />

Gang hineinführt.<br />

In Bild 9, dem Grundriß, läßt sich gut<br />

der Aufbau erkennen. Zwölf Granitsteine<br />

und drei tonnenschwere Decksteine bilden<br />

die Kammer. Ein Kriechgang, gebildet<br />

von 2 x 9 Steinen, bildet einen Zugang,<br />

der von Süden her in die Kammer führt.<br />

Den Hügel im Schnitt zeigt Bild 10. Die<br />

Schicht unter dem gelben Sand ist der<br />

Grund für die gute Erhaltung der Anlage.<br />

Sie besteht aus ziegelartig geschichteten<br />

Steinen, verbunden mit Schlamm aus<br />

dem Watt. Diese Versiegelung hat mehrere<br />

Tausend Jahre gehalten – und war<br />

auch glücklicherweise den Bauern zu<br />

mühsam, sie abzutragen.<br />

Der Denghoog stand allein auf einer<br />

wasserlosen Heidefläche hoch über<br />

dem Meer zwischen Wenningstedt und<br />

Kampen, auf der in geschichtlich nachweisbarer<br />

Zeit keine Menschen wohnten.<br />

Auch befinden sich keine weiteren<br />

Grabhügel in unmittelbarer Nähe. Der<br />

Name Denghoog leitet sich von „Thing“<br />

ab, Thinghügel. Nordmänner oder<br />

Germanen hielten zu Zeiten von Sonnenwenden<br />

und Tag/Nachtgleichen an<br />

ausgesuchten Plätzen Rats- und Gerichtstage<br />

ab. Um so einen Platz handelt<br />

es sich beim Denghoog. Dafür spricht<br />

auch, daß in unmittelbarer Nähe die<br />

alte Wenningstedter Kirche steht. Die<br />

katholische Kirche hat ja bevorzugt alte<br />

germanische Plätze überbaut, um ihre<br />

weitere Nutzung zu verhindern.<br />

Interessant ist in dem Zusammenhang<br />

die Zahl 12 der inneren Granitblökke.<br />

Die Zahl 12 steht für Vollkommenheit,<br />

Abgeschlossenheit. Der Volksmund<br />

kennt den Begriff „ein rundes Dutzend“.<br />

46<br />

MATRIX 3000 Band <strong>62</strong> / März/April 2011


Bild 11:<br />

Die Ringwallanlage von Tinnum<br />

Bild 12:<br />

Das Kultplatzdreieck<br />

nach Corinna Hübener<br />

Wurzeln<br />

Bis ins 19. Jahrhundert hatte<br />

man auf Sylt 12 Ratsleute. Wir<br />

kennen die 12 Geschworenen bei<br />

Gericht. Das Jahr hat 12 Monate.<br />

Das war sicherlich nicht willkürlich.<br />

Tag und Nacht haben jeweils<br />

12 Stunden. Jesus hatte 12<br />

Gefährten, König Arthus hatte 12<br />

Gralsritter.<br />

Interessant ist auch, daß ein<br />

Astronom, Prof. Rolf Möller,<br />

1937 die Insel und ihre frühzeitlichen<br />

Hügel vermessen hat und dabei<br />

zum Schluß kam, daß der Denghoog Mittelpunkt<br />

einer Kalenderanlage war, einer<br />

Sternwarte der Vorzeit.<br />

Es wurde später auch festgestellt,<br />

daß zur Wintersonnenwende Licht in<br />

die Steinkammer fällt. Damit werden<br />

die wieder länger werdenden Tage<br />

und der Beginn des germanischen<br />

Jahres angezeigt.<br />

Aus allem kann man schließen, daß<br />

der Denghoog ursprünglich nicht als<br />

Grabanlage gebaut worden ist. Es wurden<br />

zwar in der Anlage Reste einer verbrannten<br />

Leiche, Werkzeuge, Schmuck<br />

und Keramik gefunden. Es könnte aber<br />

sein, daß die Anlage erst in späterer Zeit<br />

als Grab benutzt wurde.<br />

Neben dem Denghoog und den anderen<br />

frühzeitlichen Hügeln gibt es auf<br />

Sylt ein weiteres Frühzeitrelikt, eine<br />

Ringwallanlage.<br />

Die Ringwallanlage von Tinnum<br />

Eine kreisförmige Wallanlage von ca. 120<br />

Meter Durchmesser befindet sich wenige<br />

hundert Meter westlich der Gemeinde<br />

Tinnum, unweit Westerland (siehe Bild<br />

11). Man nimmt an, daß die Anlage um<br />

Christi Geburt herum erbaut wurde. Man<br />

sieht deutlich... zwei Ringöffnungen im<br />

Wall, der ansonsten rund sieben Meter<br />

hoch ist.<br />

Auf der Skizze (Bild 11) sieht man<br />

die Lage der Öffnungen oder Tore nach<br />

Südwest und Nordost. Daraus könnte<br />

man auf Beobachtung und Messung von<br />

Sonnenwenden schließen. Das würde<br />

bedeuten, daß es sich ursprünglich um<br />

keine militärische, sondern um eine Versammlungs-,<br />

Rats- und Kalenderanlage<br />

gehandelt hat. Grabungen haben auch<br />

ergeben, daß es sich um eine germanische<br />

Kultstätte handelte. Was<br />

natürlich nicht heißt, daß die Wallanlage<br />

nicht auch von Friesen, Germanen und<br />

Wikingern als Burg für Verteidigungszwecke<br />

verwendet wurde. Was sicherlich<br />

auch der Fall war, ist die Nutzung<br />

als Schutzraum bei Überflutung der<br />

Insel. Der Boden des Ringwalles liegt<br />

heute bei 2 Metern Meereshöhe. Im<br />

Flutfall ragt die Burg wie eine Rettungsinsel<br />

aus den Wasserfluten auf.<br />

Interessant ist eine Entdeckung, die<br />

die Historikerin Corinna Hübener gemacht<br />

hat, daß nämlich die Tinnum-Burg<br />

Scheitelpunkt eines rechtwinkligen,<br />

gleichschenkligen Gelände-Dreiecks ist.<br />

Ich entnehme nachfolgende Skizze (Bild<br />

12) ihrem Buch „Rätselhaftes Sylt“.<br />

Neben der Ringwallanlage bei Tinnum<br />

ist der östliche Eckpunkt die „Achsumer<br />

Burg“, auch eine Ringwallanlage,<br />

die 1848 abgetragen wurde. Der westliche<br />

Eckpunkt gestaltet sich etwas komplizierter,<br />

weil hier die See bereits das<br />

ursprüngliche Land zerstört hat. Corinna<br />

Hübener nimmt als Eckpunkt einen Geländepunkt<br />

mit dem Namen „Ual Serk“,<br />

das heißt „alte Kirche“. Dort soll sich<br />

früher der Ort Harum befunden haben.<br />

Nach Frau Hübener bedeutet die Vorsilbe<br />

„Har“ dem Sinn nach „der Höchste“,<br />

gemeint ist der Gott Odin. Das heißt, der<br />

Ort Harum war ein uralter Kultort und so<br />

gesehen von Bedeutung für das von ihr<br />

entdeckte Dreieck.<br />

Wie Sie an den Beispielen sahen,<br />

war Sylt in der Frühzeit eine Insel<br />

mit zentraler kultischer Bedeutung.<br />

Wenn Sie mich jetzt fragen, für<br />

wen und wann, komme ich ehrlich gesagt<br />

ins Schwimmen. Funde zeigen einen Horizont<br />

auf bis in die Steinzeit 5000 v. Chr.<br />

Damals gab es jedoch noch Landverbindung<br />

bis nach England. Funde unter<br />

der Nordsee beweisen das. Wer waren<br />

die damaligen Bewohner? Friesen, Germanen<br />

oder ganz Andere? Nennen wir<br />

sie Nordmänner.<br />

Aber gingen diese Nordmänner nach<br />

Süden oder kamen sie dorther? Wurden<br />

aus den Nordmännern die Friesen oder<br />

Germanen? Besiedelten sie nach dem<br />

Abschmelzen des Eises England? Was<br />

war mit Helgoland, der anderen heiligen<br />

Insel in der Nordsee? Hat Jürgen<br />

Spanuth Recht, sind das die Reste von<br />

Atlantis? Wir können so weiterfragen. Es<br />

gibt für diese nördliche Region zu wenig<br />

fundierte Antworten. ■<br />

Abdruck mit freundlicher Genehmigung der<br />

Redaktion des SYNESIS-Magazins.<br />

Quellen:<br />

SYNESIS-Magazin Nr. 4/2010<br />

Hübener, Corinna: Rätselhaftes Sylt. Schöpfungsgeheimnisse<br />

auf der Insel Sylt. ISBN<br />

3-8330-0756-7<br />

So kommen Sie hin:<br />

Ich mache es mir in diesem Fall leicht. Jeder weiß,<br />

wie er nach Sylt kommt. Entweder mit der Bahn<br />

(NOB) von Hamburg-Altona aus. Oder mit dem<br />

eigenen Auto mit der Bahnverladung oder mit der<br />

Fähre von Römö/DK. Ein Auto benötigen Sie auf<br />

Sylt nicht. Alles ist gut zu Fuß und Bus erreichbar,<br />

oder besser noch mit dem Fahrrad, das Sie auf Sylt<br />

leicht mieten können. Die beschriebenen Anlagen<br />

stehen in jedem Reiseführer oder sind bei den<br />

Kurverwaltungen zu erfragen.<br />

Nehmen Sie gute Windbekleidung mit!<br />

TIP<br />

Bücher muss man empfi nden!<br />

Ob Phylos, der Tibeter, der Wunderbaum Moringa<br />

oder die Zeitmaschine von Pater Ernetti:<br />

Unsere Bücher verändern die Zukunft.<br />

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Kultur<br />

Liedermacher:<br />

Die nächste<br />

Generation Roland<br />

Rottenfußer<br />

it der Liedermacherszene<br />

ist es ja wie mit dem<br />

deutschen Tennis. Den<br />

Glanz der Altmeister erreicht<br />

vorerst noch nie-<br />

Mmand.<br />

Links: Die Duisburger Band "Die Bandbreite"<br />

ist ein gutes Beispiel für neue deutschsprachige<br />

Textkultur<br />

ner mehr schreit. Die Herrschaft manifestiert<br />

so wie Orwell es beschreibt.“<br />

Wojna ist ein gutes Beispiel für neue<br />

deutschsprachige Textkultur. Stets hart<br />

am Puls der Zeit, ist ihm kein Eisen zu<br />

heiß. Ob es um den Vertrag von Lissabon<br />

geht, um Schäubles Überwachungsstaat<br />

oder den Verdummungsjournalismus<br />

des „Spiegel“ – alles wird zum Stoff für<br />

ein Lied. Dafür gab’s für die Bandbreite<br />

mächtig Ärger und den Vorwurf, „Verschwörungstheorien“<br />

zu verbreiten. Die<br />

brave IG Metall verbot den Provokateuren,<br />

bei ihren Veranstaltungen aufzutreten.<br />

Die nervösen Abwehrreaktionen der<br />

Etablierten haben ihren Grund. Über den<br />

11. September 2001 etwa sang die Bandbreite<br />

an die Adresse der US-Regierung:<br />

„Habt ihr das vielleicht selbst gemacht?“<br />

– und brachte zahlreiche Belege für diese<br />

These in einem kurzen Lied unter.<br />

Musikalisch bietet die Band „Polit-Pop“<br />

mit Rap-Einlagen, süffig vertont und mit<br />

witzigen Filmchen im Internet präsentiert.<br />

Bei allen stilistischen Unterschieden<br />

fühlt man sich durch diese Art der<br />

musikalischen Aufklärungsarbeit an ein<br />

fast vergessenes Phänomen erinnert:<br />

die deutschen Liedermacher.<br />

Roman in drei Minuten<br />

Die hatten ihre große Zeit vor allem in<br />

den 70ern, als der kulturelle Impuls der<br />

68er-Bewegung abflaute und die Nation<br />

in eine Phase der Restauration eintrat.<br />

Für viele Urgesteine der Szene war es<br />

damals Ehrensache, sich zu Kommunismus<br />

oder Sozialismus zu bekennen.<br />

Dieter Süverkrüp, Franz Josef Degenhardt<br />

und Hannes Wader gehörten zu<br />

den Kämpfern der ersten Stunde. Mit<br />

dem sanfteren Reinhard Mey erreichte<br />

die Liedermacherkunst die bürgerlichen<br />

Wohnzimmer, ohne an Substanz einzubüßen.<br />

Konstantin Wecker, der jüngste<br />

der „Klassiker“, bereicherte die Szene<br />

um einen farbigeren, an der Klassik geschulten<br />

Sound und unbändige Lebenslust.<br />

Damals waren Liedermacher en<br />

vogue, „Willy“ oder „Über den Wolken“<br />

wurden im Radio gespielt. Schon in den<br />

80ern wurde es jedoch stiller um die<br />

Liedheroen.<br />

Zu ihren Vorbildern gehörten die<br />

Minnesänger des Mittelalters wie auch<br />

das deutsche Kunstlied eines Franz<br />

Schubert. Nicht zuletzt waren es die<br />

großen französischen Chansonniers wie<br />

Jacques Brel oder George Brassens,<br />

die den Deutschen zeigten, wie man<br />

literarische Texte mit gefälligen Melo-<br />

Casting-Shows<br />

und seichte Deutschpop-<br />

Gesänge regieren die<br />

Charts. Dabei fehlt es im<br />

deutschsprachigen Chanson<br />

weder an brisanten Themen noch<br />

an echten Talenten. Mit dem Erwachen<br />

des Bürgerprotests kommen auch Protestlied<br />

und anspruchsvolles Kunstlied<br />

wieder zu neuer Blüte. Nur in der öffentlichen<br />

Wahrnehmung bleiben deutsche<br />

Liedermacher weiter im Schatten. Matrix<br />

3000 porträtiert die Nachfolger von Reinhard<br />

Mey, Konstantin Wecker & Co.<br />

„Die Matrix ist Realität, auch wenn ihr<br />

sie nicht seht.“ Der Song der Duisburger<br />

Band „Die Bandbreite“ meint natürlich<br />

nicht unsere Zeitschrift, sondern den<br />

berühmten Kinofilm „The Matrix“ mit<br />

Keanu Reeves. Ganz im Geist des Films<br />

dichtete Bandbreite-Texter Marcel<br />

Wojnarowicz (bekannt als Wojna): „Wir<br />

hängen an den gleichen Schläuchen. Es<br />

scheint als thronte irgendwo hier eine<br />

heimliche Zunft. Stets im Kampf um den<br />

Profit und gegen die Vernunft. Sie stutzt<br />

die Geister sich zurecht, so daß hier kei-<br />

48<br />

MATRIX 3000 Band <strong>62</strong> / März/April 2011


Kultur<br />

Band <strong>62</strong> / März/April 2011 MATRIX 3000 49


Kultur<br />

dien zu einem Gesamtkunstwerk vereinigen<br />

konnte. Das gelungene Chanson,<br />

sagte Jacques Brel, sei der Stoff eines<br />

Romans, verpackt in einen aufs äußerste<br />

konzentrierten Vortrag von drei Minuten.<br />

Der Begriff „Liedermacher“ ist<br />

nichts anderes als der Versuch einer<br />

Übersetzung von „Chansonnier“. In den<br />

USA nennt man vergleichbare Künstler<br />

„Folksänger“ (z.B. Bob Dylan) oder allgemeiner<br />

„Singer/Songwriter“. Die Begriffe<br />

sind weniger mit dem Nimbus des<br />

"Ich singe, weil ich ein Lied hab,<br />

nicht weil es euch gefällt."<br />

Konstantin Wecker<br />

Anspruchsvollen versehen als die Chansonkultur<br />

Frankreichs oder Italiens.<br />

„Nicht weil es euch gefällt“<br />

Liedermacher verstanden sich vor allem<br />

als Kontrastprogramm zur unerträglichen<br />

Schlagerseichtigkeit der<br />

unmittelbaren Nachkriegsjahre. Mangelnde<br />

Authentizität, Unaufrichtigkeit<br />

und Fremdbestimmtheit gehören zu den<br />

Hauptvorwürfen gegen die Rex Gildos<br />

und Roy Blacks. Eine „Sangesmaschine“<br />

ist der fiktive Schlagersänger in einem<br />

Lied Konstantin Weckers: „Ich singe, weil<br />

ich ein Lied hab, nicht weil es euch gefällt“.<br />

So gesehen ist das Chanson „Anti-<br />

Pop“, der bewußte Verzicht auf Gefälligkeit<br />

bis hin zur kalkulierten Provokation.<br />

Der Liedermacher ist ein Rebell gegen<br />

die allgegenwärtige Kommerzialisierung<br />

der Kulturszene, und er zahlt dafür<br />

manchmal einen schmerzlichen Preis<br />

in Form finanzieller Nöte. Aber: „Lieber<br />

allein und wieder auf der Straße sein als<br />

gestriegelt und gebügelt so wie die ein<br />

Händler zu sein.“ (Klaus Hoffmann).<br />

Gibt es diesen Geist heute noch? Er<br />

scheint in einer profitorientierten<br />

und zynischen Epoche überholt.<br />

In einer Ranking-Show des Privatfernsehens<br />

wurde unlängst DJ Ötzis „Ein<br />

Stern der deinen Namen trägt“ zum Lied<br />

des Jahrzehnts gewählt. Gewiß gab es<br />

schon immer Kitsch und schlechte Lieder;<br />

nie wurde das Engagement für eine<br />

bessere Welt jedoch so schamlos als<br />

„Gutmenschentum“ verspottet, wurde<br />

die Gleichschaltung des Musikmarkts<br />

so systematisch<br />

v o r a n g e t r i e -<br />

ben wie in den<br />

letzten beiden<br />

J a h r z e h n t e n .<br />

Im Schatten<br />

dieses kollektiven<br />

Wahnsinns<br />

aber haben die Dinosaurier des Chanson<br />

überlebt. Wenn die Öffentlichkeit so<br />

tut, als hätten Wecker, Wader und Mey<br />

ihr Lebenswerk wie Hans Albers längst<br />

abgeschlossen, beruht dies schlicht auf<br />

Unkenntnis. Hat man sich Reinhard Meys<br />

„Die Waffen nieder“ wirklich angehört?<br />

Oder Konstantin Weckers „Schlendern“?<br />

Oder André Hellers bewegendes Porträt<br />

eines Holocaust-Überlebenden, „Leon<br />

Wolke“?<br />

Prinz Chaos lebt<br />

den Hippie-Traum<br />

Abgesehen davon, daß die „Alten“ gar<br />

nicht daran denken, abzutreten, gibt es<br />

aber auch erfreulich viele neue Talente<br />

in der Liedermacherszene. Das politische<br />

Lied kommt wieder. Die Häufung<br />

der Zumutungen, die uns durch Politik<br />

und Wirtschaft täglich präsentiert werden,<br />

mag zu diesem Trend beigetragen<br />

haben. Einer der jungen Liedermacher<br />

nennt sich Prinz Chaos II. Seine Frisur<br />

gleicht eher der eines japanischen<br />

Samurais. Die von ihm kreierte Regierungsform<br />

heißt „Anarcho-Monarchismus“.<br />

Sein Projekt ist die Gründung<br />

einer „Autonomen Republik Südthüringen<br />

als Zielzone eines linksspirituellen<br />

Siedlungsprojektes“. Zu diesem Zweck<br />

hat der Prinz jetzt sein Schloß gekauft:<br />

Weitersroda. Nebenbei ist Prinz Chaos II.<br />

Dichter und Liedermacher, noch dazu ein<br />

guter. Es gibt von ihm ein Video, auf dem<br />

er seine Vision besingt: „In Weitersroda –<br />

schlag ich Wurzeln wie ein Baum, leb den<br />

alten Hippie-Traum.“<br />

Eine linke Künstlerkolonie zu schaffen,<br />

mit Ausstrahlungskraft weit über die<br />

Grenzen Thüringens hinaus – der Prinz<br />

hält dies für realistisch. Er ist stolz darauf,<br />

daß Schloß Weitersroda im Herzzentrum<br />

Deutschlands liegt. Vom „Herzen“<br />

aus könnten kulturelle und links-anarchistische<br />

Impulse in den Blutkreislauf<br />

eines erstarrten Landes eingespeist werden.<br />

Zum Dreh- und Angelpunkt des Projekts<br />

sollen sich jährlich stattfindende<br />

Liedermacherfestivals auf dem Schloß<br />

entwickeln. Weitersroda könnte eine<br />

„Hochburg des Liedermachings“ werden<br />

und somit die Nachfolge der legendären<br />

Burg Waldeck antreten. Dort fanden in<br />

den späten 60ern Musikfestivals statt,<br />

auf denen Leute wie Reinhard Mey und<br />

Hannes Wader entdeckt wurden.<br />

Heinz Ratz: Die Armut hat Kraft<br />

Zu den sperrigsten, aber auch begabtesten<br />

jungen Liedermachern gehört Heinz<br />

Ratz, von dem der folgende Text stammt:<br />

„Sie kommen aus ihren Löchern wie Ratten,<br />

die Blicke voll Elend und Hilflosigkeit.<br />

Da klettert die Angst über eure Krawatten,<br />

bis ihr nach Schutz und Sicherheit<br />

schreit.“ Die Sprache des Sängers ist<br />

hart. Aber hart ist schließlich auch das,<br />

worum es geht: die erbarmungslose Not<br />

inmitten unserer Glitzerstädte. Mit seinem<br />

„Lauf gegen die Kälte“ 2008 wollte<br />

Ratz auf das Schicksal der Wohnungslo-<br />

Das Chanson ist "Anti-Pop", der bewußte<br />

Verzicht auf Gefälligkeit bis hin zur<br />

kalkulierten Provokation<br />

50<br />

MATRIX 3000 Band <strong>62</strong> / März/April 2011


Sebastian Lohse<br />

Kultur<br />

sen aufmerksam machen.<br />

Einen Monat lang wanderte<br />

er zu Fuß von Dortmund bis<br />

München und trat abends<br />

mit seinen Liedern auf.<br />

Eintritt frei, Spenden für<br />

Betroffene erbeten. Aus<br />

der einmaligen Aktion wurde<br />

ein „moralisches Triathlon“.<br />

2009 durchschwamm<br />

Heinz Ratz die deutschen<br />

Flüsse – um auf das Artensterben aufmerksam<br />

zu machen. Für 2011 ist die<br />

dritte Etappe geplant: Da möchte sich<br />

Heinz Ratz aufs Fahrrad schwingen. Sein<br />

soziales Thema: ein menschlicherer Umgang<br />

mit Flüchtlingen.<br />

Heinz möchte das schlafende soziale<br />

Bewußtsein vieler Menschen aufwecken,<br />

Leuten Mut machen, die spüren, daß<br />

etwas nicht stimmt in unserer Gesellschaft.<br />

Der Künstler redet vor dem Hintergrund<br />

persönlicher Betroffenheit. Er<br />

lebte, als er 24 war, ein Jahr lang selbst<br />

als Obdachloser. Heinz Ratz’ leidvolle<br />

persönliche Erfahrungen haben auf sein<br />

Schaffen abgefärbt. Man kann seine Verse<br />

düster nennen – oder einfach nur realistisch:<br />

„Wer Geld hat, greift nach höheren<br />

Rechten und feiert sich selber voll<br />

Leidenschaft. Aber hört ihr den Ruf aus<br />

den dreckigen Nächten? Auch die schlafende<br />

Armut, auch die Armut hat Kraft.“<br />

Sebastian Lohse: Werde selber laut!<br />

Das Manko bei einigen Liedermachern<br />

sind nicht die Texte, sondern ein gleichwertiges<br />

musikalisches Talent, eine<br />

eigenständige und differenzierte Musiksprache.<br />

Es macht insofern Mut, daß mit<br />

Sebastian Lohse jetzt ein junger Liedermacher<br />

durchstartet, der eine romantische<br />

Klangsprache mit dichten Arrangements<br />

und einer großen stilistischen<br />

Bandbreite vereint. Ironie und musikalische<br />

Parodie kommen in seinen Liedern<br />

zwar vor, Zynismus herrscht aber nicht<br />

als Grundhaltung. Lohse besitzt Wärme<br />

und Pathos. Er versteht es, ein Lied<br />

unscheinbar zu beginnen und die Intensität<br />

gegen Ende noch einmal gewaltig<br />

zu steigern, so daß das Lied einen Sog<br />

ausübt – fast wie bei Jacques Brels Crescendos.<br />

Seine Band nennt sich „Die feine Gesellschaft“,<br />

Arrangements und Texte haben<br />

oft einen nostalgischen Anstrich. Der<br />

„Retro-Look“ ist aber kein Selbstzweck,<br />

sondern verweist stets auf die Gegenwart.<br />

So dichtet Lohse: „Kleiner Mann,<br />

fang nicht zu jammern an. Sieh dir den<br />

Großen an, der hat auch seine Sorgen“.<br />

Offenbar ein Seitenhieb auf aktuelle Manipulationsstrategien,<br />

die Normalverdiener<br />

zum Stillhalten auffordern, während<br />

die großen Vermögen ins Unermeßliche<br />

wachsen. Den Künstler scheint ein tiefes<br />

Unbehagen über Zeitphänomene zu motivieren,<br />

die Mensch und Natur auf ihre<br />

ökonomische Verwertbarkeit reduzieren.<br />

Ein Unbehagen auch über die Phrasen<br />

der Verführer, der Einpeitscher und der<br />

Gleichschalter. Dahinter steht, wie<br />

bei allen guten Liedermachern,<br />

letztlich Liebe: zur Wahrheit, zur<br />

Freiheit und zum Lebendigen. Immer<br />

scheint unter Lohses Texten ein<br />

„Subtext“ vor, der sich jedoch nicht<br />

aufdrängt, sondern zum freien Assoziieren<br />

ermuntert. Gerade das<br />

unterscheidet ja Poesie vom gereimten<br />

Journalismus. Lohse biedert<br />

sich nicht selbst als Guru an, vielmehr<br />

schwingt in seinen Liedern eine<br />

Aufforderung zur Selbstermächtigung<br />

mit: „Und warte nicht auf Donner. Nein<br />

werde selber laut“.<br />

Hüter des Feuers<br />

Hier schließt sich auch der Kreis zu den<br />

Klassikern des Genres. Liedermacher<br />

wollen nicht das mangelnde Engagement<br />

ihrer Zuhörerschaft kompensieren,<br />

sondern zu Eigenaktivität anstacheln.<br />

Eine treffende Beschreibung des<br />

Unterschieds zwischen Popsängern<br />

und Liedermachern hat Dieter Schütt<br />

in seinem Vorwort zu einem Buch Konstantin<br />

Weckers geliefert: „Der Pop ist<br />

eine Einladung zur Selbstvergessenheit,<br />

Wecker lädt dazu ein, das eigene<br />

Ich einer Prüfung auszusetzen, bei der<br />

man zu sich selbst finden möge.“ Sicher<br />

gilt diese Charakterisierung nicht<br />

nur für Wecker. Liedermacher haben<br />

sich als „Hüter des Feuers“ erwiesen.<br />

Sie bildeten eine unterschwellige Strömung,<br />

die dem neoliberal-kommerziellen<br />

Mainstream in den „dunklen<br />

Jahrzehnten“ unermüdlich den Spiegel<br />

vorhielt.<br />

Sie haben scheinbar nicht viel<br />

erreicht in einer Zeit, in der die<br />

Welt von Bankern, Konzernlenkern<br />

und Militärs verändert wurde,<br />

nicht von Poeten. Und doch klingt<br />

aus Jacques Brels hilflosem Aufruf<br />

zum Standhalten heute eine zeitlose<br />

Würde. „Wir haben nichts als ein<br />

Chanson, um die Kriegstrommeln zu<br />

übertönen.“ Konstantin Wecker trug<br />

in den frühen 80ern die Fackel weiter,<br />

als der Zeitgeist dem politischen,<br />

anspruchsvollen Lied so gar nicht<br />

gewogen war: „Was bleibt, ist diese<br />

kleine Glut des Widerstands zu wahren.<br />

Vielleicht muß sie mal Feuer sein<br />

in ein paar Jahren“. Das Feuer lodert<br />

gerade wieder auf. Und mit ihm die Inspiration<br />

der jungen Liedermacher. ■<br />

"Wir haben nichts als ein<br />

Chanson, um die Kriegstrommeln<br />

zu übertönen."<br />

Jacques Brel<br />

Ein umfangreiches Archiv mit Musikvideos<br />

von Liedermachern sowie wöchentlich<br />

neue Beiträge finden Sie auf<br />

www.hinter-den-schlagzeilen.de<br />

(Herausgeber: Konstantin Wecker)<br />

Liste von Liedermachern und deren<br />

Webseiten: www.liedermacher.kultur-netz.de<br />

Folgende Musikvideos zum Text können<br />

auf www.youtube.com durch Eingabe von<br />

Künstler und Titel aufgerufen werden:<br />

Die Bandbreite: „Die Matrix“,<br />

„Angst vor Lissabon“, „Selbst gemacht“<br />

Konstantin Wecker: „Ich singe, weil ich ein<br />

Lied hab“, „Willy“, „Schlendern“<br />

Reinhard Mey: „Über den Wolken“,<br />

„Die Waffen nieder“<br />

Hannes Wader: „Es ist an der Zeit“<br />

Klaus Hoffmann: „Händler“<br />

Prinz Chaos II.: „Weitersroda“<br />

Heinz Ratz (Strom und Wasser):<br />

„Leise treten die Leisetreter“<br />

Sebastian Lohse: „Kleiner Mann“,<br />

„Das Brunnenlied“<br />

Jacques Brel: “Quand on n’a que l’amour”<br />

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Spiritualität<br />

„Einweihung ist ein<br />

Erkenntnisprozeß“<br />

Penny McLean im Gespräch mit Ralf Lehnert (2. Teil)<br />

Anläßlich eines Vortrages zu ihrem neuen Buch „Laß los, was dich<br />

festhält“ war die bekannte Esoterik-Autorin Penny McLean in Berlin.<br />

<strong>Matrix3000</strong>-Redakteur Ralf Lehnert führte mit ihr ein ausführliches<br />

Interview, dessen ersten Teil Sie in der <strong>Matrix3000</strong> Band 61<br />

lesen konnten. Im zweiten Teil spricht Penny McLean u. a. über geistige<br />

Einweihungswege, das Priestertum sowie über den Hype rund<br />

um das Jahr 2012.<br />

Das Höchste und die Geisterwelt<br />

• Sie beschäftigen sich ja viel mit Geistwesen, dem Unsichtbaren,<br />

dem Jenseits...<br />

...Es gibt kein Jenseits. Es ist nur so, daß unsere Augen lediglich<br />

einen bestimmten Bereich wahrnehmen können.<br />

• Ich wollte folgende Gegenthese bringen. Manche spirituellen<br />

Lehrer sagen: Richtet euch auf das Höchste aus. Die Zeit ist kostbar.<br />

Wenn ihr euch auf das Höchste ausrichtet, werden sich automatisch<br />

alle Wesen, die darunter sind, vor euch verbeugen und<br />

euch dienen.<br />

Diese Haltung ist grundsätzlich richtig. Doch darf ich nicht außer<br />

acht lassen, daß dieses Höchste nicht unbedingt mit dem Wissen<br />

des hoch dekorierten Professors oder den Lehren des hochgelobten<br />

Gurus zu tun hat. Ich brauche ja auch nicht auf der Stelle Zusammenhang mit übergeordneten Wesenheiten, egal, ob die<br />

Eine Einweihung ist ein Erkenntnisprozeß. Dieser steht immer im<br />

nach Amerika zu fahren, um z.B. Englisch zu lernen. Wenn ich menschlich oder geistig sind. Aber jeder Mensch ist ja mit geistigen<br />

Wesen verbunden, also ist jeder Mensch, der dir gegen-<br />

da, wo ich lebe, einen Englischlehrer habe, werde ich mich dank<br />

seiner Hilfe bei Bedarf leichter in Amerika verständigen können. übertritt, erst einmal ein sogenanntes Geistwesen. Eine Einweihung<br />

ist einfach eine bestimmte Stufe der Reife deines eigenen<br />

Aber ich gebe gern zu, daß viele Wege nach Rom führen. Jedem<br />

von uns sind sichtbare wie unsichtbare Helfer beigegeben, die uns Seelenpotentials. Ich möchte fast behaupten, daß Einweihung<br />

den individuellen Weg unserer Entwicklung und Persönlichkeit bedeutet, eine Stufe erlangt zu haben, die kein Zurück mehr erlaubt.<br />

Laß<br />

verständlich machen und uns so den Pfad zum Höchsten Schritt<br />

los,...<br />

Wenn das erreicht ist, dann eröffnet sich eine Erkenntnis<br />

für Schritt eröffnen. Diese Wesen befinden sich immer in unse-<br />

der Zusammenhänge dieser Welt, aber auch eine Entwicklungs-<br />

rer nächsten Umgebung. Wenn meine Telefonrechnung nicht<br />

möglichkeit, die sehr schön ist und gleichzeitig sehr anstren-<br />

stimmt, suche ich auch nicht kopflos bei der Königin im Buckinggend.<br />

ham-Palast um eine Audienz an, sondern wende mich an meinen<br />

Telefonanbieter. Es lohnt sich immer, Probleme da zu klären, wo<br />

sie entstanden sind, und zwar mit geeigneten Menschen, die mit<br />

dem Problem vertraut sind und in der Lage, die Not zu wenden.<br />

Und diese Nöte zeigen sich in der Regel ziemlich schnell.<br />

• Sie haben in Ihrem Aufsatz „Tote Kamele“ aus der Anthologie<br />

„Impulse für ein erfülltes Leben“ den Weg der Einweihung eigentlich<br />

nur gestreift...<br />

Mit Absicht.<br />

• ...Wie kann man sich den vorstellen? Braucht man dazu Gott,<br />

oder kann man sich selbst einweihen?<br />

54<br />

MATRIX 3000 Band <strong>62</strong> / März/April 2011


Spiritualität<br />

Weibliche und männliche Wege<br />

• Ich habe von einer Dame gehört, die vor wenigen Jahren eine<br />

Mysterienschule nur für Frauen gegründet hat. Sie meint, daß<br />

spirituelle Schulungen oft genug von Männern für Männer gemacht<br />

wurden und nicht frauengerecht seien.<br />

Neben Priesterschulen hat es schon immer auch Frauenschulen<br />

gegeben. Denn man wußte, daß die Hintergründe<br />

des Männlichen und Weiblichen sehr verschieden sind und<br />

die Wege spezifisch präsentiert werden müssen. Der Schüler<br />

muß seiner Art entsprechend geführt werden. In meinem neuen<br />

Buch „Laß los, was dich festhält“ habe ich einige Passagen<br />

dem Thema Gleichberechtigung gewidmet. Ich bin absolut<br />

für Gleichberechtigung - aber im Rahmen des Möglichen. Ein<br />

Mensch, der weiblich ist, wird wahrscheinlich kein Umzugsoder<br />

Bauunternehmen gründen, wo er selber körperlich arbeiten<br />

muß, weil er es nicht durchhält. Ich kann zwar durchaus<br />

einen Schrank in den dritten Stock tragen, aber dann ist der<br />

Tag gelaufen. Meine Männer hingegen tragen 15 Schränke<br />

rauf und runter, und das in relativ schneller Zeit, ohne nachher<br />

urlaubsreif zu sein. Ich bin also körperlich unterlegen. Geistig<br />

arbeite ich völlig anders, weil meine Betonung auf der rechten<br />

Gehirnhälfte liegt. Das entspricht meinem weiblichen Dasein,<br />

das ich gewählt habe. Deshalb entspreche ich diesem Auftrag<br />

sehr gern. Die Berechtigung muß darin liegen, daß mein Mann<br />

oder generell die Männer in meiner Umgebung wissen, daß ich<br />

meine Aufgabe erfülle - und zwar den Teil, zu dem der andere<br />

weniger gut geeignet ist. Das ist für mich Gleichberechtigung.<br />

• Also ist es tatsächlich so, daß Männer und Frauen unterschiedliche<br />

esoterische Entwicklungswege brauchen?<br />

Nicht nur esoterisch, sondern auch körperlich. Wir müssen<br />

uns gar nicht ausziehen, um die Unterschiede zu sehen. Sie<br />

sind offensichtlich. Nichts ist angenehmer als eine Frau, die<br />

ihre Weiblichkeit bejaht, und nichts ist wunderbarer als ein<br />

Mann, der eindeutig männlich ist. Das stellt die Dinge sehr<br />

klar, und die Mischformen erschweren die Existenz durchaus.<br />

Das Universum spricht englisch<br />

• Ich habe im Internet aufgeschnappt, daß Sie behaupten, das<br />

Universum spreche Englisch. Ist das numerologisch gemeint?<br />

Nein. Ich muß vorausschicken: Alle Sprachen entstehen durch<br />

übergeordnete Wesenheiten, die das Kollektiv betreuen. Engel<br />

würde man sagen, aber ich mag dieses Wort nicht so sehr.<br />

Wenn man jedoch den Angelus, oder besser, die Angeloi, als<br />

Boten auffaßt, komme ich damit wieder klar. Diese Vermittler<br />

sorgen dafür, daß eine Sprache entsteht oder zur Hauptsprache<br />

wird. Und ohne Zweifel ist Englisch momentan die Weltsprache.<br />

Das war nicht immer so. Früher war es Spanisch,<br />

noch früher war es Latein, zumindest in den Teilen der Welt,<br />

die kulturell erschlossen waren. Ich glaube, daß Englisch für<br />

sehr lange Zeit die Weltsprache bleiben wird. Die chinesische<br />

Wirtschaft wächst zwar und wird immer eindrucksvoller, aber<br />

trotzdem wird Englisch schon deshalb die Weltsprache bleiben,<br />

weil Chinesisch nicht für jedermann erlernbar ist. Die chinesische<br />

Sprache ist absolut bildhaft. Außerdem erfordert sie<br />

musikalische Begabung, weil sie auf vier Tonlagen angesiedelt<br />

ist, die man nicht miteinander verwechseln sollte. Englisch ist<br />

„Gleichberechtigung ist für mich,<br />

meine Aufgabe zu erfüllen,<br />

und zwar den Teil, zu dem der<br />

“<br />

andere weniger gut geeignet ist.<br />

Band <strong>62</strong> / März/April 2011 MATRIX 3000 55


Spiritualität<br />

aus den vorhin beschriebenen Quellen entstanden. Es hat sich<br />

im Zusammenhang mit der freiwilligen Entwicklung des Menschen,<br />

die nicht unbedingt die ideale sein muß, herausgestellt,<br />

daß Englisch diejenigen Ausdrucks- und Klangformen enthält,<br />

die der momentanen Zeit entsprechen. Eine Weltsprache zeigt<br />

ja immer an, wo wir stehen. Das, was sich durch Englisch zeigt,<br />

ist nicht unbedingt das, was den Kenner der Zusammenhänge<br />

begeistert. Da ist Latein etwas ganz anderes - auch Griechisch<br />

oder Spanisch. Das heutige Englisch vereinfacht und betont<br />

das Oberflächliche. Ich kann etwas, wozu Goethe vier Sätze<br />

brauchte, im Englischen - und ich meine jetzt nicht dasjenige<br />

von Shakespeare - in einem Satz hinschludern.<br />

Deutsch ist eine überaus geheimnisvolle und wunderbare<br />

Sprache, genauso wie die romanischen Sprachen Französisch,<br />

Spanisch oder Italienisch, die ganz andere Aussagekräfte besitzen<br />

und demnach auch die Seelenkräfte anders aktivieren<br />

können. Wenn ich einen griechischen Brief lese oder das Gastmahl<br />

von Plato in Griechisch, dann hat das eine andere Wirkung<br />

auf die Seele, als wenn ich den Text ins heutige Englisch<br />

übersetze und so an die Leute weitergebe. Es wirkt anders auf<br />

die Seele, und auch die Re-Aktion der Seele ist anders. Wenn<br />

man es z.B. wirklich schafft, die sprachlich nicht gerade gefälligen<br />

Texte von Rudolf Steiner Wort für Wort zu lesen, dann<br />

richtet sich der Seelenkörper nach dem hohen Prinzip dieser<br />

Sprache und diesen Mitteilungen aus. Und so bilden sich<br />

auch Erkenntniswege, nenne sie von mir aus Initiations- oder<br />

Einweihungswege, scheinbar wie von selbst heraus. Ein Einweihungsvorgang<br />

ist eine höchst intime Geschichte zwischen<br />

den höheren Mächten und dir. Jemand anderer kann behilflich<br />

sein, kann vermitteln, aber keinesfalls kann er dir die letzte<br />

Initiation geben. Und keinesfalls kann eine Einweihung gekauft<br />

oder verkauft werden. Das muß letztendlich jeder alleine mit<br />

seinem Höheren Selbst erreichen.<br />

• Man hört öfters, daß Hebräisch oder Sanskrit göttliche Sprachen<br />

seien.<br />

Zuerst einmal muß gesagt werden, daß der Ursprung einer jeden<br />

Sprache göttlich ist. Was wir daraus gemacht haben, ist<br />

eine andere Sache. Natürlich ist uns das Göttliche näher in den<br />

Sprachen, die nicht verfremdet worden sind. Aber natürlich ist<br />

jeder Sprache - auch dem Sanskrit - im Laufe der Zeit eine<br />

gewisse Verfremdung widerfahren.<br />

Der Mißbrauch des Priesters<br />

• Sie sind in einer katholischen Klosterschule aufgewachsen.<br />

Haben Sie da Strukturen erfahren, auf deren Boden diese Mißbrauchsfälle<br />

entstehen konnten, die in den letzten Jahren zunehmend<br />

bekannt geworden sind?<br />

Die Grundlage für diese dunkle Seite der Kirchen ist der Zölibat,<br />

der völlig mißverstanden wird. Niemals wurde irgendwo<br />

von höherer oder göttlicher Stelle gesagt, daß ein junger<br />

Mensch auf Sexualität verzichten muß. Es ist zwar immer anempfohlen<br />

worden, daß der Priester seine ganzen Kräfte zur<br />

Verfügung stellen soll, aber Priester kann man erst ab einem<br />

bestimmten Alter sein. Das ist vor 49 keinesfalls gegeben. Vorher<br />

kann ich Pfarrer sein oder Seelsorger - aber vorher soll<br />

das Leben erlebt und erfahren werden, damit man weiß, worauf<br />

man verzichtet. Ich kann doch nicht als 24jähriger Abschied<br />

nehmen von etwas, das ich nicht kenne und niemals erfahren<br />

habe. Der Zölibat ist eine absolute Zumutung für unsere viel zu<br />

jung ins Priesteramt gedrängten Männer, die dann natürlich,<br />

da die Verwendung dieser Kraft auch nicht richtig gelehrt wird,<br />

praktisch unterliegen müssen. Daß die Kirche nicht endlich<br />

diesen Monumentalfehler korrigiert, ist für mich ein weiteres<br />

Zeichen, daß dort kein Bewußtseinsprozeß stattfindet, wie er<br />

in jedem Gebiet jeder Entwicklungsgeschichte der Menschheit<br />

...was zu finden ist. Religio heißt Rückanbindung. Ja bitte, wo ist die<br />

denn in diesem Zusammenhang zu finden?<br />

Das Jahr 2012<br />

• 2012! Hype! Zu viel Hype?<br />

Im vergangenen Oktober wurde ich in einem Interview<br />

gebeten, etwas vorauszusagen. Ich habe geantwortet: Ich<br />

sage hiermit voraus, daß 2012 kein Weltuntergang<br />

sein wird, und daß die ganze Geschichte daher<br />

Erkenne Dich selbst!<br />

www.rosenkreuzer.de<br />

Te l . : 0 7 2 2 1 - 6 6 0 4 1 • F a x : 0 7 2 2 1 - 6 6 0 4 4 • L a n g e S t r a ß e 6 9 • D - 7 6 5 3 0 B a d e n - B a d e n


Spiritualität<br />

„Eine Einweihung ist eine<br />

höchst intime Geschichte<br />

zwischen den höheren<br />

Mächten und dir.<br />

“<br />

kommt, daß da der Maya-Kalender endet. Ich habe, dem saloppen<br />

Ton meines Interview-Partners entsprechend, weiterhin<br />

gesagt: Wenn meine Waschmaschine fertig gewaschen<br />

hat, bricht sie auch nicht zusammen, sondern wartet darauf,<br />

daß sie wieder gefüllt wird. Ein Kreislauf schließt sich und ein<br />

neuer beginnt. Natürlich lösen sich, wie bei jeder Beendigung<br />

eines Zyklus, bestimmte Kräfte aus, die auf die Menschen<br />

wirken und auf die Gedanken- und Ideenwelt Einfluß nehmen<br />

- aber das findet doch ununterbrochen statt, und deswegen<br />

bricht nicht die Welt auseinander. Wir hatten ja schon einmal<br />

vor einigen Jahren so eine Weltuntergangsgeschichte. Genau<br />

zu dieser Sonnenfinsternis habe ich demonstrativ meine<br />

Handwerker eine neue Küche einbauen lassen, weil mir auch<br />

damals klar war, da passiert gar nichts, und so war’s dann<br />

auch.<br />

Seit 40.000 Jahren haben wir immer wieder erhöhte Sonnenaktivitäten.<br />

Notfalls müssen wir irgendwann vielleicht wirklich<br />

eine ganze Zeitlang wie früher leben. Da sind wir erstaunlicherweise<br />

auch klargekommen. Unsere Vorfahren sind mit<br />

Pferden unterwegs gewesen und haben mit feuergeheizten<br />

Öfen nachweislich überlebt. Hätten wir von Anfang an unsere<br />

ganzen Kräfte in die Nutzung der Sonnenenergie gesteckt und<br />

hätten unsere Finger vom atomaren Potential gelassen, dann<br />

wären wir jetzt auch weiter. Es gibt Dinge, an die der Mensch<br />

die Hand nicht legen soll. Das eine sind die subatomaren Teile,<br />

das andere ist die Genetik. Diese Dinge sind der Privatbesitz<br />

unseres Herrgotts. Das ist seine Schublade und davon haben<br />

wir unsere Finger zu lassen. Und wenn wir das nicht akzeptieren,<br />

werden wir Auswirkungen erleben, die uns überhaupt<br />

nicht erfreuen werden. ■<br />

Die Redaktion dankt Ingrid Reimold und Silvia Ladewig von der Berliner<br />

Zenit-Buchhandlung für die Vermittlung und großzügige Unterstützung<br />

• Astronomen stellen fest, daß um 2012 herum die Sonnenaktivitäten<br />

zunehmen. Ich könnte mir vorstellen: Vielen Menschen<br />

könnte es im übertragenen Sinn durchaus als Weltuntergang<br />

vorkommen, falls für einige Tage, Wochen oder gar<br />

Monate der Strom ausfallen würde. Dann bräche erhebliches<br />

ch Chaos aus.<br />

festhält


Über Wikileaks spricht heute jeder<br />

Whistelblower arbeiten jeden Tag...<br />

Joseph Rotblad, Friedensnobelpreisträger*:<br />

"Whistleblower sind Individuen, die nicht immer der Herde<br />

folgen.Sie sind allerdings auch keine Aussteiger: Tatsächlich<br />

sind sie ein wichtiges Element im Fortschritt jeglicher<br />

Gesellschaft."<br />

Hier ist das längst überfällige Buch des Whistleblowing allen<br />

Helden der Gesellschaft gewidmet, allen mutigen Kindern,<br />

allen mutigen Eltern und allen mutigen LehrerInnen, allen<br />

Menschen die sich nicht verbiegen lassen<br />

Antje Bultmann<br />

Helden im Schatten der Gesellschaft<br />

Zivilcourage und Whistleblowing<br />

€ 19,80 (D) € 20,40 (A)<br />

ISBN: 978-3-89539-229-0<br />

*Sir Józef Rotblat<br />

(4. November 1908 in Warschau[1]; gestorben am 31. August 2005 in London;auch: Josef oder Joseph<br />

Rotblat) war ein polnisch-britischer Physiker. Als Kernphysiker war er anfänglich an der Entwicklung<br />

der ersten Atombombe beteiligt, verließ dann aber wegen ethischer Bedenken 1944 das Projekt. Er<br />

war einer der Mitgründer der Pugwash-Konferenzen und kämpfte ein Leben lang für die Abschaffung<br />

aller Atomwaffen. Er wurde im Jahr 1995 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.<br />

Józef Rotblat wurde außerdem als Sachverständiger für das Jahr des Friedens (1986) für die Vereinten<br />

Nationen (UN) zu Rate gezogen. Er war in den Jahren 1984 bis 1987 für die Berichte der<br />

Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Bezug auf Auswirkungen eines Atomkrieges auf Gesundheit<br />

und Gesundheitswesen verantwortlich. Rotblat ist Autor von über 300 Publikationen aus den Bereichen<br />

Kernphysik, Strahlungsbiologie... und soziale Verantwortung der Wissenschaft. 1998 wurde er<br />

von Königin Elizabeth II. zum Ritter geschlagen und bekam den Titel Sir verliehen. Anlehnend an den<br />

Hippokratischen Eid war er der Überzeugung, dass Wissenschaftler einen eigenen moralischen Codex<br />

haben sollten. Auf die Frage, wie er seinen jugendlichen Elan behält, antwortete Rotblat gern: Du<br />

musst ein Ziel haben und es beharrlich verfolgen (keep on going). Mehr dazu unter: http://geboren.<br />

am/person/Joseph_Rotblat<br />

Whistleblower nehmen es auf sich, brisante Informationen, unbequeme Nachrichten,<br />

nicht tolerierbare Gefahren zunächst in ihrem Wirkungskreis zu diskutieren<br />

und später an Vorgesetzte weiterzuleiten. Wenn das nicht möglich ist oder<br />

folgenlos bleibt, gehen sie an die Öffentlichkeit, ohne auf den eigenen Vorteil zu<br />

schauen, gegen den Trend der Zeit, gegen die etablierte Gesellschaft, gegen<br />

die Widerstände der Lobbys und der wirtschaftlichen und politischen Macht.<br />

Sie decken den Missbrauch technischer Macht ebenso auf wie kriminelle Machenschaften.<br />

Sie enthüllen technologische oder wissenschaftliche Entwicklungen,<br />

Entdeckungen oder Verfahren, die zwar völlig legal sind, aber für die<br />

Allgemeinheit gefährliche Folgen haben.<br />

Gernot L. Geise<br />

Der Mond ist<br />

ganz anders<br />

€ 21,90 (D) € 22,50 (A)<br />

ISBN: 978-3-89539-610-6<br />

Wer über unseren Mond mitreden will, muss dieses Buch gelesen haben! Was<br />

wurde und wird uns nicht alles über unseren Mond vorgemacht! Die Wissenschaft<br />

sagt uns, dass der Mond nur ein Sechstel der irdischen Schwerkraft<br />

aufweise, keine Atmosphäre habe, kein Wasser, keine Vegetation, leblos sei.<br />

Offensichtlich stimmt nichts von alldem! Wasser wurde inzwischen zumindest in<br />

Eisform nachgewiesen. Um was handelt es sich bei den „Anomalien“, wie man<br />

„Moonblinks“, „Dome“, „Ruinen“ usw. bezeichnet? Was sind das für Objekte, die<br />

sich schnell über die Mondoberfl äche bewegen und die schon mehrfach fotografi<br />

ert wurden? Und warum klingt der Mond bei dem Aufprall eines Objektes<br />

hohl, wie man durch Messungen festgestellt hat?<br />

Bestelltelefon: 08861 - 5 90 18, E-mail: Info@michaelsverlag.de<br />

MICHAELS VERLAG & VERTRIEB GMBH, Ammergauer Strasse 80, D-86971 Peiting, Fax: 08861 - 6 70 91


Seele<br />

Spiritualität<br />

Metamorphose<br />

der Logik Valentin<br />

Tomberg<br />

Die Logik des Materiellen,<br />

des Seelischen und des Geistigen<br />

Das Mineralische ist das Gebiet,<br />

wo der Grundsatz der Logik, daß<br />

ein Teil geringer ist als das Ganze,<br />

voll und unbeschränkt verwirklicht<br />

ist. Denn auf diesem Gebiet kann alles<br />

in Zahlen, welche Quantität zum Ausdruck<br />

bringen, ausgedrückt werden.<br />

Es ist das Gebiet der Quantität als solcher.<br />

Und jede Größe, die quantitativ,<br />

d.h. von ihrem materiellsten Aspekt,<br />

genommen wird, ist als Ganzes größer<br />

als ihre Teile. Ein Ziegelstein ist<br />

mehr als ein Stück von einem Ziegelstein,<br />

und eine Million Wählerstimmen<br />

Logik<br />

und „geringer" gesprochen werden,<br />

sondern vielmehr von der Bedeutung<br />

der einzelnen Kräfte für das Ganze.<br />

Die Bedeutung einzelner Kräfte im Organismus<br />

kann aber sehr verschieden<br />

sein. Darum kann der Grundsatz: der<br />

Teil ist geringer als das Ganze, wenn er<br />

nicht auf das Quantitative, sondern auf<br />

die Bedeutung des Funktionellen, auf<br />

das Qualitative angewandt wird, nicht<br />

mehr seine volle Gültigkeit beibehal-<br />

ten. Er müßte etwa so lauten: Die Be-<br />

deutung des Teils kann geringer oder<br />

auch gleich sein dem Ganzen.<br />

Band <strong>62</strong> / März/April 2011 MATRIX 59<br />

3000<br />

zugunsten der Sozialisten ist mehr<br />

als eine Stimme. Wenn wir aber vom<br />

Mineralischen auf das Gebiet des Lebenden,<br />

des Organischen übergehen,<br />

so wird die Gültigkeit dieses Grund-<br />

satzes bedeutend schwächer. Denn<br />

hier tritt zu dem Quantitativen das<br />

Funktionelle hinzu. Ein Organismus<br />

ist eine Einheit von Funktionen leben-<br />

diger Kräfte. Diese Kräfte bilden nicht<br />

nur eine Einheit, sondern vielmehr<br />

eine Einigkeit, da ein Organismus ein<br />

System von Funktionen ist. In dieser<br />

Einigkeit darf nicht nur von „größer"


Spiritualität<br />

Tun wir noch einen Schritt und gehen<br />

wir zum Seelisch-Moralischen über,<br />

ohne dabei den inneren Faden des<br />

Grundsatzes vom Teil und Ganzen fallen<br />

zu lassen, so stehen wir vor einer radikalen<br />

Metamorphose dieses Grundsatzes.<br />

Um diese Metamorphose nicht allzu<br />

abstrakt zu charakterisieren, möge es erlaubt<br />

sein, es anhand eines Beispiels zu<br />

tun. - Es begründen die Ideologen der bolschewistischen<br />

Revolution (und diese Begründung<br />

gilt mehr oder weniger für jede<br />

Revolution) die Notwendigkeit der von der<br />

zur Herrschaft gelangten Clique verübten<br />

Grausamkeiten damit, daß „das Wohl des<br />

Ganzen die Vernichtung eines Teiles fordere."<br />

„Holzt man den Wald, so fliegen<br />

die Späne“ - dieses russische Sprichwort<br />

wurde unzähligemal vom Verfasser als<br />

Begründung des Terrors gehört. Nach<br />

diesem Grundsatz war die ganze Methodik<br />

des sozialen Denkens Lenins eingestellt:<br />

Holzt man den Wald, so fliegen die<br />

Späne.<br />

Nun muß auch ohne Umschweife zugegeben<br />

werden, daß dieses Denken<br />

(und die daraus fließende Handlungsweise)<br />

vollkommen richtig wäre, wenn der<br />

Grundsatz, nach dem der Teil geringer<br />

sei als das Ganze, auch auf dem Gebiet<br />

des menschlichen Zusammenlebens, des<br />

Sozialen, gültig wäre. Wäre dieser Grundsatz<br />

auch auf demjenigen Gebiet wirklich,<br />

wo Seele zu Seele in ein Verhältnis tritt, so<br />

hätten zwei Menschen das volle Recht, einen<br />

dritten mit Gewalt zu beseitigen, wenn<br />

der eine den Zielen der zwei anderen hinderlich<br />

wäre. Wird dieser Grundsatz auf<br />

das Gebiet des Seelischen angewandt, so<br />

folgt aus ihm unmenschliche, also unseelische,<br />

unterseelische Grausamkeit, d.h.<br />

es kommt ein Element herein, das dem<br />

Seelischen, als solchem, wesensfremd ist.<br />

Es paßt dieser Grundsatz folglich nicht<br />

auf das Seelische, im Seelischen ist er<br />

ungültig, falsch. Die Seele hat ihre eigene<br />

Logik. Und die Logik des Herzens<br />

kennt kein Rechnen. Ihr ist Leid und<br />

Freude des Einen ebenso wert, wie Leid<br />

und Freude von Tausenden. Für die Logik<br />

der Herzlichkeit ist jede einzelne Seele<br />

gleich wert. Nie wird das Herz zugeben,<br />

daß es richtig sei, eine Seele zu zerstampfen<br />

zum Wohle mehrerer, nie wird<br />

es im Sinne wahrer Herzlichkeit sein,<br />

das Recht auf Gewalt anzuerkennen.<br />

Denn richtige Logik der Seele ist Mitleid.<br />

Und für diese Logik ist der Grundsatz<br />

vom Teil und Ganzen folgender: ein Teil<br />

ist gleich dem Ganzen.<br />

Und die Gesinnung, die das Opfern<br />

eines Teils zum Wohle des Ganzen fordert,<br />

ist auf dem Gebiet der Seele ebenso<br />

grundfalsch, wie auf dem Gebiet des<br />

Materiellen die Behauptung, daß ein<br />

Teil größer sei als das Ganze, grundfalsch<br />

wäre.<br />

Mit dieser Feststellung ist aber<br />

die Metamorphose unseres logischen<br />

Grundsatzes noch nicht erschöpft. Wir<br />

sind bloß von der Wurzel zum Stengel<br />

und vom Stengel zur Blattbildung aufgestiegen<br />

- die Fruchtbildung in der<br />

Blüte haben wir noch nicht verfolgt.<br />

Diese findet aber ebenfalls statt. Der logische<br />

Grundsatz vom Teil und Ganzen<br />

unterzieht sich noch einer Metamorphose<br />

und steigt damit auf ins Reich der<br />

Schönheit des Blühens.<br />

Wir stehen nun vor der Aufgabe, diesen<br />

Grundsatz im Gebiet des über das<br />

Menschliche hinaus reichenden Geistes<br />

zu betrachten. Wir müssen einen<br />

Grundsatz der göttlichen Logik uns vergegenwärtigen,<br />

wie wir Grundsätze der<br />

menschlichen und untermenschlichen<br />

Logik uns zu vergegenwärtigen versucht<br />

haben. Dieser Grundsatz der göttlichen<br />

Logik ist aber schon vor Jahrtausenden<br />

charakterisiert worden. Zwar nicht als<br />

Die Seele hat ihre eigene<br />

Logik. Ihr ist Leid und<br />

Freude des Einen ebenso<br />

wert, wie Leid und Freude<br />

von Tausenden.<br />

60 MATRIX 3000 Band <strong>62</strong> / März/April 2011


Spiritualität<br />

gedankenmäßige Formulierung, sondern<br />

als Bild. Die Darstellung des ins<br />

Göttliche hinaufgehobenen Grundsatzes<br />

vom Teil und Ganzen finden wir in dem<br />

Evangelium. Da wird uns das Gleichnis<br />

vom guten Hirten erzählt, der neunundneunzig<br />

Schafe läßt und sich auf die Suche<br />

begibt des einen verirrten Schafes.<br />

Und als er es gefunden hatte, so war bei<br />

den Engeln im Himmel mehr Freude,<br />

als um die neunundneunzig. In diesem<br />

Bild wird uns der Grundsatz „der Engel<br />

im Himmel", d.h. der Grundsatz der<br />

Götterlogik, gezeigt. Diese Logik ist auf<br />

das Einzelne orientiert. Der Mensch lebt<br />

im Einzelnen - mit Mühe lernt er das<br />

Ganze erkennen. Sein Erkennen ist auf<br />

das Ganze orientiert. Die Götter leben<br />

im Ganzen - ihr Blick ist auf das Einzelne<br />

gerichtet. Schematisch könnten wir<br />

diesen Unterschied etwa so darstellen:<br />

Bild 1 - Blickrichtung des Menschen:<br />

Aus dem Punkt des Persönlichen zum<br />

Ganzen des Umkreises des Kosmos.<br />

Bild 2 - Blickrichtung der Götter: Aus<br />

dem Umkreis des Kosmos auf das Einzelne.Es<br />

ist hier eigentlich auf andere<br />

Art dasselbe ausgedrückt, was Rudolf<br />

Steiner mit den schönen Worten ausgesprochen<br />

hat:<br />

„Die Götter sind die Religion des<br />

Menschen; der Mensch ist die Religion<br />

der Götter."<br />

Die Götter schauen aus dem kosmischen<br />

Ganzen auf das Wunder der freien<br />

Persönlichkeit, die die Wahl hat zwischen<br />

Gut und Böse. Und diese Persönlichkeit<br />

ist ein Teil des Ganzen des Kosmos. Und<br />

doch orientieren die Götter das kosmische<br />

Geschehen auf diesen Teil. Denn<br />

so ist ihre Logik, die Logik der göttlichen<br />

Liebe.<br />

Für die Götterlogik ist der Teil mehr<br />

als das Ganze. Somit können wir den Vorgang<br />

der Metamorphose des logischen<br />

Grundsatzes vom Teil und Ganzen folgenderweise<br />

summarisch darstellen:<br />

Der Teil ist geringer ( < )<br />

als das Ganze<br />

- Logik des Materiellen;<br />

Der Teil ist geringer oder gleich ( ^ )<br />

dem Ganzen<br />

- Logik des Lebendigen;<br />

Der Teil ist gleich ( = ) dem Ganzen<br />

- Logik des Seelischen;<br />

Der Teil ist mehr ( > ) als das Ganze<br />

- Logik des Geistigen.<br />

Indem wir die obigen Gedanken entwickelt<br />

haben, haben wir die formale<br />

Logik, das bloß formale Denken, überwunden<br />

und sind zum beweglichen Denken<br />

übergegangen. Mit anderen Worten<br />

sind wir mit unserem Denken aus dem<br />

Wirkensbereich der Geister der Form in<br />

das Gebiet der Wirkung der Geister der<br />

Bewegung vorgerückt. Um noch einen<br />

Schritt weiter vorrücken zu können, d.h.<br />

um auch die Weisheit dieser beweglich<br />

gemachten Begriffe hervortreten zu lassen,<br />

um in die Region der Geister der<br />

Weisheit aufsteigen zu können, müssen<br />

wir sie anwenden können. Nur dadurch<br />

könnten wir uns überzeugen, daß sie<br />

objektiv wirkende Weisheit, d.h. Wahrheit<br />

der Geister der Weisheit - nicht nur<br />

Wahrheit der Geister der Form und der<br />

Geister der Bewegung - enthalten.<br />

Wir stellen also die Frage: auf<br />

welchem Gebiet des Lebens<br />

bewahrheitet sich die oben<br />

aufgestellte Reihe der Metamorphosenetappen<br />

des Grundsatzes vom Teil<br />

und Ganzen? Das Lebensgebiet, wo von<br />

uns das beweglichste und realste Denken<br />

gefordert wird, ist das Gebiet des<br />

Sozialen. Hier müßte eigentlich das<br />

Das soziale Leben ist<br />

eine Dreiheit, ein<br />

Zusammenwirken<br />

von Wirtschaftsleben,<br />

Rechts- oder Staatsleben<br />

und eigentlichem<br />

Geistesleben.<br />

Band <strong>62</strong> / März/April 2011 MATRIX 3000 61


Spiritualität<br />

Obige entweder sich bewahrheiten oder<br />

scheitern. Darum wählen wir dieses Gebiet<br />

und versuchen zwanglos das Obige<br />

auf dieses Gebiet anzuwenden. Das soziale<br />

Leben ist - gleich dem Leben des<br />

menschlichen Organismus - eine Dreiheit.<br />

Es ist ein Zusammenwirken von<br />

Wirtschaftsleben, Rechts- oder Staatsleben<br />

und eigentlichem Geistesleben.<br />

(Warum dem so ist und was unter diesen<br />

Bezeichnungen genauer gemeint<br />

ist, kann aus entsprechenden Schriften<br />

von Rudolf Steiner - z.B. „Die Kernpunkte<br />

der sozialen Frage" – erfahren<br />

werden. Hier kann es sich nur darum<br />

handeln, das dort Mitgeteilte weiterzudenken.)<br />

Diese drei Lebensgebiete des<br />

sozialen Organismus haben ihre eigenen<br />

Gesetzmäßigkeiten. Es darf nicht<br />

über das Geistesleben ebenso gedacht<br />

werden wie über das Wirtschaftsleben.<br />

Jedes dieser Gebiete fordert eine andere<br />

Art zu denken. Man dürfte z.B. nicht<br />

über das Religiöse juristisch denken<br />

und über das Rechtliche wirtschaftlich.<br />

Auf dem Gebiet des Wirtschaftslebens<br />

ist das Verhältnis vom Teil zum Ganzen<br />

so, daß da der Einzelne sich dem Ganzen<br />

unterordnen müßte. Hier gilt das Prinzip<br />

der Gleichberechtigung der Ansprüche,<br />

und die Summe der Gleichberechtigten<br />

ist mehr als ein Teil. Das Ganze hat hier<br />

zu bestimmen. Die Interessen des Ganzen,<br />

nicht des Einzelnen, sind hier maßgebend.<br />

Ein gesundes Wirtschaftsleben<br />

verläuft nach dem Grundsatz: Ein Teil ist<br />

geringer als das Ganze.<br />

Würden wir denselben Grundsatz<br />

auf das Rechtsleben anwenden<br />

so wurden wir zu Absurditäten<br />

kommen. Wenn z.B. im Gericht die<br />

Mehrheit gegenüber der Minderheit immer<br />

im Recht wäre so wäre eine Gerechtigkeit<br />

überhaupt nicht da. Der Sinn der<br />

Gerechtigkeit ist eben, abgesehen von<br />

Zahl und Gewalt die Gleichheit vor dem<br />

Gesetz. Für das Rechtsleben ist der Teil<br />

gleich dem Ganzen. Das Rechtsleben<br />

wäre erst dann sich selber treu, wenn<br />

der Einzelne gegen ein ganzes Volk als<br />

recht habend anerkannt werden könnte.<br />

Im Geistesleben ist es wiederum<br />

anders. Da hängt alles vom Einzelnen,<br />

Produktiven, ab. Auf dem Gebiet des<br />

Rein-Produktiven z.B. auf demjenigen<br />

der Kunst, ist der Produzierende alles.<br />

Die seiende Persönlichkeit ist der<br />

Grundnerv des Geisteslebens. Und<br />

darum gilt für das Geistesleben der<br />

Grundsatz: Der Teil ist mehr als das<br />

Ganze.<br />

Nur die Kultur steht geistig hoch,<br />

die großen Persönlichkeiten das Sein<br />

und Wirken ermöglicht, nur der Staat<br />

ist ein Rechtsstaat, wo das Recht des<br />

einzelnen gegen alle durch das Gesetz<br />

geschützt wird, nur das Volk ist<br />

wirtschaftlich auf der Höhe, wo es keine<br />

Bettler gibt, nicht dasjenige, wo es<br />

Multimillionäre gibt.<br />

Der Teil ist geringer als das Ganze –<br />

Wirtschaftsleben;<br />

Der Teil ist gleich dem Ganzen –<br />

Rechtsleben;<br />

Der Teil ist mehr als das Ganze –<br />

Geistesleben. ■<br />

Es darf nicht über das Geistesleben<br />

ebenso gedacht werden<br />

wie über das Wirtschaftsleben.<br />

Jedes dieser Gebiete fordert<br />

eine andere Art zu denken.


Mit zahlreichen<br />

entlarvenden<br />

NASA Fotos<br />

Mit zahlreichen<br />

entlarvenden<br />

NASA Fotos<br />

Gernot L. Geise<br />

Die Schatten<br />

von <strong>Apollo</strong><br />

€ 25,90 (D) € 26,60 (A)<br />

ISBN: 978-3-89539-619-9<br />

Bilder wurden gefälscht - doch bei der Vortäuschung unterliefen<br />

der NASA Fehler, die lange Zeit unbemerkt blieben.<br />

In seinem zweiten Buch zum Thema Mondlandung und Mondlandungsschwindel<br />

der NASA beleuchtet Gernot L. Geise weitere<br />

brisante Fälschungsaspekte um die angeblichen bemannten<br />

Mondlandungen, neu gefundene Widersprüche und Falschaussagen,<br />

verglichen mit der Fernseh-Direktübertragung der „ersten<br />

Mondlandung“ von 1969. Einen Teil des Buches nehmen<br />

die Hintergründe des Schwindels ein, die damalige Situation in<br />

Politik und Technik. Diese Untersuchung zeigt das Umfeld des<br />

damaligen Kalten Krieges, in dem das Vortäuschen einer Sache<br />

wichtiger war als die Realität. Doch bei der Vortäuschung unterliefen<br />

der NASA Fehler, die lange Zeit unbemerkt blieben.<br />

Gernot L. Geise<br />

Die dunkle Seite von APOLLO<br />

€ 25,90 (D) € 26,60 (A)<br />

ISBN: 978-3-89539-607-6<br />

Die Weltöffentlichkeit ist von der Nasa gewaltig hinters<br />

Licht geführt worden, und kaum einer hat es<br />

bemerkt. Die ganze Welt ist diesem gigantischen<br />

Bluff aufgesessen. Die Mondfl üge waren das teuerste<br />

Filmprojekt der Geschichte. Sobald (erneut?)<br />

Astronauten auf dem Mond landen werden, wird der<br />

gigantische Schwindel auffl iegen, denn dort gibt es<br />

keine Überreste von <strong>Apollo</strong>.<br />

Matrix 3000 Abonnement<br />

kostenlos<br />

Jeder Neuabonnent, der die <strong>Matrix3000</strong> bis zum<br />

30. 4. 2011 bestellt, kann sich eines der Geise-Bücher<br />

aussuchen, das er als Geschenk für das Abo<br />

kostenlos erhält.<br />

+ und er bekommt kostenlos die <strong>Matrix3000</strong><br />

Nr. 31 mit 30 Seiten <strong>Apollo</strong>-/Mond-Berichterstattung,<br />

voll mit aufsehenerregenden Farbfotos<br />

Matrix Abo Inland 9 <strong>Ausgabe</strong>n 49,- €<br />

Matrix Abo Ausland <strong>62</strong>,40 €<br />

Bestelltelefon: 08861 - 5 90 18, Email: info@michaelsverlag.de<br />

MICHAELS VERLAG & VERTRIEB GMBH, Ammergauer Strasse 80, D-86971 Peiting, Fax: 08861 - 6 70 91


Bücher<br />

Gibt es ein Leben<br />

nach dem Tod?<br />

Wenn der Autor den Untertitel<br />

als die wichtigste Frage<br />

der Welt einführt, so müßte<br />

ihm eigentlich jeder noch<br />

denkfähige Mensch beipflichten.<br />

Dieter Schlesak<br />

hat nicht nur seine eigenen<br />

indirekten und direkten leidvollen<br />

Erfahrungen, er studierte<br />

auch die einschlägige<br />

Literatur. Natürlich: Im vorherrschenden<br />

System gibt<br />

es keine Beweismöglichkeit,<br />

weil es ausschließlich<br />

auf dem materialistischen<br />

Paradigma ruht. Aber diese<br />

Weltanschauung verliert zusehends<br />

an Gewicht.<br />

Die außerkörperlichen Erfahrungen,<br />

die Nahtoderlebnisse,<br />

die medialen und insbesondere<br />

die elektronisch<br />

verwirklichten Nachtodkontakte<br />

in Form von außergewöhnlichen<br />

Stimmen,<br />

Bildern und Texten haben<br />

längst den Status halluzinatorischer<br />

Subjektivität hinter<br />

sich gelassen und sollten<br />

keinen Zweifel an der Realität<br />

eines „Jenseits“ mehr<br />

erlauben.<br />

Die Konsequenzen verknüpfen<br />

sich mit anderen<br />

Erkenntnissen zu einem neuen<br />

Weltbild. Da gibt es keine<br />

Trennung von „Himmel“ und<br />

„Erde“, wir sind mitten drin mit<br />

allen – geborgen in der umfassenden<br />

unfaßbaren Liebe.<br />

Ernst Senkowski<br />

Dieter Schlesak<br />

Zwischen Himmel und Erde<br />

Gibt es ein Leben<br />

nach dem Tod?<br />

bod – Norderstedt 2010<br />

ISBN 978-3-83913-977-6<br />

€ 14,90<br />

Zivilcourage und<br />

Whistleblowing<br />

Dieses Buch war schon lange<br />

überfällig. Es holt Menschen<br />

ans Licht, die es verdient<br />

haben, daß man sich ihre<br />

Entscheidungen anschaut.<br />

Menschen, die mutig genug<br />

waren, gegenüber ihrem direkten<br />

Umfeld aufzustehen<br />

und NEIN zu sagen, NEIN so<br />

geht das nicht.<br />

Ja, das Buch handelt von Helden<br />

der Gesellschaft, anders<br />

kann man es nicht sagen. Oft<br />

gemobbt, oft verkannt, oft<br />

verleumdet und mit Rufmord<br />

belegt, haben sie alle eines<br />

gemeinsam - sie haben eine<br />

Gewissensentscheidung getroffen<br />

und haben Rückgrat<br />

bewiesen. Sie alle haben<br />

fragwürdige Zustände öffentlich<br />

gemacht, wohl wissend,<br />

daß sie dann Repressalien<br />

ausgesetzt wurden.<br />

Dieses Buch zeigt Menschen<br />

auf, die sich treu geblieben<br />

sind. Die Hoffnung, die man<br />

haben kann, daß beim Lesen<br />

dieses Buches der Funke<br />

überspringt und wir uns anstecken<br />

lassen von dem Mut<br />

der einzelnen. Ein wichtiges<br />

und notwendiges Werk in einer<br />

Zeit des Abnickens, des<br />

nicht Hinschauens, des Jasagens,<br />

des „Hauptsache ICH“-<br />

Denkens.<br />

Michael Müller<br />

Antje Bultmann<br />

Helden im Schatten<br />

der Gesellschaft<br />

Zivilcourage und Whistleblowing<br />

Michaels Verlag 2011<br />

ISBN 978-3-89539-229-0<br />

€ 19,80<br />

Zwölf Legenden des heiligen<br />

Franziskus von Assisi<br />

Dieses kleine Büchlein ist<br />

ein Seelenschatz.<br />

Es gibt zahlreichen Franziskuslegenden,<br />

die Eingang<br />

in dieses Büchlein<br />

gefunden haben. Sie stammen<br />

aus einer alten Florentiner<br />

Handschrift und<br />

wurden von Manfred Kyber<br />

ausgewählt.<br />

Es ist eine wunderbare<br />

Sammlung, die uns das<br />

Leben des Heiligen nahebringt,<br />

so nahe, daß man<br />

nicht unberührt die Schrift<br />

aus den Händen legen mag.<br />

Manuel Kissener gebührt<br />

Dank, daß er 2009 das Buch<br />

überarbeitet und ergänzt<br />

hat und daß er es dadurch<br />

noch einmal der Welt gegeben<br />

hat.<br />

Die Legenden sind wunderbare<br />

Geschichten, die darauf<br />

warten, von und in den<br />

Lesern zur Lebendigkeit<br />

geführt zu werden.<br />

Das Büchlein hat nur 80<br />

Seiten und das Format eines<br />

kleinen Taschenbuches<br />

– aber es gehört zu den<br />

Großen – anders kann ich<br />

es nicht sagen.<br />

Michael Müller<br />

Manuel-V. Kissener (Hrsg.)<br />

Zwölf Legenden des heiligen<br />

Franziskus von Assisi<br />

Drei Eichen Verlag 2009<br />

ISBN 978-3-7699-0615-8<br />

€ 6,00<br />

Bauch gut, alles gut<br />

Dieses Buch ist zuerst einmal<br />

ein Kochbuch – ein Kochbuch<br />

für die ganze Familie.<br />

Und als Kochbuch wird es allen<br />

Wünschen gerecht:<br />

Wunderbare Rezepte – leicht<br />

nachzukochen, ohne extra<br />

lange dafür einkaufen gehen<br />

zu müssen, weil man die<br />

Hälfte der Zutaten nicht im<br />

Haus hat, und mit ansehnlichen<br />

Fotografien der jeweiligen<br />

Speise.<br />

Aber es ist auch ein Gesundheitsbuch,<br />

es ist ein<br />

heilsames Kochbuch, voll<br />

mit wertvollen Tipps und<br />

Anregungen. So hat diese<br />

Buchneuerscheinung das<br />

Gewicht, zu einem Best- und<br />

Longseller im Ernährungsbereich<br />

zu werden.<br />

Hilfreich, praktisch schön,<br />

mit leckeren Rezepten und<br />

einer übersichtlichen Gliederung.<br />

Ein Kochbuch, das man mit<br />

Freude liest.<br />

„Bauch gut, alles gut“ ist eine<br />

Schule des Genießens und<br />

Fastens.<br />

Ulrich Heerd<br />

Margarethe Fließer / Karin<br />

Zausnig<br />

Bauch gut, alles gut<br />

Freya Verlag 2010<br />

ISBN 978-3- 99025-017-4<br />

€ 21,90<br />

Authentischer Kriya Yoga<br />

Seminare mit Einweihung:<br />

14. - 16. Mai in Freudenstadt<br />

06. - 08. August in Passau<br />

05. - 07. November in Passau<br />

Kriya-Yoga-Center Deutschland<br />

Brunngasse 5, 94032 Passau<br />

Tel. 0851-54283, www.kriya-yoga.de<br />

Seminare zur Fortbildung:<br />

„Karma und Wiedergeburt“<br />

05. - 06. Juni in Bad Nauheim<br />

„Bewusstseinsebenen u. Chakren“<br />

22. - 24. Okt. im Kloster Aldersbach


NEIN<br />

Märchen<br />

Das große<br />

und das kleine NEIN<br />

Das kleine Nein sitzt auf einer Bank im Park und ißt Schokolade.<br />

Es ist wirklich sehr klein, richtig winzig und ganz<br />

leise. Da kommt eine große dicke Frau und fragt: "Darf ich<br />

mich zu dir setzen?" Das kleine Nein flüstert leise: "Nein,<br />

ich möchte lieber allein sitzen." Die große dicke Frau hört<br />

nicht hin und setzt sich auf die Bank.<br />

Da kommt ein Junge angerannt und fragt: "Darf ich deine<br />

Schokolade haben?" Das kleine Nein flüstert wieder: "Nein,<br />

ich möchte sie gerne selber essen." Aber der Junge hört<br />

nicht hin, nimmt dem kleinen Nein die Schokolade weg und<br />

beginnt sie zu essen.<br />

Da kommt ein Mann vorbei, den das kleine Nein schon oft<br />

im Park gesehen hat und sagt: "Hallo, Kleine. Du siehst nett<br />

aus, darf ich dir einen Kuß geben?" Das kleine Nein flüstert<br />

zum dritten Mal: "Nein. Ich will keinen Kuß!" Aber auch der<br />

Mann scheint nicht mehr zu verstehen, geht auf das kleine<br />

Nein zu und macht schon einen Kußmund.<br />

Nun verliert das kleine Nein aber endgültig die Geduld.<br />

Es steht auf, reckt sich in die Höhe und schreit aus vollem<br />

Hals: "Neiiin!" Und noch mal: "Nein, Nein, Nein! Ich will<br />

allein auf meiner Bank sitzen, ich will meine Schokolade<br />

selbst essen, und ich will nicht geküßt werden. Laßt mich<br />

sofort in Ruhe"<br />

Die große dicke Frau, der Junge und der Mann machen<br />

große Augen: "Warum hast<br />

du das nicht gleich gesagt!" und gehen ihrer Wege. Und<br />

wer sitzt jetzt auf der Bank? Nein, nicht ein kleines Nein,<br />

sondern ein großes Nein. Es ist groß, stark und laut, und es<br />

denkt: "So ist das also. Wenn man immer leise und schüchtern<br />

Nein sagt, hören die Leute nicht hin. Man muß schon<br />

laut und deutlich Nein sagen."<br />

So ist aus dem kleinen Nein ein großes Nein geworden.<br />

Quelle: Internet<br />

Band <strong>62</strong> / März/April 2011 MATRIX 3000 65


<strong>Vorschau</strong><br />

Am 24. 3. 2011 erscheint das<br />

<strong>Matrix3000</strong>-Sonderheft „Gesundheit“<br />

Gelenkgeräusche<br />

Bei jeder Bewegung teilt uns unser Körper in Form akustischer<br />

Mikrosignale mit, wie gesund er ist. Mikro-Bewegungsgeräusche<br />

informieren über den Gesundheitszustand von Gelenken, Muskeln<br />

und Sehnen. Diese Erkenntnisse sind nicht nur wichtig für<br />

die Diagnostik, sie ermöglichen auch schnelle Hilfe für viele von<br />

uns, die Gelenkprobleme haben … oder haben werden.<br />

Angriff auf die Naturheilkunde<br />

Seit einigen Monaten kursieren insbesondere im Internet Meldungen,<br />

wonach die Europäische Union ein Verbot von Naturheilmitteln<br />

plane. Viele Menschen sind bereits zutiefst verunsichert.<br />

<strong>Matrix3000</strong> zeigt, was wirklich auf uns zukommt und daß viele<br />

Meldungen übertrieben oder auch falsch sind. Tatsache ist aber,<br />

daß auch bei der derzeitigen Rechtslage eine optimale Anwendung<br />

der Pflanzenheilkunde zum Wohle des Patienten erschwert,<br />

vielfach sogar verhindert wird.<br />

Sind Emotionen eßbar?<br />

Ja. Unser Geschmackssinn hat entscheidenden Einfluß auf die<br />

Arbeit vieler Gehirnzentren. Er aktiviert Gefühle, kann die Stimmung<br />

verbessern oder auch ein Gefühl der Enttäuschung vertiefen.<br />

Selbst unser Gedächtnis und die Art und Weise unseres Denkens<br />

befinden sich zuerst … auf dem Teller. Lesen Sie über die<br />

Geheimnisse des Geschmacks und über das „gesündeste Gericht<br />

der Welt“.<br />

Die Odyssee der Zahnheilung<br />

Der Geist herrscht über die Materie, aber offenbar nicht über die<br />

Zähne. Wenn ein Zahn schmerzt, dann helfen auf Dauer keine Autosuggestionsmethoden,<br />

sondern nur der Gang zum Zahnarzt. Und<br />

doch ist eine ganze Reihe von Methoden bekannt, um seine Zähne<br />

in Form zu halten und Karies vorzubeugen. Vieles davon sind Mythen.<br />

<strong>Matrix3000</strong> zeigt, was wirklich hilft.<br />

MATRIX<br />

NEUES DENKEN<br />

<strong>Vorschau</strong> auf <strong>Matrix3000</strong> Band 63, erscheint am 28. 4. 2011<br />

66<br />

MATRIX 3000 Band <strong>62</strong> / März/April 2011<br />

Astrogeomantie<br />

Wie kann uns geomantisches Wissen über die Qualität des Ortes, an dem<br />

wir leben, weiterhelfen? Sollten die Schwingungen des Ortes mit unserem<br />

Sternzeichen harmonieren? Wo lebt man in Deutschland besonders<br />

komfortabel und mit innerer Ruhe, und wo kann sich das Leben als problematisch<br />

erweisen? Die Astrogeomantie eröffnet uns neue Perspektiven.<br />

So haben z. B. auch Städte „ihr“ Sternzeichen.<br />

3000<br />

Die Kolumbus-Lüge<br />

Wir alle haben in der Schule gelernt, daß der genuesische<br />

Seefahrer Christoph Kolumbus Ende des 15. Jahrhunderts<br />

Amerika „entdeckt“ hätte. Dabei bezeichnet ihn selbst die<br />

offizielle Geschichtsschreibung inzwischen nur noch als<br />

„Wiederentdecker“. Nicht nur die Wikinger hatten bereits<br />

Jahrhunderte früher den Atlantik überquert, Gleiches wird<br />

auch über einen der verlorenen Stämme Israels berichtet,<br />

und in den Ruinen der Mayastädte in Mexiko finden sich<br />

bildliche Darstellungen weißhäutiger, bärtiger Fremder.<br />

Impressum<br />

<strong>Matrix3000</strong> erscheint zweimonatlich.<br />

ISSN 1 439-4154<br />

ISBN (Band <strong>62</strong>): 978-3-89539-870-4<br />

Verlag<br />

MATRIX3000 Verlag GmbH<br />

Ammergauer Straße 80<br />

D-86971 Peiting<br />

Telefon: 0 88 61/59 0 18<br />

Telefax: 0 88 61/67 0 91<br />

info@matrix3000.de<br />

www.matrix3000.de<br />

Redaktion MATRIX3000<br />

Grazyna Fosar<br />

Franz Bludorf<br />

Postfach 242<br />

D-12112 Berlin<br />

Telefon: 030/ 795 36 63<br />

Telefax: 030/ 79 01 48 94<br />

grazyna.fosar@matrix3000.de<br />

franz.bludorf@matrix3000.de<br />

Redaktionsschluß für die nächste <strong>Ausgabe</strong>,<br />

<strong>Matrix3000</strong> Band 63: 15. 3. 2011<br />

Chefredaktion<br />

Franz Bludorf<br />

Redaktion<br />

Franz Bludorf, Grazyna Fosar, Ulrich Heerd,<br />

Ralf Lehnert, Lisa Rampertshammer, Elke Röder,<br />

Roland Rottenfußer<br />

Beiträge von<br />

Wilfried Augustin, Franz Bludorf, Grazyna Fosar, Gernot L.<br />

Geise, Ulrich Heerd, Ralf Lehnert, Penny McLean, Marco<br />

Meng, Michael Müller, George Peters, Roland Rottenfußer,<br />

Sebastian Schneikert, Ala Schönberger, Maria Schwach,<br />

Ernst Senkowski, Valentin Tomberg<br />

Layout & Design<br />

Mirjam Schuster<br />

mia@thesigner.com<br />

Bilder: Angaben beim Bild oder Archiv<br />

Druck<br />

Mayr Miesbach GmbH<br />

Vertrieb<br />

BPV Medien Vertrieb GmbH & Co. KG<br />

Römerstrasse 90, 79618 Rheinfelden<br />

Tel. 07<strong>62</strong>3 /964-0, Telefax 07<strong>62</strong>3 /964-259<br />

www.bpv-medien.com<br />

Bezugspreise<br />

Abo-Jahresbeitrag (6 Hefte), inkl. Versand:<br />

39,– EUR (ins Ausland 48,– EUR).<br />

Abo-Bestellung mit Abo-Bestellschein.<br />

Einzelheft: Deutschland 6,50 EUR,<br />

Österreich 7,40 EUR, Schweiz 12,80 SFR,<br />

Italien 8,50 EUR, Luxemburg 7,70 EUR<br />

Für gewerbliche Inserenten<br />

Inge Eire Rautenberg<br />

Reichshofstr. 168, 58239 Schwerte<br />

Telefon/Fax: 0 23 04-942 33 99<br />

E-mail für Anfragen bezüglich Anzeigen und Beilagen:<br />

inge.rautenberg@matrix3000.de<br />

E-mail für Druckunterlagen: eire.rautenberg@gmx.de<br />

Bestellungen über:<br />

Michaels Verlag und Vertrieb GmbH<br />

Ammergauer Straße 80<br />

D-86971 Peiting<br />

Telefon: 0 88 61/59 0 18<br />

Telefax: 0 88 61/67 0 91<br />

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Mit Namen gezeichnete Beiträge werden von den<br />

Autoren selbst verantwortet und stellen die Meinung<br />

des jeweiligen Autors dar. Sie spiegeln daher nicht<br />

unbedingt die Auffassungen der Redaktion wider. Die<br />

Bearbeitung und Kürzung von Beiträgen behält sich die<br />

Redaktion vor. Alle Inhalte entsprechen dem besten<br />

Wissen der Redaktion nach gründlicher Prüfung,<br />

trotzdem kann keine Gewähr übernommen werden.<br />

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für unverlangt eingereichte Beiträge kann der Verlag<br />

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in Auszügen, nur nach Abstimmung mit dem Verlag.


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