Sekundarstufe II - Fachhochschule Nordwestschweiz

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Sekundarstufe II - Fachhochschule Nordwestschweiz

Erziehungswissenschaften Individuum 1

Migrationsbedingte Heterogenität: Chancen und Herausforderungen für den Unterricht der Sekundarstufe II

Aufgrund spezifischer Migrationsbewegungen der letzten Jahrzehnte stehen wir

heute vor der Tatsache, dass Schweizer Schulen von Kindern und Jugendlichen

verschiedenster Kulturräume besucht werden. Welche Herausforderungen und

welche Chancen ergeben sich daraus für Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen

und Eltern? Die Lehrveranstaltung bietet einerseits einen Überblick zu Themen wie

weltweite Migration oder Schweizer Ausländer- und Asylpolitik und deren Folgen für

die Beteiligten und die Schule. Die Bearbeitung eines Fallbeispiels ermöglicht den

Studierenden, mit der Methode des Problem-Based Learning (PBL), sich intensiv in

eine Problematik zu vertiefen und mit je eigenen Lernfragen individuelle

Schwerpunkte zu setzen. Die Verschriftlichung dient gleichzeitig der Vorbereitung für

die Diskussion in der Gruppe.

Die Institution Schule wird als ein Teilsystem der gesellschaftlichen Realität

verstanden, welches anhand eigener Logiken agiert. Indem wir uns die Mühe geben,

diese zu verstehen, eröffnen wir uns die Chance, Folgen unseres Handelns als

Lehrpersonen transparent und reflektiert zu gestalten.

Die Lehrveranstaltung thematisiert diskriminierende Handlungen der Institution

Schule wie Mechanismen des Ausschlusses und Stigmatisierungsprozesse. Wie

legitimiert Schule ihre Selektionsentscheide? Wie wird Ungleichheit in der Schule

hergestellt und begründet? Welche Bedeutung hat Mehrsprachigkeit für

Bildungserfolg? Welches sind Konzepte und Modelle in der Unterrichtspraxis von

Lehrpersonen, die als Strategien gegen institutionelle Diskriminierung eine Wirkung

haben können?

Kompetenzen:

· Die Studierenden kennen aktuelle theoretische und empirische Ansätze zu

herkunftsbedingten Disparitäten im Bildungswesen sowie Mechanismen der

schulisch-institutionellen Diskriminierung

· Die Studierenden verwenden Begriffe pluraler Gesellschaften (Migration,

Integration, Assimilation) differenziert und aus erziehungswissenschaftlicher

Perspektive

· Die Studierenden reflektieren und evaluieren eigene Schulbiographien und

können pädagogische Konsequenzen für die eigene Schulpraxis ableiten

· Die Studierenden erarbeiten individuelle Förderungs- und

Beurteilungsinstrumente und transferieren diese in ihre Fachdisziplinen

ECTS

2.0

Art der Veranstaltung

Seminar

Studienleistung

Literaturstudium, Vertiefungsaufgaben, Bearbeiten eines

PBL-Fallbeispiels: individuelle und/oder kooperative Recherche,

schriftliche Studienleistung zu 2 Lernfragen

Literatur

· Garcia, Ofelia (2009): Bilingualism and Translanguaging. In:

Bilingual Education in the 21st Century (Hrsg.): A Global

Perspective. West Sussex: Wiley Blackwell.

· Gomolla, Mechthild, & Radtke, Frank-Olaf (2002):

Institutionelle Diskriminierung. Die Herstellung von ethnischer

Differenz in der Schule. Opladen: Leske & Budrich.

· Piguet, Etienne (2004): Einwanderungsland Schweiz. Fünf

Jahrzehnte halb geöffnete Grenzen. Bern: Haupt.

· Stojanov, Krassimir (2011): Bildungsgerechtigkeit.

Rekonstruktionen eines umkämpften Begriffs. Wiesbaden:

VS.

· Terkessidis, Mark (2010): Interkultur. Berlin: Suhrkamp.

Bemerkungen

Hörerinnen und Hörer zugelassen

Ort/Kursnummer* Dozierende* Tag* Zeit*

Basel

0-14FS.P-D-S2-EWIN21BB.EN/d Maria Kassis, Sibylle Bittner

17.02.-31.05.2014, Di 14.15-16.00

17 673 | Frühjahrssemester | Sekundarstufe II | Erziehungswissenschaften

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