Sekundarstufe II - Fachhochschule Nordwestschweiz

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Sekundarstufe II - Fachhochschule Nordwestschweiz

Wahl Forschungswerkstatt Erziehungswissenschaften

Die gesellschaftliche Konstruktion von Geschlecht als Teil des professionellen Selbstverständnisses von

Lehrpersonen.

Die Geschlechterthematik durchdringt seit einigen Jahrzehnten den Bildungsbereich,

insbesondere auch das Feld der Mittelschulen. So werden z.B. der sinkende Anteil

der männlichen Jugendlichen am Anteil der Maturitäten problematisiert und

"genderkompetente Lehrpersonen" und "geschlechtergerechter Unterricht" gefordert.

Die Auseinandersetzung mit dieser Thematik ist daher ein wichtiger Aspekt der

Professionalisierung.

Aus einer soziologischen Perspektive ist Geschlecht eine soziale Konstruktion. Sie ist

verbunden mit normativen Vorstellungen von 'Männlichkeit' und 'Weiblichkeit' und

tradierten Stereotypen geschlechtlicher Identität. Diese soziale Konstruktion von

Geschlecht ist auch für die schulische Praktik handlungsrelevant. So zeigt die

Forschung, dass Lehrpersonen zum Beispiel geschlechtsspezifische Zuschreibungen

von Persönlichkeitsmerkmalen, Fähigkeiten oder Lebensmodellen machen, die sich

auf die Entwicklungen der Jugendlichen und Entscheidungen in ihrer Berufswahl

auswirken können.

Die Studierenden werden sich in dieser Lehrveranstaltung forschend mit der

Thematik auseinander setzen. Es werden Interviews mit Lehrpersonen geführt, in

denen die Befragten sich zur Frage von Geschlecht und Bildung positionieren

müssen. Gesprächsanlass können Themen wie beispielsweise 'Feminisierung im

Lehrberuf' oder 'geschlechtergerechter Unterricht' sein. Die so entstandenen Daten

werden danach befragt, wodurch sich geschlechtsspezifische Konstruktionen von

Lehrpersonen auszeichnen, ob geschlechtsspezifische Zuschreibungen oder

Erwartungen darin sichtbar werden. Dabei wird auch in den Blick genommen, wie

Bilder von Weiblichkeit und Männlichkeit in verschiedenen Fachdisziplinen

bedeutsam werden. Die Studierenden reflektieren hierbei auch, in welchen eigenen

beruflichen Situationen die Kategorie Geschlecht handlungsrelevant wird.

In die notwendigen theoretischen und methodischen Grundkenntnisse (z.B. die

Erstellung von Interviewleitfäden oder die Datenanalyse) wird im Seminar eingeführt.

Nach der Phase der Datenerhebung und Datenauswertung erfolgen die Präsentation

und Diskussion der Ergebnisse im Plenum. Im Zusammenhang mit dieser

Forschungswerkstatt kann auch ein Leistungsnachweis EW Sekundarstufe II

(Professur Bildungssoziologie) erstellt werden.

ECTS

3.0

Art der Veranstaltung

Seminar

Empfehlung

Interesse an bildungssoziologischen Fragestellungen, Bereitschaft

zur Gruppenarbeit und zur Durchführung eines kleinen

Forschungsprojektes.

Studienleistung

Präsenzpflicht, Lektüre, aktive Mit- und Gruppenarbeit,

Präsentation der Abschlussergebnisse.

Literatur

· Baar, Robert (2012). Männlichkeitskonstruktionen von

Grundschullehrern und Auswirkung auf deren berufliche

Handlungspraxis. In: Baader, Meike Sophia; Bilstein,

Johannes; Tholen, Toni (Hrsg.), Erziehung, Bildung und

Geschlecht. Männlichkeiten im Fokus der Gender-Studies.

Wiesbaden: Springer VS, S. 235-253.

· Budde, Jürgen (2003). Männlichkeitskonstruktionen in der

Institution Schule. In: Zeitschrift für Frauenforschung und

Geschlechterstudien, 21(1), S. 91-101.

· Budde, Jürgen (2005). Männlichkeit und gymnasialer Alltag.

Doing Gender im heutigen Bildungssystem. Bielefeld:

Transcript.

· Faulstich-Wieland, Hannelore; Weber, Martina; Willems,

Katharina (Hrsg.)(2004). Doing Gender im heutigen

Schulalltag. Empirische Studien zur sozialen Konstruktion von

Geschlecht in schulischen Interaktionen. Weinheim: Juventa.

Bemerkungen

Hörerinnen und Hörer zugelassen

Ort/Kursnummer* Dozierende* Tag* Zeit*

Basel

0-14FS.P-D-S2-WBEW11BB.EN Andrea Fischer, Rebecca Jung

17.02.-31.05.2014, Mo 10.15-12.00

48 704 | Frühjahrssemester | Sekundarstufe II | Wahlbereich

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