Fit für den Job - Landschaftsverband Rheinland

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Fit für den Job - Landschaftsverband Rheinland

Junge Menschen mit Behinderung

Rheinland

Le7ikon

Fit für den Job

Berufsorientierung von A – Z

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Qualität für Menschen

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ZB Rheinland LE7IKON

Junge Menschen mit Behinderung

Fit für den Job

Berufsorientierung von A – Z


ZB Rheinland LE7IKON

Junge Menschen mit Behinderung

Fit für den Job

Berufsorientierung von A – Z

Qualität für Menschen


Inhalt

ZB Rheinland LE7IKON

Junge Menschen mit Behinderung

Fit für den Job

Berufsorientierung von A – Z

1. Ausgabe 2013

Inhalt

Vorwort 6

Lexikon 7

Anhang 210

Herausgeber: Landschaftsverband Rheinland – LVR-Integrationsamt,

50663 Köln, www.soziales.lvr.de, integrationsamt@lvr.de

Autoren: Rüdiger Bach, Elly Lämmlen

Redaktion: Klaus-Peter Rohde (verantw. für den Hrsg.), Elly Lämmlen

Herstellung: Harald Koch

Verlag: Universum Verlag GmbH, 65175 Wiesbaden

Vertretungsberechtigte Geschäftsführer: Siegfried Pabst und Frank-Ivo Lube.

Die Verlagsanschrift ist zugleich auch ladungsfähige Anschrift für die im

Impressum genannten Verantwortlichen und Vertretungsberechtigten.

Umschlaggestaltung, Layout, Satz: Atelier Stepp, Speyer

Titelfoto: iStockphoto/Thinkstock

Fotos: Creatas: S. 8; iStockphoto: asiseeit S. 119, Brainsil S. 61, damircudic S. 34,

38, 81, 176, 191, Dean Mitchell S. 25, 162, GoodLifeStudio S. 168, hughalison S. 106,

LivingImages S. 129, MichaelSvoboda S. 104, sturti S. 12, 20, 86, 87, 111, 113, 120, 133,

155, 166, 195, 198, 200, 202, 205, Yuri Arcurs S. 157, zeremski S. 94; LVR: S. 6; Thinkstock:

fuse S. 98, 158, 161, 210, iStockphoto S. 48, 72, 89, 90, 125, 145, 152, 170, 209

Druck und buchbinderische Verarbeitung: Kösel GmbH & Co. KG, Am Buchweg 1,

87452 Altusried-Krugzell

Auflagenhöhe: 5.000

Redaktionsschluss: Juni 2013

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck – auch auszugsweise – nur mit Einverständnis

des Herausgebers unter Quellenangabe gestattet. Diese Publikation wird im

Rahmen der Aufklärungsmaßnahmen des LVR-Inte grationsamtes kostenlos herausgegeben.

Sie ist nicht zur wirtschaft lichen Verwertung, das heißt, auch nicht

zum Weiterverkauf bestimmt.

ISBN 978-3-89869-402-5

Editorische Notiz

Verweise: In den Lexikonartikeln wird nicht auf alle Stichworte verwiesen, sondern

nur auf Artikel, die im jeweiligen Kontext relevant sind.

Schreibweise weiblich/männlich: Wir bitten um Verständnis, dass aus Gründen

der Lesbar keit auf eine durchgängige Nennung der weiblichen und männlichen

Bezeichnungen verzichtet wurde. Selbstverständlich beziehen sich alle Texte in

gleicher Weise auf Frauen und Männer.

ß

Literatur 210

Internet 212

Publikationen 214

Adressen 214

Abkürzungen 215

Mitwirkende 217

Index 218

Hinweis

In diesem Lexikon finden Sie an einigen Stellen

Hinweise auf weiterführende Informationen im

Internet. Diese Internet adressen sind zusätzlich

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Vorwort

Liebe Leserin, lieber Leser!

erade junge Menschen mit Behinderung

frühzeitig und intensiv in

G

der Phase der beruflichen Orientierung

zu unterstützen, ist ein zentrales Ziel des

Landschaftsverbandes Rheinland (LVR).

In den letzten Jahren haben der LVR

sowie viele andere Akteure verschiedene

Strategien, Programme und Angebote

entwickelt, um Schülerinnen und Schüler

mit Handicap frühzeitig auf die Anforderungen

des Arbeitsmarktes vorzubereiten,

ihren Blick auf ihre Stärken zu richten

und sie beim Einstieg ins Berufsleben zu

unterstützen.

Und das lohnt sich: Die Erfahrungen des

LVR-Integrationsamtes zeigen, dass eine

intensive und frühzeitige Begleitung

während der Schulzeit die Chancen

von Jugendlichen mit Behinderung auf

betriebliche Ausbildung und Beschäftigung

deutlich erhöhen. Gleichzeitig ist

Fakt, dass der Weg für zu viele junge

Frauen und Männer mit Handicap nach

dem Ende der Schulzeit noch immer in

die Werkstatt für behinderte Menschen

führt. Daran wollen wir als LVR etwas

ändern. Unser Ziel lautet: Inklusion –

auch im Arbeitsleben.

Dieses Lexikon reiht sich ein in die vielfältigen

Maßnahmen im Rahmen des

NRW-weiten Programms „Kein Abschluss

ohne Anschluss“. Als LVR möchten wir

dazu beitragen, die Chancengleichheit

von behinderten Jugendlichen auf dem

Arbeitsmarkt zu fördern. Denn Arbeit

ist ein Stück Lebensqualität – für alle

Menschen.

Wir hoffen, dass dieses Lexikon dabei

hilft, dass noch mehr junge Menschen

mit Handicap Anschluss im Job finden.

Viel Spaß bei der Lektüre!

Lexikon

Martina Hoffmann-Badache

LVR-Dezernentin Soziales und Integration

6 Le7ikon Berufsorientierung


A

Aktion 100 zusätzliche Ausbildungsplätze – A

Der Service der Agentur für Arbeit umfasst insbesondere …

> Medien zur Selbstinformation: z.B. > Berufsinformationszentrum,

> BerufeNet, > Jobbörse,

> individuelle Beratung und Vermittlung für Ausbildung, Weiterbildung

und Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt.

Service

Zentrale Aufgaben und

Zuständigkeiten

Abklärung der beruflichen Eignung

> Maßnahme zur Abklärung der beruflichen Eignung

> Arbeitserprobung

> Diagnose der Arbeitsmarktfähigkeit besonders betroffener

behinderter Menschen

Agentur für Arbeit

Die Bundesagentur für Arbeit gliedert sich in drei Ebenen:

> die Zentrale in Nürnberg auf der oberen Verwaltungsebene

> die Regionaldirektionen auf der regionalen (mittleren) Verwaltungsebene

> die Agenturen für Arbeit mit ihren Geschäftsstellen auf der

örtlichen Ebene

Die Agentur für Arbeit ist zuständig für

> Beratung und Vermittlung,

> Förderung und Leistungen der beruflichen Aus- und Weiterbildung,

> > Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben,

> Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II,

> Beratung der Arbeitgeber bei der Besetzung von Ausbildungsund

Arbeitsplätzen,

> die > Gleichstellung mit schwerbehinderten Menschen und

> die Durchführung des Anzeigeverfahrens im Rahmen der > Beschäftigungspflicht

der Arbeitgeber.

Ansprechpartner/Kontakt

Behinderte Menschen können sich an das > Reha-

Team der Agentur für Arbeit wenden, die für ihren

Wohnort zuständig ist. Das Reha-Team wird bei

seiner Arbeit unterstützt durch den > Berufspsychologischen

Service sowie den > Ärztlichen Dienst und

nutzt bei Bedarf verschiedene Vermittlungsservices.

Aktion 100 zusätzliche Ausbildungsplätze

Mit der Aktion „100 zusätzliche Ausbildungsplätze für behinderte

Jugendliche und junge Erwachsene in Nordrhein-Westfalen’’ bieten

das Land NRW und die Bundesagentur für Arbeit jedes Jahr

100 Ausbildungsplätze für Jugendliche mit Behinderungen an, die

noch keinen regulären Ausbildungsplatz gefunden haben.

Mit dem Förderprogramm werden in der Regel zwei- bis dreieinhalbjährige

Ausbildungen gefördert. Das Ziel ist eine anschließende

Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Lernorte

sind die Betriebe, die Berufskollegs sowie die an der Aktion beteiligten

Bildungsträger, zum Beispiel Berufsbildungswerke und Berufsförderungswerke.

Verantwortlich für die Durchführung der Ausbildung sind die Bildungsträger.

Sie stehen den teilnehmenden Jugendlichen und den

Förderung

Durchführung

8 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

9


A – Aktion5

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz – A

Betriebsnähe

bei der Ausbildung mitwirkenden Betrieben mit Rat und Tat zur

Seite und lotsen durch die Ausbildung. Der jeweilige Bildungsträger

berät die Jugendlichen bei ihrer Berufswahl, schließt mit ihnen

den Ausbildungsvertrag ab und stellt ihnen einen Ausbildungscoach

zur Seite. Außerdem koordiniert er die Ausbildung an den

verschiedenen Lernorten und führt individuellen Stütz- und Förderunterricht

durch.

Die praktische Ausbildung erfolgt überwiegend in Betrieben auf

dem allgemeinen Arbeitsmarkt, um die Wirtschaftsnähe der Ausbildungen

zu gewährleisten. Die beteiligten Betriebe werden vom

Bildungsträger bei der behinderungsgerechten Ausbildung beraten

und während der gesamten Ausbildungszeit unterstützt.

Mehr Informationen

www.arbeit.nrw.de > Ausbildung > Ausbildung

fördern > Ausbildung mit Behinderung

> 5.000 Euro als Erfolgsprämie bei unbefristeter Übernahme

nach Ausbildungsabschluss

> 2.500 Euro bei befristeter Übernahme (mindestens zwölf Monate),

weitere 2.500 Euro bei unbefristeter Weiterbeschäftigung

Orientiert an den individuellen Erfordernissen und Möglichkeiten

können schwerbehinderte Schülerinnen und Schüler bereits

vor der Schulentlassung gezielt unterstützt und damit auf einen

Übergang in den allgemeinen Arbeitsmarkt vorbereitet werden.

Vor und nach Beginn eines Arbeitsverhältnisses können am Einzelfall

orientierte Unterstützungsleistungen erbracht werden, die

den Integrationsprozess bestmöglich abrunden und damit das

Ziel einer nachhaltigen Integration unterstreichen (z.B. Arbeitstraining,

Maßnahmen der Behinderungsverarbeitung oder der Stärkung

sozialer Kompetenzen).

Mehr Informationen

Vorbereitungsbudget

Integrationsbudget

www.aktion5.de

aktion5

Ausbildungsprämie

Das regionale Arbeitsmarktprogramm der Landschaftsverbände

Westfalen-Lippe und Rheinland unterstützt die berufliche Eingliederung

von Menschen mit einer > Schwerbehinderung, insbesondere

den Übergang von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem

Förderbedarf und von Beschäftigten einer Werkstatt

für behinderte Menschen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Neben einer Einstellungsprämie und Lohnkostenzuschüssen können

Arbeitgeber eine Ausbildungsprämie erhalten:

> 3.000 Euro als Startprämie bei Beginn einer betrieblichen Ausbildung

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz

Ziel des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) ist es,

Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen

Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung,

einer > Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu

verhindern oder zu beseitigen.

Das Benachteiligungsverbot im beruflichen Bereich für:

> Bewerbungsverfahren,

Benachteiligungsverbot

10 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

11


A – Ambulant Betreutes Wohnen

Anerkannte Ausbildungsberufe – A

Folgen eines

Verstoßes

> beruflichen Aufstieg (Beförderung),

> Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen,

> Zugang zu Berufsberatung, Berufsbildung, Berufsausbildung,

Weiterbildung und Umschulung sowie für

> Mitwirkung in der Beschäftigtenvertretung und deren Inanspruchnahme.

Diskriminierende Vereinbarungen und Maßnahmen sind unwirksam.

Außerdem haben die Benachteiligten einen Rechtsanspruch

auf Entschädigung und Schadensersatz gegen Arbeitgeber und

Private, die das Benachteiligungsverbot verletzen.

Wer sich benachteiligt sieht, muss lediglich Tatsachen glaubhaft

machen, die auf eine Benachteiligung schließen lassen. Die andere

Partei, zum Beispiel der Arbeitgeber, muss beweisen, dass keine

Benachteiligung vorliegt.

Die Hilfsangebote beim Ambulant Betreuten Wohnen sind so

vielfältig und individuell wie die Bedürfnisse der Menschen mit

Behinderungen. Sie reichen von Unterstützung bei der Haushaltsführung

und bei finanziellen Angelegenheiten, im Umgang mit

Behörden, bei Freizeitaktivitäten, persönlichen Problemen und

Konflikten bis hin zur Gesundheitsvorsorge.

Ein flächendeckendes Netz von ambulanten Diensten, Einrichtungen

oder Vereinen helfen den Betroffenen bei der „betreuten

Selbstständigkeit“. Grundlage für die Leistung ist ein individueller

Hilfe- und Betreuungsplan.

Mehr Informationen

www.lvr.de > Soziales > Menschen mit Behinderung

> Wohnen

Hilfsangebote

Anerkannte Ausbildungsberufe

Niemand darf wegen

seiner Behinderung

benachteiligt werden!

Ambulant Betreutes Wohnen

Das Ambulant Betreute Wohnen ist ein Angebot für behinderte

Menschen, die selbstbestimmt in einer eigenen Wohnung leben

möchten, hierbei aber Unterstützung benötigen.

Ein Ausbildungsberuf ist staatlich anerkannt, wenn für ihn eine

Ausbildungsordnung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) erlassen

wurde. Ziel aller Ausbildungsregelungen ist es, > berufliche

Handlungsfähigkeit herzustellen.

Neue Ausbildungsordnungen werden in das Verzeichnis der anerkannten

Ausbildungsberufe aufgenommen, das vom Bundesinstitut

für Berufsbildung (BIBB) geführt und jährlich veröffentlicht

wird. Derzeit gibt es 344 anerkannte Ausbildungsberufe (Stand: August

2012). Die anerkannten Berufe zeichnen sich dadurch aus, dass

sie dual ausgebildet werden, also im Betrieb und in der > Berufsschule.

Daneben werden in Deutschland bundes- und landesrechtlich

geregelte schulische Ausbildungsgänge an > Berufsfachschulen

Duale Ausbildung

12 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

13


A – Anforderungsprofil

Arbeitserprobung – A

angeboten, zum Beispiel für die Berufe Altenpfleger oder Erzieher.

Für behinderte junge Menschen gilt, dass sie (möglichst) in anerkannten

Berufen ausgebildet werden sollen und dabei – wo

nötig – auf ihre besonderen Verhältnisse in der Ausbildung Rücksicht

genommen werden soll, zum Beispiel durch die Gestaltung

der Ausbildung, die Zulassung von Hilfsmitteln oder die Inanspruchnahme

von Hilfeleistungen.

ß

Hinweis

Anforderungsprofil

> Profilmethode

Anlerntätigkeit

> Helfertätigkeit

Arbeitsassistenz

Auf der Internetseite > BerufeNet der Agentur für

Arbeit kann man sich näher über einzelne Berufe

und die entsprechende Ausbildung informieren:

www.berufenet.arbeitsagentur.de

Die Assistenzkraft hilft dem schwerbehinderten Arbeitnehmer bei

allen Tätigkeiten, die er nicht selbst ausführen kann. Diese Unterstützung

erfolgt regelmäßig und wiederkehrend und geht vom

zeitlichen Umfang her über gelegentliche Handreichungen hinaus.

Dabei darf die Assistenzkraft nur Hilfsarbeiten übernehmen. Zum

Beispiel kopieren, vorlesen, Unterlagen zusammenstellen. Über die

Fachkenntnisse, die den Beruf ausmachen, muss der schwerbehinderte

Arbeitnehmer selber verfügen und die hiermit verbundenen

Kernaufgaben selber ausführen können.

Schwerbehinderte Menschen haben einen Rechtsanspruch auf

Übernahme der Kosten einer notwendigen Arbeitsassistenz. Es

müssen jedoch einige Voraussetzungen erfüllt sein. Auch Personen

in > Berufsausbildung oder > Praktikum können eine Arbeitsassistenz

beanspruchen.

Für Leistungen der Arbeitsassistenz kann nicht nur das Integrationsamt,

sondern auch ein Rehabilitationsträger bis zu einer Dauer

von drei Jahren zuständig sein, vor allem bei der > beruflichen Ersteingliederung.

Eine Besonderheit bei dieser Leistung liegt darin, dass das Integrationsamt

die Leistung für den zuständigen Rehabilitationsträger

„ausführt“, also den Förderbescheid erteilt und vom Rehabilitationsträger

eine Erstattung erhält. Häufig wird das Integrationsamt

nach dieser Zeit die Arbeitsassistenz in eigener Zuständigkeit weiter

erbringen.

Arbeitserprobung

Die Arbeitserprobung kann bei einem feststehenden Berufsziel

letzte Klarheit schaffen. Sie dient der Abklärung der beruflichen >

Eignung und der Auswahl von erforderlichen > Leistungen zur Teilhabe

am Arbeitsleben.

Gemeinsam mit dem behinderten Menschen lassen sich Zweifelsfragen

in Bezug auf die konkreten Anforderungen einer Ausbildung

bzw. eines Arbeitsplatzes klären. Die Teilnehmer einer

Arbeitserprobung lernen typische Tätigkeiten eines Berufes oder

Tätigkeiten

Rechtsanspruch

Zuständigkeit

Inhalt und Ablauf

14 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

15


A – Arbeitshilfen

Arbeitsmarkt – A

eines Berufsfeldes kennen. Durch praktisches Ausprobieren können

sie mehr über ihre eigenen Fähigkeiten, Stärken und Einschränkungen

herausfinden. Dabei zeigt sich auch, ob für den

Arbeitsplatz eine bestimmte Ausstattung (z.B. > technische Arbeitshilfen)

gebraucht wird und ob im Unterricht der Berufsschule

stützende Hilfen erforderlich sind.

Die Arbeitserprobung wird in einer > Einrichtung der beruflichen

Rehabilitation, zum Beispiel in einem Berufsbildungswerk, durchgeführt.

Sie dauert in der Regel bis zu vier Wochen.

Arbeitshilfen

Ansprechpartner/Kontakt

Ansprechpartner für Fragen zur Arbeitserprobung

ist das > Reha-Team bei der Agentur für Arbeit.

> Technische Arbeitshilfe

Arbeitsmarkt

Auf dem Arbeitsmarkt treffen Angebot und Nachfrage von Arbeitskräften

aufeinander. Über die Entwicklung am Arbeitsmarkt

berichtet regelmäßig die > Agentur für Arbeit.

Es wird zwischen verschiedenen Formen unterschieden:

> Allgemeiner (erster) Arbeitsmarkt: alle regulären Beschäftigungsverhältnisse

zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern

auf dem freien Markt, einschließlich der > Integrationsprojekte.

> Besonderer (zweiter) Arbeitsmarkt: staatlich geförderte Beschäftigungsverhältnisse,

zum Beispiel in Werkstätten für

behinderte Menschen oder Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen.

Das > Reha-Team der Agentur für Arbeit …

> berät über konkrete Beschäftigungsmöglichkeiten auf dem

Arbeitsmarkt,

> informiert über die Voraussetzungen und mögliche > Leistungen

zur Teilhabe am Arbeitsleben,

> vermittelt Ausbildungs- und Arbeitsplätze und nutzt dabei im

Einzelfall auch weitere Vermittlungs-Services,

> berät die Betriebe über passende Einsatzmöglichkeiten und

spezifische Hilfen.

Allgemeiner und besonderer

Arbeitsmarkt

Beratung, Vermittlung

und Förderung

Arbeitslehre

Arbeitslehre umfasst die Fächer Wirtschaftslehre, Hauswirtschaft

und Technik. Sie steht in den Klassen 7 bis Klasse 10 auf dem Lehrplan.

Der Unterricht vermittelt grundlegende Kenntnisse, Fähigkeiten

und Einsichten im technischen, wirtschaftlichen und hauswirtschaftlichen

Bereich. Damit leistet Arbeitslehre auch einen

Beitrag zur > Berufsorientierung und unterstützt den Übergang

von der Schule in den Beruf. Dies geschieht zum Beispiel durch Projektarbeit,

> Betriebserkundungen oder > Betriebspraktika.

ß

Hinweis

In der > Jobbörse der Agentur für Arbeit kann

man sich selbst über Angebote auf dem Arbeitsmarkt

informieren: www.arbeitsagentur.de.

16 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

17


A – Arbeitstraining

Ausbildungsbegleitende Hilfen – A

Gutachten

Eignung

Arbeitstraining

> Betriebliches Arbeitstraining

Ärztlicher Dienst

Der Ärztliche Dienst der Agentur für Arbeit unterstützt das > Reha-

Team bei der Beratung. Er kann gesundheitliche Einschränkungen

und ihre Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit feststellen. Damit

kann die > Eignung einer Person für bestimmte Ausbildungen

und Berufe beurteilt werden.

Nicht in jedem Fall ist eine komplette körperliche Untersuchung

notwendig. Oft ist eine Befragung und Teiluntersuchung ausreichend.

Der Ärztliche Dienst kann mit dem Einverständnis des

behinderten Menschen auch auf vorhandene Befunde und Krankheitsunterlagen

zurückgreifen, um ein ärztliches Gutachten zu erstellen.

Ausbilder

In Deutschland muss in jedem ausbildenden Betrieb mindestens

ein Ausbilder nach der Ausbildereignungsverordnung tätig sein. Er

ist sowohl Ansprechpartner für die Auszubildenden als auch verantwortliche

Person für die Ausbildung insgesamt.

Das > Berufsbildungsgesetz (BBiG) verlangt, dass ein Ausbilder persönlich

und fachlich geeignet sein muss. Das heißt, er muss nicht

nur die fachliche Qualifikation im entsprechenden Beruf besitzen,

sondern auch über berufs- und arbeitspädagogische Kenntnisse,

Fähigkeiten und Fertigkeiten verfügen, die für die Vermittlung der

Ausbildungsinhalte erforderlich sind.

Ausbildung für behinderte Menschen

> Besondere Ausbildungsregelungen für behinderte Menschen

> Werkerausbildung

> Fachpraktiker

Ausbildungsbegleitende Hilfen

Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) sollen die Aufnahme und

den erfolgreichen Abschluss einer erstmaligen > betrieblichen Berufsausbildung

ermöglichen und einen Ausbildungsabbruch verhindern.

An mindestens drei Stunden in der Woche erhält der Jugendliche

die persönliche Unterstützung, die er oder sie braucht:

> Nachhilfe in Theorie und Praxis,

> Vorbereitung auf Klassenarbeiten und Prüfungen,

> Nachhilfe in Deutsch,

> Unterstützung bei Alltagsproblemen oder

> vermittelnde Gespräche mit Ausbildern, Lehrkräften und

Eltern.

Ein Bildungsträger mit erfahrenen Ausbildern, Lehrkräften und Sozialpädagogen

betreut den Jugendlichen während der gesamten

Ausbildungszeit.

Ansprechpartner/Kontakt

Das > Reha-Team der Agentur für Arbeit vermittelt

die Plätze für ausbildungsbegleitende Hilfen.

Inhalt und Ablauf

18 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

19


A – Ausbildungsberater der Kammern

Ausbildungsgeld – A

Ausbildungserleichterungen

Bei Ausbildungsproblemen

helfen die Kammern weiter

Behinderte Menschen erhalten bei Bedarf verschiedene Ausbildungserleichterungen,

die Nachteile aufgrund der Behinderung

ausgleichen sollen: zum Beispiel eine Verlängerung der Ausbildungszeit

bei > anerkannten Ausbildungsberufen oder > Prüfungsmodifikationen.

Darüber hinaus können auch > technische

Arbeitshilfen und eine behinderungsgerechte Ausstattung am

Ausbildungsplatz sowie > ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) –

etwa in Form von Stützunterricht – eine reguläre betriebliche Berufsausbildung

ermöglichen. Wenn diese Hilfen nicht ausreichen,

kommt unter Umständen eine Ausbildung nach > besonderen Ausbildungsregelungen

für behinderte Menschen in Betracht.

Zusammenarbeit

Aufgaben

Ausbildungsberater der Kammern

Die Ausbildungsberatung ist eine zentrale Aufgabe der > Kammern.

Das > Berufsbildungsgesetz (BBiG) schreibt vor, dass die Kammern

zur Durchführung und Überwachung der Berufsausbildung

sowie für die Beratung von Betrieben und Auszubildenden Ausbildungsberater

bestellen müssen.

Der Ausbildungsberater arbeitet mit den Betrieben, dem Betriebsoder

Personalrat sowie mit der > Berufsberatung, den > beruflichen

Schulen, dem staatlichen Amt für Arbeitsschutz und sonstigen

Stellen zusammen.

Eine wichtige Aufgabe des Ausbildungsberaters liegt demnach in

der Beratung und Unterstützung aller an der Ausbildung beteiligten

Personen und Stellen. Er ist zum Beispiel Ansprechpartner

bei Problemen in der Berufsausbildung bzw. bei drohendem Ausbildungsabbruch.

Daneben nimmt der Ausbildungsberater aber

auch eine Kontrollfunktion wahr, um die Qualität der > dualen

Ausbildung sicherzustellen.

Ausbildungsgeld

Ansprechpartner/Kontakt

Ausbildungserleichterungen werden mit der

zuständigen Kammer vereinbart. Ansprechpartner

sind dort die > Ausbildungsberater der Kammern.

Während der Berufsausbildung können behinderte junge Menschen

von der Agentur für Arbeit Ausbildungsgeld erhalten. Es

dient der Sicherung des Lebensunterhalts. Ausbildungsgeld ist

eine besondere > Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben.

Das Ausbildungsgeld wird in der Regel an behinderte Menschen

gezahlt, die …

> erstmalig eine berufliche Ausbildung absolvieren oder

> an einer > berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme einschließlich

einer Grundausbildung teilnehmen oder

Voraussetzungen

20 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

21


A – Ausbildungskonsens NRW

Ausbildungsmarkt – A

Übergang

Schule-Ausbildung

> eine individuelle betriebliche Qualifizierung im Rahmen der

> Unterstützten Beschäftigung durchlaufen oder

> sich im Eingangsverfahren oder im Berufsbildungsbereich einer

> Werkstatt für behinderte Menschen befinden.

Mehr Informationen

www.arbeitsagentur.de > Bürgerinnen & Bürger >

Menschen mit Behinderung > Finanzielle Hilfen >

Ausbildungsgeld

Ausbildungskonsens NRW

Im nordrhein-westfälischen Ausbildungskonsens haben sich die

Landesregierung, die Organisationen der Wirtschaft, die Gewerkschaften,

die Arbeitsverwaltung und die Kommunen zusammengeschlossen.

Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, jedem Jugendlichen,

der ausbildungsfähig und ausbildungswillig ist, eine Berufsausbildung

zu ermöglichen.

Die Partner im Ausbildungskonsens NRW haben beschlossen, ab

dem Schuljahr 2012/2013 einen landesweiten und systematischen

Übergang von der Schule in die Ausbildung einzuführen (> Kein

Abschluss ohne Anschluss). Im Vordergrund stehen dabei eine individuelle

Potenzialanalyse und die Förderung jedes einzelnen

Jugendlichen. Ausbildungsreife junge Menschen sollen nach der

Schule möglichst rasch den Einstieg in eine Berufsausbildung

finden.

Ausbildungsmarkt

Der Ausbildungsmarkt ist bestimmt durch Angebot und Nachfrage

von Ausbildungsstellen für eine betriebliche Berufsausbildung.

Je nach Beruf und Region gibt es dabei zum Teil erhebliche Unterschiede.

Generell gilt, dass die schulischen Voraussetzungen und die Art

des Schulabschlusses die Chancen auf dem Ausbildungsmarkt wesentlich

mitbestimmen. Ohne Schulabschluss ist mit gravierenden

Problemen zu rechnen und es sind umfassende Hilfen notwendig,

damit eine Berufsausbildung erreichbar wird. Diese Kriterien gelten

auch für behinderte Menschen.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit gab es im Ausbildungsjahr

2011/2012 in Nordrhein-Westfalen 135.815 Bewerber für

einen Ausbildungsplatz. Darunter waren 1.098 junge Menschen

mit einer Schwerbehinderung. Gleichzeitig meldeten die Unternehmer

insgesamt 99.720 freie Ausbildungsstellen. Ende August

2012 waren 21.154 Bewerber noch unversorgt.

Junge Menschen mit Behinderung haben es trotz wachsender

Angebote auf dem Ausbildungsmarkt schwer, einen betrieblichen

Ausbildungsplatz zu bekommen. Eine betriebliche Ausbildung sollte

aber angestrebt werden, weil sie die Chancen, später auf dem

allgemeinen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, verbessert. Verschiedene

Maßnahmen wie das Landesprogramm > Aktion 100 zusätzliche

Ausbildungsplätze für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene

in Nordrhein-Westfalen fördern deshalb eine möglichst betriebsnahe

Ausbildung.

Das > Reha-Team der Agentur für Arbeit und die > Integrationsfachdienste

unterstützen behinderte Menschen bei der Suche nach einem

Ausbildungsplatz. Die Agentur für Arbeit und auch das Integrationsamt

können die Ausbildung finanziell fördern.

Zahlen und Fakten

Vermittlung und

Förderung

22 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

23


A – Ausbildungsmesse

Ausbildungsordnung Sonderpädagogische Förderung – A

Ausbildungsmesse

> Berufsbildungsmesse

Ausbildungsordnung

Inhalte

Verzeichnis

Ausbildungsordnungen nach dem > Berufsbildungsgesetz sind

Vorschriften, welche Ziele, Inhalte und Prüfungsanforderungen

für die Ausbildung in einem > anerkannten Ausbildungsberuf festlegen.

Sie bilden die Grundlage für eine geordnete und bundesweit

einheitliche Berufsausbildung.

Eine Ausbildungsordnung enthält unter anderen folgende Informationen:

> Dauer der Ausbildung

> Bezeichnung des Ausbildungsberufes

> Berufsbild (Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten)

> > Ausbildungsrahmenplan

> Prüfungsanforderungen

Neue Ausbildungsordnungen werden in das „Verzeichnis der anerkannten

Ausbildungsberufe“ aufgenommen, das vom Bundesinstitut

für Berufsbildung (BIBB) geführt und jährlich in aktualisierter

Version veröffentlicht wird.

Ausbildungsordnung Sonderpädagogische Förderung

Schülerinnen und Schüler, die in der allgemeinen Schule in ihrer

persönlichen Entwicklung und ihren Leistungen nicht hinreichend

gefördert werden können, erhalten eine entsprechende sonderpädagogische

Förderung (> sonderpädagogischer Förderbedarf).

Die „Verordnung über die sonderpädagogische Förderung, den

Hausunterricht und die Schule für Kranke“ (Ausbildungsordnung

Sonderpädagogische Förderung – kurz: AO-SF) regelt das Verfahren

zur Ermittlung des sonderpädagogischen Förderbedarfs und

des Förderortes. Außerdem enthält sie Bestimmungen zu den einzelnen

Förderschwerpunkten und zum > Gemeinsamen Unterricht.

Auch die sonderpädagogische

Förderung ist

rechtlich geregelt

Rechtliche Grundlage

ß

Hinweis

ß

Hinweis

Behinderte junge Menschen können auch abweichend

von bestehenden Ausbildungsord nungen

nach > besonderen Ausbildungsregelungen für

behinderte Menschen ausgebildet werden.

Die Verordnung ist auf der Internetseite des Ministeriums

für Schule und Weiterbildung des Landes

Nordrhein-Westfalen zu finden:

www.schulministerium.nrw.de > Schulrecht >

Ausbildungs- und Prüfungsordnungen

24 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

25


A – Ausbildungsplan

Ausbildungsvermittlung – A

Merkmale für

Ausbildungsreife

Ausbildungsplan

Die > Ausbildungsordnung kann den betrieblichen Ausbildungsablauf

nicht in allen Einzelheiten festlegen. Deshalb muss der Arbeitgeber

einen betrieblichen Ausbildungsplan erstellen, der die

sachliche und zeitliche Gliederung der Ausbildung im jeweiligen

Betrieb festlegt. Der Ausbildungsplan ist Teil des > Ausbildungsvertrages.

Ausbildungsrahmenplan

Der Ausbildungsrahmenplan ist generell Bestandteil einer > Ausbildungsordnung,

mit der nach dem > Berufsbildungsgesetz (BBiG) ein

> anerkannter Ausbildungsberuf rechtsverbindlich eingeführt wird.

Dieses Gesetz definiert unter anderem das Ausbildungsberufsbild

als „die beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die

mindestens Gegenstand der Berufsausbildung sind“. Der Ausbildungsrahmenplan

ist „eine Anleitung zur sachlichen und zeitlichen

Gliederung“ der Vermittlung von Ausbildungsinhalten.

Ausbildungsreife

Ein junger Mensch ist ausbildungsreif, wenn er die Mindestvoraussetzungen

für den Einstieg in eine berufliche Ausbildung mitbringt.

Ausbildungsreife sagt jedoch nichts aus über die berufliche

> Eignung des Betroffenen.

Die Ausbildungsreife eines jungen Menschen lässt sich anhand

bestimmter Kriterien einschätzen:

> Schulische Basiskenntnisse (z.B. Rechtschreibung, mathematische

Grundkenntnisse)

> Psychologische Leistungsmerkmale (z.B. Konzentrationsvermögen

und Sprachbeherrschung)

> Physische Merkmale (z.B. altersgerechter Entwicklungsstand,

gesundheitliche Voraussetzungen)

> Psychologische Merkmale des Arbeitsverhaltens und der Persönlichkeit

(z.B. Kritikfähigkeit und Leistungsbereitschaft)

> Berufswahlreife: Selbsteinschätzungs- und Informationskompetenz

Für jedes dieser Merkmale haben Experten Mindestanforderungen

zur Beurteilung der Ausbildungsreife entwickelt. Ausbildungsreife

kann durch Maßnahmen der > Berufsorientierung und > Berufsvorbereitung

gefördert werden.

Ausbildungsvergütung

Während einer > betrieblichen Berufsausbildung erhält man eine

Ausbildungsvergütung und ist sozialversichert (siehe > sozialversicherungspflichtige

Beschäftigung). Die Höhe der Ausbildungsvergütung

ist unterschiedlich, abhängig vom Beruf und Ausbildungsjahr.

Sie wird zumeist durch Tarifverträge geregelt. Im

Ausbildungsvertrag steht, welche Ausbildungsvergütung in welchem

Ausbildungsjahr gezahlt wird.

Ausbildungsvermittlung

Für die Ausbildungsvermittlung behinderter und schwerbehinderter

junger Menschen ist das > Reha-Team der Agentur für Arbeit

zuständig. Dort sind speziell geschulte Mitarbeiter für diesen Personenkreis

tätig. Sie helfen bei der Suche nach geeigneten Ausbildungsplätzen

und -betrieben.

Wenn die Voraussetzungen und Startbedingungen für eine Berufsausbildung

verbessert werden müssen oder wenn sich zunächst

keine geeignete Ausbildungsstelle finden lässt, kommen berufsvorbereitende

Maßnahmen (> Berufsvorbereitung) in Betracht.

Alternativen

26 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

27


A – Ausbildungsvertrag

Ausbildungszuschuss – A

Zusätzliche

Unterstützung

Inhalt des

Ausbildungsvertrages

Es ist auch möglich, die Berufsausbildung in einer > außerbetrieblichen

Einrichtung zu beginnen und im Betrieb fortzusetzen.

Für die Suche und gezielte Vermittlung geeigneter Ausbildungsplätze

können die Reha-Teams auch Dritte, zum Beispiel > Integrationsfachdienste,

beauftragen. Sie unterstützen insbesondere

schwerbehinderte und behinderte Menschen, die bei der Eingliederung

in den allgemeinen Ausbildungsmarkt einen besonderen

Bedarf an Betreuung benötigen. Finanzielle Leistungen der Agentur

für Arbeit und des Integrationsamtes an Arbeitgeber können

die Vermittlung in eine Ausbildung unterstützen (siehe > Ausbildungszuschuss).

Ausbildungsvertrag

Vor Beginn einer > betrieblichen Berufsausbildung wird ein schriftlicher

Ausbildungsvertrag geschlossen. Was dieser Vertrag enthalten

muss, ist gesetzlich festgelegt.

Im Ausbildungsvertrag steht …

> die genaue Berufsbezeichnung,

> die Dauer der Ausbildung,

> der Ausbildungsort,

> die Dauer der Probezeit,

> die zuständige Person für die Ausbildung im Betrieb, zum Beispiel

eine Meisterin oder ein Ausbilder,

> die Höhe der monatlichen Ausbildungsvergütung – sie ist tariflich

geregelt,

> die tägliche Arbeitszeit und

> die Anzahl der Urlaubstage pro Jahr.

Der Ausbildungsvertrag wird vom Betrieb und dem Auszubildenden

unterschrieben. Wenn der Auszubildende noch keine 18 Jahre

alt ist, müssen zusätzlich die Eltern unterschreiben. Auch bei einer

Ausbildung in einer > außerbetrieblichen Einrichtung oder in einer

> Einrichtung der beruflichen Rehabilitation wird ein Vertrag abgeschlossen.

Ein Ausbildungsvertrag ist mit Rechten und Pflichten verbunden:

Der Ausbildungsbetrieb oder die Einrichtung muss für eine qualifizierte

Ausbildung nach der > Ausbildungsordnung sorgen. Der

Auszubildende muss aktiv an der Ausbildung mitwirken und die

gestellten Aufgaben gewissenhaft erledigen.

Ausbildungszuschuss

Arbeitgeber, die einen behinderten Menschen ausbilden, können

vom > Integrationsamt und von der > Agentur für Arbeit finanziell

gefördert werden.

Leistungen der Agentur für Arbeit:

> Zuschüsse zur > Ausbildungsvergütung

Leistungen des Integrationsamtes:

> Zuschüsse zu den Gebühren bei der Berufsausbildung besonders

betroffener schwerbehinderter junger Menschen (z.B.

Prüfungsgebühren). Als „besonders betroffen“ gelten unter

anderem Auszubildende mit einer geistigen oder seelischen

Behinderung.

> Prämien und Zuschüsse zu den Kosten der Berufsausbildung

behinderter junger Menschen, die während der Ausbildung

schwerbehinderten Menschen gleichgestellt (> Gleichstellung)

sind. Zu den Kosten zählen zum Beispiel Personalkosten der

Ausbilder, Kosten für Lernmaterial, Berufskleidung und für externe

Lehrgänge.

> Zuschüsse für die Schaffung neuer Ausbildungsplätze für

schwer behinderte Menschen (Investitionskosten).

Rechte und Pflichten

28 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

29


A – Ausgleichsabgabe

Autismus – A

Anrechnung von

behinderten

Aus zu bildenden

ß

Hinweis

Ausgleichsabgabe

Das > LVR-Budget für Arbeit und das Sonder programm

> Initiative Inklusion ergänzen die regu lären

gesetzlichen Fördermöglichkeiten. Die verschiedenen

Leistungen können im Einzelfall flexibel, je nach

Bedarf miteinander kombiniert werden.

Für Arbeitgeber mit mindestens 20 Arbeitsplätzen gilt eine gesetzliche

Beschäftigungspflicht: Sie müssen fünf Prozent ihrer

Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Beschäftigten (> Schwerbehinderung)

besetzen. Erreichen sie die entsprechende Anzahl an

Pflichtplätzen nicht, müssen sie jährlich eine Ausgleichsabgabe

an das > Integrationsamt abführen. Damit finanziert das Integrationsamt

Maßnahmen zur Förderung behinderter Menschen im

Beruf und ihrer Arbeitgeber. Die Ausgleichsabgabe wird durch das

> Sozialgesetzbuch (SGB) IX geregelt.

Auszubildende, die schwerbehindert oder gleichgestellt (> Gleichstellung)

sind, werden jeweils auf zwei, unter besonderen Voraussetzungen

auf drei Pflichtplätze angerechnet. So können Arbeitgeber

leichter ihre Beschäftigungspflicht erfüllen und müssen

weniger oder keine Ausgleichsabgabe bezahlen.

Außerbetriebliche Einrichtung

Eine Ausbildung kann in einer außerbetrieblichen Einrichtung

stattfinden, wenn sich trotz intensiver Bewerbung keine Ausbildungsstelle

in einem Betrieb finden lässt. Solche Einrichtungen

gibt es meist in der Nähe des Wohnortes.

Die Ausbildung in > anerkannten Ausbildungsberufen oder nach

> besonderen Ausbildungsregelungen für behinderte Menschen erfolgt

in den Werkstätten oder Übungsbüros der Einrichtung. Die

Auszubildenden besuchen zudem den Unterricht der > Berufsschule.

Für eine berufliche Erstausbildung schließt man einen > Ausbildungsvertrag.

Während der Ausbildung finden mehrwöchige > Betriebspraktika

statt. Ziel ist es, die Ausbildung in einem Betrieb fortzusetzen,

wenn möglich, bereits nach dem ersten Ausbildungsjahr,

falls erforderlich mit > ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH). Zum

Teil erfolgt die Ausbildung auch in einem direkten Verbund mit

Ausbildungsbetrieben.

Während der Ausbildung in einer Einrichtung erhalten die Jugendlichen

eine > Ausbildungsvergütung und sie sind sozialversichert

(> sozialversicherungspflichtige Beschäftigung). Wenn die Voraussetzungen

gegeben sind, kann man auch > Berufsausbildungsbeihilfe

beantragen. Für die Fahrten zu den Ausbildungsorten ist

ein Zuschuss möglich. Die Ausbildungsplätze werden durch das

> Reha-Team der Agentur für Arbeit direkt vermittelt.

Ausbildungsablauf

Vermittlung

Außenarbeitsplätze

> Betriebsintegrierte Arbeitsplätze

Autismus

Autismus ist eine angeborene, tiefgreifende Entwicklungsstörung.

Sie führt zu einer veränderten Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitung

im Gehirn. Die Symptome und ihre individuellen

Ausprägungen sind vielfältig. Sie äußern sich vor allem im sozialen

Umgang mit Mitmenschen und in der Kommunikation.

30 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

31


A – Autismus

Autismus – A

Behinderungsbilder

Merkmale

Als typisches Behinderungsbild gilt der frühkindliche Autismus,

das Kanner-Syndrom, mit 139.000 betroffenen Menschen in

Deutschland. Rund 69.000 Personen leiden an einer leichteren

Form des Autismus, dem Asperger-Syndrom.

Eine autistische Störung äußert sich in bestimmten Verhaltensweisen

und Eigenschaften.

> Sozialverhalten: Einer der ersten Hinweise auf eine Form von

Autismus ist der fehlende Blickkontakt. Autisten neigen dazu,

sich von ihrer Umwelt abzukapseln. Es fällt ihnen schwer, sich

in die Gefühle anderer Menschen hineinzuversetzen und deren

Gedanken zu verstehen. Im Vergleich zu ihren gesunden Altersgenossen

zeigen Kinder mit Autismus kaum Nachahmungsverhalten.

Vielen Autisten fällt es schwer, auch ihre eigenen

Gefühle wahrzunehmen und zu äußern.

> Kommunikation: Etwa die Hälfte der Menschen mit frühkindlichem

Autismus erwirbt nie eine sinnvolle Sprache. Andere sind

in ihrem Sprachgebrauch stark auf sich selbst bezogen und reden

eher auf ihr Gegenüber ein, als mit ihm zu sprechen. Menschen

mit Autismus sind meist nicht in der Lage, die Mimik und

Gestik ihres Gegenübers zu deuten. In der sprachlichen Kommunikation

haben sie Probleme mit dem „Lesen zwischen den

Zeilen“. Oft nehmen sie Sprichwörter und Redewendungen

wörtlich.

> Rituale und Spezialinteressen: Ein für Autismus typisches

Symptom ist die ständige Wiederholung bestimmter Körperbewegungen,

so genannte Stereotypen, sowie rituelle Verhaltensweisen.

Autisten reagieren äußerst unwillig auf Veränderungen,

schon das Verrücken eines Möbelstücks kann bei ihnen

heftige Aufregung auslösen.

anderen profitieren die Betroffenen heute von einer frühen therapeutischen

Begleitung und einer verbesserten schulischen Förderung.

Damit haben sich die individuellen Voraussetzungen dieser

Gruppe für eine Teilhabe am Arbeitsleben deutlich verbessert.

Tatsachlich verfügen autistische Menschen über Eigenschaften,

die sie für bestimmte Tätigkeiten prädestinieren. Sie zeigen beispielsweise

eine überdurchschnittliche Beobachtungsgabe, eine

ausgeprägte Merkfähigkeit auch für kleinste Details sowie oft großes

Interesse an technischen Dingen. Ihnen liegen Aufgaben, die

monoton sind, aber eine hohe Konzentration verlangen.

Gleichwohl stellt die Ausbildung und Beschäftigung von Menschen

mit autistischen Zügen für Betriebe eine ungewöhnliche

Herausforderung dar. Hierbei brauchen sie vor allem Unterstützung

durch kompetente Fachkräfte, etwa durch einen entsprechend

qualifizierten > Integrationsfachdienst. Sie können zum

Beispiel die Einarbeitung durch einen Job-Coach (> Betriebliches

Arbeitstraining) organisieren, passende Unterweisungsstrategien

vermitteln sowie Vorgesetzte und Kollegen über die Behinderung

aufklären.

Mehr Informationen

www.autismus.de

Stärken im Beruf

Individuelle Lösungen

Berufliche

Möglichkeiten

Lange Zeit herrschte die Meinung, dass Autisten nur in Ausnahmefällen

einer Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt

nachgehen können. Dies hat sich geändert. Zum einen wächst die

Zahl der Menschen mit einer leichteren Form von Autismus, dem

Asperger-Syndrom, aufgrund einer verbesserten Diagnostik. Zum

32 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

33


B

Begleitende Hilfe im Arbeitsleben – B

die eine > betriebliche Berufsausbildung anstreben, aber aufgrund

ihrer Behinderung besondere Unterstützung benötigen.

Beispiele

Gesetz

BAföG

> Bundesausbildungsförderungsgesetz

Barrierefreiheit

Barrierefreiheit bedeutet, dass alle gestalteten Lebensbereiche für

Menschen mit > Behinderungen in der allgemein üblichen Weise,

ohne besondere Erschwernisse und grundsätzlich ohne fremde

Hilfe zugänglich und nutzbar sein müssen. Unter gestalteten

Lebensbereichen sind beispielsweise bauliche Anlagen, Verkehrsmittel,

technische Gebrauchsgegenstände, Informationsquellen

und Kommunikationseinrichtungen zu verstehen.

Zur Barrierefreiheit tragen zum Beispiel bei: Publikationen in einfacher

Sprache für Menschen mit geistiger Behinderung, die Beseitigung

räumlicher Barrieren für Rollstuhlfahrer, die kontrastreiche

Gestaltung der Lebensumwelt für sehbehinderte Menschen sowie

Gebärdensprachdolmetscher für gehörlose Menschen.

Rechtliche Vorschriften zur Barrierefreiheit sind im > Behindertengleichstellungsgesetz

geregelt.

BBW-unterstützte Ausbildung

Die BBW-unterstützte Ausbildung ist ein Angebot der > Berufsbildungswerke

(BBW). Zielgruppe sind behinderte junge Menschen,

In Abgrenzung zur überbetrieblichen Ausbildung im Berufsbildungswerk

findet der fachpraktische Teil der Ausbildung in Betrieben

und Unternehmen der freien Wirtschaft statt. Die Auszubildenden

und die Betriebe werden dabei durch das gesamte

Leistungsspektrum der Berufsbildungswerke unterstützt. Der

Schwerpunkt liegt hier auf den behindertenspezifischen Leistungen.

Die Ausbildungsverantwortung verbleibt bei den Betrieben.

Die Koordination der Maßnahmen erfolgt durch das Berufsbildungswerk.

Während ihrer Ausbildung besuchen die Jugendlichen

die > Berufsschule. Ziel der unterstützenden Maßnahmen ist ein

erfolgreicher Berufsabschluss.

Ein ähnliches betriebsnahes Angebot ist die > verzahnte Ausbildung.

Hier schließen die jungen Menschen den Ausbildungsvertrag

nicht mit dem Betrieb, sondern mit dem Berufsbildungswerk

ab. Gefördert wird die BBW-unterstützte Ausbildung durch die

> Agentur für Arbeit. Eine Förderung der ausbildenden Betriebe ist

ebenfalls möglich.

Begleitende Hilfe im Arbeitsleben

Die begleitende Hilfe der > Integrationsämter richtet sich an

schwerbehinderte Menschen und ihre Arbeitgeber. Sie umfasst

Maßnahmen und Leistungen, mit denen Arbeits- und Ausbildungsplätze

für schwerbehinderte Menschen geschaffen und gesichert

werden. Ein breit gefächertes Angebot an Unterstützung und Beratung

steht dafür zur Verfügung – personeller, technischer wie

auch finanzieller Art.

Schwerbehinderte Menschen können erhalten ...

> individuelle Beratung, zum Beispiel in allen Fragen, die im Zusammenhang

mit der Schwerbehinderung und dem Arbeitsle-

Praktische Ausbildung

im Betrieb

Ähnliches Angebot

Leistungen an schwerbehinderte

Menschen

34 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

35


B – Begleitende Hilfe im Arbeitsleben

Behinderung – B

Leistungen an

Arbeitgeber

ben stehen, insbesondere bei persönlichen Schwierigkeiten am

Arbeitsplatz.

> psychosoziale Betreuung, zum Beispiel schwerwiegende Konflikte

zu lösen, etwa mit Kollegen, Vorgesetzten oder dem

Arbeit geber.

> finanzielle Leistungen, zum Beispiel für technische Arbeitshilfen,

zur Erhaltung und Erweiterung beruflicher Kenntnisse und

Fähigkeiten, für Hilfen in besonderen Lebenslagen sowie für

eine notwendige Arbeitsassistenz.

Arbeitgeber können erhalten ...

> individuelle Information und Beratung, zum Beispiel bei der

Auswahl geeigneter Arbeitsplätze, ihrer behinderungsgerechten

Gestaltung und bei allen Fragen, die die Beschäftigung

schwerbehinderter Menschen betreffen.

> psychosoziale Beratung, um zum Beispiel Probleme zu lösen,

die behinderungsbedingt bei der Beschäftigung schwerbehinderter

Menschen entstehen können.

> finanzielle Leistungen (in Form von Zuschüssen, Darlehen

und Prämien), um zum Beispiel neue behinderungsgerechte

Arbeitsplätze zu schaffen, bereits vorhandene behinderungsgerecht

auszustatten und die Beschäftigung bzw. Berufsausbildung

> besonders betroffener schwerbehinderter Menschen,

aber auch behinderter junger Menschen zu fördern.

Ansprechpartner/Kontakt

Über mögliche Hilfen und Leistungen im konkreten

Fall berät das LVR-Integrationsamt:

www.integrationsamt.lvr.de

Behindertengleichstellungsgesetz

Das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) soll Benachteiligungen

von behinderten Menschen beseitigen und verhindern. Ziel ist es, den

Betroffenen die gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft

und eine selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen.

Das Behindertengleichstellungsgesetz gilt für alle Bundesministerien

und für alle Behörden, die Bundesaufgaben erfüllen. Auch Versorgungs-

oder Sozialämter, die Bundesagentur für Arbeit und die

Deutsche Rentenversicherung müssen sich nach diesem Gesetz

richten. Inzwischen sind zudem in allen Bundesländern Landesgleichstellungsgesetze

in Kraft getreten.

Kernstücke des BGG sind das Benachteiligungsverbot und Vorschriften

zur > Barrierefreiheit. Nach dem BGG haben behinderte

Menschen zum Beispiel das Recht, in Behördenangelegenheiten

die Gebärdensprache zu verwenden. Außerdem müssen die Internetseiten

der Ministerien und Behörden barrierefrei gestaltet

sein.

Behinderung

Nach dem > Sozialgesetzbuch IX gelten Menschen als behindert,

wenn ihre körperliche Funktion, ihre geistige Fähigkeit oder seelische

Gesundheit nicht nur vorübergehend (das heißt länger als sechs

Monate) von dem altersentsprechenden Zustand abweichen und

daher ihre Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft beeinträchtigt ist.

Die gesundheitlichen Schädigungen und Beeinträchtigungen

können angeboren, die Folge eines Unfalls oder einer Krankheit

sein. Je nach Art der Schädigungen und ihrer Auswirkungen wird

zwischen verschiedenen > Behinderungsarten unterschieden. Eindeutige

Abgrenzungen zwischen körperlichen, geistigen und seelischen

Behinderungen sind jedoch nicht immer möglich.

Geltungsbereich

Kernstücke

Ursachen

36 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

37


B – Behinderungsarten

Beratungslehrer – B

Schwerbehinderung

Es können auch mehrere Behinderungen zusammentreffen, die

entweder unabhängig voneinander bestehen oder die sich in ihren

Auswirkungen gegenseitig überschneiden und verstärken. Die

förmliche Feststellung des > Grades der Behinderung (GdB) und einer

> Schwerbehinderung ist nur notwendig und von Bedeutung,

wenn es um den Anspruch auf besondere > Leistungen zur Teilhabe

am Arbeitsleben, um > Nachteilsausgleiche und um den besonderen

> Kündigungsschutz geht.

Behinderungsbedingt erforderliche Grundausbildung

> Grundausbildung, behinderungsbedingt erforderliche

Behindertenrechtskonvention der UN

> UN-Behindertenrechtskonvention

Behinderungsarten

> Autismus

> Blindheit und Sehbehinderung

> Geistige Behinderung

> Hörschädigungen

> Körperbehinderungen

> Lernbehinderung

> Seelische Behinderungen

> Sprachbehinderung

Beirat Schule und Beruf

Zur schulübergreifenden örtlichen Abstimmung und Unterstützung

aller am Prozess der > Berufsorientierung Beteiligten wurde

in Nordrhein-Westfalen auf der Ebene der kreisfreien Städte und

der Kreise jeweils ein „Beirat Schule und Beruf“ eingerichtet.

Der Beirat berät die Entwicklung auf dem regionalen > Ausbildungsmarkt

und aktuelle Probleme des Übergangs von der Schule

in den Beruf. Außerdem koordiniert er die Nutzung von > Betriebspraktika

für Schüler und Lehrer. Aufgaben und Zusammensetzung

des Beirats sind geregelt im > Runderlass zur Berufs- und Studienorientierung

in NRW.

Beratende Ingenieure

> Technischer Beratungsdienst

Beratungslehrer

Was heißt „behindert“?

Die Antwort steht im

Sozialgesetzbuch IX

> Vertrauenslehrer

38 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

39


B – Berufenet

Berufliche Erfahrung und Orientierung (Projekt) – B

Suchfunktion

BerufeNet

Das Internetportal „BerufeNet“ der Agentur für Arbeit informiert

mit Texten, Bildern und Filmen ausführlich über nahezu alle Berufe.

Berufsbeschreibungen geben Auskunft über Zugangsvoraussetzungen,

Ausbildungsverlauf, Tätigkeiten, Fachrichtungen und

Verdienstmöglichkeiten. Außerdem erfährt man mehr über Perspektiven,

berufliche Alternativen, Trends und Entwicklungen der

einzelnen Berufe.

Mit der Suchfunktion kann man gezielt nach bestimmten Berufen

suchen. Über die Auswahl von Berufsfeldern lassen sich Berufe aus

einem Interessensgebiet anzeigen, zum Beispiel „Berufe rund ums

Internet“.

Berufliche Eignung

Mehr Informationen

> Eignung

> Kompetenzfeststellung

www.berufenet.arbeitsagentur.de

Berufliche Erfahrung und Orientierung (Projekt)

Das Projekt „Berufliche Erfahrung und Orientierung“ (bEO) wurde

von der Hamburger Arbeitsassistenz, einem Fachdienst zur beruflichen

Eingliederung von Menschen mit Behinderung, in den Jahren

2004 bis 2006 entwickelt und durchgeführt. Es richtet sich an

Schüler mit Lernschwierigkeiten in der Abschlussstufe der Schule

für geistige Entwicklung (in Hamburg: Schule für Geistigbehinderte)

oder an Schüler mit Förderbedarf in Integrationsklassen der

8. oder 9. Jahrgangsstufe.

Ziel des Projektes ist es, Projektteilnehmern die Möglichkeit zu

geben, sich mit ihren beruflichen Perspektiven, insbesondere auf

dem allgemeinen > Arbeitsmarkt, auseinanderzusetzen. Die Teilnehmer

sollen Einblicke in die Arbeitswelt erhalten. Diese Einblicke

werden intensiv vorbereitet, begleitet und besprochen.

Im Rahmen des bEO-Projektes bilden jeweils acht bis zehn Schüler

eine Lerngruppe. Diese durchläuft eine Sequenz, bestehend aus

folgenden Elementen:

> Vorbereitung

> Projektwoche

> Betriebserkundungen

> Praktikum

> Auswertung

Im Rahmen einer Kooperation mit dem Hamburger Landesinstitut

für Lehrerbildung und Schulentwicklung entstand eine Fortbildungsreihe.

Diese wurde projektbeteiligten Lehrern und interessierten

Kollegen angeboten.

Projekt

Die Ergebnisse und Materialien von bEO wurden als

Buch mit CD-ROM veröffentlicht. Auf der CD-ROM

befinden sich unter anderem Arbeitsblätter sowie

über 300 Illustrationen. Zu bestellen bei der Hamburger

Arbeitsassistenz:

www.hamburger-arbeitsassistenz.de > Projekte >

bEO

Ziele

Inhalt

40 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

41


B – Berufliche Ersteingliederung

Berufsabschluss, nachträglicher – B

Maßnahmen

Förderung

Berufliche Ersteingliederung

Ziel der beruflichen Ersteingliederung ist die möglichst vollständige

und dauerhafte Eingliederung junger Menschen mit einer Behinderung

in den allgemeinen > Arbeitsmarkt.

Dabei sollen die individuelle Neigung, Eignung und Leistungsfähigkeit

der Jugendlichen sowie die Beschäftigungsmöglichkeiten

berücksichtigt werden.

Beratung sowie Auswahl und Förderung geeigneter Maßnahmen

spielen somit eine Schlüsselrolle für eine erfolgreiche berufliche

Ersteingliederung behinderter Menschen. In den meisten Fällen ist

die > Agentur für Arbeit zuständiger Ansprechpartner. Für die > Berufsberatung

und die > Berufsorientierung in den Schulen können

die Arbeitsagenturen auch > Integrationsfachdienste beauftragen.

Die Agentur für Arbeit und das Integrationsamt können die berufliche

Ersteingliederung mit > Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

finanziell fördern.

Berufliche Handlungsfähigkeit

Es ist das Ziel der Berufsbildung, die berufliche Handlungsfähigkeit

(Handlungskompetenz) junger Menschen zu entwickeln und

zu erweitern: Sie sollen fähig und bereit sein, ihre Kenntnisse, Fertigkeiten

sowie persönliche, soziale und methodische Fähigkeiten

sowohl in Arbeitssituationen als auch für die berufliche und persönliche

Entwicklung zu nutzen.

Berufliche Schulen

In Nordrhein-Westfalen sind alle beruflichen Schulen im so genannten

Berufskolleg zusammengefasst. Bei Berufskollegs handelt

es sich um Schulen der Sekundarstufe II. Sie können von jun-

gen Menschen in der Regel nach Beendigung des 10. Schuljahres

besucht werden.

Folgende berufliche Schulen sind Teil des Berufskollegs:

> > Berufsschule

> > Berufsfachschule

> Höhere Berufsfachschule

> Berufliches Gymnasium

> Fachoberschule

> > Fachschule

Die Bildungsgänge im Berufskolleg führen zu einer beruflichen

Qualifizierung. Außerdem können mit den einzelnen Bildungsgängen

in der Regel alle Abschlüsse der Sekundarstufe I (Hauptschulabschlüsse,

Fachoberschulreife) nachgeholt und sämtliche

allgemeinbildenden Abschlüsse der Sekundarstufe II (Fachhochschulreife,

fachgebundene Hochschulreife, allgemeine Hochschulreife)

erworben werden.

Berufsabschluss, nachträglicher

Vorrangiges Ziel des dualen Ausbildungssystems in Deutschland

ist es, im Anschluss an den Besuch der allgemeinbildenden Schule

einen anerkannten Berufsabschluss zu erwerben. Zurzeit kann

dieses Ziel in etwa 345 > anerkannten Ausbildungsberufen, darunter

59 > Werkerausbildungen, also Ausbildungen für Menschen mit

Behinderung, erreicht werden. Hinzu kommen Ausbildungsgänge

außerhalb des dualen Systems, etwa in berufsqualifizierenden vollzeitschulischen

Ausbildungsgängen an Berufsfachschulen (> schulische

Berufsausbildung). Die Vielzahl der Berufsbilder darf jedoch

nicht darüber hinwegtäuschen, dass Jugendlichen mit sonderpädagogischem

Förderbedarf in der Regel eine begrenzte Auswahl an

Ausbildungsberufen offen stehen bzw. im Rahmen der regional zur

Verfügung stehenden Förderangebote erlernt werden können.

Schularten

Bildungsgänge

42 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

43


B – Berufsabschluss, nachträglicher

Berufsausbildung in auSSerbetrieblichen Einrichtungen – B

Schulabschluss

Nachqualifizierung

Förderprogramme

Formal können die Ausbildungsgänge ohne Schulabschluss begonnen

werden. In der Praxis setzen viele Unternehmen und

Berufsfachschulen bestimmte Bildungsabschlüsse voraus. Eine

erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung führt in der Regel

gleichzeitig zum Erwerb des Hauptschulabschlusses.

Bei Jugendlichen mit Förderbedarf oder in problematischen Lebenslagen

kommt es häufiger vor, dass sie nicht direkt im Anschluss an

die allgemeinbildende Schule eine Ausbildung beginnen und Ausbildungen

abbrechen. Da eine abgeschlossene Berufsausbildung

die Chancen am Arbeitsmarkt jedoch erheblich erleichtert, gibt

es Ansätze, Jugendlichen ohne abgeschlossene Ausbildung nachträglich

einen Berufsabschluss zu ermöglichen. Ansprechpartner

für Betroffene ist in der Regel der zuständige Berater der Agentur

für Arbeit.

Programme wie „Perspektive Berufsabschluss“ und „JOBSTARTER

CONNECT“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

fördern Projekte, die zu einem nachträglichen Berufsabschluss

führen sollen. Hierbei wird vor allem der Ansatz der modularen

Nachqualifizierung verfolgt: In 14 Berufen werden derzeit bundeseinheitliche

Ausbildungsbausteine (siehe > Qualifizierungsbausteine)

modellhaft erprobt.

Mehr Informationen

www.jobstarter.de/connect

www.perspektive-berufsabschluss.de/

Berufsausbildung

Die berufliche Ausbildung kann durch > Leistungen zur Teilhabe

am Arbeitsleben gefördert werden. Je nach den persönlichen Wünschen

und Voraussetzungen gibt es verschiedene Wege und Möglichkeiten

zur Berufsausbildung:

> Eine Ausbildung in einem > anerkannten Ausbildungsberuf oder

nach > besonderen Ausbildungsregelungen für behinderte Menschen

kann in einem Betrieb (> betriebliche Berufsausbildung)

oder in einer Einrichtung erfolgen (> Berufsausbildung in außerbetrieblichen

Einrichtungen). Wenn besondere Leistungen

und Hilfen notwendig sind, kommt eine Ausbildung in einem >

Berufsbildungswerk oder einer anderen > Einrichtung der beruflichen

Rehabilitation in Betracht.

> Eine > schulische Berufsausbildung kann durch die Agentur für

Arbeit nur dann gefördert werden, wenn sie in einer > Einrichtung

der beruflichen Rehabilitation stattfindet. Ansonsten ist

eine Förderung nach dem > Bundesausbildungsförderungsgesetz

(BAföG) möglich.

Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen

Eine Ausbildung kann in einer außerbetrieblichen Einrichtung

stattfinden, wenn sich trotz intensiver Bewerbung keine Ausbildungsstelle

in einem Betrieb finden lässt. Solche Einrichtungen,

die von einem Bildungsträger geführt werden, gibt es meist in der

Nähe des Wohnortes.

Ausbildung in

anerkannten

Ausbildungsberufen

Schulische

Berufsausbildung

Die Ausbildung erfolgt in > anerkannten Ausbildungsberufen oder

nach > besonderen Ausbildungsregelungen für behinderte Menschen

in den Werkstätten oder Übungsbüros der Einrichtung. Hier

gibt es nicht nur Ausbilder, sondern auch Sozialpädagogen und

Förderlehrer. Die Auszubildenden besuchen den Unterricht der

44 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

45


B – Berufsausbildung in auSSerbetrieblichen Einrichtungen

Berufsausbildung in auSSerbetrieblichen Einrichtungen NRW 3. Weg – B

Integrative BaE

Kooperative BaE

Berufsschule. Für eine berufliche Erstausbildung wird mit dem Bildungsträger

ein Ausbildungsvertrag abgeschlossen. Der Jugendliche

erhält eine > Ausbildungsvergütung und ist sozialversichert.

Man unterscheidet zwei Formen der Berufsausbildungen in außerbetrieblichen

Einrichtungen (BaE):

> Der Bildungsträger ist sowohl für die fachtheoretische als auch

die fachpraktische Unterweisung zuständig. Während der Ausbildung

finden mehrwöchige > Betriebspraktika statt (mindestens

40, maximal 120 Arbeitstage je Ausbildungsjahr).

> Die fachpraktische Unterweisung wird durch einen Kooperationsbetrieb

durchgeführt. Auch hier ist der Bildungsträger für

die Koordinierung der Ausbildung und die weitere sozialpädagogische

Begleitung zuständig.

Ziel ist es in jedem Fall, die Ausbildung in einem Betrieb fortzusetzen.

Wenn möglich, bereits nach dem ersten Ausbildungsjahr, falls

erforderlich, mit ausbildungsbegleitenden Hilfen. Ausbildungsplätze

werden von der Agentur für Arbeit, die auch die Ausbildung

finanziert, direkt vermittelt.

ß

Hinweis

Wenn die Voraussetzungen gegeben sind, kann

man > Berufsausbildungsbeihilfe erhalten. Für die

Fahrten zu den Ausbildungsorten ist ein Zuschuss

möglich. Auskunft gibt der Berufsberater bei der

Agentur für Arbeit.

Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen

NRW 3. Weg

Der „3. Weg“ ist eine spezielle Form der > Berufsausbildung in außerbetrieblichen

Einrichtungen (BaE) in Nordrhein-Westfalen. Die

offizielle Bezeichnung lautet: „Individuelle integrative Berufsausbildungen

in außerbetrieblichen Einrichtungen NRW (BaE) 3. Weg“.

Ausbildungswilligen Jugendlichen wird damit eine zusätzliche Gelegenheit

eröffnet, den Einstieg in das Berufsleben möglichst über

einen regulären Berufsabschluss zu erreichen. Sie erhalten eine

besonders intensive Förderung an allen Lernorten: in der > Berufsschule,

in der außerbetrieblichen Einrichtung und im Betrieb. Zur

Zielgruppe gehören vor allem lernbeeinträchtigte und/oder sozial

benachteiligte junge Menschen.

Die Teilnehmer erwerben anerkannte berufliche Kompetenzen in

Form von zertifizierten Ausbildungsbausteinen bis hin zu einem

vollwertigen Berufsabschluss. Die Grundlage bildet ein regulärer

> Ausbildungsvertrag mit dem Bildungsträger nach dem Berufsbildungsgesetz

beziehungsweise der Handwerksordnung. Zur

Ausbildung gehören weiterhin > Betriebspraktika sowie Unterricht

in der Regel in einer eigenständigen Fachklasse mit kleinen Lerngruppen.

Die Jugendlichen erhalten je nach Bedarf zusätzlichen

Stütz- und Förderunterricht sowie sozialpädagogische Begleitung.

Der Ausbildungsverlauf wird in der landesweit einheitlichen > Jobmappe

NRW dokumentiert.

Die Ausbildung ist nur in ausgewählten Berufen möglich. Es handelt

sich in der Regel um zweijährige Ausbildungsberufe. Der

„3. Weg“ lässt Unterbrechungen der Ausbildung von bis zu sechs

Monaten zu. Jeder Auszubildende hat die Option auf eine Verlängerung

der Ausbildung auf maximal fünf Jahre.

Ausbildungsbausteine

Besonderheiten

46 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

47


B – Berufsausbildungsbeihilfe

Berufsberatung – B

hinderung es erfordern und ohne die Förderung eine dauerhafte

Teilhabe am Arbeitsleben nicht erreicht werden kann.

> Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe besteht auch, wenn der

behinderte Mensch im Haushalt der Eltern oder eines Elternteils

wohnt.

Eine Ausbildung bedeutet

oft auch Abschied

nehmen vom Elternhaus

Voraussetzungen

Berufsausbildungsbeihilfe

Die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) ist eine finanzielle Leistung

der Agentur für Arbeit für Auszubildende, die während der Ausbildung

nicht bei den Eltern wohnen können, weil der Ausbildungsbetrieb

vom Elternhaus zu weit entfernt ist.

Behinderte Menschen erhalten bei Teilnahme an allgemeinen

Maßnahmen der Ausbildung Berufsausbildungsbeihilfe. Ob sie

während der Ausbildung, der Teilnahme an einer > berufsvorbereitenden

Bildungsmaßnahme, während einer > behinderungsbedingt

erforderlichen Grundausbildung oder anderer > Leistungen

zur Teilhabe am Arbeitsleben Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe

oder auf > Ausbildungsgeld haben, können Betroffene beim

> Reha-Team der Agentur für Arbeit erfragen.

Besonderheiten für behinderte Menschen:

> Förderfähig sind auch berufliche Ausbildungen, die abweichend

von den Ausbildungsordnungen für staatlich anerkannte

Ausbildungsberufe oder in Sonderformen für behinderte Menschen

durchgeführt werden.

> Eine Verlängerung der Ausbildungszeit, eine Wiederholung der

Ausbildung ganz oder in Teilen sowie eine erneute berufliche

Ausbildung werden gefördert, wenn Art oder Schwere der Be-

Die Höhe der Berufsausbildungsbeihilfe hängt vom Gesamtbedarf

und bei beruflicher Ausbildung vom anzurechnenden Einkommen ab.

Mehr Informationen

www.arbeitsagentur.de > Bürgerinnen & Bürger >

Menschen mit Behinderung > Finanzielle Hilfen >

Berufsausbildungsbeihilfe

Berufsausbildungsvorbereitung

> Berufsvorbereitung

Berufsberatung

Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit unterstützt Jugendliche

und junge Erwachsene bei ihrer Berufswahl, während ihrer

Berufsausbildung und am Anfang ihres Berufslebens. Um die Anliegen

behinderter Menschen kümmert sich das > Reha-Team.

Die Berufsberatung bietet im Einzelnen:

> > Berufsorientierung in Schulen

> (Einzel-)Beratung zu Fragen der > Berufswahl

> Vermittlung von betrieblichen und außerbetrieblichen Ausbildungsplätzen

Angebot

48 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

49


B – Berufsbildungsgesetz

Berufsbildungswerke – B

> Beratung über schulische Ausbildungsmöglichkeiten (> Schulische

Berufsausbildung)

> berufs- und studienkundliche Vorträge, Berufserkundungen,

Messen mit Arbeitgebern usw.

> Medien und Veranstaltungen zur Berufswahl im > Berufsinformationszentrum

(BIZ)

> Online-Medien zur Berufserkundung und -wahl (z.B. www.

planet-berufe.de, www.berufe.tv)

> Hilfe bei der Abklärung der beruflichen Eignung (z.B. > Berufswahltest)

> Unterstützung bei der > Bewerbung

> bei Bedarf > Berufseinstiegsbegleitung für einzelne Schüler

> Förderung von > berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen und

anderer Wege in Ausbildung und Beruf

> Förderung der Berufsausbildung und Unterstützung bei Problemen

während der Ausbildung (z.B. durch > ausbildungsbegleitende

Hilfen)

Ansprechpartner/Kontakt

Mit dem „eSERVICE“ der Agentur für Arbeit kann

man per E-Mail einen Termin für ein persönliches

Gespräch mit dem Berufsberater oder der Berufsberaterin

vereinbaren: www.arbeitsagentur.de/

eService > Kontakt zur Berufsberatung

Berufsbildungsmessen

Auf den Messen stellen sich regionale und überregionale Unternehmen

verschiedener Branchen, Innungen, Verbände, Behörden

sowie Institutionen vor und geben Einblick in die praktischen Tätigkeiten

der Ausbildungsberufe in ihrem Haus.

Man kann sich auf den Messen mit Auszubildenden über ihre

Ausbildung unterhalten, Kontakte zu Arbeitgebern knüpfen oder

zuschauen, wie in verschiedenen Berufen gearbeitet wird. Vor Ort

sind meistens auch Beratungseinrichtungen wie die > Agentur für

Arbeit oder die > Kammern. Sie geben allgemeine Informationen

zu Berufswahl und Ausbildung. Auf den Messebesuch sollte man

sich gut vorbereiten, zum Beispiel eine Liste mit Fragen erstellen

oder Bewerbungsunterlagen mitnehmen.

ß

Hinweis

Einen Veranstaltungskalender mit Terminen im

ganzen Bundesgebiet zusammen mit weiteren

Tipps für den Besuch einer Messe findet man unter

www.planet-berufe.de > Schüler > Mein Fahrplan >

Infoboard > Termine Ausbildungsmessen

Angebote

Berufsbildungswerke

Berufsbildungsgesetz

Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) enthält die rechtlichen Grundlagen

und Bestimmungen zur Aus- und Weiterbildung in > anerkannten

Ausbildungsberufen und zu > besonderen Ausbildungsregelungen

für behinderte Menschen.

Die Berufsbildungswerke (BBW) sind Rehabilitationseinrichtungen

zur beruflichen Erstausbildung von behinderten Jugendlichen,

die auf besondere Hilfen angewiesen sind. Die Ausbildung erfolgt

in > anerkannten Ausbildungsberufen oder nach > besonderen

Ausbildungsregelungen für behinderte Menschen – wie bei einer

betrieblichen Berufsausbildung.

50 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

51


B – Berufseinstiegsbegleiter

Berufseinstiegsbegleitung – B

Leistungen

Standorte

Jede dieser außerbetrieblichen Einrichtungen ist auf bestimmte

Behinderungsarten spezialisiert. Der praktische und theoretische

Unterricht erfolgt durch qualifizierte Ausbilder, Meister und Lehrkräfte.

Für eine ärztliche, psychologische und sozialpädagogische

Versorgung stehen Fachdienste zur Verfügung. Außerdem gibt es

Freizeit- und Sportangebote. Meist wohnen die Auszubildenden in

einem Internat oder in einer Wohngruppe.

Es werden auch > Maßnahmen zur Abklärung der beruflichen Eignung

(Maßnahmen zur Eignungsfeststellung), der > Arbeitserprobung

und der > Berufsvorbereitung durchgeführt, soweit die Ausbildungs-

oder Berufsreife noch nicht vorhanden ist. Viele BBWs

bieten inzwischen auch eine > verzahnte Ausbildung an. Hier haben

Jugendliche die Möglichkeit, bis zu zwölf Monate ihrer praktischen

Ausbildung in einem Betrieb zu absolvieren. Teilweise ist

auch eine > BBW-unterstützte Ausbildung möglich.

Es gibt in Deutschland insgesamt 52 Berufsbildungswerke, die

in mehr als 240 Berufen ausbilden. Dafür stehen 14.000 Ausbildungsplätze

in eigenen Betriebsstätten zur Verfügung. In Nordrhein-Westfalen

sind Berufsbildungswerke vorhanden in Bad

Oeynhausen, Brakel, Bielefeld, Dortmund, Essen, Moers, Reken, Frechen,

Wetter, Soest, Olsberg.

Berufseinstiegsbegleiter

Die Berufseinstiegsbegleiter (> Berufseinstiegsbegleitung) unterstützen

Schüler beim Übergang von der allgemeinbildenden

Schule in eine berufliche Ausbildung. Die Träger der Maßnahme

beschäftigen dafür Personen, die aufgrund ihrer Lebens- und Berufserfahrung

besonders für diese Aufgabe geeignet sind. Hierzu

zählen vor allem Menschen mit praktischer Berufserfahrung

in den dualen Ausbildungsberufen, Führungserfahrung, Ausbildungserfahrung

oder sozialpädagogischer Berufserfahrung.

Berufseinstiegsbegleitung

Bei der Berufseinstiegsbegleitung (BerEb) werden „förderungsbedürftige“

Jugendliche beim Übergang von der Schule in eine

> Berufsausbildung unterstützt. Es handelt sich hierbei um leistungsschwächere

Schülerinnen und Schüler, die voraussichtlich

Schwierigkeiten haben werden, einen Haupt- oder Förderschulabschluss

zu erreichen und den Einstieg in eine berufliche Ausbildung

zu bewältigen.

Die Berufseinstiegsbegleitung bietet Unterstützung für:

> Erreichen des Schulabschlusses,

> > Berufsorientierung und > Berufswahl,

> Ausbildungsplatzsuche,

> Stabilisierung des Ausbildungsverhältnisses.

Die Berufseinstiegsbegleitung beginnt bereits während der Vorabgangsklasse

und endet ein halbes Jahr nach Beginn einer beruflichen

Ausbildung, spätestens 24 Monate nach Beendigung der

allgemeinbildenden Schule.

Im Rahmen einer modellhaften Erprobung an 1.000 Schulen unterstützen

seit Februar 2009 > Berufseinstiegsbegleiter Schülerinnen

und Schüler beim Übergang von der allgemeinbildenden

Schule in die Ausbildung und erleichtern dadurch deren berufliche

Eingliederung.

Ansprechpartner/Kontakt

Interessierte Schüler können an ihrer Schule

nachfragen, ob für sie eine Teilnahmemöglichkeit

besteht. Auskunft erteilen auch die Berufsberater

der > Agentur für Arbeit vor Ort.

Inhalt

Dauer

Erprobung

52 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

53


B – Berufsfachschule

Berufsgrundschuljahr – B

Ziel

Inhalt

Berufsfachschule

Die Berufsfachschule in Nordrhein-Westfalen ist Teil des > Berufskollegs.

Sie führt zu beruflichen Qualifikationen und zum mittleren

Schulabschluss (Fachoberschulreife). Dabei unterscheidet

man zum einen Bildungsgänge, die mit einer beruflichen Grundbildung

auf eine Berufsausbildung vorbereiten, und zum anderen

Bildungsgänge, die zu einem Berufsabschluss nach Landesrecht

führen. Voraussetzung für die Teilnahme an diesen Bildungsgängen

ist mindestens der Hauptschulabschluss nach Klasse 9.

Berufsfelderkundung

Die Berufsfelderkundung ist ein wichtiger Baustein der > Berufsorientierung

von Schülerinnen und Schülern an allgemeinbildenden

Schulen in Nordrhein-Westfalen (siehe > Kein Abschluss ohne Anschluss).

Sie wird auch in der Berufsorientierung von schwerbehinderten

jungen Menschen eingesetzt, zum Beispiel im Rahmen des

Projektes > Schule trifft Arbeitswelt (STAR).

Die Berufsfelderkundung vermittelt exemplarisch Einblicke in

berufliche Tätigkeiten und in die betriebliche Praxis. Die Jugendlichen

können so ihre Interessen und Fähigkeiten im Hinblick auf

die Berufswahl überprüfen und herausfinden.

Jugendliche lernen berufliche Tätigkeiten in mindestens drei Berufsfeldern

praxisnah kennen, zum Beispiel auch in „typischen“

Berufsfeldern des anderen Geschlechts. Die Berufsfelderkundung

wird in der Regel ab Klasse 8 vor dem schulischen > Betriebspraktikum

angeboten. Sie findet vorrangig in Betrieben statt. Zur Berufsfelderkundung

können auch Aktivitäten, wie die Teilnahme am >

Girls´Day bzw. > Boys´Day und der Besuch von > Berufsbildungsmessen

genutzt werden.

Berufsförderungswerke

Berufsförderungswerke (BFW) sind > Einrichtungen der beruflichen

Rehabilitation für behinderte Erwachsene. Die an einem BFW angebotenen

Lehrgänge in > anerkannten Ausbildungsberufen schließen

in der Regel mit einer Prüfung vor einer > Kammer ab.

Eigene medizinische, psychologische und soziale Fachdienste begleiten

die Ausbildung. Im Gegensatz zu den > Berufsbildungswerken

(BBW) sollen die Teilnehmer über eine abgeschlossene

Erstausbildung verfügen bzw. nicht mehr schulpflichtig sein. Die

Einrichtungen sind auf unterschiedliche Behinderungsarten eingestellt.

Das BFW in Düren beispielsweise ist spezialisiert auf blinde

und sehbehinderte Menschen.

Bundesweit bieten 28 Berufsförderungswerke insgesamt etwa

14.500 Plätze an. Es gibt auch Spezialeinrichtungen, zum Beispiel

für blinde und sehbehinderte Menschen. In Nordrhein-Westfalen

gibt es Berufsförderungswerke in Dortmund, Düren, Köln, Oberhausen

und Hamm.

Berufsgrundschuljahr

Das Berufsgrundschuljahr (BGJ) in Nordrhein-Westfalen ist ein

Bildungsangebot der > Berufsschule. Es zielt auf den Erwerb des

Hauptschulabschlusses nach Klasse 10. Bei einer Durchschnittsnote

von mindestens 3,0 in den Fächern Deutsch/Kommunikation,

Englisch und Mathematik ist sogar der mittlere Schulabschluss

(Fachoberschulreife) erreicht. Das Berufsgrundschuljahr vermittelt

eine berufliche Grundbildung im gewählten Berufsfeld.

Interessierte Jugendliche bewerben sich fristgerecht beim zuständigen

Berufskolleg um einen Platz. Dafür muss die Schulpflicht

erfüllt (in Nordrhein-Westfalen zehn Jahre) und der Hauptschulabschluss

nach Klasse 9 erworben worden sein. Der erfolgreiche

Leistungen

Standorte

Voraussetzungen

54 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

55


B – Berufsinformationszentrum

Berufsorientierung – B

Dauer

Standorte

Angebot

Besuch des > Berufsorientierungsjahrs berechtigt ebenfalls zur Teilnahme

am Berufsgrundschuljahr.

Der Bildungsgang dauert ein Jahr. In der Regel werden 34 Wochenstunden

erteilt. Eine Anrechnung als erstes Ausbildungsjahr (im

Umfang von sechs bis zwölf Monaten) ist möglich, wenn Ausbilder

und Auszubildender zustimmen.

Berufsinformationszentrum

Im Berufsinformationszentrum (BiZ) kann man sich über Arbeitsund

Ausbildungsmarkt, Berufswahl, Stellensuche sowie Weiterbildung

selbst informieren und nach passenden Arbeits- und Ausbildungsplätzen

suchen. Jeder kann das Angebot so lange und so oft

nutzen wie er möchte – ohne Anmeldung. Bei Fragen stehen den

Besuchern fachkundige Ansprechpartner zur Verfügung.

Ein Berufsinformationszentrum gibt es in jeder > Agentur für Arbeit.

Zusätzlich sind auch mobile Berufsinformationszentren („BiZ-

MOBIL“) zum Beispiel in Schulen oder auf > Berufsbildungsmessen

unterwegs.

Es gibt verschiedene Informationsmöglichkeiten, wie illustrierte

Informationsmappen mit Berichten aus der Berufspraxis sowie

Bücher und Zeitschriften. Wer die Berufs- und Arbeitswelt über

Filme erschließen möchte, dem steht ein Filmportal mit Videos zu

Ausbildungs- und Studienberufen zur Verfügung. Viele Flyer und

Broschüren gibt es auch zum Mitnehmen. Die im BiZ vorhandenen

Internetarbeitsplätze sind zur Nutzung der Online-Angebote der

Bundesagentur für Arbeit sowie für andere berufliche Recherchen

im Internet frei zugänglich.

Zusätzlich zum umfassenden Informationsangebot findet in den

Gruppenräumen des BiZ eine Vielzahl von Veranstaltungen statt,

zum Beispiel zu den Themen Berufswahl und Bewerbung.

Berufskolleg

> Berufliche Schulen

Berufsorientierung

Am Ende der Schulzeit steht mit der > Berufswahl eine wichtige

Entscheidung für den persönlichen und beruflichen Werdegang

an. Während der Berufsorientierung wird sie planmäßig vorbereitet.

Die Berufsorientierung beginnt in der Regel in den vorletzten

Klassen der allgemeinbildenden Schulen. Dabei arbeiten die

Schulen eng mit der > Berufsberatung der Agentur für Arbeit und

bei schwerbehinderten Jugendlichen mit dem > Integrationsfachdienst

zusammen. Auch die Unterstützung der Eltern und die Einbeziehung

von Betrieben sind in der Phase der beruflichen Orientierung

von großer Bedeutung.

Bei der Berufsorientierung geht es für die Jugendlichen darum,

die eigenen Neigungen, Interessen und Fähigkeiten zu erkunden.

Dazu passend sollen sie geeignete Berufe finden, über die sie weitere

Informationen einholen, um Fähigkeiten und Anforderungen

abgleichen zu können. Die eigenen Vorstellungen und die persönliche

Eignung können die Jugendlichen durch praktische Erfahrungen

überprüfen, zum Beispiel durch ein > Betriebspraktikum oder

eine > Berufsfelderkundung.

Es gibt eine ganze Reihe von Maßnahmen oder Angeboten, welche

die berufliche Orientierung unterstützen. Sie sollten geschlechtersensibel

sein (> Gender Mainstreaming) und die besonderen Bedürfnisse

und Probleme von Jugendlichen mit Migrationshintergrund

mitberücksichtigen.

Angebote der Agentur für Arbeit

Die Agentur für Arbeit unterstützt die berufliche Orientierung

insbesondere durch Informationsveranstaltungen für Schüler und

Inhalt

56 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

57


B – Berufsorientierungsbüro

Berufsorientierungscamp – B

Eltern sowie durch Angebote zur Selbstinformation, wie sie im

> Berufsinformationszentrum zur Verfügung stehen.

ß

Hinweis

(Erweiterte) vertiefte

Berufsorientierung

Nutzungsmöglichkeiten

Um unsichere oder falsche Entscheidungen bei der Berufswahl

zu vermeiden, werden zusätzliche Maßnahmen angeboten, die

bis zu vier Wochen dauern und meist in der unterrichtsfreien Zeit

stattfinden. Bei der erweiterten vertieften Berufsorientierung

dauern die Maßnahmen länger und können in der Unterrichtszeit

durchgeführt werden.

Berufliches Orientierungsverfahren

Für schwerbehinderte Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem

Förderbedarf, deren Fähigkeiten im Grenzbereich

zwischen einer Werkstatt für behinderte Menschen und dem allgemeinen

Arbeitsmarkt liegen, gibt es in Nordrhein-Westfalen ein

spezielles berufliches Orientierungsverfahren. Dieses wird im Rahmen

des Projektes > Schule trifft Arbeitswelt (STAR) umgesetzt und

durch die > Initiative Inklusion gefördert.

Berufsorientierungsbüro

Das Berufsorientierungsbüro (BOB) dient als zentrale Anlaufstelle

für alle Aktivitäten der Berufs- und Studienorientierung innerhalb

einer Schule. Es ist Informations- und Beratungszentrum für

Schüler, Eltern und andere an der > Berufsorientierung beteiligte

Personen.

Im Berufsorientierungsbüro können Informationsmaterialien gesammelt

und gesichtet werden. Es eignet sich ebenso als Büro des

> Studien- und Berufswahlkoordinators (StuBo) sowie zur Durchführung

der Gespräche mit dem Berufsberater der Agentur für

Arbeit und für Treffen mit außerschulischen Experten. Das Berufsorientierungsbüro

kann zudem als Ort für Bewerbungstrainings,

Internetsuche und individuelle Beratungsgespräche, etwa im Rahmen

der > Förderplanung berufliche Integration, genutzt werden.

Die Einrichtung eines Berufsorientierungsbüros

kann im Rahmen der Projektes > Zukunft fördern

gefördert werden.

Berufsorientierungscamp

Berufsorientierungscamps wollen Jugendliche spielerisch an das

Thema > Berufsorientierung heranführen. Anhand erlebnis- und

handlungsorientierter Methoden und Bausteine motivieren sie

Schülerinnen und Schüler, sich intensiv mit ihrer beruflichen Zukunft

auseinanderzusetzen. Berufswahlcamps erstrecken sich über

wenige Tage bis zu vier Wochen.

Da sich Berufsorientierungscamps durch eine große Themenvielfalt

auszeichnen, kann die inhaltliche Ausgestaltung nur exemplarisch

dargestellt werden. Während eines Berufsorientierungscamps

können Jugendliche …

> sich selbst und ihre individuellen Stärken und Fähigkeiten entdecken,

> erste eigene Wünsche hinsichtlich einer persönlichen und beruflichen

Zukunft definieren und formulieren,

> das bisherige berufliche Spektrum erweitern (Kennenlernen

unterschiedlicher Anforderungen aus verschiedenen Berufsfeldern)

und sich darin orientieren,

> frühzeitig erste eigene Bewerbungsstrategien entwickeln (z.B.

Erstellung von Bewerbungsunterlagen, Simulation von Vorstellungsgesprächen),

> Sozial- und Teamfähigkeit trainieren.

Durchgeführt werden Camps sowohl in Eigenverantwortung der

Schulen wie auch durch andere Akteure, zum Beispiel durch die

Themen

Förderung

58 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

59


B – Berufsorientierungsjahr

Berufspsychologischer Service – B

Agentur für Arbeit oder durch > Kammern. Berufsorientierungscamps

können im Rahmen der erweiterten vertieften > Berufsorientierung

von der Agentur für Arbeit gefördert werden.

haben, setzen sie in der Einarbeitungsphase den Unterricht im gewählten

Berufsfeld fort. Es sollen > Betriebspraktika durchgeführt

werden.

ß

Hinweis

Umfangreiche positive Erfahrungen liegen bereits

mit dem Berufsorientierungscamp des Projektes

> Zukunft fördern vor.

Berufsorientierungsjahr

Voraussetzungen

Inhalt

Das Berufsorientierungsjahr (BOJ) in Nordrhein-Westfalen ist ein

Bildungsangebot der > Berufsschule. Es zielt auf den Erwerb des

Hauptschulabschlusses und vermittelt Kenntnisse und Fertigkeiten

aus mehreren Berufsfeldern. Das Berufsorientierungsjahr kann

die Grundlage für die Berufswahl verbessern und den Übergang in

ein betriebliches Ausbildungsverhältnis fördern (> Berufsvorbereitung).

Die Teilnehmer erhalten außerdem die Berechtigung zum

Besuch des > Berufsgrundschuljahres und sie haben ihre Berufsschulpflicht

erfüllt.

Interessierte Jugendliche bewerben sich fristgerecht beim zuständigen

> Berufskolleg um einen Platz. Dafür muss in der Regel die

Schulpflicht erfüllt sein (in Nordrhein-Westfalen zehn Jahre) und

es darf noch kein Hauptschul- oder gleichwertiger Abschluss erworben

worden sein. In Einzelfällen kann mit dem Berufsorientierungsjahr

im 10. Schulbesuchsjahr die Schulpflicht erfüllt werden.

Der Bildungsgang dauert ein Jahr. In der Regel werden 34 Wochenstunden

erteilt. Nachdem die Teilnehmer in der Orientierungsphase

Kenntnisse und Fertigkeiten in mehreren Berufsfeldern erlangt

Berufspraxisstufe

Die Berufspraxisstufe (früher „Werkstufe“) ist die letzte Stufe vor

der Schulentlassung in > Förderschulen mit dem Schwerpunkt

geistige Entwicklung (in der Regel das 12. und 13. Schulbesuchsjahr).

Mit ihrem Besuch ist die Berufsschulpflicht erfüllt. Ziel der

Berufspraxisstufe ist die Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler

auf den Übergang ins Arbeitsleben.

Berufspsychologischer Service

Der Berufspsychologische Service der > Agentur für Arbeit unterstützt

das > Reha-Team bei der Beratung. Dieser Service ist gefragt,

wenn die konkrete Eignung für bestimmte Berufe oder die Voraussetzungen

für eine erfolgreiche Ausbildung zu klären sind. Zum

Beispiel: Wo liegen die persönlichen Stärken und Fähigkeiten? Wie

Berufswahl: Die Weichen

für die Zukunft stellen!

60 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

61


B – Berufsschule

Berufsvorbereitende BildungsmaSSnahmen – B

Berufsschulpflicht

Angebote

können sie für Ausbildung und Beruf genutzt werden? Welche individuelle

Förderung wird gebraucht?

Im Berufspsychologischen Service arbeiten Psychologinnen und

Psychologen, die auch über spezielle Kenntnisse der Arbeits- und

Betriebspsychologie verfügen. Sie beurteilen durch Gespräche

und verschiedene Testverfahren die individuelle berufliche >

Eignung. Die Ergebnisse werden gemeinsam besprochen und erklärt.

Berufsschule

An den Berufsschulen in Nordrhein-Westfalen werden berufliche

Qualifikationen und allgemeinbildende Abschlüsse vergeben. Die

Berufsschule ist Teil des > Berufskollegs.

Die Berufsschulpflicht beginnt mit Vollendung der zehnjährigen

Schulpflicht. Berufsschulpflichtig sind alle Jugendlichen bis zum

vollendeten 18. Lebensjahr, auch dann, wenn sie in keinem Berufsausbildungsverhältnis

stehen. Wird im Anschluss an die Schulpflicht

die Vermittlung in ein Arbeitsverhältnis angestrebt, muss

der Jugendliche in diesem Fall an einem Tag in der Woche die Berufsschule

besuchen.

Die Teilnahme an > berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen

entbindet ebenfalls nicht von der Berufsschulpflicht. In der Regel

arbeiten dabei die Bildungsträger und die zuständigen Berufsschulen

eng zusammen.

Im Rahmen der > dualen Ausbildung wird der schulische Teil der

Berufsausbildung in den Fachklassen der Berufsschule durchgeführt.

Dabei ist der Unterricht auf die besonderen Anforderungen

des jeweiligen Berufs abgestimmt. Er umfasst durchschnittlich

1,5 Tage Unterricht pro Woche und wird regelmäßig oder im Block

durchgeführt. Die duale Ausbildung endet mit einer Berufsab-

schlussprüfung vor der zuständigen > Kammer. In der Berufsschule

wird zudem der Berufsschulabschluss und damit der Hauptschulabschluss

nach Klasse 10 vergeben.

Weitere Bildungsangebote der Berufsschule sind das > Berufsorientierungsjahr

und das > Berufsgrundschuljahr.

Jugendliche mit besonderem Förderbedarf können an über 20

Standorten in Nordrhein-Westfalen an Förderberufskollegs ihre

Berufsschulpflicht ableisten. Dort erhalten sie zusätzliche individuelle

Förderung. Häufig sind diese Berufskollegs an > Berufsbildungswerke

angegliedert.

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen

In manchen Fällen ist vor der Aufnahme einer > Berufsausbildung

noch eine gezielte Vorbereitung notwendig, damit der Start in

Ausbildung und Beruf erfolgreich verlaufen kann. Hierzu gibt es

berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB) der > Agentur für

Arbeit.

Teilnehmen können junge Menschen unter 25 Jahren, die ihre

Schulpflicht erfüllt und noch keine Ausbildung abgeschlossen

haben. Zur Zielgruppe zählen insbesondere junge Menschen, die

noch nicht über die erforderliche > Ausbildungsreife oder berufliche

> Eignung verfügen.

Die Teilnehmer einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme

können …

> ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten im Hinblick auf die Berufswahl

erproben,

> die erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten für die Aufnahme

einer Berufsausbildung oder Beschäftigung erwerben und

> den Hauptschulabschluss nachholen.

Förderberufskolleg

Teilnehmer

Ziele

62 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

63


B – Berufsvorbereitende BildungsmaSSnahmen

Berufsvorbereitung – B

Qualifizierungsstufen

Durchführung

Förderdauer

Die Maßnahmen gliedern sich in Qualifizierungsstufen, in die Teilnehmer

nach ihrem individuellen Förderbedarf flexibel ein- und

umsteigen können:

> Grundstufe: Berufsorientierung und Berufswahl

> Förderstufe: Vermittlung beruflicher Grundfertigkeiten

> Übergangsqualifizierung: berufs- und betriebsorientierte Qualifizierung

(z.B. durch Betriebspraktikum oder Bewerbungstraining)

Vor der Grundstufe wird in der Regel eine bis zu vierwöchige

Eignungsanalyse vorgeschaltet. Sie dient dazu, die individuellen

Stärken und Schwächen mit Blick auf die beruflichen Anforderungen

realistisch einzuschätzen.

Die berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen werden von Bildungsträgern

durchgeführt. Die Vermittlung beruflicher Grundfertigkeiten

erfolgt auf der Grundlage von > Qualifizierungsbausteinen,

die bescheinigt werden. Während der Maßnahmen steht

ein Bildungsbegleiter als fester Ansprechpartner für den behinderten

jungen Menschen zur Verfügung (siehe > Bildungsbegleitung).

Die maximale Förderdauer einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme

beträgt für behinderte Menschen in der Regel elf

Monate bis maximal 18 Monate (wenn ausschließlich eine Arbeitsaufnahme

angestrebt wird).

Ansprechpartner/Kontakt

Nähere Auskünfte über eine Teilnahme an berufsvorbereitenden

Bildungsmaßnahmen erhalten

behinderte Menschen beim > Reha-Team der

Agentur für Arbeit.

Berufsvorbereitende Einrichtung

Eine berufsvorbereitende Einrichtung ist ein Maßnahmenträger

der beruflichen Rehabilitation. Sie führt Maßnahmen zur > Berufsvorbereitung,

zur > Berufsausbildung sowie zur > Abklärung der

beruflichen Eignung bzw. > Arbeitserprobung vor Beginn einer Ausbildung

durch.

Die Teilnehmer erhalten berufsspezifische Qualifizierungsangebote

und bei Bedarf sozialpädagogische, psychologische und medizinische

Unterstützung. In vielen Fällen bieten die berufsvorbereitenden

Einrichtungen den Teilnehmern auch die Möglichkeit,

innerhalb der Einrichtung zu wohnen und Freizeitangebote wahrzunehmen.

Die tatsächlich verfügbaren Angebote unterscheiden sich je

nach Maßnahmenträger und Region. Die Zuweisung zu einzelnen

berufsvorbereitenden Einrichtungen erfolgt in der Regel

durch den Kostenträger, meist die Agentur für Arbeit. Eine generelle

Wahlfreiheit gibt es nicht. Am bekanntesten sind die

> Berufsbildungswerke und die > Berufsförderungswerke.

Träger berufsvorbereitender Einrichtungen sind regionale oder

überregionale, kommerzielle, private, gemeinnützige oder öffentliche

Bildungseinrichtungen und Wohlfahrtsverbände. Dazu gehören

zum Beispiel das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland, der

Internationale Bund oder das Kolpingwerk Deutschland.

Berufsvorbereitung

Berufsvorbereitung soll den Einstieg in Ausbildung und Beruf erleichtern

oder erst ermöglichen. Dies gilt insbesondere für Jugendliche,

die nach dem Verlassen der allgemeinbildenden Schule noch

nicht die erforderliche > Ausbildungsreife besitzen.

Angebot

Träger

64 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

65


B – Berufsvorbereitungsjahr

Berufswahl – B

Aufgaben

Maßnahmen der

Agentur für Arbeit

Schulische Berufsvorbereitung

Berufsvorbereitende Angebote verstehen sich als Starthilfe. Je

nach Schwerpunkt und Zielgruppe …

> unterstützen sie die > Berufsorientierung und > Berufswahl,

> vermitteln sie Grundbildung in einem Beruf oder Berufsfeld,

> schließen sie Bildungslücken durch allgemeinbildenden Unterricht,

> ermöglichen sie das Nachholen von Berufsabschlüssen.

Mit ihrem 2005 eingeführten Fachkonzept für berufsvorbereitende

Maßnahmen hat die Bundesagentur für Arbeit das alte

Lehrgangskonzept durch eine individuellere und flexiblere Förderung

junger Menschen ersetzt. Es steht ein differenziertes Angebot

zur Verfügung, um dem individuellen Förderbedarf von jungen

Menschen – auch solchen mit einer Behinderung – gerecht

zu werden:

> > Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen

> > Einstiegsqualifizierung

> > Behinderungsbedingt erforderliche Grundausbildung

Die > beruflichen Schulen in NRW bieten Berufsvorbereitung insbesondere

in Form des > Berufsorien tie rungsjahres und des > Berufsgrundschuljahres

an. Auch der Bes uch der > Berufsfachschule lässt

sich zur Berufsvorbereitung nutzen.

Berufsvorbereitungsjahr

> Berufsorientierungsjahr

Berufswahl

Die Entscheidung für den Berufseinstieg ist ein wichtiger Schritt

im Leben. Bei der Berufswahl stehen drei Fragen im Vordergrund:

Was kann ich? Was will ich? Und welche Ausbildungsmöglichkeiten

gibt es?

Die planmäßige Vorbereitung der Berufswahl beginnt bereits in

der allgemeinbildenden Schule im Rahmen der > Berufsorientierung.

Ziel ist die Entwicklung einer persönlichen Berufswahlkompetenz.

In diesen Prozess sind auch die Eltern und die Berufsberatung

der Agentur für Arbeit eingebunden. Die Berufswahl lässt

sich in drei Phasen gliedern:

> Berufsorientierung

> Entscheidungsfindung

> Realisierung (Bewerbung)

Schule und Agentur für Arbeit arbeiten zur Unterstützung der Berufswahl

eng zusammen und übernehmen dabei jeweils originäre

Aufgaben, die sich zum Teil auch überschneiden. Die Schule leistet

einen wichtigen Beitrag durch vorberufliche Bildung und berufsorientierenden

Unterricht (> Arbeitslehre), der ergänzt wird durch

handlungsorientierte Bausteine, zum Beispiel > Betriebspraktikum,

> Betriebserkundung oder die Teilnahme am > Girls’Day bzw.

> Boys’Day.

An beruflichen Schulen gibt es Bildungsangebote zur > Berufsvorbereitung,

wenn nach dem Besuch der allgemeinbildenden Schule die

Voraussetzung für eine Berufsausbildung noch nicht gegeben ist.

Berufsorientierung und > Berufsberatung sind gesetzliche Aufgaben

der Agentur für Arbeit. Sie bietet unter anderem eine Abklärung

der beruflichen > Eignung, > berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen

und die Förderung der beruflichen Rehabilitation

junger Menschen (siehe > Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation).

Zur Berufsorientierung und Berufswahl stellt die Bundesagentur

für Arbeit ein umfangreiches Medienangebot im > Berufsinformationszentrum

(BiZ) und im Internet (www.arbeitsagentur.

de) zur Verfügung.

Den Weg zur Berufswahl und die dabei erworbenen Kompetenzen

kann man zum Beispiel mit dem > Berufswahlpass dokumentieren

und nachweisen.

Phasen der Berufswahl

Beitrag der Schulen

Angebot der Agentur

für Arbeit

Berufswahlpass

66 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

67


B – Berufswahlkoordinator

Berufswahlunterricht – B

Dokumentation

Berufswahlkoordinator

> Studien- und Berufswahlkoordinatoren

Berufswahlpass

Der Berufswahlpass unterstützt junge Menschen bei der > Berufsorientierung

und > Berufswahl. Eingesetzt wird der Berufswahlpass

teilweise schon ab der 7. Klasse im Unterricht aller Schulformen.

Mit dem Berufswahlpass kann man seinen Weg zur Berufswahl

dokumentieren. Er fasst alle notwendigen Informationen und Unterlagen

zusammen, die für eine überlegte Berufswahl nützlich

sind. Dazu gehören persönliche Daten, Interessen, Stärken, Berufsziele,

Praktika und anderweitige Praxiserfahrungen sowie entsprechende

Bescheinigungen.

ß

Hinweis

Berufswahltest

Der Berufswahlpass – bestehend aus einem Ringordner

mit Arbeits- und Informationsblättern –

kann bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Berufswahlpass

bestellt werden: www.berufswahlpass.de

> Bezugsquellen

Der Berufswahltest (BWT) ist ein Service der Agentur für Arbeit. Er

dient als Orientierungshilfe für die berufliche Entscheidung und

hilft bei der Klärung von Fragen wie:

> Bringe ich die Voraussetzungen für meine Wunschberufe mit?

> Wie kann ich mehr über meine Fähigkeiten und beruflichen Interessen

erfahren?

> Welche Berufe/Berufsbereiche passen zu mir?

Der Berufswahltest umfasst verschiedene Leistungstests sowie einen

Berufsfragebogen. Bei den meisten Tests spielt es keine Rolle,

was der Teilnehmer bereits in der Schule gelernt hat oder wie gut

seine Schulnoten sind. Das Testverfahren wird vom > Berufspsychologischen

Service der Agentur für Arbeit durchgeführt. Die Teilnahme

ist freiwillig.

Ansprechpartner/Kontakt

Behinderte Menschen, die an einem Berufswahltest

interessiert sind, können sich an das > Reha-

Team der Agentur für Arbeit wenden.

Berufswahlunterricht

Der Berufswahlunterricht ist in Nordrhein-Westfalen kein eigenes

Unterrichtsfach, gewinnt im Rahmen der > Arbeitslehre, aber auch

fachübergreifend, spätestens ab Klasse 8 zunehmend an Bedeutung.

Die inhaltliche Abgrenzung zur > Berufsvorbereitung oder der

> Berufsorientierung ist am ehesten darin zu sehen, dass die Verantwortung

für den Berufswahlunterricht im Bereich der Schule

liegt. Berufsvorbereitung und Berufsorientierung werden dagegen

von Schulen und außerschulischen Institutionen, gemeinsam verantwortet.

Ziel ist es, die Schüler zur Berufswahlreife zu führen, das heißt, sie

sollen eine begründete Entscheidung hinsichtlich ihrer Berufs-

Durchführung

Elemente

68 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

69


B – Berufswegekonferenz

Beschäftigung von besonders betroffenen Jugendlichen ... – B

Gestaltung

Teilnehmer

wahl treffen können. Elemente des Berufswahlunterrichtes können

sein:

> Ökonomische Bildung

> Individuelle Förderplanung

> Erstellung eines Kompetenzprofils

> Praktische Lernangebote

> Praktika

> Beratung

Für den Berufswahlunterricht werden Lernorte in und außerhalb

der Schule genutzt (> Betriebserkundungen, > Betriebspraktikum

etc.). Außerschulische Experten können in den Berufswahlunterricht

eingeladen werden oder diesen teilweise übernehmen. Die

inhaltliche und konzeptionelle Ausgestaltung des Berufswahlunterrichtes

ist von Schulform und Schulstandort abhängig. Häufig

bieten hier die Schulprogramme eine erste Orientierung.

Berufswegekonferenz

In Berufswegekonferenzen findet die individuelle > Berufswegeplanung

von Schülerinnen und Schülern statt. Hier stehen der

Jugendliche und seine berufliche Zukunft im Mittelpunkt. Bei

schwerbehinderten jungen Menschen wird die Berufswegekonferenz

durchgeführt, wenn die beruflichen Perspektiven im Grenzbereich

zwischen einer Werkstatt für behinderte Menschen und dem

allgemeinen Arbeitsmarkt liegen.

Teilnehmer der Berufswegekonferenz sind: der Schüler, seine

Eltern bzw. Betreuer, Lehrer, Berater des Integrationsfachdienstes,

Reha-Berater der Agentur für Arbeit und bei Bedarf weitere Personen,

zum Beispiel Vertreter von Betrieben, Bildungseinrichtungen

oder Leistungsträgern. Es werden verbindliche Absprachen getroffen

und gemeinsam umgesetzt.

Berufswegeplanung

Berufswegeplanung ist eine Maßnahme, um Schülerinnen und

Schüler beim Übergang von der Schule in den Beruf individuell zu

begleiten und zu unterstützen. Der Jugendliche kann dabei eine

realistische berufliche Perspektive entwickeln und diese in der

Praxis erproben. Die erforderlichen Qualifizierungswege für eine

berufliche Tätigkeit werden geplant und weitere Maßnahmen zur

individuellen Förderung, wie Mobilitätstraining oder Training sozialer

Kompetenzen, umgesetzt.

Die Berufswegeplanung von schwerbehinderten jungen Menschen

mit > sonderpädagogischem Förderbedarf beginnt in der

Regel zwei bis drei Jahre vor Schulende und erfolgt in > Berufswegekonferenzen.

Beschäftigung von besonders betroffenen

jugend lichen Schwerbehinderten beim Landschaftsverband

Rheinland

Im Jahr 1997 wurde beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) ein

Stellenpool eingerichtet, um > besonders betroffenen schwerbehinderten

Menschen eine Beschäftigungsmöglichkeit zu geben.

Ziel dieser Trainingsmaßnahme ist es, auf eine spätere Ausbildung

vorzubereiten bzw. die Ausbildungsfähigkeit zu erproben. Voraussetzung

ist, dass die Teilnehmer nicht älter als 25 Jahre sind und

einfache Tätigkeiten ohne ständige Betreuung selbstständig ausführen

können.

Die Einsätze werden nach den individuellen Möglichkeiten und Fähigkeiten

der Bewerberinnen und Bewerber ausgesucht (z.B. einfache

Tätigkeiten in den Bereichen Poststelle, Botendienst, Registratur

oder leichte Tätigkeiten am PC). Einsatzorte können neben der

Dienststelle Köln-Deutz auch sämtliche Dienststellen des LVR sein.

Die Maßnahme ist auf ein Jahr befristet, kann aber bei besonderer

Durchführung

Einsätze

70 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

71


B – Beschäftigungspflicht

Besonders betroffene schwerbehinderte Menschen – B

Bewährung um bis zu ein Jahr verlängert werden. Die Teilnahme

an der Trainingsmaßnahme begründet keinen Anspruch auf einen

späteren Ausbildungs- oder Arbeitsplatz.

Die Ausbildung orientiert sich inhaltlich an den Berufsbildern der

> anerkannten Ausbildungsberufe. Gleichzeitig ist sie an die Bedarfe

und Einschränkungen von behinderten jungen Menschen angepasst.

Die besonderen Regelungen können zum Beispiel festlegen,

dass fachpraktische Inhalte und Prüfungsanforderungen im Vergleich

zur Fachtheorie stärker zu gewichten sind. Oder es werden

solche fachpraktischen Anteile der Ausbildung ausgeklammert,

die mit einer körperlichen Behinderung nicht ausgeführt werden

können.

Abweichende

Ausbildungsordnung

Die Berufswegeplanung

beginnt zwei bis drei

Jahre vor Schulende

Beschäftigungspflicht

> Ausgleichsabgabe

Besondere Ausbildungsregelungen für behinderte

Menschen

Wenn aufgrund der Behinderung eine reguläre Berufsausbildung

nach der jeweiligen > Ausbildungsordnung nicht möglich ist, können

bei der zuständigen > Kammer besondere Ausbildungsregelungen

für behinderte Menschen beantragt werden. Berufe mit

besonderen Ausbildungsregelungen für behinderte Menschen erkennt

man häufig an der Bezeichnung > Fachpraktiker oder Werker.

Die Ausbildung kann sowohl betrieblich als auch außerbetrieblich

(z.B. in einem Berufsbildungswerk) erfolgen.

Bevor eine Ausbildung nach besonderen Regelungen für behinderte

Menschen ins Auge gefasst wird, ist stets zu prüfen, ob mit entsprechender

Unterstützung eine Ausbildung nach der regulären

Ausbildungsordnung möglich ist: zum Beispiel mit > technischen

Arbeitshilfen, > ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH), > Prüfungsmodifikationen

oder > Ausbildungserleichterungen.

Die besonderen Ausbildungsregelungen für behinderte Menschen

sind im Berufsbildungsgesetz (§ 66 BBiG) und in der Handwerksordnung

(§ 42 HwO) rechtlich geregelt.

Besonders betroffene schwerbehinderte Menschen

Laut > Sozialgesetzbuch IX sind schwerbehinderte Menschen „nach

Art oder Schwere ihrer Behinderung im Arbeitsleben besonders

betroffen“, wenn …

> sie zur Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit eine besondere

Hilfskraft benötigen oder

> ihre Beschäftigung mit außergewöhnlichen Aufwendungen

für den Arbeitgeber verbunden ist oder

> sie nur eine wesentlich verminderte Arbeitsleistung erbringen

können oder

> sie allein infolge einer geistigen Behinderung oder seelischer

Behinderung oder eines Anfallsleidens schwerbehindert sind

oder

Vorrang anderer

Hilfen

Gesetze

72 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

73


B – Betreutes Wohnen

Betriebliche Berufsausbildung – B

> sie wegen der Behinderung keine abgeschlossene > Berufsausbildung

oder > Berufsausbildungsvorbereitung haben.

Betreutes Wohnen

> Ambulant Betreutes Wohnen

> Aufbau einer realistischen Berufsorientierung

> Erwerb des Hauptschulabschlusses

Die Betriebe haben die Möglichkeit, einen Jugendlichen über

einen längeren Zeitraum kennenzulernen und seine Eignung zu

überprüfen. Eine im Herbst 2009 durchgeführte Betriebsbe fragung

ergab, dass etwa 25 Prozent der Jugendlichen im Anschluss an das

Projekt in reguläre Ausbildungen übernommen wurden.

Erfolgsquote

Betreuung am Ausbildungs- und Arbeitsplatz

Durchführung

Ziele

> Integrationsfachdienst

Betrieb und Schule (Projekt)

Das Projekt „Betrieb und Schule“ (BUS) in Nordrhein-Westfalen

richtet sich an benachteiligte Jugendliche von Haupt- und Förderschulen

im letzten Pflichtschuljahr. Voraussetzung für die Teilnahme

ist, dass die Jugendlichen voraussichtlich keinen Hauptschulabschluss

erwerben und die Schule ohne konkrete Chance auf

einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz verlassen. Die Teilnahme ist

freiwillig und erfolgt auf Vorschlag der Schule.

Die Jugendlichen lernen während des ganzen Schuljahres an drei

Tagen in der Woche in der Schule und an zwei Tagen als Praktikanten

im Betrieb. Die Lehrer unterstützen die Jugendlichen bei der

Wahl eines geeigneten Betriebes, betreuen sie im Praktikum und

stehen als Ansprechpartner für die Betriebe zur Verfügung.

Mit der Teilnahme werden folgende Ziele angestrebt:

> Erfolgreicher Übergang in Arbeit oder Ausbildung im Anschluss

an das letzte Schuljahr

> (Neu-)Motivierung der Jugendlichen

> Erkennen des Zusammenhangs zwischen beruflichen und

schulischen Anforderungen

Projekt

Interessierte Schulen und Jugendliche finden

auf dem „BUS-Portal“, der Internet-Plattform

des Projekts, wichtige Informationen:

www.businnrw.de

Betriebliche Berufsausbildung

Bei einer betrieblichen Berufsausbildung findet der praktische Teil

der Ausbildung in einem Betrieb statt. Die Fachtheorie wird in der

> Berufsschule vermittelt. Weil es zwei Lernorte gibt, spricht man

auch von einer > dualen Ausbildung.

Die Ausbildung erfolgt in > anerkannten Ausbildungsberufen, bei

Bedarf mit zusätzlichen > ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH),

oder nach > besonderen Ausbildungsregelungen für behinderte

Menschen. Falls notwendig, kann der Ausbildungsplatz im Betrieb

behinderungsgerecht gestaltet werden.

Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die

Bewerbung erfolgt bei den Betrieben (> Ausbildungsmarkt), diese

achten auch auf die Schulzeugnisse.

Voraussetzungen

74 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

75


B – Betriebliche Berufsausbildung

Betriebliches Arbeitstraining – B

Ablauf

Vertrag

Gesetze

Wichtig für

behinderte Menschen

Die Berufsausbildung erfolgt auf der Grundlage bundeseinheitlicher

> Ausbildungsordnungen. Sie dauert meist zwei bis dreieinhalb

Jahre. Im Betrieb sind > Ausbilder und Meister verantwortlich

für die Vermittlung der Ausbildungsinhalte. Die > Kammern sind

die zuständigen Stellen für die betriebliche Ausbildung. Mit der

bestandenen Abschlussprüfung vor der Kammer wird eine Gesellen-,

Fachangestellten- oder Facharbeiterqualifikation erworben.

Der Auszubildende erhält auch vom Betrieb ein Abschlusszeugnis.

Vor Beginn einer Ausbildung wird zwischen dem Auszubildenden

und dem Betrieb ein schriftlicher > Ausbildungsvertrag geschlossen.

Der Auszubildende erhält eine > Ausbildungsvergütung und ist

sozialversichert (Krankheit, Pflege, Rente, Unfall, Arbeitslosigkeit).

Die Probezeit beträgt zwischen einem und vier Monaten.

Die betriebliche Berufsausbildung ist im Wesentlichen im > Berufsbildungsgesetz

(BBiG) und in der > Handwerksordnung (HwO) rechtlich

geregelt. Spezielle Vorschriften für behinderte Menschen finden

sich im > Sozialgesetzbuch IX.

Bei der betrieblichen Berufsausbildung von behinderten jungen

Menschen sind einige Dinge zu beachten:

> Einem Auszubildenden dürfen nur Aufgaben übertragen werden,

die u.a. seinen körperlichen Kräften angemessen sind.

> Die Kammer soll die besondere Situation des behinderten

Menschen berücksichtigen. Dies gilt vor allem bei der zeitlichen

und sachlichen Gliederung der Ausbildung (siehe auch

> Ausbildungserleichterungen und > Prüfungsmodifikationen).

> Behinderte Menschen sind zur Abschlussprüfung auch dann

zuzulassen, wenn die Teilnahme an vorgeschriebenen Zwischenprüfungen

nicht erfolgte oder vorgeschriebene schriftliche

Ausbildungsnachweise nicht geführt wurden oder wenn das

Ausbildungsverhältnis nicht in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse

bzw. in die Lehrlingsrolle eingetragen ist.

> Abweichend von den Ausbildungsordnungen sind > besondere

Ausbildungsregelungen für behinderte Menschen auf Antrag

des Auszubildenden oder seines gesetzlichen Vertreters bei der

zuständigen Kammer möglich.

> Da Auszubildende arbeitsrechtlich als Arbeitnehmer anzusehen

sind, genießen schwerbehinderte Auszubildende den besonderen

> Kündigungsschutz.

> Während der Zeit der Berufsausbildung werden behinderte

Jugendliche und junge Erwachsene schwerbehinderten Menschen

auch dann gleichgestellt (> Gleichstellung), wenn der

> Grad der Behinderung weniger als 30 beträgt oder ein Grad

der Behinderung nicht festgestellt ist.

Arbeitgeber, die behinderte junge Menschen ausbilden, werden finanziell

gefördert (siehe > Ausbildungszuschuss). Vergünstigungen

sind auch im Rahmen der > Ausgleichsabgabe möglich.

Ansprechpartner/Kontakt

Das > Reha-Team der Agentur für Arbeit und die >

Ausbildungsberater der Kammern stehen behinderten

jungen Menschen und ihren Arbeitgebern bei

Fragen rund um die betriebliche Ausbildung zur

Verfügung.

Betriebliche Einstiegsqualifizierung

> Einstiegsqualifizierung

Betriebliches Arbeitstraining

Beim betrieblichen Arbeitstraining – auch Jobcoaching oder Training-on-the-job

genannt – werden Menschen mit einer > Schwer-

Förderung

76 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

77


B – Betriebserkundung

Betriebspraktikum – B

Einsatz

Individuelle

Qualifizierung

behinderung unmittelbar an ihrem Arbeitsplatz qualifiziert. Ziel ist

es, arbeitsrelevante Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln, die

Arbeitsleistung der Betroffenen zu verbessern und die Beschäftigung

langfristig zu sichern.

Das Arbeitstraining kann bei Problemen am Arbeitsplatz, bei der

Einführung einer neuen Technologie, bei einer innerbetrieblichen

Versetzung auf einen anderen Arbeitsplatz oder bei der Einarbeitung

in eine andere Tätigkeit durchgeführt werden.

Das betriebliche Arbeitstraining wird auf die individuellen Bedürfnisse

des betroffenen Mitarbeiters und des Betriebes abgestimmt,

richtet sich also genau nach der beruflichen Tätigkeit und den

behinderungsbedingten Einschränkungen. Ein Trainer (Jobcoach)

betreut den Arbeitnehmer aktiv an seinem Arbeitsplatz und leitet

ihn an. Zudem vermittelt er zwischen dem behinderten Mitarbeiter

und dem Betrieb. Im Durchschnitt dauert eine Arbeitstrainingsmaßnahme

drei bis sechs Monate.

Betriebserkundungen werden meist im Vorfeld eines > Betriebspraktikums

durchgeführt.

Betriebsintegrierte Arbeitsplätze

Es handelt sich dabei um ausgelagerte Arbeitsplätze einer > Werkstatt

für behinderte Menschen (WfbM) in Unternehmen des allgemeinen

Arbeitsmarktes. Die dort Beschäftigten bleiben vom

Status her Beschäftigte der WfbM und werden weiterhin von

speziellen Fachkräften begleitet. Gleichzeitig sind sie aber in die

Arbeits- und Produktionsabläufe der Betriebe eingebunden. Durch

diese „Außenarbeitsplätze“ soll der Übergang von der Werkstatt in

den allgemeinen > Arbeitsmarkt vorbereitet und erleichtert werden.

Betriebsintegrierte Arbeitsplätze oder -gruppen können befristet

oder auf Dauer eingerichtet werden.

Betriebspraktikum

ß

Hinweis

Das > Integrationsamt kann im Rahmen der > Beglei

tenden Hilfe im Arbeitsleben ein betrieb liches

Arbeitstraining oder Jobcoaching fördern.

Praktika geben Einblicke in den Berufsalltag. Sie können die Berufsorientierung

unterstützen, ausbildungs- und berufsrelevante

Kompetenzen fördern, dem Erwerb von Berufserfahrung dienen

und eine betriebliche Ausbildung oder Beschäftigung anbahnen.

Betriebliche Praktika werden in unterschiedlichen Situationen eingesetzt.

Betriebserkundung

Sie unterstützt die > Berufsorientierung von Schülerinnen und

Schülern. Bei einer Betriebserkundung besichtigen die Jugendlichen

Arbeitsplätze, die für sie grundsätzlich in Betracht kommen

und in der Region verfügbar sind. Sie können dadurch genauere

Vorstellungen zu möglichen beruflichen Perspektiven entwickeln.

Schon während der Schulzeit sind verschiedene Praktika vorgesehen:

> Ein Schnupperpraktikum dauert nur wenige Tage. Die Schüler

erhalten einen ersten Einblick in die Berufspraxis und lernen

betriebliche Arbeits- und Ausbildungsbedingungen kennen.

> Im Rahmen der schulischen Berufsorientierung sind zwei- bis

dreiwöchige > Schülerbetriebspraktika vorgeschrieben. Die Organisation

ist auch in Form eines > Langzeitpraktikums möglich.

Schülerbetriebspraktikum

78 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

79


B – Bewerbung

Bildungsbegleitung – B

Bei berufsfördernden

Maßnahmen

Bei schulischer

Berufsausbildung

Betriebspraktika sind integrierter Bestandteil bei allen berufsfördernden

Maßnahmen der Agentur für Arbeit: zum Beispiel bei >

berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen, bei der > Einstiegsqualifizierung

und auch bei > Berufsausbildungen in außerbetrieblichen

Einrichtungen sowie in > Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation,

zum Beispiel in einem Berufsbildungswerk. Die Teilnehmer werden

während des Praktikums durch Bezugspersonen der Einrichtung

begleitend betreut. Die Einrichtung ist ebenfalls verantwortlich für

die Auswahl und Vermittlung von Praktikumsstellen.

Bei einer > schulischen Berufsausbildung werden, je nach Beruf, bis

zu einjährige Vorpraktika vorausgesetzt. Darüber hinaus können

Praktika in verschiedenen Formen eine sinnvolle Überbrückung zu

einer Ausbildung darstellen oder zur Entscheidungsfindung bei

der Berufswahl beitragen.

Bewerbung

Wer einen betrieblichen Ausbildungsplatz oder einen Arbeitsplatz

sucht, muss sich bei den Betrieben selbst bewerben. Eine engagierte

und formal korrekte Bewerbung ist sehr wichtig.

behandlungsgesetz). Der Arbeitgeber muss die betroffene Person

aber nicht einstellen.

Bildungsbegleitung

Bildungsbegleitung ist Bestandteil der > berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen

der Agentur für Arbeit. Sie soll den Eingliederungserfolg

junger Menschen sicherstellen. Bei Eintritt in die Maßnahme

bekommt daher jeder Teilnehmer einen Bildungsbegleiter

zur Seite gestellt. Diese Person ist Ansprechpartner während des

gesamten Förder- und Qualifizierungsprozesses.

Der Bildungsbegleiter soll in Absprache mit dem Teilnehmer, der

Berufsberatung und dem beteiligten Bildungsträger einen Qualifizierungsplan

erstellen und fortschreiben. Er plant, organisiert und

dokumentiert kontinuierlich den individuellen Qualifizierungsverlauf

über verschiedene Lernorte (Bildungsträger, Betrieb, Berufsschule)

und Förderangebote hinweg. Die Bildungsbegleitung umfasst

Beratung, sozialpädagogische Betreuung, Begleitung sowie

Koordination.

Aufgabe des

Bildungsbegleiters

Behinderte Menschen werden in der Bewerbungsphase vom >

Reha-Team der Agentur für Arbeit durch Beratung und Vermittlung

individuell unterstützt. Falls erforderlich, kann ein gezieltes

Bewerbungstraining gefördert werden. Bei der Aus- oder Weiterbildung

in einer Einrichtung gehört das bereits zum Ausbildungsprogramm.

Bewerbungskosten, zum Beispiel für Porto und

Fahrten zu Vorstellungsgesprächen, können von der Agentur für

Arbeit erstattet werden. In der > Jobbörse der Agentur für Arbeit

kann man nach Stellenangeboten für eine Ausbildung oder eine

Beschäftigung suchen.

Wird ein Bewerber wegen seiner Behinderung benachteiligt, so

hat er einen Anspruch auf Entschädigung (> Allgemeines Gleich-

Unterstützungsangebot

Benachteiligungsverbot

Mit dem Bildungsbegleiter

alle Hürden überwinden

80 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

81


B – Bildungsbüro

Blindheit und Sehbehinderungen – B

Blindheit

Hochgradige

Sehbehinderung

Sehbehinderung

Bildungsbüro

Die Bildungsbüros in Nordrhein-Westfalen haben die Aufgabe, institutionell

übergreifende > regionale Bildungsnetzwerke aufzubauen,

um bestehende Unterstützungs- und Beratungsangebote für Kinder

und Jugendliche bekannter und leichter zugänglich zu machen.

Sie erleichtern den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen

Schulen, Schulträgern, der Schulaufsicht und Partnern aus allen relevanten

Bereichen der Gesellschaft, wenn es zum Beispiel um die

Berufsorientierung an Schulen geht.

Blindheit und Sehbehinderungen

Blindheit und Sehbehinderung werden unter dem Oberbegriff

„Sehschädigung“ zusammengefasst. Sie können durch angeborene

und erbliche Veränderungen des Auges, durch Verletzungen

oder Erkrankungen des Sehnervs oder der Netzhaut entstehen.

Klassifizierung der Sehschädigung

In der Augenheilkunde und im Sozialrecht gilt als blind, wem das

Augenlicht vollständig fehlt oder wessen Sehschärfe auf weniger

als zwei Prozent des normalen Sehvermögens herabgesetzt ist.

Eine vorliegende Blindheit wird als > Schwerbehinderung mit dem

Merkzeichen Bl in den > Schwerbehindertenausweis eingetragen.

Als hochgradig sehbehindert werden Menschen bezeichnet, deren

Sehschärfe auf fünf bis zwei Prozent der Norm herabgesetzt

ist. Sie können blinden Menschen gleichgestellt (> Gleichstellung)

werden, wenn sie sich in Ausbildung und Beruf wie blinde Menschen

verhalten und auf entsprechende technische Hilfen angewiesen

sind.

Sehbehindert sind Menschen, deren Sehschärfe trotz Korrekturen

durch optische Hilfsmittel, zum Beispiel Brillen und Kontaktlinsen,

auf dem besseren Auge nicht mehr als 30 Prozent beträgt, oder

wenn Ausfälle des Gesichtsfeldes, Störungen des Lichtsinns, des

Farbensinns und der Augenbewegungen von entsprechendem

Schweregrad vorliegen.

Sehgeschädigte Menschen im Beruf

Blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen sind auf dem Arbeitsmarkt

besonders benachteiligt. Dies liegt zum einen daran,

dass die Zahl beruflicher Tätigkeiten, die für die Betroffenen in Frage

kommen, behinderungsbedingt begrenzt ist. Zudem sind in den

vergangenen Jahren Arbeitsplätze verloren gegangen, weil traditionelle

„Blindenberufe“, wie der Telefonist in der Vermittlung oder der

Masseur, kaum noch nachgefragt werden.

Die IT-Branche bietet zunehmend Beschäftigungsmöglichkeiten

für blinde Menschen, etwa als Fachinformatiker, IT-Kaufmann oder

Webdesigner. Auch Call-Center – sofern sie seriös arbeiten – sind

ein Zukunftsmarkt für Betroffene. Gleichzeitig entstehen neue Berufsbilder

und Einsatzfelder, zum Beispiel die medizinische Tastuntersucherin

in der Brustkrebsvorsorge oder die Schreibkraft mit einer

Zusatzqualifikation für das Verfassen medizinischer Fachtexte.

Mittlerweile werden eine ganze Reihe kreativer Ansätze für neue

Beschäftigungsmöglichkeiten entwickelt und erprobt: Sie reichen

von der Sprachanalyse bei der Polizei bis hin zur Sensorik, der Geruchs-

und Geschmacksprüfung in der Lebensmittelproduktion.

Hilfen für eine Berufstätigkeit

Die neuen technischen Entwicklungen können gute Dienste leisten:

> Die Braillezeile am Computer erschließt auch blinden Menschen

den Zugang zu Daten und ihrer Verarbeitung.

> Gedruckte Texte können mit Hilfe von Scannern eingelesen und

mit einem Brailledrucker in Blindenschrift ausgedruckt werden.

> Optische Signale können durch akustische Signale ersetzt

werden.

> Zusätzlich können Spracheingabe und Sprachausgabe genutzt

werden.

Arbeitsmarkt

Neue berufliche

Perspektiven

Technische

Arbeitshilfen

82 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

83


B – Boys’Day

Bundesausbildungsförderungsgesetz – B

Persönliche Hilfen

Berufliche

Rehabilitation

> Hochgradig sehbehinderten Menschen stehen Großbildsysteme

zur Verfügung, die eine Vergrößerung des Computerbildes

ermöglichen.

Trotz dieser technischen Fortschritte kann auf persönliche Hilfe

nicht verzichtet werden:

> Bei manchen Tätigkeiten ist eine > Arbeitsassistenz, zum Beispiel

eine Vorlesekraft, unentbehrlich.

> Durch ein > Mobilitätstraining kann ein großes Maß an selbstständiger

Orientierung erreicht werden.

> Sind Sehende im Umgang mit blinden Menschen unsicher,

sollte offen angesprochen werden, welche Hilfen notwendig

sind und erwartet werden.

Spezifische Einrichtungen, wie > Berufs bildungswerke und > Berufsförderungswerke

für blinde und sehbehinderte Menschen, bieten >

berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, Berufsausbildungen sowie

Umschulungen an. Hier können auch neue Techniken erprobt

und ihre Anwendung trainiert werden.

Boys’Day

Für Jungen ab der 5. Klasse findet parallel zum > Girls’Day der Jungen-Zukunftstag

„Boys’Day“ statt. Bundesweit laden Einrichtungen,

Organisationen, Schulen und Hochschulen sowie Unternehmen

Schüler ab der 5. Klasse ein. Sie lernen an diesem Tag Dienstleistungsberufe

kennen, zum Beispiel in den Bereichen Erziehung, Soziales,

Gesundheit und Pflege sowie weitere Berufsfelder, in denen

bislang wenige Männer arbeiten. Oder sie besuchen Angebote zu

den Themen Lebensplanung und soziale Kompetenzen.

Der Boys’Day soll dazu beitragen, traditionelle Geschlechterrollen

bei der > Berufswahl zu überwinden (siehe > Gender Mainstreaming).

Budget für Arbeit

Mehr Informationen

www.boys-day.de

> LVR-Budget für Arbeit

Bundesagentur für Arbeit

> Agentur für Arbeit

Bundesausbildungsförderungsgesetz

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) regelt die staatliche

Unterstützung für die Ausbildung von Schülern und Studenten

in Deutschland. Mit dem Kürzel BAföG wird umgangssprachlich

auch die Förderung selbst bezeichnet.

Gefördert werden kann der Besuch von allgemeinbildenden Schulen

ab Klasse 10, von > Fachschulen und > Berufsfachschulen, von

Schulen des Zweiten Bildungsweges, von Akademien und Hochschulen.

Für die Förderung von Schülern bestehen jedoch erhebliche

Einschränkungen. Im Gegensatz dazu können Ausbildungen

im dualen System (> betriebliche Berufsausbildung) nicht nach dem

BAföG gefördert werden, hier kommt aber > Berufsausbildungsbeihilfe

in Betracht.

Geförderte

Ausbildungen

84 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

85


C

D

CAP-Märkte

In den Lebensmittelmärkten arbeiten Menschen mit und ohne

Behinderungen gemeinsam. Der Name leitet sich von „handicap“

ab, der englischen Bezeichnung für Behinderung. Betrieben werden

die CAP-Märkte von örtlichen Integrationsunternehmen oder

Werkstätten für behinderte Menschen im Rahmen eines „Social

Franchisings“. Die Konzeption geht auf die Gemeinnützige Werkund

Wohnstätten GmbH Sindelfingen (GWW) zurück und wird seit

2001 von der in Stuttgart ansässigen Genossenschaft der Werkstätten

für behinderte Menschen Süd eG (GDW Süd) verantwortet.

CAP-Märkte wollen nicht nur geeignete Arbeitsplätze für behinderte

Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt schaffen,

sondern auch die Nahversorgung in Orts- und Stadtteilzentren ermöglichen.

ß

Hinweis

Die Standorte der CAP-Märkte in Nordrhein-Westfalen

findet man im Internet unter

www.capmarkt.de > Die Märkte

Diagnose der Arbeitsmarktfähigkeit besonders

betroffener behinderter Menschen

Die Maßnahme – abgekürzt DIA-AM – richtet sich speziell an Menschen,

bei denen nicht klar ist, ob sie den Anforderungen einer

beruflichen Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gewachsen

sind oder ob eine Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM)

als Arbeitsplatz geeigneter wäre. Zur Zielgruppe zählen vor allem

Menschen mit einer Lernbehinderung im Grenzbereich zur geistigen

Behinderung sowie Menschen mit nachhaltigen psychischen

Störungen und/oder Verhaltensauffälligkeiten.

Die maximal zwölf Wochen dauernde Maßnahme teilt sich in zwei

Phasen auf: Die erste Phase dient der Eignungsprüfung. Verläuft

diese positiv, kann der Teilnehmer in der zweiten Phase das Arbeiten

unter realistischen Bedingungen in einem Betrieb erproben.

Der Reha-Berater der > Agentur für Arbeit entscheidet, ob eine Person

für das DIA-AM-Verfahren in Frage kommt.

DIA-TRAIN

Der Name DIA-TRAIN leitet sich ab von „Diagnose und Training“.

Es handelt sich um ein > Kompetenzfeststellungsverfahren. Das

Programm untersucht und trainiert Kompetenzen und Ressourcen

von Jugendlichen im Übergang von der Schule in den Beruf.

Ablauf

Das Angebot wendet sich an benachteiligte Jugendliche. Das

können Schüler allgemeinbildender Schulen, Berufsschüler oder

Bausteine

86 Le7ikon Berufsorientierung

87


D – Duale Ausbildung

Duale Ausbildung – D

Maßnahmeteilnehmer sein. Das zehntägige Programm beinhaltet

verschiedene Bausteine:

> ein Sozialtraining mit 17 Übungen,

> ein biographisches Interview,

> ein Kreativitätstraining,

> zwölf erlebnispädagogische Übungen,

> ein zweitägiges Assessment-Center mit neun Aufträgen,

> ein Lerntraining und

> eine Zukunftswerkstatt.

Rahmenlehrplan für den berufsbezogenen Unterricht. Beide Pläne

bilden die gemeinsame Grundlage für die Ausbildung im dualen

System.

Mehr Informationen

www.ausbildungsvorbereitung.de/diatrain

Duale Ausbildung

Die duale Ausbildung oder > betriebliche Berufsausbildung ist die

am weitesten verbreitete Ausbildungsart in Deutschland. „Dual“

meint in diesem Zusammenhang die Kombination der beiden

Lernorte Betrieb (Praxis) und Berufsschule (Theorie).

Dual bedeutet: Lernen im

Betrieb und in der Berufsschule

Lernorte

Lehrpläne

In der Regel arbeitet der Auszubildende an drei bis vier Tagen in

der Woche im Betrieb, wo er die fachpraktischen bzw. handwerklichen

Fähigkeiten seines Ausbildungsberufes erlernt. Zusätzlich

besucht er 1,5 Tage in der Woche die Berufsschule. Der Unterricht

ist aufgeteilt in fachtheoretische Inhalte, die speziell auf den Beruf

zugeschnitten sind, und allgemeine Inhalte (z.B. Deutsch/Kommunikation,

Politik/Gesellschaftslehre).

Die Ausbildung am Lernort Betrieb regelt der Bund durch eine

Ausbildungsordnung mit dem > Ausbildungsrahmenplan. Für den

Lernort Berufsschule beschließt die Kultusministerkonferenz den

88 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

89


E

ärztliche und psychologische Gutachten sowie Stellungnahmen

der Schulen.

Eingliederungshilfe – E

Eignung und

Berufswahl

Voraussetzung für

Förderung

Eignung

Die Einschätzung der beruflichen Eignung bildet die Grundlage für

eine erfolgreiche > Berufswahl. Sie wird auch bei einer Förderung

der Teilhabe am Arbeitsleben vorausgesetzt.

Um die berufliche Eignung einer Person beurteilen zu können,

müssen ihre individuellen Neigungen, Interessen und Fähigkeiten

ermittelt (> Kompetenzfeststellung) und zu den beruflichen

Anforderungen ins Verhältnis gesetzt werden. Neben kognitiven

und psychischen Merkmalen spielen für die Eignung auch gesundheitliche

Fragen und körperliche Voraussetzungen eine Rolle.

Eine realistische Einschätzung der Eignung ist wichtig, um Fehlentwicklungen,

zum Beispiel einen Ausbildungsabbruch oder eine

berufliche Überforderung, zu vermeiden.

Im Rahmen der > Berufsorientierung können schwerbehinderte

Schülerinnen und Schüler ihre berufliche Eignung klären. Eine

wichtige Rolle spielen hierbei die > Potenzialanalyse und das > Betriebspraktikum.

Die Agentur für Arbeit unterstützt den Klärungsprozess

durch persönliche Beratung, verschiedene Berufswahl-

Medien und den > Berufswahltest (BWT).

Voraussetzung für > Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben ist,

dass in jedem Einzelfall die Behinderung und die spezifische berufliche

Eignung des betroffenen Menschen festgestellt werden. Für

die Beurteilung kann das > Reha-Team der Agentur für Arbeit den

> Berufspsychologischen Service und den > Ärztlichen Dienst hinzuziehen.

Berücksichtigt werden dabei auch bereits vorliegende

Wenn sich die Eignung nur durch eine zusätzliche praktische Erprobung

klären lässt, kommt eine > Maßnahme zur Abklärung der

beruflichen Eignung oder eine > Arbeitserprobung in Frage. Diese

Maßnahmen werden bei Schulabgängern in der Regel durch die

Agentur für Arbeit vermittelt und finanziert.

Eignungsabklärung

> Eignung

Eingliederungshilfe

Die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen ist eine besondere

Leistungsform der Sozialhilfe. Sie soll dazu beitragen, eine drohende

> Behinderung zu verhüten, eine vorhandene Behinderung

und ihre Folgen zu beseitigen oder zu mildern und die behinderten

Menschen in die Gesellschaft einzugliedern. Die Eingliederungshilfe

soll die Betroffenen zu einem weitgehend selbstständigen

Leben befähigen. Dazu gehört vor allem, dass sie einen angemessenen

Beruf ausüben und möglichst unabhängig von Pflege leben

können.

Die Eingliederungshilfe nach dem Sozialgesetzbuch XII ist eine

nachrangige Leistung, das heißt, Vorrang haben Leistungen anderer

Rehabilitationsträger.

Der Leistungskatalog der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen

umfasst:

> Leistungen zur medizinischen Rehabilitation,

> Versorgung mit Körperersatzstücken sowie mit orthopädischen

oder anderen Hilfsmitteln,

Abklärung

Leistungen

90 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

91


E – Eingliederungsplan

Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation – E

Zuständigkeit

> Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben sowie sonstige Hilfen

zur Erlangung eines geeigneten Platzes im Arbeitsleben,

> Hilfen zu einer angemessenen Schulbildung,

> Hilfen zur schulischen Ausbildung für einen angemessenen

Beruf einschließlich des Besuchs einer Hochschule,

> Hilfe zur Ausbildung für eine sonstige angemessene Tätigkeit,

> Leistungen in anerkannten Werkstätten für behinderte Menschen

oder in vergleichbaren sonstigen Beschäftigungsstätten,

> Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft sowie

> nachgehende Hilfe zur Sicherung der Wirksamkeit der ärztlichen

und ärztlich verordneten Maßnahmen und zur Sicherung

der Teilhabe der behinderten Menschen am Arbeitsleben.

Leistungen der Eingliederungshilfe können auch als Teil eines

trägerübergreifenden > Persönlichen Budgets erfolgen. Nähere

Aus künfte zu den Leistungen der Eingliederungshilfe und zur etwaigen

Heranziehung des behinderten Menschen und seiner Angehörigen

zu den entstehenden Kosten erteilt das jeweils zuständige

Sozialamt.

Eingliederungsplan

Bei der beruflichen Eingliederung behinderter Menschen werden

alle notwendigen Schritte der Förderung in einem Eingliederungsplan

festgelegt. Für > Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben wird

ein Antrag gestellt. Wenn die Agentur für Arbeit selbst als > Rehabilitationsträger

zuständig ist, klärt das > Reha-Team die Voraussetzungen

der Behinderung und die berufliche > Eignung. In persönlichen

Beratungsgesprächen werden die individuellen Erwartungen

an Ausbildung und Beruf sowie Interessen und Fähigkeiten genau

besprochen.

Eingliederungszuschüsse

Die Eingliederungszuschüsse gehören zu den Leistungen der

> Agentur für Arbeit nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) III im Rahmen

der Arbeitsförderung. Sie werden als Zuschüsse zum Arbeitsentgelt

gezahlt.

Eingliederungszuschüsse können für Arbeitnehmerinnen und

Ar beitnehmer mit Vermittlungshemmnissen erbracht werden.

Höhe und Dauer der Förderung richten sich nach dem Umfang einer

Minderleistung des Arbeitnehmers und nach den jeweiligen

Eingliederungserfordernissen. Für > besonders betroffene schwerbehinderte

Menschen sind spezifische Eingliederungszuschüsse

vorgesehen.

Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation

Behinderte Menschen, die auf besondere > Leistungen zur Teilhabe

am Arbeitsleben angewiesen sind, können ihre Ausbildung in

einer Einrichtung der beruflichen Rehabilitation absolvieren. Dort

ist eine umfassende behindertenspezifische Unterstützung gewährleistet,

zum Beispiel durch medizinische, psychologische und

sozialpädagogische Fachdienste. Zum Angebot der Einrichtungen

zählen auch Maßnahmen der > Berufsvorbereitung.

Es gibt verschiedene Arten von Einrichtungen:

> > Berufsbildungswerk (BBW): Für die berufliche Erstausbildung.

> > Berufsförderungswerk (BFW): Für die berufliche Weiterbildung.

> Berufliches Trainingszentrum (BTZ): Berufsvorbereitung und

berufliche Wiedereingliederung vor allem für Menschen mit

starken psychischen Belastungen oder einer seelischen Behinderung.

> Sonstige Einrichtungen zur beruflichen Rehabilitation: Berufliche

Erstausbildung oder Weiterbildung bei Einrichtungen freier

und gemeinnütziger Träger.

Voraussetzungen

Einrichtungsarten

92 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

93


E – Einstiegsqualifizierung

Ein-Topf (Projekt) – E

Langzeitpraktikum

> Einrichtung der > wohnortnahen beruflichen Rehabilitation: Die

Besonderheit dieser Einrichtungen ist ihre Wohnort- und Betriebs

nähe.

Einstiegsqualifizierung

Die Einstiegsqualifizierung (EQ) ist ein nachschulisches betriebliches

> Langzeitpraktikum. Es dauert mindestens sechs und

höchstens zwölf Monate. Zielgruppe sind besonders Jugendliche

mit eingeschränkten Vermittlungschancen in die betriebliche Ausbildung.

Dazu gehören auch Jugendliche, die noch nicht über die

erforder liche Ausbildungsfähigkeit verfügen. Die Maßnahme kann

dabei als Brücke in die Berufsausbildung dienen.

Teilnehmende Betriebe sollen den Praktikanten berufsspezifische

Kenntnisse und Fertigkeiten vermitteln. Die Verbindlichkeit des

Praktikums wird dadurch unterstrichen, dass die Betriebe den EQ-

Platz bei der zuständigen > Kammer eintragen bzw. die Praktikanten

bei der Berufsgenossenschaft und (bei bestehender Berufsschulpflicht)

im > Berufskolleg anmelden. Die Berufsschulpflicht wird in

der entsprechenden Fachklasse der Berufsschule abgeleistet.

Die Vermittlung in die Einstiegsqualifizierung erfolgt in vielen

Fällen über die > Agentur für Arbeit. Der Arbeitgeber kann einen

Zuschuss zur Vergütung von derzeit bis zu 216 Euro pro Monat und

einen Zuschuss zu den Sozialversicherungsbeiträgen erhalten.

Nach erfolgreichem Abschluss stellt die jeweilige Kammer dem

Teilnehmer ein Zertifikat aus. Die Maßnahme kann auf die Dauer

einer nachfolgenden Berufsausbildung angerechnet werden.

ß

Hinweis

Ein-Topf (Projekt)

Im Rahmen des Nationalen Paktes für Ausbildung

und Fachkräftenachwuchs in Deutschland (2010 –

2014) strebt die Wirtschaft an, jährlich 10.000 EQ-

Plätze speziell für förderungsbedürftige Jugendliche

bereitzustellen und dafür gezielt Unterstützungsan

gebote, wie > ausbildungsbegleitende Hilfen, zu

nutzen („EQ Plus“).

Zertifikat

Das Modellprojekt „Ein-Topf“ ist keine weitere Maßnahme zur beruflichen

Eingliederung einer bestimmten Zielgruppe. Es handelt

sich vielmehr um ein strukturelles Konzept der Förderung Jugendlicher

im Rahmen der > Berufsvorbereitung. Hintergrund ist die

mangelnde Wirksamkeit und Transparenz vorhandener Maßnahmen

und Angebote.

Manche Jugendlichen

entwickeln erst in der

Praxis ungeahnte Stärken

Ziel ist daher die Schaffung einer einheitlichen und transparenten

Angebotsstruktur zur Berufsvorbereitung auf regionaler Ebene.

Angesprochen sind Jugendliche mit Förderbedarf nach Erfüllung

der allgemeinen Schulpflicht. Präventiv werden jedoch auch Schüler

der allgemeinbildenden Schulen ab der 8. Klasse einbezogen,

Klare Angebotsstrukturen

94 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

95


E – Einzelfallhilfe

Elternarbeit – E

Teilnahme

Bausteine

wenn diese voraussichtlich nicht die > Ausbildungsreife erreichen

werden.

Die Schule stellt den Förderbedarf der Jugendlichen fest und organisiert,

in Kooperation mit anderen Institutionen, entsprechende

Qualifizierungsangebote. Im letzten Pflichtschuljahr wird im Rahmen

einer Fallkonferenz durch ein Beratungs- und Förderteam der

individuelle Förderbedarf der Jugendlichen überprüft und dokumentiert.

Bei weiterhin fehlender Ausbildungsreife werden geeignete

berufsvorbereitende Maßnahmen angeboten. Die Federführung

innerhalb dieses Prozesses liegt bei der > Agentur für Arbeit.

Je nach Fördervoraussetzungen werden Qualifizierungsangebote

in den Bereichen Allgemein- und Grundbildung, Sozialverhalten,

berufsfachliche Fähigkeiten sowie > Schlüsselqualifikationen vermittelt.

> Betriebspraktika und > Kompetenzfeststellungsverfahren

sind fester Bestandteil des Konzeptes. Alle durchgeführten Maßnahmen

werden in der so genannten > Jobmappe NRW dokumentiert.

Einzelfallhilfe

Projekt

Das 2007 gestartete Projekt „Ein-Topf“ ist

inzwischen in das Programm > Kein Abschluss

ohne Anschluss überführt worden.

zu unterstützen, dass er in die Lage versetzt wird, Probleme zu erkennen,

Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln und die Schwierigkeiten

letztlich auch zu meistern. Dabei wird nicht nur der Jugendliche,

sondern auch sein gesamtes Umfeld einbezogen.

Die sozialpädagogische Einzelfallhilfe ist ein Leistungsangebot

der Kinder- und Jugendhilfe und kann auch jungen Volljährigen

gewährt werden. Sie umfasst Aufgaben wie Förderung des Sozialverhaltens,

Förderung des Selbstbewusstseins, Umgang mit

Aggressionen usw. Die Maßnahme ist geeignet, den Prozess der

beruflichen Integration zu unterstützen und zu begleiten.

Elternarbeit

Die Eltern von Schülerinnen und Schülern werden frühzeitig in

die > Berufsorientierung eingebunden. Die Schule berät und informiert

sie über den Ablauf und die Inhalte der beruflichen Orientierungsphase,

die in der Regel in der Klasse 8 beginnt. Das Ziel ist, die

Eltern für eine aktive Mitarbeit und die Unterstützung der Jugendlichen

zu gewinnen.

Elternarbeit ist Teil des beruflichen Orientierungsverfahrens für

schwerbehinderte Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen,

das im Rahmen des Projektes > Schule trifft Arbeitswelt (STAR)

umgesetzt und durch die > Initiative Inklusion gefördert wird.

Angeboten werden Elternseminare, die den Austausch der Eltern

untereinander ermöglichen, und individuelle Elterngespräche. Die

Eltern sollen sich dem Spannungsfeld zwischen Festhalten und

Loslassen des eigenen behinderten Kindes bewusst werden und

sich mit dessen persönlicher Zukunftsplanung beschäftigen.

Kinder- und

Jugendhilfe

Angebote

Einzelfallhilfe ist eine sozialpädagogische Form der Unterstützung

bei Problemen gesundheitlicher, finanzieller, psychischer oder sozialer

Art. Dies schließt Schwierigkeiten im Übergang Schule-Beruf

ein. Die Einzelfallhilfe ist darauf ausgerichtet, den Jugendlichen so

96 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

97


F

Fachausschuss der WfbM

Jede > Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) muss einen

Fachausschuss bilden. Diesem gehören in gleicher Zahl Vertreter

der Werkstatt, Vertreter der Bundesagentur für Arbeit sowie Vertreter

des überörtlichen Sozialhilfeträgers an. Der Fachausschuss

kann auch andere Personen zur Beratung hinzuziehen und soll,

soweit erforderlich, Sachverständige (z.B. Integrationsfachdienst,

behandelnde Ärzte, Psychologen) anhören.

behinderungsgerechten Gestaltung von Ausbildungs- und

Arbeits plätzen;

> informiert Arbeitgeber über mögliche Investitions-, Lohnkosten-

und Umbauzuschüsse;

> erstellt Anforderungsprofile, knüpft Kontakte zu den Kostenträgern

und stellt Antragsunterlagen zusammen;

> informiert schwerbehinderte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

detailliert über Leistungen der zuständigen > Rehabilitationsträger

im Arbeitsleben.

Die Fachberater unterstützen wie die > Ausbildungsberater der

Kammern auch bei Fragen der betrieblichen Ausbildung und Qualifizierung

von behinderten jungen Menschen.

Fachpraktiker

Fachpraktiker


F

Beratendes Gremium

Aufgaben

Der Fachausschuss ist ein beratendes Gremium, das auf der Grundlage

eines Vorschlages des Werkstattträgers oder des zuständigen

Rehabilitationsträgers Stellungnahmen abgibt oder Empfehlungen

ausspricht. Der Ausschuss muss sowohl vor Aufnahme in die Werkstatt

als auch zum Abschluss des Eingangsverfahrens eine Stellungnahme

darüber abgeben, ob die Werkstatt die geeignete Einrichtung

zur Eingliederung ins Arbeitsleben darstellt oder ob andere

> Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben in Betracht kommen.

Fachberater (für Integration) der Kammern

Im Auftrag des > Integrationsamtes sind Fachberater bei Handwerkskammern

sowie bei Industrie- und Handelskammern tätig.

Sie helfen Betrieben und Mitarbeitern bei allen Fragen rund um

die Beschäftigung von Menschen mit einer > Schwerbehinderung.

Der zuständige Fach- oder Integrationsberater …

> berät Betriebe und Dienststellen vor Ort bei allen Fragen zur

„Fachpraktiker“ bezeichnet einen Ausbildungsberuf für Menschen

mit Behinderung. Die zwei- oder dreijährige duale Berufsausbildung

erfolgt nach > besonderen Ausbildungsregelungen für behinderte

Menschen. Diese Art der Ausbildung richtet sich vor allem an

junge Menschen mit einer > Lernbehinderung.

Die entsprechenden Berufe wurden früher auch „Werker- und Helferberufe“

genannt. Derzeit bestehen jedoch noch verschiedene Bezeichnungen

nebeneinander.

Wie bei allen dualen Ausbildungen werden die Ausbildungsinhalte

im Betrieb (ggf. überbetrieblich) und in der > Berufsschule vermittelt.

Die Abschlussprüfung muss vor der zuständigen > Kammer

abgelegt werden. Die Inhalte orientieren sich an den Ausbildungsinhalten

der > anerkannten Ausbildungsberufe. Hierbei spricht

man auch von „theoriereduzierten Ausbildungen“.

Ausbildungen in einem Fachpraktiker- oder Werkerberuf können

von Jugendlichen dann begonnen werden, wenn die regional zu-

Frühere Bezeichnungen

Ausbildungsinhalte

Voraussetzung

98

99


F –

Fachschulen

Förderplanung berufliche Integration


F

ständige > Agentur für Arbeit, hier in der Regel der Reha-Berater,

nach Beratung und Testung beim > Berufspsychologischen Service,

den gesetzlichen Anspruch festgestellt hat. Zusätzlich muss für

eine Förderung durch die Agentur für Arbeit die > Ausbildungsreife

festgestellt sein oder im Rahmen einer berufsvorbereitenden

Maßnahme erst erlangt werden.

Fachstelle für behinderte Menschen im Beruf

> Fürsorgestelle

Fähigkeitsdiagnostik

Berufsspektrum

Abschlüsse

Berufsbereiche

Die Datenbank der Bundesagentur für Arbeit > BerufeNet listet

derzeit rund 60 Ausbildungsberufe für behinderte Menschen, zum

Beispiel „Fachpraktiker für Holzverarbeitung“ oder „Fachpraktiker

im Verkauf“. Tatsächlich gibt es aber weit mehr. Hier wird eine Vereinheitlichung

angestrebt.

Fachschulen

Fachschulen sind Einrichtungen der beruflichen Weiterbildung.

Voraussetzungen für den Besuch der Fachschulen sind eine abgeschlossene

Berufsausbildung, ein Berufsschulabschluss und eine

mindestens einjährige Berufserfahrung in dem erlernten Beruf.

Anstelle des Berufsabschlusses kann auch eine langjährige Berufstätigkeit

anerkannt werden.

Der erfolgreiche Abschluss der Fachschule führt zu der Berufsbezeichnung

„staatlich geprüfte/staatlich geprüfter …“ mit Angabe

des Fachbereichs, der Fachrichtung und ggf. des Schwerpunktes.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch die Fachhochschulreife

erworben werden.

In Nordrhein-Westfalen gibt es in den > Berufskollegs Fachschulen,

die in folgenden Bereichen weiterbilden:

Agrarwirtschaft, Ernährung und Hauswirtschaft, Gestaltung,

Sozialwesen (abweichend: „staatlich anerkannte/staatlich anerkannter

…“), Technik, Wirtschaft.

> Kompetenzfeststellung

Fahrtraining

> Mobilitätstraining

Förderplanung berufliche Integration

Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden individuell

gefördert. Hierfür erstellen die Klassenlehrer nach Beratung

mit allen an der Förderung beteiligten Personen einen individuellen

Förderplan. (vgl. > Ausbildungsordnung Sonderpädagogische

Förderung) Dieser muss regelmäßig überprüft und fortgeschrieben

werden.

Das Konzept der Förderplanung berufliche Integration unterscheidet

sich von der allgemeinen Förderplanung in wesentlichen

Punkten. Es dient ebenso wie die allgemeine Förderplanung als Instrument

zur Diagnose, Planung und Durchführung von Fördermaßnahmen,

richtet diese jedoch auf das Ziel der beruflichen Integration

aus. Die Jugendlichen sollen durch die Schule in ihrer > beruflichen

Handlungsfähigkeit so gefördert werden, dass ein Übergang in Arbeit,

Ausbildung, schulische Maßnahme oder berufsvorbereitende

Maßnahmen bestmöglich und nachhaltig gelingen kann.

Der Schüler ist aktiv an der Förderplanung beteiligt. An Schülersprechtagen

werden die Leistungen, insbesondere in den Kern-

Konzept

Beteiligung der

Jugendlichen

100 101


F – Förderrecht Förderschulen

– F

Netzwerkarbeit

Systematik

fächern Deutsch und Mathematik berufsrelevante Kompetenzen

(Leistungsfähigkeit, Methodenkompetenz, Motivation usw.) sowie

Praktikumserfahrungen und -rückmeldungen besprochen. Selbstund

Fremdeinschätzungsbögen fördern ein realistisches Selbstbild

und einen angemessenen Berufswunsch. Zur individuellen

Weiterentwicklung werden gemeinsam Ziele formuliert und Maßnahmen

vereinbart.

Neben Schülern und Lehrern können Eltern, Betriebsvertreter, Berufsberater

oder Vertreter der Jugendberufshilfe, Mediziner, Psychologen

und weitere Personen an der Förderplanung beteiligt

sein bzw. deren Aussagen oder Beobachtungen Beachtung finden

(> Netzwerkarbeit). Im Idealfall dient bei Schulentlassung der schulische

Förderplan aufnehmenden Institutionen der beruflichen

Bildung oder der > Berufsvorbereitung als Grundlage von Förderplanung

und Fördermaßnahmen.

Förderrecht

Sonderpädagogischer Förderbedarf im Sinne des Schulgesetzes

für das Land Nordrhein-Westfalen begründet keinen Anspruch auf

finanzielle Förderung der beruflichen Eingliederung. Maßgeblich

ist die Zuordnung zu einer der anspruchsberechtigten Personengruppen

durch den zuständigen Reha-Berater der > Agentur für

Arbeit.

Die Systematik des Förderrechts im Rahmen der beruflichen Integration

unterscheidet grundsätzlich:

a) die Förderung behinderter Menschen, wie sie sich aus dem

> Sozialgesetzbuch (SGB) IX (Rehabilitation und Teilhabe behinderter

Menschen) in Verbindung mit dem SGB III (Arbeitsförderung)

ableiten lässt. Behindert im Sinne des § 2 SGB IV sind

Menschen, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit

oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger

als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen

Zustand abweicht und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft

beeinträchtigt ist. Sie sind von Behinderung bedroht,

wenn die Beeinträchtigung zu erwarten ist. Der Status der

> Schwerbehinderung ist keine notwendige Voraussetzung, um

> Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben zu erhalten.

b) die Förderung lernbehinderter Menschen im Sinne des § 19 SGB III.

c) die Benachteiligtenförderung im Sinne des § 245 SGB III für Jugendliche,

die lernbeeinträchtigt und sozial benachteiligt sind.

In der Praxis bedeutet diese Unterscheidung, dass den jugendlichen

Schulabgängern mit sonderpädagogischem Förderbedarf

unterschiedliche Förderangebote zur Verfügung stehen. Diese unterscheiden

sich in Dauer, Umfang und Förderort. Auch der Zugang

zu bestimmten Ausbildungsberufen ist abhängig vom anerkannten

Status (siehe > Werkerausbildung).

Welche Anspruchsgrundlage maßgeblich ist, entscheidet der Berater

der Agentur für Arbeit in jedem Einzelfall. Soweit gesundheitliche

Einschränkungen nicht offenkundig sind oder entsprechende

Gutachten nicht vorliegen, schaltet der Berufsberater zur weiteren

Klärung den > Ärztlichen Dienst und/oder den > Berufspsychologischen

Service der Agentur für Arbeit ein. Dies ist regelmäßig bei

Schülern der Förderschulen Lernen und der Förderschulen Emotionale

und soziale Entwicklung der Fall.

Förderschulen

Gemäß dem Schulgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen werden

Schüler, die wegen ihrer körperlichen, seelischen oder geistigen

Behinderung oder wegen ihres erheblich beeinträchtigten

Lernvermögens nicht am Unterricht einer allgemeinen Schule (allgemeinbildende

oder berufsbildende Schule) teilnehmen können,

nach ihrem individuellen Bedarf sonderpädagogisch gefördert.

Die Förderschule ist ein möglicher Ort, an dem diese Förderung

erfolgen kann.

Unterschiedliche

Förderangebote

Anspruchsgrundlage

102 103


F – Förderschulen Fürsorgestellen

– F

Systematik

Statistik

Trägerschaft

In Nordrhein-Westfalen sind die Förderschulen nach folgenden

Förderschwerpunkten gegliedert:

> Lernen

> Sprache

> Emotionale und soziale Entwicklung

> Hören und Kommunikation

> Sehen

> Geistige Entwicklung

> Körperliche und motorische Entwicklung

Im Jahr 2008/2009 gab es in Nordrhein-Westfalen 745 Förderschulen

mit insgesamt 110.867 Schülerinnen und Schülern. Davon gehörten

21 Förderschulen zum berufsbildenden Bereich (7.374 Schüler).

Träger der öffentlichen Förderschulen sind in der Regel die Gemeinden.

Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Hören und

Kommunikation, Sehen, Körperliche und motorische Entwicklung

sowie Sprache (nur ab Klasse 5) sind in der Trägerschaft der Landschaftsverbände.

Förderschulen in freier Trägerschaft (so genannte

Ersatzschulen) ergänzen und bereichern das öffentliche Schulwesen.

So gab es beispielsweise 2008 genau 16 Förderschulen im Bereich

der freien Waldorfschulen. Alle 21 Förderschulen im Berufsbildungsbereich

waren 2007 Ersatzschulen.

Förderung der Ausbildung

> Ausbildungszuschuss

Füngeling Router

Als Integrationsunternehmen richtet sich die gemeinnützige Füngeling

Router gGmbH an junge Menschen mit Handicap, die aufgrund

ihrer Beeinträchtigungen besondere Unterstützung benötigen.

Gemeinsam mit regionalen Unternehmen qualifiziert und

beschäftigt Füngeling Router schwerbehinderte Menschen und

begleitet sie auf ihrem Weg in die Arbeit.

Die Integration erfolgt durch eine betriebliche Qualifizierung in

Partnerunternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes, integrative

Arbeitnehmerüberlassung (in Einzelfällen) und Werkverträge.

Mehr Informationen

www.projekt-router.de

Fürsorgestellen

Mehr als 110.000 Jugendliche

besuchen eine

Förderschule in NRW

Die örtlichen Fürsorgestellen in Nordrhein-Westfalen übernehmen

einige der Aufgaben des > Integrationsamtes nach dem Schwerbehindertenrecht

(Teil 2 Sozialgesetzbuch IX). Dies betrifft Teile der >

Begleitenden Hilfe im Arbeitsleben und des > Kündigungsschutzes.

Die Fürsorgestelle ist im Allgemeinen dem Sozialamt beim Kreis

oder der kreisfreien Stadt zugeordnet.

104 105


G

Gebärdensprache

Die Gebärdensprache ist die natürliche Sprache der gehörlosen

Menschen. Bei der Gebärdensprache werden nicht nur Handzeichen,

die Gebärden, sondern auch Mimik und Gestik eingesetzt.

Mit ihrem umfassenden Wortschatz und einer differenzierten

Grammatik stellt sie eine eigenständige, vollwertige Sprache dar.

Im Jahr 2002 wurde sie durch das > Behindertengleichstellungsgesetz

auch offiziell anerkannt. Hörbehinderte Menschen haben das

Recht, für die Kommunikation mit Behörden die Gebärdensprache

zu verwenden. Die Kosten übernimmt die Behörde oder der Träger,

der für die Sozialleistung zuständig ist.

Geistige Behinderung

Bei Menschen mit einer geistigen Behinderung handelt es sich

keinesfalls um eine einheitliche Gruppe mit fest umschriebenen

Eigenschaften. Ihre kognitive und motorische Leistungsfähigkeit

sowie das sozial-emotionale Verhalten sind vielmehr unterschiedlich

ausgeprägt.

Es gibt geistig behinderte Menschen, die alltägliche Abläufe weitgehend

selbstständig bewältigen und sich an Schriftzeichen und

Symbolen orientieren können. Andere hingegen können sich zum

Beispiel nicht allein in einem Gebäude zurechtfinden und benötigen

bei nahezu allen täglich wiederkehrenden Verrichtungen die

Hilfe anderer.

Das zentrale Merkmal einer geistigen Behinderung ist eine erhebliche

Lernbeeinträchtigung, hervorgerufen in der Regel durch eine

Hirnschädigung oder Hirnfunktionsstörung. Die Lernbeeinträchtigung

zeigt sich zum Beispiel im frühkindlichen Alter als deutliche

Entwicklungsverzögerung, die alle Bereiche der kindlichen

Entwicklung betrifft, an denen Lernen wesentlich beteiligt ist. Im

Zusammenhang damit ist beispielsweise die Beeinträchtigung der

Wahrnehmung und der Sprache zu sehen. Der Spracherwerb setzt

oft später und verlangsamt ein. Es treten Schwierigkeiten beim Erlernen

von Wortbedeutungen und grammatikalischen Regeln auf.

Es wird zwischen leichter, mäßiger und schwerer geistiger Behinderung

unterschieden. Allerdings können ärztliche Gutachten,

Ergebnisse von Intelligenztests oder der > Grad der Behinderung

(GdB) im Schwerbehindertenausweis kaum etwas darüber aussagen,

welchen Anforderungen – etwa an einem regulären Arbeitsplatz

– ein geistig behinderter Mensch gewachsen ist.

In den Versorgungsmedizinischen Grundsätzen (Versorgungsmedizin-Verordnung)

werden die Begriffe „Lernbehinderung” und

„geistige Behinderung” nicht mehr verwendet. Stattdessen wird

von „Beeinträchtigungen der geistigen Entwicklung” gesprochen.

Folgende Kriterien wurden zur Unterscheidung und Einstufung

festgelegt:

> Ein GdB von 30 bis 40 wird festgestellt, wenn nach Abschluss

der Schule noch weitere Bildungsfähigkeit besteht und zum

Beispiel eine Berufsausbildung unter Nutzung von Sonderregelungen

für behinderte Menschen möglich ist.

> In einer weiteren Stufe kann ein GdB von 50 bis 70 und damit

eine Schwerbehinderung unterstellt werden, wenn ein behinderter

Mensch nicht in der Lage ist, sich selbst unter Nutzung

der Sonderregelungen für behinderte Menschen in anerkannten

Ausbildungsgängen beruflich zu qualifizieren.

> Bei schweren Intelligenzmängeln ergeben sich je nach Schwere

ein GdB von 80 bis 90 oder 100.

Geistige Behinderung – G

Merkmal Lernbeeinträchtigung

Grad der Behinderung

106 107


G – Geistige Behinderung Gemeinsamer Unterricht

– G

Berufliche

Möglichkeiten

Tipps für

den Arbeitsplatz

Viele junge geistig behinderte Menschen finden nach der Schulentlassung

Trainings- und Beschäftigungsmöglichkeiten in einer

> Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM). Allerdings zeigen

jüngere Erkenntnisse und Erfahrungen, dass der Weg in die WfbM

nicht zwingend sein muss: Ein Teil der geistig behinderten Menschen

kann mit mehr Aussicht auf Erfolg in den allgemeinen > Arbeitsmarkt

integriert werden als bisher angenommen. In vielen Betrieben

und Dienststellen gibt es Arbeiten, die geistig behinderte

Menschen erlernen und dann auch relativ selbstständig ausführen

können, zum Beispiel Hilfstätigkeiten in Bauberufen, in der Lagerhaltung,

in Gärtnereien, in Küchen und in sozialen Einrichtungen

wie Krankenhäusern oder Heimen.

Je nach Schwere der Beeinträchtigung sind geistig behinderte

Menschen in der Lage, durch Handeln in lebensnahen Situationen

zu lernen. Bei frühzeitiger Förderung können sie vergleichbare Arbeitsleistungen

wie nicht behinderte Menschen erreichen. Diese

Integration bedarf allerdings der fachlichen Begleitung. Der Erfolg

hängt von der Beratung, der Auswahl des Arbeitsplatzes und der

Betreuung ab.

Die Erfahrung zeigt, dass geistig behinderte Menschen vielfach

hoch motiviert und zuverlässig arbeiten, wenn bestimmte Voraussetzungen

erfüllt sind. Vorgehensweisen, die sich in der Praxis

bewährt haben:

> Es sollte einen festen Ansprechpartner im Betrieb geben, mit

dem die Arbeit wie auch die betrieblichen Angelegenheiten besprochen

werden können.

> Die betrieblichen Aufgaben sollten zeitlich, räumlich und vom

Ablauf her klar definiert sein. Überschaubare Routinetätigkeiten

eignen sich besonders gut.

> Arbeitsaufgaben sollten – mit entsprechender Hilfestellung –

so lange eingeübt werden, bis der Arbeitnehmer sie verstanden

hat.

> Dem Mitarbeiter sollten soziale Kontakte im Arbeitsumfeld ermöglicht

werden.

> Der Arbeitsplatz sollte keine größeren Gefahrenquellen bergen,

da diese möglicherweise nicht als solche erkannt werden.

Es werden heute verstärkt Anstrengungen unternommen, geistig

behinderten Menschen den Weg in den allgemeinen Arbeitsmarkt

zu öffnen. Dies gilt auch für Mitarbeiter einer WfbM. Es ist Aufgabe

einer WfbM, den Übergang geeigneter Beschäftigter auf den

allgemeinen Arbeitsmarkt durch entsprechende Maßnahmen zu

fördern. Daran können die von den Integrationsämtern beauftragten

> Integrationsfachdienste beteiligt werden. Zu ihren Aufgaben

gehören unter anderem Beratung und Betreuung von Arbeitnehmern

sowie deren Arbeitgebern. Das heißt, in der Praxis trainieren

und begleiten beispielsweise Ergotherapeuten geistig behinderte

Menschen so lange am Arbeitsplatz, bis eine stabile Beschäftigung

erreicht ist (> Betriebliches Arbeitstraining). Neben fachlich-technischen

Fähigkeiten werden vor allem allgemeine Fähigkeiten des

Arbeitsverhaltens trainiert, wie zeitliche und räumliche Orientierung,

Kontaktaufnahme, Motivation und Ausdauer, Verantwortung

für die Arbeit, Verstehen von Anweisungen.

Es hat sich herausgestellt, dass > Praktika oder eine > Probebeschäftigung

gerade bei geistig behinderten Menschen die erfolgreiche

Eingliederung erleichtern. Sie ermöglichen ein gegenseitiges Kennenlernen,

das sowohl dem Betrieb als auch dem behinderten

Menschen Rückzugsmöglichkeiten offen lässt.

Gemeinsamer Unterricht

Der Gemeinsame Unterricht beschreibt für alle Schulstufen das

gemeinsame Lernen von Schülern mit sonderpädagogischem

und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf (> Integrative Beschulung).

Der gemeinsame Unterricht wird als „zielgleich“ bezeichnet, wenn

die behinderten und nicht behinderten Schüler das gleiche Lern-

Hilfen für die

Eingliederung

zielgleich/zieldifferent

108 109


G – Gender Mainstreaming Girls’Day

– G

ziel anstreben. Verfolgen die Schüler mit sonderpädagogischem

Förderbedarf andere Lernziele und andere Bildungsabschlüsse, erfolgt

der Unterricht „zieldifferent“. Dies ist der Fall bei integrativen

Lerngruppen.

Gender Mainstreaming

Gender Mainstreaming bedeutet, bei allen gesellschaftlichen Vorhaben

die unterschiedlichen Lebenssituationen, Bedürfnisse und

Interessen von Frauen und Männern bzw. Mädchen und Jungen

von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen.

Gerätepool des LVR-Sozialamtes

> Inklusionspauschale

Gestützte Kommunikation

Bei der Gestützten Kommunikation (engl. „Facilitated Communication“,

kurz: FC) handelt es sich um eine Methode aus dem Spektrum

der „Unterstützten Kommunikation“, die es Menschen mit

schweren kommunikativen Beeinträchtigungen ermöglicht, durch

gestütztes Zeigen zum Beispiel auf Objekte, Bilder oder Buchstaben

zu kommunizieren. Die stützende Person gibt physische, verbale

und emotionale Hilfestellungen. Die Gestützte Kommunikation

wird in Fachkreisen kontrovers diskutiert. Hauptkritikpunkt ist

dabei, dass der behinderte Mensch bei der Wahl der Schriftzeichen

oder Symbole durch den Helfer unbewusst oder absichtlich beeinflusst

wird.

Girls’Day

Am Mädchen-Zukunftstag, dem Girls’Day, öffnen vor allem technische

Unternehmen, Betriebe mit technischen Abteilungen

und Ausbildungen, Hochschulen und Forschungszentren in ganz

Deutschland ihre Türen für Schülerinnen ab der Klasse 5.

Die Mädchen lernen am Girls’Day Ausbildungsberufe und Studiengänge

in Technik, IT, Handwerk und Naturwissenschaften

kennen, in denen Frauen bisher eher selten vertreten sind oder

begegnen weiblichen Vorbildern in Führungspositionen aus Wirtschaft

oder Politik. Der Girls’Day soll dazu beitragen, traditionelle

Geschlechterrollen bei der > Berufswahl zu überwinden (siehe

> Gender Mainstreaming).

Der Girl’sDay findet jedes Jahr am vierten Donnerstag im April

statt. Für Jungen gibt es am selben Tag den > Boys’Day.

Mehr Informationen

In technischen und

naturwissenschaftlichen

Berufen ist qualifizierter

Nachwuchs gesucht!

www.girls-day.de

110 111


G –

Gleichstellung

Gleichstellung

H

In der Berufsausbildung

Nach dem > Sozialgesetzbuch (SGB) IX kann eine Person mit einem

> Grad der Behinderung von weniger als 50, aber mindestens 30, einem

> schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werden, wenn

er infolge seiner Behinderung ohne die Gleichstellung keinen geeigneten

Ausbildungs- oder Arbeitsplatz erhalten kann.

Behinderte Jugendliche und junge Erwachsene können für die Zeit

einer Berufsausbildung schwerbehinderten Menschen per Gesetz

gleichgestellt werden, auch wenn der Grad der Behinderung weniger

als 30 beträgt oder eine Behinderung noch nicht amtlich festgestellt

wurde. Als Nachweis genügt eine Stellungnahme der >

Agentur für Arbeit oder ein Bescheid über > Leistungen zur Teilhabe

am Arbeitsleben.

Grad der Behinderung

Der Grad der Behinderung (GdB) gilt als Maß für die körperlichen,

geistigen, seelischen und sozialen Auswirkungen einer > Behinderung.

Er wird nach bundesweit einheitlichen Versorgungsmedizinischen

Grundsätzen (Versorgungsmedizin-Verordnung) bemessen.

Der GdB wird in Zehnergraden von 20 bis 100 wiedergegeben.

Grundausbildung, behinderungsbedingt erforderliche

Wenn für eine Ausbildung oder Beschäftigung die notwendigen

Fähigkeiten in Orientierung und Mobilität, in Kommunikationstechniken

und lebenspraktischen Fertigkeiten nicht ausreichen,

ist ein spezifisches Training möglich: die blindentechnische und

vergleichbare Grundausbildung. Das Training dauert bis zu einem

Jahr und wird von der Agentur für Arbeit im Rahmen der > Berufsvorbereitung

gefördert.

hamet 2

Hamet 2 ist ein vom Berufsbildungswerk Waiblingen entwickeltes

handlungsorientiertes PC-gestütztes Testverfahren zur Erfassung

und Förderung beruflicher Kompetenzen (> Kompetenzfeststellungsverfahren).

Das Verfahren wurde insbesondere für die berufliche

Diagnostik von Menschen mit erhöhtem Förderbedarf, Benachteiligungen

und > Behinderungen konzipiert.

Schwerpunkt des Verfahrens sind Berufe mit vorwiegend manueller

Tätigkeit („handwerklich-motorischer Eignungstest“ – hamet).

Das Verfahren umfasst vier Module, die sowohl einzeln als auch

in Kombination angewandt werden können und in denen Basiskompetenzen,

Lernfähigkeit, soziale Kompetenzen und Problemlösungskompetenzen

ermittelt werden.

Hamet e ist ein handlungsorientiertes Testverfahren zur Erfassung

und Förderung elementarer handwerklich motorischer Kompetenzen.

Es wurde für den Einsatz in Werkstätten für geistig behinderte

Menschen entwickelt. Als eigenständiges Testverfahren ergänzt

es hamet 2 Modul 1 (berufliche Basiskompetenzen), um damit die

individuellen motorischen Fertigkeiten im unteren Leistungsbereich

genauer ermitteln zu können.

Mehr Informationen

www.hamet.de

Manuelle Tätigkeiten

Ergänzung durch

hamet e

112

113


h –

HAMET E

Hörschädigungen


h

hamet e

> hamet 2

des LVR-Integrationsamtes einen Pool für sehbehindertenspezifische

Hilfsmittel eingerichtet. Damit kann kurzfristig eine behinderungsbedingt

erforderliche Arbeitsplatzausstattung zur Verfügung

gestellt und die berufliche Integration erleichtert werden.

Handwerkskammer

> Kammern

Handwerksordnung

Die Handwerksordnung (HwO) enthält rechtliche Grundlagen und

Bestimmungen zur Aus- und Weiterbildung in > anerkannten Ausbildungsberufen

und zu > besonderen Ausbildungsregelungen für

behinderte Menschen.

Helfertätigkeit

Menschen ohne Berufsausbildung können als Helfer auf dem allgemeinen

> Arbeitsmarkt beschäftigt sein. Sie werden in der Regel

direkt am Arbeitsplatz eingewiesen und üben meist einfachere

oder zuarbeitende Tätigkeiten aus. Einschlägige praktische Erfahrungen

sind bei der Suche nach einer Helfertätigkeit von Vorteil.

Auch als Helfer lernt man etwas. Oft fällt das Lernen leichter, wenn

man schon praktische Berufserfahrungen gesammelt hat. Es besteht

dann immer noch die Möglichkeit, eine Berufsausbildung zu

machen, zum Beispiel eine so genannte > Werkerausbildung.

Hilfsmittelverleih

Das > Berufsförderungswerk in Düren hat als Zentrum für berufliche

Bildung blinder und sehbehinderter Menschen mit Unterstützung

Hörschädigungen

Mehr Informationen

www.bfw-dueren.de > Integration und

Nachsorge > Hilfsmittelverleih

Zur Gruppe der hörgeschädigten Menschen zählen gehörlose,

(spät-)ertaubte und schwerhörige Menschen. Die Übergänge zwischen

Gehörlosigkeit und Schwerhörigkeit sind fließend.

Gehörlose Menschen werden ohne Hörvermögen geboren oder sie

haben es noch vor dem Spracherwerb verloren. Sie können Lautsprache

akustisch nicht wahrnehmen und somit auch Sprache auf

natürlichem Wege nicht erlernen. Ihr eigenes Sprechen können sie

nicht über das Gehör kontrollieren. In der Regel haben gehörlose

Menschen gute Kenntnisse der Gebärdensprache.

Für spätertaubte Menschen ist entscheidend, dass der Hörverlust

erst nach dem Spracherwerb eingetreten ist. Sie konnten

über einen längeren Zeitraum hören und haben in dieser Zeit so

viel Sprachkompetenz erworben, dass der Hörverlust nicht mehr

zum Verlust der Sprechfähigkeit führen muss. Je älter die Betroffenen

bei Eintritt der Ertaubung waren, desto stärker ist in der

Regel die lautsprachliche Orientierung. Spätertaubte Menschen

beherrschen die Gebärdensprache häufig nicht oder nur in geringem

Umfang.

Gehörlosigkeit

114 115


h –

Hörschädigungen

Hörschädigungen


h

Schwerhörigkeit

Elektronische Hörhilfe

Kommunikation

Schwerhörige Menschen besitzen in jedem Fall ein Restgehör, mit

dem sie – unterstützt durch individuell angepasste Hörgeräte –

Sprache in begrenztem Umfang wahrnehmen können. Allerdings ist

das qualitativ andere Hören bei schwerhörigen Menschen oft nicht

ausreichend, um den Gesprächspartner ohne besondere Schwierigkeiten

zu verstehen. Je nach Alter bei Eintritt der Schwerhörigkeit

und je nach Form und Umfang des Hörverlustes sind Sprechfähigkeit

und Gebärdensprache individuell sehr unterschiedlich entwickelt.

Die Gebärdensprache wird häufig noch abgelehnt oder nur in

Form lautsprachbegleitender Gebärden eingesetzt.

Bei gehörlosen und hochgradig schwerhörigen Menschen kann

unter bestimmten medizinischen und sozialen Voraussetzungen

durch ein Cochlear-Implantat, eine so genannte elektronische

Hörhilfe, die Hörfähigkeit in unterschiedlichem Grad wiederhergestellt

werden und somit ist auch Spracherwerb in individuellem

Umfang möglich.

Das zentrale Problem hörgeschädigter Menschen ist die Kommunikation

mit Hörenden. Der Laut- und Schriftsprachenerwerb ist

erheblich erschwert und erreicht nur selten den Grad der Beherrschung,

den Hörende aufweisen. Aufgrund des fehlenden Hörvermögens

müssen gehörlose Menschen die Lautsprache über das

Auge erlernen, indem sie vom Mund des Gesprächspartners die

Worte absehen. Ihre Sprechweise klingt daher oft ungewohnt oder

verzerrt. Da die Schriftsprache auf Lautsprache aufbaut, ist die Fähigkeit

vieler gehörloser Menschen, sich schriftlich mitzuteilen,

eingeschränkt. Der Wortschatz ist häufig reduziert, der Satzbau

entspricht nicht der Norm. Auch bereitet es vielfach Schwierigkeiten,

gelesene Texte zu verstehen.

Zwar sind hörgeschädigte Menschen in der Lage, vom Mund abzusehen,

doch sichert dies nicht die ausreichende und umfassende

Informationsaufnahme. Mundabsehen erfordert hohe Konzentrations-

und auch Kombinationsfähigkeit, denn die Anzahl der

eindeutigen Mundbilder ist begrenzt. Wörter wie „Mutter“ und

„Butter“ haben kaum unterscheidbare Mundbilder. Die meisten

gehörlosen Menschen verständigen sich untereinander oder mit

Gebärdensprachkundigen in Gebärdensprache. Gebärdensprache

ist ein eigenständiges Sprachsystem. Wie es in der Lautsprache

zahlreiche regionale Unterschiede gibt, hat auch die Gebärdensprache

zahlreiche Varianten. Die Deutsche Gebärdensprache

(DGS) sowie das Lautsprachenbegleitende Gebärden (LBG) wurden

durch das > Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) ausdrücklich

als eigenständige Sprache beziehungsweise Kommunikationsform

anerkannt.

Schwerhörige Menschen können sich oft mit Hilfe eines Hörgerätes

gut verständigen. Voraussetzung ist allerdings, dass das Hörgerät

individuell optimal angepasst ist. Die Leistungsfähigkeit

von Hörgeräten darf allerdings nicht überschätzt werden; ein zu

starker Hörverlust kann durch Hörgeräte nicht mehr ausgeglichen

werden.

Die Integration in das Arbeitsleben hängt in hohem Maße vom

Stand der Sprachentwicklung und den kommunikativen Fähigkeiten

ab. Grundsätzlich stehen den betroffenen Menschen – wenn

Bildungsvoraussetzungen und individuelle Eignung vorhanden sind

– viele Berufsbilder offen. Durch entsprechende Maßnahmen am Arbeitsplatz

können die Einschränkungen leicht ausgeglichen werden.

In Bezug auf Hilfen am Arbeitsplatz ist es besonders wichtig, die Kollegen

und Vorgesetzten über die Auswirkungen der Hörschädigung

und die individuelle Kommunikationssituation zu informieren.

Darauf sollte im Arbeitsleben geachtet werden:

> Hörgeschädigte Menschen verstehen Anweisungen oft nur

unvollkommen oder falsch. Deshalb ist immer zu prüfen, ob

Anweisungen verstanden wurden.

> Vormachen und Zeigen kann mündliche Instruktionen verdeutlichen

oder überflüssig machen.

> Schriftliche Aufzeichnungen können zur Verdeutlichung beitragen.

Zur beruflichen

Situation

Tipps für den

Arbeitsplatz

116 117


h –

Hörschädigungen

Hörschädigungen


h

> Hörgeschädigte Menschen sollten mit normaler Lautstärke

langsam und deutlich angesprochen werden.

> Auf inhaltliche Verständnisprobleme (auch in Texten) muss

Rücksicht genommen werden.

> Die Kenntnis einiger grundlegender Gebärden vereinfacht die

Kommunikation.

> Der Arbeitsplatz sollte gut ausgeleuchtet sein. Das Absehen

vom Mund kann durch günstige Lichtverhältnisse erleichtert

werden.

> Arbeitsvorgänge und der Arbeitsplatz müssen eindeutig beschrieben

und erklärt werden.

> Neue Kommunikationssysteme, bei denen der Informationsaustausch

optisch erfolgt, sind wichtige Hilfen.

> Wichtig für gehörlose Menschen ist die Bereitstellung einer

Kontaktperson, die entsprechend geschult ist. Hier bietet sich

zum Beispiel die > Schwerbehindertenvertretung an.

> Bild- und Schreibtelefone oder Einsatz von E-Mail

> Mobilfunkgeräte (zur Kommunikation per E-Mail, SMS u. a.)

> Mikroportanlagen

> optische Signale an Maschinen, Schall- und Lärmschutz

Vor allem die Entwicklung der Computertechnik bietet neue

Chancen. Die Vernetzung mit anderen EDV-Arbeitsplätzen trägt

dazu bei, von lautsprachlicher Kommunikation unabhängiger zu

werden.

Beratung und

Betreuung

Um sich im Betrieb zurechtzufinden, benötigen hörgeschädigte

Menschen > technische Arbeitshilfen – vor allem jedoch Beratung

und soziale Betreuung. Erste Anlaufstelle für Information und

Beratung ist das Integrationsamt mit seinem > Technischen Beratungsdienst

und den beauftragten > Integrationsfachdiensten.

Hörgeschädigte Arbeitnehmer sowie ihre Arbeitgeber werden

umfassend in allen Fragen beraten, die im Betrieb und am Arbeitsplatz

auftreten, von Fragen der Verständigung, über berufliche

Weiterbildung bis hin zur Planung gezielter Maßnahmen. Wichtig

ist auch der Einsatz von Gebärdensprachdolmetschern, Schriftdolmetschern

oder einer Arbeitsassistenz, zum Beispiel durch Telesign,

ein speziell für den beruflichen Bereich geschaffener Bildtelefon-Dolmetschdienst.

Die Kosten übernimmt das Integrationsamt.

Smartphones & Co. erleichtern

die Kommunikation

gehörloser Menschen

Technische

Arbeitshilfen

Der Beratende Ingenieur des Integrationsamtes informiert und berät

umfassend über die Ausstattung des Arbeitsplatzes mit Hilfsmitteln.

Dazu gehören:

> Telefonhörer mit Verstärkersystemen

> Lichtsignalanlagen

118 119


I

Industrie- und Handelskammer

Inklusion


I

> Kammern

Initiative Inklusion

Ida

Mit Ida („Instrumentarium zur Diagnostik von Arbeitsfähigkeiten“)

lassen sich die arbeitsrelevanten Schlüsselqualifikationen, die mit

> MELBA dokumentiert werden, erheben und beurteilen.

Ida besteht aus 14 standardisierten Arbeitsproben. Untersucht

werden damit vor allem:

> kognitive Fähigkeiten,

> Fähigkeiten zur Art der Arbeitsausführung,

> psychomotorische Fähigkeiten und

> Fähigkeiten aus dem Bereich Kulturtechniken/Kommunikation.

Individueller Hilfeplan

Die individuelle Hilfeplanung des Landschaftsverbandes Rheinland

(LVR) ist ein Verfahren zur Erfassung des individuellen Hilfebedarfs

von Menschen mit Behinderung. Es dient dazu, den

Dialog mit dem behinderten Menschen zu strukturieren, um so

Ziele, Wünsche, Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten der

betroffenen Person unbürokratisch aber präzise erfassen zu können.

Im individuellen Hilfeplan (IHP) werden anschließend Art

und Umfang der Unterstützungsleistungen beschrieben, die der

Betroffene zu einem selbstständigen Leben benötigt. Der Hilfeplan

bildet die Grundlage für einen Antrag auf Wohnunterstützung

beim LVR.

Die Initiative Inklusion ist ein bundesweites Förderprogramm

für mehr Ausbildung und Beschäftigung von schwerbehinderten

Menschen. Es läuft von 2011 bis 2018 und wird mit 100 Millionen

Euro vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) aus

dem Ausgleichsfonds finanziert. Das Programm ist Teil des Nationalen

Aktionsplans zur Umsetzung der > UN-Behindertenrechtskonvention.

Die Säulen des Förderprogramms sind:

> Förderung der beruflichen Orientierung für schwerbehinderte

Schülerinnen und Schüler

> Förderung von betrieblichen Ausbildungsplätzen und der Hinführung

zu Ausbildung und Beschäftigung

> Förderung der Beschäftigung von älteren schwerbehinderten

Menschen

Inklusion

Inklusion meint die volle und gleichberechtigte > Teilhabe aller

Menschen am Leben in der Gesellschaft. Sie betont die Vielfalt –

kulturell und individuell. Inklusion bedeutet aber auch, Teilhabe

und Zugänglichkeit zu ermöglichen zu allen gesellschaftlichen

Bereichen – etwa in Schule und Beruf. Inklusion geht über den

Begriff der Integration hinaus: Nicht die Menschen mit Behinderung

sollen sich an die bestehenden Strukturen anpassen. Vielmehr

sollen die Strukturen so beschaffen sein, dass jede und jeder

teilhaben kann, von Anfang an. Inklusion ist die zentrale Idee der

> UN-Behindertenrechtskonvention.

Schwerpunkte

120 121


i – Inklusionskoordinatoren

Integration lernbehinderter Jugendlicher in Ausbildung (Projekt)


i

Information und

Beratung

Inklusionskoordinatoren

Inklusionskoordinatoren begleiten und unterstützen die Entwicklung

der allgemeinen Schulen auf dem Weg zu einer „inklusiven

Schule“. Dadurch sollen mehr Kinder und Jugendliche mit Behinderungen

eine Regelschule besuchen können (> integrative Beschulung).

Inklusionskoordinatoren helfen bei der Wahl einer geeigneten

Schule und beim Wechsel des Förderorts, zum Beispiel beim Übergang

von einer Förderschule in eine allgemeine Schule, die > gemeinsamen

Unterricht mit nicht behinderten Schülern anbietet.

Außerdem informieren die Koordinatoren über alle Fragen im Zusammenhang

mit > sonderpädagogischem Förderbedarf, über spezielle

Themen wie Medikamentengabe, Schülertransport, Nachteilsausgleich

oder Integrationshelfer. Sie geben ihr Wissen auch in

Lehrerfortbildungen weiter. An allen 53 Schulämtern in Nordrhein-

Westfalen gibt es Inklusionskoordinatoren.

Inklusionspauschale

Integration lernbehinderter Jugendlicher in

Ausbildung (Projekt)

Das Pilotprojekt „Integration lernbehinderter Jugendlicher in Ausbildung“

(ILJA) hat das Ziel, die Berufschancen von Jugendlichen

mit dem Förderbedarf Lernen zu verbessern. Es richtet sich konkret

an Schüler der Förderschule Lernen, Schüler im gemeinsamen Unterricht

und Schüler anderer Förderschulen, die zusätzlichen Förderbedarf

Lernen haben. Teilnehmer einer berufsvorbereitenden

Maßnahme (> Berufsvorbereitung) ohne anschließendes Ausbildungsangebot

sowie Jugendliche, die aus dem Prozess der Berufseingliederung

ausgestiegen sind, gehören ebenfalls dazu.

Das soll im Einzelnen erreicht werden:

> Individuelle Förderung lernbehinderter Jugendlicher ab Klasse 8

> Festlegung und Organisation individueller Übergänge im letzten

Schulbesuchsjahr

> Einmündung in Ausbildungs- bzw. Berufsvorbereitung bei fehlender

Ausbildungsreife

> Einmündung in eine Berufsausbildung (vorrangig > Werkerausbildungen)

Zielsetzungen

Mit der Inklusionspauschale fördert der Landschaftsverband Rheinland

(LVR) auf freiwilliger Basis das gemeinsame Lernen von Kindern

und Jugendlichen mit und ohne Behinderung (> gemeinsamer Unterricht).

Die Schulträger können so finanzielle Mittel erhalten, um

die notwendigen Rahmenbedingungen für eine inklusive Beschulung

zu schaffen. Dazu gehören beispielsweise Umbaumaßnahmen,

Anschaffung von technischen Hilfsmitteln oder Personaleinsatz für

Therapie und Pflege. Die früher bestehenden Fördermöglichkeiten

des Finanz- und Gerätepools sind heute Bestandteile der Inklusionspauschale.

Der Gesamtprozess wird durch eine verantwortliche Stelle/Person

beim jeweils zuständigen Dezernat der beteiligten Kreise bzw.

kreisfreien Städte koordiniert. Angefangen von Klasse 8 bis zum

Verbleib der Jugendlichen nach der Ausbildung werden alle Maßnahmen

und die Vielzahl der beteiligten Institutionen aufeinander

abgestimmt. Fallkonferenzen und ehrenamtliche Lotsen ab Klasse

10 (siehe > Bildungsbegleitung) sind Beispiele für projektspezifische

Förderansätze.

Im Jahr 2010 nahmen neun Kreise und kreisfreie Städte an dem

Projekt teil. Hinzu kommen die Regionen des Landes, die sich am

Modellvorhaben > Ein-Topf beteiligen. Ergänzend gefördert wird das

Projekt durch den Europäischen Sozialfonds und das Ministerium

für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen.

Koordination

Förderung

122 123


i – Integration unternehmen! (Programm)

Integrationsamt


i

Projekt

Das Projekt ILJA ist inzwischen beendet. Ergebnisse

einer empirischen Untersuchung zur Umsetzung

in den beteiligten Modellkommunen ist verfügbar

unter www.gib.nrw.de (Stichwort „ilja“)

Integration unternehmen! (Programm)

Das Landesprogramm „Integration unternehmen!“ fördert die

Schaffung neuer Arbeitsplätze für > schwerbehinderte Menschen

in > Integrationsprojekten. Es sollen Arbeitsplätze für Menschen

entstehen, die aufgrund ihrer Behinderung kaum Chancen auf

dem allgemeinen > Arbeitsmarkt haben.

Das Land Nordrhein-Westfalen gewährt dafür im Rahmen der

verfügbaren Haushaltsmittel Zuschüsse zu den notwendigen Gesamtinvestitionen.

Diese Zuschüsse können von den Integrationsämtern

der Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-

Lippe (LWL) aus Mitteln der Ausgleichsabgabe ergänzt werden.

Die kombinierte Gesamtförderung kann bis zu 80 Prozent der notwendigen

Gesamtinvestitionen betragen. Je neuer Arbeitsplatz für

einen schwerbehinderten Menschen beträgt die Förderung maximal

20.000 Euro.

Integrationsamt

Die Aufgaben des Integrationsamtes ergeben sich aus dem zweiten

Teil des > Sozialgesetzbuches (SGB) IX und umfassen vor allem:

> die > Begleitende Hilfe im Arbeitsleben,

> den besonderen > Kündigungsschutz für schwerbehinderte

Menschen,

> Bildungs- und Informationsangebote für das betriebliche > Integrationsteam

> die Erhebung und Verwendung der > Ausgleichsabgabe.

Das Integrationsamt

fördert die berufliche

Eingliederung schwerbehinderter

Menschen

Mehr Informationen

www.arbeit.nrw.de > Arbeit > Wege in Arbeit

finden > Integration unternehmen

Ansprechpartner/Kontakt

Das Integrationsamt des Landschaftsverbandes

Rheinland (LVR) findet man im Internet unter

www.integrationsamt.lvr.de

Kontaktadresse: siehe Anhang, Seite 214

124 125


i – Integrationsfachdienst

Integrative Beschulung


i

Integrationsfachdienst

Integrationsfachdienste sind Dienste Dritter, die im Auftrag der >

Integrationsämter, der > Agenturen für Arbeit und weiterer > Rehabilitationsträger

arbeiten. Die Integrationsfachdienste unterstützen,

begleiten und betreuen schwerbehinderte Menschen, die

einen besonderen Bedarf an arbeitsbegleitender Betreuung benötigen,

um in den allgemeinen > Arbeitsmarkt integriert zu werden.

Dazu gehören auch behinderte Schulabgänger.

Für Arbeitgeber sind diese Fachdienste ein wichtiger Ansprechpartner

in allen Angelegenheiten der Beschäftigung schwerbehinderter

Menschen. Sie informieren und beraten die Betriebe

umfassend, klären die in Frage kommenden Leistungen für den

Arbeitgeber ab und unterstützen ihn bei der Beantragung.

men häufig gemeinnützige Einrichtungen (z.B. Deutsches Rotes

Kreuz, Malteser Hilfsdienst).

Integrationsprojekte

Integrationsprojekte sind rechtlich und wirtschaftlich selbstständige

Unternehmen oder unternehmensinterne Betriebe

oder Abteilungen auf dem allgemeinen > Arbeitsmarkt. Integrationsprojekte

beschäftigen vor allem > besonders betroffene

schwerbehinderte Menschen. Zu ihren Aufgaben gehört es auch,

schwerbehinderte Schulabgänger von Förderschulen mit der

Aussicht auf eine Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt

zu qualifizieren.

Integrationsfirmen

> Integrationsprojekte

Integrationshelfer

Um die Beschulung eines Kindes mit sonderpädagogischem Förderbedarf

zu ermöglichen, kann ein Integrationshelfer (auch

Schulbegleiter genannt) eingesetzt werden. Ein Integrationshelfer

ist eine Person, die den Schüler während eines Teils oder auch der

gesamten Schulzeit (einschließlich des Schulwegs) begleitet, um

Defizite zu kompensieren und Hilfestellung zu leisten. Meistens

handelt es sich dabei um einen Teilnehmer am Freiwilligen Sozialen

Jahr. Im Einzelfall können aber auch Kinderpflegerinnen, Erzieherinnen,

Hausfrauen oder Hausmänner als Integrationshelfer

eingesetzt werden. Die Kosten für Integrationshelfer übernehmen

die für den Wohnort zuständigen Sozialhilfeträger (Stadt, Gemeinde)

auf Antrag. Die Vermittlung von geeigneten Kräften überneh-

Integrationsteam

Die > Schwerbehindertenvertretung bildet zusammen mit dem Betriebs-

oder Personalrat und einem vom Arbeitgeber bestimmten

Beauftragten für die Angelegenheiten schwerbehinderter Menschen

das betriebliche Integrationsteam. Es ist für den Arbeitgeber

ein wichtiger Partner, wenn es um die betrieblichen Belange der

schwerbehinderten Beschäftigten geht.

Integrative Beschulung

Bei der integrativen Beschulung werden Kinder und Jugendliche mit

sonderpädagogischem Förderbedarf zusammen mit nicht behinderten

Schülern in einer Regelschule unterrichtet. Die sonderpädagogische

Förderung findet im Rahmen enger fachlicher Kooperation

zwischen einer sonderpädagogischen Lehrkraft und den Lehrern der

allgemeinen Schule statt. Um behinderungsbedingte Nachteile zu

vermeiden, können die Unterrichtsgestaltung und die Lerninhalte

individuell angepasst werden. Die behinderten Schüler erhalten

126 127


i – Integrative Lerngruppe

den gleichen Umfang an sonderpädagogischer Förderung, den sie

auch an einer entsprechenden > Förderschule bekommen würden.

J

Gemeinsamer

Unterricht

Integrative

Lerngruppen

Man unterscheidet bei der integrativen Beschulung zwischen dem

> gemeinsamen Unterricht und integrativen Lerngruppen. Beide

Formen können in allgemeinen Schulen der Sekundarstufe I (bis

Klasse 10) eingerichtet werden.

Gemeinsamer Unterricht ist möglich, wenn die behinderten Schüler

das Lernziel der allgemeinen Schule erreichen können. Dies sind

in der Regel Kinder und Jugendliche mit den Förderschwerpunkten

Sehen, Hören, Sprache, körperliche und motorische Entwicklung

sowie emotionale und soziale Entwicklung. Beim gemeinsamen

Unterricht wird der behinderte Schüler im Klassenverband seiner

Altersstufe unterrichtet.

Integrative Lerngruppen ermöglichen auch Schülern mit den Förderschwerpunkten

Lernen und Geistige Entwicklung die Fortführung

gemeinsamen Lernens in einer allgemeinen Schule nach

Beendigung ihrer Grundschulzeit. Eine integrative Lerngruppe

besteht in der Regel aus mindestens fünf Schülerinnen und Schülern

mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die teilweise andere

Lernziele und andere Bildungsabschlüsse verfolgen als der Rest der

Klasse. Häufig ist eine integrative Lerngruppe integraler Bestandteil

einer Jahrgangsklasse und tritt somit nicht als „gesonderte“

Gruppe in Erscheinung.

Jahrgangsstufenkonferenz

> Klassenkonferenz

Jobbörse

Es gibt heute viele Jobbörsen, also Online-Stellenmärkte. Das

größte deutsche Angebot ist die JOBBÖRSE der > Agentur für Arbeit.

Man kann darin nach freien Stellen oder Ausbildungsplätzen

suchen. Die Suchmaske der JOBBÖRSE lässt sich um „weitere

Suchkriterien“ erweitern: zum Beispiel können ausschließlich für

schwerbehinderte oder ihnen gleichgestellte Menschen gemeldete

Stellenangebote angezeigt werden.

Mehr Informationen

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

Integrative Lerngruppe

> Integrative Beschulung

Interessen- und Fähigkeitsprofil

Jobcoach

> Betriebliches Arbeitstraining

> Potenzialanalyse

128

129


J – Jobcoaching

Jugendsozialarbeit


j

Bestandteile

Jobcoaching

> Betriebliches Arbeitstraining

Jobmappe NRW

Um individuelle Kompetenzen von Jugendlichen mit weniger geradlinigen

Ausbildungsbiografien zu erkennen und besser sichtbar

zu machen, gibt es die „Jobmappe NRW“. Mit diesem Instrument

können Jugendliche beim Übergang Schule-Beruf eigenständig ihren

Ausbildungs- und Berufsweg planen und ihre Lernergebnisse

dokumentieren. Die Jobmappe NRW ist zugleich ein Instrument

der pädagogischen Förderbegleitung und unterstützt die Arbeit

der Bildungsträger.

Die Jobmappe NRW besteht aus drei Teilen: einem DIN A4-Ordner

mit gedruckten Unterlagen, einem USB-Stick (zur digitalen Bearbeitung

und Speicherung aller Formulare und Dokumente) und

dem Internetportal www.jobmappe.nrw.de. Herausgegeben wird

die Jobmappe NRW vom nordrhein-westfälischen Arbeitsministerium.

Seit September 2008 wird sie in verschiedenen Programmen

zur > Berufsvorbereitung, Beschäftigung und Ausbildung von Jugendlichen

eingesetzt.

Mehr Informationen

www.jobmappe.nrw.de

Jugendberufshilfe

Die Jugendberufshilfe ist ein Handlungsfeld der > Jugendsozialarbeit.

Sie unterliegt damit dem Verantwortungsbereich der Kommunen

und Kreise. Die Aufgaben der Jugendberufshilfe können jedoch

in deren Auftrag durch externe Träger übernommen werden.

Die einzelnen Angebote der Jugendberufshilfe unterscheiden sich

daher regional.

Die Jugendberufshilfe richtet sich an sozial benachteiligte und individuell

beeinträchtigte junge Menschen bis zum 27. Lebensjahr.

Sie bietet für diese Zielgruppe Angebote zur beruflichen Orientierung

und Qualifizierung. Sie berät, fördert schulische Abschlüsse,

leistet einen Beitrag zur > Berufsvorbereitung und > Berufsorientierung,

unterstützt in der > Berufsausbildung, der beruflichen Weiterbildung

und Qualifizierung sowie der Arbeitsvermittlung und

Beschäftigung. Sie nutzt dabei eigene Konzepte und besondere

Methoden (Individuelle Förderplanung, > Kompetenzfeststellungsverfahren,

Casemanagement u.a.). Die inhaltliche Nähe zu anderen

Institutionen der Berufsvorbereitung führt zu einer engen Kooperation

mit diesen Partnern.

Jugendsozialarbeit

Als Teil der Kinder- und Jugendhilfe ist es Aufgabe der Jugendsozialarbeit,

sozial benachteiligte junge Menschen bis 27 Jahre besonders

zu unterstützen sowie deren berufliche und gesellschaftliche

Integration und aktive Teilhabe am Gemeinwesen zu fördern.

Dabei geht es um junge Menschen, deren Lebensweg durch ein

problematisches soziales Umfeld, familiäre Bedingungen oder

kulturelle Aspekte erschwert ist. Aber auch um individuell beeinträchtigte

Jugendliche, die beispielsweise durch Lernstörungen,

psychische Belastungen oder Drogen eine verminderte Lebensqualität

erfahren.

Berufliche

Orientierung und

Qualifizierung

130 131


j – Jugendwerkstatt

Benachteiligtenförderung

Die pädagogische Arbeit der Jugendsozialarbeit beschränkt sich

nicht darauf, berufliche Kenntnisse und Qualifikationen zu vermitteln,

sondern auch die Persönlichkeit der Jugendlichen sowie

ihr Umfeld zu stärken. Deshalb ist das Spektrum der Jugendsozialarbeit

weit gefasst mit den Bereichen Bildung und Arbeitsmarkt,

Migration und Integration sowie Soziales und Wohnen. Vor allem

die Benachteiligtenförderung auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt

nimmt einen breiten Raum ein.

Kammern

K

Förderangebot

Jugendwerkstatt

Jugendwerkstätten bieten sozial benachteiligten und individuell

beeinträchtigten Jugendlichen Hilfestellung beim Übergang von

der Schule in den Beruf sowie bei der Entwicklung einer für sie realistischen

Lebensplanung. Ziele sind Stabilisierung der Persönlichkeit,

Erlernen von Schlüsselqualifikationen, Erkennen der eigenen

Kompetenzen, Lebensweltorientierung sowie Berufs- und Arbeitsmarktorientierung.

Jugendliche ohne oder mit nur unterdurchschnittlichem Schulabschluss

erhalten gezielte sozialpädagogische Förderung im

Rahmen handwerklich orientierter Projekte. An drei Tagen in der

Woche werden sie in einer Ausbildungswerkstatt von erfahrenen

Ausbildern angelernt. An den übrigen zwei Tagen besuchen sie

den Unterricht in Ausbildungsvorbereitungsklassen des > Berufskollegs.

Auf diesem Weg können die Jugendlichen für das spätere

Berufsleben wichtige Kompetenzen und Fertigkeiten erwerben

und gleichzeitig berufsrelevante Anforderungen kennen lernen.

Die Maßnahme dauert neun Monate.

Die Kammern sind die Selbstverwaltungsorgane der Wirtschaft. Sie

sind nach Wirtschaftsbereichen und Regionen gegliedert (Handwerkskammer,

Industrie- und Handelskammer, Landwirtschaftskammer,

Kammern der Freien Berufe). Nach dem Berufsbildungsgesetz

sind die Kammern die zuständigen Stellen für die Aus- und

Weiterbildung in > anerkannten Ausbildungsberufen oder nach

> besonderen Ausbildungsregelungen für behinderte Menschen. Bei

den Kammern werden die Ausbildungsverhältnisse eingetragen

und sie nehmen auch die Zwischen- und Abschlussprüfungen ab.

Für Fragen zur Ausbildung stehen die > Ausbildungsberater der Kammern

zur Verfügung. Sie sind Ansprechpartner, wenn es beispielsweise

um > Ausbildungserleichterungen und um die Möglichkeit

einer Ausbildung nach besonderen Ausbildungsregelungen für behinderte

Menschen geht (siehe auch > Fachberater der Kammern).

Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf

in NRW (Programm)

Mit dem Programm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ wird ein neues

Übergangssystem Schule-Beruf in Nordrhein-Westfalen eingeführt.

Es unterstützt junge Menschen frühzeitig bei der Berufsorientierung,

der Berufswahl und beim Eintritt in eine Ausbildung.

Ziel ist es, den Jugendlichen nach der Schule möglichst rasch eine

Anschlussperspektive für eine Berufsausbildung oder ein Studium

zu eröffnen.

Ausbildungsberater

132

133


k –

Kein Abschluss ohne Anschluss (PROGRAMM)

Klassenkonferenz


k

Zentrale Elemente

Schrittweise

Einführung

Das neue Übergangssystem konzentriert sich auf die folgenden

Maßnahmen:

> > Berufsorientierung an den allgemeinbildenden Schulen stärken:

Spätestens ab Klasse 8 erhalten alle Schülerinnen und

Schüler eine verbindliche, systematische Berufs- und Studienorientierung.

Ein wichtiges Element ist dabei das > Betriebspraktikum.

> Übergang in Ausbildung oder Studium organisieren: Vor Schulende

wird den Jugendlichen eine konkrete persönliche Anschlussvereinbarung

gegeben. In der 10. Klasse erhalten die

Jugendlichen mit entsprechender > Ausbildungsreife ein Ausbildungsangebot,

vorrangig in Betrieben. Alle nicht ausbildungsreifen

Jugendlichen erhalten unmittelbar im Anschluss an die

allgemeinbildende Schule ein individuell abgestimmtes Übergangsangebot.

Ziel ist die Förderung der Ausbildungsreife, um

baldmöglichst eine > Berufsausbildung beginnen zu können.

> Aktivitäten auf kommunaler Ebene koordinieren: Ziel der kommunalen

Koordinierung ist es, einen nachhaltigen und systematischen

Übergang von der Schule in den Beruf zu fördern

und erforderliche Abstimmungsprozesse zu organisieren. Darüber

hinaus soll sie zu einer kontinuierlichen Weiterentwicklung

und gezielten Systematisierung der unübersichtlichen

Maßnahmenvielfalt beitragen.

Angesichts der großen Anzahl von Schülerinnen und Schülern wird

das neue Übergangssystem Schule-Beruf schrittweise eingeführt.

Bis Ende 2016 soll es vollständig ausgebaut sein.

Mehr Informationen

www.keinabschlussohneanschluss.nrw.de

Klasse für Schülerinnen und Schüler ohne

Berufsausbildungsverhältnis

Die Klasse für Schülerinnen und Schüler ohne Berufsausbildungsverhältnis

(KSoB) soll den Übergang in ein betriebliches Ausbildungsverhältnis

erleichtern. Der Bildungsgang am > Berufskolleg dauert

ein Jahr. Die Jugendlichen erwerben berufliche Kenntnisse, die auf

eine betriebliche Ausbildung vorbereiten und ihre Chancen auf dem

Ausbildungs- und Arbeitsmarkt verbessern sollen. Außerdem können

sie den Hauptschulabschluss (nach Klasse 9) nachholen.

Die Jugendlichen besuchen an zwei Tagen in der Woche die Berufsschule.

An den übrigen drei Tagen nehmen sie teil …

> an einer > berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme der Agentur

für Arbeit oder

> am > Werkstattjahr oder

> an einem > Betriebspraktikum (von Schulseite begleitet).

Absolviert der Schüler ein Betriebspraktikum, wird der Unterricht

der Berufsschule eng mit der Arbeit im Betrieb abgestimmt.

Klassenkonferenz

Nach dem Schulgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen sind

Mitglieder der Klassenkonferenz die Lehrerinnen und Lehrer sowie

das pädagogische und sozialpädagogische Personal. Den Vorsitz

führt die Klassenlehrerin oder der Klassenlehrer.

Die Klassenkonferenz entscheidet über die Bildungs- und Erziehungsarbeit

der Klasse. Sie berät über den Leistungsstand der

Schülerinnen und Schüler und trifft die Entscheidungen über

Zeugnisse, Versetzungen und Abschlüsse.

Inhalt und Ablauf

Aufgaben

Wenn kein Klassenverband besteht, werden die Aufgaben der

Klassenkonferenz von der Jahrgangsstufenkonferenz wahrgenommen.

Mitglieder der Jahrgangsstufenkonferenz sind alle in der je-

Jahrgangsstufenkonferenz

134 135


k –

Komm auf Tour (Projekt)

Kommunale Integrationszentren


k

weiligen Jahrgangsstufe unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrer.

Den Vorsitz führt der Stufenleiter, der mit der Organisation der

Jahrgangsstufe beauftragt ist.

Komm auf Tour (Projekt)

Komm mit! (Projekt)

„Komm mit! Fördern statt Sitzenbleiben“ ist eine gemeinsame Initiative

des Schulministeriums und Vertretern von Lehrerorganisationen

in Nordrhein-Westfalen. Mit ihr soll die Sitzenbleiber-Quote in

den Jahrgangsstufen 7, 8 und 9 schrittweise reduziert werden.

Berufsorientierung

und Lebensplanung

Erlebnisparcours

„Komm auf Tour – meine Stärken, meine Zukunft“ ist ein Projekt

der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Es

unterstützt Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 und 8 primär

an Haupt-, Gesamt- und Förderschulen darin, ihre Interessen und

Stärken frühzeitig zu entdecken.

Studien zeigen, dass eine drohende Perspektivlosigkeit bei Jugendlichen

Auswirkungen auf die gesamte Lebensplanung, insbesondere

auch auf die Berufsplanung, hat. Tendenziell riskieren

bildungsfernere Jugendliche häufiger eine ungewollte Schwangerschaft

und haben größere Schwierigkeiten, eine gleichberechtigte

Beziehung aufzubauen. Deshalb werden die Jugendlichen

darin unterstützt, realisierbare Zukunftspläne zu entwickeln.

Zentrales Angebot ist ein 500 Quadratmeter großer mobiler

Erlebnis parcours. Vorbereitend finden ein Workshop für Lehrer und

ein Informationsabend für Eltern statt. Die Projektumsetzung und

die nachhaltige Einbettung in regionale Maßnahmen werden in

Kooperationstreffen der örtlichen Institutionen der > Berufsorientierung

und der Lebensplanung vereinbart.

Projekt

Mehr Informationen zu dem Angebot, darunter

ein virtueller Rundgang durch den Erlebnis -

parcours, unter www.komm-auf-tour.de

Projekt

Das Projekt „Komm mit!“ wird wissenschaftlich

begleitet. Mehr Informationen unter

www.zukunftsschulen-nrw.de

Kommunale Integrationszentren

Kommunale Integrationszentren in Nordrhein-Westfalen unterstützen

die interkulturelle Schulentwicklung, die auf eine durchgängige

Sprachbildung von jungen Menschen mit Migrationshintergrund

und auf die Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus

setzt. Besondere Aufmerksamkeit liegt auf den Übergängen zwischen

den Bildungsstufen – von der Kindertagesstätte bis zum

Übergang von der Schule in den Beruf.

Die kommunalen Integrationszentren führen seit 2012 die bisherige

Arbeit der > Regionalen Arbeitsstellen zur Förderung von Kindern

und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA) und der so genannten

KOMM-IN-Projekte (für kommunale Integrationsarbeit)

zusammen.

136 137


k –

Kompetenzcheck

Kompetenzzentrum


k

Inhalt und Ablauf

Berufliche Eignung

Kompetenzcheck

Der „Kompetenzcheck Ausbildung NRW“ ist ein > Kompetenzfeststellungsverfahren,

das sich 2006 in Nordrhein-Westfalen

erstmalig an die 9. Klassen der > Förderschulen sowie der Haupt-,

Real- und Gesamtschulen richtete. Der Kompetenzcheck soll die

individuellen Fähigkeiten, Stärken sowie Interessen des Jugendlichen

bewusst machen und berufliche Perspektiven aufzeigen.

Während des zweitägigen Programms durchlaufen die Jugendlichen

verschiedene Gruppenübungen, Berufsinteressentests und

computergestützte (Schul-)Leistungstests. Hierbei werden sie von

qualifiziertem Personal beobachtet und begleitet. Der Fokus liegt

dabei auf den personalen, sozialen und methodischen Kompetenzen

der Jugendlichen (> Schlüsselqualifikationen) Darüber hinaus

werden berufsbezogene Neigungen und Fähigkeiten ermittelt.

Der flächendeckend angebotene und geförderte Kompetenzcheck

wird mittlerweile in Einzelmaßnahmen angeboten und kann dort

auch in abgewandelter Form durchgeführt werden.

Kompetenzfeststellung

Die Auseinandersetzung mit den eigenen Interessen, Fähigkeiten

und Bedürfnissen zu fördern, ist ein zentraler Baustein in der > Berufsorientierung

junger Menschen. Verfahren zur Kompetenzfeststellung,

wie die > Potenzialanalyse, können Schülern helfen, ihre

individuellen Voraussetzungen mit Blick auf berufliche und schulische

Anschlüsse für sich zu klären.

Der Abgleich zwischen individuellem Kompetenzprofil und Anforderungsprofil

eines Berufsbildes erlaubt es, die > Eignung einer

Person für eine bestimmte Ausbildung oder Beschäftigung einzuschätzen.

Für Menschen mit Behinderungen gibt es eine ganze

Reihe spezieller > Kompetenzfeststellungsverfahren.

Kompetenzfeststellungsverfahren

Verfahren zur > Kompetenzfeststellung sind Instrumente, mit denen

informell und formell erworbene Kompetenzen erfasst, beurteilt

und überprüft werden. Sie dienen dazu herauszufinden, über

welche beruflichen Kompetenzen, > Schlüsselkompetenzen und

persönlichen Ressourcen eine Person verfügt.

Sie werden eingesetzt, um berufliche Begabungen zu entdecken

und adäquate Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen empfehlen

zu können.

Die Mehrzahl der Kompetenzfeststellungsverfahren bedient sich

meist einfacher, teilweise EDV-gestützter Befragungen, bei denen

junge Menschen eigenständig Fragen zu Interessen, Erfahrungen

und Fähigkeiten beantworten. Eine andere Möglichkeit ist die Beobachtung

und Beurteilung junger Menschen und ihrer Kompetenzen

durch Lehrer, Ausbilder und sonstige Anleiter. Schließlich

gibt es noch die meist deutlich aufwändigeren und zeitintensiveren

Assessment-Center-Verfahren. Hier bearbeiten die Teilnehmer

Gruppen- oder Einzelaufgaben, wobei sie von geschulten Fachkräften

in Bezug auf unterschiedliche Kompetenzen beobachtet und

anschließend beurteilt werden.

Die Agentur für Arbeit kann Kompetenzfeststellungsverfahren als

Bestandteil der (erweiterten) vertieften > Berufsorientierung fördern.

Ein Standardverfahren in der Berufsorientierung an Schulen

in Nordrhein-Westfalen ist die > Potenzialanalyse.

Kompetenzzentrum

Nach dem Schulgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen kann

der Schulträger > Förderschulen zu Kompetenzzentren für die sonderpädagogische

Förderung ausbauen. Sie dienen vor allem der

schulischen Förderung von Schülerinnen und Schülern mit son-

Ziel

Methoden

Berufsorientierung

138 139


k –

Kooperationsklassen Hauptschule-Berufsorientierungsjahr

Kooperationsnetz Unternehmen der Region ... (Initiative)


k

Förderung

an Regelschulen

derpädagogischem Förderbedarf. Im Fall umfassender schulischer

Schwierigkeiten bietet das Kompetenzzentrum besondere Angebote

zur Diagnose, Beratung und wohnortnahen Förderung.

Seit dem Schuljahr 2008/2009 wird dieses Konzept in Nordrhein-

Westfalen in 20 Pilotregionen erprobt. Im Mittelpunkt der Erprobungsphase

stehen Förderschulen der Förderschwerpunkte

Lernen, Emotionale und soziale Entwicklung sowie Sprache. Die

wohnortnahe Förderung soll dazu beitragen, verstärkt sonderpädagogische

Förderung an der allgemeinen Schule anzubieten

bzw. den Bedarf an sonderpädagogischer Förderung erst gar

nicht entstehen zu lassen (vgl. Leitideen der > UN-Behindertenrechtskonvention).

Im Grundsatz bedeutet dies, dass die Sonderpädagogen

individuellen Förderbedarf in der Regelschule abdecken.

Der Wechsel an eine Förderschule soll so vermieden werden.

Grundvoraussetzung ist die Vernetzung der Kompetenzzentren

mit weiteren Schulen, Trägern der Jugendhilfe, außerschulischen

und medizinischen Einrichtungen sowie unterschiedlichen Beratungsstellen

(siehe auch > Netzwerkarbeit).

Erste Untersuchungen zeigen, dass Kompetenzzentren eine flexiblere

sonderpädagogische Unterstützung in den allgemeinen

Schulen ermöglichen. Im Prozess der > Inklusion werden Kompetenzzentren

nur als Zwischenschritt angesehen. Ausbau und Fortbestand

sind in Nordrhein-Westfalen nicht geplant.

Kooperationsklassen

Hauptschule-Berufsorientierungs jahr

Die Kooperationsklasse richtet sich an schulmüde Jugendliche

nach der 8. Klasse, die voraussichtlich den Hauptschulabschluss

nicht schaffen werden. Sie können in einer zweijährigen Phase die

Kooperationsklasse am > Berufskolleg besuchen.

Der fachpraktische und fachtheoretische Unterricht (etwa ein Drit-

tel des Unterrichts) orientiert sich an den ministeriellen Vorgaben

zum > Berufsorientierungsjahr. Der Unterricht in allen Fächern ist

am Lehrplan der Hauptschule angelehnt. Ziel ist der Erwerb des

Hauptschulabschlusses mit gleichzeitiger Berufsorientierung in

mehreren Berufsfeldern.

Auf dem Stundenplan der Kooperationsklasse Hauptschule-

Berufsorientierungsjahr stehen:

> Hauptschule mit 19 Wochenstunden,

> Berufskolleg mit 12 Wochenstunden,

> mehrwöchige > Betriebspraktika sowie

> Kompetenzchecks und Bewerbungstrainings (im ersten Jahr).

ß

Hinweis

Die Maßnahme „Kooperationsklasse“ befindet sich

derzeit (Stand: 2013) noch im Erprobungsstadium.

Kooperationsnetz Unternehmen

der Region und Schulen (Initiative)

Das „Kooperationsnetz Unternehmen der Region und Schulen“

(KURS) macht aus Schulen und benachbarten Betrieben Lernpartner,

die auf der Basis fester Vereinbarungen zum gegenseitigen

Nutzen miteinander kooperieren.

Die Initiative KURS unterstützt Schulen dabei, Wirtschaft am konkreten

Beispiel eines Partnerunternehmens für Schülerinnen und

Schüler anschaulich und greifbar zu machen. Die teilnehmenden

Betriebe wiederum können sich als Arbeitgeber und „gute Nachbarn“

präsentieren. Schulen und Betriebe werden durch Koordinatoren

– das sind speziell geschulte Lehrkräfte – beim Aufbau der

Unterrichtsorganisation

Lernpartnerschaften

140 141


k –

Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle

Körperbehinderungen


k

Träger

> Lernpartnerschaften unterstützt und in der Zusammenarbeit begleitet.

KURS ist eine Gemeinschaftsinitiative der Bezirksregierung Köln

so wie der Industrie- und Handelskammern zu Aachen, Bonn/

Rhein-Sieg und Köln und der Handwerkskammer zu Köln. Sie ist

in allen elf Kreisen und kreisfreien Städten des Regierungsbezirks

Köln mit jeweils einem Basisbüro (im zuständigen Schulamt) vertreten.

Das KURS-Zentralbüro beim Bonner Institut Unternehmen

& Schule ist das Bindeglied zwischen den Trägerorganisationen

und den regionalen Kooperationsnetzen.

Körperbehinderungen

Der Begriff der Körperbehinderung ist eine Sammelbezeichnung

für sämtliche Erscheinungsformen und Schweregrade körperlicher

Bewegungseinschränkungen, die sich aus Schädigungen des

Stütz- und Bewegungsapparates und aus anderen inneren oder

äußeren Schädigungen des Körpers und seiner Funktionen ergeben.

Während die körperliche Bewegungsfähigkeit in der Regel

beeinträchtigt ist, entsprechen die individuellen Ausprägungen im

Denken, Fühlen und Handeln der Vielfalt menschlicher Leistungsfähigkeit

und Verhaltensweisen.

Mehr Informationen

www.kurs-koeln.de

Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle

Die Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstellen (KoKoBe) bilden

ein rheinlandweites Beratungsnetz für Menschen mit geistiger

Behinderung. In den KoKoBe erhalten Betroffene und auch

Angehörige individuelle Beratung, Unterstützung bei der Hilfeplanung,

Informationen zu Freizeitangeboten sowie zu den Themen

Wohnen und Arbeiten. Das Beratungsangebot ist kostenlos.

Darüber hinaus sollen KoKoBe dazu beitragen, die ambulanten

Unterstützungsangebote für Menschen mit Behinderungen in der

jeweiligen Region zu koordinieren und bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.

Finanziert werden die KoKoBe durch den Landschaftsverband

Rheinland (LVR).

Für die Gruppe der Menschen mit Körperbehinderungen steht

grundsätzlich die ganze Bandbreite beruflicher Rehabilitation offen.

Selbst bei schwerster motorischer Schädigung können akademische

Berufe erreichbar sein. Genauso ist es denkbar, dass mehrfache

Behinderungen die Teilnahme an Arbeit und Beruf massiv

einschränken, so dass auch ein Leben ohne Erwerbsarbeit Realität

sein kann. Die jeweilige tatsächliche Leistungsfähigkeit ist erst in

der praktischen Erprobung zu beurteilen.

Körperbehinderungen können in verschiedene Erscheinungsformen

unterteilt werden:

Schädigungen des Zentralnervensystems:

> Querschnittslähmung

> Hirnschädigungen, zerebrale Bewegungsstörungen (Spastik,

Athe tose, Ataxie)

> Multiple Sklerose

Schädigungen des Skelettsystems:

> Fehlstellung der Wirbelsäule und Rückgratverkrümmungen

(Sko liosen, Lordosen, Kyphosen)

> Wirbelgleiten

> Glasknochenkrankheit (Osteogenesis imperfecta)

> Gelenkfehlstellungen (Luxationen)

Erscheinungsformen

142 143


k –

Kündigungsschutz

Schädigungen der Gliedmaßen:

> Gliedmaßenverlust (Amputationen)

> Gliedmaßenfehlbildungen (Dysmelien)

L

Muskelsystemerkrankungen: Muskelatrophie, Muskeldystrophie

u.a.

Hilfen im Arbeitsleben

Rheumatische Gelenkerkrankungen: Arthrose, Arthritis, Polyarthritis

u.a.

Neben der Kompensation der vorhandenen Bewegungseinschränkungen

geht es auch darum, einseitige Belastungen und Fehlhaltungen

durch unergonomische Arbeitsbedingungen zu vermeiden. Die

behinderungsgerechte Gestaltung des Arbeitsplatzes um fasst drei

wesentliche Aspekte: Erstens, die Ausstattung des Arbeitsplatzes,

etwa durch den Einsatz von > technischen Arbeitshilfen. Zweitens,

die Arbeitsorganisation. Das betrifft zum Beispiel den Arbeitsablauf,

die Zusammenarbeit im Team, die Arbeitszeit oder Pausenregelungen.

Drittens, bei Bedarf die Schulung des behinderten Mitarbeiters

im Umgang mit einem technischen Hilfsmittel. Der > Technische Beratungsdienst

des Integrationsamtes bietet Unterstützung bei der

behinderungsgerechten Arbeitsplatzgestaltung vor Ort.

Kündigungsschutz

Der besondere Kündigungsschutz besagt, dass ein Arbeitgeber

zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses eines schwerbehinderten

Beschäftigten die vorherige Zustimmung des > Integrationsamtes

benötigt. Dadurch sollen behinderte Beschäftigte vor Nachteilen

geschützt werden, die aufgrund ihrer Behinderung entstehen.

Gleichzeitig kann das Integrationsamt dem Arbeitgeber seine professionelle

Hilfe anbieten, um den Arbeitsplatz zu erhalten.

Langzeitpraktikum

Langzeitpraktika sind > Betriebspraktika, die sich über mehrere

Monate bis zu einem Jahr erstrecken können. Sie werden inzwischen

auch von Schulen eingesetzt, um Jugendliche mit besonderem

Förderbedarf beim Übergang in Ausbildung und Beruf zu unterstützen.

Dies betrifft viele Schüler an Förderschulen und auch

Hauptschulen. Für sie reichen die > Schülerbetriebspraktika zur beruflichen

Orientierung allein nicht aus.

Ein Langzeitpraktikum bietet mit seiner Nähe zur Arbeits- und Berufswelt

viele Vorteile:

> Die Schüler können bereits vorhandene Kompetenzen einbringen,

die im schulischen Alltag nicht in dem Maße gefordert

sind.

> Durch die unmittelbare Erfahrung der Anforderungen lernen

sie, sich selbst besser einzuschätzen.

> Die „Ernstsituation“ der Arbeit im Betrieb steigert die Motivation

auch für schulisches Lernen.

> Sie erhalten eine zusätzliche Möglichkeit, sich um Ausbildungsstellen

zu bewerben.

In der Regel beginnt das Langzeitpraktikum mit einem zwei- bis

dreiwöchigen Block im Betrieb, um sich mit dem Betrieb und seinen

Abläufen vertraut zu machen. Danach arbeiten die Schülerinnen

und Schüler über das weitere Schuljahr an einem oder zwei

Tagen in der Woche im Betrieb und an den anderen Tagen besuchen

sie den Schulunterricht. Der Betrieb stellt über das Praktikum

eine Bescheinigung bzw. eine Beurteilung aus.

Vorteile

Verlauf

144

145


l –

Lehrerbetriebspraktikum

Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben


l

Voraussetzung

Unterstützende

Strukturen

Ablauf

Die Teilnahme an einem Langzeitpraktikum setzt eine Empfehlung

der > Klassenkonferenz sowie die Zustimmung der Schülerin oder

des Schülers und der Eltern voraus. Langzeitpraktika sind jeweils

an den individuell vereinbarten Zielen ausgerichtet und werden

daher als Instrument flexibel eingesetzt.

Mit dem Projekt > „Betrieb und Schule“ für die Sekundarstufe I und

der > Klasse für Schülerinnen und Schüler ohne Berufsausbildungsverhältnis

am Berufskolleg sind Strukturen geschaffen worden, die

Schulen, Jugendliche und Betriebe bei Langzeitpraktika unterstützen.

Lehrerbetriebspraktikum

Um die Beratungskompetenz von Lehrkräften zu erhöhen, sollen

Schulen laut > Runderlass zur Berufs- und Studienorientierung in

NRW eigenverantwortlich Lehrerbetriebspraktika durchführen.

In diesem Rahmen können Lehrkräfte der Sekundarstufen I und

II außerhalb ihres üblichen Tätigkeitsfeldes die Wirtschafts- und

Arbeitswelt in Betrieben kennen lernen und die so gewonnenen

Erkenntnisse mit in ihre Arbeit mit den Schülern einfließen lassen.

Die Praktika gelten als dienstliche Veranstaltungen und sollen zwischen

zwei Wochen (Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen)

und vier Wochen (Lehrkräfte am Berufskolleg) dauern. Angestrebt

wird auch ein Personalaustausch zwischen Lehrkräften und mit

der betrieblichen Ausbildung befassten Personen aus ortsansässigen

Wirtschaftsbetrieben. In diesem Fall übernehmen die Beteiligten

jeweils Aufgaben in Schule bzw. Betrieb, die ihren Fähigkeiten

entsprechen.

Lehrerfortbildung LVR

Im Schuljahr 2006/2007 begann eine Fortbildungsreihe für Lehrerinnen

und Lehrer an > Förderschulen. In insgesamt vier Staffeln

qualifizierten sich Lehrkräfte jeweils ein Jahr lang in Wochenend-

Seminaren und -Workshops, um den Einstieg ihrer Schülerinnen

und Schüler ins Arbeitsleben noch besser fördern können. Das Ziel

war insbesondere, die Lehrer für die Übergangsproblematik der

Jugendlichen in der Abschlussstufe zu sensibilisieren, die schulischen

Kräfte für die Unterstützung der Jugendlichen zu mobilisieren

und Hilfen für die schulische Praxis zu geben.

In der aus sieben Modulen bestehenden Fortbildung ging es darum,

Lehrern die aktuellen Anforderungen der Arbeitswelt nahe zu

bringen und sie über die Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten

für behinderte Menschen zu informieren. Auf dem Programm

standen weiterhin Themen wie > Elternarbeit, Personalauswahl

in Unternehmen, Umgang mit Behinderung, Techniken der Erhebung

von Fähigkeiten (> Kompetenzfeststellung) sowie die Arbeit

in und mit Netzwerken (> Netzwerkarbeit).

Die Fortbildungsreihe wurde mit Mitteln des regionalen Arbeitsmarktprogramms

> aktion5 finanziert. Das infas-Institut für angewandte

Sozialwissenschaft führte die Begleitforschung durch.

Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben dienen dazu, die Erwerbsfähigkeit

behinderter Menschen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit

zu erhalten, zu verbessern oder (wieder) herzustellen. Bei der

Auswahl der Leistungen werden Eignung, Neigung, bisherige Tätigkeit

sowie Lage und Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt angemessen

berücksichtigt. Soweit erforderlich, wird dabei die berufliche

> Eignung abgeklärt oder eine > Arbeitserprobung durchgeführt.

Können behinderte Menschen an den üblichen Maßnahmen der

Aus- und Weiterbildung teilnehmen, erhalten sie grundsätzlich die

gleichen Leistungen wie nicht behinderte Menschen („allgemeine

Leistungen“). Wenn jedoch aufgrund der Art und Schwere der

Module

Projektförderung

Allgemeine und

besondere Leistungen

146 147


l –

Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

Lernbehinderung


l

Art der Leistungen

Auskunft und Beratung

Behinderung spezifische Maßnahmen oder Einrichtungen erforderlich

sind, können so genannte „besondere Leistungen“ erbracht

werden, beispielsweise für eine Ausbildung in einem Berufsbildungswerk.

Für die Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben gibt es

vielfältige Leistungen, zum Beispiel:

> Hilfen zur Erhaltung oder Erlangung eines Arbeitsplatzes, darunter

Erstattung von Bewerbungskosten und Reisekosten zur

Vorstellung, Trainingsmaßnahmen, > Arbeitsassistenz, > technische

Arbeitshilfen, Kraftfahrzeughilfe (Hilfen zur Beschaffung

eines Kraftfahrzeugs usw.), Mobilitätshilfen;

> Leistungen zur Berufsvorbereitung einschließlich einer > behinderungsbedingt

erforderlichen Grundausbildung (zum Beispiel

für blinde Menschen);

> Leistungen für eine Berufsausbildung, wie die Ausbildung in

einer > Einrichtung der beruflichen Rehabilitation;

> Übernahme der Kosten für Unterkunft und Verpflegung während

einer Maßnahme;

> Übernahme weiterer Kosten zur Durchführung einer Maßnahme,

vor allem für Lehrgänge, Prüfungsgebühren, Lernmittel, Arbeitskleidung

und Arbeitsgerät;

> Leistungen zur individuellen Qualifizierung im Rahmen der

> Unterstützten Beschäftigung;

> Leistungen an Arbeitgeber, wie Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung

und zu Prüfungsgebühren;

> Leistungen im Eingangsverfahren, Berufsbildungsbereich sowie

Arbeitsbereich in einer > Werkstatt für behinderte Menschen

(WfbM).

Über mögliche Leistungen im Einzelfall beraten die Mitarbeiter

der > Agentur für Arbeit und der > Integrationsfachdienste. Sie sind

auch bei der Antragstellung behilflich.

Lernbehinderung

In der Schule gelten solche Kinder und Jugendliche als lernbehindert,

die in ihrem Lern- und Leistungsvermögen umfassend von

der Altersnorm abweichen und zusätzliche sonderpädagogische

Förderung benötigen.

Eine Lernbehinderung kann verschiedene Ursachen haben. In der

Regel wirken mehrere begünstigende Faktoren zusammen. Dazu

können eine angeborene deutlich unterdurchschnittliche Intelligenz

gehören, hirnorganische Störungen, eine verzögerte körperliche

Entwicklung, andere Behinderungen (etwa eine Hörschädigung)

oder psychische Probleme wie massive Schulangst. Eine

wichtige Rolle scheint auch das soziale Umfeld – die Familienverhältnisse,

Erziehung und Sozialisation – zu spielen.

Eine Lernbehinderung wirkt sich in vielen Fällen nicht nur auf die

kognitiven Fähigkeiten aus, sondern auch auf das Verhalten und

die Einstellung der Betroffenen. Dies äußert sich zum Beispiel in

Aggressionen oder Rückzug, Schwerfälligkeit, Distanzlosigkeit

im Umgang mit anderen Menschen, starker Verunsicherung und

mangelnder realistischer Selbsteinschätzung.

Beeinträchtigungen im Lern- und Leistungsvermögen mindern die

Chancen junger Menschen in Schule und Beruf erheblich. Durch

ein möglichst früh greifendes Netz von Hilfen der Früherkennung

und Frühförderung, der sonderpädagogischen Förderung in der

Schule, der beruflichen > Rehabilitation sowie in Freizeit und Lebensgestaltung

haben die Betroffenen jedoch gute Aussichten auf

Integration in allen Lebensbereichen.

Lernbehinderte Menschen benötigen häufig besondere Unterstützung,

um auf dem allgemeinen Ausbildungsmarkt und Arbeitsmarkt

Fuß zu fassen. Nur wenigen ist es möglich, eine Berufsausbildung

in einem > anerkannten Ausbildungsberuf zu absolvieren.

Alternativ gibt es Ausbildungen nach > besonderen Ausbildungsrege-

Ursachen und

Merkmale

Berufliche

Ersteingliederung

148 149


l – Lernpartnerschaft LVR-Budget für Arbeit – l

Tipps für den

Arbeitsplatz

Hilfen in Ausbildung

und Beruf

lungen für behinderte Menschen. Hierbei handelt es sich um Ausbildungen

mit reduziertem Theorieanteil. Aber auch Qualifizierungen

unterhalb formaler Ausbildungsgänge und Trainingsmaßnahmen

(> berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen) kommen in Frage. Die

> Unterstützte Beschäftigung kann durch eine Qualifizierung an einem

konkreten Arbeitsplatz den Weg ins Arbeitsleben ebnen.

Darauf sollte im Arbeitsleben geachtet werden:

> Arbeitsanweisungen müssen klar, leicht verständlich und überschaubar

sein.

> Betroffene ermutigen nachzufragen, wenn sie etwas nicht verstanden

haben.

> Routineaufgaben sind meist gut geeignet, da sie Sicherheit

vermitteln.

> Betroffene Jugendliche sollten im Betrieb eine Bezugsperson

bzw. einen festen Ansprechpartner für alle Fragen haben.

Lernbehinderte junge Menschen können während einer Berufsausbildung

in Betrieben oder Dienststellen schwerbehinderten Menschen

per Gesetz gleichgestellt werden, auch wenn der > Grad der

Behinderung weniger als 30 beträgt oder noch nicht festgestellt

wurde. Der Nachweis der Behinderung wird durch eine Stellungnahme

der > Agentur für Arbeit oder durch einen Bescheid über

> Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben erbracht. Diese Gleichstellung

ermöglicht zusätzliche Förderleistungen durch das > Integrationsamt,

zum Beispiel eine umfassende Betreuung durch einen

> Integrationsfachdienst sowie Prämien und Zuschüsse zu den Kosten

einer betrieblichen Berufsausbildung. Integrationsfachdienste

geben Tipps für den individuellen Fall und bieten begleitende Betreuung

an, bei Bedarf auch über die Einarbeitungszeit hinaus.

Lernpartnerschaft

Im Rahmen einer Lernpartnerschaft arbeitet eine Schule mit einem

Unternehmen auf unterschiedlichen Ebenen zusammen. In der Re-

gel schließen beide eine Kooperationsvereinbarung ab. Lernpartnerschaften

gehen über einzelne, eher zufällige Kontakte hinaus

und entwickeln eine nachhaltige und systematische Form der Zusammenarbeit.

Das Engagement von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

des Unternehmens für einen wirtschaftsorientierteren Unterricht

der Schule ist ein zentrales Merkmal der Partnerschaft.

So wird Wirtschaft und Arbeitswelt am Beispiel des Partnerunternehmens

für Schülerinnen und Schüler anschaulich. Lernpartnerschaften

tragen auch dazu bei, die Ausbildungsfähigkeit der

Jugendlichen zu verbessern. Unternehmen können durch Lernpartnerschaften

ihre Beziehungen zum regionalen Umfeld verbessern

und potentielle Nachwuchskräfte gezielter ansprechen.

Verschiedene Initiativen, wie das > „Kooperationsnetz Unternehmen

der Region und Schulen“ (KURS), unterstützen interessierte

Schulen und Betriebe beim Aufbau einer Lernpartnerschaft.

LVR-Budget für Arbeit

Das „Budget für Arbeit“ des Landschaftsverbands Rheinland (LVR)

bündelt regionale Förderleistungen und Modellprojekte, die den

Übergang aus einer Werkstatt für behinderte Menschen oder aus

einer Schule in den allgemeinen Arbeitsmarkt unterstützen. Die

verschiedenen Angebote können im Einzelfall flexibel je nach Bedarf

miteinander kombiniert werden:

> > aktion5

> > Übergang 500plus – mit dem LVR-Kombilohn

> > Schule trifft Arbeitswelt (STAR)

> > Initiative Inklusion

> Zuverdienst (Förderung einer stundenweisen Beschäftigung

auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt)

Das LVR-Budget für Arbeit ergänzt die regulären gesetzlichen Fördermöglichkeiten.

Nutzen

Initiativen

150 151



M

Methodische Arbeitshilfen der Berufsorientierung


M

plätze anrechnen darf. Dies gilt insbesondere für > besonders betroffene

schwerbehinderte Menschen. Die Entscheidung über die

Mehrfachanrechnung trifft die > Agentur für Arbeit auf Antrag.

Schwerbehinderte Auszubildende werden ohne besondere Zulassung

auf zwei Pflichtplätze angerechnet.

Inhalt und Ablauf

Maßnahme zur Abklärung der beruflichen Eignung

Die Maßnahme kann jungen Menschen mit Behinderung, die keine

festen Berufsvorstellungen haben, bei der > Berufswahl unterstützen.

Am Ende sollen begründete Vorschläge für Ausbildungsberufe

oder berufliche Tätigkeiten vorliegen, einschließlich berufsvorbereitender

Bildungsmaßnahmen, wenn diese erforderlich sind.

Maßnahmen zur Abklärung der beruflichen Eignung dienen wie

die > Arbeitserprobung zur Klärung der beruflichen > Eignung.

Es werden praktische Erprobungsmöglichkeiten in mehreren Berufsfeldern

angeboten (z.B. Büro/Verwaltung, Metall, Elektro, Zeichnen,

Textil, Hauswirtschaft/Ernährung). Die Teilnehmer lernen praktische

und theoretische Anforderungen verschiedener Berufe kennen.

Hinzu kommen medizinische, psychologische und sozialpädagogische

Begleitung, Beratung und entsprechende Gutachten.

Die Maßnahme wird in > Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation,

zum Beispiel in einem Berufsbildungswerk, durchgeführt. Sie

dauert in der Regel bis zu zwölf Wochen. Ansprechpartner ist das

> Reha-Team bei der Agentur für Arbeit.

Mehrfachanrechnung

Besondere Schwierigkeiten, einen Arbeitsplatz zu bekommen oder

zu erhalten, können im Einzelfall dadurch ausgeglichen werden,

dass der Arbeitgeber bei der Veranlagung zur > Ausgleichsabgabe

einen schwerbehinderten Arbeitnehmer auf zwei oder drei Pflicht-

MELBA

Die Abkürzung MELBA steht für „Merkmalprofile zur Eingliederung

Leistungsgewandelter und Behinderter in Arbeit“. Es handelt

sich dabei um ein Verfahren, mit dem einerseits die Fähigkeiten

einer Person und andererseits die Anforderungen einer Tätigkeit

dokumentiert werden können. Der Vergleich von Fähigkeits- und

Anforderungsprofil ermöglicht eine den Fähigkeiten entsprechende

Platzierung (> Profilmethode). Bei allen untersuchten Merkmalen

handelt es sich um > Schlüsselqualifikationen.

Das Modul MELBA SL kann ergänzend zur Standardversion von

MELBA eingesetzt werden. Es ermöglicht eine feiner abgestufte

Dokumentation bei geringer Leistungsfähigkeit der Testperson

bzw. bei niedrigen Anforderungen.

Methodische Arbeitshilfen der Berufsorientierung

Fachleute, die im Bereich der > Berufsorientierung von schwerbehinderten

Schülerinnen und Schülern tätig sind, verwenden eine

Reihe von methodischen Arbeitshilfen:

Diagnostische Verfahren:

Die handlungsorientierten Testverfahren > hamet 2 und > hamet e

konzentrieren sich auf elementare berufliche Kompetenzen.

> Ida ermittelt mit standardisierten Arbeitsproben die Arbeitsfähigkeit

einer Person.

MELBA SL

hamet 2 und hamet e

Ida

152

153


M – Methodische Arbeitshilfen der Berufsorientierung

Ministerium für ARBEIT, INTEGRATION UND SOZIALES

– m

MELBA und MELBA SL

bEO

Budenbergprogramm

Cogpack

Dokumentation:

Mit > MELBA und MELBA SL können einerseits Fähigkeiten einer

Person und andererseits die Anforderungen einer Tätigkeit dokumentiert

werden.

Trainingsmöglichkeiten und weitere Methoden:

Das Programm bEO zur > „Beruflichen Erfahrung und Orientierung“

richtet sich gezielt an Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten.

Das Budenbergprogramm ist eine Software, mit der interaktiv und

teilweise spielerisch Grundkenntnisse in Mathematik und Deutsch

abgefragt und geübt werden können. Geeignet für Schüler mit

Lernschwierigkeiten.

Das computergestützte Hirnleistungstraining Cogpack beinhaltet

500 Aufgaben bei Konzentrations-, Leistungs- und Motivationsstörungen.

Es wird in neurologischen, psychiatrischen, rehabilitativen

und pädagogischen Einrichtungen eingesetzt.

Hinblick auf die spezifischen Anforderungen bei der beruflichen

Eingliederung von jungen Frauen mit Lernschwierigkeiten“.

Das Gruppentrainingsprogramm ZERA („Zusammenhang zwischen

Erkrankung, Rehabilitation und Arbeit“) unterstützt die berufliche

Rehabilitation psychisch kranker Menschen.

ZERA

Gruppentraining

sozialer Kompetenzen

Das Gruppentraining sozialer Kompetenzen (GSK) nach Rüdiger

Hinsch und Ulrich Pfingsten ist ein anerkanntes psychologisches

Standardverfahren zur verhaltenstherapeutisch orientierten Förderung

sozialer Kompetenzen.

Gerade lernbehinderte

Jugendliche brauchen jemanden,

der an sie glaubt!

Hamburger

Arbeitsassistenz

kukuk

Talente

Die Hamburger Arbeitsassistenz ist ein Fachdienst zur beruflichen

Eingliederung von Menschen mit Behinderung (> Integrationsfachdienst).

Für Experten werden Projektdokumentationen, Materialien

zum Bestellen und Fortbildungen angeboten.

Das Seminarprogramm kukuk („Kommunikation – Konfliktbewältigung

– Kooperation“) der Hamburger Arbeitsassistenz vermittelt

Menschen mit Lernschwierigkeiten > Schlüsselqualifikationen.

Das Projekt Talente (2005 – 2007) befasste sich mit der „Entwicklung

von besonderen Qualifizierungs- und Bildungsangeboten in

Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales

Aufgabe des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales

des Landes Nordrhein-Westfalen (MAIS) ist es, die Lebensbedingungen

der Menschen in Nordrhein-Westfalen mitzugestalten

und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern.

Das Ministerium ist zuständig für die Bereiche Ausbildung und

Beschäftigung, Integration von Menschen mit ausländischen

Wurzeln sowie für das soziale Netz inklusive der Teilhabe von behinderten

Menschen.

154 155


m – Ministerium für Schule und Weiterbildung

Mobilitätstraining –

m

Mehr Informationen

www.mais.nrw.de

zu einem möglichst selbstständigen Leben zu verhelfen. Beispielsweise

wird das Fahren mit dem öffentlichen Personennahverkehr

trainiert, damit Schüler in der Lage sind, eigenständig eine Praktikums-

oder Arbeitsstelle aufzusuchen, ohne auf fremde Hilfe in

Form eines Fahrdienstes angewiesen zu sein.

Ministerium für Schule und Weiterbildung

Das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen

ist oberste Schulaufsichtsbehörde. Zu seinen Aufgaben

gehört unter anderem die Sicherung und Weiterentwicklung

der Schul- und Unterrichtsqualität.

ß

Hinweis

Das vom Ministerium betriebene Bildungsportal im

Internet enthält umfassende Informationen, beispielsweise

zu Schulformen, Förderangeboten und

Modellprojekten:

www.schulministerium.nrw.de

Selbstständig leben:

Mobil sein gehört dazu

Mobilitätstraining

Mobilitätstraining (auch Fahrtraining oder Wegetraining) ist ein

individuelles und behinderungsspezifisches Training, welches die

Fortbewegungsmöglichkeiten von behinderten Menschen erweitern

soll. Es wird zum Beispiel im Rahmen der > Berufspraxisstufe

an Förderschulen angeboten. Das Training dient dazu, bei Schülerinnen

und Schülern mit unterschiedlichen Behinderungen ein

möglichst hohes Maß an Mobilität zu erreichen und ihnen somit

156

157


N

Nachteilsausgleiche

Netzwerkarbeit


n

Passgenaue Angebote

Mögliche

Maßnahmen

Nachschulische Fördermöglichkeiten

Für den Übergang in Arbeit oder Ausbildung gibt es eine Vielzahl

nachschulischer Fördermöglichkeiten. Häufig wird in diesem Zusammenhang

von einem so genannten „Maßnahmendschungel“

gesprochen.

Abhängig vom Rechtsstatus der Jugendlichen (> Förderrecht), ihrem

individuellen Förderbedarf, den regionalen Angeboten und

verfügbaren Maßnahmenplätzen erhalten die Jugendlichen ein

möglichst passgenaues Angebot nachschulischer, beruflicher Förderung.

Das Programm > Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang

Schule-Beruf in NRW soll dazu beitragen, passgenaue Angebote für

jugendliche Schulabgänger zu finden und die Fülle an Angeboten

transparenter zu machen.

Durchgeführt werden die Maßnahmen von unterschiedlichsten

Trägern. Die Kosten übernimmt in vielen Fällen die > Agentur für

Arbeit. Erste Ansprechpartner für Schüler und ihre Eltern sind die

speziell ausgebildeten Berater im > Reha-Team der Agentur für Arbeit

oder sachkundige Lehrer.

Denkbar sind Maßnahmen der > Berufsvorbereitung, beispielsweise

berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB), geförderte

überbetriebliche und betriebliche Ausbildungen, Formen geschützter

Beschäftigung (z.B. > Werkstatt für behinderte Menschen)

und eine Vielzahl weiterer Angebote.

Behinderte und schwerbehinderte Menschen können als Ausgleich

für behinderungsbedingte Nachteile so genannte „Nachteilsausgleiche“

für sich in Anspruch nehmen: beispielsweise Steuervergünstigungen,

gesonderte Parkplätze, Vergünstigungen bei Bussen

und Bahnen oder Zusatzurlaub und Kündigungsschutz am Arbeitsplatz.

Die Nachteilsausgleiche sind abhängig vom Merkzeichen und

vom Grad der Behinderung (GdB) und werden durch den > Schwerbehindertenausweis

nachgewiesen.

Auch bei der Berufsausbildung sind Nachteilsausgleiche möglich,

zum Beispiel in Form von > Prüfungsmodifikationen. Nähere Auskünfte

erhält man beim > Reha-Team der Agentur für Arbeit.

Nachträglicher Berufsabschluss

> Berufsabschluss, nachträglicher

Nationaler Aktionsplan

> UN-Behindertenrechtskonvention

Netzwerkarbeit

Die vielfältigen Angebote zur beruflichen Orientierung und Vorbereitung

für behinderte junge Menschen sind weder für die Betroffenen

noch für die beteiligten Akteure und Institutionen immer

durchschaubar. Mit Netzwerkarbeit kann man viel für das Gelingen

der beruflichen Integration tun. Sie verlangt das Zusammenwirken

möglichst aller am Eingliederungsprozess beteiligten Partner:

Schule, Eltern, > Agentur für Arbeit, > Integrationsfachdienst,

Unternehmen, Bildungsträger, Beratungsstellen und andere.

158 159


n – Netzwerkkonferenz Nischenarbeitsplätze – n

Netzwerkkonferenz

Die Partner stimmen auf > Netzwerkkonferenzen ihre Überlegungen

und Planungen ab. Verfügbare Ressourcen (Know-how, Erfahrungen,

Kontakte usw.) werden gebündelt. Ziel ist es, durch gemeinsame

Anstrengungen die beruflichen Perspektiven von behinderten

jungen Menschen zu verbessern. Hauptverantwortung und Koordination

liegen bei einer zentralen Stelle. Deren Rolle und Aufgaben

sind ebenso geklärt wie die der übrigen beteiligten Akteure.

Netzwerkkonferenz

> Netzwerkarbeit

Paradigmenwechsel

Rahmenkonzept

Neue Förderstruktur (Entwicklungsinitiative)

Die Entwicklungsinitiative „Neue Förderstruktur für Jugendliche

mit besonderem Förderbedarf“ (2001 – 2006) war ein zentrales

Vorhaben im Programm des Bundesbildungsministeriums „Kompetenzen

fördern – Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit

besonderem Förderbedarf“ (BQF).

Mit der Entwicklungsinitiative wurde ein Paradigmenwechsel in der

beruflichen Förderung benachteiligter Jugendlicher eingeleitet:

Weg von einer Maßnahmenorientierung hin zu einer Personenorien

tierung. Die Vielzahl bisheriger Fördermaßnahmen wurde aufgelöst

und durch ein zielgruppenübergreifendes Angebot ersetzt.

Dieses Angebot ermöglicht eine praxisnahe Qualifizierung, die auf

den individuellen Bedarf der Jugendlichen zugeschnitten ist.

In regionalen Modellversuchen wurde ein Rahmenkonzept für

eine individualisierte Förderstruktur entwickelt und erprobt. Die

gewonnenen Erfahrungen und Ergebnisse waren Grundlage für

die Einführung des „Neuen Fachkonzepts“ der > berufsvorbereitenden

Bildungsmaßnahmen (BvB) der Bundesagentur für Arbeit im

Jahr 2004.

Nischenarbeitsplätze

Nischenarbeitsplätze sind meist zusätzlich eingerichtete Arbeitsplätze,

die auch Teile eines regulären Arbeitsplatzes umfassen

können. Sie werden stets an die Fähigkeiten und Fertigkeiten des

behinderten Menschen angepasst. Der Stundenumfang orientiert

sich an der Zeit, die diese Person für die Arbeit benötigt. Ausgangspunkt

eines Nischenarbeitsplatzes ist somit der behinderte

Mensch mit seinen individuellen Fähigkeiten, für den geeignete

und betrieblich notwendige Arbeiten gefunden werden. Die Bezahlung

richtet sich nach dem individuellen Leistungsvermögen

und der dafür üblichen betrieblichen Vergütung.

Darauf kommt es an:

Die Stärken und Talente

des Einzelnen fördern

160 161


P

tionsamt oder die Agentur für Arbeit, schließt mit dem behinderten

Menschen eine Zielvereinbarung ab. Darin ist ein individueller

Förder- und Hilfeplan enthalten. Außerdem wird geregelt, wie die

Verwendung des Budgets nachzuweisen ist und welche Anforderungen

an die Qualität der eingekauften Leistung gestellt werden.

Potenzialanalyse


p

Aufgaben eines Paten

Patenschaft

Patenschaftsmodelle gibt es in zahlreichen Projekten zum Übergang

Schule-Beruf. Die Grundidee ist, dass in der Regel ehrenamtliche

Helfer die Jugendlichen oder jungen Erwachsenen darin

unterstützen, in Arbeit oder Ausbildung zu gelangen und dort zu

verbleiben.

Die Paten wirken pädagogisch auf die Jugendlichen ein und versuchen,

ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihnen aufzubauen. Sie

begleiten die Jugendlichen über einen längeren Zeitraum der

Berufsfindung, vermitteln Praktikumsplätze, beraten bei der Ausbildungsplatzsuche

und bei der Bewerbung. Paten sind auch Ansprechpartner

für Schulen, Betriebe, Eltern, Institutionen der beruflichen

Eingliederung und Behörden. In den meisten Fällen werden

sie dabei von Projektkoordinatoren unterstützt und begleitet. Supervisionsangebote

können Paten helfen, Fragen und Konflikte in

ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit zu lösen. Die konkreten Ziele einer

Patenschaft und die Aufgaben der Paten sind den jeweiligen Projektbeschreibungen

zu entnehmen. Dort wird auch die Zielgruppe

genauer definiert.

Persönliches Budget

Behinderte Menschen haben einen Rechtsanspruch auf ein Persönliches

Budget, mit dem sie sich erforderliche Hilfeleistungen

einkaufen können. Sie erhalten also einen entsprechenden Geldbetrag.

Der zuständige Leistungsträger, zum Beispiel das Integra-

Portfolio

> Berufswahlpass

Potenzialanalyse

Die Potenzialanalyse ist ein wichtiger Baustein der > Berufsorientierung

von Schülerinnen und Schülern an allgemeinbildenden

Schulen in Nordrhein-Westfalen (siehe auch > Kein Abschluss ohne

Anschluss). Die > Initiative Inklusion fördert ge zielt Berufsorientierungsmaßnahmen

für schwerbehinderte Schü lerinnen und Schüler,

die eine Kompetenz- oder Potenzialanalyse enthalten. Hierzu

gehört beispielsweise das Projekt > Schule trifft Arbeitswelt (STAR).

Mit Hilfe der Potenzialanalyse wird ein individuelles Interessenund

Fähigkeitsprofil erstellt (> Kompetenzfeststellung). Es bildet

eine wichtige Grundlage für den weiteren Entwicklungs- und

Förderungs prozess bis zum Übergang in Ausbildung oder Beschäftigung.

Die Potenzialanalyse kombiniert wissenschaftlich anerkannte

Testverfahren (> Kompetenzfeststellungsverfahren), Fragebögen,

handlungsorientierte Aufgaben und Elemente von Assessment-

Verfahren. Erfasst werden kognitive Leistungsmerkmale, berufliche

Interessen, Neigungen, Merkmale des Arbeitsverhaltens, der

Persönlichkeit und praktische Fertigkeiten.

Ziel

Methode

162 163


p –

Praktikum

Prüfungsmodifikationen


p

Förderung

Meldung

Praktikum

> Betriebspraktikum

Praxisstufe

> Berufspraxisstufe

Probebeschäftigung

Eine Probebeschäftigung soll schwerbehinderten Menschen den

Einstieg ins Berufsleben erleichtern. Alle Beteiligten können in

dieser Zeit die Zusammenarbeit ausprobieren. Eine Probebeschäftigung

ist innerhalb eines befristeten oder unbefristeten Arbeitsverhältnisses

möglich.

Die Personalkosten für eine befristete Probebeschäftigung eines

schwerbehinderten Menschen können bis zu drei Monate von der

> Agentur für Arbeit oder einem anderen Rehabilitationsträger finanziell

gefördert werden. Voraussetzung ist, dass die Chancen

des Betroffenen auf eine dauerhafte Teilhabe am Arbeitsleben verbessert

werden.

Ein Probearbeitsverhältnis mit einem schwerbehinderten Menschen

muss der Arbeitgeber dem Integrationsamt innerhalb von

vier Tagen melden. Auf diese Weise sollen in der wichtigen Startphase

einer Beschäftigung alle Möglichkeiten der > Begleitenden

Hilfe im Arbeitsleben ausgeschöpft werden. Die gleiche Frist gilt für

die Beendigung des Probearbeitsverhältnisses.

Probewohnen

> Trainingswohnung

Profilmethode

Mit der Profilmethode wird ermittelt, ob ein Arbeitnehmer auf

einem bestimmten Arbeitsplatz einsetzbar ist. Dazu werden mit

Hilfe bestimmter Merkmale die einzelnen Anforderungen des Arbeitsplatzes

den Fähigkeiten und Kenntnissen des behinderten

Menschen gegenübergestellt.

Zum Einsatz kommen verschiedene arbeitsmedizinische und -psychologische

Verfahren, zum Beispiel standardisierte Tests und

anerkannte Profilvergleichssysteme wie > MELBA oder IMBA („Integration

von Menschen mit Behinderungen in die Arbeitswelt“).

Berücksichtigt werden Merkmale wie Körperhaltung, Körperteilbewegung,

Information und Kommunikation, Arbeitssicherheit,

Arbeitsorganisation oder > Schlüsselqualifikationen.

Prüfungsgebührenzuschuss

Arbeitgeber mit weniger als 20 Beschäftigten können vom > Integrationsamt

Zuschüsse zu den Gebühren bei der Berufsausbildung

> besonders betroffener schwerbehinderter Menschen erhalten, etwa

Zuschüsse zu den Prüfungsgebühren.

Prüfungsmodifikationen

Prüfungsmodifikationen sind > Ausbildungserleichterungen, die behinderungsbedingte

Nachteile ausgleichen, ohne die eigentlichen

Prüfungsanforderungen qualitativ zu verändern.

Folgende Prüfungsmodifikationen sind möglich:

> Besondere Organisation der Prüfung, zum Beispiel in vertrauter

Umgebung am eigenen Ausbildungsplatz oder Einzel- statt

Gruppenprüfung, um belastenden Konkurrenzdruck zu mindern

Verfahren

Beispiele

164 165


p – Prüfungsmodifikationen Psychologischer Dienst – p

Beantragung

> Besondere Gestaltung der Prüfung, zum Beispiel mündliche

statt schriftliche Prüfung oder umgekehrt, Zeitverlängerung,

zusätzliche Pausen, Abwandlung der Prüfungsaufgaben oder

zusätzliche Erläuterung der Prüfungsaufgaben

> Zulassung spezieller Hilfen, zum Beispiel größere Schriftbilder

für sehbehinderte Prüfungsteilnehmer, technische Hilfsmittel

oder Gebärdensprachdolmetscher

Bei der Anmeldung zur Zwischen- oder Abschlussprüfung muss

der zuständigen > Kammer (z.B. Industrie- und Handelskammer

oder Handwerkskammer) mitgeteilt werden, ob eine behinderungsbedingte

Modifikation erforderlich ist. Dabei verlangt die

Kammer in der Regel einen Nachweis der Behinderung durch ein

amtsärztliches Gutachten, soweit der Nachweis nicht bereits im

Rahmen der Ausbildung erfolgt ist.

Psychologischer Eignungstest

Der > Berufspsychologische Service der Agentur für Arbeit kann die

berufliche Orientierung von behinderten Schülerinnen und Schülern

durch eine psychologische Begutachtung unterstützen. Hier

geht es um Fragen wie:

> Ist eine Berufswahlreife oder Berufsreife vorhanden?

> Welche Interessen, Fähigkeiten und sonstige Voraussetzungen

bringt die Person mit?

> Welche Berufe kommen in Frage?

> Welche Bedingungen müssen für eine erfolgreiche Beratung

und Vermittlung erfüllt sein?

Psychologische Begutachtungen sind vor allem angezeigt, wenn

Fragen der beruflichen > Eignung im Vordergrund stehen. Bei jeder

Begutachtung findet eine Beratung statt, die auf das persönliche

Anliegen des jungen Menschen ausgerichtet ist.

Gutachten

Psychologischer Dienst

> Berufspsychologischer Service

Nicht immer so einfach zu

beantworten: Was will ich?

Was kann ich?

166 167


Q

Qualifizierungsbausteine

Im Gegensatz dazu gibt es für das Konzept der „Ausbildungsbausteine“

keine vergleichbare rechtliche Grundlage. Die Bausteine

weisen aber ebenfalls einen klaren Bezug sowohl zum Ausbildungsrahmenplan

als auch zum Rahmenplan der Berufsschule

auf. Zielgruppe sind hier ausbildungsreife Jugendliche, die sich

mindestens ein Jahr erfolglos um einen Ausbildungsplatz bemüht

haben.

Qualifizierungsbausteine – q

Ausbildungsbausteine

Qualifizierungsbausteine sind ein relativ neues Instrument in der

betrieblichen Berufsausbildungsvorbereitung (> Berufsvorbereitung).

Sie dienen dazu, Jugendlichen, denen noch die notwendige

> Ausbildungsreife fehlt, Grundlagen > beruflicher Handlungsfähigkeit

zu vermitteln.

Lerneinheiten

Einsatz

Gesetz

Qualifizierungsbausteine sind inhaltlich und zeitlich abgegrenzte

Lerneinheiten. Sie befähigen zur Ausübung einer Tätigkeit, die

Teil einer Ausbildung in einem > anerkannten Ausbildungsberuf

oder einer gleichwertigen Berufsausbildung ist. Qualifizierungsbausteine

beschreiben in sich abgeschlossene Kompetenzen, die

sich auf den > Ausbildungsrahmenplan eines oder mehrerer Ausbildungsberufe

beziehen. Die Teilnehmer werden geprüft und erhalten

ein Zeugnis bzw. Zertifikat als Nachweis der erworbenen

Qualifikationen. Die Maßnahme wird überwiegend bei Bildungsträgern

durchgeführt.

Qualifizierungsbausteine können in allen Bereichen der Berufsausbildungsvorbereitung

eingesetzt werden: in Betrieben, in > beruflichen

Schulen und bei Bildungsmaßnahmen der Agentur für

Arbeit (z.B. bei > berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen).

Das > Berufsbildungsgesetz (BBiG) regelt, dass die Berufsausbildungsvorbereitung

insbesondere durch Qualifizierungsbausteine

erfolgen kann und konkretisiert deren Ausgestaltung in

der Berufsausbildungsvorbereitungs-Bescheinigungsverordnung

(BAVBVO).

168 169


R

den im Rahmenkonzept des Ausbildungskonsenses ebenso näher

erläutert wie die Aufgaben der Berufsberatung.

Regelausbildung


r

Rahmenzielvereinbarung WfbM

Berufsorientierung

in der Schule

Rahmenlehrplan

> Duale Ausbildung

Rahmenvereinbarung Schule-Berufsberatung

Die „Rahmenvereinbarung zur Zusammenarbeit von Schule und

Berufsberatung im Bereich der Berufs- und Studienorientierung“

wurde im September 2007 durch das Ministerium für Schule und

Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) und die

Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit abgeschlossen.

Sie basiert auf dem Rahmenkonzept des Ausbildungskonsenses

NRW „Berufsorientierung als Bestandteil einer schulischen

individuellen Förderung“ vom 16.05.2007. Dessen Inhalte haben

durch Erlass Eingang in die Bereinigten Amtlichen Schulvorschriften

(BASS) gefunden und damit einen verbindlichen Charakter für

die Schulen (> Runderlass zur Berufs- und Studienorientierung in

NRW).

Die Vereinbarung zielt darauf, allen Schülerinnen und Schülern

einen erfolgreichen Übergang in Ausbildung oder Studium zu

ermöglichen. Berufs- und Studienorientierung ist fester Bestandteil

des Schulprogramms. Dabei soll auch die Gleichstellung von

Mädchen und Jungen berücksichtigt werden, um der Verfestigung

typischer Mädchen- bzw. Jungenberufe entgegenzuwirken.

Als Vertreter der Schulen helfen > Studien- und Berufswahlkoordinatoren

(StuBo) dabei, diese Ziele zu erreichen. Die Nutzung des

> Berufswahlpasses wird empfohlen. Die Aufgaben der Schule wer-

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) und die rheinischen

Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege haben im Dezember

2007 eine Rahmenzielvereinbarung abgeschlossen. Vor dem

Hintergrund einer stetig ansteigenden Zahl von Beschäftigten in

Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) und einer schwierigen

Arbeitsmarktsituation verpflichten sich in dieser Vereinbarung

beide Seiten, weitere Angebote zur > Teilhabe am Arbeitsleben

für Menschen mit Behinderung zu entwickeln bzw. bestehende

Angebote auszubauen.

Fünf Handlungsfelder sind in der Vereinbarung genannt:

> Verbesserung der > Berufswegeplanung für Menschen mit Behinderung

> Erhöhung der Anzahl der Übergänge auf den allgemeinen

> Arbeitsmarkt

> Aufbau und Ausbau differenzierter Beschäftigungsangebote

der Werkstätten

> Entwicklung von Konzeptionen für die Inanspruchnahme des

> Persönlichen Budgets

> Entwicklung von Eckpunkten zur Förderung besonderer Personengruppen

in den Werkstätten

In der Rahmenzielvereinbarung wurde ein rheinlandweit angestrebter

Standard definiert.

Regelausbildung

Behinderten jungen Menschen stehen grundsätzlich alle Möglichkeiten

der beruflichen Bildung offen, um einen staatlich > aner-

Handlungsfelder

170 171


– Regionale Arbeitsstellen zur Förderung von Kindern ...

Rehabilitationsträger


r

Mögliche

Unterstützung

kannten Ausbildungsberuf zu erlernen. In einigen Fällen kann aber

besondere Unterstützung notwendig sein, damit behinderte Menschen

eine Regelausbildung absolvieren können.

Eine Regelausbildung kann erleichtert werden durch:

> behinderungsgerechte Gestaltung des Ausbildungsplatzes,

> > Ausbildungserleichterungen, z.B. Verlängerung der Ausbildungszeit

und > Prüfungsmodifikationen,

> Förderung seitens einer Bildungseinrichtung (z.B. Berufsbildungswerk),

> sonderpädagogische Förderung in der Berufsschule oder

> > ausbildungsbegleitende Hilfen (abH).

Regionale Bildungsnetzwerke

Regionale Bildungsnetzwerke in Nordrhein-Westfalen fördern den

Austausch und die Zusammenarbeit von lokalen Bildungs-, Erziehungs-

und Beratungsinstitutionen. Dazu gehören Schulen, Schulträger,

Schulaufsicht – aber auch Jugendämter, Bibliotheken, Museen,

Volkshochschulen, Medienzentren, Kirchen, Polizei, Kammern,

Musikschulen, Sportvereine und weitere. Aufgebaut werden die Bildungsnetzwerke

von regionalen > Bildungsbüros.

Regionales Übergangsmanagement

Das > Reha-Team der Agentur für Arbeit berät und unterstützt bei

der Auswahl und Umsetzung der erforderlichen Hilfen.

> Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf in NRW

Regionale Arbeitsstellen zur Förderung von Kindern

und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien

Reha-Berater

> Reha-Team

Übergang

Schule-Beruf

Die Regionalen Arbeitsstellen zur Förderung von Kindern und Jugendlichen

aus Zuwandererfamilien (RAA) sind Einrichtungen in

Kommunen und Kreisen des Landes Nordrhein-Westfalen. Mit ihren

Angeboten in der Elementarerziehung, in der Schule und beim

Übergang von der Schule in den Beruf setzen sich die Regionalen

Arbeitsstellen für gleiche Bildungschancen und für die berufliche

Integration von jungen Migrantinnen und Migranten ein.

Im Bereich Übergang Schule-Beruf beraten die Regionalen Arbeitsstellen

Jugendliche und ihre Eltern, arbeiten mit Schulen und Partnern

der Berufsorientierung zusammen, bieten Fortbildung an,

stellen Materialien bereit, vermitteln Kontakte, kooperieren mit

den Partnern vor Ort und bauen Netzwerke auf.

Die Regionalen Arbeitsstellen werden seit 2012 mit der Einführung

> kommunaler Integrationszentren weiterentwickelt.

Rehabilitation

Die Praxis der Rehabilitation und die erforderlichen Leistungen

sollen die Selbstbestimmung und gleichberechtigte > Teilhabe

behinderter Menschen am Leben in der Gesellschaft fördern, Benachteiligungen

vermeiden oder ihnen entgegenwirken. Rehabilitation

beinhaltet im Wesentlichen medizinische, schulische,

berufsfördernde und soziale Maßnahmen und Hilfen.

Rehabilitationsträger

Träger der Maßnahmen und Leistungen zur > Rehabilitation und

zur > Teilhabe behinderter Menschen sind:

> Gesetzliche Krankenversicherung

172 173


– Reha-team Runderlass zur Berufs- und Studienorientierung in NRW – r

> Bundesagentur für Arbeit

> Gesetzliche Unfallversicherung (Berufsgenossenschaften, Unfallkassen)

> Gesetzliche Rentenversicherung

> Träger der Kriegsopferversorgung und Kriegsopferfürsorge (Versorgungsämter,

Hauptfürsorgestellen, örtliche Fürsorgestellen)

> Träger der öffentlichen Jugendhilfe

> Träger der öffentlichen Sozialhilfe

Die Integrationsämter, die selbst kein Rehabilitationsträger sind,

ergänzen diese Leistungen mit der > Begleitenden Hilfe im Arbeitsleben

für die Gruppe der schwerbehinderten Menschen.

Vorgaben für schulische Maßnahmen zur Berufs- und Studienorientierung.

Hierzu gehören zum Beispiel die Benennung von > Studien-

und Berufswahlkoordinatoren (StuBO) und deren Aufgaben.

Weitere Bestimmungen betreffen die regionale Koordination, die

Zusammenarbeit von Schulen, Berufsberatung und Hochschulen,

die Zusammenarbeit mit der Jugendsozialarbeit, das Schülerbetriebspraktikum

sowie die Qualifizierung der Lehrkräfte.

Unter dem Punkt 5 des Erlasses werden besondere Hinweise zur

Berufsorientierung bei sonderpädagogischer Förderung gegeben:

„Hier gilt es in besonderem Maße, die Anschlussfähigkeit beim

Übergang von der Schule in den Beruf den heterogenen Lernbedingungen

und Kompetenzen dieser Schülergruppe anzupassen.“

Sonderpädagogische

Förderung

Reha-Team

Als besonderen Service für behinderte Menschen gibt es in jeder

> Agentur für Arbeit speziell qualifizierte Beratungskräfte. Dieses

Reha-Team versucht, behinderten Menschen einen passenden

Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu vermitteln, und berät bei allen

Fragen rund um Ausbildung und Beruf. Dabei werden die Neigung,

Eignung und Leistungsfähigkeit der betroffenen Person sowie die

Anforderungen der angebotenen Stelle berücksichtigt.

Die Agentur für Arbeit kann den > Integrationsfachdienst am beruflichen

Orientierungsverfahren (> Berufsorientierung) und bei

der Vermittlung von geeigneten Ausbildungs- und Arbeitsplätzen

beteiligen.

ß

Hinweis

Der Runderlass ist im Internet als PDF-Dokument

abrufbar:

www.schulministerium.nrw.de > Schulrecht >

Erlasse > Berufsorientierung in der Sekundarstufe I,

in der gymnasialen Oberstufe, im Berufskolleg und

im Weiterbildungskolleg

Runderlass zur Berufs- und Studienorientierung in NRW

Der Runderlass des Ministeriums für Schule und Weiterbildung

vom 21.10.2010 zur „Berufsorientierung in der Sekundarstufe I, in

der gymnasialen Oberstufe, im Berufskolleg und im Weiterbildungskolleg“

formuliert Ziele, Aufgaben und organisatorische

174 175


S

Schlüsselqualifikationen

Schlüsselqualifikationen sind überfachliche Kompetenzen. Hier

geht es nicht um spezielles Fachwissen, sondern vielmehr um die

Art und Weise, wie man mit diesem Wissen arbeitet oder wie man

Wissen neu erschließt. Diese Schlüsselkompetenzen lassen sich

auch auf andere Arbeitsbereiche übertragen und sind somit der

„Schlüssel“, um den wechselnden Anforderungen einer dynamischen

Arbeitswelt gewachsen zu sein. Man unterscheidet:

> Sozialkompetenz („Soft Skills“): die Fähigkeit zu situationsgerechtem

Handeln im Umgang mit Anderen (z.B. Kommunikationsfähigkeit,

Teamgeist, Kritikfähigkeit)

> Selbstkompetenz (Personale Kompetenz): die individuelle Einstellung

zur Arbeit (z.B. Engagement, Selbstständigkeit, Verantwortungsbereitschaft)

> Methodenkompetenz: die Fähigkeit, Erlerntes sinnvoll umzusetzen

und Lösungen zu entwickeln (z.B. Analysefähigkeit, Lernbereitschaft,

Organisationstalent)

Die > berufliche Handlungsfähigkeit entsteht aus dem Zusammenspiel

von Fachwissen und Schlüsselkompetenzen.

Schulabschlüsse an Haupt- und Förderschulen

An Hauptschulen in Nordrhein-Westfalen werden nach dem Schulgesetz

des Landes drei unterschiedliche Abschlüsse vergeben:

> Am Ende der Klasse 9 wird ohne zentrales Abschlussverfahren

(mit der Versetzung) der Hauptschulabschluss erworben.

> Am Ende der Klasse 10 Typ A wird in einem zentralen Abschlussverfahren

der Hauptschulabschluss nach Klasse 10 erworben.

> Am Ende der Klasse 10 Typ B steht nach einem erfolgreichen

zentralen Abschlussverfahren der mittlere Schulabschluss

(Fachoberschulreife). Bei besonders guten Leistungen wird

über den mittleren Schulabschluss hinaus die Berechtigung

zum Besuch der gymnasialen Oberstufe erteilt.

An Förderschulen mit den Förderschwerpunkten Lernen und Geistige

Entwicklung werden die Schülerinnen und Schüler zu eigenen

Abschlüssen geführt. Im Förderschwerpunkt Lernen ist der

Erwerb eines dem Hauptschulabschluss Klasse 9 gleichwertigen

Abschlusses möglich.

Schulbegleiter

> Integrationshelfer

Schulbehörde

> Schulorganisation

Schule für Kranke

Die Schule für Kranke unterrichtet Schülerinnen und Schüler, die

wegen einer stationären Behandlung im Krankenhaus oder einer

vergleichbaren medizinisch-therapeutischen Einrichtung mindestens

vier Wochen nicht am Unterricht ihrer Schule teilnehmen

können. Sie unterrichtet auch kranke Schülerinnen und Schüler

mit > sonderpädagogischem Förderbedarf.

Die betroffenen jungen Menschen sollen individuell so gefördert

werden, dass sie auch nach längerer Abwesenheit von ihrer Schule

Schule für Kranke


s

176 177


s –

Schule trifft Arbeitswelt (Projekt)

Schülerbetriebspraktikum


s

Berufliches

Orientierungsverfahren

Weiterentwicklung

Projektpartner

wieder Anschluss an den Unterricht ihrer Klasse bzw. ihrer Jahrgangsstufe

finden.

Schule trifft Arbeitswelt – zur Integration schwerbehinderter

Jugendlicher (Projekt)

Ziel des Projektes ist es, mehr Schülerinnen und Schüler mit den Förderschwerpunkten

Geistige Entwicklung, Hören und Kommunikation,

Körperliche und motorische Entwicklung, Sehen und Sprache

(siehe > Förderschulen) in Beschäftigung und Ausbildung auf dem

allgemeinen Arbeitsmarkt zu bringen. Bisher führte bei vielen behinderten

Jugendlichen der Weg von der Förderschule fast automatisch

in eine > Werkstatt für behinderte Menschen. Dies soll sich in

Zukunft ändern.

Mit STAR wird der individuell bestmögliche Übergang von der

Schule in den Beruf organisiert. Die Schülerinnen und Schüler

werden ab der 8. Klasse und während des ganzen beruflichen Orientierungsverfahrens

von speziell qualifizierten Mitarbeitern der

> Integrationsfachdienste intensiv begleitet und unterstützt. Dabei

werden gezielt bestimmte Maßnahmen eingesetzt, zum Beispiel >

Berufswegeplanung, > Potenzialanalyse, > Betriebspraktikum und >

Betriebserkundung.

Neben der individuellen Förderung dient das STAR-Vorhaben auch

dazu, Maßnahmen wie die Berufswegeplanung weiterzuentwickeln

sowie Kooperations- und Vernetzungsstrukturen im Übergangsbereich

Schule-Beruf zu verbessern.

STAR wird durchgeführt vom Landschaftsverband Rheinland (LVR)

und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). An dem gemeinsamen

Vorhaben sind weitere Partner beteiligt: das > Ministerium

für Arbeit, Integration und Soziales, die Regionaldirektion der

Bundesagentur für Arbeit NRW und das > Ministerium für Schule

und Weiterbildung.

Projekt

Ab dem Schuljahr 2012/2013 wird das bisherige

Modellprojekt flächendeckend in Nordrhein-

Westfalen ausgebaut. Mehr Informationen unter

www.arbeit.nrw.de > Ausbildung > Übergang

Schule – Beruf > Laufende Maßnahmen und

Modelle > STAR

Schülerbetriebspraktikum

Ein Schülerbetriebspraktikum bietet die Möglichkeit, die Berufsund

Arbeitswelt unmittelbar kennen zu lernen und sich mit ihr

auseinanderzusetzen. Es unterstützt Jugendliche dabei, ihre

> Eignung für bestimmte berufliche Tätigkeiten besser einzuschätzen

und ihre Vorstellungen vom Beruf zu vertiefen oder auch

zu korrigieren. Darüber hinaus kann ein Schülerbetriebspraktikum

den Zugang zu einem passenden Ausbildungsplatz erleichtern.

Die > Initiative Inklusion fördert gezielt Berufsorientierungsmaßnahmen,

die Praktika – vor allem in Betrieben auf dem allgemeinen

Arbeitsmarkt – beinhalten.

In den Klassen 9 oder 10 ist ein zwei- bis dreiwöchiges Schülerbetriebspraktikum

verbindlich (in Gymnasien auch später). Zusätzlich

ist ein zweites Praktikum von ein- bis dreiwöchiger Dauer möglich.

Für Schüler mit besonderen Schwierigkeiten beim Übergang ins

Berufsleben, zum Beispiel für Jugendliche mit > sonderpädagogischem

Förderbedarf, können Schülerbetriebspraktika auch in anderen

Organisationsformen und zeitlich flexibel durchgeführt werden,

zum Beispiel als > Langzeitpraktikum.

Die Schule stimmt mit den Betrieben die organisatorische Durchführung

des Praktikums ab. Während des Praktikums bleiben die

Praktikumsdauer

Organisation

178 179


s – Schülerfirmen SCHULEWIRTSCHAFT (Initiative) – s

Akquise von

Praktikumsstellen

Betreuung

Nutzen und Vorteile

Jugendlichen Schülerinnen und Schüler ihrer Schule. Sie sind nicht

Arbeitnehmer des Praktikumsbetriebs und erhalten auch keine

Vergütung.

Bei der Suche nach einer geeigneten Praktikumsstelle unterstützt

die Schule die Jugendlichen. Dabei können vorhandene Kontakte

der Schule zu Betrieben (z.B. > Lernpartnerschaften) genutzt werden.

Auch die Berufsberater der > Agentur für Arbeit und die > Ausbildungsberater

der Kammern sind behilflich. Die Schülerinnen und

Schüler bewerben sich selbst bei den Betrieben.

Das Praktikum wird im Schulunterricht intensiv vor- und nachbereitet.

Dafür kann der > Berufswahlpass eingesetzt werden. Zur

Betreuung während des Praktikums besuchen Lehrer die Jugendlichen

in den Betrieben. Die Schülerinnen und Schüler sollen das

Praktikum in strukturierter Form dokumentieren, zum Beispiel mit

einem Praktikumstagebuch. Am Ende des Praktikums erhalten sie

vom Betrieb eine Praktikumsbescheinigung.

Schülerfirmen

Der Begriff „Schülerfirma“ bezeichnet ein Schulprojekt mit pädagogischer

Zielsetzung. Es gibt verschiedene Konzepte für Schülerfirmen.

Allen gemeinsam ist: Schülerinnen und Schüler planen, produzieren

und verkaufen Produkte und/oder bieten Dienstleistungen

an. Dabei erzeugen sie reale Waren- und Geldströme, die leicht verstanden

und nachvollzogen werden können. Sie orientieren sich dabei

zwar auch an realen Unternehmensformen wie der GmbH oder

Aktiengesellschaft. Allerdings sind sie den Gesetzen des Marktes

nicht in dem Maße wie „richtige“ Unternehmen unterworfen. Es

handelt sich vielmehr um Übungsfirmen, bei denen es um geringe

Kapitalsummen und einen überschaubaren Markt geht.

Während der Mitarbeit in Schülerfirmen können die Jugendlichen …

> Orientierung in der Berufs- und Arbeitswelt erlangen.

> eigene Erfahrungen mit betrieblichen und wirtschaftlichen

Abläufen machen.

> Grundwissen über (markt-)wirtschaftliche Zusammenhänge

er werben.

> gezielt Kompetenzen hinsichtlich der eigenen Ausbildungsfähigkeit

weiterentwickeln (z.B. > Schlüsselqualifikationen, wie

Selbstständigkeit und Teamfähigkeit).

> Schule in neuer Form erleben und Motivation für das Lernen

gewinnen.

Schülerfirmen bieten somit eine Möglichkeit, das Konzept der

> Berufsvorbereitung an Schulen sinnvoll zu ergänzen. Inzwischen

gibt es zahlreiche Unterstützungsangebote für die Gründung

und den Ausbau einer Schülerfirma, zum Beispiel das Programm

„Schülergenossenschaften“ der > Stiftung Partner für Schule NRW.

SCHULEWIRTSCHAFT (Initiative)

Seit vielen Jahren wird durch die Initiative SCHULEWIRTSCHAFT

der Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen Schulen

und Lehrern auf der einen Seite und der Wirtschaft und Unternehmensvertretern

auf der anderen Seite gefördert.

Es gibt Publikationen, Lehrerseminare mit Betriebserkundungen,

Lehrer- und Schülerbetriebspraktika, Vermittlung von Referenten

aus der Wirtschaft für die schulinterne Fortbildung sowie die Angebote

der Arbeitskreise SCHULEWIRTSCHAFT, die am Nachmittag

für interessierte Lehrkräfte Erkundungen organisieren.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT ist der Zusammenschluss

der Landesarbeitsgemeinschaften mit ihren regionalen

Arbeitskreisen. Sie wird getragen von der Bundesvereinigung

der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und dem Institut

der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.

Angebot

Partner

180 181


s –

Schulische Berufsausbildung

Schulpflicht


s

Mehr Informationen

spezielle Fachräume praxisnahes Arbeiten, das durch integrierte >

Betriebspraktika vertieft wird.

Zweijährige Berufsfachschule

Dreijährige Höhere

Berufsfachschule

www.schule-wirtschaft.de

Schulische Berufsausbildung

Neben der > betrieblichen Berufsausbildung gibt es in Deutschland

die Möglichkeit, eine schulische Ausbildung zu absolvieren. Dies

betrifft zum Beispiel Pflege- und Erzieherberufe, therapeutische

sowie Assistentenberufe. In Nordrhein-Westfalen bieten staatliche

Schulen (> Berufsfachschule, Höhere Berufsfachschule) und

Privatschulen schulische Berufsausbildungen an.

An der Berufsfachschule kann man mit einem zweijährigen Bildungsgang

einen Berufsabschluss nach Landesrecht (staatlich anerkannt)

als Kinderpflegerin/Kinderpfleger, Sozialhelferin/Sozialhelfer

oder Heilerziehungshelferin/Heilerziehungshelfer erwerben.

Voraussetzung: mindestens Hauptschulabschluss (nach Klasse 9).

Zur Ausbildung gehören > Betriebspraktika im Umfang von vier bis

16 Wochen.

Mit erfolgreichem Ausbildungsabschluss hat man den mittleren

Schulabschluss (Fachoberschulreife) erreicht und die Aufnahmevoraussetzungen

für die Ausbildung als Erzieher/Erzieherin in der

Fachschule erfüllt.

An der Höheren Berufsfachschule kann man mit einem dreijährigen

Bildungsgang einen Berufsabschluss nach Landesrecht (staatlich

anerkannt) erwerben. Es handelt sich dabei überwiegend

um technische, chemische, medizinische und kaufmännische Assistentenberufe.

Dies erfolgt in einem praktisch und theoretisch

eng verzahnten Unterricht. Das Klassenzimmer ist hier ein Lernort

unter anderen. Daneben ermöglichen Labors, Werkstätten und

Mit erfolgreichem Ausbildungsabschluss hat man die Fachhochschulreife

erreicht. Schüler, die bereits über die Fachhochschulreife

verfügen, können die genannten Berufsabschlüsse auch mit einem

zweijährigen Bildungsgang erwerben.

Auszubildende in der schulischen Berufsausbildung erhalten keine

> Ausbildungsvergütung. Für die Ausbildung an privaten Schulen

muss Schulgeld bezahlt werden. Eventuell kann man finanzielle

Unterstützung nach dem > Bundesausbildungsförderungsgesetz

(BAföG) erhalten. Die Ämter für Ausbildungsförderung findet man

bei der zuständigen Stadt- oder Kreisverwaltung.

Vor Aufnahme einer schulischen Berufsausbildung an einer Berufsfachschule

ist zu klären, ob die Schule über eine behinderungsgerechte

Ausstattung verfügt und eine geeignete Förderung anbieten

kann. Wenn das nicht der Fall ist, kann in > Einrichtungen der

beruflichen Rehabilitation in einem schulischen Ausbildungsgang

ausgebildet werden.

Für Menschen mit Behinderungen sind im Einzelfall die Fördermöglichkeiten

zu prüfen. Ansprechpartner ist das > Reha-Team der

Agentur für Arbeit. Die Berater können in schulische Berufsausbildungen

vermitteln und helfen, die behinderungsbedingt erforderlichen

Rahmenbedingungen zu klären.

Schulpflicht

Die Schulpflicht untergliedert sich in …

> Vollzeitschulpflicht mit einer Dauer von zehn Schuljahren (Primarstufe

und Sekundarstufe I) und

> anschließende Schulpflicht in der Sekundarstufe II (z.B. die

gymnasiale Oberstufe und die berufsbildenden Schulen).

Vergütung

Reha-Einrichtungen

Vermittlung und

Förderung

182 183


s –

Schwerbehindertenausweis

Seelische Behinderungen


s

Vollzeitschulpflicht

Anschließende

Schulpflicht

Die Vollzeitschulpflicht wird durch den Besuch der Grundschule

und einer weiterführenden allgemeinbildenden Schule (Hauptschule,

Realschule, Gesamtschule oder Gymnasium bis Klasse 10)

erfüllt.

Die anschließende Schulpflicht wird bei einer betrieblichen Ausbildung

durch den Besuch der > Berufsschule erfüllt. Für Jugendliche

ohne Berufsausbildungsverhältnis dauert die Schulpflicht bis zum

18. Lebensjahr. Auszubildende sind in der Regel bis zum Ende ihrer

Berufsausbildung schulpflichtig.

Schwerbehindertenausweis

Ein Schwerbehindertenausweis wird ausgestellt, wenn der > Grad

der Behinderung (GdB) mindestens 50 beträgt. Der Ausweis dient

dazu, die Schwerbehinderteneigenschaft gegenüber Behörden,

Sozialleistungsträgern und Arbeitgebern nachzuweisen. Außerdem

können schwerbehinderte Menschen damit Nachteilsausgleiche

in Anspruch nehmen.

Für die Anerkennung der Schwerbehinderteneigenschaft und die

Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises sind in Nordrhein-Westfalen

die kreisfreien Städten und Kreise zuständig.

ß

Hinweis

Eine Liste mit Adressen der zuständigen Behörden

gibt es als PDF-Dokument im Internet:

www.integrationsamt.lvr.de > Informationen für

behinderte Menschen > Fördervoraussetzungen

Schwerbehindertenvertretung

Sie ist die betriebliche Interessenvertretung aller schwerbehinderten

Beschäftigten. Nach dem > Sozialgesetzbuch (SGB) IX kann in

Betrieben und Dienststellen, in denen mindestens fünf schwerbehinderte

Arbeitnehmer beschäftigt sind, eine Schwerbehindertenvertretung

gewählt werden.

Schwerbehinderung

Schwerbehindert ist, wer einen > Grad der Behinderung (GdB) von

mindestens 50 aufweist. Für die Anerkennung der Schwerbehinderteneigenschaft

und die Ausstellung eines > Schwerbehindertenausweises

sind in Nordrhein-Westfalen die kreisfreien Städte

und Kreise zuständig.

Seelische Behinderungen

Gegenüber anderen Behinderungsarten sind seelische Behinderungen

schwerer zu definieren. Sie betreffen nicht messbare Dimensionen

wie Fühlen, Handeln, Wahrnehmung oder Orientierung.

Es handelt sich um subjektive Phänomene, für die es keine

genau definierte Norm gibt. Von vielen seelischen Krankheiten

sind zudem die Ursachen nicht bekannt.

Deshalb orientieren sich die Diagnosen im klinischen Bereich

vielfach an der Beschreibung des Zustandes und des Verlaufs der

Erkrankung. Seelische Erkrankungen treten in verschiedenen Formen

auf. Die Übergänge sind fließend. Im Wesentlichen werden

jedoch zwei grundlegende Krankheitsbilder unterschieden: Neurosen

und Psychosen.

Neurose ist ein Sammelbegriff für sehr unterschiedliche psychische

Auffälligkeiten und Erkrankungen. Eine entscheidende Rolle bei

Neurose

184 185


s –

Seelische Behinderungen

Sonderpädagogischer Förderbedarf


s

Psychose

Neurosen spielt die Angst. Neurotische Verhaltensweisen dienen

dazu, Ängste zu bewältigen und zu kontrollieren. In Belastungssituationen

geht das seelische Gleichgewicht verloren, indem der

Betroffene psychisch zusammenbricht oder ungewöhnliche Verhaltensweisen

entwickelt.

Neurotische Entwicklungen können sich zu einer Vielzahl von seelischen

Krankheitsbildern verfestigen, die sich auch überlagern.

Abhängigkeit, Sucht, zwanghafte Verhaltensweisen, Phobien und

psychosomatische Erkrankungen gehören dazu. Neurotische Muster

finden sich in der einen oder anderen Form und in unterschiedlicher

Ausprägung bei jedem Menschen. Problematisch werden sie

erst dann, wenn sie sich zu einem Krankheitsbild verfestigen.

Psychose ist die schwerste Form einer psychischen Erkrankung. Sie

ist der Oberbegriff für eine Reihe von Erkrankungen: Schizophrenien,

endogene und exogene Depressionen, Manien, aber auch organisch

bedingte seelische Erkrankungen, zum Beispiel als Folgen

eines Unfalls. Ein wesentliches Kennzeichen ist ihr Verlauf in Phasen.

Relativ gesunde Lebensabschnitte können abrupt oder schleichend

durch Phasen akuter Krankheit unterbrochen werden oder

in Phasen eingeschränkter Belastbarkeit übergehen.

versäumt oder abgelehnt. Dies kann zu Nachteilen führen, wenn

Leistungen oder > Nachteilsausgleiche dadurch nicht in Anspruch

genommen werden können.

Darauf sollte im Arbeitsleben geachtet werden:

> Unerklärliche Verhaltensänderungen eines Mitarbeiters oder

eines Auszubildenden ansprechen, um das veränderte Verhalten

zu verstehen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

> Es sollte eine zentrale Bezugsperson im Betrieb geben, mit der

die betroffene Person ihre betrieblichen Angelegenheiten besprechen

kann.

> Arbeitsabläufe und Aufgaben strukturiert und transparent gestalten.

> Über- wie auch Unterforderung vermeiden.

> Eindeutigkeit im Umgang hilft, Verunsicherungen abzubauen.

> Medikamente können Nebenwirkungen haben, die sich auf die

Leistungsfähigkeit auswirken.

Die Betreuung seelisch behinderter Arbeitnehmer und die Beratung

von Arbeitgebern, Vorgesetzten und Kollegen bei Problemen

im psychosozialen Bereich ist eine Aufgabe der > Integrationsfachdienste,

die im Auftrag des > Integrationsamtes tätig werden.

Tipps für den

Arbeitsplatz

Beratung

Im akuten Stadium der Erkrankung sind die psychischen Funktionen

wie Denken, Fühlen, Handeln, Wahrnehmung und Orientierung

erheblich beeinträchtigt. Das bedeutet, es tritt ein totaler

oder weitgehender Realitätsverlust auf. Dies kann dazu führen,

dass der Kontakt zur Umwelt zunehmend eingeschränkter wird.

Der Betroffene kapselt sich ab und es wird immer schwerer, ihn in

die Realität zurückzuholen.

Sonderberufsschule

> Berufsschule

Sonderpädagogischer Förderbedarf

Problem der Akzeptanz

Viele seelisch erkrankte Menschen haben Schwierigkeiten, sich zu

ihrer Behinderung zu bekennen. Sie haben Angst davor, stigmatisiert

zu werden. Oft sind sie auch nicht in der Lage, ihre Situation

richtig einzuschätzen. Die Anerkennung einer > Schwerbehinderung

bei der zuständigen Behörde wird von den Betroffenen oft

Schülerinnen und Schüler, die wegen ihrer körperlichen, seelischen

oder geistigen Behinderung oder wegen ihres erheblich beeinträchtigten

Lernvermögens nicht am Unterricht einer allgemeinen

Schule teilnehmen können, werden nach ihrem individuellen Bedarf

sonderpädagogisch gefördert.

186 187


s –

Sonderschule

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung


s

Verfahren

SGB III (Arbeitsförderung)

Die Schulaufsichtsbehörde entscheidet auf Antrag der Eltern

oder der Schule über sonderpädagogischen Förderbedarf, Förderschwerpunkte

und Förderort. Vorher holt sie ein sonderpädagogisches

Gutachten sowie ein medizinisches Gutachten ein. Außerdem

müssen die Eltern beteiligt werden.

Die sonderpädagogische Förderung ist in der > Ausbildungsordnung

Sonderpädagogische Förderung (AO-SF) rechtlich geregelt.

Sonderschule

> Förderschule

Soziale Kompetenz

> Schlüsselqualifikationen

Sozialgesetzbuch

Durch das Sozialgesetzbuch (SGB) ist das Sozialrecht in einem

einheitlichen Gesetzeswerk zusammengefasst. Es sind mehrere

eigenständige Bücher des Sozialgesetzbuches in Kraft. Für die Ausbildung

und Beschäftigung behinderter Menschen sind insbesondere

das Dritte Buch (SGB III) und das Neunte Buch (SGB IX) von

Bedeutung.

Inhalt des SGB III ist das Recht der Arbeitsförderung. Es umfasst vor

allem die leistungsrechtlichen Grundlagen für die Förderung der

Arbeitsvermittlung, der Berufsausbildung, der beruflichen Weiterbildung

und die Entgeltersatzleistungen wie das Arbeitslosengeld I

(Arbeitslosenversicherung). Auch die Förderung der beruflichen Eingliederung

behinderter Menschen ist Teil des Gesetzes. Das SGB III

bildet die Grundlage für die Arbeit der > Agentur für Arbeit.

Das SGB IX umfasst alle gesetzlichen Regelungen zur > Rehabilitation

und > Teilhabe behinderter Menschen. Als sozialpolitisches

Ziel aller Teilhabeleistungen nennt § 1 des SGB IX die Selbstbestimmung

behinderter Menschen und ihre umfassende Teilhabe am

Leben in der Gesellschaft. Das SGB IX definiert in § 2 die Begriffe

> Behinderung und > Schwerbehinderung. Es beschreibt, was die

verschiedenen Leistungen zur Teilhabe jeweils konkret bewirken

sollen, welche Leistungsinhalte sie haben und wer der dafür zuständige

Träger ist. Das Schwerbehindertenrecht wurde als Teil 2

in das SGB IX integriert. Es umfasst die „besonderen Regelungen

zur Teilhabe schwerbehinderter Menschen”.

Sozialpädiatrisches Zentrum

Ein Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) ist eine interdisziplinär arbeitende

Einrichtung zur ambulanten Versorgung von Kindern

und Jugendlichen, die von Entwicklungsstörungen bzw. von einer

Behinderung betroffen oder bedroht sind. Es nimmt schwierige

Aufgaben in Diagnostik und Therapie wahr, die die Möglichkeiten

anderer diagnostisch und therapeutisch tätiger Stellen in der Regel

übersteigen. Anders als in Frühförderstellen werden hier Kinder

und Jugendliche jeden Alters behandelt. Sozialpädiatrische

Zentren stehen fachlich und medizinisch unter ständiger ärztlicher

Aufsicht.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Unter einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung versteht

man, vereinfacht ausgedrückt, eine Beschäftigung als Arbeitnehmer.

Der Arbeitnehmer muss Beiträge an die Sozialversicherungen

zahlen (Krankheit, Pflege, Rente, Unfall, Arbeitslosigkeit). Zu den

versicherungspflichtigen Personen gehören auch Auszubildende

und zum Teil Praktikanten.

SGB IX (Rehabilitation

und Teilhabe behinderter

Menschen)

188 189


s –

Sprachbehinderung

STARTKLAR! (Projekt)


s

Keine Sozialversicherungspflicht besteht zum Beispiel für Selbstständige,

Beamte und geringfügig Beschäftigte („Minijobber“).

Sprachbehinderung

Bei Sprachbehinderungen ist der Gebrauch der Laut- und/oder der

Schriftsprache nachhaltig gestört und die Kommunikation deutlich

beeinträchtigt. Zu den Ursachen zählen unter anderen allgemeine

Entwicklungsstörungen im Kindesalter, Erkrankungen oder

Verletzungen des Gehirns, Hörstörungen oder andere Behinderungen.

Man unterscheidet generell zwischen Sprach-, Sprech- und

Stimmstörungen.

Sprachstörungen

Sprechstörungen

Sprachstörungen bei Kindern sind die Folge eines gestörten

Spracherwerbs. Sie können alle Bereiche der Sprache betreffen:

Aussprache, Wortschatz, Grammatik und allgemein die Kommunikationsfähigkeit.

Die Störungen zeigen sich also sowohl beim

Verstehen und Sprechen als auch in kommunikativen Situationen

und/oder beim Erwerb der Schriftsprache.

Sprechstörungen bei Kindern treten häufig bei Entwicklungsverzögerungen

auf. Es handelt sich hierbei um motorische Störungen

der ausführenden Sprechorgane. Die Aussprache kann gekennzeichnet

sein durch falsch gebildete Laute, Artikulationsstörungen

oder Störungen im Sprechablauf (Stottern, Poltern).

STARTKLAR! (Projekt)

„STARTKLAR! Mit Praxis fit für die Ausbildung in NRW“ ist ein Angebot

für Haupt-, Gesamt- und Förderschulen in Nordrhein-Westfalen.

Es richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen

8 bis 10, die den direkten Übergang in eine Ausbildung

anstreben und zusätzliche Unterstützung benötigen.

Eine Potenzialanalyse

zeigt die persönlichen

Stärken und Fähigkeiten

Stimmstörungen

Stimmstörungen äußern sich im Stimmklang, in der Stimmmelodie,

der Belastbarkeit der Stimme und in Missempfindungen

bis hin zu Schmerzen. Die Lautsprache ist hier für die Umwelt oft

schwer verständlich.

Betroffene Kinder mit > sonderpädagogischem Förderbedarf in

Nordrhein-Westfalen können eine > Förderschule mit dem Förderschwerpunkt

Sprache besuchen, wo sie gezielt gefördert werden.

Das Projekt fasst verschiedene Bausteine und Modelle der schulischen

Berufsorientierung zu einem integrierten und frühzeitig

beginnenden Angebot zusammen. Dazu gehören Lerneinheiten in

der Schule und an außerschulischen Lernorten:

> Jahrgangsstufe 8 – Kompetenzen feststellen und sich orientieren:

Eine umfangreiche Potenzialanalyse ermittelt die Stärken und

Fähigkeiten der Schüler. In überbetrieblichen oder vergleichbaren

Berufsbildungsstätten lernen die Jugendlichen praktisches Arbeiten

kennen und erproben sich in mindestens drei Berufsfeldern.

Bausteine

190 191


s –

STARTKLAR!plus (Projekt)

Stiftung Partner für Schule NRW


s

> Jahrgangsstufe 9 – Praxisbezogen lernen und sich qualifizieren:

Im Mittelpunkt stehen Kurse in selbst gewählten Berufsfeldern

und Kurse zur Stärkung der Fach- und Sozialkompetenz.

> Jahrgangsstufe 10 – Berufswahl konkretisieren und in Ausbildung

begleiten: Die Jugendlichen werden auf den Übergang in

eine Berufsausbildung gezielt vorbereitet.

Projekt

STARTKLAR!plus ist ein gemeinsames Projekt

der Landschaftsverbände Rheinland und

Westfalen-Lippe sowie der Regionaldirektion

Nordrhein-Westfalen und der Bundesagentur

für Arbeit.

Projekt

Module

STARTKLAR! wird umgesetzt von der > Stiftung

Partner für Schule NRW, der Landes-Gewerbeförderungsstelle

des nordrhein-westfälischen

Handwerks e.V. und dem Bundesinstitut für

Berufsbildung. Mehr Informationen unter

www.partner-fuer-schule.nrw.de > Projekte >

Startklar

STARTKLAR!plus (Projekt)

„STARTKLAR!plus – vertiefte Berufsorientierung für (schwer-)behinderte

Schülerinnen und Schüler“ unterstützt die berufliche

Orien tierung ab Klasse 8.

Das Programm besteht aus vier Modulen, die speziell für Jugendliche

mit > sonderpädagogischem Förderbedarf entwickelt wurden:

> > Kompetenzfeststellung

> Vertiefte berufsfeldbezogene > Berufsorientierung zur Vorbereitung

einer behinderungsgerechten Berufswahl und Entscheidungsfindung

> > Betriebspraktikum

> > Elternarbeit

Stiftung Partner für Schule NRW

Die Stiftung Partner für Schule NRW wurde gegründet, um die

dauerhafte und systematische Zusammenarbeit von Schule und

Wirtschaft zu fördern. Sie versteht sich dabei als Partner für die

Schulen und Unternehmen in Nordrhein-Westfalen.

Die Schulen können mit der Unterstützung von Betrieben gemeinsame

Projekte zusätzlich zum normalen Lehrbetrieb der Schule

realisieren. Interessierte Unternehmen haben die Möglichkeit,

gesellschaftliche Verantwortung durch konkretes Engagement an

Schulen des Landes zu übernehmen und dies in der Öffentlichkeit

bekannt zu machen.

Die Stiftung Partner für Schule NRW wurde im Juni 2003 durch

das Land Nordrhein-Westfalen und neun Wirtschaftsunternehmen

gegründet. Bis Ende 2009 hat sich die Zahl der Stifter auf 34

erhöht, die gemeinsam Projekte umsetzen.

Mehr Informationen

www.partner-fuer-schule.nrw.de

Projekte mit

Unternehmen

192 193


s –

Studien- und Berufswahlkoordinator

Studien- und Berufswahlkoordinator

T

Nach dem > Runderlass zur Berufs- und Studienorientierung in NRW

sind die Schulen aufgefordert, eine Koordinatorin oder einen Koordinator

für die Studien- und Berufsorientierung (StuBO-Koordinator/-

Koordinatorin) zu benennen.

Ansprechpartner

Aufgaben

Die StuBO-Koordinatoren sind innerhalb und außerhalb der Schule

Ansprechpartner für das Themenfeld Berufs orientierung sowie Initiatoren

für schulische Aktivitäten in diesem Bereich.

Zu den Aufgaben der StuBO-Koordinatoren gehört:

> die Einbindung der Berufsorientierung in die Schulprogrammarbeit,

> Organisations- und Teamentwicklung,

> die Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen Schule und Agentur

für Arbeit,

> die Koordination von Schülerbetriebspraktika,

> die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern und

> die Organisation von Informationsveranstaltungen.

ß

Hinweis

Die > Stiftung Partner für Schule NRW hat ein

eigenes Informationsportal für StuBO-Koordinatoren

eingerichtet. Dort findet man auch Materialien

zur „Qualifizierung der Koordinatorinnen und

Koordinatoren für Berufs- und Studienorientierung“,

die in dem gleichnamigen Projekt im Jahr

2008 eingesetzt wurden:

www.partner-fuer-schule.nrw.de > Projekte

> StuBO

Technische Arbeitshilfen

Technische Arbeitshilfen für behinderte Menschen sollen vorhandene

Fähigkeiten fördern und ausgefallene Fähigkeiten zumindest

teilweise ersetzen, um eine Arbeitstätigkeit zu erleichtern oder

überhaupt erst zu ermöglichen.

Technische Arbeitshilfen können als Einzelmaßnahme eingesetzt

werden, zum Beispiel die Anschaffung eines orthopädischen Bürostuhls.

Meistens sind sie aber Bestandteil einer umfassenden

ergonomischen und behinderungsgerechten Gestaltung des Arbeitsplatzes.

Eine entsprechende Beratung bieten die > Technischen

Beratungsdienste der Integrationsämter an. Im Rahmen der > Begleitenden

Hilfe im Arbeitsleben kann die Anschaffung von technischen

Arbeitshilfen finanziell gefördert werden.

Technischer Beratungsdienst

Der Technische Beratungsdienst des > Integrationsamtes berät

und unterstützt in allen Fragen rund um die Einrichtung und Ausstattung

von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderungen.

Die beratenden Ingenieure kennen die neuesten Entwicklungen

der technischen Arbeitshilfen für behinderte Menschen. Sie halten

Kontakt mit den Betrieben, sind mit den Problemen vor Ort

vertraut und entwickeln Lösungsvorschläge in Zusammenarbeit

mit allen Beteiligten (Arbeitgeber, Arbeitnehmer, ggf. > Integrationsteam).

Technische Beratungsdienste gibt es auch bei den >

Agenturen für Arbeit.

Behinderungsgerechter

Arbeitsplatz

194

195


T –

Teilhabe (behinderter Menschen)

Trainingswohnung


T

Keine bundeseinheitlichen

Regelungen

Teilhabe (behinderter Menschen)

Teilhabe ist ein Begriff aus dem > Sozialgesetzbuch IX, der den veralteten

Begriff der Eingliederung abgelöst hat. Behinderte oder von

> Behinderung bedrohte Menschen können Leistungen nach dem

Sozialgesetzbuch IX und den rechtlichen Vorschriften der > Rehabilitationsträger

erhalten. Ziel ist es, ihre Selbstbestimmung und

gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu fördern

und Benachteiligungen zu vermeiden. Die betroffenen Menschen

sollen nicht mehr wie früher als Adressat oder Objekt öffentlicher

Versorgung und Fürsorge verstanden werden.

Teilqualifizierungen

Teilqualifizierungen haben das Ziel, berufsspezifische (auf einen

Ausbildungsberuf bezogene) Ausbildungsinhalte und Qualifikationen

zu vermitteln. Zielgruppe sind Jugendliche, die nicht in der Lage

sind, eine reguläre > Berufsausbildung („Vollausbildung“) zu absolvieren.

Angestrebt wird die Vermittlung in Arbeit. Die fachtheoretischen

und fachpraktischen Inhalte sollen sich an den bestehenden

> Ausbildungsrahmenplänen orientieren.

Teilqualifizierungen können beispielsweise in einem > Berufsbildungswerk

oder in anderen > berufsvorbereitenden Einrichtungen

erworben werden. Die Träger der Maßnahmen vergeben in der Regel

ein Zertifikat, aus dem hervorgeht, welche konkreten Inhalte

vermittelt worden sind. Das Konzept der Teilqualifizierung unterliegt

keiner bundeseinheitlichen gesetzlichen Regelung. Begrifflich

sind Teilqualifizierungen vom Konzept der Ausbildungsbausteine

und der > Qualifizierungsbausteine abzugrenzen. Für letztere gibt

es einen konkreten rechtlichen Rahmen.

Theoriereduzierte Ausbildung

> Werkerausbildung

Trainingswohnung

In den > Berufspraxisstufen der Förderschulen spielt das Thema

Wohnen eine zunehmend wichtige Rolle. Die Schüler lernen bereits

hier unterschiedliche Wohnformen kennen (Wohngruppen

im Heim, > Ambulant Betreutes Wohnen usw.) und können über

ihre individuellen Wünsche zum Thema Wohnen diskutieren. Es

wird ihnen beigebracht, welche Fähigkeiten für die unterschiedlichen

Wohnformen nötig sind und welche Tätigkeiten auf sie zukommen,

wenn sie nicht mehr bei ihren Eltern wohnen.

Die Schüler sollen ein möglichst großes Maß an Selbstständigkeit

in allen Lebensbereichen erlernen, damit sie nach der Schule mit

dem Betreuten Wohnen eine Alternative zur Wohnheimunterbringung

haben. Zu diesem Zweck bieten manche Schulen ihren

Schülerinnen und Schülern der Berufspraxisstufe die Möglichkeit,

regelmäßig Trainings- oder Probewohnungen zu nutzen, wo sie

mit Betreuung unter realistischen Bedingungen das Wohnen und

Zusammenleben in einer kleinen Gruppe erproben können.

Angebot der Schule

196 197


U

Unterstützte Beschäftigung

danke ist die Forderung nach > Inklusion und einem umfassenden

Diskriminierungsschutz für behinderte Menschen.

In diesem Plan hat die Bundesregierung konkrete Ziele und Maßnahmen

zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention

festgelegt.

Nationaler

Aktionsplan


U

Leistungen an

Arbeitgeber

Übergang 500 plus – mit dem LVR-Kombilohn (Modell)

Das Angebot des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) richtet sich

an Beschäftigte in einer > Werkstatt für behinderte Menschen sowie

an wesentlich behinderte Schulabgänger mit > sonderpädagogischem

Förderbedarf. Ziel ist ein sozialversicherungspflichtiges

Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

Betriebe, die Betroffene einstellen oder ausbilden, können Lohnkostenzuschüsse

in Höhe von 70 Prozent des Arbeitnehmerbruttolohns

erhalten. Fachliche Beratung und Begleitung durch einen

> Integrationsfachdienst ergänzen die finanzielle Förderung.

ß

Hinweis

Über die UN-Behindertenrechtskonvention informiert

der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung,

bei dem auch die staatliche Koordinierungsstelle

zur Umsetzung der Konvention

angesiedelt ist:

www.behindertenbeauftragter.de > Themen >

Internationale und EU-Politik > Vereinte Nationen

Leistungen an schwerbehinderte

Menschen

Zu den Leistungen an schwerbehinderte Menschen gehören Vorbereitung,

Training und Vermittlung eines geeigneten Ausbildungs-

oder Arbeitsplatzes sowie intensive fachliche Begleitung

durch den Integrationsfachdienst bzw. ein > betriebliches Arbeitstraining.

UN-Behindertenrechtskonvention

Das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte

von Menschen mit Behinderungen (UN-Behindertenrechtskonvention)

ist der erste Völkerrechtsvertrag, der den anerkannten

Katalog der Menschenrechte auf die Situation behinderter Menschen

zuschneidet. Die UN-Behindertenrechtskonvention ist am

26.03.2009 in Deutschland in Kraft getreten. Zentraler Leitge-

Unterricht, zielgleich/zieldifferent

> Gemeinsamer Unterricht

Unterstützte Beschäftigung

Unterstützte Beschäftigung (UB) ist die individuelle betriebliche

Qualifizierung, Einarbeitung und Begleitung behinderter Menschen

mit besonderem Unterstützungsbedarf in Betrieben des allgemeinen

Arbeitsmarktes und damit eine Alternative zur Arbeit in

einer > Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM).

Die Unterstützte Beschäftigung richtet sich vor allem an Schulabgänger

aus > Förderschulen sowie an behinderte Menschen, die

Zielgruppe

198 199


U –

Unterstützte Beschäftigung

Unterstützte Kommunikation


U

Ablauf

ohne diese Maßnahme in einer Werkstatt für behinderte Menschen

beschäftigt wären.

Die Unterstützte Beschäftigung gliedert sich in zwei Abschnitte:

> Qualifizierung: Zunächst erfolgt die individuelle betriebliche

Qualifizierung, zum Beispiel durch einen > Integrationsfachdienst.

Zuständiger Rehabilitationsträger ist in der Regel die >

Agentur für Arbeit. Die Qualifizierung dauert bis zu zwei Jahre,

in Ausnahmefällen bis zu drei Jahre.

> Berufsbegleitung: Wenn danach ein sozialversicherungspflichtiges

Arbeitsverhältnis zustande kommt, aber noch weitergehende

Unterstützung benötigt wird, kann das > Integrationsamt

eine Berufsbegleitung fördern. Hierfür gibt es keine

zeitliche Beschränkung.

Unterstützte Kommunikation

Unterstützte Kommunikation (UK) ist ein Ansatz zur Förderung

der Kommunikation von nicht oder wenig sprechenden Kindern,

Jugendlichen und Erwachsenen, der alle zur Verfügung stehenden

Äußerungs- und Mitteilungsmöglichkeiten des behinderten

Menschen einbezieht. Der Begriff umfasst pädagogische und

therapeutische Maßnahmen, die eine Erweiterung der kommunikativen

Möglichkeiten von Betroffenen bezwecken. Beispiele für

Methoden der Unterstützen Kommunikation sind die > gestützte

Kommunikation oder die Gebärden-unterstützte Kommunikation.

Mehr Informationen

ß

Hinweis

Die Unterstützte Beschäftigung ist kein Ersatz für

eine > Berufsausbildung oder für > berufsvorbereitende

Bildungsmaßnahmen (Berufsvorbereitung). Sie ist

diesen Alternativen gegenüber immer nachrangig.

www.isaac-online.de

Ein Weg auf den

allgemeinen Arbeitsmarkt:

die Unterstützte

Beschäftigung

200 201


V

Vorteile

Vertrauenslehrer

An einen Vertrauenslehrer (auch Beratungslehrer genannt) können

sich Schülerinnen und Schüler wenden, wenn sie persönliche

oder schulische Probleme haben. Dies kann zum Beispiel eine als

ungerecht empfundene Behandlung oder Benotung durch andere

Lehrer sein, aber auch alle anderen Belange können mit einem

Vertrauenslehrer besprochen werden. Vertrauenslehrer kann es an

jeder Schulform geben. Sie werden vom Schülerrat oder der Klassensprecherversammlung

auf ein Jahr gewählt und können in der

Regel unbegrenzt wieder gewählt werden. Häufig werden zwei

Vertrauenspersonen gewählt, um geschlechterspezifische Belange

vertreten zu können. Die Wahl der Vertrauenslehrer wird durch

das Schulgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen geregelt. Vertrauenslehrer

haben das Recht, an den Sitzungen des Schülerrates

teilzunehmen und beraten diesen bei seinen Entscheidungen.

Verzahnte Ausbildung

Bei einer verzahnten Ausbildung absolvieren Jugendliche, die

in einer > Einrichtung zur beruflichen Rehabilitation ausgebildet

werden, Teile ihrer praktischen Ausbildung in einem Betrieb. Viele

> Berufsbildungswerke in Deutschland bieten heute eine verzahnte

Ausbildung an: Die betriebliche Phase dauert mindestens sechs

Monate und wird individuell angepasst.

Die behinderten jungen Menschen können wertvolle berufliche

Erfahrungen sammeln, Betriebspraxis kennen lernen und dadurch

Verzahnte Ausbildung mit Berufsbildungswerken (Projekt)

ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Die

Betriebe ihrerseits lernen die behinderten Auszubildenden „ohne

Risiko“ über einen längeren Zeitraum kennen. Denn die Fachkräfte

des Berufsbildungswerkes (Ausbilder, Sozialpädagogen usw.) begleiten

die betriebliche Phase und unterstützen bei allen Fragen

und Schwierigkeiten.

Die > Verzahnte Ausbildung mit Berufsbildungswerken wurde von

2004 bis 2009 in Modellprojekten (VAMB und VAmB) erfolgreich

erprobt. Mittlerweile haben 45 der bundesweit 52 Berufsbildungswerke

diese Ausbildungsform in ihr Regelangebot aufgenommen.

Mehr Informationen

www.bagbbw.de > Angebote für junge Menschen >

Unterstützungsangebote > Ausbildung > Verzahnte

Ausbildung mit Berufsbildungswerken (VAmB)

Verzahnte Ausbildung mit Berufsbildungswerken

(Projekt)

Die > verzahnte Ausbildung bietet behinderten jungen Menschen

an Berufsbildungswerken die Möglichkeit, Teile ihrer Ausbildung

in Betrieben der Wirtschaft zu absolvieren. Im Rahmen des Projektes

„Verzahnte Ausbildung Metro Group mit Berufsbildungswerken“

(VAMB) wurde diese Ausbildungsform von 2005 bis 2007 mit

lernbehinderten Jugendlichen erfolgreich erprobt. Akteure des

Modellversuchs waren damals die Bundesarbeitsgemeinschaft

der Berufsbildungswerke und der Handelskonzern METRO Group

in Düsseldorf.

Regelangebot


V

202 203


V –

Vollausbildung

Folgeprojekt

In dem zweijährigen Folgeprojekt „Verzahnte Ausbildung mit Berufsbildungswerken“

(VAmB) wurde das Konzept erweitert. Dieses

Mal waren mehrere Großunternehmen und viele kleine und mittlere

Betriebe als Kooperationspartner beteiligt. Inzwischen ist die

verzahnte Ausbildung als Leistungsangebot im Programm vieler

Berufsbildungswerke verankert.

W

Werker

Projekt

Vollausbildung

> Regelausbildung

Ausführliche Informationen zur Durchführung

und zu den Ergebnissen der beiden Modell -

projekte unter

www.vamb-projekt.de

Vorstellungsgespräch

> Bewerbung

> Fachpraktiker

> Werkerausbildung

Werkerausbildung

Die Werkerausbildung ist eine Berufsausbildung nach > besonderen

Ausbildungsregelungen für behinderte Menschen. Die neuere

Berufsbezeichnung für „Werker“ lautet „Fachpraktiker/Fachpraktikerin

für …“. Derzeit bestehen jedoch noch verschiedene Bezeichnungen

nebeneinander.

Die Werkerausbildung umfasst in der Regel einen Zeitraum von

drei bis dreieinhalb Jahren. Wie bei allen dualen Ausbildungen

werden die Ausbildungsinhalte im Betrieb, ggf. überbetrieblich,

und in der > Berufsschule vermittelt. Die Abschlussprüfung wird

vor der zuständigen > Kammer abgelegt. Die Ausbildungsinhalte

orientieren sich an vergleichbaren Ausbildungen für Menschen

ohne Behinderung.

Ausbildungsinhalte

Ein Jugendlicher kann nur dann eine Werkerausbildung beginnen,

wenn die zuständige > Agentur für Arbeit nach Beratung bzw. Begutachtung

(> Berufspsychologischer Service) den gesetzlichen

Anspruch festgestellt hat. Für eine Förderung durch die Agentur

für Arbeit muss zusätzlich die notwendige > Ausbildungsreife vorliegen

oder im Rahmen einer berufsvorbereitenden Maßnahme

(> Berufsvorbereitung) erlangt werden.

Voraussetzungen

204

205


w – Werkstatt für behinderte Menschen

Werkstattjahr


w

Berufe

Eingangsverfahren

Die Datenbank der Bundesagentur für Arbeit > BerufeNet listet

derzeit 58 Ausbildungsberufe für behinderte Menschen auf. Die

Zahl der tatsächlich bestehenden Werkerausbildungen ist um ein

Vielfaches höher. Hier wird eine Vereinheitlichung angestrebt.

Werkstatt für behinderte Menschen

Die Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) ist eine Einrichtung

zur beruflichen > Teilhabe behinderter Menschen und zur

Eingliederung in das Arbeitsleben. Menschen, die wegen ihrer Behinderung

nicht auf dem allgemeinen > Arbeitsmarkt tätig sein

können, erhalten hier eine angemessene berufliche Bildung und

eine Beschäftigung. Die Werkstatt als berufliche Rehabilitationseinrichtung

ermöglicht es ihnen, ihre Leistungsfähigkeit zu entwickeln

oder wiederzugewinnen und ein Arbeitsentgelt zu erzielen.

Im Eingangsverfahren der WfbM wird ermittelt, für welche Tätigkeiten

der behinderte Mensch geeignet ist bzw. ob er dort tätig

sein kann.

Werkstattjahr

Das Werkstattjahr ist eine Maßnahme im Bereich der > Berufsvorbereitung.

Sie richtet sich speziell an Jugendliche, die voraussichtlich

eine > berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) der Agentur

für Arbeit nicht erfolgreich absolvieren können.

Ziel des Werkstattjahres ist die Entwicklung konkreter persönlicher

Perspektiven für den Übergang ins reguläre Ausbildungs- und

Beschäftigungssystem, aber auch in weitergehende berufsvorbereitende

Maßnahmen. Die Teilnehmer können reale betriebliche

Arbeitssituationen kennen lernen und sich darin bewähren. Mit

dem Werkstattjahr soll insgesamt die Ausbildungs- und Beschäftigungsfähigkeit

der Jugendlichen verbessert werden.

An zwei Tagen in der Woche besuchen die Jugendlichen die

> Klasse für Schülerinnen und Schüler ohne Berufsausbildungsverhältnis

(KSoB) des Berufskollegs. An den restlichen drei Tagen werden

sie bei einem Bildungsträger qualifiziert. Außerdem ist ein

mindestens sechswöchiges > Betriebspraktikum vorgesehen.

Ziel

Ablauf

Berufsbildungsbereich

Arbeitsbereich

Hier soll der behinderte Mensch in seiner Leistungsfähigkeit und

Persönlichkeitsentwicklung so weit gefördert werden, dass eine

geeignete Beschäftigung im Arbeitsbereich der WfbM oder auch

auf dem allgemeinen > Arbeitsmarkt möglich ist.

Die WfbM soll über ein möglichst breites Angebot an Arbeitsplätzen

zur Ausübung geeigneter Tätigkeiten verfügen. Die Beschäftigten

erledigen im Arbeitsbereich Produktionsaufträge und erbringen

Dienstleistungen. Die Arbeitsplätze müssen einerseits

den Erfordernissen der Arbeitswelt, andererseits aber auch den

besonderen Bedürfnissen der behinderten Menschen Rechnung

tragen. Sind die Voraussetzungen gegeben, wird ein Übergang auf

den allgemeinen Arbeitsmarkt angestrebt (z. B. durch > Außenarbeitsplätze

in Betrieben, > Integrationsprojekte und > Probebeschäftigungen).

Die Förderung soll sich am individuellen Qualifizierungsbedarf der

Jugendlichen orientieren. Sie umfasst:

> Kompetenzanalyse (> Kompetenzfeststellung)

> Aufbau von > Schlüsselkompetenzen

> Berufliche Orientierung

> Erwerb fachlicher Kompetenzen in einem ausgewählten Berufsfeld

(Bescheinigung anhand von > Qualifizierungsbausteinen)

> Erstellung einer Förderempfehlung (Entwicklung von Anschlussperspektiven)

Die Teilnehmer am Werkstattjahr werden von der > Berufsberatung

der Agentur für Arbeit ausgewählt.

Module

Auswahl

206 207


w – Werkstufe

Werkstufe

Z

> Berufspraxisstufe

Wohnortnahe berufliche Rehabilitation

Einrichtungen

Die wohnortnahe berufliche Rehabilitation ermöglicht jungen

Menschen, die aufgrund ihrer > Behinderung besondere Unterstützung

benötigen, eine > betriebliche Berufsausbildung am Heimatort

– als Alternative zur überbetrieblichen Ausbildung, beispielsweise

in einem weiter entfernten > Berufsbildungswerk.

Wohnortnahe Angebote erweitern die Wahlmöglichkeiten von

Menschen mit Behinderungen. Sie realisieren Qualifizierung und

Integration im vertrauten sozialen Umfeld. Einrichtungen der wohnortnahen

beruflichen Rehabilitation nutzen regionale Netzwerke,

um die > Berufsvorbereitung und die Berufsausbildung entweder

direkt in Betrieben oder betriebsnah entsprechend dem individuellen

Förderbedarf zu gestalten. Gleichzeitig können sie den Übergang

in eine betriebliche Beschäftigung erleichtern.

Zukunft fördern (Projekt)

Das Projekt „Zukunft fördern – vertiefte Berufsorientierung gestalten“

wurde 2008 gestartet, um die Berufs- und Studienorientierung

aller allgemeinbildenden, weiterführenden Schulen

Nordrhein-Westfalens zu unterstützen. Sie bietet den Schulen die

Möglichkeit, durch gezielte Maßnahmen die Berufs- und Studienorientierung

vor Ort auszubauen und zu vertiefen.

Im Rahmen von „Zukunft fördern“ wurden schulform-spezifische

Module entwickelt, die in Schulen eingesetzt und finanziell gefördert

werden können, zum Beispiel die Module:

> > Berufsorientierungsbüro,

> > Berufsorientierungscamp,

> > Kompetenzfeststellung und

> > Berufsorientierung an Förderschulen.

Module

Projekt

Das Projekt wird von der > Stiftung Partner für

Schule NRW und der Landes-Gewerbeförderungsstelle

des nordrhein-westfälischen Handwerks

e.V. umgesetzt. Mehr Informationen unter

www.partner-fuer-schule.nrw.de > Projekte >

Zukunft fördern

208

209


Literatur

Anhang

Bundesarbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT (Hrsg.): Die

Betriebserkundung – Einblicke in die Wirtschaft. (ohne Datum)

Bundesinstitut für Berufsbildung (Hrsg.): Kompetenzfeststellung.

Verfahren zur Kompetenzfeststellung junger Menschen (Expertise

inklusive eines Handlungsleitfadens). Bonn 2005

Literatur

Bertelsmann-Stiftung (Hrsg.): Übergänge mit System. Länderstudie

Nordrhein-Westfalen. Prof. Dr. Dieter Euler, Dr. Monika

Reemtsma-Theis. Institut für Wirtschaftspädagogik Universität

St. Gallen 2010

Bundesagentur für Arbeit (Hrsg.):

> Werde fit für deine Ausbildung. Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen

(BvB). Information für Jugendliche.

> Berufsausbildung für Menschen mit besonderem Förderbedarf.

Information für Jugendliche.

> Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE).

Information für Jugendliche.

> Angebote der Berufsberatung. Dienste und Leistungen für

Jugend liche und junge Erwachsene. (Merkblatt 11)

> Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben. Für Arbeitnehmerinnen

und Arbeitnehmer. Dienste und Leistungen der Agentur

für Arbeit (Merkblatt 12)

> So schaffst du deine Ausbildung. Ausbildungsbegleitende Hilfen

(abH). Information für Jugendliche.

> Berufswahltest (BWT). Fit für den Sprung ins Berufsleben? Info r-

mationen für Jugendliche.

> Ratgeber Ausbildung. Informationen für Arbeitgeber.

> Vertiefte Berufsorientierung. Handbuch. Nürnberg 2010

Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hrsg.): Berufsbildungsbericht.

Berlin 2012

Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-

Westfalen (Hrsg.): Schule in Nordrhein-Westfalen, Bildungsbericht

2009. Düsseldorf 2009

Studienkreis Schule Wirtschaft Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Lernortkooperationen

– Kooperationen zwischen Schulen und Unternehmen.

Sonderreihe Heft 26 (Lernpartnerschaft). Düsseldorf 2004

Barbara Koch, Johannes Kortenbusch (Hrsg.): Individuell fördern in

der Berufs- und Studienorientierung. Eine Handreichung für Lehrerinnen

und Lehrer in Nordrhein-Westfalen. Bielefeld 2009

Heft 1: Berufs- und Studienorientierung in Nordrhein-Westfalen.

Ein Überblick.

Heft 2: Der Berufswahlpass (BWP) als Instrument individueller Förderung

in der Sekundarstufe I

Heft 4: Berufsberatung der Agentur für Arbeit und Schule.

Heft 5: Förderplanung zur beruflichen Integration.

Heft 6: Begleitende Beratung in der Berufs- und Studienorientierung.

Heft 7: Lernort Betrieb.

Heft 8: Anschlussorientierte Kompetenzfeststellung und -förderung.

Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen

(Hrsg.): ABC Behinderung & Beruf. Handbuch für die

betriebliche Praxis. 2011

210 211


Internet

Internet

Internet

Bundesagentur für Arbeit

www.arbeitsagentur.de

Bundesarbeitsgemeinschaft

der Berufsbildungswerke

www.bagbbw.de

Beauftragter der Bundesregierung

für die Belange

behinderter Menschen

www.behindertenbeauftragter.de

Bundesarbeitsgemeinschaft

der Integration s-

ämter und Hauptfürsorgestellen

(BIH)

www.integrationsaemter.de

Online-Fachlexikon „ABC

Behinderung & Beruf“:

www.integrationsaemter.

de/fachlexikon

Bundesarbeitsgemeinschaft

SCHULEWIRTSCHAFT

www.schulewirtschaft.de

Bundesarbeitsgemeinschaft

Wohnortnahe

berufliche Rehabilitationseinrichtungen

www.bag-wbr.de

Bundesinstitut für

Berufsbildung

www.bibb.de

Bundesministerium für

Bildung und Forschung

www.bmbf.de

Bundesministerium für

Arbeit und Soziales

www.bmas.de

Das Kölner Bildungsportal

www.bildung.koeln.de

einfach teilhaben

Informationsportal für

Menschen mit Behinderungen,

ihre Angehörigen,

Verwaltungen und

Unternehmen:

www.einfach-teilhaben.de

Gesellschaft für innovative

Beschäftigung mbH (G.I.B)

Informationen über Projekte

und Förderprogramme

u.a. aus dem Bereich

„Jugend und Beruf“:

www.gib.nrw.de

Good Pracice Center

Informationen über „Gute

Praxis“ in der Förderung

von Benachteiligten:

www.good-practice.de

Integration/Inklusion Köln

Informationsportal zum

Themenschwerpunkt integrative/inklusive

Bildung:

www.inkoe.de

Kooperationsverbund

Jugendsozialarbeit

www.jugendsozialarbeit.de

Kultusministerkonferenz

www.kmk.org

Landeskoordinierungsstelle

der Kommunalen

Integra tionszentren NRW

www.kommunale-integrationszentren-nrw.de

Landesrecht NRW

Schulgesetz für das Land

Nordrhein-Westfalen u.a.:

https://recht.nrw.de

Landschaftsverband

Rheinland

www.lvr.de

Landschaftsverband

Westfalen Lippe

www.lwl.org

Ministerium für Arbeit,

Integration und Soziales

des Landes Nordrhein-

Westfalen

www.mais.nrw.de

Arbeitspolitik in NRW:

www.arbeit.nrw.de

Ministerium für Schule und

Weiterbildung des Landes

Nordrhein-Westfalen

Das Bildungsportal:

www.schulministerium.

nrw.de

Berufs- und Studienorientierung

sowie Übergangsangebote

in NRW:

www.berufsorientierungnrw.de

Berufsbildung:

www.berufsbildung.nrw.de

Sicherung der Bildungsstandards:

www.standardsicherung.

schulministerium.nrw.de

Zukunftsschulen NRW –

Netzwerk Lernkultur

Individuelle Förderung:

www.zukunftsschulennrw.de

Planet-beruf.de

Informationen der Bundesagentur

für Arbeit zu

Berufswahl, Bewerbung

und Ausbildung:

www.planet-beruf.de

Regionale Arbeitsstellen

zur Förderung von Kindern

und Jugendlichen aus

Zuwandererfamilien

www.raa.de

REHADAT

Informationssystem zur

beruflichen Rehabilitation:

www.rehadat.de

REHADAT-talentplus

Informationen zu Arbeitsleben

und Behinderung:

www.talentplus.de

REHADAT-Bildungsportal

Informationen zu Berufsfindung,

Qualifizierung und

Ausbildung für junge Menschen

mit Förderbedarf:

www.rehadat-bildung.de

Stiftung Partner für

Schule NRW

www.partner-fuer-schule.

nrw.de

StuBO-Portal NRW

Informationen und

Mate rialien zur Berufsund

Studienorientierung.

Das Portal richtet sich

vor allem an die Koordinatorinnen

und Koordinatoren

für Berufs- und Studienorientierung

(StuBO):

www.partner-fuer-schule.

nrw.de > Für Schulen >

Projekte > StuBo

ZB online

Internetarchiv der

ZB Zeitschrift: Behinderte

Menschen im Beruf:

www.zb-net.de

ZB Rheinland

Internetarchiv der Regionalausgabe

der ZB Zeitschrift:

Behinderte Menschen

im Beruf, Nachrichten des

Integrationsamtes beim

Landschaftsverband

Rheinland:

www.integrationsamt.

lvr.de > Informationen für

behinderte Menschen >

Informationsschriften

212 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

213


✔ BEiSPiELE AUS

DEr PrAXiS:

So gelingt der

Sprung!

✔ intErViEWS:

Darauf kommt

es an!

✔ MEHr FÖrDErUnG:

Projekt „Übergang

500 plus – mit dem

LVr-Kombilohn“

www.lvr.de

www.integrationsaemter.de

Behinderungsarten und ihre Auswirkungen

Qualität für Menschen

Publikationen + Adressen

Abkürzungen

Publikationen

Abkürzungen

Rheinland

E✗trA

500

plus+

Was heißt hier behindert?

Aktiv für Inklusion

SPEZIAL

Beispiele

Tipps

Rat

Wissen

Den Sprung schaffen …

… von der Werkstatt für behinderte Menschen

auf den allgemeinen Arbeitsmarkt

ZB Rheinland extra:

Den Sprung schaffen ...

... von der Werkstatt für

behinderte Menschen

auf den allgemeinen

Arbeitsmarkt

20 Seiten, LVR 2011

ZB Spezial:

Was heißt hier behindert?

Behinderungsarten und

ihre Auswirkungen am

Arbeitsplatz.

Mit authentischen

Fallbei spielen.

60 Seiten, BIH 2012

ZB info:

Leistungen im Überblick:

Behinderte Menschen im Beruf

Finanzielle Leistungen sowie

Beratung und Informationen

an Arbeitgeber und

schwer behinderte Menschen

12 Seiten, BIH 2012

Schwerbehinderte Menschen

im Beruf

Rechte, Pflichten, Förder möglichkeiten

Schwerpunkt: Kleine und

mittlere Betriebe

24 Seiten, LVR 2008

Alle Broschüren sind beim

LVR-Integrationsamt in Köln

erhältlich. Adresse siehe unten.

Kostenloser Download unter

www.integrationsamt.lvr.de

> Informationen für behinderte

Menschen > Informationsschriften

Adressen

Landschaftsverband Rheinland

LVR-Integrationsamt

Deutzer Freiheit 77-79

50679 Köln

Telefon: 02 21 / 8 09-0

Fax: 02 21 / 8 09-44 02

E-Mail: integrationsamt@lvr.de

Homepage:

www.integrationsamt.lvr.de

Integrationsfachdienste

in NRW

www.integrationsaemter.de

> Kontakt > Integrationsfachdienste

> Nordrhein-Westfalen

Zuständige Arbeitsagentur

www.arbeitsagentur.de

> Partner vor Ort

abH

Abs.

AGG

AO-SF

AST

BAB

BaE

BAföG

BAG BBW

BASS

BAVBVO

BBiG

BBW

BDA

bEO

BerEb

BFW

BGG

BGJ

BIBB

ausbildungsbegleitende

Hilfen

Absatz

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz

Ausbildungsordnung Sonderpädagogische

Förderung

Abschlussstufen

Berufsausbildungsbeihilfe

Berufsausbildung in außerbetrieblichen

Einrichtungen

Bundesausbildungsförderungsgesetz

Bundesarbeitsgemeinschaft

der Berufsbildungswerke

Bereinigte Amtliche Sammlung

der Schul vorschriften

Berufsausbildungsvorbereitungs-Bescheinigungsverordnung

Berufsbildungsgesetz

Berufsbildungswerk

Bundesvereinigung der

Deutschen Arbeitgeberverbände

Berufliche Erfahrung und

Orientierung (Projekt)

Berufseinstiegsbegleitung

Berufsförderungswerk

Behindertengleichstellungsgesetz

Berufsgrundschuljahr

Bundesinstitut für Berufsbildung

BiZ Berufsinformationszentrum

BMAS Bundesministerium für Arbeit

und Soziales

BOB Berufsorientierungsbüro

BOJ Berufsorientierungsjahr

BQF Berufliche Qualifizierung für

Zielgruppen mit besonderem

Förderbedarf (Programm)

BTZ Berufliches Trainingszentrum

BUS Betrieb und Schule (Projekt)

BvB Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen

BWT Berufswahltest

BZgA Bundeszentrale für gesundheitliche

Aufklärung

bzw. beziehungsweise

DGS Deutsche Gebärdensprache

DIA-AM Diagnose der Arbeitsmarktfähigkeit

besonders

betroffener behinderter

Menschen

DIA-TRAIN Diagnose und Training

EQ Einstiegsqualifizierung

FC Facilitated Communication

(gestützte Kommunikation)

GdB Grad der Behinderung

GSK Gruppentraining sozialer

Kompetenzen

hamet Handwerklich-motorischer

Eignungstest

HwO Handwerksordnung

Ida Instrumentarium zur Diagnostik

von Arbeitsfähigkeiten

IHP Individueller Hilfeplan

214 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

215


Abkürzungen

Mitwirkende

ILJA

IZK

KME

KAOA

KoKoBe

KSoB

Kukuk

KURS

LBG

LVR

LWL

MAIS

MELBA

RAA

SGB

Integration lernbehinderter

Jugendlicher in Ausbildung

(Projekt)

Individuelle Zukunftskonferenz

Körperliche und motorische

Entwicklung

Kein Abschluss ohne

Anschluss – Übergang Schule-

Beruf in NRW (Programm)

Koordinierungs-, Kontakt- und

Beratungsstellen

Klasse für Schülerinnen und

Schüler ohne Berufsausbildungsverhältnis

Kommunikation – Konfliktbewältigung

– Kooperation

(Programm)

Kooperationsnetz Unternehmen

der Region und Schulen

(Initiative)

Lautsprachenbegleitende

Gebärden

Landschaftsverband Rheinland

Landschaftsverband Westfalen-

Lippe

Ministerium für Arbeit,

Inte gration und Soziales des

Landes Nordrhein-Westfalen

Merkmalprofile zur Eingliederung

Leistungsgewandelter

und Behinderter in Arbeit

Regionale Arbeitsstellen zur

Förderung von Kindern und

Jugendlichen aus Zuwandererfamilien

Sozialgesetzbuch

SPZ

STAR

StuBo

UB

UK

VAmB/

VAMB

vgl.

WfbM

z.B.

ZERA

Sozialpädiatrisches Zentrum

Schule trifft Arbeitswelt

(Projekt)

Studien- und Berufswahlkoordinator

Unterstützte Beschäftigung

Unterstützte Kommunikation

Verzahnte Ausbildung mit

Berufsbildungswerken (Projekt)

vergleiche

Werkstatt für behinderte

Menschen

zum Beispiel

Zusammenhang zwischen

Erkrankung, Rehabilitation

und Arbeit (Gruppentrainingsprogramm)

Mitwirkende

Autoren

Rüdiger Bach Der Sonderpädagoge beschäftigt sich an der Universität

zu Köln schwerpunktmäßig mit dem Übergang Schule-Beruf

bei Jugendlichen mit Lernschwierigkeiten.

Elly Lämmlen Die stellvertretende Bereichsleiterin „Behinderung

& Beruf“ bei der Universum Verlag GmbH in Wiesbaden betreut

Medien zu den Themen Berufswahl und Berufsorientierung.

Projektverantwortung/Fachberatung im LVR-Fachbereich Integrationsamt

und Soziales Entschädigungsrecht:

Klaus-Peter Rohde leitet die Abteilung „Integrationsbegleitung,

Integrationsunternehmen, Arbeitsmarktprogramme“.

Hermann Kiesow ist Teamleiter im Bereich Integrationsbegleitung

und Arbeitsmarktprogramme.

Dr. Gerrit Grünes ist Projektkoordinator des Bundesprogramms

„Initiative Inklusion“.

Caren Rohlf-Grimm ist Projektkoordinatorin von STAR („Schule

trifft Arbeitswelt“) und führt die STAR-Koordinierungsstelle.

Dr. Dieter Schartmann war als früherer Abteilungsleiter

„Integrationsbegleitung, Integrationsunternehmen, Arbeitsmarktprogramme“

beteiligt.

Norbert Wosnitzka war als früherer STAR-Projektkoordinator

beteiligt.

Dr. Helga Seel hat als ehemalige Leiterin des LVR-Fachbereiches

Integrationsamt das Buchprojekt initiiert.

216 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

217


Index

Index

Index

A

Abklärung der beruflichen Eignung 8

> Maßnahme zur Abklärung der

beruflichen Eignung

> Arbeitserprobung

> Diagnose der Arbeitsmarktfähigkeit

besonders betroffener behinderter

Menschen

Agentur für Arbeit 8

Aktion 100 zusätzliche Ausbildungsplätze

9

aktion5 10

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz 11

Ambulant Betreutes Wohnen 12

Anerkannte Ausbildungsberufe 13

Anforderungsprofil 14

> Profilmethode

Anlerntätigkeit 14

> Helfertätigkeit

Arbeitsassistenz 14

Arbeitserprobung 15

Arbeitshilfen 16

> Technische Arbeitshilfen

Arbeitslehre 16

Arbeitsmarkt 17

Arbeitstraining 18

> Betriebliches Arbeitstraining

Ärztlicher Dienst 18

Ausbilder 18

Ausbildung für behinderte Menschen 19

> Besondere Ausbildungsregelungen

für behinderte Menschen

> Werkerausbildung

> Fachpraktiker

Ausbildungsbegleitende Hilfen 19

Ausbildungsberater der Kammern 20

Ausbildungserleichterungen 21

Ausbildungsgeld 21

Ausbildungskonsens NRW 22

Ausbildungsmarkt 23

Ausbildungsmesse 24

> Berufsbildungsmesse

Ausbildungsordnung 24

Ausbildungsordnung Sonder -

päda gogische Förderung 25

Ausbildungsplan 26

Ausbildungsrahmenplan 26

Ausbildungsreife 26

Ausbildungsvergütung 27

Ausbildungsvermittlung 27

Ausbildungsvertrag 28

Ausbildungszuschuss 29

Ausgleichsabgabe 30

Außenarbeitsplätze 30

> Betriebsintegrierte Arbeitsplätze

Außerbetriebliche Einrichtung 31

Autismus 31

B

BAföG 34

> Bundesausbildungsförderungsgesetz

Barrierefreiheit 34

BBW-unterstützte Ausbildung 34

Begleitende Hilfe im Arbeitsleben 35

Behindertengleichstellungsgesetz 37

Behinderung 37

Behinderungsarten 38

> Autismus

> Blindheit und Sehbehinderung

> Geistige Behinderung

> Hörschädigungen

> Körperbehinderungen

> Lernbehinderung

> Seelische Behinderungen

> Sprachbehinderung

Behinderungsbedingt erforderliche

Grundausbildung 39

> Grundausbildung, behinderungsbedingt

erforderliche

Behindertenrechtskonvention der UN 39

> UN-Behindertenrechtskonvention

Beirat Schule und Beruf 39

Beratende Ingenieure 39

> Technischer Beratungsdienst

Beratungslehrer 39

> Vertrauenslehrer

BerufeNet 40

Berufliche Eignung 40

> Eignung

> Kompetenzfeststellung

Berufliche Erfahrung und Orientierung

(Projekt) 40

Berufliche Ersteingliederung 42

Berufliche Handlungsfähigkeit 42

Berufliche Schulen 42

Berufsabschluss, nachträglicher 43

Berufsausbildung 45

Berufsausbildung in außerbetrieblichen

Einrichtungen 45

Berufsausbildung in außerbetrieblichen

Einrichtungen NRW 3. Weg 47

Berufsausbildungsbeihilfe 48

Berufsausbildungsvorbereitung 49

> Berufsvorbereitung

Berufsberatung 49

Berufsbildungsgesetz 50

Berufsbildungsmessen 51

Berufsbildungswerke 51

Berufseinstiegsbegleiter 52

Berufseinstiegsbegleitung 53

Berufsfachschule 54

Berufsfelderkundung 54

Berufsförderungswerke 55

Berufsgrundschuljahr 55

Berufsinformationszentrum 56

Berufskolleg 57

> Berufliche Schulen

Berufsorientierung 57

Berufsorientierungsbüro 58

Berufsorientierungscamp 59

Berufsorientierungsjahr 60

Berufspraxisstufe 61

Berufspsychologischer Service 61

Berufsschule 62

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen

63

Berufsvorbereitende Einrichtung 65

Berufsvorbereitung 65

Berufsvorbereitungsjahr 66

> Berufsorientierungsjahr

Berufswahl 66

Berufswahlkoordinator 68

> Studien- und Berufswahlkoordina toren

Berufswahlpass 68

Berufswahltest 68

Berufswahlunterricht 69

Berufswegekonferenz 70

Berufswegeplanung 71

Beschäftigung von besonders

betroffenen jugendlichen Schwerbehinderten

beim Landschaftsverband

Rheinland 71

218 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

219


Index

Index

Beschäftigungspflicht 72

> Ausgleichsabgabe

Besondere Ausbildungsregelungen

für behinderte Menschen 72

Besonders betroffene schwerbehinderte

Menschen 73

Betreutes Wohnen 74

> Ambulant Betreutes Wohnen

Betreuung am Ausbildungs- und

Arbeitsplatz 74

> Integrationsfachdienst

Betrieb und Schule (Projekt) 74

Betriebliche Berufsausbildung 75

Betriebliche Einstiegsqualifizierung 77

> Einstiegsqualifizierung

Betriebliches Arbeitstraining 77

Betriebserkundung 78

Betriebsintegrierte Arbeitsplätze 79

Betriebspraktikum 79

Bewerbung 80

Bildungsbegleitung 81

Bildungsbüro 82

Blindheit und Sehbehinderungen 82

Boys’Day 84

Budget für Arbeit 85

> LVR-Budget für Arbeit

Bundesagentur für Arbeit 85

> Agentur für Arbeit

Bundesausbildungsförderungsgesetz 85

C

CAP-Märkte 86

D

Diagnose der Arbeitsmarktfähigkeit

besonders betroffener Behinderter

Menschen 87

DIA-TRAIN 87

Duale Ausbildung 88

E

Eignung 90

Eignungsabklärung 91

> Eignung

Eingliederungshilfe 91

Eingliederungsplan 92

Eingliederungszuschüsse 93

Einrichtungen der beruflichen

Rehabilitation 93

Einstiegsqualifizierung 94

Ein-Topf (Projekt) 95

Einzelfallhilfe 96

Elternarbeit 97

F

Fachausschuss der WfbM 98

Fachberater (für Integration) der

Kammer 98

Fachpraktiker 99

Fachschulen 100

Fachstelle für behinderte Menschen

im Beruf 101

> Fürsorgestelle

Fähigkeitsdiagnostik 101

> Kompetenzfeststellung

Fahrtraining 101

> Mobilitätstraining

Förderplanung berufliche Integration 101

Förderrecht 102

Förderschulen 103

Förderung der Ausbildung 105

> Ausbildungszuschuss

Füngeling Router 105

Fürsorgestellen 105

G

Gebärdensprache 106

Geistige Behinderung 106

Gemeinsamer Unterricht 109

Gender Mainstreaming 110

Gerätepool des LVR-Sozialamtes 110

> Inklusionspauschale

Gestützte Kommunikation 110

Girls’Day 111

Gleichstellung 112

Grad der Behinderung 112

Grundausbildung, behinderungsbedingt

erforderliche 112

H

hamet 2 113

hamet e 114

> hamet 2

Handwerkskammer 114

> Kammern

Handwerksordnung 114

Helfertätigkeit 114

Hilfsmittelverleih 114

Hörschädigungen 115

I

Ida 120

Individueller Hilfeplan 120

Industrie- und Handelskammer 121

> Kammern

Initiative Inklusion 121

Inklusion 121

Inklusionskoordinatoren 122

Inklusionspauschale 122

Integration lernbehinderter Jugend -

licher in Ausbildung (Projekt) 123

Integration unternehmen!“

(Programm) 124

Integrationsamt 125

Integrationsfachdienst 126

Integrationsfirmen 126

> Integrationsprojekte

Integrationshelfer 126

Integrationsprojekte 127

Integrationsteam 127

Integrative Beschulung 127

Integrative Lerngruppe 128

> Integrative Beschulung

Interessen- und Fähigkeitsprofil 128

> Potenzialanalyse

J

Jahrgangsstufenkonferenz 129

> Klassenkonferenz

Jobbörse 129

Jobcoach 129

> Betriebliches Arbeitstraining

Jobcoaching 130

> Betriebliches Arbeitstraining

Jobmappe NRW 130

Jugendberufshilfe 131

Jugendsozialarbeit 131

Jugendwerkstatt 132

K

Kammern 133

Kein Abschluss ohne Anschluss –

Übergang Schule-Beruf in NRW

(Programm) 133

220 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

221


Index

Index

Klasse für Schüler ohne Berufsausbildungsverhältnis

135

Klassenkonferenz 135

Komm auf Tour (Projekt) 136

Komm mit! (Projekt) 137

Kommunale Integrationszentren 137

Kompetenzcheck 138

Kompetenzfeststellung 138

Kompetenzfeststellungsverfahren 139

Kompetenzzentrum 139

Kooperationsklassen Hauptschule-

Berufsorientierungsjahr 140

Kooperationsnetz Unternehmen

der Region und Schulen (Initiative) 141

Koordinierungs-, Kontakt- und

Beratungsstelle 142

Körperbehinderungen 143

Kündigungsschutz 144

L

Langzeitpraktikum 145

Lehrerbetriebspraktikum 146

Lehrerfortbildung LVR 146

Leistungen zur Teilhabe am

Arbeitsleben 147

Lernbehinderung 149

Lernpartnerschaft 150

LVR-Budget für Arbeit 151

M

Maßnahme zur Abklärung der

beruflichen Eignung 152

Mehrfachanrechnung 152

MELBA 153

Methodische Arbeitshilfen der

Berufsorientierung 153

Ministerium für Arbeit, Integration

und Soziales 155

Ministerium für Schule und

Weiterbildung 156

Mobilitätstraining 156

N

Nachschulische Fördermöglichkeiten 158

Nachteilsausgleiche 159

Nachträglicher Berufsabschluss 159

> Berufsabschluss, nachträglicher

Nationaler Aktionsplan 159

> UN-Behindertenrechtskonvention

Netzwerkarbeit 159

Netzwerkkonferenz 160

> Netzwerkarbeit

Neue Förderstruktur (Entwicklungsinitiative)

160

Nischenarbeitsplätze 161

P

Patenschaft 162

Persönliches Budget 162

Portfolio 163

> Berufswahlpass

Potenzialanalyse 163

Praktikum 164

> Betriebspraktikum

Praxisstufe 164

> Berufspraxisstufe

Probebeschäftigung 164

Probewohnen 164

>Trainingswohnung

Profilmethode 165

Prüfungsgebührenzuschuss 165

Prüfungsmodifikationen 165

Psychologischer Eignungstest 167

Psychologischer Dienst 167

> Berufspsychologischer Service

Q

Qualifizierungsbausteine 168

R

Rahmenlehrplan 170

> Duale Ausbildung

Rahmenvereinbarung Schule-Berufsberatung

170

Rahmenzielvereinbarung WfbM 171

Regelausbildung 171

Regionale Arbeitsstellen zur Förderung

von Kindern und Jugendlichen aus

Zuwandererfamilien 172

Regionale Bildungsnetzwerke 173

Regionales Übergangsmanagement 173

> Kein Abschluss ohne Anschluss –

Übergang Schule-Beruf in NRW

Reha-Berater 173

> Reha-Team

Rehabilitation 173

Rehabilitationsträger 173

Reha-Team 174

Runderlass zur Berufs- und Studienorientierung

in NRW 174

S

Schlüsselqualifikationen 176

Schulabschlüsse an Haupt- und

Förderschulen 176

Schulbegleiter 177

> Integrationshelfer

Schulbehörde 177

> Schulorganisation

Schule für Kranke 177

Schule trifft Arbeitswelt – zur

Integration schwerbehinderter

Jugendlicher (Projekt) 178

Schülerbetriebspraktikum 179

Schülerfirmen 180

SCHULEWIRTSCHAFT (Initiative) 181

Schulische Berufsausbildung 182

Schulpflicht 183

Schwerbehindertenausweis 184

Schwerbehindertenvertretung 185

Schwerbehinderung 185

Seelische Behinderungen 185

Sonderberufsschule 187

> Berufsschule

Sonderpädagogischer Förderbedarf 187

Sonderschule 188

> Förderschule

Soziale Kompetenz 188

> Schlüsselqualifikationen

Sozialgesetzbuch 188

Sozialpädiatrisches Zentrum 189

Sozialversicherungspflichtige

Beschäftigung 189

Sprachbehinderung 190

STARTKLAR! (Projekt) 191

STARTKLAR!plus (Projekt) 192

Stiftung Partner für Schule NRW 193

Studien- und Berufswahlkoordinator 194

T

Technische Arbeitshilfen 195

Technischer Beratungsdienst 195

Teilhabe (behinderter Menschen) 196

Teilqualifizierungen 196

222 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

223


Index

Theoriereduzierte Ausbildung 197

> Werkerausbildung

Trainingswohnung 197

Z

Zukunft fördern (Projekt) 209

U

Übergang 500 plus – mit dem

LVR-Kombilohn (Modell) 198

UN-Behindertenrechtskonvention 198

Unterricht, zielgleich/zieldifferent 199

> Gemeinsamer Unterricht

Unterstützte Beschäftigung 199

Unterstützte Kommunikation 201

V

Vertrauenslehrer 202

Verzahnte Ausbildung 202

Verzahnte Ausbildung mit Berufsbildungswerken

(Projekt) 203

Vollausbildung 204

> Regelausbildung

Vorstellungsgespräch 204

> Bewerbung

W

Werker 205

> Fachpraktiker

> Werkerausbildung

Werkerausbildung 205

Werkstatt für behinderte Menschen 206

Werkstattjahr 207

Werkstufe 208

> Berufspraxisstufe

Wohnortnahe berufliche

Rehabilitation 208

224 Le7ikon Berufsorientierung

Le7ikon Berufsorientierung

225

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