Ich trete dann mal aus der Kirche aus! - Erzbistum Bamberg

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Ich trete dann mal aus der Kirche aus! - Erzbistum Bamberg

2. Ausgabe 2013 April / Mai 21. Jahrgang

Ich trete dann mal aus der Kirche

aus!

Gründe oder Abgründe?


Vorwort

Vorwort

Liebe Gemeinde

Der Frühling steht vor der Tür und

Ostern ebenfalls. Während - über

das Jahr hinweg gesehen - bei uns

und bei unseren evangelischen

Nachbarn die Kirchenbänke teilweise

verwaisen, sind Weihnachten und

Ostern die Kirchen voll. Weiterhin

berichten Medien und auch die statistischen

Zahlen von Kirchenaustritten

bei beiden christlichen Hauptkirchen.

Dies ist kein weltweites

Phänomen, sondern ein Indiz unseres

„1. Welt—Status“.

Schon in früheren Redaktionssitzungen

machten wir uns Gedanken um

Kirchenaustritte und deren Wirkung

auf unsere Kirchen. Letztere können

wir selbst kaum beurteilen, denn

gerade in unserem Umfeld der Engagierten

und Ehrenamtlichen gibt

es - zum Glück! - nur ganz seltene

Fälle in beiden christlichen Kirchen.

Aber viele von Ihnen kennen Kollegen

oder Bekannte, die offen bekennen,

jüngst aus der Kirche ausgetreten

zu sein. Die Gründe dafür sind

vielfältig: Meldungen über Missbrauchsfälle,

Geldmanipulationen

oder die „gefühlte Diktatur“ der Kirchen,

um nur einige Gründe zu nennen.

Es gibt auch einzelne, die nach jahrelangem

Zaudern und Nichtwissen

aktiv ihren Weg zur Kirche gefunden

haben. Unsere Autorin Tanja

Faatz berichtet darüber. Und es gibt

auch diejenigen, die nach ihrem

Austritt wieder in die katholische

Kirche eingetreten sind. Der Moderator

Johannes B. Kerner erzählte bei

Günter Jauch am 11.02.13, dass er

sich nach seinem Austritt aus der

katholischen Kirche dieser näher

gefühlt habe als zuvor. Als Konsequenz

ist er Jahre später wieder eingetreten.

Egal, ob Sie engagierter Christ und

traditioneller Kirchgänger sind oder

eher überlegen, aus der Kirche auszutreten,

Sie sollten sich unsere Artikel

durchlesen und Ihre Meinung

bilden. Sie interessiert mich!

Bis bald, Ihre Sabine Wächter

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D I E B R ÜC K E


Titelthema: Ich trete dann mal aus!

Nein, ich bleibe dabei!

Von Tanja Faatz

(tf) Berührungspunkte mit der

Kircheder Eine hat mehr, der

Andere hat weniger. Bei mir hat

sich da viel verändert. Von

„Kinder- Gedanken“ bis hin zu

einem Verständnis eines Erwachsenen.

Davon will ich berichten…

„Aber Mama, was will ich denn

da? Ich war da doch noch nie!“

„Doch. Früher war ich oft mit dir

und mit deinem Vater in der Kirche.

Da warst du noch ganz klein.“

Also gut, dann gehe ich eben mit

meinen Schulfreundinnen zu den

Kommunionstreffen.

Auch in der Schule höre ich mir an,

was der katholische Religionslehrer

vorne an der Tafel zu sagen hat.

Ein paar Dinge habe ich schon mal

gehört – andere sagen mir nicht

sehr viel…

Weihnachten gehe ich gerne in die

Kirche, egal ob spät abends zu einem

lauten Bläserkonzert oder

nachmittags zu einem tollen Krippenspiel.

Die Kostüme sind immer

sehr schön und die Lieder, die in

der vollen Kirche mit kräftigen

Stimmen links und rechts von mir

widerschallen, kenne ich gut…

Ostern brennt ein großes Feuer mitten

auf dem Kirchhof – aber so früh

aufstehen mag ich nicht so gerne.

Heute ist er also auferstanden, heißt

es dann immer. Ich stehe doch auch

jeden Tag aus dem Bett auf, aber ich

werde nur an meinem Geburtstag

gefeiert…

Der Brief zur Firmung liegt auf meinem

Schreibtisch neben meinen

Schulbüchern. Ich möchte dort nicht

hin – was will ich denn auch dort?

Ich gehe sonst auch nicht in die Kirche.

Ich verzichte lieber auf die ganzen

Geschenke und die Feier im Anschluss.

Was bringt es mir schon?

Aber andere aus der Klasse freuen

sich darauf…

In der Berufsschule sitze ich im

Ethikunterricht, weil nur fünf weitere

I n h a l t

Titelthema: Ich trete dann mal

Nein, ich bleibe dabei! 3

Mit Austreten mache ich etwas kund 5

Ich bin ausgetreten 8

Lebendige Kirche als Antwort? 11

Die Kirche und unser Geld 14

Aus dem Pfarrverband 18

Daten, Ereignisse, Menschen 23

Kontakt 24

3


Titelthema: Ich trete dann mal aus!

in der Klasse auch katholisch sind.

Hier höre ich viel über alle möglichen

Religionen der Welt. Aber ich

bin doch katholisch, oder? Das steht

so in meiner Taufurkunde…

In der Arbeit höre ich die Stimme

eines Kollegen: „Ich glaube es

nicht… so viel Geld für die Kirche

ich trete da jetzt aus. Das ist doch

mein Lohn…“. Ich sehe auch auf

meinem ersten Lohnzettel nach der

Ausbildung den Abzug der Kirchensteuer.

Das würde mich aber auch

nicht reicher machen – was will er

denn? Wegen den paar Euros mach

ich mir den Stress mit den Behördengängen

nicht.

(Das Blatt beginnt sich zu wenden)

Mein Freund spielt Orgel. „Also gut.

Ich gehe mit. Will ja nicht, dass du

allein bist.“

Aber er ist dort gar nicht allein. Er

hat dort schnell Freunde gefunden.

Jeder kennt hier jeden. Sie lächeln

ihn an und unterhalten sich oft auch

vor dem Gottesdienst mit ihm. Tauschen

ihre Gedanken und Einfälle für

neue und schönere Konzerte und

Kirchenfeste aus.

So vertraut dort doch alle miteinander

umgehen…

Ich gehe noch mal mit… und noch

einmal

Ich weiß jetzt ,wann man aufsteht

und was man dem Pfarrer entgegen

ruft.

Es ist ganz einfach und immer gleich

– irgendwie langsam sehr vertraut.

Die Lieder sind schön. Ich singe gerne

mit…

Ganz toll sind auch die Traugottesdienste

– wir wollen ja auch heiraten.

Ich begreife, dass es hierbei nicht um

die Atmosphäre und das weiße

Kleid in der Kirche geht.

Den Weltgebetstag gestalten viele

Frauen mit aufwendigen Plakaten

und hinterher gibt es ein gemeinsames

Essen für alle. Wie bei einer Familienfeier…

Ich kenne jetzt schon viele Leute, die

ich zuvor nie gesehen habe.

Ich tausche mich mit Ihnen aus.

Die sind ganz normal – wie ich –

nicht irgendwie „geistlicher“ oder

„katholischer“.

Ich gehöre dazu…

Wir heiraten in der Kirche.

Es ist wunderschön und viel bedeutsamer

als im Standesamt.

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D I E B R ÜC K E


Titelthema: Ich trete dann mal aus!

„Der Herr segne euch und behüte

euch, er lasse sein Angesicht leuchten

über euch“

Ja! - Ja, ich bin ihm jetzt ganz nahe…

Auch jetzt noch in jedem Gottesdienst

erinnert mich dieser Satz an

unsere Hochzeit

und an diesen einen Moment…

Die Wortgottesdienste werden mit

so schönen Texten und Worten erfüllt…

Bilder tauchen vor meinen Augen

auf, wenn ein Teil aus der Bibel vorgelesen

wird…

Ich mache mir Gedanken dazu und

die Predigt im Anschluss knüpft

ebenfalls daran an…

Ja! Jetzt gehört das zu meinem Leben,

zu meinem Sonntagmorgen.

Ich stehe dafür auch einmal früher

auf, um rechtzeitig dort anzukommen.

Anzukommen und danach etwas

innerlich mit nach Hause zu nehmen.

Mit Austreten mache

ich etwas kund

(sg) Ich kann doch nur glauben, was

für mich glaubwürdig ist. Glaube

ist persönliche Beziehung zu einem

Sinngrund, ist Vertrauen.

Muss ich dazu Mitglied in einer Kirche

oder anderen Glaubensgemeinschaft

sein?

Wie selbstverständlich leben wir im

christlichen Abendland Freiheit, Toleranz,

Menschenwürde und Menschenrechte.

Die in der Bibel verkündete

Freiheit der Kinder Gottes hat

dies mit vielen Rückschlägen und

auch Irrwegen in der Geschichte und

auch in der Gegenwart letztendlich

doch bewirkt. Vor allem die Freiheit.

Selbst die Freiheit, aus der Kirche

auszutreten.

Früher ging das nicht. Da war praktizierte

Religion dermaßen fest ins Leben

verwurzelt, von der Wiege bis

zur Bahre, da war ein Austreten undenkbar,

zumindest für einen normalen

Menschen.

Heutzutage sind Berührungspunkte

mit der Kirche punktueller. Es gibt

viele Mitglieder der katholischen Kirche,

die nur ab und an, zu Weihnachten,

zur Taufe ihrer Kinder, zur Beer-

5


Titelthema: Ich trete dann mal aus!

digung eines Verwandten

mit Kirche

in Berührung kommen.

Vielleicht ist

so, wie der Theologe

Rainer Bucher

sinngemäß sagt:

Kirche, das ist so

ähnlich wie die Polizei oder die Feuerwehr,

ich brauch sie jetzt im Moment

nicht, aber es ist schon gut, dass es sie

gibt …“

Auch das ist Folge der Freiheit. Warum

also Mitglied in einer Kirche sein?

Ich beantworte das persönlich. Ich bin

gerne Christ und Mitglied meiner Kirche.

Ohne Kirche wüsste ich nichts von

Jesus und seiner Botschaft, dass Gott

wie ein Vater ist und wir Menschen

einander geschwisterlich behandeln

sollen auf Augenhöhe. Ohne Kirche

gäbe es kein christliches Abendland

und keine abendländischen Werte, insbesondere

keine Freiheit. Und Werte

bleiben nicht von allein bestehen. Man

muss sich einsetzen und sie leben. Dazu

brauche ich die Kirche. Außerdem

mag ich die Sakramente, diese tiefen

Zeichen des Glaubens, in Jahrhunderten

gewachsen, den Sonntag, die Feste

wie Weihnachten und Ostern, unsere

schönen Kirchen und Kapellen, die

Kunst, die Kultur, das christliche

Brauchtum. All das hat wesentlich mit

Kirche zu tun.

Ich bin gerne katholisch. Das Wort

"katholisch" heißt "allumfassend,

offen für alle". Unsere Kirche ist keine

engstirnige Sekte, in der nur

100%ig Gleichgesinnte und moralisch

Perfekte Platz haben. Sie soll

vielmehr offen sein für alle, die ihren

Lebensweg im Sinne Jesu geschwisterlich

gehen wollen. Dass dies

beileibe nicht immer so ist, das weiß

ich schon. Aber es ist mein Ideal von

Kirche und dafür setze ich mich ein.

Deshalb bin ich bewusst Mitglied

meiner Kirche. Ich muss es nicht

sein. Keiner zwingt mich dazu.

Wenn jemand nun aus der Kirche

austritt, dann gibt es dafür vielfältige

Gründe. Das mögen persönliche

Erfahrungen mit Vertretern der Kirche

sein, Enttäuschungen, das mag

an der Kirchensteuer liegen. Aber

durch den Austritt wird kundgetan:

Ich brauche die Kirche gar nicht

mehr.

Ich brauche die Kirche nicht mehr,

ich brauche sie nur ab und an, ich

brauche sie in der Not, ich brauche

sie, um etwas feierlich zu gestalten

…“

Die Freiheit ist bei den Menschen

angekommen. Sie können und dürfen

und müssen sich selbst entscheiden.

Und das ist gut so. Gottgewollt!

Also - es gibt es keine allgemeine

Antwort, nur eine persönliche.

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D I E B R ÜC K E


Titelthema: Ich trete dann mal aus!

Aber eins weiß ich doch:

Ich will nicht, dass unsere Gesellschaft

dem platten Egoismus verfällt.

Daher bin ich froh, dass es (Glaubens

-) Gemeinschaften gibt, die sich für

die gottgeschenkte Würde des Menschen

einsetzen.

Ich versuche das als Mitglied und

Teil meiner Kirche. Deshalb kann ich

doch kritisch sein, deshalb kann ich

doch auch versuchen, meine Kirche

zu ändern, zu entwickeln. Aber es

bleibt meine Kirche, mein Papst,

mein Pfarrer, meine Gemeindereferentin,

meine PGR-Vorsitzende.

Wenn ich austrete, dann bin ich

draußen, dann wird es schwer, was

zu ändern.

"Die Kirche ist, wie die Sonne, für alle

da. Für Gerechte und Ungerechte, Sympathen

und Unsympathen, Dumme und

Gescheite, für Sentimentale ebenso wie

Unterkühlte, für Neurotiker, Psychopathen,

Sonderlinge, Heuchler und für

solche (…) 'an denen kein Falsch ist',

für Feiglinge und Helden, Großherzige

und Kleinliche. Auch für kopf- und

herzlose Bürokraten, für Fanatiker und

für eine Minderheit von gesunden, ausgeglichenen,

reifen, seelisch und geistig

begabten, liebesfähigen Naturen. Diese

lange Liste ist nötig, um klarzumachen,

was man eigentlich von einer Kirche

erwarten kann, die aus allen Menschensorten

zusammengerufen ist und deren

Führungspersonal auch aus diesem

bunten Vorrat stammt."

(Albert Görres, Psychoanalytiker)

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Titelthema: Ich trete dann mal aus!

Ich bin ausgetreten!

Interview über Gründe des Kirchenaustritts

Brücke: Sehr geehrter Herr M., vielen

Dank, dass Sie sich für dieses Interview

zur Verfügung stellen und uns Ihre Gründe

für Ihren Kirchenaustritt darlegen.

Selbstverständlich bleiben Ihren Angaben

anonym.

Sie sind Anfang 2012 aus der katholischen

Kirche ausgetreten. Was waren Ihre Beweggründe?

Herr M.: Hauptgrund waren die Skandalfälle

(Missbrauchsfälle und die

Intransparenz bei der Vatikanbank).

Bei letzterem habe ich das Gefühl, dass

Reichtümer für dunkle Kanäle verwaltet

werden. Weitere Gründe ist z.B. die

Lage in Afrika und Indien (Verbot von

Kondomen). Wenn ich nicht schon

vorher ausgetreten wäre, wäre der

letzte aktuelle Anlass mit dem Umgang

der vergewaltigten Frau in Köln

(die unterlassene Hilfeleistung durch

Katholiken) für mich der perfekte Austrittsgrund

gewesen.

Ein weiterer Grund (aber nicht der

ausschließliche) war auch die Kirchensteuer.

Von diesem gezahlten Geld

kann ich (und tue dies mittlerweile

auch) gezielter und direkter Hilfsorganisationen

unterstützen, die die Verwaltung

der Gelder offenlegen.

Brücke: Welche Rolle spielte die Gemeinschaft

der Kirche bisher in Ihrem

Leben?

Herr M.: Keine; bis auf Religionsunterricht

und die „Zwangstermine

(Taufe, Kommunion, Firmung)“ hatte

ich keinen weiteren Kontakt oder

Bezug zur Kirche. Demzufolge fehlt

mir heute auch nichts.

Brücke: Haben Sie das Gefühl gehabt,

dass Ihre Eltern, Großeltern, Verwandte

oder Freunde Ihnen eine christliche Erziehung

haben zukommen lassen?

Herr M.: Eine normale Erziehung

habe ich genossen. Aber was heißt

christlich? Sagen wir es so: der Glauben

hat in meiner Erziehung keine

Rolle gespielt (keine Tischgebete,

Weihnachten oder Ostern gab es

auch keine Kirchenbesuche und es

war auch akzeptiert von der Familie

– außer dem Opa ist sowieso keiner

hingegangen – und bei ihm kann

man nicht unbedingt sagen, dass er

nur aus christlichen Gründen dahin

gegangen ist.

Brücke: Welche Rolle spielte das Thema

„Geld“ in diesem Zusammenhang für

Sie?

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D I E B R ÜC K E


Titelthema: Ich trete dann mal aus!

Herr M.: Da habe ich ja eingangs

schon darüber gesprochen; mir ist

wichtig, dass ich weiß, was meine

Spende oder meine Gaben bewirken.

Soziale Unterstützung, Tierheime,

Altenheime sind mir wichtig. Bei

diesen habe ich aber das Gefühl, dass

dafür nicht genügend Geld von der

Kirchensteuer abgeführt werden –

also habe ich meine Spenden zur sozialen

Unterstützung anderer lieber

selbst und direkt in die Hand genommen.

Brücke: Für manche ist der Thema

Kirchensteuer“ noch eng verbunden

mit dem früheren Ablasshandel in der

Kirche; (Anmerkung der Redaktion: Ablass

ist der Nachlass zeitlicher Strafe vor

Gott für Sünden, deren Schuld schon

getilgt ist; ihn erlangt der entsprechend

disponierte Gläubige unter bestimmten

festgelegten Voraussetzungen durch die

Hilfe der Kirche, die im Dienst an der

Erlösung den Schatz der Sühneleistungen

Christi und der Heiligen autoritativ

verwaltet und zuwendet; seit 1567 verboten).

Kommt Ihnen die Kirchensteuer

auch so vor?

Herr M.: Es wäre super, wenn es so

wäre **lacht laut auf**, nein, ehrlich;

ich bin für mein Handeln selber verantwortlich

und nehme mein Leben

selbst in die Hand. Ich kann nicht

über einen kleineren oder größeren

Obolus mich von der Schuld reinwaschen.

Übrigens: das Gleiche gilt

für mich für die Beichte: Erst füge

ich einem Menschen Schaden zu –

egal, ob bewusst oder unbewusst –

dann gehe ich zur Beichte, bete zwei

Vater unser oder einen Rosenkranz

(den kann ich allerdings nicht beten)

und alles ist gut! Das ist dann

für mich auch so etwas wie der von

Ihnen genannte Ablass.

Brücke: Welche Rolle spielen die Worte

„Gemeinschaft, Solidarität, Nächstenliebe

und Nächstenhilfe“ für Sie?

Herr M.: Ich bin ein sehr harmoniebedürftiger

Mensch. Mir reicht es

aus, wenn ich mit den Menschen in

meiner engeren Umgebung (Nachbarn,

Kollegen, Familie) gut auskomme

und Ihnen helfen kann.

Alle die von Ihnen genannten Worte

kenne ich und meine auch, dass ich

sie lebe. Das wird mir auch aus meiner

näheren Umgebung zurückgespiegelt.

Um diese Begriffe aber leben

zu können, brauche ich nicht


Titelthema: Ich trete dann mal aus!

die Kirche, das sind für mich menschliche

Werte. Das sind auch ja die 10 Gebote,

die nicht an eine Kirche gebunden

sind, sondern die Basis für ein

zwischenmenschliches Zusammenleben

begründen.

Brücke: Was würden Sie von einer Kirche

erwarten, dass Sie sich Ihr wieder zuwenden

würden?

Herr M.: Ich glaube nicht, dass dies die

kath. Kirche jemals wieder schaffen

könnte. Dafür sind die Strukturen

schon zu fest gefahren. Im Augenblick

bin ich so weit weg von der Kirche,

dass ich keinen Weg sehe, wieder dahin

zu finden.

Wenn ich mal von einer schweren Erkrankung

betroffen sein sollte, oder

einem anderen schweren Schicksal,

würde ich Trost im Glauben finden,

aber niemals den Weg zurück zur Kirche

finden. Was könnte ich dann dort

erwarten?

Brücke: Trost, Gemeinschaft, Hilfe?

Herr M.: Aber das ist doch dann aufgesetzt

und kommt mir nicht wie wahre

Hilfe vor. Warum sollte mich jemand

plötzlich besuchen, sich um mich kümmern,

wenn ich ihm jahrelang vorher

den Rücken zugewendet habe.

Nein, die Kirche selber war niemals

Teil meines Lebens – schon von Kindesbeinen

an, wenn man die Zwangstermine

ausnimmt, weil auch die Lust

auf Kirche nie in mir geweckt wurde –

und wird – Stand heute – niemals

Teil meines Lebens werden. Vielleicht

wäre es noch anderes geworden,

wenn ich nicht auch noch

„grausame“ Religionslehrer gehabt

hätte – der eine hat mich sogar zur

Beichte gezwungen. Ich wusste

nicht, warum, und musste mir

zwanghaft irgendwelche Gründe

ausdenken. Die Religionslehrerein in

der 10. Klasse sorgte dafür, dass ich

mit 16 einen Brief an Gott schreiben

musste. Hilfe, dachte ich, was sollte

ich ihm schreiben? „Guten Tag, Herr

Gott, meine Name ist … und dann?

Brücke: sehr interessante Informationen,

ich könnte mich jetzt noch stundenlang

mit Ihnen unterhalten, aber leider

sprengt das den Rahmen der Brücke.

vielen Dank für dieses Interview. Ich

komme in einem ½ Jahr noch einmal auf

Sie zu und wir schauen mal, was die

Kirche Ihnen dann gibt.

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D I E B R ÜC K E


Titelthema: Ich trete dann mal aus!

Lebendige Kirche -

die Antwort auf Kirchenaustritte?

(sw) Bevor ich mich im Rahmen der

Brücke-Vorbereitung mit dem Thema

Kirchenaustritt“ beschäftigt habe,

dachte ich, dass die meisten Kirchenaustritte

der Kirchensteuer und

dem Missmut gegen den Verwaltungstrakt

Kirche“ geschuldet sind.

Dem könne man doch mit der

„lebendigen Kirche“ entgegenwirken

der Gemeinschaft der Gläubigen

vor Ort, die sich kennen. So

glaubte ich.

Dem ersten Anschein nach stimmt

meine Theorie: viele, die aus der Kirche

ausgetreten sind, sind zwar als

Kinder getauft und stammen teilweise

aus einem gläubigen Elternhaus.

Glaube und Werte wurden vermittelt,

aber Fragen oder gar Zweifel waren

selten erlaubt. Es war halt, wie es war!

Kirchgänge waren teilweise ein Muss

und wurden argwöhnisch

„abgesessen“. In der späteren Jugend

und der frühen Erwachsenenzeit

konnte man dieses „Übel“ endlich

ablegen. Einen Zugang zu dem vermittelten

Glauben der Solidarität und

der Gemeinschaft der Kirche haben

viele damals schon nicht gefunden.

Und leider haben viele in ihrem weiteren

Lebensweg keine oder sehr wenig

Berührung mit dem Thema „Kirche

gehabt“. Vielleicht noch des lieben

Friedens willen eine kirchliche Hochzeit

und die Taufe der Kinder, aber

ansonsten haben sie die Kirche nur

noch so erlebt, wie diese in den letzten

Jahrzehnten in den Medien dargestellt

wurde – mit allen Hochs und

Tiefs! Der Kirchenaustritt kam dann

immer mehr in den Vordergrund,

weil Anfänge von Kritik und eine

schon vorhandene brodelnde Ablehnung

immer stärker wurden. Gründe

wie:




V O R S C H A U

Keine klare Offenlegung der Verwendung

der Kirchensteuer

Lebensfernes Getue in den Gottesdiensten

– was hilft mir das?

Missbrauchsfälle und Betrügereien

D I E B R Ü C K E

Die 3. Ausgabe 2013 erscheint am 01.

Juni 2013 mit dem Thema

„Wenn ich mal tot bin.. “

Redaktionsschluss: 12.04.2013

Alle Beiträge, Informationen, Termine

etc. bitte bis zu diesem Datum möglichst

per e-mail an die Redaktion

senden: waechter.sabine@arcor.de

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Titelthema: Ich trete dann mal aus!


Soziales Fehlverhalten von regelmäßigen

Kirchgängern

zeugen von persönlichen Schicksalen

oder Kritik gegen eine dominante

Amtskirchenwelt. Die Gründe lassen

sind beliebig erweitern, aber immer

wird in Gesprächen beteuert, dass

man sich als gläubiger und sozialer

Christ sieht. Die Austritte wurden

neben den Verfehlungen der Amtskirche

begründet mit einem nicht

mehr hinnehmbaren „Gerede von

Gemeinschaft und Solidarität, dem es

aber an Handlungen fehle“.

Bis dato dachte ich immer, vielen

dieser Argumente könne man mit

einer lebendigen Kirche begegnen,

mit einem positiven Gefühl an Gemeinschaft,

Diskussion und Solidarität.

Meine Recherchen zeigten, dass

das Stichwort „Lebendige Kirche

heute in vielen Kirche publik ist. Geben

Sie mal „Lebendige Kirche“ in

Google ein – katholische wie evangelische

Kirchen werben heute mit diesem

Begriff. Die Auslegung dieses

Begriffes zeigt vielfach gleiche Strukturen:




Diskussion über Glaubensfragen

von Erwachsenen und jungen Eltern

Aufrufe zur Solidarität und Gemeinschaft

Darlegung der caritativen Arbeit

der Kirchen

Auch ich habe bis zu diesem Artikel

gerne den Begriff „lebendige Kirche

in den Mund genommen und dabei

die Hoffnung gehabt, dass man zumindest

die Passiven, die noch nicht

völlig Enttäuschten

oder sogar

Verletzten

mit Gesprächen

über Glauben

und Hoffnung zurückbringen

kann.

Aber wie sollen wir Zugang finden zu

diesen? Welche Aktionen oder welche

Ansprache brauchen Menschen, die

das Thema „Kirche und die Solidargemeinschaft“

völlig aus ihrem Leben

ausgeschlossen haben. Wie kann ich

auf die Menschen zugehen, die von

Aktionen der Kirche, deren Mitgliedern

oder deren Verfechtern in der

Vergangenheit verletzt wurden? Wie

kann man zerstörtes Vertrauen wieder

herstellen und was braucht man dafür?

Diesen letzten Punkt werde ich aufgreifen,

denn gerade das Thema

„Vertrauen“ ist neben den Worten

Glauben und Hoffnung wichtig. Denn

bei allen negativen Nachrichten, den

Austrittszahlen und schwindenden

Kirchenmitgliedern soll man diejenigen

beachten, die gerne und aktiv in

12

D I E B R ÜC K E


Titelthema: Ich trete dann mal aus!

der Gemeinschaft der Kirche leben

und arbeiten. In Gesprächen berichten

diese über Jugendgruppen der

Kirchen, die sie über ihre Jugend und

ihre junge Erwachsenenzeit geführt

haben, die ihnen das Gefühl von Gemeinschaft,

Menschlichkeit und Solidarität

neben der Ausführung und

der Auslegung ihres Glaubens gegeben

haben. Auch sie haben Krisensituationen

im Glauben und in manchen

Aktionen der Kirche gesehen,

haben darüber gesprochen, haben

manches verurteilt. Aber sie wollen

aktiv ein Teil dieser Gemeinschaft

bleiben oder wieder werden, wollen

ihre Art von Kirche und Glauben

darstellen und mit anderen darüber

diskutieren. Das Vertrauen war entweder

noch nie zerstört oder die Solidarität

mit anderen hat es geschafft,

das Vertrauen wieder herzustellen.

Vielfach sind es einfach besondere

Menschen, die man in bestimmten

Lebenssituationen trifft und die einem

den Weg dahin zeigen. Auch

mir ging es vor knapp 20 Jahren so,

dass ich einen Menschen aus unserer

Gemeinde in unserer Firma kennen

lernte und diejenige mir den Weg in

die Gemeinde zeigte. So habe ich die

Gemeinschaft unserer Gemeinden

erfahren und war mit jedem Jahr mit

mehr Engagement dabei. Mit Verlaub

– ich bin nicht der innigste Katholik,

in manchen Glaubensfragen

handele ich gerne nach meinem Gewissen

und nicht unbedingt nach meinem

Wissen. Manche Regeln der Amtskirche

kann ich auch nach vielen Jahren

nicht verstehen, manche Fehler verurteile

ich. Das ist wie in der Politik –

auch da ist vieles für mich nicht nachvollziehbar,

aber deswegen trete ich

nicht aus dem Staat Deutschland aus,

sondern versuche im Kleinen, auch

hier etwas zu ändern.

Diesen Satz lege ich auch gerne auf

meinen Bezug zur Amtskirche aus:

gerne möchte ich dort etwas ändern,

z.B. mehr Verantwortung und Akzeptanz

der Laien, mehr Rechte für die

Frauen usw. Bevor wir in unseren Gemeinden

aber die Gesetze der katholischen

Amtskirche ändern können, leben

wir wahrscheinlich nicht mehr.

Aber im Kleinen, in unseren Gemeinden,

können wir vieles dafür tun, dass

es in den nächsten Jahren oder auch

für die nächste Generation anders werden

kann.

Ob wir dabei aber das Vertrauen all

derer, die auf dem Weg verloren wurden,

die also der Kirche den Rücken

gekehrt haben, wieder gewinnen können,

ist fraglich. Aber ein Versuch ist

es wert, denn jeder Mensch ist es wert,

dass er geschätzt wird und einer von

ihm akzeptierten Solidar- und / oder

Glaubensgemeinschaft gehört.

13


Titelthema: Ich trete dann mal aus!

Die Kirche und unser Geld

(fs) Sehr viele Menschen sind der Kirche,

in die sie einst im Kindesalter

hineingetauft wurden, gründlich entfremdet

und nehmen am kirchlichen

Leben kaum oder gar nicht teil. Dennoch

bleiben sie häufig Mitglied der

Kirche, weil sie glauben, ihre Kirchensteuer

werde zu einem bedeutenden

Teil für soziale Zwecke verwendet.

„Dies ist ein Irrtum“ sagen Kritiker der

Kirche. „Die Kosten von kirchlichen

Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern,

Altenheimen etc. werden fast

ganz aus öffentlichen Steuermitteln

finanziert oder von Elternbeiträgen,

Krankenkassen etc. gedeckt. Nur ein

kleiner Teil der Kirchensteuereinnahmen

wird für öffentliche soziale Zwecke

verwendet“, so die Stellungnahmen

von Ausgetretenen. Wie aber sehen

die Fakten aus?

Historisches zur Kirchensteuer

Die Entstehung der Kirchensteuer seit

der Mitte des 19. Jahrhunderts ist auf

eine Reihe von verändernden Umständen

in Staat, Kirche und Gesellschaft

zurückzuführen.

Durch die Annexion der linksrheinischen

Gebiete durch die französische

Revolutionsarmee zu Anfang des 19.

Jahrhunderts gingen den deutschen

Fürsten diese Ländereien verloren.

Zum Ausgleich dafür eigneten sie - die

Fürsten - sich kirchlichen Grundbesitz

und kirchliche Vermögenswerte an.

Auf Grund eines Gutachtens wurde im

Reichsdeputationshauptschluss vom

25.2.1803 in Regensburg die Säkularisation

des kirchlichen Vermögens beschlossen.

Dies war ein Akt der völkerund

staatsrechtliche Annexion, verbunden

mit der Aufhebung der politischen

Herrschaft von Bischöfen über

geistliche Territorien, der Enteignung

von Territorien und Vermögen der

(katholischen) Kirche, des gesamten

bischöflichen und klösterlichen Grundbesitzes

zur Entschädigung der erblichen

deutschen Landesfürsten wegen

Verlustes der linksrheinischen Gebiete.

Zum Ausgleich übernahmen die Fürsten

die Verpflichtung, für den Unterhalt

der Kirche und der Pastoren zu

sorgen.

Von diesen finanziellen Beanspruchungen

wollte der Staat sich im Laufe der

Zeit dadurch befreien, dass er den Kirchen

die Möglichkeit eröffnete, ihren

Finanzbedarf durch Besteuerung der

Kirchenangehörigen selbst zu decken,

indem sie Kirchensteuer erheben. Mit

der Aufnahme der Kirchensteuer in die

Verfassung (1919) erreichten die Kir-

14

D I E B R ÜC K E


chen den Status als Körperschaft des

öffentlichen Rechts.

Welche Arten von Einnahmen hat z.

B. die Erzdiözese Bamberg in 2012?

Den größten Anteil der Einnahmen

2012 erbringen die Katholiken des

Erzbistums durch die Kirchenlohnund

Kircheneinkommensteuer. Die

Gesamtkirchensteuerereinnahmen

lagen im Jahre 2012 bei 143,7 Mio.

Euro, was 88,5 % der Einnahmen

entspricht (2011: 122,8 Mio. Euro).

Darüber hinaus kamen noch Allgemeine

Staatsleistungen und Einnahmen

aus Zinsen und Pfründen dazu.

Diese Kirchensteuer wird als prozentualer

Zuschlag (in Bayern 8%) zur

Einkommens- bzw. Lohnsteuer berechnet.

In Bayern wird bei den großen

Kirchen für alle Steuerpflichtigen,

die ihr Einkommen in einer

Titelthema: Ich trete dann mal aus!

Steuererklärung deklarieren müssen,

die Kircheneinkommensteuer auf

Grund eines Bescheids kircheneigener

Kirchensteuerämter festgesetzt.

Kirchgeld

Ergänzend zum geringeren Steuersatz

in Bayern gibt es hier noch das allgemeine

und von der Steuer absetzbare

Kirchgeld der katholischen und evangelisch-lutherischen

Kirche, das zwar

allgemeinverbindlich ist, aber ohne

Kontrolle erhoben wird und ausschließlich

der örtlichen Pfarrgemeinde

für ihre Aufgaben zur Verfügung

steht.

Wofür wurde das Geld im Erzbistum

Bamberg 2012 (2011) ausgegeben?

Kirche – das meint an erster Stelle die

Menschen. In der Seelsorge, in den

sozialen Diensten, in Caritas, Bildung

und allen anderen Bereichen

bilden Mitarbeiter die

Grundlage des Einsatzes.

Die direkten Personalausgaben

machen auch im

Jahr 2012 mit 72,1 Mio. Euro

(50,2 %) den größten

Anteil der Ausgabenseite

aus.

Darüber hinaus werden

Finanzmittel in Höhe von

Einnahmen Erzdiözese Bamberg in 2012 lt. Veröffentlichung im

Internet

25,0 Mio. Euro für Investitionen

bereitgestellt, vor

allem zur Erhaltung der Bausubstanz

15


Titelthema: Ich trete dann mal aus!

Wofür wurde das Geld im Erzbistum Bamberg 2012 (2011) ausgegeben?

der pfarrlichen Gebäude (z. B. für unsere

Einliegerwohnung und den Hort).

Des Weiteren sind in den Ausgaben die

Zuschüsse an Einrichtungen, Sachausgaben

und Betriebsausgaben enthalten.

Erzbischof Schick vor Journalisten

zum Haushalt 2012

„Die Seelsorge, also das Sich-Kümmern

um Leib und Seele des ganzen Menschen,

in allen Lebenslagen, ist unser

Kerngeschäft“, erläutert Erzbischof

Ludwig Schick. Deswegen stehe der

größte Teil des Geldes dafür bereit. Jeder

zweite Euro werde für direkte Personalkosten

ausgegeben, das heißt für

16

D I E B R ÜC K E

Menschen der Kirche,

die sich ihrer

Mitmenschen vom

Kindergarten bis

zum Seniorenheim

annehmen. Darüber

hinaus seien

in den Zuschüssen

an die einzelnen

Institutionen z. B.

Pfarreien, Caritas

und Verbände,

auch Anteile für

Personalausgaben

enthalten, so dass

insgesamt etwa

siebzig Prozent für

das Personal ausgegeben

werden, erläuterte

Erzbischof

Schick.

Rund 25 Millionen Euro sind für

Baumaßnahmen eingeplant. „Wir

reduzieren einen bestehenden Investitionsstau“,

erläuterte Finanzdirektor

Mathias Vetter. Der Großteil

des Baubudgets werde für Renovierungen

von Kirchen, Instandsetzungen

von Pfarr- und Jugendheimen

sowie Ersatzneubauten

und Sanierungen von Kindertageseinrichtungen

verwendet. Erzbischof

Schick ergänzte: „Seelsorge

braucht Orte der Verkündigung,

der Feier der Gottesdienste, der

Gemeinschaft und der Caritas“.


Titelthema: Ich trete dann mal aus!

Fazit:

Es ist richtig, dass der Betrieb von

Krankenhäusern, Pflegeheimen und

Kindergärten der Caritas und anderer

kirchlicher Träger weitgehend aus

Pflegesätzen finanziert werden. Doch

meistens sind Zuschüsse aus der Kirchensteuer

nötig.

Andere Einrichtungen und Beratungsstellen

werden auch von kommunalen

und „überörtlichen“(= Bezirks-) Trägern

nach dem Subsidiaritätsprinzip

bezuschusst. Das heißt, Aufgaben und

Einrichtungen, die z.B. die Stadt delegieren

kann, muss sie nicht selbst

betreiben, dafür zahlt sie einen Beitrag

an den Träger. Meistens bleibt

dabei aber ein Eigenanteil von 10-50%

für die „Kirche“ zu finanzieren.

Gerade auch die seelsorglichen Angebote

wie Taufe, Hochzeit, Beerdigung,

Zuspruch und Zuwendung in Krankheit

und Not sind Leistungen, die in

unserer Gesellschaft sehr fehlen würden.

Der Religionsunterricht (natürlich

nicht nur der katholische!) als Ort der

Wertevermittlung ist in seiner Auswirkung

für die Jugend nicht zu unterschätzen.

Übrigens: Auch viele Menschen, die

nicht einer christlichen Kirche angehören,

schätzen den guten Ruf und

die Leistungen von Kirche und Caritas/Diakonie

z.B. einer Beratungsstelle

oder eines pfarrlichen Kindergartens.

Die Verwaltungsleistung der Finanzämter

für die Einziehung der Kirchensteuer

wird von kirchlichen Stellen

bezahlt. Die Diözese spart dadurch

eigenes Personal.

Für mich ist ein Austritt aus der Kirche

aus rein finanziellen Erwägungen

einfach zu kurz gedacht.

Oder wie es der badenwürttembergische

Ministerpräsident

Winfried Kretschmann (Grüne) in einem

Gespräch mit dem Evangelischen

Pressedienst (epd) zum gesellschaftlichen

Beitrag der Kirche z. B. zur Bildung

formuliert: „Wenn wir Religionsunterricht

an öffentlichen Schulen

nicht hätten – man müsste ihn geradezu

erfinden“. Und zu laizistischen Gesellschaften,

bei denen die Religionen

an den Rand gedrängt werden, könnten

sich mehr und mehr fundamentalistische

Tendenzen herausbilden: „Das

schlägt dann zurück auf die Gesellschaft

und zwar nicht zu ihrem Vorteil.“

So der Ministerpräsident abschließend.

17


Aus dem Pfarrverband

NEUES

aus dem Pfarrverband

Firmung 2013 in Mannhof und Stadeln

Die Firmung ist eines der sieben Sakramente

unserer Kirche. Sie ist die

"Vollendung der Taufe“.

Gespendet wird die Firmung vom

Bischof oder einem Vertreter. Er

spendet das Sakrament, indem er die

Hände auflegt, mit Chrisam, einer

Mischung aus Öl und Balsam, in

Kreuzesform die Stirn salbt und dazu

die Worte spricht:

Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den

Heiligen Geist.

Bei uns im Fürther Norden ist Firmung

am Freitag, 05.07.2013 um

17.00 Uhr in der Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit

durch Weihbischof Werner

Radspieler. Wie im letzten Jahr sind

alle Jugendliche aus der achten Klasse

(oder älter) eingeladen. Ein Team

begleitet die Jugendlichen bei der

Vorbereitung. Ein Informationsabend,

drei gemeinsame Thementage,

Besuch von Gottesdiensten und

deren Reflexion, der

Dekanatsfirmtag, ein

Besinnungsgottesdienst

und die Probe

für den Firmgottesdienst

selbst bilden

den Reigen der Vorbereitung.

Wenn jemand, der gefirmt

werden möchte, bis Mitte März noch

kein Informationsschreiben bekommen

hat, dann möge er sich umgehend

an das Pfarrbüro wenden

Zur Firmung selbst ist die gesamte

Gemeinde eingeladen. Kommen Sie

ruhig in den Firmgottesdienst und

begleiten Sie auch während der Vorbereitung

unsere Jugendlichen mit

ihrem Gebet.

Übrigens: Wer als Jugendlicher seine

Firmung versäumt hat, hat jederzeit

die Möglichkeit, die Firmung im Erwachsenenalter

nachzuholen. Voraussetzung

dafür ist der Wille gefirmt

zu werden, die Anmeldung

und die Teilnahme an einem Besin-

I m p r e s s u m

Herausgeber: Pfarrgemeinderäte des Pfarrverbands Hl. Dreifaltigkeit Stadeln und Herz-Jesu

Mannhof - Verantwortlich: Sabine Wächter

Redaktion: Randolf Hümmer (rh), Daniela Schmidt (ds), Andrea Schreiner (as), Sabine Wächter

(sw), Gaby Hierl (gh), Ottilie Maloth (om), Irmgard Weid (iw), Stefan Gardill (sg), David Faatz

(df), Franz Scharvogel (fs)

Layout: Sabine Wächter - Druck: Druckerei Klein, Nürnberg—Titelbild: www.pixelio.de

„Die Brücke“ erscheint ca. 6 mal pro Jahr in einer Auflage von 2050 Exemplaren.

Alle Beiträge geben die Meinung des Verfassers und nicht unbedingt die der Redaktion wieder.

18

D I E B R ÜC K E


Aus dem Pfarrverband

nungsgottesdienst oder eine Beichte.

Bei Interesse wenden Sie sich

ans Pfarrbüro.

Übrigens: der Infoabend für die

Firmlinge ist am Mittwoch, 10. April,

von 18.30 Uhr bis 19.30 Uhr, im

Pfarrzentrum Mannhof.

Stefan Gardill

710 Jahre Mannhof

In einer Schenkungsurkunde des

Burggrafen von Nürnberg datiert

Lichtmess 1303 wird Mannhof erstmalig

erwähnt. Seit den Feierlichkeiten

zum 700jährigen Jubiläum

trifft man sich in Mannhof am

02.02., dem Jahrestag, an wechselnden

Orten. In diesem Jahr ist die

Wahl auf das Feuerwehrhaus gefallen,

was, wie sich angesichts des

Wetters herausstellte, eine vorausschauend

gute Entscheidung gewesen

war. Zum Plausch bei Bier,

Glühwein, Bratwürsten und Kuchen

trafen sich Einwohner und

Freunde von Mannhof. Auch der

Fürther OB Dr. Thomas Jung machte

seine Aufwartung. Eine schöne Tradition,

die vor 10 Jahren begründet

worden ist.

Randolf Hümmer

Pfadfinder sein, das ist nicht

schwer...

Vertreten in allen Altersstufen von

jung bis alt, können bei uns alle mitmachen,

Spaß haben und Abenteuer

erleben. Unser Stamm hat seinen Sitz

in Fürth; überwiegend sind wir in

den Gemeinden Stadeln, Mannhof,

Sack und Christkönig aktiv. In unseren

vier unterschiedlichen Altersstu-

19


Aus dem Pfarrverband

fen lernen die Kinder und Jugendlichen

sich untereinander besser kennen und

können Projekte oder Lager nach ihren

Wünschen mitgestalten. Wöchentliche

Gruppenstunden, neue Freunde kennenlernen

und einfach nur Spaß haben,

sind nur einige wenige Dinge, die man

bei uns erlebt!

Haben wir dein Interesse geweckt?

Dann schau doch auf unsere Homepage

www.dpsg-sms.de und schreib uns einfach

mal an!

Natürlich freuen wir uns auch immer

über junge Erwachsene, die unser Leitungsteam

unterstützen wollen! Viel

Spaß und tolle Erlebnisse sind garantiert!

Voraussetzungen dafür sind: Du

bist mindestens 18 Jahre, hast Spaß an

der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

und ein klein wenig Abenteuerlust.

Fabian Delatron

Herz ist

Trumpf!

Einer unser

treuesten

„Schafkopfer“

am Freitagabend

und

manchmal

auch sonntags

ist unser langjähriges Gemeindemitglied

Hans Schlicht. Am 19. Januar

konnte er bei prima Gesundheit nun

seinen 85. Geburtstag feiern. Ein guter

Grund, ihm im Namen unserer Pfarrgemeinde

Heiligste Dreifaltigkeit ein herzliches

„Danke“ zu sagen für seine vielfältigen

Dienste ob als universal einsetzbarer

Handwerker, als langjähriger

Chorsänger oder eben als Kartler. Lieber

Hans, Dir alles Gute im Kreise Deiner

Familie und bei uns in der Pfarrfamilie.

Franz Scharvogel

Freundeskreis unterstützt Kinderkrippenneubau

im Fürther Norden

Der Freundeskreis Kindergarten

Mannhof e.V. wurde in den letzten Tagen

des Jahres 2004 von engagierten

und interessierten Eltern gegründet.

Ziel ist es, die Kindertagesstätte und

damit die Kinder im Fürther Norden zu

unterstützen.

Für das Jahr 2013 steht der Neubau einer

Kinderkrippe an. Ab März geht es

los.

Der Freundeskreis wird diesen Neubau,

insbesondere die Gestaltung der Außenanlagen

für die es keinerlei Bezuschussung

gibt, finanziell unterstützen.

Sie können den Freundeskreis unterstützen.

Niemand soll durch den Beitrag

abgeschreckt werden!

Deshalb ist der Mitgliedsbeitrag absichtlich

niedrig gehalten: ab 1,- € pro

Monat – 12,- € pro Jahr!

Mitglied kann werden:

∗ alle Gemeindemitglieder aus unserem

Pfarrverband im Fürther Norden,

auch die, die keine kleinen Kinder

mehr haben;

∗ alle Interessierten, die im Norden

Fürths leben und die Idee eines guten

und qualifizierten katholischen

20

D I E B R ÜC K E


Aus dem Pfarrverband

Kindergartens mit unterstützen

möchten;

Redaktion: das Formular finden Sie auf

dem Kühlschrankzettel!

Spenden unter dem Stichwort

„Kinderkrippe“ sind natürlich auch

möglich auf das Konto des Freundeskreises

Kindergarten: 9869504 bei der

Sparkasse Fürth BLZ 76250000 –

Spendenbescheinigungen werden

gerne ausgestellt.

Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung!

Stefan Gardill (Vorsitz. Freundeskreis)

Großer sortierter Kleider

– und Spielzeugbasar Frühjahr /

Sommer

Samstag 13. April 2013

10.00 – 14.00 Uhr

Kath. Pfarrzentrum Herz – Jesu

Fürth – Mannhof.

Ab sofort können Sie sich anmelden

unter

KiGa-Mannhof-

Kleiderbasar@gmx.de

oder

Tel. 0911 / 7659765

Außerdem wartet auf Sie ein reichhaltiges

Kuchenbuffet mit vielen süßen,

hausgemachten Köstlichkeiten!

Der ganze Erlös aus Basar – und Kuchenverkauf

fließt dem KiGa- Herz-

Jesu Mannhof zu.

Der Elternbeirat freut sich auf Ihren

Besuch!

Sabine Freitag (Elternbeirat Kiga)

Was Sie schon immer über Glauben

wissen wollten … aber nie zu

fragen gewagt haben!

persönlich – vertraulich – offen

„Manchmal habe ich da wirklich so

etwas wie eine Sperre im Kopf, die

mich hindert über gewisse Dinge

weiterzudenken, die ich nicht verstehe.

Trotzdem beschäftigt mich so

manche Frage meines Glaubens,

manches treibt mich sogar richtig

um.“

Früher hat man es sich oft sehr einfach

gemacht. „Das ist so zu glauben

und Schluss!“

Aber das ist ein Trugschluss. Unglaubliches

lässt sich nun mal nicht

glauben. Vernunft und Glauben

schließen einander nicht aus.

Am Donnerstag, den 18. April

2013, um 19.30 Uhr im Gemeinschaftsraum

neben dem Pfarrbüro

in Stadeln wollen wir uns diesen

Fragen stellen. Ein offenes Angebot,

sich ernsthaft und vernünftig mit

seinem Glauben auseinander zu

setzen und eine Möglichkeit, im

vertraulichen Rahmen persönliche

Glaubensfragen zu stellen.

Es geht nicht um fertige Antworten

oder um DIE Wahrheit. Es geht darum,

Glaubensaussagen aus verschiedener

Perspektive zu betrachten

und damit vielleicht besser ver-

21


Aus dem Pfarrverband

stehen zu können, damit sie wieder

etwas mit mir und meinem Leben zu

tun haben können.

Bitte melden Sie sich vorher im Pfarrbüro

in Stadeln oder bei mir, damit

ich weiß, mit wie vielen Personen ich

rechnen kann. Ich freue mich auf Sie!

Stefan Gardill

Gemeinsame

Gartenpflege in

Stadeln

Kaum hat sich der

Frühling angesagt

am zweiten Wochenende im März, da

trafen sich tatkräftige Menschen, um

Hand anzulegen rings um die Kirche

in Stadeln. Seit der letzten größeren

Gartenaktion waren die Grünpflanzen

verkrautet und verwuchert.

Mit Heckenscheren, Schaufeln, Hacken

und einem Bagger ging es an die

Arbeit: Hecken und Sträucher wurden

heruntergeschnitten, alte Erde und

Laub wurde entfernt und neuer Mutterboden

verteilt. Achtmal musste der

LKW Schnittgut und Erde abtransportieren.

Zwei Wochen später wurde angepflanzt.

Wildrosen und allerlei Grünendes

und Blühendes umrahmen

das Osterfest und die Erstkommunion

fröhlich.

Alles war sehr gut geplant. Die Mitwirkenden

waren fleißig und wurden

mit Frühstück, köstlichem Mittagessen

und Vesper bestens versorgt.

Danke für dieses große Engagement!

Stadeln

Do. 11.04., 14:30 Uhr

Do. 16.05., 14:30 Uhr

Mannhof

Mo. 08.04., 14:30 Uhr Seniorennachmittag

(Liedersingen)

Fr. 17.05., 18:30 Uhr Maiandacht im

Freien

Fr. 29.03., 10:00 Uhr: Kinderkreuzfeier,

Stadeln

Sa. 27.04. ab 10:00 Uhr: Weizenbierfest,

Stadeln

So. 05.05., 10:30 Uhr: Familien-

Wortgottesdienst, Mannhof

Do. 30.05., 09:00 Uhr: Fronleichnam,

Mannhof mit anschließender Prozession

K r e u z w e g i m S t a d t p a r k :

Am Karfreitag gehen wir um 8.00

U hr (Treffpunkt Karlsteg/

Stadtpark) (90 Minuten)

23.04.: Coburg—Stadtbesichtigung

und Veste

14.05. : Unterrüsselbach und Lillachquelle

22

D I E B R ÜC K E


Daten, Ereignisse, Menschen

Getauft

wurden

Sophie Meyer

Herzlich willkommen!

Geheiratet

haben

Keine Hochzeiten im Berichtszeitraum

Herzlichen Glückwunsch!

Verstorben

sind

Georg Hildebrand

Elisabeth Matzeit

Peter Reintgen

Geburtstag

feiern

75 Jahre:

Gertrud Behringer, Gertraud Netopil,

Horst Gieler

80 Jahre:

Maria Röder, Johann Pürzer, Walter

Schröter, Magdalena Schaub-

Schläger, Anna Deinzer, Hanna

Ottmann, Edith Schweidler, Josef

Mumper, Sofia Reinhardt

85 Jahre:

Rosa Rupp, Herta Schwarz, Maria

Hubert, Helene Dell

90 Jahre und mehr:

Dorothea Arndt (92)

Herbert Scholz (93)

Ingeborg Ammon (91)

Herzlichen Glückwunsch!

Herr, schenke Ihnen die ewige Ruhe!

23


Kontakt

Pfarrgemeinderat

Helene Hümmer 7 65 81 84

Sabine Wächter 7 65 90 33

Kirchenverwaltung

Gudrun Tengg (St) 38 14 86

Gabriel Sellerer (Sa) 30 23 16

Ulrich Bühl (Ma) 7 65 88 13

Kindertagesstätte Mannhof

Petra Hülsmann 7 65 93 10

Ministranten

Franziska Nagel (St) 30 63 61

Familiengottesdienst

Ute Scheuering 76 53 74

Pfadfinder DPSG

Fabian Delatron

fabian.delatron@dpsg-sms.de

Kirchenchor

Dr. Andreas Litzinger 9 79 67 69

Öffentlichkeitsarbeit

Sabine Wächter 7 65 90 33

waechter.sabine@arcor.de

Pfarrbüro Stadeln:

Fritz-Erler-Str. 25

90765 Fürth-Stadeln

Ottilie Maloth

Di, Mi, Fr 9-12h, Do 15-18 h

http://www.fuerther-nordenkatholisch.de

Tel.: 0911/76 28 83

Fax: 0911/7 65 95 69

e-mail: dreifaltigkeit.fuerth@

erzbistum-bamberg.de

Konto: 271 171

Sparkasse Fürth, BLZ 762 500 00

24

Ansprechpartner im

Pfarrverband

Festausschuss

Beate Schmidt (St) 76 36 08

Erwachsenenbildung

Marianne Röhlich (Ma) 7 67 01 34

Kultur - aktiv erleben

Marianne Pittermann 76 39 49

Senioren

Johanna Schneider (St) 76 14 25

Hildeg. Behrmann (Sa) 9 36 90 70

Maria Hartl (Ma) 76 36 00

Seniorengymnastik

Annerose Katzer (St) 76 33 62

Pfarrzentrum - Betreuung

Gabriel Sellerer (Sa) 30 23 16

Irmgard Weid (Ma) 76 33 93

Hausmeister

Slawomir Sieminski (St)

Klaus Schug (Ma)

(St) = Stadeln, (Sa) = Sack, (Ma) = Mannhof

Gemeindereferent Stefan Gardill

Mail: s.gardill@t-online.de

Tel. 0911 / 76 28 83;

Bürozeiten Stadeln: Mo 9-12h, Do 15-18h

0178-8521055

0172-7729705

Pfarrbüro Mannhof:

Mannhofer Str. 32a

90765 Fürth-Mannhof

Irmgard Weid

Mi 16-18h

http://www.fuerther-nordenkatholisch.de

Tel.: 0911/76 13 11

Fax: 0911/7 65 94 53

e-mail: Pfarrbuero@herz-jesufuerth.de

Konto: 270 470

Sparkasse Fürth, BLZ 762 500 00

Pfarradministrator Wilfried Wittmann, Tel. 0911 / 790 66 52

D I E B R ÜC K E

Adresse

Regel-

mäßige

Gottes-

dienste

Wir laden Sie herzlich ein,

mit uns Gottesdienst zu feiern:

Stadeln: Di. 18.00

Sa. 19.00 / So. 09.00

1. So. /Monat 10:30 Wort-GD

Mannhof: Mi. 18.30

So. 09.00 / Sa. 19.00

2. So. /Monat 10:30 Wort-GD

Sack: (1.u.3. So.) So. 18.30

Die Wochenendgottesdienste

finden im wöchentlichen Wechsel

statt. Bitte beachten Sie die beiliegende

Gottesdienstordnung.

(auch im Internet)

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