NEUE BAUTEN VON PAUL WOLF-DRESDEN

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NEUE BAUTEN VON PAUL WOLF-DRESDEN

Abb. i I Stadt krankenhaus fokannstadi in Dresden / Architekt; Paul Wolf, Dresden / bingang ^ur Schwesternschuh

NEUE BAUTEN VON PAUL WOLF-DRESDEN

Am fünfzigsten Geburtstagdes Dresdener Stadtbaurates Paul Wolf beglückwünschen „ Wasmuths Monatshefte für Baukunst und Städtebau"

ihn um so Heber %u der gediegenen Vornehmheit und sachlichen Einfachheit vieler seiner neuesten Bauten, als der Herausgeber der

„Monatshefte" bei einer früheren Gelegenheit einmal eine Meinungsverschiedenheit über die Zieh der modernen Baukunst mit ihm gehabt hat.

In den deutschen Städten vollziehen sich zurzeit Stadterweiterungen,

wie sie wohl in diesem Umfange für längere

Zeit sich nicht mehr wiederholen werden: Auf der einen

Seite ermöglicht die Lösung der Wohnungsnot und der

Umstand, daß der Wohnungsbau heute im wesentlichen auf

die Mitwirkung der öffentlichen Hand angewiesen ist, besonders

an der Peripherie der Großstädte die Schaffung

großer neuer städtebaulicher Zusammenhänge, und zum

W.M.B. XIV. i


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Abb. 2 I Stadtkrankenhaus Johannstadi in Dresden / Architekt: Paul Wolf Dresden / Kinderklinik / Südfront 1:600

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Abb. ß I Siadtkrankenhaus fohannstadt in Dresden / Architekt: Paul Wolf Dresden / Schwesternschule / Westfront 1:600

/ Stadtkrankenhaus Johannstadt in Dresden / Architekt: Paul Wolf Dresden f Kinderklinik / Erdgeschoß 1: 6QO

Links (1-—2j) Beobachtutigsboxen für Säuglinge. An den Südterrassen Schneeabwurf (46)

Abb. r I Stadtkrankenhaus Johannstadt in Dresden / Architekt: Paul Wolf, Dresden / Schwesternschule / Erdgeschoß j: 600

Vor dem Speisesaal der „Sßeisehof"; vgl. Abb. 10 und xi


Abb. 6 I Stadtkrankenhaus Johannstadt in Dresden / Architekt: Paul Wolf t Dresden / Gesamtansicht

Oben links die Kinderklinik, rechts die Schwesternschule; unten links das Zentralgebäude, rechts Mütter- und Säuglingsheim

anderen hat nach jahrelangem Darniederliegen der Bautätigkeit

der Städte selbst in den letzten Jahren eine lebhafte

Neubautätigkeit der Stadtverwaltungen eingesetzt. Wo es

sich um Erweiterung bestehender Anlagen oder um Neubauten

öffentlicher Gebäude im Gebiete bereits ausgebauter

Stadtteile handelt, wird es nur in beschränktem Maße möglich

sein, diese auch als Dominanten der umgebenden Stadtteile

zu gestalten; wo aber — besonders an der Peripherie

der Städte — neue Stadtteile in kurzer Zeit sich entwickelt

haben, ergab sich die Möglichkeit, die neu erbauten städtischen

Gebäude so zu gestalten, daß sie gleichzeitig als

wirkungsvolle städtebauliche Dominanten in Erscheinung

treten. Diese rege städtebauliche Entwicklung wird allerdings

nur eine vorübergehende sein, denn wenn nicht alle

statistischen Berechnungen trügen, so wird in den deutschen

Städten voraussichtlich vom Jahre 1935 ab eine rückläufige

Bevölkerungsbewegung eintreten. Aber auch die jetzige Neubautätigkeit

der Stadtverwaltungen wird schon angesichts

der Verschlechterung der Wirtschaftslage in kurzer Zeit

einem wesentlichen Rückgang Platz machen müssen.

Die Stadt Dresden hat nur in sehr geringem Umfange

eigenen Wohnungsbau betrieben, diesen vielmehr im wesentlichen

der privaten und genossenschaftlichen Tätigkeit überlassen,

ihn aber so intensiv gefördert, daß die Wohnungsnot

in Dresden voraussichtlich Ende 1931 behoben sein wird.

Nach Eintritt gefestigter Währungsverhältnisse hat die Stadt

aber in den letzten fünf Jahren eine große Zahl städtischer

Neubauten errichtet. Diese Neubautätigkeit erstreckte sich

auf Bauaufgaben sozialer und wirtschaftlicher Natur: auf

den Bau von Alters-, Erholungs- und Kinderheimen, von

Bäderanlagenj Schulen und Krankenanstalten sowie von

Gebäudeanlagen für städtische Betriebe.

Abb. 7 / Stadtkrankenhaus Johannstadt in Dresden / Architekt: Paul Wolf, Dresden / Zentralgebäude mit Kinder-Poliklinik und Fürsorgeyentrale für

Mütter- und Säuglingsberatung / Erdgeschoß i: 600


Abb. 8 j' Stadt krankenlausJohannstcdtin Dresden /Architekt: PaulWolj] Dresden /' Eingangyum ZentralgebäwU

Der vor dem Kriege schwebende Plan der Errichtung

eines neuen städtischen Krankenhauses mußte nach dem

Kriege aufgegeben werden. An dessen Stelle wurden für

die beiden größten städtischen Krankenanstalten, für das

Stadtkrankenhaus Johannstadt und für das Stadtkrankenhaus

Friedrichstadt, Erweiterungspläne auf lange Sicht aufgestellt.

Im Stadtkrankenhaus Johannstadt wurde eine umfangreiche

Neubaugruppe mit einem Kostenaufwand von

Abb. 9

Stadtkranksnham Johannstadt in

Dresden

Architekt: Paul Wolf, Dresden

Schwesternschule t im Hintergrund

das Kinderheim


Abb. 10 I Stadtkrankmhaus Johannstadt in Dresden / Architekt: Paul Wolf, Dresden / Schwesternschule / Intienhof mit Pergola als „Speisebof

rd. 7 Millionen Reichsmark neu errichtet: Eine Schwesternschule,

eine Kinderklinik sowie ein Zentralgebäude mit

Kinderpoliklinik und Fürsorgezentrale für Mütter- und

Säuglingsberatung, Die Schwesternschule (Abb. 1,3,5,9^8 11)

dient zur Aufnahme von 300 Schülerinnen im Internat.

In der Kinderklinik (Abb, 2,4,12 und 13) liegen alle Krankenräume

nach Süden. Zur Vermeidung einer Beschattung der

Krankenräume durch die Liegeterrassen treten die einzelnen

Abb. 11

Stadtkrankmhaus Johannstadt in Dresden

Architekt: Paul Wolf, Dresden

Schwesternschule / Ittnenhof


Abb. iz I Stadtkrankenhaus Johannstadt in Dresden /Architekt:

Paul Wolf, Dresden / Kinderklinik / Südfront

Abb. JJ / Stadtkranktnhaus

Johannstadi in Dresden

Architekt; Paul Wolf, Dresden

Kinderklinik / Südfront /Links


Abb. 14 I 4f. Volksschule in Dresden-Reich / Architekt; Paul Wolf, Dresden / Gesamtansicht mit Sportplatz

45. VOLKSSCHULE DRESDEM-REICK

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Abb. IJ I 4j. Volksschule in Dresden-Reick / Architekt: Paul Wolf, Dresden / Grundriß des Erdgeschosses 1: 600

Links unten Kindergarten, oben %p'ei Klasse fi mit verschiedenen Tischstellungen


Abb. 16 / 4J. Volksschule in Dresden-Rehk / Architekt: Paul Wolf, Dresden / Ansicht von Westen

Geschosse von unten nach oben terrassenförmig zurück.

Aus diesem System ergab sich folgerichtig die äußere Form

des Hauses durch straff horizontalgegliederte Baumassen,

Im obersten Geschoß über einem horizontalen Dach befindet

sich eine besondere Abteilung für lungenkranke

Kinder mit Freiluftbehandlung. Im Erdgeschoß liegen die

Beobachtungsstation und die Abteilung für größere Kinder,

im 2. und 3. Obergeschoß die Räume für Säuglinge, Kriechlinge

und Kleinkinder, im Untergeschoß Milch- und Diätküchen,

Sammlungs- und andere Nebenräume. Das Zentralgebäude

(Abb. 7 und 8) enthält im Erdgeschoß die Zentralaufnahme

für kranke Kinder, Mütterberatungsstelle und

Poliklinik, Isolierzellen für infektionskranke Kinder, einen

großen Hörsaal für Ärztefortbildungskurse und Räume für

den dirigierenden Arzt und die Verwaltung des Hauses, in

den Obergeschossen Wohnungen und Speisesäle für Ärzte,

Schwestern und für das Krankenpflege-Personal.

Die heutigen Änderungen der schulischen Arbeitsweisen

und eine stärkere Berücksichtigung der Schulhygiene veranlaßten

die Stadt Dresden zur Aufstellung eines Schulbau-

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Abb. jy / 4J. Volksschule in Dresden-Rehk [Architekt; Paul Wolf, Dresden

Untergeschoß 1:1200 / Rechts Kinder Speisung und Brausebad

Abb. 18 / 4J, Volksschule in Dresden-Reick / Architekt: Paul Wolf, Dresden

2, Obergeschoß 1:1200 und Filmsaal tm Dachboden


Abb. 7? / 4J. Volksschule in Dresden-Reick / Architekt: Paul Wolf, Dresden / Eine der Loggien für den Freiluft-Unlerricbt

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Abb. 20

4J. Volksschule in Dresden-Reick

Architekt: Paul Wolf Dresden

Blick aus dem Haupttreppenhaus


Abb. 21 / Erweiterungsbau des städtischen Westkraftwerks in Dresden / Architekt.

Paul Wolf Dresden / Kesselhaus

programms auf weite Sicht, das nach und nach die vorhandenen

zahlreichen Schulgebäude verbessern und erweitern

soll und den Bau neuer Schulgebäude vorsieht. An

der Durchführung dieses Schulbauprogramms wird bereits

seit einigen Jahren gearbeitet, eine Reihe vorhandener Schulgebäude

haben zum Teil wesentliche Um- und Erweiterungsbauten

erhalten und eine Reihe von Neubauten sind fertiggestellt

oder noch in der Ausführung begriffen.

Abb. 22 /

Erweiterungsbau des städtischen Westkraftwerks in Dresden.

Architekt: Paul Wolf Dresden /Schalthaus

Abb. 23 I

Erweiterungsbau des städtischen WesikrafWerks in Dresden.

Architekt: Paul Wolf Dresden / Kesselhaus

10


Abb. 24 I Gas- und Wasserwerk in Dresden / Architekt: Paul Wolf, Dresden

Wohngebäude für den Bereitschaftsdienst

Der Neubau der 45. Volksschule im Stadtteil Reick

(Abb. 14 bis 20) bildet den Mittelpunkt eines neuen Stadtteiles.

Mit der Schule sind gleichzeitig Sportplatz, Turnhof,

Arbeitsschulgärten und Freiluft-Unterrichtsgärten verbunden.

Die Schule enthält 32 Klassenzimmer;

an Sonderräumen außerdem:

Physikzimmer, zwei Nadelarbeitszimmer,

einen Zeichensaal, einen Singsaal,

ein Kombinationszimmerj vier Werkräume,

einen Vortragssaal sowie zwei

Turnhallen, von denen die eine gleichzeitig

den Festraum der Schule bildet.

An Verwaltungsräumen sind vorhanden

: ein Lehrerzimmer mit Lehrerbücherei

, ein Lehrerinnenzimmer,

Zimmer für den Schulleiter, Kanzlei,

Sprechzimmer und Arztzimmer. Der

sozialen Fürsorge der Schule dienen

das Schulbad, ein Kinderspeisesaal mit Wärm- und Spülküche

sowie die Milchausgabe. Für den Freiluft-Unterricht

sind sechs Loggien errichtet worden von Klassenzimmergröße

(Abb. 14, 16 und 19). Das flache Dach dient zum Teil

dem Unterricht für Heimatkunde und

für Sternkunde. Mit der Schule ist

auch ein Montessori-Kindergarten mit

besonderem Spielplatz verbunden.

Einer Stiftung eines Dresdener Bürgers

verdankt die neue städtische Waldschule

am Fischhaus ihre Entstehung

(Abb. 26 bis 29). Die Waldschule wird

das ganze Jahr hindurch betrieben und

dient der Unterbringung erholungsbedürftiger

Schüler für Tag- und

Nacht-, Sommer- und Winterbetrieb.

Die Unterrichtszimmer sind so eingerichtet,

daß sie gleichzeitig als Tages-

Abb. 2} I Gas- und Wasserwerk in Dresden

Architekt: Paul Wolf, Dresden

Verwaliungsgebäude des Bereitscbaftsbauses,

Hof ansieht

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und Spielzimmer und als Speisezimmer

für die Schüler dienen. Wirtschaftsräume

und Schlafsäle befinden

sich in besonderen Gebäudetrakten.

Die zahlreichen Neu-, Um- und

Erweiterungsbauten der städtischen

Betriebe, insbesondere der Gas-,

Wasser- und Elektrizitätswerke, der

Straßenbahn und der Verwaltung der

städtischen Speicheranlagen bedingten

auch die Ausführung zahlreicher hochbaulicher

Anlagen, von denen besonders

die Neu- und Erweiterungs-

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bauten des städtischen Westkraftwerkes

Zu nennen sind (Abb. 21

bis 23, auch 24 und 25).

Als Mitarbeiter haben bei den angeführten

Bauten mitgewirkt: Amtsbaurat

Rühle bei den Neubauten auf

dem Erweiterungsgelände des Stadtkrankenhauses

Johannstadt und des

Westkraftwerkes und Regierungsbaumeister

Dr.Vischer beim Neubau

der 45. Volksschule sowie der Gebäude

für den Bereitschaftsdienst.

Stadtbaurat Dr. -ing. Paul Wolf, Dresden

Abb, 26bis z$ /Städtische Waldschule am Fischhaus

in Dresden /Architekt': Paul Wolf, Dresden

Oben: Ansicht von Süden / Mitte: Grundriß 1:60 0

Unten: Innenhof und Gesamtansicht

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Abb. i und z / Erweiterungsbau der Technischen Hochschule München /Architekt:

German Bestelmeyer t München j Der große Hörsaal

GERMAN BESTELMEYER UND WERNER MARCH

Viel mehr als die Erweiterungsbauten der Münchener

Universität, die BesteJmeyer's Ruf begründeten, erforderte

die Erweiterung der Münchener Technischen Hochschule

ein Abweichen von den Formen des alten Teiles. Das alte

Polytechnikum war in den vertrockneten Formen der

sechziger Jahre gehalten. Es war aber kurz vor dem Kriege

schon durch Bestelmeyer's Lehrer Thiersch in neuerem Geiste

erweitert worden. So fiel bald nach

dem Tode Thiersch's die Aufgabe an

Bestelmeyer, eine Reinigung, Neugestaltung

und vor allem die Erweiterung

der Bauteile aus den sechziger

Jahrenj und dann auch ein Zusammenklingen

mit dem jüngeren Werke

seines eigenen Lehrers zu versuchen.

Die Anregung, an der Arcis-Straße

zwei mächtige Flügel vorzuschieben,

hatte schon Theodor Fischer gegeben,

der diese Art der Erweiterung gegen

viele Widersprüche erfolgreich verfocht. Unerfreulich war

immer die mangelhafte Beziehung zwischen der Technischen

Plochschule und der Alten Pinakothek, die wie der senkrechte

Balken eines T in die Mitte des quergelagerten Polytechnikums

hineinstößt, Bestelmeyer überwindet diesen

Mißklang, soweit es möglich ist. Beim Schrägblick von der

Arcis-Straße aus (Abb. 7) bilden die beiden Flügel eine ein-

,. heitlich wirkende Vorderfront. Wenn

einmal die vordere Terrasse zwischen

den beiden Flügeln mit den Gruppen

der ehernen Rossebändiger von

Bleecker und von Hahn fertig ist,

wird der Gedanke der einheitlichen

Bauflucht noch stärker in Erscheinung

treten. Vielleicht kann aber gerade

das Vorziehen der neuen Flügel als

Lösung einer fast unlösbaren Schwierigkeit

gelten. Das Vorziehen der Flügel

gibt gleichsam die Andeutung eines


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Abb. $ I Erweiterungsbau der Technische» Hochschule München / Architekt: German Bestelmeyer t München

Querschnitt durch den Südflügel mit dem großen Hörsaal 1:300

Abb. 4. und / / Erweiterungsbau der Technischen Hochschule München / Architekt: German Bestelmeyer, München

Obergeschoß und Erdgeschoß i:ißoo


Abb. 61 Erweiterungsbau der Technischen Hochschule München / Architekt: German Besidmeyer, München / Fassadenteil

großen Hofes, in dessen Mitte die Pinakothek steht. So erinnert

ihre Stellung entfernt an die eines „Zentralgebäudes",

die der großen Überlieferung seit Brämante besonders teuer

war. Abbildung 6 und 7 zeigen die neuen Flügelbauten

gegenüber der Alten Pinakothek. Künstlerisch sind sie ihren

Vorgängerinnen von 1865 sehr überlegen. Obgleich sie von

manchen Kritikern zu reich und schwer genannt werden,

wahren sie doch genug Einfachheit, um den Geist der besten

architektonischen Nachbarschaft, besonders des Karolinen-

Platzes und der auch nicht allzu fernen Theatinerkirche, nicht

zu verletzen. Das Wesen der ,,Kunststadt" München ist

vielfältig.

Im Nordflügel der neuen Bauteile Hegen ein kleiner Hörsaal

(Abb. 8), ein Wasserbau-Laboratorium und Übungssäle.

Im Südflügel liegt in Verbindung mit dem physikalischen

Institut der große amphitheatralische Hörsaal (mit

etwa 1000 Sitzplätzen), über dessen Akustik geklagt wird.

Die Bilder des Inneren dieser Bestelmeyer'schen Neubauten

zeigen neuartige Straffheit, die über die überlieferten Formen

des italienischen Palazzo der Fassade glücklich hinausgeht

und namentlich im großen Hörsaal wie wahrhaft moderne

Klassizität anmutet, d. h. also einer im Geiste unserer eigenen

Zeit künstlerisch gemeisterten Sachlichkeit nahekommt.

Von Werner Match, dem erfolgreichsten Meisterschüler

Bestelmeyer's, wurde hier bereits das ausgezeichnete Berliner

Sport-Forum veröffentlicht (W. M. B. 1928, Heft 5, S. 187).

March's Reichsbank-Siedlung in Schmargendorf ist eine der

schönsten Wohnhausgruppen Groß-Berlins. Das heute ab-


Abb. 7 /' Erweiterungsbau der Technischen Hochschule München JArchitekt: German BestelmeyerJ'Die Front gegenüber der Pinakothek

Abb. 81Erweiterungsbau der Technischen Hochschuk München /Architekt:

German Bestelmeyer / Oberlicht-Hörsaal im Nordflügel

16


W.M.B. XIV. t

Abb. ? I Erweiterungsbau der technischen Hochschule München / Architekt; Germern Bestelmeyer, München / Blick in den großen Hörsaal


Abb. io f Das „Annakeim" auf dem Deutschen Sportforum in Berlin / Architekt: Werner Marcb, Berlin /Ansicht

von Süden

gebildete,, Anna-Heim" (Abb.

io bis 15) ist ein Heim für

Studentinnen des Berliner

Sport-Forums. Es wurde aus £ $ß\%

einer Stiftung der Stadt Berlin

erbaut und bietet 50 Sportstudentinnen

Aufenthalt für

die Dauer ihres sechssemestrigen

Studiums auf der Deutschen

Hochschule für Leibesübungen. Außer den Wohn- und

Schlafräumen für je zwei Studentinnen und zwei Leherinnenzimmern

enthält es eine große Wohnhalle, eine Bücherei mit

Lesezimmer und ein Musikzimmer.

Gegen Südwesten

lagert sich mit dem Ausblick

in die Waldgründe eine gedeckte

Veranda, darüber ein

offener Balkon für Sonnenbäder.

Das Sockelgeschoß

enthält gegen den steil abfallenden

Westhang ein voll

ausgebautes Wohngeschoß mit einer Hausmeister- und einer

Gärtner wohnung sowie einen Raum für Fahr- und Motorräder.

Das Freiluft-Auditorium dicht beim Anna-Heim (Abb. 18


Abb. 14 I Das „Annaheim" auf dem Deutschen Sportforum in Berlin /Architekt: Werner March

Plat^ vor der Veranda

Abb. IJ I Das „Annaheim" auf dem Deutschen Sportforum in Berlin / Architekt:

Die Veranda als Speisezimmer

Werner March 3 Berlin


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Abb, 16 I Montagehalle der Rohrbachwerke, Berlin / .Architekt: Werner Aiarcb > Berlin / Schnitt durch die neue und die alte Malle I:JOO

und 19) ist vorläufig noch Zukunftsmusik. Zur Zeit liegt

ein offener Hörsaal äußerst ungünstig, nach Plänen aus der

Zeit vor dem Wirken March's, am Westrande des Forums,

wo March später mit dem Frauen-Turnhaus einen wirkungsvolleren

Abschluß schaffen soll. In der von March vorgeschlagenen

Lage wird sich das Freiluft-Auditorium natürlich

in den Hang schmiegen und schönen Ausblick über die

Waldgründe genießen. Gleichzeitig wird es dann auch so

abgeschieden und der großen freien Fläche des Forum entrückt

liegen, daß sich die Tanzübungen

der jungen Mädchen dort frei entfalten

können.

Die Montagehalle der Rohrbachwerke

(Abb. 16 und 20) wurde

1928 für die Fertigmontage der

drei ersten großen Ozeanflugboote

Typ „Romar" errichtet. Sie bildet

gleichzeitig die Ergänzung eines

älteren niedrigeren Hallenbaues

für die Teilfabrikation und ist

mit diesem durch große Schiebetore

verbunden. Weitere Schiebetore

öffnen die Halle nach der

Sprengelstraße und nach dem

Fabrikhof. So können die Trans-

portautos unmittelbar in die Halle einfahren und mittels

der vier Laufkräne beladen werden. Die Halle ist 60 m

lang, 30 m breit und außen 12,60 m, innen bis Unterkante-

Konstruktion 8,10 mi. L. hoch. Außer dem hohen Seitenlicht

aus einem dreiseitig umlaufenden Fensterkranz geben

vier Oberlichte von je 30 qm das erforderliche Licht.

Da nur geringe Anforderungen an die Wärmehaltung gestellt

werden, genügt außen eine dünne Ziegelhaut, Gelegentlich

der großen Fertigmontagen wird durch Heißluftventilatoren

geheizt. Das teure dunkelrote

Verblendermaterial wurde

flachseitig verarbeitet; nur jede

achte Schicht bindet einen halben

Stein stark in die Hintermauerung

ein und liefert so die äußere

Flächenmusterung. Diese Wand

aus Hochkantverblendern hat ihr

eigenes dünnes Eisengerüst und

ist zusammen mit dem darüber

liegenden Fensterkranz als Schale

um die Konstruktion der Halle

gelegt und an ihr Gerüst nur angelehnt.

Der dünne, um den Bau

gezogene Handschuh gibt ihm eine

unübertreffliche Eleganz. W. H.

Abb. 17-ip I Das „Annaheim" auf

dem Deutschen Sportforum in Berlin

Architekt: Werner March, Berlin

Tennishäuschen, Lageplan des Sportforums

etwa i;i2oo und Modell


Abb. 20 I Montagehalle der Robrbacbwerke, Berlin / Architekt: Werner March, Berlin / Ansicht von der Straße


Abb. i /,, The Merchandise

Mart l \ Chicago j Architekten;

Graham^ Anderson,

Probst und White, Chicago

Gesamtansicht des Gebäudes(i)

nach dem Prospekt

des Hauses. .Links unten

werden die Geleise sichtbar,

über denen das Gebäude

errichtet ist.

AMERIKANISCHE GESCHÄFTSBAUTEN UND WOHNHÄUSER

VON ERNST GERSON, HAMBURG

Im Novemberhefi des „Städtebau" (1929) schilderte der Verfasser,, einer der Architekten-Brüder Gerson y in einem reichbebilderten

Aufsätze seine „Reise-Eindrücke in Nordamerika". Ergebnisse seiner baulichen Studien sind in den folgenden Zeilen niedergelegt. Die

Grundrisse der Geschäftshäuser sind einheitlich im Maßstab 1:1200 wiedergegeben. Die Ansichten (Abb. j t 8 und 12) sind selbstverständlich

nicht der Schönheit der Turmspitzen •%uliebe abgebildet, Die Grundrisse der Wohnungen haben einheitlich den Maßstab 1:ßoo.

Der Neubau von „The Merchandise Mart" in Chicago

wurde nach den Plänen und unter der Leitung der Architekten

Graham, Anderson, Probst und White, Chicago, errichtet

(Abb. 1 und 2). Das Gebäude steht über den Gütergeleisen

der „Chicago and Martwestern Railway'* und gehört

der Firma Marshall, Field & Cie. Diese hat aber nur ein

„air-right", keinen Grund und Boden erworben. Der Bau

hat rund 440 000 qm Nutzfläche, pro Geschoß ungefähr

21 000 qm (zum Vergleich sei gesagt, daß der Sprinkenhof I.

ungefähr 21 000 qm Nutzfläche in 9 Geschossen enthält).

WEST KINZIE STPEET

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Abb, 2

„The Merchandise

Mart", Chicago

Architekten: Graham, ^ *"

Anderson, Probst und

White, Chicago

Grundriß i: 1200

NORTH HIVER DRIVE


HOCHHÄUSER

Nach eher Aufnahme von Dr. Kurt Richier-Arosa


Im Prospekt wird das Gebäude auch

stolz „The World largest building"

genannt. Es soll außer Büros eine

Art Grossisten-Warenausstellung enthalten,

ähnlich wie dies für das Messehaus

in Hamburg geplant war. Es ist

ein bezeichnendes Beispiel für die fast

volle Bebauung der Grundfläche. Zunächst

sind nur zwei ganz kleine

Lichthöfe vorgesehen, aus den Bauplänen

ist jedoch ersichtlich, daß die

Konstruktion das spätere Herausnehmen

weiterer Deckenfelder ermöglicht.

Das Gebäude hat 18 Stockwerke

und wird von einem Turmbau

um 6 Geschosse überragt. In dem

glänzend ausgestatteten Prospekt,

dem auch die Abbildungen entnommen

sind } ist besonders auf den

Vorteil der großen Grundfläche und

geringen Höhe hingewiesen. Es wird

gesagt, daß der gleiche Nutzraum auf

einer als normal bezeichneten Grundfläche

von 30 x 50 m nur in einem

Geschäftshaus von 200 Geschossen zu

erzielen gewesen wäre.

Die eisernen Säulen des Gebäudes

mußten über den Geleisen teilweise

abgefangen werden, wobei gewaltige

Träger zur Anwendung gelangten.

Auffallend ist hierbei, daß nur die

einfachstenKonstruktionen gebraucht

werden — Heber mehr Eisen als mehr

Arbeit. Der tragfähige Grund liegt erst

etwa 20 m unter den Geleisen, die

Lasten erreichen ihn auf Brunnen-

fundamenten. Die Straße am Chicago-

River ist zweigeschossig und wird

vom Bauherrn mit errichtet.

Die Architekten müssen zu den

bestbeschäftigten in 11 S. A. gehören.

Einer von ihnen, Herr Probst,

deutscher Abstammung, opferte mir

einige Stunden seiner gewiß kostbaren

Zeit, um mir den Betrieb in

seinem schönen Büro mit etwa 250

Angestellten in der Michigan-Avenue

zu zeigen. Ich bekam auch interessante

Pläne bei ihm zu sehen, so die

der neuen Chicago - Oper in Verbindung

mit einem Geschäftshaus

(ein Gitterträger über dem Zuschauerraum

trägt eine Ecke der darüberliegenden

etwa 20 Bürogeschosse und

des Aquariums). Die Gefälligkeit des

Herrn Probst ging jedoch noch weiter.

Auf der „Reliance" fand ich bei

meiner Abfahrt ein großes Paket mit

den Plänen des Merchandise Mart sowie

dem umfangreichen Handbuch

für Architekten und Bauunternehmer

vor und darin ein Telegramm mit

guten Wünschen für die Heimkehr.

Das New York Central Building

liegt über den zweigeschossigen

Bahnsteigender Grand Central Station

in der Achse der Park Avenue, der

feinsten und schönsten Straße der

Stadt, zwischen 45. und 46. Straße

(Abb. 3 bis 7). Es gehört der

Eisenbahngesellschaft, der Entwurf

stammt von den Architekten Warren

Abb. i bis 7 I New York Central Building

Architekten: Warren und Westmore, New-York

Ansichten und Grundrisse 1; 1200 / Die kleinen

Bilder feigen die Führung der Park Avenue durch

das Haus und die Uherbrückung der 4}. Straße

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&Westmore. 35 Stockwerke,

Mietfläche im Normalgeschoß

etwa 4500 qm, 32 Personenaufzüge,

8 Lastenaufzüge, direkte

Verbindung mit Eisenbahn

und Untergrundbahn.

Besonders bemerkenswert ist

die Durchführung der beiden

Fahrbahnen der Avenue durch

das Erdgeschoß des Gebäudes.

Sie werden im Bogen

auseinandergeführt und steigen

zugleich so an, daß sie

die 45. Straße auf Brücken

überqueren (Abb. 5), Sie

führen zu beiden Seiten des

Bahnhofs entlang und senken

sich jenseits der 42. Straße.

Es ist so an dieser wichtigsten

Stelle am Bahnhof ein

kreuzungsfreier Verkehr erreicht.

Das Gebäude zeichnet

sich durch besondere Eleganz

aus, ist auch künstlerisch

gewiß nicht schlecht, wenn

uns auch manches reiche Stildetail stört.

Im Gegensatz zum Merchandise Mart ist

der Baukörper hier durch zwei seitliche

Schlitze aufgelockert, die dem Tageslicht

Zutritt verschaffen, doch

ist der eine dieser Schlitze

so schmal, daß er unseren

Ansprüchen nicht genügen

würde.

Dieses Schlitzsystem ist

überhaupt in Amerika altbeliebt.

Es ist bei hohen

Bauten das richtige, denn

der Innenhof versagt dort,

während dieser Außenhof

durch seinen Zusammenhang

mit der Freifläche wirksam

bleibt. Wir haben die

wendung dieses Verfahrens

Abb. 8 / Das Fisher-Building tn Detroit / Gesamtansicht

schon vor Jahren im „Städtebau"

vorgeschlagen. Am

besten ausgebildet sah ich

es am Verwaltungsgebäude

der „General Motors" in

Detroit.

In Deutschland wird es

jetzt für I. G. Farben in

Frankfurt angewandt, bei

dem freistehenden Gebäude

durch die leichte Krümmung

noch verbessert (vgl.

W. M. B. 1929, Heft 7,

Seite 269). Die an den

kompakten Knotenpunkten

entstehenden tiefen Räume

bringen bei uns leicht eine

Verschwendung mit sich. In

Amerika, wo man in bezug

auf natürliches Licht in Büroräumen

weniger anspruchsvoll

ist, fällt dieser Nachteil

fort.

Sicher einer der imposan-

* J . ' testen Geschäftshausbauten

in Amerika ist das Fisher-Building in

Detroit (Abb. 8 bis 11). Es hat, im Gegensatz

zu den bisher gezeigten, Raumtiefen,

wie sie auch bei uns üblich sind. Dieser

ziemlich neue Bau

zeigt noch stark romantische

Anklänge; doch sind die

innere Halle sowie die Flure das Großzügigste,

das ich je in dieser Art sah.

Die Halle ist durch einen unterirdischen

Gang mit beiderseitigen Läden mit dem

auf der anderen Seite der Straße gelegenen

General-Motors-Gebäude verbunden.

Eine Sehenswürdigkeit ist noch

die Fisher-Building-Garage, 11 geschossig

für 1100 Autos, ohne jede Unterteilung,

mit zwei verschachtelten Rampen

für Auf- und Abfahrt und Spannweiten

von i6m.

L.

Abb. 9 -11 /Das Fisher-Building in Detroit / Grundrisse 1:1200 /Links Erdgeschoß, rechts Obergeschoß, oben eine Turm-Etage/Das Haus zeichnet sich vor den üblichen

amerikanischen Bürohäusern durch die gute Belichtung seiner Arbeitsräume aus. Vgl r auch das „State-Tower"-Gebäude in Syracuse (W, M. B. 1929, Heß 12, S. 49 9 ff.)


Der Etagenhaus-Hochbau ist im wesentlichen ein Manhattan-Gewächs.

Dort allerdings hat man den Eindruck,

als verdränge er allmählich alles andere. Im folgenden

seinen Etagenhaus-Grundrisse mit Mietpreisen und

einigen Erläuterungen gegeben.

Woodstock Tower, ein Teil der „Tudor City",

320 East 42, Straße, an der II. Avenue, Architekten

und Bauherren „The Fred. F. French Comp." (Abb.12

bis 14). Lage in einer bisher sehr mäßigen Wohngegend,

die jedoch in günstiger Entwicklung begriffen ist. Das

Gebäude, ein ApartmentHotel, enthält im Erdgeschoß

ein Restaurant, im 2. bis 18. Geschoß nur Einzimmerwohnungen,

darüber bis 2um 32. Geschoß Ein-, Zweiund

Dreizimmerwohnungen gemischt.

Die Einzimmerwohnung besteht aus: Vorplatz, Bad

mit Waschtisch und W.-C, gekachelt, 2 bis 4 Wandschi

änken, dem Kuchens ehrank mit Aufwasch, elektrischem Kühlschrank, Borten

und Steckkontakt für den elektrischen Kocher, dem Zimmer mit Bettschrank,

darin 1 bis 2 Klappbetten mit Matratze. Die Wohnfläche der kleinsten derartigen

Wohnung im Woodstock Tower, N. 2, beträgt etwa 30 qm, die Miete im

2. Stock jährlich 850 $, im 22. Geschoß

jährlich 1150$, d. h. Miete in

Mark pro Quadratmeter Wohnfläche

jährlich im 2, Stock: M. 119.—, im

22. Stock M. 161.—.

Für die größte Einzimmerwohnung

(Nr. 1, links unten) sind die entsprechenden

Zahlen: Wohnfläche etwa

50 qm, Miete im 2. Stock 1250 $, im

22. Stock 1700 $, Miete in Mark pro

Quadratmeter Wohnfläche und Jahr im

2. Stock M. 105.—, im 22. Stock

M. 142.80. Wohnung 1 und entsprechende

haben statt des Küchenschrankes

eine kleine begehbare Küche.

Die Zweizimmerwohnungen enthalten

teilweise einen „dining alcove, in dem

auch die Schrankküche ist, ferner ein

Bad und Schränke. Die Dreizimmerwohnung

ist ebenso ausgestattet und

hat 2 Bäder. Bemerkenswert ist, daß

der Zugang zu allen anderen Räumen

durch den Wohnraum führt, eine Anordnung,

die auch noch in besseren,

größeren und teureren Wohnungen

häufig vorkommt.

Bei dem Gesamtgrundriß ist zu

beachten, daß ausnahmsweise beide

Nottreppen im Innern des Gebäudes

liegen. Alle Bäder mit den Toiletten

Hegen an Dunstschächten, die Rohrleitungen

in kleinen besteigbaren besonderen

Schächten. Müllschütte ist

vorhanden. Die Fenster sind einfache

Metallschiebefenster, die Türen in den

oberen Geschossen auf Grund behördlicher

Vorschriften gleichfalls aus Eisen.

Fußböden in den Zimmern Eichenstabboden

von sehr mäßiger Qualität.

Die Wandschränke enthalten, von Bettund

Küchenschrank abgesehen, keine

Einrichtung. Klempnerarbeiten wie

dort üblich aus Kupfer (luxuriöse Bauten

haben Blei; Zink wird scheinbar

kaum verwandt). Elektrischer Kühlschrank

ist ein selbstverständlicher

Bestandteil jeder modernen Wohnung,

Abb. 12 bis 14 / Woodstock Tower > New York

Architekten: „The Fred F, Frencb Comp."

Gesamtansicht des Hauses und Grundrisse 1:300

Unten z. bis 18. Stock mit liin^mmerwohnungm^

darüber 20. bis jo t Stock mit Ein- bis Drei'

ytmmerwohnungen

36.


BAUZELLEN AM BROADWAY

Nach einer Aufnahme von Dr. Kurt

Richter-Arosa

2 7


Abb. IJ und 16 / V. Avenue Ecke JJ Straße / Architekten: Warren und

Westmore, sowie Rosario Candela / Etagengrundriß. Unten Erdgeschoß mit

den Gesellschaftsräumen. i:ßoo

960. V. Avenue Ecke 77. Straße (Abb. 15 und 16). Beispiel

eines eleganten Hauses in bevorzugter Lage am Centralpark.

Architekten: Warren u. Westmore, sowie Rosari Candela.

Die Wohnungen nach dem Park zu sind nicht mietbar,

sondern nur käuflich. Die billigste, etwa 6 Zimmer, kostet

75 000 $, die teuerste, etwa 12 Zimmer, im obersten Geschoß

mit Dachgarten 300000 $. Die Eigentümer haben jährlich

für Unkosten noch 5 % der Kaufsumme zu zahlen. Die Ausstattung

ist sehr anständig, aber nicht luxuriös (z, B. kein

Tafelparkett, kein Marmorbad). DieMietwohnungen haben

ihre Fenster nur nach der 77. Straße und den Höfen.

Zu den abgebildeten Grundrissen einige Erläuterungen:

Wohnung D (Abb. 1/) 2 Zimmer, kleine Küche» Bad mit

W.-C, Vorraum, 3 Wandschränke» Wohnfläche etwa 77 qm.

Miete im 6. Geschoß 3100 $, im 15. Geschoß 4000 $, d, h.

pro Quadratmeter Wohnfläche in Mark jährlich M. 170.—,

bzw. M. 218.—. Die Dreizimmerwohnung ist entsprechend,

enthält nur ein Zimmer mit Bad mehr. Die Vierzimmerwohnung

A kostet 7500 $ jährlich. Auch in diesen teuren

Wohnungen geht der Weg zu den Badetoiletten durch

Wohn- und Schlafzimmer. Es entspricht dies der geringen

häuslichen Geselligkeit, die in Nordamerika üblich zu sein

scheint. Dafür enthält das Haus im Erdgeschoß (Abb. 16)

sehr schöne Gesellschaftsräume von hoher Eleganz, verbunden

mit einer fabelhaft eingerichteten Küche. Dienstbotenkammern

zu den Mietwohnungen liegen in einem

besonderen Flügel und kosten pro Jahr 450 bis 600 $ extra.

Die Geschoßhöhen sind in neueren Wohnbauten wie bei

uns im allgemeinen etwa 3,30 m. Aus den Grundrissen ist

zu ersehen, daß eine Fahrstuhlgruppe mit zwei Nottreppen

im allgemeinen pro Geschoß mindestens vier Wohnungen

bedient. Soweit es sich um einfache Reihenhäuser handelt,

ergibt sich hieraus ohne weiteres schlechtes Licht und mangelhafte

Durchlüftung für viele Räume. Am schlechtesten

kommen immer die Küchen und Kammern weg, die derart

bei uns für ganz unmöglich gelten würden.

Es findet ein intensiver Kampf um die Ausnutzung des

allzu teuren Bodens statt, bei dem, wie mir ein angesehener

Architekt in New York sagte, die Architekten ihre halbe

Zeit gebrauchen, um die Behörden zu bemogeln.


KRANE

Nach einer Aufnahme von

Dr. Kurt Richter - Arosa


no West 86. Straße / Architekt: Emery Roth

Grundriß 1:300

Abb. 18 / Haddon Hotel / Architekten: „The Fred. F, French Comp,' (

Grundriß J:JOO

110. West 86. Straße (Abb. 17). Architekt: Emery Roth.

5 Wohnungen pro Geschoß. Preis pro room etwa 50 $ monatlich.

Wohnung A kostet also jährlich etwa 3000 $, Charakteristisch

die Anordnung der „kitchen" mit dem anschließenden

„dining alcove". Beide sind durchaus nur ein Raum,

getrennt durch zwei etwa 1,20 m hohe Schränke mit mittlerem

Durchgang, also mehr eine ideelle Trennung, eingerichtet

zum Selbstbewirtschaften durch die Hausfrau. Es

ist also angenommen, daß die Familie, die 3000$ Miete zahlt,

kein Dienstmädchen hat und kaum Gäste ins Haus ladet.

Haddon Hotel. Zur Tudor-City gehörig. 327 East

41. Straße (Abb. 18). Architekten: „The Fred. F. French

Comp." 4 Wohnungen pro Geschoß. Mittlere Monatsmiete

pro „room" etwa 50 $. Mädchenzimmer können getrennt gemietet

werden, desgleichen das Aufräumen der Wohnung,

Die Zugänglichkeit einer Toilette mit Dusche vom „dining

room" in Wohnung 1 deutet darauf hin, daß in vielen

Fällen dieser Raum auch als Schlafzimmer benutzt wird, so

daß dann gar kein Eßzimmer vorhanden ist. Wohnung 2

enthält eine besondere Toilette unmittelbar an der Küche,

The Cloister. Zur Tudor

City gehörig. 3 21 East

43. Straße (Abb. 19). Architekten:

,,The Fred. F. French

Comp." Doppelhaus, 11 Geschosse.

An jeder Fahrstuhlgruppe

7 Wohnungen von

ein bis drei Zimmern. Die drei

Einzimmerwohnungen mit

Licht nur von den schlechten

Höfen. Die schlechteste und

kleinste Wohnung Nr. 11, etwa

2.0 qm Wohnfläche, mit

einem schmalen Klappbett

kostet je nach Höhenlage

715 bis 895 $ im Jahr, d. h,

pro qm jährlich M. 200.'—-.

Abb. 19 I The Cloister /Architekten:

„The Fred. F. French Camp."

Grundriß 1 :joo


DIE VERTIKALE

Nach einer Aufnahme von

Dr. Kurt Richter-Arosa


Abb. 20 / 201 West 8j. Straße / Architekt: J. M. Fehon / i:ßoo

Abb. 2i I ißo Eastenä Avenue / Zwei Wohnungen pro Geschoß / 1:300

Dieser Manhattan-Wohnungshochbau ist keineswegs für

U. S. A. charakteristisch. Er ist wie vieles andere eine New

Yorker Spezialität, bezeichnend für das ungeheure Wachstum

und die Lebensenergie dieser Stadt, aber er stellt als Folge

und Merkmal dieser beiden sicher einen furchtbaren Nachteil

dar. Wie wird Manhattan aussehen, wenn New York

Abb. 22 I 784 Park Avenue j Architekt:

Bmery Roth / 3 Wobnungen pro Geschoß.

2 Nottreppen bei den Dienstauf^ßgen / 1:ßoo

statt jetzt 8% in 25 Jahren 20 Millionen Einwohner hat?

Seine Anziehungskraft als wirtschaftliches Zentrum wächst

ständig. Aus allen Ländern kommen die Einwanderer, einen

noch viel stärkeren Strom aber bilden die Farmer, die von

ihrem ertragarmen Boden in die Stadt ziehen, wo sie gutbezahlte

Arbeit und Vergnügen finden.

Ich fragte viele Leute, auch Architekten,

was nun für das Wohnungsbedürfnis

der ganz armen Bevölkerung

geschehe, begierig, Kleinwohnungsbauten

im Sinne unserer hiesigen zu

sehen. Alle sagten, so etwas gibt es

in U. S. A. nicht. Die Ärmsten bewohnen

die j eweils schlechtesten

Wohnungen in den schlechtesten

Gegenden, den Slums, und da dies

meist die aus minder zivilisierten

Ländern zuletzt Eingewanderten sind,

oft Farbige, so wollen sie es gar nicht

anders. Ob das wahr ist, entzieht

sich meinem Urteil; doch die ganze,

sozusagen wirtschaftlich natürliche

Selbsterledigung der Frage, die jedem

die Sorge für sich und seine Familie

allein überläßt, ist echt amerikanisch.

Außerhalb Manhattan und viel -

leicht kleiner Teile von Long

Island, Jersey City und Chicago

liegen die Wohnverhältnisse genau


;•_ \

BBLLBUILDING

Ü^ einer Aufrahme von Dr. Kurt

Richter-Arosa

W. M.B,XIV. i


umgekehrt. Besonders weitläufige

Wohnstadtteile mit niedrigen Etagenhäusern,

Einzel- und Doppelhäusern

sind typisch. Daher auch

die riesige Ausdehnung der Städte.

Hinzu kommen die weiten Flächen,

die neuerdings von den Städten für

Park- und Spielplatzanlagen reserviert

werden. Es geschieht j etzt

sehr viel in dieser Hinsicht. Nur in

Manhattan läßt sich natürlich nichts

mehr erreichen.

Außerhalb New Yorks kann

sich in U. S. A. jeder gelernte

Fabrikarbeiter mit geringer Anzahlung

ein eigenes Haus kaufen. Ich hatte in Reading,

Pennsylvania, Gelegenheit, einen kurzen Einblick in diese

Verhältnisse zu tun, Die Besitzer der dortigen „Textile

Machine Works", Deutsche von Geburt, beschäftigen etwa

8000 Leute» davon 10% Angestellte. Sie waren von einer

ganz ungewöhnlichen Gastfreundlichkeit und widmeten

meiner Neugierde viel Zeit.

Ich sah die Metallgießerei, die Wirkmaschinenfabrik und

die Strumpfwirkerei. In der Fabrik ist alles sorgfältig durchdacht.

Besonderen Eindruck machten mir die sozialen und

hygienischen Einrichtungen. Offenbar verdienen die Arbeiter

viel Geld; denn gegenüber hat sich eine Bank angesiedelt,

deren Hauptgeschäft es ist, an den Lohntagen durch Boten

von den Arbeitern die Beträge als Depositen einzukassieren,

die die Arbeiter zurücklegen wollen. Viele arbeiten, wo es

irgend angeht, in Handschuhen. Wenn sie die Fabrik verlassen,

in den Baderäumen tadellos gesäubert, gut angezogen,

mit sauberen Händen auf einem der Fabrikparkplätze in ihr

Auto steigen, haben sie keinen Grund, Feindschaft gegen den

„Bürger" zu fühlen. Von den Einrichtungen, die im wohlverstandenen

Interesse des Werkes zugunsten der Arbeiter

geschaffen wurden, seien kurz einige

angeführt. Ständiger ärztlicher Dienst

mit Krankenschwestern und Krankenräumen.

Badeeinrichtungen. Großer

Speisesaal mit billigen, ausgezeichneten

Mahlzeiten. Die Mittagsruhe

dauert dreiviertel Stunde. Viele essen

eilig und gehen dann in einen benachbarten

Saal, wo sie bei Radiomusik

tanzen. Sicher eine herrliche

Lockerung nach der oft einseitigen

Arbeit.

Wer fünf Jahre in der Fabrik gearbeitet

hat, bekommt von da an mo-

natlich auf seinen Verdienst, den er

wöchentlich nach der Akkordabrechnung

erhalten hat, einen Zuschlag

von 5%. Nach 10 Jahren steigt

dieser Zuschlag auf 10%, *und so

fort bis 25%. Die Fabrik hat ein

Interesse daran, daß die Arbeiter

lange bleiben, da bei jahrelanger

Beschäftigung die Qualität der Arbeit

steig : t. Man erleichtert deswegen

auch den Arbeitern den Kauf

eines eigenen Hauses. Die Eigentümer

der Fabrik haben gleichzeitig

eine Terraingesellschaft, die

„Wyomissing Development Company",

der ein erheblicher Teil des Grund und Bodens

des Ortes Wyomissing gehört, in dem die Fabriken liegen.

Dies Gelände wird aufgeschlossen und allmählich auf

Spekulation mit Einzel- und Doppelhäusern bebaut. Der

Verkauf findet an jeden statt. Man hat mindestens 10% des

Kaufpreises anzuzahlen. Eine erste Hypothek erhält man in

Höhe von 60%. Den Arbeitern der Fabrik wird nun für eine

zweite Hypothek bis zu 90% des Kaufpreises eine Garantie

gewährt, die ihnen die Aufnahme gleichfalls zu 6% wie die

erste ermöglicht. Außerdem müssen sie die zweite Hypothek

in 11 Jahren amortisieren. Bei der Aufschließung durch

die „Wyomissing Development Company" hat man immer

städtebaulich Sorgfalt und Überlegung walten lassen. Früher

hat Dr. Werner Hegemann bei der Planung dort mitgewirkt.

Neuerdings erhielt Gartendirektor W. Singer aus Bad Kissingen

den Auftrag, die Gestaltung eines Parkgeländes am

Laufe des Flüßchens, der das Hügelgelände reizvoll durchzieht,

zu bearbeiten.

Unter den vielen Hotels, die ich in U. S. A. bewohnt habe,

verdient als Bauwerk außer dem Pennsylvania-Hotel in

New York besonders das „Wardman Park Hotel" in

Washington Beachtung. Das Äußere

dieses an der Connecticut Avenue

außerhalb der Stadt in einem schönen

hügeligen Villenvorort gelegenen

Hauses ist wenig reizvoll und

hätte gewiß besser gemacht werden

können. Interessant ist der Grundriß,

insbesondere der des neuen

Erweiterungsbaues (Abb. 23 und 24).

Absicht war natürlich, möglichst

viel helle Außenfläche zu gewinnen,

was die völlig freie Lage des Ger

bäudes ermöglichte.

Ernst Gerson> Hamburg

Abb. 2ßund24 / Das Wardman Park Hotel in

Washington. / Oben: Ansicht des älteren Teils.

Unten: Grundriß des Erweiterungsbaus 7:1200

34


Abb t i I Ennis House, Hollywood / Architekt: Frank Lloyd Wright

BETON

VON FRANK LLOYD WRIGHT

Zu Frank Lloyd Wrighf s sechzigstem Geburtstage brachten Wasmuth's Monatshefte {August 192$) einen

Aufsatz des Jubilars „Über das Blech in der Baukunst". Dr, Siegfried Scharfe* der als Lehrer an

der Hochschule %u Wisconsin Gelegenheit hatte, Wright persönlich kennenzulernen und viele seiner

Arbeiten genau %u studieren, leitete jenen Aufsaß mit Betrachtungen über „Theorie und Praxis bei

Frank Lloyd Wright" ein und ergänzt hier diese Betrachtungen durch die folgende Vorbemerkung,

WRIGHTS NATURALISMUS

VON SIEGFRIED SCHARFE

Meine in Wasmuth's Monatsheften ausgesprochene Kritik

(W.M.B. 1929, Heft 8, Seite 331fr.) kann noch schärfer

formuliert werden. Aus Wright's „organischer" Theorie

läßt sich ein naturalistischer Kern herausschälen. Der Begriff

organisch ist zu dehnbar > als daß man mit ihm, nach der einen

oder anderen Seite hin, viel beweisen könnte. Naturalismus

ist bestimmter; an ihm kann man weniger leicht

herumdeuteln.

Wright's Naturalismus sei mit seinen eigenen Worten

umschrieben:

1. Die Qualität des Lebens ist in Werken, die von Menschenhand

geschaffen sind» dieselbe wie in Bäumen» Pflanzen

und Tieren.

2. Was ist Stil ? Jede Blume hat ihn; jedes Tier hat ihn;

jedes Individuum, das diesen Namen verdient, hat ihn bis zu

einem bestimmten Grade.

3. Wenn Amerika geistig erwacht, wird Individualität

in beinahe ebenso vielen Stilen erblühen, als es Stilindividuen

{individuals of style) gibt. (Zitiert nach der

Aufsatzreihe „In the Cause of Architecture" im „Architectural

Record" 1927/28.)

Und dann vergleiche man damit die Erläuterungen, die

Wright zu der fabrikmäßigen Herstellung seines Glas- und

Stahl-Hochhausentwurfs gibt (W. M. B. 1929, Seite 337^.).

Der Gegensatz zwischen naturalistischem und maschinenmäßigem

Bauen zeigt sich bei einer solchen Gegenüber-


Abb. 2 I Sonden Home, Hollywood / Architekt; Lloyd Wrigbt t Frank Lloyd Wrigbfs Sohn

Stellung in seiner vollen Schärfe. Und die Ansicht, die ich in

jenem Heft vertrat, kann nunmehr mit größerer Bestimmtheit

wiederholt werden: Es fehlt dem künstlerischen Schaffen

von Wright die innere Folgerichtigkeit, ein Mangel, der sich

in seinen Schriften und in seinen Bauten gleich stark bemerkbar

macht.

Dr. Siegfried Scharfe

BETON

VON FRANK LLOYD WRIGHT

Ich schreibe dies auf der Phönixebene in Arizona. Die rötlichen

Granitbergmassen, die „alt" geworden sind, lösen sich

auf und gleiten hinab, eine Schicht nach der anderen, um

dann wieder den Boden der Ebene zu bilden. Granit in verschiedenen

Stadien des Zerfalls: Sand, verwittertes Gestein

und Kies bilden hier den Boden der Welt.

Häuser könnten hier direkt aus der „Erde" wachsen,

würde man den Boden, ehe er zu sehr verwittert, einzementieren

und in Blöcke oder andere Formen bringen.

Zement könnte hier wie anderwärts der geheime Urstoff

des materiellen Körpers unserer neuen Welt sein.

Und Stahl hat dem Zement (diesem alten, unschätzbaren

Stoff) neues Leben und neue Wirkungsmöglichkeiten gegeben.

Als es sich herausstellte, daß der Koeffizient der Ausdehnung

und Zusammenziehung bei Stahl und Beton derselbe

ist, eröffnete sich für den Architekten eine neue Welt.

Die Maschine machte dem Beton, dadurch, daß sie ihm

Stahlrippen gab, die Bahn frei.


Abb, 3 / Ennis House, Hollywood / Architekt: Frank Lloyd Wright

Dennoch sind drei Viertel der hiesigen Wohnungen aus

Holz und Ziegeln gebaut, Baustoffen, die beide aus großen

Entfernungen herangeholt werden mußten. Man brachte sie

in Formen und Muster, die vor 30 Jahren im Osten entstanden

waren. Diesen „Häusern" fehlt also die Bodenständigkeit;

außerdem geht die Hälfte aller Baukosten

auf Fracht.

Die Indianer waren bessere Baumeister, als sie Adobebehausungen

(aus Ziegeln, die an der Sonne gebrannt sind)

bauten, die sie von Mexiko übernahmen und in den Vorbergen

anlegten. Selbst die wenigen neueren Betongebäude

ahmen Stilformen nach t die dem Wesen des Betons fremd

sind, obwohl das sachlichere Mexiko gerade jetzt dem Norden

wenigstens in kleinen Dingen zu Hilfe kommt. Diese Häuser

sind so komisch, daß sie nach zehn Jahren geradezu ein Witz

der Architekturgeschichte sein werden.

Aber es ist nur natürlich, wenn der Architekt es zunächst

so macht, wie er es immer gemacht hat und mit dem neuen

Material die Formen der alten Architektur (die oft genug

selbst Reproduktionen und deshalb ebenso falsch sind !)

schlecht reproduziert.

Wir wollen offen zugeben, daß das menschliche Denken

beim architektonischen Schaffen es mit der Gewohnheit hält

und eher durch Mangel an Richtung gekennzeichnet ist

als durch logische Notwendigkeit, Es hält an der einmal

bestehenden Ordnung mit einer Hartnäckigkeit fest, die

wohl einer besseren Sache wert wäre.

Seinem Stande nach ist der Architekt der Konservativste

unter den Konservativen. Sein Beruf besteht zunächst ^darin,

eine bestehende Ordnung zu erfassen und sich ihr anzupassen,

und erst zuletzt darin, diese Ordnung abzuändern.

Immerhin, das Trägheitsgesetz geht schließlich selbst bei

den Architekten seinen Lauf. Selbst bei einer so unbedeutenden

Sache wie der Frage des Baustoffes führen natürliche


. ^ / Freeman House /Architekt: Frank Lloyd Wright

, . . . . Gartenfront


Abb. ; I Freeman House / Architekt: Frank Lloyd Wright

Straßenfront

59


Abb. 6 / Hollßock House, Hollywood /Architekt:

Frank Lloyd Wright

Neigungen dem Architekten allmählich aber sicher die Hand

und überwinden selbst die Vorurteile seines Standes.

Bis dann der Kreislauf von neuem beginnt. Sobald nämlich

eine neue Materialkonstellation auf den Plan tritt, gibt

es zunächst wieder Schwierigkeiten, bis abermals das Gesetz

der Trägheit den Widerstand der Profession überwindet.

Die Literatur über Beton füllt heute ganze Büchereien.

Seine physikalischen Eigenschaften sind wohlbekannt. Seine

ästhetischen Qualitäten sind jedoch weder besungen noch

beschrieben.

Es ist auch nicht einfach, in diesem Stoff hohe ästhetische

Qualitäten zu linden, da er seinem Wesen nach ein Gemisch

ist. Und Zement, das Bindematerial, ist ebenfalls an sich

charakterlos. Das Ergebnis ist im besten Fall ein künstlicher

Stein, im schlimmsten ein versteinerter Haufen Sand.

Wenn dieses Material Form, Textur oder Farbe haben soll,

muß sie ihm die menschliche Phantasie erst geben. Es gehört

also zu den Charakter- und seelenlosen Baustoffen, die man

benutzt, um andere nachzuahmen.

Es ist ein Unglück für diesen Baustoff, als hölzerner Balken

hervorstehen zu müssen oder mühsam wie ein Gesims zurechtgestutzt

zu sein. Dagegen hängt es zuverlässig in Plattenform,

steht, sauber durchbohrt, wie ein persischer Fayenceschirm

und liegt niedrig und schwer auf dem Boden. Es ist

wieder sein Pech, wenn es aufstehen und die Form von hölzernen

Pfosten annehmen soll.

Beton kann jede beliebige Form annehmen und mit Stahlrippen

Großes vollbringen. Wenn es alt ist, wird es so hart,

daß es oft mehr kostet, das Gebäude zu entfernen, als der

Boden, auf dem es steht, wert ist.

Für den schöpferischen Geist liegt hier sicherlich eine Versuchung.

Die Versuchung, ein so ehrbares Material vor Mißbrauch

zu bewahren. Denn Beton ist ein plastisches Material,

dem man bisher noch keine Gelegenheit gegeben hat, eine

seinem Wesen entsprechende plastische Form anzunehmen.

So wie es bisher verwandt wurde» hätte es ebensogut Talg,

Gußeisen oder Gips sein können, die in Formen gegossen

werden und auf deren Gnade und Ungnade angewiesen sind.

Gewisse Wahrheiten liegen klar zutage. Erstens ist Beton

ein Massenmaterial, zweitens läßt seine Oberfläche sich bedrucken,

drittens ist es ein Stoff, der zusammenhängend und

monolithisch ist, und zwar in bestimmten, sehr weiten

Grenzen; viertens kann es chemisch behandelt, gefärbt oder

wasserdicht gemacht und schließlich innerlich mit Farbe oder

Mustern durchsetzt werden; fünftens ist es willig, solange

es frisch, und zerbrechlich, solange es jung ist; es wird

hart, wenn es alt ist und besitzt nur begrenzte Spannkraft.

Was ist also die Ästhetik des Betons ?

Ist Beton Stein ? Ja und nein.

Ist es Gips ? Ja und nein.

Ist es Ziegel oder Schiefer ? Ja und nein.

Ist es Gußeisen? Ja und nein.


Abb. 7 / Hollyhock House, Hollywood / Architekt: Frank Lloyd Wright

Armes Beton ! Noch immer auf der Suche nach seinem

Recht aus der Hand des Menschen.

Der Hauptunterschied zwischen Stein und Beton liegt in

dem bindenden Medium, das bei Stein vom Stein selbst ist;

bei Beton ist es eine fremde Substanz. Abgesehen von diesem

Unterschiede, würde Beton tatsächlich echter, natürlicher

Stein sein. So ist es also nur künstlicher Stein. Der Wesensunterschied

zwischen Beton und Stein liegt in der Plastizität

des Betons, im Unterschied zu natürlichem Stein, der überhaupt

keine Plastizität besitzt.

Ich möchte sagen, daß in dieser Plastizität des Betons sein

besonderer ästhetischer Wert liegt, der bisher nur teilweise

erkannt wurde. Als künstlicher Stein hat Beton keinen

großen, auf keinen Fall einen eigenen

ästhetischen Wert. Vielleicht könnte

man eine Betonform entwerfen, die jene

Flüssigkeit des Materials zu künstlerischer

Geltung kommen läßt, wobei

dann der Unterschied zwischen Stein

und Beton ganz klar würde. Ich habe

selten gesehen, daß diese Wirkung erzielt

wurde, höchstens durch Zufall.

Es gibt noch eine andere Möglich-

keit, die Plastizität durch die Behandlung zur Geltung

kommen zu lassen. Man kann die Betonmasse bedrucken,

solange sie frisch und naß ist, genau so, wie der Drucker

sein Papier bedruckt. Die erzielte Wirkung ist so ähnlich

wie bei Steinen mit Fossilresten von Laub oder anderen

organischen Formen, die sich entweder erhaben oder als

Vertiefungen absetzen. Diese Art der Behandlung würde

der Natur des Betons noch mehr gerecht werden als irgendeine

Gießmethode.

Die in Formen fertiggestellte Platte, die nur dünn, aber von

großem Umfang ist, kommt bei allen Baustoffen vor, die erst

flüssig sind und dann hart werden und Verstärkung benötigen.

In dieser Behandlung unterscheiden sich Beton, Stahlblech

und Gips nur wenig oder überhaupt nicht.

, * Die Platte kann kleiner gemacht, mit

Mustern, die zum Material passen, bedruckt

und mit Stahl bewehrt werden;

dabei braucht doch das Wesen des Materials

nicht mehr zum Ausdruck zu

kommen als es auch mit Terrakotta

oder Glas oder Metall möglich wäre,

wenn nicht der Rhythmus des Musters

und der Masse dieses Wesen zeigten.

Abb, 8 / Hollyhock House, Hollywood

Architekt: Frank Lloyd Wright

41


Abb. 9 I La Mwiatura, Pasadena / Architekt: Frank Lloyd Wrlght / Bibliothek

Die Wände bestehen aus glatten, gemusterten und durchbrochenen Betonblöcken

Natürlich bedarf auch die Zusammensetzung des Betons

mannigfacher Bearbeitung; Block, Platte oder Masse müssen

Textur und Farbe bekommen. Diese Verfahren sind jedoch

2u bekannt, als daß sie noch erläutert werden müßten.

Diese verschiedenen Wege und Mittel haben es sämtlich

mit dem Wesen des Steins zu tun und bringen Beton dem

Stein noch näher als es schon bei künstlichem Stein der Fall

ist. Der Hauptvorzug des Betons ist der, daß es an Ort und

Stelle in großen Blöcken hergestellt werden kann. Die Kosten

sind gering, man kann die Teile bequem aneinander fügen.

Dagegen muß Stein nacheinander freigelegt, unter großen

Kosten gehauen, abtransportiert und in großen Stücken auf

den Bauplatz gebracht werden.

So wird also Beton zum idealen Notbehelf unseres ruhmredigen

„Notbehelfzeitalters".

Einige der Abbildungen zeigen, was eben dieser minderwertige

Block mit ein bißchen Sympathie werden kann. Der

bis dahin verachtete Gegenstand wird nunmehr wenigstens

zu einem gediegenen und gesunden mechanischen Hilfsmittel,

von dem der Architekt selten schönen Gebrauch

machen kann, da der Block jetzt eine bloße mechanische

Einheit in einem ruhigen, plastischen Ganzen wird. Und

dieser mechanische Gebrauch des Betons hat eben erst begonnen.

In ihm allein liegt der Weg zu einer Architektur —

mag das Material auch unansehnlich sein, ehe die menschliche

Phantasie auf den Plan tritt.

Jene höheren Verwendungsmöglichkeiten, die nicht mechanisch

sind, sondern die Plastizität des Materials zur Geltung

kommen lassen, warten erst recht auf ihre Entwicklung

in der Zukunft. Zusammen mit Farbe führen sie ebenfalls

zu echter plastischer Schönheit.

Anmerkung; Nachdem ich das 'Vorstehende schrieb\ fand ich Im

Sotfden House in Los Angeles (Abb. 2), erbaut von meinem Sohn

IJqyd Wright, eine Behandlungsweise des Blocks^ welche du plastischen

Eigentümlichkeiten des Betons %ttr Geltung bringt.

Frank Lloyd

Wrlght,

Übersetzt mit freundlicher Erlaubnis des „Architectural Record", Nerv York > von Dr. Siegfried Scharfe.

4a.


KURANSTCT INTERNATIONAL GI0GWC2

D r SZEKELY

Abb. i / Kuranstalt in Pistjan, Tschechoslowakei /Architekt:

Ariur $%.atatr.ai t L'repbttrg / liaupifront

EIN TSCHECHOSLOWAKISCHES SANATORIUM

Architekt Szalatnai ist der Schöpfer

einer Reihe von Sanatorien in den berühmten

böhmischen Bädern. Unter

diesen Bauten zeichnet sich das hier

wiedergegebene Haus durch seineRuhe

und schlichte Form aus. Das flache Dach

gehört, wie der Architekt schreibt, ,,in

keine ästhetische Debatte", sondern

stellt eine Terrasse dar mit Sonnenbad

und Duscheräumen. H. /. Z.

Abb. 2 bis 4 /Kuranstaltin Pistyan 3 Tschechosbwakei/Architekt.• Artur Szalatnai y Preßburg/Seitenfrontmit Haupteitigatig sowie Erdgeschoß und Obergeschoß i: j oo

43


Abb. i und 2 / Garage Fresnel, Paris / Architekt: Michel Roux-Spit% / Zwei Geschosse für freie Aufstellung der Wagen

Die Garage ist in das „Hotel du Prince Roland Bonaparte" eingebaut und befindet sich im Erdgeschoß und in 4 Kellergeschossen

Der Bedarf an Kraft wagenräumen

ist in einer Stadt "wie Paris natürlicherweise

bedeutend; besonders

groß ist die Nachfrage im Innern

der Stadt und in den Wohnvierteln

der wohlhabenden Bürger. Das

Märzheft des „Städtebau" brachte

einen Aufsatz von Dr.JürgenBrandt,

Hamburg, über Pariser Garagen

(1929, Seite 78 ff.). Hier werden eine

Reihe von Bauten, welche 600 Wagen

fassen, in ihren Plänen vorgeführt.

Die Formen der Konstruktion sind

hier beachtenswert die Ausstattung

der Räume und besonders die Unterschiede,

die sich gegen die in

Deutschland üblichen Anlagen bemerkbar machen.

Die hier zunächst wiedergegebene Anlage, die „Garage

Fresnel" (Abb. 1 bis 6) erhält ihren eigenen Reiz dadurch,

PARISER AUTOHALLEN

Abb. ß I Das „Hotel du Prince Roland Bonaparte" in

Paris I Die Front der neuen Garage

daß sie in das „Hotel du Prince Roland

Bonaparte" eingebaut ist. Die Betonkonstruktionen

und der Charakter

dieses Bauwerks, einer Schöpfung

des Architekten Roux-Spitz, steht

in amüsantem Gegensatz zu der

Fassade und eigentlichen Bestimmung

jenes „Palais". Die Wagenräume

befinden sich zu ebener Erde

und in vier untereinander Hegenden

Kellergeschossen und enthalten

Räume zur freien Aufstellung der

Wagen sowie Einzelboxen; die

einzelnen Geschosse sind lediglich

durch Aufzüge miteinander verbunden.

In der „Garage Marbeuf" gelangen die Wagen auf Rampen,

welche an den beiden Giebelseiten des Gebäudes liegen, ins

Kellergeschoß oder von Stockwerk zu Stockwerk, bis sie

Abb. 4bis 6/Garage Fresnel,Paris/Architekt:Michel -Spitz I Waschraum, Rückfront und Einzelboxen

44


Abb. 7 / Automobil-Verkaufshaus „Maison de Venie Marbeuf u , Paris / Architekten: A. Laprade und E. L, Bayin

Die Wagen stehen im Erdgeschoß und auf fünf Gakrien ^um Verkauf / Im Hintergrund die „Garage Alfa-Romeo"; vgl. Abb. ij und 14

45


das achte Geschoß erreicht haben (Abb. i o

und 11). Über diesen neun Garagegeschossen

Hegen noch Büroräume; das

flache Dach darüber ist als Fahrschule

eingerichtet. Ein besonderer Reiz dieser

Anlage liegt nun darin, daß das Garagengebäude

unmittelbar, und zwar in

jedem Stockwerk, mit einem großzügig

aufgeführten Verkaufshaus für Automobile

verbunden ist (im Grundriß und

Schnitt links; außerdem Abb. 7, 8, 9

und 12). Hier wird in einer Halle und

auf fünf Galerien den Kauflustigen eine

so ungewöhnlich große Zahl von fahrbereiten

Wagen vorgeführt, daß man den

Irrtum einer Berliner illustrierten Zeitung

wohl versteht. Sie zeigte ihren

Lesern, die wohl alle die Sehnsucht

nach dem „Wagen" im Herzen tragen,

dieses Bild der Galerien als das Neueste

auf dem Gebiete des Garagenbaus. Das

große Schaufenster aber, das 19 Meter

Abb. Sund9 (oben und Mitte) /Auto mobilmr kaufshaus

„Maison de Vent? Marbeuf' 1 ', Paris

Architekten: A. Laparde und E. L. Ba%in

Blick von einer Galerie und von der Straße

Abb. 10 und 11 (unten) /„Garage Marbeuf" t Paris

Architekten: A, Laparde und 15'. L, Ba^in

Grundriß und Schnitt 1:1000

ZJnks die Ausstellungshalle, rechts die Garage

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Abb, 12 I Automobil- Verkaufshaus „Maison de Vente Marbeuf'% Paris / Architekten: A. Laprade und E. L. Ba~in

Der Verkaufsraum mit den Galerien

Ein Berliner illustriertes Blatt geigte diesen Raum witziger- oder irrtümlicherweise als die neueste Form der

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eit ist und eine Höhe von 21 Meter hat, öffnet gar

nicht den Blick auf parkende fremde Wagen, sondern auf

das Auto, das jeder kaufen mag. Das Haus, nach einem Entwurf

von A. Laparde und E. L, Bazin, liegt in der Rue

Marbeuf, einer Querstraße der Avenue des Champs Elysees\

die Zufahrt zur Garage erfolgt von einer Parallelstraße.

Neben diesem Gebäude hat der Architekt Mallet-Stevens

ein Automobilhaus errichtet, das auch Verkaufsräume und Garage

vereint (Abb. 13 und 14). Diese „Garage Alfa-Romeo" : ist

zeitlich vor der „Garage Marbeuf" errichtet und enthält Kraftwagenräume

in vier Geschossen. Die einzelnen Stockwerke

sind nur durch Aufzüge miteinander verbunden, H, /. Z.

BÜCHERSCHAU

Dettmann^ Gerd. Johann Joachim Busch, der Baumeister von

Ludwigslust* Carl HinstorfTs Verlag, Rostock 1929, RM. 4,—.

Ludwigslust;, die mecklenburgische Residenz des 18. Jahrhunderts,

hat nun endlich in der vorliegenden Veröffentlichung

seine Würdigung erhalten. Während in dem schon

früher erschienenen Werk von Dobert nur die Zeit um 1800

ausführlicher behandelt war, schildert Dettmann die vorhergehende

Hauptperiode der Entwicklung. Als „Baumeister

von Ludwigslust" erscheint J. J. Busch, der von den Anfängen

um die Jahrhundertmitte bis in das letzte Jahrzehnt

alle Bauten entwarf und ausführte. Neben der Schilderung

der beiden Hauptbauten, Schloß und Kirche, ist besonders

auf die Schilderung der Platzgruppe hinzuweisen, die sich

in unvergleichlich schöner Raumfolge zwischen diesen

beiden Bauten ausbreitet. Sie gehört zu den bedeutendsten

städtebaulichen Schöpfungen des Jahrhunderts, das so viele

großartige Platzanlagen geschaffen hat. Daneben interessieren

die Ziegelrohbauten, die in der einheitlich geplanten doppelseitigen

Bebauung der breiten Schloßstraßen heute ein fast unverfälscht

erhaltenes Stadtbild darstellen. Dr.-Ing. P. Martins

Abb. iß I »Garage Alfa-Romeo", Paris / Architekt: R. Malle/Stevens

Straßenfront

Im Hintergrund das Haus der „Garage Marbeuf"

vor Erbauung der neuen Ausstellungshalle (Abb. j)

Abb. 14 / „Garage Alfa-Romo"\ Paris / Architekt: R. Mallet-Stevens

Die Ladenfront

Darüber Büroräume, rechts und links Zu- und Abfahrt der Garage

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