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doppelblinden Studien haben weder Teilnehmer noch Untersucher/Therapeuten

Informationen über die Durchführung der Studie bzw. Exposition/Intervention. Bei

dreifachblinden Studien sind diese Informationen auch dem Statistiker unbekannt

(Fletcher et al., 1999).

Ein „Confounder“ ist ein Faktor, der sowohl mit der untersuchten Erkrankung als auch

mit der untersuchten Exposition in Zusammenhang steht. Er stellt also einen

Störfaktor dar, der den wahren Zusammenhang zwischen der Erkrankung und der

Zielgröße verstärken oder abschwächen kann. Ein „Confounding“ kann somit durch

„Matching“ (Zuordnung der Fälle und Kontrollen bezüglich ihrer Eigenschaften wie

Alter und Geschlecht, damit eine homogene Verteilung in beiden Gruppen entsteht)

und Randomisierung vermieden werden (Müllner, 2005).

Bias sind systematische Fehler, die zur Verzerrung von Studienresultaten führen

(Arlt, 2002). In der Epidemiologie z.B. bedeutet das, dass das Ergebnis einer Studie

nicht allein durch die Exposition/Intervention (oder allenfalls den Zufall) entstanden

sein kann, sondern dass ein systematischer Fehler im Design der Studie oder in der

Auswertung das Ergebnis beeinflusste (Bleuer et al., 2007). Im Gegensatz zu

zufälligen Fehlern heben sich systematische Fehler bei mehreren Messungen nicht

auf. Nach Jüni und Altman (2001) gibt es vier Haupttypen von Bias:

1. Selection Bias bedeuten, dass es Unterschiede in der Ausgangs- bzw.

Teilnehmergruppe gibt. Dies ist meistens der Fall, wenn die Teilnehmer nicht zufällig

ausgewählt werden.

2. Performance Bias treten durch Unterschiede in Rahmenbedingungen der zu

vergleichende Gruppen auf, d.h. wenn die Gruppen unterschiedlich behandelt

werden.

3. Detection Bias sind Unterschiede in der Bewertung der Ergebnisse.

4. Attrition Bias entstehen durch Nichteinhalten des Studienprotokolls und/oder

vorzeitiges Ausscheiden aus der Studie.

In der Literatur sind zahlreiche weitere Bias benannt. Eine Zusammenstellung

weiterer häufig genannter Bias wird im Folgenden gegeben:

Publication Bias sind systematische Fehler, welche auftreten, wenn nur positive

Publikationen gewählt werden - es kommt zur selektiven Verfügbarkeit. Reader Bias

sind systematische Fehler, die bei der Beurteilung einer Studie auftreten, da jeder

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