TEIL 6: POLITIK - lamp

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TEIL 6: POLITIK - lamp

TEIL 6:

POLITIK


Teil 6 der

Vorlesung

entspricht etwa

den Kapitel 18

„Politik und

Regierung“


Inhalt von Vorlesung 6:

1. Grundkonzepte und Macht.

2. Nationalismus.

3. Wahlsysteme und politische Systeme.


• Nationalstaat, Nationalismus

GRUNDKONZEPTE DER

POLITISCHEN SOZIOLOGIE

• Politik– die Mittel, die Mächtige benutzen, um Umfang

und Inhalt von Regierungsaktivitäten zu bestimmen

• Regierung – Zentrum der politischen Macht

• Staat – politischer Apparat, der ein Territorium regiert,

dessen Autorität durch Gesetze und die Möglichkeit

Gewalt einzusetzen geformt werden

• Souveränität

• Staatsbürgerschaft


MODELLE DER MACHT

Max Weber – Macht als „jede Chance, innerhalb einer sozialen

Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben

durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance

beruht.“ (Weber 1976, S. 28

Drei Quellen der Autorität oder Herrschaft:

1. Traditionale Herrschaft – Respekt vor lang bestehenden

kulturellen Mustern legitimierte Macht

2. Charismatische H. – Verehrung von Führern, denen

außergewöhnliche Eigenschaften, ja „Heiligkeit“ und

„Heldentum“ zugeschrieben werden

3. Rationale H. – durch gesetzliche Regeln und Vorschriften

legitimiert.


Das Wunderteam, Ölgemälde, Paul Meissner 1948.


DIAGNOSE DER

GEGENWÄRTIGEN

SITUATION.

192 Souveräne Staaten (UN-Mitglieder).

davon: 191 Nationalstaaten (untereinander sehr unterschiedlich!).

Anzahl wachsend.

Potentielle Anzahl an Nationen viel größer.

z.B. FIVB 220 nationale Mitgliedsverbände, FIBA 213, FIFA 208.

Zana Krasniqi, Miss Universe Kosovo 2008 bei

der Wahl zur Miss Universe 2008 (Rang 6).


WAS IST EINE NATION?

1. Eine vorgestellte politische Gemeinschaft.

2. Ist im Besitz eines Staates (Nationalstaat) oder ist staatenlos?

3. Gekoppelt an die Idee des Nationalismus: politische Doktrin,

dass Staats- und Nationsgrenzen übereinstimmen.

4. Eine Vorstellung von politischer Souveränität und Legitimität

(das unterscheidet Nationalstaaten von älteren politischen

Gemeinwesen).

5. Loyalitäten (Wir-Gefühle).


WELCHE VORSTELLUNGEN

VON NATION GIBT ES?

1. Nation als freiwilliger Zusammenschluss von Menschen zu einer

politischen Gemeinschaft (Willensnation).

2. Nation als Kulturgemeinschaft (Kultur- oder Ethno-Nation).

3. Nation als politische Einheit genetisch Verwandter (jus

sanguinis).


WELCHE EIGENSCHAFTEN

BESITZT EINE NATION?

1. Konkreten Namen.

2. Vorstellung von Heimatland, das im Besitz steht.

3. Geteilte Geschichte, Tradition und gemeinsame Mythen.

4. Gemeinsame politische Öffentlichkeit.

5. Allgemein gültige Rechte, Pflichten und Wirtschaftsraum.

6. Ist eine moderne Erscheinung.


WIR-GEFÜHLE: LOYALITÄT


... AUCH WENIGER BANALE


SIND NATIONEN ALT?

Nationen sind relativ moderne Gebilde. Die ersten Nationen sind

in Westeuropa und in Amerika Ende des achtzehnten und Anfang

des neunzehnten Jahrhunderts entstanden.

Im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts verbreitete sich die Idee

des Nationalismus auf ganz Europa.

Im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts schließlich auf die ganze

Welt.


DIE WELT 1914


EUROPA UM 1300


WARUM ENTSTEHEN

NATIONEN?

1. Krieg und Veränderungen in der Kriegsführung, bzw. der

Entstehung von großen, zentralisierten Flächenstaaten.

2. Industrialisierung: Ausbau von nationalen Bildungssystemen und

Arbeitsmigration.

3. Entstehung von vorgestellten Gemeinschaften, meist

Sprachgemeinschaften durch Buchdruck, Pressewesen, Literatur,

elektronischen Medien und moderner

Kommunikationstechnologien.


Nationalismustheorien

• I. Modernismus: Nationen und Nationalismus sind modern.

• II. Vormodernismus: Nationen und Nationalismus sind vormodern.

• Primordialismus: Nationen sind ursprünglich oder natürlich.

• Perenialismus: Nationen sind sehr alt; auf jeden Fall vormodern.

• Ethnosymbolismus: Nationen bauen auf Ethnien auf und haben vormoderne Wurzeln.


AUTORITARISMUS UND

DEMOKRATIE

• Autoritarismus beschränkt oder verhindert

Beteiligung der Bürger: Diktaturen und Monarchien

(Weissrussland, Singapur)

• Demokratie: demos (Volk) und kratos (Herrschaft)

• partizipatorische (oder direkte) Demokratie:

Entscheidungen werden von jenen gemeinsam

getroffen, die von ihnen betroffen sind

direkte Demokratie (z.B. Schweiz)

• Repräsentative Demokratie: Entscheidungen, die die

Gemeinschaft betreffen, werden nicht von allen

Mitgliedern der Gemeinschaft, sondern von zuvor

für diesen Zweck gewählten Vertretern gefällt


WAHLSYSTEME

Mehrheits- und Verhältniswahlsystem

• Mehrheitswahlrecht:

USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Japan, Frankreich und

dem Vereinigten Königreich

• Verhältniswahlrecht:

Deutschland, Österreich, Schweiz und in weiteren 67 Staaten

der Erde


MEHRHEITSWAHLRECHT

The Winner Takes it All führt dazu, dass sich z.B. im Vereinigten

Königreich 2005 die Labour Party mit 35,2% der Stimmen und

einem Vorsprung von ca. 3% vor den konservativen Tories 355 von

646 (oder 55%) Parlamentssitzen errang und sich als große Sieger

feiern lassen konnte


„Eurocrats“

27

Directorates

General

Alte EU

European Commission

27 Commissioners, of

them one is President

5 year term

Presidency

Rotating

every 6

month

„Troica“

(informell)

Last/present/next

presidencies

High Representative for the

Common Foreign and Security Policy

European Parliament

785 MEP

European Council

27 heads of

governments

Council(s) of

the European

Union

27 ministers

every 5 year -- directly elected

National governments

National governments

Electorate (Population) in 27 member states: 492 mio voters

National governments

National governments


High Representative of the Union

for Foreign Affairs and Security

Policy

„Eurocrats“

27

Directorates

General

European Commission

18 Commissioners

5 year term

President of

the

Commission

President

of the

European

Union,

2 ½ yr

Neue EU

Qualified majority vote

European Parliament

785 MEP

European Council

27 heads of

governments

Council(s) of

the European

Union

27 ministers

every 5 year -- directly elected

National governments

National governments

Electorate (Population) in 27 member states: 492 mio voters

National governments

National governments


Europawahlen 1979 - 2009

Sozialdemokrat

en

Kommunisten

Rechtsradikale Konservative

u.

Christl-Soziale

Konservative

Liberale

Euroskeptiker

Unabhängige

http://en.wikipedia.org/wiki/

Grüne


ERGEBNISSE DER EUROPAWAHL

2009

EPP: Fraktion der Europäischen

Volkspartei (Christdemokraten)

S&D: Fraktion der progressiven Allianz

der Sozialisten und Demokraten im

Europäischen Parlament

ALDE: Fraktion der Allianz der

Liberalen und Demokraten für Europa

GREENS/ EFA: Fraktion der Grünen /

Freie Europäische Allianz

ECR: Europäische Konservative und

Reformisten

GUE/ NGL: Konföderale Fraktion der

Vereinigten Europäischen Linken/

Nordische Grüne Linke

EFD: Fraktion „Europa der Freiheit und

der Demokratie“

NA: Fraktionslos

http://www.europarl.europa.eu/parliament/archive/elections2009/de/index_de.html#

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