Epilepsie - Ö1 - ORF

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Epilepsie - Ö1 - ORF

DIE RADIODOKTOR-INFOMAPPE

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RADIODOKTOR – MEDIZIN UND GESUNDHEIT 1


RADIODOKTOR – MEDIZIN UND GESUNDHEIT

Die Sendung

Die Sendereihe „Der Radiodoktor“ ist seit 1990 das Flaggschiff der

Gesundheitsberichterstattung von Ö1. Jeden Montag von 14.05 bis 14.40 Uhr

werden interessante medizinische Themen in klarer informativer Form

aufgearbeitet und Ö1-Hörerinnen und -Hörer haben die Möglichkeit, telefonisch

Fragen an das hochrangige Expertenteam im Studio zu stellen.

Wir über uns

Seit September 2004 moderieren Univ.-Prof. Dr. Manfred Götz,

Univ.-Prof. Dr. Karin Gutiérrez-Lobos, Univ.-Prof. Dr. Markus Hengstschläger und

Dr. Christoph Leprich die Sendung.

Das Redaktionsteam besteht aus Mag. Nora Kirchschlager, Dr. Mag. Nadja Kwapil,

Martin Rümmele, Dr. Doris Simhofer, Mag. Dominique Stiefsohn, Dr. Michaela

Steiner, Dr. Ronny Tekal und Dr. Christoph Leprich.

Das Service

Seit dem 3. Oktober 1994 gibt es das, die Sendereihe flankierende, Hörerservice,

das auf größtes Interesse gestoßen ist.

Die zu jeder Sendung gestaltete Infomappe mit ausführlichen

Hintergrundinformationen, Buchtipps und Anlaufstellen wird kostenlos zur

Verfügung gestellt und ist bereits am Sendungstag auf der Ö1-Homepage zu

finden. Diese Unterlagen stellen in der Fülle der behandelten Themen ein Medizin-

Lexikon für den Laien dar.

Die Partner

Ermöglicht wird die Radiodoktor-Serviceleiste durch unsere Partner:

die Österreichische Apothekerkammer und das Österreichische Bundesministerium

für Gesundheit.

An dieser Stelle wollen wir uns ganz herzlich bei unseren Partnern für die

Zusammenarbeit bedanken!

Wir bitten um Verständnis, dass wir aus Gründen der besseren Lesbarkeit in dieser Infomappe

zumeist auf die weiblichen Endungen, wie z.B. PatientInnen, ÄrztInnen etc. verzichtet haben.

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EPILEPSIE – DIE UNBEKANNTE KRANKHEIT

Mit Univ.-Prof. in Dr. in Karin Gutiérrez-Lobos

16. September 2013, 14.05 Uhr, Ö1

Sendungsgestaltung und Infomappe: Dr. Michaela Steiner

Redaktion und Infomappe: Dr. Mag. Nadja Kwapil und Dr. Christoph Leprich

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INHALTSVERZEICHNIS

INHALTSVERZEICHNIS

EPILEPSIE – DIE UNBEKANNTE KRANKHEIT 6

„KOBOLDE IM KOPF“ 6

GESCHICHTE DER EPILEPSIE 7

DER EPILEPTISCHE ANFALL 9

KLASSIFIKATION DER ANFÄLLE 10

Fokale oder partielle Anfälle 10

Generalisierte Anfälle 10

DEFINITION DER EPILEPSIE 11

EPILEPSIE – EINE HÄUFIGE ERKRANKUNG 11

URSACHEN DER EPILEPSIE 12

Genetische Epilepsien 12

Strukturell oder stoffwechselbedingte Epilepsien 12

Epilepsien unbekannter Ursache 12

SPEZIELLE EPILEPSIESYNDROME 13

Rolando-Epilepsie 13

Absence-Epilepsie des Schulalters 13

Die Juvenile Myoklonische Epilepsie 14

Temporallappenepilepsien 14

West-Syndrom 13

Lennox-Gastaut-Syndrom 13

FIEBERKRÄMPFE 14

DIAGNOSE DER EPILEPSIE 15

NICHT IMMER EINFACH ZU DIAGNOSTIZIEREN 16

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INHALTSVERZEICHNIS

BEHANDLUNG DER EPILEPSIE 17

Medikamentöse Therapie 17

Die Epilepsiechirurgie 18

Stimulationsverfahren 19

Ketogene Diät 19

ERSTE HILFE BEI GRAND MAL-ANFALL 20

EPILEPSIE BEI KINDERN 20

Therapie 21

Die Gehirnentwicklung 21

Soziale Integration 21

Impfungen 22

PSYCHOSOZIALE FAKTOREN 22

ANLAUFSTELLEN 25

INFOLINKS 28

BUCHTIPPS 29

SENDUNGSGÄSTE 30

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EPILEPSIE – DIE UNBEKANNTE KRANKHEIT

EPILEPSIE – DIE UNBEKANNTE KRANKHEIT

Epilepsie ist als Erkrankung schon seit Anbeginn der Menschheit bekannt. Im

Laufe der Geschichte wurden die Betroffenen genauso von Heiligen beeinflusst

gesehen und verehrt wie später als von Dämonen besessen verdammt.

Aber obwohl heute viel mehr – wenn auch noch nicht alles – über die Ursache

dieser chronischen Erkrankung bekannt ist und der Großteil der Betroffenen

mithilfe moderner Therapien sehr gut behandelt werden kann, sind in der

Bevölkerung Unwissenheit und Vorurteile in Bezug auf diese Erkrankung weit

verbreitet.

Die Betroffenen leiden unter diese Tatsache sehr – oft mehr als unter ihrer

Erkrankung selbst.

Mit dieser Informationsmappe wollen wir dazu beitragen, den aktuellen

Wissensstand und medizinische Fakten über die Epilepsie einer breiteren

Öffentlichkeit zugänglich zu machen und Vorurteile gegen die Erkrankung und

gegen die davon Betroffenen abzubauen.

„KOBOLDE IM KOPF“

Martina H., 43 Jahre alt, verheiratet, ein Sohn mit sieben Jahren, eine Tochter mit

eineinhalb Jahren. Auf den ersten Blick eine völlig „normale“ Familie. Doch auf

den zweiten Blick ganz und gar nicht.

Mit 18 Jahren ist sie beim Stricken zusammengebrochen – aus heiterem Himmel.

Es war ein Grand mal-Anfall, wie sie nachher erfuhr. Sie wurde im Krankenhaus

durchuntersucht und erhielt den Befund „Epilepsie“. Die Diagnose empfand sie

als ziemlichen „Schlag“, wie sie heute sagt. Niemand in ihrer Familie hatte diese

Erkrankung, und niemand wusste etwas über Epilepsie.

Nachdem sie aufgeklärt worden war, kam die Unsicherheit, wie es weitergehen

würde. Niemand konnte sagen, ob es schlimmer wird, oder ob die Anfälle wieder

aufhören. Martina H. wurde auf Medikamente eingestellt, diese wurden mehrfach

gewechselt, die Anfälle hörten jedoch nicht auf.

Derzeit nimmt sie drei Medikamente in Kombination. „Damit bin ich auch mehr

oder weniger zufrieden“, sagt sie. Denn Martina H. Ist eine Frau, die sich nicht

unterkriegen lässt.

Mit der Rückendeckung eines verständnisvollen Partners und der Unterstützung

durch ihre Familie hat sie versucht, aus ihrem Leben das Beste zu machen. Und

das bedeutet: Frau H. seit Beginn der Erkrankung immer berufstätig, und sie hat

RADIODOKTOR – MEDIZIN UND GESUNDHEIT 6


EPILEPSIE – DIE UNBEKANNTE KRANKHEIT

zwei Kinder zur Welt gebracht. Die Schwangerschaften und die Spontangeburten

waren unkompliziert.

Derzeit ist sie in Babykarenz. Sie möchte unbedingt wieder arbeiten gehen,

obwohl sie weiterhin Anfälle hat, die sich nicht ankündigen.

Aber sie meint, sie würde sofort alle Menschen über ihre Erkrankung aufklären,

mit denen sie öfter zusammen sei. Die Arbeitskolleginnen und -kollegen würden

sie sowieso unterstützen, und die Umwelt bringe generell mehr Verständnis für

ihre Anfälle auf als früher. Denn Anfälle passieren auch in der Öffentlichkeit, sei

es in der U-Bahn oder in einem Geschäft.

Für ihren Sohn sind ihre epileptischen Anfälle kein Problem. Wenn sie

zusammensackt, weiß er, dass er sofort einen Erwachsenen holen und diesem

sagen muss, was seine Mutter hat.

Auf die Frage, ob er Angst habe, wenn er seine Mama so sehe, antwortet er:

„Nein, warum soll ich Angst haben. Du bist meine Mama.“

Es stört sie allerdings, dass sie keinen Führerschein hat. Aber auch da fände sie

häufig jemanden, der sie mitnimmt.

Martina H. meint, die Menschen müssten mehr über die Epilepsie informiert

werden. Denn es könne jeden treffen, und zwar unvorbereitet.

Sie selbst nimmt ihre Krankheit an, wie sie ist. Sie hat mit ihren „Kobolden im

Kopf“ leben gelernt.

GESCHICHTE DER EPILEPSIE

Die Epilepsie gehört zu den in der Menschheitsgeschichte am längsten bekannten

Erkrankungen.

Bereits in frühen Papyrus-Dokumenten datiert zwischen 1590-1340 v.Chr. (aus der

17. Dynastie in Ägypten) ist von Epilepsie die Rede.

Sie wird in Texten, religiösen Schriften, Anleitungen und medizinischen

Abhandlungen über die Jahrhunderte immer wieder erwähnt. Die Gründe dafür

sind, dass Epilepsie auch in früheren Zeiten eine häufige Erkrankung war und die

großen Anfälle (Grand mal) auf die Menschen eine beeindruckende Wirkung

hatten. So wurde Epilepsie im Lauf der Jahrhunderte auch immer wieder mit

überirdischen Mächten in Zusammenhang gebracht.

Die Griechen etwa bezeichneten die Epilepsie als „heilige Krankheit“. Noch bis in

die heutige Zeit wird sie gelegentlich noch mit der dafür lateinischen Bezeichnung

„Morbus sacer“ benannt.

Um 400 v.Chr. wandte sich der griechische Arzt Hippokrates von dieser Meinung

ab. Er beschreibt in seiner „Abhandlung über die Epilepsie oder die heilige

Krankheit“ genau den Ablauf von epileptischen Anfällen, wobei die Anfälle der

Erwachsenen jenen der Kinder gegenübergestellt werden. Hippokrates beschreibt

auch bereits unterschiedliche Anfallstypen. Er vertrat vehement die Ansicht, dass

RADIODOKTOR – MEDIZIN UND GESUNDHEIT 7


EPILEPSIE – DIE UNBEKANNTE KRANKHEIT

Epilepsie keineswegs eine „heilige“ Krankheit sei, die mit einer göttlichen

Intervention zusammenhänge. Viel mehr war Hippokrates davon überzeugt, dass

die Ursache der Erkrankung eine Störung der Gehirnfunktion war und somit

organische Ursachen hatte.

Galen (geboren 130 n.Chr. in Pergamon) gilt als Erstbeschreiber der Aura, die

einem Anfall vorausgehen kann.

Im Mittelalter „vergaß“ man allerdings darauf, dass es keine „heilige“ Krankheit

gibt und schrieb verschiedene Erkrankungen dem Einfluss von Dämonen und

Heiligen zu. Dazu gehörte auch die Epilepsie. Mit Pilgerfahrten zu verschiedenen

Schutzpatronen und Prozessionen versuchte man dem Übel beizukommen.

Im Jahr 1809 verkündete der italienische Anatom und Physiologe Luigi Rolando

(geboren 1773 in Turin), dass er bei einem Schwein durch Stimulation der

Gehirnrinde Muskelkontraktionen erzielen konnte. Seinen Forschungsergebnissen

wurde damals noch keine Aufmerksamkeit geschenkt.

1857 konnten A. Kussmaul und A. Tenner im Tierexperiment nachweisen, dass das

Gehirn Ausgangspunkt jeglichen epileptischen Geschehens ist. 1870 wurde

experimentell die enge Verknüpfung mit elektrischen Vorgängen an Gehirnzellen

belegt.

Der Neurologe John Hughlings Jackson wurde 1835 als Sohn eines Farmers in

Yorkshire geboren. Er sollte Begründer der englischen Neurologie werden und

dem National Hospital am Londoner Queens Square seinen glänzenden Ruf

verschaffen.

1861 beschäftigte er sich in einer seiner ersten Publikationen mit der Wirkung von

Kaliumbromid und Kaliumjodid bei der Epilepsietherapie. 1864 heiratete er

Elisabeth Base; im Laufe einer späteren Erkrankung erlitt sie epileptische Anfälle,

die als Jackson-Anfälle bekannt wurden und die auch heute noch so genannt

werden. Dabei handelt es sich um Anfälle im Rahmen einer fokalen Epilepsie, also

Anfälle, die auf bestimmte Körperteile beschränkt sind.

Darüber hinaus erkannte Jackson, dass sich diese Anfälle nach einem bestimmten

unveränderlichen Muster ausbreiten. Er verdeutlichte, dass der Anfall durch eine

„gelegentliche, plötzliche, übermäßige, rasche und lokalisierte Entladung“ von

Nervenzellen in der grauen Hirnsubstanz gesteuert wird. Er bewies damit bereits

zwischen 1861 und 1863 auf klinischem Weg die Existenz der zerebralen

Lokalisation von Anfällen.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts kam es auch zu einer Verbesserung der sozialen

und medizinischen Betreuung der von Epilepsie Betroffenen. In Frankreich und

auch in Deutschland wurden dafür zahlreiche spezielle Kliniken und Institutionen

geschaffen.

RADIODOKTOR – MEDIZIN UND GESUNDHEIT 8


EPILEPSIE – DIE UNBEKANNTE KRANKHEIT

1912 wurde die antiepileptische Wirkung von Phenobarbital entdeckt. In den

darauf folgenden Jahrzehnten – und bis heute – konnten laufend neue

Antiepileptika eingeführt werden.

Dem deutschen Neurologen und Psychiater Hans Berger (1873 –1941) gelang 1924

die Aufzeichnung des ersten Elektroenzephalogramms (EEG) beim Menschen.

Diese Entdeckung führte zur Bestätigung von Jacksons Theorie über „epileptische

Entladung“ und ermöglichte eine komplette Revision der Klassifikation

verschiedener Epilepsieformen.

Quellen:

T. Toellner. „Illustrierte Geschichte der Medizin“. Band 2, Andreas & Andreas,

Verlagsbuchhandel, Salzburg 1986

H. Schneble. „Historisches zur Epilepsie“, Dt. Gesellschaft für Epileptologie e.V.,

2013, www.izepilepsie.de

DER EPILEPTISCHE ANFALL

Die übergeordnete Schaltzentrale des Körpers bildet das Gehirn. Die rund 30

Milliarden Nervenzellen stehen miteinander netzwerkartig in Verbindung. Sie sind

für eine Vielzahl von Körperfunktionen wie Verarbeitung von Eindrücken der

Sinnesorgane, Sprechen, Denken, Bewegung und Fühlen verantwortlich. Diese

Funktionen sind in bestimmten Gehirnarealen lokalisiert.

Beim epileptischen Anfall kommt es zu einer gleichzeitigen übermäßigen

Entladung von Nervenzellen. Diese Entladung kann auf eine Gruppe von

Nervenzellen beschränkt sein oder sich über das gesamte Gehirn ausbreiten.

Dementsprechend unterschiedlich äußern sich die Anfälle.

In der Regel dauern epileptische Anfälle zwischen wenigen Sekunden und zwei

Minuten an. Schützende Mechanismen des Gehirns selbst beenden den Anfall.

Während des Anfalls befindet sich der Betroffene im sogenannten iktalen Zustand.

Nach dem Anfall dauert es eine Weile, bis sich das Gehirn erholt hat. Dem

entspricht eine Müdigkeit- bzw. Erschöpfungsphase der Betroffenen, der

sogenannte postiktale Zustand. Vor allem im höheren Lebensalter kann die

postiktale Phase 24 Stunden oder länger dauern.

Medikamente (Antiepileptika) können einerseits die Entstehung solcher

unkontrollierten Entladungen unterdrücken oder aber deren Ausbreitung über

größere Gehirnareale verhindern.

Quellen:

Interview Prim. Univ.-Prof. DI Dr. Christoph Baumgartner

RADIODOKTOR – MEDIZIN UND GESUNDHEIT 9


EPILEPSIE – DIE UNBEKANNTE KRANKHEIT

„Leben mit Epilepsie. Information für Betroffene und Angehörige“. Österreichische

Gesellschaft für Epileptologie (ÖGfE) 2012

KLASSIFIKATION DER ANFÄLLE

Wie bereits erwähnt, hängt die Art des Anfalls davon ab, in welcher Region des

Gehirns die Nervenzellenentladung stattfindet. Dementsprechend unterschiedlich

können Anfälle aussehen.

Fokale oder partielle Anfälle

Ist von der Nervenzellenentladung nur eine umschriebene Stelle des Gehirns

betroffen, spricht man von einem fokalen oder partiellen Anfall. Zwei Drittel aller

Anfälle entstehen so.

Bei den so genannten Auren kommt es zu einer Veränderung der

Wahrnehmung, wie zum Beispiel aufsteigendes Gefühl aus dem Magen,

Angstgefühle, Vertrautheits- oder Fremdheitsgefühl.

Bei fokal-motorischen Anfällen kommt es zu Zuckungen oder Verkrampfung

einer Gesichtshälfte, eines Armes oder eines Beines oder einer

Körperhälfte. Dabei ist das Bewusstsein erhalten.

Psychomotorische Anfälle: Dabei kommt es zu einer Einschränkung des

Bewusstseins verbunden mit Nesteln, Schmatzen oder Kaubewegungen.

Generalisierte Anfälle

Tritt eine Nervenzellenentladung gleich zu Beginn eines Anfalls in beiden

Hirnhälften gleichzeitig auf, handelt es sich um einen generalisierten Anfall. Auch

dabei gibt es unterschiedliche Arten.

Große Krampf-Anfälle oder Grand mal-Anfälle äußern sich in

Bewusstlosigkeit, Sturz, Verkrampfung des Körpers, Zuckungen an Armen

und Beinen. Dem folgt eine Phase der Erschöpfung und der Verwirrtheit.

Absencen bestehen in kurzzeitiger Abwesenheit

(Bewusstseinseinschränkung).

Bei myoklonischen Anfällen kommt es zu kurzem Zucken der Arme,

seltener des Gesichts und der Beine. Die Betroffenen erwecken den

Eindruck, als würden sie erschrecken.

Tonische Anfälle führen zur Verkrampfung des gesamten Körpers. Diese

dauert in der Regel nur wenige Sekunden, häufig kommt es dabei zu

Stürzen mit Verletzungen.

Bei atonischen Anfällen kommt es zum kurzfristigen Verlust der

Muskelspannung. Hier sind ebenfalls Stürze möglich.

Quellen:

Interview Prim. Univ.-Prof. DI Dr. Christoph Baumgartner

RADIODOKTOR – MEDIZIN UND GESUNDHEIT 10


EPILEPSIE – DIE UNBEKANNTE KRANKHEIT

„Leben mit Epilepsie. Information für Betroffene und Angehörige“. Österreichische

Gesellschaft für Epileptologie (ÖGfE) 2012

DEFINITION DER EPILEPSIE

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen provozierten (akut symptomatischen)

und nicht provozierten Anfällen.

Provozierte Anfälle sind jene, die durch einen unmittelbaren erkennbaren Auslöser

verursacht werden. Dieser kann eine akute Erkrankung des Gehirns sein, wie

Schlaganfall, Hirnentzündungen, Hirnverletzungen etc. Aber auch Alkoholkonsum

oder das Absetzen von Alkohol und andrer Drogen, bestimmte Medikamente,

Unterzuckerung, hohes Fieber etc. können unmittelbare Auslöser eines

epileptischen Anfalls sein. In solchen Fällen liegt in der Regel keine Epilepsie vor.

Dem gegenüber stehen unprovozierte Anfälle, bei denen kein unmittelbarer

Auslöser feststellbar ist. In diesen Fällen ist das Risiko für einen weiteren Anfall

höher als bei provozierten Anfällen.

Eine Epilepsie liegt definitionsgemäß dann vor, wenn zwei oder mehrere nicht

provozierte epileptische Anfälle aufgetreten sind. Man spricht aber auch dann von

Epilepsie, wenn ein unprovozierter Anfall aufgetreten ist und sich im EEG für

Epilepsie typische Veränderungen zeigen und/oder in der

Magnetresonanztomographie (MRT) strukturelle Veränderungen gefunden werden,

die Anfälle verursachen können.

Bei provozierten Anfällen reicht es zumeist, die anfallsauslösende Ursache und

damit das Risiko für weitere Anfälle auszuschalten, eine Behandlung mit

Medikamenten ist nicht erforderlich. Bei definitionsgemäßem Vorliegen einer

Epilepsie ist eine Behandlung mit Antiepileptika, also Medikamenten, die die

Anfälle unterdrücken, angezeigt.

Quellen:

Interview Prim. Univ.-Prof. DI Dr. Christoph Baumgartner

„Leben mit Epilepsie. Information für Betroffene und Angehörige“. Österreichische

Gesellschaft für Epileptologie (ÖGfE) 2012

EPILEPSIE – EINE HÄUFIGE ERKRANKUNG

Epilepsie ist die häufigste chronische neurologische Erkrankung. Die Prävalenz der

Epilepsie beträgt 0,8 Prozent der Bevölkerung. Das bedeutet, dass in Österreich

derzeit 65.000 an Epilepsie erkrankte Menschen leben.

RADIODOKTOR – MEDIZIN UND GESUNDHEIT 11


EPILEPSIE – DIE UNBEKANNTE KRANKHEIT

Fünf bis zehn Prozent der Menschen erleiden zumindest einmal in Ihrem Leben

einen epileptischen Anfall.

Im Kindesalter leiden drei bis sechs Kinder pro 1.000 an Epilepsie. Damit ist

Epilepsie nach Asthma und Diabetes mellitus die häufigste chronische Erkrankung

im Kindesalter.

Insgesamt tritt Epilepsie über die Lebenszeit betrachtet vor allem in zwei Phasen

auf: Ein Drittel der Epilepsien beginnt in der Kindheit und ein Drittel nach dem

60. Lebensjahr.

Im Kindesalter gibt es drei Erkrankungsgipfel. Der erste liegt im ersten und

zweiten Lebensjahr, danach ein weiterer zwischen dem fünften und siebten

Lebensjahr und schließlich in der Pubertät zwischen dem zwölften und 15.

Lebensjahr.

Quellen:

Interview Prim. Univ.-Prof. DI Dr. Christoph Baumgartner

Interview Dr. in Anastasia Dressler

„Leben mit Epilepsie. Information für Betroffene und Angehörige“. Österreichische

Gesellschaft für Epileptologie (ÖGfE) 2012

URSACHEN DER EPILEPSIE

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen genetisch bedingten Epilepsien, dann

solchen, die strukturelle und metabolische Ursachen haben, sowie Epilepsien

unbekannter Ursache.

Genetische Epilepsien

In einem Drittel der Fälle von Epilepsie handelt es sich um eine anlagebedingte

Erkrankung. Epilepsie ist jedoch keine Erbkrankheit. Dies ist für die Tatsache von

Bedeutung, dass Epilepsie keinen Grund darstellt, auf Kinder zu verzichten.

Strukturell oder stoffwechselbedingte Epilepsien

Zu den Hirnerkrankungen bzw. Hirnschädigungen, die eine Epilepsie verursachen

können, zählen Entwicklungsstörungen der Hirnrinde im Embryonalstadium,

Narbenbildungen, Geburtsschäden, komplizierte Fieberkrämpfe, Entzündungen des

Gehirns, Hirnverletzungen, Tumoren, Schlaganfälle.

Epilepsien unbekannter Ursache

Bei vielen Epilepsien kann trotz Ausschöpfung aller diagnostischen Möglichkeiten

keine Ursache gefunden werden.

Quellen:

Interview Prim. Univ.-Prof. DI Dr. Christoph Baumgartner

RADIODOKTOR – MEDIZIN UND GESUNDHEIT 12


EPILEPSIE – DIE UNBEKANNTE KRANKHEIT

„Leben mit Epilepsie. Information für Betroffene und Angehörige“. Österreichische

Gesellschaft für Epileptologie (ÖGfE) 2012

SPEZIELLE EPILEPSIESYNDROME

Nachfolgend werden einige wichtige Epilepsiesyndrome des Kindes- und

Erwachsenenalters dargestellt.

West-Syndrom

Das West-Syndrom ist ein seltenes, frühkindliches Epilepsiesyndrom, wobei der

Gipfel des Erkrankungsbeginns um das sechste Lebensmonat liegt. Die Ursachen

sind sehr unterschiedlich, sie können genetisch sein, Infektionen, sowie vor,

während oder nach der Geburt entstandene Hirnschädigungen.

Die Anfälle werden auch Blitz-Nick-Salaam-(BNS)Krämpfe genannt, weil die Kinder

sich plötzlich wie vom Blitz getroffen wie ein Klappmesser zusammenkrampfen.

Häufig werden die Anfälle deshalb als Bauchkrämpfe missinterpretiert.

Wesentlich ist es, die Ursache rasch zu finden und rasch zu behandeln, da

ansonsten die Gefahr der Verzögerung der motorischen und geistigen Entwicklung

besteht.

Lennox-Gastaut-Syndrom

Das Lennox-Gastaut-Syndrom ist ein relativ seltenes Epilepsiesyndrom mit einem

Krankheitsbeginn und das dritte bis fünfte Lebensjahr. Typischerweise bestehen

bei den Betroffenen mehrere unterschiedliche Anfallsformen. Sehr häufig bestehen

Sturzanfälle, aufgrund derer die Kinder Sturzhelme tragen müssen.

Die Anfälle sind schwer behandelbar, häufig besteht eine

Entwicklungsverzögerung.

Rolando-Epilepsie

Die Rolando-Epilepsie stellt eines der häufigsten Epilepsiesyndrome im

Kindesalter dar. Sie beginnt im Alter von fünf bis zehn Jahren. Die Anfälle treten

häufig in der Nacht bzw. in der Aufwachphase am Morgen auf und äußern sich in

Kribbeln, Krämpfen oder Zucken im Bereich des Gesichts und des Rachens. Häufig

kommt es zu generalisierten Anfällen.

Manche der betroffenen Kinder haben keine Anfälle, sondern nur charakteristische

Veränderungen in EEG (sog. Rolando-Spitzen). Auch hier kann eine Behandlung

indiziert sein, um beispielsweise Konzentrationsstörungen bei diesen Kindern zu

verringern.

Die Prognose ist günstig. Die meisten Kinder haben mit Ende der Pubertät keine

Anfälle mehr und brauchen dann keine Medikamente mehr.

Absence-Epilepsie des Schulalters

RADIODOKTOR – MEDIZIN UND GESUNDHEIT 13


EPILEPSIE – DIE UNBEKANNTE KRANKHEIT

Die Absence-Epilepsie des Schulalters gehört zu den häufigsten Epilepsien des

Kindesalters. Die Erkrankung beginnt zwischen dem vierten bis achten Lebensjahr.

Es kommt dabei zu Absencen, die unbehandelt bis zu hundert Mal am Tag

auftreten können, sowie bei 40 Prozent der Betroffenen auch zu generalisierten

Anfällen.

Häufig fallen die Kinder in der Schule auf, wenn ihnen beispielsweise bei einem

Diktat ein Satz fehlt. Oder die Lehrer merken, dass die Kinder nicht reagieren,

wenn sie angesprochen werden.

Im EEG sind spezifische Veränderungen erkennbar, die auch durch

Provokationsmethoden ausgelöst werden können. Das sind etwa Lichtreize oder

Hyperventilation, wobei man die Kinder während der Untersuchung in ein Windrad

blasen oder stark ein- und ausatmen lässt.

Zwei Drittel der Betroffenen werden durch entsprechende Therapie langfristig

anfallsfrei.

Die Juvenile Myoklonische Epilepsie

Die Juvenile Myoklonische Epilepsie gehört zu den genetischen Epilepsien und ist

relativ häufig. Die Erkrankung beginnt im Alter von 12 bis 18 Jahren. Es kommt

dabei zu unwillkürlichen Muskelzuckungen, generalisierten Anfällen, seltener auch

zu Absencen. An sich ist dieses Syndrom mit Medikamenten gut behandelbar, es

besteht jedoch die Gefahr des Wiederauftretens der Anfälle nach Absetzen der

Medikamente.

Temporallappenepilepsien

Rund 60 Prozent der fokalen Anfälle entstehen im Schläfenlappen

(Temporallappen). Häufige Ursachen sind strukturelle Gehirnveränderungen.

Die so genannte mesiale Temporallappenepilepsie geht von inneren Bereichen

des Schläfenlappens (Hippocampus) aus. Sie zählt zu den häufigsten

Epilepsieformen. In der Krankengeschichte finden sich oft auslösende Ereignisse

wie komplizierte Fieberkrämpfe oder eine Infektion des Gehirns im Alter unter fünf

Jahren. Es folgt zumeist ein anfallsfreies Intervall, dann treten wieder Anfälle auf,

die zunächst mit Medikamenten gut behandelbar sind. Später spricht die

Mehrzahl der Patienten nur unzureichend auf die Therapie an. Bei diesen

Patienten kann ein epilepsiechirurgischer Eingriff zur Anfallsfreiheit führen.

Quellen:

Interview Prim. Univ.-Prof. DI Dr. Christoph Baumgartner

Interview Dr. in Anastasia Dressler

„Leben mit Epilepsie. Information für Betroffene und Angehörige“. Österreichische

Gesellschaft für Epileptologie (ÖGfE) 2012

FIEBERKRÄMPFE

RADIODOKTOR – MEDIZIN UND GESUNDHEIT 14


EPILEPSIE – DIE UNBEKANNTE KRANKHEIT

Fieberkrämpfe sind Krampfanfälle, die in der frühen Kindheit im Rahmen

fieberhafter Infekte auftreten. Der Altersgipfel liegt um das erste Lebensjahr.

Fieberkrämpfe können im Grunde durch jede Infektion ausgelöst werden. Rascher

Fieberanstieg und hohes Fieber erhöhen das Risiko eines Fieberkrampfes. Bei bis

zu 30 Prozent der Kinder, die bereits einen Fieberkrampf hatten, tritt ein solcher

bei weiteren Infekten wiederum auf.

Kinder, die bereits einen Fieberkrampf hatten, sollten daher bei fieberhaften

Infekten vorbeugend fiebersenkende Medikamente erhalten. Die erste Hilfe bei

Fieberkrämpfen besteht in der Verabreichung einer Diazepam-Rektiole (eine

Tube/Klistier zum Einbringen von Medikamenten) in den Mastdarm).

Zwei Drittel aller Fieberkrämpfe sind unkompliziert, das heißt sie dauern in der

Regel bis maximal 15 Minuten. Das Kind wird zumeist bewusstlos und es treten

beidseitige Muskelzuckungen und Versteifungen der Arme und/oder Beine auf.

Manchmal wird das Kind auch nur schlaff. Komplizierte Fieberkrämpfe dauern

länger als 15 Minuten, können einseitig sein oder innerhalb von 24 Stunden

wieder auftreten.

Ein Fieberkrampf per se ist keine Epilepsie. Insbesondere bei komplizierten

Fieberkrämpfen sind andere Ursachen wie entzündliche Erkrankungen des Gehirns

oder Epilepsien auszuschließen. 95 Prozent der Fälle verlaufen gutartig, wobei

Fieberkrämpfe nach dem sechsten Lebensjahr nicht mehr auftreten.

Bei etwa fünf Prozent jener Kinder, die kompliziert verlaufende Fieberkrämpfe

haben, entwickelt sich daraus eine Epilepsie.

Quellen:

Interview Dr. in Anastasia Dressler

https://www.gesundheit.gv.at/Portal.Node/ghp/public/content/kinderkrankheitenfieberkraempfe.html

DIAGNOSE DER EPILEPSIE

Die diagnostische Abklärung einer Epilepsie beruht auf verschiedenen Säulen,

nämlich in erster Linie auf der Krankengeschichte (Anamnese), dem EEG und dem

MRT.

Die Anamnese kann entweder mit den Patienten selbst vorgenommen werden,

wenn etwa die Anfälle nur subjektiv wahrnehmbar sind. Wesentlich ist die genaue

Anfallsbeschreibung, die häufig von Angehörigen oder Zeugen, die einen Anfall

beobachten, gegeben werden kann (Außenanamnese).

RADIODOKTOR – MEDIZIN UND GESUNDHEIT 15


EPILEPSIE – DIE UNBEKANNTE KRANKHEIT

Eine wesentliche Zusatzuntersuchung stellt das EEG dar. Mit diesem werden

Gehirnströme und damit die Funktion des Gehirns gemessen. Ziel der

Untersuchung ist es, epilepsietypische Veränderungen (sogenannte Spitzen)

festhalten zu können. Diese sind häufig auch zwischen den Anfällen nachweisbar

und lassen unter Umständen auch Schlüsse auf die Art der Epilepsie zu.

Zum Nachweis von epilepsietypischen Veränderungen im EEG kann ein Schlaf-EEG

(bei der Rolando Epilepsie treten die typischen Spitzen im Schlaf auf) bzw. ein

Schlafentzugs-EEG durchgeführt werden. Mittels EEG kann bei vorliegenden

spezifischen Veränderungen eine Epilepsie mit hoher Sicherheit nachgewiesen

werden. Umgekehrt aber schließt ein unauffälliges EEG das Vorliegen einer

Epilepsie nicht aus.

Mittels MRT können strukturelle Veränderungen im Gehirn nachgewiesen werden.

Dabei hat sich die Technologie in den letzten Jahren derartig verbessert, dass

nunmehr Veränderungen sichtbar sind, die früher nicht dargestellt werden

konnten.

Besteht nach Durchführung der genannten Untersuchungen weiterhin Unklarheit

über die Diagnose oder persistieren bei einem Patienten trotz Behandlung

weiterhin Anfälle, gilt als Goldstandard, ein Video-EEG-Monitoring durchzuführen.

Dazu wird der Patient über fünf bis sieben Tage in einem entsprechenden

Zentrum stationär aufgenommen und es werden sowohl ein EEG als auch ein

Video zum Festhalten der Anfälle kontinuierlich aufgezeichnet.

In Österreich existieren dafür zwei Zentren in Wien, sowie jeweils eines in Linz,

Innsbruck, Salzburg und Graz (siehe unten).

Quellen:

Interview Prim. Univ.-Prof. DI Dr. Christoph Baumgartner

Interview Dr. in Anastasia Dressler

„Leben mit Epilepsie. Information für Betroffene und Angehörige“. Österreichische

Gesellschaft für Epileptologie (ÖGfE) 2012

NICHT IMMER EINFACH ZU DIAGNOSTIZIEREN?

Bis zu 20 Prozent der Patienten, die die Diagnose Epilepsie bekommen haben

und mit Antiepileptika behandelt werden, haben keine Epilepsie. In Betracht zu

ziehen sind einerseits organische nicht epileptische Anfälle (dazu gehören

Synkopen, also herz- oder kreislaufbedingte Ohnmachtsanfälle sowie

Erkrankungen des Schlafs wie z.B. Narkolepsie) und andererseits psychogene

Anfälle.

Vor allem psychogene Anfälle zeigen Verhaltensmuster, die epileptischen Anfällen

vom Erscheinungsbild sehr ähnlich sind, aber nicht durch epileptische

Entladungen im Gehirn erzeugt werden. Es handelt sich dabei um psychiatrische

RADIODOKTOR – MEDIZIN UND GESUNDHEIT 16


EPILEPSIE – DIE UNBEKANNTE KRANKHEIT

Störungen. Die Anfälle werden von den Betroffenen zumeist nicht willkürlich

ausgelöst, sondern im Unterbewusstsein generiert und bedürfen einer

psychiatrischen bzw. psychotherapeutischen Behandlung.

Quelle:

Interview Prim. Univ.-Prof. DI Dr. Christoph Baumgartner

BEHANDLUNG DER EPILEPSIE

Das Ziel der Therapie ist, dass die Betroffenen ein normales Leben führen können.

Die wichtigste Säule dafür ist die Behandlung mit Medikamenten (Antiepileptika).

In der Regel kann ein Drittel der Betroffenen durch eine solche Therapie geheilt

werden. Das heißt, dass nach einer bestimmten Zeitspanne die Medikamente

abgesetzt werden können und trotzdem keine Anfälle auftreten.

Ein weiteres Drittel wird unter der Therapie mit Antiepileptika anfallsfrei, muss

jedoch die Medikamente ständig einnehmen, um die Anfallsfreiheit zu erhalten.

Das letzte Drittel ist medikamentös schlecht behandelbar, das heißt, die

Betroffenen leiden trotz Ausschöpfung der medikamentösen Möglichkeiten

weiterhin unter Anfällen.

Zehn Prozent dieser Patienten können durch einen epilepsiechirurgischen Eingriff

geheilt werden.

Für ausgewählte Patienten kommen so genannte Neurostimulationsverfahren

infrage.

Fast dreißig Prozent der Menschen mit Epilepsie leiden an einer Depression.

Diese resultiert häufig aus seinem Zusammenspiel von psychosozialen Faktoren

und dem eigentlichen Anfallsleiden. Zeichen dafür können sozialer Rückzug und

gedrückte Stimmung, Gereiztheit und Schlafstörungen sein. Da die Depression der

Lebensqualität deutlich reduziert, ist eine konsequente medikamentöse

Behandlung und/oder psychotherapeutische Begleitung anzustreben.

Medikamentöse Therapie

Antiepileptika können die Anfälle im Gehirn unterdrücken. Ziel einer Therapie mit

Antiepileptika ist Anfallsfreiheit ohne Nebenwirkungen. Für die Erreichung dieses

Ziels hat die Verträglichkeit moderner Antiepileptika viel beigetragen. Denn die

neuen Medikamente wirken zwar nicht besser als ältere Antiepileptika, weisen

jedoch deutlich geringere Nebenwirkungen auf. Auch langfristige negative

Wirkungen auf den Organismus treten im Gefolge neuer Antiepileptika deutlich

seltener auf.

Derzeit stehen rund 20 verschiedene Medikamente zur Auswahl. Entsprechend der

Epilepsieform wird ein passendes Medikament für jeden Betroffenen individuell

RADIODOKTOR – MEDIZIN UND GESUNDHEIT 17


EPILEPSIE – DIE UNBEKANNTE KRANKHEIT

ausgewählt. Ist der Betroffene zwei Jahre anfallsfrei und zeigt das EEG keine

Zeichen einer Anfallsbereitschaft, kann das Medikament langsam schrittweise

reduziert und schließlich abgesetzt werden. Damit besteht zwar die Möglichkeit

des Wiederauftretens von Anfällen, jedoch auch die Chance, ohne Medikamente

anfallsfrei zu bleiben.

Zunächst ist die Therapie mit einem einzigen Medikament anzustreben, die so

genannte Monotherapie. Vorteile einer Monotherapie liegen in einem geringeren

Risiko für Nebenwirkungen, im Vermeiden gegenseitiger Beeinflussung zwischen

zwei Medikamenten und einer erleichterten Einnahme für die Betroffenen. Bei

zwei Drittel der Patienten reicht eine Monotherapie zum Erreichen einer

Anfallsfreiheit aus.

Wird mit einem Medikament keine Anfallsfreiheit erzielt, kann ein anderes

Medikament versucht werden. Bringt auch dieses nicht den gewünschten Erfolg,

können zwei, drei oder mehrere Medikamente miteinander kombiniert werden

(Kombinationstherapie).

In der Regel wird die Therapie mit einer geringen Dosis begonnen. Die Dosis wird

schrittweise solange erhöht, bis Anfallsfreiheit besteht oder nicht tolerierbare

Nebenwirkungen auftreten. Gerade bei Antiepileptika ist die regelmäßige

Einnahme der Medikamente von großer Bedeutung. Pausieren oder gar abruptes

Absetzen der Medikamente kann zu Anfällen führen.

Die Epilepsiechirurgie

Gelingt mit einer optimalen medikamentösen Therapie keine ausreichende

Kontrolle der Anfälle, so kann für bestimmte Betroffene ein operatives Verfahren

(Epilepsiechirurgie) in Erwägung gezogen werden. Für die Epilepsiechirurgie sind

folgende Grundvoraussetzungen erforderlich:

Alle Anfälle kommen aus einem einzigen umschriebenen Hirnareal

(Anfallsherd).

Der Anfallsherd kann potenziell ohne Auftreten von weiteren

neurologischen Störungen vollständig entfernt werden.

Bei dem operativen Eingriff wird jener Teil des Gehirns, von dem die Anfälle

ausgehen, entfernt. Die Methode, die seit etwa 20 Jahren in Österreich

angewendet wird, hat bei vollständiger, sorgfältiger Abklärung eine sehr hohe

Effizienz, und ist darüber hinaus risikoarm.

Ziel des epilepsiechirurgischen Eingriffs ist die Anfallsfreiheit. Dafür kann es

erforderlich sein, zumindest eine Zeit lang Antiepileptika in Form nach der

Operation noch weiter zu verabreichen, um diese dann langsam abzusetzen.

RADIODOKTOR – MEDIZIN UND GESUNDHEIT 18


EPILEPSIE – DIE UNBEKANNTE KRANKHEIT

Für die Epilepsiechirurgie existieren in Österreich spezialisierte Zentren, die auch

über die nötigen Einrichtungen verfügen, um überprüfen zu können, ob der

operative Eingriff für eine bestimmte Patientin/einen bestimmten Patienten

geeignet ist.

Stimulationsverfahren

Das etablierteste Stimulationsverfahren ist die so genannte Vagusnervstimulation.

Dabei wird der zehnte Hirnnerv (Nervus vagus) am Hals mittels eines Generators

stimuliert, der unter dem linken Schlüsselbein implantiert wird. Dieses Verfahren

kommt für Betroffene infrage, die auf Medikamente nur unzureichend ansprechen.

So kann eine Reduktion von Anfällen erreicht werden.

Ein neueres Verfahren stellt die tiefe Hirnstimulation (deep brain stimulation,

DBS) dar. Dabei werden bestimmte Hirnareale kontinuierlich elektrisch stimuliert

und dadurch die Entstehung und Ausbreitung von Anfällen unterdrückt. Dieses

Verfahren kommt nur für solche Betroffene infrage, bei denen ein

epilepsiechirurgischer Eingriff nicht durchgeführt werden kann.

Im Stadium der Untersuchung befinden sich derzeit die so genannte responsive

Hirnstimulation, bei der die Hirnrinde stimuliert wird, die Trigeminusstimulation

oder die transkutane Vagusnervstimulation.

Ketogene Diät

Mittlerweile gut untersucht ist eine nicht medikamentöse Therapieoption, die

ketogene Diät. Diese kann bei Betroffenen eingesetzt werden, die auf

Medikamente nicht ansprechen. Die ketogene Diät kommt vorwiegend bei Kindern

zum Einsatz, nicht zuletzt deswegen, weil sie für Erwachsene schwer

durchzuhalten ist.

Der Hintergrund ist der, dass im Hungerzustand durch Fettverbrennung so

genannte Ketonkörper entstehen. Ketonkörper wirken positiv gegen epileptische

Anfälle. Bei der ketogenen Diät wird dieses Prinzip von außen durch einen sehr

hohen Fettanteil in der Nahrung herbeigeführt. Zusätzlich wird die Zufuhr von

Kohlenhydraten stark eingeschränkt und die Eiweißzufuhr auf den altersgemäßen

Mindestbedarf abgesenkt.

Da die Gesamtkalorienzufuhr unverändert bleibt, kommt es zu keiner

Gewichtszunahme. Wesentlich bei dieser Diät ist die Einbindung einer erfahrenen

Diätassistentin.

Quellen:

Interview Prim. Univ.-Prof. DI Dr. Christoph Baumgartner

„Leben mit Epilepsie. Information für Betroffene und Angehörige“. Österreichische

Gesellschaft für Epileptologie (ÖGfE) 2012

RADIODOKTOR – MEDIZIN UND GESUNDHEIT 19


EPILEPSIE – DIE UNBEKANNTE KRANKHEIT

ERSTE HILFE BEI GRAND MAL-ANFALL

Wichtig ist es, bei einem generalisierten Krampfanfall (Grand mal-Anfall) ruhig zu

bleiben und überlegt zu handeln. Wenn möglich, sollte man versuchen, Betroffene

im Sturz aufzufangen oder hinzulegen und sie gleichzeitig aus einer möglichen

Gefahrenzone zu bringen. Die Betroffenen sollten vor Verletzungen (Anschlagen

an harte oder scharfe Gegenstände, vor allem im Kopfbereich) geschützt werden.

Nach Abklingen der Zuckungen sollten die Betroffenen in eine stabile Seitenlage

gebracht und beengende Kleidungsstücke geöffnet werden. Keineswegs sollten

Gegenstände in den Mund bzw. zwischen die Zähne gesteckt werden. Es besteht

dabei Verletzungsgefahr für Finger und Zähne. Zudem sollten krampfende

Betroffene nicht festgehalten werden, da dies die Verletzungsgefahr erhöht.

Wichtig ist es, gleich zu Beginn auf die Uhr zu sehen, um die Anfallsdauer

erfassen zu können. Wenn möglich sollten die Anfallssymptome gut beobachtet

werden.

In der überwiegenden Zahl hört der Anfall nach zwei Minuten von selbst auf.

Sind Notfallmedikamente vorhanden, können diese bei einer übermäßig langen

Anfallsdauer (über 5-10 Minuten) auch von Laien verabreicht werden. Dabei

handelt es sich um Rektiolen – eine Tube/Klistier zum Einbringen von

Medikamenten (in der Regel Diazepam) in den Mastdarm oder neuerdings

Spritzampullen zum Einbringen von Medikamenten in die Mundhöhle.

Nach dem Krampfanfall bleibt üblicherweise eine Bewusstseinstrübung bestehen,

die dann in einen „Erholungsschlaf“ übergeht.

Bei bekannter Epilepsie erfordert nicht jeder Anfall die Verständigung der Rettung

bzw. einer Ärztin/eines Arztes. Die Rettung muss dann gerufen werden, wenn die

bzw. der Betroffene gleich wieder einen Anfall hat, bevor sie/er richtig aufwacht,

wenn sich die Person während des Anfalls verletzt, oder sie nach dem Anfall in

dem für sie üblichen Zeitraum nicht aufwacht.

Quellen:

Interview Prim. Univ.-Prof. DI Dr. Christoph Baumgartner

Interview Dr. in Anastasia Dressler

„Leben mit Epilepsie. Information für Betroffene und Angehörige“. Österreichische

Gesellschaft für Epileptologie (ÖGfE) 2012

EPILEPSIE BEI KINDERN

Etwa ein Viertel aller Epilepsiekranken weltweit sind Kinder unter 15 Jahren. Damit

gehören Epilepsien zu den häufigsten Erkrankungen des Kindes- und Jugendalters.

RADIODOKTOR – MEDIZIN UND GESUNDHEIT 20


EPILEPSIE – DIE UNBEKANNTE KRANKHEIT

Die Internationale Liga gegen Epilepsie (ILAE) unterscheidet neben verschiedenen

Anfallstypen altersbezogene Epilepsiesyndrome mit unterschiedlicher

Behandelbarkeit und Prognose (siehe oben).

Für die Zuordnung eines Syndroms sind die Familienanamnese wichtig, des

Weiteren die Voranamnese des Kindes, das Alter bei Erkrankungsbeginn, der

vorherrschende Anfallstyp bzw. die vorherrschenden Anfallstypen sowie etwaige

Schädigungen des Gehirns als mögliche Erkrankungsursache.

Therapie

Die Behandlung eines Kindes mit Epilepsie sollte von einem erfahrenen Kinder-

Epileptologen, idealerweise an einer zertifizierten Epilepsieambulanz erfolgen

(siehe Anhang).

Wie bereits erwähnt, können bis zu zwei Drittel der Kinder mit medikamentöser

Therapie dauerhaft anfallsfrei werden. Wenn möglich sollte die Anfallsfreiheit mit

einer Monotherapie erzielt werden. Denn auf Kombinationstherapien reagieren

Kinder häufiger mit Müdigkeit als Erwachsene.

Bei bestimmten Epilepsieformen kann nach längerer Anfallsfreiheit (in der Regel

zwei bis drei Jahre) die Medikation sogar wieder beendet werden. Allerdings gibt

es gerade in der frühesten Kindheit Syndrome, die äußerst schlecht auf

Medikamente ansprechen. Einem Teil dieser Kinder kann durch Epilepsiechirurgie

geholfen werden, und sie sind nach dem Eingriff anfallsfrei.

Die Gehirnentwicklung

Da die Epilepsie eine chronische Erkrankung des Gehirns ist, birgt sie somit

prinzipiell das Risiko, die Hirnentwicklung zu stören. Gerade deshalb ist es von

großer Bedeutung, eine frühkindliche Epilepsie rasch zu diagnostizieren und

effizient zu behandeln, um Entwicklungsstörungen hintanzuhalten.

Bei fachgerechter Behandlung durchläuft der Großteil der Kinder jedoch eine

weitgehend normale Entwicklung und unterscheidet sich somit nicht von

gesunden Kindern. Umschriebene Probleme mit bestimmten Fertigkeiten

(Teilleistungsstörungen) wie der Konzentration, der Aufmerksamkeit bei normaler

Gesamtintelligenz kommen jedoch vor. Daher sind regelmäßige,

entwicklungspsychologische Untersuchungen durchzuführen. Damit können auch

rechtzeitig spezielle Fördermaßnahmen eingeleitet werden.

Soziale Integration

Auch heute herrschen noch enorme Vorurteile, vor allem den Charakter der

Erkrankung betreffend. So wird zum Beispiel häufig angenommen, dass Kinder mit

Epilepsie ausnahmslos Probleme mit der schulischen Leistung haben, auch wenn

dies keineswegs immer der Fall ist. Die meisten Kinder mit Epilepsie sind

durchschnittlich intelligent und können trotz gelegentlicher Anfälle eine normale

Schule besuchen. Allerdings können Anfälle in der Schule zu einer

RADIODOKTOR – MEDIZIN UND GESUNDHEIT 21


EPILEPSIE – DIE UNBEKANNTE KRANKHEIT

Lernbehinderung führen und die Kinder dann eventuell eine entsprechende

Förderung brauchen.

Natürlich benötigen Kinder mit Epilepsie generell eine vermehrte Obsorge und

Überwachung. Gleichzeitig sollte man ihnen jedoch so viel Autonomie zugestehen

wie möglich.

Trotz der drohenden Stigmatisierung sollten Kindergarten, Schulen sowie

Institutionen, in denen sich das Kind in der Freizeit aufhält, möglichst bald über

die Erkrankung, über die Medikamente und über den Umgang mit beidem

geschult werden.

Selbstverständlich muss auch mit dem Kind altersentsprechend über seine

Erkrankung mit allen daraus sich ergebenden Konsequenzen gesprochen werden.

Kinder mit Epilepsie können und sollen sportlichen Aktivitäten nachgehen. In der

Regel sollten sie diese jedoch nicht alleine ausführen. Schwimmen in offenen

Gewässern sowie auch Baden in der Badewanne sollten vermieden werden.

Vor allem bei generalisierten genetischen Epilepsien können bestimmte

Lichtmuster am Computerbildschirm oder am Fernseher anfallsfördernd wirken.

Auch nächtliches Sitzen am PC kann durch Schlafentzug Anfälle auslösen.

Empfohlen wird eine nur kurzzeitige Nutzung dieser Medien.

Impfungen

Die im österreichischen Impfplan vorgesehenen Impfungen sind für Kinder mit

Epilepsie unbedenklich und sogar dringend anzuraten, da sie potenziellen

weiteren Schaden für das Gehirn vermeiden helfen.

Quellen:

Interview Dr. in Anastasia Dressler

„Leben mit Epilepsie. Information für Betroffene und Angehörige“. Österreichische

Gesellschaft für Epileptologie (ÖGfE) 2012

PSYCHOSOZIALE FAKTOREN

In unserer Gesellschaft bestehen leider immer noch viele Vorurteile gegenüber

Epilepsie. Wie bereits dargestellt, können mithilfe der Therapie zwei Drittel der

Betroffenen anfallsfrei werden, und diese können ein völlig normales Leben

führen.

Mit wenigen Ausnahmen können Personen mit Epilepsie alle Berufe ergreifen und

in diesen auch sehr erfolgreich sein. Es gibt Initiativen der Gesellschaft für

Epileptologie und des Vereins Epilepsie und Arbeit, die gezielt eine

interdisziplinäre Arbeitsplatzberatung für Personen mit Epilepsie durchführen.

RADIODOKTOR – MEDIZIN UND GESUNDHEIT 22


EPILEPSIE – DIE UNBEKANNTE KRANKHEIT

Für den Erhalt eines Führerscheins existieren gesetzliche Regelungen, in

Österreich wird dafür eine Anfallsfreiheit von mindestens einem Jahr

vorausgesetzt.

Heute weiß man, dass sportliche Betätigung epileptische Anfälle nicht fördert,

sondern im Gegenteil unterdrückt. Sportarten wie Fallschirmspringen,

Wassersportarten, Klettern, unbeaufsichtigtes Schwimmen, Fliegen, Schießen und

Motorsportarten sind zu vermeiden.

Eine Epilepsie stellt kein Hindernis für eine Schwangerschaft dar. In großen

Untersuchungen hat sich gezeigt, dass das Risiko für eine Missbildung des

Ungeborenen durch Medikamente bei einer Monotherapie für die meisten

Substanzen nicht erhöht ist. Der Schwangerschaftsverlauf ist zumeist

komplikationslos, Stillen ist für Frauen mit Epilepsie in der Regel problemlos

möglich.

„Chronische Erkrankungen wie zum Beispiel Herzerkrankungen stellen kein

solches Tabu dar wie die Epilepsie“, kritisiert Dr. in Anastasia Dressler, Klinische

Abteilung für Neonatologie, pädiatrische Intensivmedizin und Neuropädiatrie,

Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, MedUni Wien. „Epilepsie ist in

vielen Fällen besser behandelbar als andere chronische Erkrankungen. Dennoch

fühlen sich aufgrund der Tabuisierung Betroffene häufig gezwungen, ihre

Krankheit nicht zu erwähnen.“

Es sei wünschenswert, die Vorbehalte der Epilepsie und den Betroffenen

gegenüber abzulegen.

Quellen:

Interview Prim. Univ.-Prof. DI Dr. Christoph Baumgartner

Interview Dr. in Anastasia Dressler

„Leben mit Epilepsie. Information für Betroffene und Angehörige“. Österreichische

Gesellschaft für Epileptologie (ÖGfE) 2012

RADIODOKTOR – MEDIZIN UND GESUNDHEIT 23


EPILEPSIE – DIE UNBEKANNTE KRANKHEIT

Wir danken Herrn Prim. Univ.-Prof. DI Dr. Christoph Baumgartner und Dr. in

Anastasia Dressler für ihre Unterstützung bei der Erstellung der

Informationsmappe!

RADIODOKTOR – MEDIZIN UND GESUNDHEIT 24


ANLAUFSTELLEN

ANLAUFSTELLEN

Epilepsie Dachverband Österreich (EDÖ) – inkl. Liste aller Selbsthilfegruppen in

Österreich

Wichtelgasse 55/17-20

A-1170 Wien

Tel.: +43(0)1/4895278

Mobil: +43(0)664/1254788

E-Mail: office@epilepsie.at

Homepage: http://www.epilepsie.at/php/portal.php

Epilepsie & Arbeit – Gemeinnützige Beratung- und Entwicklungs-GmbH

Meldemannstraße 12-14

A-1200 Wien

Tel.: +43(0) 31690 4000-4010

Mobil: +43(0)664/1254788

E-Mail: office@epilepsieundarbeit.at

Homepage: http://www.epilepsieundarbeit.at/

Epilepsie Interessensgemeinschaft Österreich (EIÖ)

Seidenhofstraße 115

A-8020 Graz

Mobil: +43(0)664/1617815

E-Mail: office@epilepsie-ig.at

Homepage: http://www.epilepsie-ig.at/

Elterninitiative für anfallkranke Kinder und Jugendliche – inkl. Liste aller

Selbsthilfegruppen in Österreich

Kaiserebersdorferstraße 79/10/38

A-1110 Wien

Mobil: +43(0)699/10958284

E-Mail: eiak@gmx.at

Homepage: http://www.eiak.tk/

Epilepsie-Monitoring-Units in Österreich

Universitätsklinik für Neurologie

Medizinische Universität Wien

RADIODOKTOR – MEDIZIN UND GESUNDHEIT 25


ANLAUFSTELLEN

Währinger Gürtel 18-20

A-1090 Wien

Tel.: +43/(0)1/40400/3433

Email: epilepsie-neuro@akh-wien.ac.at

Homepage: www.meduniwien.ac.at/neurologie/epz/

Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde

Medizinische Universität Wien

Währinger Gürtel 18-20

A-1090 Wien

Tel.: +43/(0)1/40400/3258

Homepage: www.meduniwien.ac.at/epilepsiemonitoring/

EZR - Epilepsiezentrum Rosenhügel, 2. Neurologische Abteilung

Krankenhaus Hietzing mit Neurologischem Zentrum Rosenhügel

Riedelgasse 5

A-1130 Wien

Tel.: +43/(0)1/88000-257 (Epilepsie-Ambulanz)

Tel.: +43/(0)1/88000-396 (Epilepsie-Monitoring-Unit)

Homepage: www.wienkav.at/kav/khl/medstellen_anzeigen.asp?ID=2965%20

Nervenklink Linz, Neurologische Abteilung

Wagner-Jaureggweg 15

A-4020 Linz

Tel.: +43/(0)5-055462-25735 (Epilepsie-Ambulanz)

Tel.: +43/(0)5-055462-25791 (Epilepsie-Monitoring-Unit)

Universitätsklinik für Neurologie

Paracelsus Medizinische Universität

Christian-Doppler-Klinik

Ignaz-Harrer-Straße 79

A-5020 Salzburg

Tel.: +43/(0)662-4483-56094

E-Mail: epilepsiemonitoring@salk.at

Universitätsklinik für Neurologie

Medizinische Universität Innsbruck

Anichstraße 35

A-6020 Innsbruck

Tel.: +43/(0)512-504-23850

E-Mail: neurology@i-med.ac.at

Homepage: www.i-med.ac.at/neurologie/patienten/station3.html#monitor

Universitätsklinik für Neurologie

RADIODOKTOR – MEDIZIN UND GESUNDHEIT 26


ANLAUFSTELLEN

Medizinische Universität Graz

Epileptologie und Neurophysiologisches Monitoring mit Anfallsambulanz

Auenbruggerplatz 22

A-8036 Graz

Tel.: +43/(0)316-385-13137

Homepage: www.meduni-graz.at/neurologie/anfallsambu.htm

RADIODOKTOR – MEDIZIN UND GESUNDHEIT 27


INFOLINKS

INFOLINKS

„Leben mit Epilepsie“ – Patientenbroschüre der Österreichischen Gesellschaft für

Epileptologie (ÖGfE) – inkl. Liste der zertifizierten Anfallsambulanzen in Österreich

http://www.ogfe.at/publikationen.htm

Österreichische Gesellschaft für Epileptologie (ÖGfE)

http://www.ogfe.at

Deutsche Gesellschaft für Epileptologie

http://www.dgfe.info/home

Internationale Liga gegen Epilepsie

http://www.ilae.org

HandicapKids

http://www.handicapkids.at/

Informationszentrum Epilepsie

www.izepilepsie.de/index.html

Seite für anfallskranke Kinder

http://www.epi-surfer.de/

RADIODOKTOR – MEDIZIN UND GESUNDHEIT 28


BUCHTIPPS

BUCHTIPPS

Günter Krämer

Epilepsie: die Krankheit erkennen, verstehen und gut damit leben

Trias 2013

ISBN-13: 978-3830467168

Günter Krämer, Anja Daniel-Zeipelt

Epilepsie. 100 Fragen, die Sie nie zu stellen wagten

Hippocampus 2010

ISBN-13: 978-3936817683

Helmut Volkers

Das Anfallskind: Antworten auf Elternfragen zu Epilepsien im Kindes- und

Jugendalter

Books on Demand 2006

ISBN-13: 978-3833462238

Christoph Baumgartner

Handbuch der Epilepsien: Klinik, Diagnostik, Therapie und psychosoziale Aspekte

Springer 2001

ISBN-13: 978-3211835753

Günter Krämer, Richard Appleton

Epilepsie – Ein illustriertes Wörterbuch für Kinder und Jugendliche

Hippocampus 2010

ISBN-13: 978-3936817713

RADIODOKTOR – MEDIZIN UND GESUNDHEIT 29


SENDUNGSGÄSTE

SENDUNGSGÄSTE

In der Sendung Radiodoktor – Medizin und Gesundheit vom 16. September 2013

waren zu Gast:

Prim. Univ.-Prof. DI Dr. Christoph Baumgartner

FA für Neurologie und Psychiatrie

Vorstand der 2. Neurologischen Abteilung, Krankenhaus Hietzing mit

Neurologischem Zentrum Rosenhügel

Leiter des Karl Landsteiner Instituts für Klinische Epilepsieforschung und Kognitive

Neurologie

Wolkersbergenstraße 1

A-1130 Wien

Tel.: +43(0)1/88000/251

E-Mail: christoph.baumgartner@wienkav.at

Homepage: http://www.wienkav.at/kav/khr/medstellen_anzeigen.asp?ID=887

Ordination (keine Kassen)

Sommerhaidenweg 57

A-1180 Wien

Tel. +43(0)/1/4096100

Mobil: +43/(0)660-4071420

E-Mail: cs.baumgartner@gmail.com

Dr. in Anastasia Dressler

Klinische Abteilung für Neonatologie, Pädiatrische Intensivmedizin und

Neuropädiatrie,

Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde

Medizinische Universität Wien

Währinger Gürtel 18-20

A-1090 Wien

Tel.: +43/(0)1/40400/5572

E-Mail: anastasia.dressler@meduniwien.ac.at

Homepage: http://www.meduniwien.ac.at/typo3/?id=6545

Martina Hartwig

Betroffene

RADIODOKTOR – MEDIZIN UND GESUNDHEIT 30

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