Schnappschuss 02/2014

RainerHoffmann

Das Magazin von Hoffmann-Photography

Schnappschuss

02/2014

Titelthema

Licht sehen und verstehen

Photoshop & Co. vs. Lightroom

Blumen fotografieren

Bildkritik

HOFFMANN

Photography


Inhalt 02/2014

Vorwort........................................................................................ 3

Titelthema

Licht sehen und verstehen.............................................................. 4

Bilderwelten

Blumen fotografieren.................................................................. 16

Technik und Bildbearbeitung

Photoshop & Co. vs. Lightroom – wo sind die Unterschiede?......... 13

Kolumnen

Nachbelichtet – Leser fragen....................................................... 12

Was stimmt hier nicht? Bildkritik................................................... 15

Abgewatschelt – Louises Welt....................................................... 17

Kurz belichtet.............................................................................. 19

News

Workshops auf der 2. Bremer Fotomesse...................................... 18

Termine...................................................................................... 20

Impressum................................................................................. 21

2 HOFFMANN

Photography


Vorwort

Das Highlight für alle Fotointeressierten in

Bremen und umzu dürfte wohl die 2. Bremer

Fotomesse am 8. und 9. März in der

Stadthalle Bremen... ach nein, in der ÖVB Arena,

sein. Zugegeben, sie ist nicht ganz so groß wie die

Photokina, aber sicherlich die interessanteste Veranstaltung dieser Art im norddeutschen

Raum.

Wir werden an beiden Tagen jeweils vier Workshops zu verschiedenen Themen anbieten.

Mehr dazu auf Seite 18. Falls ähnlich viele Besucher wie im letzten Jahr kommen

sollten, ist es ratsam, sich rechtzeitig für die Workshops anzumelden, da die Teilnehmerzahl

begrenzt ist. Außerdem sollten Sie etwas Wartezeit an den Kassen vor den

Hallen einplanen.

Das Titelthema „Licht sehen und verstehen“ ist diesmal recht umfangreich ausgefallen

und erklärt die wesentlichen Aspekte von natürlichem Licht. Schließlich lebt ja

unser und Ihr Hobby von der wichtigsten Zutat, den kleinen Photonen nämlich, die die

Fotografie erst ermöglichen.

Viel Spaß beim Lesen wünschen

Simone & Rainer Hoffmann

P.S.: Sie dürfen den Link zu diesem Newsletter natürlich gerne an alle Fotointeressierten

weitergeben.

HOFFMANN

Photography

3


Titelthema

Licht sehen

und verstehen

Licht ist die wichtigste Zutat für ein Foto. Ohne Licht können wir nicht fotografieren.

Aber die Lichtmenge bzw. die Helligkeit des Lichts sind für die Fotografie von

untergeordneter Bedeutung. Viel wichtiger sind „Qualität“, Farbe und Richtung

der Beleuchtung.

Lichtqualität

Bei der Lichtqualität unterscheiden wir im

Wesentlichen gerichtetes, hartes Licht und

diffuses, weiches Licht. Zwischen diesen

beiden Extremen sind natürlich viele Mischformen

denkbar.

Hartes Licht wird von einer punktförmigen

Lichtquelle erzeugt. Dies kann z. B. die

Sonne an einem wolkenlosen Tag oder auch

ein Blitzlicht sein.

Es ist gekennzeichnet

durch

eine eindeutige

Lichtrichtung und

sehr ausgeprägte,

scharfkantige

Schatten. In der

Regel führt hartes

Licht auch zu

hohen Kontrasten

im Bild.

Bei Portraits

wird allgemein

von hartem Licht

abgeraten, da es

zu unschönen

Schlagschatten

unter den Augen,

der Nase und

dem Kinn führt, wie in dem Portrait der jungen

Frau gut zu sehen ist. Außerdem bilden

sich auf Nase und Stirn häufig unschöne

Glanzlicher. Kommt das Licht zudem direkt

von vorne, kann es leicht sein, dass die fotografierten

Personen die Augen zukneifen.

Gut geeignet ist hartes Licht aber immer

dann, wenn geometrische Formen und

Strukturen herausgearbeitet werden sollen.

Moderne Architektur ist dafür ein gutes

Beispiel. Die harten Schatten können dabei

sogar zu wesentlichen Bildelementen werden

und die Aussage des Fotos unterstützen.

Man sollte dabei aber beachten, dass die

Schattenpartien nicht zu dominant werden,

da sehr große, dunkle Flächen das Bild „erschlagen“

können.

Auch Schwarz-weiß Fotos können von

direktem Licht profitieren, da sie, anders als

Farbfotos, im wesentlichen von hell-dunkel

Kontrasten leben.

Das große Foto auf der gegenüberliegenden

Seite entstand in einem Ferienresort in

Südfrankreich an einem fast wolkenlosen

Tag. Das direkte Sonnenlicht lässt die weiß

gestrichenen Betonstrukturen geradezu

leuchten und der blaue Himmel wirkt dank

des Einsatzes eines Polarisationsfilters annähernd

schwarz. Dadurch ergibt sich eine fast

4 HOFFMANN

Photography


schon unwirkliche Stimmung, die bei diffusem

Licht so nicht möglich gewesen wäre.

Unterstützt wird die Bildaussage durch die

klaren geometrischen Formen des Gebäudes

und die bewusst eingesetzten stürzenden

Linien.

Weiches Licht wird von einer Flächenleuchte

erzeugt. Das kann ein bedeckter

Himmel oder auch die Lichtwanne an einer

Blitzanlage sein. Da das Licht von einer

großen Fläche gleichmäßig abgegeben wird,

hat es keine bevorzugte Richtung. Es kommt

vielmehr aus vielen unterschiedlichen Richtungen.

Dadurch werden die Schattenpartien

aufgehellt und die Begrenzungen sind

weich und fließend. Weiches Licht führt in

der Regel zu geringeren Motivkontrasten als

hartes Licht.

Generell gilt solch diffuses Licht als ideal

für Portraits, da die harten Schlagschatten

vermieden werden. Die Aufnahme des

jungen Mädchens auf der nächsten Seite

macht den Unterschied zum harten Licht

sehr deutlich. Gleichmäßige Hauttöne ohne

ausgeprägte Glanzlichter führen zu sehr natürlich

wirkenden Portraits und schmeicheln

der fotografierten Person. Für Outdoor-Portaits

bei Sonnenschein reicht es häufig aus,

HOFFMANN

Photography

5


Titelthema

das Modell im Schatten

eines Gebäudes oder

eines großen Baumes

aufzunehmen. Das nebenstehende

Foto ist im

Garten eines Anwesens

mit altem Baumbestand

entstanden. Achten Sie

dabei aber auf Farbverschiebungen

durch das

Laub. Grünstiche im

Gesicht können recht

unschön aussehen.

Diffuses Licht hat

aber noch andere, für

den Fotografen positive, Eigenschaften. Entgegen

der landläufigen Meinung werden Farben

bei bedecktem Himmel intensiver und

kräftiger, vor allem aber viel differenzierter

wiedergegeben als bei direktem Sonnenlicht.

Außerdem stellen die eher geringen Kontraste

unter diesen Lichtbedingungen an den

Sensor der Kamera nicht so hohe Anforderungen.

Die Gefahr ausgefressener Lichter

und abgesoffener Schatten ist also deutlich

geringer als bei hartem, direktem (Sonnen-)

Licht.

6 HOFFMANN

Photography


Das Foto der kostümierten Person beim

Karnval in Venedig ist ein schönes Beispiel

dafür.

Lichtfarbe

Licht ist nicht einfach farblos auch wenn wir

Menschen die Eigenfarbe des Lichts in der

Regel nicht erkennen, da unser Gehirn diese

ausfiltert. Eine Kamera zeichnet jedoch auch

die Lichtfarbe auf. Zwar kann man den sich

daraus ergebenden Farbstich durch einen

geeigneten Weißabgleich korrigieren, doch

nicht selten wird dadurch die Grundstimmung

der Lichtsituation „verwässert“.

Neutrales Licht ohne ausgeprägte Eigenfarbe

(ca. 5.500 K) gibt die Farben realitätsnah

wieder. Es herrscht während des

Großteils des Tages, und auch Blitzlicht ist

farbneutral.

Warmes Licht bezeichnet gelblich-rötliches

Licht (ca. 2.800 K bis 3.800 K). Es

herrscht morgens und abends, kurz nach

Sonnenaufgang bzw. kurz vor Sonnenuntergang.

Auch Glühlampenlicht

fällt in diese Kategorie.

Das Foto des Sattelstorchs

wurde am

späten Nachmittag aufgenommen.

Gut erkennbar

ist die gelbliche Färbung

des Gefieders, das ja

eigentlich weiß ist. Mit

einem anderen Weßabgleich

hätte man den

Farbstich zwar beseitigen

können, die Abendstimmung

wäre dann aber

verloren gegangen.

Man beachte auch den

leichten Blaustich auf

HOFFMANN

Photography

dem der Kamera abgewandten Flügel, der

durch das vom noch blauen Himmel reflektierte

Licht in den Schattenpartien stammt.

Auch das Foto von Simone in einem

Camp in Botswana entfaltet seine Stimmung

vor allem wegen des sehr warmen Lichts der

Petroleumlampe. Ein Weißabgleich auf 2.800

Kelvin hätte diese Stimmung zerstört.

7


Titelthema

Kühles Licht (ca. 6.500 K bis 9.000 K) tritt

auf bei bedecktem Wetter und z. B. im Schatten

großer Gebäude bei blauem Himmel.

Bei der Aufnahme des „Bow Tower“ in

Calgary verstärkt das bläuliche Licht die

moderne Anmutung der Konstruktion aus

Stahl und Glas. Insgesamt ist das Foto fast

monochrom und es hat eine sehr grafische

Wirkung.

Auch hier wäre wieder ein anderer Weißabgleich

möglich gewesen, der jedoch zu

einer ganz anderen Wirkung geführt hätte.

Lichtrichtung

Neben der Qualität und der Farbe ist besonders

auch die Richtung, aus der das Licht

auf das Motiv fällt, für die Wirkung eines

Fotos wichtig. Dabei ist natürlich immer die

Richtung in Bezug auf die Kameraposition

entscheidend.

Frontales Licht führt zu gleichmäßig ausgeleuchteten

Aufnahmen ohne ausgeprägte

Licht- und Schattenwirkung. Die Fotos

wirken wenig dreidimensional sondern eher

flächig. Das Foto des roten Pick-up Trucks

ist ein Beispiel dafür. Obwohl dieser Oldtimer

sehr ausgeprägte Formen hat, werden

diese durch die flache Beleuchtung optisch

unterdrückt.

Bei frontalem Licht gestaltet sich die

Belichtungsmessung einfach, und man kann

sich bei durchschnittlichen Motiven in der

Regel auf die Mehrfeld- bzw. Matrixmessung

verlassen.

Seitenlicht und insbesondere seitliches

Streiflicht erzeugt dagegen optische Tiefe

und Dreidimensionalität. Die fotografierten

Objekte haben deutlich ausgeprägte Lichtund

Schattenkanten, und die Formen werden

dadurch plastisch herausgearbeitet. Dies

ist gut zu sehen bei dem Foto der Tänzerinnen

auf der gegenüberliegenden Seite.

8 HOFFMANN

Photography


Fast immer ist seitliches Licht dem frontalen

Licht vorzuziehen, da es dem an sich

ja flachen, eindimensionalen Foto die häufig

notwendige oder zumindest erwünschte

Tiefe verleiht.

Gegenlicht war in der Anfangszeit der Fotografie

verpöhnt, da die Objektive unvergütet

und daher sehr anfällig für Reflexe waren.

Außerdem konnten die frühen Filme keine

hohen Kontraste verkraften, die bei Gegenlichtaufnahmen

fast zwangsläufig auftreten.

Die Firma Kodak prägte daher den Spruch

„Sonne im Rücken, Knopf drücken“, durch

den Generationen von Fotografen geprägt

wurden.

Dank mehrfach vergüteter Objektive

und digitaler Sensoren, die erstaunliche

Kontrast unterschiede bewältigen, gibt es

aber keinen Grund mehr, auf Gegenlichtaufnahmen

zu verzichten. Allerdings erfordern

diese Fotos eine präzise Belichtung, damit

möglichst keine Lichter- bzw. Schattenzeichnung

verloren geht. Je nach Motiv kann die

Belichtungsmessung daher schwierig werden

(die Spotmessung ist trotz gegenteiliger Meinung

vieler Fotografen leider kein Allheilmittel).

Ein Blick auf das Histogramm klärt

aber sofort, ob die Belichtung passt oder ob

sie in Richtung reichlicher oder knapper

korrigiert werden muss.

HOFFMANN

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9


Titelthema

Das Foto des Elefanten, der eine Zebraherde

vom Wasserloch vertreibt, entstand

kurz vor Sonnenuntergang. Die tief stehende

Sonne lässt den aufgewirbelten Staub wunderbar

aufleuchten und verleiht dem Dickhäuter

einen schönen Lichtkranz. Wegen des

leicht erhöhten Standpunktes ist die Sonne

nicht im Bild.

Die Landschaftsaufnahme

unten links

wurde kurz nach

Sonnenaufgang aufgenommen.

Da die

Sonne im Bild ist, ist

der Kontrastumfang

der Szene sehr groß.

Damit der Felsblock

im Vordergrund noch

genügend Durchzeichnung

aufweist,

war eine präzise Belichtung

erforderlich.

Dennoch musste der

Vordergrund in der

Nachbearbeitung noch

deutlich aufgehellt

werden. Das geht natürlich

nur, wenn die

Aufnahme so belich-

10 HOFFMANN

Photography


tet wurde, dass keine großen „abgesoffenen“

Schattenpartien im Bild sind.

Unterlicht kommt in der Natur nur kurz

nach Sonnenuntergang bzw. kurz vor Sonnenaufgang

vor. Dann kann es allerdings zu

sehr spektakulären Landschaftsfotos führen,

da dann, entsprechende Wetterverhältnisse

vorausgesetzt, die Wolken von der gerade

untergegangenen Sonne von unten beleuchtet

werden. Das große Bild unten wurde am

Loch Leane in Irland aufgenommen.

Bei solchen Landschaftsaufnahmen muss

es ausnahmsweise recht schnell gehen, da

diese Lichtsituationen in der Regel nur wenige

Minuten, wenn überhaupt, andauern.

Wegen der einbrechenden Dunkelheit ist

natürlich auch ein solides Stativ unbedingt

notwendig.

HOFFMANN

Photography

11


Kolumne

Nachbelichtet Leser fragen

Ich habe gehört, dass JPG-Dateien bei jeder Speicherung Qualität verlieren. Stimmt dass

wirklich? Und passiert das auch, wenn ich die Dateien in ein anderes Verzeichnis kopiere

oder verschiebe?

Karl R.

Die zweite Frage lässt sich einfach beantworten:

Beim Kopieren oder Verschieben

einer JPG-Datei von einem Ordner in einen

anderen oder beim Kopieren auf eine andere

Festplatte (im Windows Explorer oder im

Finder des Mac) bleibt die Originalqualität

immer erhalten. Die Dateien werden einfach

nur Bit für Bit an einen anderen Speicherort

kopiert.

Original

speichert und schließt man die Datei mehrfach,

verschlechtert sich die Qualität immer

weiter. Schlimmstenfalls wird das Foto

unbrauchbar.

Die Abbildung zeigt einen stark vergrößerten

Ausschnitt des Originals (links)

und die einmal als JPG in geringer Qualität

gespeicherte Datei. Die JPG-Artefakte sind

deutlich erkennbar.

JPG geringe

Qualität

Öffnet man eine JPG-Datei allerdings

in einem Bildbearbeitungsprogramm und

speichert sie nach der Bearbeitung, dann

durchläuft das Bild den verlustbehafteten

Komprimierungsprozess. Dabei geht dann

tatsächlich Qualität verloren. Sobald man

die Datei geschlossen hat, ist der Qualitätsverlust

nicht mehr zu verhindern. Öffnet,

Wichtiger Hinweis: Solange die Datei

geöffnet ist (sich also im Arbeitsspeicher des

Rechners befindet) ergibt sich noch keine

Qualitätsverschlechterung. Trotzdem empfehlen

wir, JPG-Dateien vor der Bearbeitung

in ein verlustfreies Dateiformat, vorzugsweise

TIFF, zu konvertieren. Dann ist man auf

der sicheren Seite.

12 HOFFMANN

Photography


Technik und Bildbearbeitung

Photoshop & Co vs. Lightroom –

wo sind die Unterschiede?

In unseren Bildbearbeitungskursen kommt regelmäßig die Frage auf, wie sich Photoshop

und andere Bildbearbeitungsprogramme von Lightroom unterscheiden.

Deshalb hier eine kurze Zusammenfassung der Unterschiede und Gemeinsamkeiten

dieser Werkzeuge für Fotografen.

Bildbearbeitung

„Klassische“ Bildbearbeitungsprogramme

wie Photoshop, Photoshop Elements, Corel

Photo Paint, Gimp und viele andere arbeiten

üblicherweise Pixelbasiert. Ein Foto muss

geöffnet und nach der Bearbeitung gespeichert

und geschlossen werden. Die Bearbeitungen

und Veränderungen, die man am

Bild gemacht hat, werden sozusagen „hart“

in das Bild eingerechnet. Letztlich werden

die Farben und Helligkeiten der Pixel gegenüber

der ursprünglichen Datei verändert.

Dies geschieht in der Regel nicht „zerstörungsfrei“,

d. h. in vielen Fällen lässt sich der

Urzustand des Bildes nach einer Bearbeitung

nicht mehr wiederherstellen.

Lightroom (und andere Programme wie

Capture One oder Aperture) arbeiten dagegen

parametrisch. Das Ausgangsbild bleibt

dabei unangetastet. Alle Bearbeitungsschritte

werden in Form von Parametern, also

Zahlenwerten, in eine zum Foto gehörende

Textdatei (.xmp) oder in eine sogenannte

Katalogdatei geschrieben. Diese Parameter

werden bei Bedarf ausgelesen und zur Anzeige

auf dem Monitor, für den Druck und

für den Export in ein anderes Dateiformat

benutzt. Die Dateien müssen einmal in

Lightroom importiert werden, damit sie für

HOFFMANN

Photography

die Bearbeitung zur Verfügung stehen. Da

alle Änderungsschritte automatisch in die

Katalogdatei geschrieben werden, kann und

muss man die Dateien nicht speichern.

Die parametrische Bearbeitung unterliegt

einigen Einschränkungen, da nicht alles, was

in der klassischen Bildbearbeitung möglich

ist, in Form von simplen Zahlen in einer

Textdatei abgelegt werden kann. Namentlich

sind das aufwendige Retuschearbeiten

oder Montagen, die auf der Anwendung von

Ebenen basieren. Auch das Zusammensetzen

mehrerer Bilder zu einem Panorama oder

einem HDR-Foto geht nicht. Die partielle

Bearbeitung eines Fotos ist meist nur sehr

13


Technik und Bildbearbeitung

eingeschränkt möglich. In diesen Fällen ist

zusätzlich zu Lightroom noch ein „normales“

Bildbearbeitungsprogramm erforderlich.

Bildverwaltung

Photoshop und Co. sind nur sehr bedingt

für die Verwaltung der Bilddateien auf dem

Computer geeignet. In der Regel benötigt

man ein zusätzliches Programm („Bridge“

bei Photoshop, „Organizer“ bei Elements)

um seine Bilder zu verschlagworten und auf

der Festplatte zu organisieren. Bei der Suche

nach Fotos (über Schlagworte) durchforsten

diese Hilfsprogramme dann die Ordnerstruktur

des Rechners. Das ist wenig effektiv

und kann im Einzelfall recht lange dauern.

Eine der Stärken von Lightroom ist dagegen

gerade die sehr effiziente Bildverwaltung.

Da alle zu einem Foto gehörenden Daten,

auch die Schlagwörter, in der Katalogdatei

abgelegt sind, muss nicht mehr die Ordnerstruktur

des Rechners durchsucht werden.

Stattdessen werden die entsprechenden Einträge

in der Katalogdatei ausfindig gemacht

und angezeigt. Das geht um Größenordnungen

schneller als der Zugriff auf die Ordnerstruktur

des Rechners.

Außerdem kann man von Lightroom

aus nicht nur Ordner einrichten, verschieben

und löschen, sondern auch sogenannte

Sammlungen erstellen. In Sammlungen kann

man Fotos zusammenführen, die man temporär

(oder auch dauerhaft) für einen bestimmten

Zweck, etwa die Anfertigung eines

Fotobuchs, nutzen möchte. Dabei existieren

die Bilder in der Sammlung nur als Verweis

auf die Originaldatei. Die Fotos müssen also

nicht dupliziert werden.

Ein weiterer Vorteil sind die sogenannten

virtuellen Kopien, mit denen man beliebig

viele „Bearbeitungen“ eines Fotos anfertigen

kann, ohne das die Datei mehrfach physikalisch

auf der Festplatte gespeichert werden

muss.

Rohdatenbearbeitung

Da Rohdaten grundsätzlich zerstörungsfrei

bearbeitet werden, können die üblichen

Bildbearbeitungsprogramme damit nicht

umgehen. Sie benötigen für die Bearbeitung

von Rohdaten einen sogenannten Rohdatenkonverter,

der aber normalerweise zum

Lieferumfang des Programms gehört. Dieser

Konverter arbeitet dann ebenfalls parametrisch

und speichert Änderungen immer nur

in einer zusätzlichen Textdatei, üblicherweise

mit der Endung .xmp.

Lightroom macht grundsätzlich keinen

Unterschied zwischen Rohdaten und anderen

Dateiformaten (allerdings kann man in

Lightroom außer RAW-Dateien nur noch

JPG, TIFF und PSD Dateien importieren).

Die Bildbearbeitungsfunktionen von

Lightroom sind identisch mit den Funktionen

des Photoshop Rohdatenkonverters

(gleiche Versionsnummern vorausgesetzt).

Fazit

Mit Lightroom hat man ein sehr effizientes

Werkzeug zur technischen Optimierung

seiner (RAW-) Fotos sowie zur Verwaltung

großer Dateimengen zur Verfügung. Dabei

sind alle Werkzeuge unter einer Oberfläche

zusammengefasst, und man muss nicht stän-

14 HOFFMANN

Photography


Kolumne

dig zwischen mehreren Programmen hin

und her wechseln.

Allerdings sind die Bearbeitungsmöglichkeiten

durch die parametrische Arbeitsweise

eingeschränkt. Wer größere Retuschearbeiten,

Composings, Panoramen oder HDR-Fotos

machen möchte, benötigt zusätzlich ein

klassisches Bildbearbeitungsprogramm.

Wir arbeiten derzeit zu etwa 70% mit

Lightroom und zu 30% mit Photoshop.

In eigener Sache:

Wenn Sie lesen wollen, was wir auf Facebook

oder Twitter so zu sagen haben,

dann müssen Sie dort nicht angemeldet

sein! Einfach die Buttons anklicken (hier

oder auf unserer Website) und schon

sind Sie dabei. Nur

„liken“ können Sie

dann nicht...

Was stimmt hier nicht? Bildkritik

HOFFMANN

Photography

Landschaftsfotos erfordern meistens durchgängige

Schärfe von vorne bis hinten. Unscharfe

Vordergründe, wie im Bild links, entsprechen

nicht unserer Wahrnehmung der Wirklichkeit

und hinterlassen beim Betrachter ein ungutes

Gefühl. Insbesondere dann, wenn bildwichtige

Elemente, wie hier die Steine, nicht ausreichend

scharf sind.

Die Lösung dieses Problems liegt in der richtigen

Wahl der Blende und einer präzisen Entfernungseinstellung.

Bei Aufnahmen wie der oben gezeigten benötigt

man in der Regel mindestens Blende 16,

häufig sogar 22 oder 32. Auch bei guten Lichtverhältnissen

kommen die Belichtungszeiten

dann schnell in den Verwacklungsbereich. Ein

Stativ ist daher wichitg.

Bei der Fokussierung ist zu beachten, dass die

Schärfenebene für maximale Schärfentiefe bei

gegebener Blende, insbesondere bei Weitwwinkelobjektiven,

sehr nah an der Kamera liegt (sogenannte

Hyperfokale Distanz). Im Bild rechts

wurde manuell auf den zweiten Stein von vorne

scharfgestellt.

15


Bilderwelten

Blumen

fotografieren

In Fotografieforen wird die Blumenfotografie nicht selten belächelt. Da ist dann

schon mal abfällig von „Plümchenfotos“ die Rede. Aber alle großen Fotografen haben

Blumen fotografiert. Sogar Mapplethorpe! Also lassen Sie sich nicht von selbsternannten

Foto-Experten und Möchtegern-Künstlern davon abhalten.

Natürliche Schönheit

Blumen haben im Laufe der Evolution eine

unglaubliche Vielfalt an Blütenformen und

Farben hervorgebracht. Die Auswahl an

„Modellen“ für Ihre Blumenfotos ist also

unerschöpflich.

Zeit fallen ja keine Kosten für Filmmaterial

mehr an (aber seien Sie kritisch und löschen

Sie die Fehlversuche...). Gehen Sie z. B. ganz

nah heran. Nicht immer muss man die ganze

Blume zeigen, im Gegenteil. Probieren Sie

verschiedene Bildausschnitte aus getreu

Blumenfotos benötigen Ruhe

Erkunden Sie die Objekte Ihrer Fotos in

aller Ruhe und überlegen Sie sich, welche

Eigenschaften der Blüte(n), Knospe(n) oder

Blätter Sie besonders

herausstellen

möchten. Sind es

eher die Farben

oder eher die

Strukturen und

Oberflächen? Aus

welcher Perspektive

(von der Seite,

von oben, von unten)

ergeben sich

besonders interessante

Ansichten?

Experimentieren

Sie nach

Herzenslust, denn

in der digitalen

16 HOFFMANN

Photography


Kolumne

dem Motto „weniger ist mehr“. Machen Sie

Mehrfachbelichtungen, nutzen Sie Filter

oder hauchen Sie das Objektiv an, um einen

Weichzeichnereffekt zu erzielen.

Und vergessen Sie auch die Nachbearbeitung

nicht. Die rein sachliche Abbildung einer

Blume ist zwar schön, aber warum sollten Sie

Ihren kreativen Ideen nicht freien Lauf lassen?

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Abgewatschelt

Louises Welt

Facebook & Co.

Simone und Rainer sind ja in mancher

Hinsicht echte Spätzünder. Seit

Jahren, ach was sage ich da, seit Dekaden,

rede ich mir den Schnabel

fusselig, dass wir endlich auch in den

„Social Media“ aktiv sein müssen.

Aber was machen die beiden? Lassen

Jaaahre ins Land gehen, ohne das etwas

passiert.

Ende 2013 haben sie dann endlich

die Kurve gekriegt und einen

Account bei Facebook und sogar bei Twitter eingerichtet. Na,

Twitter ist ja wohl auch das Mindeste, oder? Ich meine, schauen

Sie sich bloß mal das Twitter Logo an:

Merken Sie was? Genau!

Auf jeden Fall ist das ja eine ganz neue Welt für die beiden.

So mit „followen“ und „tweeten“ und „liken“ und was es sonst

noch so alles gibt. Der Einstieg war denn auch gar nicht so einfach.

Mehr als einmal mussten die Neffen Hilfestellung bei einigen

elementaren Problemen leisten. Dabei ging doch gerade

die Nachricht durch die Presse, dass die jungen Leute von Facebook

abwandern und dafür die – ähm – nicht mehr ganz so

jungen sich anmelden. Das junge Gemüse ist ja wohl geschlossen

zu „whatsapp“ gegangen, das ja jetzt auch Herrn Zuckerberg

gehört... Aber was soll‘s, Simone und Rainer sind es ja gewohnt,

den Trends immer ein wenig hinterher zu hinken (ich sage nur

„Smartphone“). Und da sie ja selbst nicht mehr ganz so jung

sind, passt es ja denn auch wieder.

Nun müssen die Twitter tweets und die Facebook status

(plural mit langem „u“, ja, da lernt man gleich auch noch ein

bisschen Deutsch – oder war das Latein?) nur noch mit Inhalten

gefüllt werden. Aus der Welt der Fotografie sollen diese Inhalte

natürlich sein. Also keine Sorge, Simone und Rainer werden Sie

nicht mit jeder Belanglosigkeit aus dem Leben von Stockfotografen

langweilen.

Tja, heute Twitter und morgen? Wo soll das nur hinführen?

Irgendwann sind wir dann auch noch bei Pinterest und Youtube.

Kaum auszudenken.

Ihre Louise von Tharau

HOFFMANN

Photography

17


News

Workshops auf der

2. Bremer Fotomesse

Am 8. und 9. März 2014 findet im Rahmen der Messe „Rad & Outdoor“ zum zweiten

Mal die Bremer Fotomesse statt. Neben vielen namhaften Austellern aus verschiedenen

Bereichen der Fotografie mit speziellen Messepreisen sind wir mit vier

Workshops vertreten.

WOW Fotos leicht gemacht

Was macht ein Foto zu einem Bild mit dem

„Wow-Faktor“? Dieser Workshop richtet sich

an alle Fotointeressierten, die ihre Fotos mit

ein paar einfachen Tricks zu echten Hinguckern

machen wollen.

Objektive kreativ und ihren Möglichkeiten

entsprechend eingesetzt werden. Auch der

Einsatz von Spezialobjektiven wird kurz

angerissen.

Blitzen kreativ

Die meisten (Hobby-) Fotografen benutzen

ihr Kompaktblitzgerät nur zum „hell machen“

bei Familienfeiern oder wenn einfach

das Licht für Aufnahmen aus der Hand nicht

Zeitplan 8. März 2014

11:00 WOW-Fotos leicht gemacht

12:30 Kleine Objektivkunde

15:00 Blitzen kreativ

16:30 Rohdaten Ausgebucht!

Oft sind es nur ein paar Kleinigkeiten, die

aus einem durchschnittlichen Foto ein sehenswertes

Bild machen. Sie werden sehen!

Kleine Objektivkunde

Keine Angst, bei diesem Vortrag geht es

nicht um MTF-Kurven oder Schärfe und

Auflösung. Statt dessen werden die Fragen

behandelt, welche Brennweiten für welche

Zwecke sinnvoll sind und wie verschiedene

Zeitplan 9. März 2014

11:00 WOW-Fotos leicht gemacht

12:30 Kleine Objektivkunde

15:00 Blitzen kreativ

16:30 Rohdaten richtig belichten

Informationen und Buchung hier:

Zur Anmeldung

Bitte seien Sie 10 Minuten vor Beginn

der Veranstaltung am Seminarraum

18 HOFFMANN

Photography


Kolumne

mehr ausreicht. Das ist schade, denn der

Blitz entfaltet sein ganzes Potential erst dann,

wenn man ihn kreativ einsetzt. Zum Beispiel

kann man Filterfolien benutzen oder den

Kurz belichtet

Formationstänzerin

Das Portrait einer Formationstänzerin wurde während des

laufenden Turniers aufgenommen. Die Pose ist also Teil der

Choreografie. Das Licht ist eine Mischung aus Tageslicht und

Leuchtstoffröhrenlicht. Der Weißabgleich ist in solchen Situationen

nicht ganz einfach. Da die Aufnahme im RAW-Format

vorliegt, konnte der Weißabgleich aber ganz bequem in der

Nachbearbeitung erfolgen.

Blitz mit langen Belichtungszeiten kombinieren.

Wenn Sie Anregungen für kreatives

Blitzen suchen, sind Sie in diesem Workschop

richtig.

Rohdaten richtig belichten

Wer seine Aufnahmen im RAW-Format

macht, möchte die beste technische Qualität

erzielen. Voraussetzung dafür ist jedoch eine

präzise Belichtung. Nur wenn man die ganze

Bandbreite der Helligkeitswerte des Motivs

bei der Aufnahme „eingefangen“ hat, stehen

in der Nachbearbeitung alle Möglichkeiten

offen.

Wie man zu präzise belichteten Bildern

kommt und was dabei zu beachten ist, wird

in diesem Workshop ausführlich dargestellt

und theoretisch untermauert.

HOFFMANN

Photography

Wrangler, Mariposa, California, USA

Im Gegensatz zu dem Foto der Täzerin ist diese Situation vom

Fotografen inszeniert worden. Der Wrangler wurde so auf einem

Erdwall positioniert, dass die untergehende Sonne genau

hinter ihm stand.

Die Belichtung muss in solch einer Situation nicht sonderlich

genau erfolgen, da der Kontrastumfang des Motivs nur eine

Scherenschnittartige Wiedergabe des Vordergrunds erlaubt.

19


Termine

Veranstaltungen

8. und 9. März 2014

2. Bremer Fotomesse

mit vielen großen Anbietern aus der Branche,

Check & Clean (leider nur Canon) sowie umfangreichem

Workshop-Programm

Fotokurse

Tel.: 0421 / 323889

Kurse bei Foto-Bischoff, HB

15. März 2014

Objektiv kreativ

Der kreative Einsatz verschiedener Objektive

4 Info & Anmeldung

06. September 2014

Basiswissen Fotografie I

Grundlagen der Fotografie leicht gemacht!

4 Info & Anmeldung

01. November 2014

Basiswissen Fotografie I

Grundlagen der Fotografie leicht gemacht!

4 Info & Anmeldung

22. November 2014

Wenn es Nacht wird...

Fotografieren in der Dämmerung und bei Nacht

4 Info & Anmeldung

fototrainer

Online-Kurse

11. Juni 2014 (jeweils Beginn)

Landschaftsfotografie intensiv (6 Wochen)

Alle Facetten der Landschaftsfotografie

4 Info & Anmeldung

Reisefotografie intensiv (6 Wochen)

Aus Urlaubsbildern werden Reisefotos

4 Info & Anmeldung

4

you

12. April 2014

Basiswissen Fotografie I

Grundlagen der Fotografie leicht gemacht!

8 Warteliste

24. Mai 2014

Grundkurs Blitzfotografie

Blitzen mit dem Kompakt-Blitzgerät

4 Info & Anmeldung

12. Juli 2014

Basiswissen Fotografie I

Grundlagen der Fotografie leicht gemacht!

4 Info & Anmeldung

Grundlagen der Bildgestaltung (6 Wochen)

„Goldener Schnitt“ und mehr

4 Info & Anmeldung

Die Welt der Farben (4 Wochen)

Farben als Gestaltungsmittel

4 Info & Anmeldung

20 HOFFMANN

Photography


Impressum

Digitale Bildbearbeitung

Kurse bei der

VHS Bremen

Die Anmeldung für diese Kurse erfolgt bei der

VHS Bremen, entweder Online vhs-bremen.de

oder telefonisch unter 0421 / 361-12345

Bitte Kursnummer angeben!

Fotokurse

16. März 2014

Basiswissen Fotografie Kurs-Nr. 71-212

Grundlagen der Fotografie

8 Warteliste

14. Juni 2014 (Beginn)

Elemente der Bildgestaltung Kurs-Nr. 71-306

Jenseits des „Goldenen Schnitts“

8 Warteliste

14. Juni 2014 (Beginn)

Von Affe bis Zebra Kurs-Nr. 71-142

Fotografieren im Zoo (Hagenbeck)

8 Warteliste

29. Juni 2014 (Beginn)

Farben machen Fotos Kurs-Nr. 71-307

Farben als Gestaltungsmittel

4 Info

Vorankündigung

Im Herbst 2014 werden wieder alle 7 Module

der Kursreihe „Digitale Bildbearbeitung“

angeboten. Termine folgen.

Bildungsurlaub

10. –14. November 2014

Bildungsurlaub „Digitale Bildbearbeitung“

Kurs-Nr. 71-803

4 Info

Impressum

Herausgeber:

Rainer und Simone Hoffmann

Mühlenkamp 25

28857 Syke

Tel.: 04240 / 698

Verantwortlich für den Inhalt: Rainer Hoffmann

Redaktion:

Rainer Hoffmann

Tel.: 04240 / 698

E-Mail: rainer@hoffmann-photography.com

29. Juni 2014 (Beginn)

Vom Urlaubsbild zum Reisefoto K-Nr. 71-180

Einführung in die Reisefotografie

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