Kompass Ausgabe 5 / Advent-Weihnachten, November ... - Aktuelles

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Kompass Ausgabe 5 / Advent-Weihnachten, November ... - Aktuelles

Liebe Pfarrgemeinde!

„Welch Geheimnis ist ein Kind!

Gott ist selbst ein Kind gewesen.

Weil wir Gottes Kinder sind,

kam ein Kind, uns zu erlösen.

Wer dies einmal je empfunden,

ist den Kindern durch das

Jesuskind verbunden“.

Mit diesen Worten von Clemens Brentano

dürfen wir uns im Geist aufmachen nach

Bethlehem, jenem Ort der Menschwerdung

Gottes. Das Titelbild dieser Ausgabe entstand

in der Geburtskirche in Bethlehem.

Und wenn wir uns aufmachen und nach

Bethlehem gehen, dann machen wir uns

auf zum Kind. Jedes Kind dieser Erde ist

ein Symbol für die Menschwerdung unseres

Gottes, dafür dass Gott zur Welt kommt

– im wahrsten Sinn des Wortes.

Dieses Kind bringt aber auch Verpflichtung.

Und da müssen wir einfach zugeben, dass

Kinder hier in Deutschland nicht „hoch im

Kurs“ stehen. Ich denke an die Geburtenrate

und die ständig zurückgehende Zahl der

Kinder auch hier in Pfaffenhofen, ich denke

an den „Wirtschaftsfaktor“ Kind, ich denke

auch an die zunehmende Problematik in

der Kinder- und Jugendpädagogik, wie ich

es im Jugendhilfeausschuss des Landkreises

miterlebe und stelle mir auch selbst oft

die Frage: Was können wir denn tun, um

dem Zeichen des Kindes von Weihnachten

richtig zu begegnen?

Denn: Jesus wird später selbst ein Kind

in die Mitte stellen. Er tut es, als sich die

Jünger darum streiten, wer von ihnen der

Größte ist. „Wer so klein sein kann wie dieses

Kind, ist im Himmelreich der Größte.“

(Mt 18,14).

Klein sein wie ein Kind. Gott selbst ist klein

geworden als Kind. Er der Höchste wurde

der Kleinste. Wir aber wollen groß sein und

uns behaupten, die anderen übertrumpfen

und überragen. Diese Großmannssucht,

dieser Selbstbehauptungswille ist der falsche

Weg.

„Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder

werdet“, sagt der Herr, „könnt ihr nicht in

das Reich Gottes kommen“ (Mt 18,3).

Weihnachten lädt uns ein, dem Kind zu begegnen.

Mit all unseren Erinnerungen an

unsere eigene Kindheit. Wie wir uns freuen

konnten, staunen konnten, gespannt warteten,

um am Heiligen Abend einzutreten in

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eine verzauberte Welt. Nur wenn ihr so wieder

werdet – mit diesem offenen, vertrauenden,

begeisterungsfähigen Herz der Kinder

- werdet ihr in das Reich Gottes eintreten.

Geben wir dem Kind Raum in uns. Und geben

wir auch den Kindern Raum in unserem

Leben. Jedes neue Menschenkind ist

ein neues Wunder. Und wenn wir in leuchtende

Kinderaugen schauen, dann wissen

wir, wie die Welt in Ordnung kommen kann

und wir wissen wieder, wie Gott den Menschen

eigentlich gedacht hat.

Und deshalb ist es eine Quelle der Freude

und der Hoffnung, wenn wir Kindern Platz

geben in unserem Leben – ob es die eigenen

sind oder andere.

Und haben wir besonders ein Herz für solche

Kinder, die in ähnlicher Armut leben,

wie sie einst der Sohn Gottes bei seiner

Geburt in Bethlehem erfahren hat.

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen und

Euch Allen eine gesegnete und erfüllte

Weihnacht.

Gedanken in eigener Sache …

Liebe Pfarrgemeinde! Auf diesem Weg will

ich Sie Alle darüber informieren, dass ich

seit Ende Oktober Dialysepatient bin und

im Augenblick dreimal pro Woche an der

Maschine hänge. Im November habe ich in

Ingolstadt eine Schulung mitgemacht, um

die sogenannte Heimdialyse durchführen

zu können. Diese Art der Dialyse vor allem

in der Nacht ermöglicht es mir hoffentlich

auch weiterhin, meine Aufgaben hier in der

Pfarrei recht und vollends zu erfüllen. Für

alle Angelegenheiten, die im Augenblick

nicht möglich waren und sind, bitte ich um

Verständnis und Entschuldigung.

Ich habe nicht vor, so einfach aufzugeben

und habe im Ordinariat um personelle Verstärkung

gebeten. Sehr wohl ist mir aber

auch bewusst, dass ein ständig kranker

und eingeschränkter Pfarrer für eine Pfarrei

auch eine Zumutung werden kann. Davor

braucht niemand Sorge zu haben.

In der Hoffnung, noch lange mit Ihnen und

Euch hier leben zu können

Euer Frank Faulahber

Advent / Weihnachten

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