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Das Programmheft zum Download (PDF) - Arsenal

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januar februar märz april mai juni juli august september oktober november 13 dezember<br />

arsenal<br />

institut für film und videokunst e.V.


2 november 13 inhalt<br />

The Space Between Us > 15<br />

Filmspotting –<br />

Die DEFA-Stiftung<br />

präsentiert > 22<br />

Spekulantenwahn > 23<br />

Wie Film Geschichte<br />

anders schreibt<br />

Frieda Grafe – 30 Filme (3) > 4<br />

Magical History Tour –<br />

Zäsuren der<br />

Filmgeschichte (2) > 17<br />

Buchpräsentation:<br />

Filmischer Realismus > 23<br />

UdK-Seminar:<br />

plansequenz/performative/<br />

tableau vivant > 24<br />

Visionary Archive –<br />

Recherchen <strong>zum</strong> translokalen<br />

afrikanischen Kino > 19<br />

Elio Petri – Aufzeichnungen<br />

eines Unbequemen > 6<br />

Film- und Vortragsreihe:<br />

Filmästhetische<br />

Forschung (1) > 11<br />

VISIONARY ARCHIVE –<br />

Recherchen <strong>zum</strong> translokalen<br />

afrikanischen Kino > 19<br />

Living Archive<br />

November 1973:<br />

<strong>Das</strong> erste internationale<br />

Frauenfilm-Seminar > 20<br />

Kinotournee Deutscher<br />

Kurzfilmpreis 2013 > 24<br />

FilmDokument:<br />

Die Sorben im DDR-Film > 25<br />

Filmmakers’ Choice > 25<br />

AFRIKAMERA präsentiert:<br />

REIMAGING_AFRICA 2013 > 12<br />

Vaginal Davis präsentiert<br />

Rising Stars, Falling Stars –<br />

We Must Have Music! > 21<br />

DAAD-Stipendiat<br />

Felipe Bragança > 22<br />

UdK-Seminar:<br />

Grenzen des Kapitalismus > 26


editorial november 13 3<br />

Filmkritik im Fokus > 26<br />

Claude Lanzmann: LE DERNIER<br />

DES INJUSTES > 27<br />

Film und Podiumsdiskussion:<br />

EKSMISJA > 27<br />

Buchpräsentation:<br />

Ton. Texte zur Akustik<br />

im Dokumentarfilm > 28<br />

DAAD-Stipendiat<br />

João Viana > 28<br />

50 Jahre Literarisches<br />

Colloquium Berlin > 29<br />

Klassiker<br />

nicht nur für Kinder > 29<br />

Neu im Verleih > 30<br />

Die Basis des Make-Up<br />

(Nr. 554) > 37<br />

Einer der Großen des italienischen Kinos der 60er und 70er<br />

Jahre ist der Regisseur, Drehbuchautor und Kritiker Elio<br />

Petri (1929–1982). Seine Filme verbinden scharfe politische<br />

Analysen mit Formen des Genre-Kinos in einer Wucht und<br />

Direktheit, die auch heute noch überrascht. Wir freuen uns,<br />

anlässlich der Veröffentlichung einer Auswahl seiner Texte<br />

eine Retrospektive präsentieren zu können und laden Sie<br />

herzlich ein, mit uns die längst überfällige (Neu-)Entdeckung<br />

seines Werks zu unternehmen.<br />

Claude Lanzmann ist dem <strong>Arsenal</strong> seit langem verbunden.<br />

Seit das Forum der Berlinale 1986 seinen epochalen Film<br />

Shoah uraufführte – eines der wichtigsten Ereignisse in der<br />

Geschichte der Berlinale – ist er viele Male wieder nach<br />

Berlin gekommen, um mit uns über seine Filme zu diskutieren.<br />

Seinen neuesten Film, LE DERNIER DES INJUSTES,<br />

zeigen wir am 24. November in Anwesenheit von Claude<br />

Lanzmann in Kooperation mit der Deutschen Kinemathek<br />

und den Internationalen Filmfestspielen Berlin.<br />

Weit in die Vergangenheit blickt auch eine andere Veranstaltung:<br />

Zum 40. Jubiläum des 1. Internationalen Frauenfilmseminars,<br />

das 1973 im alten <strong>Arsenal</strong> in Schöneberg<br />

stattfand, zeigen wir an einem langen Sonntag viele der<br />

Filme von damals und sprechen mit den beiden Initiatorinnen<br />

Claudia von Alemann und Helke Sander.<br />

Director, screenwriter and critic Elio Petri (1929–1982) is<br />

one of the Italian cinema greats of the 60s and 70s. His films<br />

link incisive political analyses to genre film forms with a<br />

vehemence and directness that is still surprising today. We<br />

are happy to be able to present a retrospective of his work<br />

to coincide with the publication of a selection of his texts<br />

and would like to invite you to join us in the long overdue<br />

(re-)discovery of his oeuvre.<br />

Ihr <strong>Arsenal</strong>-Team<br />

Impressum > 39


4 november 13 wie film geschichte anders schreibt: frieda grafe – 30 filme (3)<br />

NEWS FROM HOME<br />

(Chantal Akerman, F/B/BRD 1976)<br />

ANATOMIE D’UN RAPPORT<br />

(Anatomie einer Beziehung, Luc Moullet & Antonietta<br />

Pizzorno, Frankreich 1976)<br />

Wie Film Geschichte anders schreibt<br />

Frieda Grafe – 30 Filme (3)<br />

Der dritte und letzte Teil der Retrospektive der<br />

30 Lieblingsfilme Frieda Grafes begann Ende<br />

Oktober und wird vom 1.–3. November fortgesetzt.<br />

Der erste Abend bringt Jean Renoir und<br />

Chantal Akerman zusammen und konfrontiert<br />

zwei Spielarten des Autorenfilms. Am zweiten<br />

Abend trifft Sternberg auf Rossellini, jeweils mit<br />

einem Film aus den frühen 50er Jahren. Zwei<br />

soziale Mikrokosmen verdichten sich an Orten,<br />

die aus der Geschichte gefallen sind, ein vernebelter<br />

Vulkan im Süden Italiens, eine vergessene<br />

Insel im Pazifischen Ozean, Orte, die zu zwei<br />

Ländern gehören, die wenige Jahre zuvor noch<br />

eine faschistische Achsenmacht gebildet haben.<br />

Am finalen Abend dann trifft die beklemmende<br />

Beziehungsanatomie Moullets auf die befreienden<br />

Farben von Hawks, der „nicht das geringste<br />

Bemühen um Realismus“ aufweist.<br />

BOUDU SAUVE DES EAUX (Boudu – Aus den Wassern<br />

gerettet, Jean Renoir, Frankreich 1932, Einführung:<br />

Florian Schneider | 1.11.) „Die Nouvelle-<br />

Vague-Regisseure filmten das Paris der späten<br />

Fünfziger und Sechziger wie Renoir das der<br />

Dreißiger in BOUDU SAUVE DES EAUX “, schreibt<br />

Frieda Grafe. Die Komödie ist der erste Film, mit<br />

dem sich Renoir endgültig verabschiedete vom<br />

Ruf, lediglich der Sohn seines Vaters zu sein.<br />

NEWS FROM HOME (Chantal Akerman, F/B/BRD<br />

1976, Einführung: Kathrin Rothemund | 1.11.)<br />

Frieda Grafe fragte sich, ob der Essayfilm der Autorenfilm<br />

des Dokumentargenres sei. „Heißt das,<br />

auch Essayfilme sind letzte Gefechte? Oder aber<br />

waren sie vielleicht von Anfang an Filmkritik? Mit<br />

kinospezifischen Mitteln.“ Dieser Film ist eine<br />

essayistische Idee Akermans vom Leben in New<br />

York und der Fernbeziehung zu ihrer Mutter.<br />

THE SAGA OF ANATAHAN (Josef von Sternberg,<br />

Japan 1953, Einführung: Ute Holl | 2.11.) Frieda<br />

Grafe: „In ANATAHAN hat Sternberg die Verachtung<br />

der Sprache auf die Spitze getrieben. (…) Nur<br />

ein verbindender Text, von Sternberg selbst gesprochen,<br />

kommentiert auf Englisch die Vorgänge<br />

auf der Leinwand.“ Der Film, der Ute Holl zur<br />

Frage verleitet „Was heißt es, wenn Männer Texte<br />

fabrizieren oder Filme machen über Gewalt und<br />

Vergewaltigung und sich selbst, Mea Culpa, hört<br />

her, dabei ertappen, zu unterstellen, es sei auf<br />

Wunsch der Frau geschehen und zu verstehen?“


wie film geschichte anders schreibt: frieda grafe – 30 filme (3) november 13 5<br />

VIAGGIO IN ITALIA (Reise in Italien, Roberto Rossellini,<br />

Italien 1954, Einführung: Aryan Kaganof |<br />

2.11.) Frieda Grafe: „Wir sind so sehr gewöhnt<br />

daran, gefüttert zu werden mit Geschichten, in<br />

denen alles aufgeht, dass, wenn Unmotiviertes<br />

auf der Leinwand erscheint, wie bei dem Schluss<br />

von Rossellinis VIAGGIO IN ITALIA, es gleich<br />

heißt: ein Wunder.“<br />

ANATOMIE D’UN RAPPORT (Anatomie einer Beziehung,<br />

Luc Moullet & Antonietta Pizzorno,<br />

Frankreich 1976, Einführung: Volker Pantenburg<br />

| 3.11.) „Es greift zu kurz, in ANATOMIE D’UN RAP-<br />

PORT lediglich Mischungsverhältnisse zwischen<br />

Dokumentarischem und Fiktionalem am Werk<br />

zu sehen. Eher müsste man in diesem Fall die<br />

Grenze selbst als suspendiert betrachten“,<br />

schreibt Frieda Grafe über Moullets Untersuchung<br />

einer Zweierbeziehung.<br />

GENTLEMEN PREFER BLONDES (Howard Hawks,<br />

USA 1953, Einführung: Diedrich Diederichsen |<br />

3.11.) Diedrich Diederichsen: „Selten ist es einem<br />

Film gelungen, nicht nur den Begriff des Werts,<br />

die Idee der individuellen unersetzlichen Persönlichkeit<br />

und schließlich die Ideologie der Geschlechterdifferenz,<br />

der sexuellen Orientierung<br />

und ihrer Natur nachhaltiger auseinanderzunehmen.“<br />

(ab, ma, hk)<br />

The third and final part of the retrospective of<br />

Frieda Grafe’s 30 favorite films began at the end<br />

of October and continues from November 1–3.<br />

The first evening brings together Jean Renoir<br />

and Chantal Akerman and confronts two different<br />

variants of the auteur film. Sternberg meets<br />

Rossellini on the second evening, each of them<br />

with a film from the early 50s: two social microcosms<br />

coalesce at places that have fallen out of<br />

history. On the final evening, Moullet’s oppressive<br />

anatomy of a relationship rubs up against<br />

the liberating colors of Hawks, which make “not<br />

even the slightest effort to maintain realism.”<br />

„Wie Film Geschichte anders schreibt / Frieda<br />

Grafe – 30 Filme“ ist ein Projekt von Max Annas,<br />

Annett Busch und Henriette Gunkel und wird<br />

gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds, in<br />

Zusammenarbeit mit dem Verlag Brinkmann &<br />

Bose und dem <strong>Arsenal</strong> – Institut für Film und<br />

Videokunst.


6 november 13 elio petri - aufzeichnungen eines unbequemen<br />

INDAGINE SU UN CITTADINO AL DI SOPRA DI OGNI SOSPETTO<br />

(Investigation of a Citizen Above Suspicion,<br />

Elio Petri, Italien 1970)<br />

Während der Dreharbeiten zu I GIORNI CONTATI<br />

(Numbered Days, Elio Petri, Italien 1962)<br />

Elio Petri – Aufzeichnungen eines Unbequemen<br />

„Meine Schule waren die Straßen, die Kommunistischen<br />

Zellen, das Kino, das Varieté, die Stadtbibliothek,<br />

die Arbeitslosenkämpfe, die Arrestzelle,<br />

die Zusammenstöße mit der Polizei, die Ateliers<br />

von Malern meines Alters, die Filmclubs. Und ich<br />

habe auch von denen gelernt, die man damals<br />

‚Berufsrevolutionäre‘ nannte.“ So knapp wie präzise<br />

skizziert der italienische Regisseur, Drehbuchautor,<br />

Kritiker und Intellektuelle Elio Petri<br />

(1929–1982) seine persönlichen, künstlerischen<br />

und politischen Bezugspunkte. Die einfachen<br />

Verhältnisse, aus denen Petri stammte, seine<br />

Liebe <strong>zum</strong> Kino, auch <strong>zum</strong> Kino als Volkskunst,<br />

seine Politisierung und die Revolte, der Einfluss<br />

der Malerei sowie die Auseinandersetzungen mit<br />

den Dogmatikern seiner Zeit führen mitten in das<br />

Spannungsfeld des einzigartigen Werks von Elio<br />

Petri, der zu den wichtigsten Akteuren des italienischen<br />

Kinos der 60er und 70er Jahren gehört.<br />

Wie kein zweiter hat es Petri verstanden, in seinen<br />

scharfen Untersuchungen der italienischen<br />

Nachkriegsgesellschaft, Politik und Genre, Marx<br />

und Pop, Autobiografie und Analyse, Experiment<br />

und Narration zusammenzufügen und damit ein<br />

oft unbequemes, Kontroversen auslösendes Kino<br />

zu schaffen, dessen Energie, Wucht und Direktheit<br />

noch heute beeindruckt. Lange im Schatten<br />

seiner Zeitgenossen wie Bertolucci, Pasolini oder<br />

Bellocchio stehend und zu wenig beachtet, ist es<br />

längst überfällig, Petris Œuvre (wieder) zu entdecken.<br />

Wir nehmen die Veröffentlichung einer<br />

Auswahl seiner Texte auf Englisch (Writings on Cinema<br />

and Life, Contra Mundum Press, 2013) <strong>zum</strong><br />

Anlass, gemeinsam mit dem Italienischen Kulturinstitut<br />

in Berlin eine umfassende Retrospektive<br />

seiner Filme mit zahlreichen Gästen zu präsentieren.<br />

INDAGINE SU UN CITTADINO AL DI SOPRA DI OGNI<br />

SOSPETTO (Investigation of a Citizen Above Suspicion,<br />

1970 | 6.11., zu Gast: Paola Petri, Rainer<br />

Hanshe, Verleger: Elio Petri: Writings on Cinema<br />

and Life & 16.11.) Mord als Probe aufs machtstrukturelle<br />

Exempel. Dottore (Gian Maria Volonté),<br />

der als ehemaliger Leiter der Mordkommission<br />

gerade eben in der Polizeihierarchie<br />

weiter aufgestiegen ist, verübt kaltblütig einen<br />

Mord, hinterlässt einen Tatort voller Spuren und<br />

streut erdrückende Hinweise auf seine Täter-


elio petri - aufzeichnungen eines unbequemen november 13 7<br />

schaft, um seine Unantastbarkeit innerhalb des<br />

Polizeiapparats zu testen. Petris kafkaesker<br />

Polit-Thriller mit satirischen Momenten steht<br />

am Anfang der „bleiernen Jahre“, einer Zeit der<br />

dramatischen politischen und sozialen Konflikte<br />

in Italien. Seine abgründige Abrechnung mit den<br />

staatlichen Rechts- und Ordnungshütern positioniert<br />

sich innerhalb des damaligen politischen<br />

Spannungsfeldes, liest sich aber ebenso<br />

als universelle Reflexion über Macht(missbrauch),<br />

Abhängigkeit und Willkür.<br />

ELIO PETRI … APPUNTI SU UN AUTORE (Elio Petri<br />

… Notes on an Author, Federico Bacci, Nicola<br />

Guarneri, Stefano Leone, 2005 | 7.11., zu Gast:<br />

Paola Petri) Dichtes, aufschlussreiches Porträt<br />

über Elio Petri im Spiegel seiner Filme und Texte,<br />

im Kontext der politischen und gesellschaftlichen<br />

Zustände Italiens und anhand ausführlicher<br />

Gespräche mit zahlreichen Zeitgenossen,<br />

Mitstreitern, Kollegen und Bewunderern Petris,<br />

wie z.B. Bernardo Bertolucci, Ursula Andress,<br />

Dante Ferretti, Ennio Morricone, Gillo Pontecorvo,<br />

Vanessa Redgrave und Robert Altman.<br />

I GIORNI CONTATI (Numbered Days, 1962 | 7. &<br />

14.11., zu Gast: Rainer Hanshe) Petris vielleicht<br />

persönlichster Film ist eine Hommage an seinen<br />

Vater und basiert auf einer ähnlichen Begebenheit<br />

in dessen Leben. Im Mittelpunkt steht Cesare<br />

(Petris Stammschauspieler Salvo Randone),<br />

ein verwitweter Klempner, Mitte 50, der miterlebt,<br />

wie ein Mann im Bus verstirbt. Unter dem<br />

Einfluss dieses einschneidenden Erlebnisses<br />

kündigt Cesare seine Arbeit und entschließt sich,<br />

von nun an „zu leben“. Sein Umfeld reagiert verständnis-<br />

und ratlos, Cesare selbst ist bald doppelt<br />

desillusioniert: Die Arbeit und ihre identitätsstiftende<br />

Kraft hat für ihn jede Bedeutung<br />

verloren, aber auch der Versuch eines neuen<br />

Lebens birgt nicht den erhofften Neuanfang.<br />

Jenseits der deutlichen neorealistischen Anklänge<br />

ist I GIORNI CONTATI ein Film der Zurückhaltung,<br />

der Konzentration, woraus Cesares<br />

unsentimentale Reise durch Rom emotionale<br />

Wucht entwickelt.<br />

LA CLASSE OPERAIA VA IN PARADISO (The Working<br />

Class Goes to Heaven, 1971 | 8.11., Einführung:<br />

Bert Rebhandl & 21.11.) Furiose Polemik<br />

gegen den Industriekapitalismus im schillern-


8 november 13 elio petri - aufzeichnungen eines unbequemen<br />

den Gewand einer absurden (Tragi)-Komödie,<br />

einer politischen Erweckungsgeschichte und<br />

eines Melodrams. Lärm, Chaos und Nervosität<br />

bestimmen den Film wie das Leben von Lulù<br />

Massa (Gian Maria Volonté), dem besten Arbeiter<br />

der Fabrik. Produktivität zählt für ihn mehr als<br />

Solidarität mit den Kollegen, von denen es keiner<br />

am Fließband mit Lulù aufnehmen kann – dementsprechend<br />

unbeliebt ist er in der Belegschaft.<br />

Als Lulù versucht, noch mehr Quote zu bringen,<br />

zieht er sich eine Handverletzung zu. Von seinen<br />

Vorgesetzten im Stich gelassen und von seinem<br />

Umfeld gemieden, wandelt sich Lulù vom Vorzeigearbeiter<br />

<strong>zum</strong> Streikführer.<br />

L’ASSASSINO (The Assassin, 1961 | 8. & 16.11.)<br />

Bereits in seinem Spielfilmdebüt greift Petri zur<br />

Genreform und wählt den „giallo“, eine spezifisch<br />

italienische Thriller-Variante, für seine<br />

be klemmende Katz-und-Maus-Jagd. Der 30-<br />

jäh rige Antiquitätenhändler Martelli (Marcello<br />

Mastroianni) wird verdächtigt, seine vermögende,<br />

ältere Geliebte umgebracht zu haben. Er<br />

wird verhaftet und einem ausführlichen Verhör<br />

durch den gewieften Kommissar Palumbo (Salvo<br />

Randone) unterzogen. In Flashbacks fächert<br />

Petri das Leben Martellis auf und skizziert seine<br />

verschiedenen Liebesbeziehungen, sein Arbeitsleben,<br />

seine Ansichten, sein Verhalten. Immer<br />

deutlicher entsteht das Bild eines skrupellosen,<br />

egoistischen Bonvivants, der sich vor allem<br />

der Unmenschlichkeit schuldig gemacht<br />

hat. Eines der bemerkenswertesten italienischen<br />

Debüts der 60er Jahre.<br />

TODO MODO (1976 | 9.11., zu Gast: Albert Buschmann)<br />

Ein satirischer „giallo“ als Kammerspiel:<br />

Wie jedes Jahr begibt sich die Führungselite<br />

Italiens, Größen aus Wirtschaft, Kirche und Politik,<br />

darunter der Staatspräsident „M“ (Gian<br />

Maria Volonté), an einem abgeschiedenen Ort in<br />

Klausur. Schauplatz ist eine Klosteranlage, der<br />

Pater Don Gaetano (Marcello Mastroianni) vorsteht.<br />

Hier werden weniger die drängenden Probleme<br />

des Landes besprochen, vielmehr wird an<br />

Machtpositionen und Netzwerken gefeilt. Doch<br />

dann werden, während im Land eine Epidemie<br />

grassiert, auch hinter den Klostermauern Leichen<br />

gefunden. Petris Verfilmung eines Romans<br />

von Leonardo Sciascia entwirft ein bestürzendes


elio petri - aufzeichnungen eines unbequemen november 13 9<br />

LA CLASSE OPERAIA VA IN PARADISO<br />

(The Working Class Goes to Heaven, Elio Petri, Italien 1971)<br />

L’ASSASSINO<br />

(The Assassin, Elio Petri, Italien 1961)<br />

A CIASCUNO IL SUO<br />

(We Still Kill the Old Way, Elio Petri, Italien 1967)<br />

Bild der Verhältnisse der späten „bleiernen Jahre“<br />

in Italien. Anspielungen auf Aldo Moro und<br />

seinen „historischen Kompromiss“ sind unverkennbar<br />

und werden wenige Jahre später von<br />

einer tödlichen Realität eingeholt.<br />

A CIASCUNO IL SUO (We Still Kill the Old Way, 1967<br />

| 9. & 17.11., zu Gast: Rainer Hanshe) Petris erste<br />

Sciascia-Adaption folgt den eigenmächtigen<br />

Nachforschungen des leicht verhuschten, linken<br />

Uni-Professors Laurana (Gian Maria Volonté),<br />

der einen Doppelmord in seiner sizilianischen<br />

Heimatstadt nicht als altmodisches Ehrendelikt<br />

abtun will. Dem wahren Mörder und, wie es<br />

scheint, einem politisch motivierten Verbrechen<br />

auf der Spur, verstrickt sich Laurana sowohl in<br />

einem Dickicht aus Seilschaften, dem die meisten<br />

Honoratioren der Stadt anzugehören scheinen,<br />

als auch in der unerwiderten Liebe zur Frau<br />

eines der Ermordeten. Ein über weite Strecken<br />

distanziert beobachtender Film, der über den<br />

Mafia-Bezug (die Mafia wird kein einziges Mal<br />

erwähnt) hinausgeht und das Blickfeld auf die<br />

Unfähigkeit des Protagonisten verengt, die Realität<br />

zu erkennen.<br />

UN TRANQUILLO POSTO DI CAMPAGNA (A Quiet<br />

Place in the Country, 1969 | 10. & 17.11.) Petris<br />

Interesse für die Bildende Kunst des 20. Jahrhunderts<br />

zeigt sich in vielen seiner Filme. Die<br />

italienische zeitgenössische Kunst, aber auch<br />

der deutsche Expressionismus haben deutliche<br />

Spuren in seinen Filmen hinterlassen, wie auch<br />

die amerikanische Pop Art, die in Form von großformatigen<br />

Gemälden des amerikanischen Pop-<br />

Art-Künstlers Jim Dine unübersehbar Eingang<br />

in den experimentellen Geister-Erotik-giallo A<br />

QUIET PLACE IN THE COUNTRY gefunden hat.<br />

Entsprechend ist es ein Künstler (Franco Nero),<br />

der gemeinsam mit seiner Frau (Vanessa Redgrave)<br />

die titelverheißende Ruhe auf dem Lande<br />

sucht. Die vermeintliche Idylle wird für ihn jedoch<br />

<strong>zum</strong> Ausgangspunkt von Wahnvorstellungen<br />

und Obsessionen. Petri bettet sein präzises<br />

Porträt der Künstlerwelt in eine komplexe Ton-<br />

Geräusch-Klang-Landschaft von Ennio Morricone<br />

ein.<br />

LA PROPRIETA PRIVATA NON E PIU UN FURTO<br />

(Property Is No Longer a Theft, 1973 | 13. & 19.11.)<br />

Nach INDAGINE … und LA CLASSE OPERAIA … ist


10 november 13 elio petri - aufzeichnungen eines unbequemen<br />

BUONE NOTIZIE<br />

(Good News, Elio Petri, Italien 1979)<br />

dies der exzentrische letzte Teil von Petris Trilogie<br />

der „sozialen Neurose“, die sich an Macht,<br />

Arbeit und in diesem dritten Teil am Geld entzündet.<br />

Der Bankangestellte Total wird von einer<br />

Geldallergie heimgesucht, der negative Einfluss<br />

des Mammons auf die Menschheit widert ihn an.<br />

Er kündigt. Fortan betätigt er sich als Dieb symbolischer<br />

Gegenstände und hat es dabei vor<br />

allem auf den Besitz eines wohlhabenden Metzgers<br />

abgesehen. Sinnfällig durchbricht Petri seine<br />

scharfe Satire auf die Herrschaft des Geldes,<br />

indem er die Akteure des Films wiederholt in<br />

Brecht’scher Manier direkt <strong>zum</strong> Publikum sprechen<br />

lässt.<br />

BUONE NOTIZIE (Good News, 1979 | 14. & 21.11.)<br />

Von guten Nachrichten keine Spur in Petris letztem<br />

Film, einer bitteren, tiefschwarzen Komödie<br />

über die Leere im mediendominierten Zeitalter.<br />

Der namenlose Protagonist verbringt ganze<br />

Tage mit dem ununterbrochenen Betrachten von<br />

Schreckensmeldungen auf mehreren Fernsehbildschirmen<br />

in seinem Büro. Abwechslung von<br />

dieser Routine bringt die Begegnung mit einem<br />

alten Freund, der vorgibt, in tödlicher Gefahr zu<br />

schweben. Eine pessimistische Betrachtung der<br />

italienischen „Gesellschaft des Spektakels“<br />

(Olaf Möller).<br />

ROMA ORE 11 (Rome, 11:00, Giuseppe de Santis,<br />

1952 | 20.11., zu Gast: Guido Kirsten) Mit der Recherchearbeit<br />

für diesen neorealistischen Klassiker<br />

beginnt Petris Laufbahn beim Film und<br />

seine langjährige Zusammenarbeit und Freundschaft<br />

mit seinem Mentor und Vorbild de Santis.<br />

Der Film beruht auf realen Ereignissen und rekonstruiert<br />

den Einsturz einer Treppe, auf der<br />

200 junge Frauen warten, um sich auf eine einzige<br />

Arbeitsstelle zu bewerben. <strong>Das</strong> Drehbuch<br />

basiert auf ausführlichen Interviews, die Petri<br />

mit den am Unglück Beteiligten geführt hatte.<br />

(mg)<br />

Director, screenwriter and film critic Elio Petri<br />

(1929–1982) is regarded as one of the key players<br />

in the Italian cinema of the 60s and 70s. His films<br />

are far less well known in Germany however – we<br />

invite our audiences to (re-)discover his oeuvre.<br />

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem<br />

Italienischen Kulturinstitut Berlin, Cinecittà und<br />

Contra Mundum Press.


filmästhetische forschung (1) november 13 11<br />

LES SOVIETS PLUS L’ELECTRICITE<br />

(Sowjetmacht plus Elektrifizierung, Nicolas Rey, F 2001)<br />

Film- und Vortragsreihe:<br />

Filmästhetische Forschung (1)<br />

Da die Wirklichkeit aus dem Blickwinkel kritischer<br />

Kunst heute verstärkt als Unbekannte<br />

wahrgenommen wird, die es in Abhängigkeit von<br />

den ästhetischen Mitteln zu erfinden und in die<br />

Sichtbarkeit und Hörbarkeit zu heben gilt, werden<br />

in dieser seminarähnlichen Film- und Vortragsreihe<br />

avancierte Filmkunstwerke im Hinblick<br />

auf ihre forschenden Verfahren vorgestellt<br />

und erörtert. Initiiert von Prof. Michaela Ott<br />

(HfbK Hamburg) und Prof. Dieter Mersch (Universität<br />

Potsdam/ZHdK Zürich), werden unter<br />

Einbeziehung des DFG-Graduiertenkollegs<br />

„Sichtbarkeit und Sichtbarmachung. Hybride<br />

Formen des Bildwissens“ der Universität Potsdam<br />

möglichst unterschiedliche Experimental-,<br />

Dokumentar- und Spielfilm-Forschungen präsentiert.<br />

Die Reihe wird bis Januar fortgesetzt.<br />

In DREI (D 2010 | 8.11., Einf.: Michael Wedel) erzählt<br />

Tom Tykwer von einem Paar, dessen Beziehung in<br />

die Jahre gekommen ist, und die beide nach Abwechslung<br />

mit einem Dritten suchen. Splitscreens<br />

visualisieren die vielfältigen Verknüpfungen<br />

der Protagonisten mit ihrer Umgebung.<br />

In SCHNITTSTELLE (D 1995 | 15.11., Einf.: Jan Distelmeyer)<br />

reflektiert Harun Farocki seine Art<br />

des Filmemachens, in der vorgefundene Bilder<br />

eine zentrale Rolle spielen.<br />

PUBLIC ENEMIES (Michael Mann, USA 2009 |<br />

22.11., Einf.: Peter Müller) erzählt vom Kampf<br />

zwischen der historischen Figur des John Dillinger<br />

und der Polizei in den USA der 30er Jahre.<br />

Mann drehte mit einer hochauflösenden<br />

Digitalkamera, die seinen Bildern eine hyperrealistische<br />

Ästhetik verleiht.<br />

LES SOVIETS PLUS L’ELECTRICITE (Sowjetmacht<br />

plus Elektrifizierung, Nicolas Rey, F 2001 | 29.11.,<br />

Einf.: Christine Hanke) Eine Kinoreise in drei<br />

Etappen quer durch Russland bis nach Magadan,<br />

jener fernen, legendären Stadt, die 1941 gegründet<br />

wurde, damit Arbeitskräfte des Gulags von<br />

hier die Goldminen der Region ausbeuten konnten.<br />

Ausgehend von Fragmenten seines akustischen<br />

Tagebuchs, dokumentarischen Aufnahmen<br />

und einigen unterwegs gewonnenen autobiografischen<br />

Erkenntnissen, versucht Nicolas<br />

Rey seiner imaginierten Herkunft auf den Grund<br />

zu gehen. (mo/al) A series of films and presentations<br />

on film aesthetic research.


12 november 13 afrikamera 2013<br />

ESPOIR VOYAGE<br />

(Michel K. Zongo, Burkina Faso/Frankreich 2011)<br />

YEMA<br />

(Djamila Sahraoui, Algerien/Frankreich 2012)<br />

AFRIKAMERA präsentiert:<br />

REIMAGING_AFRICA 2013<br />

Von Ouaga bis Antananarivo haben sich über die<br />

Jahre immer mehr Festivals als Schaufenster für<br />

aktuelles Kino aus Afrika etabliert. Zum Auftakt<br />

von RE_IMAGING AFRICA, das von November<br />

2013 bis März 2015 in Berlin, Hamburg, Kassel<br />

und in afrikanischen Ländern stattfindet, präsentiert<br />

AFRIKAMERA – Aktuelles Kino in Kooperation<br />

mit der Stiftung Partnerschaft mit Afrika<br />

e.V., eine Reihe von bilateral kuratierten Filmprogrammen.<br />

<strong>Das</strong> Festival eröffnet mit VIRGEM<br />

MARGARIDA (Mosambik/Frankreich/Portugal<br />

2012 | 12.11.) von Licínio Azevedo. Im Zuge der revolutionären<br />

Wirren nach der Unabhängigkeit<br />

Mosambiks im Jahr 1975 wird die 14-jährige Margarida<br />

als vermeintliche Prostituierte festgenommen<br />

und in ein sozialistisches Arbeitslager<br />

gebracht. Gemeinsam mit anderen Gefangenen<br />

soll sie dort im „revolutionären Geist“ umerzogen<br />

werden. Doch die inhaftierten Frauen wehren<br />

sich. <strong>Das</strong> mehrfach prämierte geschichtspolitische<br />

Drama wird präsentiert vom burkinischen<br />

FESPACO-Festival.<br />

IMBABAZI: THE PARDON (Ruanda 2012 | 13.11.) erzählt<br />

von der Freundschaft zwischen Manzi und<br />

Karema, die 1994 im Zuge des Bürgerkriegs in<br />

Ruanda zerbricht. 15 Jahre später treffen Manzi<br />

und Karema wieder aufeinander … Der Regisseur<br />

Joel Karakezi, selbst ein Überlebender des Krieges,<br />

thematisiert in seinem Spielfilm eindrücklich den<br />

Kampf der ruandischen Gesellschaft um Gerechtigkeit<br />

und Vergebung.<br />

In ESPOIR VOYAGE (Burkina Faso/Frankreich 2011<br />

| 16.11.) macht sich der burkinische Regisseur<br />

Michel K. Zongo auf eine persönliche Spurensuche<br />

nach seinem älteren Bruder Joanny, der mit<br />

nur 14 Jahren sein Heimatdorf verließ und an der<br />

Elfenbeinküste sein Glück versuchte. Eine exemplarische<br />

Geschichte innerafrikanischer Arbeitsmigration<br />

und ihrer Folgen. Der Produzent<br />

des Films ist bei der Filmvorführung anwesend.<br />

<strong>Das</strong> tunesische Festival JCC präsentiert eine<br />

Auswahl von Filmen junger Regisseure, die sich<br />

mit den politischen Umbrüchen in den afrikanischen<br />

Ländern auseinandersetzen. In C´EST EUX<br />

LES CHIENS (Marokko 2013 | 13.11.) von Hicham<br />

Lasri dreht ein Fernsehteam in den Straßen<br />

Casablancas einen Film über die Arabische Rebellion.<br />

Dabei fällt der Crew mitten im Chaos ein


afrikamera 2013 november 13 13<br />

älterer Mann ins Auge. Seine Geschichte führt<br />

das Team zurück ins Jahr 1981, in dem Marokko<br />

schon einmal von Unruhen erschüttert wurde …<br />

YEMA (Algerien/Frankreich 2012 | 16.11.) ist das<br />

eindrückliche Porträt einer Mutter, die sich nach<br />

dem Tod ihres Sohnes Tarik in die algerischen<br />

Berge zurückzieht. Ihr zweiter Sohn Ali, der am<br />

Tod Tariks eine Mitschuld trägt, versucht, sich<br />

der Mutter anzunähern. Die Regisseurin Djamila<br />

Sahraoui, die auch die Hauptrolle spielt, reflektiert<br />

in ihrem preisgekrönten Spielfilm die<br />

Auswirkungen des algerischen Bürgerkriegs auf<br />

Gesellschaft und Familie.<br />

LE PRESIDENT (Kamerun/Deutschland 2012 |<br />

17.11.) ist das neueste, kontrovers diskutierte<br />

Werk des kamerunischen Regisseurs Jean-<br />

Pierre Bekolo. Ein Präsident, der seit 42 Jahren<br />

an der Macht ist, verlässt am Vortag der Wahl<br />

amtsmüde den Präsidentenpalast und versetzt<br />

damit sein Land in Aufruhr. Bekolos Film spielt<br />

auf die aktuelle politische Situation Kameruns<br />

an und wurde in den afrikanischen Ländern aus<br />

Angst vor Repression bislang nur einmal öffentlich<br />

aufgeführt. In Anwesenheit des Regisseurs.<br />

Der preisgekrönte Dokumentarfilm ATALAKU<br />

(Demokratische Republik Kongo/Frankreich<br />

2013 | 17.11.) gibt Einblick in den Präsidentschaftswahlkampf<br />

2012 im Kongo. Der junge<br />

Regisseur Dieudo Hamdi begleitet den Prediger<br />

Gaylor beim Versuch, die Wähler auf den Straßen<br />

von Kinshasa zu mobilisieren. Deutschlandpremiere<br />

in Anwesenheit des Regisseurs.<br />

<strong>Das</strong> Filmschaffen der ostafrikanischen Inseln ist<br />

auf der Karte des Weltkinos noch weitgehend<br />

unentdeckt. Der Leiter des Comores International<br />

Film Festival (CIFF), Mohamed Saïd Ouma,<br />

stellt erstmals in Deutschland eine Auswahl<br />

aktueller AFRICAN ISLANDS SHORTS (15.11.) vor.<br />

Mit L’IVRESSE D’UNE OASIS (Komoren 2011 |<br />

14.11.) wird die aktuelle Dokumentation von Hachimiya<br />

Ahamada erstmals hierzulande präsentiert.<br />

Auf den Komoren nennt man die Ausgewanderten<br />

„Je Viens“ und die Dagebliebenen<br />

„Je Reste“. Wie alle „Je Viens“ kehrt der Vater der<br />

Regisseurin 1991 für einige Wochen in sein Heimatdorf<br />

zurück, um das Haus für seine Familie<br />

zu bauen – bis heute ist dieses nicht bezugsfertig.


14 november 13 afrikamera 2013<br />

AYA DE YOPOUGON<br />

(Marguerite Abouet, Clément Oubrerie, Frankreich 2013)<br />

LES ENFANTS DE TROUMARON (Mauritius 2013 |<br />

15.11.) von Harrikrisna und Sharvan Anenden<br />

zeigt die andere Seite des Urlaubsparadieses<br />

Mauritius. Der Alltag der Teenager Sadiq, Eve,<br />

Clelio und Savita in Troumaron, einem Armenviertel<br />

der Hauptstadt Port-Louis, ist von Arbeitslosigkeit,<br />

Armut und Gewalt geprägt. Als<br />

Savita und Eve den Plan schmieden, Troumaron<br />

zu verlassen, glimmt Hoffnung auf. Doch der<br />

Plan scheitert … Der Regisseur des Films ist zur<br />

Premiere anwesend.<br />

Auswanderung und die Suche nach der eigenen<br />

Identität sind nach wie vor zentrale Fragen für<br />

afrikanische Filmemacher. GITO (Burundi/<br />

Frankreich 1992 | 16.11.) von Leónce Ngabo ist<br />

eine frühe Komödie <strong>zum</strong> Thema. Nach seinem<br />

Studienaufenthalt in Frankreich beschließt Gito,<br />

in seine Heimat Burundi zurückzukehren – nicht<br />

ohne seiner französischen Freundin vorher zu<br />

versprechen, dass er sie nachholt, sobald er Minister<br />

ist. Doch selbstverständlich läuft nichts<br />

nach Plan, was seiner Freundin gar nicht gefällt.<br />

Filmvorführung in Anwesenheit des Regisseurs.<br />

Der auf dem gleichnamigen Erfolgscomic der<br />

ivorischen Autorin Marguerite Abouet basierende<br />

Animationsfilm AYA DE YOPOUGON (Frankreich<br />

2013 | 17.11.) handelt vom Alltag dreier<br />

19-jähriger Freundinnen in Yopoung, einem Arbeiterviertel<br />

von Abidjan. Aya, die Ärztin werden<br />

will, erlebt mit Adjoua und Bintou einen Alltag<br />

zwischen den Zwängen des Elternhauses und<br />

eigenen Plänen, zwischen der örtlichen Tanzbar<br />

und der Suche nach dem „richtigen“ Freund.<br />

Abgerundet wird RE_IMAGING AFRICA durch<br />

das Programm AFRICA FOR THE FUTURE (14.11.).<br />

Laza, künstlerischer Leiter des madagassischen<br />

Festivals RDFC präsentiert eine Auswahl<br />

von innovativen Kurzfilmen aus Tunesien, Gabun,<br />

Südafrika und Sambia. In Anwesenheit des Kurators.<br />

Weitere Informationen unter www.afrikamera.<br />

de (ms/fw) For the start of the three-year RE_IM-<br />

AGING AFRICA project, AFRIKAMERA is from<br />

12.–17.11. presenting film programs curated bilaterally<br />

with African film festivals, which include<br />

several German premieres.


the space between us november 13 15<br />

BLACK DEUTSCHLAND<br />

(Oliver Hardt, D 2006)<br />

The Space Between Us<br />

Lange schon verbinden die trans-afrikanischen<br />

Bewegungen den Kontinent mit der alten und<br />

neuen Welt. <strong>Das</strong> Ausstellungsprojekt THE<br />

SPACE BETWEEN US befasst sich mit diesen bis<br />

nach Deutschland reichenden transkulturellen<br />

und transkontinentalen Verstrickungen. <strong>Das</strong><br />

Projekt wird in einer Vielzahl nebeneinander aktiver<br />

Ausstellungsformate umgesetzt, der Schau<br />

von fotografischen Reproduktionen auf Werbegroßflächen<br />

im Stadtraum von ganz Berlin, der<br />

Präsentation künstlerischer Positionen in der<br />

ifa-Galerie Berlin, einer Music Convention mit<br />

Radio-Anbindung, und nicht zuletzt einem Filmprogramm,<br />

das im <strong>Arsenal</strong> und in der ifa-Galerie<br />

Berlin zu sehen ist. Diese verschiedenen Medien<br />

und Formate werden genutzt, um die Vielfalt und<br />

Besonderheit einer jeden Position und jedes Mediums<br />

zu betonen, die jeweils einen besonderen<br />

Aspekt im trans-afrikanischen Beziehungsgeflecht<br />

aufgreift. Leitidee des Filmprogramms<br />

sind die Bewegungen, wie sie innerhalb und<br />

nach Deutschland und zurück nach Kamerun,<br />

Ghana, Kenia oder Südafrika reichen, und die<br />

das Kino auf ganz singuläre Weise zu erzählen<br />

weiß. Die ausgesuchten Filme lassen sich auf<br />

diese Bewegungen ein und entwickeln narrative<br />

Formen, die das Hin und Her ebenso wie das<br />

Hiersein in seiner politischen, ästhetischen und<br />

gesellschaftlichen Grenzüberschreitung ernst<br />

nehmen.<br />

DIE GESCHICHTE DER AUMA OBAMA (The Education<br />

of Auma Obama, Branwen Okpako, D 2011 |<br />

18.11.) porträtiert Barack Obamas Halbschwester<br />

Auma Obama während der Kampagne zu Obamas<br />

erster Präsidentschaftswahl. Auma Obama<br />

studierte zeitweise in Heidelberg Germanistik<br />

und an der dffb in Berlin Film und ist heute in<br />

Kenia aktiv.<br />

Der fiktionale Kurzfilm GRACELAND (Andy Amadi<br />

Okoroafor, F/SA 2013 | 18.11.) entstand während<br />

der Ausstellung „Shoe Shop“ in Johannesburg<br />

2012 unter Mitwirkung der Filmemacher<br />

Idrissou Mora-Kpai und Khalo Matabane und<br />

wird gemeinsam mit dem Dokumentarfilm<br />

BLACK DEUTSCHLAND (Oliver Hardt, D 2006 |<br />

18.11.) gezeigt. Beide Filme bewegen sich mit ihren<br />

Protagonisten durch urban und kulturell<br />

geformte Landschaften, durchstreifen Johan-


16 november 13 the space between us<br />

OTOMO<br />

(Frieder Schlaich, D 1999)<br />

nesburg (GRACELAND) sowie Berlin, Hamburg<br />

und Dresden (BLACK DEUTSCHLAND). Schwarzsein,<br />

Hiersein und Fremdsein werden als tägliche<br />

und individuell sehr verschiedene Verhandlungsformen,<br />

Kämpfe und Lebensentwürfe<br />

sichtbar, die sich im deutschen Medienbild nur<br />

selten gespiegelt finden.<br />

THE HALFMOON FILES (Philip Scheffner, D 2006<br />

| 19.11.) basiert auf einer umfangreichen Recherche<br />

<strong>zum</strong> Wünsdorfer Halbmondlager, wo während<br />

des 1. Weltkriegs gefangene „Kolonialsoldaten“<br />

der französischen und britischen Armee<br />

interniert waren. Dort entstanden Tonaufnahmen,<br />

denen Scheffner in seiner experimentellen<br />

Spurensuche bis an den Ort ihrer Aufnahme<br />

folgt und so die deutsche Kolonialgeschichte mit<br />

der Gegenwart verzahnt.<br />

SCHLAFKRANKHEIT (Ulrich Köhler, D 2011 | 19.11.)<br />

löst die sicheren narrativen Muster, die das<br />

deutsch-afrikanische Erfolgskino pflegt und fragt,<br />

wie man eine Geschichte über Entwicklungshelfer<br />

erzählen kann, die nicht mehr wissen, woher<br />

sie kommen, wie man Bilder in der Dunkelheit<br />

drehen kann, ohne dass sie exotisch wirken.<br />

OTOMO (Frieder Schlaich, D 1999 | 20.11.) ist einer<br />

der seltenen in Deutschland realisierten Low-<br />

Budget-Spielfilme mit internationaler, schwarzer<br />

und weißer Starbesetzung. Isaach de Bankolé<br />

und Eva Mattes treffen nur kurz aufeinander,<br />

bevor sich die Ereignisse überschlagen und<br />

der gesuchte Asylbewerber Otomo durch Polizeischüsse<br />

fällt.<br />

Im essayistischen Dokumentarfilm ABSENT<br />

PRESENT (Angelika Levi, D 2010 | 20.11.) geht es<br />

ebenfalls um eine Spurensuche: nach Benji, einem<br />

jungen Mann, der 1979 als Kind aus Namibia<br />

in die DDR gebracht worden war und dann,<br />

als die Mauer fiel und die DDR von der politischen<br />

Landkarte verschwand, auch selbst verschwand.<br />

Die Filmemacherin und Freundin des<br />

Verschollenen begibt sich nach Gran Canaria,<br />

Senegal, an Urlaubsstrände und in die Nähe von<br />

Abschiebelagern. (mhg) A film series at <strong>Arsenal</strong><br />

to accompany the exhibition project THE SPACE<br />

BETWEEN US. Further material about the program<br />

on the project website thespacebetweenusberlinstuttgart.wordpress.com.<br />

All films will<br />

be shown with English subtitles.


magical history tour november 13 17<br />

Magical History Tour –<br />

Zäsuren der Filmgeschichte (2)<br />

Im November setzen wir die Magical History<br />

Tour mit Filmen fort, die auf Momente des technischen<br />

Wandels, politischer Umbrüche oder<br />

ästhetischer Krisen reagieren.<br />

SHE DONE HIM WRONG (Lowell Sherman, USA<br />

1933 | 1. & 6.11.) Um der staatlichen Zensur zu<br />

entgehen, stellten die Hollywood-Studios in den<br />

späten 20er Jahren für die eigenen Produktionen<br />

strikte Regeln auf: no sex, no crime, no<br />

drugs. Viele amerikanische Filme der Jahre<br />

1930–34 umgingen die Selbstzensur jedoch: Die<br />

Zeit gilt als eine der wildesten Epochen im amerikanischen<br />

Kino überhaupt. Star dieser Ära war<br />

Mae West, die neben Cary Grant in SHE DONE<br />

HIM WRONG als Bar-Sängerin den Unterweltsumpf<br />

auf ihre eigene Weise trockenlegt.<br />

MOMMA DON’T ALLOW (Tony Richardson, Karel<br />

Reisz, GB 1955), TOGETHER (Lorenza Mazzetti,<br />

GB 1956), NICE TIME (Claude Goretta, Alain Tanner,<br />

GB 1957 | 2. & 7.11.) Die Free-Cinema-Bewegung<br />

propagierte Mitte der 50er Jahre eine kritische<br />

filmische Auseinandersetzung mit der<br />

Wirklichkeit. Außerhalb der Filmindustrie, unter<br />

semiprofessionellen Bedingungen und mit<br />

16-mm-Kameras entstanden eine Reihe von Dokumentarfilmen<br />

über den Alltag von Arbeitern,<br />

Jugendlichen oder Künstlern, die den Grundstein<br />

für die British New Wave legten.<br />

OKTJABR (Oktober, Sergej Eisenstein, UdSSR<br />

1928 | 3. & 9.11., restaurierte Fassung mit der<br />

Musik von Edmund Meisel) Die filmische Darstellung<br />

der Oktoberrevolution von 1917, dem<br />

politischen Urknall der Sowjetunion, gilt als eigenes<br />

Genre: der sowjetische Revolutionsfilm.<br />

Zentrales Werk ist OKTJABR, den Eisenstein effektvoll<br />

in der Erstürmung des Petrograder Winterpalais’<br />

gipfeln lässt. Ein wilder, kühner und<br />

experimenteller Film.<br />

LIEBELEI (Max Ophüls, 1932/33 | 22. & 28.11.)<br />

Ophüls’ Film gelangt sechs Wochen nach Hitlers<br />

Machtergreifung in die Kinos – in den Credits<br />

fehlen bereits die Namen der jüdischen Mitwirkenden<br />

des Films, darunter der des Regisseurs.<br />

LIEBELEI ist einer der letzten Filme des Weimarer<br />

Kinos vor dem Beginn des Übergangs <strong>zum</strong><br />

nationalsozialistischen Film. Ophüls zeigt eine<br />

auf den Untergang zusteuernde Welt: Im Wien<br />

vor Beginn des 1. Weltkriegs beginnt die un-


18 november 13 magical history tour<br />

DER GETEILTE HIMMEL<br />

(Konrad Wolf, DDR 1964)<br />

glückliche Liebesgeschichte zwischen der Musikertochter<br />

Christine und Leutnant Fritz.<br />

DER MÜDE TOD (Fritz Lang, D 1921 | 23. & 27.11.,<br />

am Klavier: Eunice Martins) Auch wenn Lang den<br />

1. Weltkrieg in keinem seiner Filme explizit thematisiert,<br />

kann DER MÜDE TOD als Weltkriegs-<br />

Allegorie gelesen werden: Der Tod entführt einen<br />

jungen Mann von der Seite seiner Verlobten, die<br />

verzweifelt versucht, ihn zu retten. Ihre fantastische<br />

Reise durch Zeit und Raum ist ein vergeblicher<br />

Kampf gegen das unerbittliche Schicksal.<br />

DER GETEILTE HIMMEL (Konrad Wolf, DDR 1964<br />

| 23. & 24.11.) Wolfs filmische Auseinandersetzung<br />

mit dem Mauerbau kreist um Gegensätze:<br />

Vergangenheit/Gegenwart, Großstadt/dörfliche<br />

Heimat, Arbeit/Studium, Ost/West. Es sind die<br />

Pole im Leben von Rita: ihre Liebe zu Manfred,<br />

der in den Westen geflüchtet ist, ihren Besuch in<br />

West-Berlin und ihre Rückkehr in die DDR. In<br />

Rückblenden entwirft Wolf ein Bild der DDR in<br />

CinemaScope: ohne pathetische Begeisterung,<br />

mit deutlich erkennbarer Skepsis.<br />

BONNIE AND CLYDE (Arthur Penn, USA 1967 | 21.,<br />

25. & 26.11.) Mitte der 60er Jahre stoßen die Filme<br />

der Hollywood-Studios beim jungen Publikum<br />

auf Ablehnung. Eine neue Generation von<br />

Regisseuren bricht mit traditionellen Erzählkonventionen<br />

und Tabus und postuliert ein neues<br />

Kino: New Hollywood. BONNIE AND CLYDE greift<br />

das Credo der Pop- und Jugendkultur der 60er<br />

Jahre „Live fast, die young!“ auf: Zwei junge Leute<br />

(Faye Dunaway & Warren Beatty) aus der Provinz<br />

erfüllen sich jenseits von „Recht und Ordnung“<br />

ihren Traum von Freiheit und Reichtum.<br />

BONJOUR TRISTESSE (Otto Preminger, USA 1958<br />

| 28., 29. & 30.11.) Raum, soweit das Auge reicht:<br />

Seit Mitte der 50er Jahre eröffnet das Cinema-<br />

Scope-Format dem Zuschauer expandierende<br />

Bilder und den Filmschaffenden ungeahnte<br />

künstlerische Möglichkeiten. Hauptdarsteller in<br />

Premingers Romanverfilmung sind neben Jean<br />

Seberg, die versucht, die erneute Heirat ihres<br />

Vaters (David Niven) zu verhindern, die Weiten<br />

der französischen Côte d’Azur sowie die sommerlichen<br />

Farben des Mittelmeers. (mg)<br />

Moments of change, upheaval and crisis in film<br />

history form the focus of the Magical History Tour<br />

in November.


visionary archive november 13 19<br />

COME BACK, AFRICA<br />

(Lionel Rogosin, USA/Südafrika 1958)<br />

Visionary Archive – Recherchen <strong>zum</strong><br />

translokalen afrikanischen Kino<br />

IT ALL DEPENDS #1: ÖFFENTLICHE SICHTUNG<br />

„Visionary Archive“ ist ein kollaboratives, translokales<br />

Experiment: An fünf Orten wird in Filmarchiven<br />

zu Phasen und Facetten des afrikanischen<br />

Kinos recherchiert. Bezüge zwischen kinogeschichtlichen<br />

Phänomenen in Kairo, Khartum,<br />

Johannesburg, Bissau und Berlin werden<br />

formuliert und befragt. Der Begriff eines „afrikanischen<br />

Kinos“ dient dabei als offene Klammer,<br />

in der historische Echos ebenso zur Geltung<br />

kommen wie offene Fragen. Funde und Filme<br />

werden regelmäßig mit verschiedenen Öffentlichkeiten<br />

diskutiert und im Frühjahr 2015<br />

mündet das Projekt in ein umfassendes Abschlussprogramm<br />

in Berlin. Bis dahin wird viel<br />

geschehen sein, u.a. ein Filmworkshop in Khartum,<br />

ein mobiles Kino in Guinea-Bissau und monatliche<br />

öffentliche Sichtungen im <strong>Arsenal</strong>.<br />

Alle Partner im Projekt stehen vor der Frage, wie<br />

unabhängige Film- und Kinopraxis heute aussehen<br />

kann und welche Rolle dabei der Archivarbeit<br />

zukommt. Angesichts der unterschiedlichen<br />

Ausgangsbedingungen besteht die Herausforderung<br />

von „Visionary Archive“ darin, eine<br />

Praxis des translokalen Arbeitens mit Film auszuhandeln<br />

– zwischen den Projektpartnern und<br />

auch mit der Öffentlichkeit. Unter dem Titel „It<br />

all depends“ werden dazu regelmäßige Veranstaltungen<br />

unterschiedlichen Formats im Kino<br />

<strong>Arsenal</strong> stattfinden. Den Auftakt macht am 22.11.<br />

eine öffentliche Sichtung und Präsentation: zwischen<br />

12 und 18 Uhr werden Filme aus dem Archiv<br />

des <strong>Arsenal</strong>s gezeigt und die einzelnen<br />

Teilprojekte vorgestellt. „Visionary Archive“ wird<br />

gefördert im Fonds TURN der Kulturstiftung des<br />

Bundes. (mhg, th)<br />

“Visionary Archive” is a collaborative research<br />

dedicated to African cinema and its representation<br />

in film archives. The project explores connections<br />

between phases of cinema production<br />

drawing from five strikingly different archives in<br />

Bissau, Johannesburg, Cairo, Khartoum, and<br />

Berlin. On Nov 22, from 12h to 18h, an open<br />

screening and project presentation launches<br />

what is to become the project’s regular public<br />

platform, “It all depends”. “Visionary Archive” is<br />

funded by the TURN Fund of the German Federal<br />

Cultural Foundation.


20 november 13 living archive<br />

FÜR FRAUEN – 1. KAPITEL<br />

(Cristina Perincioli, BRD 1971)<br />

Living Archive<br />

November 1973: <strong>Das</strong> erste internationale<br />

Frauenfilm-Seminar<br />

Vor genau 40 Jahren, im November 1973, fand im<br />

alten <strong>Arsenal</strong> in der Welserstraße sowie in der<br />

gegenüberliegenden Grundschule das erste internationale<br />

Frauenfilm-Seminar statt. Organisiert<br />

haben es die Filmemacherinnen Claudia<br />

von Alemann und Helke Sander. Sie stellten 45<br />

Filme aus sieben Ländern vor, was einer Pionierinnenarbeit<br />

gleichkam, und luden 250 Teilnehmerinnen<br />

und Teilnehmer ein, die in Frauengruppen<br />

aktiv waren. Hinzu kamen Frauen, die<br />

in den Medien arbeiteten und durch das Seminar/Festival<br />

erstmalig beginnen konnten, ein<br />

Netzwerk aufzubauen. <strong>Das</strong> gleiche galt für Filmemacherinnen.<br />

Die meisten Vorführungen waren<br />

Erstaufführungen und so konnte das Ereignis<br />

auch als weltweit erstes Frauenfilmfestival<br />

mit Filmen von und über Frauen gewertet werden.<br />

Vorher hatte es noch kein Frauenfilmfestival<br />

in diesem Ausmaß gegeben. Doch im Vordergrund<br />

stand die Etablierung eines öffentlichen<br />

Diskurses. In dieser Hinsicht hatte die Veranstaltung<br />

Modellcharakter und wurde in den folgenden<br />

Jahren in vielen Städten, z. B. in Frankfurt<br />

und München (hier organisiert von Angela<br />

Haardt) in veränderter Form wiederholt und weiter<br />

geführt.<br />

Die Themen, die behandelt wurden, lauteten<br />

„Frauen im Arbeitskampf, Frauen in der Darstellung<br />

der Medien, Frauen und der Paragraph 218,<br />

Sexualität, Rollenverhalten, Frauenbewegung in<br />

Europa und den USA“. Eingeladen wurden Filme<br />

aller Längen und Genres, die diese Themen in<br />

kritischer Weise aufgriffen. Bereits 1993 nahmen<br />

das <strong>Arsenal</strong>, der Verein „Blickpilotin“, sowie die<br />

Gruppe „Übung am Phan tom“ das Ereignis nach<br />

einer Distanz von 20 Jahren erneut in Augenschein.<br />

Auch Angela Melitopoulos thematisierte<br />

es in ihren „Möglich keitsraum“-Veranstaltungen<br />

am HKW und im <strong>Arsenal</strong>. Inzwischen sind vier<br />

Jahrzehnte vergangen. Wir laden ein, an einem<br />

langen Sonntag die 28 größtenteils kurzen Filme<br />

erneut anzusehen, die seit 1973 in der Sammlung<br />

des <strong>Arsenal</strong>s verblieben sind. Claudia von<br />

Alemann und Helke Sander sowie Angela Melitopoulos<br />

und Stefanie Schulte Strathaus führen<br />

durch das Tagesprogramm und diskutieren es<br />

mit dem Publikum und einigen Teilnehmerinnen<br />

der Veranstaltung im November 1973.


living archive november 13 21<br />

ON CONNAIT LA CHANSON<br />

(<strong>Das</strong> Leben ist ein Chanson, Alain Resnais, F/CH/GB 1997)<br />

Die damals entstandene Broschüre Zur Situation<br />

der Frau enthielt wertvolle Film- und Literaturtipps<br />

und stellte ein Arbeits- und Lernprogramm<br />

vor. Sie wird demnächst als <strong>PDF</strong> auf unser Website<br />

zu beziehen sein. (stss)<br />

In November 1973, the first ever international<br />

women’s film seminar took place in the old <strong>Arsenal</strong><br />

cinema. It was organized by filmmakers<br />

Claudia von Alemann and Helke Sander. Their<br />

pioneering work involved presenting 45 films<br />

from seven countries, as well as inviting 250 participants<br />

active in women’s groups to attend.<br />

Now that four decades have passed, we are inviting<br />

our audiences to take another look at these<br />

28 films, most of them shorts, which have remained<br />

part of the <strong>Arsenal</strong> collection since 1973.<br />

Claudia von Alemann and Helke Sander together<br />

with Angela Melitopoulos and Stefanie<br />

Schulte Strathaus will be providing a commentary<br />

to the day-long program and discussing it<br />

with the audience and several participants from<br />

the original event (in German). (10.11.)<br />

Vaginal Davis präsentiert: Rising Stars, Falling<br />

Stars – We Must Have Music!<br />

Eine Gruppe Menschen aus der Pariser Bourgeoisie,<br />

ihre Liebesangelegenheiten, Verwicklungen<br />

und Verwirrungen: <strong>Das</strong> ist nur vordergründig<br />

die Handlung des Films ON CONNAIT LA<br />

CHANSON (<strong>Das</strong> Leben ist ein Chanson, Alain Resnais,<br />

F/CH/GB 1997), den Ms Vaginal Davis in diesem<br />

Monat vorstellt. Mitten in den Dialogen brechen<br />

bekannte Chansons aus den Protagonisten<br />

heraus und versetzen die banale Wirklichkeit des<br />

Films in eine leichte und beschwingte Stimmung.<br />

„Selten hat man sich über Depressionen, Ehekrisen,<br />

Lebenslügen und unglücklich Verliebte derart<br />

amüsieren können wie in ON CONNAIT LA<br />

CHANSON.“ (taz) (stss) A group of people from the<br />

Paris bourgeoisie and their matters of the heart,<br />

entanglements and confusions are just the nominal<br />

plot of the film ON CONNAIT LA CHANSON<br />

(Alain Resnais, F/CH/GB 1997), which Ms Vaginal<br />

Davis is presenting this month. Well-known<br />

chansons burst out from the protagonists in middialogue.<br />

As always, the screening is followed by<br />

drinks and music! (24.11.)


22 november 13<br />

A ALEGRIA<br />

(The Joy, Felipe Bragança, Brasilien 2010)<br />

WELL DONE<br />

(Thomas Imbach, Schweiz 1994)<br />

ROMA ORE 11<br />

(Giuseppe De Santis, Italien/F 1952)<br />

DAAD-Stipendiat Felipe Bragança<br />

Der brasilianische Filmemacher Felipe Bragança<br />

(*1980) ist zurzeit Gast des Berliner Künstlerprogramms<br />

des DAAD. Seine gemeinsam mit<br />

Marina Meliande realisierten Filme hinterfragen<br />

die klassisch-realistischen Traditionen des brasilianischen<br />

Kinos, indem sie mit einer Kombination<br />

aus Realem und Fantastischem arbeiten.<br />

Meist stehen Jugendliche im Zentrum. In A FUGA<br />

DA MULHER GORILA (The Escape of the Monkey<br />

Woman, Brasilien 2009), einem „Musical-Roadmovie“,<br />

sind zwei Schwestern in einem Kleinbus<br />

in der Umgebung von Rio de Janeiro unterwegs.<br />

Singend erzählen sie von Glück und Leid, ihren<br />

Wünschen und Zweifeln. Wirklichkeit und Imagination<br />

vermischen sich in A ALEGRIA (The Joy,<br />

Brasilien 2010), als der Cousin der 16-jährigen<br />

Luiza nach einem Schusswechsel spurlos verschwindet,<br />

um dann als Geist in ihrer Wohnung<br />

aufzutauchen. Der Film ist Utopie, Märchen und<br />

Alltagsbeobachtung zugleich. (bik)<br />

Brazilian director Felipe Bragança presents his<br />

films dealing with the harsh realities of life in Rio<br />

in an experimental way. (4. & 5.11.)<br />

Filmspotting – Die DEFA-Stiftung präsentiert<br />

Zum Auftakt der Kooperation zwischen DEFA-<br />

Stiftung und der Deutschen Kinemathek widmet<br />

sich eine gemeinsame Filmreihe filmischen<br />

(Selbst-)Darstellungen junger Menschen in<br />

West- und Ostdeutschland in den 80er Jahren.<br />

Die nach dem Mauerbau Geborenen lebten in<br />

zwei getrennten Welten und doch gab es Überschneidungen<br />

im Lebensgefühl: Zukunft wurde<br />

ganz unterschiedlich definiert – aber das Gefühl<br />

keine zu haben, war in beiden vorhanden.<br />

JANA UND JAN (Helmut Dziuba, D 1991/92) schildert<br />

die rigorosen Erziehungsmaßnahmen in<br />

den Werkhöfen der DDR und wie die Liebe – das<br />

andere stetige Jugendthema – allen widrigen<br />

Umständen trotzt. Auch DIE VON DER STRASSE<br />

(Micky Kwella, BRD 1980) stoßen an die Grenzen<br />

gesellschaftlicher Toleranz, doch wählt dieser<br />

Film eine andere Perspektive: Seine Protagonisten,<br />

„echte“ Jugendliche, geben in diesem<br />

halbdokumentarischen Film einen authentischen<br />

Einblick in ihre Lebenswelt. (ah) Cinematic<br />

(self-)depictions of young people in West and<br />

East Germany in the 80s. (4.11.)


november 13 23<br />

Spekulantenwahn<br />

Je höher das Risiko, desto größer der Gewinn. Je<br />

risikoreicher die Investition, desto höher deren<br />

Preis. Kapital, das sich vermehrt, ist immer spekulativ;<br />

es baut auf das Vertrauen in die Zukunft.<br />

Die von Florian Wüst kuratierte Filmreihe, ein<br />

Projekt des Goethe-Instituts und des Instituts für<br />

Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität<br />

zu Berlin, reflektiert die ambivalente „Magie der<br />

modernen Finanzwelt“ vor dem Hintergrund der<br />

ökonomischen, sozialen und technischen Entwicklungen<br />

des 20. und frühen 21. Jahrhunderts.<br />

Thomas Imbachs WELL DONE beschreibt in seriellen<br />

Montagen den postindustriellen Arbeitsplatz<br />

mit seinem Diktat des Datenflusses. Als<br />

Vorfilm: DAS NEUE WERKZEUG, eine IBM-Auftragsproduktion<br />

von 1962. (5.11.) In NICHT OHNE<br />

RISIKO dokumentiert Harun Farocki die harten<br />

Verhandlungen zwischen Unternehmern und Investoren,<br />

während Jan Peter Hammers THE AN-<br />

ARCHIST BANKER (12.11.) ein TV-Gespräch mit<br />

einem egozentrischen Bankier inszeniert. (fw) A<br />

series combining historical and contemporary<br />

films to reflect on the “magic of modern finance”.<br />

Buchpräsentation: Filmischer Realismus<br />

Was macht einen Film realistisch? Und aus welchen<br />

Gründen wurde dem Kino immer wieder<br />

ein privilegierter Zugriff auf die physische und<br />

phänomenale Wirklichkeit zugesprochen? Mit<br />

diesen Fragen setzt sich Guido Kirsten in der<br />

eben erschienenen Monografie Filmischer Realismus<br />

auseinander. ROMA, ORE 11 (Giuseppe De<br />

Santis, I/F 1952) ist eins der im Buch besprochenen<br />

Beispiele. Obwohl der Film als Klassiker des<br />

italienischen Neorealismus gilt, widerspricht er<br />

einigen der dieser Strömung üblicherweise zugeschriebenen<br />

Charakteristika auf interessante<br />

Weise. In seiner Produktionsgeschichte ist der<br />

Film überdies mit Elio Petri verbunden, der als<br />

junger Journalist die investigativen Vorarbeiten<br />

zu dem Projekt übernahm. (guk)<br />

In his book on “Cinematic Realism” Guido<br />

Kirsten discusses various questions concerned<br />

with realism in film. One of his examples is the<br />

Italian neorealist classic ROME 11:00 that will be<br />

screened. (20.11.)


24 november 13<br />

UdK-Seminar:<br />

plansequenz/performative/tableau vivant<br />

<strong>Das</strong> UdK-Seminar von Stefanie Gaus und Madeleine<br />

Bernstorff untersucht das Theatrale von<br />

Personen und Objekten in der kinematografischen<br />

Aktion der Plansequenz und der Rahmung<br />

des tableau vivant. Von Michael Snows „philosophical<br />

toy“ WAVELENGTH über Chantal Akermans<br />

bewegtes Stillleben LA CHAMBRE zu dem<br />

in einer Plansequenz kondensierten Streik-Ende<br />

in LA REPRISE DU TRAVAIL … bringen die Filme<br />

sehr spezifische innere/äußere Bewegungen<br />

<strong>zum</strong> Ausdruck. Marguerite Duras’ Fahrt durch<br />

Paris beschwört LES MAINS NEGATIVES in den<br />

prähistorischen Höhlen, Fläche und Perspektive<br />

bewegen sich aufeinander zu in Ernie Gehrs SE-<br />

RENE VELOCITY und in A & B IN ONTARIO duellieren<br />

sich Joyce Wielands und Hollis Framptons<br />

Kameras. (Vermeintliche) Kontinuität und Diskontinuität<br />

von (Kamera-) Bewegungen, sowie<br />

das Bild, das seine konstruierte Erstarrung mitbedenkt<br />

– eine offene Recherche. (mb/sg) A research<br />

into the theatrical qualities of camera<br />

movements and stillness. (6., 13., & 21.11.)<br />

Kinotournee Deutscher Kurzfilmpreis 2013<br />

Experimente mit Jahrmarktkarussellen, Psychoanalyse<br />

der Siegessäule während einer Fahrt<br />

an den Rand der Atmosphäre, ein Weihnachtsfest<br />

voller Herausforderungen, ein Menschenleben<br />

im Zeitraffer, eine verschlungene Reise in<br />

die Vergangenheit u.v.m. – die Tournee der Preisträger<br />

und Nominierten des Deutschen Kurzfilmpreises<br />

2012 feiert ihren Höhepunkt im Kino<br />

<strong>Arsenal</strong>. Noch einmal gibt es die Möglichkeit,<br />

alle Filme zu sehen und mit Regisseuren zu diskutieren.<br />

(fr) Programm 1: HOUSE (A. Saleh),<br />

CRAZY DENNIS TIGER (J. Soldat), DIE PRINZES-<br />

SIN, DER PRINZ UND DER DRACHE MIT DEN GRÜ-<br />

NEN AUGEN (J. Schuh, B. H. To), FEIERTAGE (H.<br />

Mayser, C. Freitag), HEIMKOMMEN (M. Magee),<br />

THE CENTRIFUGE BRAIN PROJECT (T. Nowak).<br />

Programm 2: ZU HAUSE (N. Mikalački), DIE<br />

SCHAUKEL DES SARGMACHERS (E. Imanov), ICH<br />

FAHRE MIT DEM FAHRRAD IN EINER HALBEN<br />

STUNDE AN DEN RAND DER ATMOSPHÄRE (M.<br />

Klöfkorn), ERNTEFAKTOR NULL (H. Hufnagel),<br />

OLGASTRASSE 18 (L. Scharbatke, J. Rambaum),<br />

WENN ALLE DA SIND (M. Krummenacher). (11.11.)


november 13 25<br />

LISA AND SUZANNE<br />

(Ernie Gehr, USA 1969/75)<br />

THE CENTRIFUGE BRAIN PROJECT<br />

(Till Nowak, Deutschland 2011)<br />

FilmDokument: Die Sorben im DDR-Film<br />

Ab den 1950er Jahren entstanden volkskundliche<br />

Kultur- und Amateurfilme, Dokumentationen<br />

und Filmchroniken über die einzige ethnische<br />

Minderheit der DDR: die Sorben. Die politische<br />

Lenkung wird dabei genauso offenkundig<br />

wie das Bestreben, die alten Bräuche exakt auf<br />

Farbfilm festzuhalten und in die „neue Zeit“ zu<br />

integrieren. Amateurfilme bewahrten einen<br />

sachlicheren Blick – etwa auf die berühmte Osterreiterprozession<br />

von Wittichenau. Viele der<br />

Filme kamen ins Kino und als Lehrmittel in die<br />

Schulen, prägten das Bild dieser Kultur. Mit einer<br />

eigenen Produktionsgruppe „Sorbischer<br />

Film“ im DEFA-Studio für Trickfilme ab 1979<br />

wurde die offizielle Wertschätzung bekräftigt,<br />

wobei die Filme selbst auch alternative Denkweisen<br />

auf die Sorben entwickeln. (hp, rf) Eine<br />

Veranstaltung von CineGraph Babelsberg in Kooperation<br />

mit dem Sorbischen Institut Bautzen.<br />

Short documentaries from the GDR about the<br />

Sorbs showing the political impacts as well as<br />

the interests in preserving a traditional culture.<br />

(11.11.)<br />

Filmmakers’ Choice<br />

„<strong>Das</strong> Kino ist eine Flamme, ein Licht, man muss<br />

begeistern … Napoléon ist Prometheus. Es handelt<br />

sich in dem Film nicht um Moral oder Politik,<br />

sondern um Kunst“ schrieb Abel Gance 1927 bei<br />

der ersten Vorstellung von NAPOLEON (F 1927).<br />

Der Film sollte ein lebendiges Zeichen für die<br />

Zukunft sein. „Aus dem Zuschauer einen Akteur<br />

machen, ihn in die Handlung einbringen, ihn den<br />

Rhythmen der Bilder aussetzen“ war Gances<br />

Ziel, wofür er eine Sprache des Kinos erfunden<br />

hat: Überlagerung der Bilder, Polyvision mit<br />

dreifacher Leinwand waren u.a. Mittel, dieses<br />

Ziel zu erreichen. 1925 hat er angefangen, NAPO-<br />

LEON zu drehen. Unfertig, mehrmals gekürzt<br />

und weiter bearbeitet, hat der Film Gance sein<br />

Leben lang begleitet. (em) Unfinished and shortened,<br />

NAPOLEON by Abel Gance was shown for<br />

the first time in 1927. Gance wanted us, viewers,<br />

to be enthusiastic actors taken away by the images.<br />

He thus created an avant-garde language,<br />

experimenting with cameras, cut montage, superimposition<br />

of images and his Polyvision using<br />

triple screen projections. (18.11.)


26 november 13<br />

GREED<br />

(Erich von Stroheim, USA 1924)<br />

UdK-Seminar: Grenzen des Kapitalismus<br />

SCHULDNERBERICHTE (D 2001) dokumentiert<br />

den ambivalenten Veränderungsmoment im<br />

wiedervereinten Deutschland (heute scheinbar<br />

unendlich weit zurückliegend), als Krisen vom<br />

schambeladen-nestbeschmutzerischen Stigma<br />

zur Erfolgschance umdefiniert wurden. Bei aller<br />

persönlichen Befangenheit beharren die Filme<br />

der Reihe auf einer bildnerisch-geistigen Distanzierungsmöglichkeit<br />

des Kinos/Fernsehens<br />

gegenüber totaler Vergesellschaftung und ihrer<br />

theoretischen Elaboration. D.W. Griffith brauchte<br />

wenige Minuten, um in A CORNER IN WHEAT<br />

(USA 1909) das Richtige und Falsche an Marx’<br />

„ursprünglicher Akkumulation“, „Gesetz vom<br />

tendenziellen Fall der Profitrate“ zu zeigen;<br />

Erich von Stroheim nahm sich Stunden, um in<br />

GREED (USA 1924) auf die Abgründe einer bei<br />

Griffith bereits sichtbaren, antagonistisch<br />

männlich/weiblich-polarisierten Triebstruktur<br />

hinter dem Wirtschaften hinzuweisen. (sh)<br />

The program “Borders and limits of capitalism”<br />

(Nov-Jan) seeks for relations between critical<br />

content and artistic form. (20. & 27.11.)<br />

Filmkritik im Fokus<br />

Was kann Kritik, was hat sie verlernt, wofür<br />

brauchen wir sie heute? Siegfried Kracauer hatte<br />

darauf Antworten, die mit seinem berühmten<br />

Satz zu ihrer gesellschaftskritischen Funktion<br />

noch immer heraufbeschworen werden. Zum<br />

ersten Mal verleiht die MFG Filmförderung Baden-Württemberg<br />

in Zusammenarbeit mit dem<br />

Verband der deutschen Filmkritik (VdFk) einen<br />

Preis, der Kracauers Namen trägt und nachhaltig<br />

das Bewusstsein für die Bedeutung von Filmkritik<br />

stärken soll. Ausgezeichnet wird u.a. die<br />

beste Filmkritik des Jahres. Ausdruck der stets<br />

umkämpften Selbstbestimmung der Kritik wird<br />

am selben Tag auch eine Podiumsdiskussion<br />

sein, die nach dem Beitrag der Kritik für die Kinokultur<br />

forscht. <strong>Das</strong> Panel ist Teil eines Filmkritik-Kongresses<br />

des VdFk mit Workshops und<br />

Arbeitstreffen. Nähere Informationen auf www.<br />

vdfk.de. Der Eintritt ist frei. Anmeldung für die<br />

Preisverleihung erforderlich. (fj)<br />

For the first time, the “Siegfried Kracauer Prize”<br />

is awarded to excellent film criticism. (23.11.)


november 13 27<br />

LE DERNIER DES INJUSTES<br />

(Claude Lanzmann, Frankreich/Österreich 2013)<br />

Claude Lanzmann: LE DERNIER DES INJUSTES<br />

Fast 40 Jahre nach den 1975 geführten Interviews<br />

mit Benjamin Murmelstein, dem letzten<br />

„Judenältesten“ des Lagers Theresienstadt,<br />

macht Lanzmann dessen Schicksal <strong>zum</strong> Zentrum<br />

seines neuen Films – er sucht von Murmelstein<br />

genannte Orte auf, rekonstruiert die beschriebenen<br />

Ereignisse, ergänzt seine Aussagen<br />

durch Passagen aus Akten, folgt seinen Erzählungen<br />

und zeigt die furchtbare Zwangslage des<br />

„Letzten der Ungerechten“, der Befehle der Nationalsozialisten<br />

umsetzen, als deren Marionette<br />

versuchen musste, in gewissem Ausmaß „die<br />

Fäden selber zu ziehen“. Lanzmann nennt ihn<br />

das „absolute Gegenteil eines Kollaborateurs“<br />

und will ihm Gerechtigkeit widerfahren lassen.<br />

(rr) A documentary based on interviews with<br />

Benjamin Murmelstein, the last President of the<br />

Jewish Council in the Theresienstadt ghetto.<br />

Eine Veranstaltung der Deutschen Kinemathek<br />

und der Internationalen Filmfestspiele Berlin, in<br />

Kooperation mit dem <strong>Arsenal</strong> – Institut für Filmund<br />

Videokunst e.V. (24.11., in Anwesenheit von<br />

Claude Lanzmann)<br />

Film und Podiumsdiskussion: EKSMISJA<br />

Gentrifizierung, neoliberale Marktlogik und Systemwandel<br />

– Schlagworte der globalisierten Gegenwart,<br />

die selten ein Film so gekonnt mit den<br />

alltäglichen Dingen des Lebens konfrontiert, wie<br />

es Malinowskis EKSMISJA (Maria muss packen,<br />

PL/A 2012) tut. Der Filmemacher Filip Malinowski<br />

begleitet seine Großeltern, die ihr vertrautes<br />

Heim nach 66 Jahren verlassen müssen. Dabei<br />

gelingt es ihm, großelterliche Erinnerungsräume<br />

freizulegen, wie die im Sozialismus verbrachte<br />

Lebensphase oder die traumatischen<br />

Erfahrungen von Zwangsarbeit und NS-Verfolgung<br />

im besetzen Polen. Im Anschluss diskutiert<br />

Moderatorin Barbara Wurm mit Filip Malinowski<br />

und seinen Großeltern über den Film. Im<br />

Rahmen der Veranstaltungsreihe DOKUMEN-<br />

TARFILMPREIS „ERINNERUNG UND ZUKUNFT“<br />

UNTERWEGS des goEast Filmfestivals und der<br />

Stiftung EVZ. (gb) Film screening of EKSMISJA<br />

(Resettlement), in occasion of the Documentary<br />

Award “Remembrance and Future” On Tourseries<br />

by goEast Film Festival and the Foundation<br />

EVZ, followed by a panel discussion. (25.11.)


28 november 13<br />

Buchpräsentation:<br />

Ton. Texte zur Akustik im Dokumentarfilm<br />

Gibt es genuin dokumentarischen Filmton? Falls<br />

ja: Von welchen Wirklichkeiten vermag er zu berichten?<br />

Und wie klingt er überhaupt? Einigermaßen<br />

realistisch oder doch ziemlich unrealistisch?<br />

Der dokumentarische Filmton wirft grundsätzliche<br />

Fragen um Wirklichkeitstreue, Fiktionalität<br />

und Zeugenschaft auf. Schon die Diskrepanzen<br />

zwischen Ton und Bild weisen darauf hin, dass der<br />

dokumentarische Anspruch sich kaum auf das<br />

Ideal eines totalen Überblicks stützen kann. Die<br />

Spezifik des Tons im Dokumentarfilm zu hinterfragen<br />

erlaubt es vielmehr, das Dilemma zwischen<br />

den Konventionen eines filmischen Realismus<br />

und der wirklichkeitsgetreuen Darstellung<br />

vorfilmischer Realität neu zu denken. Darum<br />

geht es in einem neuen Buch, das von den Herausgebern<br />

Volko Kamensky und Julian Rohrhuber<br />

anhand eines Programms mit Filmen von P.<br />

Nestler, D. Huillet/J.-M. Straub und L. di Gianni<br />

vorgestellt wird. (vk) In Kooperation mit dfi/Verlag<br />

Vorwerk 8. Presentation of a book on the question<br />

of documentary film sound. (26.11.)<br />

DAAD-Stipendiat João Viana<br />

Der portugiesische Filmemacher João Viana<br />

(*1966) erhielt in diesem Jahr den im Rahmen<br />

der Sektion Berlinale Shorts verliehenen DAAD-<br />

Kurzfilmpreis für einen „künstlerisch und visuell<br />

wegweisenden Film“. Der Kurzfilm Tabatô ist<br />

Teil seines im Forum der Berlinale präsentierten<br />

Langfilmdebüts A BATALHA DE TABATÔ (The<br />

Battle of Tabatô, Guinea-Bissau, Portugal 2013),<br />

einer Erzählung in Schwarz-Weiß und Rot, die<br />

viele dokumentarische Elemente integriert und<br />

die traumatische Kolonial- und Bürgerkriegsgeschichte<br />

Guinea-Bissaus bearbeitet. Ein ehemaliger<br />

Soldat reist mit seiner Tochter, einer Lehrerin,<br />

in das Dorf Tabatô, wo ihre Hochzeit mit<br />

einem bekannten Musiker stattfinden soll. Die<br />

Fahrt quer durch das Land steht ganz im Zeichen<br />

der Geister, die den alten Mann seit dem<br />

Krieg nicht mehr loslassen – bis zur finalen<br />

Schlacht zwischen den Dämonen der Vergangenheit<br />

und einer Armee von Musikern mit ihren<br />

Balafonen. (bik) Portuguese director João Viana<br />

presents his postcolonial feature THE BATTLE OF<br />

TABATÔ and one of his shorts. (27.11.)


november 13 29<br />

ITINERAIRE DE JEAN BRICARD<br />

(Danièle Huillet/Jean-Marie Straub, F 2008)<br />

A BATALHA DE TABATÔ<br />

(The Battle of Tabatô, João Viana,<br />

Guinea-Bissau, Portugal 2013)<br />

THE CAMERAMAN<br />

(Der Kameramann, Edward Sedgwick, Buster Keaton,<br />

USA 1928)<br />

50 Jahre Literarisches Colloquium Berlin<br />

Aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums präsentiert<br />

das LCB drei Filme, die zwischen 1964 und<br />

1983 im hauseigenen Studio realisiert wurden. In<br />

IN-SIDE-OUT (George Moorse, BRD 1964) verliebt<br />

sich ein junger Mann in ein Mädchen, das er für<br />

kurze Zeit erobert. Später wird ihm bewusst, wie<br />

sehr diese Begegnung sein Leben beeinflusst<br />

hat. Mit dem Autorenfilm DENKMALSFOR-<br />

SCHUNG (Günter Bruno Fuchs, Wolfgang Ramsbott,<br />

BRD 1972) gelang dem LCB das Experiment,<br />

den Autor vom ersten Entwurf bis <strong>zum</strong> letzten<br />

Handgriff am Schneidetisch den Film selbst bestimmen<br />

zu lassen. Der Dokumentarfilm ERNST<br />

UND KAROLA BLOCH. DIE TÜBINGER ZEIT (Helga<br />

Reidemeister, BRD 1981/83) beschreibt das Leben<br />

und politische Wirken von Ernst Bloch und<br />

seiner Frau Karola nach ihrer Ausreise aus der<br />

DDR 1961. Karola Bloch führt in die Lebens- und<br />

Gedankenwelt des Dichters und Denkers ein. (kl)<br />

To coincide with its 50th anniversary, the Literarische<br />

Colloquium Berlin is presenting three<br />

films made at their in-house studio between<br />

1964 and 1983. (30.11.)<br />

Klassiker nicht nur für Kinder<br />

Im November zeigen wir im Sonntagnachmittagsprogramm<br />

Buster Keatons Stummfilmklassiker<br />

THE CAMERAMAN (Der Kameramann, Edward<br />

Sedgwick, Buster Keaton, USA 1928 | 3. &<br />

10.11.) Um das Herz seiner Angebeteten Sally zu<br />

erobern, heuert der Straßenfotograf Luke Shannon<br />

(Buster Keaton) als Kameramann bei der<br />

MGM-Wochenschau an, liefert jedoch zunächst<br />

nur katastrophale Ergebnisse. Spektakuläre<br />

Verfolgungsjagden, ein chinesischer Bandenkrieg<br />

und ständige Auseinandersetzungen mit<br />

dem prototypischen dicken Polizisten sind nur<br />

einige der Widrigkeiten, mit denen der frischgebackene<br />

Kameramann zu kämpfen hat. Nach<br />

zahlreichen Missgeschicken, Unfällen und Beinahe-Katastrophen<br />

bekommt er schließlich seine<br />

große Chance, als er Sally vor dem Ertrinken<br />

rettet und ein hilfreicher Leierkastenaffe, der<br />

Luke begleitet, die Rettungsaktion auf Zelluloid<br />

aufnimmt.<br />

Not to be missed! Screenings of Buster Keaton’s<br />

silent film classic THE CAMERAMAN.


30 november 13 arsenal distribution<br />

AL-KHOROUG LEL-NAHAR – COMING FORTH BY DAY<br />

(Hala Lotfy, Ägypten/Vereinigte Arabische Emirate 2012)<br />

Neu im Verleih<br />

AL-KHOROUG LEL-NAHAR – COMING FORTH BY<br />

DAY (Hala Lotfy, Ägypten/Vereinigte Arabische<br />

Emirate 2012) Kairo. Soad lebt mit ihrer Mutter<br />

und ihrem kranken Vater am Rande der ägyptischen<br />

Hauptstadt. Ihre Aufgabe, den Vater zu<br />

pflegen, hat sie schicksalsergeben akzeptiert<br />

und das eigene Leben hintangestellt. Die Kamera<br />

folgt Soads alltäglicher Routine und fängt dabei<br />

sowohl ihre Frustration als auch Momente<br />

großer Zärtlichkeit ein. Doch ihre Sehnsucht ist<br />

spürbar nach draußen gerichtet. Als sie am<br />

Abend die Wohnung verlässt und einsam durch<br />

das nächtliche Kairo treibt, wird deutlich, wie<br />

weit sie sich schon von ihren eigenen Bedürfnissen<br />

entfernt hat. In den Wirren der Revolution<br />

gedreht, legt Hala Lotfy in ihrem beeindruckenden<br />

Debüt den Fokus auf das Private und schafft<br />

darin einen revolutionären Film, ohne die Revolution<br />

selbst zu zeigen. AL KHOROUG LEL-<br />

NAHAR – COMING FORTH BY DAY ist der erste<br />

Film einer im Aufbau befindlichen neuen ägyptischen<br />

Filmkultur. Kinostart: 14. November. Vom<br />

14.–20. November wird der Film in folgenden<br />

Städten in Anwesenheit der Regisseurin sowie<br />

der Schauspielerin Donia Maher präsentiert:<br />

15.11., Mal seh’n Kino, Frankfurt a.M. / 16.11., Metropolis,<br />

Hamburg / 17.11., Eiszeit Kino, Berlin /<br />

18.11., Cineding, Leipzig / 19.11., Arabisches Filmfest,<br />

Tübingen. (gk)<br />

Der Verleih des Films wird gefördert durch den<br />

Berlinale World Cinema Fund, ein Initiativprojekt<br />

der Kulturstiftung des Bundes und der Internationalen<br />

Filmfestspiele Berlin, gefördert vom<br />

Beauftragten der Bundesregierung für Kultur<br />

und Medien, in Kooperation mit dem Goethe-<br />

Institut und mit Unterstützung des Auswärtigen<br />

Amts. Soad lives with her mother and bed-ridden<br />

father on the outskirts of Cairo. She has<br />

resigned herself to caring for her father and putting<br />

her own life on hold. But when she leaves<br />

the flat one evening and wanders alone through<br />

Cairo by night, it becomes clear just how far she<br />

has already distanced herself from her own<br />

needs. Hala Lotfy’s impressive debut COMING<br />

FORTH BY DAY focuses on the relationship between<br />

light and shadow, within and without, life<br />

and death. Opens November 14th; accompanied<br />

by a tour with guests.


programm november 13 31<br />

1 Fr<br />

2 Sa<br />

3 So<br />

4 Mo<br />

5 Di<br />

19.00 »1 Frieda Grafe Boudu sauvé des eaux Jean Renoir F 1932 DCP | OmE | 81 min<br />

Einführung: Florian Schneider (Filmemacher/Kurator, Berlin) S. 4<br />

20.00 »2 Magical History Tour She Done Him Wrong Lowell Sherman<br />

USA 1933 Mit Mae West, Cary Grant 35 mm | OF | 64 min | 6.11. | S. 17<br />

21.00 »1 Frieda Grafe News from Home Chantal Akerman F/Belgien/BRD 1977 16 mm | OmE | 85 min<br />

Einführung: Kathrin Rothemund (Medienwissenschaftlerin, Bayreuth) S. 4<br />

19.00 »1 Frieda Grafe The Saga of Anatahan Josef von Sternberg Japan 1953<br />

Einführung: Ute Holl (Filmwissenschaftlerin, Basel) 35 mm | jap./engl. OF | 92 min | S. 4<br />

20.00 »2 Magical History Tour Momma Don’t Allow T. Richardson, K. Reisz GB 1955 35 mm | OF | 22 min<br />

Together Lorenza Mazzetti GB 1956 35 mm | OF | 50 min<br />

Nice Time Claude Goretta, Alain Tanner GB 1957 35 mm | OF | 18 min | 7.11. | S. 17<br />

21.00 »1 Frieda Grafe Viaggio in Italia Reise in Italien Roberto Rossellini<br />

Italien/Frankreich 1954 Mit Ingrid Bergman, George Sanders 35 mm | engl. OmU | 97 min<br />

Einführung: Aryan Kaganof (Filmemacher, Johannesburg) S. 5<br />

16.00 »1 Klassiker nicht nur für Kinder The Cameraman Der Kameramann Edward Sedgwick,<br />

Buster Keaton USA 1928 Mit Musik 35 mm | OmU | 65 min | 10.11. | S. 29<br />

19.00 »1 Frieda Grafe Anatomie d’un rapport Anatomie einer Beziehung<br />

Luc Moullet F 1976 Mit Luc Moullet, Christine Hébert 16 mm | OmE | 82 min<br />

Kopie des Forum des Images, Paris<br />

Einführung: Volker Pantenburg (Filmwissenschaftler, Weimar) S. 5<br />

19.30 »2 Magical History Tour Oktjabr Oktober Sergej Eisenstein UdSSR 1928<br />

Restaurierte Fassung mit der Musik von Edmund Meisel DCP | OmE | 116 min | 9.11. | S. 17<br />

21.00 »1 Frieda Grafe Gentlemen Prefer Blondes Blondinen bevorzugt<br />

Howard Hawks USA 1953 Mit Jane Russell, Marilyn Monroe DCP | OmU | 91 min<br />

Einführung: Diedrich Diederichsen (Autor, Berlin) S. 5<br />

19.00 »2 Filmspotting – DEFA-Stiftung Jana und Jan Helmut Dziuba D 1992 35 mm | 86 min<br />

Einführung: Anke Hahn und Dorothée Basel, Gespräch zwischen Rainer Rother und Ralf Schenk<br />

S. 22<br />

20.00 »1 DAAD-Stipendiat Felipe Bragança<br />

Jonas e a baleia Jonah and the Whale Felipe Bragança Brasilien 2006 Blu-ray | OmE | 20 min<br />

A fuga da Mulher Gorila The Escape of the Monkey Woman<br />

Felipe Bragança, Marina Meliande Brasilien 2009 Blu-ray | OmE | 82 min<br />

Im Anschluss Diskussion mit Felipe Bragança S. 22<br />

21.00 »2 Filmspotting – DEFA-Stiftung Die von der Straße Micky Kwella BRD 1980 16 mm | 78 min | S. 22<br />

19.30 »2 Spekulantenwahn <strong>Das</strong> neue Werkzeug Walter Koch BRD 1962 35 mm | 12 min<br />

Well Done Thomas Imbach CH 1994 35 mm | 75 min<br />

Einführung: Florian Wüst S. 23<br />

20.00 »1 DAAD-Stipendiat Felipe Bragança Zahy Felipe Bragança Brasilien 2012 Blu-ray | OmE | 5 min<br />

A Alegria The Joy Felipe Bragança, Marina Meliande Brasilien 2010 35 mm | OmE | 100 min<br />

Im Anschluss Diskussion mit Felipe Bragança S. 22<br />

»1 arsenal 1 | »2 arsenal 2 | OF Originalfassung | DF Deutsche Fassung | OmU Original mit deutschen Untertiteln<br />

| OmE Original mit engl. Untertiteln | OmÜb Original mit eingesprochener Übersetzung | Zwt. Zwischentitel<br />

Wiederholung | Veranstaltung mit Gästen | ♛ Nur für Mitglieder. Mitgliedschaft kann an der Kasse erworben<br />

werden | Die Längenangaben im Programm beziehen sich auf die reine Filmlänge | * Kopie der Deutschen Kinemathek<br />

– Museum für Film und Fernsehen


32 november 13 programm<br />

6 Mi<br />

7 Do<br />

8 Fr<br />

9 Sa<br />

10 So<br />

17.00 »2 UdK-Seminar „plansequenz/performative/tableau vivant“<br />

Wavelength Michael Snow USA 1967 16 mm | 45 min<br />

La Chambre Chantal Akerman B 1972 16 mm | 11 min<br />

La reprise du travail aux usines Wonder Etats generaux du cinéma F 1968 16 mm | OmU | 10 min<br />

Les mains négatives Maguerite Duras F 1979 35 mm | 15 min<br />

Einführung: Madeleine Bernstorff und Stefanie Gaus S. 24<br />

19.30 »1 Elio Petri Eröffnung Buchpräsentation: „Writings on Cinema & Life“<br />

Indagine su un cittadino al di sopra di ogni sospetto<br />

Investigation of a Citizen Above Suspicion Italien 1970 Mit Gian Maria Volonté<br />

Zu Gast: Paola Petri, Rainer Hanshe DCP | OmE | 115 min | 16.11 | S. 6<br />

20.00 »2 Magical History Tour She Done Him Wrong Lowell Sherman<br />

USA 1933 Mit Mae West, Cary Grant 35 mm | OF | 64 min | S. 17<br />

19.00 »1 Elio Petri Elio Petri … Appunti su un autore Elio Petri … Notes on an Author<br />

Federico Bacci, Nicola Guarneri, Stefano Leone Italien 2005 Blu-ray | OmE | 84 min<br />

Zu Gast: Paola Petri S. 7<br />

19.30 »2 Magical History Tour Momma Don’t Allow T. Richardson, K. Reisz GB 1955 35 mm | OF | 22 min<br />

Together Lorenza Mazzetti GB 1956 35 mm | OF | 50 min<br />

Nice Time Claude Goretta, Alain Tanner GB 1957 35 mm | OF | 18 min | S. 17<br />

21.15 »1 Elio Petri I giorni contati Numbered Days Italien 1962 35 mm | OmE | 102 min | 14.11. | S. 7<br />

19.00 »1 Elio Petri La classe operaia va in Paradiso The Working Class Goes to Heaven Italien 1971<br />

Einführung: Bert Rebhandl 35 mm | OmE | 111 min | 21.11. | S. 7<br />

19.30 »2 Filmästhetische Forschung Drei Tom Tykwer D 2010 35 mm | 119 min<br />

Einführung: Michael Wedel S. 11<br />

21.15 »1 Elio Petri L’assassino The Assassin Italien 1961 35 mm | OmE | 105 min | 16.11. | S. 8<br />

19.00 »1 Elio Petri Todo Modo Italien 1976 Einführung: Albert Buschmann 35 mm | OmE | 130 min | S. 8<br />

20.00 »2 Magical History Tour Oktjabr Oktober Sergej Eisenstein UdSSR 1928<br />

2012 restaurierte Fassung mit der Musik von Edmund Meisel DCP | OmE | 116 min | S. 17<br />

21.30 »1 Elio Petri A ciascuno il suo We Still Kill the Old Way Italien 1967<br />

Mit Gian Maria Volonté, Irene Papas, Salvo Randone 35 mm | OmE | 99 min | 17.11. | S. 9<br />

12.00 »2 Living Archive November 1973: <strong>Das</strong> erste internationale Frauenfilm-Seminar<br />

Filme von Claudia von Alemann, Helke Sander, Cristine Perincioli, Valeska Schöttele, Annabella<br />

Miscuglio, Ronny Daopoulos, Collettivo Femminista di Cinema Newsreel und vielen anderen<br />

Zu Gast: Claudia von Alemann, Helke Sander und Teilnehmerinnen des Frauenfilm-Seminars,<br />

Moderation: Angela Melitopoulos und Stefanie Schulte Strathaus<br />

Veranstaltung bis ca. 22 Uhr mit Pausen S. 20<br />

16.00 »1 Klassiker nicht nur für Kinder The Cameraman Der Kameramann Edward Sedgwick,<br />

Buster Keaton USA 1928 Mit Musik 35 mm | OmU | 65 min | S. 29<br />

19.30 »1 Elio Petri Un tranquillo posto di campagna A Quiet Place in the Country<br />

Italien 1969 Mit Franco Nero, Vanessa Redgrave 35 mm | OmE | 105 min | 17.11. | S. 9<br />

»1 arsenal 1 | »2 arsenal 2 | OF Originalfassung | DF Deutsche Fassung | OmU Original mit deutschen Untertiteln<br />

| OmE Original mit engl. Untertiteln | OmÜb Original mit eingesprochener Übersetzung | Zwt. Zwischentitel


programm november 13 33<br />

11 Mo<br />

12 Di<br />

13 Mi<br />

14 Do<br />

19.00 »1 Deutscher Kurzfilmpreis unterwegs: Programm 1 House Ahmad Saleh D 2012DCP | OmU | 4 min<br />

Crazy Dennis Tiger Jan Soldat D 2012 DCP | 27 min<br />

Die Prinzessin, der Prinz und der Drache mit den grünen Augen<br />

Jakob Schuh, Bin-Han To D 2011 DCP | 7 min<br />

Feiertage Hanna Mayser, Christin Freitag D 2012 DCP | 22 min<br />

Heimkommen Micah Magee D 2012 DCP | 23 min<br />

The Centrifuge Brain Project Till Nowak D 2012 DCP | 7 min<br />

Zu Gast: Ahmad Saleh, Jan Soldat, Hanna Mayser, Micah Magee, Mod.: Cornelia Klauß S. 24<br />

19.00 »2 FilmDokument Kurz- und Amateurfilme über sorbische Kultur aus der DDR<br />

Einführung: Helena Pallmann, Ralf Forster S. 25<br />

22.00 »1 Deutscher Kurzfilmpreis unterwegs: Programm 2 Zu Hause Nenad Mikalacki D 2011DCP | 20 min<br />

Die Schaukel des Sargmachers Elmar Imanov D 2012 DCP | OmU | 29 min<br />

Ich fahre mit dem Fahrrad in einer halben Stunde an den Rand der Atmosphäre<br />

Michel Klöfkorn D 2011 DCP | 10 min<br />

Erntefaktor Null Helena Hufnagel D 2011 DCP | 28 min<br />

Olgastraße 18 Liv Scharbatke, Jörg Rambaum D 2011 DCP | 4 min<br />

Wenn alle da sind Michale Krummenacher D 2012 DCP | OmU | 29 min | S. 24<br />

19.30 »2 Spekulantenwahn Nicht ohne Risiko Harun Farocki D 2004 DCP | OmE | 52 min<br />

The Anarchist Banker Jan Peter Hammer D 2010 Blu-ray | engl. OF | 30 min<br />

Einführung: Florian Wüst, zu Gast: Jan Peter Hammer S. 23<br />

20.00 »1 Re_Imaging Africa 2013 Eröffnung Virgem Margarida Virgin Margarida<br />

Licínio Azevedo Mosambik/Frankreich/Portugal 2012 Blu-ray | OmU | 90 min | S. 12<br />

17.00 »2 UdK-Seminar „plansequenz/performative/tableau vivant“<br />

Serene velocity Ernie Gehr USA 1970 16 mm | 20 min<br />

A + B in Ontario Joyce Wieland, Hollis Frampton USA 1966/84 16 mm | 16 min<br />

Lisa and Suzanne Ernie Gehr USA 1969/75 16 mm | 9 min<br />

La région centrale Michael Snow Kanada 1971 16 mm | Ausschnitt ca. 20–30 min<br />

Adolf Winkelmann, Kassel, 9.12.1967, 11.45h Adolf Winkelmann BRD 1967 16 mm | 8 min<br />

Einführung: Madeleine Bernstorff und Stefanie Gaus S. 24<br />

19.00 »1 Re_Imaging Africa 2013 C’est eux les chiens Hicham Lasri<br />

Marokko 2013 Blu-ray | OmE | 85 min | S. 12<br />

19.30 »2 Elio Petri La proprietà privata non è più un furto Property Is No Longer a Theft<br />

Italien 1973 Mit Ugo Tognazzi, Flavio Bucci 35 mm | OmE | 125 min | 19.11. | S. 9<br />

20.45 »1 Re_Imaging Africa 2013 Imbabazi: The Pardon Joel Karekezi<br />

Ruanda 2013 DCP | engl. OF | 73 min | S. 12<br />

19.00 »1 Elio Petri I giorni contati Numbered Days Italien 1962 35 mm | OmE | 102 min<br />

Zu Gast: Rainer Hanshe S. 7<br />

19.00 »2 Re_Imaging Africa 2013 Africa for the Future Kurzfilme aus Tunesien, Gabun, Südafrika und<br />

Sambia (2012/13)<br />

DVD I engl. OF /OmE | 90 min<br />

Zu Gast: Laza (Kurator, „Recontres Du Film Court“ Madagaskar) S. 14<br />

21.00 »2 Re_Imaging Africa 2013 L’ivresse d’une oasis Hachimiya Ahamad<br />

Komoren 2011<br />

Blu-ray | OmE | 88 min<br />

Zu Gast: Mohamed Saïd Ouma, Comores International Film Festival (CIFF) S. 13<br />

Wiederholung | Veranstaltung mit Gästen | ♛ Nur für Mitglieder. Mitgliedschaft kann an der Kasse erworben<br />

werden | Die Längenangaben im Programm beziehen sich auf die reine Filmlänge | * Kopie der Deutschen Kinemathek<br />

– Museum für Film und Fernsehen


34 november 13 programm<br />

15 Fr<br />

16 Sa<br />

17 So<br />

18 Mo<br />

19 Di<br />

21.15 »1 Elio Petri Buone notizie Good News Italien 1979 35 mm | OmE | 107 min | 21.11. | S. 10<br />

18.30 »1 Re_Imaging Africa 2013 African Islands Shorts Kurzfilme von den Komoren, Mauritius,<br />

Madagaskar (2012/13)<br />

DVD | OmE | 85 min<br />

Zu Gast: Mohamed Saïd Ouma, Comores International Film Festival (CIFF) S. 13<br />

19.30 »2 Filmästhetische Forschung Schnittstelle Harun Farocki D 1995<br />

Einführung: Jan Distelmeyer HDCAM | 23 min | S. 11<br />

20.30 »1 Re_Imaging Africa 2013 Les enfants de Troumaron The Children of Troumaron<br />

Harrikrisna & Sharvan Anenden Mauritius 2012 DCP | OmE | 93 min<br />

Zu Gast: Harrikrisna S. 14<br />

18.00 »1 Re_Imaging Africa 2013 Yema Djamila Sahraoui Algerien/F 2012 DCP | OmE | 93 min | S. 13<br />

19.00 »2 Elio Petri L’assassino The Assassin Italien 1961 35 mm | OmE | 105 min| S. 8<br />

20.00 »1 Re_Imaging Africa 2013 Espoir Voyage Michel K. Zongo<br />

Burkina Faso/F 2011 DigiBeta | OmE | 81 min | S. 12<br />

21.00 »2 Elio Petri Indagine su un cittadino al di sopra di ogni sospetto<br />

Investigation of a Citizen Above Suspicion Italien 1970 DCP | OmE | 115 min | S. 6<br />

21.30 »1 Re_Imaging Africa 2013 Gito, the Ungrateful Léonce Ngabo<br />

Burundi/Frankreich 1992 Zu Gast: Léonce Ngabo Beta SP | OmE | 90 min | S. 14<br />

17.00 »1 Re_Imaging Africa 2013 Aya de Yopougon Aya of Yop City<br />

Marguerite Abouet, Clément Oubrerie Frankreich 2013 35 mm | OmE | 84 min | S. 14<br />

19.00 »1 Re_Imaging Africa 2013 Atalaku Dieudo Hamadi<br />

Demokratische Republik Kongo/Frankreich 2013<br />

Blu-ray | OmE | 60 min<br />

Zu Gast: Dieudo Hamadi S. 13<br />

19.00 »2 Elio Petri A ciascuno il suo We Still Kill the Old Way Italien 1967 35 mm | OmE | 99 min | S. 9<br />

20.30 »1 Re_Imaging Africa 2013 Le Président Jean-Pierre Bekolo<br />

Kamerun/Deutschland 2013 Zu Gast: Jean-Pierre Bekolo HDCAM | OmU | 62 min | S. 13<br />

21.15 »2 Elio Petri Un tranquillo posto di campagna A Quiet Place in the Country<br />

Italien 1969 Mit Franco Nero, Vanessa Redgrave 35 mm | OmE | 105 min | S. 9<br />

19.00 »1 The Space Between Us Eröffnung<br />

Die Geschichte der Auma Obama Branwen Okpako D 2011 Blu-ray | OmE | 79 min<br />

Zu Gast: Branwen Okpako S. 15<br />

19.15 »2 Filmmakers’ Choice Napoléon Abel Gance F 1927 35 mm | 312 min<br />

Präsentiert von Eléonore de Montesquiou S. 25<br />

21.00 »1 The Space Between Us Graceland Andy Amadi Okoroafor<br />

F/Südafrika 2013<br />

HDCAM | engl. OF| 15 min<br />

Black Deutschland Oliver Hardt D 2005 DigiBeta | OmE | 55 min<br />

Zu Gast: Andy Amadi Okoroafor und Oliver Hardt S. 15<br />

19.00 »1 The Space Between Us The Halfmoon Files Philip Scheffner D 2006 Beta SP | OmE | 87 min<br />

Zu Gast: Philip Scheffner (angefr.) S. 16<br />

19.30 »1 Elio Petri La proprietà privata non è più un furto Property Is No Longer a Theft<br />

Italien 1973 Mit Ugo Tognazzi, Flavio Bucci 35 mm | OmE | 125 min | S. 9<br />

»1 arsenal 1 | »2 arsenal 2 | OF Originalfassung | DF Deutsche Fassung | OmU Original mit deutschen Untertiteln<br />

| OmE Original mit engl. Untertiteln | OmÜb Original mit eingesprochener Übersetzung | Zwt. Zwischentitel


programm november 13 35<br />

20 Mi<br />

21 Do<br />

22 Fr<br />

23 Sa<br />

21.00 »1 The Space Between Us Schlafkrankheit Ulrich Köhler D 2011 35 mm | OmE | 91 min<br />

Zu Gast: Ulrich Köhler (angefr.) S. 16<br />

17.00 »2 UdK-Seminar „Grenzen des Kapitalismus“<br />

A Corner in Wheat David Wark Griffith USA 1909 16 mm | OF | 16 min<br />

Schuldnerberichte Stefan Hayn, Anja-Christin Remmert D 2001/02 Beta SP | OF | 88 min<br />

Einführung: Stefan Hayn S. 26<br />

19.00 »1 The Space Between Us Otomo Frieder Schlaich D 1999 35 mm | OmE | 82 min<br />

Zu Gast: Frieder Schlaich S. 16<br />

19.30 »1 Elio Petri Buchpräsentation: „Filmischer Realimus“<br />

Roma Ore 11 Rome, 11:00 Giuseppe de Santis Italien/F 1952 35 mm | OmE | 107 min<br />

Zu Gast: Guido Kirsten S. 10/23<br />

21.00 »1 The Space Between Us Absent Present Angelika Levi D 2010 DigiBeta | OmE | 85 min<br />

Zu Gast: Angelika Levi S. 16<br />

17.00 »2 UdK-Seminar „plansequenz/performative/tableau vivant“<br />

La Ricotta Pier Paolo Pasolini Italien 1963 16 mm | OmU | 35 min<br />

Thriller Sally Potter GB 1979 16 mm | OmU | 33 min<br />

Song for Rent Jack Smith USA 1969 16 mm | 5 min<br />

Einführung: Madeleine Bernstorff und Stefanie Gaus S. 24<br />

19.00 »1 Elio Petri La classe operaia va in Paradiso The Working Class Goes to Heaven<br />

Italien 1971 Mit Gian Maria Volonté 35 mm | OmE | 111 min | S. 7<br />

20.00 »2 Magical History Tour Bonnie and Clyde Arthur Penn USA 1967<br />

Mit Faye Dunaway, Warren Beatty, Gene Hackman 35 mm | OmU | 107 min | 25. & 26.11. | S. 18<br />

21.15 »1 Elio Petri Buone notizie Good News Italien 1979 35 mm | OmE | 107 min | S. 10<br />

12.00 »2 Visionary Archive – Recherchen <strong>zum</strong> translokalen afrikanischen Kino<br />

It all depends #1: Öffentliche Sichtung und Projektpräsentation<br />

Afrique sur Seine Paulin Vieyra, Mamadou Sarr F 1955 16 mm | OF | 21 min<br />

Come Back Africa Lionel Rogosin USA 1958 35 mm | OmE | 84 min<br />

Man No Run Claire Denis F 1988 35 mm | OmU | 107 min<br />

sowie Archivmaterial aus Bissau, Kairo und Khartum Zu Gast: Filipa César, Nadja Korinth,<br />

Katharina von Schröder, Moderation: Marie-Hélène Gutberlet, Tobias Hering S. 19<br />

19.30 »1 Filmästhetische Forschung Public Enemies Michael Mann USA 2009 DCP | OF | 140 min<br />

Einführung: Peter Müller S. 11<br />

20.00 »2 Magical History Tour *Liebelei Max Ophüls D 1932/33<br />

Mit Magda Schneider, Paul Hörbiger 35 mm | 88 min | 28.11. | S. 17<br />

16.00 »1 Filmkritik im Fokus Panel „Kritik macht Kino“ <strong>zum</strong> Beitrag der Kritik für die Film- und<br />

Kinokultur Eintritt frei S. 26<br />

18.00 »1 Filmkritik im Fokus Verleihung des „Siegfried Kracauer Preis“ für Filmkritik<br />

Anmeldung dringend erforderlich per E-Mail an kracauer@vdfk.de Eintritt frei<br />

Mit anschließendem Empfang der MFG Filmförderung Baden-Württemberg S. 26<br />

19.30 »2 Magical History Tour *Der geteilte Himmel Konrad Wolf<br />

DDR 1964 35 mm | 114 min | 24.11. | S. 18<br />

Wiederholung | Veranstaltung mit Gästen | ♛ Nur für Mitglieder. Mitgliedschaft kann an der Kasse erworben<br />

werden | Die Längenangaben im Programm beziehen sich auf die reine Filmlänge | * Kopie der Deutschen Kinemathek<br />

– Museum für Film und Fernsehen


36 november 13 programm<br />

24 So<br />

25 Mo<br />

26 Di<br />

27 Mi<br />

28 Do<br />

29 Fr<br />

30 Sa<br />

20.00 »1 Magical History Tour *Der müde Tod Fritz Lang D 1921<br />

Am Flügel: Eunice Martins 35 mm | 100 min | 27.11. | S. 18<br />

14.00 »1 Berliner Premiere Le dernier des injustes Der letzte der Ungerechten<br />

Claude Lanzmann F/A 2013 DCP | OmE | 220 min<br />

Mit einem einführenden Gespräch zwischen Claude Lanzmann und Rainer Rother S. 27<br />

20.00 »1 Magical History Tour *Der geteilte Himmel Konrad Wolf DDR 1964 35 mm | 114 min | S. 18<br />

20.00 »2 Rising Stars, Falling Stars – We Must Have Music! On connaît la chanson<br />

<strong>Das</strong> Leben ist ein Chanson Alain Resnais F/CH/GB 1997<br />

Präsentiert von Vaginal Davis 35 mm | OmU | 119 min | S. 21<br />

19.00 »1 GoEast präsentiert: Dokumentarfilmpreis „Erinnerung und Zukunft“ unterwegs<br />

Eksmisja Maria muss packen Filip Antoni Malinowski Polen/A 2012 Blu-ray | OmE | 73 min<br />

Zu Gast: F.A. Malinowski, Tadeusz Malinowski, Maria Malinowska, Mod.: Barbara Wurm S. 27<br />

19.30 »2 Magical History Tour Bonnie and Clyde Arthur Penn USA 1967<br />

Mit Faye Dunaway, Warren Beatty, Gene Hackman 35 mm | OmU | 107 min | 26.11. | S. 18<br />

19.30 »1 Magical History Tour Bonnie and Clyde Arthur Penn USA 1967 35 mm | OmU | 107 min | S. 18<br />

20.00 »2 Buchpräsentation: „Ton. Texte zur Akustik im Dokumentarfilm“<br />

Aufsätze Peter Nestler BRD 1963 35 mm | 11 min<br />

Itinéraire de Jean Bricard Danièle Huillet, Jean-Marie Straub F 2008 35 mm | OmU | 40 min<br />

Tempo di raccolta Zeit der Ernte Luigi di Gianni Italien 1966 35 mm | OmU | 14 min<br />

Mit einer Einführung der Herausgeber Volko Kamensky und Julian Rohrhuber S. 28<br />

16.00 »2 UdK-Seminar „Grenzen des Kapitalismus“ Greed Erich von Stroheim USA 1924<br />

Einführung: Stefan Hayn 16 mm | engl. Zwt. | 142 min | S. 26<br />

19.30 »2 Magical History Tour *Der müde Tod Fritz Lang D 1921 Mit Lil Dagover 35 mm | 100 min<br />

Am Klavier: Eunice Martins S. 18<br />

20.00 »1 DAAD-Stipendiat João Viana<br />

A piscina The Swimming Pool João Viana Portugal 2004 35 mm | OmE | 16 min<br />

A batalha de Tabatô The Battle of Tabatô J. Viana Guinea-Bissau/P 2013 DCP | OmE | 78 min<br />

Im Anschluss Diskussion mit João Viana S. 28<br />

19.30 »2 Magical History Tour *Liebelei Max Ophüls D 1932/33 35 mm | 88 min | S. 17<br />

20.00 »1 Magical History Tour Bonjour Tristesse Otto Preminger USA 1958<br />

Mit Jean Seberg, Deborah Kerr, David Niven DCP | OF | 90 min | 29. & 30.11. | S. 18<br />

19.30 »1 Filmästhetische Forschung Les soviets plus l’électricité Sowjetmacht plus Elektrifizierung<br />

Nicolas Rey F 2001 Einführung: Christine Hanke 16 mm | OmU | 175 min | S. 11<br />

20.00 »2 Magical History Tour Bonjour Tristesse Otto Preminger USA 1958<br />

Mit Jean Seberg, Deborah Kerr, David Niven DCP | OF | 90 min | 30.11. | S. 18<br />

19.30 »1 50 Jahre Literarisches Colloquium Berlin In Side Out George Moorse BRD 1964 35 mm | 16 min<br />

Denkmalsforschung Günter Bruno Fuchs, Wolfgang Ramsbott BRD 1972 16 mm | 45 min<br />

Ernst und Karola Bloch. Die Tübinger Zeit Helga Reidemeister BRD 1981/83 DVD | 44 min<br />

Im Anschluss Gespräch zwischen Michael Töteberg und Helga Reidemeister S. 29<br />

20.00 »2 Magical History Tour Bonjour Tristesse Otto Preminger USA 1958 DCP | OF | 90 min | S. 18<br />

»1 arsenal 1 | »2 arsenal 2 | OF Originalfassung | DF Deutsche Fassung | OmU Original mit deutschen Untertiteln<br />

| OmE Original mit engl. Untertiteln | OmÜb Original mit eingesprochener Übersetzung | Zwt. Zwischentitel


heinz emigholz november 13 37<br />

Die Basis des Make-Up (Nr. 554)<br />

Admit One, Aufdruck auf einer amerikanischen Kinokarte<br />

für eine Person. Darauf sind die Daten<br />

zweier Geburtstage vermerkt: eines realen, dem<br />

22. Januar 1948 in Achim, und eines eingebildeten,<br />

dem 9. Oktober 1979 in Amsterdam. Im Hintergrund<br />

ein kranker Wald, dessen Gesundung mich<br />

nie interessiert hat: ein Illusionszusammenhang,<br />

der schweigend dasteht, <strong>zum</strong> Pfeifen anregt und<br />

die Gemüter verblödet. Der Hals einer Giraffe wird<br />

von einer Heckenschere bedroht. Über ihren Hörnern<br />

schwebt ein Rettungshubschrauber. Wenn ich<br />

mir etwas abschneiden würde, dann wären das<br />

meine Füße, neben denen ich dann stünde. Hier die<br />

samt Sandalen abgehackten und später wieder angenähten<br />

Füße eines Chinesen. Der Stamm einer<br />

Bambus-Staude in China, in den ein Freund 1986<br />

das Logo von Pym Films eingeritzt hatte, verhindert<br />

das Zuschnappen einer Schere im Kopf. Ein Staatskapitalismus,<br />

in dem die Rollen von Herr und<br />

Knecht frei wählbar sind, mit einem austauschbaren<br />

Saint-Just als Obermacker, das ist die erfüllte<br />

Utopie des All You Can Eat. Mehr unter www.pym.de<br />

Admit One as printed on an American cinema<br />

ticket for one person. It contains the dates of two<br />

birthdays: one real, in Achim, on January 22nd<br />

1948, and one imaginary, in Amsterdam, on October<br />

9th 1979. In the background is a diseased<br />

forest whose recovery has never been of great<br />

interest to me: an illusory context, silently there,<br />

which invites catcalls and stupefies minds. A<br />

pair of garden shears threatens to cut off a giraffe’s<br />

neck, as a rescue helicopter floats over<br />

its horns. If I were to cut off some part of me, it<br />

would be my feet, which I would then be standing<br />

next to. The feet of a Chinese man complete with<br />

sandals can be seen, which were cut off and<br />

sewn back on again. A bamboo stem in China,<br />

into which a friend scratched the Pym Films logo<br />

back in 1986, prevents a pair of mental scissors<br />

from snapping shut. A form of state capitalism<br />

where the roles of lord and servant can be chosen<br />

freely, with a replaceable Saint – Just as the<br />

big boss figure, the utopia of All You Can Eat thus<br />

fulfilled. More at www.pym.de.


38 november 13 anzeigen<br />

www.goethe.de/berlin<br />

You talking<br />

to me?<br />

Learn German in BerLin!<br />

For more inFormation:<br />

E-mail: bErlin@goEthE.dE<br />

Sprache. Kultur. Deutschland


V.-Fry-Str.<br />

Impressum<br />

impressum november 13 39<br />

Voßstraße<br />

<strong>Das</strong> <strong>Arsenal</strong> – Institut für Film und Videokunst wird<br />

gefördert durch:<br />

Bellevuestraße<br />

Am Park<br />

Ben-Gurion-Straße<br />

n-St r.<br />

e<br />

Philharmonie<br />

arounstr.<br />

Reichpietschufer<br />

Schöneberger Ufer<br />

Eichhornstr.<br />

L.-Beck-Str.<br />

Potsdamer Platz<br />

arsenal<br />

Potsdamer Straße<br />

Alte Potsdamer Str.<br />

Schellingstraße<br />

Linkstraße<br />

G.-Tergit-Promenade<br />

e<br />

Köthener Straße<br />

Stresemannstr.<br />

<strong>Arsenal</strong> – Institut für Film und Videokunst e.V.<br />

im Filmhaus am Potsdamer Platz<br />

Bernburger Straße<br />

Abgeordnetenhaus<br />

Niederkirchnerstraße<br />

Martin-Gropius-Bau<br />

<strong>Das</strong> <strong>Arsenal</strong> im Internet: www.arsenal-berlin.de |<br />

Eintrittspreise: Gäste: 7,50 € | Mitglieder: 5 € | Kinder:<br />

Visionary Archive<br />

3 € | Berlin-Pass: 3 € | Mitgliedsbeitrag für sechs<br />

Monate: 12 € | Mitgliedsbeitrag für sechs Monate<br />

ermäßigt: 9 € | Sammelkarte für Mit glieder (6 Vorstellungen):<br />

<br />

gefördert im Fonds TURN der:<br />

24 € | Fördermitgliedschaft: 100 € | Die<br />

Askanischer Platz<br />

Mendelssohn-Bartholdy-Park<br />

Mitgliedschaft kann an der Abendkasse erworben Medienpartner:<br />

werden und beinhaltet den Programm versand. Die<br />

Kasse öffnet 30 Minuten vor Beginn der ersten Vorführung<br />

| Vorbestellungen per Mail an: ticket@arsenalberlin.de<br />

(Mo–Fr bis 17 Uhr) oder telefonisch unter<br />

Anhalter Bahnhof c<br />

(030) 26955-100 | Verkehrs verbindungen: U-Bahn / S- Technischer Support von:<br />

Bahn Potsdamer Platz, Bus M41, M48, M85, 200, 347 |<br />

Bankverbindung: Bank für Sozialwirtschaft, Konto 33<br />

44 300, BLZ 100 205 00 | Anzeigen im <strong>Programmheft</strong>: Dank an unsere Partner und Unterstützer:<br />

marketing@ arsenal-berlin.de<br />

Texte: ma (Max Annas), gb (Gaby Babić), mb (Madeleine<br />

Bernstorff), ab (Annett Busch), hjf (Hans-Joachim Fetzer),<br />

rf (Ralf Forster), sg (Stefanie Gaus), hg (Henriette<br />

Gunkel), mg (Milena Gregor), mhg (Marie-Hélène Gutberlet),<br />

ah (Anke Hahn), sh (Stefan Hayn), th (Tobias<br />

Hering), fj (Frédéric Jaeger), vk (Volko Kamensky), guk<br />

(Guido Kirsten), gk (Gesa Knolle), bik (Birgit Kohler),<br />

kl (Kerstin Lammers), al (Annette Lingg), em (Eléonore<br />

de Montesquiou), mo (Michaela Ott), hp (Helena<br />

Pallmann), fr (Franziska Richter), rr (Rainer Rother),<br />

ms (Moussa Sawadogo), stss (Stefanie Schulte Strathaus),<br />

flw (Florian Wachinger), fw (Florian Wüst)<br />

<br />

50. Jubiläum<br />

<br />

aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages<br />

gefördert durch:<br />

Konzept, Layout, Repro: satzinform Berlin | Papier:<br />

Tom & Otto silk 130 g / m 2 | Druck: Oktoberdruck, Berlin<br />

gefördert durch:


40 november 13 impressum<br />

LA CLASSE OPERAIA VA IN PARADISO (The Working Class Goes to Heaven, Elio Petri, Italien 1971 | 8. & 21.11.)<br />

arsenal<br />

institut für film und videokunst e.V.<br />

Potsdamer Straße 2 | 10785 Berlin | www.arsenal-berlin.de | Tel. (030) 269 55-100

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