der geschmack von apfelkernen - Babylon Kino

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der geschmack von apfelkernen - Babylon Kino

BUNDESWEITER START: 26. September 2013


DER GESCHMACK VON APFELKERNEN mit Hannah Herzsprung, Florian Stetter, Marie Bäumer, Meret Becker, Hildegard Schmahl, Paula Beer, Zoe Moore, Matthias Habich, Friedrich Mücke, Hans Kremer, Oda Thormeyer u.a. Regie Vivian Naefe Produzentin Uschi Reich Koproduzenten Dr. Wilfried Ackermann Bernd Krause Drehbuch Rochus Hahn Uschi Reich nach dem gleichnamigen Romanbestseller von Katharina Hagena Eine Produktion der Bavaria Filmverleih- und Produktions GmbH, der Dr. Wilfried Ackermann Filmproduktion und Constantin Film Produktion, gefördert von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, der HessenInvestFilm, der Filmförderungsanstalt (FFA), dem Deutschen Filmförderfonds (DFFF) und dem FilmFernsehFonds Bayern (FFF) Verleih CONCORDE FILMVERLEIH Luise-Ullrich-Str. 6 82031 Grünwald Tel.: 089 / 45 06 10 – 0 www.concorde-film.de Pressebetreuung JUST PUBLICITY GmbH Erhardtstraße 8 80469 München Tel.: 089 – 20 20 82 60 Mail: info@just-publicity.com Deutschland 2012 / 121 Minuten / 1:2,35 / SR*D / 2D Pressematerial finden Sie unter www.concorde-film.medianetworx.de www.geschmackvonapfelkernen-derfilm.de Facebook: www.facebook.com/apfelkerne.film 1


INHALTSVERZEICHNIS Besetzung und Stab 4 Inhalt 5 Pressenotiz 6 Producer’s Note von Uschi Reich 7 Über die Produktion 8 Die Charaktere 10 Interviews & Gedanken zum Film Interview mit Vivian Naefe 13 Interview mit Uschi Reich 14 Interview mit Katharina Hagena 16 Interview mit Hannah Herzsprung 19 Interview mit Florian Stetter 21 Gedanken von Hildegard Schmahl 23 Die Darsteller Hannah Herzsprung (Iris) 24 Florian Stetter (Max) 25 Marie Bäumer (Inga) 26 Meret Becker (Harriet) 27 Oda Thormeyer (Christa) 28 Hildegard Schmahl (Bertha) 28 Matthias Habich (Carsten Lexow) 29 Paula Beer (Rosmarie) 31 Zoe Moore (Mira) 31 Friedrich Mücke (Peter Klaasen) 32 Hans Kremer (Hinnerk) 33 Thalia Neumann (Iris, 12 bis 14 Jahre) 33 Der Stab Vivian Naefe (Regie) 34 Uschi Reich (Drehbuch, Produktion) 34 Katharina Hagena (Romanvorlage) 36 2


Martin Langer (Kamera) 37 Thomas Freudenthal (Szenenbild) 37 Gabriela Reumer (Kostümbild) 38 Der Roman 39 Das Hörbuch 40 3


BESETZUNG Iris Max Inga Harriet Bertha Carsten Lexow Christa Rosmarie Mira Iris (12 bis 14 Jahre) Peter Klaasen Hinnerk Anna Bertha (13 bis 16 Jahre) Bertha (30 Jahre) Carsten Lexow (20 bis 35 Jahre) Friedrich Quast HANNAH HERZSPRUNG FLORIAN STETTER MARIE BÄUMER MERET BECKER HILDEGARD SCHMAHL MATTHIAS HABICH ODA THORMEYER PAULA BEER ZOE MOORE THALIA NEUMANN FRIEDRICH MÜCKE HANS KREMER SARAH HORVÁRTH SASKIA ROSENDAHL ANNE SCHRAMM MAX VON PUFENDORF als Gast JOHANN VON BÜLOW STAB Produzentin Regie Drehbuch Koproduzent Producer Kamera Szenenbild Kostümbild Maskenbild Produktionsleitung USCHI REICH VIVIAN NAEFE ROCHUS HAHN, USCHI REICH WILFRIED ACKERMANN BERND KRAUSE MARTIN LANGER THOMAS FREUDENTHAL GABRIELA REUMER ELKE LEBENDER GREGOR ECKSTEIN, JEANNETTE LATZELSBERGER JÖRG KUHLMANN 4


INHALT Als ihre Großmutter Bertha stirbt, erbt die 28-jährige Iris (HANNAH HERZSPRUNG) das Haus der Familie in Bootshaven. Doch Iris ist sich nicht sicher, ob sie das Erbe annehmen soll: zu viele schmerzliche Erinnerungen wohnen in dem alten, dunklen Kasten. Sie bleibt zunächst nur eine Woche, streift von Zimmer zu Zimmer, auf der Suche nach den eigenen Erinnerungen und dem Vergessen. Sie durchwandert den verwunschenen, inzwischen verwilderten Garten, in dem rote Johannisbeeren über Nacht weiß geworden sind und in dem ein Apfelbaum in einem Jahr zweimal geblüht hat. Sie schwimmt in einem dunklen See und küsst, ganz unerwartet, Max (FLORIAN STETTER), den Bruder ihrer Jugendfreundin Mira. Eines Abends kommt auch der alte Herr Lexow (MATTHIAS HABICH) zu Besuch, der Bertha näher stand, als Iris je ahnte. Werden nur Menschen vergesslich, die etwas zu vergessen haben? Bertha (HILDEGARD SCHMAHL) jedenfalls erkannte am Ende nicht einmal mehr ihre drei Töchter wieder: Die bildschöne Inga (MARIE BÄUMER), die als Fotografin arbeitet und niemals geheiratet hat; Iris’ Mutter Christa (ODA THORMEYER), die als einzige die Welt im Norden für die im Süden eingetauscht hat, und Harriet (MERET BECKER), die den frühen Tod ihrer Tochter Rosmarie nie verwunden hat. Je enger Iris’ Beziehung zu Max wird, umso mehr traut sie sich an ihre eigenen, verdrängten Erinnerungen heran. Schließlich gelangt sie zu jener traumatischen Nacht, in der ihre Cousine Rosmarie starb: Was wollte Rosmarie auf dem Dach des Wintergartens? Und was wollte sie Iris vorher noch sagen? Iris spürt, dass auch das Erinnern eine Form des Vergessens ist, das ihr einen neuen Anfang möglich macht… 5


PRESSENOTIZ DER GESCHMACK VON APFELKERNEN erzählt von den Frauen einer Familie und den Schicksalen dreier Generationen, untrennbar verbunden durch das alte Haus, das ihre Geheimnisse über Jahrzehnte bewahrt hat. Wie ein Puzzle setzen sich die Erinnerungen zusammen zu einem bewegenden Film über die Liebe, den Tod und das Vergessen. Uschi Reich, Geschäftsführerin und Produzentin der Bavaria Filmverleih- und Produktions GmbH (DIE WILDEN HÜHNER, DAS FLIEGENDE KLASSENZIMMER, BIBI BLOCKSBERG, IM WINTER EIN JAHR, ALS DER WEIHNACHTSMANN VOM HIMMEL FIEL) bringt Katharina Hagenas internationalen Bestseller „Der Geschmack von Apfelkernen“ auf die Kinoleinwand. Die bittersüße Familienchronik hat sich auf deutsch bisher 1,25 Millionen Mal verkauft und stand nach ihrer Veröffentlichung 2008 wochenlang auf den Bestsellerlisten (u.a. auf Platz 1 der Spiegel Bestsellerliste). Das Drehbuch schrieben Rochus Hahn (DAS WUNDER VON BERN) und Uschi Reich. Regie führte Vivian Naefe, die für Bavaria bereits die Bestseller-Adaptionen DIE WILDEN HÜHNER 1–3 inszeniert hat. Die Hauptrolle der Iris, die das Familienhaus von ihrer Großmutter Bertha erbt und in die Vergangenheit reisen muss, bevor ihre Zukunft beginnen kann, spielt Hannah Herzsprung. Die drei ungleichen Töchter von Bertha verkörpern Marie Bäumer (MITTE ENDE AUGUST), Meret Becker (KLEINE HAIE, KOKOWÄÄH) und die renommierte Bühnenschauspielerin Oda Thormeyer als Mutter von Iris. Die Männer, die ihre Lebenswege begleiten, werden von den Nachwuchsstars Florian Stetter (SOPHIE SCHOLL – DIE LETZTEN TAGE) als Max Ohmstedt und Friedrich Mücke (FRIENDSHIP!, RUSSENDISKO) als Peter Claasen sowie von den Charakterdarstellern Matthias Habich (NIRGENDWO IN AFRIKA) als Carsten Lexow und Hans Kremer (STAMMHEIM) als Hinnerk, Ehemann von Bertha, dargestellt. Für die Bildgestaltung sorgt der vielfach preisgekrönte Kameramann Martin Langer (DER GANZ GROSSE TRAUM). Für das Szenenbild zeichnet Thomas Freudenthal (EFFI BRIEST) verantwortlich, Gabriela Reumer (KOKOWÄÄH) für die Kostüme. DER GESCHMACK VON APFELKERNEN wurde gefördert von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, der HessenInvestFilm, der Filmförderungsanstalt (FFA), dem Deutschen Filmförderfonds (DFFF) und dem FilmFernsehFonds Bayern (FFF). 6


PRODUCER’S NOTE VON USCHI REICH DER GESCHMACK VON APFELKERNEN ist eine Familiensaga über mehr als drei Generationen. Mosaikartig setzt sich die Familiengeschichte unserer Hauptfigur Iris zusammen. Aus der Gegenwart heraus tauchen wir in die verschiedenen Zeitebenen ein und kehren wieder zu Iris’ Geschichte zurück. Ihre Reise in die Vergangenheit, die erst den Aufbruch in die Zukunft möglich macht, gipfelt schließlich in jener Nacht, in der Iris’ Cousine Rosmarie mit kaum 16 Jahren stirbt. Im Zentrum des Films stehen Haus und Garten von Großmutter Bertha von den 20er Jahren bis heute. Magische und tragische Geschichten sind durch die Jahrzehnte hindurch passiert und oft stand beides im Zusammenhang: rote Johannisbeeren wurden weiß und blieben es für immer, als Berthas Schwester Anna mit 16 starb. Apfelbäume erblühten ein zweites Mal im Sommer. Tante Inga kann an ihren Fingerspitzen Funken entstehen lassen. Es gibt Dinge, an die Iris sich gern erinnert: Sie schlüpft dazu in die Kleider aus Tüll und Seide, die die Tanten zurückgelassen haben und fährt das Rad ihres Großvaters, auf dem schon ihre Mutter als Kind gefahren ist. Aber dann gibt es auch Erinnerungen, die Iris am liebsten für immer vergessen hätte. Den Tod ihrer Cousine Rosmarie z.B., die mit noch nicht mal 16 Jahren starb. Doch Bertha wusste: Nur wer sich mit der Vergangenheit konfrontiert, kann in der Gegenwart ein Ganzes werden. Deshalb hat sie, die am Ende alles und alle vergessen hatte, Iris ihr Haus vererbt. Katharina Hagenas Roman ist nicht leicht zu verfilmen, aber genau das hat mich gereizt. Die größte Aufgabe war für die Autoren, die verschiedenen Zeitebenen zu kombinieren. Es gibt ja nicht so viele Beispiele in der Filmgeschichte dafür. THE HOURS z. B. wo die drei Erzählstränge parallel laufen und erst am Ende zusammengeführt werden. Oder THE SOCIAL NETWORK, das ständig zwischen Gegenwart und Vergangenheit springt. Mir macht es Spaß im Drehbuch konventionelle Erzählformen aufzubrechen und ich habe damit auch schon in meinen Kinderfilmen experimentiert. In DER GESCHMACK VON APFELKERNEN erzählen wir als Hauptgeschichte die Liebesgeschichte von Iris und Max und springen von da in die verschiedenen Ebenen der Vergangenheit zurück. So erfahren wir von Bertha und Carsten Lexow, die ein Leben aneinander gebunden blieben, obwohl doch Bertha mit Hinnerk verheiratet war. Wir erleben Harriets Geschichte, die schwanger von ihrem Vater verstoßen, von ihrer Mutter ins Haus zurückgeholt wird. Wir erleben, wie Rosmarie aufwächst und ihre Liebe zu Mira entdeckt…! Wir sind berührt von Berthas langsamem Vergessen und leiden mit Iris an ihrem persönlichen Trauma, ihrer Schuld. Warum hat sie sich schlafend gestellt, als Rosmarie in ihr Zimmer kam? Was wollte sie ihr noch sagen, so kurz vor ihrem Tod? Was? Ich habe mir schon lange gewünscht, einen Film für mehrere Generationen zu machen. Wie damals CHOCOLAT – EIN KLEINER BISS GENÜGT, in den Mütter mit ihren Töchtern gegangen sind, aber eben auch Töchter oder Mütter für sich. So, wie der Roman mehrere Generationen anspricht, hoffe ich, dass uns dies auch mit dem Film gelingen wird. Dass die Geschichte, die wir erzählen, Zwanzigjährige genauso fasziniert wie ältere Gruppen von Kinogehern. 7


ÜBER DIE PRODUKTION Die Verfilmung eines der erfolgreichsten deutschen Romandebüts der letzten Jahre entstand in Schleswig-Holstein, Hamburg und Hessen. Nach insgesamt 44 Drehtagen fiel am 29. Juli 2012 die letzte Klappe für die Dreharbeiten von DER GESCHMACK VON APFELKERNEN. Berthas Haus, Mittelpunkt der Handlung und somit Hauptdrehort, entdeckte die Produktion nach langer Suche auf Gut Stendorf in Schleswig-Holstein. „Wir haben uns verschiedene wunderbare Herrenhäuser angeschaut. Aber es gab immer etwas, das nicht gestimmt hat – meist fehlte der Apfelgarten“, erzählt Produzentin Uschi Reich. Die Wahl fiel schließlich auf Gut Stendorf: „Da es leer steht, konnten wir das Haus praktisch wie ein Studio nutzen und uns alles nach unseren Bedürfnissen einrichten.“ Stendorf liegt im Naturpark „Holsteinische Schweiz“ im hügeligen Osten Schleswig- Holsteins. Das 50-Seelen-Dorf zählt zur Gemeinde Kasseedorf am Bungsberg – mit 168 Metern die höchste Erhebung im „platten“ Land. Das Gut stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist heute ein Landwirtschaftsbetrieb. Das nahezu vollständig erhaltene Gutshaus und das kleine Dorf mit seiner alten Meierei wurden 1985 unter Denkmalschutz gestellt. Ein zusätzlicher Drehtag wurde im Winter 2012 angesetzt, um Haus und Garten in dieser Jahreszeit noch einzufangen. Der fiktive norddeutsche Ort Bootshaven wird aus mehreren Nachbardörfern zusammengesetzt. Ein kleinerer Teil des Films spielt auch rund um das Dorf Rieseby (Kreis Rendsburg-Eckernförde) an der Schlei, nördlich von Stendorf gelegen. Anschließend standen verschiedene Großstadt-Motive auf dem Drehplan: im nahe gelegenen Hamburg, in Marburg, wo die Protagonistin Iris als Bibliothekarin arbeitet, und in Frankfurt, Wohnort ihrer Eltern und ihrer einstigen Freundin Mira. Hannah Herzsprung stand schnell als Hauptdarstellerin fest. „Eigentlich haben wir ein großes blondes Mädchen gesucht“, erzählt Uschi Reich lachend. Aber Herzsprungs Casting war einfach zu überzeugend: „Wir haben uns verschiedene Kandidatinnen angeschaut und uns dann gemeinsam mit der Autorin Katharina Hagena für Hannah entschieden.“ Dass die Autorin der Romanvorlage zumindest bei den Kernpunkten mit einbezogen wird, war für Uschi Reich selbstverständlich: „Mir war wichtig, die großen Entscheidungen abzusprechen. Neben den Darstellern haben wir Katharina Hagena auch unser Film-Haus gezeigt, und natürlich die verschiedenen Drehbuchfassungen.“ Katharina Hagenas Romandebüt „Der Geschmack von Apfelkernen“ hat bislang 1,25 Millionen Exemplare verkauft und stand nach seinem Erscheinen 2008 monatelang auf den Bestsellerlisten. Der Roman wurde in über 22 Länder verkauft und war auch im Ausland, insbesondere in Frankreich und Italien, ein Überraschungserfolg. Bei der Besetzung stand die Produktion indes vor einer unerwarteten Herausforderung: Viele Charaktere in DER GESCHMACK VON APFELKERNEN 8


werden über die Generationen und Jahrzehnte hinweg von bis zu drei verschiedenen Schauspielern verkörpert. „Das hatte ich etwas unterschätzt, muss ich gestehen“, so Uschi Reich. „Da hat man sich bei der Besetzung auf jemanden verständigt, und plötzlich stellt man fest: Der oder die hat eine ganz andere Augenfarbe. Man kann vieles anpassen: die Haare, die Figur… Aber die Augen müssen stimmen. Dass alle drei zusammen eine Einheit bilden, dass etwa die Figur Iris durch drei Darstellerinnen hindurch strahlt – das war das Entscheidende beim Casting.“ Die Regie der bewegenden Zeit-Reise wurde Vivian Naefe (DIE WILDEN HÜHNER 1–3) anvertraut. „Aufgrund der komplizierten Erzählstruktur brauchte ich eine Regisseurin – denn ich wollte dieses Projekt gern mit einer Frau realisieren – die mit Dramaturgie umgehen kann“, erzählt Uschi Reich. „Ein gewisser Respekt vor dem Drehbuch war für mich eine Grundvoraussetzung – man muss sich an die Struktur halten, auf die viel Zeit und Mühe verwendet worden ist. Dazu ist Vivian Naefe eine gute Schauspieler-Regisseurin, die große Erfahrung mitbringt.“ Für die Bildgestaltung wurde der versierte Kameramann Martin Langer engagiert, der zuletzt mit Marc Rothemund die Komödie MAN TUT WAS MAN KANN gedreht hat, aber auch „Lehrer“ Daniel Brühl und seine Fußballer in DER GANZ GROSSE TRAUM in Szene gesetzt hat. „Ich wünschte mir eine poetische Filmsprache“, betont Uschi Reich. „Das Buch hat Elemente des magischen Realismus: die Funken, die Inga versprüht; die Johannisbeeren, die über Nacht weiß werden; der Apfelbaum, der zwei Mal Früchte trägt. Das alles verlangt nach einer entsprechenden Bildsprache. Martin Langer, mit dem ich schon BIBI BLOCKSBERG gemacht habe, hat ein ausgeprägtes Bewusstsein für Ästhetik und starke Bilder. Das finde ich gerade bei diesem Film ausgesprochen wichtig.“ 9


DIE CHARAKTERE Bertha Lünschen, geb. Deelwater (SASKIA ROSENDAHL / ANNE SCHRAMM / HILDEGARD SCHMAHL) geboren 1927 Großmutter von Iris, Mutter von Christa, Inga und Harriet Bertha heiratet Hinnerk Lünschen und verheimlicht ihren Seitensprung mit Carsten Lexow. Seit sie im Alter vom Apfelbaum gestürzt ist, fällt die Erinnerung Stück für Stück von ihr ab. Aber sie muss noch gewusst haben, wie sehr Iris das Haus ihrer Familie als Kind geliebt hat: In ihrem Testament vermacht Bertha das Grundstück ihrer Enkelin. Anna Deelwater (SARAH HORVÁRTH) geboren 1926 Berthas jüngere Schwester Anna isst ihre Äpfel mitsamt dem Gehäuse. Verführt im dunklen Apfelgarten ihren Lehrer Carsten Lexow, verkühlt sich und stirbt mit 16 Jahren an Lungenentzündung. Hinnerk Lünschen (HANS KREMER) geboren 1925 Großvater von Iris, Vater von Christa, Harriet und offiziell auch Inga Hinnerk hatte eigentlich ein Auge auf Berthas Schwester Anna geworfen, heiratete nach ihrem Tod aber Bertha. Er verstößt seine Tochter Harriet, als sie schwanger wird, nimmt sie auf Bitten seiner Frau aber wieder auf. Von Beruf Rechtsanwalt. Ein strenger Vater, aber ein liebevoller Großvater, der für seine Enkelinnen auf dem Dachboden spukt. Carsten Lexow (MAX VON PUFENDORF / MATTHIAS HABICH) geboren 1920 Ehemaliger Lehrer von Anna und Bertha Carsten Lexow kommt mit 20 Jahren als Dorfschullehrer nach Bootshaven und verliebt sich in seine Schülerin Bertha, die jedoch Hinnerk Lünschen heiratet. Nachdem Bertha im Alter ins Heim kommt, kümmert er sich um das verlassene Haus und den Garten – und vertraut Iris sein Geheimnis an: Er hat ein einziges Mal mit Bertha geschlafen und ist höchstwahrscheinlich der leibliche Vater ihrer Tante Inga. Christa Berger, geb. Lünschen (ODA THORMEYER) geboren 1956 Mutter von Iris, älteste Tochter von Bertha und Hinnerk Christa fühlt sich auf Schlittschuhen am freiesten und liebt die Kälte, zieht aber trotzdem mit ihrem Mann Dietrich nach Hessen, wo die Sommer heiß und die Winter mild sind. Nach der Beerdigung von Bertha fährt sie mit ihrem Mann gleich zurück. Inga Lünschen (MARIE BÄUMER) geboren 1958 Tante von Iris, zweite Tochter von Bertha und Hinnerk (in Wahrheit aber wohl von Carsten Lexow) Inga kam bei einem furchtbaren Gewitter zur Welt und ist seitdem elektrisch aufgeladen. Sie kann an ihren Fingerspitzen Funken entstehen lassen. Die schönste und stolzeste der Lünschen-Schwestern, sie hatte viele Verehrer, hielt die Männer aber auf Distanz. Wirklich geliebt hat sie nur Peter Klaasen. Als sie Zeugin wird, wie 10


ihre Nichte Rosmarie ihn küsst, bricht es ihr das Herz. Harriet Lünschen (MERET BECKER) geboren 1960 Iris’ Tante, Mutter von Rosmarie, jüngste Tochter von Bertha und Hinnerk Harriet wird als Studentin ungewollt schwanger und darf ihr Kind nur in ihrem Elternhaus großziehen, weil Bertha sich gegen Hinnerk durchsetzt. Nach Rosmaries Tod hat sie in einer Sekte eine neue Familie gefunden und nennt sich seither „Mohani“, trägt aber kein Orange, sondern nur ein Bild ihres Gurus. Iris Berger (THALIA NEUMANN / HANNAH HERZSPRUNG) geboren 1984 Berthas Enkelin, Christas Tochter, Nichte von Inga und Harriet Iris hat ihr Studium in London abgebrochen und arbeitet als Bibliothekarin in Marburg, als ihre Großmutter stirbt. Nach der Testamentseröffnung bleibt sie allein im Haus der Familie zurück und überlegt, ob sie ihr Erbe antreten oder ablehnen soll. Auf ihrer Reise in die Vergangenheit trifft sie Max Ohmstedt wieder, den Bruder von Mira, ihren „Sandkastenfeind“ aus Kindertagen. Rosmarie Lünschen (PAULA BEER) geboren 1982 Harriets Tochter, Berthas Enkelin, Cousine von Iris Rosmarie ist Iris’ dominante Cousine. Eine Anführerin, die am liebsten boshafte Spiele wie „Friss oder stirb“ spielt und andere herumkommandiert. Nimmt Nachhilfeunterricht bei Peter Klaasen und flirtet mit ihm, obwohl sie genau weiß, dass er ihre Tante Inga liebt – und sie ihn. Stirbt kurz vor ihrem 16. Geburtstag bei einem tragischen Unfall. Mira Ohmstedt (ZOE MOORE) geboren 1981 Rosmaries beste Freundin, Schwester von Max Mira verbringt mehr Zeit bei den Lünschens als zu Hause. Sie trägt nur Schwarz, gibt sich cool und tyrannisiert mit Rosmarie die jüngere, sensible Iris. Rosmarie und Mira sind unzertrennlich – bis Mira aufbegehrt und ihr Kräftemessen in einem bitteren Machtspiel gipfelt. Nach Rosmaries Tod haben sich Iris und Mira nie wiedergesehen Max Ohmstedt (FLORIAN STETTER) geboren 1985 Miras Bruder, heute Anwalt in Bootshaven Max wurde früher von dem Mädchen-Trio-infernale nur „die Niete“ genannt. Er ist im Haus seiner Eltern in Bootshaven wohnen geblieben und hat kaum noch Kontakt zu seiner Schwester Mira. Er verwaltet als Anwalt Berthas Nachlass und trifft so Iris wieder, die das lästige Anhängsel von damals nun ganz neu kennen und lieben lernt. Peter Klaasen (FRIEDRICH MÜCKE) geboren 1975 Ingas große Liebe Peter Klaasen arbeitet an der Tankstelle am Ortseingang von Bootshaven und verliebt sich in seine attraktivste Kundin, Inga. Er wird als Nachhilfelehrer für Rosmarie und Mira engagiert und unfreiwillig in den Machtkampf zwischen den 11


Mädchen verwickelt, was ihn Ingas Liebe kostet. Friedrich Quast (JOHANN VON BÜLOW) geboren 1959 Harriets Liebhaber, Vater von Rosmarie Quast verlebte als Medizinstudent wilde Wochen mit Harriet, ließ sie dann jedoch sitzen. Er erfährt erst nach Rosmaries Tod, dass er überhaupt eine Tochter hatte, als Harriet ihn überraschend in seiner Hamburger Praxis aufsucht. 12


INTERVIEW MIT VIVIAN NAEFE (Regie) Wie würden Sie DER GESCHMACK VON APFELKERNEN beschreiben? Der Film erzählt eine Familiengeschichte – und mehrere Liebesgeschichten – über drei Generationen hinweg. Eine junge Frau erbt das Haus ihrer Großmutter und muss entscheiden, ob sie dieses Erbe annimmt. Denn dieses Haus zu übernehmen, würde bedeuten, dass sie auch ihre Familiengeschichte akzeptieren muss. Dabei merkt sie erst, dass sie ein Trauma aufarbeiten muss, um überhaupt erwachsen werden und lieben zu können – „ein ganzer Mensch zu werden“, wie sie es ausdrückt. Steckt in diesem Stoff auch eine romantische Komödie? Die Geschichte spielt ja auf mehreren Ebenen, aber der Erzählstrang in der Gegenwart hat tatsächlich Züge einer romantischen Komödie. Iris hat ihr Trauma – den Tod ihrer Cousine Rosmarie – als Teenager erlitten, und da ist sie im Grunde stehen geblieben. Deswegen verhält sie sich anfangs auch reichlich pubertär, als sie ihren Jugendfreund Max nach 13 Jahren wiedersieht. Eigentlich mochten sich die beiden immer – obwohl Iris ihm damals bei ihrer ersten Begegnung einen Stein an den Kopf geworfen hat. Als sie sich jetzt wiedertreffen, führt sie sich wie ein pubertärer Tollpatsch auf und versucht, ihre Unsicherheit mit Witz zu überspielen. Und Max fand Iris insgeheim damals schon cool. So gehen die beiden ziemlich verklemmt aufeinander zu und reden ständig aneinander vorbei. Daraus entstehen durchaus lustige Situationen. Ist die manipulative Rosmarie der „Bösewicht“ in der Geschichte? Nein. Ich empfinde große Sympathie für sie, obwohl sie wirklich schlimme Dinge anstellt und auslöst. Rosmarie wird die Pubertät nicht überleben. Sie ist mit ihrer Mutter und den Großeltern aufgewachsen und hat es nicht verkraftet, dass sie nie einen Vater hatte. So hat sie sich die wildesten Geschichten ausgemalt, wer ihr Vater ist – ein Pirat zum Beispiel. Als Teenager testet sie Grenzen aus, bis hin zu ziemlich bösartigen Aktionen. Aber deshalb ist sie nicht per se böse. Rosmarie ist auch eine starke und schöne Persönlichkeit. Was hat Sie als Regisseurin an dem Projekt gereizt? Dass in dieser großen Geschichte, die sich über Generationen und Jahrzehnte erstreckt, ein Mikrokosmos steckt: die Familie. Machtkämpfe, Liebe, Tod – das alles spielt sich innerhalb einer Familie ab. Nichts prägt uns mehr als unsere Familie. In den USA werden wundervolle Familienfilme gedreht. Ein Epos über eine ganze Dynastie, wie „Die Buddenbrooks“ – so etwas gibt es in Deutschland viel zu wenig. Hinzu kommt das archaische Element der Natur: Diese Familie lebt auf dem Land, die Jugendlichen wachsen in und mit der Natur auf. Ich finde es richtig und wichtig, nicht noch einen coolen Großstadtfilm zu machen - davon gibt es reichlich - sondern hier etwas ganz anderes, ursprüngliches zu versuchen. 13


INTERVIEW MIT USCHI REICH (Produzentin, Drehbuchcoautorin) Was hat Sie in filmischer Hinsicht an der DER GESCHMACK VON APFELKERNEN gereizt? Mich haben vor allem die verschiedenen Zeit- und Erzählebenen interessiert. Damit habe ich schon immer gern experimentiert, auch in meinen Kinderfilmen. Ich wollte eine andere, unkonventionellere Erzählform ausprobieren und sehen, ob sich das überhaupt in eine filmische Struktur übersetzen lässt. Wie haben Sie das gelöst? Wir haben die Gegenwartsebene mit Iris und Max stärker als im Roman in den Vordergrund gerückt und lassen von dort aus die anderen Ebenen lebendig werden: die Geschichte der Cousinen in den 90er Jahren, dann die Geschichten der Tanten Harriet und Inga ab Ende der 70er und natürlich Berthas Geschichte, die in den 30er Jahren beginnt und sich dann bis in die Gegenwart hindurch zieht. Während Iris durch das Haus geht, öffnen sich immer mehr Türen zurück in die Vergangenheit. Sie muss sich erinnern. Erst dadurch wird es Iris möglich, sich eine Zukunft zu schaffen. Das ist der Kern der Geschichte. Insofern war Berthas Entschluss, das Haus ihrer Enkelin zu vermachen, ein kluger Schachzug. Sie hat ihr damit geholfen, auch wenn ihr das vielleicht gar nicht mehr bewusst war. Warum haben Sie Vivian Naefe die Regie anvertraut? Ich brauchte eine Regisseurin, die gut mit Dramaturgie umgehen kann. Mir war wichtig, dass die strukturelle Arbeit, die im Drehbuch geleistet wurde, respektiert wird. Ich hätte nicht mit jemandem arbeiten können, der das alles wieder auf den Kopf stellt, weil es ein wirklich komplex verschachteltes System der Erzählung ist. Wenn man einen Film macht, der auf so vielen verschiedenen Ebenen spielt, braucht man einen roten Faden, um dem Zuschauer die Geschichte überhaupt verständlich zu machen – zumal, wenn er das Buch nicht gelesen hat. Das ist unser Weg, so erzählen wir den Film – darin mussten wir uns einig sein. Und das waren wir. Hannah Herzsprung ist als Iris der rote Faden, der den Zuschauer durch die Geschichte führt. Warum haben Sie sich für sie entschieden? Hannah Herzsprung hat eine Gabe, die nur ganz wenige Schauspieler besitzen: Sie trägt ihr Innerstes nach außen. Das kostet sie selber unfassbar viel Kraft beim Spiel. Aber wenn man sie dann auf der Leinwand sieht, hat man das Gefühl, man könnte direkt in ihre Seele blicken. Wir haben Hannahs Casting vorab der Autorin Katharina Hagena gezeigt. Und auch sie war sofort überzeugt, dass Hannah die Idealbesetzung für die Rolle ist. 14


Und warum ist Florian Stetter Ihr perfekter Max? Florian ist der Richtige für diese Rolle, weil er genau wie seine Figur Max etwas Zurückhaltendes, fast Britisches an sich hat, gepaart mit trockenem Witz. Mir ist erst bei den Proben aufgefallen, wie cool Max eigentlich ist. Er wird immer für einen Verlierer, für „die Niete“ gehalten. Aber im Grunde ist er ein Gewinner. Worin bestand die größte Herausforderung bei der Arbeit an dem Film? Sind Sie auf unerwartete Probleme gestoßen? Wegen der verschiedenen Zeitebenen im Film werden die meisten Figuren von mehreren Darstellern verkörpert. Die passenden Schauspieler in den verschiedenen Altersstufen zu finden, war schwierig und langwierig. Von manchen mussten wir uns wieder trennen, weil etwa ganz schlicht ihre Augenfarbe nicht stimmte: Wenn eine Person mit blauen Augen eingeführt wird, dann sollten natürlich auch alle folgenden Schauspieler blaue Augen haben. Haarfarben und Frisuren kann man verändern, die Augen nicht. Auch Linsen waren keine Option. Weder Vivian (Naefe) noch ich hatten damit gerechnet, dass es so lange dauern würde, bis wir die stimmige Besetzung zusammen haben. Aber jetzt ist es völlig glaubwürdig, dass zum Beispiel Iris, die im Film von drei Darstellerinnen verkörpert wird, oder Rosmarie – gespielt von zwei Mädchen – ein und dieselbe Person sind. Ein weiterer Hauptdarsteller im Film ist Berthas Haus mit dem Apfelgarten. Wie haben Sie Ihren Drehort gefunden? Wir haben uns mehrere Güter (in Schleswig-Holstein) angeschaut. Wunderschöne Häuser, aber es scheiterte jedes Mal daran, dass es keinen passenden Garten gab. Dann hat unser Motiv-Scout Tobias von Schönermark Gut Stendorf entdeckt, und dort gab es endlich auch einen großen Obstgarten, wie er im Roman beschrieben ist. Das war der ausschlaggebende Punkt. Wir haben das Haus dann auch Katharina Hagena gezeigt, denn mir war wichtig, dass der Schauplatz auch ihren Vorstellungen entspricht. Außerdem konnten wir das Gutshaus wie ein Studio nutzen und die Räume selbst gestalten. Wir wollten gar nicht wieder weg. 15


INTERVIEW MIT KATHARINA HAGENA (Autorin der Romanvorlage) Was ist das für ein Gefühl, den eigenen Roman auf der Leinwand zu sehen? Nachdem ich den Film jetzt gesehen habe, bin ich vor allem erleichtert. Denn im Vorfeld fühlte ich mich etwas beklommen. Jedes Drehbuch ist ja eine Art Abrissbirne, schon weil man den Stoff auf maximal zwei Stunden zusammenkloppen muss. Mir war klar, dass es Einschnitte geben würde. Deshalb war ich skeptisch. Aber es ist natürlich auch eine große Ehre, wenn das eigene Buch verfilmt wird. Die größte Herausforderung bei der Verfilmung waren die vielen Zeitebenen. Genau, das konnte ich mir zunächst auch nur schwer vorstellen. Soll man alle Rückblenden in Sepia drehen? Aber ich finde die Umsetzung sehr gelungen. Für mich als Autorin ist jede Veränderung schwer hinzunehmen. Andererseits darf man sicher auch nicht zu respektvoll mit der Vorlage umgehen, da das Wort im Film nicht so viel zählt. Außerdem ist ein Film Teamarbeit, und das Drehbuch ist eben nur ein Teil davon. Das war für mich als Frau des Wortes eine sehr interessante Erkenntnis: Am Ende bleiben die Bilder im Kopf, nicht die Texte. Ich sehe den Film als eine Lesart meines Buches und kann ihn gut für sich stehen lassen. Und wie gefallen Ihnen die Schauspieler? Uschi Reich hatte mir Hannah Herzsprungs Casting gezeigt, und sie hat auch mich sofort überzeugt. Sie verleiht Iris in ihrer Verwirrung eine große Stärke. Und ich finde, dass Max sich im Film sehr gut entwickelt hat. Was Florian Stetter aus der Figur gemacht hat, gefällt mir sehr. Aber am meisten hat mich Paula Beer als Rosmarie beeindruckt. Sie ist ja nicht einfach nur ein hormongesteuerter Teenager, Rosmarie durfte nicht zu einer fiesen kleinen Tussi oder zur Schurkin degradiert werden. Paula Beer spielt sie sehr stark und verstörend. Waren Sie bei den Dreharbeiten dabei? Leider fiel der Dreh exakt mit den Wochen zusammen, in denen ich mit dem Lektorat meines neuen Romans „Vom Schlafen und Verschwinden“ beschäftigt war. Deshalb war ich nie auf Gut Stendorf, aber der Szenenbildner hat mich besucht und mir Bilder gezeigt. Das Haus kommt dem sehr nah, was ich vor Augen hatte, es war fast schon unheimlich. Ich war also nie selbst vor Ort, aber dafür hat lustigerweise mein Bruder einen Komparsenauftritt in DER GESCHMACK VON APFELKERNEN. Er ist Justiziar in einer großen Firma, sehr seriös, aber er hatte sich schon immer gewünscht, in einem Film mitzumachen. Das war seine Chance! Bei Berthas Beerdigung ist er mit dabei. Wie essen Sie eigentlich Ihre Äpfel? Meistens esse ich um das Kerngehäuse herum, aber das kommt auf die Sorte an. 16


Bei Boskop würde ich es liegenlassen, bei Cox Orange kann man es gut mitessen. Als Kinder haben wir das oft gemacht. Stand der Titel „Der Geschmack von Apfelkernen“ von Anfang an fest? Mein Arbeitstitel war „Das Buch vom Vergessen“. Aber daraus wurde nichts, weil es von Milan Kundera schon „Das Buch vom Lachen und Vergessen“ gab. „Der Geschmack von Apfelkernen“ war mein zweiter Vorschlag, und ich musste ihn mir erkämpfen – zu lang, zu sperrig. Als der Roman dann auf der Bestsellerliste stand, war der Verlag aber sehr zufrieden, dass der Titel zwei Zeilen in Anspruch nahm… In erster Linie beschreibt der Titel, wie das Buch funktionieren sollte: Man muss ein bisschen auf der Schale herumkauen, bevor man alle Nuancen entdeckt – den süßen Apfel und den bitteren Kern, der aber auch nach Marzipan schmeckt. Meistens hat man seine Kern-Mitessen-Phase vor dem Erwachsenwerden, insofern hat „Der Geschmack“ auch mit Erinnerung zu tun: Während wir auf den Kernen kauen, fallen uns Bilder und Erlebnisse wieder ein. Die Blausäure steckt übrigens gar nicht im Kern selbst, sondern bildet sich erst nach dem Verzehr im Körper. Das ist für mich ein Sinnbild für Lektüre, eigentlich für jede Geschichte: Erst durch Verschlingen des Buches zeitigt sie beim Leser ihre Wirkung. Ohne Leser – oder Zuschauer – ist eine Geschichte noch keine Geschichte. Wie erklären Sie sich den gigantischen Erfolg Ihres Romans? Ich war selbst überrascht. Nach der großen Resonanz zu urteilen, besonders auch im Ausland, scheint das Haus der Schlüssel zu sein. Die häufigste Reaktion war: „Auch in meiner Familie gibt es so ein Haus. Es ist vielleicht anders als dieses, aber nach der Lektüre des Buches habe ich plötzlich an etwas gedacht, etwas gerochen oder geschmeckt, das lange verschüttet war.“ Das ist schon ergreifend, wenn man andere Menschen so berühren kann. Einmal kam ein alter Herr auf mich zu und erzählte mir, dass er alles wegwerfen wollte, ganze Kisten voller Briefe und Unterlagen. Aber dann hat er das Buch gelesen und daraufhin entschieden, alles aufzubewahren. So können seine Kinder und Enkel selbst entscheiden, ob sie es lesen möchten. Das war für mich überwältigend. Sie haben mal gesagt: „Für mich steht am Anfang und am Ende die Familie.“ Im Hinblick auf Geschichten, ja. Die Familie ist der Ort der Geschichten, jeder trägt seine eigene Geschichte in sich. Selbst der Großstadt-Single sucht die Liebe und somit letztlich eine Familie. Alle Bibel-Geschichten sind Familiengeschichten. Oder nehmen Sie die griechische Mythologie: Ödipus, Medea… Die größten Dramen spielen sich zwischen Geschwistern ab, zwischen Eltern und Kindern – das sind die besten Geschichten. Nichts beschäftigt uns mehr, nichts regt uns so sehr auf. 17


In „Der Geschmack von Apfelkernen“ gibt es Elemente des magischen Realismus, wie die Johannisbeeren, die über Nacht weiß werden. Wie sind Sie darauf gekommen? Jemand erlebt etwas Schreckliches und über Nacht werden seine Haare weiß – das gibt es ja. Warum also nicht auch Johannisbeeren? Ich finde das gar nicht so weit hergeholt oder fantastisch. Ich habe überhaupt kein Interesse daran, der Realität hinterher zu schreiben: „Dann bog sie links ab, stieg in die Buslinie 36 und fuhr nach xy…“ Ich recherchiere zwar sehr genau. Aber ich finde nicht, dass sich Wahrhaftigkeit erzeugen lässt, indem man „wahre Begebenheiten“ nacherzählt. Dann muss man Tagebuch schreiben. Es gab mal einen Winter, in dem ich derart elektrisch geladen war, dass ich schon niemanden mehr anfassen mochte. Da ist es nicht mehr weit zu einer Figur wie Inga. Mein Vater ist übrigens Professor für Physik, daher wohl meine Faszination für Elektrizität. Was sagt er als Fachmann zu der funkensprühenden Inga? Er findet das totalen Quatsch, aber ganz niedlich. 18


INTERVIEW MIT HANNAH HERZSPRUNG (Iris) Welche Rolle spielen Sie als Protagonistin Iris für die Entwicklung der Geschichte? Iris ist Berthas Enkelin und erbt nach deren Tod völlig überraschend das Familienhaus. Damit beginnt auch der Film: Iris bleibt allein in dem Haus zurück, und ihre Erinnerungen werden in Rückblenden lebendig. Bis sie sozusagen an eine Schwelle stößt, die sie nicht überschreiten will – ein Trauma, das Iris begleitet. Was ist das für ein traumatisches Erlebnis? Ein dramatischer Höhepunkt in der Geschichte ist der Tod von Iris’ Cousine Rosmarie. In der Nacht, bevor sie stirbt, wollte Rosmarie Iris wecken und mit ihr reden. Aber sie hatten sich gestritten und Iris ist sauer auf Rosmarie, also stellt sie sich schlafend. Und dann passiert dieses schreckliche Unglück. Darüber ist Iris nie hinweg gekommen. Seitdem stellt sie sich – zumindest unterbewusst – die Frage: Was wäre gewesen, wenn? Hätte ich es verhindern können? Erst in dem Haus stellt sie sich der Erinnerung und findet heraus, was sie die ganze Zeit beschäftigt hat. Sie hat sich schuldig gefühlt, auch weil innerhalb der Familie nie offen darüber gesprochen wurde. Erst jetzt gelingt es ihr, ihre Schuldgefühle zu überwinden. Und sich in Max zu verlieben. Ja, in ihren alten „Sandkastenfeind“, wie es auch im Roman so schön heißt. Das ist eine sehr schöne, skurrile Liebesbeziehung zwischen den beiden. Man merkt deutlich, dass es zwischen ihnen knistert, aber sie stoßen einander immer wieder zurück. Auch als Zuschauer denkt man sich bestimmt: „Warum lasst ihr es denn nicht zu, was zwischen euch ist?“ Es dauert eine ganze Weile, bis die beiden sich ihre Gefühle eingestehen und endlich ein Paar werden. Stimmte die Chemie zwischen Ihnen und Florian Stetter auch abseits der Kamera? Ja. Wir hatten viel Spaß, und das ist nicht selbstverständlich. Wir kannten uns vorher nicht, mussten dann aber gleich so viele intensive Szenen miteinander spielen. Da ist es ein echtes Geschenk, wenn man sich gut versteht und einen ähnlichen Humor hat. Das war gerade bei den APFELKERNEN wichtig, da unsere gemeinsamen Szenen auch eine gewisse Leichtigkeit haben sollten. Außerdem ist Florian natürlich ein großartiger Schauspieler. Wie war Ihre erste Begegnung beim Casting? Das war im Nachhinein sehr lustig, denn ich hätte beinah den Casting-Termin verpasst. Plötzlich klingelte mein Telefon: „Hannah, wo bist du denn?“ Und ich: „Wie, wo bin ich?“ Ich war tatsächlich eine Stunde zu spät dran und kam total abgehetzt 19


an. Bei Castings ist man ohnehin immer nervös: Man will die Rolle unbedingt und fühlt sich wie bei einer Prüfung. Aber Florian und Vivian (Naefe) waren ganz entspannt und haben mir meine Aufregung schnell genommen. Wie war die Zusammenarbeit mit Regisseurin Vivian Naefe? Das war ein toller Austausch, schon während der Vorbereitungsphase und später dann auch am Set. Ich stelle viele Fragen – und Vivian kann man wirklich alles fragen. Es hat großen Spaß gemacht, die Figur immer weiter mit Leben zu füllen. Vivian ist offen, neugierig und beobachtet sehr genau. Sie hat mir viel Raum gelassen, zugleich aber Sicherheit gegeben, weil sie präzise Vorstellungen hat und weiß, was sie möchte. Das war ein schönes Zusammenspiel. Haben Sie sich am Drehort „zu Hause“ gefühlt? Wenn man den Roman liest, hat man natürlich seine eigenen Bilder im Kopf – und dann steht man auf einmal da und alles wird Wirklichkeit. Das Haus und der Garten sind sehr nah an das herangekommen, was ich mir persönlich vorgestellt hatte. Das hilft natürlich enorm. Auch was die Ausstatter auf Gut Stendorf geleistet haben, die vielen schönen Details – dadurch wurde es wirklich zu „meinem“ Haus. 20


INTERVIEW MIT FLORIAN STETTER (Max) Was hat Sie an der Rolle des Max gereizt? Ich mag Max, weil er so pragmatisch ist: Obwohl er eine schwierige Kindheit hatte, hat er sich arrangiert. Er hat sich sein Leben in Bootshaven eingerichtet, kommt gut allein klar und jammert nicht. Eigentlich ein cooler Typ also – von wegen „Niete“! Wie kommt es zu seinem Spitznamen „die Niete“? Max' Mutter trinkt. Sein Vater war eigentlich nie da und seine Schwester Mira war meistens bei Rosmarie und Iris. Mit „Familie“ verbindet Max weder Wärme noch Schutz, sondern Verantwortung. Er kann nicht mit den anderen Jungs spielen gehen, weil er sich wieder mal um seine Mutter kümmern muss. Und für seine Schwester Mira ist er nur der lästige kleine Bruder, der von den „Schrecklichen Drei“ – Rosmarie, Mira und Iris – ausgelacht und drangsaliert wird. „Die Niete“ eben. Warum verbringen die Kinder so viel Zeit bei den Lünschens zu Hause? Dieses große alte Haus, in dem so viele Geschichten stecken, dazu der große Garten – das ist für Kinder ein magischer Ort, wie Pippi Langstrumpfs Villa Kunterbunt. Es verheißt Abenteuer und ist vielleicht auch ein wenig unheimlich: Was ist wohl da in dem Schrank? Welche Geschichte verbirgt sich dahinter…? Das hat gerade für Kinder eine unglaubliche Anziehungskraft. Was hat Sie an dieser Geschichte, in der ja die Frauen im Vordergrund stehen, interessiert? Zwei Drittel aller Leute, denen ich erzählt habe, dass ich diesen Film drehe, kannten den Roman. Das fand ich wirklich bemerkenswert: Die Kindergärtnerin meiner Tochter kannte „Der Geschmack von Apfelkernen“, der Friseur, die Frau in der Kneipe auch. Ich finde es toll, dass diese Geschichte offenbar alle Generationen anspricht, von fünfzehn bis siebzig. Wie war die Atmosphäre bei den Dreharbeiten? Konzentriert und sehr harmonisch. Ich glaube schon, dass die familiäre Stimmung auch damit zu tun hatte, dass so viele Frauen am Set waren. Es ging nicht so laut zu und alle zogen an einem Strang. Ich habe mich sehr wohlgefühlt. Vivian Naefe hatte ein Ritual mit Hannah und mir: Sie probte die Szenen immer erst alleine mit uns am Set bevor dann das Team hinzukam. Es war praktisch unser Testpublikum: wenn gelacht wurde, wussten wir, dass es lustig ist. Alle im Team waren mit großer Leidenschaft dabei. Nicht jeder Beleuchter interessiert sich auch inhaltlich für die Szene, die gleich gedreht wird. Aber alle haben gern zugesehen und nicht nebenbei ihre Scheinwerfer arrangiert. Das ist ganz bezeichnend für die schöne Atmosphäre an diesem Set. 21


Was zeichnet Vivian Naefe als Regisseurin aus? Sie besitzt eine ganz besondere Sensibilität für die Figuren und deren Beziehungen zueinander. Sie sucht die kleinen Momente, wie Blicke oder flüchtige Berührungen. Das ist lebensnah und erzählt viel mehr über einen Menschen als große Gesten und dick aufgetragene Dramatik. Und Ihre Filmpartnerin Hannah Herzsprung? Wir haben uns erst beim Casting kennen gelernt, aber es war sofort, als hätten wir schon eine gemeinsame Vergangenheit. Nach dem Motto: „Und, was machst du jetzt so?“ Vor der Kamera spielen wir uns die Bälle zu, auch in schwierigen Szenen. Es ist ein Geben und Nehmen, ohne dass der eine etwa darauf aus wäre, dem anderen die Schau zu stehlen. Es ist wichtig, dass man sich auf die Partnerin oder den Partner verlassen kann, und das ist bei Hannah definitiv der Fall. Bei ihr fühle ich mich aufgehoben. 22


GEDANKEN VON HILDEGARD SCHMAHL (Bertha) Eine junge Frau steht in diesem Haus und damit ihrer Geschichte gegenüber, die sie kaum aushalten kann. Was für eine Leistung sie damit vollbringt, das aufzuarbeiten und Erlösung zu finden – für ihr Herz, ihren Verstand und die Liebe zu einem Mann -, das hat mich sehr berührt. Bei unserer ersten Leseprobe war ich beeindruckt von der wilden, ungezügelten Kraft dieser jungen Mädchen, mit der sie ins Leben hineinschießen, aber auch, was passieren kann, wenn niemand an ihrer Seite ist, der auf sie aufpasst. Ich bin ganz verliebt in diese jungen Mädchen, in ihre Stärke und Power. In dieser Geschichte dominieren die Frauen. Sie machen mit den Männern, was sie wollen – so scheint es zumindest. Aber der Hauptspielleiter ist dann doch die Liebe. Der Tod ihrer Schwester Anna hat Bertha geprägt. Die Erkenntnis, dass eine Liebe mit dem Tod enden kann, dass Liebe und Tod vielleicht untrennbar miteinander verbunden sind – das hat in ihr großen Schrecken und Sprachlosigkeit ausgelöst. Das führt dazu, dass sie es später, nachdem sie mit Carsten Lexow geschlafen hat, einfach nicht fertigbringt, mit ihrem Mann und mit ihrer Tochter Inga darüber zu sprechen. Als sie aus dem Leben geht, nimmt sie das Geheimnis mit. Ich habe versucht, mir vorzustellen, wie sich diese Familie fühlen muss. Denn ich glaube, dass alle immer alles wissen – und wenn es nur unbewusst ist. Meine Generation ist mit Schweigen aufgewachsen, weil unsere Eltern oder Großeltern im Dritten Reich Unaussprechliches getan oder erlebt haben. Die Dinge auszusprechen, haben wir nicht gelernt. Ich habe erst später in meinem Leben begriffen, dass es möglich und heilsam ist, auch über das zu sprechen, wofür man sich schämt oder wovon man meint, dass man es besser für sich behalten sollte. Manchmal denke ich, dass Alzheimer vielleicht eine Folge davon ist: Dass viele Menschen nicht in der Lage sind zu kommunizieren und in ihrem Schweigen erstarrt sind. Diese Krankheit macht Angst. Aber mit zunehmendem Alter kann ich sogar dem Gedanken, dass es auch mich selbst treffen könnte, ruhiger und gelassener entgegensehen. Das Thema geht mir zwar sehr nah, aber es widerstrebt mir nicht, mich damit zu beschäftigen. Man weiß inzwischen so viel über Alzheimer, es gibt gute Bücher und schöne Filme darüber, so dass man sich damit vertraut machen und vielleicht sogar fast Frieden schließen kann. Zur Vorbereitung auf meine Rolle habe ich mit Ärzten und betroffenen Freunden gesprochen, dann aber festgestellt, wie intensiv und umfassend Katharina Hagena recherchiert hat: Alles, was ich brauchte, steht in ihrem Roman. Berthas Zustand ist im Buch genau beschrieben, und nur daran habe ich mich gehalten. Mein einziges Nachschlagewerk war „Der Geschmack von Apfelkernen“. 23


DIE DARSTELLER Hannah Herzsprung (Iris) „Iris ist noch auf der Suche, wo sie hin möchte im Leben. Sie bricht ihr Studium in London ab und verlässt einen Mann. Als ihre Großmutter Bertha stirbt, trifft sie zum ersten Mal nach langer Zeit ihre Mutter und ihre Tanten wieder – und ist selbst am meisten überrascht, als Bertha ihr das Haus der Familie vermacht. Sie fängt an, das Haus und damit auch ihre Erinnerungen neu zu erkunden. So beginnt ihre Reise zu sich selbst.“ (Hannah Herzsprung über Iris) Zu Beginn ihrer Karriere stellte Hannah Herzsprung ihre Vielseitigkeit zunächst in Fernsehserien und -filmen unter Beweis, bevor sie 2006 in Chris Kraus’ vielfach preisgekröntem Drama VIER MINUTEN ihr Leinwanddebüt gab. Mit ihrer intensiven Darstellung als Gefängnisinsassin und virtuose Pianistin überzeugte die Schauspielerin Kritiker und Zuschauer ebenso wie als Florina in Alain Gsponers DAS WAHRE LEBEN. 2007 erhielt sie für VIER MINUTEN den Bayerischen Filmpreis als Beste Nachwuchsschauspielerin. Im selben Jahr wurde sie gleich zweimal für den Deutschen Filmpreis nominiert: als Hauptdarstellerin (VIER MINUTEN) und als Nebendarstellerin (DAS WAHRE LEBEN). Sie gewann diesen wichtigen deutschen Filmpreis für DAS WAHRE LEBEN, der ihr 2009 auch den Grimme-Preis einbrachte. 2008 wurde sie zum Shooting Star der Berlinale gekürt. Im selben Jahr war sie als Terroristin Susanne Albrecht in DER BAADER MEINHOF KOMPLEX zu sehen. Es folgten Stephen Daldrys THE READER (DER VORLESER; 2008), LILA, LILA (2009) mit Daniel Brühl und Margarethe von Trottas VISION – AUS DEM LEBEN DER HILDEGARD VON BINGEN (2009). Diese Rolle brachte ihr eine weitere Nominierung für den Deutschen Filmpreis ein. 2010 folgten Jurai Herz’ HABERMANN und Friedemann Fromms TV-Serie „Weissensee“, für die Herzsprung als Beste Schauspielerin/national den Bambi und zusammen mit dem Ensemble auch den Deutschen Fernsehpreis erhielt. Großes Aufsehen erregte sie 2011 mit Tim Fehlbaums intensivem Science-Fiction- Thriller HELL. Es folgten das Drama WIE ZWISCHEN HIMMEL UND ERDE sowie die amerikanische Science-Fiction-Serie „H+“. Im September 2012 startete Til Schweigers Thriller SCHUTZENGEL, und ab Dezember war sie als Kaiserin Elisabeth in Marie Noelles und Peter Sehrs LUDWIG II. zu sehen. Zuletzt hat Hannah Herzsprung unter der Regie von Dominik Graf DIE GELIEBTEN SCHWESTERN abgedreht, erneut an der Seite von Florian Stetter. Das von Uschi Reich produzierte Drama über die Ménage à trois zwischen Friedrich Schiller und den Schwestern Caroline und Charlotte kommt Ende 2013 in die Kinos. 24


Florian Stetter (Max) „Max ist inzwischen Anwalt und lebt als Einziger immer noch in Bootshaven. Seine Eltern sind irgendwann weggezogen, aber er ist geblieben. Früher war er nur Miras kleiner Bruder, der von den Mädels nicht ernstgenommen wurde – ‚die Niete‘. Seit Rosmaries Tod hatte er keinen Kontakt mehr zu Iris, aber dann treffen sie sich bei Berthas Testamentseröffnung wieder. Ich mag an Max, dass er so pragmatisch ist. Er hatte wirklich keine leichte Kindheit, aber er hat sich arrangiert, kommt gut allein zurecht und jammert nicht. Eigentlich ein cooler Typ.“ (Florian Stetter über Max) Florian Stetter sorgte 2009 mit dem vielfach ausgezeichneten TV-Mehrteiler „Die Wölfe“, der einen Emmy erhielt, für Aufsehen. 1977 in München geboren, absolvierte Florian Stetter die Otto-Falckenberg-Schule in seiner Heimatstadt. Seine Theaterlaufbahn begann 2002 mit Engagements am Volkstheater München und im „Jedermann“ der Salzburger Festspiele. In der Spielzeit 2007/08 zählte er zum Ensemble des Maxim Gorki Theaters in Berlin, wo er in Inszenierungen renommierter Regisseure wie Stefan Bachmann oder Armin Petras auf der Bühne stand. Gleich seine erste Kinohauptrolle in dem Außenseiter-Drama L’AMOUR brachte ihm 2001 den Max-Ophüls-Preis als Bester Nachwuchsdarsteller ein. 2002 folgte der Grimme-Preis als Bester Schauspieler in Dominik Grafs „Die Freunde der Freunde“, den er noch während seines Studiums gedreht hatte. Seitdem spielt Florian Stetter regelmäßig in Kino- und Fernsehproduktionen. 2004 war er in NAPOLA – ELITE FÜR DEN FÜHRER und als Widerstandskämpfer in dem preisgekrönten SOPHIE SCHOLL – DIE LETZTEN TAGE auf der Leinwand zu sehen. In Joseph Vilsmaiers Gipfelstürmer-Drama NANGA PARBAT verkörperte er 2009 Reinhold Messner. Für Regisseurin Vivian Naefe stand Florian Stetter bereits 2005 für das Gesellschaftsdrama „Wellen“ vor der Kamera. Seit 2009 ermittelt er außerdem als Leander Blohm gemeinsam mit ZDF-„Kommissarin Lucas“. Ende 2013 wird Florian Stetter als Friedrich Schiller in Dominik Grafs Kinodrama DIE GELIEBTEN SCHWESTERN zu sehen sein, in dem auch Hannah Herzsprung eine Hauptrolle spielt. 25


Marie Bäumer (Inga) „Inga ist Fotografin, sehr leidenschaftlich und alleinstehend. Sie ist bei Gewitter zur Welt gekommen und das hat dazu geführt, dass sie ständig elektrische Schläge austeilt – was eine Beziehung natürlich etwas kompliziert macht. Inga ist die einzige der drei Schwestern, die kein eigenes Kind hat. Aber sie hängt an ihrer Nichte Iris und steht ihrer Mutter Bertha sehr nah. Außerdem gibt es die Vermutung, dass Inga ein Kuckuckskind ist. Somit nimmt sie einen ganz besonderen Platz innerhalb dieser Familie und in der Geschichte ein.“ (Marie Bäumer über Inga) Marie Bäumer wurde in Düsseldorf geboren und wuchs in Hamburg auf. Noch während ihrer Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg gelang ihr 1995 mit ihrer ersten Kinorolle in Detlev Bucks MÄNNERPENSION der Durchbruch. 2001 scheuchte sie „Häuptling“ Bully Herbig in DER SCHUH DES MANITU, einem der größten deutschen Kinohits aller Zeiten. 2002 zählte sie zum internationalen Ensemble des aufwendigen Vierteilers „Napoleon“. Für ihren schauspielerischen Kraftakt in Oskar Roehlers schonungslosem Paar-Psychogramm DER ALTE AFFE ANGST wurde Marie Bäumer 2003 mit dem Bayerischen Filmpreis als Beste Darstellerin gewürdigt. 2005 spielte sie die Hauptrolle in Vivian Naefes Historien- Melodram „Wellen“. 2006 war Marie Bäumer in dem Event-Zweiteiler „Dresden“ zu sehen und 2007 in dem oscargekrönten Kriegsdrama DIE FÄLSCHER. 2009 spielte sie eine Hauptrolle in Sebastian Schippers Beziehungsdrama MITTE ENDE AUGUST, frei nach Goethes „Wahlverwandtschaften“. Neben ihrer Filmarbeit spielt Marie Bäumer immer wieder auch Theater. 2007 war sie die Buhlschaft im „Jedermann“ der Salzburger Festspiele, 2011 inszenierte sie an den Hamburger Kammerspielen ihr selbst verfasstes Stück „Abschied“. Ebenfalls 2011 nahm Marie Bäumer für ihre Leistung in Dominik Grafs „Im Angesicht des Verbrechens“ den Grimme-Preis entgegen. Die hochgelobte Krimiserie über die Machenschaften der Berliner Russenmafia wurde außerdem mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. 2012 überzeugte Marie Bäumer im TV-Dreiteiler „Das Adlon. Eine Familiensaga“ und wurde für ihre überragende Leistung mit der renommierten ROMY ausgezeichnet. Darüber hinaus überzeugte sie auch als Hauptdarstellerin in „Das andere Kind“. Der Zweiteiler nach dem Bestseller von Charlotte Link wurde Anfang Januar 2013 ausgestrahlt. Zuletzt hat sie die deutsch-französische Koproduktion ZUM GEBURTSTAG mit Mark Waschke und Sylvester Groth abgedreht. 26


Meret Becker (Harriet) „Harriet ist das Nesthäkchen und die aufmüpfigste der drei Schwestern. Sie will sich von der Familie lösen und ihren eigenen Weg gehen, wird dann aber bitter zurückgeworfen, als sie ungewollt schwanger wird und ohne Mann dasteht. So ist sie erst recht an ihr Elternhaus gebunden. Nach dem Tod ihrer Tochter Rosmarie muss sie einen Weg finden, weiterzuleben. Sie findet ihn in der Spiritualität, und sie geht diesen Weg genauso tapfer und stur, wie es ihrem Charakter entspricht.“ (Meret Becker über Harriet) Bekannt wurde die Berlinerin Anfang der 1990er Jahre mit Sönke Wortmanns KLEINE HAIE. Den Grimme-Preis als Beste Nachwuchsdarstellerin gewann sie 1991 als Rumänin Ali in FREMDE LIEBE FREMDE. Im Jahr 1993 erhielt sie für ihre tragenden Rollen in Margarethe von Trottas DAS VERSPRECHEN und in Dominik Grafs DIE SIEGER den Bayerischen Filmpreis. Für COMEDIAN HARMONISTS gewann sie 1997 den Deutschen Filmpreis als Beste Nebendarstellerin. Im gleichen Jahr zählte sie zum Starensemble von Helmut Dietls ROSSINI. Meret Becker steht konstant für Film und Fernsehen vor der Kamera, zuletzt in QUELLEN DES LEBENS von Oskar Roehler (2011), der im Februar 2013 in die deutschen Kinos kam, und in dem TV-Film „Die Lehrerin“ (2011). Zu ihren bekannten Kinofilmen zählen des weiteren PÜNKTCHEN UND ANTON, DAS GELBE VOM EI (beide 1998), URLAUB VOM LEBEN (2005), KOMM NÄHER (2006), MEINE SCHÖNE BESCHERUNG (2007) und BOXHAGENER PLATZ (2010). 2011 war sie zudem als unkonventionelle Mutter in Güzin Kars Kinofilm FLIEGENDE FISCHE MÜSSEN INS MEER zu sehen. In John Sanders PAINTED ANGELS spielte sie 1996 erstmals in einer kanadischen Produktion und in Steven Spielbergs Politthriller MUNICH (MÜNCHEN, 2005) in einer US-Produktion. Demnächst ist Meret Becker außerdem in FEUCHTGEBIETE (2012) nach dem Bestseller von Charlotte Roche und in Vanessa Jopps Ensemblefilm LÜGEN (2013) zu sehen. Meret Beckers Liebe gilt auch der Musik. Als Sängerin und Musikerin tritt sie regelmäßig vor nationalem und internationalem Publikum auf und hat diverse CDs veröffentlicht. Zu ihren Partnern auf der Bühne zählten unter anderem schon Nina Hagen und Max Raabe. Als Gast lieh sie Bands wie Ars Vitalis, den Einstürzenden Neubauten, BAP und Sportfreunde Stiller ihre Stimme. Dabei ist sie in der Musik, genau wie als Schauspielerin, äußerst vielseitig: Unter der Leitung des Stardirigenten Kent Nagano sang sie in „Pierrot Lunaire“ in der Berliner Philharmonie klassischen Schönberg. Für ihre Filmmusik zum Roadmovie PIPERMINT…DAS LEBEN, MÖGLICHERWEISE erhielt sie 2004 den Max-Ophüls-Preis. Im Oktober 2012 wurde Meret Becker von Bundespräsident Joachim Gauck mit dem Bundesverdienstkreuz augezeichnet. 27


Oda Thormeyer (Christa) „Christa ist die älteste der drei Töchter und diejenige, die sich auch räumlich am meisten von der Familie distanziert hat. Sie lebt mit ihrem Mann in Marburg – und ist damit die Einzige, die eine glückliche Beziehung führt. Dennoch bleibt eine starke Bindung an die Familie und eine große Sehnsucht nach zu Hause. Das ist Christas Konflikt.“ (Oda Thormeyer über Christa) Oda Thormeyer, 1964 in Fürstenau geboren, absolvierte ihre Schauspielausbildung am Max Reinhardt Seminar in Wien und spielte an renommierten Bühnen wie dem Wiener Burgtheater, am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und dem Staatstheater Hannover. Seit 2009 ist sie am Hamburger Thalia Theater engagiert. In der aktuellen Spielzeit wirkt sie in Luk Percevals Inszenierung „Jeder stirbt für sich allein“ nach Hans Fallada mit und ist weiterhin in der preisgekrönten Koproduktion mit den Salzburger Festspielen „Immer noch Sturm“ von Peter Handke zu sehen. 2011 war sie in dem Mobbing-Drama „Homevideo“ zu sehen, das mit dem Deutschen Fernsehpreis und vier Grimme-Preisen ausgezeichnet wurde. Zu ihren TV-Auftritten zählen u. a. „Tatort: Puppenspieler“ (2013), „Der Mauerschütze“ mit Benno Fürmann (2010) und der kontroverse „Tatort: Wem Ehre gebührt“ mit Maria Furtwängler (2007). In Götz Spielmanns ERWIN UND JULIA gab Oda Thormeyer bereits 1990 ihr Leinwanddebüt. DER GESCHMACK VON APFELKERNEN ist ihr zweiter Kinofilm. Hildegard Schmahl (Bertha) „Bertha ist in dem kleinen Ort Bootshaven eine richtig gute Partie, schon weil sie dieses wunderbare große Haus mitbringt. Bertha heiratet Hinnerk, obwohl sie weiß, dass er lieber ihre Schwester Anna geheiratet hätte, wenn die nicht so früh gestorben wäre. Erst durch Iris, die das Haus von Bertha erbt, werden die Geheimnisse dieser Familie allmählich aufgedeckt. Und erst Iris findet so einen Weg, in diesem Haus glücklich zu werden.“ (Hildegard Schmahl über Bertha) Hildegard Schmahl kam 1940 in Pommern zur Welt und wuchs in Hamburg auf, wo sie 1960 ihre Ausbildung am Hamburgischen Schauspielstudio abschloss und ihr erstes Engagement am Deutschen Schauspielhaus erhielt. In den 1960er und 70er Jahren verkörperte sie auf großen Bühnen in Berlin, Stuttgart und Hamburg klassische Frauenfiguren wie „Emilia Galotti“ oder „Minna von Barnhelm“ und arbeitete ab 1987 drei Jahre am Wiener Theater mit dem berühmten George Tabori. Danach war Hildegard Schmahl festes Ensemblemitglied bei Jürgen Flimm am Thalia Theater. Seit der Spielzeit 2001/2002 gehört Hildegard Schmahl dem Ensemble der Münchner Kammerspiele an. 28


Parallel zu ihrer Bühnenkarriere stand die Schauspielerin immer wieder auch vor der Kamera. Ihre erste Kinorolle übernahm sie 1975 in FAMILIENGLÜCK. Zu den bekanntesten Filmen, in denen sie mitgewirkt hat, zählen Caroline Links Oscargekröntes Epos NIRGENDWO IN AFRIKA (2001) und Ben Verbongs Familienkomödie HERR BELLO (2007). Zuletzt war Hildegard Schmahl in dem modernen Heimatfilm BERGBLUT (2010) über die Tiroler Aufstände auf der Leinwand zu sehen. Zu ihren hochkarätigen Fernsehauftritten zählen Heinrich Breloers „Die Manns – Ein Jahrhundertroman“ (2000), „Rosannas Tochter“ nach dem Bestseller von Amelie Fried, Matti Geschonneks zweiteiliger Thriller „Entführt“, Rainer Kaufmanns preisgekröntes Polizeidrama „In aller Stille“ (2009), das mit drei Grimme-Preisen bedacht wurde, und „Tatort: Das Wunder von Wolbeck“ (2012) mit dem populären Ermittler-Duo Thiel & Boerne. 2010 verlieh die Berliner Akademie der Künste Hildegard Schmahl den Hermine- Körner-Ring für ihre Verdienste um die Darstellende Kunst. Sie lebt heute in München. Matthias Habich (Carsten Lexow) „Carsten Lexow war der Dorflehrer in Bootshaven, der auch Bertha und ihre Schwester Anna unterrichtet hat. Er trägt nicht aktiv zur Handlung bei, sondern ist eher einer aus der Vergangenheit, der Iris von damals berichten kann. Bertha war und ist die Liebe seines Lebens. Sie hat sich für Hinnerk entschieden, aber Lexow hatte immer die innere Gewissheit, dass Inga seine Tochter ist. Nie den Beweis, denn Bertha hat nie darüber gesprochen, aber die Herzensgewissheit. Die Geschichte ist sehr sinnlich, sehr sensibel und – das meine ich als wirklich positives Werturteil – sehr weiblich.“ (Matthias Habich über Carsten Lexow) Matthias Habich wurde 1940 in Danzig geboren und wuchs in Hamburg auf. Nach dem Abitur besuchte er in der Hansestadt die Staatliche Hochschule für Musik und Drama. Er studierte am Pariser Conservatoire de l’art dramatique und nahm Schauspielunterricht bei Lee Strasberg in New York. Es folgten Theaterengagements in Basel, Zürich, München, Paris, am Wiener Burgtheater, dem Schillertheater und der Freien Volksbühne in Berlin. In Berlin spielte er auch in den Sophiensälen, dem Renaissancetheater und dem Tacheles. Im Laufe seiner Theaterkarriere spielte er u.a. den „Orest“, den „Peer Gynt“, den „Wilhelm Tell“, den „Prinzen von Homburg“, den „Faust“, den „König Lear“, den „Kean“ und viele andere Rollen der klassischen sowie zeitgenössischen Theaterliteratur. Von besonderer Bedeutung war auch die Zeit von 1983 bis 1986, in der er am Centre International de Création Theatrales bei Peter Brook in dessen legendärer Inszenierung des indischen Versepos „Mahabharata“ die zentrale Figur des „Yudhisthira“ spielte. 29


Seine TV-Karriere begann 1973 mit dem Sechsteiler „Die merkwürdige Lebensgeschichte des Friedrich Freiherrn von der Trenck“ (Regie: Fritz Umgelter). Gleich darauf folgten Grimmelshausens „Simplizissimus“, „Vorhof der Wahrheit“ und „Das Klavier“ (ebenfalls unter Fritz Umgelter). Fernsehgeschichte schrieb er auch als der jüdische Professor Victor Klemperer in der Serie „Klemperer – Ein Leben in Deutschland“ (Kai Wessel, Andreas Kleinert) und als Heinrich Cressphal in Margarethe von Trottas Verfilmung von Uwe Johnsons „Jahrestage“. Weitere TV-Filme waren u.a. „Der kalte Tod“ (Nina Grosse), „Zucker für die Bestie“ (Markus Fischer), „Im Namen der Unschuld“ (Andreas Kleinert), „Schrei der Eule“ (Tom Toelle), „Crash“ (Tom Toelle), „Das Urteil“ (Oliver Hirschbiegel), „Die Silberhochzeit“ (Matti Geschonnek), „Die Rättin“ (Martin Buchhorn) „Picknick im Schnee“ (Tomy Wigand), „Zwei Tage Hoffnung“ (Peter Keglevic), „Ein halbes Leben“ (Nikolaus Leytner), „Letzter Moment“ (Satyan Ramesch) „Die Schwester“ (Margarethe von Trotta), „Eine halbe Ewigkeit“ (Matthias Tiefenbacher), „Afrika Mon Amour“ (Carlo Rola), „Und alle haben geschwiegen“ (Dror Zahavi) und viele andere. Seine Kinofilmkarriere begann Matthias Habich mit Volker Schlöndorffs FANGSCHUSS (nach dem Roman von Marguerite Yourcenar). Es folgten unter anderem DER TAUGENICHTS (Bernhard Sinkel), MÄDCHENKRIEG (Sinkel- Brustellin), DER PASSAGIER (Thomas Brasch), GLUT (Thomas Körfer), A CORPS PERDU (A CORPS PERDU – BESINNUNGSLOS; Lea Pool), PINK PALACE PARADISE BEACH (Milan Dor), DEMOISELLE SAUVAGE (Lea Pool), MAISIE (Eduard Molinari), JENSEITS DER STILLE (Caroline Link, Oscar-nominiert), NIRGENDWO IN AFRIKA (Caroline Link, ausgezeichnet mit dem Oscar als Bester Ausländischer Film), UNKENRUFE (Robert Glinski), DUELL – ENEMY AT THE GATES (Jean-Jaques Annaud), DER UNTERGANG (Oliver Hirschbiegel), CAÓTICA ANA (CHAOTISCH ANA; Julio Medem), THE READER (DER VORLESER; Stephen Daldry), WAFFENSTILLSTAND (Lancelot von Naso), NANGA PARBAT (Joseph Vilsmaier) und zuletzt WHERE I BELONG (Fritz Urschitz). Mit Vivian Naefe drehte er bereits den ausgezeichneten Historienfilm „Wellen“ sowie „Raus ins Leben“, das Familiendrama um ein musikalisches Wunderkind. Matthias Habich erhielt zwei Mal den Deutschen Fernsehpreis, zwei Grimme-Preise und den Deutschen Filmpreis (Lola), wurde darüber hinaus 2009 vom Bundespräsidenten mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und 2011 für den Bayerischen Filmpreis nominiert. 30


Paula Beer (Rosmarie) „Harriets Tochter Rosmarie nimmt man als böses oder zumindest sehr hinterhältiges Mädchen wahr. Sie hat eine blühende Fantasie und versucht, sich eine Traumwelt aufzubauen, um der eigenen zu entfliehen. Rosmarie ist ohne Vater aufgewachsen und hatte nie das Gefühl, wirklich gewollt und geliebt zu werden. So versucht sie, mit Machtspielen und insbesondere der Beziehung zu Mira die Liebe und Anerkennung zu gewinnen, nach der sie sich so sehnt.“ (Paula Beer über Rosmarie) Paula Beer wurde mit 14 an ihrer Berliner Schule entdeckt. Die Rolle der jungen Adligen Oda im Historiendrama POLL brachte ihr 2011 auf Anhieb den Bayerischen Filmpreis als beste Nachwuchsdarstellerin ein. Mit Regisseur Chris Kraus reiste sie zu Festivals von Toronto bis Rom. Paula Beer sammelte im Jugendensemble des Berliner Friedrichstadtpalastes erste Bühnenerfahrung und ist entschlossen, ihre vielversprechende Schauspielkarriere fortzusetzen – nach dem Abitur. 2012 spielte die mittlerweile 18-Jährige in LUDWIG II. Sophie von Bayern. Ihr nächstes Filmprojekt ist der deutsche Western DAS FINSTERE TAL, in dem sie an der Seite von Sam Riley und Tobias Moretti zu sehen sein wird. Zoe Moore (Mira) „Mira kommt aus einer schwierigen Familie: Ihre Mutter ist Alkoholikerin und ihr Vater ständig weg. Deshalb muss sie oft auf ihren Bruder Max aufpassen. Als Rosmaries Freundin ist sie sehr häufig bei den Lünschens zu Hause, wo sie sich aufgehoben fühlt und fast wie eine Tochter behandelt wird. Mira ist auf Rosmarie fixiert und hat sich in sie verliebt, was im Laufe der Geschichte zur Tragödie führt.“ (Zoe Moore über Mira) Zoe Moore, 1993 in Berlin geboren, stand schon als Vierjährige für ihren Vater, Regisseur Eoin Moore, in PLUS-MINUS NULL (1997) vor der Kamera. Ihre erste Kinohauptrolle spielte sie in dem preisgekrönten Kinderfilm MAX MINSKY UND ICH: Als Bücherwurm Nelly, der aus Liebe zum Sport-Ass wird, gewann sie 2008 den Kinder-Medien-Preis Der weiße Elefant. 2007 hatte sie einen Auftritt in Til Schweigers Kinohit KEINOHRHASEN, 2009 überzeugte die Berlinerin in dem Kinofilm SUMMERTIME BLUES. Zuletzt war Zoe Moore an der Seite von Katja Flint und Hans Kremer in der Krimikomödie „Frösche petzen nicht“ (2010) zu sehen. Derzeit steht sie als „Kleine Meerjungfrau“ für eine neue ARD-Märchenfilmproduktion vor der Kamera. 31


Friedrich Mücke (Peter Klaasen) „Bei Inga und Tankwart Peter ist es Liebe auf den ersten Blick – die leider tragisch endet. (Friedrich Mücke über Peter Klaasen) Friedrich Mücke war 2009 in dem Publikumshit FRIENDSHIP! an der Seite von Matthias Schweighöfer erstmals auf der Leinwand zu sehen. Als Ostberliner auf Amerika-Reise erhielt er prompt den Bayerischen Filmpreis als bester Nachwuchsdarsteller. Friedrich Mücke wurde 1981 geboren und absolvierte die Schauspielschule Ernst Busch in seiner Heimatstadt Berlin. Von 2007 bis 2011 war er festes Ensemblemitglied am Münchner Volkstheater. Seitdem steht er dort als Gast auf der Bühne. 2010 spielte er in Percy Adlons MAHLER AUF DER COUCH Walter Gropius, der eine Affäre mit Komponistengattin Alma Mahler hat. 2011 folgte Maggie Perens Politdrama DIE FARBE DES OZEANS. Nach einem Gastauftritt in Matthias Schweighöfers Regiedebüt WHAT A MAN (2011) war er 2012 in RUSSENDISKO nach dem Bestseller von Wladimir Kaminer erneut neben Schweighöfer zu sehen. Friedrich Mücke hat eine Hauptrolle in der preisgekrönten Serie „Add a Friend“ übernommen. Aktuell läuft die 2. Staffel im Fernsehen. Weitere Filme mit dem Schauspieler sind: das Historiendrama LUDWIG II. und das Kammerspiel STAUDAMM. Im November 2013 feiert Friedrich Mücke Premiere als TV Kommissar Funck mit dem neuen TATORT aus Erfurt. 32


Hans Kremer (Hinnerk) Hans Kremer wurde mit seiner ersten Kinorolle als Terrorist Jan-Carl Raspe in STAMMHEIM schlagartig bekannt. Reinhard Hauffs kontroverser Film über den RAF- Prozess gewann 1986 den Goldenen Bären der Internationalen Filmfestspiele Berlin. Zu jenem Zeitpunkt war Hans Kremer, 1954 geboren, bereits ein preisgekrönter Theaterschauspieler: Als Leonce in Georg Büchners „Leonce und Lena“ in Jürgen Flimms Inszenierung am Schauspielhaus Köln kürte die Zeitschrift „Theater heute“ Hans Kremer 1982 zum Schauspieler des Jahres. Intendant Jürgen Flimm holte ihn 1985 ans Hamburger Thalia Theater, wo er bis 1999 und erneut 2009 zum Ensemble zählte. Für „Peer Gynt“ konnte Hans Kremer 1985 den Boy-Gobert-Preis entgegennehmen. Neben seiner langjährigen Bühnenkarriere, die zudem zehn Jahre an den Münchner Kammerspielen umfasst, übernimmt Hans Kremer immer wieder auch Film- und Fernsehrollen. Unter der Regie von Margarethe von Trotta war er 1993 in der deutsch-deutschen Liebesgeschichte DAS VERSPRECHEN, 1998 in der norwegisch-deutschen Ko-Produktion MENDEL, 2000 in der Chronik „Jahrestage“ neben Matthias Habich und 2002 als SS-Offizier in ROSENSTRASSE zu sehen. Andreas Dresen besetzte ihn 2005 als Staatsanwalt in WILLENBROCK nach dem Roman von Christoph Hein. Zuletzt war Hans Kremer 2009 in dem preisgekrönten Debütfilm DER ROTE PUNKT, in dem eine junge Japanerin ihre deutschen Wurzeln entdeckt, auf der Leinwand zu sehen. Thalia Neumann (Iris, 12 bis 14 Jahre) Thalia Neumann hat in DER GESCHMACK VON APFELKERNEN ihre erste Kinorolle übernommen. 2011 war sie in „Kommissarin Lucas: Gierig“ neben Ulrike Kriener und Florian Stetter zu sehen. Thalia Neumann wurde 1999 in Starnberg geboren und nimmt seit ihrem dritten Lebensjahr Geigenunterricht. Sie spielte im Schulorchester und gewann beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ 2007 und 2010 jeweils den 2. Preis in der Kategorie Violine solo. Konzertreisen führten die musikalische Schülerin, die außerdem singt und Ballett tanzt, bereits nach Madrid, Helsinki, Straßburg, Rom und zuletzt nach London. Inzwischen hat sie das Dokudrama „Class of 39“ (2012) sowie die Kinokomödie FACK JU, GÖHTE unter der Regie von Bora Dagtekin abgedreht. Derzeit steht Thalia Neumann als junge Isolde für den ZDF-Eventfilm „Der Clan. Die Geschichte der Familie Wagner“ (Arbeitstitel, Regie: Christiane Balthasar) mit Iris Berben und Justus von Dohnányi vor der Kamera. 33


DER STAB Vivian Naefe (Regie) Vivian Naefe zählt zu den gefragtesten Regisseurinnen und Drehbuchautorinnen in Deutschland. Für Produzentin Uschi Reich inszenierte sie bereits den Kinoerfolg DIE WILDEN HÜHNER (2006) nach dem Kinderbuch von Cornelia Funke. Es folgten DIE WILDEN HÜHNER UND DIE LIEBE (2007) sowie DIE WILDEN HÜHNER UND DAS LEBEN (2008). Bereits während ihres Studiums an der deutschen Journalistenschule in München arbeitete Vivian Naefe als Filmkritikerin für die „Münchner Abendzeitung“ und moderierte die Sendung „Kino Kino“. 1983 schloss sie ihr Studium an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) mit der Komödie ZUCKERHUT ab. 1992 legte sie mit MEINE TOCHTER GEHÖRT MIR! ihren ersten Kinofilm vor. Hauptdarstellerin Barbara Auer erntete für das Entführungsdrama den Deutschen Filmpreis. 1996 folgte die Beziehungskomödie 2 MÄNNER, 2 FRAUEN – 4 PROBLEME mit Heino Ferch, der von einer eifersüchtigen Ehefrau gekidnappt wird. In mehr als 20 Fernsehfilmen inszenierte die Regisseurin Publikumslieblinge wie Christoph Waltz in „Man(n) sucht Frau“ (1995), Veronica Ferres – die in der DIE WILDEN HÜHNER-Trilogie Sprottes Mutter spielt – als „Eine ungehorsame Frau“ (1998) oder Götz George als „Papa allein zu Haus“ (2010). Für ihren „Tatort: Kleine Diebe“ gewann Vivian Naefe 2001 den Bayerischen Fernsehpreis, ihr Ruhrpott-Drama „Einer geht noch“ wurde im gleichen Jahr mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Im Herbst 2012 liefen Teil 3 und 4 der von ihr inszenierten Fernsehfilm-Reihe „Der Doc und die Hexe“ (mit Christiane Paul und Dominic Raacke) im ZDF. Es folgten der Weihnachtsfilm „Obendrüber da schneit es“ mit Diana Amft und das Psychodrama „Einfach die Wahrheit“ mit Katja Flint. Seit 1998 ist Vivian Naefe Gastdozentin an den Filmhochschulen in Ludwigsburg, München und der Uni Mainz. Uschi Reich (Produktion, Drehbuch) Nach Caroline Links IM WINTER EIN JAHR, für den Uschi Reich beim Deutschen Filmpreis 2009 die Silberne Lola gewann, wendet sie sich mit DER GESCHMACK VON APFELKERNEN erneut einem Erwachsenenstoff zu. Zuletzt brachte die Erfolgsproduzentin 2011 ALS DER WEIHNACHTSMANN VOM HIMMEL FIEL nach dem Kinderbuch von Cornelia Funke auf die Leinwand. Nach ihrem Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film in München und 34


nach mehreren Semestern Romanistik und Germanistik arbeitete Uschi Reich zunächst als freie Autorin, Regisseurin und Produzentin. In dieser Zeit entstanden DIE UTOPIE DES DAMENSCHNEIDERS WILHELM WEITLING (1973), „Keiner kann was dafür“ (1977) und ABSCHIED VOM BLAUEN LAND (1985). Von 1987 bis 1995 zeichnete sie als Produzentin der Bavaria Film u. a. für die Serie „Vera Wesskamp“, den erfolgreichen Dreiteiler „Vater wider Willen“ (1997) und als Chefdramaturgin für über 200 Folgen der Vorabendserie „Marienhof“ verantwortlich, die sie von Anfang an betreute. 1995 wechselte Uschi Reich zu Constantin Film, wo sie gemeinsam mit Bernd Eichinger für die Produktion der German-Classics-Reihe „Das Mädchen Rosemarie“, „Charley’s Tante“ und „Es geschah am helllichten Tag“ (alle 1996) verantwortlich zeichnete. Ende 1996 kehrte sie als Produzentin zu Bavaria Film zurück und übernahm gleichzeitig die Geschäftsführung der Bavaria Filmverleih- und Produktions GmbH. Zu ihren Projekten zählte FRAU RETTICH, DIE CZERNI UND ICH (1998), der für den Deutschen Filmpreis nominiert wurde, und PÜNKTCHEN UND ANTON (1998) unter der Regie von Caroline Link. Die Neuverfilmung des Erich-Kästner-Klassikers gehörte zu den erfolgreichsten Filmen des Jahres 1999 und wurde mit diversen nationalen sowie internationalen Festival-Preisen ausgezeichnet. Es folgten die TV- Movies „Die Zauberfrau“ (1999) und „Models“ (2000). Im Dezember 2000 kam Marco Petrys SCHULE in die Kinos und entwickelte sich mit mehr als 900.000 Besuchern zum Überraschungshit. Schon zwei Monate später folgte die nächste Kästner-Adaption: Franziska Buchs EMIL UND DIE DETEKTIVE (2001) brachte es auf über 1,7 Millionen Zuschauer und wurde einer der erfolgreichsten deutschen Filme des Jahres 2001. Bevor Uschi Reich mit DAS FLIEGENDE KLASSENZIMMER 2002 (Deutscher Filmpreis in Gold 2003) ihren dritten Kästner-Film anging, realisierte sie die TV-Produktion „Was ist bloß mit meinen Männern los?“ (2002). Es folgten die aufwändige Realverfilmung BIBI BLOCKSBERG (2002) unter der Regie von Hermine Huntgeburth sowie „Unsre Mutter ist halt anders“ (2003) mit Martina Gedeck und Richy Müller unter der Regie von Franziska Buch, die daraufhin auch BIBI BLOCKSBERG UND DAS GEHEIMNIS DER BLAUEN EULEN (2004) inszenierte. Noch im gleichen Jahr kam Hendrik Hölzemanns Regiedebüt KAMMERFLIMMERN mit Jessica Schwarz und Matthias Schweighöfer ins Kino. Zum 200. Todestag des Dichters wurde im Mai 2005 das TV- Movie „Schiller“ mit Schweighöfer in der Titelrolle fertig gestellt. Neben DIE WILDEN HÜHNER bereitete Uschi Reich 2005 auch die erste Kinoadaption der erfolgreichen Kinderbuch- und Hörspielkrimireihe TKKG vor. Beide Spielfilme kamen 2006 in die Kinos. DIE WILDEN HÜHNER UND DIE LIEBE (2007), die zweite Verfilmung der Buchreihe von Cornelia Funke, lief 2007 überaus erfolgreich im Kino. Nach IM WINTER EIN JAHR (2008) war sie als Produzentin an BUDDENBROOKS (2008) von Heinrich 35


Breloer beteiligt. Es folgten DIE WILDEN HÜHNER UND DAS LEBEN (2008), die Märchen „Der Froschkönig“ und „Dornröschen“ sowie SUMMERTIME BLUES (2009), das Spielfilmdebüt ihrer Tochter Marie Reich. 2009 produzierte sie HIER KOMMT LOLA, die Adaption des gleichnamigen Jugendbuches von Isabel Abedi. Weihnachten 2011 wurde das Märchen „Sterntaler“ (Drehbuch: Rochus Hahn) in der ARD ausgestrahlt und im Mai 2012 mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet und für den EMMY-KIDS nominiert. Nach der Kinodokumentation ALEXANDER GRANACH – DA GEHT EIN MENSCH (2012) produzierte sie DIE GELIEBTEN SCHWESTERN mit Florian Stetter, Hannah Herzsprung und Henriette Confurius. Das Drama über die Liebe des Dichters Friedrich Schiller zu den Schwestern Caroline und Charlotte startet Ende 2013 in den Kinos. Uschi Reich wurde mit dem Deutschen Filmpreis, dem Bayerischen Filmpreis (für BIBI BLOCKSBERG und DAS FLIEGENDE KLASSENZIMMER) sowie zahlreichen weiteren in- und ausländischen Preisen ausgezeichnet und ist Trägerin des Bayerischen Verdienstordens. Katharina Hagena (Romanvorlage) Katharina Hagenas erster Roman „Der Geschmack von Apfelkernen“ wurde 2008 veröffentlicht und avancierte mit bislang 1,25 Millionen verkauften Exemplaren zu einem Publikumserfolg, der sich monatelang auf den Bestsellerlisten hielt (u. a. 2009 auf Platz 1 der „Spiegel“-Bestsellerliste). Der Roman ist bislang in 25 Sprachen erschienen, weitere Übersetzungen sind noch in Vorbereitung. Auch im Ausland hat das Buch beeindruckende Verkaufszahlen vorzuweisen. Insbesondere die italienischen und französischen Ausgaben entwickelten sich schnell zu Verkaufshits. In Frankreich erhielt „Le goût des pépins de pomme“ den Preis für das Taschenbuch des Jahres 2011. Katharina Hagena studierte Anglistik und Germanistik in Marburg, Freiburg und London. Sie forschte an der James-Joyce-Stiftung in Zürich und lehrte am Trinity College in Dublin sowie den Universitäten Hamburg und Lüneburg. Sie promovierte über James Joyce und schrieb das Sachbuch „Was die wilden Wellen sagen - Der Seeweg durch den Ulysses“ (2006). Zusammen mit der Illustratorin Stefanie Clemen veröffentlichte sie die Kinderbücher „Grausi schaut unter den Stein“ (2008) und „Albert Albatros albert“ (2010). Sie lebt als freie Autorin mit ihrer Familie in Hamburg. Ihr neuer Roman „Vom Schlafen und Verschwinden“ ist im Herbst 2012 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen. 36


Martin Langer (Kamera) Martin Langer wurde 1997 für 14 TAGE LEBENSLÄNGLICH erstmals mit dem Deutschen Filmpreis für die beste Kamera ausgezeichnet und war zuletzt 2011 für DER GANZ GROSSE TRAUM nominiert. Er arbeitete zunächst als Requisiteur, Beleuchter und Tonassistent (u. a. 1987 bei Percy Adlons OUT OF ROSENHEIM) und Beleuchter, bevor er sich Anfang der 1990er Jahre als Kameramann etablierte. Für „Die Bubi Scholz Story“ wurde Martin Langer 1998 sowohl mit dem Deutschen Kamerapreis als auch mit dem Deutschen Fernsehpreis 1999 geehrt. Unter der Regie von Roland Suso Richter entstanden auch NICHTS ALS DIE WAHRHEIT (1999) mit Götz George als Josef Mengele und das TV-Event „Der Tunnel“ (2000). Für das preisgekrönte Mobbing-Drama „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ erntete Martin Langer 2003 eine Nominierung für den Grimme-Preis, eine weitere für den Deutschen Filmpreis folgte 2005 für SOPHIE SCHOLL – DIE LETZTEN TAGE. Nach der fantastischen Kinderbuch-Adaption BIBI BLOCKSBERG (2002) fing er in Hermine Huntgeburths DIE WEISSE MASSAI (2005) eindrucksvoll die afrikanische Steppe ein. Sein Auge für historische Stoffe bewies Martin Langer u. a. in Huntgeburths Klassiker-Verfilmung EFFI BRIEST (2008) und Matti Geschonneks BOXHAGENER PLATZ (2010). Zuletzt übernahm Martin Langer bei zwei Filmen von Marc Rothemund die Bildgestaltung: MAN TUT WAS MAN KANN (2012) und HEUTE BIN ICH BLOND (2013). Thomas Freudenthal (Szenenbild) Thomas Freudenthal war 2010 für die Kino-Biografie HILDE für den Deutschen Filmpreis nominiert und hat im gleichen Jahr das deutsche Fußballmärchen anno 1874 ausgestattet: DER GANZ GROSSE TRAUM. Abgründige Psychodramen (SOLO FÜR KLARINETTE, 1998) stattet er ebenso stilsicher aus wie Romanzen (BELLA MARTHA, 2001), Komödien (7 ZWERGE – DER WALD IST NICHT GENUG, 2006) und Historienfilme (EFFI BRIEST, 2008). Nach seiner Schreinerlehre studierte Thomas Freudenthal Architektur und lieferte die Bauten für über 100 Werbefilme. Seit 1992 ist er vorrangig für Kino- und Fernsehproduktionen tätig. Zu seinen ersten TV-Arbeiten zählen „Der Sandmann“ (1995) und „Das Mädchen Rosemarie“ (1996). 2011 sorgten „Bella Block: Das schwarze Zimmer“ und das Vergewaltigungsdrama „Es war einer von uns“ für Aufsehen. Zuletzt gestaltete Thomas Freudenthal Til Schweigers ersten „Tatort“- Einsatz „Willkommen in Hamburg“ mit, der im März 2013 eine Topquote erreichte. 37


Gabriela Reumer (Kostümbild) Gabriela Reumer arbeitet seit bald 20 Jahren regelmäßig mit Regisseurin Vivian Naefe zusammen. So hat sie u. a. die Kostüme für „Eine ungehorsame Frau" (1997), die Kinokomödie 2 MÄNNER, 2 FRAUEN – 4 PROBLEME (1997), „Wellen“ (2005), DIE WILDEN HÜHNER 1–3 (2005–2008) und die ZDF-Reihe „Der Doc und die Hexe“ (seit 2009) entworfen. Nach KEINOHRHASEN (2007), 1 1/2 RITTER (2008), ZWEIOHRKÜKEN (2009) und KOKOWÄÄH (2011) arbeitete Gabriela Reumer auch bei SCHUTZENGEL (2012) und zuletzt KOKOWÄÄH 2 (2013) mit Til Schweiger zusammen. 38


DER ROMAN ERSCHIENEN BEI KIEPENHEUER & WITSCH Katharina Hagena: DER GESCHMACK VON APFELKERNEN Der preisgekrönter Weltbestseller von Katharina Hagena stand über zwei Jahre auf der Spiegel-Bestsellerliste und wurde in 25 Sprachen übersetzt. Schillernd und magisch sind die Erinnerungen an die Sommerferien bei der Großmutter, geheimnisvoll die Geschichten der Tanten. Katharina Hagena erzählt von den Frauen einer Familie, mischt die Schicksale dreier Generationen. Ein Roman über das Erinnern und das Vergessen – bewegend, herrlich komisch und klug. »Es duftet nach Sommer, nach Äpfeln und Johannisbeeren. Der Geschmack von Apfelkernen ist süß und zugleich bitter. Ein trauriges, aber tröstliches Buch der Erinnerung« Die Zeit Der Roman verkaufte sich mehr als 1,25 Millionen Mal in Deutschland. Zum Kinostart erscheint das Taschenbuch mit Filmsticker auf dem Cover. Katharina Hagena Der Geschmack von Apfelkernen Roman 272 Seiten KiWi € (D) 8,99 ISBN: 978-3-462-04149-1 Pressekontakt: Verlag Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co. KG Bahnhofsvorplatz 1 50667 Köln Ines Wallraff Tel.: 0221/ 37685-24 E-Mail: iwallraff@kiwi-verlag.de 39


DAS ORIGINAL-HÖRSPIEL ZUM FILM ERSCHIENEN BEI GOYALIT (JUMBO VERLAG) Katharina Hagena: DER GESCHMACK VON APFELKERNEN Kino für die Ohren – Ein magischer HörGenuss Das Hörspiel verwebt die Stimmen der Darsteller sowie die Musik und die Originalgeräusche des Filmes mit Erzählerpassagen. Mit den Stimmen von Hanna Herzsprung, Marie Bäumer, Meret Becker, Paula Beer, Florian Stetter, Friedrich Mücke, Matthias Habich, Hans Kremer, Hildegard Schmahl, Oda Thormeyer Zum Inhalt: Als ihre Großmutter stirbt, erbt die 28-jährige Iris das Haus der Familie in Bootshaven. Doch Iris ist sich nicht sicher, ob sie das Erbe annehmen soll: Zu viele schmerzliche Erinnerungen wohnen in dem alten, dunklen Kasten. Auf der Suche nach den eigenen Erinnerungen und dem Vergessen streift sie von Zimmer zu Zimmer. Sie durchwandert den verwunschenen, inzwischen verwilderten Garten. Sie schwimmt in einem dunklen See und küsst - ganz unerwartet - Max, den Bruder ihrer Jugendfreundin Mira. Je enger Iris' Beziehung zu Max wird, umso mehr traut sie sich an ihre eigenen, verdrängten Erinnerungen heran. Iris lernt, dass das Erinnern nur eine Spielart des Vergessens ist, die ihr einen neuen Anfang möglich macht... Katharina Hagena Der Geschmack von Apfelkernen Original-Hörspiel zum Film 2 CDs, 156 Minuten GoyaLit (Jumbo Verlag) € (D) 14,99 € (UVP) ISBN: 978-3-8337-3054-2 Pressekontakt: JUMBO Neue Medien & Verlag GmbH Henriettenstraße 42a 20259 Hamburg Nina Alpers Tel.: 040-429 30 40-27 E-Mail: n.alpers@jumbo-medien.de 40

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