Jahresrückblick 2013 als PDF herunterladen - Bistum

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Z U M

T H E M A

Einen Kreis von etwa 700

Frauen und Männern bildet

die Gebetsgemeinschaft für geistliche

Berufungen des Bistums

Eichstätt. Sie werden nach Auskunft

von Sekretärin Thekla

Schmidt jedes Jahr angeschrieben

um ihre Mitgliedschaft zu bestätigen.

„Wir haben auch in anderen

Diözesen Mitglieder“, informiert

Schmidt, „auch aus Österreich

und der Schweiz“. Neben dem

Diözesantag stehen jährlich Besinnungstage

in der Fastenzeit (in

Schwabach und Eichstätt) sowie

eine Wallfahrt auf dem Programm.

T H E M A D E R W O C H E Nr. 44 · 3. November 2013

Als unser Sohn Priester wurde ...

Angehörige erzählten beim Jahrestreffen der Gebetsgemeinschaft für geistliche Berufe in Eichstätt

Sie sind gern gesehene Gäste im

Priesterseminar, die Mitglieder

der Gebetsgemeinschaft für geistliche

Berufe, die das Jesuitenrefektorium

bis auf den letzten

Platz füllen. Ihr Jahrestreffen sei

„ein wichtiger Tag für uns“, meint

Regens Christoph Wölfle, der auch

diözesaner Leiter der Gebetsgemeinschaft

ist, denn „natürlich ist

es ganz in unserem Interesse, dass

wir genügend Berufungen haben“.

127 Frauen und Männer aus dem

ganzen Bistum sind an diesem

Samstag nach Eichstätt gekommen

– Seniorinnen und Senioren, die seit

Jahrzehnten der Gebetsgemeinschaft

die Treue halten, aber auch vereinzelt

junge Leute. Die 25-jährige

Schwabacherin Julia Schröder etwa

ist seit drei Jahren Mitglied und

setzt ihre Hoffnungen besonders

darauf, dass die kirchliche Jugendarbeit

vor Ort durch aufgeschlossene

Kapläne und Pfarrer gestärkt wird.

„Man kann nicht immer nur

jammern und einfordern“, begründet

Julia ihr Engagement in der

Gebetsgemeinschaft, die Berufungen

nicht nur durch das Gebet fördern

möchte, sondern auch „indem ich

jungen Menschen, die sich auf

den Weg gemacht haben, Mut zuspreche“

oder „indem ich mich in

meinem Umfeld positiv für geistliche

Berufe einsetze“, wie der Kreis

seine Aufgaben selbst definiert.

Diözesanbeauftragter der Gebetsgemeinschaft

ist der ehemalige

Subregens und jetzige Pfarrer von

Ellingen, Domvikar Dr. Thomas

Stübinger. Er hat am Vormittag

mit der Gebetsgemeinschaft einen

Gottesdienst in der Schutzengelkirche

gefeiert und moderiert

nun auch das Treffen im Jesuitenrefektorium.

Neben den vielen „geistigen

Priestereltern“, deren Gebet vielleicht

auch seine eigene Berufung

einst mit angestoßen habe, „haben

wir heute mal richtige Priestereltern

zu Gast“, weist Stübinger

auf ein halbes Dutzend Ehepaare

und einige Mütter im Saal hin. Sie

wurden eingeladen, um Auskunft

zu geben, wie sie den Weg ihrer

Söhne miterlebt haben. Das Thema

„Priestermütter, Priesterväter“ des

Gemeinschaftsaufgabe

Der Bischof begrüßte die Mitglieder der Gebetsgemeinschaft, ehe er mit

ihnen zum Abschluss des Jahrestreffens eine Vesper feierte.

Außerdem erhalten die Mitglieder

regelmäßig Rundbriefe

Sowohl das Zweite Vatikanische

Konzil als auch die Würzburger

Synode heben die Sorge um Berufungen

als Gemeinschaftsaufgabe

der Gläubigen hervor. So wird in

einem Konzilstext (Dekret über

die Ausbildung der Priester) das

Gebet als bewährtes Mittel empfohlen.

Auch die Synode betont,

dass jeder zum Gebet um kirchliche

Berufe aufgerufen sei, „die

einzelnen, die Familien, besondere

Gebetskreise, die Gemeinde als

ganze“.

gg

diesjährigen Diözesantreffens sei

aber nicht seine eigene Idee gewesen,

sondern „vom Chef“ angeregt

worden, berichtet Stübinger.

Schon im Vorschulalter

erzählte er

Passagen aus der

Predigt nach.

Katharina Löhr, Mutter von

Pfarrer Dr. Christian Löhr

Bischof Dr. Gregor Maria Hanke

OSB habe ihm einen Brief des

griechisch-katholischen Großerzbischofs

von Kiew weitergeleitet –

ein Schreiben an alle Priestermütter,

denen der Oberhirte dafür dankt,

dass sie den Boden für die Berufung

ihres Sohns bereiteten.

„Wie ging es Ihnen, als Ihr

Sohn sagte: Ich werde Priester?“.

Mit dieser Frage reicht Stübinger

das Mikrofon an Rosa Schrollinger

aus Neumarkt weiter. Sie weiß

noch, dass sie vor Freude geweint

hat – auch wenn ihr bewusst war,

dass ihr Sohn Robert vor keiner

Fotos: Gess

leichten Aufgabe stand. „Ich bete

jeden Tag, dass er die Kraft hat,

gesund zu bleiben und seine

Aufgaben zu bewältigen“. Einen

anderen Weg wählte ihr zweiter

Sohn, Thomas, der ebenfalls Theologie

studierte: Er wurde Pastoralreferent

und gründete eine Familie.

Beide Söhne seien auf ihre

Weise zufrieden, berichten Rosa

Schrollinger und ihr Mann Otto.

INNERLICH ÜBERWUNDEN

„Wir waren verhältnismäßig

entspannt und gelassen“, berichtet

Renate Alberter aus Aberzhausen

bei Heideck über den Tag, als Sohn

Michael, ein gelernter Bankkaufmann,

der Familie eröffnete, er

wolle Priester werden. „Zugleich

haben wir uns wirklich sehr gefreut

und seinen Entschluss unterstützt.“

2010 wurde er geweiht. Seinen Weg

mitzuverfolgen, sei „spannend,

schön, aber auch sorgenvoll“, sagt

die Mutter. Denn „die Realität

ist nicht immer leicht“.

Manchmal zeichnet sich die

Priesterlaufbahn schon früh ab. So

erinnern sich die Eltern von Subregens

Christoph Wittmann, „dass

er schon als Kindergartenkind

in die Kirche wollte, sobald er die

Glocken hörte“. Katharina Löhr

aus München, Mutter des Rother

Pfarrers Dr. Christian Löhr, weiß

noch gut, dass ihr Sohn im Vorschulalter

ganze Passagen aus der

Sonntagspredigt daheim nacherzählte

und den Gottesdienst nachspielte.

Und Luise Wohner erzählt,

dass ihr Sohn Michael, Priester seit

Für uns gab’s – und

gibt’s – keinen

Sonntag ohne

Gottesdienst.

Antonie und Johann Klein,

zweifache Priestereltern

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