DAS DRUCKEN IN 3D - Börse Stuttgart

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DAS DRUCKEN IN 3D - Börse Stuttgart

handeln

Indexfonds statt Einzelaktie

Orderbuchumsätze mit Dividenden-ETFs an der Börse Stuttgart

Mio. €

16

14

12

10

8

6

4

2

0

Jan. Feb. Mär.

2012

Apr. Mai Jun. Jul. Aug. Sep. Okt. Nov. Dez.

Jan.

2013

solche Fälle gegeben. „Wenn die Dividende ausfällt, ist zu

hinterfragen, woran es liegt – und ob das Geschäfts modell

des Unternehmens noch funktioniert“, sagt Seibold.

Auch kommt es immer wieder vor, dass die ausgeschüttete

Dividende die Gewinnsumme übersteigt oder

gar aus einem Verlust heraus gezahlt wird. Doch eigentlich

sollte die Dividende aus dem operativ erwirtschafteten

Gewinn kommen. „Dann lässt sich ausschließen,

dass hier auf Kosten der Substanz gewirtschaftet wird“,

sagt Seibold. Insbesondere Dividende zahlende Verlustunternehmen

sollten Anleger sich genauer ansehen.

Eine hohe Ausschüttungsquote im Verhältnis zum

Gewinn muss indes nicht negativ sein. Für die USA hat die

Fondsgesellschaft AGI folgenden Zusammenhang ermittelt:

je höher die Ausschüttungsquote, desto höher das

Gewinnwachstum in den folgenden Jahren.

Die AGI-Experten erklären das so: Die im Unternehmen

verbleibenden Mittel werden auf ausgewählte, hochrentable

Investitionen konzentriert. Kapitalflüsse in unprofitable

Projekte unterbleiben angesichts der verknappten

Mittel. Dies führt in den meisten Fällen zu einer höheren

Rentabilität und höheren Gewinnen bei den Unternehmen.

Garantieren kann die Dividendenzahlung niemand,

doch es gibt einen recht verlässlichen Hinweis: die Kontinuität.

„Regelmäßig gezahlte Dividenden erhöhen die

Wahrscheinlichkeit, dass das Unternehmen diese Praxis

auch künftig fortsetzen wird“, sagt Brandmaier. Als

Beispiel nennt er eine kanadische Bank, die seit 1832

Im Januar 2013 ist der

Orderbuchumsatz mit

Dividenden-ETFs an der

Börse Stuttgart den vierten

Monat in Folge gestiegen

und erreichte rund 16

Millionen Euro. Dabei gab

es viermal mehr Käufe als

Verkäufe. Das zeigt, dass

private Anleger verstärkt in

diese Papiere investieren,

die sich auf spezielle Indizes

aus besonders dividendenstarken

Aktien beziehen.

Quelle: Börse Stuttgart

Aktienfinder

Dividendenstarke

Aktien

gibt es natürlich

nicht nur im

Deutschen Aktienindex

DAX 30.

Für ein gut

gestreutes Depot

sollten Privatanleger

auch andere

Segmente

und Länder in

Betracht ziehen.

Der Aktienfinder

der Börse Stuttgart

hilft dabei,

passende Titel

zu finden und

nach Kennzahlen

wie der Dividendenrendite

zu selektieren.

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dynamische

Weltkarte mit

den Leitindizes.

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ununterbrochen eine Dividende

zahlt – selbst mitten in der Finanzkrise

wurde lediglich die Erhöhung

ausgesetzt.

Noch besser als regelmäßige

Zahlungen sind allerdings kontinuierliche

Dividendenerhöhungen.

Dieser Aspekt ist gerade bei der

langfristigen Anlage wichtig, „denn

bei steigenden Kursen steigt zwar

die aktuelle Dividendenrendite

nicht, wohl aber die Rendite gegenüber

dem Einstandskurs“, betont

Brandmaier. Dass stetig steigende

Ausschüttungen sich auch positiv

auf den Kursverlauf auswirken

können, zeigt der S&P 500 Dividend

Aristocrats aus US-Werten mit

kontinuierlichen Dividendensteigerungen

(s. Seite 27: „Top-Dividendenwerte

laufen besser“).

Und noch etwas macht der

Index deutlich: Wer nach Dividendenaktien

sucht, sollte sich nicht zu

sehr auf heimische Titel konzentrieren.

„Die Dividendenkultur mit

kontinuierlichen und wenn möglich

steigenden Ausschüttungen ist vor

allem in den USA sehr ausgeprägt“,

sagt Brandmaier.

Das Prinzip des Shareholder

Value wird dort bewusster umgesetzt

als in Deutschland und Europa.

Hier neigen viele Firmen dazu,

in schlechten Zeiten die Dividende

zu kürzen. Aber selbst regelmäßige

Steigerungen sind keine Garantie.

Analyst Peeters verweist auf eine

Goldmine, „deren Vorkommen

erschöpft sind – sie wird keine

Dividende mehr zahlen“, unabhängig

davon, wie regelmäßig sie zuvor

ausgeschüttet hat. Für Börsenexper

te Seibold belegt das eines:

„Um die weitergehende Analyse

eines Unternehmens kommen

Privatanleger vor dem Investment

nicht herum.“ CARSTEN MICHAEL

28 marktmacher 01/2013

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