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Eucharistiefeier

Wort-Gottes-Feier

Familiengottesdienst

Keiner

Gottesdienst-Impulse

soll

alleine

glauben.

Diaspora-Sonntag

17. November 2013

Keiner soll alleine glauben. 1


Inhalt

Aufruf der deutschen Bischöfe Seite 3

Eucharistiefeier Seite 4

Predigt zum Diaspora-Sonntag Seite 7

Familiengottesdienst Seite 10

Wort-Gottes-Feier Seite 14

Kirchliche Feier am Volkstrauertag Seite 18

Predigthilfe zum Diaspora-Sonntag 2013 Seite 20

Damit

der Glaube

wachsen

kann.

2


Aufruf der deutschen Bischöfe

zum Diaspora-Sonntag am 17. November 2013

Liebe Schwestern und Brüder,

Kirche und Christen stehen in unserem Land vor großen Herausforderungen.

Denn Deutschland ist Missionsland. Viele unserer Mitbürger stehen Gott und

dem Glauben fremd oder gleichgültig gegenüber. Die Antworten des Christentums

auf die großen Fragen der Menschen müssen deshalb heute neu ausgesagt und

durch unsere Lebenspraxis überzeugend vermittelt werden.

Besonders den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen darf die froh

machende Botschaft des Christentums nicht vorenthalten werden. Wir würden

sie sonst um Entscheidendes betrügen.

Unter dem Leitwort „Keiner soll alleine glauben. Ihre Spende: Damit der Glaube

wachsen kann“ stellt das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken die Weitergabe

des Glaubens an die Jüngeren deshalb in den Mittelpunkt des diesjährigen

Diaspora-Sonntags.

Katholische Kinder und Jugendliche in der deutschen, nordeuropäischen und

baltischen Diaspora bilden in ihrer Schulklasse oder im Freundeskreis oft eine

verschwindend kleine Minderheit. Ihnen die Erfahrung gläubiger Gemeinschaft

zu ermöglichen und Orte der Glaubens bildung zu schaffen, ist eine Aufgabe von

herausragender Bedeutung. In vielen Projekten religiöser Erziehung nimmt sich

das Bonifatiuswerk dieser Herausforderung an.

Wir deutschen Bischöfe bitten Sie: Helfen Sie dem Bonifatiuswerk, damit

unsere Glaubensgeschwister in der Diaspora, besonders die Kinder und

Jugend lichen, nicht allein sind. Unterstützen Sie diese Arbeit mit Ihrem Gebet

und mit Ihrer großzügigen Spende am kommenden Diaspora-Sonntag!

Trier, den 21.02.2013

Für das (Erz)Bistum ___________________________________________________

Dieser Aufruf ist in den Amtsblättern zu veröffentlichen. Er soll am Sonntag,

dem 10.11.2013, in allen Gottesdiensten (auch am Vorabend) verlesen oder

den Gemeinden in einer anderen geeigneten Weise bekannt gemacht werden.

Die Kollekte am Diaspora-Sonntag (17.11.2013) ist ausschließlich für das

Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken bestimmt und ohne Abzüge weiterzuleiten.

Keiner soll alleine glauben. 3


Eucharistiefeier

Keiner soll alleine glauben.

(Liturgie vom 33. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C)

Eröffnungslied

GL 640,1+2

Zur Einführung

Heute tragen Priester und Ministranten

für dieses Jahr zum letzten Mal

die grüne Gewandfarbe. Die Texte

des heutigen Sonntags legen uns mit

ihrer drastischen Ausdrucksweise eher

nahe, an das Rot des reinigenden und

verzehrenden Feuers oder gar an das

Grau der Asche zu denken. Das Grün

wird vernichtet. Doch der zum Gericht

kommt, ist der weiß-strahlende Retter

Jesus Christus. Er will uns aufrichten,

nicht kleinmachen. Er sucht die Gemeinschaft

mit uns Menschen. Er ruft

uns auf zum gemeinsamen Zeugnis

unseres Glaubens.

„Keiner soll alleine glauben“: Das ist

das Motto des diesjährigen Diaspora-

Sonntags.

Weil wir häufig nur um uns selber kreisen,

weil unser Glaube blutleer ist, weil

unsere Hoffnung nicht immer unsere

Tage prägt und unsere Liebe nicht dem

anderen Glaubenden gilt, bitten wir

im Schuldbekenntnis Gott, den Vater

unseres Herrn Jesus Christus, um sein

Erbarmen.

Wir sprechen das Schuldbekenntnis:

GL 353, 4

Kyrie

Herr Jesus Christus,

du bist das Licht der Welt.

Herr, erbarme dich.

Du bist die Sonne der Gerechtigkeit.

Herr, erbarme dich.

Du gibst das Feuer der Begeisterung.

Herr, erbarme dich.

Herr Jesus Christus,

dein Licht erhellt unsere Nacht.

Christus, erbarme dich.

Dein Wort verwandelt unsere Zweifel.

Christus, erbarme dich.

Deine Gegenwart gibt uns Trost.

Christus, erbarme dich.

Herr Jesus Christus,

du rufst uns in die Gemeinschaft.

Herr, erbarme dich.

Du beauftragst uns,

dein Wort weiterzusagen.

Herr, erbarme dich.

Du hilfst uns, keinen Gläubigen

allein zu lassen.

Herr, erbarme dich.

Gloria

GL 486

Erste Lesung

Mal 3,19-20b

Psalmgesang

Kehrvers: Jubelt, ihr Lande, dem Herrn.

(GL 484,1)

Psalm 98 (GL 484,2)

4 Keiner soll alleine glauben.


Zweite Lesung

2 Thess 3,7-12

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja (GL 532,2)

Richtet euch auf und erhebt euer

Haupt, denn es nahet eure Erlösung.

(GL 126)

Evangelium

Lk 21,5-19

Predigt

Impuls für eine Predigt

von Kaare Nielsen (S. 7)

Glaubensbekenntnis

GL 489

Fürbitten

Wir tragen unsere Bitten vor Gott,

den Vater:

Für die materiell armen Menschen

in Estland und Lettland.

A: Gott, unser Vater,

wir bitten dich, erhöre uns.

Für die wenigen Kinder in der

Diaspora Ostdeutschlands.

A: Gott, unser Vater,

wir bitten dich, erhöre uns.

Für die Familien mit weiten Wegen

zum Gottesdienst.

A: Gott, unser Vater,

wir bitten dich, erhöre uns.

Für die Einzelnen, die Gemeinschaft

für ihren Glauben suchen.

A: Gott, unser Vater,

wir bitten dich, erhöre uns.

Für die Förderer der Christen

in der Diaspora.

A: Gott, unser Vater,

wir bitten dich, erhöre uns.

Für unsere Verstorbenen.

A: Gott, unser Vater,

wir bitten dich erhöre uns.

All unsere ausgesprochenen und unausgesprochenen

Bitten tragen wir vor

dich durch Christus im Heiligen Geist.

Amen.

Für die Einwanderer und Konvertiten

in Nordeuropa.

A: Gott, unser Vater,

wir bitten dich, erhöre uns.

Keiner soll alleine glauben. 5


Zur Kollekte

Heute möchten wir für die Aufgaben

des Bonifatiuswerkes der deutschen

Katholiken sammeln.

Es unterstützt Christinnen und Christen,

die weit verstreut leben, in der so

genannten Diaspora;

Menschen, die lange Wege zurücklegen

müssen, um miteinander den Glauben

zu bezeugen, zu feiern, zu verkünden.

Ermöglichen wir durch unsere Gabe,

dass gerade junge Familien im Licht

des Glaubens leben können.

Bitte spenden Sie großherzig!

Gabenbereitung

GL 490

Sanctus

GL 491

Agnus Dei

GL 492

Meditation nach der Kommunion

(für zwei Sprecher)

1. KEINER kann alleine glauben.

2. Herr, vor dir ist niemals ein Mensch

„keiner“, niemand ein „Niemand“.

Du rufst uns beim Namen.

Du kennst uns, unsere Stärken

und Schwächen,

unser Wollen und Versagen,

unser Fallen und unser Aufstehen.

1. Keiner KANN alleine glauben.

2. Aus eigener Kraft können wir

nur wenig.

Herr, du stärkst uns.

Du ermutigst uns.

Du begleitest unseren Weg

durch das Leben

und eröffnest uns Räume der Freiheit.

1. Keiner kann ALLEINE glauben.

2. Einen Zweig alleine kann

unter einer Last brechen.

Ein Bündel aus Zweigen bricht

jedoch auch bei großer Anstrengung

nicht entzwei.

Herr, du bist das Haupt,

wir die Glieder deines Leibes.

1. Keiner kann alleine GLAUBEN.

2. Glauben lebt vom Vertrauen,

vom Feststehen in der Hoffnung,

vom täglichen Dienst in der Liebe

zu unseren Mitmenschen.

Herr, bleib du in unserer Mitte.

Lehre uns den Weg zur Gemeinschaft

und lass uns deine Zeugen sein.

1. KEINER SOLL ALLEINE GLAUBEN.

Segen

Schlusslied

GL 642,1+3

6 Keiner soll alleine glauben.


Predigt zum Diaspora-Sonntag 2013

Keiner soll alleine glauben.

(Liturgie vom 33. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C)

Verlassen Sie Ihr Hoheitsgebiet

Diakon Kaare Nielsen aus dem Bistum Kopenhagen

Mich wundert am Text unseres heutigen Evangeliums, dass Jesus sagt: Auch und

gerade, wenn wir gebeutelt werden, wenn das Leben es nicht gut mit uns meint,

sollen wir nicht nur auf uns selbst blicken. Denn: Dann werdet ihr Zeugnis ablegen

können. In Prüfungen, Widerständen und Herausforderungen sollen wir Zeugnis

von unserem Glauben ablegen. Wieso tröstet er uns nicht? Warum sagt er nicht:

Ich bin bei euch alle Tage? Oder du bist nicht allein, ich bin bei dir?

Warum bittet er uns gerade in dieser Situation, Zeugnis zu geben?

Ich nenne Ihnen drei Gründe, warum wir Zeugnis ablegen.

Erstens haben wir Christen eine grundlegende Lebenseinstellung,

nämlich unseren Glauben mit anderen zu teilen: Keiner kann alleine glauben!

Das Zeugnis, das wir in einer herausfordernden Lebenssituation geben,

ist zudem besonders wirksam, aussagekräftig und überzeugend. Denn jeder weiß:

Dieses Zeugnis wird nicht im Schlussverkauf gehandelt. Es ist nicht einfach so

daher gesagt, sondern wirklich Zeugnis, mit unserem Herzblut besiegelt.

Paulus ermahnt uns, dass wir immer und überall Zeugnis ablegen, egal, was und

wie unser Leben sich gestaltet. Drittens sind wir nicht die Einzigen, die vom Leben

herausgefordert werden. Die von Jesus beschriebenen Prüfungen gehen die ganze

Menschheit an. Durch unseren geteilten Glauben − etwas anders ist Zeugnis ja

nicht – geben wir anderen Hoffnung, Mut und Trost. Wie kommen wir in Kontakt

mit den Menschen, die nicht zur Kirche kommen oder kein Interesse daran haben?

Ich möchte Ihnen erzählen, wie wir in Dänemark versuchen, die Aufforderung

Jesu zum Zeugnis umzusetzen. Im Bistum Kopenhagen gibt es zwei Initiativen:

die Nachtkirche und die Mobile Kirche. Mit beiden Initiativen versuchen wir

die Menschen zu erreichen, die nie oder zumindest nicht in den gewöhnlichen

Gemeinde gottesdienst sonntags um 10.00 Uhr kommen.

Unsere Nachtkirche schafft einen sakralen Raum für alle. Die Kirche ist offen.

Die Türen sind zumindest im Sommer sperrangelweit auf, und das mitten im

Herzen des multikulturellen Viertels Nørrebro in Kopenhagen.

Hier kommen Menschen einfach in die Kirche, einige sind neugierig, andere suchen

die Stille.

Wieder andere suchen ein Gespräch mit den Gläubigen oder bitten uns um eine

Fürbitte in ihrer Situation. Viele schauen im Laufe des Abends vorbei, dann, wenn

Keiner soll alleine glauben. 7


die Nachtkirche von 20.00 bis 23.00 Uhr offen ist.

Vor einiger Zeit kam ein junges Mädchen herein. Eigentlich, so erklärte sie mir,

wolle sie nicht in die Kirche kommen, denn sie glaube nicht an das da, und zeigte –

ohne es zu wissen – mit ihrem Finger auf das ausgestellte Allerheiligste.

Ich antwortete ihr: Macht nichts, du bist trotzdem willkommen. Sie war verblüfft:

Weshalb das denn?

Meine Antwort: Wenn du etwas auf dem Herzen hast, kannst du einfach eine Kerze

anzünden. Oder du schreibst die Bitte auf und heftest das Papier ans Kreuz.

Oder du setzt dich einfach eine Weile hin und ruhst dich aus.

Wissen Sie, liebe Gemeinde, was passiert ist? Das Mädchen erzählte, dass ihre Oma

gerade gestorben war. Nicht genug damit! Kurz davor hatte sie auch ihren Onkel,

der ihr sehr viel bedeutete, verloren. Beim Besuch in der Nachtkirche konnte sie

zum ersten Mal mit jemandem über diese Verluste sprechen. Danach zündete sie

eine Kerze an, schrieb ein Gebet auf, das mich ganz tief berührte.

Und ich, als gläubiger Mensch, wünschte mir, dass ich auch so schreiben könnte

wie sie.

Erinnern Sie sich an den Anfang des Gesprächs?

Da hatte das Mädchen noch behauptet: Ich glaube nicht an das da.

Unsere zweite Initiative ist die Mobile Kirche in einem Bauwagen, der mit einem

Bild vom Petersdom in Rom verkleidet ist. Mit dieser Kirche stehen wir jeden Donnerstagabend

in der Einkaufsstraße von Kopenhagen. Wir wollen Menschen treffen,

Gespräche führen und Zeugnis geben für all diejenigen, die niemals ihren Fuß über

die Schwelle einer Kirche setzen.

Stellen Sie sich die Mobile Kirche als Schiff vor, das sein eigenes Hoheitsgewässer

verlässt und sich ins Fahrwasser der anderen begibt. Vor unserer Mobilen Kirche

gibt es gratis Kaffee, Tee und Kuchen. Menschen kommen vorbei, bleiben stehen,

schauen und fragen: Was ist das denn? Obdachlosen genießen im Winter Kaffee

und Kuchen. Andere setzen sich in den Kirchenwagen, lauschen der Stille, zünden

eine Kerze an oder schreiben ein Anliegen ins Fürbittbuch.

Wir bieten Gespräch, Fürbitte oder Kaffee an, einfach alles, was gerade gebraucht

wird. Vor allem haben wir zwei Ohren und nur einen Mund. Viele kommen mit

ihrer Lebensgeschichte zu uns − auch mit ihren Prüfungen. Und wir sind immer

wieder überrascht: Keiner kann alleine glauben!

Vor ein paar Tagen kam ein großer, muskulöser, breiter Mann zum Wagen, jemand,

dem ich lieber nachts nicht in einer dunklen Straße begegnen würde. Er grölte:

Was machst du hier? Gibt’s hier Kaffee und Kuchen? Was, das ist gratis? Verdienst

du nicht dickes Geld damit? Als er verstand, dass unser Angebot gratis ist, damit

Menschen es einfach nutzen können, war er verblüfft. Er wiederholt: Kaffee und

8 Keiner soll alleine glauben.


Kuchen gratis? Und ihr tut das ganz umsonst für andere? Bevor er weiterging,

drückte dieser Riese mich an seine breite Brust, knubbelte und küsste mich auf die

Wange. Lächelnd sagte er: Toll, was ihr hier macht.

Diese beiden Zeugnisse aus unserem Bistum Kopenhagen zeigen Ihnen, wie Jesu

Wort Fleisch und Blut werden kann.

Liebe Zuhörer, denken Sie daran: Wenn Sie mit der kostbaren Last Ihres Schiffes

– dem Glauben – den Hafen der Kirchengemeinde und die gewohnten Hoheitsgewässer

verlassen, dann kommen Sie in fremdes Gebiet.

Sie bekommen neue Welten zu sehen, lernen andere Sprachen, entdecken viel

Unbekanntes – neue Pflanzen, Tiere und Natur, andere Rassen und Lebensanschauungen.

Während Sie ihre Ladung löschen und das Schiff wieder klar gemacht wird,

laden Sie Waren für die Rückreise – all das, was Sie in dieser neuen Welt, –

in fremden Gewässern erworben haben. Und das sind Kostbarkeiten, die Sie nur

finden und nicht kaufen können.

Doch dieser Handel ist nur möglich, wenn Sie mit zwei großen Ohren reisen und

einem kleinen Mund:

Wir müssen lernen, mehr zuzuhören als mit Worten unser Glaubenszeugnis

zu geben.

Das Schiff Kirche darf nicht mit seiner Last im Hafen verankert sein.

Es muss sich hinauswagen in tiefe Gewässer, Ozeane überqueren und die Last

löschen. Das meinen wir mit Zeugnis geben.

Nur dann wird das Schiff mit kostbaren Gütern wieder in den Hafen einlaufen.

Mit den Lebenserfahrungen der Menschen, die die Liebe Gottes erleben.

Und seien Sie gewiss, Sie fahren mehr ein, als Sie exportiert haben. Segeln auch

Sie volle Kraft voraus, mit einer kostbaren Ladung, großen Ohren und einem

kleinem Mund und einem Herzen, das schlägt für das Leben und die Menschen.

Denn der Herr sagt: Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können. Amen.

Keiner soll alleine glauben. 9


Familiengottesdienst

Keiner soll alleine glauben.

(Liturgie vom 33. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C)

Einzug

Gesang zur Eröffnung

Unser Leben sei ein Fest,

Jesu Geist in unserer Mitte,

Jesu Werk in unseren Händen,

Jesu Geist in unseren Werken.

Unser Leben sei ein Fest

an diesem Morgen und jeden Tag.

Unser Leben sei ein Fest,

Jesu Hand auf unserem Leben,

Jesu Licht auf unseren Wegen,

Jesu Wort als Quell unserer Freude.

Unser Leben sei ein Fest

an diesem Morgen und jeden Tag.

Einführung

Erwachsene warten vor einer Ampel.

Das rote Licht warnt sie vor einem

möglichen Crash.

Kinder hören die Warnung und Mahnung:

Wenn du das und das tust, dann

kommt dabei ein schlimmes Ergebnis

heraus. Wenn du deine Hausaufgaben

nicht machst, wirst du das Klassenziel

nicht erreichen. Wenn du schummelst,

spielen andere Kinder nicht mehr mit

dir.

Mahnungen hören wir in den Texten

aus der Heiligen Schrift. Sie stehen

unter der Überschrift: Achte auf deine

Taten! Überlegen wir für unser Leben,

ob wir es uns leicht machen wie die

Spreu oder wachsen wie das Korn, das

im Winter langsam gegen manchen

Widerstand wächst. In dieser Situation

stehen häufig die Katholiken in der

Diaspora. Und auch sie wissen, dass ein

einzelnes Samenkorn nicht zum Brot

wird, dass ein einzelner Katholik nicht

allein seinen Glauben leben kann.

Weil wir zu häufig um uns selber

kreisen, wollen wir gemeinsam um

Gottes Erbarmen bitten.

Dazu sprechen wir das Schuldbekenntnis:

GL 353, 4.

Kyrie

Herr Jesus Christus, voll Erbarmen

mit der Schöpfung. Herr, erbarme dich.

Herr Jesus Christus, voll Liebe zu

deinen Geschöpfen. Herr, erbarme dich.

Herr Jesus Christus, voll Güte zu

uns Menschen. Herr, erbarme dich.

Herr Jesus Christus, du Freund des

Lebens. Christus, erbarme dich.

Herr Jesus Christus, du Mahner

in Freiheit. Christus, erbarme dich.

Herr Jesus Christus, du Vollender des

Glaubens. Christus, erbarme dich.

Herr Jesus Christus, du Gast der

Verirrten. Herr, erbarme dich.

Herr Jesus Christus, du Heil der Sünder.

Herr, erbarme dich.

Herr Jesus Christus, du Retter der

Verlorenen. Herr, erbarme dich.

Hymnus zum Gloria

Gottes Reich hat ein Gesicht.

Gottes Plan ist Mensch und spricht.

Gottes Wort versöhnt.

10 Keiner soll alleine glauben.


Gottes Glanz verließ den Thron.

Gottes Herrschaft ist der Sohn,

den das Leiden krönt.

Allmacht stieg zur Welt herab.

Gottheit nahm die Krone ab.

Größe zeigt sich klein.

Nicht von außen und mit Zwang,

durch Gehör und Wiederklang

will er König sein.

Richter, vor Gericht geführt,

Sklave, dem die Macht gebührt,

Gott, der liebt und weint

Lamm, das Herz und Taten misst,

zeige, dass du König bist,

wenn dein Tag erscheint!

T: Peter Gerloff, M: GL 642

Erste Lesung

Mal 3,19-20b

Psalmgesang

Kehrvers: Jubelt, ihr Lande,

dem Herrn. (GL 484,1)

Psalm 98 (GL 484,2) Kehrvers

Zweite Lesung

2 Thess 3,7-12

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja (GL 532,2)

Richtet euch auf und erhebt euer

Haupt, denn es nahet eure Erlösung

(GL 126) Halleluja.

Evangelium

Lk 21,5-19

Predigt

Familiengottesdienst-Predigt (S. 14)

Credo

Gott ist dreifaltig einer (GL 489)

Fürbitten mit Gabenprozession

Dazu tragen die Kinder die Symbole

zum Altar.

In der 1. Lesung gebrauchte der Prophet

Maleachi kraftvolle Bilder. Sie zeigen,

wie der liebende Gott sich um uns

sorgt. Diese Symbole zeigen seine liebende

Zuwendung. Lasst uns vor Gott,

unseren Vater, unsere Bitten tragen:

Gott, unser Vater, wir bitten dich,

erhöre uns.

1. Der Ofen wärmt die Menschen, die

Tiere und all unsere Speisen.

In Estland und Lettland sind viele

Familien und Kinder arm.

Schenke ihnen Menschen, die sich

um sie kümmern und liebevoll

mit ihnen umgehen.

(Symbol: Ofen)

2. Spreu ist der Abfall beim Dreschen

von Getreide. Auch Menschen fühlen

sich häufig wie die Spreu, die durchs

Sieb fällt. Sie fühlen sich nicht anerkannt

und nicht wertvoll, Arbeitslose

und Straßenkinder, behinderte und

alte Menschen.

Keiner soll alleine glauben. 11


Schenke ihnen Begleiter und Helfer

auf ihrem Weg zu einem glücklichen

Leben.

(Symbol: Spreu, Strohhalme)

3. Ein dürrer Zweig ist abgeschlagen.

Er lag allein herum.

Steh denen bei, die in der Diaspora

leben.

(Symbol: Zweig)

4. Die Sonne macht die Menschen

froh, vor allem die Kinder, weil sie

gerne draußen spielen. Kinder in der

Diaspora leben oft als einzige junge

Katholiken in Schule und Verein.

Hilf ihnen, die Einsamkeit wegen

ihres Glaubens anzunehmen und

andere für den Glauben zu gewinnen.

(Symbol: Sonne)

5. Aus Wurzeln wachsen Blumen und

Bäume. Solche Wurzeln für den

Glauben sind Eltern und Großeltern,

Priester und ihre Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter in Gemeinde und

Schule.

Lass sie deine froh machende Botschaft

ansteckend weitersagen.

(Symbol: Wurzel)

6. Unter einem Flügel birgt der Herr

alle, die sich zu ihm bekannt haben

in Worten und Taten der Liebe.

Birg unsere Verstorbenen und die

Opfer von Krieg und Gewalt in deiner

liebenden Nähe.

(Symbol: Flügel)

Dir, dem liebenden Vater, danken wir

durch Jesus Christus, deinen Sohn, im

Heiligen Geist. Amen.

Alternative Fürbitten

1. Wir beten für alle, die wegen ihres

Glaubens ausgelacht, verfolgt, gequält

oder getötet werden.

Gott des Lebens – (A: Höre unser Gebet!)

2. Wir beten für unsere Gemeinden,

die deine frohe Botschaft lebendig

werden lassen. Gott des Lebens –

(A: Höre unser Gebet!)

3. Wir beten für diejenigen, die sich mit

ihrem Glauben alleine und verlassen

fühlen oder zu einer Minderheit

gehören. Gott des Lebens –

(A: Höre unser Gebet!)

4. Wir beten für alle Kinder und Jugendlichen,

die sich auf den Empfang

der Taufe, Erstkommunion oder Firmung

vorbereiten.. Gott des Lebens –

(A: Höre unser Gebet!)

Kollekte

Heute möchten wir für die Aufgaben

des Bonifatiuswerkes der deutschen

Katholiken sammeln. Es unterstützt

Kinder und Familien, die weit verstreut

leben, in der sogenannten Diaspora. Es

unterstützt Menschen, die lange Wege

zurücklegen müssen, um miteinander

den Glauben zu besprechen, zu feiern,

zu verkünden.

12 Keiner soll alleine glauben.


Helfen wir durch unsere Gabe, dass

gerade junge Familien im Licht des

Glaubens leben können.

Gabenbereitung

Dank sei dir, Vater (GL 634, 1+4+5)

Sanctus

Heilig, heilig, heilig (GL 510)

Agnus Dei

Herr Jesus! Du bist das Lamm (GL 511)

Meditation nach der Kommunion

Wenn der Herr Jesus einst wiederkommt,

wird er uns fragen nach

u nserem Leben. Eine Orientierung dazu

ist dieser irische Segenswunsch:

Nimm dir Zeit zum Arbeiten,

dies ist der Preis des Erfolges.

Nimm dir Zeit zum Denken,

dies ist die Quelle der Kraft.

Nimm dir Zeit zum Spielen,

dies ist die Quelle ewiger Jugend.

Nimm dir Zeit zum Lesen,

dies ist die Grundlage der Weisheit.

Nimm dir Zeit zum Freundlichsein,

dies ist die Straße zum Glück.

Nimm dir Zeit zum Träumen,

dies ist ein Zug zu den Sternen.

Nimm dir Zeit zum Lieben und

Geliebtwerden,

dies ist das Privileg der Himmlischen.

Nimm dir Zeit zum Lachen,

dies ist die Musik der Seele.

Nimm dir Zeit für deine Seele,

dies ist das Geheimnis des Lebens.

Alternative Meditation

Gemeinsam.

Du und ich.

Wir.

Und ihr.

Kirche.

Ob mit oder ohne Turm.

Nicht aus Steinen,

aber mit Händen und Füßen,

mit Köpfen und Herzen

seine Kirche sein.

Gemeinsam schaffen wir das.

Gott geht mit.

Begleitet uns.

„Ich bin bei euch alle Tage.“

Keiner soll alleine glauben!

Amen.

Segen

Lied nach der Entlassung

Komm, Herr, segne uns,

dass wir uns nicht trennen,

sondern überall uns zu dir bekennen.

Nie sind wir allein.

Stets sind wir die Deinen.

Lachen oder Weinen wird gesegnet sein.

Frieden gabst du schon,

Friede muss noch werden,

wie du ihn versprichst uns

zum Wohl auf Erden.

Hilf, dass wir ihn tun,

wo wir ihn erspähen,

die mit Tränen säen,

werden in ihm ruhn.

T + M: Dieter Trautwein

Keiner soll alleine glauben. 13


Predigt zum Diaspora-Sonntag 2013

Familiengottesdienst "Keiner soll alleine glauben"

(Liturgie vom 33. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C)

Liebe Jungen und Mädchen, liebe Eltern, liebe Gemeinde,

das heutige Evangelium erinnert mich sehr stark an ein Fußballspiel. Also setzt euch

die Kappe oder Mütze eurer Mannschaft im Geiste auf, zieht das Trikot an und legt

euch den Schal euers Lieblingsteams um. Die Mannschaften der heutigen Begegnung

treten auf den Platz. Die eine Mannschaft hat beim letzten Mal exzellenten und schönen

Fußball gespielt − und dann unglücklich verloren. Heute ist ein neues Spiel, auch

ein neues Glück? Der Ball ist ja rund, und schon kommt es zu ersten Berührungen.

Weil der Ball meist im Zweikampf dem Gegner abgenommen werden muss, sind Pressing

und kleine Fouls an der Tagesordnung. So ziehen sich die ersten Minuten hin.

Die ersten Zuschauer werden laut. Ran! Schneller! Wie kannst du nur so einen Chance

vermasseln? Hast du keine Augen im Kopf? Der stand doch frei! Wieder ist es für

die Spieler ein Tag des Gerichts. Die Zuschauer wissen alles besser.

Was wird der Trainer seinen Spielern sagen?

Standhalten der Abwehr! Schneller, koordinierter Angriff als Zeugnis des Trainings

und des Zusammenspiels! Warten bis die Chance kommt − und dann rein damit!

Hoffnung haben, wenn das Team doch wieder zurückliegt! Nicht auf das Pfeifen

und die Verbalattacken hören! Zeugnis geben für fairen und für schönen Fußball.

Und was sagte ein früherer Trainer?

Ein Spiel dauert 90 Minuten. Können wir dann den Triumph feiern? Und keine

Angst, wenn ihr morgen eure Bewertung, eure Noten in der Zeitung lest!

Am wichtigsten ist: Lasst euch nicht einschüchtern, los jetzt, raus auf den Platz.

Zeigt es ihnen!

Der Text im Lukas-Evangelium bewegt sich heute alles um Sieg und Niederlage,

um Kämpfen und verfolgt Werden, um Warten und Sich-Freuen.

Erinnert uns an die Regel Jesu, dass wir auf Gottes Wort hören, ihm vertrauen

und danach leben.

14 Keiner soll alleine glauben.


Dann wird am Ende unserer Spielzeit kein Maskottchen auflaufen.

Nein, der Herr der Welt wird uns entgegenkommen, wird auf uns zukommen in

seiner Macht und Herrlichkeit. Nicht als Diktator, der uns zurechtstutzt und klein

macht. Er wird kommen und uns so begegnen, wie er es am ersten Weihnachtstag

getan hat.

Er wird als Menschensohn kommen, uns in Liebe und voll Friede begegnen und uns

an seinem Leben teilhaben lassen.

Damit das keine leere Verheißung für uns und die Welt bleibt, können wir, denen

er am Himmelfahrtstag den Auftrag gegeben hat und denen seine Nähe versprochen

hat, seinem Wort und Leben nachfolgen − und das niemals allein.

Glaube lebt vom Vorbild derer, die uns in den Glauben einführen, vom Mitglauben

der Mitchristen und von den Anfragen der Kinder und derer, die merken, wie

anders, vielleicht auch wie kostbar und wertvoll der Glaube ist.

Ein Tagesgebet eines der kommenden Sonntage drückt es so aus:

Gemeinsam laufen wir deinem kommenden Christus entgegen.

Keiner soll alleine glauben.

Amen.

Keiner soll alleine glauben. 15


Wort-Gottes-Feier

Keiner soll alleine glauben.

(33. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C)

Eröffnungslied

GL 637,1-3

Liturgischer Gruß

L: Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn.

A: Der Himmel und Erde erschaffen hat.

Zur Einführwung

Liebe Gemeinde, ich begrüße Sie ganz

herzlich zu unserer heutigen Wort-

Gottes-Feier.

Wir feiern heute am 33. Sonntag im

Jahreskreis den Diaspora-Sonntag. An

diesem Tag wird deutschlandweit in den

Gottesdiensten auf katholische Christen

aufmerksam gemacht, die in einer Minderheitensituation

ihren Glauben leben.

Der Diaspora-Sonntag steht dieses Jahr

unter dem Leitwort „Keiner soll alleine

glauben. – Damit der Glaube wachsen

kann“.

Die Texte der biblischen Lesungen,

die uns heute begegnen, sprechen eine

bildreiche und wortgewaltige Sprache:

Von Gericht und Gerechtigkeit, vom Tag

des Herrn und dem Ende der Zeit ist die

Rede – und von der Jetzt-Zeit, in der es

gilt, trotz Krisenerfahrungen,

Zeugnis für Christus und das Reich

Gottes abzulegen.

Begrüßen wir nun mit dem Kyrie-Ruf

Christus, den Herrn, in unserer Mitte:

Kyrie-Lied

GL 644,1+2,5

Eröffnungsgebet

Ewiger Gott,

du bist der Ursprung und die Erfüllung

unseres Lebens.

Schenke uns deine Gnade,

damit wir fest bleiben im Glauben und

Zeugnis ablegen für dich.

Darum bitten wir durch unseren Herrn

Jesus Christus, deinen Sohn,

der in der Einheit des Heiligen Geistes

mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.

Amen.

Einführung in die 1. Lesung

In der Zeit, als das Volk Israel nach dem

Exil wieder im Heiligen Land lebte,

mahnte es der Prophet Maleachi, Gott

ernst zu nehmen. Andernfalls werden

alle, die überheblich nur auf sich selbst

schauen, wie im Feuer verbrannt.

Für die Gerechten aber ist der Tag des

Herrn der Tag ihrer Rettung.

Erste Lesung

Mal 3,19-20b

Psalmgesang

Kehrvers: Jubelt, ihr Lande, dem Herrn.

(GL 484,1)

Psalm 98 (GL 484,2)

Einführung in die 2. Lesung

Paulus warnt die Christen in Thessalonich,

nicht untätig auf das Kommen

des Messias zu warten, sondern sich in

dieser Welt nach Kräften zu engagieren.

Zweite Lesung

2 Thess 3,7-12

16 Keiner soll alleine glauben.


Ruf vor dem Evangelium

Halleluja (GL 532,2)

Richtet euch auf und erhebt euer

Haupt, denn es nahet eure Erlösung.

(GL 126)

Einführung zum Evangelium

Das Evangelium spricht Ängste an,

die auch uns modernen Menschen

nicht fremd sind.

Am Schluss steht jedoch eine positive

Zusage: „Wenn ihr standhaft bleibt,

werdet ihr das Leben gewinnen.“

Evangelium

Lk 21,5-19

Auslegung

Lesepredigt (S. 16)

Glaubensbekenntnis

GL 489

Friedensgebet und -zeichen

Zur Kollekte

Das Bonifatiuswerk unterstützt

Katholiken, die in einer Minderheiten

situation ihren Glauben leben:

in Nord- und Ostdeutschland, in Nordeuropa

und in den Diaspora-Regionen

des Baltikums.

Mit der Bauhilfe des Diaspora-Hilfswerks

können neue Gottesdiensträume entstehen

und alte erhalten werden.

Mit den raps-gelben BONI-Bussen des

Bonifatius werkes wird das Leben der

Kirchengemeinden über weite Distanzen

erst möglich.

Und mit der Unterstützung der Kinder-

und Jugendarbeit können junge

Christen in der Diaspora ihren Glauben

kennenlernen.

In ganz Deutschland fördert das Bonifatiuswerk

als Hilfswerk für den Glauben

missionarisch-pastorale Projekte.

Zur Unterstützung dieser wichtigen

Aufgaben sammeln wir jetzt in der

Kollekte.

Bitte spenden Sie großherzig!

Sonntäglicher Lobpreis

V: Schwestern und Brüder,

Gott hat zu uns gesprochen

in den Worten der Heiligen Schrift.

Wir haben sein Wort gehört.

Im sonntäglichen Lobpreis geben wir

ihm Antwort, vereinen uns mit allen,

die zum Gottesdienst versammelt sind

und beten:

- Lobpreis Modell E. „Dank für Gottes

Wirken“ aus „Wort-Gottes-Feier,

Werkbuch für die Sonn- und Festtage“,

S. 180f.

- alternativ: Litanei zur neutestamentlichen

Schriftlesung (S. 12)

Keiner soll alleine glauben. 17


Ihr wisst, wie man uns

nachahmen soll (2 Thess 3,7)

Paulus ist ein rastloser Verkünder

des Glaubens −

A: Herr, wir preisen dich für die

Christen, die seinem Vorbild folgen.

In einer Welt, die Christus nicht kennt −

In unserer Kirche −

In den Gemeinden –

In den Familien −

Wir haben uns gemüht und geplagt

(2 Thess 3,8)

Paulus spornt die Menschen

durch sein Beispiel an −

A: Herr, wir loben dich für alle Christen,

die sich öffnen.

Für deine Botschaft der Liebe −

Für deine Worte des Trostes −

Für die Verheißung deiner Gegenwart −

Für dein unablässiges Werben

um einen jeden Einzelnen −

Wir wollen euch ein Beispiel geben

(2 Thess 3,9)

Paulus lebt mit anderen zusammen −

A: Herr, wir danken dir für die

Menschen, die uns dein Wort bringen.

In die Zimmer der Kranken −

In die Heime der Alten −

In die Zellen der Gefangenen −

In die Einsamkeiten der Arbeitslosen −

Wir haben euch die Regel eingeprägt

(2 Thess 3,11)

Paulus ruft die Menschen zum Glauben

durch Wort und Beispiel −

A: Herr, wir ehren dich.

Mit den Menschen in der Diaspora −

Mit den Jugendlichen auf der Suche

nach kirchlicher Heimat −

Mit den Kindern in der Obhut

katholischer Kindergärten −

Mit den Familien auf weiten Wegen

zur Kirche −

Wir ermahnen sie (2 Thess 3,12)

Paulus ist in Sorge

um das Heil der Menschen −

A: Herr, wir loben dich.

Mit den Kleinmütigen und Begeisterten −

Mit den Ängstlichen und Engagierten −

Mit den Hauptberuflichen

und Ehrenamtlichen −

Mit den Hoffenden und Liebenden −

Wir gebieten ihnen

im Namen des Herrn (2 Thess 3,12)

Paulus lebt ganz aus der Verbindung

mit dem Auferstandenen −

A: Herr, wir rühmen dich.

Du bist nahe in der Bedrängnis −

Du gibst den Verzagten

überzeugende Worte −

Du gibst Kraft zur Liebe

gegen den Hass −

Du bist die Tür zum Vater −

Du, Herr, geleitest uns durch dein Wort.

Du bist bei uns auf allen Wegen.

Dir gebührt unser Lob. Amen.

Hymnus

GL 486

Fürbitten

Als Christinnen und Christen leben wir

unseren Glauben nicht alleine. Wir sind

18 Keiner soll alleine glauben.


zur Gemeinschaft untereinander und

mit Gott berufen.

Zu ihm sprechen wir voll Vertrauen:

1. Für die Katholiken in Estland

und Lettland, wo erst seit einer

Generation der Glaube öffentlich

gelebt werden kann:

Ermutige sie, ihren Glauben

überzeugend weiterzugeben.

L: Gott, unser Vater.

A: Wir bitten dich, erhöre uns.

2. Für die Katholiken in Nordeuropa,

von denen viele als Einwanderer Arbeit

und Lebensperspektiven suchen:

Lass sie durch die Gemeinschaft mit

Schwestern und Brüdern im Glauben

eine neue Heimat finden.

Gott, unser Vater …

3. Für die Katholiken in der Diaspora

der neuen Bundesländer, die als

Christen in der Minderheit sind:

Bestärke Ihren Mut, in unserer Gesellschaft

von dir Zeugnis zu geben.

Gott, unser Vater …

4. Für die Katholiken in Norddeutschland,

wo die Wege in größer werdenden

Pfarreien sehr weit sind:

Führe die Gläubigen immer wieder

neu zusammen und erhalte sie durch

diese Erfahrungen der Gemeinschaft.

Gott, unser Vater …

5. Für alle, die sich mit den Katholiken

in der Diaspora verbunden fühlen

und sie durch Gebet, Partnerschaften,

Engagement und Spenden unterstützen:

Vergilt ihnen alles Gute, das sie für

diese Brüder und Schwestern tun.

Gott, unser Vater …

6. Wir gedenken unserer Verstorbenen:

Lass sie ruhen in deinem Frieden.

Gott, unser Vater …

Gott, du bist unser Heil.

Dafür danken wir dir und preisen dich

mit deinem Sohn und dem Heiligen Geist

in Ewigkeit. Amen.

Danklied

GL 269,1

Vaterunser

Mitteilungen

Segensbitte

Der Herr segne und behüte uns.

Der Herr lasse sein Angesicht

über uns leuchten und sei uns gnädig.

Der Herr wende uns sein Angesicht zu

und schenke uns seinen Frieden.

Der Segen des allmächtigen Gottes,

des Vaters und des Sohnes

und des Heiligen Geistes

komme auf uns herab

und bleibe bei uns allezeit. Amen.

Entlassung

V: Singet Lob und Preis.

A: Dank sei Gott, dem Herrn.

Schlusslied

GL 642,1+3

Keiner soll alleine glauben. 19


Kirchliche Feier am Volkstrauertag

Lied

GL 268,2.3

Gebet

Wir denken heute an die Opfer

von Gewalt und Krieg, Kinder, Frauen

und Männer aller Völker.

Wir gedenken der Soldaten, die in den

Weltkriegen starben, der Menschen,

die durch Kriegshandlungen oder

danach in Gefangenschaft,

als Vertriebene und Flüchtlinge ihr

Leben verloren.

Wir gedenken derer, die verfolgt und

getötet wurden,

weil sie einem anderen Volk angehörten,

einer anderen Rasse zugerechnet wurden

oder deren Leben wegen einer Krankheit

oder Behinde rung als lebensunwert

bezeichnet wurde.

Wir gedenken derer, die ums Leben

kamen, weil sie Widerstand gegen

Gewaltherrschaft leisteten,

und derer, die den Tod fanden,

weil sie an ihrer Überzeugung

oder an ihrem Glauben festhielten.

Wir trauern um die Opfer der Kriege

und Bürgerkriege unserer Tage,

um die Opfer von Terrorismus und

politischer Verfolgung,

um die Opfer sinnloser Gewalt,

die bei uns Schutz suchten.

Wir trauern mit den Müttern und

mit allen, die Leid tragen, um die Toten.

Du hast unser Leben unter das Zeichen

der Hoffnung gesetzt.

Hilf uns bei der Versöhnung unter den

Menschen und Völkern.

In deinem Namen bringen wir den

Frieden unter den Menschen −

zu Hause und in der Welt. Amen.

Lied

GL 293,3.4

Fürbitten

Gott öffnet uns die Augen, damit wir

ihn sehen:

ein helles Licht in unserem grauen

Alltag, im Dunkel unserer Angst,

auch noch in der Nacht unseres Todes.

Zu ihm rufen wir.

Herr, unser Gott,

erbarme dich.

1. Dir bringen wir die offenen Fragen

der Menschen, ihre ungelösten Probleme,

ihre verwirrten Beziehungen.

Gib ihnen Ausdauer, Gelassenheit

und unbeirrbare Hoffnung auf

Frieden.

2. Dir bringen wir unsere Nächsten,

unsere Angehörigen und Freunde,

alle, die wir lieben; aber auch unsere

Feinde; alle, die wir nicht leiden

können, die es uns schwer machen.

Hilf uns und allen, zu lieben, wie du

geliebt hast, grenzenlos.

20 Keiner soll alleine glauben.


3. Dir bringen wir das Leid der Menschen:

die Angst der Überforderung, die

Tränen der Enttäuschten,

die Schmerzen der Kranken,

das Stöhnen der Unterdrückten,

den Hunger der Armen,

das Schweigen der Verzweifelten.

Zeige den Helferinnen und Helfern

Wege, das Leid zu mindern.

4. Dir bringen wir unseren Glauben,

gemeinsam mit allen,

die dich suchen und nach dir fragen,

auch mit allen, die dich nicht kennen

noch nicht oder nicht mehr.

Schenke du Gewissheit, dass alle

einst schauen, was sie jetzt glauben.

All unsere Bitten, die wir ausgesprochen

haben oder im Herzen tragen, bringen

wir vor Gott voll Vertrauen und

sprechen das Vaterunser.

Lied

GL 297,1.4.5.7.8

Segensbitte

So bitten wir Gott um seinen Segen

für uns selbst, unsere Angehörigen

und alle Menschen, die unter Krieg

und Terror leiden.

Es segne uns der dreifaltige Gott,

der Vater und der Sohn und

der Heilige Geist. Amen.

Gehet hin und bringt Frieden.

Dank sei Gott, dem Herrn.

Keiner soll alleine glauben. 21


Predigthilfe zum Diaspora-Sonntag 2013

33. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C

Liebe Schwestern und Brüder,

starke Bilder beherrschen die biblischen Lesungen des heutigen Tages. Es sind Bilder,

die wir nicht gerne haben, weil es Bilder des Schreckens sind, Bilder der Gewalt

und der Zerstörung. Beim ersten Hinsehen scheinen sie sogar einen gewalttätigen

Gott auszumalen, einen Gott, der Unheil säht. Doch ist das eben nur der erste Blick.

Wenn wir genauer hinschauen, dann erkennen wir, dass die Schreckensszenarien

Durchgangsstationen sind und dass es dahinter Licht wird, dass dahinter das Heil

auf die Menschen wartet.

Die erste Lesung aus dem Buch Maleachi beschreibt es in poetischen Worten: „Für

euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen,

und ihre Flügel bringen Heilung.“

„Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf zu unsrer Zeit;

brich in deiner Kirche an, dass die Welt es sehen kann. Erbarm dich, Herr.“

Auch der Abschnitt aus dem Lukasevangelium, den wir soeben gehört haben,

lenkt unseren Blick auf den Tag des Herrn. Doch bevor es Tag werden kann, muss

die Welt die tiefste Schreckensnacht durchleiden. Gott mutet den Menschen diese

Nacht zu, aber sie ist nicht das Ziel. Die Bilder von Zerstörung und Entweihung

des Jerusalemer Tempels, des heiligsten Ortes der Juden, durch römische Truppen,

waren den Lesern des Lukas noch ganz gegenwärtig.

Sie benutzt er, um die Schrecken auszumalen, durch die auch die Gläubigen gehen

müssen, damit sich die Nacht in ewigen Tag wandeln kann. Auch die Christen

werden davor nicht bewahrt, aber sie können sich bewähren.

„Weck die tote Christenheit aus dem Schlaf der Sicherheit,

dass sie deine Stimme hört, sich zu deinem Wort bekehrt. Erbarm dich, Herr.“

Es geht um Entscheidung. Und Entscheidung hat immer etwas mit Scheidung zu

tun. Wer sich für Christus entscheidet, der muss sich von vielen Menschen um sich

herum absetzen, der muss fähig sein, anders zu leben, anders zu handeln, vielleicht

sogar als die Menschen in der eigenen Familie. Wer sich für Christus entschieden

hat, der muss entschieden leben, der wird Zeugnis geben durch sein Leben.

„Wenn ihr standhaft bleibt, so werdet ihr das Leben gewinnen“, verheißt uns Jesus

im Evangelium.

„Tu der Völker Türen auf; deines Himmelreiches Lauf,

hemme keine List noch Macht. Schaffe Licht in dunkler Nacht. Erbarm dich, Herr.“

Liebe Schwestern und Brüder, wir schauen am heutigen Diaspora-Sonntag ganz besonders

auf die katholischen Christen, die in der Minderheit ihren Glauben leben.

In den meisten dieser Regionen gibt es ein gutes und friedliches Miteinander der

22 Keiner soll alleine glauben.


Religionen und Konfessionen, ja häufig sogar mit den Menschen, denen jeglicher

Glaube fremd ist. Aber nicht überall ist es so. Gerade vor dem Hintergrund unserer

Lesungstexte richten wir unseren Blick auch auf die Länder der Erde, wo die Kirche

verfolgt und bedrängt wird, wo ihr die Mehrheitsgesellschaft feindlich gesonnen

ist und sie in ihrem Kirchesein unterdrückt. Gerade diese Situationen fordern den

Glauben aufs Äußerste heraus. Da kostet es viel Kraft, standhaft zu bleiben und an

das Leben zu glauben. Da können Zeugnis und Bekenntnis lebensgefährlich sein.

„Gib den Boten Kraft und Mut, Glauben, Hoffnung, Liebesglut,

und lass reiche Frucht aufgehn, wo sie unter Tränen sä’n. Erbarm dich, Herr.“

Doch auch in den Regionen der Erde, wo die Katholiken zwar nicht verfolgt und

unterdrückt werden, aber in der Minderheit leben, braucht es einen entschiedenen

Glauben. Es geht nicht um die Minderheit von Parlamentssitzen oder von Abstimmungsergebnissen.

Es geht darum, ob mein Lebensentwurf von anderen geteilt

oder auch nur nachvollzogen werden kann. Oder ob ich mit meiner Entscheidung

eben alleine dastehe und mir niemand die Hände reicht, um mich zu unterstützen.

Entschiedener Glaube braucht die Unterstützung von außen.

Und das ist die Auf gabe des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken: Deutsche

Katholiken unterstützen Katholiken in Nord- und Ostdeutschland, in Nordeuropa

und im Baltikum in ihrem Glaubensleben und in ihrem sozialen Engagement.

Die Lesung aus dem Zweiten Thessalonicherbrief macht es deutlich:

Es geht nicht nur darum, auf die Ewigkeit zu blicken, sondern sich auch dieser

Zeit und ihren Herausforderungen zuzuwenden. Das ist die ureigenste Aufgabe der

Christen: sich für die anderen einzusetzen, Solidarität zu üben und dem Frieden zu

dienen.

„Lass uns deine Herrlichkeit sehen auch in dieser Zeit

und mit unsrer kleinen Kraft suchen, was den Frieden schafft. Erbarm dich, Herr.“

So knüpfen Sie mit Ihrer Unterstützung, mit Ihrem Gebet und Ihrer Spende, ein Netz

der Solidarität, das gerade diejenigen auffangen kann, die so oft das Gefühl haben, alleine

zu sein, alleine zu glauben und zu leben. „Keiner soll alleine glauben“, so lautet

das Motto der diesjährigen Diaspora-Aktion.

Durch Ihre Gabe tragen Sie mit bei zur Einheit unserer Kirche, die über so viele

Länder verstreut ist, wo Menschen in ganz unterschiedlichen Situationen leben

und sie doch derselbe Glaube vereint und dieselbe Hoffnung weitergehen lässt und

dieselbe Liebe zum Handeln antreibt.

„Lass uns eins sein, Jesu Christ, wie du mit dem Vater bist,

in dir bleiben allezeit, heute wie in Ewigkeit. Erbarm dich, Herr.“

Amen.

Domkapitular Msgr. Dr. Heinz Detlef Stäps

Rottenburg am Neckar

Keiner soll alleine glauben. 23


Bonifatiuswerk.

Hilfswerk für den Glauben

Das Bonifatiuswerk fördert die Weitergabe des

Glaubens, Orte der Begegnung und der Gemeinschaft

sowie die pastorale Begleitung von katholischen

Christen, die in einer Minderheitensituation ihren

Glauben leben – in Deutschland, Nord europa oder

dem östlichen Baltikum.

Die Vorschläge für die Gottesdienste haben der Liturgiekommission

der Deutschen Bischofskonferenz vorgelegen;

sie widersprechen nicht den liturgischen Vorschriften.

Sämtliche Texte dieses Heftes stehen im Internet zum Download für Sie

bereit: www.bonifatiuswerk.de Diaspora-Aktion Gottesdienst

Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken

Kamp 22 · 33098 Paderborn

www.bonifatiuswerk.de

Spendenkonto 10 000 105

Bank für Kirche und Caritas Paderborn

BLZ 472 603 07

Stichwort: »Diaspora-Sonntag«

Konzeption / Design: www.gute-botschafter.de

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