Ausgabe August 2013 - Der Vorstädter

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Ausgabe August 2013 - Der Vorstädter

Historie

Aus einer Verbindungs- wird eine Geschäftsstraße

Straßen und Plätze der Erweiterten Bahnhofsvorstadt: Die Bahnhofstraße

Mit der beginnenden Industrialisierung in

Freiberg begann die Bebauung der Vorstadtgebiete.

Der bisherige Stadtteil Neue

Sorge bekam durch die Anbindung an die

Eisenbahn eine große Bedeutung. Erste

Industriebetriebe entstanden, so 1859 die

Flachsspinnerei und die Eisengießerei von

Carl August Wenzel (spätere PAMA). In

loser Folge sollen im Vorstädter wichtige

Straßen des Gebietes vorgestellt werden.

Friedrich August III. die Bahnhofstraße

unter großem Jubel der Bevölkerung ent-

lang fuhr (folgendes Foto).

Auffällig ist der Verlauf mit ihrer Krüm-

mung im Bereich der Lange Straße, der

schon in alten Karten zu erkennen ist.

Diese Besonderheit wurde in den 1920er

Jahren durch eine gezielte Bebauung

hervorgehoben. Als auffälliges Merkmal

der gesamten Bahnhofstraße wurde hier

1928 das erste Freiberger Hochhaus

errichtet (Foto unten). An dieser Stelle

befand sich vorher das so genannte

Die Bahnhofstraße befindet sich zwischen

der Straße Am Bahnhof bzw. dem Bahnhof

und der Kreuzung Poststraße/Frauensteiner/Berthelsdorfer

Straße. Von der

Bahnhofstraße zweigen mehrere Straßen

ab, der Rote Weg, die Humboldtstraße,

Bergstiftsgasse, Lange Straße und die

Buchstraße. Im unteren Teil durchschneidet

sie den Wernerplatz.

Die heutige Bahnhofstraße wurde lange

vor dem Bau des Bahnhofes bzw. der

Anbindung an die Eisenbahn angelegt.

Die alte Bezeichnung Viehgasse deutet

auf einen Weg zu den städtischen Viehwiesen

hin. Möglicherweise führte sie ursprünglich

bis zum Donatstor. Alte Bezeichnungen

waren auch Beym Kuh

Schacht (um 1716) und ab 1861 Äußere

Bahnhofstraße. Diese Bezeichnung wurde

eingeführt, da es zu dieser Zeit noch

die Innere Bahnhofstraße gab. Mit deren

Umbenennung in Poststraße entfiel 1889

der Zusatz für die heutige Bahnhofstraße.

Eine alte Schule, ein König und das

erste Hochhaus

Seit 1714 befand sich an der Straße die

Eusebienschule, die später zur Bürgerschule

aufgewertet wurde. Das Gebäude

wurde 1912 abgebrochen. Heute befindet

sich an dieser Stelle das Berufliche Schulzentrum

für Wirtschaft. Ein zumindest für

die damalige Zeit bedeutendes Ereignis

war 1905, als der sächsische König

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