DEZEMBER 13 - Der Monat

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DEZEMBER 13

RÜCKBLICK: Sparen und reagieren – Politik und Finanzplatz

BUCHMESSE: Bücherwelt mit «LeseZeichenLiechtenstein»

FORSCHUNG: Ein vielversprechender Steuersystemansatz


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DES FÜRSTEN VON

LIECHTENSTEIN

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INHALT | EDITORIAL

Überraschungen?

Nicht nur an Weihnachten!

3

Auch das Jahr 2013 bot einige Überraschungen – von den

Wahlen im Frühjahr bis zum Finanzplatz im Herbst

PANORAMA 4

RÜCKBLICK

Sparen und reagieren: Politik und Finanzplatz 6

FINANZPLATZ

Klare Strategie zur Steuerkonformität 10

INDUSTRIE

Mit Innovationen international erfolgreich 14

PORTRÄT

Erwin Gisler: Im Dienste des Fürsten 17

VERMÖGENSVERWALTUNG

Herausforderungen für Vermögensverwalter 18

BUCHMESSE

Bücherwelt mit «LeseZeichenLiechtenstein» 20

VINO E PIÙ

CEST steht für vier Geschäftsbereiche 22

FORSCHUNG

Ein vielversprechender Steuersystemansatz 24

FAIRER HANDEL

Schokolade, die alle glücklich macht 26

Wenn Rückblick gehalten wird auf das Jahr 2013,

dann sind Überraschungen festzustellen. Wer hätte

vorher gewettet, dass die neue politische Gruppierung

«Die Unabhängigen»

derart viele Stimmen und Mandate

im Landtag erhält? Ebenso

die Entwicklung auf dem Finanzplatz.

Noch vor einem halben Jahr mutmassten

die Finanzplatzexperten, irgendwann werde der

automatische Informationsaustausch

kommen. Nun hat die

neue Regierung Hasler die Vorwärtsstrategie

der früheren Regierung

Hasler mit der «Liechtenstein-Erklärung»

2009 übernommen

und bietet bilaterale

Abkommen über den automatischen

Informationsaustausch an.

Wie rasch der Transformationsprozess

voranschreitet, ist aus

Günther Meier

dem Interview mit Adolf E. Real Chefredaktor «Der Monat»

in dieser Ausgabe ersichtlich:

Das Interview wurde noch vor der Regierungserklärung

über den automatischen Informationsaustausch

geführt – Real aber war überzeugt: «Der automatische

Informationsaustausch wird kommen!»

IMPRESSUM: 7. Jahrgang, Nr. 83, Dezember 2013, 18 750 Exemplare

HERAUSGEBER: Alpenland Verlag AG, Feld kircher Strasse 13, FL-9494 Schaan,

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REDAKTION: Günther Meier, Tel. +423 380 09 30, redaktion@dermonat.li

VERLAGSLEITUNG: Max Meinherz, Tel. +423 239 50 20, m.meinherz@gutenberg.li

SEKRETARIAT: Eva Rubin, Tel. +423 239 50 30, office@gutenberg.li

ANZEIGEN: Tel. +423 239 50 30, Fax +423 239 50 31, office@gutenberg.li

GESTALTUNG: Barbara Schmed, Gutenberg AG

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TITELBILD: Das Weihnachtsfest mit dem Kerzenglanz kündigt

sich in der Adventszeit an. (Foto: Günther Meier)

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DEZEMBER 2013


PANORAMA

4

5

UNO-Empfehlungen

für Gleichberechtigung

Ein UNO-Ausschuss, der die Umsetzung der

UNO-Frauenkommission zu überprüfen hat, zeigte

sich bei der Beurteilung unseres Landes nicht durchwegs

zufrieden. Der Ausschuss ist besorgt, dass

Frauen im Landtag, in Gemeinderäten, in Landeskommissionen

und Beiräten und in leitenden Positionen

der öffentlichen Verwaltung

untervertreten sind. Der Ausschuss

ist auch besorgt, dass es gegenwärtig

keine weiblichen Gemeindevorsteher

und keine Landtagskommission

zur Behandlung der

Gleichstellung gibt. Zur Kenntnis

genommen hat das Gremium die

Erklärung Liechtensteins, dass

Frauen oft zu sehr mit beruflichen und familiären

Pflichten belastet seien, um am politischen Leben

teilzunehmen. Um den Problemen abzuhelfen,

empfiehlt der Ausschuss zeitweilige Sondermassnahmen,

wie zum Beispiel eine gesetzliche Quote,

ein System der Geschlechterparität für Nominierungen

für Staatsorgane und eine Verknüpfung der

Finanzierung der politischen Parteien an die Bedingung

der gleichen Vertretung von Frauen.

Foto: Landtag

Wofür der Staat das Geld ausgibt

Die Regierung hat das Budget 2014 vorgelegt. Nachstehend eine

Übersicht, wofür der Staat das Geld ausgibt.

Aufwand Anteil am Budget

Sozial Wohlfahrt 206,6 Mio. Fr. 26 Prozent

Bildungswesen 170,0 Mio. Fr. 21 Prozent

Allgemeine Verwaltung 109,8 Mio. Fr. 14 Prozent

Öffentliche Sicherheit 65,8 Mio. Fr. 8 Prozent

Volkswirtschaft 35,0 Mio. Fr. 4 Prozent

Gesundheit 30,6 Mio. Fr. 4 Prozent

Kultur und Freizeit 30,0 Mio. Fr. 4 Prozent

Verkehr 26,1 Mio. Fr. 3 Prozent

Das Budget 2014 sieht noch keinen Ausgleich zwischen Einnahmen

und Ausgaben vor, so dass die Regierung weiterhin gezwungen ist,

Einsparungen vorzunehmen und Ausschau zu halten nach neuen

Einnahmequellen.

Quelle: Bericht und Antrag der Regierung

Foto: UNO

Exekutivrat «UN Women»

mit Aussenministerin Frick

Liechtenstein wurde an der UNO-Generalversammlung

in den Exekutivrat von «UN Women»

gewählt. «UN Women» ist durch seine Arbeit in 87

Ländern und mit einem Jahresbudget von rund 350

Millionen US-Dollar ein Hauptakteur im weltweiten

Kampf für Gleichberechtigung und gegen die

Diskriminierung von Frauen. Liechtenstein wird

zum ersten Mal im Aufsichtsrat einer UNO-Organisation

vertreten sein. Aussenministerin Aurelia

Frick (auf dem Foto mit UNO-Generalsekretär Ban

Ki-moon) hatte während der UNO-Generaldebatte

die Gelegenheit zu einem Arbeitsgespräch mit der

neuen Leiterin von «UN Women», der ehemaligen

südafrikanischen Vizepräsidentin, Phumzile

Mlambo-Ngcuka.

Wahrnehmung der FMA

in der Öffentlichkeit

Über 200 Finanzintermediäre haben in einer

Umfrage durch die Universität Liechtenstein die Finanzmarktaufsicht

Liechtenstein (FMA) bewertet.

Der Bericht zeichnet das Bild einer respektierten,

verlässlichen und kompetenten Aufsichtsbehörde.

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen aber auch Handlungsbedarf

auf. Die Fragen nach der Respektierung,

Verlässlichkeit und Kompetenz der FMA

wurden im Durchschnitt mit 4,5 Punkten auf einer

6-Punkte-Skala bewertet. Die Frage nach der Gewährleistung

der Stabilität des Finanzplatzes Liechtenstein

durch die FMA erhielt dagegen nur die Bewertung

von 3,9 Punkten. In gleicher Höhe bewerteten

die Teilnehmer an der Umfrage die Qualität

der Aufsichtstätigkeit, was knapp einem «gut» entspricht.

DEZEMBER 2013


Liechtenstein-Unternehmen

unter den Top-Arbeitgebern

In der internationalen Arbeitgeberbewertung durch das Great

Place to Work Institut hat die Hilti AG mit dem 15. Rang einen Spitzenplatz

unter den weltweit besten Unternehmen erreicht. Positiv

hervorgehoben wurde, dass das Vertrauen in die Führungskräfte besonders

stark sei. Eine zweite Firma, die Herbert Ospelt Anstalt, besser

bekannt als «Malbuner», schien in der Reihe «Die besten Arbeitgeber

der Ostschweiz» auf. Besonders hervorgehoben wurde, dass

«Malbuner» zu den beliebtesten Marken in der Schweiz gehöre.

Philatelie-Innovation

Briefmarken selbst gestalten

Mit «dieMarke.li» startet die Liechtensteinische Post AG einen

innovativen Service. Mit diesem neuen Angebot wird es Privatpersonen

und Firmen möglich sein, ihre ganz persönliche, individuelle

Briefmarke zu gestalten. Selbstverständlich postgültig, selbstklebend

und mit der briefmarkentypischen Perforation. Bereits herausgegeben

hat die Post einen Kollektionsbogen, der künftig zweimal im Jahr

zu speziellen Anlässen herausgegeben wird. Diese Bogen, die jeweils

zehn verschiedene Motive im Zusammendruck enthalten, sind ebenfalls

postgültig, erscheinen komplett unabhängig und stehen in keinem

Zusammenhang zu den offiziellen Briefmarkenausgaben des

Fürstentums Liechtenstein. Der erste Kollektionsbogen erhielt am 2.

Dezember 2013 seine Postgültigkeit. Der Bogen ist aus Anlass der

Ausstellung «Rubens, Van Dyck and the Flemish School of Painting –

Masterpieces from the Collections of the Prince of Liechtenstein» erschienen.

Weihnachtskonzert in der

Friedenskapelle Malbun

Das Weihnachtskonzert im Alpengebiet gehört

zur musikalischen Tradition unseres Landes.

Dieses Jahr findet bereits die 33. Austragung in der

Friedenskapelle in Malbun statt. Das Konzert kann

am Sonntag, 29. Dezember 2013, um 17 Uhr besucht

werden. Auf dem Programm

stehen Weihnachts-

Kompositionen von Meistern aus

Barock und Klassik sowie weihnachtliche

Weisen aus den Alpenländern.

Am Schluss des

Konzerts ist das Publikum zum

gemeinsamen Singen beliebter

Weihnachtslieder eingeladen.

Foto: Josef Frommelt

Foto: IKR

UNO-Jahr 2014

Bäuerliche Betriebe

Die UNO hat das Jahr 2014 zum Internationalen

Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe

ausgerufen. Die familienbetriebene Landwirtschaft

und die kleinbäuerliche Landwirtschaft

bilden nach einem UNO-Bericht eine wichtige

Grundlage für eine nachhaltige Nahrungsmittelerzeugung

mit dem Ziel der Ernährungssicherung.

Ausserdem würden diese Kleinbetriebe

einen Beitrag leisten zur Armutsbekämpfung.

Was bäuerliche Kleinbetriebe sind, die im Mittelpunkt

des Jahres 2014 stehen sollen, hat die

UNO umschrieben. Eines der Merkmale solcher

Betriebe ist, dass die Entscheidungskompetenz

bei der bewirtschaftenden Familie liege. Ausserdem

würden die Arbeitskräfte zu einem grossen

Teil von Familienmitgliedern bestellt, womit

Familienleben und Bauernbetrieb praktisch verschmelzen

würden. Die Idee der UNO ist auf

grosse Resonanz gestossen, denn weltweit haben

sich 360 Organisationen dem Aufruf angeschlossen.

Insbesondere die Vorstellung, mit

dem UNO-Jahr die Welt auf die Herausforderungen

und Schwierigkeiten aufmerksam zu

machen, mit denen die bäuerlichen Familienbetriebe

konfrontiert sind. Aufgezeigt werden soll

auch der wertvolle Beitrag, den diese Betriebe

bei der Bekämpfung der Armut und der Sicherstellung

der Ernährungslage leisten. Die UNO

hat alle Mitgliedländer ermuntert, mit Aktionen

und Massnahmen das Internationale Jahr der

bäuerlichen Familienbetriebe zu unterstützen,

die trotz ihrer Kleinheit für Multifunktionalität

und Vielfalt stehen, was ein zukunftsgerichteter

Weg sei.


RÜCKBLICK

6

7

Sparen und reagieren

Politik und Finanzplatz

Von Günther Meier

Drei Themen waren es vor allem, die Liechtenstein im Jahre

2013 bewegten: Die Wahlen in Landtag und Regierung, die

Sparpolitik für den Ausgleich im Staatshaushalt und die Forderung

nach dem automatischen Informationsaustausch.

Der 3. Februar und der 14. November – zwei Daten

des Jahres 2013, die wohl bei jedem Rückblick die

entsprechende Erwähnung finden werden. Zwei

Daten auch, die möglicherweise dereinst mit dem

Prädikat «Historisch» in die Geschichte unseres

Landes eingehen werden. Am 3. Februar bestimmten

die Wählerinnen und Wähler mit ihrem Stimmverhalten,

dass das Parlament in der Mandatsperiode

2013 – 2017 nicht nur drei,

sondern vier Parteien zu umfassen

habe. Und am 14. November

Die Regierung schloss eine

Türe zu Informationen auf,

gab die Regierung in einer Erklärung

bekannt, dass Liechtenstein

die noch vor wenigen Jahren dem automatischen Informationsaustausch

mit anderen Ländern

bei Steuerangelegenheiten

als absolut geschützt galten

nicht mehr ablehnend gegenüberstehe.

Mit der Ankündigung, bilaterale Abkommen

über den automatischen Steuerinformationsaustausch

abschliessen zu wollen, schloss die

Regierung eine Türe zu Informationen auf, die

noch vor wenigen Jahren vor fremden Augen als absolut

geschützt galten und Geheimnisschutz in Anspruch

nehmen konnten. Zumindest ein Geschäftsfeld

des Finanzdienstleistungssektors, nämlich

fremde Vermögen vor dem Zugriff ausländischer

Steuerbehörden zu schützen, dürfte damit endgültig

der Vergangenheit angehören. Ob das bisherige

Zwei- und Drei-Parteien-System mit dem Wahlergebnis

2013 ebenfalls nur noch in den Geschichtsbüchern

auftauchen wird, werden die nächsten

Wahlen zeigen.

Vorerst scheint im Vier-Parteien-

Landtag ein neuer Wind zu wehen. Für Frischwind

sorgen nicht nur die noch am Ende der vergangenen

Legislaturperiode abgeänderte Geschäftsord-

nung, sondern auch die personelle

Zusammensetzung. Das Interesse

richtet sich auf die neue

Gruppierung «Die Unabhängigen»,

die beim ersten Auftritt bereits vier Mandate

erringen konnte. Das Erstaunliche am Erfolg der

Unabhängigen dürfte sein, dass die neue Gruppierung

nicht als politische Partei im eigentlichen Sinne

auftrat und ebenso kein Wahlprogramm veröffentlichte,

sondern lediglich mit markigen Worten

die bisherige Politik kritisierte. «Das Volk ist unzufrieden»,

sagte der zufriedene Gründer Harry Quaderer,

«das Volk hat einen Ausweg gesucht – und

wir haben uns als Alternative angeboten.» Die

nächsten Jahre werden zeigen, ob es im Stil ausländischer

Piratenparteien genügt, auf Schwachstellen

hinzuweisen oder ob die Wählerschaft nach dem

Anfangserfolg eine eigenständige Positionierung

der Gruppierung fordert. Dieser Punkt dürfte letztlich

entscheidend für die Einschätzung sein, ob die

Unabhängigen nur ein Hoffnungsschimmer gegenüber

dem bisherigen Drei-Parteien-System mit fester

Rollenverteilung waren oder ob sich die «Piraten»

als neue Partei etablieren könnten – und entsprechend

werden sich die Wählerinnen und Wähler

bei den nächsten Wahlen verhalten.

Nur Gefahren oder auch

Chancen für den Finanzplatz?

Die Regierungserklärung vom 14.

November zur internationalen Steuerkooperation

verspricht «Rechtssicherheit und Perspektiven für

die Kunden des Finanzplatzes». Nach Angaben von

Regierungschef Adrian Hasler handelt es sich nicht

um eine neue Strategie, sondern um eine konsequente

Fortführung der bereits seit längerem einge-


Mit dem Wahlerfolg der

Unabhängigen ist Liechtenstein

zum Vier-Parteien-System

übergegangen.

schlagenen und praktizierten Steuerkonformitätsstrategie.

Die Reaktionen der Wirtschaftsverbände,

die bei der Ausarbeitung der Regierungserklärung

involviert waren, fielen positiv aus. Auch aus dem

Ausland kamen zustimmende Kommentare. Liechtenstein

hat sich bereit erklärt, mit anderen Ländern

Vereinbarungen zum automatischen Informationsaustausch

auf Basis des zukünftigen

OECD-Standards abzuschliessen, erwartet aber

gleichzeitig auch die Kooperation der Vertragspartner

zur Sicherstellung der Steuerkonformität für

die Vergangenheit. Im Visier hat die Regierung die

G-5-Länder Deutschland, Grossbritannien, Frankreich,

Italien und Spanien. Das Jahr 2013 ist das

Jahr der Absichtserklärung über den automatischen

Informationsaustausch. Der Teufel könnte,

wie bei vielen anderen Dingen, im Detail stecken.

Entsteht ein Landesspital oder

ein Länderspital?

Zu den Projekten, die das Jahr

2013 ohne konkrete Entscheidung überdauert haben,

gehört das Landesspital in Vaduz. Wurde unmittelbar

vor der Abstimmung über den geplanten

Neubau die Situation so dargestellt, dass das Spital

in kürzester Zeit nicht mehr in der Lage sei, seine

Aufgaben zu erfüllen, scheint der Spitalbetrieb bisher

nicht gelitten zu haben. Vielmehr werden höhere

Patientenzahlen registriert, was künftige Argumentationen

für einen Spitalneubau nicht erleichtert.

Als gesichert gilt aus der Abstimmung, dass

mehr Kooperationen mit der Nachbarschaft gewünscht

werden. Verlockend

steht das Modell im Raum, nicht

mehr ein Landesspital zu bauen,

sondern ein «Länderspital» zu

errichten – zusammen mit dem Spital Grabs, möglichst

auf der grünen Wiese, möglichst nahe an der

Grenze und möglichst mit einem kurzen Autobahn-Anschluss.

Müsste man eine Prognose stellen,

so ist man versucht zu sagen, das Jahr 2014 wird

wohl (fast) vorüber gehen, bis man weiss, in welche

Richtung die Spitalplanung und Spitalkooperation

gehen wird.

Foto: Günther Meier

Kommt ein Casino oder

kommen zwei Casinos?

Für 2013 war eine Entscheidung

erwartet worden, ob ein Casino in Vaduz gebaut

werden kann. Dabei stand weniger das «ob» im

Vordergrund als die Frage, welches der beiden geplanten

Geldspielhäuser den Zuschlag erhalten

werde, nachdem das Vergabeverfahren der Regierung

in Zweifel gezogen und vor Gericht angefochten

wurde. Man kann durchaus geteilter Meinung

sein, ob solche Entscheidungen der Regierung von

Gerichten geklärt werden müssen. Zumindest anderswo

bestehen erhebliche Zweifel an der Vorstellung,

dass die Zuteilung von Konzessionen an private

Unternehmen in den Aufgabenbereich von

Verwaltungsgerichten oder gar von Verfassungsgerichten

fällt. Vor dem Hintergrund der Befürchtung,

die Casino-Frage könnte zu einem ewigen

Gerichtsstreit werden, ist die Empfehlung nicht

weit, die Regierung müsste den Knoten mit einer

Vorwärtsstrategie durchhauen: Warum nicht zwei,

drei oder noch mehr Casino-Konzessionen vergeben,

wenn die Auflagen erfüllt sind? In anderen

DEZEMBER 2013


VORSORGE

8

Wirtschaftsbereichen wird auch auf die Marktkräfte

vertraut, wird auch die liberale Wirtschafts- und

Rechtsordnung hervorgehoben, die das Risiko

nicht dem Staat überlässt, sondern der freien

Marktwirtschaft.

Noch ist das Ziel, im Staatshaushalt

einen Ausgleich zwischen Einnahmen und

Ausgaben zu schaffen, nicht erreicht. Auch der

Transformationsprozess auf dem Finanzplatz ist

noch nicht zu Ende, auch wenn zuerst mit der

«Liechtenstein-Erklärung» 2009 und nachfolgend

mit der Regierungserklärung 2013 zwei Pflöcke

eingeschlagen wurden, die sowohl den Finanzplatz

als auch die Beziehungen des Landes zu anderen

Staaten wesentlich verändern werden. Nicht nur

das Ringen um die Finanzpolitik und um den automatischen

Informationsaustausch in Steuersachen

wird im kommenden Jahr fortgesetzt, auch die Spital-

und Casino-Entscheidungen stehen bevor.

Ganz abgesehen davon, dass die Sicherung der AHV

und weitere damit zusammenhängende Fragen einer

dringenden Bearbeitung bedürfen. 2013 ist

noch nicht zu Ende – die Diskussion über entscheidende

Zukunftsfragen aber auch noch nicht. |

Die liechtensteinische Parteienlandschaft

Jahrzehnte wurde Liechtenstein durch ein Zwei-Parteien-System geprägt. Erst die Freie Liste schaffte als dritte Partei den Einzug

ins Parlament, nachdem andere Gruppierungen früher gescheitert waren. Seit den Wahlen 2013 sind im Landtag vier Parteien

vertreten.

Im Unterschied zu den Nachbarstaaten kam es in Liechtenstein spät zur Gründung von politischen Parteien. Erst das Wahlgesetz von

1918, das die Wahl von 12 der 15 Abgeordneten für den Landtag durch das Volk einführte, ermöglichte die Bildung von parteipolitischen

Gruppierungen. In jenem Jahr formierten sich die Fortschrittliche Bürgerpartei (FBP) und die Christlich-Soziale Volkspartei (VP). Während

die FBP unverändert blieb, fusionierte die VP mit dem Liechtensteiner Heimatdienst 1936 zur Vaterländischen Union (VU). In der

bald hundertjährigen Parteiengeschichte sind weitere Parteigründungen zu verzeichnen, von denen aber nur die Freie Liste (FL) und

die Gruppierung «Die Unabhängigen» den Sprung in den Landtag schafften.

Eine «Volksdeutsche Bewegung in Liechtenstein», die den Anschluss an Hitler-Deutschland forderte, wurde 1938 gegründet. An Wahlen

konnte sich diese Partei nicht beteiligen, weil 1939 aufgrund der nationalsozialistischen Gefahr eine «stille Wahl» durchgeführt

wurde und 1943 der Fürst die Mandatsdauer des Landtags verlängerte. Mit dem Zusammenbruch des Dritten Reichs war der Gruppierung

die Basis entzogen.

Schon 1933 war der «Liechtensteinische Heimatdienst» gegründet worden, der zuerst einen Staat ohne Parteien anstrebte, dann aber

nationalsozialistische und autoritäre Züge aufwies und sich 1936 mit der Volkspartei zur Vaterländischen Union (VU) zusammenschloss.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kandidierte eine «Wahlliste der unselbständig Erwerbenden und Kleinbauern» für den Landtag, konnte

aber bei den Wahlen am 15. Februar 1953 nur knapp 7 Prozent der Stimmen erreichen und fiel damit aus dem Rennen. Schon bei den

Wahlen vom 14. Juni 1953, die wegen der Blockade der VU angesetzt werden musste, trat diese Gruppierung nicht mehr an.

Von sehr kurzer Dauer war auch der Auftritt einer Wählergruppe mit der Bezeichnung «Arbeiter- und Bauernpartei des Liechtensteiner

Unterlandes» vor den Wahlen 1957. Diese Gruppe wurde nicht zu den Wahlen zugelassen, weil nach Entscheidung der Regierung die

Wahlvorschriften nicht beachtet worden waren.

Bei den Wahlen 1962 erhielt die Christlich-Soziale Partei (CSP) zwar knapp über 10 Prozent der Stimmen, scheiterte aber an der damals

bestehenden 18-Prozent-Hürde. Bis 1974 kandidierte die CSP jeweils bei den Wahlen, konnte aber niemals die Sperrklausel überwinden

und verschwand von der politischen Bildfläche.

Auch die Überparteiliche Liste Liechtenstein (ÜLL) scheiterte mit einem Anteil von gut 3 Prozent der Stimmen bei den Wahlen 1989 an

der Sperrklausel, die inzwischen auf 8 Prozent gesenkt worden war.

Die Freie Liste (FL) schaffte erst im dritten Anlauf 1993 den Einzug in den Landtag, nachdem sie 1986 und 1989 die Sperrklausel nicht

überwinden konnte.

Schnelleren Erfolg hatte bei den Wahlen 2013 die Gruppierung «Die Unabhängigen», die auf Anhieb 15,3 Prozent der Wählerstimmen

erringen konnte und im Landtag mit 4 Abgeordneten vertreten ist.

DEZEMBER 2013


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FINANZPLATZ

10

11

Klare Strategie

zur Steuerkonformität

Die internationalen Forderungen nach Transparenz hat zu entsprechenden

Entwicklungen auf dem Finanzplatz Liechtenstein geführt. Adolf E. Real, Präsident

des Liechtensteinischen Bankenverbandes, erklärt im Interview die

Auswirkungen auf die Banken.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Können Sie eine

vorläufige Bilanz ziehen, wie es den Banken auf

dem Finanzplatz Liechtenstein gegangen ist?

2013 war und ist nach wie vor ein wichtiges und

herausforderndes Jahr für die Banken. Die Umsetzung

der neuen Strategien verlangte den Banken

einiges ab, sie haben Kosten-

Die Banken haben Kostensenkungsprogramme

umgesetzt

senkungsprogramme umgesetzt

und ihre Kernkompetenzen in

der Beratung gestärkt. Die Banken

sind stabil, solide und gut

und ihre Kernkompetenzen

aufgestellt, was sie im anhaltend

in der Beratung gestärkt

angespannten Umfeld auszeichnet

und eine Stärke ist. Auch hinsichtlich

der Steuerkonformitätsstrategie, die die

Banken massgeblich mittragen, war 2013 ein sehr

intensives Jahr. Wichtigster Meilenstein war hier

sicher das Abgeltungssteuerabkommen

zwischen Österreich

Adolf E. Real, Präsident des Liechtensteinischen

Bankenverbandes. und Liechtenstein. Auch haben

sich die Banken mit ihrer Richtlinie

zur Steuerkonformität klar

zum eingeschlagenen Weg bekannt.

Wir wissen, dass die Banken

2013 Neugeldzuflüsse verzeichnen

konnten und dass die

Restrukturierungsmassnahmen

des vergangenen Jahres Wirkung

zeigen.

Foto: Bankenverband

Im Zuge der internationalen

Steuer- und Transparenzdiskussion

sind Kunden mit ihrem Vermögen

aus Liechtenstein abgezogen.

Hat diese Abwanderung

angehalten?

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Gelder abgezogen

werden, Kunden beispielsweise ihr Institut wechseln.

Gemäss den Halbjahreszahlen 2013 verzeichnen

wir am Platz netto über Neugeldzuflüsse, was

erfreulich ist und uns zuversichtlich stimmt. Für

uns ist dies ein klares Signal, dass das Vertrauen in

den Finanzplatz vorhanden ist.

Eine gewisse Unruhe war auf dem Bankenplatz

Liechtenstein mit CEO-Wechseln festzustellen.

Handelte es sich dabei um übliche Personalwechsel

an oberster Stelle oder sind diese Wechsel ein

Zeichen für den Zustand des Finanzplatzes?

Es ist nicht ungewöhnlich, dass es gelegentlich auch

auf CEO-Ebene zu Wechseln kommt. Bei einem

kleinen Bankenplatz wie Liechtenstein mit 14 Mitgliedsbanken

fallen Wechsel mehr auf, insbesondere,

wenn solche Wechsel fast zeitgleich erfolgen. Ich

würde dies jedoch nicht überbewerten.

Es gab auch Neuausrichtungen liechtensteinischer

Banken im Ausland und die Schliessung von

Aussenstellen. Sind liechtensteinische Banken zu

klein, um im Ausland zu konkurrieren oder wurden

hier Bereinigungen vorgenommen?

Die Banken Liechtensteins richten sich neu aus und

konzentrieren sich auf ihr jeweiliges Kerngeschäft.

Während einzelne Banken im Zuge der Neuausrichtung

Standorte schliessen, expandieren andere

auch im Ausland und sind damit erfolgreich. Dies

ist eine Frage der Strategie, die die jeweiligen Banken

einschlagen.

Regierung, Verbände und Marktteilnehmer haben

anfangs 2013 eine integrierte Finanzplatzstrategie

erarbeitet. Was sind die Schwerpunkte und wie hat


Foto: Liechtensteinische Landesbank

Die Banken Liechtensteins sich diese Strategie in den vergangenen

Monaten entwickelt?

haben das klare Ziel, nur noch

deklarierte Gelder zu verwalten. Regierung und Finanzplatzakteure

haben Mitte 2012 beschlossen,

ihre jeweiligen Strategien im Rahmen einer

integrierten Finanzplatzstrategie umzusetzen. Ziel

ist es, durch Bündelung der Kräfte und Priorisierung

der Projekte sicherzustellen, dass Liechtensteins

Finanzplatz auch weiterhin ein attraktiver

Standort ist und unseren Kunden eine langfristige

Perspektive in einem vom Wandel geprägten Umfeld

geben kann. Das Projekt ist sehr gut angelaufen,

in der Zwischenzeit haben Strategiebüro und Arbeitsgruppen

ihre Arbeit aufgenommen.

Der Liechtensteinische Bankenverband hat eine

Richtlinie zur Steuerkonformität erlassen, die von

den Banken bis zum 31. Oktober 2013 umzusetzen

war. Was strebt der Bankenverband mit dieser

neuen Richtlinie an?

Die Banken Liechtensteins bekennen sich klar zur

Strategie der Steuerkonformität mit dem klaren

Ziel, nur noch deklarierte Gelder zu verwalten. Aus

Zur Person

Adolf E. Real ist Präsident des Liechtensteinischen Bankenverbandes

(LBV), der für seine Mitglieder eine Richtlinie zur Steuerkonformität

erlassen hat. www.bankenverband.li

diesem Grund haben sich die liechtensteinischen

Banken zu einheitlichen Mindeststandards in Bezug

auf die anzuwendenden Sorgfaltspflichten hinsichtlich

der Steuerkonformität ihrer Kunden verpflichtet.

So sind die Banken verpflichtet, vor der

Eröffnung einer Kundenbeziehung und der Entgegennahme

entsprechender Vermögenswerte im

Fall eines erhöhten Risikos steuerrechtswidrigen

Verhaltens weitere Abklärungen zu treffen. Führen

die Abklärungen zu keinem plausiblen Ergebnis,

lehnen die Banken die Geschäftsbeziehungen ab.

Ebenso verfahren sie bei der Annahme von Neugeld

bei Bestandskunden. Die Richtlinie soll dazu beitragen,

das Ansehen des Finanz- und Bankenplatzes

weiter zu stärken.

Der Bankenverband hat sich im Ausland präsentiert

und für den Finanzplatz Liechtenstein geworben.

Hat diese Offensive schon Erfolge zu verzeichnen?

Der Liechtensteinische Bankenverband führt seit

vielen Jahren Gespräche mit Persönlichkeiten aus

Politik, Medien und Wirtschaft im Ausland, insbesondere

in Deutschland und Österreich, aber auch

in der EU und in der Schweiz. Dabei handelt es sich

weniger um eine Offensive als vielmehr um den

permanenten Auf- und Ausbau eines stabilen

Netzwerks einerseits an Freunden und Fürsprechern

andererseits aber auch um den sachlichen

Diskurs mit unseren Kritikern. Wir informieren

DEZEMBER 2013


FINANZPLATZ

12

aus erster Hand, erläutern die aktuellen Entwicklungen

des Finanzplatzes und liefern Zahlen und

Fakten, anhand derer die ernsthaften Bemühungen

und Erfolge hinsichtlich eines stabilen, nachhaltigen

und qualitativ hochwertigen Finanzplatzes

deutlich werden. Wir versuchen, Verständnis

für unsere Position zu erlangen und Kritik zu begegnen.

Dass diese Bemühungen Früchte tragen,

zeigt unter anderem die Tatsache, dass Liechtenstein

sehr viel differenzierter wahrgenommen

wird und die Diskussion in vielen Fällen sachlich

und auch in freundschaftlicher Atmosphäre verläuft.

Liechtenstein wird als seriöser und innovativer

Finanzplatz wahrgenommen. Aber wir müssen

nach wie vor am Vertrauen arbeiten und mit Fakten

überzeugen.

Das internationale Umfeld für den Banken- und

Finanzplatz Liechtenstein dürfte sich 2014 kaum

verändern. Wie sieht Ihr Ausblick aus, wenn Sie

dieses Umfeld und die Forderung nach automatischem

Informationsaustausch betrachten?

Der automatische Informationsaustausch wird kommen.

Erst im September haben sich die G20 verpflichtet,

untereinander den AIA einzuführen. Er

soll zudem globaler Standard werden, geht es nach

der OECD. Auch wir müssen uns also mit den Konsequenzen

aus einer Einführung des AIA auseinandersetzen.

Die Banken sind sich der Entwicklungen

hinsichtlich der zunehmenden Transparenz bis hin

zum AIA bewusst und stellen sich darauf ein. Für

uns stellt sich dabei nicht mehr die Frage des «ob»,

sondern vielmehr die Frage nach dem «wie». Die

Banken haben sich entschieden, diesen Prozess aktiv

mitgestalten und an neuen OECD-Standards mitwirken

zu wollen. Deshalb begrüssen wir auch klar

die aktuelle Regierungserklärung in Sachen Steuerkooperation

und automatischer Informationsaustausch.

Wir werden uns hierbei für einen Ansatz

stark machen, der praktikabel und effektiv umsetzbar

ist, auf klaren Spielregeln beruht, die berechtigten

Interessen aller Beteiligten mitberücksichtigt

und Diskriminierungen ausschliesst. Ich bin überzeugt,

dass wir damit auf dem richtigen Weg sind. |

Automatischer Informationsaustausch

Die Regierung hat im Transformationsprozess des Finanzplatzes einen Schritt vorwärts gemacht und am 14. November

2013 eine Erklärung veröffentlicht, die anderen Ländern einen automatischen Informationsaustausch anbietet.

Liechtenstein hat am 21. November 2013 die Konvention der OECD und des Europarats über die gegenseitige Amtshilfe in

Steuersachen unterzeichnet. Ausgehend von der Überlegung, dass der automatische Informationsaustausch zum internationalen

Standard werden wird, bietet Liechtenstein nach der Unterzeichnung dieser Konvention anderen Ländern bilaterale

Vereinbarungen zum automatischen Austausch von Steuerinformationen an. Für die Regierung ist dieser Schritt eine konsequente

Fortführung der bereits seit längerem eingeschlagenen und praktizierten Steuerkonformitätsstrategie.

Verfolgt werden damit zwei Ziele: Einerseits die Rechtssicherheit festigen für die Kunden des Finanzplatzes und ihnen gleichzeitig

eine Perspektive für die Zukunft bieten, andererseits die Stärkung der internationalen Position Liechtensteins als zuverlässiger

und vertrauenswürdiger Partner.

Mit der Erklärung hat die Regierung gleichzeitig zu verstehen gegeben, dass nach ihrer Auffassung eine wirksame Zusammenarbeit

im Steuerbereich mehr Elemente als nur den Informationsaustausch umfasse. Liechtenstein sei deshalb bereit, den mit

Grossbritannien erfolgreich verfolgten Ansatz zur Steuerlegalisierung ausländischer Vermögen weiterzuentwickeln. Das Abkommen

mit dem Vereinigten Königreich stellt sicher, dass die Steuerpflichtigen die Steuerbestimmungen ihres Heimatlandes

in Liechtenstein umfassend erfüllen. Im Gegenzug werden die liechtensteinischen Dienstleistungen und Vermögensstrukturen

anerkannt. Daraus resultieren für beide Seiten bessere Rahmenbedingungen für die Zukunft.

DEZEMBER 2013


BILDUNG

Lernziele müssen

klar definiert sein

13

Die grossen Bildungsreformen plant Bildungsministerin

Dr. Aurelia Frick gemäss eigenen Aussagen

nicht. Vielmehr will sie wieder Ruhe in die

Schulen einkehren lassen. Bildungspolitische

Schwerpunkte nennt sie dennoch: Die Zahl der

Standardtests, die Aufteilung von Aufgaben,

Kompetenzen und Verantwortung sowie die Lehrmittel.

Wir haben uns mit ihr über Letzteres

unterhalten.

Aurelia Frick, was ist Ihre Meinung als Bildungsministerin:

Sind unsere Lehrmittel schlecht?

Nein, unsere Lehrmittel sind nicht schlecht. Diskussionen

gibt es vor allem über das Englisch-Lehrmittel

«Young World», das bis zur 6. Klasse Verwendung

findet. Es geht bei den Überlegungen zu den

Lehrmitteln vor allem darum auszuloten, ob eine

gewisse Lehrmittelfreiheit Mehrwert im Unterricht

bringt oder nicht.

Besteht nicht die Gefahr, dass bei einer freien

Lehrmittelwahl jede Klasse und jede Schule in

unserem Land andere Inhalte vermittelt und

Schulübertritte oder Schulwechsel schwieriger

werden?

Von der komplett freien Lehrmittelwahl darf nicht

die Rede sein. Wenn, dann spreche ich von einer

beschränkten Freiheit, die innerhalb bestimmter

Lehrmittel auswählt. Diese Freiheit würde maximal

für einzelne Schulstandorte gelten, nicht für

die einzelne Klasse. Wichtig dabei wäre natürlich,

dass die Lernziele klar definiert sind. Wir sind aber

noch in einer Phase der Prüfung dieser Gedanken.

Sie sprechen das Englisch-Lehrmittel «Young

World» an. Von welcher Seite kommt die Kritik an

diesem Lehrmittel?

Vereinzelte Lehrpersonen, aber auch Eltern sind

mit diesem Lehrmittel seit der Einführung nicht

einverstanden. Ich habe mir dieses Buch selber angeschaut

und kann die geäusserte Kritik auch verstehen.

Sich in diesem Buch zurechtzufinden, ist

nicht einfach. Dazu kommt, dass das Buch fast kei-

Foto: Regierung

ne Grammatik beinhaltet. Auch Bildungsministerin Dr. Aurelia

das zu lernende Vokabular ist

Frick: «Fremdsprachen

fraglich.

machen dann Spass, wenn

das erlernte Wissen praktisch

Was meinen Sie damit konkret?

genutzt werden kann.»

Ich bin keine Pädagogin, habe

aber selber immer mit Freude Fremdsprachen

gelernt und darf behaupten, gerade in Englisch sattelfest

zu sein. Beim Durchblättern von «Young

World» bin ich schon in den ersten Kapiteln auf

Vokabeln gestossen, die ich bisher nicht kannte, nie

in meinem Leben brauchte und wohl auch nie brauchen

werde. Ich bin aber schon der Meinung, dass

Fremdsprachen dann Spass machen, wenn das erlernte

Wissen praktisch genutzt werden kann. Dazu

muss man nach dem Weg fragen können, Essen

und Getränke bestellen, über sich Auskunft erteilen

und etwas nachfragen können. Ob das Brutverhalten

von Seevögeln da auch dazu gehört, überlasse

ich dem Betrachter.

Was unternehmen Sie dagegen?

Im konkreten Fall will ich überprüfen lassen, welche

Alternativen wir zu diesem Englisch-Lehrmittel

haben. Betreffend das weitere Vorgehen in

Sachen Lehrmittel führe ich noch Gespräche. |

DEZEMBER 2013


INDUSTRIE

14

15

Mit Innovationen

international erfolgreich

Die liechtensteinische Exportindustrie hat sich trotz Schwierigkeiten der

Weltwirtschaft und ungünstigen Wechselkursen gut behaupten können. Die

Unternehmen erhöhten als Gegenmassnahme durch Effizienzsteigerung die

Produktivität.

Weltweit war das Wirtschaftsjahr 2013 eher von

Konjunkturflaute als von Aufwärtsentwicklung geprägt.

Wie fällt Ihre vorläufige Bilanz gegen Jahresende

für die liechtensteinische Exportindustrie

aus?

Die allgemeine Lage der Industrie und des warenproduzierenden

Gewerbes in Liechtenstein war laut

einer kürzlich publizierten Umfrage des Amts für

Statistik im 3. Quartal insgesamt zufriedenstellend.

6 % der Unternehmen bezeichnen die Lage als gut,

für 89 % der Unternehmen war

die Lage befriedigend und 5 %

Innovative und qualitativ

der Unternehmen beurteilen sie

hochstehende Produkte und als schlecht. Für das 4. Quartal

2013 liegen die Erwartungen der

Dienstleistungen sind Grundbedingungen

im aktuellen veau. Die direkten Warenexporte

Unternehmen auf demselben Ni-

der liechtensteinischen Exportbetriebe

sind vom 1. bis und mit

Währungsumfeld

dem 3. Quartal 2013 um rund ein

Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Angesichts

der widrigen Umstände, insbesondere mit

der durchwachsenen Weltkonjunktur und dem

starken Schweizer Franken, kann dieses Resultat

als zufriedenstellend beurteilt werden.

Wenn weltweit die Nachfrage nach Industriegütern

bescheiden ausfällt, kommen auch die liechtensteinischen

Unternehmen unter Druck. Gilt

diese Feststellung für alle oder gibt es Unterschiede

zwischen den Branchen?

Die liechtensteinische Exportstatistik erfasst nur

den Warenwert und das Warengewicht nach Ländern.

Daher ist keine Aussage über Unterschiede

nach Branchen möglich. Sicher ist jedoch, dass die

Unternehmen je nach Marktausrichtung unter-

schiedlich von Nachfragesteigerungen oder Nachfragerückgängen

betroffen sind. Die unstabile Konjunkturlage

in wichtigen Handelsländern und der

starke Franken hingegen betreffen alle Unternehmen,

die international tätig sind.

Ein Teil der liechtensteinischen Industrieunternehmen

sind Zulieferbetriebe für grössere Unternehmen,

ein Teil verkauft Fertigprodukte. Wer war

2013 in der besseren Position, was Aufträge, Auslastung

und Preise betrifft?

In der Konjunkturumfrage wird nicht nach Zuliefer-

und Herstellerbetrieben, sondern nur nach

Metall- und Nichtmetall-Industrie unterschieden.

Die Maschinen- und Anlagenauslastung stieg im

3. Quartal 2013 an. 32 % der Unternehmen haben

eine steigende Auslastung gemeldet. Bei 63 % der

Unternehmen ist die Anlagenauslastung im 3.

Quartal 2013 gleich geblieben, bei 5 % ist sie rückläufig.

Für das laufende Quartal erwarten die Un-

Foto: Hilti AG, Schaan


Foto: Hoval AG, Vaduz

ternehmen, dass die Maschinen- und Anlagenauslastung

gleich bleiben wird.

Generell haben Unternehmen,

die eigene Fertigprodukte herstellen und verkaufen,

einen etwas grösseren geschäftlichen Handlungsspielraum

als reine Zulieferbetriebe, die nur einzelne

Teile für ein anderes Unternehmen fertigen. Dazwischen

sind jene Zulieferfirmen angesiedelt, die

nicht nur einzelne Teile, sondern ganze Systeme

entwickeln und herstellen. In allen Fällen gilt, Innovation

und Effizienz sind zwingend, um international

erfolgreich zu sein.

Die Wechselkurs-Entwicklung zwischen Franken

und Euro machte vor ein paar Jahren den Exporteuren

schwer zu schaffen. Mit der Stabilisierung

des Kurses durch die Schweizer Nationalbank

konnte die Abwärtsentwicklung aufgehalten werden,

doch ist die Exportindustrie noch ein Stück

vom Wunsch-Wechselkurs entfernt. Wie werden

die Unternehmen damit fertig?

Der Wunsch-Wechselkurs vom Franken zum Euro

wäre für die exportierenden Unternehmen sicher

einiges höher als der aktuelle Stabilisierungskurs

der Schweizer Nationalbank. Die Unternehmen haben

sich jedoch in den vergangenen Jahren auf die

stabilisierte Wechselkurssituation eingerichtet und

diese hat ihnen eine gute Planungssicherheit gegeben.

Die Unternehmen mussten sich insbesondere

seit dem Jahr 2011 intensiv auf die neue Situation

einstellen. Durch Effizienzsteigerung erhöhten viele

Unternehmen die Produktivität und bekamen

damit in der Preisgestaltung etwas mehr Spielraum.

Darüber hinaus haben die Betriebe

ihre Einnahmen- und Aus-

Die unstabile Konjunkturlage

in wichtigen Handelsländern

gabenströme auch währungsmässig

und der starke Franken

in einen optimaleren Ein-

klang gebracht. Innovative und

betreffen alle Unternehmen,

die international tätig sind.

qualitativ hochstehende Produkte

und Dienstleistungen sind Grundbedingungen

in diesem Währungsumfeld. Ist dies nicht mehr der

Fall, ist das Unternehmen mit der Konkurrenz vergleichbar

und steht im direkten Wettbewerb über

den Preis. Dann kann schon ein geringer Währungsunterschied

ausschlaggebend sein.

Teile der Produktion werden von den Unternehmen

ins Ausland verlagert. Besteht die Gefahr,

dass bald einmal ganze Firmen ihre Produktionsstätten

in Liechtenstein schliessen und ins Ausland

abwandern?

Der Anteil der Industrie mit 39 % der Beschäftigten

ist in Liechtenstein, verglichen mit den Nachbarländern,

überdurchschnittlich hoch. Liechtenstein

ist ein erfolgreicher Industriestandort, insbesondere

für Unternehmen, die innovative Produkte mit

hoher Qualität anbieten, mit welchen sich eine

hohe Wertschöpfung erzielen lässt. Aber natürlich

gibt es in einer Zeit des schnellen Wandels in den

Weltmärkten immer wieder Produkte oder Pro-

Zur Person

Klaus Risch ist Präsident der Liechtensteinischen Industrie- und

Handelskammer (LIHK) mit Sitz in Vaduz. www.lihk.li

DEZEMBER 2013


INDUSTRIE

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duktreihen, bei denen sich eine

Produktion in einem Hochlohnland

wie Liechtenstein nicht

mehr rechnet und die, sollen sie

noch weiter verkauft werden, an

einen Ort mit billigeren Produktionskosten

verlagert werden müssen. Ein beschleunigter

Trend zur Verlagerung von Produktionseinheiten

ist jedoch nicht erkennbar. Für einen hervorragenden

F&E-Standort Liechtenstein, der in

Zukunft noch an Wichtigkeit gewinnen wird, ist

auch die örtliche Nähe zur Produktion nicht unwichtig.

Mit dem neuen Steuergesetz wurde ein einheitlicher

Steuersatz von 12,5 Prozent für die Unternehmensbesteuerung

festgelegt. Hat sich die

Flat-Tax für die Unternehmen gelohnt?

Die Liechtensteinische Industrie- und Handelskammer

hat die Einführung des neuen Steuergesetzes

begrüsst. Mit dem alten Steuergesetz wurden

die Unternehmen nach Ertragsintensität zwischen

7,5 und 15 %, unter Berücksichtigung der

Ausschüttungsintensität, mit maximal 20 % besteuert.

Die heutige Flat-Rate-Tax ist insgesamt ein

viel einfacherer und wirtschaftsfreundlicher Ansatz,

der sich auch attraktiv für Neuansiedlungen

auswirken wird. Insgesamt kann das neue Steuergesetz

aus Wirtschaftssicht sicher positiv beurteilt

werden.

In jüngster Zeit sind politische Stimmen laut geworden,

die eine höhere Besteuerung für die Unternehmen

fordern. Nicht nur deswegen, weil der

Staat mehr Einnahmen braucht, sondern auch

deswegen, weil offenbar einige Unternehmen

praktisch keine Steuern bezahlen. Wie sehen Sie

diese Steuerdiskussion?

Bei einigen grossen und global tätigen Unternehmen

wirken sich die zurzeit weltweit angespannte

Konjunktursituation wie auch insbesondere die

ungünstige Wechselkurssituation negativ auf den

Ertrag im Mutterhaus in Liechtenstein aus. Dies

Foto: Neutrik AG Schaan

wirkt sich dementsprechend auch auf die aktuellen

Steuereinnahmen des Staates aus.

Aus unserer Sicht besteht für das System des neuen

Steuergesetzes kein Korrekturbedarf, hingegen bezüglich

einzelner Bestimmungen. Die LIHK arbeitet

zusammen mit anderen Wirtschaftsverbänden

in einer Expertengruppe mit, um gemeinsam eine

alternative Lösung zu der in den Massnahmenpaketen

II und III vorgeschlagenen Entkoppelung des

Eigenkapital-Zinsabzuges vom Sollertrag zu Handen

des Regierungschefs zu erarbeiten.

Für die Weltwirtschaft werden für 2014 generell

keine grossen Verbesserungen erwartet. Wie sind

Ihre Erwartungen, Hoffnungen und Prognosen für

das kommende Jahr?

Im September veröffentlichte das Institut für Weltwirtschaft

in Kiel Medieninformationen mit den

Titeln: «Deutsche Konjunktur nimmt allmählich

Fahrt auf» und «Die Konjunktur im Euroraum belebt

sich» und «Expansion der Weltwirtschaft bleibt

moderat». Schon diese Titel zeigen das zukünftige

Spannungsfeld für global tätige Exportbetriebe auf.

In diesem Umfeld wird die Erhaltung und Verbesserung

der Standortvorteile und der Abbau der

Standortnachteile in Liechtenstein noch wichtiger

für die Zukunftssicherung unseres Wirtschaftsstandorts.

Vordergründig wichtig ist es weiterhin, dass die Sanierung

des Staatshaushalts bis 2017 abgeschlossen

ist. Für einen funktionierenden und wettbewerbsfähigen

Wirtschaftsstandort ist es notwendig, dass

die Staatsfinanzen in Zukunft keine strukturellen

Fehlbeträge mehr aufweisen. Ich bin aber guter

Hoffnung, dass sich das Land Liechtenstein und

auch der Wirtschaftsstandort den grossen Herausforderungen

weiterhin erfolgreich stellen werden.|

DEZEMBER 2013


PORTRÄT

Erwin Gisler

Im Dienste des Fürsten

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Ich war nicht einfach der Geschäftsführer eines Unternehmens,

sondern hatte den Fürsten von Liechtenstein zum Vorgesetzten

Vor zehn Jahren ist er ein Wagnis eingegangen, um

das ihn in der Zwischenzeit viele beneidet haben.

Erwin Gisler bewarb sich beim Fürsten von Liechtenstein

um die frei gewordene Stelle als Geschäftsführer

der Hofkellerei des Fürsten in Vaduz, dessen

Aufgabenbereich sich auch auf die Domäne Wilfersdorf

in Niederösterreich sowie auf das Restaurant

«Torkel» erstreckt. Ein Jahrzehnt leitete er den

fürstlichen Weinbau, pendelte zwischen Vaduz und

Wilfersdorf sowie zwischen seinem Vaduzer Arbeitsort

und seinem Wohnort im Zürcher Oberland.

Kurz vor Weihnachten wird er zum letzten

Mal als Geschäftsführer die Hofkellerei betreten,

dann ist Schluss – Pensionierung oder genauer

Frühpensionierung.

Keine Angst vor einer plötzlichen Leere, nach

all den Jahren mit vielen Ortswechseln und verschiedenen

Aufgabenbereichen? Nein, Erwin Gisler

winkt ab. Zwar habe er bewusst keine Planung

gemacht für die erste Zeit nach der Frühpensionierung,

aber langweilig werde es ihm sicher nicht.

Sein Lebensmittelpunkt wird künftig nicht mehr

geteilt sein zwischen der Schweiz und Liechtenstein,

sein Zuhause ist das Zürcher Oberland. Der gebürtige

Urner, der im Alter von 20 Jahren seinen Bergkanton

verliess, um sich in der Nähe der lebhaften

Stadt Zürich niederzulassen, hat jenen Umzug prägender

empfunden als den Wechsel nach Liechtenstein.

Er habe nie den Eindruck gehabt, er befinde

sich im Ausland, blickt Erwin Gisler zurück, um

dann anzufügen: «Aber ich blieb Schweizer, für

manche war ich sicher auch ein Ausländer.» Als Geschäftsführer

der Fürstlichen Domäne hatte Erwin

Gisler einen besonderen Job mit einer besonderen

hierarchischen Konstellation: «Ich war nicht einfach

der Geschäftsführer eines Unternehmens, sondern

hatte den Fürsten von Liechtenstein zum Vorgesetzten,

ein Staatsoberhaupt.» Auch in seinem

Freundeskreis weckte diese spezielle

Anstellung immer wieder

das Interesse, auch wenn die Leute

sonst nicht viel wussten über

Liechtenstein. Erwin Gisler ist

kein studierter Önologe, auch kein Kellermeister,

aber der Bezug zum Wein und zur Natur ist in den

vergangenen zehn Jahren intensiver geworden.

«2003, als ich in die Hofkellerei kam», erinnert er

sich, «hatten wir einen Jahrhundert-Sommer,

ein gigantisches

Jahr für den Wein.» In seinem

Abschiedsjahr 2013 spielte das

Wetter oft verrückt: Ein verregneter

Frühling, langes Warten

auf den Sommer, dazu Hagel im

Juli, der fast die Hälfte der Trauben

vernichtete. Solche Unterschiede,

den unvorhergesehenen

Erwin Gisler

Entwicklungen von Klima und Abschied von der Hofkellerei

Wetter ausgesetzt, prägen die

des Fürsten

Einstellung zur Natur. Und geben

natürlich einen besonderen Bezug zum Naturprodukt

Wein, das in jedem Fall zu einem exzellenten

Genuss verarbeitet, gepflegt und entwickelt

werden will.

Deshalb am Ende des Gesprächs die Frage:

Welche Weinempfehlung würden Sie für Weihnachten

machen – einmal aus Vaduz, einmal aus

Wilfersdorf? Erwin Gisler überlegt nicht lange, zum

festlichen Essen passe ausgezeichnet ein «Vaduzer

Pinot Noir Abt Barrique», ein gehaltvoller, abgerundeter

Rotwein aus dem Abtwingert, der im Barrique

seine vielfältigen Aromen voll ausbaute. Aus

der Domäne Wilfersdorf ein Cuvée aus Zweigelt

und Merlot «Principatus Selection Karlsberg Barrique»,

der mit dem Ausbau im Eichenfass die Vorzüge

der Zweigelt- und Merlot-Trauben elegant

zum Ausdruck bringt. |

Foto: Günther Meier

DEZEMBER 2013


VERMÖGENSVERWALTUNG

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Herausforderungen

für Vermögensverwalter

Von André Pfanner

Liechtensteins Finanzdienstleistungsplatz befindet sich derzeit in einem

Transformationsprozess. Auch die Vermögensverwalter sind davon betroffen.

Die Transformation bietet für unabhängige Vermögensverwalter nicht nur Risiken,

sondern auch Chancen.

Für die Finanzwelt und speziell für Investoren haben

wenige Standorte in Europa eine ähnliche Bedeutung

wie Liechtenstein. Gründe dafür sind klare

gesetzliche Rahmenbedingungen sowie eine effiziente

Regulierung. Ausserdem ist der Finanzplatz

Liechtenstein international ausserordentlich gut

vernetzt und in alle massgeblichen

globalen Wirtschaftsabkommen

eingebunden. Im Ver-

Unabhängige Vermögensverwalter

sollten schon heute gleich zu anderen Finanzplätzen

hat Liechtenstein auch früh eine

versuchen, ihre Strategie an

verständliche Finanzmarktstratedie

unausweichlichen gie verabschiedet. Der Anlegerschutz

ist ebenfalls auf einem hohen

Niveau. Das Bekenntnis zu

Veränderungen anzupassen

einem automatischen Informationsaustausch

(AIA) sowie die Bereitschaft zu bilateralen

Abkommen zum Informationsaustausch

von Steuerdaten mit interessierten Ländern tragen

zu einer gewissen Planungssicherheit für die

Finanzindustrie bei, auch wenn heute noch nicht

klar ist, welche Daten und in welchem Umfang

diese bereitgestellt werden. Mit der Tatsache, dass

insbesondere die OECD, die G20 und die EU auf

dieses Ziel hinarbeiten, macht eine proaktive Haltung

für den Finanzplatz Liechtenstein Sinn.

Fokussierung auf wenige Zielmärkte

notwendig

Durch die herausragende Stellung

Liechtensteins in der grenzüberschreitenden

Vermögensverwaltung kommt auch der Branche

der unabhängigen Vermögensverwalter eine wichtige

Rolle zu. Diese steht jedoch vor grossen zukünftigen

Herausforderungen, welche das derzeitige

Geschäftsmodell massgeblich beeinflussen wird.

Infolge der letzten Finanz- und Wirtschaftskrise

steht der verständliche Ruf nach mehr Kundenschutz

für Anleger im Zentrum. Auch der regulatorische

Druck aus dem Ausland (internationale Harmonisierung)

wird grösser, was einen nicht unbedeutenden

Kostenschub zur Folge hat. Von diesem

Wandel besonders betroffen sind Vermögensverwalter,

die in der Vergangenheit mit relativ geringen

Kundendepots aus vielen verschiedenen Märkten

eine sehr gute Wirtschaftlichkeit erzielen konnten.

Für sie gilt es in Zukunft, ihr Geschäftsmodell anzupassen,

sich auf ein paar wenige Zielmärkte zu

fokussieren und sich mit Qualität, Fachwissen,

Offenheit und Stabilität von ihrer Konkurrenz abzugrenzen,

um damit auch die Kosten für die zukünftigen

Regulierungsanforderungen bewältigen

zu können.

Herausforderungen bieten

Risiken und Chancen

Als Folgen zeigen sich in der

Branche ebenfalls ein Trend zu Kooperationen,

Partnerschaften und das Auslagern (Outsourcing)

von operativen Tätigkeiten. Für das Outsourcing

bieten sich zahlreiche Bereiche an, zum Beispiel die

unabhängige regulatorische Überwachung (Compliance),

die Risikokontrolle, die IT Logistik oder

die Buchhaltung. Für diese Art von Outsourcing

gibt es im Land schon verschiedene Gesellschaften,

welche die angebotenen Dienstleistungen effizient,

professionell und kostenwirksam anbieten (Skaleneffekt).

Der Service, der hierzulande angeboten

wird, die Zuverlässigkeit und das Know-how in der

Strukturierung ganzer Vermögen, verbunden mit

einer effizienten Abwicklung und Administration,

zählen nach wir vor zu den Besten, welche es welt-


Foto: iStock.com

weit gibt. Die genannten Herausforderungen bieten

für die unabhängigen Vermögensverwalter neben

den Risiken auch Chancen. Durch die typischerweise

kleine Unternehmensgrösse kann eine Anpassung

am Geschäftsmodell einfach vollzogen

werden. So sollten unabhängige Vermögensverwalter

schon heute versuchen, ihre Strategie an die unausweichlichen

Veränderungen anzupassen. Durch

die verstärkte Regulierung, dem Ausbau des Dienstleistungsangebots,

dem Outsourcing, der Partnerschaften

mit anderen unabhängigen Vermögensverwaltern

oder der Neupositionierung zur Bedienung

eines anderen Zielkundensegmentes, dürften

diese auch zukünftig eine attraktive Alternative zu

einer Bank darstellen.

Gute Voraussetzungen für

Finanzplatz der Zukunft

Ein Blick in die Schweiz zeigt

schliesslich, dass Liechtenstein im Bereich der Vermögensverwaltung

gut positioniert ist. Die fehlende

Mitgliedschaft der Schweiz im Europäischen

Wirtschaftsraum (EWR) führt dazu, dass die

grenzüberschreitende Vermögensverwaltung aus

der Schweiz heraus immer weiter eingeschränkt

wird. Zudem sind unabhängige Vermögensverwalter

in der Schweiz derzeit nur schwach reguliert,

und es droht ihnen mit dem neuen Finanzdienstleistungsgesetz

eine starke Regulierungswelle. Weiter

darf auch nicht davon ausgegangen werden, dass

eine verstärkte Regulierung auch

Auch die unabhängige

den automatischen Zugang zu Vermögensverwaltung ist dem

den europäischen Märkten mit Transformationsprozess des

sich bringt – was ihnen heute, Finanzplatzes unterworfen.

ohne lokale Präsenz, nicht möglich

ist. Es ist deshalb zu erwarten, dass einige

Schweizer Vermögensverwalter in absehbarer Zukunft

nach Liechtenstein übersiedeln werden, was

den Liechtensteiner Vermögensverwaltern Gelegenheit

zu weiteren Kooperationen ermöglichen

wird. In diesem Zusammenhang ist zu erwarten,

dass auch den lokalen Liechtensteiner Banken zusätzliche

ausländische Kundengelder anvertraut

werden. Abschliessend halten wir fest, dass Liechtenstein

alle Voraussetzungen erfüllt – günstige

geografische Lage, internationale und hoch qualifizierte

Arbeitskräfte, attraktive Steuern, stabiles

Rechtssystem, Mitgliedschaft im EWR und nicht

zuletzt die ausgezeichnete Servicequalität der öffentlichen

Behörden – um auch in Zukunft seinen

Status als einer der wichtigsten Finanzplätze der

Welt beizubehalten. |

Zur Person

André Pfanner ist Partner der Strategus AG in

Vaduz, welche auf die Beratung und Servicedienstleistungen

von Vermögensverwaltungsgesellschaften

spezialisiert ist. www.strategus.li

DEZEMBER 2013


BUCHMESSE

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Bücherwelt mit

«LeseZeichenLiechtenstein»

Von Elisabeth Sele

Die diesjährige Frankfurter Buchmesse gehört der Vergangenheit an, rund

276’000 Menschen waren auf der grössten Bücherschau der Welt. Mitten

unter den rund 7300 Ausstellern war auch das «LeseZeichenLiechtenstein»

zu finden.

Der 65. «Weltkongress der Büchermenschen» – so

bezeichnete ein Verleger die Buchmesse – ging am

13. Oktober 2013 zu Ende. Dieser Kongress gehört

zu den wichtigsten Networking-Veranstaltungen

im Buchbranchen-Jahr. Vor Ort waren rund 7300

Aussteller aus 100 Ländern. Liechtenstein ist seit

2000 regelmässig dabei, seit 2004 unter dem Motto

«LeseZeichenLiechtenstein». Der Auftritt ist ein

Projekt der Kulturstiftung Liechtenstein.

Das Ziel ist dabei, die

Der Auftritt auf der grössten Bücherwelt Liechtensteins mit

Buch-Schau der Welt

der Welt zu vernetzen und auf

unsere vielseitigen Autorinnen

ist eine gute Gelegenheit, und Autoren aufmerksam zu

machen und ihnen auf der internationalen

Bühne eine Plattform

das Land von der

literarischen und kulturellen zu verschaffen. Der Auftritt 2013

war ein grosser Erfolg. Liechtenstein

wirkte in der Halle 4.1 B1

Seite zu präsentieren

oder im sogenannten State of Art

wie eine kleine Insel und lockte viele Besucherinnen

und Besucher mit bunten und nicht alltäglichen

Fotos über das Land in den Stand. Präsentiert

wurden auf Regalen und auf einem grossen Büchertisch

rund 50 Buch-Neuerscheinungen sowie zahlreiche

Foto- und Bildbände zum Sonderthema.

Ausgestellt werden jeweils Bücher von liechtensteinischen

Autorinnen und Autoren, Herausgeberinnen

und Herausgebern, Bücher aus liechtensteini-

Zur Person

Elisabeth Sele ist seit vielen Jahren Projektleiterin

des Liechtenstein-Auftritts an der Frankfurter

Buchmesse.

schen Verlagen, von Gemeinden, Organisationen

und Institutionen sowie Bücher zum Thema Liechtenstein,

die im In- und Ausland erschienen sind.

Liechtenstein präsentiert sich jedes

Jahr mit einem Sonderthema. Zum diesjährigen

Thema «Schau ins Land – Liechtenstein» nahmen

12 Fotografinnen und Fotografen die Möglichkeit

wahr, spezielle und nicht alltägliche Bilder

über unser Land zu zeigen. Zur Teilnahme eingeladen

wurden bereits im Frühjahr alle Mitglieder der

Liechtensteinischen Gesellschaft für Photografie

sowie die Mitglieder des Fotoclubs Spektral.

Jede Ausstellung ein neues

Sonderthema

Die Standgestalterin Silvia Ruppen

«sortierte» die Bilder in folgende Themengruppen:

Liechtenstein, Farbe bekennen, Gut behüten,

Kultur leben und Traditionen bewahren. Ältere

Sonderthemen waren z. B. 200 Jahre Souveränität,

Liechtenstein international vernetzt, Wirtschaftsgeschichte,

Architektur, Kunstschaffen in Liechtenstein,

Ökonomie, Sprache sowie Bildung. Dazu

erscheinen jeweils vier bis sechs Lesezeichen. Diese

viel beachteten Give-Aways, die bildlich und textlich

immer auf das Sonderthema eingehen, werden

in der Zwischenzeit von einigen Besucherinnen

und Besuchern gesammelt. Der jährlich erscheinende

Bücherkatalog gibt mit den bibliografischen

Angaben, einem Kurztext sowie dem Coverfoto

Auskunft über die ausgestellten Medien und enthält

auch die Adressen aller beteiligten Verlage sowie

seit Neuestem die Texte zum Sonderthema.

Der Veranstaltungskalender der

Buchmesse 2013 war fast so umfangreich wie der

Ausstellerkatalog, die Events finden auf dem Mes-


Foto: IKR

seareal und in der ganzen Stadt statt. Viele Veranstaltungen

beschäftigten sich dieses Jahr mit dem

Ehrengastland Brasilien, das sich auf der Messe mit

einem eindrucksvollen Pavillon präsentierte und

sich nicht von der touristischen Warte aus zeigte.

Von Mittwoch bis Freitag ist die Messe nur für

Fachleute offen. An den beiden Publikumstagen

übers Wochenende sind die Hallen meistens übervoll,

oft ist ein Durchkommen kaum mehr möglich.

Dabei wirken der Comic- und der Kinder- und Jugendbuchbereich

für das zahlreiche junge Publikum

wie Magneten.

Traditioneller Empfang am

Liechtenstein-Stand

Bereits Tradition am Liechtenstein-Stand

hat der jeweils am Messe-Freitag stattfindende

Empfang. Der diesejährigen Einladung

unseres Botschafters in Deutschland, S.D. Prinz

Stefan von Liechtenstein, und des Präsidenten der

Kulturstiftung, Winfried J. Huppmann, folgten

unter vielen anderen Verlegerinnen und Verlegern

bekannter Verlage, wie Droemer Knaur, Fischer,

Böhlau oder Suhrkamp sowie Chronos, Haupt,

Benteli oder Edition Till Schaap oder Autoren, wie

der vielfach ausgezeichnete Martin Mosebach aus

Frankfurt.

Anwesend war auch der Direktor

der Leipziger Buchmesse, dies im Hinblick auf die

Lesungen liechtensteinischer Autoren und Autorinnen

im kommenden März an der Leipziger

Buchmesse. Nach dem offiziellen Teil werden beim

Apéro liechtensteinische Spezialitäten

serviert. Der Auftritt ZeichenLiechtenstein» mit

Einblick ins diesjährige «Lese-

Liechtenteins auf der grössten dem Sonderthema «Schau ins

Buch-Schau der Welt ist eine

Land – Liechtenstein».

gute Gelegenheit, das Land von

der literarischen und kulturellen Seite zu präsentieren

und die liechtensteinischen Verlage sowie Autorinnen

und Autoren einem internationalen Publikum

vorzustellen. Die erteilten Auskünfte reichen

von Autorennamen über Verlagsadressen, Briefmarken,

allgemeine Zahlen über unser Land, Hinweise

zu Industrie- und Gewerbebetrieben sowie

Finanzdienstleistungen bis zur Fussball-Nationalmannschaft

und dem Skiteam.

Ausstellung in der Liechtensteinischen

Landesbibliothek

Seit einigen Jahren werden die

ausgestellten Medien im Anschluss an die Buchmesse

als sogenannte Nachlese in der Liechtensteinischen

Landesbibliothek gezeigt, dieses Jahr vom

3. bis 21. Dezember 2013 während den offiziellen

Öffnungszeiten. Als Eröffnung dazu fand vorab am

27. November im Auditorium des Liechtensteinischen

Landesmuseums die Veranstaltung «Schau

ins Land – Schau ins Buch» statt. Dabei stellten Regierungsrätin

Dr. Aurelia Frick, S. D. Prinz Stefan

von und zu Liechtenstein und die Mitglieder des

Landtags Helen Konzett-Bargetze, Christoph Beck

und Pio Schurti ein Buch aus dem diesjährigen

Bücherkatalog vor und erzählten, warum sie gerade

diese Publikation auswählten. |

DEZEMBER 2013


VINO E PIÙ

22

CEST steht für

vier Geschäftsbereiche

Der harte Wettbewerb, regional und international,

verlangt nach innovativen Ideen. Ein auf den ersten

Blick überraschendes Angebot bietet «CEST»,

das vier unterschiedliche Geschäftsbereiche unter

einem Dach vereinigt.

Der Firmenname CEST besteht aus vier Buchstaben.

Jeder Buchstabe steht für eine eigene Geschäftsidee.

Und diese Geschäftsideen wiederum führten

zum Aufbau von vier unterschiedlichen Geschäftsbereichen,

die jedoch miteinander verzahnt sind

und die Nutzung von Synergien ermöglichen. Vergleichbar

mit grösseren Unternehmen, die ihre verschiedenen

Divisionen und Standorte in eine Gruppe

eingebracht haben, führt die CEST-Group als

KMU vier unterschiedliche Geschäftsbereiche auf

eine Art zusammen, die ein Modell für die Zukunft

von Klein- und Mittelunternehmen sein könnte.

Das C im Firmennamen CEST steht für Construction

und deckt den Baubereich ab. Ist bei jemand

die Idee einer eigenen Immobilie vorhanden,

steht eine umfangreiche Datenbank über die Planungs-

und Baubranche zur Verfügung. Ausserdem

verfügt das Unternehmen über breit angelegte

Geschäftsbeziehungen, so dass der richtige Partner

– ob Architekt, Fachplaner/Ingenieur oder Baumeister

– problemlos gefunden werden kann.

Das E in CEST steht für Estate und bietet die

Beratungspalette jenen Unternehmen an, die auf

der Suche nach einem Geschäftsdomizil sind. Das

Angebot von Estate umfasst die Erstellung von

Standortanalysen, Machbarkeitsstudien und Umnutzungskonzepte

sowie After Sales Services.

Fotos: CEST

Das S in CEST ist der Anfangsbuchstabe für

Services im Bau- und Immobiliensektor. In dieser

Business Unit stehen Beratungsleistungen zur Verfügung,

von der ersten Idee über die Planung und

Realisierung bis zur Bewirtschaftung einer Immobilie.

Vervollständigt wird der Beratungsservice

durch Dienstleistungen, die in einem weiteren Zusammenhang

mit Immobilien stehen, wie Buchhaltung,

Vermietung von Räumlichkeiten für Meetings

und Veranstaltungen.

Der letzte Buchstabe, das T in CEST, weist auf

Trade hin, auf ein breites, auf die Bau- und Immobilienbranche

ausgerichtetes Handelsangebot. Eine

Spezialität ist der Handel mit Massivholz: Für die

Holzbranche, die entweder Massivholz verarbeitet

oder an Endkunden weitergibt, können Kontakte

zu Produzenten hergestellt werden.

Abgerundet wird das unternehmerisch interessante

CEST-Modell durch «Vino e più», eine

neue Lokalität in der Specki 11 in Schaan, eine

Vinothek mit einem exklusiven Angebot an erstklassigen

Weinen – für den privaten Besuch oder

auch für einen Geschäftsabschluss mit CEST.

Infos: CEST, In der Specki 11, 9494 Schaan.

www.cestgroup.com und www.vinoepiu.li |

DEZEMBER 2013


Triesenberger Bücher

Die Berglandwirtschaft

im Wandel der Zeit

Die reich illustrierte Publikation

zeigt das Leben der Bergbevölkerung

Triesenbergs und den

Wandel der Berglandwirtschaft

im 20. Jahrhundert.

Herausgeber Gemeinde Triesenberg

Umfang 255 Seiten

Format 22 x 30 cm

CHF 30.–

Wir Bäärger

Leben im Walserdorf

Triesenberg

Die Erkundung von Mensch, Landschaft

und Natur durch den Liechtensteiner

Fotografen Martin

Walser laden zum Staunen und

Schmunzeln ein.

Herausgeber Gemeinde Triesenberg

Umfang 130 Seiten

Format 24 x 30 cm

CHF 30.–

ISBN 978-3-033-02555-4

Wilhelm Beck

(1885–1936)

Ein politisches Leben

Dieses Geschichtsbuch zeigt Wilhelm

Beck sowohl als Privatperson

wie auch als Politiker. Es enthält

zahlreiche Dokumente, Zeitungsausschnitte

und sogar persönliche

Briefe von Wilhelm Beck.

Herausgeber Gemeinde Triesenberg

Umfang 215 Seiten

Format 22.5 x 27.5 cm

CHF 33.–

ISBN 978-3-033-03048-0

Triesenberger Wörtersammlung

Die Triesenberger Mundart unterscheidet

sich stark von den Liechtensteiner

Talmundarten. Herbert

Hilbe hat rund 4000 Wörter zusammengetragen

und als Wörtersammlung

publiziert.

Herausgeber Gemeinde Triesenberg

Umfang 224 Seiten

Format 14.5 x 22 cm

CHF 18.–

ISBN 978-3-033-02046-7

Erhältlich bei der Gemeindeverwaltung Triesenberg oder beim buchzentrum.li

Alpenland Verlag AG · Feldkircher Strasse 13 · FL-9494 Schaan · Telefon +423 239 50 30 · Fax +423 239 50 31 · www.buchzentrum.li

2. Auflage

Erhältlich

in 8 Sprachen

CHF 18.–

deutsch

und englisch

CHF 58.–

mit

Lieder-CD

CHF 38.–

Über 500 Buchtitel im Online-Shop www.buchzentrum.li

Alpenland Verlag AG · Feldkircher Strasse 13 · FL-9494 Schaan

Telefon +423 239 50 30 · Fax +423 239 50 31 · office@alpenlandverlag.li · www.alpenlandverlag.li


FORSCHUNG

24

25

Ein vielversprechender

Steuersystemansatz

Von Michael Meister

Ein Forscher an der Universität Liechtenstein untersucht,

welche steuerlichen Auswirkungen speziell der liechtensteinische

Eigenkapitalzinsabzug auf die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts

Liechtenstein mit sich bringt.

Nicht nur in Belgien wird der Eigenkapitalzinsabzug

als eine innovative und förderliche Massnahme

gesehen. Dort dürfen Unternehmen für ihr im Unternehmen

investiertes Eigenkapital Zinsen abziehen.

Das stimuliert die Bildung

Der Eigenkapitalzinsabzug

bringt einen Mehrwert für

das Steuersystem und den

Wirtschaftsstandort

Liechtenstein mit sich

von Eigenkapital. Das moderne

Steuergesetz in Liechtenstein

sieht seit 2011 einen Abzug von

Eigenkapitalzinsen in Höhe von

derzeit 4 Prozent vor. Auch in

Australien, Dänemark, Schweden

und Finnland wird über die

Einführung dieses Steuersystemansatzes

mit dem schwierigen Namen diskutiert,

um das Wachstum der Wirtschaft und die

Stabilität sowie Unabhängigkeit der Unternehmen

aus eigener Kraft zu fördern.

Steuerabzug für Eigenkapital

vermeidet Verzerrungen

Simon Busch hält ein solches

«finanzierungsneutrales Steuersystem» für attraktiver

als ein System, bei dem nur für Fremdkapital

Zinsen von der Steuerbemessungsgrundlage abgezogen

werden können. «Das Konzept des Eigenkapitalzinsabzugs

lässt auch einen Steuerabzug

für Eigenkapital zu», erklärt er. Es sei konsequent

und ökonomisch folgerichtig, wenn Eigenkapital,

das für Investitionen eingesetzt wird, steuerlich

wie Fremdkapital behandelt wird. «Dies ermöglicht

eine neutrale Entscheidung des Unternehmens,

ob es ein Vorhaben mit Eigen- oder Fremdkapital

finanzieren will», bekräftigt der wissenschaftliche

Mitarbeiter, der unter Leitung von

Professor Martin Wenz, Inhaber des Lehrstuhls

für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, Interna-

tionales und Liechtensteinisches

Steuerrecht, forscht. Mit einer international

ausgerichteten Analyse

will der Doktorand an der

Universität Liechtenstein überprüfen

und belegen, dass Unternehmen

und vor allem ein Wirtschaftsstandort

von solch einem

zinsbereinigten Gewinnsteuersystem profitieren.

Das Thema ist hochaktuell, so forderte etwa der

Verband der Familienunternehmen in Deutschland

Mitte 2012, die steuerliche Benachteiligung

von Eigenkapital gegenüber Krediten zu beenden.

Deutsche Unternehmen weisen häufig eine niedrige

Eigenkapital- und eine hohe Fremdfinanzierungsquote

aus. Denn bei der Finanzierung eines

Projektes mit Eigenkapital fallen in Deutschland

höhere Steuern an.

Entlastung der Unternehmen

wirkt positiv auf Wirtschaft

Dass Vorhaben scheitern, das

Modell der zinsbereinigten Gewinnsteuer einzuführen,

liegt auch an der Konsequenz, dass der

Staat zunächst weniger Steuern einnimmt. «Dieses

alternative Modell würde eine Abkehr von der bisherigen

vor allem fiskalisch geprägten Steuerpolitik

bedeuten», umschreibt Simon Busch. Es sei

wichtig, «den Fokus nicht allein auf die kurzfristige

Sicherung des Steueraufkommens» zu legen.

Die Entlastung der Unternehmen wirke sich positiv

auf deren Wirtschaftskraft aus, was für ausländische

Investoren attraktiv sei und so das Steueraufkommen

wieder erhöhe. Die Forschungsarbeit

ist komplex, besitzt gleichzeitig aber eine hohe Praxisrelevanz.

Unternehmern sollen die steuerlichen


Simon Busch erforscht, welche

steuerlichen Wirkungszusammenhänge

der Eigenkapitalzinsabzug

für Liechtenstein hervorruft.

Wirkungszusammenhänge aufgezeigt werden, was

wiederum bei der steuerlichen Planung von Investitionsvorhaben

hilft.

Nach der Finanzmarkt- und

Wirtschaftskrise 2008 offenbart sich eine Gemeinsamkeit:

Je mehr Eigenkapital eine Firma vorweisen

kann und je weniger sie auf fremdes Geld angewiesen

ist, desto besser. Das führt zu mehr Vertrauen

seitens Investoren oder Banken und bringt

Sicherheit und Unabhängigkeit mit sich. Vor dem

Hintergrund zunehmenden Wettbewerbs und in

Folge der Finanzmarktkrise spielen Rentabilität

und Risikogesichtspunkte der Finanzinstitute eine

immer grössere Rolle. Die internationalen Regeln

zur höheren Eigenkapitalunterlegung bei Banken

durch Basel III verstärken zusätzlich die Bedeutung

des Eigenkapitals. Unternehmen schenken dessen

Stärkung daher erhöhte Aufmerksamkeit.

Steuerliche Wirkungszusammenhänge

des Eigenkapitalzinsabzugs

Anhand des liechtensteinischen

Steuersystems kann gezeigt werden, dass ein zinsbereinigtes

Steuersystem funktioniert. «Man kann

beobachten, dass die Eigenkapitalausstattung der

Unternehmen dadurch zugenommen hat», erklärt

Simon Busch. Mit seinem Forschungsprojekt will

er zum einen Gesetzgebern Argumente

liefern, mit denen sich

Reformen zur Einführung derartiger

Steuersystemansätze untermauern

lassen. Zum anderen

gibt er in Zeiten internationalen

Steuerwettbewerbs Investoren

Steuerbelastungsvergleiche an

die Hand. Und wie geht er dazu vor? «Um zu zeigen,

wie attraktiv ein zinsbereinigtes Steuersystem

ist, bedarf es eines modelltheoretischen Ansatzes»,

sagt er. Daran arbeite er gerade.

Im Rahmen der Analyse untersuche

er ferner Entscheidungsszenarien multinationaler

Unternehmen. Hierbei spielt die Steuerbelastung

eine grosse Rolle. Des Weiteren werden die

Folgen eines zinsbereinigten Gewinnsteuersystems

für einen Staat analysiert. Dabei sind vor allem die

Auswirkungen auf das Steueraufkommen relevant.

Mit der internationalen Ausrichtung seines Forschungsdesigns

schliesst er eine Forschungslücke.

Das umfassende Projekt berücksichtigt ausserdem,

welche Rolle die Ausgestaltung von Doppelbesteuerungsabkommen

sowie europarechtliche Anforderungen

spielen. Deren Berücksichtigung und

Umsetzung ist nämlich grundsätzlich für die Attraktivität

eines Steuersystems unabdingbar. |

Foto: Universität Liechtenstein

Zur Person

Simon Busch, LL.M., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter

und Doktorand am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftliche

Steuerlehre, Internationales und

Liechtensteinisches Steuerrecht der Universität

Liechtenstein.

DEZEMBER 2013


FAIRER HANDEL

26

Schokolade,

die alle glücklich macht

Besonders vor den Festtagen

wird in unseren Läden eine grosse

Menge an Schokolade gekauft.

Das Angebot ist breit und wunderbar

verführerisch. Es umfasst

Goldtaler, Herzen, Baumschmuck,

Schokoladetafeln und Pralinen.

Damit die Schokolade alle glücklich

macht, sowohl uns, die wir

sie geniessen dürfen, als auch

jene, die den Kakao und den Zucker

dafür produzieren, gibt es

das Gütesiegel Max Havelaar.

Schokolade und Kakaoprodukte

aus fairem Handel, zum Teil

auch in Bio-Qualität, gibt es bei

den Grossverteilern wie Migros

und Coop, aber auch im Detailhandel

wie zum Beispiel bei La

Bottega in Schaan. Man kann sich auch im Lebensmittelladen

nach dem Fair Trade-Sortiment erkundigen.

Im Jahr 2010 waren rund 0,6 % des im Schweizer

Detailhandel verkauften Kakaos oder 440 Tonnen

fair gehandelt. Der Grossteil des Kakaos stammt

immer noch aus konventionellem, ungesichertem

Handel. Immer wieder machen uns Journalisten

oder Entwicklungsorganisationen auf Missstände

aufmerksam. In den Produktionsländern des Südens

brauchen die Bauern und Landarbeiter – wie

auch hierzulande – faire Löhne und Absatzpreise,

damit sie eine Zukunftsperspektive haben und damit

Kinderarbeit bald Vergangenheit ist.

Foto: Verein «welt und heimat»

Gute Gründe für fairen Handel

Es gibt mindestens 6 gute Gründe, beim Einkauf

auf das Logo des Fairen Handels zu achten:

Die Bauern erhalten faire und garantierte Mindestpreise.

Eine Fairtrade-Prämie für soziale, ökonomische

und ökologische Entwicklung führt zu einem

Mehrverdienst von ca. 20 %, so dass die Bauern

in Projekte, in die Schulausbildung ihrer Kinder

und in die Gesundheitsversorgung investieren

können.

Die Bauern können sich demokratisch organisieren,

etwa in Kooperativen, und Arbeitende sowie

Bauern erhalten ein Mitspracherecht.

Bei der Produktion wird auf gute, sichere Arbeitsbedingungen

geachtet.

Der Anbau ist umweltschonend und schützt die

Gesundheit der Produzenten.

Es erfolgt eine unabhängige Zertifizierung und

Kontrolle durch die Label-Organisation, die selber

nicht gewinnorientiert ist. Als Konsument

erhält man so ein sehr gutes und qualitativ überzeugendes

Produkt zu einem fairen Preis. Für

Kakaobauern in den Ländern des Südens bedeutet

das ganz konkret einen Ausweg aus der Armut

und aus der Abhängigkeit von fünf internationalen

Konzernen, die mehr als 50 % der Verarbeitung

kontrollieren und den Preis an Rohstoffbörsen

festlegen.

Zum Gütesiegel Max Havelaar

Die vor über 20 Jahren gegründete

Max Havelaar-Stiftung ist

eine Labelorganisation. Sie fördert

den Konsum von zertifizierten

Produkten aus dem Fairen

Handel, indem sie in der

Schweiz das Fairtrade Max Havelaar-Label an Produkte

vergibt, die fair gehandelt sowie nach sozialen

und ökologischen Kriterien produziert wurden.

Daraus resultiert ein Mehrwert für die Bauern –

und für uns als Konsumenten. |

«welt und heimat»

Der Verein «welt und heimat»

ist zusammen mit

dem Liechtensteiner Entwicklungsdienst

Träger

der Kampagne «Liechtenstein goes fair».

www.liechtensteingoesfair.li

DEZEMBER 2013


PUBLIREPORTAGE

«Vaduz on ice»

Winterzauber im Städtle Vaduz

27

Foto: Günther Meier

die Jugend für den Eislaufsport zu

begeistern, ist die Eisfläche an

den Vormittagen von Montag bis

Freitag für Schulklassen reserviert.

Standortmarketing Vaduz

möchte den Schulklassen aus

Liechtenstein und der Region die

Möglichkeit bieten, das Eislaufen

als Abwechslung in das Sportprogramm

aufzunehmen. Kulinarische

Genüsse erwarten die

Gäste in der «Vadozner Alphötta»,

wo Martha Bühler und Philipp

Keicher von Käsknöpfle bis

Fondue alles anbieten, was das

gesellige Zusammensein richtig

erlebenswert macht. |

Vaduz ist um eine Attraktion reicher. Auf dem Rathausplatz

ist eine Eisbahn entstanden, die Winterzauber

in das Städtle bringt. Schlittschuhlaufen,

Eisstockschiessen und ein reiches kulinarisches

Angebot in der «Vadozner Alphötta» sorgen dafür,

dass alle zu ihren Genüssen kommen.

Standortmarketing Vaduz hat eine Eisbahn erstellen

lassen, die dank modernster Technologie bis zu 25

Grad Wärme benutzbar ist. Damit trotzt die Eisfläche

auch dem Föhn, der gerne einmal in der Advents-

und Weihnachtszeit seinen warmen Hauch

über das Land ausbreitet. Am 7. Dezember kommt

auch St. Nikolaus auf das Eis, am Wochenende vom

14. und 15. Dezember findet der grosse Weihnachtsmarkt

statt. Zwischendurch ist für Stimmung gesorgt,

wenn sich die Mannschaften im Eisstockschiessen

duellieren, jeden Donnerstag eine «Lady

Night» angesagt ist und am Freitag in der «Vadozner

Alphötta» die Musik aufspielt. Damit sich alle am

Schlittschuhlaufen beteiligen können, besteht die

Möglichkeit, Schlittschuhe auszuleihen. Auch Trainingsstunden

im Eiskunstlaufen stehen auf der Angebotsliste:

Erfahrene Trainerinnen weihen Interessierte

in die Kunst des Eislaufens ein. Um vor allem

IST WINTERZAUBER PUR

EISLAUFEN FÜR JEDERMANN, FÜR SCHULEN

UND FÜR INTERESSENTEN IM EISKUNSTLAUFEN.

EISSTOCKSCHIESSEN, RIESEN GAUDI

FÜR GRUPPEN, VEREINE UND ABTEILUNGEN.

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DEZEMBER 2013

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28

Kreuzworträtsel Dezember 2013

Senden Sie das Lösungswort mit dem Betreff «Kreuzworträtsel

Dezember 2013» an folgende Mail-Adresse und gewinnen

Sie einen Preis: wettbewerb@dermonat.li oder benutzen Sie eine

Post karte und senden diese an Alpenland Verlag AG, Postfach,

9494 Schaan.

Der Gewinner / die Gewinnerin wird durch den Alpenland

Verlag schriftlich benachrichtigt. Der Name des Gewinners / der

Gewinnerin wird unter www.dermonat.li sowie in der nächsten

Ausgabe von «der Monat» auf der Rätselseite veröffentlicht.

Einsendeschluss ist der 10. Januar 2014

Kreuzworträtsel November 2013

Lösungswort: BERGGEBIET

Gewinner eines Einkaufsgutscheines

über CHF 100.– von

Federer Augenoptik, Buchs, ist:

Frau Ingrid Gloor

Toniäulestrasse 2

9490 Vaduz

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von Federer Augenoptik AG,

Grünaustrasse 25, 9470 Buchs

DEZEMBER 2013


Aus der Sammlung der

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www.bilder.li – Ein Unternehmensbereich der Gutenberg AG

über 500 Werke

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Dezember 2013

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Ausstellungen

Ilja Tschaschnik. Aus der Sammlung der Sepherot Foundation

bis 15. Dezember 2013

ars viva 12/13. Systeme

bis 15. Dezember 2013

Veranstaltungen

Samstag, 7. Dezember 2013, 15 – 19 Uhr

Kunstmuseum Spezial

TEDxVaduz

Mit anschliessendem Apéro

Mit Peter Fend, Andi Götz, Femke Herregraven, Michaela Hogenboom,

Michael Littger, Dr. Michel André Maréchal, Katja Noviskova,

Emily Segal, Dr. Regula Stämpfli

Die Veranstaltung wird in englischer Sprache gehalten.

Anmeldung erforderlich ( max. 100 Plätze )

Tel +423 235 03 00

buchungen@kunstmuseum.li

Donnerstag, 12. Dezember 2013, 18 Uhr

Öffentliche Führung

Ilja Tschaschnik. Aus der Sammlung der Sepherot Foundation

mit Friedemann Malsch

Schliesszeit

16. Dezember 2013 – 15. Mai 2014

Das Kunstmuseum Liechtenstein erfährt eine Erweiterung durch die

Hilti Art Foundation (Weisser Würfel), die im Frühjahr 2015 eröffnet

wird. Um den Weissen Würfel mit dem Kunstmuseum bautechnisch

zu verbinden, schliesst das Kunstmuseum seine Ausstellungsräume

vom 16. Dezember 2013 bis 15. Mai 2014. Aber auch während der

Schliesszeit zeigt das Kunstmuseum Ausstellungen mit seiner

Sammlung in Liechtenstein.

Weitere Information unter

www.kunstmuseum.li

Städtle 32, 9490 Vaduz

Tel +423 235 03 00

www.kunstmuseum.li

Alpenland Verlag AG Telefon +423 239 50 30

Feldkircher Strasse 13 Fax +423 239 50 31

Fl-9494 Schaan www.buchzentrum.li

KUNSTMUSEUM

LIECHTENSTEIN


SCHLUSSPUNKT

30

Noldi Matt

Der Schuh drückt noch

Schmeichelhaft ist das Ranking über Transparenz in der öffentlichen

Verwaltung für Liechtenstein nicht gerade ausgefallen. Den zweitletzten

Platz nimmt unser Land in dieser Rangliste ein, einen Rang

noch hinter Tadschikistan, weit hinter Bangladesh, Mexiko, Ukraine,

Griechenland und Usbekistan.

Ein schwacher Trost, dass unser Durch die immer wieder neuen Regulierungen wird

Nachbarland Österreich noch

schlechter abschneidet. Na ja, wir der unternehmerische Spielraum eingeschränkt

kennen inzwischen die «schwarzen

Listen», auf denen unser Land schon vorgekommen ist. Aber ob

die Bewertungen stimmen oder nicht – etwas bleibt immer hängen,

meistens nichts mit positiver Ausstrahlung. Es gibt sicher auch in unserem

Land Personen und Institutionen, die nach gewissen Erfahrungen

gewisse Zweifel haben, ob alles so transparent

und nachvollziehbar ist, wie es sein sollte. Vor einigen

Jahren wurde das Projekt «Wo drückt der

Schuh?» von der Regierung lanciert, um herauszufinden,

ob es Hindernisse, Hemmnisse oder Schikanen

gibt, denen die Gewerbetreibenden beim

Verkehr mit den Amtsstellen des Landes ausgesetzt

sind. Der Einfachheit halber werden alle diese Probleme

mit dem Begriff «Bürokratie» überschrieben,

was wohl eine plakative Formulierung ist, aber

wahrscheinlich jeder etwas anderes darunter versteht.

Die Wirtschaftskammer hat aufgezeigt, wo

Noldi Matt

Präsident der Wirtschafts- der Schuh drückt. Und erst kürzlich ein Treffen mit

kammer Liechtenstein

Regierungschef Adrian Hasler organisiert, das der

Auflistung aktueller Probleme galt. Dass es noch einiges

in unserem Land zu tun gibt, lässt sich allein schon aus dem

entsprechenden Traktandum herauslesen – «Bürokratieabbau am

Werkplatz Liechtenstein». Die Wirtschaftskammer machte es sich zur

Aufgabe, unter dem Motto «Wo drückt der Schuh immer noch?» die

Rahmenbedingungen zu analysieren und Lösungsvorschläge zu erarbeiten,

wo und wie Bürokratie abgebaut werden könnte. Schon im Rahmen

der Erarbeitung der Studie «Futuro Gewerbe» zeigte die Wirtschaftskammer

auf, dass sich die liechtensteinische Wirtschaft einer

zunehmenden Regulierungsdichte ausgesetzt sieht. Durch die immer

wieder neuen Regulierungen wird der unternehmerische Spielraum

eingeschränkt, gleichzeitig aber die administrative Belastung der

KMU ausgeweitet. Mit ihrer Forderung, alle neuen Gesetze einem

KMU-Verträglichkeitstest zu unterziehen, ist die Wirtschaftskammer

noch nicht durchgedrungen – obwohl für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes

von hoher Dringlichkeit und grosser Bedeutung. |

Foto: Wirtschaftskammer

DEZEMBER 2013


Massgeschneiderte und umfassende

Beratung in Vermögensfragen.

Bestes Resultat in Liechtenstein.

Zum neunten Mal in Folge wurde die Centrum Bank

vom deutschen Fachmagazin «Elite Report» mit der Höchstnote

«summa cum laude» ausgezeichnet. Sie erhält mit

sechs weiteren Instituten die höchste Punktzahl im deutschsprachigen

Raum und schneidet auch 2013 als beste

Bank in Liechtenstein ab.

Diese Auszeichnung ist für uns ein Ansporn, den eingeschlagenen

Weg konsequent weiter zu verfolgen und

den Kunden im Verbund unserer spezialisierten Unternehmen,

die auch rechtliche und treuhänderische Expertise

vereinen, massgeschneiderte und umfassende Vermögenslösungen

über Generationen hinweg anzubieten.

Centrum Bank AG

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