Ausgabe November 2013 - Der Vorstädter

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Ausgabe November 2013 - Der Vorstädter

Historie

Von der „Straße um die Stadt“ zur Bundesstraße

Straßen und Plätze der Erweiterten Bahnhofsvorstadt: Die Schillerstraße (Teil 1)

Die Bebauung

Mit der Entstehung und raschen Entwick-

lung der Bahnhofsvorstadt begann in der

zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die

Bebauung der Schillerstraße, zunächst vor

allem mit Villen und Wohnhäusern (Foto

rechts unten). Der Ausbau zu einer wichtigen

Straße für den Verkehr ist im Zusam-

menhang mit den anderen in diesem

Gebiet ausgebauten Straßen wie beispielsweise

der Körnerstraße zu sehen. Dabei

Die beginnende Industrialisierung in Freiberg

war die Initialzündung der geordneten Bebauung

der Vorstadtgebiete. In loser Folge

werden im Vorstädter wichtige Straßen des

Gebietes vorgestellt.

Die Schillerstraße ist ein Teil der Bundesstraße

173 in Richtung Dresden bzw.

Chemnitz, zählt zu den verkehrsreichsten

Freibergs und befindet sich am Übergang

der Erweiterten Bahnhofsvorstadt zur Altstadt.

Sie war frühzeitig ein Teilstück

der ehemaligen Reichsstraße

zwischen dem Erbischen

Tor und Peterstor, hatte aber auf

den alten Stadtplänen der Stadt

Freiberg zunächst keinen eigenen

Namen. Die „Straße um die

Stadt“ wurde früher häufig von

Fuhrleuten und Reisenden benutzt,

die sich den Formalitäten

beim Passieren der Stadttore

entziehen wollten. Überliefert ist

der Straßen- bzw. Wegname

„Am neuen Kirchhof“. Heute verbindet

sie den Bebelplatz mit

dem Platz der Oktoberopfer. In der

Beschreibung eines Gemäldes aus den

1860er Jahren wird die Straße mit vielen

Alleebäumchen beschrieben, die in einer

Art Promenadenanlage einen sehr gepflegten

Eindruck macht (Foto unten).

wurden erste Teile der Stadtmauer abgeris-

sen. Es gab noch unbebaute Wiesen und

Felder. 1848/50 entstand die Freiberger

„Common-Brauerei“ mit der Gaststätte

Brauhof, die sich an der Ecke zur Körnerstraße

befand. Der Brauhof mit dem Bier-

garten ist bis heute eine beliebte

Gaststätte geblieben. Die Brauerei

nutzte damals die günstigen

Bedingungen, unter anderem die

Wasserversorgung, für die Ansiedlung.

Am Ende des 19. Jahrhunderts

erhielt die Straße ihren bis heute

gültigen Namen und wurde nach

dem bedeutenden deutschen

Dichter, Philosophen und Geschichtsprofessor

Friedrich Schiller

(1759-1805) benannt. An der

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