W O R K S H O P3 - Emschergenossenschaft

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W O R K S H O P3 - Emschergenossenschaft

W O R K S H O P 3

HochwasserSTANDORT -

Der Beitrag des Hochwassermanagements zum

Erhalt der Wirtschaftskraft der Emscherregion

Zusammenfassung der Impulsreferate

Starkregenfälle und Hochwasser - der Einfluss von lokalen und regionalen Extremwetterereignissen

wird regelmäßig unterschätzt, während die Vulnerabilität von Sachwerten zunimmt. Nicht

nur Privatpersonen sind häufig die unvorbereitet Betroffenen. Auch kleine wie große Unternehmen

in unserer Region müssen sich mit den Folgen auseinandersetzen, wenn der Betrieb aufgrund

von hochwasserbedingten Schäden zum Erliegen kommt. Viele Unternehmer versichern

Gebäude und Einrichtungen gegen Sachschäden. Doch solche Versicherungen schützen nicht

vor den Folgen, wenn ein Unternehmen für einen gewissen Zeitraum die Produktion einstellen

muss und seinen Lieferverpflichtungen nicht nachkommen kann. Dann droht der Verlust von

Einnahmen und Kunden oder insbesondere bei kleinen Unternehmen gar die Insolvenz. Hier

hängt oft vom Versicherungsschutz ab, ob ein betroffener Standort nach Schadensfällen - durch

Hochwasser oder Sturzfluten durch extreme Regenfälle auch fernab von Gewässern - erhalten

bleiben kann. Trotz technischem Hochwasserschutz bleibt ohne zusätzlichen Versicherungsschutz

eine offene Flanke. So ist es sinnvoll, dass Unternehmen sich gegen ein mögliches

Betriebsunterbrechungsrisiko versichern, um Ertragsausfällen und Produktionsverlagerungen

vorzubeugen, zumal die staatliche Unterstützung in Schadensfällen deutlich geringer ausfällt

als durch private Eigenvorsorge. Bundesweit und insbesondere in der stark urban geprägten

Emscherregion gilt es, Unternehmen für die Themen Hochwasserschutz und Sturzflutrisiken

zu sensibilisieren. Der technische Hochwasserschutz in der Emscherregion bildet die Grundvoraussetzung

für die Ansiedlung oder Ausweitung von Unternehmen. Darüber hinaus gilt es,

den rund 70.000 mittelständischen Betrieben der Region die Relevanz der Eigenvorsorge zu

vermitteln, um bei potenziellen Schadensfällen handlungs- und produktionsfähig zu bleiben.

Impulsreferat 1:

Impulsreferat 2:

Moderation:

Technischer Hochwasserschutz, individuelle Präventionsmaßnahmen

und Versicherungsschutz - Kernelemente des Hochwassermanagements

Dr. Bernhard Gause, Mitglied der Hauptgeschäftsführung im Gesamtverband der Deutschen

Versicherungswirtschaft (GDV)

Vorsorgendes Hochwassermanagement als Standortfaktor einer Region mit

hoher Wirtschaftskraft

Dr. Emanuel Grün, Technischer Vorstand von Emschergenossenschaft und Lippeverband

Petra Voßebürger, IKU_Die Dialoggestalter


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In den Gesprächsrunden wurden u.a. folgende Kernthesen diskutiert:

„Wer durch Naturgefahren verursachte Unterbrechungsschäden (Unternehmen) bzw.

Verzögerungsschäden (Projekte) nicht versichert, wird den Anforderungen an ein

adäquates Risikomanagement (Compliance) nicht gerecht.“

Dr. Bernhard Gause

„Soll die Ansiedlung von Unternehmen in potenziellen Überflutungsflächen

reglementiert werden?“

Dr. Emanuel Grün

Schlaglichter der Gesprächsrunden

„In unserem Unternehmen ist das Thema Hochwassermanagement

weit weg, weil noch kein Hochwasserereignis

eingetreten ist. Deshalb ist das Bewusstsein vielleicht

nicht ganz so groß, wie es sein sollte.“

„Bei Neubau oder Nachverdichtung sollte eine

Prüfung auf Unschädlichkeit erfolgen. Man

muss fiskalische Anreize für eine

hochwassersichere Standortwahl schaffen.“

„In jeder Gruppe spielte das Thema

Bewusstsein, Bewusstsein,

Bewusstsein eine Rolle!“

„Hochwassermanagement ist in den Betrieben der

Emscherregion kein prioritäres Thema wie Flächenverfügbarkeit,

Infrastruktur, Finanzierung

und Förderung. Sensibilisierung tut an der Stelle

not, denn es ist zu spät, wenn etwas passiert!“

„“

„Die Relevanz des eigenverantwortlichen

Hochwasserschutzes muss stärker in das

Bewusstsein von Unternehmen rücken.“

„Jeder muss eine Art von Vorsorge treffen!“

„Sollte man eine Pflichtversicherung einführen?

Man kann bei Hochwasserereignissen

nicht immer nach dem Staat rufen. Die

im Sommer Betroffenen hatten Glück, dass

gerade Wahlkampf war!“

„Neuansiedlungen in Überschwemmungsgebieten

sollten verhindert werden. Doch

das ist womöglich nicht realisierbar, da

hier der politische Wille entgegensteht.

Man muss politische Entscheidungsträger

auf Gefahren aufmerksam machen, die bei

Überflutungen drohen könnten. Momentan

wird dies zu wenig getan.“

„Es ist das eine, sich gegen Hochwasser bedingte

Produktionseinstellungen zu versichern. Möglicherweise

gibt es auch andere Wege“

„Eine Pflichtversicherung löst das Problem

nicht. Sie senkt die Anreize für Prävention

und Vorsorge. Ein alternativer Ansatz ist eine

Elementarschaden-Kampagne auf Bundesebene,

die mittels Georisikoportal die Gefährdung

vor Hochwasser verdeutlicht.“

„Bekomme ich überhaupt eine Versicherung, wenn ich in einem

Hochwasser gefährdeten Gebiet wohne?“ - „In Deutschland gibt

es rund 20 Millionen Privatgebäude, von denen 99 % problemlos

versicherbar sind. Für das restliche Prozent empfehlen sich

Vor-Ort-Besichtigungen der Versicherer. Am Ende sind 0,3 % der

Gebäude nicht sinnvoll versicherbar. Die Möglichkeiten des Versicherungsschutzes

sind größer, als viele Personen denken.“

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