PDF: 492,1 KB - Exportinitiative Erneuerbare Energien

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PDF: 492,1 KB - Exportinitiative Erneuerbare Energien

Stand: März 2013

AHK-Geschäftsreise

Chile, 18.-22. November 2013

Kleinwasserkraft und Geothermie

Basisinformationen

Entwicklung und Prognose (*)

Wirtschaftswachstum [%]

Entwicklung und Prognose (*)

Endenergieverbrauch in Mrd. GWh

Verteilung Stromverbrauch nach Energieträger

[%], 2011

Import- / Exportbilanz Energieträger [%]

Verteilung Wärmeverbrauch nach

Energieträger [%], 2011

Strommarkt

Installierte Leistung und Prognose [MW]

Installierte Leistung nach Erzeugungsart

(MW), 2011

Strompreis Industrie [€/ kWh], 2011

Strompreis Endverbraucher [€/ kWh], 2012

Wird der Strompreis subventioniert?

Wenn ja, wie?

Wurde der Strommarkt liberalisiert?

Wenn ja, wie ist die Wettbewerbsstruktur

der Anbieter?

2005 2009 2010 2011 2012 2020*

6,3 -0,9 6,1 5,9 5,0 6,0

2005 2009 2010 2011 2012 2020*

50,09 56,04 56,94 61,1 65,58 100

Kohle Erdöl Erdgas Nuklear EE Sonstige

20 % 13 % 30 % 0 % 37 % 0 %

Kohle Erdöl Erdgas Uran Sonstige Strom

72 % 0 % 0 % 0 %

Kohle Erdöl Erdgas Nuklear EE Sonstige

0 0 60 % 0 40 % 0

Die installierte Leistung beträgt 17.670 MW. Aufgrund des

wirtschaftlichen Wachstums soll diese bis zum Jahre 2020

auf circa 25.000 MW angehoben werden.

Kohle Erdöl Erdgas Nuklear EE Sonstige

20 % 13 % 30 % 0 % 37 % 0 %

118 € / MWh 0.12 € /kWh für nicht-gebundene Kunden

mit min. 500 kW Anschlussleistung

In Chile gibt es mehrere voneinander unabhängige

Stromnetze. Die zwei wichtigsten sind das zentrale SIC und

das nördliche SING.

SIC (von Copiapó bis Puerto Montt):

102 CLP / kWh 0.17 € / kWh

SING (von Tocopilla bis Arica):

108 CLP / kWh 0.18 € / kWh

Der Strompreis wird in Chile nicht subventioniert.

Chiles Elektrizitätsmarkt befindet sich zu 100 % in privaten

Händen. Der Staat übt lediglich überwachende und

regulierende Funktionen aus. Die Energiekommission CNE

macht Vorschläge bezüglich Szenarien der

Energieerzeugung und -übertragung.

Die Elektrizitätsunternehmen unterscheiden sich nach

ihrem Aktionsfeld in Erzeugung, Übertragung und

Verteilung. Neben 70 Stromerzeugern gibt es 6


Übertragungs- und 3 Verteilungsunternehmen.

Stand: März 2013

Wer ist im Besitz der Übertragungsnetze?

Ist der Netzzugang reguliert?

Bestehen Hindernisse für den Anschluss von

EE-Anlagen?

Innerhalb Chiles existieren 4 voneinander getrennte

Übertragungsnetze:

Das Sistema Interconectado del Norte Grande

(SING) der Regionen I und II ist im Besitz der Firmen

Edelnor Transmisión und Transelec Norte S.A, hinzu

kommen Netzabschnitte die Bergbaufirmen als den Hauptstromabnehmern

gehören.

Das Sistema Interconectado Central (SIC) erstreckt

sich von Taltal bis zur Isla Grande de Chiloe. Die

Übertragungsunternehmen sind CTNC S.A., Transchile,

Transelec S.A. und Transelec Norte S.A.

Im Sistema de Aysen in der XI. Region übernimmt das

Unternehmen Edelaysen S.A. sowohl die Erzeugung, als

auch die Übertragung und Distribution.

Im Sistema de Magallanes in der XII. Region

übernimmt das Unternehmen Edelmag S.A. die

Stromerzeugung, Übertragung und Distribution.

Gesetze „Gesetz 19.940 (Ley Corta I) und Gesetz

20.018 (Ley Corta II)“:

Ley Corta I:

Jeder Stromerzeuger hat unabhängig von seiner Leistung

Zugang zum Spotmarkt. Von Seiten der Netzbetreiber

besteht die Anschlusspflicht von Erzeugern unter 9 MW an

den jeweiligen Netzbereich (Recht auf Einspeisung).

Dezentrale Erzeuger, die regenerative Energieträger nutzen,

werden bis zu einer Leistung von 9 MW vollständig und bis

zu 20 MW anteilig von den Transmissionsgebühren befreit.

Dies gilt nur, wenn der Strom aus Erneuerbaren Energien

mit weniger als 5 % zur maximalen Netzlast beiträgt.

Der künftig vermehrte Anschluss von EE-Anlagen muss

durch eine Verstärkung der Verteil- und Übertragungsnetze

vorbereitet werden (hoher Zeit- und Kostenaufwand).

Wärmemarkt

Wärmebereitstellung nach Energieträger

[GWh], 2011

Wie ist der Wärmemarkt strukturiert?

Reguliert und/oder subventioniert der Staat

den Wärmemarkt?

Kohle Erdöl Erdgas Nuklear EE Sonstige

0 0 60 % 0 40 % 0

Der Wärmemarkt ist in Chile noch im Aufbau begriffen,

Ausnahme ist der Süden des Landes, wo mehrheitlich Holz-

Heizungssysteme/Kaminöfen/Doppelkammeröfen

Verwendung finden. Neuere Gebäude und Büros vor allem

auch in Santiago verfügen über Zentralheizungen, die mit

Gas betrieben werden.

Das Gesetz Ley 20.365 (Franquicia Tributaria Ley

20.365) gewährt Bauunternehmen, welche

solarthermische Anlagen zur Warmwasseraufbereitung in


Stand: März 2013

Neubauten integrieren, Steuererleichterungen zwischen 20

und 100 % des Wertes der installierten Anlagen.

Anteil erneuerbarer Energien (EE)

Anteil EE am Energieverbrauch [%],

2012

Ausbauziele der Regierung [%]

Prognose Anteil EE [%]

In Chile wird konventionelle von nicht-konventioneller

Erneuerbarer Energie unterschieden.

EE: alle erneuerbaren, nicht fossilen Quellen

ERNC: alle erneuerbaren, nicht fossile Quellen, Wasserkraft

nur bis 20 MW

Anteil EE Chile: 37 %

Anteil ERNC Chile: 5 %

Ausbau der ERNC soll gefördert werden. Dies wurde in der

Energiestrategie der chilenischen Regierung im Februar

2012 definiert.

Nach bestehenden Gesetzesrahmen (Ley 20.257 „Ley

ERNC): 10 % des kommerzialisierten Stroms bis 2024

(Betrifft lediglich Energielieferverträge die nach dem

1.8.2007 unterzeichnet wurden)

Förderung Erneuerbarer Energien

In Chile existiert keine Einspeisevergütung.

Quotenregelung:

Das Gesetze „Ley 20.257“ führte 2008 eine Quote zur

Einspeisung von Strom aus ERNC ein. Seit 2010 müssen 5%

des in einem Jahr kommerzialisierten Stroms eines jeden

Erzeugungsunternehmens aus nicht-konventionellen

erneuerbaren Energien stammen. Ab 2015 erhöht sich

dieser Prozentsatz jährlich, bis 2024 10 % erreicht werden.

Diese Quote gilt nur für Energielieferverträge die nach dem

1.8.2007 abgeschlossen worden sind.

Welche Instrumente zur Förderung von EE

gibt es und wie sind diese ausgestaltet?

Das staatliche Zentrum für Erneuerbare Energien

(CER) hält eine Reihe von Förderinstrumenten bereit,

welche unter: http://cer.gob.cl/gestion-energetica/fuentesde-financiamiento/

eingesehen werden können.

Zum Beispiel werden Vorstudien mit bis zu 35.000 €

finanziell unterstützt.

Projektfinanzierung:

Derzeit (Februar 2013) ist eine Kreditlinie der KfW zur

Projetfinanzierung in Vorbereitung. Diese zielt darauf ab,

dass die lokale Wirtschaftsförderungsgesellschaft Corfo

über die chilenischen Hausbanken zinsgünstige

Langzeitkredite für Projekte im Bereich Erneuerbare

Energien und Energieeffizienz vergibt.

www.corfo.cl


Stand: März 2013

Gesetz Netbilling zum Zugang von kleinen

Erzeugern (Ley Net Metering Ley 20.571 März 2012):

Das Gesetz gibt Endverbrauchern das Recht mittels kleinen

Erzeugungsanlagen bis 100kW ihren überschüssigen Strom

ins Verteilnetz einzuspeisen. Im Oktober 2012 wurde eine

erste Version des ausstehenden technischen Reglements

dazu veröffentlicht. Die Endfassung wird im Laufe des

Jahres 2013 erwartet.

Seit 2010 können sich Entrepreneure regelmäßig für die

Ausschreibung „Start-up Chile“ bewerben. Die Initiative

geht vom Chilenischen Wirtschaftsministerium in

Zusammenarbeit mit der Corfo aus. Die Sieger erhalten

eine projektgebundene Unterstützung von USD 40.000 und

ein einjähriges Visum für Chile. Eine Teilnahme ist für alle

Fachbereiche offen. www.startupchile.org

Technologieschwerpunkte der AHK-Geschäftsreise: Kleinwasserkraft und Geothermie

Kleinwasserkraft

Unter Kleinwasserkraft werden Klein-Mini-und Mikrokraftwerke bis max. 20 MW gefasst. Die

Kleinwasserkraft spielt vor allem in den Andengebieten Zentral- und Südchiles eine bedeutende Rolle. Im

März 2013 sind in Chile 294 MW an Kleinwasseranlagen in Betrieb, 89 MW im Bau und Projekte mit insg.

248 MW genehmigt. Weitere 114 MW befinden sich in Evaluierung.

Laut CER existiert momentan ein großes Interesse an dieser Art der Stromerzeugen, besonders in

Bewässerungskanälen, wo die bestehende Infrastruktur genutzt werden und Synergien erschlossen werden

können. Chiles Potential wird auf 1.300 MW geschätzt.

2008 wurde in Chile der chilenische Verband der Kleinwasserkraft APEMEC gegründet. Dieser Verband

unterstützt mit Hilfe der chilenischen Corfo und der deutschen KfW die Entwicklung, Finanzierung und

Installation der Kleinwasserkraft. Im Jahr 2011 unterzeichneten KfW und APEMEC ein

Kooperationsübereinkommen zur Förderung der Kleinwasserkraft im Rahmen des Clean Development

Mechanism.

APEMEC organisiert momentan für Ende Juni 2013 die vierte lateinamerikanische Messe zum Thema

Kleinwasserkraft, die Expo APEMEC. An dieser zweitägigen Messe werden u. a. 80 Redner aus insgesamt 15

Ländern teilnehmen. Die AHK Chile ist Schirmherrin der Messe.

Weitere Institutionen und Verbände von Interesse:

Comisión Nacional de Riego, unterstützt die Entwicklung von Kleinwasserkraftwerken in

Bewässerungsanlagen.

Comité de Conexión, sucht Möglichkeiten zur Evakuierung von Strom aus oft abgelegener

Kleinwasserkraft

Comité Ambiental, arbeitet zusammen mit dem Servicio de Evaluación Ambiental an der

Entwicklung eines geeigneten Handbuches zur Evaluierung von Projekten.


Stand: März 2013

Geothermie

Zahlreiche Studien bescheinigen Chile eines der größten Potenziale weltweit zur Nutzung von Erdwärme.

Ausdruck davon sind die vielen Vulkane, zahlreichen Geysire und Thermalquellen.

Anwendungsgebiete der Geothermie sind Industriewärme im Bergbau oder der Fischzucht, der

Gebäudebeheizung oder zur Stromgewinnung z. B. für die Landwirtschaft. Im Januar 2012 haben CEGA und

das Energieministerium ein Projekt zur Identifizierung der Wärmeparameter in den Städten Santiago und

Talca begonnen. Ziel ist die Nutzung direkter Erdwärme bei der Gebäudebeheizung.

Der Rahmen zur Projektentwicklung von Geothermie wird seit dem Jahr 2000 durch das Gesetz Nr. 19.657

geregelt. Privatfirmen können an der Erforschung und Nutzung dieser Energiequelle partizipieren, indem sie

sich über öffentliche Ausschreibungen für staatlich garantierte Konzessionen bewerben (bislang 70

vergebene Konzessionen).

Bislang existiert kein Geothermiekraftwerk in Chile. Im März 2013 ist ein Geothermieprojekt mit 50 MW

genehmigt (Central Geotérmica Cerro Pabellón), ein weiteres mit 70 MW befindet sich in der Evaluierung

(Proyecto Central Geotérmica Curacautin).

Der nationale Service für Geologie und Bergbau, Sernageomin, und die Universidad de Chile sprechen von

120 möglichen Quellen für Geothermieprojekte mit einem gesamten Bruttovolumen von 16 GW. Die Firmen

BHP Billiton, Geotermia del Norte, Energía Andina, Serviland Minergy, Hot Rock, Transmark, Energy

Development und Colbún haben Projekte in Chile angekündigt.

Der chilenische Geothermieverband ACHEGEO organisierte 2011 erstmals einen internationalen Kongress in

Santiago. Dieser übertraf nach eigenen Angaben alle Erwartungen und fand weltweit großen Anklang. In

2013 ist ACHEGEO Gastgeber des zweiten Internationalen Geothermie-Kongresses in Chile, welcher Anfang

April wieder in Santiago stattfinden wird.

Weitere Institutionen und Verbände von Interesse:

Exzellenzzentrum Geothermie der Anden CEGA (Centro Excelencia en Geothermia de los Andes)

Chilenischer Verband der Erneuerbaren Energien (Asociación Chilena de Energías Renovables

Alternativas A.G., Acera)

Geschäftsmöglichkeiten

Für Unternehmen welcher Geschäftsfelder

bietet der Markt die besten

Geschäftsmöglichkeiten?

Gibt es aktuelle Ausschreibungen für Projekte

von Interesse für dt. Unternehmen?

Sind größere Projekte geplant?

Geschäftsmöglichkeiten bieten sich insbesondere für

Anbieter von Technologien für Geothermieanlagen oder

Kleinwasserkraftwerke, Anbieter von Tiefenbohrungen,

Ingenieurbüros und Projektentwickler.

Öffentliche Ausschreibungen werden unter

www.mercadopublico.cl veröffentlicht.

Im März 2013 sind in Chile 294 MW an Kleinwasseranlagen

in Betrieb, 89 MW im Bau und Projekte mit insg. 248 MW

genehmigt. Weitere 114 MW befinden sich in Evaluierung.

Ein Geothermieprojekt mit 50 MW ist genehmigt (Central

Geotérmica Cerro Pabellón) und soll bis 2015 in Betrieb

gehen. Ein weiteres Projekt mit 70 MW befindet sich in der

Evaluierung (Proyecto Central Geotérmica Curacautin).


Stand: März 2013

Insgesamt beliefen sich die 2 Projekte auf 480 Mio. USD.

www.seia.cl

Eine Verbindung der zwei großen Stromnetze SIC und

SING ist in Vorbereitung und soll bis 2018 Wirklichkeit

sein.

Welche Akteure des Zielmarktes werden zur

Konferenzveranstaltung eingeladen?

Es werden relevante Akteure aus dem öffentlichen und

privaten Bereich eingeladen, wie Fachverbände, Vertreter

der Ministerien und öffentlichen Institutionen, Vertreter

der Energieerzeuger- und Energieversorger, Netzbetreiber,

Unternehmen, die Technologien und Dienstleistungen der

Branche anbieten, sowie Forschungsinstitutionen und

Universitäten.

Exportinitiative Erneuerbare Energien

Mit der Exportinitiative Erneuerbare Energien unterstützt die Bundesregierung deutsche Unternehmen bei

der Auslandsmarkterschließung, um „renewables - Made in Germany“ im Ausland zu etablieren.

Die AHK organisiert für Sie:

• individuelle Gespräche und Firmenbesuche vom 20.-22. November 2013 in Chile mit

Unternehmen und Entscheidungsträgern, die wir gezielt und auf Ihre Bedürfnisse hin vermitteln,

• eine Konferenzveranstaltung am 19. November 2013 in Santiago de Chile, bei der Sie Gelegenheit

haben, Ihr Unternehmen und Ihre Produkte vorzustellen.

Ihre Anmeldung nimmt die energiewaechter GmbH, vertreten durch János Büchner

(E-Mail: jb@energiewaechter.de , Tel.: +49 0 30 797 444 1 - 13) entgegen.

Für weitere Rückfragen steht Ihnen auch Madeleine Krenzlin von der AHK Chile gerne zu Ihrer Verfügung

(E-Mail: mkrenzlin@camchal.cl, Tel. +56 2 2203 53 20 – 42).

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