Endbericht - Fonds Gesundes Österreich

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Endbericht - Fonds Gesundes Österreich

Endbericht

Projektnummer 1971

Projekttitel

GEMEINSAM GESÜNDER

im Krankenhaus Barmherzige Brüder Eisenstadt

Projektträger/in

Barmherzige Brüder Eisenstadt

Projektlaufzeit Juli 2010 bis September 2013

Erreichte

Zielgruppengröße

Autoren/Autorinnen

Emailadresse/n

Ansprechpartner/innen

Weblink/Homepage

Alle MitarbeiterInnen des Unternehmens

Susanna Reisinger, MAS (Work-Life-Balance)

Michaela Krasser, B.A. (Work-Life-Balance)

Michaela Piniel (Barmherzige Brüder Eisenstadt)

s.reisinger@work-lifebalane.at

Michaela.Piniel@bbeisen.at

http://www.barmherzigebrueder.at/site/eisenstadt/home

Datum 27.09.2013


Endbericht Projekt Nr. 1971

Inhaltsverzeichnis

1 Kurzzusammenfassung ............................................................................................... 3

2 Projektkonzept ........................................................................................................... 4

2.1 Überlegungen zum Projekt, Partner, Vorbildprojekte ............................................... 4

2.2 Probleme und Gesundheitsdeterminanten ............................................................... 4

2.3 Setting des Projekts ................................................................................................. 5

2.4 Zielgruppen des Projekts ......................................................................................... 5

2.5 Zielsetzungen des Projekts ...................................................................................... 6

3 Projektdurchführung ................................................................................................... 7

3.1 Projektaktivitäten, Projektmaßnahmen und Methoden ............................................. 7

3.2 Projektstrukturen, Rollenverteilung ......................................................................... 8

3.3 Vernetzungen und Kooperationen ........................................................................... 9

3.4 Veränderungen der Projektstruktur und des Projektablaufes ................................. 10

4 Ergebnisse und Evaluation......................................................................................... 11

4.1 Projektergebnisse und –wirkungen ........................................................................ 11

4.2 Erreichung der Projektziele .................................................................................... 12

4.3 Erreichung der Zielgruppe ..................................................................................... 13

4.4 Form der Evaluierung ............................................................................................ 14

4.5 Nachhaltigkeit ....................................................................................................... 14

4.6 Gesundheitliche Chancengerechtigkeit und Zielgruppenorientierung .................... 15

4.7 Setting- und Determinantenorientierung ............................................................... 15

4.8 Ressourcenorientierung und Empowerment .......................................................... 16

4.9 Partizipation .......................................................................................................... 17

4.10 Verbreitung der Projektergebnisse ........................................................................ 17

4.11 Evaluierungsform................................................................................................... 18

4.12 Fragestellungen und Methoden der Evaluation, Eignung ........................................ 18

5 Lernerfahrungen/Empfehlungen ................................................................................ 19

5.1 Erfolgsfaktoren und Hürden .................................................................................. 19

5.2 Transferierbarkeit .................................................................................................. 19

5.3 Nachhaltige Veränderungen .................................................................................. 20

5.4 Lernerfahrungen und Empfehlungen ..................................................................... 20

6 Anhang .................................................................................................................... 22

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Endbericht Projekt Nr. 1971

1 Kurzzusammenfassung

Den Anstoß zum Projekt „GEMEINSAM GESÜNDER im Krankenhaus Barmherzige Brüder Eisenstadt“

gaben die MitarbeiterInnen, die den Wunsch nach einem ganzheitlichen Betrieblichen

Gesundheitsförderungsprojekt äußerten. Der offizielle Projektstart erfolgte im Mai 2011.

Die Ergebnisse der umfangreichen Ist-Analyse durch MitarbeiterInnenbefragung,

Gesundheitszirkel und Fokusgruppen wurden zur Maßnahmenentwicklung verwendet. Diese

Maßnahmen wurden nach Abstimmung mit dem Projektteam und der Steuerungsgruppe geplant

und umgesetzt. Insgesamt wurde ein Maßnahmenkatalog mit 22 Themenschwerpunkten

erarbeitet. Viele der geplanten Maßnahmen konnten bereits vollständig umgesetzt werden, für

andere ist ein kontinuierlicher, fortlaufender Prozess nötig. Im April 2013 fand die

Abschlussbefragung statt, in der unter anderem die Arbeitsfähigkeit der MitarbeiterInnen ermittelt

und der Projekterfolg evaluiert wurden. Im Juni 2013 wurde das Projekt mit einer gemeinsamen

Abschlussveranstaltung beendet.

Mit den Projektergebnissen kann man durchwegs zufrieden sein. Die Abschlussbefragung zeigte

unter anderem sehr positive Werte in Bezug auf Zusammenarbeit und kollegiale Unterstützung.

Das Informationsmanagement konnte im Laufe des Projekts ständig optimiert werden. Das

„Informationsmanagement neu“ wurde von den MA als sehr positiv bewertet. Körperliche und

psychische Arbeitsanforderungen können vom Großteil der MitarbeiterInnen sehr gut bzw. gut

bewältigt werden, was vor allem auf die Implementierung von strukturierten Prozessabläufen in

vielen Bereichen des Unternehmens zurückzuführen ist. Umfassende Aktivitäten haben zu einem

gesteigerten Gesundheitsbewusstsein der MitarbeiterInnen geführt. Unter ArbeitskollegInnen wird

nun verstärkt über das Thema Gesundheit gesprochen und mehr als die Hälfte der MA konnte

dazu motiviert werden, aktiv etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Dies wirkt sich auch auf das

familiäre Umfeld aus, wodurch auch externe Personen von den Erfolgen des Gesundheitsprojekts

im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Eisenstadt profitieren können und das Projekt alles in

allem als sehr gelungen betrachtet werden kann.

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2 Projektkonzept

2.1 Überlegungen zum Projekt, Partner, Vorbildprojekte

Den Anstoß zum Projekt „GEMEINSAM GESÜNDER im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder

Eisenstadt“ lieferten die MitarbeiterInnen, die in der MitarbeiterInnenbefragung den Wunsch nach

einem ganzheitlichen betrieblichen Gesundheitsprojekt äußerten.

Die Krankenhausleitung hat diesen Wunsch sehr ernst genommen und sich dafür entschieden,

gemeinsam mit der externen Beratungsfirma, Work-Life-Balance GmbH, ein umfassendes Projekt

zu starten, um die MitarbeiterInnen als wertvollste Ressource wieder mehr in den Vordergrund

zu stellen und die Führungskräfte in den Führungsaufgaben verstärkt zu unterstützen. Dabei

sollte das bisherige Angebot an gesundheitsförderlichen Einzelaktivitäten ausgedehnt und als

ganzheitliches Projekt neu aufgestellt werden, um ein positives Arbeitsklima zu schaffen, das

Wohlbefinden zu steigern und um arbeitsbedingten, gesundheitlichen Problemen vorzubeugen.

Die externe Projektberatung hat bereits, neben Gesundheitsprojekten im Industriegewerbe, auch

Projekte in anderen Krankenhäusern (LKH Weiz, LKH Hartberg) sehr erfolgreich unterstützt. Das

LKH Weiz wurde 2007 beispielsweise für das BGF-Projekt mit dem steirischen Gesundheitspreis

„Fit im Job“ ausgezeichnet und hat das österreichische Gütesiegel für betriebliche

Gesundheitsförderung bekommen.

In diesen Projekten konnten wertvolle Erfahrungen gewonnen werden, die bei der Projektplanung

und Umsetzung einfließen konnten. Ein wesentlicher Faktor, der sich bisher stets als wertvoll

erwiesen hatte, ist ein regelmäßiger Informationsfluss, auf den bei diesem Projekt verstärkt

geachtet wurde. Eine kontinuierliche und strukturierte Informationsweitergabe an alle MA des

Unternehmens, regelmäßige Besprechungen sowie eine laufende Kommunikation der Fortschritte

waren weitere wichtige Erfolgsfaktoren für das Projekt.

2.2 Probleme und Gesundheitsdeterminanten

Der Arbeitsplatz ist ein wesentlicher Teil des Lebens. Er hat großen Einfluss auf das

Wohlbefinden und die Gesundheit der Beschäftigten. Das „gesunde Verhalten“ in der Freizeit

alleine reicht nicht mehr aus, um die Beanspruchungen im Beruf auszugleichen, daher ist es

immer wichtiger, gesundheitsförderliche Maßnahmen in den Arbeitsalltag zu integrieren. Bei

MitarbeiterInnen im Gesundheitswesen ist es besonders wichtig, hier Schritte zu setzen, da diese

Berufsgruppe zwar selbst anderen mit großem Engagement zur Verfügung steht, selbst jedoch

aus zeitlichen Gründen oft nur wenig auf die eigene Gesundheit achtet. Zusätzlich sind diese

Berufe hohen Belastungen, langen Dienstzeiten, Nachtdiensten und hohem Erwartungsdruck von

außen und innen ausgesetzt. Hier spielen Entlastungsstrategien, ein gutes soziales Netzwerk,

eine wertschätzende Kommunikation sowie verhältnis- und verhaltensorientierte Maßnahmen

zur Förderung des Gesundheitsverhaltens eine wesentliche Rolle, um Belastungen und

Beanspruchungen dieser MA auszugleichen und wieder eine innere Balance zu schaffen. Daher

war es ein großes Anliegen, durch dieses Gesundheitsprojekt an den oben genannten Punkten

anzusetzen und die Gesundheit der MitarbeiterInnen im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder

zu fördern.

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2.3 Setting des Projekts

Das Krankenhaus als Setting ist ein Ort mit besonderem Handlungsbedarf. In diesem Betrieb

geht es einerseits darum, PatientInnen zu helfen, wieder gesund zu werden und das

Bestmögliche zu tun, um den Genesungsprozess zu unterstützen. In diesem Zusammenhang ist

viel Fachwissen in Bezug auf Krankheit und Gesundheit versammelt. Andererseits sind es gerade

die Berufsgruppen im Gesundheitswesen, die helfen wollen und dies mit großem Engagement

tun, jedoch selbst häufig keine Hilfe annehmen oder oft erst sehr spät auf ihre eigene

Gesundheit achten. Die eigenen Grundbedürfnisse werden leider häufig nicht beachtet bzw.

verdrängt - denn "es muss ja weitergehen". Es bedarf aufgrund der hohen Belastungen und

Dienstzeiten Coping Mechanismen sowie verhältnis- und verhaltensorientierte Maßnahmen zur

Förderung der MitarbeiterInnengesundheit.

Ein weiteres Konfliktfeld im Setting Krankenhaus ist das Zusammentreffen vieler verschiedener

Hierarchien und Berufsgruppen. Hier gilt es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es

ermöglichen, dass die interdisziplinäre Zusammenarbeit gut läuft und von gegenseitiger

Unterstützung und Wertschätzung geprägt ist.

Das BGF-Projekt „GEMEINSAM GESÜNDER im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder“ spricht alle

Abteilungen des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt an. Im Detail sind dies

Anästhesiologie, Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, HNO, Innere Medizin, Kinder- und

Jugendheilkunde, Orthopädie, Psychiatrie, Radiologie, Unfallchirurgie, Labor, Verwaltung,

Werkstätten und Wirtschaftsbereiche (Reinigung, Küche). Die MitarbeiterInnen der Apotheke und

Cafeteria wurden auch in die Aktivitäten eingebunden.

Das Projektteam setzte sich aus Mitgliedern verschiedener Berufs- und Altersgruppen

zusammen, um zu gewährleisten, dass die Wünsche, Bedürfnisse und Anliegen aller

MitarbeiterInnen wahrgenommen werden können. Auch der Frauen- bzw. Männeranteil im

Projektteam wurde so gewählt, dass dieser die Geschlechterverteilung im Unternehmen

widerspiegelt.

2.4 Zielgruppen des Projekts

Vom Projekt sollen alle MitarbeiterInnen unabhängig von Alter, sozialem Status, Behinderung

und Migrationshintergrund in gleicher Weise profitieren. Es zielte sowohl auf Männer als auch

auf Frauen ab, wobei der Frauenanteil im Krankenhaus rund 75% beträgt. Diese Verteilung wurde

auch bei der Zusammensetzung des Projektteams berücksichtigt.

Zusätzliche Schwerpunkte wurden bei MA der Verwaltung, des Sekretariats, bei Führungskräften

sowie bei MA 45+ gesetzt.

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2.5 Zielsetzungen des Projekts

Die Projektziele wurden wie folgt definiert:





Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist durch wertschätzende Kommunikation und

ausreichende Information verbessert.

Die Arbeitsbedingungen sind durch aktive Vernetzung innerhalb und außerhalb der

Abteilungen und Funktionsbereiche verbessert.

Aktive betriebliche Gesundheitsförderung wird gelebt und mehr Gesundheitsbewusstsein

gezeigt.

Die Rahmenbedingungen für MitarbeiterInnen 45+ sind verbessert.

Vision des Projekts war, die Rahmenbedingungen (Organisation, Struktur, Kommunikation,

Information…) zu optimieren und dadurch nachhaltig dazu beizutragen, dass sich

MitarbeiterInnen und PatientInnen im Hause wohl fühlen und einander mit Wertschätzung

begegnen. Dabei wurde der interdisziplinären und interprofessionellen Zusammenarbeit ein

besonderer Stellenwert eingeräumt. Es galt, die Leistung der KollegInnen zu würdigen und sich

gegenseitigen Respekt entgegenzubringen, um dadurch die Zusammenarbeit zu fördern. Weiters

galt es, die MA auf das Thema Gesundheit zu sensibilisieren und gesundheitsförderliches

Denken und Verhalten in den Arbeitsalltag zu integrieren, damit Betriebliche

Gesundheitsförderung zum Gesprächsthema wird, aktiv gelebt und an die Öffentlichkeit

getragen wird. Unter Anbetracht der Projektevaluierung wurde diese Vision erfolgreich

umgesetzt.

Angestrebte Veränderungen und Aktivitäten wurden von Beginn an in den Arbeitsalltag integriert

und werden auch nach Projektabschluss als solche weitergeführt (zB Telefonkultur,

Wertschätzung, Informationsweitergabe, Einzelberatungen durch Physiotherapie, klinische

Psychologie, Diabetesfachkraft und Diätologie…). Auch verhältnisorientierte Veränderungen

zeigten eine nachhaltige Wirkung (zB Pausenräume- und Sozialräume, Ergonomische

Vorkehrungen etc.).

Durch die umfangreichen Projekterfahrungen der Projektteammitglieder und dem Wissen der

internen ExpertInnen, konnten betriebsinterne Ressourcen optimal genutzt werden. Es kann

sichergestellt werden, dass Gesundheitsförderung im Unternehmen weiter betrieben wird und

qualifizierte Ansprechpersonen in diesem Bereich zur Verfügung stehen. Weiters wird das

Wissen, dass durch zahlreiche Workshops (Führungskräfte, Ergonomie etc.) erworben wurde,

aktiv im Unternehmen gelebt und an KollegInnen weitergegeben.

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3 Projektdurchführung

3.1 Projektaktivitäten, Projektmaßnahmen und Methoden

Im Juni 2010 startete die Vorprojektphase mit Gründung der Steuerungsgruppe und des

Projektteams, einem Einführungsworkshop für die oberste Führungsebene und für das

Projektteam, sowie der Erstellung der Projektvereinbarung und des Förderansuchens. Der

offizielle Projektstart erfolgte im Mai 2011 mit der Kick-Off Veranstaltung, zu der alle MA

geladen wurden. Die Kick-Off-Veranstaltung diente zur umfangreichen Projekteinformation und

der Sensibilisierung der MA zum Thema Gesundheit. Die MA wurden zur aktiven Teilnahme am

Projekt motiviert.

Basis für die Erhebung der Ist-Situation (von Juni bis Oktober 2011) war eine

MitarbeiterInnenbefragung, welche kurz vor Projektstart durchgeführt wurde und Anlass für die

Durchführung eines ganzheitlichen BGF-Projekts war. Weitere Erhebungsinstrumente waren

Gesundheitszirkel, Fokusgruppen, Evaluierungszirkel, Wirbelsäulenscreenings und Erholungsund

Belastungsmessungen mittels 24h Heartman-Messung. Durch diese vielfältige Ist-Analyse

hatten alle MA die Möglichkeit, ihre Bedürfnisse, Wünsche und Ideen in das Projekt einzubringen.

Aufgrund der umfangreichen Ergebnisse aus der Ist-Analyse wurde ein umfassender

Maßnahmenkatalog mit verhältnis- und verhaltensorientierten Maßnahmen zu insgesamt 22

Themenschwerpunkten, erstellt. An der Umsetzung der Maßnahmen wurde laufend gearbeitet.

Im Rahmen der Projektteamsitzungen wurden die Umsetzungsschritte evaluiert. Viele

Maßnahmen wurden bereits vollständig umgesetzt, für andere bedarf es einer kontinuierlichen

Fortsetzung und Implementierung in den Unternehmensalltag. Zur Sicherung der Nachhaltigkeit

wurden daher Verantwortliche festgelegt, die sich um die Fortführung der einzelnen Maßnahmen

kümmern.

In Bezug auf die gesetzten Ziele konnten unter anderen folgende Maßnahmen umgesetzt

werden:

o Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist durch wertschätzende Kommunikation und

ausreichend Information verbessert: Einführung von regelmäßigen Teambesprechungen,

Verbesserung des Informationsmanagements, Informationstafeln, strukturierte

Informationsweitergabe, Verbesserung der Zusammenarbeit durch Transparenz und

bessere Rückmeldungen, Gesundes Führen;

o Die Arbeitsbedingungen sind durch aktive Vernetzung innerhalb und außerhalb der

Abteilungen und Funktionsbereiche verbessert: Verbesserung der Arbeitsabläufe für eine

bessere Orientierung und Erleichterung der Arbeitsprozesse, Vermeidung von

Unterbrechungen im Arbeitsablauf, Implementierung einer taktvollen Telefonkultur,

Arbeitshaltungen, Ergonomie, Pausenmanagement, Arbeitsplatzgestaltung, Aufenthalts-

/Sozial- und Pausenräume;

o Aktive betriebliche Gesundheitsförderung wird gelebt und mehr Gesundheitsbewusstsein

gezeigt: Umfangreiche Maßnahmen zu Bewegung und Ergonomie, Ernährung, Mentale

Gesundheit, Informationsmanagement und Abhängigkeiten; wie zB Laufen, Radausflüge,

Wirbelsäulengymnastik, Workshops zum Thema Gesunder Rücken, Einzelberatung durch die

Physiotherapie, klinische Psychologie, Diabetesfachkraft und Diätologie,

Wirbelsäulenscreening, Gesundheitschecks, Obstangebot, Salatbuffet, Ernährungsberatung,

Raucherentwöhnung, Gesundheitscoachings, Kurzpausen, Ausgleichsübungen und viele

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mehr. Eine Broschüre mit Übungen für den Arbeitsplatz und zu Hause wurde an die MA

verteilt. Diese beinhaltet unter anderem Trainingstipps, Bewegungsübungen,

Kräftigungsübungen, Bewegung im Alltag, Entspannungsübungen sowie Tipps für die

richtige Sitzhaltung. Die Broschüre ist im Anhang zu finden.

In Führungskräfteseminaren wurde auch verstärkt das Thema Gesundes Führen bewusst

gemacht. Diese Seminare wurden im Verwaltungsbereich durchgeführt. Dabei wurden unter

anderem die Schwerpunkte des 4 Ebenen Modells Gesundheitsförderlichen Führens

behandelt

• Ziel- und Aufgabenorientierte Führung: Konfliktmanagement, Führungsstil,

Feedbackinstrumente…

• Mitarbeiterorientierte Führung : Teamführung, Coaching, Ressourcen- und

Lösungsorientierte Teamführung…

• Arbeits- und Organisationsprozesse gestalten: Steuern und Führen von Gruppen und

Systemen, Prozessabläufe und Prozessstrukturen, Führen und Führen lassen,

Führungsrahmen, Führungsaufgaben…

• Gesundheitsförderliche Führungs- und Unternehmenskultur schaffen: Work-Life-

Balance, Selbstkompetenz und Sozialkompetenz stärken…

o Die Rahmenbedingungen für MitarbeiterInnen 45+ sind verbessert: Die durch das Projekt

implementierten Maßnahmen haben für MA 45+ wesentliche Arbeitserleichterungen

gebracht.

Die gesetzten Maßnahmen wurden laufend evaluiert. Gezielte Evaluierungszirkel dienten zur

Erhebung der Veränderungen der Projektschwerpunkte. Im April 2013 fand die

Abschlussbefragung statt. Das Projekt wurde im Juni 2013 mit einer gemeinsamen

Abschlussveranstaltung, in der alle MA nochmals einen Projektrückblick, sowie umfangreiche

Informationen über die Zielerreichung erhielten, erfolgreich abgeschlossen.

3.2 Projektstrukturen, Rollenverteilung

Projektteam: Das Projektteam setzte sich aus MitarbeiterInnen verschiedener Berufsgruppen und

Altersgruppen zusammen. Damit war gewährleistet, dass die Wünsche, Bedürfnisse und Anliegen

aller MitarbeiterInnen wahrgenommen werden können. Auch der Frauen- bzw. Männeranteil im

Projektteam wurde so gewählt, dass dieser die Geschlechterverteilung im Unternehmen

widerspiegelt. Während des Projekts haben 24 Projektteamsitzungen stattgefunden.

Steuerungsgruppe: Vor Umsetzung der Maßnahmen wurden alle Themen der Steuerungsgruppe

vorgestellt. Dazu wurden die Themen in der Projektgruppe vorbesprochen und für die

Steuerungsgruppe aufbereitet. Die Maßnahmen wurden durch die Steuerungsgruppe zur

Umsetzung freigegeben. Die Steuerungsgruppe traf sich entsprechend dem Projektfortschritt, es

fanden rund 10 Steuerungsgruppensitzungen statt.

Externe Projektbegleitung:

Das Projekt wurde vom externen Beratungsunternehmen Work-Life-Balance GmbH begleitet. Das

Unternehmen kann auf zahlreiche Erfahrungen zur Unterstützung von BGF Projekten

zurückgreifen. Die Geschäftsführerinnen haben selbst als Projektleiterinnen Erfahrungen

gesammelt und begleiteten bereits zahlreiche andere Unternehmen bei der Umsetzung von

ganzheitlichen BGF Projekten (Siemens Weiz und Linz, LKH Hartberg, Volkshilfe Weiz, Graz und

Wagna, LKH Weiz, Steiermärkische Krankenanstaltenges.m.b.H. etc.).

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3.3 Vernetzungen und Kooperationen

Partner im Rahmen des Projekts waren:

- Fonds Gesundes Österreich

- Burgenländische Gebietskrankenkasse

- Work-Life-Balance

- Österreichisches Netzwerks Gesundheitsfördernder Krankenhäuser und

Gesundheitseinrichtungen (ONGKG)

Neben der finanziellen Unterstützung stand der Fonds Gesundes Österreich dem Unternehmen

während des Projekts auch stets beratend zur Seite.

Die Burgenländische Gebietskrankenkasse war sowohl bei den Eröffnungsfeierlichkeiten dabei,

unterstützte das Unternehmen aber auch mit einer anonymen Krankenstandauswertung.

Die Firma Work-Life-Balance fungierte als externes Beratungsunternehmen. Da die Firma Work-

Life-Balance aufgrund der umfangreichen bisherigen Beratungstätigkeiten bereits zahlreiche

Erfahrungen mit der Durchführung von Gesundheitsprojekten im Gesundheitswesen aber auch in

anderen großen Wirtschaftsunternehmen gesammelt hat, konnte von diesem Wissen stark

profitiert werden.

Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder wurde im Laufe des Projekts Mitglied des

Österreichischen Netzwerks Gesundheitsfördernder Krankenhäuser und

Gesundheitseinrichtungen (ONGKG), welches österreichische Krankenanstalten und

Gesundheitseinrichtungen in ihrer Neuorientierung in Richtung Gesundheitsförderung und bei

der Einführung neuer gesundheitsfördernder Leistungen unterstützt. Durch diese Mitgliedschaft

ist es bei Veranstaltungen des ONGKG zu einem verstärkten Wissens- und Erfahrungsaustausch

zwischen den Mitgliedsunternehmen gekommen, was positiv zum Projekterfolg beigetragen hat.

Im Rahmen des Projektes ist es außerdem österreichweit zum vermehrten Wissensaustausch

zum Thema Gesundheit mit den Einrichtungen der Barmherzigen Brüder gekommen.

Die Teilnahme an zwei Netzwerktreffen förderte weiters den Erfahrungsaustausch mit

unterschiedlichen Unternehmen zur Projektumsetzung.

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3.4 Veränderungen der Projektstruktur und des Projektablaufes

Änderungen des Projektkonzepts hat es dahingehend gegeben, dass ein Gesundheitszirkel

aufgrund eines provinzweiten Projekts zum Thema Führungsgrundsätze erst mit Jänner 2013

stattgefunden hat, da sich die Inhalte mit dem Themen des Gesundheitszirkels überschnitten

haben. Die Fokusgruppe der Führungskräfte hat aufgrund des vorher genannten Projekts nicht

stattgefunden.

Aus zeitlichen Gründen wurde mit der Evaluierung nicht im März sondern bereits im Jänner 2013

begonnen. Hier wurden bereits die Ergebnisse aus den Gesundheitszirkeln und Fokusgruppen

evaluiert.

Aufgrund des großen Interesses von Seiten der MA wurden Heartman-Messungen nicht nur im

Rahmen der Ist-Analyse sondern während der gesamten Projektlaufzeit angeboten. Die

Nachfrage für das Wirbelsäulenscreening war so groß, dass zusätzliche Angebote geschaffen

wurden.

Zahlreiche zusätzliche Projekte nahmen viele zeitliche Ressourcen der MA in Anspruch, weshalb

es für ein Projektteammitglied nicht immer möglich war, regelmäßig an den

Projektteamsitzungen teilzunehmen. Aufgrund einer persönlichen Veränderung eines weiteren

Projektteammitglieds wurde dessen Nachfolgerin neu in das Projektteam aufgenommen.

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4 Ergebnisse und Evaluation

4.1 Projektergebnisse und –wirkungen

Das Projekt diente maßgeblich zur Sensibilisierung der MA auf das Thema Gesundheit und zeigte

diesbezüglich auch große Wirkung. Mehr als die Hälfte der MA konnte durch das Projekt dazu

motiviert werden, aktiv etwas für die eigene Gesundheit zu tun (auch mit dem Partner oder der

Familie) und unter ArbeitskollegInnen wird nun verstärkt über das Thema Gesundheit

gesprochen.

Ein umfassendes Informationsmanagement (regelmäßige Teambesprechungen, strukturierte

Info-Tafeln…), die Sensibilisierung für andere Arbeitsbereiche und ein besseres gegenseitiges

Verständnis zwischen den Abteilungen sowie die Förderung einer wertschätzenden

Kommunikation durch Workshops zum Thema Gesundes Führen, regelmäßige Jourfix etc.

führten zu einer Verbesserung der interdisziplinären Zusammenarbeit.

Die Arbeitsbedingungen konnten unter anderem durch Verbesserungen in der Strukturierung

und Organisation von Arbeitsabläufen, Durchführung von regelmäßigen Teambesprechungen,

dem Vermeiden von Unterbrechungen im Arbeitsablauf, Arbeitshaltungen, einem regelmäßigen

Informationsaustausch, der Verbesserung der Ergonomie, Verbesserung der Ausstattung in

Verwaltung und Sekretariat, einem Pilotprojekt zum Thema Pausenmanagement und der

Schaffung von Aufenthalts- und Pausenräumen verbessert werden. Die Neustrukturierung von

Arbeitsabläufen brachte eine gute Orientierung für die MA und erleichterte Arbeitsprozesse. Das

Vermeiden von Unterbrechungen im Arbeitsablauf führte zu einer Qualitätssteigerung und zu

einem störungsfreien Arbeiten. Ein bewusstes und taktvolles Telefonieren ermöglichte nicht nur

stressfreies Arbeiten, sondern sorgte auch für eine Transparenz bezüglich Erreichbarkeit und für

eine höhere Zufriedenheit bei MA und PatientInnen. Die neuen Pausenräume ermöglichen den

MA nun eine Erholung in den Pausen.

Durch umfangreiche Maßnahmen zum Thema Bewegung, Ergonomie, Ernährung, Abhängigkeiten

(bspw. Rauchen) und Mentale Gesundheit konnte das Gesundheitsbewusstsein der MA gesteigert

werden. Diverse Workshops, bspw. mit dem Titel „Packs leichter an“ führten zu einem erhöhten

Einsatz von Hilfsmitteln. Hier brachten sich auch die PhysiotherapeutInnen des Unternehmens

stark ein und förderten mit Einzelberatungen und individuellen Trainingsplänen nicht nur die

Gesundheit der PatientInnen, sondern auch der eigenen MitarbeiterInnen. Laufende

Ernährungsinfos über das Intranet, Themawochen mit saisonalen und regionalen Produkten

(bspw. Spargelwoche), Rezepte und Ernährungstipps wurden von den MitarbeiterInnen gerne

angenommen und auch die kostenlose Ernährungsberatung der DiätologInnen des

Unternehmens wurde sehr positiv bewertet.

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4.2 Erreichung der Projektziele

o

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist durch wertschätzende Kommunikation und ausreichend

Information verbessert

Die Abschlussbefragung zeigte sehr positive Werte in Bezug auf die Zusammenarbeit. Der

Zusatzfragebogen zum BGF Projekt zeigte weiters ein positives Ergebnis bezüglich des

Informationsmanagements „neu“. Strukturierte Informationstafeln, anlassbezogene

Mitarbeiterinformationsveranstaltungen, regelmäßige Teambesprechungen in allen

Berufsgruppen, die Mitarbeiterzeitung „Hausgeist“ und Mitarbeiterinformationsschreiben an die

Wohnortadresse haben wesentlich zur Verbesserung des Informationsmanagements im

Unternehmen beigetragen.

o

Die Arbeitsbedingungen sind durch aktive Vernetzung innerhalb und außerhalb der Abteilungen

und Funktionsbereiche verbessert.

Die Abschlussbefragung ergab, dass die körperlichen und psychischen Arbeitsanforderungen

vom Großteil der MitarbeiterInnen sehr gut bzw. gut bewältigt werden können. Die

Implementierung von strukturierten Prozessabläufen in vielen Bereichen des Unternehmens hat

zu wesentlichen Arbeitserleichterungen und einer besseren Orientierung bei der Arbeit sowie

einer Qualitätssteigerung für MA und Patienten geführt.

Der Zeitdruck und zu große Arbeitsmengen stellen allerdings in allen Bereichen noch eine

Belastung dar.

o

Aktive betriebliche Gesundheitsförderung wird gelebt und mehr Gesundheitsbewusstsein

gezeigt.

Umfassende Aktivitäten (siehe Projektaktivitäten Kapitel 3) haben zu einem gesteigerten

Gesundheitsbewusstsein der MA geführt. Dies wird durch die Ergebnisse der Zusatzbefragung

zum BGF Projekt bestätigt. Mehr als die Hälfte der MA konnte durch das Projekt dazu motiviert

werden, aktiv etwas für die eigene Gesundheit zu tun, 50 % machen nun auch gemeinsam mit

dem/der PartnerIn oder der Familie etwas für die Gesundheit und unter ArbeitskollegInnen wird

verstärkt über das Thema Gesundheit gesprochen. Weiters zeigte die Befragung, dass es 80% der

MA wichtig ist, das Thema Betriebliche Gesundheitsförderung weiter zu bearbeiten. Rund die

Hälfte ist auch dazu bereit, aktiv mitzuarbeiten.

o

Die Rahmenbedingungen für MitarbeiterInnen 45+ sind verbessert.

Die durch das Projekt implementierten Maßnahmen haben für MA 45+ Arbeitserleichterungen

gebracht. Auch die Abschlussbefragung ergab sehr positive Werte in Bezug auf den

Arbeitsbewältigungsindex von MA über 45.

Trotz der positiven Ergebnisse wird auch zukünftig Wert darauf gelegt, diese Zielgruppe

verstärkt zu fördern. Konkrete Maßnahmen hierfür könnten sich bereits aus der Erhebung der

psychischen Fehlbelastungen am Arbeitsplatz ergeben.

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4.3 Erreichung der Zielgruppe

Führungskräfte: Die Führungskräfte konnten durch die Umsetzung von speziellen

Gesundheitszirkeln und Workshops sowie durch die Durchführung von Heartman-Messungen

vollständig erreicht werden.

MA Verwaltung und Sekretariat: Durch Arbeitsplatzanalysen und eigenen Fokusgruppen konnte

diese Zielgruppe vollständig erreicht werden. Hier ist auch festzuhalten, dass die MA der

Verwaltung den besten Arbeitsbewältigungsindex innerhalb der ausgewerteten Berufsgruppen

im Unternehmen aufweisen.

Zielgruppe MA 45+: Die durch das Projekt implementierten Maßnahmen haben für MA 45+

große Arbeitserleichterungen gebracht. Auch die Abschlussbefragung ergab sehr positive Werte

in Bezug auf den Arbeitsbewältigungsindex von MA über 45. Trotz der positiven Ergebnisse wird

in zukünftigen Projekten verstärkt auf Maßnahmen für diese Zielgruppe Wert gelegt werden.

Alle MA des Unternehmens: Durch bisherige Befragungen wurde von den MA bestätigt, dass die

in den Gesundheitszirkel und Fokusgruppen entwickelten Maßnahmen auch spürbar für die

gesamte Belegschaft umgesetzt wurden. Der Schwerpunkt wurde dabei auf Information,

Bewegung, Ernährung, Mentale Gesundheit und Abhängigkeiten gelegt.

Im Laufe des Projektes wurde stets versucht, alle MA mit dem Projekt zu erreichen und durch

umfangreiche Informationen zur aktiven Teilnahme zu motivieren. Bei vielen MA ist dies gut

gelungen, bei anderen weniger. Die Ergebnisse der Abschlussbefragung zeigten, dass die aktive

Teilnahme am Projekt oft von der Nähe zum Arbeitsplatz, aber auch von privaten Aktivitäten

abhängig war. Trotz allem konnten durch das Projekt grundlegende positive Veränderungen

erzielt werden. Dies zeigt sich zum Beispiel darin, dass mehr als die Hälfte der Befragten durch

das BGF Projekt dazu motiviert werden konnte, aktiv etwas für die eigene Gesundheit zu tun und

mit ArbeitskollegInnen verstärkt über das Thema Gesundheit zu sprechen. Auch der private

Umkreis profitierte vom Projekt, rund die Hälfte der Befragten gab an, dass sie das Projekt auch

dazu motiviert hat, gemeinsam mit dem Partner oder der Familie etwas für die Gesundheit zu

tun.

Insgesamt gaben rund 80 % der MA an, dass es ihnen wichtig ist, dass am Thema Betriebliche

Gesundheitsförderung weitergearbeitet wird. Rund 50 % sind auch dazu bereit, zukünftig an

aktiv mitzuarbeiten.

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4.4 Form der Evaluierung

Evaluierung: Da bereits kurz vor Projektstart eine umfassende MitarbeiterInnenbefragung

durchgeführt wurde, wurde auf eine erneute Aussendung von Fragebögen verzichtet. Die

fehlenden gesundheitsspezifischen Themen Bewegung, Ergonomie, Ernährung, mentale

Gesundheit und Abhängigkeiten wurden in Form eines Evaluierungszirkels erhoben. Dieser

wurde von der externen Projektberatungsfirma Work-Life-Balance moderiert. Dabei wurden in

zwei Gruppen mit 8-10 Personen für je 2,5 Stunden die bestehenden Gesundheitsangebote

erhoben, sowie konkrete Maßnahmen zur Verbesserung erarbeitet. In den Folgeterminen, die

einmal jährlich stattfanden, wurde überprüft, inwieweit die vereinbarten Maßnahmen umgesetzt

werden konnten bzw. wie diese die MA erreicht und schließlich von den MA angenommen

wurden.

Die Ergebnisse der MitarbeiterInnenbefragung, der Gesundheitszirkel, der Fokusgruppen, der

Evaluierungszirkel und die Ergebnisse aus den Projektteamsitzungen wurden in einen

umfassenden Maßnahmenkatalog zu insgesamt 22 Themenschwerpunkten zusammengeführt.

Im Rahmen der Projektteamsitzungen wurde an der Umsetzung und Entwicklung dieser

Maßnahmen gearbeitet und die Umsetzungsfortschritte evaluiert. Zusätzlich wurde die

Umsetzung der in den GZ und Fokusgruppen geplanten Maßnahmen mit den jeweiligen

Arbeitsgruppenmitgliedern im Jänner 2013 evaluiert. Einzelmaßnahmen, wie zB die

Arbeitsplatzanalyse, wurden mit einem separaten Fragebogen evaluiert, dabei wurden der Inhalt,

der Prozess und das Ergebnis abgefragt.

4.5 Nachhaltigkeit

Zur Sicherung der Nachhaltigkeit der einzelnen Maßnahmen wurden Verantwortliche festgelegt,

die sich um die Fortführung der einzelnen Maßnahmen kümmern und die weitere Umsetzung

forcieren. Zum Beispiel gibt es Verantwortliche für das Thema „Telefonkultur“. Ihre Aufgabe ist

es, in diversen Gesprächen an das Gelernte zu erinnern und das Schwungrad ständig neu

anzutreiben.

Die BGF-Projektleitung ist in der Budgeterstellung und –umsetzung tätig und kann im

Investitionsmanagement die Produktauswahl mitgestalten, dadurch können Aspekte der

Gesundheitsförderung bei der Anschaffung von Investitionsgütern mitberücksichtigt werden.

Die Möglichkeit zur Supervision steht allen MA offen. Aus einer Liste interner und externer

Supervisoren kann der MA frei wählen. Eine Richtlinie zur Beantragung von Supervision wurde

erstellt und im Regelbetrieb integriert. Die Implementierung der Führungsgrundsätze garantiert

die Mitarbeiterführung in den Dimensionen Qualität, Respekt, Verantwortung und Spiritualität.

Der Strategieentwicklungsprozess im Jahr 2014 wird nach einem strukturierten Prozess

ablaufen. Am Beginn des Strategieentwicklungsprozesses steht der Impulsvortrag eines externen

Referenten zu den Themen Führung (Gesundes Führen), Kommunikation und Verantwortung.

Eine multiprofessionelle und interdisziplinäre Mitgestaltung in der Entscheidungsfindung soll die

Transparenz und die Akzeptanz von Entscheidungen erhöhen.

.

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4.6 Gesundheitliche Chancengerechtigkeit und

Zielgruppenorientierung

Im Sinne der gesundheitlichen Chancengleichheit wurden alle MitarbeiterInnen des Betriebes in

gleicher Weise gefördert. Alle MA wurden eingeladen, am Projekt aktiv mitzuarbeiten. Bei der

Besetzung der Gesundheitszirkel, Fokusgruppen und Evaluierungszirkel wurde auf eine gute

Ausgewogenheit geachtet, um möglichst die Bedürfnisse aller MitarbeiterInnen zu erfassen

(männlich, weiblich, jung, alt, mit und ohne Führungskompetenzen, Berufsgruppenzugehörigkeit…).

Besonders bei der Zusammensetzung des Projektteams wurde darauf geachtet, dass alle

Berufsgruppen bestmöglich vertreten werden. Bspw. war im Projektteam ein Abteilungsvorstand,

wodurch der Zugang zum ärztlichen Bereich wesentlich erleichtert werden konnte. Damit ist

auch eine aktivere Beteiligung der Ärzte am Projekt gelungen. Im Rahmen der Ist-Analyse

konnten alle MitarbeiterInnen dieser Berufsgruppe erreicht werden. Die Maßnahmen der

Umsetzung von verhaltensorientierten Maßnahmen konnte initiiert werden.

4.7 Setting- und Determinantenorientierung

Das Setting wurde mit dem Krankenhaus und den jeweiligen Abteilungen vorab klar definiert. An

einem Ort, wo besonders die Hilfe und Unterstützung der PatientInnen im Vordergrund steht,

werden die Bedürfnisse und die Gesundheit der MitarbeiterInnen oft in den Hintergrund gerückt.

Bereits zu Projektstart wurde daher festgelegt, dass darauf geachtet wird, alle MA mit dem

Projekt zu erreichen und als Zielgruppe festzulegen. Aufgrund der vielen unterschiedlichen

Berufsgruppen und Hierarchien ist es aber oft schwierig, die MitarbeiterInnen flächendeckend zu

erreichen.

Nichtsdestotrotz ist es gelungen, dass laut eigenen Angaben der MA diese nun auch mehr auf

ihre eigene Gesundheit achten. Im Projekt wurde intensiv darauf geachtet, Maßnahmen

umzusetzen, die speziell auf Strukturen und Prozesse abzielen (Telefonkultur, Kommunikation,

Information…), um dadurch eine möglichst nachhaltige Veränderung zu erzielen.

Das Projekt war auf mehrere Gesundheitsdeterminanten ausgerichtet. Neben der Stärkung der

persönlichen Gesundheit durch Gesundheitsbildung und diversen Maßnahmen und Aktivitäten

zur Gesundheitsförderung, wurden auch die Strukturen und Organisationen am Arbeitsplatz

verbessert, um hier die optimalen Bedingungen für ein gesundheitsförderliches Arbeiten zu

schaffen.

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Endbericht Projekt Nr. 1971

4.8 Ressourcenorientierung und Empowerment

Von den vorhandenen internen fachlichen Ressourcen konnte sowohl im Rahmen der Ist-Analyse

als auch bei der Umsetzung einzelner Maßnahmen profitiert werden. Interne Qualifikationen wie

zum Beispiel die Beratungskompetenz der Physiotherapeuten, Klinischen PsychologInnen,

Diabetesfachkraft, Diätologie sowie Erfahrungen von MitarbeiterInnen aus dem Risiko- und

Qualitätsmanagement konnten im Projekt gut genutzt werden. Dieses Know-How wurde in die

Maßnahmenumsetzung implementiert und spiegelt sich in Leitbildern und Führungsgrundsätzen

wieder. Wichtig dabei ist auch, dass die vorhandenen fachlichen Ressourcen den

MitarbeiterInnen auch nach Projektende noch zur Verfügung stehen.

Um die Ressourcen zu schonen und eine mehrfache Bearbeitung von Themen in

unterschiedlichen Projekten zu vermeiden, wurde die Themenbearbeitung zwischen den

jeweiligen Projektleitern abgestimmt (bspw. Führungskräfteseminar „Gesundes Führen“,

Organisationsentwicklung, pCC_KTQ).

Speziell innerhalb des Projektteams wurde darauf geachtet, die Ressourcen und Kompetenzen

gezielt einzusetzen. Ein Projektteammitglied, eine Diätologin, schied aus dem Unternehmen und

dadurch auch aus dem Projektteam aus. Deren Nachfolgerin trat auch die Nachfolge als

Projektteammitglied an, damit dieses wertvolle Wissen zum Spezialgebiet Ernährung für das

Projekt nicht verloren geht.

Im Rahmen des Projekts ist es weiters gelungen, vielen MA durch spezielle Schulungen

zusätzliche Kompetenzen zu vermitteln, sodass diese künftig in der Lage sind, Aufgaben zu den

Schwerpunkten selbst zu bewältigen. Zum Beispiel wurde eine Mitarbeiterin der Physiotherapie

zu Sicherheitsvertrauensperson ausgebildet, eine Mitarbeiterin des Projektteams wirkt nun

verstärkt im Sicherheits- und Gesundheitsschutz mit und eine Mitarbeiterin absolvierte den

Zertifizierungskurs für Kinaesthetics. Durch diese Stärkung der persönlichen Ressourcen

konnten neue Fertigkeiten erlernt werden. Es wird überlegt, die derzeitige Klinische Psychologin

zur Arbeitspsychologin auszubilden, wodurch ihr Wissen und ihre Erfahrungen aus dem Projekt

auch zukünftig im Unternehmen sinnvoll eingesetzt werden können.

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Endbericht Projekt Nr. 1971

4.9 Partizipation

Eine 100%-ige Partizipation war im Rahmen des Projektes schon allein dadurch gegeben, dass

alle MA die Möglichkeit zur Teilnahme an der Befragung hatten. Bereits im Anfangsstadium des

Projekts wurde verstärkt auf den partizipativen Prozess hingewiesen und die MA erhielten

umfangreiche Projektinformationen. Im Rahmen des Kick-Offs wurde allen MA die Möglichkeit

zur Teilnahme an Fokusgruppen, Gesundheits- und Evaluierungszirkeln angeboten. Vom

Unternehmen wurde die Teilnahme auch dadurch gefördert, dass die Anwesenheit in den

Fokusgruppen etc. als Dienstzeit gewertet wurde.

Alle MA konnten sich während des gesamten Projekts unabhängig von der sozialen und

beruflichen Stellung an allen Maßnahmen beteiligen.

Durch die besondere Konstellation in der Steuerungsgruppe, welche unter anderem für den

Entscheidungsprozess der Maßnahmenumsetzung verantwortlich war, wurde auch

gewährleistet, dass jede Berufsgruppen durch eine entsprechende Führungskraft vertreten

wurde. Indirekt konnten sich somit alle MA am Planungs- und Umsetzungsprozess beteiligen,

indem sie ihre Anliegen der jeweiligen Führungskraft mitteilt. Zusätzlich wurden die Interessen

der gesamten Belegschaft durch den Betriebsrat vertreten, dieser war Mitglied in der

Steuerungsgruppe und Mitglied im Projektteam.

4.10 Verbreitung der Projektergebnisse

Die MitarbeiterInnen wurden laufend über die Mitarbeiterinformationsschreiben „GEMEINSAM

GESÜNDER im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder“ über den Projektverlauf informiert. Die

Schreiben wurden an die Wohnortadresse gerichtet, damit nicht nur der Mitarbeiter in einer

entspannten Atmosphäre, sondern auch dessen Angehörige erreicht werden konnten. Alle

Informationen und Details zur Projektarbeit wurden im Intranet zur Verfügung gestellt.

Die Ergebnisse der Projektteamsitzungen, Workshops, Gesundheitszirkel, Fokusgruppen und

Evaluierungszirkel wurden in schriftlicher Form festgehalten und den TeilnehmerInnen nach

Abschluss ausgehändigt.

Auf den Stationen wurden strukturierte Informationstafeln angebracht, auf denen stets neue

Berichte zum Projekt erschienen sind und die MitarbeiterInnen über Neuigkeiten informiert

wurden.

Die bestehende Besprechungsstruktur wurde zusätzlich für die vertiefende Informationsweitergabe

kontinuierlich genutzt.

In der MitarbeiterInnenzeitung „Hausgeist“ ist eine eigene Rubrik für Informationen zum Projekt

reserviert. Im Projektteam gab es ein eigenes Team, welches Berichte, Mitarbeiterinformationsschreiben,

Zeitungsartikel usw. verfasste.

Bei der Abschlussveranstaltung erhielten die MitarbeiterInnen einen Projektrückblick, sowie

Informationen über die Zielerreichung und die Ergebnisse zur Abschlussbefragung. Zur

Bewusstseinsbildung für Gesundheitsförderung allgemein und für betriebliche

Gesundheitsförderung, gerade auch bei neuen Mitarbeitern wurde eine Präamble erstellt. Diese

Broschüre „Barmherzige Brüder Krankenhaus Eisenstadt GEMEINSAM GESÜNDER

Gesundheitsmanagement wird beim Dienstantritt jedem/r neuen MitarbeiterIn übergeben.

Gleichzeitig wird die Position und Bedeutung der Betrieblichen Gesundheitsförderung vermittelt.

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Endbericht Projekt Nr. 1971

Unter anderem werden hier zum Beispiel die Themen Bewegung, Ergonomie, Ernährung, Mentale

Gesundheit, Kurzpausen, Vorsorgeuntersuchungen sowie Kommunikation und Wertschätzung

behandelt. Die vollständige Broschüre ist dem Anhang beigelegt.

4.11 Evaluierungsform

Um eine laufende Prozessevaluation sicherzustellen, entschied sich das Unternehmen für eine

kombinierte Evaluation (Selbstevaluation und externe Evaluation). Eine individuelle

Abstimmung und Nutzung der eigenen Ressourcen, sowie aber auch eine externe

Erfolgskontrolle wurde dadurch ermöglicht. Die externe Evaluation wurde von einem

Unternehmen mit viel Erfahrung auf diesem Gebiet durchgeführt.

Für die Selbstevaluation wurde fachliche Unterstützung von der Firma Work-Life-Balance

angenommen. Diese betraf vor allem die projektbegleitende Prozessevaluation.

4.12 Fragestellungen und Methoden der Evaluation, Eignung

Die Evaluation erfolgte sowohl per Selbstevaluation als auch mit Fremdevaluation.

Im Rahmen der Selbstevaluation wurden die Maßnahmen, die Beteiligung, die Durchführung

und die Ergebnisse von Einzelmaßnahmen erhoben. Da gesundheitsrelevante Themen wie

Bewegung, Ernährung, Mentale Gesundheit, Informationsmanagement und Abhängigkeiten

nicht Teil der vorab durchgeführten MitarbeiterInnenbefragung waren, wurde der aktuelle

Umsetzungsstand sowie notwendige Maßnahmen für diese Bereiche in einem separaten

Evaluierungszirkel zu Beginn des Projektes erarbeitet. Jährlich erfolgte dann auch hier eine

Evaluierung mit denselben TeilnehmerInnen, um die Entwicklungen und spürbaren

Veränderungen aufgrund der gesetzten Maßnahmen festzuhalten und noch nötige Schritte zu

definieren.

In den Steuerungsgruppensitzungen wurden auch laufend die Finanzsituation und die

Einhaltung der finanziellen Vorgaben evaluiert. Die Umsetzung der geplanten Maßnahmen aus

den Gesundheitszirkeln und Fokusgruppen wurde ebenfalls laufend evaluiert und die

Veränderungen, Entwicklungen und Ergebnisse im Maßnahmenplan festgehalten.

Die Fremdevaluierung wurde im Rahmen der Abschlussbefragung durchgeführt. Der

Fragebogen hatte einen eigenen Abschnitt, in dem die Projektmaßnahmen abgefragt wurden.

Die Messung von Veränderungen führt durch die Verwendung von unterschiedlichen

Befragungsmethoden zu Problemen. Unterschiedliche Fragen und unterschiedliche

Messmethoden machen einen Vergleich der Ergebnisse zur Befragung vor Projektbeginn und

den Ergebnissen der Abschlussbefragung nicht möglich. Die Abschlussbefragung mit dem ABI

plus macht jedoch einen Vergleich des Arbeitsbewältigungsindex mit anderen Unternehmen

und Gesundheitseinrichtungen möglich.

Die Evaluierung der Ergebnisse und Maßnahmen aus den Gesundheitszirkeln und Fokusgruppen

war angemessen und hilfreich zur Steuerung und Umsetzung des Projekts. Durch die

begleitende Evaluierung war es möglich, den Umsetzungsgrad der jeweiligen Maßnahmen

festzustellen, um die Zielerreichung bis zum Projektende einschätzen zu können.

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Endbericht Projekt Nr. 1971

Aufgrund der Evaluationsverpflichtung wurde der Fokus verstärkt auf dringliche Maßnahmen

gesetzt und dabei auf eine planmäßige Umsetzung geachtet. Die Evaluationsverpflichtung war

sehr hilfreich, um wesentliche Maßnahmen im Auge zu behalten und die Umsetzung verstärkt

voranzutreiben.

5 Lernerfahrungen/Empfehlungen

5.1 Erfolgsfaktoren und Hürden

In Teilgebieten erschwerte das fehlende Durchsetzungsvermögen und die fehlende

Durchsetzungsbefugnis (Hierarchieebenen im Gesundheitswesen) des Projektteams die

Umsetzung von Projektmaßnahmen. Die Bearbeitung von Maßnahmen war besonders

schwierig, wenn die Entscheidungsbefugnis außerhalb des Kompetenzbereichs der

Projektteammitglieder lag.

Die umfassenden Baumaßnahmen im Krankenhaus stellten eine Hürde im Projekt dar. Die

ohnehin schon begrenzten Zeitressourcen der MA wurden zusätzlich eingeschränkt und

verzögerten eine schnelle und unmittelbare Umsetzung einzelner Projektaktivitäten.

Zahlreiche parallel laufende Projekte, führten zwar zu einer zusätzlichen Belastung der MA, da

hierfür viele weitere Zeit- und Personalressourcen nötig waren, andererseits boten die

unterschiedlichen Projekte eine Plattform zur Bearbeitung von Maßnahmen und zur

Informationsweitergabe. Das Thema Gesundheit wurde dadurch auch Bestandteil in anderen

Projekten, wodurch das Miteinander verbessert werden konnte und ein reger Erfahrungstausch

erfolgte. Die Projektteammitglieder brachten mit großem Engagement die BGF-Anliegen in die

parallel laufenden Projekte und in alle Besprechungsgremien ein, was den Projekterfolg

zusätzlich positiv beeinflusste.

5.2 Transferierbarkeit

Es gibt umfassende Projekte in diesem Bereich, eine Transferierbarkeit ist durchaus gegeben.

Die Form der Projektbearbeitung und der vorgegebene Projektablauf bieten sich für die

Umsetzung von BGF Projekten in anderen Unternehmen, speziell aber im Setting Krankenhaus,

an. Besonders für das Setting Krankenhaus ist aus der Literatur bekannt, dass es gerade hier

Sinn macht, Projekte zur Betrieblichen Gesundheitsförderung durchzuführen.

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Endbericht Projekt Nr. 1971

5.3 Nachhaltige Veränderungen

Die Einzelberatungen für MA wurden im Unternehmen gut implementiert. Die zahlreichen

positiven Rückmeldungen im Rahmen des Projektes gaben den Anlass, das Angebot für

Einzelberatungen durch DiätologInnen, PhysiotherapeutInnen, Diabetesfachkräfte, Klinische

PsychologInnen und Psychiater zu manifestieren. Somit stehen den MA ExpertInnen in den

jeweiligen Fachbereichen jederzeit für offene Fragen und Gespräche zur Verfügung. Das

Angebot an innerbetrieblichen Fortbildungen für das kommende Jahr wird mit Jänner 2014

erstellt. Grundsätzlich wird darauf geachtet, dass sowohl Vorträge als auch Workshops zur

Förderung der MitarbeiterInnengesundheit angeboten werden. Auf die Weiterbearbeitung der

Ergebnisse aus der Erhebung psychischer Fehlbelastungen, welche es laut gesetzlichem

Auftrag zu erfüllen gilt, wird größte Priorität gelegt. Das Betriebliche Gesundheitsmanagement

wird durch die Erarbeitung von Maßnahmen zu den Ergebnissen aus der Erhebung psychischer

Fehlbelastungen weiter betrieben. Für die Umsetzung der Maßnahmen aus der Erhebung der

psychischen Belastungen sind unter anderem Mitglieder aus dem Projektteam (Projektleitung,

Physiotherapie, Psychologie, Diätologie) mitverantwortlich. Dadurch können die durch das

Projekt erworben Erfahrungen und das Gesundheitswissen eingesetzt werden. Das Projektteam

steht den MA auch weiterhin als Expertenteam für alle Fragen zum Thema zur Verfügung. Eine

Mitarbeiterin der Physiotherapie absolviert den Zertifizierungskurs für Kinästhetics in der

Pflege und wird weiterführend als Trainerin im Haus tätig sein.

5.4 Lernerfahrungen und Empfehlungen

Projektteammitglieder:

Im Rahmen des Projektes zeigte sich, was alles möglich ist, wenn Führungskräfte von einem

Thema überzeugt sind. Daher gilt es, zu Beginn besonders dort anzusetzen, um den

entsprechenden Rückhalt während des Projekts zu haben. Hier hatte das betriebliche

Aufgabengebiet der Projektleitung (Controlling) einen sehr positiven Einfluss auf das Projekt.

Einerseits wurde die Projektleitung von den MA als Integrationsperson gesehen, andererseits

hat sie durch die Position im Unternehmen intensiven Kontakt zu Führungskräften und

Entscheidungsträgern, was einen Vorteil für die Projektdurchführung und

Maßnahmenumsetzung darstellte. Zusätzlich konnte das Projektteam vom Wissen der

Projektleitung profitieren, da diese auch in anderen Projekten/Kommissionen zu den Themen

Organisationsentwicklung, Qualitätsmanagement und Risikomanagement integriert war.

Dadurch konnte auch verhindert werden, dass Themen mit denselben Inhalten in

unterschiedlichen Projekten mehrfach bearbeitet wurden.

Durch die aktive Teilnahme des Betriebsrats im Projektteam konnten zusätzliche Kompetenzen

und Akzeptanzen erreicht werden. Durch das Mitwirken eines Abteilungsvorstandes/Primarius

im Projektteam konnte der Zugang zum ärztlichen Bereich gestärkt werden.

Für zukünftige Projekte wird daher empfohlen, bei der Projektzusammensetzung darauf zu

achten, dass auch MitarbeiterInnen mit Führungsaufgaben und potenzielle

Entscheidungsträger im Projektteam sind, um so die entsprechende Maßnahmenumsetzung zu

vereinfachen.

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Endbericht Projekt Nr. 1971

Umfeldanalyse:

Es ist empfehlenswert, sich zu Beginn des Projekts verstärkt mit einer Umfeldanalyse

auseinanderzusetzen, um besser mit zusätzlichen Ressourcenbelastungen durch etwaige

Zusatzprojekte und Veränderungen, die im Laufe des Projekts auftreten können, umgehen zu

können. Es wird dadurch leichter, den MA das Gefühl zu geben, dass sie durch das

Gesundheitsprojekt positiv in ihrer Gesundheitsentwicklung unterstützt werden. Das Projekt

sollte keine zusätzliche Belastung darstellen. Eine genaue Abschätzung des Projektumfeldes ist

auf diesen langen Zeitraum schwierig, da oft kurzfristige Ereignisse auftreten, die

mitberücksichtigt werden müssen.

Projektdurchführung

Um eine zeitgerechte Zielerreichung zu gewährleisten und eine Überforderung der MA zu

vermeiden, war es für das Projektteam wichtig, die vorhandenen Ressourcen effizient zu

nutzen. Außerdem trugen die konsequente Planung und die gute Vorbereitung wesentlich zum

positiven Erfolg des Projektes bei.

Zukünftig sollte mehr Eigenwerbung betrieben werden, da MA vor allem durch „Word of Mouth“

zu neuen Aktivitäten animiert werden können. Die MA brauchen oft ein wenig „Anlaufzeit“, bis

Angebote tatsächlich in Anspruch genommen werden. Durch positive Erzählungen von MA, die

bereits an Aktivitäten teilgenommen haben, wird aber schnell das Interesse geweckt und

dadurch die Beteiligung gesteigert. Positive Dinge sollten nicht nur einfach mit Zufriedenheit

hingenommen werden, sondern auch ausreichend kommuniziert werden, damit andere davon

profitieren können. Dazu wäre der Aufbau eines Netzwerks hilfreich gewesen.

Arbeitsmedizin

Es ist zu empfehlen, den arbeitsmedizinischen Bereich zukünftig vermehrt zu integrieren, da

dieser Bereich eine wichtige Schnittstelle zu den MA ist. Die arbeitsmedizinische Betreuung der

MA ist auch ein Teil des Projekterfolgs und soll daher künftig intensiver integriert werden.

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6 Anhang



Gesundheitsbroschüre „Gemeinsam Gesünder“

Broschüre GEMEINSAM GESÜNDER - Übungen am Arbeitsplatz und zu Hause

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