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5. Jahrgang | Dezember 2013

Schüler

DIE SCHÜLERZEITUNG

der Gießener Allgemeinen Zeitung/Alsfelder Allgemeinen Zeitung

Einmaliges Erlebnis

Abenteuer USA

Nervenkitzel

Ein Wochenende an der

MotoGP-Rennstrecke im

italienischen Misano

SEITE 26

Bling-Bling

Wenn Amerika Weihnachten

feiert, fällt die Beleuchtung

eine Nummer größer

aus SEITE 36

Rätsel + Comic + Web-Tipps + Kinotipps + Weihnachtsmärkte + Veranstaltungen + Musik


Schüler AZ | DIE SCHÜLERZEITUNG der Gießener Allgemeinen Zeitung/Alsfelder Allgemeinen Zeitung

Aus dem Inhalt

Abenteuer USA ....................... 6

American Way of Life . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8

Amokangst und Sporteuphorie .......... 10

Shoppen auf amerikanisch ............ 12

Halloween-Heimat ................... 14

Veranstaltungen ..................... 16

Kinotipps ........................... 17

Gemeinschaftsereignis Football ........ 18

Anno dazumal ....................... 20

Government Shutdown ................ 22

CD-Rezensionen ..................... 24

MotoGP in Misano .................... 28

Der Lesewinter ...................... 30

Weihnachtsmärkte in der Region ........ 31

Rätsel .............................. 3

Comic ............................. 34

Lichtermeer ......................... 36

Der etwas andere Urlaub .............. 38

Mach mit!

Werde Journalist bei der SchülerAZ!

Hast du Lust am Recherchieren, Interviewen und Schreiben?

Du möchtest gerne journalistische Erfahrung sammeln und dich ausprobieren?

Dann melde dich! Deine Themen darfst du selbst bestimmen,

wenn du Hilfe brauchst, unterstützen wir dich gerne.

1. Die Texte dürfen eine Länge von 6000

Zeichen (Buchstaben, Satzzeichen,

Leerzeichen) nicht überschreiten, das

entspricht rund 150 Druckzeilen à 40

Zeichen.

2. Die Texte müssen per Mail in einem

gängigen Dateiformat (möglichst Word)

an die Redaktion übermittelt

werden.

Schüler

DIE SCHÜLERZEITUNG

der Gießener Allgemeinen Zeitung/Alsfelder Allgemeinen Zeitung

3. Die Beiträge müssen selbst recherchiert

werden. Textstellen, die aus dem Internet

oder aus anderen Quellen übernommen

werden, müssen gekennzeichnet werden.

Quellenangabe ist für jeden Artikel

Pflicht! Wir weisen darauf hin, dass das

Einreichen von abgeschriebenen Texten

einen strafbaren Urheberrechtsverstoß

darstellt.

4. Fotos können mitgeliefert werden. Auf

hohe Auflösung, mindestens 300 dpi,

achten. Auch

hier ein gängiges Dateiformat benutzen

(möglichst jpeg, im RGB-Modus).

5. Texte und Fotos für die jeweils nächste

Ausgabe müssen spätestens zwei

Wochen vor dem Erscheinungstermin

bei der Redaktion abgeliefert werden.

6. Kontakt: Texte und Fotos bitte an folgende

E-Mail-Adresse schicken:

redaktion@SchuelerAZ.de

Ansprechpartnerin:

Katrin Nahrgang

Telefon 06 41/30 03-4 19

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Schüler AZ | DIE SCHÜLERZEITUNG der Gießener Allgemeinen Zeitung/Alsfelder Allgemeinen Zeitung

Themen

Lebensgefühl

Sind Amerikaner wirklich überheblich

und essen nur Burger? Welche

Erfahrungen haben die Schüler beim

Besuch gemacht? SEITE 8

Harter Sport

Die Regeln des American Football

sind für Laien erst einmal schwer

verständlich. Doch die Begeisterung

der Fans reißt mit. SEITE 18

Frachter

Friede Nissen beliefert die Nordseehalligen

bei fast jedem Wetter –

entweder mit der »Störtebekker« oder

per Lore. SEITE 38

Editorial

Einmal in das Land der unbegrenzten

Möglichkeiten reisen – wer träumt nicht

davon? Für 30 Schüler des Landgraf-

Ludwigs-Gymnasiums ging dieser Traum

in Erfüllung. Vier ganze Wochen haben sie

in den Vereinigten Staaten von Amerika

verbracht. Dabei haben sie nicht nur die

typischen Touristenziele abgeklappert –

was wegen des Government Shutdowns

nicht so einfach war –, sondern haben

vor allem das Leben der Amerikaner

kennengelernt. Zwei Wochen haben sie

in Wisconsin in amerikanischen Familien

gelebt, haben deren Gewohnheiten und

Hobbys kennengelernt, haben mit ihren

Austauschschülern die Schule besucht

und viele Eindrücke mit nach Hause

gebracht. Davon berichten sie euch in

dieser SchülerAZ. Darunter ist vieles, was

man als typisch amerikanisch bezeichnet:

ein Footballspiel, Halloween, die Sporteuphorie

an der Highschool und natürlich

Besuche in riesigen Einkaufszentren.

Amerika steht aber auch für üppige

Weihnachtsdekoration. Und da es mit

großen Schritten auf das Fest zugeht,

soll es auch in diesem Heft nicht zu kurz

kommen. Wir geben euch beispielsweise

Tipps, falls ihr Bücher verschenken oder

euch selbst schenken möchtet. Außerdem

erfahrt ihr, wann und wo in eurer Gegend

Weihnachtsmärkte stattfinden.

Weniger besinnlich geht es auf der

Rennstrecke zu. Dort war unsere Autorin

Viktoria Chiara. Sie hatte VIP-Tickets für

den MotoGP in Misano in Italien. Das

Gänsehautgefühl, das ihr die dröhnenden

Motoren und die atemberaubende

Geschwindigkeit dort verpasst haben, ist

lange nicht vergangen.

Dazu haben wir natürlich wieder Rätsel,

Comics, Musik- und Veranstaltungstipps

für euch in dieses Heft gepackt. Wir

wünschen euch ganz im Sinne dieser

Ausgabe: Schöne Weihnachten und Merry

Christmas!

Euer Redaktionsteam

Impressum

Herausgeber:

Mittelhessische Druck- und

Verlagshaus GmbH & Co. KG

Verantwortlich im Sinne des Presserechts:

Dr. Max Rempel, Gießener Allgemeine Zeitung,

Marburger Straße 20, 35390 Gießen

Redaktion: Burkhard Bräuning, Katrin Nahrgang

E-Mail: redaktion@SchuelerAZ.de

Druck und Verlag: Mittelhessische Druck- und

Verlagshaus GmbH & Co. KG, Marburger Straße 20,

35390 Gießen (zugleich auch ladungsfähige Anschrift

für alle im Impressum genannten Verantwortlichen), Sitz:

Gießen, Amtsgericht Gießen HRA 4409; PhG: Mittelhessische

Druck- und Verlagshaus Verwaltungsgesellschaft

mbH, Sitz: Gießen, Amtsgericht Gießen HRB 8053,

Geschäftsführer: Dr. Jan Eric Rempel (Gießen), Dr. Max

Rempel (Gießen); Alleiniger Kommanditist: Mittelhessische

Druck- und Verlagsgesellschaft mbH, Sitz: Gießen,

Amtsgericht Gießen HRB 43, Geschäftsführer:

Dr. Jan Eric Rempel (Gießen), Dr.Max Rempel (Gießen).

Erscheinungsweise:

»Schüler AZ« erscheint alle zwei Monate und wird an

Schulen der Stadt und des Landkreises Gießen sowie im

westlichen Vogelsbergkreis ausgelegt.

Auflage: 10 000 Exemplare

Anzeigenleitung: Jens Trabusch

Anzeigenverkaufsleitung:

Ulrich Brandt, Tel. 06 41/30 03-2 24,

E-Mail: anzeigenverkauf@giessener-allgemeine.de,

Anschrift siehe oben

Gültig ist der Anzeigentarif Nr. 3 vom 1. Januar 2013

Schüler AZ – Die Schülerzeitung der Gießener

Allgemeinen Zeitung/Alsfelder Allgemeinen Zeitung

Titelbild: dpa

© Schüler AZ, Gießen

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Schüler AZ | DIE SCHÜLERZEITUNG der Gießener Allgemeinen Zeitung/Alsfelder Allgemeinen Zeitung

Foto: pv

Begleitet wurden die Schüler nach Beaver Dam von den Lehrern Juliane Müller (links unten) und Frank Bäcker (rechts unten).

Gießen meets Beaver Dam

»No more Schnitzel!«

»Die essen hier den ganzen Tag!«, stöhnte der amerikanische Schüler aus Beaver

Dam im Sommer auf die Frage nach kulturellen Differenzen zwischen Deutschland

und Amerika. »Außerdem gehen die Klotüren nach innen auf, und wenn man das

nicht weiß, denkt man, dass abgeschlossen ist, und wartet stundenlang umsonst.«

Von derlei kleineren Kulturschocks abgesehen,

genossen 21 Schüler aus Beaver

Dam/Wisconsin im Sommer ihren Aufenthalt

in den deutschen Gastfamilien sehr.

Schon im Oktober folgte der Gegenbesuch:

26 Schüler des Landgraf-Ludwigs-

Gymnasiums flogen für vier Wochen nach

Amerika.

Ein interkultureller Austausch, wie er

schöner kaum sein könnte. Denn neben

dem Spracherwerb fördert

besonders das

»Der Schüleraustausch ist in

beide Richtungen fest verankert«

gegenseitige Kennenlernen und das

Entdecken von Besonderheiten das

Interesse an der anderen Kultur. Hunde in

einem Restaurant? Undenkbar in Amerika.

Frühstücksbrote in der Schule, Snacks,

Mittagessen, Kaffeetrinken und dann auch

noch Abendessen mit jeweils weniger

als zwei Stunden Pause zwischen den

Mahlzeiten? Eine Herausforderung für die

Amerikaner in Deutschland, der nicht alle

gewachsen sind. Mit 15 schon hinters

Steuer?, wundern sich die deutschen

Schüler. Aber wenn man sieht, wie entspannt

in Amerika gefahren

wird und wieviel Platz da auf den Straßen

ist, kann man’s auch verstehen. Ebenso

wie manche Panikattacke der Amerikaner,

die sich bei jeder Fahrt auf hiesigen

Autobahnen dem Tode nahe fühlten. So

nehmen sowohl die deutschen als auch

die amerikanischen Schüler viel durch den

Austausch mit. Flickerball, Fußball und

Football, landestypische Speisen, Musik

und natürlich die Sprache. Denn obwohl

hier eigentlich deutsch gesprochen

werden sollte, schalten viele deutsche

Familien für ihre Gäste auf amerikanisch

um. Dafür findet man in Wisconsin mehr

Deutschsprechende, als die Gieße-

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Schüler AZ | DIE SCHÜLERZEITUNG der Gießener Allgemeinen Zeitung/Alsfelder Allgemeinen Zeitung

ner Schüler gedacht hätten, denn die

deutschen Wurzeln werden auch nach

Generationen noch von den einstigen

Auswandererfamilien gepflegt.

Der Schüleraustausch zwischen dem

Landgraf-Ludwigs-Gymnasium und der

Beaver Dam High School läuft seit stolzen

34 Jahren und zählt somit zu den ältesten

USA-Austauschen in Deutschland.

Seit sechs Jahren steht der Austausch,

der 1986 als Schulpartnerschaft in das

German-American-Partnership-Program

(GAPP) aufgenommen wurde, unter der

Leitung von Frank Bäcker. Alle zwei Jahre

fährt er mit einer Gruppe von rund 30

Schülerinnen und Schülern der 10. und

11. Klassen nach Amerika. Außerdem

betreut Frank Bäcker diejenigen Schüler,

die an dem sechs Monate dauernden

Semesteraustausch mit der Partnerschule

in Beaver Dam teilnehmen.

Auf die Frage nach ihren Erfahrungen

schwärmt Schülerin Laura Althaus: »Es

ist so toll, mal allein auf einem anderen

Kontinent zu sein. Außerdem lernt man

eine ganz andere, sehr interessante,

Kultur kennen, trifft viele nette Leute und

verbessert sein Englisch.« Nicht selten

werden die gegenseitigen Besuche über

den Atlantik auch Jahre nach Ende der

Schulzeit noch fortgesetzt – und auch

eine deutsch-amerikanische Hochzeit

hat es jetzt gegeben. Über ihre USA-

Erfahrungen schreiben die Schüler des

Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums auf den

folgenden Seiten.

Maren Bonacker

Tolle Chancen für Bildung

und interkulturelles Verständnis

Beitrag von Hartmut Holzapfel (Staatsminister a. D.), Stellvertretender Vorsitzender des Freundschaftvereins Hessen-Wisconsin

Fast alle Bundesländer haben regionale

Partnerschaften in Europa, aber nur wenige

mit einem US-Bundesstaat. Zu diesen

wenigen gehört Hessen, das zudem mit

Wisconsin sogar die älteste transatlantische

Länderpartnerschaft unterhält – seit

1976, und, was noch wichtiger ist: sie ist

auch nun schon seit 36 Jahren bis heute

lebendig und aktiv.

Wisconsin liegt im Mittleren Westen,

westlich vom Michigan-See, und war für

deutsche Auswanderer im 19. Jahrhundert

ein bevorzugtes Ziel: Viele hofften,

hier der Armut in der Heimat entfliehen zu

können, viele aber auch kamen nach der

gescheiterten demokratischen Revolution

in Deutschland nach 1848 als politische

Flüchtlinge.

Im Austausch mit Wisconsin spielen

Schulen und Hochschulen eine besondere

Rolle. Vielleicht liegt darin der Grund der

großen Kontinuität. 36 hessische allgemeinbildende

Schulen unterhalten feste

Partnerschaften zu einer Schule in Wisconsin;

der Schüleraustausch ist in beide

Richtungen fest verankert. Ähnlich gut ist

die Kooperation im Hochschulbereich, wo

ebenfalls regelmäßig in einem Austauschprogramm

Studierende zu einem Aufenthalt

in den anderen Staat fahren. Ein ganz

besonderer Akzent ist die Kooperation mit

den Technical Colleges im berufsbildenden

Bereich, an der in Hessen 18 berufliche

Schulen teilnehmen.

Seit fünf Jahren besteht auch im kulturellen

Bereich ein fester Austausch: Für

einen bis zwei Monate kann ein amerikanischer

Autor ein Stipendium in Hessen

erhalten, und ebenso ein hessischer Autor

ein Stipendium in Wisconsin. Diese besonderen

Schwerpunkte ergänzen die Zusammenarbeit

im wirtschaftlichen Bereich

und die Kooperationen zwischen hessischen

Landkreisen und amerikanischen

Counties, hinzu kommen Städtepartnerschaften.

Für alle diese Kooperationen

gilt: Sie stehen nicht nur auf dem Papier.

Das Verhältnis zu den USA ist heute sicherlich

komplizierter geworden, als es zu

den Zeiten schien, als die Partnerschaft

begründet wurde. Aber gerade deswegen

sind die Kontakte heute wichtiger denn

je: Sie vermitteln uns die amerikanische

Sicht, aber sie ermöglichen auch, unsere

Fragen und Einwände einzubringen. Zur

Unterstützung dieses Dialogs wurde 2000

ein Freundschaftsverein Hessen-Wisconsin

gegründet, der durch seine Aktivitäten

dazu beiträgt, dass dieser Austausch

lebendig bleibt und die Partnerschaft sich

nicht nur im Besuch von Delegationen

erschöpft.

Austausch

am LLG

Austausche gehören zu einem modernen

und lebendigen Sprachunterricht.

In der persönlichen Begegnung im

fremden Land ebenso wie in der Rolle

als Gastgeber, der das eigene Land

vorstellt, werden Sprache und Landeskunde

gleichermaßen persönlich

erlebt und vermittelt.

Schülerinnen und Schüler, ihre Familien

und die Lehrerinnen und Lehrer

sind Gastgeber für die Austauschpartner

und umgekehrt. Nicht selten wurden

hier Freundschaften fürs Leben

geschlossen.

Das Landgraf-Ludwigs-Gymnasium

bietet im Moment Schüleraustauschprogramme

mit den USA (Beaver

Dam, Beaver Dam High School; Oberstufe),

England (Reading; Mittelstufe),

Frankreich (Avignon; Mittelstufe),

Italien (Sezze; Mittelstufe), Spanien

(Sevilla, Málaga; Mittelstufe), Schweden

(Växjö; Oberstufe) und Lettland

(Riga; 10/11).

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Schüler AZ | DIE SCHÜLERZEITUNG der Gießener Allgemeinen Zeitung/Alsfelder Allgemeinen Zeitung

Vier Wochen in Wisconsin

Foto: dpa

Im Oktober 2013 waren 30 Schüler im

Alter von 15 bis 17 Jahren vom Landgraf-

Ludwigs-Gymnasium in den USA und

haben im Rahmen des fast einmonatigen

Schüleraustauschs viele neue Entdeckungen

gemacht und Eindrücke gesammelt.

Die ersten Tage verbrachte die Gruppe in

der Hauptstadt Washington D.C., wo sie

auch den Government Shutdown hautnah

miterleben musste. Nicht nur die Amerikaner

waren von der Situation betroffen

– auch unser Tagesprogramm musste vollkommen

umgestellt werden, da Museen

und Parks geschlossen blieben.

Nach vier Tagen Washington bestiegen

wir erneut ein Flugzeug, das uns nach

Chicago brachte. Drei Stunden Busfahrt

mit einer vierstündigen Pause in einer Mall

führten uns nach Beaver Dam in Wisconsin.

Dieser zweiwöchige Halt bildete den

Höhepunkt des ganzen Austausches. Wir

lernten hier unsere Austauschpartner kennen

bzw. es gab ein großes Wiedersehen

mit denjenigen, die vor den Sommerferien

schon in Deutschland gewesen waren.

Schulbesuch und einzelne Halbtagesausflüge

standen jetzt auf dem Plan.

Wie sehr wir als Gruppe, aber auch die

amerikanischen Gastfamilien, diese Zeit

genossen haben, konnte man deutlich

beim Abschied erkennen, wo reichlich

viele Tränen vergossen wurden. Nach

drei Tagen Chicago kehrten wir mit neuen

Freunden – teils aus Amerika, teils aus der

deutschen Schülergruppe – und mit vielen

Erinnerungen zurück nach Deutschland.

Hier hatten wir noch vier Tage Herbstferien,

um uns von der Reise zu erholen,

dann ging es (noch immer mit Jetlag!)

wieder zurück in den Schulalltag und ran

an die Klausuren.

Huyen Le Than

Landgraf-Ludwigs-Gymnasium

Kilometerweit querfeldein

Crosscountry bedeutet soviel wie Querfeldeinlauf.

Hier laufen Mädchen vier

Kilometer und Jungs fünf Kilometer durch

Felder oder auch durch den Wald. Eines

der großen Events für mich und meine

Austauschpartnerin war der »Conference

Run«, der dieses Jahr in Beaver Dam auf

einem Golfplatz stattgefunden hat. Hier

entschied sich, ob das Beaver-Dam-Team

in die nächsthöhere Klasse aufsteigen

würde, die »State Championships«. Auf

diesen Lauf haben alle Mitglieder des

Beaver-Dam-Crosscountry-Teams lange

hingearbeitet.

Das Training bestand aus aus vier Teilen:

Es fing an mit dem Krafttraining. Hierfür

gingen alle in den Kraftraum der Highschool

und hoben Gewichte. Danach

liefen alle in ihren jeweiligen Gruppen los.

Jeder teilte sich seiner Gruppe selbst zu

und suchte sich Partner, die ein ähnliches

Tempo hatten. Dadurch war das Training

für alle aus der Mannschaft effektiv. Der

Trainer stellte einen Plan für jeden Tag der

Woche auf, wo er hauptsächlich vermerkte,

wie lange jeder Einzelne laufen sollte.

Wenn man als Anfänger mit dem Training

beginnt, fängt man zum Beispiel mit zehn

Minuten am ersten Tag an und steigert die

Zeit täglich um fünf Minuten. Als Letztes

dehnten wir uns und damit war das Training

nach zwei Stunden abgeschlossen.

So sah das Training für uns jeden Tag aus!

Außerdem fand mindestens einmal in zwei

Wochen ein Wettkampf statt. Die Schule

stellte jedes Mal einen typischen gelben

Schulbus zur Verfügung, damit alle aus

dem Team zusammen zu den Wettkämpfen

fuhren – zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls.

Der »Conference Run« war einer dieser

Wettkämpfe, bei denen ich dabei sein

durfte. Es war eines der schönsten Erlebnisse,

das ich mit meiner amerikanischen

Familie erlebt habe. Meine Austauschpartnerin

und ihre kleine Schwester haben

bei diesem Lauf jeweils eine neue Bestzeit

erreicht und die kleine Schwester hat

sogar den ersten Platz belegt.

Ich bin sehr stolz auf meine neu gewonnene

amerikanische Familie und werde den

Aufenthalt in Amerika, dank ihnen, meinen

zahlreichen Erlebnissen und letztlich auch

dank des Crosscountrys niemals vergessen.

Hannah Brieskorn

Landgraf-Ludwigs-Gymnasium

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»Beruf macht immer noch Spaß«

Kreishandwerkerschaft informiert in der Work Lounge zu über 150 Ausbildungsberufen

Wenn Carina von ihrem Praktikum

erzählt, merkt man ihr

den Spaß an, den sie dabei

hat. Für die 16-Jährige ist

klar, dass Friseurin der Beruf

ist, in dem sie gerne eine

Ausbildung machen möchte.

Am echten Kopf hat sie zwar

noch nicht geschnitten, aber

Haare waschen und Puppenköpfe

frisieren gehen ihr

schon gut von der Hand.

Heute will sie andere Jugendliche

für den Beruf begeistern.

In der Work Lounge

der Kreishandwerkerschaft

berichten sie und Friseurmeisterin

Evelyn Scheld

aus Reiskirchen, was den

Beruf ausmacht. »Am Anfang

haben mir abends die

Füße, der Rücken und die

Finger wehgetan«, berichtet

Carina. Doch irgendwann

sei das vorbei gegangen.

Und Scheld, die sich vor 47

Jahren für die Ausbildung

entschied, sagt: »Der Beruf

macht mir immer noch viel

Spaß.«

Auf der Suche nach dem

Traumjob gibt es für Jugendliche

verschiedene

Möglichkeiten sich zu informieren,

über die Agentur

für Arbeit oder Praktika

beispielsweise. Für den,

der seine Zukunft in einem

handwerklichen Beruf sieht,

bietet sich ein Besuch in der

Work Lounge der Kreishandwerkerschaft

(Goethestraße

10, Gießen; www.facebook.

com/khgiessen) an. Hier

wird in regelmäßigen Abständen

über die mehr als

150 Ausbildungsberufe im

Handwerk informiert. Neben

Profis aus der Branche kann

man dabei auch Auszubildende

oder Praktikanten mit

Fragen löchern.

So wie die 13 Jugendlichen

– überwiegend Mädchen

– das heute mit Carina machen

können. Welche Möglichkeiten

zur Weiterbildung

oder Spezialisierung gibt es?

Welchen Schulabschluss

braucht man? Was verdienen

Auszubildende? Hier

räumt Uwe Bock, stellvertretender

Geschäftsführer

der Kreishandwerkerschaft

ein: »Es gibt mit Sicherheit

Berufe, die besser bezahlt

– Anzeige –

werden. Aber die Freude an

der Arbeit lässt sich schließlich

nicht in Euro-Beträgen

messen.« Für die Friseurmeisterin

Scheld gibt es ganz

klare Pluspunkte: »Der Beruf

ist sehr kreativ und man hat

sehr viel Kontakt mit Menschen.

Außer dem Arzt ist

keiner so nah dran an den

Leuten wie der Friseur.«

Möglicherweise hat sie damit

heute ein paar der Jugendlichen

für ihren Beruf

begeistern können. Die anderen

werden sich vielleicht

beim nächsten Termin in der

Work Lounge über einen anderen

Ausbildungsberuf im

Handwerk informieren.

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Schüler AZ | DIE SCHÜLERZEITUNG der Gießener Allgemeinen Zeitung/Alsfelder Allgemeinen Zeitung

Foto: Jonas Jelinek

Alles Burger, oder was? Vorurteile gegenüber den Amerikanern gibt es viele. Aber stehen sie auch im Einklang mit der

Realität?

The American Way of Life

Wie beschreibt man am besten den amerikanischen Lebensstil? Es existieren ja viele

Vorurteile: In Amerika isst man nur Fast Food, Amerikaner sind oberflächlich... Als wir

für dreieinhalb Wochen in den USA waren, haben wir eine Menge neue Erfahrungen

gemacht und auch das eine oder andere Vorurteil und Kulturunterschiede erlebt – und

zwar nicht im schlechten Sinne!

Ein Vorurteil gegenüber Amerikanern

ist, dass überall amerikanische Flaggen

hängen würden und dass das eingebildet

wären. Das stimmt teilweise. Was uns direkt

aufgefallen ist, als wir aus dem Flughafen

in Washington kamen, war,

dass überall die

»Die Freundlichkeit und

die Offenheit sind unglaublich.«

amerikanische Flagge hing; an fast allen

Gebäuden. Jedoch heißt das noch lange

nicht, dass Amerikaner eingebildet sind.

Sie zeigen so, wie stolz sie auf ihr Land

sind. Als ich meiner Gastfamilie erzählt

habe, dass das in Deutschland nicht so

ist, waren sie ein bisschen geschockt und

haben extra für mich eine kleine amerikanische

Flagge gekauft.

Außerdem sind die Freundlichkeit und die

Offenheit dort unglaublich. Manche würden

Amerikaner vielleicht als oberflächlich

bezeichnen; wir haben ihre Art als sehr

angenehm und nett empfunden! Amerikaner

werfen grundsätzlich mit Komplimenten

und Einladungen (»See you later« etc.)

um sich. Das mag vielleicht nicht immer

ernst gemeint sein, aber das zeigt, dass

die freundliche und positive Grundein-

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Schüler AZ | DIE SCHÜLERZEITUNG der Gießener Allgemeinen Zeitung/Alsfelder Allgemeinen Zeitung

stellung vorhanden ist. Der Umgangston

mit (fremden) Leuten ist oft viel lockerer

als zum Beispiel in Deutschland. Dadurch

fühlt man sich nicht wie ein Ausländer

in einem fremden Land, sondern sofort

willkommen.

In Deutschland ist es oft – nicht immer

aber häufig – so, dass man in ein Geschäft

kommt, und von den Verkäufern

höchstens ein kühles »Hallo« zu hören

bekommt. Egal in welcher Stadt wir gerade

in den USA waren, die Leute in den

Geschäften waren grundsätzlich freundlicher

als hier. Wir wurden sofort gefragt,

woher wir kommen und wie es uns gefällt,

wie unser Tag bis jetzt war, wie lange wir

in Amerika sind, was wir dort machen

und, und, und.

Und nicht nur Verkäufer in Geschäften

war so offen, sondern genauso war es in

Restaurants. Man setzt sich nicht einfach

an einen beliebigen Tisch zum Essen,

sondern wartet darauf, dass einem ein

Tisch von

einem Kellner

zugewiesen

wird. Auch

»ganz normale« Menschen im Bus oder

auf der Straße waren sehr interessiert und

nett und haben uns oft angesprochen.

Was auch sehr interessant ist, ist Folgendes:

Wenn man in einem Supermarkt

einkauft, muss man seine Einkäufe nicht

selbst einpacken. Stattdessen werden sie

von einem Mitarbeiter in Tüten gepackt

und ins Auto getragen.

Der Alltag bei unseren Gastfamilien war

typisch amerikanisch locker und die Menschen

waren unglaublich nett, spontan

und sehr gastfreundlich! Meine Gastfamilie

hat alles dafür getan, dass ich Spaß

hatte und mich wohlgefühlt habe. Der

Aspekt Fast Food ist wahrscheinlich von

Familie zu Familie

unterschiedlich,

jedoch gab es in

normalen, also

amerikanischen Restaurants immer Fast

Food wie Burger, Pizza und Pommes.

Durch die vielen Food Chains (Restaurantketten)

gibt es überall im Prinzip die

gleichen Restaurants und viel Fast Food.

Amerikaner gehen im Durchschnitt öfter

weg zum Essen, da die Lebensmittel im

Vergleich zum Essen im Restaurant viel

teurer sind. Meine Gastfamilie wollte mir

natürlich alle ihre typisch amerikanischen

Lieblingsgerichte zeigen. Es gab also viel

Fast Food.

In Amerika ist

Thanksgiving,

wie man weiß,

ein groß gefeiertes

Fest, an dem es das berühmte

Thanksgiving Dinner gibt; Truthahn mit

Füllung und einigen Beilagen wie Kartoffelbrei,

Soße, Bohnen und Brot. Da wir

einige Wochen vor Thanksgiving in Beaver

Dam waren, haben meine Gasteltern ein

Festessen extra für mich zubereitet. Das

dauert lange und ist sehr aufwendig. Ich

finde, das spricht noch einmal sehr für die

»Auch die Menschen im Bus und auf

der Straße waren sehr interessiert.«

»In Deutschland folgen viele

Jugendliche dem Mainstream.«

Gastfreundschaft und die Nettigkeit der

Amerikaner. Was mir persönlich aufgefallen

ist, vor allem in der Highschool,

ist, dass die Stärken viel mehr gefördert

werden als die Schwächen. Dadurch hatte

ich das Gefühl, dass viele selbstbewusster

sind als hier. Man unterstützt sich

gegenseitig auch

mehr und ist grundsätzlich

ehrgeiziger,

weil man dadurch,

dass man alles (Sport, Musik etc.) in der

Schule macht, die Schulgemeinschaft

repräsentiert.

Etwas, was man vielleicht nicht direkt

Vorurteil nennen kann, aber was man über

Amerika und die Kultur oft sagt, ist, dass

jeder so ist, wie er sein will, und das akzeptiert

wird. Vor allem in der Beaver Dam

Highschool und in Chicago ist uns aufgefallen,

wie sehr Leute, vor allem Jugendliche,

in Deutschland dem Mainstream

folgen, anstatt einen komplett eigenen Stil

zu haben. Ob das in Amerika immer akzeptiert

wird, ist aber fraglich, denn auch

dort gibt es Mobbing und Lästereien, aber

ich glaube, dass man dort einfach ein

anderes Selbstbewusstsein hat.

Zu sagen, dass es keine großen kulturellen

Unterschiede zwischen Amerika und

Deutschland gibt, wäre gelogen. Man

sollte aber nicht versuchen, die beiden

Kulturen bzw. Länder wertend miteinander

zu vergleichen, denn besser oder schlechter

gibt es in dem Fall einfach nicht!

Alena Eckhold, Landgraf-Ludwigs-Gymnasium

Foto: dpa

Sehen die Amerikaner wirklich alles durch die blau-rot-weiße Brille? Autorin Alena hat andere Erfahrungen gemacht.

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Schüler AZ | DIE SCHÜLERZEITUNG der Gießener Allgemeinen Zeitung/Alsfelder Allgemeinen Zeitung

Foto: Alena Eckhold

Der typische gelbe Bus bringt die amerikanischen Schüler zu Highschool und auch wieder nach Hause.

Der Alltag an einer amerikanischen Highschool

Amokangst und Sporteuphorie

Schüler aus Deutschland kennen amerikanische Schulen überwiegend aus Filmen

und Fernsehserien. Aber stimmt der Eindruck, der da vermittelt wird? Katharina Ulreich

und Isabell Rothe verraten uns im Interview, wie es an einer amerikanischen

Highschool wirklich zugeht.

1.

Ihr seid zwei Wochen lang mit

euren Austauschpartnern in

Beaver Dam zur Highschool gegangen.

Stimmt das, was die Highschool-Filme

hier vermitteln?

Katha und Bella: Ja, das stimmt

schon. Die Schule

»Das Unterrichtsangebot an

der Highschool ist sehr vielfältig«

war ein einziges Labyrinth, ebenerdig und

alle Wände in den Gängen sind mit grünen

Schließfächern gesäumt. Es stimmt

auch, dass der Unterricht teilweise nicht

so anspruchsvoll ist wie in Deutschland,

aber deshalb werden die Hausaufgaben

nicht weniger. Zusätzlich zum Unterricht

nehmen viele Schüler an Schulangeboten

teil, wie zum Beispiel

Sportteams oder ähnlichen Chören wie

dem Glee-Club aus der Serie. Deshalb

kommen die Amerikaner auch nicht früher

von der Schule nach Hause als die Deutschen.

Der einzige große Unterschied

diesbezüglich ist der Heimweg: Der ist

in den USA um einiges leichter. Viele

Schüler sind mit dem Auto da und auch

diejenigen, die auf einen Bus angewiesen

sind, müssen nicht wie wir lange

10


Schüler AZ | DIE SCHÜLERZEITUNG der Gießener Allgemeinen Zeitung/Alsfelder Allgemeinen Zeitung

warten, denn der Oldschool-Bus wartet

schon vor der Tür.

Anders als hier gibt es in Amerika

2. keine unterschiedlichen Schulsysteme,

sondern nur die Highschool,

die von allen Jugendlichen gemeinsam

besucht wird. Das kann zu sehr unterschiedlichen

Interessenschwerpunkten

führen – welche Auswirkungen hat das

auf das Unterrichtsangebot?

Katha und Bella: Dadurch, dass die

Highschool alle Schüler umfasst und nicht

wie in Deutschland in drei Schulsysteme

gegliedert ist, ist das Unterrichtsangebot

sehr vielfältig. Es reicht vom Automechaniker

bis zum Fotokurs. Der Vorteil dabei

ist, dass sich die Schüler auf ihre Stärken

konzentrieren können. Trotzdem sind

einige Schulfächer wie Englisch und Mathematik

Pflicht. In diesen Kursen sind die

Teenager in A-, B- und C-Kurse eingeteilt.

Was für ein Verhältnis bestehen

3. zwischen Schülern und Lehrern?

Katha und Bella: Wir würden sagen,

dass das Schüler-Lehrer-Verhältnis

ähnlich ist wie hier. Manche Lehrer sind

distanzierter, andere eher kumpelhaft.

Allerdings kennen sich die meisten Lehrer

und Schüler beim Namen, auch wenn sie

nicht zusammen Unterricht haben.

Was für Regeln gibt es an amerikanischen

Schulen? Wie streng

4.

werden sie eingehalten?

Katha und Bella: Zuerst einmal können

wir sagen, dass die Regeln der Schule

von allen Schülern strikt eingehalten

werden müssen, da ein Verstoß sofort zu

Nachsitzen und dreimaliges Nachsitzen

zur Suspendierung führt. Da sind die Lehrer

sehr streng. Während der Unterrichtsstunden

dürfen die Schüler den Klassenraum

nur mit einem Pass verlassen. Das

soll dazu beitragen, die Schule besser vor

Amokläufen schützen zu können. Jetzt

könnte manch einer sagen, was bringt

es dann, wenn die Schüler trotzdem den

Klassenraum verlassen können? Nun ja,

Lehrer kontrollieren die Korridore und die

Schüler, die sie dort während der Unterrichtszeit

antreffen. Taschen und Jacken

sind während der Schulzeit nicht erlaubt

und müssen im Locker (= Schließfach,

das jeder einzelne Schüler hat) bleiben.

Das bedeutet, dass die Schüler während

der fünf Minuten »Passingperiode«, die

es nach jeder Unterrichtsstunde gibt, zu

ihren Schließfächern laufen müssen, um

ihre Materialien für die nächste Stunde zu

holen.

Welchen Stellenwert hat der

5. Schulsport, wenn ihr ihn mit dem

Sport an deutschen Schulen vergleicht?

Katha und Bella: Anders als in Deutschland

können die Schüler nur in Schulteams

Sport machen, denn außerschulische

Vereine existieren nicht. Deshalb

hat der Schulsport in Amerika einen

höheren Prestigeanteil als unserer. Das

kann man auch an den Anfeuerungssprüchen

an den Schließfächern der Sportler

sehen. Außerdem lässt sich der American

Schoolspirit mit nichts in Deutschland vergleichen.

So sind zum Beispiel bei einem

Football-Spiel alle

Schüler anwesend

und fiebern mit

ihrer Mannschaft

mit.

Was hat

6. euch an der

Schule am meisten

beeindruckt?

Katha und Bella:

Wie gut die Schule

ausgestattet ist! In

jedem Klassenraum

gibt es ein Smartboard

und einen

Computer. In der

Bibliothek stehen

mindestens sechs

Computer für die

Schüler zur Verfügung.

Die Naturwissenschaftsräume

sehen aus wie

ein hochmodernes

Universitätslabor.

Zudem sind alle

Fachräume dem

Fach entsprechend

ausgestatte. Die

Schule beherbergt

mindestens fünf

Chor-, vier Orchesterräume

und eine

große Theaterbühne.

Außerdem haben sie zwei Sporthallen,

ein Tennis- und zwei Football-Felder.

Wo würdet ihr lieber zur Schule

7. gehen, wenn ihr die Wahl hättet?

In Deutschland oder Amerika?

Katha und Bella: Das ist eine schwierige

Entscheidung, da es in Amerika ein größeres

Fächerangebot gibt. Dazu kann man

gezielt Fächer belegen, die einen interessieren.

Allerdings können die Schüler insgesamt

nur acht Fächer wählen, die sie dann

täglich besuchen – was schnell zu Tristheit

führt und auch nicht gerade die Allgemeinbildung

fördert. Deshalb würden wir uns

wohl für die deutsche Schule entscheiden,

da wir gerne im Unterricht gefordert werden

und die Möglichkeit schätzen, mehrere

Fächer belegen zu können, ohne unter dem

Druck zu stehen, uns für unsere weitere

Zukunft falsch entschieden zu haben.

Abikurse beim Service-Champion

für Nachhilfe – Jetzt anmelden!

Studienkreis Gießen,

Südanlage 15,

Telefon (06 41) 7 32 42.

Mo.–Sa. 8.00–20.00 Uhr

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Schüler AZ | DIE SCHÜLERZEITUNG der Gießener Allgemeinen Zeitung/Alsfelder Allgemeinen Zeitung

Foto: dpa

Shoppen auf amerikanisch

Als wir mit dem Austauschprogramm in Amerika waren, haben wir viele neue Geschäfte

und Marken kennengelernt. Während unserer Freizeit in Washington oder Chicago

sind wir natürlich in einige Geschäfte und in riesige Malls gegangen. Diese waren

sehr beeindruckend, da wir in Deutschland nicht so große Einkaufszentren haben.

Neben Marken wie Nike oder Adidas, die

wir in Deutschland ebenfalls erwerben

können, konnten wir viele Menschen, vor

allem in Beaver Dam, wo wir zweieinhalb

Wochen in Familen und auf der Highschool

verbracht haben, mit Pullovern

beispielsweise von American Eagle sehen.

In Läden dieser Marke haben manche von

uns den ein oder anderen Dollar gelassen.

Jedoch nicht so viel, wie man in Deutschland

hätte bezahlen müssen, sofern es

diese Marke geben würde. Zu Hollister

oder Abercrombie & Fitch hat es

fast alle von unserer

Truppe hingezogen, da man wirklich

einiges an Geld sparen konnte. Viele der

Mädchen sind in die Victoria’s-Secret-Läden

– die sich anscheinend auch nicht in

Deutschland finden lassen – gestürmt und

haben sich dort neue Sachen gekauft.

Nach diesen teilweise sehr lange dauernden

Shoppingtouren mussten wir natürlich

auch etwas essen. Es gab so viele

verschiedene Fast-Food-Restaurants,

dass man sich kaum entscheiden konnte,

wo man denn nun etwas essen sollte. In

Deutschland haben wir McDonald’s, Burger

King, KFC oder auch Subway. Doch in

Amerika gibt es einige, uns bis zu diesem

Ausflug unbekannte Ketten.

Wir waren relativ häufig bei Culver’s, das

eine große Auswahl an Burgern hatte, die

wirklich sehr schmackhaft waren. Auch

Five Guys bot uns eine große Auswahl an

verschiedenen Burgern an.

Im Allgemeinen bekommt man in Amerika

mehr für sein Geld, sei es Essen oder

Klamotten. Wenn man sich ein Getränk

bestellt, hat man fast überall die Möglichkeit,

sich dieses kostenlos nachfüllen

zu lassen. Dafür gab es sogar teilweise

Automaten, welche ungefähr sieben verschiedene

Getränke anboten und diese

nochmals in so vielen Geschmacksrichtungen.

Mag man es eher mexikanisch,

so war Taco Bell genau das Richtige. An

einem Tag sind wir in Beaver Dam

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spontan dort eingekehrt und haben uns

eine Zwölferpackung Tacos bestellt. Besonders

bei Taco Bell wird einem deutlich,

dass man wirklich sehr viel für sein Geld

bekommt.

Hat man jedoch keine Lust auf Fast Food,

kann man Apple Bee’s wärmstens empfehlen.

Dort gab es viele verschiedene

Gerichte, darunter Nudeln mit mehreren

Beilagen und Soßen sowie Steaks und

vieles mehr. Natürlich gab es auch dort

das kostenlose Nachfüllen der Getränke.

Hierfür musste man bei Apple Bee’s nicht

mal aufstehen. Nein, die Getränke wurden

von den Kellnern an den Platz gebracht.

Des Weiteren ist Cherry Berry sehr zu

empfehlen. Auch hier waren viele Jugendliche

häufiger anzutreffen. Es gab eine

riesige Auswahl an verschiedenen Frozen-

Yogurt-Sorten. Diese konnte man nach

Belieben in seinem Becher zusammen

mischen. Anschließend gab es die Möglichkeit,

noch Schokoladenstreusel oder

Ähnliches dazuzumischen. Natürlich hatte

man auch hier übermäßig viel Auswahl.

Hatte man sich nun den Frozen Yogurt

nach seinen Vorstellungen zusammengestellt,

wurde das ganze nach Gewicht

bezahlt. Das war ein tolles Erlebnis, da

uns ein derartiges Konzept eher fremd ist.

Der Ausflug nach Amerika hat es uns

ermöglicht, viele neue Geschäfte und

Restaurants kennen und lieben zu lernen.

Es war ein wunderbares Erlebnis, das

jeder von uns sehr gerne wiederholen

würde. Hoffentlich wird der Entschluss

gefasst, einige dieser Restaurants auch in

Deutschland einzuführen. Jonas Jelinek,

Landgraf-Ludwigs-Gymnasium

Die Mall of America – Ein Erlebnis

Die Mall of America ist das meistbesuchte Einkaufszentrum der Welt, mit etwa 12 000 Beschäftigten.

Sie liegt in Minnesota und ungefähr fünf Stunden von Beaver Dam, unserer

Heimat für zweieinhalb Wochen, entfernt. Ziemlich weit weg, denkt man sich, doch für

Amerika ist diese Entfernung nichts Besonderes.

Ich hatte die Chance dieses riesige

Einkaufscenter zu besuchen – und es

war ein Erlebnis! 390 000 Quadratmeter

voller Geschäfte – 520 um genau zu

sein. Doch nicht nur Geschäfte, sogar ein

Vergnügungspark ist mitten in der Mall

– überdacht und mit komplett verglaster

Decke. Achterbahnen, Wildwasserbahnen

und andere Attraktionen stehen mitten im

Einkaufzentrum, eingerahmt von Geschäften

und Restaurants. Meine erste Reaktion

war Unglauben, mit so etwas hätte

ich nie gerechnet. Vor allem, da meine

Gastmutter sich zwar an diesen Vergnügungspark

in der Mall erinnerte, allerdings

der Meinung war, dass es ausschließlich

Attraktionen für kleine Kinder gäbe. Das

war aber überhaupt nicht der Fall.

Meine zweite Reaktion war Begeisterung,

ein Vergnügungspark mitten in einem

Einkaufszentrum, das wäre unvorstellbar

in Deutschland. Aber in Amerika ist

ja bekanntlich alles möglich, zu meiner

Freude. Der Vergnügungspark nennt

sich »Nickelodeon Universe« und bietet

Attraktionen für alle Altersgruppen. Diese

sind jeweils nach einer Serie des Fernsehsenders

Nickelodeon benannt. So konnte

man zum Beispiel mit einer Achterbahn

von Spongebob Schwammkopf oder den

Ninja Turtles fahren. Sofort ging es los,

nachdem wir uns ein Tagesticket für alle

Attraktionen gekauft hatten. Über zwei

Stunden wurde alles ausprobiert, was es

gab. Die Geschäfte waren Nebensache.

Nachdem wir alles ausprobiert hatten, besichtigten

wir den Rest der Mall of America.

Lego Land, ein Traum für Kinder und

Foto: pv

Erwachsene, die an ihrer Kindheit hängen:

Lebensgroße Menschen aus Legofiguren,

Helikopter und andere unvorstellbar große

Figuren konnte man bestaunen. Neben

diesen Besonderheiten gab es außerdem

ein Aquarium, ein Kino mit 14 Sälen, ein

Dinosauriermuseum und vieles mehr.

Leider hatten wir viel zu wenig Zeit, um all

diese Sensationen zu sehen – eigentlich

bräuchte man ein gesamtes Wochenende,

um die ganze Mall zu entdecken. Dieses

Gebäude ist wirklich unbeschreiblich groß

und ohne die Orientierungshilfen wäre

man innerhalb kürzester Zeit verloren. An

Geschäften gab es ebenfalls alles, was

man sich vorstellen kann.

Ich kann nur sagen, dass dieser Ausflug

unvergesslich war. Natürlich sind wir nicht

allein für die Mall of America fünf Stunden

mit dem Auto gefahren, auch das College

der Schwester meiner Austauschpartnerin

befand sich in der Nähe der Mall. Und

selbstverständlich besuchten wir sie und

verbrachten sogar eine Nacht im College

– typisch Amerika, geballt in einem

Wochenende!

Mara Völzel, Landgraf-Ludwigs-Gymnasium

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Es lebe der Kürbis

Foto: dpa

Während die Halloween-Kultur in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt und

durch das eine oder andere Missverständnis ganz schön für Furore sorgt, feiern in

Amerika echte Profis!

Losgelöst von dem religiösen Hintergrund,

den das Fest nach seiner Einführung

aus Irland im frühen 19. Jahrhundert

ursprünglich hatte, feiern in den USA Kinder

und Jugendliche jeglicher religiöser

und kultureller Herkunft gemeinsam ein

einzigartiges Gruselfest, an dem sich alle

in irgendeiner Form beteiligen. Das zeigt

sich schon an den aufwändigen Dekorationen,

die in den Wochen vor Halloween

einen Hauch von Spuk verbreiten. Neben

den auch hier immer öfter zu sehenden

Gespenstern und Fledermäusen in den

Fenstern werden dort ganze Vorgärten in

Spinnweben gehüllt. Und es kann auch

schon mal passieren, dass sich

das eine oder

»Das Aussuchen der Kürbisse

auf dem Feld ist ein besonderes Event«

andere Beet in einen düsteren (Plastik-)

Friedhof verwandelt. Und dann sind da

natürlich die Kürbisse! Orange und kunstvoll

geschnitzt leuchten sie von Verandatreppen

mit freundlichen und schaurigen

Grimassen. Marcella Schwan und

Laura Althaus berichten von Kürbisfarmen

und der Kunst des Fratzenschnitzens.

Waldvogel’s

Pumpkin Farm

Waldvogel’s. Was zunächst wie eine

spezielle Vogelart klingt, ist tatsächlich

eine Kürbisfarm in Beaver Dam. Von Mitte

September bis Ende Oktober treffen sich

hier jedes Jahr vor und

während Halloween Tausende von Menschen,

um sich in ganz besonderer Weise

auf den traditionellen amerikanischen

Feiertag vorzubereiten: Viel mehr noch

als in Deutschland ist es nämlich in den

USA üblich, für Halloween Kürbisse zu

schnitzen. Doch findet man die »Pumpkins«

(Kürbisse) in den USA nicht in den

Regalen der Supermärkte. Wer einen

möchte, kauft ihn frisch vom Kürbisfeld.

Waldvogel’s bietet Familien an, sich für

einen günstigen Preis einen oder mehrere

Kürbisse selbst auszusuchen. Und

das ist nur eines der besonderen Events

dieser beliebten Farm, die sich mit ihrem

Angebot vor allem an die jüngeren Kinder

richtet, obwohl auf der Farm auch viele

Jugendliche zu sehen sind. Waldvogel’s

ist bekannt für seine kinderfreundlichen

Freizeitaktivitäten, die durchaus

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auch Jugendliche begeistern können. So

kann man dort nicht nur Kürbisse ernten,

sondern auch sackhüpfen, Ziegen

füttern, durch ein Gruselhaus gehen und

vieles mehr. Besonders viel Spaß hat uns

bei unserem Ausflug das Maislabyrinth

gemacht. Obwohl es eigentlich für kleine

Kinder gedacht ist, hatten meine Austauschpartnerin

Emily und ich erhebliche

Probleme, den Ausgang zu finden. So

kam es, dass wir lange Zeit im Labyrinth

herumirrten, die Orientierung verloren

und erst nach knapp 30 Minuten wieder

herausfanden. An dem Tag hatten wir eine

Menge Spaß, und ich konnte feststellen,

dass gemeinsame Familienausflüge in den

USA oberste Priorität haben.

Waldvogel’s, benannt nach den Betreibern

Phil und Debbie Waldvogel, hat ganzjährig

geöffnet und

zählt zu einem

der beliebtesten

Ausflugsziele

rund um Beaver Dam. Es gehört zu

den Prinzipien der Farm, dass hier das

angebaute Gemüse von den Besuchern

selbst geerntet werden kann. Aus der

Kürbisernte im Herbst wurde irgendwann

das große Herbstfestival, das noch mehr

Besucher anzieht als sonst. Wir waren in

diesem Herbst unter ihnen, hatten eine

Menge Spaß und haben auch ein paar

günstige Kürbisse ergattert.

wMarcella Schwan, Landgraf-Ludwigs-Gymnasium

oben aufgeschnitten. Als wir dann endlich

fertig waren, ging es ans Schnitzen. Dies

war ein Riesenspaß, hat jedoch auch eine

Menge Kraft und Konzentration gekostet.

Besonders bei den kleinen Details muss

man sich sehr viel

Mühe geben, um in

die harte Kürbisschale

ein schönes

Gesicht zu bekommen. Als wir dann

fertig waren haben wir unsere Kürbisköpfe

draußen vor die Haustür gestellt.

Halloween wird in Amerika ganz anders

gefeiert als bei uns. Es gibt riesige

»pumpkin farms« an denen man seine

Kürbisse kaufen kann. Außerdem richten

die Amerikaner richtige Spukhäuser ein.

In der Nähe von Beaver Dam, der Austauschstadt

des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums,

liegt

ein Haus etwas

abgelegen. Wer

dort hineingeht,

muss damit rechnen, von verkleideten

Gestalten erschreckt zu werden. In jedem

Zimmer sind die Schausteller nach einem

anderen Motto verkleidet: In dem einen

lauern zum Beispiel Clowns und in dem

nächsten Puppen. Sogar vor dem Gruselhaus

laufen noch verkleidete Menschen

herum, die echt gruselig sind. Einer von

ihnen hat uns bis ans Auto verfolgt und

»Bei den kleinen Details des Gesichts

muss man sich viel Mühe geben.«

»Halloween macht in den USA

nicht nur den Kindern Spaß««

dann in einem Versteck gewartet, bis wir

wieder aussteigen, um uns erneut einen

Riesenschrecken einzujagen.

Falls einem so ein Gruselhaus zu gruselig

ist kann man auch »Zombiepaintball«

spielen. Dort sitzt

man auf einem Wagen

und wird durch

ein Maisfeld gefahren.

Während der Fahrt durch das Maisfeld

kommen Zombies aus dem Gebüsch

gesprungen, die man abschießen kann.

Das hat sehr viel Spaß gemacht.

Was mir aufgefallen ist: In Amerika machen

die Leute ganz anders mit, wenn es

um Halloween geht. Es gibt nicht diese

Diskussionen (etwa auf Facebook), ob

man lieber Halloween feiern oder Reformationsbrötchen

backen sollte. Der religiöse

Aspekt ist völlig in den Hintergrund

gerückt. Man hat außerdem das Gefühl,

dass nicht nur die Kinder großen Spaß

an Halloween haben, sondern auch die

Erwachsenen. Fast jeder hat etwas für die

Kinder vorbereitet und stellt Süßigkeiten

parat. Wenn die Kinder den Erwachsenen

Streiche spielen, dann sind die nicht so

schlimm, wie man das hier zum Teil in

den Zeitungen gelesen hat, wo sogar die

Polizei kommen musste. Halloween macht

einfach Spaß!

Laura Althaus,

Landgraf-Ludwigs-Gymnasium

Spukhäuser und

Schnitzkunst

Zu den Dingen, die man in Amerika im

Oktober unbedingt getan haben sollte,

gehört es auch, einen Kürbis auszuhöhlen

und ein Gesicht in die harte Schale zu

schnitzen. Meine Gastfamilie hat mich

an einem Samstagmorgen mit auf den

Markt genommen, wo wir unter anderem

auch Kürbisse kaufen wollten, um sie für

Halloween auszuhöhlen und selbst zu

schnitzen. Wir haben die größten Kürbisse

genommen, die wir finden konnten. Wieder

zu Hause, haben wir angefangen, den

Kürbis auszuhöhlen: Zuerst haben wir ihn

Jeff Oman macht keine halben Sachen! Für seine großartigen Dekorationen ist er

in ganz Beaver Dam bekannt.

Foto: Frank Bäcker

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Veranstaltungen

OK KID

»Und wir feiern uns selbst … sind zu groß für unsere

Stadt, doch zu klein für die Welt.« OK KID erzählen ihre

Geschichte zwischen den Stühlen. Pointierte Alltagsbeobachtungen

halten einer scheinbar rastlosen Generation

den Spiegel vor die Nase.

sie seltene Schriftrollen aus feinem Pergament

fanden, welche die komplette Weltgeschichte

und –literatur auf den Kopf stellte. Dieser Fund

wurde nun als Buch freigegeben und keine

Geringeren als Henni Nachtsheim und Rick

Kavanian haben beschlossen, diese weltverändernden

literarischen Erkenntnisse dem Rest

der Menschheit im Rahmen einer Live-Tour

näherzubringen.

20 Uhr, Kongresshalle Gießen

Donnerstag, 19. Dezember

Club der jungen Dichter:

Thomas Martini liest aus »Clown ohne Ort«

Naïn hat eigentlich den perfekten Lebenslauf.

Doch plötzlich sieht er sich außerstande, ohne

die grüne Strickmütze seiner Großmutter das

Haus zu verlassen. Fragil tastet er sich durch

seine neue Lebenswirklichkeit, betäubt den

Einbruch der Realität mit Drogen. Die Fallhöhe

wird immer größer, er stürzt sich ins

Nachtleben, schwankt zwischen ekstatischen

Fantasien, surrealen Wahrnehmungen und Gedanken

voller Weltliebe und Verzweiflung über

die Lage seiner Generation. Sein Leben ist an

einem Tiefpunkt angelangt, als eines Morgens

ein überdimensionales Schaf vor seinem Bett

steht und mit ihm die Lösung seiner Mützenproblematik.

20 Uhr, Alte Kupferschmiede Gießen

Das Bewältigen von bzw. Scheitern an Luxusproblemen, das Lösen von eingestaubten Denkmustern

und letztlich der Wunsch nach Ruhe in einem übersättigten Umfeld sind zentrale Themen bei

OK KID. Klingt nach Weltschmerz, wär da nicht die entscheidende Nuance Selbstironie, die den

Hörer immer dann am Schlawittchen packt, wenn er beginnt, sich in Selbstmitleid zu suhlen. Nun

kehren OK KID, die in Gießen als jona:S begannen, in die Stadt zurück. Zu sehen und zu hören

sind sie am Freitag, dem 20. Dezember, ab 20 Uhr im MuK.

Freitag, 13. Dezember

Früher war mehr Lametta …

Die Gans im Ofen, der Baum geschmückt

und still und starr ruht der See: Weihnachten

steht vor der Tür, das Fest der Liebe und der

Harmonie. Doch plötzlich kippt die Stimmung

und Harmonie war gestern. Ein Wort gibt das

andere, bis der Baum brennt. Weihnachten

als Fest der Wärme bekommt so eine ganz

neue Bedeutung. Mit Spekulatius, Punsch und

Tannenduft stimmt diese szenische Lesung

mörderisch weihnachtlicher Kurzkrimis auf

das anstehende Fest ein. Zu Kerzenlicht und

Dominosteinen servieren zwei Schauspieler seitenweise

schwarzen Humor im weihnachtlichen

Gewand. Und das am Freitag, dem 13.!

19 Uhr, Literarisches Zentrum Gießen

Foto: dpa

Dienstag, 17. Dezember

Henni Nachtsheim & Rick Kavanian:

Dollbohrer! … goes Christmas

Die etwas andere Lesung oder: Was ist

überhaupt ein Dollbohrer? Dollbohrer steht

zum einen für Menschen, die offensichtlich

schwer einen an der Waffel haben; wird aber

auch in der Ausgrabungsbranche für besonders

übermotivierte Archäologen verwendet.

Beides mag auf den ersten Blick weder etwas

mit den Comedians Henni Nachtsheim und

Rick Kavanian, noch mit Weihnachten zu tun

haben. Aber nur auf den ersten Blick, denn…

Alles fing mit einem Fund von unschätzbarer

Kostbarkeit an. Ach was, es war DIE Sensation,

als Darmstädter Archäologiestudenten bei einer

Ausgrabung im Odenwald auf eine bislang

komplett unentdeckte Höhle stießen, in der

Montag, 23. Dezember

Coming Home for X-Mas-Party

Eine der uralten, traditionellen Parties im

Ulenspiegel, die seit Jahren immer am gleichen

Termin statt finden. Hier treffen sich alle mit

Freunden, die längst woanders wohnen, aber

auf Weihnachtsbesuch bei Papa und Mama

zurück in der Stadt sind. Musik: Gemixtes und

tanzbares von DJ Matt-O.

21 Uhr, Ulenspiegel Gießen

Dienstag, 31. Dezember

New Years Rockerz 2013/14

Im vergangenen Jahr feierten über 2000 Partygänger

den Jahreswechsel in den Hessenhallen.

Jetzt geht das Spektakel in die nächste

Runde. Es wird nicht nur Musik geboten, mit

der man die ganze nacht durchfeiern kann,

sondern auch daneben gibt es einiges zu

erleben: Ein Profifotograf lichtet euch ab, es

gibt Walking Acts und eine LED-Robotman-

Show. Für die Partystimmung sorgen DJ Gan-G

(offizieller DJ von Bushido ), Dj Yeezy (JamFM/

Chris Brown) und Dj Nize T (Planetradio, Black

Beats).

21 Uhr, Hessenhalle Gießen

Samstag, 4. Januar

Après-Ski Party

Es ist wieder soweit: Die Pforten der Hessenhalle

öffnen sich für die Après-Ski-Party.

Der beste DJ bringt die Hüttengaudi mit einer

Partyzone zum Kochen. Eine Schneemaschine

sorgt für die weiße Pracht. Glühweinhütten,

Almbewirtschaftung und andere Leckereien

warten auf die partyhungrigen Ski- und Winterfreunde.

20 Uhr, Hessenhalle Alsfeld

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Kinotipps

Der Lieferheld Start: 5. 12.

Er bringt sein Leben lang kaum etwas auf die Reihe. Was er

anpackt, geht in aller Regel schief. Auch die Beziehung mit der

attraktiven Emma (Cobie Smulders) läuft nicht besonders gut, da

sie ihn für unfähig hält, Verantwortung zu übernehmen, und damit

wohl richtigliegt. Kurz: David Wozniak (Vince Vaughn) ist ein Versager

auf ganzer Linie. In einer Sache kann ihm jedoch niemand

das Wasser reichen: Anonyme Samenspenden. Doch jetzt erhält

er die Rechnung dafür. Bei einer Samenspende, die er 20 Jahre

zuvor getätigt hatte, war es zu einer Verwechslung gekommen ist:

Anstatt unterschiedliche Spenden auszugeben, hat die Samenbank

an 533 Pärchen seine Spende weitergegeben. Er ist der leibliche

Vater von sage und schreibe 533 Kindern. Unverhofft kommt

manchmal tatsächlich oft.

Ihm werden die Profile seiner Kinder überreicht, doch auf Anraten

seines Freundes Brett (Chris Pratt) schaut er sie sich zunächst

nicht an. Als er es dann doch wagt, ist er so von den kleinen Menschen

angetan, dass er ein Teil ihrer Leben werden möchte. David

Wozniak macht es sich zur Aufgabe, seinen zahlreichen Nachkommen

unerkannt bei ihren kleinen und größeren Problemen

des Alltags zu helfen – und hat zum ersten Mal in seinem Leben

Erfolg. Als sich ein Teil seiner Kinder schließlich dazu entscheidt,

gegen die Verschwiegenheitserklärung der Fruchtbarkeitsklinik

auf die Herausgabe seiner Daten zu klagen, steht David vor

einer schweren Entscheidung: Steht er zu seiner Vergangenheit

als Samenspender – oder rennt er weiter vor der Verantwortung

davon?

Hobbit Start: 12. 12.

Der oscargekrönte Filmemacher Peter Jackson präsentiert den

zweiten Film der dreiteiligen Kinofassung des nach wie vor populären

Meisterwerks »Der Hobbit« von J.R.R. Tolkien. Die drei

Filme spielen in Mittelerde 60 Jahre vor »Der Herr der Ringe«,

den Jackson und sein Filmteam bereits als Blockbuster-Trilogie

auf die Leinwand gebracht haben.

Im nun erscheinenden »Hobbit: Smaugs Einöde« setzt Titelheld

Bilbo Beutlin (Martin Freeman) das Abenteuer seiner epischen

Mission fort: Zusammen mit Zauberer Gandalf (Ian McKellen) und

13 Zwergen unter der Führung von Thorin Eichenschild (Richard

Armitage) versucht er das verlorene Zwergenreich Erebor zu befreien.

Die Abenteurer werden jedoch vom hasserfüllten Orkkönig

Azog (Manu Bennett) verfolgt. Und das größte Abenteuer wartet

noch auf Bilbo, denn auch der Drache Smaug ist aus seinem

Schlaf erwacht.

Dinosaurier Start: 19. 12.

Seit Jahrzehnten bestimmt Tyrannosaurus Rex die Kinderzimmer

und macht als Urzeitmonster seinem Namen alle Ehre.

Jetzt wird es Zeit für einen neuen Star am Dinosaurierhimmel,

denn nun kommt Patchi. Der kleine pflanzenfressende

Pachyrhinosaurus nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise durch

eine längst vergangene Welt. Zusammen mit seinem besten

Freund, dem Vogel Alex, erlebt er so manch spannendes und

gefährliches Abenteuer inmitten von prähistorischen Lebewesen

und Landschaften, wie wir sie realitätsnaher im Kino noch nie

erlebt haben. Patchi wächst auf, wird der Anführer seiner Herde

und kämpft mit seinem Freunden um seinen Platz in der urzeitlichen

Welt.

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Schüler AZ | DIE SCHÜLERZEITUNG der Gießener Allgemeinen Zeitung/Alsfelder Allgemeinen Zeitung

Foto: dpa

Highschool-Football

Der populärste Sport in Deutschland ist Fußball, wie jeder weiß. Auch in Amerika ist

Football am beliebtesten, aber auch wenn es so aussieht, als wäre Fußball und Football

dasselbe Wort, handelt es sich um zwei völlig verschiedene Sportarten.

Genau betrachtet müsste American

Football eigentlich Handegg (dt. Handei)

heißen, denn es wird mit der Hand

gespielt und der Ball ähnelt eher einem Ei

als einem Ball, wie wir ihn kennen.

Aber genau wie Fußball ist American

Football in den Staaten auch auf regionaler

Ebene beliebt. Beispielsweise hat

jede Highschool in Amerika ihr eigenes

Football-Team. Das liegt daran, dass es

keine Sportvereine für Football und die

meisten anderen Sportarten gibt. Alle

sportlichen Aktivitäten finden innerhalb

der Schule statt. So auch das Training des

Football-Teams, die »Golden Beavers«,

der Beaver Dam High School (BDHS)

in dem mein Austauschpartner Football

spielt. Das heißt, dass ich während meines

Aufenthaltes jeden Tag beim Training

zugucken konnte. Ich muss zugeben,

dass ich, abgesehen von dem Aufwärmen

der Spieler, leider nichts verstanden habe.

Einmal fliegt der Ball in die eine Richtung,

dann in die andere, mal stehen die Teams

hier, mal da, mal spielt die ganze Gruppe

gegeneinander, mal sind es zwei kleine

Gruppen. Später fand ich heraus, dass die

Gruppe in zwei Mannschaften aufgeteilt

ist: Die »Guten«, die Mannschaft, die bei

den Footballspielen gegen andere Schulen

spielt und die »Nicht-so-guten«, die

dafür trainieren, um in die Mannschaft zu

kommen. Auf jeden Fall ist das Spiel und

seine Regeln für einen Außenstehenden

im ersten Moment sehr schwer nachzuvollziehen.

Das sollte sich aber noch ändern. Während

meiner Zeit in Beaver Dam war ich

beim täglichen Footballtraining nach der

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Schüler AZ | DIE SCHÜLERZEITUNG der Gießener Allgemeinen Zeitung/Alsfelder Allgemeinen Zeitung

achten Schulstunde dabei. Die Spieler

trainieren hart, teilweise sogar bis um

sechs Uhr abends, und das an jedem

Schultag. Immer an zwei Tagen der Woche

stand außerdem Gewichte heben im

»lifting room« auf dem Plan.

Freitagabends spielt die Mannschaft

dann gegen die einer anderen Highschool.

Je nachdem wie weit entfernt die

Highschools voneinander sind, müssen

die Spieler bis zu zwei Stunden zu ihren

Footballspielen fahren.

Das erste Footballspiel der »Golden

Beavers«, bei dem wir zuschauten, war

ein Heimspiel auf dem Football-Feld der

Highschool. Die Tribünen der »Beavers«

waren bereits vor Beginn des Spiels voll

besetzt, die Tribünen der »West Bend

East« waren dagegen aufgrund der langen

Fahrzeit weitestgehend leer. Das Spiel

an sich war für uns Deutsche leider nicht

sonderlich interessant, da der Großteil

die Regeln noch immer nicht verstanden

hatte.

Das Faszinierende war die Stimmung, die

einen völlig mitgerissen hat. Fast ganz

Beaver Dam saß auf den Zuschauertribünen

und hat seine Mannschaft angefeuert.

Obwohl nach den ersten beiden Quartern

von jeweils zwölf Minuten noch kein einziger

Punkt erzielt wurde, weder von Seiten

der Beavers, noch der Gegner, blieb die

Stimmung auf dem Höhepunkt. In der

Halbzeitpause nach 24 Minuten (zwischen

dem zweiten und dritten Quarter) spielte

die Kapelle der Highschool, die Marching-

Band. Nach der Pause erzielten die »West

Bend East« die ersten Punkte und es

sah so aus, als würden die »Beavers«

verlieren. Doch in den letzten Minuten

holten sie noch auf und erzielten den entscheidenden

Punkt, der ihnen den Sieg

sicherte – erst in den letzten 30 Sekunden

war es soweit. Die Fans waren außer sich

Foto: pv

Diese Schulterpolster machen leicht

klaustrophobisch, findet Franziska Klose,

hier in der Football-Ausrüstung mit

der Nummer ihres Austauschpartners.

und liefen auf das Feld um die Spieler zu

feiern, es war unglaublich.

Die Footballspiele sind unter Anderem

das, was die Schüler der Highschool und

auch die Einwohner Beaver Dams verbindet

– Die Spieler genießen dort einen

hohen Rang und darauf sind sie stolz.

Jeden Freitag, also der Tag der Football-

Spiele, tragen die knapp 40 Spieler ihre

Jerseys mit ihrer jeweiligen Nummer.

Man muss allerdings beachten, dass bei

einem Spiel immer nur elf Spieler auf dem

Feld stehen, der Rest steht am Rand und

wartet darauf, eingewechselt zu werden,

wobei es auch oft vorkommt, dass Spieler

gar nicht eingewechselt werden. Das

kann am Zufall, schlechten Leistungen im

Training der vergangenen Woche oder an

mangelhaften Noten in der Schule liegen.

Wer spielt, darüber entscheiden die circa

sieben Coachs des Teams.

Bis zu dem zweiten Spiel eine Woche

später hatte ich genug Zeit, um die Regeln

einigermaßen aufzufassen. Dieses

Spiel war in Watertown gegen die Watertown

High School. Wie in dem ersten

Spiel die Tribünen der »West Bend East«

waren nun die der »Golden Beavers« fast

leer. Trotzdem gaben die wenigen Fans

ihr Bestes, die Mannschaft anzufeuern.

Alle Versuche waren jedoch erfolglos,

denn die »Beavers« verloren haushoch.

Die Stimmung war an diesem Abend sehr

gedrückt. Denn dieses Spiel war das letzte

in der Saison vor der Winterpause. Für

die Seniors des Teams, also die Schüler

des Abschlussjahrgangs, bedeutete das

ihr letztes Spiel in der Mannschaft oder

generell ihr letztes Spiel, so auch für meinen

Austauschpartner. Denn wie bereits

erwähnt, erhält man in Amerika privat

nicht die Möglichkeit, Football zu spielen.

Wer nach der Highschool weiter spielen

möchte, der muss im College-Football-

Team aufgenommen werden, was unter

Umständen nicht sehr leicht ist. Ist man

nicht gut genug, so wird man nie wieder in

einer Mannschaft Football spielen können.

Nach der abschließenden Team-Besprechung

liefen die geknickten Spieler auf

ihre Familien in den Zuschauertribünen

zu, einige weinten sogar, äußerst ungewöhnlich

für die sonst so harten Spieler.

Aber man konnte daran gut erkennen,

dass das Football-Team quasi eine große

Familie ist, bei der Teamgeist ganz groß

geschrieben ist. Football hat sich zu einer

meiner Lieblingssportarten entwickelt. Hat

man einmal die Regeln verstanden, dann

ist das Spiel hochinteressant und der Zusammenhalt

zwischen Team und Fans ist

mitreißend und macht Football zu einem

einzigartigen Sport.

Franziska Klose und Fabian Buchauer

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2014

19


Schüler AZ | DIE SCHÜLERZEITUNG der Gießener Allgemeinen Zeitung/Alsfelder Allgemeinen Zeitung

Foto: dpa

Eine Reise in die Vergangenheit

Es war ein regnerischer, bewölkter Tag. Mit dem Schulbus fuhren wir einem kleinen

Dorf entgegen. Heute sollten wir den Amischen begegnen, einer Glaubensgemeinschaft,

die großen Wert auf die Gemeinschaft legt und zugleich völlig abgeschieden

von der Außenwelt lebt. Die Amische verzichten auf jegliche Form von Technik und

wollen nicht an der modernen Welt teilhaben. Sie stammen ursprünglich aus Südwestdeutschland

und reden Pennsylvanisch-Deutsch.

Die Kinder haben uns schon vor ihrem

Schulgebäude erwartet. Gleichzeitig

fuhren mehrere schwarze Schulkutschen

an uns vorbei, in denen drei bis vier

Personen saßen. Wir waren

überrascht, als wir

sahen, dass sie von Kindern gelenkt wurden.

Die Mädchen hatten einfarbige und

dunkle Kleider und dazu schwarze Schuhe

an. Zudem hatten sie als Kopfbedeckung

ebenfalls schwarze Häubchen an.

Die Jungs trugen Hosen und Hemden mit

Hosenträgern. Auch ihre Kleidung war in

dunklen Farben gehalten.

»Die Lehrerinnen erzählten uns,

dass sie keine Ausbildung für den Beruf gemacht haben.«

Wir durften zusehen, wie sie unterrichtet

worden sind. Es gab einen Klassenraum

mit Kindern jedes Alters. Zunächst einmal

gab es mehrere Gebete. Einige konnten

wir sogar verstehen, da es deutsche Gebete

waren. Daraufhin folgte der Unterricht.

Sie hatten zwei junge Lehrerinnen.

Diese erzählten uns später, dass sie keine

Ausbildung für diesen Beruf gemacht

20


Schüler AZ | DIE SCHÜLERZEITUNG der Gießener Allgemeinen Zeitung/Alsfelder Allgemeinen Zeitung

hatten. Sie durften ohne jegliche Erfahrung

Lehrer werden. Die Kinder gehen in

diesen Dörfern nur bis zur 8.Klasse in die

Schule. Danach müssen sie entweder auf

dem Feld oder zu Hause aushelfen. Wir

hörten sehr gespannt zu, denn es war

eine Kultur, die wir vorher nicht kannten

und ein Leben, das wir uns heutzutage

nicht vorstellen können.

Daraufhin verließen wir das Schulgebäude

und gingen in das Innere des Dorfes.

Wir hatten die Erlaubnis bekommen, mit

einem Familienmitglied ein Gespräch

zu führen und ihm anschließend Fragen

zu stellen. Er hat uns erzählt, dass die

meisten Amischen in der Agrarwirtschaft

tätig sind und sie jeden Tag den gleichen

Tagesablauf haben. In die Stadt oder

auf Reisen gehen die Amischen nur sehr

selten.

Nachdem wir uns ungefähr zwei Stunden

bei den Amischen aufgehalten haben,

machten wir uns wieder auf den Weg

nach Beaver Dam.

Es war für uns ein interessantes, aber

gleichzeitig auch ein ungewöhnliches

Erlebnis, das wir nicht so leicht vergessen

werden.

Melis Koc,

Landgraf-Ludwigs-Gymnasium

Zu Gast bei Indianern

Wir sitzen in dem großen Theater der Beaver Dam Highschool und freuen uns auf

eine Indianervorstellung von drei Frauen des Onaida Stammes. Die Tochter dieser

Familie nahm auch am Austausch teil.

Zu Beginn durften wir uns mit einem Bündel

Gräser abstreichen. Die Kräuter sollten

angeblich das Böse von uns fernhalten.

Daraufhin erzählten die Indianer uns von

ihrer Kultur. Es gibt 500 Indianerstämme,

die unterschiedliche Sprachen und Sitten

haben. Die Indianer, wie wir sie aus Filmen

kennen, leben schon lange nicht mehr in

der weiten Wildnis, mit kleinen Dörfern

und Tipis. Heutzutage leben sie meist in

Reservaten oder in normalen Städten.

Uns fiel auf, dass die Frau in der Mitte

anders gekleidet war als die zwei anderen.

Sie trug ein prunkvolles Gewand aus

Perlen, das mit Steinen, Fellen und Federn

verziert war. Fünf Jahre hat es gedauert,

dieses Gewand anzufertigen, und es hat

mehrere Tausend Dollar gekostet. Aber sie

hat es extra für sich nähen lassen. Diese

Art von Gewand tragen die Indianer bei

ihren jährlich stattfindenden Stammesfesten.

Dort werden immer Tanzwettbewerbe

abgehalten, an denen sie regelmäßig teilnehmen.

Sie zeigte uns ein Stück dieses

speziellen Tanzes, der Pow Wow genannt

wird, zu einem indianischen Lied und

forderte uns auf mitzumachen. Was sie

tanzen nannte, kam uns eher wie taktvolles

Wippen und im Kreis laufen vor.

Als Nächstes präsentierten sie uns eine

selbstgemachte Speise, die wir probieren

durften. Es war ein Brei aus verschiedenen

Kräutern und Getreide. Den Geschmack

kann man mit aufgeweichten Smacks

vergleichen. Abschließend zeigten uns

die Frauen noch Indianerschmuck, eine

handgemachte Puppe, ein Täschchen aus

einem Schildkrötenpanzer und geflochtene

Schalen, typische Handarbeiten, die bis

heute angefertigt werden. Alles in allem

war es eine tolle und interessante Erfahrung

die indianische Kultur etwas näher zu

erfahren und kennenzulernen. Manuel Mack,

Landgraf-Ludwigs-Gymnasium

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Schüler AZ | DIE SCHÜLERZEITUNG der Gießener Allgemeinen Zeitung/Alsfelder Allgemeinen Zeitung

Foto: Alena Althaus

Der Shutdown hat auch die Besucher aus Gießen kalt erwischt. Viele Sehenswürdigkeiten, die sie gerne besuchen wollten,

konnten sie gar nicht oder nur aus der Ferne anschauen.

Shutdown in Washington

Gerade einen Tag nachdem wir in Amerika (genauer gesagt in Washington D.C.) angekommen

waren, teilten uns unsere Lehrer mit, dass wir mit dem Shutdown konfrontiert

werden würden. Denn in unserer ersten Nacht drüben überm großen Teich, um

0.00 Uhr, wurde beschlossen, dass die Republikaner den Haushaltsentwurf Obamas

blockieren würden.

»Es war ziemlich frustrierend,

dass wir uns nichts ansehen konnten.«

Das bedeutet einfach gesagt, dass die

Regierung und damit Präsident Obama

kein Geld mehr zur Verfügung gestellt

bekommt. Ohne Geld kann sie ihre rund

800 000 Staatsdiener nicht mehr

bezahlen und Nationalparks

und Museen bleiben geschlossen.

Fast alle öffentlichen Gebäude in

Washington D.C. werden von der Regierung

betrieben, dementsprechend wurde

uns die Bedeutung dieser Entscheidung

im vollen Ausmaß bewusst. Die Weltmacht

hat sich selbst lahmgelegt und uns

eine etwas andere Hauptstadt

sehen lassen. Wie das so ist, wenn man

ein anderes Land bereist, gibt es immer

bestimmte Dinge, auf die man sich am

meisten freut. So haben wir uns sehr

auf unsere Gastfamilien, aber auch auf

Chicago und besonders auf Washington

gefreut. Die meisten von uns waren vorher

noch nie in den USA und wenn man dann

gleich bei seinem ersten Besuch in die

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Schüler AZ | DIE SCHÜLERZEITUNG der Gießener Allgemeinen Zeitung/Alsfelder Allgemeinen Zeitung

Hauptstadt kommt, ist das unglaublich

aufregend! Wir würden das Weiße Haus

sehen, das Capitol, das Lincoln Memorial

und so weiter. Diese ganzen beeindruckenden

Gebäude, die wir eigentlich

nur von Bildern und aus dem Fernsehen

kennen. Einige von unserer Gruppe waren

auch extrem aufgeregt und gespannt auf

den Theaterbesuch im Fords Theatre,

dem Theater in dem Abraham Lincoln

erschossen wurde.

Dementsprechend waren wir ziemlich enttäuscht,

als sich herauskristallisierte, dass

wir vieles, was wir uns vorgenommen

hatten, nicht würden machen können.

Wir konnten nicht ins Capitol hinein, die

Memorials konnten wir uns nur aus einer

gewissen Entfernung anschauen (das hat

uns um die Möglichkeit gebracht, den

Stern zu sehen, der den Ort markiert, an

welchem Martin Luther King die bekannte

Rede »I have a dream« gehalten hat,

in der National Mall war kein einziges

Museum geöffnet und erst wurde uns nur

die Führung durchs Theater gestrichen,

später dann auch die Vorführung. Das war

ziemlich enttäuschend und auch frustrierend.

Wie oft bekommt man schon die

Gelegenheit, nach Washington D.C. zu

fahren? Und dann ist man einmal dort und

kann sich so gut wie nichts anschauen!

Nichtsdestotrotz haben wir viel gemacht

in Washington und eben viel improvisiert.

Und aufgrund der Umstände hatten wir

auch mehr Zeit shoppen zu gehen, als

ursprünglich geplant war (was vor allem

den Mädchen zugutekam und den Kreditkarten

zum Verhängnis wurde). Natürlich

hätten wir uns gewünscht, mehr sehen zu

können und es war die wirklich denkbar

schlechteste Zeit, um nach Washington zu

reisen, aber wir haben das beste daraus

gemacht und hatten unseren Spaß.

Und manchmal hat Improvisieren auch

richtige Vorteile! Denn an dem freien

Abend, an dem die Theateraufführung

stattfinden sollte, hatte ein Teil unserer

Gruppe die Möglichkeit, zu einem Vortag

von Obamas Redenschreiber in der Georgetown

University zu gehen. Und das war

mit das Beste, was wir aus Washington

mitgenommen haben!

Isabell Rothe, Leonard Janho,

Landgraf-Ludwigs-Gymnasium

Wenige Arbeiter, große Maschinen

Einer der großen Haupterwerbszweige von Wisconsin ist noch immer die Landwirtschaft.

Die Entwicklung zu immer größeren Farmen und Maschinen ließ sich auch auf

der Farm meines Austauschpartners beobachten.

Hier wurden mit nur zwei Personen und

für hessische Verhältnisse riesigen Maschinen

800 Hektar Land bewirtschaftet.

Angebaut wurde dort – typisch amerikanisch

– hauptsächlich Mais, aber auch

Weizen und Soja. Die Maschinen stammten

alle von dem amerikanischen Hersteller

John Deere. Neben dem Ackerbau

wurde auch noch eine Schweinemast

mit 200 Schweinen und eine Bullenzucht

betrieben. Die Ernte wurde in großen Silos

gelagert und dann verfüttert oder verkauft.

Die Farmen um Beaver Dam lagen alle

außerhalb der Stadt und nie wie oft in

Hessen mitten im Dorf. Da alles so weit

verstreut war, wurden die Schüler auch

direkt an der Haustür vom Schulbus

abgeholt.

Trotz der enormen Arbeit, die mit der

Bewirtschaftung von 800 Hektar Land

verbunden ist, war es dennoch möglich,

am Wochenende mit der ganzen Familie

Ausflüge zu unternehmen. Zu gemeinsamen

Abendessen kam es trotzdem fast

nie, da der Vater oft noch bis spät in den

Abend arbeiten musste. Mein Austauschpartner

hatte aber kaum bzw. keine Pflichten

auf der Farm und musste so gut wie

nicht mithelfen. Dadurch habe ich auch,

bis auf eine Fahrt auf dem Mähdrescher,

eher wenig von den Arbeiten und dem

Alltag auf der Farm mitbekommen.

Alexander Johannes Wagner,

Landgraf-Ludwigs-Gymnasium

Für hessische Verhältnisse riesige Maschinen werden auf der Farm in Wisconsin

für die Arbeit eingesetzt.

Foto: Alexander Johannes Wagner

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Schüler AZ | DIE SCHÜLERZEITUNG der Gießener Allgemeinen Zeitung/Alsfelder Allgemeinen Zeitung

Extravagant und

im Ansatz künstlerisch

CD-Rezensionen

Für Lady Gaga gibt es viele Worte:

anders, genial, verstörend. Für ihr neues

Album nur eins: mutig! Bei ihrem neuen

Album »ArtPop« ist der Titel Programm:

Im Ansatz künstlerisch und teilweise vier

Mal um die Ecke gedacht, aber auch genau

so umgesetzt. Das klingt extravagant.

Katy Perry oder Rihanna könnten einige

dieser Songs nicht ohne Image-Schaden

singen, aber Lady Gaga interessiert das

nicht, sie zieht ihr Ding durch.

Lady Gaga hat sich selten darum geschert,

wie der aktuelle Trend klingt.

Wenngleich nicht alle ihrer Songs immer

die Erfolgreichsten waren, ging sie stets

ihren Weg. So schreibt sie die meisten

ihrer Songs selbst und hat immer eine

Vision von ihrer Musik. Lady Gagas neues

Album klingt wesentlich elektronischer als

das letzte. Kein Wunder, denn ein großer

Teil von »ArtPop« wurde von Zedd aus

Kaiserslautern produziert. Er schaffte in

diesem Jahr seinen Durchbruch in den

USA mit seinem eigenen Elektropop-Album

»Clarity«. Die meisten Songs haben

Tempo und eine Menge Druck, sogar die

Ballade »Dope« kommt nicht zart und

leise daher. Vom Sound her ist »ArtPop«

absolut tanzbar, aber die Struktur ist oft

ungewöhnlich. Normalerweise funktionieren

Popsongs nach dem Bauplan

Strophe – Refrain – Strophe – Refrain.

Das kommt bei Lady Gaga eher selten

vor. Inhaltlich besticht sie wieder durch

ihre gnadenlos ehrlichen Texte. So erzählt

sie zum Beispiel bei »Swine«, sie sei nur

ein Schwein im Körper eines Menschen.

Raplastig wie nie ist der Song »Jewels N’

Drugs«, auf dem T.I., Too Short und Twista

gefeaturet sind. Mit »Donatella« zeigt sie

ihr ganzes Ego in Zeilen wie »I’m blond,

I’m skinny, I’m rich and I’m a little bit of a

bitch«. Wie es sich anfühlt, im Glitzerfummel

auf der Bühne zu stehen, beschreibt

sie in »Fashion«. Und dass sie gerne kifft,

daraus hat sie noch nie ein Geheimnis gemacht.

So verwundert es nicht, dass sie

dem Gras mit »Mary Jane Holland« einen

ganzen Song widmet.

Das YOU FM-Fazit: die Außerirdische auf

dem Weg zu ihrem Planeten. Lady Gaga

ist mit ein paar Worten kaum zu beschreiben,

und das gilt auch für ihr neues

Album. Durch die Elektrobeats ist es

prima geeignet für die nächste Party, aber

es fordert seine Zuhörer durch Spielereien

wie zum Beispiel einen willkürlich gesetzten

Musicalpart einfach mitten im Song.

Ich kann nicht sagen, dass ich irgendwo

einen ganz klaren Nummer-Eins-Singlehit

höre. Aber ich kann sagen, dass jeder

einzelne Song im Hirn hängen bleibt. Sie

schreibt »ArtPop« vorne drauf und wir

kriegen genau das – und Kunst, die sich

dem Mainstream entzieht, ist einfach nicht

für jeden geil. Aber so viel Mut und Attitüde

hat vielleicht nur Lady Gaga. Dafür

zweimal Daumen hoch.

Von YOU-FM-Sounds-Moderatorin Andy

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Wie immer alles neu

„Hast du mich noch lieb?« Das war in

etwa die Frage, die sich die drei Jungs

von Fettes Brot gegenseitig gestellt

haben. Eigentlich wollten Dokter Renz,

König Boris und Björn Beton ja eine

Bandpause einlegen und haben sich 2011

aus der Öffentlichkeit verabschiedet.

Angeblich sollen die drei sich gegenseitig

nach nur wenigen Monaten bereits fast

die Türen durchgekratzt haben. Dokter

Renz und Björn Beton haben die Solokarriere

von »Der König tanzt« alias König

Boris beäugt und gehofft, dass er alleine

nicht mehr Spaß hat. König Boris wiederum

hat gehofft, dass die beiden ohne ihn

nun kein Duo starten. Lange Rede, kurzer

Sinn: Seit Sommer 2012 waren die Brote

wieder zusammen im Studio, um »3 is ne

Party« aufzunehmen.

Herausgekommen ist ein Sound-Feuerwerk

durch den Genre-Dschungel. Eins

kann man über Fettes Brot definitiv nicht

sagen: Dass ein Album klingt wie das

andere. In 18 Jahren veröffentlichten sie

sechs Studioalben und trieben mit jedem

einzelnen ihren Sound immer weiter. Dabei

hat diese Band anscheinend tatsächlich

keine musikalischen Schranken im

Kopf.

Auf »3 is ne Party« gibt es gefühlt tausend

verschiedene Sounds, zum Beispiel Salsa-Einflüsse

auf »Wackelige Angelegenheit«,

80er-Jahre-Synthies auf »Kannste

kommen«, Partyraketen auf »Dynamit &

Farben« und extrem tiefgelegte Bässe

bei »Unmusikalisch«. Einen klassischen

Hip-Hop-Beat sucht man dieses Mal allerdings

vergebens. Den Broten ist das aber

egal, denn die rappen schließlich über

alles, was Musik ist. Inhaltlich geht es

dabei oft um Party, Flirts und Liebe. Die

Fettes-Brot-übliche, ironisch angehauchte

Gesellschaftskritik dagegen kommt etwas

zu kurz.

Das YOU FM-Fazit: Gleichzeitig typisch und

überraschend. Irgendwie ist »3 is ne

Party« ein typisches Fettes-Brot-Album.

Es gibt tighte Rappassagen, genauso

wie melodischen Singsang, eine Menge

Humor, Selbstironie und Liebeslieder. Das

kennen wir schon. Aber gleichzeitig haben

sie noch nie so einen Sound gehabt. Die

Songs sind durchweg recht schnell, zum

Mitsingen gemacht und recht elektronisch.

Sprich: Die alten Fans kriegen

wenigstens zum Teil etwas, dass sie

kennen. Weil dieser Band nie langweilig

wird, schaffen sie es sicherlich auch mit

diesem Album, neue Fans dazuzugewinnen.

Wie der Albumtitel schon sagt: Eher

geeignet für eure nächste Party als für die

Kuschelstunde mit Freund oder Freundin

oder dem alkoholgeschwängerten gesellschaftskritischen

Abendplausch mit den

Mitschülern.

Von YOU FM Sounds-Moderatorin Andy

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Lametta oder Lady Gaga?

Was bevorzugen die YOU-FM-Moderatoren an Weihnachten? Sieben von ihnen

haben wir die vier gleichen Fragen gestellt. Die Antworten sind sehr unterschiedlich

ausgefallen.

Theresia Tautz, YOU-FM-Newsfrau:

1) Kirche oder Club?

Kirche: In unserer Familie ist es Tradition,

an Weihnachten in die Kirche zu gehen.

Und danach werden die Geschenke ausgepackt

:).

Foto: hr

Ingmar Stadelmann, YOU-FM-Moderator:

1) Kirche oder Club?

Also ich bin da praktisch veranlagt. Ich

zieh das Club-Outfit an und geh dann

erstmal in die Kirche. Das kommt immer

gut an. Allerdings werfe ich im Club beim

Verlassen nichts mehr in den Klingelbeutel.

2) Familie oder Flucht?

Family! Einmal im Jahr geht das völlig ok.

3) Lametta oder Lady Gaga?

Jetzt musste ich wirklich kurz googlen,

ob »Lametta« eine neue Sängerin ist. Also

ich seh es da traditionell: Ich steh mit

Lametta unterm Baum und singe Lady-

Gaga-Songs.

4) Weihnachten ist für mich:

Am 24.12. Glaub ich.

2) Familie oder Flucht?

Erst Familie, dann Flucht :). Vom 24. bis

25.12. ist es schön, bei der Familie zu

sein. Am zweiten Weihnachtsfeiertag ist

dann aber Feiern mit Freunden angesagt.

3) Lametta oder Lady Gaga?

Lametta: Weihnachten sollte bei mir

schon klassisch sein. Unterm Weihnachtsbaum

laufen die klassischen Weihnachtslieder,

der Weihnachtsbaum ist mit selbst

gebastelten Anhängern geschmückt und

die Weihnachtsplätzchen sind selbst

gebacken.

4. Weihnachten ist für mich:

Ein Familienfest. Alle Lieben sind am

24.12. versammelt, so wie an keinem

anderen Tag des Jahres.

Foto: pv

Tillmann Köllner, YOU-FM-Moderator:

Foto: hr

1) Kirche oder Club?

Erst Kirche, dann Dorfparty! :-) Ich gehe

seit jeher mit meiner Familie in den Kindergottesdienst

bei uns im Ort, in dem

ich großgeworden bin (Dreieich-Sprendlingen).

Beim Krippenspiel habe ich als

Kind selbst mitgespielt. Das ist ein Ritual

bei uns in der Familie. Danach essen wir

Raclette, trinken Wein und packen dann

Geschenke aus. Spät in der Nacht fahre

ich dann mit dem Taxi in eine Kneipe, wo

sich alle treffen, die je in dem Ort gewohnt

haben – das ist dann immer ein großes

Hallo! :-)

2) Familie oder Flucht?

Familie! Könnte man aber auch als Flucht

bezeichnen, weil der Besuch bei meiner

Familie eine Flucht aus dem »normalen«

Job-, Freundes- und Arbeitsumfeld

bedeutet.

3) Lametta oder Lady Gaga?

Lametta – ich mag die besinnliche und romantische

Weihnachts-Glitzer-Stimmung.

4) Weihnachten ist für mich:

Ruhe, Familie, Liebe, Besinnlichkeit, das

Jahr Revue passieren lassen.

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Schüler AZ | DIE SCHÜLERZEITUNG der Gießener Allgemeinen Zeitung/Alsfelder Allgemeinen Zeitung

Miriam Horn, YOU-FM-Newsfrau:

1) Kirche oder Club?

Erst Kirche (der Tradition wegen), dann

Club (um das Essen abzutanzen und auch

den Freunden nochmal ein frohes Fest zu

wünschen).

2) Familie oder Flucht?

Familie! Es würde mir was fehlen, wenn

ich sie Weihnachten nicht alle sehen

würde.

Andy Losleben, YOU-FM-Moderatorin:

1) Kirche oder Club?

Damit der Familiensegen oben hängt:

Kirche.

2) Familie oder Flucht?

Familie. Der einzige Tag im Jahr, wo mal

alle da sind und wo alles wie früher ist.

3) Lametta oder Lady Gaga?

Ist das nicht das Gleiche? Würde mich

dann aber für Lametta entscheiden, Lady

Gaga geht so schlecht an den Baum.

4) Weihnachten ist für mich:

Alte Freunde und Familie sehen.

Foto: hr

3) Lametta oder Lady Gaga?

Lametta! Ich bin ein Mädchen – blingbling

ist immer toll. :-)

4) Weihnachten ist für mich:

Das schönste Fest des Jahres. Ich genieße

auch die Vorweihnachtszeit total und

freue mich über jede Lichterkette in der

dunklen Jahreszeit.

Foto: pv

Alex Bauer, YOU-FM-Moderatorin:

1) Kirche oder Club?

Club! Denn: Aus der Kirche bin ich

ausgetreten!

2) Familie oder Flucht?

Familie ist toll! Die Flucht aus dem elterlichen

Haus war aber trotzdem eine meiner

besten Entscheidungen! (Mama bitte nicht

traurig sein!)

3) Lametta oder Lady Gaga?

Lamettaaaa!!! Und bitte ganz viel davon

– auf dem Weihnachtsbaum! Im Radio

gerne auch Lady Gaga!

4) Weihnachten ist für mich:

Der schönste Tag im Jahr!

Foto: hr

Daniel Boschmann, YOU-FM-Moderator

1) Kirche oder Club?

Andere sind Event-Fans bei der WM, ich

bin einmal im Jahr »event-gläubig«. Ich

gehe in die Kirche. Ich mag das Besinnliche!

Heiligabend ist wahrscheinlich der

Grund, der mich vom Austritt abhält...

2) Familie oder Flucht?

Familie!! Hallo?!? Kroketten, Rotkohl,

Klöße, Puter, kiloweise Eis und Traditionskekse!

Einmal im Jahr exakt genau

so, wie man es immer hatte... Und die

bucklige Verwandtschaft zu sehen ist

auch »schön«!

3) Lametta oder Lady Gaga?

Weder noch! Lametta geht gar nicht. Das

Zeug versaut jede Tanne! Lady Gaga ist

auch Quatsch! Soll ich mich zur Feier

draußen nackt auf nen Eisblock setzen?!

Weihnachten machen wir mal ohne Trend.

Alte Musik, viele Kugeln und 73 515 Lichterketten,

dann 350 Tage einmotten und

Wham! verfluchen.

4) Weihnachten ist für mich:

Schachduell mit meinem Vater.

(Noch NIE gewonnen!)

Foto: hr

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Schüler AZ | DIE SCHÜLERZEITUNG der Gießener Allgemeinen Zeitung/Alsfelder Allgemeinen Zeitung

Foto: Viktoria Chiara Hägel

Ganz nah dran an den Fahrern: Autorin Viktoria Chiara mit Pramac-Ducati-Fahrer Andrea Iannone.

Fan-Report aus Misano

»Die Gänsehaut geht nicht mehr weg«

Dass man im Motorsport Glück haben muss, ist allgemein bekannt. Dass das aber

nicht nur für die Fahrer, sondern vielmehr auch für die Fans gilt, wissen die wenigsten!

Ich habe Glück! Glück, dass meine Eltern ihrer Motorsport infizierten Tochter – die

jetzt auch noch ihre Schwester angesteckt hat – gerne finanziell aushelfen.

Es ist wirklich interessant, was ein echter

Motorsportfan so alles auf sich nimmt –

und noch viel interessanter, was er alles

bezahlt. Das fängt bei den Tickets an,

beläuft sich zudem auf eine eventuelle

Unterkunft plus Verpflegung, von der Anreise

mal ganz zu schweigen, und endet

schließlich mit sämtlichen Fanartikeln und

Merchandising-Produkten.

Einmal live bei einem Rennen dabei zu

sein ist wohl jedermanns Traum. 2012

ging er für mich in Erfüllung. Einmal MotoGP

in Misano (Italien) und zurück. Stehplatztickets

für das Qualifying am Samstag

nach einer regnerischen Nacht auf

dem Campingplatz. Komfort und Erholung?

Fehlanzeige! Aber steht man dann

schließlich in einem Pulk aus Tausenden

italienischen Valentino-Rossi-Fans, weiß

man wieder, warum man all das auf sich

nimmt. Eine unglaubliche Atmosphäre,

die wohl nur in Italien so einzigartig und irgendwie

ganz besonders ist. Wir wussten

genau: Das müssen wir nochmal machen!

Und genau hier liegt das Problem – diese

Motorsporterfahrungen machen süchtig!

2013 also sollte es nochmal besser

werden. Nicht nur dass Rossi wieder auf

der Yamaha saß und somit Siegchancen

hatte, nein, diesmal gönnten wir uns

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Schüler AZ | DIE SCHÜLERZEITUNG der Gießener Allgemeinen Zeitung/Alsfelder Allgemeinen Zeitung

VIP-Tickets! Für Samstag und Sonntag!

Natürlich wieder in Italien – was nur empfehlenswert

ist.

Als Schüler oder Student verdient man

allerdings nicht viel, sodass wir unser gesamtes

Erspartes für die Tickets opferten

und dann einfach nichts mehr übrig war

und wir im Auto nächtigten. Am Samstag

ging es gleich um 9 Uhr auf die Strecke.

Es ist wirklich ein Hammergefühl, einfach

überall durchgelassen zu werden, nur

weil man so ein schlichtes Band um den

Hals hat. Ich muss sagen, für die harte

Schlafgelegenheit wurden wir allein schon

beim Frühstück entschädigt. Mit dem

Cappuccino in der Hand und der Sonnenbrille

auf der Nase ging es raus, direkt an

den Zaun zur Start- und Zielgeraden, um

das erste Training zu sehen. Wahnsinn!

Die Lautstärke ist atemberaubend und die

Gänsehaut bei so viel Nähe zu diesen PS-

Monstern geht gar nicht mehr weg.

Zu einem VIP-Paket gehört natürlich auch

der Besuch des Fahrerlagers. Wow! Diese

ganzen aneinandergereihten Motorhomes,

das bunte Treiben und herumeilende

Mechaniker – da geht der ein oder andere

Fahrer schon mal unter. Der Moment, in

dem man ihm dann gegenübersteht oder

auch nur kurz über den Weg läuft, ist

unbeschreiblich. Der Puls steigt in ungeahnte

Höhen und man ist wie in Trance,

weil man einfach nicht glauben kann,

dass Jorge Lorenzo oder Valentino Rossi

gerade tatsächlich rübergesehen und gewunken

haben! In der VIP-Lounge an sich

ist es aber auch sehr sehr cool. Zumal

niemand damit rechnete, an diesem Ort

zwei Schülern zu begegnen. Ich glaube,

wir saßen mit Leuten an einem Tisch, die

wir im »normalen Leben« niemals so nah

zu Gesicht bekommen hätten. Ob Engländer,

Holländer oder Italiener, ja sogar mit

einer Gruppe aus Neuseeland kamen wir

ins Gespräch! Alle sehr sympathisch und

immer für einen Smalltalk zu haben.

Den besten Einblick in die ganze Arbeit an

solch einem Wochenende bekommt man

während der Pitlane-Tour – die Boxengasse

ist hierbei für 30 Minuten für VIPs und

Teamgäste geöffnet. Ja, das wär’s – von

einem MotoGP-Rennstall einmal als Gast

eingeladen zu werden! Für uns Normalsterbliche

wahrscheinlich ein ewiger Traum!

Wenn man diese Touren einmal mitgemacht

hat und Fahrern wie Marquez einmal

bis auf wenige Zentimeter nahe kam,

merkt man: Auch diese Vollblut Racer sind

im Grunde genommen nur ganz normale

Menschen, die viel lieber die Kamera

scheuen würden, als die meiste Zeit vor

ihr zu stehen.

Die Rennen am Sonntag waren einmalig.

Mit jeder Motorradklasse, die an Start und

Ziel vorbeirauschte, wurde es lauter, bis

dann schließlich der unverwechselbare

Sound der GP-Maschine ertönt.

Klar, vor dem Fernseher zu Hause sieht

man im Grunde mehr, aber diesen Gänsehautfaktor

will man einfach nie wieder

missen! Der Höhepunkt folgte nach dem

Rennen. Tausende Fans stürmen die Strecke

und plötzlich steht man ganz vorne

in einem gelben Meer und bekommt ein

unglaubliches Gefühl von Einheit. Wenn

man dort steht, mit Fans die »nur« ein

Stehplatzticket haben und nun im Chor

»Vale, Vale, Vale« rufen... Niemals wieder

– und ich bin mir sicher –, nirgendwo

anders spürt man so viel Liebe. Für dieses

Gefühl gibt es keine Worte.

Überhaupt ist Motorsport in Italien etwas

ganz Besonderes. Gut, wir haben mit

Vettel auch einen erfolgreichen deutschen

Formel-eins-Fahrer, aber Monza ist ja

auch nochmal einmaliger als der Hockenheimring

oder der Nürburgring.

Die MotoGP-Strecke liegt in Misano und

damit direkt an der italienischen Adria.

Unvergesslich die Strandpromenade mit

den vielen Restaurants, in denen man

immer wieder dem Motorsport begegnet.

In den vielen kleinen Shops etwa, in

denen man so ziemlich alles kaufen kann,

was das Fan-Herz begehrt. Und wenn

man an einem Samstagabend entspannt

durch die Straßen schlendert, um den

anstrengenden Tag auf der Rennstrecke

ausklingen zu lassen, hört man – Motorengeräusche!

Nein! In Italien kennt man,

was diesen Sport betrifft, kein Ende! Es

weckt die Neugier und man folgt dem

Geräusch. Ein Grasbahnrennen! Mitten

in Misano, keine 15 Minuten vom Strand

entfernt! Wahnsinn. Die Grasbahn ist nur

provisorisch – um genau zu sein: typisch

italienisch – durch Sperrbänder und kleine

Zäune von den Fans abgegrenzt. Und das

ganze Spektakel ist kostenlos! Man darf

einfach überall hin. Sogar mit den Fahrern

kann man leicht reden, da diese unter einfachen

Zelten neben ihren Bikes stehen

und mindestens genauso viel Spaß haben

wie die vielen Motorsportverrückten. So

etwas erlebt man nur in Italien!

Alles in allem war es ein unvergessliches

Wochenende. Ein ganz besonderes Erlebnis.

Und natürlich wollen wir das 2014

wiederholen! Ob als VIP oder Fan auf der

Naturtribüne spielt keine Rolle. Solange

das Herz dafür schlägt, nimmt man vieles

auf sich, um Momente, wie die an diesem

Wochenende erlebten, zu genießen und

darauf zurückblicken zu können. Denn

was bleibt sind die Erinnerungen. Und die

sind um einiges stärker und bedeutsamer

als alle gesammelten Autogramme und

Fotos zusammen. Viktoria Chiara Hägel

Siegerehrung mit Jorge Lorenzo auf dem ersten, Dani Pedrosa auf dem zweiten

und Marc Marquez auf dem dritten Platz.

Foto: Viktoria Chiara Hägel

29


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Ein Buch und eine Couch…

… mehr braucht man an manchen Wintertagen nicht. Damit euch nicht der Lesestoff

ausgeht, haben wir zwei Bücher für euch herausgesucht, die euch einen spannenden

Nachmittag bescheren.

Auf Identitätssuche

Wohin gehöre ich? Diese Frage stellt sich

der 15-jährige Adam des Öfteren. Er lebt

gemeinsam mit seiner Mutter am Rande

der Stadt. Wer sein Vater ist, weiß er nicht.

Fragt er seine Mutter nach ihm, bekommt

er keine Antwort. In der Wohnung fühlt

Adam sich nicht wohl, im Sommer schläft

er nachts auf dem Balkon. Geschlossene

Räume sind nichts für ihn. Den Zugang zu

seiner Mutter scheint er mehr und mehr

zu verlieren, sie mag nichts mehr essen

und ihr ein Lächeln abzuringen – das

schafft er nur sehr selten.

Immer öfter zieht es ihn nach draußen,

in den Wald. Auf eigentümliche Weise

fühlt sich Adam zu Bäumen hingezogen.

Wenn er bei ihnen im Wald ist, wird er

innerlich ruhig und ausgeglichen. Eines

Tages beschließt Adam, seinen Vater zu

suchen. Er will nicht mehr in die Schule

gehen, sondern sich einen Job suchen

und ausziehen. Zu den Menschen um sich

herum baut er immer mehr Distanz auf.

Der alte, unheimliche Nachbar, aus dessen

Wohnung ständig unzählige Motten

herausfliegen, schimpft ihn einen »Baumbastard«.

Nur Adams Freund Mattes, der

bei einem Autounfall seine ganze Familie

verloren hat, bleibt an seiner Seite und

steht hinter ihm. Und da ist auch noch die

türkischstämmige Aysha – Adams große

Liebe. Wäre nur nicht ihre Familie gegen

eine Beziehung. Aber wer weiß, vielleicht

gibt es für die beiden trotz vieler Hürden,

doch noch ein Happy End... (dar)

»Adam und das Volk der Bäume«, Katja Behrens,

dtv Reihe Hanser, 180 Seiten, 14,95 Euro.

Weltschmerz und Freundschaft

Marek ist ein Junge, den Lehrer wohl als

schwierig bezeichnen würden. Doch einen

Klassenraum hat der Jugendliche schon

seit etwa einem Jahr nicht mehr betreten.

Seit dem Tag, an dem er von einem

Kampfhund angefallen wurde und sein

ihm bis dahin vertrautes Gesicht verloren

hat. Marek ist wütend, will mit der Welt

nichts mehr zu tun haben. Dann lotst ihn

seine Mutter auch noch heimlich in eine

Selbsthilfegruppe für »Krüppel«. So unterschiedlich

die Jugendlichen dort sind, das

Eine haben sie alle gemeinsam: Freiwillig

ist keiner von ihnen gekommen. Und

doch haben sie nach kurzer Zeit schon

ein gemeinsames Projekt, für das sie

einander brauchen. Auch wenn es keiner

zugeben würde: Vielleicht gibt es da sogar

so etwas wie Freundschaft. Und dass nur

ein Mädchen der Gruppe angehört – und

dazu noch ein äußerst hübsches – sorgt

für weitere Gefühlsverwirrungen. Ein

plötzlicher Todesfall reißt Marek dann aber

aus der Gruppe heraus und konfrontiert

ihn mit ganz anderen Problemen: Einer

Stiefmutter, die Gefallen an Marek findet,

einem Bruder, der sich vor seinem Gesicht

fürchtet, und einer großen Trauergemeinde,

der man nur schwer entkommen

kann.

Auf jeder Seite von Alina Bronskys Roman

»Nenn mich einfach Superheld« spürt man

die Trauer und die Wut von Marek über

sein Schicksal, ohne dass er einen tiefen

Blick in sein Gefühlsleben zulässt. Obwohl

man merkt, dass er in Selbstmitleid zu versinken

droht, rutscht die Geschichte nie in

Gefühlsduselei ab, immer ist da jemand,

der Marek zurück in die Realität holt. Ein

sehr lesenswertes Buch über einen Jungen,

der ein Schicksal meistert, das für die

meisten unvorstellbar grausam ist. (kan)

Alina Bronsky: Nenn mich einfach Superheld,

Kiepenheuer & Witsch, Köln, 2013, 240 Seiten,

16,99 Euro.

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Weihnachtsmärkte in der Region




Gießen

Innenstadt 29. 11. bis 22. 12

Mo. bis Do. 11.00 bis 21.00 Uhr

Fr. und Sa. 11 bis 22 Uhr

So. 12.30 bis 21 Uhr

Amöneburg

Kirchplatz 7. 12.

10.00 bis 20.00 Uhr

Aßlar

Backhausplatz 7./8. 12.

Sa. 12.00 bis 22.00 Uhr

So. 11.00 bis 19.00 Uhr

Atzbach

alter Ortskern 7./8. 12.

Sa. 15.00 bis 20.00 Uhr

So. 11.00 bis 20.00 Uhr

Buseck

Kirche Beuern 7. 12.

14.30 Uhr

Bad Nauheim

Sprudelhof 13. bis 15. 12.

Fr. 16.00 bis 22.00 Uhr

Sa. 12.00 bis 22.00 Uhr

So. 11.00 bis 20.00 Uhr

Johannesberg 6. bis 8. 12.

Fr. 18.00 bis 22.00 Uhr

Sa. 13.00 bis 23.00 Uhr

So. 11.00 bis 18.00 Uhr

Biebertal

Fellingshausen 7. 12.

15.00 Uhr an der Linde

Vetzberg 7. 12.

14.30 bis 22.00 Uhr

Burgplatz Obergasse

Biedenkopf

Marktplatz 13. bis 15. 12.

Fr. 15.00 bis 20.00 Uhr

Sa. 12.00 bis 22.00 Uhr

So. 12.00 bis 18.00 Uhr

Butzbach





Marktplatz 1. 12.

13.00 Uhr

Burg Herzberg

Burghof 14./15. 12.

Sa. 11.00 bis 21.00 Uhr

So. 11.00 bis 18.00 Uhr




Büdingen

Rund um

den Oberhof 4. bis 8. 12.

Mi./Do. 15.00 bis 20.00 Uhr

Fr. 15.00 bis 22.00 Uhr

Sa. 13.00 bis 22.00 Uhr

So. 11.00 bis 20.00 Uhr

Braunfels

Altstadt 7./8. 12.

Sa./So. 11.00 bis 20.00 Uhr

Dillenburg

Wilhelmsplatz 8. 12.

10.00 bis 18.00 Uhr

Ebsdorfergrund

Bürgerzentrum

Hachborn 14./15. 12.

Sa. 15.00 bis 22.00 Uhr

So. 11.00 bis 19.00 Uhr

Freienseen

Wintergasse 6. 12.

11.00 Uhr

Friedberg

Kaiserstraße 7. 12.

10.00 bis 16.00 Uhr

Grünberg

Marktplatz 6. bis 8. 12.

Fr. 19.00 bis 23.00 Uhr

Sa. 11.00 bis 20.00 Uhr

So. 11.00 bis 19.00 Uhr

Queckborn

Kirche 14. 12.

15.00 Uhr

Geilshausen

Ortskern 7. 12.

11.00 Uhr

Gedern

Schlosshof 1. 12.

13.00 bis 18.00 Uhr

Hessenpark

Marktplatz

Adventsmarkt 1. 12.

11.00 bis 19.00 Uhr

Weihnachtsmarkt 14./15. 12.

12.00 bis 20.00 Uhr

Hungen








Schlosshof 7. 12.

12.00 Uhr

Herborn

Innenstadt 25. 11. bis 23. 12.

tgl. 12.00 bis 19.00 Uhr

Homberg/Ohm

Schloss 14. 12.

14.00 Uhr

Langgöns

Moorgasse, Mühlberg,

Amtshausstraße 7./8. 12.

Sa. 16.00 bis 21.00 Uhr

So. 14 bis 20.00 Uhr

Am alten Feuerwehrhaus

»Weihnachtsmarkt für

den guten Zweck« 23.12.

17.00 bis 21.30

Lahnau

Waldgirmes, Zentrum

Kirchstraße 30. 11./1. 12.

11.00 bis 18.00 Uhr

Lauterbach

Hohausgarten,

Eisenbacher Tor

6. bis 8. u. 13. bis 15. 12.

Fr. 16.00 bis 22.00 Uhr

Sa. 11.00 bis 20.00 Uhr

So. 12.00 bis 20.00 Uhr

Laubach

Marktplatz 1. 12.

11.00 Uhr

Linden

Leihgestern,

Heimat museum, 30. 11./1. 12

ab 11.00 Uhr

Limburg

Innenstadt 29. 11. bis 29. 12.

10.00 bis 20.00 Uhr

Lollar

Holzmühler Weg 78

1./8./15./22. 12.

14.00 bis 17.00 Uhr

Festhalle Salzböden 7.12.

17.00 Uhr

Marburg

Innenstadt, Elisabethkirche

30.11. bis 23.12.

tgl. 11.00 bis 20.00 Uhr

So. 12.00 bis 20.00 Uhr

Reiskirchen

Innenstadt 7. 12.

11.00 bis 18.00 Uhr

Romrod









Schlosshof 7./8.12.

12.00 bis 20.00 Uhr

Ronneburg

Burg 1./7./8./14./15. 12.

11.00 bis 20.00 Uhr

Schlitz

Marktplatz

1./7./8./14./15./21./22. 12.

12.00 bis 20.00 Uhr



Schotten

Altstadt 30.11./1. 12.

11.00 bis 20.00 Uhr

Utphe

Hofgut Müller 22. 12.

12.00 bis 18.00 Uhr

Ulrichstein

Stadtplatz

Adventsmarkt 30. 11./1. 12.

10.00 bis 17.00 Uhr

Museum Ulrichstein

Weihnachtsmarkt 15. 12.

12.00 bis 20.00 Uhr

Vogelsberg

Hoherodskopf 21./22. 12.

Sa. 13.00 bis 21.00 Uhr

So. 11.00 bis 19.00 Uhr

Wettenberg

Heimatmuseum


Krofdorf-Gleiberg 1.12.

14.00 bis 18.00 Uhr

Rund ums Rathaus

Krofdorf-Gleiberg 14./15.12.

Sa. 14.00 bis 21.00 Uhr

So. 11.00 bis 20.00 Uhr





Weilburg

Marktplatz

14./15. und 21./22.12.

Sa./So. 12 bis 20.00 Uhr


Wetzlar

Schillerplatz/Altstadt

30.11. bis 28.12.

Mi. bis Sa. 10.30 bis 21.30 Uhr

So. bis Di. 10.30 bis 22.30 Uhr

25. 12. von 12 bis 22.30 Uhr

Bahnhofstraße

Mo. bis Sa. 10.30 bis 21.00 Uhr

So. 12.00 bis 21.00 Uhr

25.12. von 12.00 bis 21.00 Uhr



✮ ✮






31


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Apps

Vorfreude

Als Kinder haben wir die Tage bis Weihnachten

am Adventskalender abgezählt.

Als kleinen Vorgeschmack kam am 6.

Dezember schon mal der Nikolaus, damit

die Wartezeit nicht so lang wird. Natürlich

hat das Auftauchen des Mannes mit dem

roten Mantel eigentlich eine andere Bedeutung,

aber das konnte man angesichts

des prall gefüllten Jutesacks schon mal

vergessen. Jedenfalls steigert sich in der

Vorweihnachtszeit mit jedem Tag die Freude

auf das Fest. Wir hängen Dekoration

auf, zünden die Kerzen am Adventskalender

an und schmücken den Tannenbaum.

Doch damit nicht genug:

Jetzt können wir auch unser

Smartphone schmücken. Dafür

gibt es verschiedene Apps.

Zum Beispiel »Weihnachten

Countdown«. Dieses Android-

Programm bringt einen Live-

Hintergrund auf das Handy, der

im Wechsel einen funkelnden und sich

drehenden Weihnachtsbaum sowie einen

Countdown abbildet, dazu fallen Schneeflocken.

Der Countdown zählt die Tage,

Stunden, Minuten und Sekunden bis zum

Fest herunter. So hat man immer im Blick,

wie viel Zeit noch bleibt, die

letzten Geschenke zu besorgen

oder für das Essen

einzukaufen, das man den

Eltern versprochen hat.

Damit haben sich die

Funktionen der kostenlo-

sen App aber auch schon erschöpft. Wer

auf die Vollversion für 1,49 Euro aufrüstet,

kann die Lichter in anderen Farben

erstrahlen lassen und eigene

Countdowns einstellen.

http://goo.gl/v5my3

Webtipps

Die Bescherung ist wohl einer der schönsten Momente

an Weihnachten. Alle sind gespannt, was ihre Lieben

für sie ausgesucht haben. Doch nicht immer erfüllt das

Geschenk die Erwartungen. Manchmal steht oder liegt

es dann noch ein paar Wochen in der Ecke, aber irgendwann

stellt sich die Frage, ob man es nicht vielleicht lieber entsorgen

sollte. Anstatt es in die Tonne zu werfen, kann man aber

auch versuchen, es im Internet loszuwerden.

Der Klassiker ist natürlich Ebay. Hier kann man praktisch alles

kaufen und verkaufen, entweder über die ganz normale Versteigerungsplattform

oder über die Ebay-Kleinanzeigen. Über

Kleinanzeigen funktioniert auch das Portal www.kalaydo.de.

Ähnlich wie der größere Bruder ist auch diese

Webseite nach Kategorien

sortiert, lokale

Suchen sind

ebenfalls möglich.

Genauso funktioniert

auch www.

quoka.de. Bleibt

also nur noch die

Qual der Wahl,

sich für einen Anbieter

zu entscheiden.

Manchmal stellt

sich aber auch ein anderes Problem: Endlich lag das neue

Handy oder die neue Kamera unter dem Baum – wohin mit dem

alten Kram? Auch dafür gibt es Lösungen. www.wirkaufens.

de beispielsweise nimmt alte Smartphones, Navigationsgeräte,

Konsolen und andere Elektrogeräte an. Der Vorteil: Man gibt den

Gerätenamen ein, macht ein paar Angaben zu Ausstattung

und Zustand und sieht sofort, was man für das Teil noch

bekommt.

Bücher, CDs und DVDs wird man etwa bei www.momox.

de los. Natürlich bekommt man dort nicht den Neupreis,

kann aber vorher abfragen, was das Buch oder die DVD

wert ist. Und wem der Betrag zu gering ist, der kann das

Buch bei www.amazon.de verkaufen, dort kann man

den Preis selbst festlegen.

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DerFischteich

12 8

9

11


1

8 11

8 Angler haben je einen Fisch gefangen – aber welcher

Fisch gehört zuwelchem Angler?

Anfangs- und Endpunkte der Angelleine sind bereits

eingezeichnet. Die Nummern am Rand des Teichs stehen für

die Länge der jeweiligen Angelleine – inklusive des Anfangsund

Endfeldes (also das mit dem

9

Fisch). Die Angelleinen-Segmente Beispiel:

können gerade oder gebogen

sein –nur 180°-Wendungen und

8

Diagonalen sind nicht erlaubt.

Jedes weiße Kästchen muss am

Schluss genau ein Stück der

9

Angelleine enthalten. Dabei

dürfen sie sich weder kreuzen

noch schneiden.

W0043

Sind Sie ein guter Pilzjäger? Ihre Aufgabe

ist es, alle Pilze zu sammeln und in der

Sammel-Reihenfolge durchzunummerieren.

Start-Pilz ist derjenige mit der Ziffer 1.

Halten Sie sich dabei an folgende Regeln:

1. Es sind nur gerade Bewegungen entlang

der vorgezeichneten Linien erlaubt –

vertikal oder horizontal.

2. Bei jeder Begegnung mit einem Pilz

müssen Sie anhalten und ihn pflücken,

indem Sie ihn nummerieren.

3. Nachdem ein Pilz gepflückt wurde, darf

die Richtung gewechselt werden, allerdings

sind 180°-Wendungen verboten. Auch eine

Richtungsänderung ohne Pilz-Begegnung

ist nicht erlaubt.

4. Kommen Sie an eine Stelle, an der Sie

bereits einen Pilz gepflückt, d.h. ihn nummeriert

haben, ist eine Richtungsänderung

verboten, denn dieser Pilz wurde bereits

weggepflückt, und die Stelle ist leer.

5 6

Beispiel:

1 2

4

9 6

X0043

7

3








Die aufgelisteten Wörter müssen in der Grafik gefunden werden. Sie können

von rechts nach links oder von links nach rechts, von oben nach unten

oder von unten nach oben und auch diagonal verlaufen.

ALSO • BANG

COUSIN • DUESE

ESCHE • FELS • FINK

FOCK • GALAXIS

GRAU • GRIMMIG

HABICHT • IOWA

KIWI • KUNGFU

LILA • MAGNUM

NARR • PLUS

RASSE • REZA

SCHEIN • SMOG

TONARM • USER

WANDERN • ZANK

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Die ideale Notlösung

Alle Jahre wieder ist es dasselbe: Weihnachten kommt immer so plötzlich. Auf einmal

ist Heiligabend, und es muss noch ein Geschenk her. Ein Gutschein ist da eine gute

Notlösung. Er darf nur nicht wie eine Notlösung aussehen.

Ein Gutschein als Geschenk geht zur Not

immer – und ist schnell gemacht. Er ist

daher das perfekte Last-Minute-Präsent.

Allerdings kann es schnell lieblos wirken,

einfach nur mit einem Kuli »Gutschein

für 20 Euro« auf eine Karte zu kritzeln.

Persönlicher ist es, wenn der Gutschein

selbstgemacht und am besten auch noch

originell gestaltet wird. »Zuerst muss

ich wissen, was genau ich verschenken

möchte. Die Geschichte baut sich dann

darum auf«, sagte Miriam Dornemann. Die

Autorin aus Stuttgart hat mehrere Bastelbücher

veröffentlicht.

Viel hängt von einer guten Idee ab: Für

eine Bootsfahrt biete es sich zum Beispiel

an, ihn in Form eines Papierschiffs zu

basteln. »Etwa aus Zeitungspapier. Den

dazu passenden Text drucke ich auf einen

Zettel und klebe ihn auf«, sagte Dornemann.

Zu einer Essenseinladung passt ein Plastik-

oder Holzbesteck. »Es kann beispielsweise

mit goldener Farbe angesprüht

oder mit einem schwarzen Edding bemalt

Foto: dpa

werden.« Das Set wird mit einem Band

umwickelt und auf den Gutschein geklebt.

Die Bänder müssen nicht unbedingt

gekauft sein. Ein in Streifen geschnittenes

Geschirrtuch tut es auch und ist sogar

passender.

Eine Alternative zur typischen Kartenform

ist für Dornemann ein Gutschein aus einer

Schachtel. »Eine alte Pralinenschachtel

hat fast jeder zu Hause. Sie wird außen

beklebt und dann passend zum Thema

gefüllt.« Bei einer Einladung zu Kaffee und

Kuchen können zum Beispiel Kaffeebohnen

oder ein Zuckertütchen aus dem Café

beigelegt werden.

Auch der Text auf der Karte muss nicht

unbedingt mit »Gutschein für...« beginnen.

»Das eigentliche Geschenk kann erst im

Inneren der Karte aufgelöst werden. Bei

einem Saunabesuch steht dann außen auf

der Karte ›Lust auf Entspannung?‹«, sagt

Dornemann. Erst wenn der Gutschein

aufgeklappt wird, offenbart sich das

Geschenk.

Auch gekaufte Gutscheine, etwa für einen

Klamottenladen, können verschönert

werden, beispielsweise mit einem ausgeschnittenen

Kleidchen aus Tonpapier. Der

Gutschein klebt dann am besten so auf

dem Tonpapier, dass es aussieht, als halte

das Kleid ihn im Arm.

Lösungen



BUCHSTABENSALAT

Fischteich

10 11

9 12 13

4 3

5 6

8 1 2 7

Pilzjagd

Dies ist eine elegante Form der

Frazer-Illusion; die konzentrischen

Intarsien wirken schief, sind aber

tatsächlich gerade und im rechten

Winkel.

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Foto: dpa

Grell und hell

Geliebtes Lichtermeer

In Sachen Weihnachtsbeleuchtung haben die Amerikaner die Nase vorn. Viele Häuser,

Vorgärten und Plätze sind mit Lichterketten und Glitzerdekor übersät. Grell und hell ist

die Devise.

Mit der Dämmerung sollte es dunkler

werden: Nicht so zur Weihnachtszeit in

amerikanischen Vorgärten, wo Plastik-

Nikoläuse, Glitzersterne und bunte Lichterketten

um die Wette strahlen.

Im Dekorieren ihrer

Häuser sind die US-Bürger nicht zu

bremsen. Sie wetteifern mit Lichtershows,

ferngesteuerten Schneemännern, lebensgroßen

Engeln und grellen Leuchtschriften.

Schaulustige rücken mit Kameras

an. Bei einigen Adressen geraten jährlich

Zehntausende Besucher ins Staunen.

Das Brooklyner Viertel

»Bei einigen Adressen geraten

jährlich Zehntausende Besucher ins Staunen.«

Dyker Heights hat in der Weihnachtszeit

längst den Spitznamen »Dyker Lights«

weg. Die New Yorker Wohngegend wird

jedes Jahr zur winterlichen Pilgerstätte.

Strahlende Plastikschneemänner und

Leuchtkrippen weisen den Weg. Dennise

Labella und ihr Ehemann legen selbst

Hand an. »Manche heuern eigens Profis

an, um ihre Häuser zu dekorieren»,

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sagt sie. »Mein Mann braucht einige

Wochen, um alle Lichterketten durchzugehen.

Das Schmücken selbst dauert dann

noch mal zwei Tage.« Doch für sie sind es

Arbeit und Geld wert. »Es ist schließlich

Weihnachten. Und die Kinder lieben es.«

Auch in Manhattan gibt es eine Christmas-Wunderwelt.

Little Italy, rund um die

Mulberry Street, glänzt in weihnachtlicher

Pracht. Girlanden und Kränze schmücken

Fenster und Straßen, füllige Santa-Claus-

Figuren hängen an Balkonen. »Am Ende

sieht es aus wie am Nordpol in Santas

Werkstatt«, begeistert sich Venni Cellav

für das auffällige Dekor. Der Geschäftsführer

des italienischen Restaurants

»Puglia« hat eine simple Erklärung. »Ich

schätze, es liegt daran, dass es hier viele

Restaurants gibt, die sich gegenseitig

überbieten wollen.«

Auch das sonnige Kalifornien wird von

dem Lichterwinter nicht verschont. Hier

gibt es sogar einen Wegweiser zu den

schrillsten »Schmuckstücken«. Auf der

Seite CaliforniaChristmasLights.com

stellte der Webdesigner Alex Doubrov im

vergangenen Jahr mehr als 460 Privathäuser

mit Fotos und Wegbeschreibung vor

– alle sind knallbunt dekoriert.

Unter den besonders sehenswerten

»Must See«-Dekorationen ist ein Haus in

der Ortschaft Fountain Valley, nur einen

kleinen Sprung vom südkalifornischen

Disneyland entfernt. »Wir haben 65 542

programmierbare LED-Lichter«, trumpfen

die Hausbesitzer auf. Abwechselnd blau,

gold und grün strahlt das in Lichterketten

verpackte Haus, vom Gartenzaun bis zur

Dachspitze. Dazu erschallt Musik, jeden

Abend ab Dämmerung bis 23 Uhr.

In John Meyers Vorgarten im nordkalifornischen

Berkeley steigt die Lichtershow

von Ende November bis nach Weihnachten.

Was in den 90er Jahren mit

ein paar Lichterketten begann, ist jetzt

ein Glitzerteppich, der Hecken, Bäume,

Hauswände und das Dach überzieht.

Die ganze Familie wird zum Schmücken

eingespannt, dazu noch Helfer für die

kniffeligsten Arbeiten. Irgendwie muss der

Leucht-Nikolaus in den Schornstein hoch

auf das Spitzdach klettern.

Und wofür der ganze Stress? »Es macht

einfach Spaß zu sehen, wie sich die

Fast sieht es aus wie ein Lebkuchenhaus, was sich hier am Ende des Zuckerstangenpfades

verbirgt.

Kinder begeistern. Manche kommen

jeden Tag«, freut sich Meyer. Staunende

Scharen bahnen sich einen Weg durch

den leuchtenden Vorgarten, vorbei an

Rentieren, Lebkuchenhäusern und riesigen

Zuckerstangen, alles aus Plastik

natürlich. Die höhere Stromrechnung im

Winter nimmt der

Endsechziger gerne

in Kauf. Allerdings

sind ihm auch

Grenzen gesetzt.

»Noch mehr Lichter

können wir nicht

anbringen, sonst

springen die Sicherungen

im Haus

raus.«

Auch Weihnachtsfanatiker

Alex

Doubrov hat die

Dekoration an

seinem Haus in

Livermore längst

auf energiesparende

LED-Lichterketten

umgerüstet. Was

er an Stromkosten

spart, wird sofort

für neue Figuren

Pensionierter Englischlehrer, erfahren

und geduldig, hilft bei allen Problemen,

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Foto: dpa

ausgegeben. Der riesige Santa vor der

Haustüre sei ein echtes Schnäppchen

gewesen, verkündet der zweifache Vater

stolz auf seiner Webseite. Statt den Vorweihnachtspreis

von 350 Dollar zu zahlen,

habe er am Tag nach Weihnachten nur

56 Dollar hingelegt.

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37


Schüler AZ | DIE SCHÜLERZEITUNG der Gießener Allgemeinen Zeitung/Alsfelder Allgemeinen Zeitung

Foto: dpa

So ein Weihnachtsbaum will gut ausgesucht sein. Schließlich soll er allen Familienmitgliedern gefallen.

Der etwas andere Urlaub

Nach 25 Jahren kennt Weihnachtsbaumverkäufer Christoph Ries seine Kunden. Da ist

der Schnäppchenjäger, der Anfänger, der Nostalgiker und der Unentschlossene. Alles

sehr unterschiedliche Typen. Doch für alle gilt der Rat: Nie bei Dunkelheit kaufen!

Christoph Ries ist 45 Jahre alt, und 25

Jahre davon verkauft er schon Weihnachtsbäume.

Nicht hauptberuflich, denn

wie man weiß, sind Weihnachtsbäume ein

Saisongeschäft. Nein, er macht

das im Urlaub.

»Glaubt mir zwar keiner, ist aber so«, sagt

er. »Zehn Tage frische Luft, zehn Tage

körperliche Arbeit – das hab ich sonst

nicht.« Der Verdienst sei zweitrangig –

»ein besseres Taschengeld«. Der Diplom-

Sportlehrer, der in Werl bei Dortmund

ein Fitnessstudio betreibt, wurde vor 25

Jahren von einem Holzbauern

aus dem Sauerland für den Job in

Köln engagiert. Der Bauer ruft ihn seitdem

jedes Jahr im Oktober wieder an. »Und

obwohl ich mir am Ende der zehn Tage

immer schwöre ›Diesmal war’s das letzte

Mal‹, sag ich dann doch wieder zu.« Die

Kälte, den Wind und die Schneestürme –

all das hat er im Oktober wieder verdrängt.

»Das ist wie mit Geburten.«

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In all den Jahren ist Ries natürlich zu

einem absoluten Weihnachtsbaumkenner

geworden. Sein wichtigster Tipp:

Immer im Hellen kaufen! Denn abends im

Scheinwerferlicht sieht man die braunen

Nadeln nicht. Außerdem sollte man zu

Hause messen, wie hoch der Baum sein

darf, und dann einen Zollstock mitnehmen.

Nach 25 Jahren Erfahrung teilt Ries seine

Kunden in sechs Kategorien ein. Kategorie

eins: Männer, die allein kommen.

Sie fragen, welchen Baum sie nehmen

sollen, schauen ihn sich kurz an, nehmen

ihn und bezahlen den Preis, der verlangt

wird. Kategorie zwei: Das mittelalte Ehepaar.

Es lässt sich einen Baum empfehlen,

schaut sich dann noch 20 Minuten

um und nimmt am Ende doch den ersten.

Die dritte Gruppe bilden Studenten

– überwiegend Anfänger mit hohem

Beratungsbedarf. »Die wollen alles

Mögliche wissen: ›Braucht der Wasser?

Wie kommt man an den Schmuck?‹

Viele wissen noch nicht mal, dass der

nicht von alleine steht, sondern dass sie

einen Tannenbaumständer dafür brauchen.

Die waren bisher von zu Hause

gewohnt, dass der Baum an Heiligabend

einfach da war.« Dann sind da die Älteren.

Sie tendieren zum kleineren Baum

Unkomplizierter Weihnachtsbaum

und fragen schon mal nach Rotfichte.

Aber: »Rotfichte war früher.« Heute ist

Nordmanntanne angesagt, mit dichteren

Zweigen, aber auch doppelt so

Wenn Christoph Ries Urlaub macht, dann bedeutet das Kälte und Schnee statt

Sonne und Sandstrand.

Foto: dpa

Egal ob Christ oder Atheist, Muslim

oder Jude – der Weihnachtsbaum

spricht alle an. Warum das so ist, erläutert

die Volkskundlerin Oliwia Murawska

von der Universität Münster.

Warum stellen sich auch Muslime einen

Weihnachtsbaum auf?

Oliwia Murawska: Der Weihnachtsbaum

ist als Symbol unkompliziert, weil er

kein genuin christliches Symbol ist. Er

wurde weder von der Kirche initiiert

noch spielt er im Gottesdienst eine

entscheidende Rolle. Er kam auch erst

sehr spät in die Gotteshäuser, und dann

auch eher als Schmuck.

Wenn der Weihnachtsbaum kein genuin

christliches Symbol ist, wie Sie sagen, wofür

steht er dann sonst noch?

Murawska: Das wechselt immer, je nach

Zeit und gesellschaftlichem Kontext.

Im 19. Jahrhundert zum Beispiel symbolisierte

er die bürgerliche Familienidylle,

heute sind es auch Medien und

Werbung, die das Bild vom Weihnachtsbaum

mitprägen. Für dieses Bild sind

in unserer heutigen globalisierten Welt

viele empfänglich, unabhängig von der

Religion.

Ist der Weihnachtsbaum heutzutage nicht

in erster Linie ein Symbol für Kommerz und

Konsum?

Murawska: Auf keinen Fall, denn er

erfüllt ja viele unterschiedliche Bedürfnisse.

Zum Beispiel nach Licht in der

dunklen und kalten Jahreszeit. Nach

Atmosphäre, er vermittelt diesen ganz

speziellen Zauber. Und nach Natur.

Gerade im städtischen Milieu, aus dem

der Weihnachtsbaum stammt, erfüllt er

ein Bedürfnis nach ländlicher Idylle. Und

er ist auch nach wie vor ein wichtiger

Bestandteil des Familienfestes.

teuer. Rotfichtenkäufer sind in der Regel

Nostalgiker, erklärt der Weihnachtsbaumverkäufer.

In die fünfte Kategorie fallen überzeugte

Villenbesitzer, die eine Vier-Meter-Tanne

ordern – der Preis ist Nebensache. Am

Ende kommen die Schnäppchenjäger.

Sie sehen sich endlos um, kaufen nichts,

sondern prüfen erst noch andere Stände.

»Kurz vor Weihnachten kaufen sie dann

schließlich den letzten Ramsch und denken

noch, sie hätten ein Schnäppchen

gemacht.« Seinen eigenen Baum sucht

sich Ries ganz spontan aus: »Ich packe

irgendwann einen aus und sage: Das ist

meiner!«

Für Spätentschlossene hat Ries auch an

Heiligabend noch geöffnet. Anschließend

muss er sich sputen, um rechtzeitig zu

seiner Frau und seinen beiden Töchtern

zu kommen. Vor drei Jahren, als wir in

Deutschland eine weiße Weihnacht erlebten,

hat er für diesen Weg sechs Stunden

gebraucht. »Fast wäre ich zu spät zur

Bescherung gekommen.« Und das wäre

für einen Weihnachtsbaumverkäufer natürlich

besonders tragisch gewesen.

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EINSENDESCHLUSS

15. JUNI 2014

2014

Ein Unternehemen der OVAG-Gruppe.

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