Besuch in Gießen Besuch in Gießen - Gießener Allgemeine

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AM MAiN

Marek Fis:

der Grenzüberschreiter

Einbrecher, Autoknacker, Hooligan, Schwarzarbeiter: Wenn das die Klischees sind, die

Deutsche von Polen haben, dann war es wirklich an der Zeit, dass Marek Fis auf den Plan

getreten ist. Der Komiker spielt mit Vorurteilen auf beiden Seiten, verwendet sie bis an die

Grenze zur Geschmacklosigkeit, hält damit seinem Publikum den Spiegel vor. Und zeigt so

klare Kante. Zu sehen am 12. Februar in der Käs.

Comedians brauchen wegen der schieren

Masse an Konkurrenz ein Alleinstellungsmerkmal.

Ein Satz, ein Wort oder eine

Marotte. Marek Fis zieht sich seine graue

ausgeleierte Jogginghose hoch bis unters

Kinn und präsentiert sein mächtiges Gemächt.

Seine Witze zielen dafür meist unter

die Gürtellinie. Einige Rezensenten können

damit nichts anfangen. Sie werfen ihm vor,

grenzwertige Kalauer auf Kosten anderer zu

fabrizieren. Den Comedian, der eigentlich

Wojciech Oleszczak heißt und mit fünf

Jahren zusammen mit seiner Familie nach

Deutschland gekommen ist, lässt solche

Kritik kalt. Stand-up-Comedy, hat er in

einem Interview gesagt, dürfe »keine

weichgespülte Scheiße« sein. Man brauche

vielmehr eine Haltung.

Dabei spielt der in Berlin lebende Oleszczak

mit offenen Karten: Seine Figur hört auf den

Namen Fis – ausgesprochen »Fies« – und

läuft mit im Schritt ausgebeulter Jogginghose,

rot-weißem Polska-T-Shirt und einer

Flasche Vodka oder Bier in der Hand herum.

Jedes Klischee über Polen kommt in seinen

Nummern auf die eine oder andere Weise

zur Sprache und wird so weit gedehnt, bis

es kaum noch geht. Das ist dann meistens

der Moment, bei dem den Zuhörern das

Lachen im Hals stecken bleibt. So lautet

einer seiner noch harmloseren Gags, sein

Vater habe ihm immer gesagt, er sei gar

kein richtiger Pole. Denn er sei viel zu doof

zum Klauen und viel zu fett zum Weglaufen.

Übertrieben und uninspiriert sagen

die einen. Es sei einfach eine derbe Rolle,

antwortet Oleszczak. Wellness-Comedy,

das wolle er nun wirklich nicht machen. Er

ist kein zweiter Mario Barth, an dem er sich

Veranstaltungen in Frankfurt

Sonntag, 2. Februar

Vampire, Wölfe und Scheintote

Friedhofsgruseln zwischen Legenden und

Wirklichkeit. Die Führung übernimmt

Sascha Stefan Ruehlow. Ab 14 Jahren.

➛ 14.45 Hauptfriedhof

Dienstag, 4. Februar

Mogwai

Postrock direkt auf die Zwölf. Bei den Schotten

darf gerockt, aber auch geträumt werden.

➛ 20.00 Neue Batschkapp

Donnerstag, 6. Februar

Fjarill & Band

Das schwedisch-südafrikanische Folkpop-

Duo lebt in Hamburg und hat 2011 den

deutschen Weltmusikpreis erhalten.

➛ 20.00 Brotfabrik

Push Up 1-3

Menschen auf dem Weg in die Chefetagen,

in die Auslandsvertretung oder ins berufliche

Aus – das Dialogstück beschäftigt sich mit

der Karriereleiter in einem Großkonzern.

➛ 20.00 Katakombe

Ja, Panik

Nach »DMD KIU LIDT« sind unsere Lieblingsösterreicher

zurück. Wir sind gespannt.

➛ 20.00 Zoom

Freitag, 7. Februar

Multikulturelles Bahnhofsviertel

Eine Reise durch die Kontinente in dem

Frankfurter Quartier, das sich innerhalb weniger

Jahre stark gewandelt hat.

➛ 17.45 Haupteingang Hauptbahnhof

Sonntag, 9. Februar

Das Verhör

Kriminalistisches Kammerspiel, das sich zu

einem packenden Psychoduell entwickelt.

➛ 18.00 Fritz-Rémond-Theater

Russell Brand

Zum ersten Mal kommt der Schauspieler

und Ex von Katy Perry, Russell Brand,

mit seiner Stand-up-Comedy-Show nach

Deutschland.

➛ 20.00 Jahrhunderthalle

Dienstag, 11. Februar

The Beards

Sie kommen, um die Invasion der Bärte vorzubereiten.

Also: Rasierer wegwerfen oder

-schließen und hemmungslos rock’n’rollen.

➛ 20.00 Nachtleben

Mittwoch, 12. Februar

Marek Fis

Der selbst ernannte Ostblock-Latino nimmt

sich in seinem neuen Kabarettprogramm der

Baustelle Europa an. Das kann ja heiter werden.

➛ 20.00 Die Käs

Freitag, 14. Februar

William Fitzsimmons

Ein kleines Juwel in Zeiten, in denen Casting-

Pop und Texte auf Grundschulniveau einem

häufig das Hirn vernebeln. Texte so wahr, be-

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