Regulierungsversuche in geschützten Gebieten, Schwerpunkt ... - GfG

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Regulierungsversuche in geschützten Gebieten, Schwerpunkt ... - GfG

Neophyten in Rheinhessen


Regulierungsversuche in geschützten

Gebieten, Schwerpunkt Orientalisches

Zackenschötchen (Bunias orientalis)

GFG, 24. September 2013 Obrigheim

Referent René Reifenrath


Erkennung einer Handlungsnotwendigkeit

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Erkennung

• Kreuzblütler (4 gelbe Kronblätter)

• Grundrosette, Blätter lanzettlich bis fiederspaltig

• Rötliche Drüsen an Stängel und Blütenstand

• Blütenstand sparrig verzweigt

• Frucht ist ein schief eiförmiges Schötchen mit

ausgezogener gekrümmter Spitze

• Ausdauernde Art (> 10 Jahre)

• Tiefwurzler, mit sich verzweigender Pfahlwurzel und

zahlreichen Regenerationsknospen

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Rosette

Blüten

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Schötchen

Blütenstand

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Verwechslungsgefahr

Senf (Sinapis alba)

Raps (Brassica napus)

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Problematik

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Invasion in wertvolle Biotope mit Verdrängung seltener

und typischer Arten (hier NSG Wißberg)

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Massive und rapide Ausbreitung

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Entwertung von Weideflächen

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Verbreitung über Straßenrandmahd, Flurbereinigung,

Baumaßnahmen, Landwirte

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Bekämpfung

Zahlreiche Versuche mit Hitze, Ausgraben,

Ausreißen schlugen fehl...

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3–4 malige Mahd zwischen Mai und September kann

zumindest die generative Vermehrung verhindern

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Beweidung durch Pferde/Ponys nützt nicht

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Esel und Kühe fressen Bunias, Schafe nur bedingt

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Erfolgreiche Bekämpfung mittels Betupfen mit

Glyphosat

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In geschlossenen Beständen ist auch eine Bekämpfung

mit Garlon 4 und Rückenspritze möglich (hier

Restrosetten nach intensivster Schafkoppelung)

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Notfalls kann zumindest noch der Blütenstand mit

Garlon 4 vor der Samenbildung erreicht werden

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Empfehlungen (1)

• In Gewässernähe mehrfache Mahd oder intensive

Beweidung mit Kühen oder Schafen; Esel nur auf

trockenem Gelände

• Verschleppen durch Mähgeräte verhindern

• Kein Mulchen

• Samenmaterial über Müllverbrennung entsorgen

• Offene Bodenstellen vermeiden

• Wirksame Bekämpfung setzt Kombination von

mehreren Methoden wie Mahd/Beweidung und

Herbizid voraus

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Empfehlungen (2)

• Förderung der heimischen, standortgerechten

Vegetation durch selektive Herausnahme des

Zackenschötchens in gewässerfernen Gebieten:

- Betupfen mit Glyphosat (bis zum Blühzeitpunkt)

- Rückenspritze mit Garlon 4 in Reinbeständen

(Vorsicht: Gaswirkung auf umgebende Pflanzen

insbesondere auf Kulturen!)

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Empfehlungen (3)

• Beim Einsatz von Tupfstäben ist es generell sinnvoll

eine Markierfarbe einzumischen.

Bessere Übersicht welche Pflanzen behandelt

sind und Verringerung der Anwendungsmenge.

• Sehr effizient ist es zunächst neueinspringende

Pflanzen zu bekämpfen, dieses vermeidet die

Ausbildung einer Samenbank!

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Empfehlungen (4)

• Keine Anwendung von Herbiziden bei Niederschlag

möglich (z.B. im Frühjahr 2013)

Bei längeren Regenphasen ist es sinnvoll die

Pflanzen häufiger zu mähen. Es bilden sich kräftige

Rosetten aus. Diese sind späterhin selektiv mit

Herbiziden erreichbar.

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Zur dringenden Beachtung

Bei der Bekämpfung mit Herbiziden ist nur geschultes

Personal einzusetzen:

•Kenntnis der Zielpflanze

•Pflanzenschutzschulung

in RLP Genehmigung von ADD und

Naturschutzbehörden!

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Vielen Dank für Ihre

Aufmerksamkeit!

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Weitere Arten – Neophyten (1)

Kanadische Goldrute (Solidaga canadensis und

gigantea):

•Unterbinden der generativen Vermehrung:

Konsequentes Ausschneiden der Blüte oder besser

Mahd zur beginnenden Blüte (Mitte-Ende August)

•Bekämpfung: Herbstliches Ausmähen der Bestände,

Betupfen der Neuaustriebe ab ca. 40 cm Höhe (also

über der restlichen Vegetation) bis knapp vor

Blütenbildung, anschließende Nachkontrolle mit

erneutem Schnitt oder Betupfen

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Weitere Arten – Neophyten (2)

Kugeldistel (Echinops ssp.):

•Frühjahr, Frühsommer: Rosetten mit Glyphosat

betupfen

•Ernte der fast verblühten Blüten, inkl. Entsorgung; die

2jährige Pflanze stirbt dann ab.

Achtung: Mindestens eine Blüte (Terminalblüte) muss

verblüht sein! Bei zu früher Behandlung werden die

Pflanzen mehrjährig.

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Weitere Arten – Neophyten (3)

Essigbaum (Rhus thyphina):

• Austriebe ab. 50 cm bis 200 cm: Garlon 4, derzeit im

Test

Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum):

•Tiefes Ausstechen

ACHTUNG, dringend Hautkontakt vermeiden!!!!

•Gewässerfern(!): betupfen mit Glyphosat oder

Garlon4

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Weitere Arten – Neophyten (4)

Staudenknöteriche (Fallopia japonica, sachalinensis

und x bohemica):

•Gewässerfern(!): betupfen mit Glyphosat oder

Garlon4

Glyphosat ist besonders wirksam bei frischen

Austrieben („Spargel“)

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Weitere Arten – Neophyten (5)

Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera):

•Ausreißen und auf einzelnen Haufen ablagern,

optimalerweise vor der Blüte; Pflanzen haben einen

großen Wasserspeicher in den Stängeln, ausgerissene

Exemplare können wieder Anwurzeln, nachblühen und

Springfrüchte ausbilden. Haufen bitte

nachkontrollieren.

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Weitere Arten – Neophyten (6)

Beifußblättrige Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia):

•Vor der Blüte ausreißen (!!!) und auf Haufen ablagern

oder besser entsorgen.

•ACHTUNG! Blühende Pflanzen sind hochallergen und

führen über kurz oder lang zu Asthma

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