zum Tag des offenen Denkmals - Hansestadt Greifswald

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zum Tag des offenen Denkmals - Hansestadt Greifswald

Vorwort

Seinen Ursprung hat der Tag des offenen Denkmals in Frankreich. Erstmals 1984

veranstaltet, war er sofort ein großer Erfolg, der sich auf andere europäische Länder

übertrug. 1991 rief der Europarat die »European Heritage Days« ins Leben, an

denen sich 1994 bereits 24 Länder beteiligten. In Deutschland wurde der Tag des

offenen Denkmals 1993 erstmals bundesweit begangen.

Prinzip der Veranstaltung ist, einmal im Jahr Denkmale zu präsentieren, die sonst

nicht allgemein zugänglich sind, über Probleme und Ergebnisse denkmalpflegerischer

Tätigkeit zu berichten, über neueste Forschungsergebnisse zu informieren

und für Denkmalschutz zu werben. Hierbei können neben den hauptberuflichen

Denkmalpflegern auch die vielen privaten Eigentümer, ehrenamtliche Helfer und

engagierte Vereine die Möglichkeit nutzen, über ihre geleistete Arbeit im Rahmen

der Erhaltung historischer Bauten und Stätten zu berichten.

In diesem Jahr steht der Tag des offenen Denkmals bundesweit unter dem Motto

»Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?«. Das Greifswalder

Programm bietet eine Reihe von Punkten zum Tagesmotto, darüber hinaus aber

auch weitere interessante Beiträge, die nicht unmittelbar mit dem Thema in Verbindung

stehen. So wird in Greifswald eine Tradition fortgesetzt, die sich über viele

Jahre bewährt hat.

Das Stadtbauamt und die Abteilung Stadtentwicklung/ Untere Denkmalschutzbehörde

der Universitäts- und Hansestadt Greifswald wünschen viel Freude und interessante

Einblicke.


Inhalt

Programm ................................................................................................................. 2

Rathaus & Markt, Vorträge und Stadtführungen ....................................................... 4

Kustodie der Universität Greifswald, Domstraße 11 .................................................. 5

Institut für Geographie und Geologie, Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 17A ................ 6

Gustaf-Dalman-Institut für biblische Landes- und Altertumskunde, Am

Rubenowplatz 2/ 3 .................................................................................................... 7

Institut für Geschichte der Medizin, Walther-Rathenau-Straße 48 ............................ 8

Evangelische Kirche St. Marien, Marienkirchplatz .................................................... 9

Evangelische Kirche St. Nikolai – Dom, Domstraße ............................................... 10

Evangelische Kirche St. Jacobi, An der Jacobikirche .............................................. 11

Katholische Propsteikirche St. Joseph, Rubenowstraße ......................................... 12

Pommersches Landesmuseum, Rakower Straße 9 ................................................ 13

Quartiersbüro Fleischervorstadt, Rundgang über den Wall .................................... 14

Museumswerft mit Slipanlage, Salinenstraße ......................................................... 15

Altes Elektrizitätswerk, Marienstraße 22-24 ............................................................ 16

Alter Friedhof, Wolgaster Straße ............................................................................. 17

Bockwindmühle Eldena, Wolgaster Landstraße 55 ................................................. 18

Klosterruine, Wolgaster Landstraße ........................................................................ 19

Übersichtskarte Altstadt .......................................................................................... 20

Übersichtskarte Fleischervorstadt und Eldena ........................................................ 21

Tag des offenen Denkmals 2013 – Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Stadtbauamt 1


Programm


Rathaus & Markt, Bürgerschaftssaal

10:00 Uhr, Vortrag

»Kirchen, Bürgerhäuser und Ruinen –

Unbequeme Greifswalder Denkmale?«

André Lutze, Bauhistoriker

10:45 Uhr, Vortrag

»Bewahrenswertes Denkmal oder unbequemer

Hemmschuh des Fortschritts? –

Aspekte der Stadtentwicklung in der 2.

Hälfte des 19. Jahrhunderts.«

Felix Schönrock, Historiker

11:30 Uhr, Präsentation

Broschüre »Greifswalder Beiträge«

André Lutze


Evangelische Kirche St. Marien,

Marienkirchplatz

11:30 – 17:00 Uhr geöffnet

10:15 Uhr, Gottesdienst

11:30 – 12:00 Uhr, Vernissage

»Augenblicke der Vergangenheit – ungewöhnliche

Fotografien von Markus

Dachner aus der Kirche St. Marien«

12:00 – 12:45 Uhr, Kirchenführung von

und für junge Leute

14:00 – 14:30 Uhr, Der Kinderkirchenchor

lädt ein

15:00 – 15:30 Uhr, Orgelkonzert





12:30 Uhr, Führungen

»Ausgewählte, denkmalgeschützte Objekte

in der Altstadt mit Bezug auf die

Vorträge«

André Lutze, Felix Schönrock

Treffpunkt: Haupteingang Rathaus

Kustodie der Universität Greifswald,

Domstraße 11

12:00 – 13:00 Uhr, Vortrag

»Ein Altarflügel, zweckentfremdet als

Brückensteg auf der Insel Hiddensee«

Kathleen Strebe, studentische Hilfskraft

(EMAU)

Konzilsaal des Universitätshauptgebäudes,

Domstr. 11, Eingang III

Institut für Geographie und Geologie,

Friedrich-Ludwig-Jahn-Str. 17A, Innenhof

10:00 – 14:00 Uhr, Führungen

»Ausstellung der Landessammlung«

Stefan Meng, Kurator (EMAU)

Gustaf-Dalman-Institut für biblische

Landes- und Altertumskunde,

Theologische Fakultät,

Am Rubenowplatz 2/3

11:00 Uhr / 13:00 Uhr, Führungen

Prof. Julia Männchen, Kustodin (EMAU)

Institut für Geschichte der Medizin,

Walther-Rathenau-Straße 48

10:00 Uhr, Vortrag

»Medizinischer Alltag in der DDR«

Ramona Meißner-Kellotat, (EMAU)


15:30 – 16:00 Uhr, Orgelführung

15:30 – 16:30 Uhr, Kirchenpädagogische

Führung »Was steht da an der

Wand? – Wandmalereien sind wie ein

Buch«

16:00 – 17:00 Uhr, Vortrag

»Neueste Erkenntnisse zur Gerichtshalle«

André Lutze

ab 11:15 Uhr, Kaffee & Kuchen

Evangelische Kirche St. Nikolai – Dom,

Domstraße

11:00 – 18:00 Uhr geöffnet

10:00 Uhr, Gottesdienst mit Taufe

11:00 & 14:00 Uhr, Skriptorium (Winterkirche)

11:30 Uhr, Gesprächsrunde zur weiteren

Sanierung des Domes

12:00 & 15:00 Uhr, Führungen

13:00 Uhr, Orgelkonzert

14:00 Uhr, Bibliotheksführung

Christine Magin, (Eine vorherige Anmeldung

ist erforderlich!)

17:00 Uhr, Benefizkonzert für die Erhaltung

des Doms

Frauen- und Jugendchor

unter der Leitung von LKMD Frank Dittmer

12:00 – 18:00 Uhr, Infostand des Fördervereins

Eröffnung des Lapidariums in der

Kranstube

Kaffee & Kuchen im Turmcafé

2

Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Stadtbauamt – Tag des offenen Denkmals 2013


Evangelische Kirche St. Jacobi,

An der Jacobikirche

11:30 – 16:00 Uhr geöffnet

Katholische Kirche St. Joseph,

Rubenowstraße

11:00 – 16:00 Uhr geöffnet

10:00 Uhr, Gottesdienst

11:15 Uhr, Orgelführung

Ellinor Muth

12:00 Uhr, Kirchenführung

Dr. Stefan Fassbinder

12:30 – 16:00 Uhr, Filmvorführungen

»Auf den Spuren des Waisenhauses St.

Joseph in Greifswald«, im Gemeindehaus

ab 12:30 Uhr, Kaffee & Kuchen

Pommersches Landesmuseum (PLM),

Rakower Straße 9

11:00 / 13.00 Uhr, Führungen

»Ein verstecktes Denkmal neu entdeckt –

Der Bronzetiger von Philipp Harth«,

Kai Kornow, Kurator (PLM)

Eintritt: 2,00 Euro

Quartiersbüro Fleischervorstadt,

Treffpunkt Bahnhofstraße 16

11:00 Uhr, Rundgang über den Wall

»Die Spuren des alten Botanischen Gartens

auf dem Wall – 250 Jahre nach

Gründung«, Thoralf Weiß

Museumswerft, Salinenstraße

ab 11:00 Uhr geöffnet, Open Ships auf

verschiedenen Schiffen

12:00 Uhr, Führung

»Geschichte, Gegenwart & Zukunft der

Werft«

13:00 Uhr, Hafenrundfahrt

14:00 Uhr, Vortrag

»„Wat, enen Apen schall ick äten?, Nä,

dat do ick nich!“ – Von der Not mit der

Notdurft bis zum Holzfleisch an Bord,

Skurriles aus Quellen zur Schifffahrtsgeschichte«,

Christian Peplow (EMAU)

15:00 Uhr, Führung

»Planken, Kalfatern, Stümen«





16:00 Uhr, Slippen der Zeese „Elisabeth“

17:00 Uhr, Vortrag

»Traditionsschifffahrt vor dem Aus?«,

Crew des „Lovis“

18:00 Uhr, Führung durch die Segelmacherei

»The Spirit of Frau Schulz«

19:00 Uhr, Filmvorführung

»Das geheimnisvolle Wrack«, DEFA

1954

Kaffee & Kuchen, Eis, Flammkuchen

& Pizza, Deftiges vom Grill

Altes Elektrizitätswerk,

Marienstraße 22-24

10:00 – 16:00 Uhr geöffnet

Kostenlose Führungen nach Bedarf

Angebote für Kinder

18.00 – 19.00 Uhr, öffentlicher Gottesdienst,

Freikirchliche Evangelische Gemeinde

Greifswald

Getränke, Kaffee & Kuchen können

käuflich erworben werden.

Alter Friedhof,

Wolgaster Straße

10:00 – 15:00 Uhr geöffnet

Führungen nach Bedarf

»Restaurierte Denkmale seit Bestehen

des Fördervereins«

Informationsstand

Förderverein „Alter Friedhof“ e.V.

Bockwindmühle Eldena,

Wolgaster Landstraße 55

10:00 bis 16:00 Uhr geöffnet

Führungen & Schaudrehen

Förderverein „Eldenaer Mühle“ e.V.

Klosterruine Eldena,

Wolgaster Landstraße

15:00 Uhr, Führung

»Warum stehen die Ruinen?«

André Lutze

Tag des offenen Denkmals 2013 – Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Stadtbauamt 3


Rathaus & Markt, Vorträge und Stadtführungen

Das übergreifende Thema des diesjährigen

Tag des offenen Denkmals »Jenseits des

Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?«

beschäftigt sich mit zentralen Fragestellungen

der Denkmalpflege. Angeregt

wird eine Diskussion in der Öffentlichkeit

darüber, was es wert ist erhalten zu werden

und weshalb. Ebenso sollen Fragen beleuchtet

werden, die sich damit beschäftigen,

was Denkmale unbequem macht und

warum und weshalb die Auseinandersetzung

um den Erhalt von bedeutenden Zeitzeugnissen,

problembehaftet oder nicht, als

Bewahrung des kulturellen Erbes für künftige

Generationen so wichtig ist.

Denkmale stehen z.B. für besondere Ereignisse,

eine außergewöhnliche Geschichte

oder einen einzigartigen baulichen Zustand.

Sie sind Zeugnisse ihrer Zeit in der sie entstanden

sind. Veränderte Rahmenbedingungen

können dazu führen, dass Konflikte

beim Erhalt von Denkmalen entstehen. Oft

stehen unterschiedliche Anforderungen o-

der Interessen der Erhaltung des Denkmals

gegenüber. Es entstehen Spannungen, die

es zu lösen gilt.

Die Greifswalder Bauhistoriker André Lutze

und Felix Schönrock greifen diese Thematik

auf und stellen sie anhand von Greifswalder

Beispielen vor.

Die anschließenden Stadtrundgänge knüpfen

thematisch an und führen zu verschiedenen

Objekten in der Greifswalder Altstadt.

Im Anschluss an die Vorträge wird durch

Herrn Lutze das neue Heft aus der Schriftenreihe

der »Greifswalder Beiträge« präsentiert.

Das Heft beschäftigt sich inhaltlich mit dem

Haustyp des Reihenhauses in Greifswald

vom Mittelalter bis in das 20. Jahrhundert.

Im Bürgerschaftssaal:

10:00 Uhr, Vortrag

»Kirchen, Bürgerhäuser und Ruinen –

Unbequeme Greifswalder Denkmale?«

André Lutze, Bauhistoriker

10:45 Uhr, Vortrag

»Bewahrenswertes Denkmal oder unbequemer

Hemmschuh des Fortschritts? –

Aspekte der Stadtentwicklung in der 2.

Hälfte des 19. Jahrhunderts.«

Felix Schönrock, Historiker

11:30 Uhr, Präsentation

Broschüre »Greifswalder Beiträge«

André Lutze

12:30 Uhr, Führungen

»Ausgewählte, denkmalgeschützte Objekte

in der Altstadt mit Bezug auf die

Vorträge«

André Lutze, Felix Schönrock

Treffpunkt: Haupteingang Rathaus

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Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Stadtbauamt – Tag des offenen Denkmals 2013


Kustodie der Universität Greifswald, Akademische Kunstsammlung,

Domstraße 11

Vom Altarflügel zum Brückensteg und dann

als Kunstobjekt in die Akademische Kunstsammlung

der Ernst-Moritz-Arndt-Universität

Greifswald - so lässt sich kurz die Odyssee

einiger Heiligenfiguren auf einer 153 x

66 cm großen Holztafel beschreiben.

Der aus dem 15. Jahrhundert stammende

Altarflügel gehörte einst zu der Kunstsammlung

der berühmtesten Puppenherstellerin

Käthe Kruse (1883 - 1968), bevor dieser bei

einer "Entrümpelungsaktion" der Universität

Greifswald im Jahre 1962 in der Lietzenburg

in Kloster auf Hiddensee entsorgt

wurde.

Über die spannenden Hintergründe des geretteten

Denkmals und über drei weitere

Kunstwerke, derer sich die Universität zu

DDR-Zeiten im Kohlenkeller bzw. auf Müllhalden

entledigen wollte, erfahren Sie am

8. September:

12:00 – 13:00 Uhr, Vortrag

»Ein Altarflügel, zweckentfremdet als

Brückensteg auf der Insel Hiddensee«

Kathleen Strebe, studentische Hilfskraft

(EMAU)

Konzilsaal des Universitätshauptgebäudes,

Domstr. 11, Eingang III

Die Akademische Kunstsammlung umfasst

über 3000 Objekte der bildenden und angewandten

Kunst, vorwiegend deutscher

und europäischer Herkunft. Daneben zählen

Denkmäler, denkmalgeschützte Räume

und baugebundene Kunst zur Sammlung.

Die ehemalige barocke Saalbibliothek der

Universität, historische Hörsäle oder der

letzte erhaltene Greifswalder Studentenkarzer

mit originalen Wandmalereien sind in

die Sammlung integriert, die seit 1989 von

der Kustodie betreut wird. Die Akademische

Kunstsammlung umfasst auch eine Reihe

von Spezialsammlungen.

Die Universitätsinsignien und der Croy-

Teppich sind seit 2005 im Pommerschen

Landesmuseum Greifswald ausgestellt. Teile

der Akademischen Kunstsammlung sowie

des historischen Universitätscampus

können im Rahmen von Universitätsführungen

der Kustodie besichtigt werden.

Quellen:

www.wissenschaftliche-sammlungen.unigreifswald.de

www.uni-greifswald.de

Tag des offenen Denkmals 2013 – Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Stadtbauamt 5


Institut für Geographie und Geologie, Geologische Sammlung,

Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 17A

Die Sammlungen des Institutes für Geographie

und Geologie setzen sich aus mehr als

20 weltweit zum Teil einzigartigen Sammlungen

aus den Bereichen der Paläontologie,

Geologie und Mineralogie zusammen.

Insgesamt beherbergt das Geologische

Institut über zwei Millionen Sammlungs-

Objekte, vor allem der Paläontologie.

Von überragender Bedeutung ist die sogenannte

Typensammlung, die allein über

1.000 Holotypen, Referenzen für die Beschreibung

von Arten, enthält.

Weitere umfangreiche Sammlungen beinhalten

die Allgemeine- und Regionale Geologie,

die Petrographie, die Mineralogie und

die Tonmineralogie. Hierzu gehört auch eine

bedeutende Meteoriten-Sammlung aus

dem 19. Jahrhundert, welche Proben von

etwa 400 Meteoritenfällen weltweit enthält.

Die Anfänge der Sammlungen gehen zurück

auf das 1777 erstmals erwähnte Mineralien-Cabinett

der Universität Greifswald.

Den Grundstock verdankt sie vor allem der

intensiven Sammeltätigkeit am Ende des

19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts,

eng verknüpft mit den Namen Prof. Dr. Emil

Cohen, Prof. Dr. Wilhelm Deeke und Prof.

Dr. Otto Jaekel.

Mit der von Prof. Dr. Otto Jaekel 1908 eröffneten

Pommerschen Geologischen Landessammlung

wurde für das allgemeine

Publikum eine dauerhafte Ausstellung geschaffen.

Die Landessammlung gibt einen

umfangreichen Einblick in die regionalen

geologischen Probleme, enthält wertvolle

paläontologische Objekte mit den Schwerpunkten

Jura, Kreide und Quartär sowie

reiche Geschiebesammlungen.

Nach umfangreicher Neugestaltung wurde

die Landessammlung 1975 in Greifswald

neu eröffnet und wird heute als Geologische

Landessammlung Mecklenburg-Vorpommern

bezeichnet. Sie enthält aktuell

etwa 150.000 Sammlungsobjekte, die zum

Teil in Vitrinen präsentiert werden.

Quellen:

www.wissenschaftliche-sammlungen.unigreifswald.de

www.uni-greifswald.de

10:00 – 14:00 Uhr, Führungen

»Ausstellung der Landessammlung«

Stefan Meng, Kurator (EMAU)

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Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Stadtbauamt – Tag des offenen Denkmals 2013


Gustaf-Dalman-Institut für biblische Landes- und Altertumskunde,

Gustaf-Dalman-Sammlung, Am Rubenowplatz 2/ 3

Die Theologische Fakultät der Ernst-Moritz-

Arndt-Universität Greifswald beherbergt eine

international wohl fast einmalige Sammlung

von höchstem wissenschaftlichen Interesse

und Niveau. Diese Sammlung ist der

enzyklopädisch-universalwissenschaftlich

ausgerichteten Forschertätigkeit Gustaf

Dalmans (1855-1941) zu verdanken, der

besonders in der Zeit des Ersten Weltkrieges,

als Palästina noch seinen agrarischen

Charakter hatte, in Realien und Fotografien

dokumentierte und sammelte, was für ihn

das Land der Bibel ausmachte. Die Sammlung

befindet sich heute im Gustaf-Dalmaninstitut.

Gegründet 1920, trägt es seinen

Namen. Als erster Direktor des 1902 in Jerusalem

eröffneten Deutschen Evangelischen

Instituts für Altertumswissenschaft

des Heiligen Landes führte er bis 1914 regelmäßig

Lehrkurse für junge Theologen

aus Deutschland durch und studierte dabei

das Land Palästina und das Leben seiner

Bewohner. 1917 wurde Dalman nach

Deutschland berufen und konnte einen

kleinen Teil seiner Sammlung mitbringen.

Neben einer umfassenden Bibliothek zur

Landeskunde Palästinas, der Geschichte,

der Religion und der Kultur des jüdischen

Volkes, zählen zu der Sammlung annähernd

15.000 Glasplattenbilder und Fotografien,

außerdem Gesteinsproben, eine

Keramik- und Hölzersammlung, Produkte

der Getreideverarbeitung, archäologische

Funde, Reliefkarten und Kleidung. Darüber

hinaus beinhaltet die Sammlung einige

Haus- und Ackergeräte, zum Teil als Modell,

davon manche von Gustaf Dalman

selbst hergestellt und ein gut 2.000 Exemplare

umfassendes Herbarium. Das ist nur

ein sehr kleiner, aber repräsentativer Teil

dessen, was Gustaf Dalmans Sammlung in

Jerusalem enthielt.

Was sonst Ethnologen, Archäologen, Geografen,

Botaniker und Mineralogen für sich

und fachspezifisch zusammentragen, ist

hier zu einem Universalbild zusammengefügt.

Es gibt einen einmaligen Einblick in

das Land Palästina am Anfang des 20.

Jahrhunderts.

Quellen:

www.wissenschaftliche-sammlungen.unigreifswald.de

www.uni-greifswald.de

11:00 Uhr / 13:00 Uhr, Führungen

Prof. Julia Männchen, Kustodin (EMAU)

Tag des offenen Denkmals 2013 – Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Stadtbauamt 7


Institut für Geschichte der Medizin, Medizinhistorische Sammlung,

Walther-Rathenau-Straße 48

Die medizinhistorische Sammlung wurde

1994 auf Initiative des damaligen Leiters

des Instituts für Medizingeschichte Prof.

Heinz-Peter Schmiedebach ins Leben gerufen.

Schwerpunkte der Sammlungstätigkeit

bildete der Beginn an gegenständlichen

Sachzeugen aus dem medizinischen Alltag

der früheren DDR. Weiterhin sind einige

Raritäten aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts

ausgestellt.

Bei den meisten Exponaten handelt es sich

um ärztliche Instrumente, die nach Klinikrenovierungen

gesichert oder aus Privatbesitz

übernommen wurden.

Insgesamt bietet die Sammlung einen

Überblick zu medizinischen Geräten und

Utensilien der Krankenpflege aus den verschiedenen

Greifswalder Universitätskliniken

bzw. Instituten.

Nach dem Umzug des Institutes für Geschichte

der Medizin in das heutige Institutsgebäude

konnte 2004 eine Dauerausstellung

zum »Medizinischen Alltag in der

DDR« eröffnet werden.

Neben den ältesten und wertvollsten

Sammlungsobjekten, wie einer Schimmelbuschmaske

(ca. 1900), Wachsmoulagen

(ca. 1910) oder einer von acht noch in

Deutschland existierenden Eisernen Lungen

(1950er) sind auch historische Einrichtungsgegenstände

– vom Schreibtisch bis

zur Bahre - in der Ausstellung zu sehen und

bieten einen lebendigen Eindruck von

früheren Behandlungsräumen.

Einzelne Exponate der Medizinhistorischen

Sammlung wurden bereits im Rahmen unterschiedlicher

Ausstellungen präsentiert

sowie in mehreren Kunstausstellungen und

während der Jubiläen der Greifswalder Kinderklinik.

Nicht zuletzt soll die Sammlung zur wissenschaftlichen

Beschäftigung mit der Medizingeschichte

der DDR anregen. In Verbindung

mit der Sammlung ist ein Forschungsvorhaben

zur »Medizintechnik in

der DDR – zwischen Improvisation und

Hightech« geplant.

Quellen:

www.wissenschaftliche-sammlungen.unigreifswald

www.uni-greifswald.de

10:00 Uhr, Vortrag

»Medizinischer Alltag in der DDR«

Ramona Meißner-Kellotat, (EMAU)

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Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Stadtbauamt – Tag des offenen Denkmals 2013


Evangelische Kirche St. Marien, Marienkirchplatz

Die Kirche St. Marien wird erstmals 1280

erwähnt. Der Baubeginn fällt in die Jahre

um 1275. Nachdem der ursprüngliche Plan

zum Bau einer Basilika verworfen wurde,

entstand eine chorlose, dreischiffige, kreuzrippengewölbte,

gotische Hallenkirche mit

einem wuchtigen Westturm.

Der 1330 errichtete Ostgiebel ist durch seine

feine Gliederung besonders bemerkenswert

und gehört mit zu den besonderen

Leistungen der norddeutschen Backsteingotik.

Im 17. Jahrhundert erhielt der

Turm durch das Aufsetzen der Lukarnen

seine heutige Gestalt. 1330 wurde vor dem

westlichen Südportal die Annenkapelle errichtet.

Sie hat schlanke Spitzbogenfenster,

die durch Strebepfeiler getrennt und reich

mit Putzblenden und Maßwerk verziert sind.

Den Hauptschmuck des Kirchenraumes

stellen die rot getünchten Bündelpfeiler und

die farbigen Gewölberippen dar. Sie stehen

im Kontrast zu den hellen Wänden. In den

südlichen Turmseitenräumen wurden in den

1980er Jahren mittelalterliche Malereien

freigelegt. Sie zeigen florale Ornamente

und ausdrucksvolle Passionsszenen.

An der Nordseite des Turms befindet sich

das Bild eines Walfisches, der 1545 in

Wieck gefunden wurde. Hierbei handelt es

sich um die älteste überlieferte Darstellung

dieses Tieres in unserem Raum.

Das ursprüngliche Inventar der Kirche ging

während der französischen Besetzung leider,

bis auf wenige Stücke, verloren. Die

Kirche wurde ausgeräumt und als Magazin

genutzt. Ein erhaltenes Stück ist der Mittelschrein

des spätgotischen Mittelaltars aus

dem Jahre 1505. Er befindet sich heute im

nördlichen Seitenschiff.

Der heutige Hauptaltar, die Taufe, die Altarschranke,

die Orgel und das Kastengestühl

wurden im 19. Jahrhundert im neogotischen

Stil gebaut. Hinter dem Altar entstand

nach dem Konzept des Malers und

Architekten Giese eine Reihe von Maßwerkblenden

aus Kalkstuck.

Im Turmuntergeschoss befindet sich die europaweit

einmalige mittelalterliche Gerichtshalle.

11:30 – 17:00 Uhr geöffnet

10:15 Uhr, Gottesdienst

11:30 – 12:00 Uhr, Vernissage

»Augenblicke der Vergangenheit – ungewöhnliche

Fotografien von Markus

Dachner aus der Kirche St. Marien«

12:00 – 12:45 Uhr, Kirchenführung von

und für junge Leute

14:00 – 14:30 Uhr, Der Kinderkirchenchor

lädt ein

15:00 – 15:30 Uhr, Orgelkonzert

15:30 – 16:00 Uhr, Orgelführung

15:30 – 16:30 Uhr, Kirchenpädagogische

Führung »Was steht da an der

Wand? – Wandmalereien sind wie ein

Buch«

16:00 – 17:00 Uhr, Vortrag

»Neueste Erkenntnisse zur Gerichtshalle«

André Lutze

ab 11:15 Uhr, Kaffee & Kuchen

Tag des offenen Denkmals 2013 – Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Stadtbauamt 9


Evangelische Kirche St. Nikolai – Dom, Domstraße

Der Greifswalder Dom wurde 1263 erstmals

im Rostocker Stadtbuch erwähnt, allerdings

noch als Hallenkirche. Ende des 14. Jahrhunderts

beschloss die aufstrebende Hansestadt

Greifswald ihre Hauptkirche in eine

repräsentative gotische Basilika umzubauen.

Die äußere Erscheinung ist generell

sehr schlicht, nur der wehrhafte, dreigeschossige

Westbau, der erst Anfang des

16. Jahrhunderts eine hohe gotische Pyramide

als Spitze bekam, ist aufwändig gegliedert.

Der Turm erreichte so eine Höhe

von 120 Metern. Nach zwei Turmeinstürzen,

einer im Jahr 1515 der andere 1650,

beide durch einen Sturm verursacht, beschloss

man für St. Nikolai eine stabilere

und niedrigere barocke Haube zu errichten.

Die Höhe des Turmes misst nunmehr 99,97

Meter. Der Dom ist durch die nach innen

gezogenen Strebepfeiler geprägt, die zum

einen im Außenbau eine glatte Fläche bewirken

und im Inneren eine Reihe von Kapellen

schaffen, welche mit barocken

Schauwänden verstellt sind.

Die heutige Innenraumgestaltung ist in großem

Maße dem Quistorp-Schüler Christian

Johann Gottlieb Giese zu verdanken. Unter

seiner Leitung und der Mitarbeit des Bruders

von Caspar David Friedrich wurde

1824 - 1833 besonders das Mittelschiff im

Sinne des schlichten Zeitgeistes der Romantik

verändert. Ein weiterer wichtiger

Eingriff in die Raumgestaltung wurde 1989

mit der Neueinweihung beendet. Der große

Kirchenraum wurde durch eine Nord-Süd-

Achse gegliedert, um dem Raum ein neues

liturgisches Zentrum zu geben.

In Zusammenarbeit des Architekten Friedhelm

Grundmann und des Bildhauers Hans

Kock entstanden der steinerne Mittelaltar,

der u.a. von der Lutherrose verziert wird,

und die Chortreppe unterhalb der Orgel.

11:00 – 18:00 Uhr geöffnet

10:00 Uhr, Gottesdienst mit Taufe

11:00 & 14:00 Uhr, Skriptorium (Winterkirche)

11:30 Uhr, Gesprächsrunde zur weiteren

Sanierung des Domes

12:00 & 15:00 Uhr, Führungen

13:00 Uhr, Orgelkonzert

14:00 Uhr, Bibliotheksführung

Christine Magin, (Eine vorherige Anmeldung

ist erforderlich!)

17:00 Uhr, Benefizkonzert für die Erhaltung

des Doms

Frauen- und Jugendchor

unter der Leitung von LKMD Frank Dittmer

12:00 – 18:00 Uhr, Infostand des Fördervereins

Eröffnung des Lapidariums in der

Kranstube

Kaffee & Kuchen im Turmcafé

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Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Stadtbauamt – Tag des offenen Denkmals 2013


Evangelische Kirche St. Jacobi, An der Jacobikirche

Neben den beiden großen Stadtkirchen

Greifswalds wirkt die kleinere St. Jacobi

heute fast etwas unspektakulär. Dabei besitzt

die in den 1280er Jahren als zweischiffige

Halle errichtete Kirche nicht nur das älteste

erhaltene Kirchendachwerk Greifswalds,

sondern auch das größte freitragende

Kreuzstrebendach, das in Deutschland

aus mittelalterlicher Zeit erhalten geblieben

ist. Die kurz nach 1321 über dem Langhaus

errichtete Dachkonstruktion ist ein eigenes

technisches Denkmal, ein richtiger ’Wald’

über den Gewölben des Kirchenschiffes.

Für ihren Bau mussten u.a. 72 gerade gewachsene

Kiefern mit einer Länge von jeweils

15 Metern und weitere Stämme mit

einer durchgehenden Länge von jeweils 18

Metern beschafft werden. Das verwendete

Holz stammte aus der Region und wurde

nach Greifswald vermutlich geflößt.

11:30 – 16:00 Uhr geöffnet

Tag des offenen Denkmals 2013 – Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Stadtbauamt 11


Katholische Propsteikirche St. Joseph, Rubenowstraße

Die Grundsteinlegung der Kirche erfolgte

am 10.04.1869 anlässlich des 50. Priesterjubiläums

des damaligen Papstes PlUS IX.

Eine Inschrift über dem Portal erinnert daran.

Finanziert wurde der Bau u.a. durch

Spenden von katholischen Studenten aus

ganz Deutschland, Luxemburg, Innsbruck

und Wien. Die St.-Joseph-Kirche wurde am

15.11.1871 benediziert (geweiht).

Die Kirche ist nach Plänen des Aachener

Architekten H. Schneider in neugotischem

Stil einschiffig mit Vierung erbaut. Neben

dem Altarraum befindet sich nördlich eine

weitere Kapelle, südlich die Sakristei. Der

Turm beherbergt drei Glocken. Die Marien-

Glocke stammt aus der Erbauungszeit der

Kirche. Die Josephs- und die Pius- Glocke

wurden 1962 als Ersatz für die im II. Weltkrieg

beschlagnahmten Glocken eingebaut.

Das Weihwasserbecken und der Taufstein

gehören zur Erstausstattung der Kirche.

Nach dem ersten Weltkrieg wurden die

Fenster für die Querschiffe gestiftet. Das

nördliche Fenster zeigt die Kreuzigungs-,

das südliche die Auferstehungsszene. Die

1990 eingebauten Altarraumfenster mit

Szenen aus dem Leben des Pfarrpatrons

St. Joseph wurden von Brückner-Fühlrott

entworfen.

Bei ihrer Neugestaltung 1930 - 1932 durch

Pfarrer Wachsmann erhielt die Kirche einen

neuen Hochaltar und einen neuen Kreuzweg

in expressionistischem Stil. Am

01.05.1932 wurde die Kirche durch Bischof

Schreiber konsekriert (geweiht).

Die Pfarrkirche wurde von 1972 - 1977 entsprechend

den Vorgaben des II. Vaticanums

umgebaut. Die Kanzel wurde abgebrochen

und der Altar in Richtung der Vierung

verschoben. 1986 erhielt die Kirche

eine neue Orgel.

11:00 – 16:00 Uhr geöffnet

10:00 Uhr, Gottesdienst

11:15 Uhr, Orgelführung

Ellinor Muth

12:00 Uhr, Kirchenführung

Dr. Stefan Fassbinder

12:30 – 16:00 Uhr, Filmvorführungen

»Auf den Spuren des Waisenhauses St.

Joseph in Greifswald«, im Gemeindehaus

ab 12:30 Uhr, Kaffee & Kuchen

12

Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Stadtbauamt – Tag des offenen Denkmals 2013


Pommersches Landesmuseum, Rakower Straße 9

Im Juni 2005 wurde das Pommersche Landesmuseum

eingeweiht. Es beherbergt eine

Dauerausstellung, welche die Geschichte

Pommerns eindrucksvoll und anschaulich

illustriert sowie eine Gemäldegalerie.

Aber nicht nur den Exponaten, sondern

auch der bewegten Geschichte der Gebäude

sollte der Besucher seine Aufmerksamkeit

schenken.

Die ältesten Gebäude sind Überreste des

1262 gegründeten Franziskanerklosters,

auch „Graues Kloster“ genannt, von dem

heute die Klosterbibliothek, das Konventgebäude

und die Freiflächen des Klostergartens

erhalten und in den Museumskomplex

eingebunden sind. Der Klostergarten

ist eine Neuanlage. Aufgrund der Reformation

wurde das Kloster 1556 aufgelöst. In

die Gebäude zogen Stadtschule und Armenhaus

ein.

Nach dem Abriss der ehemaligen Klosterkirche

im 18. Jahrhundert wurde nach Entwürfen

des Baumeisters Johann Gottlieb

Quistorp auf den Fundamenten der Kirche

an der Mühlenstraße die Stadtschule errichtet.

In dieser befindet sich heute die Gemäldegalerie.

Der Eingang des Museums

führt in das Hauptgebäude, welches 1845

als städtisches Armenhaus an Stelle der

abgetragenen westlichen Klausurgebäude

des Klosters errichtet wurde.

Im 20. Jahrhundert hat sich die Nutzung zu

einem Altersheim gewandelt. Ehemaliges

Armenhaus und Stadtschule wurden bis

Ende der Neunziger Jahre genutzt. Letztere

beherbergte zum Schluss einen Kindergarten.

In der Klosterbibliothek und im ehemaligen

Konventgebäude befand sich ab 1929

bis zum Aufbau des Pommerschen Landesmuseums

das Heimatmuseum der

Stadt.

1996 gingen die Gebäude in den Besitz des

Pommerschen Landesmuseums über. Im

gleichen Jahr wurde für die Sanierung,

Umnutzung und Erweiterung des Gebäudekomplexes

ein Architektenwettbewerb ausgelobt,

dem sich 1998 die Sanierung des

Komplexes anschloss.

11:00 / 13.00 Uhr, Führungen

»Ein verstecktes Denkmal neu entdeckt –

Der Bronzetiger von Philipp Harth«,

Kai Kornow, Kurator (PLM)

Eintritt: 2,00 Euro

Tag des offenen Denkmals 2013 – Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Stadtbauamt 13


Quartiersbüro Fleischervorstadt, Rundgang über den Wall

Das Quartiersbüro „Fleischervorstadt“ gewann

Herrn T. Weiß, MA der Universität, für

eine Führung auf dem historischen Greifswalder

Wall, die sich thematisch mit dem

alten botanischen Garten der Universität

Greifswald beschäftigt. Dieser wurde im

Jahr 1763 zwischen heutigem Universitätshauptgebäude

und der Stadtmauer angelegt.

Aufgrund der einsetzenden Bautätigkeit

im 19. Jahrhundert konnte der Standort

nicht aufrechterhalten werden, sodass der

Botanische Garten 1886 in den Bereich

Soldmann- und Grimmer Straße verlagert

wurde. Im südlichen Abschnitt der Wallanlagen

finden sich einzelne Gehölze, die

vermutlich zur alten Gartenanlage gehörten.

Die historische Wallanlage ist eine Gesamtanlage

bestehend aus einem Grünzug,

teilweise Grabensystemen und Resten der

mittelalterlichen Stadtbefestigung. In ihrer

Lage dokumentieren die Wallanlagen die

Größe der ehemaligen mittelalterlichen

Stadt. Sie umschließt diese im Osten, Süden

und Westen vollständig, im Norden bildet

der Ryck die Grenze.

Im 13. Jahrhundert wurde die Stadt mit einer

Wehranlage umspannt. Im 18. Jahrhundert

verlor Greifswald die Bedeutung als

Festungs- und Garnisonsstadt, so dass im

Jahr 1782 mit der Umgestaltung großer Teile

des Befestigungsgürtels in Promenaden

mit Baumalleen begonnen wurde. Unter

anderem wurden die westlichen und südlichen

Bereiche modelliert und mit Bäumen

bepflanzt und Teilbereiche durch die Universität

botanisch angelegt.

Ende des 19. bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts

wurden die Wallanlagen weiter

ausgebaut und in Teilen gärtnerisch verändert.

So entstanden die Credner-Anlagen, der

Müntergrund und die Bepflanzungen auf

den Böschungen. Weitere Umgestaltungsmaßnahmen

erfolgten zwischen 1949 bis

1990.

11:00 Uhr, Rundgang über den Wall

»Die Spuren des alten Botanischen Gartens

auf dem Wall – 250 Jahre nach

Gründung«, Thoralf Weiß

Treffpunkt ist in der Bahnhofstraße

16.

14

Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Stadtbauamt – Tag des offenen Denkmals 2013


Museumswerft mit Slipanlage, Salinenstraße

Die ehemalige Buchholz‘sche Werft ist ein

Zeitzeugnis der maritimen Vergangenheit

der Universitäts- und Hansestadt Greifswald.

Als letzte historische Werftanlage dokumentiert

sie die Tradition des Greifswalder

Holzschiffbaus und steht als technisches

Denkmal unter Denkmalschutz.

Schon im 18. Jahrhundert war der heutige

Werftbereich Bestandteil der sogenannten

„Städtischen Kielplätze”, wobei es sich

noch nicht um Werften im späteren Sinne

handelte. Die erste Werft errichtete 1853

Schiffbaumeister J. W. Sadelkow. Aus dieser

geht später die Buchholz‘sche Werft

hervor. Eigentümer waren ab 1921 die Brüder

Richard und Albert Buchholz. Nach Ende

des 2. Weltkrieges spezialisierte sich die

Werft auf den Holzfischkutterbau. Der Betrieb

ging in Volkseigentum über und wurde

bis 1989 betrieben. Nachdem die Werft

nach der politischen Wende stillgelegt wurde,

bemüht sich der Förderverein Greifswalder

Museumswerft um den Erhalt und

den Betrieb der Museumswerft, um dieses

wichtige Zeugnis pommerscher Holzschiffbaugeschichte

zu bewahren. Hier können

Eigner von alten Schiffen die Werftanlagen

zur Reparatur und Pflege ihrer Schiffe nutzen.

Die 1967 gebaute Slipanlage bildet als

Teil des technischen Denkmals ein wesentliches

Element der Werft. Der Werftverein

startete mit großem Engagement das Vorhaben

zur Restaurierung der Slipanlage. Im

Ergebnis präsentiert sich die denkmalgerecht

instand gesetzte historische Slipanlage

mit der Schiffe bis zu 25 Metern Länge

oder 60 Tonnen Gewicht an Land gezogen

werden können.

Ermöglicht wurde das Projekt in erster Linie

durch den Werftverein, der durch sein Engagement,

eigene finanzielle Mittel und Eigenleistungen

den Grundstein legte.

Darüber hinaus wurde das Vorhaben durch

Fördermittel der Universitäts- und Hansestadt

Greifswald und des Landesamtes für

Kultur und Denkmalpflege M-V unterstützt.

Quelle:

kultur@museumswerft-greifswald.de

ab 11:00 Uhr geöffnet, Open Ships auf

verschiedenen Schiffen

12:00 Uhr, Führung

»Geschichte, Gegenwart & Zukunft der

Werft«

13:00 Uhr, Hafenrundfahrt

14:00 Uhr, Vortrag

»„Wat, enen Apen schall ick äten?, Nä,

dat do ick nich!“ – Von der Not mit der

Notdurft bis zum Holzfleisch an Bord,

Skurriles aus Quellen zur Schifffahrtsgeschichte«,

Christian Peplow (EMAU)

15:00 Uhr, Führung

»Planken, Kalfatern, Stümen«

16:00 Uhr, Slippen der Zeese „Elisabeth“

17:00 Uhr, Vortrag

»Traditionsschifffahrt vor dem Aus?«,

Crew des „Lovis“

18:00 Uhr, Führung durch die Segelmacherei

»The Spirit of Frau Schulz«

19:00 Uhr, Filmvorführung

»Das geheimnisvolle Wrack«, DEFA

1954

Kaffee & Kuchen, Eis, Flammkuchen

& Pizza, Deftiges vom Grill

Tag des offenen Denkmals 2013 – Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Stadtbauamt 15


Altes Elektrizitätswerk, Marienstraße 22-24

Der Gebäudekomplex, bestehend aus

Haupthaus und Anbau, wurde 1902 als

Städtisches Elektrizitätswerk durch die

Siemens-Schuckert Werke erbaut.

An die Gebäuderückseite schließt ein eingeschossiger

Flügelanbau mit flachem Satteldach

an, die ehemalige Halle für Gleichstrommaschinen,

die zum 1902 errichteten

Gebäude gehört und in ihrer architektonischen

Formensprache mit dem Haupthaus

einen zusammenhängenden Komplex bildet.

Während der an die rechte Giebelseite des

Haupthauses anschließende Flügelbau

stark durchbaut wurde, ist die ehemalige

Halle für Gleichstrommaschinen in der originalen

Hallenbauweise aus dem Erbauungsjahr

noch erhalten.

Die Gebäude weisen in ihrer Architektursprache

typische Gestaltungsmerkmale ihrer

Zeit auf, wie die Segmentbogenfenster,

Lisenen, verschiedene Friese und Gesimse

und den Wechsel von rotem Klinker und

verputzten Partien

2010 erwarb die Freikirchlich Evangelische

Gemeinde Greifswald den gesamten Gebäudekomplex

und sanierte das Alte Elektrizitätswerk

mit viel Liebe zum Detail.

So wurden beispielsweise die alten Stahlgitterfenster

der ehemaligen Halle erhalten

und aufgearbeitet, das Sichtmauerwerk

wurde gereinigt und mit allen Details und

Zierelementen wieder hergestellt. Auch im

Inneren des Gebäudes erfolgte eine behutsame,

denkmalgerechte Sanierung.

Heute hat die Freikirchlich Evangelische

Gemeinde ihren Sitz in dem Gebäude. So

finden in der ehemaligen Halle für Gleichstrommaschinen

Gottesdienste und Kinderstunden

statt. Auch werden die Räume

heute für Jugendarbeit genutzt.

Zum Tag des offenen Denkmals kann diese

denkmalgerechte, sehr gelungene Sanierung

in Augenschein genommen werden,

wobei das Hauptgebäude nicht für die Öffentlichkeit

zugängig sein wird, da sich hier

Wohnungen befinden.

10:00 – 16:00 Uhr geöffnet

Kostenlose Führungen nach Bedarf

Angebote für Kinder

18.00 – 19.00 Uhr, öffentlicher Gottesdienst,

Freikirchliche Evangelische Gemeinde

Greifswald

Getränke, Kaffee & Kuchen können

käuflich erworben werden.

16

Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Stadtbauamt – Tag des offenen Denkmals 2013


Alter Friedhof, Wolgaster Straße

Der Alte Friedhof entstand im Jahre 1818

nach einem Entwurf des akademischen

Universitätsbaumeisters und Zeichenlehrers

Johann Gottfried Quistorp vor den

Mauern der Stadt. Das Konzept orientierte

sich an dem ersten kommunalen Friedhof

Deutschlands, der Ende des 18. Jahrhunderts

in Dessau angelegt wurde.

Die rechteckige Friedhofsfläche wird durch

ein mittiges Hauptwegekreuz in vier annähernd

gleich große Bereiche unterteilt. Die

Wege werden durch beidseitig angeordnete

Baumreihen betont.

Auf dem zentralen Platz sollte nach Quistorpschen

Vorstellungen eine klassizistische

Kapelle den Mittelpunkt der Begräbnisstätte

bilden, was jedoch aus Kostengründen

verworfen wurde. Anstelle dieser

wurde 1826 ein achteckiger Zentralbau

nach Plänen des Greifswalder Malers und

Architekten Gottlieb Christian Giese errichtet

und geweiht. Leider wurde die Kapelle

1986 trotz massiver Proteste abgebrochen.

Die Grabgrüfte des Alten Friedhofs, gelegen

an der West- und Südmauer, wurden

im 19. Jahrhundert errichtet. Sie weisen

klassizistische, neugotische und Formen

der Neorenaissance auf.

Gegenwärtig wird die Grabgruft der Familie

Haselberg restauriert und steht kurz vor der

Fertigstellung. Sie ist die älteste und bedeutendste

der sieben erhaltenen Gruftgebäude.

Für die Restaurierung konnten neben

städtischen Mitteln Fördermittel der Peter-

Warschow-Stiftung eingeworben werden.

Darüber hinaus beteiligt sich der Förderverein

„Alter Friedhof“ e.V. mit eigenen Mitteln

an der Restaurierung, der sich seit seiner

Gründung im Jahr 2005 mit großem

Engagement um die Erhaltung und Pflege

des Alten Friedhofs bemüht. Dank des Wirkens

aller Beteiligten konnte ein bedeutendes

Baudenkmal der Friedhofsgeschichte

vor dem Verfall gerettet werden.

1869/70 entstand die neogotische, backsteinsichtige

Mauer an der Wolgaster Straße.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

wurde der Friedhof erweitert und

durch zusätzliche Wege ergänzt.

Der Alte Friedhof ist ein bedeutendes Denkmal

der Garten- und Friedhofsarchitektur.

Er ist als letzte Ruhestätte für viele bedeutende

Greifswalder Persönlichkeiten von

besonderem stadthistorischem Interesse.

10:00 – 15:00 Uhr geöffnet

Führungen nach Bedarf

»Restaurierte Denkmale seit Bestehen

des Fördervereins«

Informationsstand

Förderverein „Alter Friedhof“ e.V.

Tag des offenen Denkmals 2013 – Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Stadtbauamt 17


Bockwindmühle Eldena, Wolgaster Landstraße 55

Der Standort der Bockwindmühle in Eldena

ist einer der ältesten Mühlenstandorte entlang

der Ostseeküste. Erstmals 1533 bei

der Inventarisierung des aufzuhebenden

Klosters Eldena erwähnt, bestand die Mühle

über viele Jahrhunderte zunächst als Teil

des Kloster- und später Universitätsgutes.

Sie wurde vielfach durch Brände, Blitzeinschlag

und kriegerische Einwirkungen zerstört

und wieder aufgebaut.

Oft befand sich die Mühle in desolatem und

baufälligem Zustand, da die Pächter wegen

zu geringer Erträge keine Möglichkeit sahen,

die Mühle instand zu setzen. Trotz aller

Widrigkeiten blieb die Mühle bestehen

und es wurde bis 1931/ 32 auf dem Mühlenberg

in Eldena Korn gemahlen.

Nachdem die Mühle über viele Jahre ungenutzt

und ohne die entsprechende Instandhaltung

blieb, geschah am 16.06.1972 das

Unglück. Die Bockwindmühle stürzte mit

großem Getöse ein. Das einstige Wahrzeichen

Eldenas war nur noch ein riesiger

Schuttberg.

Über 20 Jahre lang erinnerten nur noch die

baulichen Überreste des Mühlenbocks, auf

dem sich später ein Storchenpaar niederließ,

an die einstige Windmühle.

Dank der Initiative und des herausragenden

Engagements des Fördervereins „Eldenaer

Mühle“ e.V., der sich im Januar 1994 gründete,

Dank engagierter Architekten, Ingenieure

und eines Mühlenbauers sowie zahlreicher

Spenden und Unterstützung der

Stadt ist es gelungen, die Bockwindmühle

Eldena nach ca. zehnjähriger Bauzeit originalgetreu

und funktionstüchtig zu rekonstruieren.

In Vorpommern stehen nur noch 5 Bockwindmühlen.

Dieser Mühlentyp trat in Europa

wohl erstmalig im 12. Jahrhundert auf.

Die Eldenaer Mühle entspricht diesem Typ.

Die Besonderheit der Bauweise besteht darin,

dass die gesamte Mühle (Mühlenhaus)

über den Steert in den Wind gedreht werden

muss. Das gesamte Mühlenhaus mitsamt

seiner technischen Einrichtung saß

also mittig auf dem Mühlenbaum mit Drehpunkt

auf dem Sattel als zentralem Teil des

starren Bockes.

Die Bockwindmühle ist Teil einer Hofanlage

mit einer denkmalgeschützten Scheune und

hat somit den unmittelbaren Zusammenhang

zu landwirtschaftlicher Produktion und

der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte.

(Quelle: »Chronik des Wiederaufbaus

der Bockwindmühle in Greifswald Eldena«)

Der Eldenaer Mühlenverein lädt am Tag

des offenen Denkmals herzlich zum Besuch

und zur Besichtigung ein.

10:00 bis 16:00 Uhr geöffnet

Führungen & Schaudrehen

Förderverein „Eldenaer Mühle“ e.V.

18

Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Stadtbauamt – Tag des offenen Denkmals 2013


Klosterruine, Wolgaster Landstraße

Das Zisterzienserkloster Eldena wurde

1199 nahe der Mündung des Ryck (ursprünglich

mit dem Namen „Hilda“) von

Mönchen als Tochter des dänischen Klosters

Esrom gegründet. Das Kloster besaß

unweit dieser Stelle Salzpfannen, die u.a.

wohl zur Ansiedlung in diesem Bereich

führte.

Bis Mitte des 14. Jahrhunderts widmeten

sich die Mönche vornehmlich dem Aufbau

ihrer Abtei und der Landeskultivierung. Das

Kloster betrieb ab dem Jahr 1241, wenige

Kilometer vom Kloster entfernt, einen

Markt. Dieser entwickelte sich stetig und

gewann immer mehr an Bedeutung. Aus

dieser Siedlung entwickelte sich später die

Stadt Greifswald, die 1250 das Stadtrecht

verliehen bekam.

Von Beginn des 13. Jahrhunderts bis Anfang

des 15. Jahrhunderts wurde an der

Klosteranlage gebaut. Diese umfasste eine

Kirche, Klausurgebäude mit Ost-, Süd- und

Westflügel, Klosterhof und Kreuzgang an.

Weiter gehörten noch einige Wirtschaftsgebäude

zur Klosteranlage, von denen aber

nur noch die Klosterscheune an der Wolgaster

Straße und ein Teil der Umfassungsmauer

erhalten sind.

Vom Kloster selbst sind nur noch Fragmente

erhalten. Nach der Reformation setzte im

17. Jahrhundert der Zerfall der Klosteranlage

ein. Es wurden teilweise ganze Gebäudeteile

komplett abgebrochen. Die Anlage

diente als Steinbruch für Baumaßnahmen

in der Stadt.

Mit dem Erstarken der Romantik bald nach

1800 als neue Kunst- und Kulturrichtung

vollzog sich ein Wandel im Umgang mit den

mittelalterlichen Bauzeugnissen, so auch in

Eldena. 1827 erfolgten erste Sicherungsmaßnahmen

an der Ruine, erste Bauuntersuchungen

und Grabungen fanden statt.

Das Ruinengelände wurde im Sinne der

Romantik parkähnlich gestaltet.

Weitere Instandhaltungs- und Pflegearbeiten

folgten. In den Jahren 1926/ 27 fanden

umfangreich archäologische Grabungen

und Bauuntersuchungen auf dem Gelände

statt, die erstmals eine Rekonstruktion der

Kirche und der Klausur ermöglichten.

Caspar David Friedrich entdeckte im frühen

19. Jahrhundert die Ruine als Sinnbild der

neuen Strömung Romantik und verewigte

sie in vielen seiner Gemälde.

Anlässlich des 800-jährigen Klosterjubiläums

wurde die Ruine und deren engeres

Umfeld in einem ersten Bauabschnitt durch

die Universitäts- und Hansestadt Greifswald

im Sinne der romantischen Auffassung

aufwändig restauriert. Ein zweiter Bauabschnitt

schließt das weitere Umfeld ein und

muss noch realisiert werden.

15:00 Uhr, Führung

»Warum stehen die Ruinen?«

André Lutze

Tag des offenen Denkmals 2013 – Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Stadtbauamt 19


Übersichtskarte Altstadt

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Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Stadtbauamt – Tag des offenen Denkmals 2013


Übersichtskarte Fleischervorstadt und Eldena

Tag des offenen Denkmals 2013 – Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Stadtbauamt 21


Impressum

Herausgeber

Texte

Universitäts- und Hansestadt Greifswald

Der Oberbürgermeister

Stadtbauamt

Astrid Ewald, Andrea Henning

Auflage 500

Druck

www.druckdiscount24.de

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Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Stadtbauamt – Tag des offenen Denkmals 2013

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