AZ-4051-12-ENVI-Greenpeace-Stellungnahme zur EU -Beschwerde

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AZ-4051-12-ENVI-Greenpeace-Stellungnahme zur EU -Beschwerde

Greenpeace Stellungnahme zur Mitteilung der Bundesrepublik Deutschland zum Pilotverfahren 4051/12/ENVI

Sie ist fachlich nicht nachvollziehbar. Denn auf diese Weise wird ein alter, höchst

schützenswerter Buchenbestand auf dem Papier abgewertet, vermutlich um die Ausweisung

als Klasse 1-Wald mit Hiebsruhe und Pflanzverbot zu vermeiden und weiter intensive

Holznutzung zu betreiben. Die aktuelle Ausweisung als Klasse 4-Wald (naturferne

Waldbestände) ist vor diesem Hintergrund ein Skandal. Denn allein 78% aller

Staatsforstbestände in Bayern sind als naturferne Forsten eingestuft und die naturnahen

Klassen sind kaum zu finden (siehe folgende Grafik aus NEFT 2006, S.4).

Dieses Vorgehen ist nicht nur forstfachlich äußerst fragwürdig, sondern lässt vermuten, dass

die Ziele des FFH-Gebiets, den Zustand der bodensauren Buchenwälder im Spessart zu

erhalten und zu verbessern, gezielt und massiv unterlaufen werden.

Aufgrund dieser erheblichen Abweichungen und Unklarheiten wird Greenpeace deshalb einen

unabhängigen Forsteinrichtungs-Sachverständigen beauftragen das Vorgehen bei der

Abteilung „Eulsdelle“ zu prüfen. Die Ergebnisse werden nachgereicht.

Es bleibt zusammenfassend festzuhalten, dass in der Abteilung „Eulsdelle“ im FB

Rothenbuch erstens eine fachlich fragwürdige Zusammenlegung unterschiedlicher

Waldbestände erfolgte, wobei der Großteil des „neuen“ Waldbestands aus einem über 180-

jährigen Buchenwald besteht. Zweitens wurde dieser Bestandsteil mit Douglasien

unterpflanzt. Drittens erfolgte eine Einordnung in die Klasse 4 (naturferne Waldbestände) des

BaySF-Naturschutzkonzepts.

Trotz dieses Sachverhalts äußerte der bayerische Staatsminister Brunner, der die rechtliche

Aufsicht über die BaySF innehat, in einem Antwortschreiben an Greenpeace e.V. vom 27.

März 2013 (Anlagen 18 und 19) das Folgende:

„Die forstaufsichtliche Prüfung der Maßnahme durch das Amt für Ernährung,

Landwirtschaft und Forsten Karlstadt hat keine Verstöße gegen wald- oder

naturschutzrechtliche Vorgaben durch BaySF ergeben. Die Hiebsmaßnahme ist

rechtlich zulässig.“

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