AZ-4051-12-ENVI-Greenpeace-Stellungnahme zur EU -Beschwerde

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AZ-4051-12-ENVI-Greenpeace-Stellungnahme zur EU -Beschwerde

Greenpeace Stellungnahme zur Mitteilung der Bundesrepublik Deutschland zum Pilotverfahren 4051/12/ENVI

Dokumentation aktueller Holzeinschläge in alten Buchenwäldern im Natura 2000

Gebiet „Spessart“ im Winter 2012/2013

In der Einschlagssaison im Winter 2012/2013 dokumentierte Greenpeace aktuelle Einschläge

in alten Buchenwäldern über 140 Jahre in folgenden 27 (!) Abteilungen im BaySF

Forstbetrieb Rothenbuch:

Aschaff, Echter, Eichhöh, Dörnberg, Finkendelle, Fordgrund, Franzos, Geldloch,

Haintanne, Heister, Herrnbrunn, Holländer, Hundsgrund, Keller, Klarholz, Knock,

Langgrund, Laschgrund, Pfählrain, Pflanzgarten, Rohn, Rossel, Schieferschlag,

Sülzhöhe, Saukessel, Steinbruch, Totenkupp.

Einschläge in alten Buchenwäldern über 180 Jahre wurden im Forstbetrieb Rothenbuch in

folgenden 5 (!) Abteilungen dokumentiert:

Kundel, Lärchhöh, Röhrweg, Schneidgrund, Querberg.

Diese Einschläge zeigen, dass nicht nur in zahlreichen alten Laubwäldern Einschläge

stattfinden, sondern auch weiterhin die über 180 Jahre alten Laubwälder degradiert werden,

die eigentlich nach BaySF-Naturschutzkonzept den Klasse 1-Wäldern zugeordnet und somit

aus der Holznutzung herausgenommen werden müssten.

3. Zu Frage 3 Kartierung des Spessart

„Wie wurde der LRT 9110 „Hainsimsen-Buchenwald“ im FFH-Gebiet Spessart kartiert?“

Kartierungsmethode

Die von der Bundesrepublik Deutschland (2013, S. 8) zu Frage 3 dargestellten „Standort- und

Luftbild-Vorausscheidungen“ werden in der bayerischen Kartieranleitung so nicht

beschrieben. Hier ist zu lesen (Deutschland 2013, Anlage 6, S. 18), dass „grundsätzlich nur

solche Bestände“ kartiert werden. Also wird der forstliche Einzelbestand als maßgebliche

Grundlage für eine Abgrenzung von LRT und SLW herangezogen. Somit ist zur Bestimmung

des LRT 9110 in Bayern die Bestandesebene entscheidend. Dies wird in der bayerischen

Arbeitsanweisung zur Fertigung von Managementplänen von MÜLLER-KROEHLING et al.

(2004, S.21) für das digitale Verfahren bestätigt:

„Der entscheidende Parameter ist dabei die auf Bestandesebene erhobene

Bestandsform bzw. die führende Baumart, ergänzt durch die Daten der

Inventurpunkte.“

Für das Leuchttischverfahren ist der Arbeitsanweisung nach MÜLLER-KROEHLING et al.

(2004, S.24) Folgendes zu entnehmen:

„Den Standorteinheiten werden die Lebensraumtypen zugewiesen, und anschließend

aus der Forsteinrichtungskarte und dem Revierbuch entnommen, welche Baumarten

auf dieser Fläche dieses Lebensraumtyps dominieren.“

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass eine Änderung des Bestandszuschnitts durch die

Forsteinrichtung, wie sie 2004 in der Abteilung „Eulsdelle“ im BaySF Forstbetrieb

Rothenbuch (siehe Kapitel 1) erfolgte, den LRT 9110 und vor allem dessen

Erhaltungszustand erheblich negativ verändern kann. Das wird auch nicht durch den Hinweis

Deutschlands (2013, S.9) verändert: „Überschreitet eine Fläche, die diese Bedingungen nicht

erfüllt, einen Hektar, so wurde i.d.R. „sonstiger Lebensraum“ auskartiert.“ Denn „Flächen“

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