-o"+-ü, - InnovAging - Leibniz Universität Hannover

innovaging.uni.hannover.de

-o"+-ü, - InnovAging - Leibniz Universität Hannover

DIE BES\EN

\*"-*"

-o"+-ü, iove r häit

./- -! ,ri€Fachl


W Inn*uAging

Innovation durch

Dem og rafi e-M a n agem e nt

.i a

"+t

t t"".

:-

Prof. Dr. Peter von Mitschke-Collande

Prof. Dr. Gisela Charlotte Fischer

leiten die regionale Projektinitiative InnovAging

der Leibniz Universität Hannover

Oe5ei projeltwtrd nrtMitte n de5 !u@F nhenrondrlür reeiona e €ntw.ktünggeforden

EUROPAISCHE UNION

*\.

* Europa fördert

* Niedersachsen

** **?


_ $3f#'ffiF,t$T

).'a *

to:"; lnnovAging

13

lm Theatersaal des sprengelmuseums gab es am 20. April eine veranstaltung:

,,f nnOVA ging: Knrnnf $ryt klal*r Kiltfs ir rirr Xff;r'9q*h;Ift"

Weder im Duden noch im Internet

haben wir eine Begriffserklärung

für InnovAging gefunden

und einfach mal bei der Uni

Hannover nachgefragt. Dieses

Wort, so wurde uns gesagt, ist

eine Wortschöpfung von Prof.

Dr. Peter von Mitschke-Collande

und bezeichnet ein regionales

Verbundprojekt zur Stärkung des

Mittelstandes, das die wirtschaftlichen

Chancen des demografischen

Wandels zum Thema

macht. Dazu gehört zum Beispiel

der Umgang mit Mitarbeitern

über 50 Jahren, ihre Wertschätzung

und Bindung an den Betrieb

sowie die Nutzung ihres Know-

Hows.

Genau so wichtig ist die Frage, wie

können kleine und mittlere Unternehmen

(KMU) auf die veränderten

Bedürfnisse der alternden

Kunden reagieren, welche neuen

Produkte und Dienstleistungen

müssen für sie entwickelt werden,

wie kann dieses wachsende Marktpotenzial

erschlossen werden?

InnovAging stützt sich auf fünf

Hochschulen unter Federführung

der Leibniz Universität

Harlnor.er, auf die Industrie- und

Handelskammer und die Handwerkskammer

Hannover sowie

weitere Verbände und Vereine der

Wirtschaft, die in einem Konsor-

tium kooperieren. Das Projekt

wird aus Mitteln der EU und des

Landes Niedersachsen gefördert.

Die Leitung liegt bei Prof. Dr. rer.

pol. Peter von Mitschke-Collande,

Leibniz Universität Hannover, und

Frau Prof. Dr. med. Gisela Charlotte

Fischer, Medizinische Hochschule

Hannover.

Weitere Details zum Projekt finden

sie unter:

www. innovaging. u ni-hannover.de

Was nun genau Sinn und Zweck

der Sache ist, das haben wir an

besagtem Abend zu hören bekommen.

iit,fis.:k,l

Hochschulen und Wirtschaft der

Region Flannover organisieren

InnovAging als I nnovationsplattform,

analysieren gemeinsam die Folgen

des demografischen Wandels

mit dem Ziel, den KMU durch

bedarfsgeleitete Wissensweitergabe

zu helfen, ihre Kompetenzen

zum Demografie-Management zu

stärken. In eigens entwickelten Beratungs-

und Weiterbildungsveranstaltungen

wird nach innovativen

Lösungen gesucht, die schnell

und unkompliziert in die KMU

gelangen und den Unternehmern

ermöglichen, zukunf tsorientiert

z.B. mit dem Thema Altere Kunden

und Mitarbeiter umzugehen.

Ein weiters Thema ist der schon

heute spürbare Nachwuchs- und

Fachkräftemangel.

Kinderwagen und

Rotlator

InnovAging vertritt hier die Position,

dass diese Entwicklung nur

durch die massive Erschließung

erwerbsfähiger, aber bisher nicht

im Erwerbsprozess stehender

junger Menschen, gut qualifizierter

Frauen in der Familienphase,

zugewanderter Personengruppen und

erfahrener Alterer, die freiwillig

und flexibel weiterarbeiten wollen,

kompensiert werden kann.

Frau Prof. Fischer nennt hierzu

Hannover hält

seine Fachkräfte

an der Leine

ein Beispiel: ,,Durch umfassende

Analyse des Personalbedarfes und

intensive Kooperation mit den

Schulen können Betriebe frühzeitig

Kontakt zum Nachwuchs

herstellen, die richtigen Auszubildenden

finden und so - oroaktiv

- die Fachkräftelücke in ioäteren

Jahren schließen."

Was also ist die Botschaft von In,

novAging? ,,Wir wollen Unternehmer

sensibilisieren, heute die richtigen

Maßnahmen für morgen zu

entwickeln und für die Weiterbildung

und den Erhalt der Gesundheit

ihrer wertvollen Mitarbeiter

zu sorgen/ d.h. die Führungskräfte

sollen in die Lage versetzt werden,

durch Demografie-Management

Innovation zu pr aktizieren", so

Prof. von Mitschke-Collande.

lfte Wnelp

InnovAging sucht die direkte

Zusammenarbeit mit Unternehmen.

So wird in einer eigens dafür

entwickelten Workshopreihe der

praktische Umgang rnit D"-ogrufie-Management

in verschiedenen

Handlungsfeldern vermittelt,

z. B. in den Bereichen Produktentwicklung,

Arbeitsorganisation

30


DIE BESI }N

lnnouAging

-t

Der Meister von

morgen ist Türke

'{

oder Personal-, Cesundheits- und

Strategie-Management.

Die Workshops werden von praxiserf

ahrenen Wissenschaftlern

auf betrieblicher Ebene durchgeführt,

fünf bis sechs Unternehmen

beteiligen sich und übernehmen

abwechselnd die Gastgeberrolle.

Darüber hinaus werden Lernbausteine

zum Demografie-Management

in den Aus- und Weiterbildungsprogrammen

der Kammern

verankert und vielfältige Veranstaltungen

für Multiplikatoren wie

Politiker oder Behördenvertreter

in der Region durchgeführt.

Hervorzuheben ist die öffentliche

Vortragsreihe im Sprengel Museum

Hannover, die sich zentralen

Themen des Demografie-Managements

widmet. Von den etwa 200

Teilnehmern pro Veranstaltung

- wie auch am20.04.2010 - kommen

cirka 70 o/" aus der Wirtschaft.

In dieser Reihe haben

Unternehmerpersönlichkeiten wie

Martin Kind, Dirk Rossmann und

Prof. ]örg Sennheiser das Wort,

die über Maßnahmen und deren

Wirkungen in ihren eher größeren

Unternehmen berichten. Oft

sind es aber auch ausgewählte

KMU selbst, die ihre best practice

Beispiele - auf Augenhöhe - zur

Diskussion stellen.

Die Themen

Allein in dieser einen Veranstaltung

am 20.04. wurde eine Vielfalt

von Themen angesprochen:

Nachwuchskräfte:

Herr Dr. Uwe Groth vom VDI

Hannover berichtete, dass viele

KMU ihre Auszubildenden heute

als Mitarbeiter von morgen an den

Betrieb binden, sie werden durch

Karriereplanung und Weiterbildung

kontinuierlich gefördert.

Eine weise Vorgehensweise,

bedauerlicherweise - so sagten

die Redner im Hörsaal - erkennen

viele KMU diese Notwendigkeit

noch nicht.

Altere Mitarbeiter:

Herr Dieter Lorenz, Geschäftsführer

der Firma Habekost+Fichtner

GmbH erklärte tiberzeugend die

Vorteile älterer Mitarbeiter: Sie

nutzen ihren Arbeitsplatz nicht

mehr als Sprungbreti, im Gegenteil,

sie erleben das Unternehmen

eher aus der Sicht des Arbeitgebers,

sind fachlich versiert - weil

erfahren, krisenerprobt, urteilssicher

und in der Regel loyal. Sie

seien eine wichtige strategische

Ressource für das Unternehmen:

Ihr Erfahrungswissen fördere die

jüngeren Mitarbeiter und erleichtere

zugleich die Vermarktung der

Produkte des Unternehmens bei

älteren Kunden.

Sport, SpieI und

Spaß für Arbeit

und Leben

Vater und Sohn

haben ieden Tag

denselben Weg

zur Arbeit

31


i.::'.

lnnovAging

Altersgem ischte Teams:

Klug sei es, so erfahren wir an

diesem Abend von Markus

Ebbecke aus der Firma Office

Hoch 5 CmbH, wenn es eine gute

Mischung zwischen jungen und

älteren Mitarbeitern in den Unternehmen

gibt, denn so lernen die

verschiedenen Altersgruppen voneinander

und das Unternehmen

profitiert von den unterschiedlichen

Kompetenzen. Dies gelingt

allerdings nur durch neue Formen

der Arbeitsorganisation.

Familie und Beruf :

Frau Bettina Dombrowski vom

Wirtschaftsclub Langenhagen erklärte,

dass in Mitgliedsunternehmen,

die eine Vereinbarkeit rron

Familie und Beruf ermöglichen, Eltern

schneller an ihre Arbeitsplätze

zurückkehren. Hier waren siih die

moderierenden Professoren eini g:

Maßnahmen wie Betriebskindertagesstätten

oder flexible Arbeits-

Eine Frau mit

sieben Kindern

wird Ministerin

zeiten erleichtern die Betreuung

von Kindern oder die Pflege von

Familienangehörigen - auch so

lassen sich Fachkräfte binden.

Unternehmensnachfolge:

Viel zu häufig verdrängen Unternehmer,

dass auch sie eines Tages

einen kompetenten Nachfolger

brauchen. Schon heute sind in

KMU die Chefs oft 60 jahre oder

älter und schieben den Gedanken

an eine kompetente Nachfolge vor

sich her. Nicht loslassen können,

das Lebenswerk nicht aus den

Händen geben. Ein falscher Weg.

Besser wäre es, die eigene Unternehmens-philosophie

rechtzeitig

an einen Nachfolger weiterzugeben.

Personalpolitik:

Heinz-Gerhard Wente, Personalvorstand

und Arbeitsdirektor des

Continental Konzerns und Leiter

der Division ContiTech, hob

schließlich hervor, dass man im

Wettbewerb um kluge Köpfe'in

der Personalpolitik von Anfang an

auf die Attraktivität des Unternehmens

achten müsse. Dies gelte, so

Wente, für große ebenso wie für

kleine Unternehmen. Nur mit wachem

Blick auf das Personal lasse

sich die Zukunft sichern.

Dies alles sind Beispiele, wie KMU

in Zusammenarbeit mit den

Wissenschaftlern des Projekts

InnovAging Maßnahmen entwickeln,

erproben und so erste Hürden

überwinden können. Demografie-Management

erscheint gar

nicht so schwer.

i"uer [Ji;fp+r

Da sich die Arbeitswelt durch

den fehlenden Nachwuchs und

die wachsende ZahI älterer

Mitarbeiter stark verändern wird

- sowohl in der Industrie als auch

im Dienstleistungsbereich - ist

ein konsequentes Umdenken der

KMU unausweichlich: Dabei ist

es ebenso innovativ, mehr ältere

Menschen mit flexiblen Arbeitszeitmodellen

weiterzubeschäftigen

und kontinuierlich zt oualifizieren,

wie für jüngere Menschen

eine Flexibilisierung des Berufseinstiegs

über ein durchlässiger

gewordenes Bildungssystem zu

ermöglichen, das ein berufsbeglei

tendes Lernen erlaubt.

Wenn es gelingt, den KMU diese

strukturellen Zusammenhänge

verständlich zu machen und auf

die intergenerativen Potenziale

der jungen und älteren Menschen

zu verweisen. dann ist bereits ein

wichtiger Einstieg in die Gestaltung

des demografischen Wandels'

getan. Selbst bei kleinen Schritten

wird der Nutzen für die beteiligten

KMU sehr schnell sichtbar.

I ., i,.: r...i,rf,e nöi1"i.i\/rä

Der Demografische Wandel

zwingt zum zeitnahen Handeln,

KMU müssen lernen, die Trends

zu deuten und daraus Chancen für

ihre Zukunft abzuleiten. Das Team

von InnovAging unter Leitung

von Prof. Peter rron Mitschke-Collande

und Prof. Gisela Charlotte

Fischer hat es sich zur Aufgabe

gemacht, das Thema Demografie

und Zukunft in der mittelständi

schen Wirtschaft laut anzusprechen.

Und es ist ihnen gelungen.

Die KMU erkennen die Herausforderung

und nehmen sie an. Der

Dialog zwischen Hochschule und

Wirtschaft läuft, der Wissenstransfer

hat begonnen - InnovAging

hat dazu neue Wege bereitet. Die

Unternehmen wissen aber auch,

dass es letztlich in ihren eigenen

Händen liegt, die Zukunft lebbar

zu machen.

32


TTIE BE$I EN

lnnouAging

Erklärungen:

. DemografischerWandel

Seit1972, als die Sterberate erstmals

die Geburtenrate überschritt, spricht

man vom Demografischen Wandel.

Aufgrund der steigenden Lebenserwartung

haben wir eine alternde

Gesellschatt: In der Folge gibt es mehr

ältere und weniger junge Menschen.

. InnovAging

Diese Wortschöpfung meint den

innovativen Umgang mit dem Prozess

des Alterns. Dies zielt einerseits auf

das Verhalten des einzelnen Menschen

aber auch auf die Verhältnisse in den

Unternehmen, die für die unterschiedlichen

Generationen gestaltet werden

können.

. lnnovation

Innovation heißt wörtlich Neuerung

oder Erneuerung. Hier wird der Begriff

im Sinne von neuen Ideen und Erfindungen

und deren wirtschaftliche

Umsetzung verwendet. Innovation

kann sich auf neue Produkte oder

Dienstleistungen richten, ebenso aber

auch auf neue Arbeitsmethoden,

Produktionsabläufe oder Organisationsstrukturen.

Erfolgreich sind

Innovationen aber erst dann, r.t'enn die

Umsetzung im Betrieb und die Akzeptanz

auf dem Markt gelungen sind.

. Innovationsplattform

Eine Innovationsolattform ist ein

Forum, auf dem Nachfrager und

Anbieter kooperieren, Folgen des

Demografischen Wandels analysieren,

Forschung initiieren, Wissen erarbeiten,

Lösungen entwickeln, in die Praxis

transferieren und dort umsetzen.

. KMU

Abkürzung für Klein- und Mittelunternehmen

mit bis zu 250 Mitarbeitern.

. Projekt

Ein Projekt bearbeitet eine Aufgabenstellung

in einem vorgegebenen

Zeitrahmen. Dazu wird eine Projektgruppe

aus Fachleuten eingesetzt. Der

Projektablauf gliedert sich in kontrollierbare

Arbeitsschritte und Meilensteine.

. 50 Plus

gemeint sind die Altersgenerationen

mit über 50 Jahren.

lnnouAging

Veranstaltung

22,06.2010

Zeit:76:00 - 20:00 Uhr

Ort: Sprengel Museum

Hannover

Öffentliche Diskussion:

mit den Präsidenten der

Hannoverschen Hochschulen

und Kammern.

Anmeldung:

,,Rolle der Hochschule in der

Region - Wissenstransfer

zum Demograf ie-Management"

www.innovaging.unihannover.de

oder bei

Frau Mariola Schimanska

TeI.0511 / 7628467

Noch ein paar Zahlen zum Schluss:

Personen im erwerbsfähigen Alter

(Quelle: Berechung InnovAging nach Deutschland Mikrozensus 2008)

Erwerbsfähige

(A1ter 15-64)

54,4 Mio (100%)

Personengruppen (Alter)

Insgesamt (15-64)

Erwerbspersonen

(Arbeitsmarkt)

47,2Mro (75,8%)

38,1 Mio (70,0"/") 3,1 Mio (5,8%)

Nicht-Erwerbspersonen

(2.B. Ehefrauen)

1.3,2Mio (24,2%)

Nicht-Erwerbspersonen

73,2lvlio (24,20/")

- Männer (15-6.i)

75,7 %

18,?',!,,

- l-r.trrcrt

( I 5{r-})

64,2%

3(),+ '',,'

- Auslänclt'r

( 1 5-6-1)

57,0%

33,-l'll,

- ltlnqt'rc

{ I1-2..|

47,2./"

i7,1 ",,

53,6%

68,7 %

34,9./"

41.,5 "r,

24,7 %

62,2v"


,l:r *,'

':::..i|

lnnovAging

Projektleiter

Prof. Dr. Peter von Mitschke-Collande

stellt sich unseren Fragen zum Thema Demografie:

Herr Prof. Collande, nach den Ausführungen

auf den vorherigen Seiten

interessiert: Welche Personengruppen

werden wichtiger, wenn die Bevölke.

rungszahl abnimmt?

Auf grund der demografischen

Entwicklung wird sich die Anzahl

der Menschen im erwerbsfähigen

Alter in Deutschland bis zum

|ahr 2030 um 15% vermindern.

Damit verbunden ist ein Fachkräf

temangel, der insbesondere

die Uberlebensfähigkeit von

KMU gefährdet. Die erwartete

Fachkräftelücke von etwa 5,5

Mio. Personen kann nur durch

jüngere Schulabbrecher, Frauen

in der Familienphase, Personen

mit Migrationshintergrund und

erfahrene Altere kompensiert werden,

die zwar erwerbsfähig sind,

dem Arbeitsmarkt aber nicht zur

Verfügung stehen.

Was kann ein Unternehmen leisten,

wenn die Mehrzahl der Mitarbeiter über

50 Jahre alt ist?

Der Trend geht dahin, dass unsere

Belegschaften altern. Wenn uns

der Nachwuchs ausgeht, sind

wir insbesondere auf mehr ältere

Mitarbeiter angewiesen. Je nach

Branche ist die Leistungsbereitschaft

und -fähigkeit der Alteren

gut. Dabei lassen sich körperliche

Belastungsanforderungen durch

ergonomische Gestaltung der Arbeitsprozesse

oder flexible Arbeitszeitmodelle

reduzieren.

Bei fachlichen und sozialen Anforderungen

hat sich erwiesen, dass

ältere Mitarbeiter über besondere

Qualitäten wie gute Ausbildung

und Erfahrung, aber auch über

Führungskompetenz, Gelassenheit,

integratives und perspektivisches

Denken verfügen. Solche

Kompetenzen machen ein Unternehmen

stark, sie sollten voll

genutzt und zugleich an die anderen

Personengruppen im Betrieb

n'eitergegeben werden (,, Wissenstransfet

" ). Ansonsten müssen

auch älter werdende Mitarbeiter

die Möglichkeit zur kontinuierlichen

Weiterbildung bekommen.

--.;tsE

ffi

n

rg

g

T

fl

I

CF

der

Prof. Dr. Peter von Mitschke-Collande

Belegschaften altern, wie aber verändert

sich die Kundenstruktur?

Hier liegen die eigentlichen

Chancen des Demografischen

Wandels. Der Anteil der Bevölkerung

jenseits des gesetzlichen

Rentenalters wächst. Dies ist ein

Kundenkreis, der in der Region

neue Märkte schafft. Besonders

KMU können hier neue Produkte

und Dienstleistungen entwickeln.

Die Wirtschaftswundergeneration

hat auch eine gute Altersversorgung

- sie verfügt deshalb über

Kaufkraft, die den Silver Market'

gegenwärtig sehr profitabel macht.

Die Kaufkraft der Alteren mag

sich in künftigen Generationen

nicht mehr so positiv entwickeln

- auch Altersarmuf ist hier ein

wichtiges Thema.

Was ist lhre Botschaft an die kleinen

und mittleren Unternehmen (KMU)?

Wir sind immer wieder überrascht,

wie viele originelle betriebliche

Lösungen es schon heute für den

Demografischen Wandel gibt.

Zahlreiche KMU haben auch

erkannt, dass sich durch Netzwerke

und strategische Allianzen

gemeinsame Initiativen sehr erfolgreich

entwickeln lassen - zvm

Nutzen aller Beteiligten und der

Region.

Abea KMU brauchen aufgrund

ihrer begrenzten Ressourcen auch

Unterstützung durch Dienstleistungen

von außen. Eine stärkere

Kooperation der KMU mit Bildungs-

und Forschungsträgern

kann hier ein wichtiger Weg sein.

InnovAging sieht sich in Fragen

des Demografie-Managements als

Mittler zwischen Wirtschaft

und Hochschule. Wir wünschen

uns, dass die KMU diese Brücke

offensiv beschreiten.

Vielen Dank für das Cespräch,

Herr Prof. Collande, gern berichten

wir weiter über dieses innovative

Thema.

34


:ti,'ttlvAging

Projektleiterin

Prof. Dr. Gisela Charlotte Fischer

stellt sich unseren Fragen zum Thema Demografie:

Frau Prof. Fischer, wie kam es zur

Projektinitiative InnovAging?

Obwohl der Demografische

Wandel schon heute zlr masslven

gesellschaf tlichen Veränderr,rngen

führt, konnten wir im Jahre 2006

abgesehen von einigen geronto-

Iogisch / pflegerischen Untersnchungen

keine angemessene Auseinandersetzung

der Hochschulen

mit diesem Thema finden. Dies hat

Lrns Llmso mehr verlt undert, als es

bereits erhebliche Ausrt'irkungen

auf die Wirtschaft gibt. Des}ralb ist

das demografiebezogenen Wi ssen

fi.ir die Unternehmen ein zerrtraler

Faktor zur Zukunftssicherung - itr

Forschung und Lehre al.er konrrtrt

es bisher kanm vor.

Diese Erkenntnis hat Llns veranlasst,

die Präsidenten der

hannoverschen Hochschulen

anzusprechen und im Jahre 2006

gemeinsam eine Vorstudie, das

Projekt ExplorAging, zu initiieren,

für die das Land und die EU

Mittel bereitstellten. Ziel war es, in

der Region Hannorrer die Auswirkungen

des demografischen Wandels

ar"rf die Bedarfe der Wirtschaft

und auf die Angebote der Hochschulen

in der Bereitstellung von

Demografie-Wissen zu erheben.

Im Ergebnis wurde erheblicher

Handlungsbedarf auf beiden

Seiten erkennbar. Insbesondere

zeigle sich, dass zwar die großen

Unternehmen tiber ausreichende

Ressourcen verfügen, um den Demografischen

Wandel zu gestalten.

Nicht aber die kleinen und mitt-

Ieren Unternehmen (KMU), die

in strategischen Fragen sehr r.iel

mehr auf externe Untersttitzuns

angewiesen sind. So entstand 2Ö08

das Projekt InnovAging, das sich

vornimmt, demografiebezogenes

Wissen zu entwickeln, zu mobilisieren

und der mittelständischen

Wirtschaft in geeigneter Form zur

Verftigung zu stellen.

Prot. Dr'. Cli>r'la Char'lotte Fischc.r

Ftir rurs .rls Hochschullehrer ist es

dabei eirre besonrlere Heransforderung,

in tiieser komplizierten

Frage clen Austausch zwischen

Wisserrschatt rrrrtl Praxis zu organisieren.

So entstand eine Aktionsplattform,

aui der die wesentlichen

Partner aus Hochschule und

Wirtschaft gemeinsam kreative

Wege des Wissenstransfers erproben.

Dieses Anliegen konnten r.t'ir

den Förderern erfolgreich vermitteln

und so entstand die regionale

Projektinitiative InnovAging.

Was reizt Sie besonders, diese Aufklärungsarbeit

zu leisten?

In der Region bestimmen Wirtschaftskraft

und Beschäftigungsmöglichkeiten

einen großen Teil

unserer Lebensqualität. Der KMU-

Sektor trägt dazu mit mehr als

70"1' der Arbeitsplätze bei. Deshalb

ist das Wohlergehen der KMU

von zentraler Bedeutung ftir die

regionale Entwicklung. Darüber

hinaus braucht atich der einzelne

N{ensch auf cler Sr-rche nach seiner

Identität konkrete Teilhabe- und

Gestaltrurcsnröelichkeiter-r in seiner-rr

kor-rmr-rrra I err unrl regionalen

L mfek1.

D.rs erklärt auch lrnser persönliches

Engagement in der Projektleitr.u-ig

vc'x-r InnovAging: Als Bürger

cler Region wollen wir an deren

Entwicklung mitwirken, als Vertreter

der regionalen Hochschulen

sehen wir manche Ltngenutzten

Potentiale. Wir möchten deshalb

gern zeigen, wie Hochschule und

Wirtschaft von dem wechselseitigen

Austausch profitieren nnd

r.r,elche Rolle die Hochschulen

dabei in der Region spielen können

- nach dem abgewandelten

Motto: Global denken, regional

handeln...'

Vielen Dank ftir das Gespräch,

Frau Prof. Fischer, gern berichten

wir weiter über dieses innovative

Thema.

35

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine