Marktstudie als PDF - Intelligentes Wohnen

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Marktstudie als PDF - Intelligentes Wohnen

Marktstudie

Intelligentes Wohnen Schweiz 2006-2008

Herausgeber:

Gebäude Netzwerk Institut GNI


GNI-Fachgruppe I

GNI-Fachgruppe

«Intelligentes Wohnen»

Der 1995 gegründete Verein Gebäude Netzwerk Institut (GNI) wirkt als eine neutrale Informationsdrehscheibe

für Firmen und Vereine, die sich mit gewerkeübergreifenden Integrations- und Standardsystemen in Gebäuden

befassen. Es fördert die Verbreitung und die Beherrschung moderner Technologien in der Gebäudeautomation

und im Intelligenten Wohnen.

Die im Jahre 2000 gegründete GNI-Fachgruppe «Intelligentes Wohnen» (GNI-FGIW) vereint ausgewiesene aktive

Profis aus dem Umfeld des Intelligenten Wohnens. Die FG-Mitglieder deckten mittlerweile das gesamte

Spektrum der Haussteuerungs- und Kommunikationstechnik ab, inklusive der neuen Trends wie Infotainment

und vernetzbare Haushaltgeräte. Es sind sowohl Bauherren, Hersteller, Planer, Systemintegratoren und Service-

Dienstleister vertreten. Ein spezielles Mitglied ist sicher auch das in der Fachgruppe vertretene Projekt Futurelife,

das seit mehreren Jahren als Labor für Intelligentes Wohnen wirkt. Im Jahr 2004 übernahm die Fachgruppe

zudem die Vertretung der Marke «Intelligentes Wohnen» in der Schweiz.

Hauptziel der FGIW ist die Etablierung solider Praktiken und gezieltes Marketing bei Endkunden, Meinungsbildnern,

Planern und Produzenten sowie der Förderung von neuen Lösungen für die Praxis. In den Projektgruppen

werden folgende Aufgaben bearbeitet:

• Grundlagen- und Projektberichte für Fachzeitschriften und allgemeine Medien

• Plattform www.intelligentes-wohnen.ch; hilft dem Endkunden nutzenorientiert die passende technische Lösung

zu finden. Weiters dient sie der Portierung von Herstellern, Planern, Beratern und Systemintegratoren als

kompetente Ansprechpartner für Endkunden

• Durchführung von und Beteiligung an Tagungen, Seminaren und Messen zur Verbreitung der Botschaft und

zur Informationsvermittlung für Intelligentes Wohnen

• Erarbeitung von Grundlagen für eine vereinfachte Beratung, Projektierung und Umsetzung von intelligentem

Wohnen. Im Vordergrund steht die vermehrte Ausrüstung von Wohnraum im unteren und mittleren Preissegment

– zumindest mit einer «passiven Ausrüstung» (Leerrohre, Dosen, Steigzonen mit System)

• Förderung von neuen Aus- und Weiterbildungen wie z. B. «Gebäudeautomatiker/in»

• Standardisierung von Lösungen

2

Infos: www.intelligentes-wohnen.ch und www.g-n-i.ch


Vorwort

Intelligentes Wohnen – die Bezeichung der Zusammenführung

klassisch getrennter Teilanlagen zu einer

vernetzten Gesamtanlage mit neuen Funktionen

für mehr Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz

(siehe S. 5) – ist aus dem Experimentierstadium

herausgetreten.Der Markt beginnt zu wachsen,

wie bei neuen Technologien üblich zuerst im höherpreisigen

Segment.

Das Gebäude Netzwerk Institut (GNI), entstanden

1995, gründete bereits im Jahr 2000 eine Fachgruppe

für die neuen Technologien im Wohnbereich.

Seit 2002 arbeitet das GNI in diesem Bereich mit

deutschen und österreichischen Verbänden zusammen.

Die Marke «Intelligentes Wohnen» wurde international

etabliert, für die Schweiz ist das GNI für

die Etablierung der Marke zuständig. Unter diesem

Begriff sollen die Informations- und Marketingaktivitäten

gebündelt werden. Analog zur Marke

«Minergie» – Synonym für energieeffizientes Bauen

– soll «Intelligentes Wohnen» ein für alle Beteiligten

klarer Begriff sein – Synonym für eine zukunftsfähige

elektrotechnische Infrastruktur im

Wohnraum.

Mit der ersten Marktstudie Intelligentes Wohnen in

der Schweiz (2006–2008) wollen wir zwei Themengebiete

untersuchen:

• Den Markt Wohnbau, gestützt auf statistische

Zahlen,für eine Abschätzung des Marktpotenzials

• Den Kenntnisstand und die Einschätzung der Bedeutung

des Intelligenten Wohnens bei wichtigen

Gruppen der Wohnbauwirtschaft, gestützt auf eine

Umfrage

Die Umfrage richtete sich an Architekten, Generalunternehmungen,

Immobiliengesellschaften (Immobilientreuhänder),

System- und Fertighaushersteller

sowie Wohnbaugenossenschaften. Die Umfrage

führten wir als Studierendenarbeit der Fachhochschule

Nordwestschweiz (FHNW) durch, mit

den Wirtschaftsingenieur-StudentInnen Andrea

Marder und Roger Reimann sowie Stephanie Greiwe

als Betreuerin.

Die Ergebnisse der Umfrage und die Marktabschätzungen

bekräftigen unsere Ansicht, dass Intelligentes

Wohnen einen viel versprechenden und

interessanten Markt darstellt. Mit entsprechendem

Know-How und zielorientiertem Marketing ist der

Markt besser bedienbar. Die zur Verfügung stehenden

Technologien werden in Quantität und Qualität

wachsen. Die Aufgabe für die Planung und Systemintegration

ist kreativ und spannend. Eine

Möglichkeit, gute Fachleute aus der Gebäudetechnik

vor einer Abwanderung in andere Branchen zu

bewahren.

Nun, urteilen Sie selbst! Wir wünschen Ihnen eine

spannende Lektüre und freuen uns auf viele Feedbacks

und Anregungen für die nächste Marktstudie

Intelligentes Wohnen!

Autoren der Marktstudie:

René Senn

Richard Staub

Vorstand GNI

Geschäftsstelle GNI

verantwortlich für IW Leiter FG IW

Vorwort I 1

Danksagung

Wir danken allen, die zum Gelingen dieser Marktstudie beigetragen haben, im Speziellen:

• Allen, die sich Zeit genommen haben, die Umfrage auszufüllen;

• Der Fachhochschule Nordwestschweiz – den WirtschaftsingenieurstudentInnen Andrea Marder und

Roger Reimann, Stephanie Greiwe als Betreuerin sowie Prof. Niklaus Degunda als Vermittler – für die

professionelle Durchführung der Umfrage als Studierendenarbeit;

• Den folgenden Verbänden und dem «baublatt» Bauservice für die Adressen aus ihrem Mitgliederkreis

für die Zusendung der Umfrage:

• sia – Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein

• SVIT – Schweizerischer Verband der Immobilienwirtschaft

• SVW – Schweizerischer Verband für Wohnungswesen

• VSGU – Verband Schweizerischer Generalunternehmungen

• Der Firma Wüest & Partner AG und dem «baublatt» Bauservice für die statistischen Daten über den

Wohnbaumarkt Schweiz.

• Rony Müller, Thomas Schumann, Hans Schuppli und Peter Sperlich für das fachliche Lektorat der

Studie.

3


Inhaltsverzeichnis I 4

Inhaltsverzeichnis

1. Begriffe

1.1 Definition Intelligentes Wohnen 5

1.2 Definition «Passive Ausrüstung» 5

2. Grundlagen Intelligentes Wohnen

2.1 Trend Intelligentes Wohnen 6

2.2 Ausbaustandards und Abgrenzungen 6

2.2.1 Grundausbau 6

2.2.2 Einfacher Ausbaustandard 6

2.2.3 Mittlerer Ausbaustandard 6

2.2.4 Hoher Ausbaustandard 6

2.2.5 Grafik der Ausbaustandards 7

2.3 Beurteilung der aktuellen Marktsituation für Intelligentes Wohnen 7

3. Statistische Daten

3.1 Baubewilligte Wohnungen 8

3.1.1 Anzahl Baubewilligungen (Gebäude!) und Kostensegmente im Jahr 2004 8

3.1.2 Durchschnittliche Bausumme pro Kostensegmente 8

3.1.3 Gesamtbausummen pro Kostensegmente 8

3.2 Neu erstellte Gebäude mit Wohnung 8

3.2.1 Neu erstellte Wohngebäude nach Typ 8

3.2.2 Neu erstellte Wohnungen nach Zimmerwahl 8

3.3 Wohnverhältnisse 9

3.3.1 Bewohnte Wohnungen nach Wohndichte 1990–2000 9

3.3.2 Entwicklung Wohneigentum 9

3.3.3 Entwicklung Mietpreise 9

4. Marktabschätzung Intelligentes Wohnen Schweiz

4.1 Marktgrössen 10

4.2 Marktkapazität IW Neubau 10

4.3 Marktpotenzial IW 11

4.4 Marktvolumen Neubau IW 11

4.5 Marktvolumen Renovation 11

5. Zukunftsprognosen

5.1 Der zukünftige Wohnungsbedarf 11

5.2 Die Nachfrage nach dem Eigenheim 11

6. Zusammenfassung Markt 12

7. Umfrage Intelligentes Wohnen Schweiz

7.1 Aufgabe und Methode 13

8. Umfrageergebnisse 14-27

9. Bemerkungen der Umfrageteilnehmer

9.1 Kritische Bemerkungen zu Intelligentem Wohnen 28

9.2 Überlegungen zu Intelligentem Wohnen 29

9.3 Informationen über Intelligentes Wohnen 30

9.4. Wohnbau-Genossenschaften 30

9.5 Bemerkungen zur Umfrage 30

10.Ausblick oder Schlusswort 32

Impressum: Copyright 2006 by Gebäude Netzwerk Institut GNI. Alle Rechte vorbehalten. Ohne schriftliche Genehmigung des

Herausgebers GNI ist es nicht gestattet, diese Studie ganz oder auszugsweise in irgendeiner Form zu vervielfältigen, zu speichern oder in andere

Sprachen zu übersetzen. Autoren, im Auftrag des Gebäude Netzwerk Instituts GNI: René Senn, raum consulting; Richard Staub, BUS-

House, Layout und Druck: AZ Fachverlage AG, Aarau, Auflage 2006: 300 Exemplare, Erscheinung: Juli 2006

4


1 Begriffe

1.1 Definition Intelligentes Wohnen

Intelligentes Wohnen bezeichnet Lösungen im

privaten Wohnbereich, bei denen Geräte und

Systeme eingesetzt werden, die mehr Komfort,

Wirtschaftlichkeit, Energieeffizienz, Flexibilität

und Sicherheit schaffen. Dies wird in erster Linie

durch eine Vernetzung von

• Haussteuerung (Beleuchtung, Beschattung,

Heizung usw.)

• Sicherheitssystemen

• Elektrohaushaltsgeräten (Herd, Kühlschrank

usw.) und

• Multimedia-Geräten (Audio/Video-Server usw.)

mit Hilfe von Bussystemen (per Kabel, Powerline

oder Funk) erreicht.

Andere, nicht zwangsläufig synonym verwendete

Begriffe für Intelligentes Wohnen sind: «eHome»,«Smart

House»,«Smart Living»,«Elektronisches

Haus», «Vernetztes Haus», «Intelligentes

Haus», «Vernetztes Wohnen» u. v. m. Zudem gibt

es viele firmenspezifische Bezeichnungen.

Der Begriff «Intelligentes Wohnen» wurde durch

den ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und

Elektronikindustrie) eingeführt. Dieser führt

eine Initiative «Intelligentes Wohnen», die mit

ihrer Website für vernetzte Lösungen wirbt. In

Österreich ist die Initiative durch den Verein «Intelligentes

Wohnen Austria», in der Schweiz

durch die Fachgruppe Intelligentes Wohnen des

Gebäude Netzwerk Instituts GNI vertreten. «Intelligentes

Wohnen» wird inzwischen auch von

der Wohnungswirtschaft und der Politik als fester

Begriff verwendet.

Intelligentes Wohnen setzt in der Regel ein Bussystem

wie z. B. nach europäischer Norm EN

50090 voraus,worauf die Vernetzung der Elektrotechnik

im Gebäude aufbaut. Multimedia-Anwendungen

werden üblicherweise über IP-Netze

eingebunden. Unterschiedliche Gewerke wie z.B.

Haussteuerung, Sicherheitssysteme, Audio- oder

Videosysteme, PC-Netzwerke werden aus Sicht

der Initiative Intelligentes Wohnen mit Protokollen

wie UPnP (Universal Plug & Play) über das IP-

Netz miteinander verbunden. Aus Sicherheitsgründen

bleiben die einzelnen Netzwerke nach

heutiger Philosophie autark.So werden mögliche

Sicherheitsrisiken (Hacker) minimiert und eine

äusserst hohe Funktionssicherheit im Bereich der

Haussteuerung sichergestellt.

Das Logo, welches die Initiative Intelligentes

Wohnen nutzt ist europaweit geschützt.

1.2 Definition «Passive Ausrüstung»

Wer in einem vernetzten Haus wohnen möchte,

sollte dies bereits bei der Planung berücksichtigen.

Mit passiver Infrastruktur sind grosszügige

Steigzonen,Leerrohre und ggf.entsprechende Installationskanäle

(z.B. im Boden) gemeint, die es

erlauben, jeden Punkt in den Wohnräumen mit

minimalem Installationsaufwand zu erreichen.

Die passive Ausrüstung ist somit vor allem auch

auf zukünftige Anwendungen ausgerichtet, welche

die Bewohner zu einem späteren Zeitpunkt

installieren oder zur Verfügung haben möchten.

Funkbasierte Kommunikation ergänzt flexibel

die Verkabelung und ist bei Nachrüstungen eine

willkommene Alternative.

Neue Anwendungen für Telekommunikation

und Multimedia, neue Möglichkeiten in der

Haus- und Gebäudesystemtechnik sowie das eigene

Wohnumfeld entwickeln sich beinahe täglich

weiter.Mit der richtigen passiven Ausrüstung

in Haus und Wohnung passen sich somit an die

Bedürfnisse der Bewohner an. Eine Alarmanlage

nachrüsten oder die Rollläden elektrifizieren,Geräte

und Anwendungen vernetzen oder die Antennendose

in einer anderen Ecke des Wohnzimmers

verlegen? Die Tochter braucht einen Telefonanschluss

im Zimmer und eines Tages wird

das Kinderzimmer zum Büro umfunktioniert?

Alles machbar mit der richtigen passiven Ausrüstung.

Das Konzept: Die Leitungsführung für Medien,

Kommunikation, Bussystem usw. erfolgt vom

zentralen Verteiler im Keller über einen Versorgungsschacht

zu den Etagen und von dort jeweils

sternförmig mit entsprechenden Rohren oder

Installationskanälen usw. bis zur ersten Dose in

jeden Raum (siehe Bild Hausschnitt).

Begriffe I 3

Mit einer passiven Ausrüstung

lässt sich jeder Punkt

im Haus oder in der Wohnung

auch nachträglich für

Intelligentes Wohnen erschliessen.

5


Grundlagen Intelligentes Wohnen I

2 Grundlagen

Intelligentes

Wohnen

2.1 Trend Intelligentes Wohnen

Intelligentes Wohnen als Trend für eine neue

Ausrüstung des Wohnraumes für mehr Komfort,

Spass, Energiesparen und Sicherheit etabliert

sich immer mehr. Zentrale Bedienung von

Jalousien und Licht, die Integration der Unterhaltungs-Elektronik

und die Möglichkeiten des

Internets, haben die technischen Anforderungen

an den Wohnraum drastisch verändert.Viele

wollen auf den gestiegenen Komfort nicht

mehr verzichten und investieren so in die Infrastruktur

ihres Wohnraumes. Auch der Bereich

Home-Entertainment mit Home-Cinema und

Multiroom-Systemen erobert den Markt wie

kaum ein anderes Produkt in diesem Bereich.

2.2 Ausbaustandards und

Abgrenzungen

Viele Leute denken aufgrund von Berichterstattungen

in Presse und TV sofort an Pilotprojekte

wie das «Futurelife» in Hünenberg ZG, das

«Smarthome» in Chur GR oder das «TechHome»

in Altstätten SG,wenn sie von Intelligentem

Wohnen hören. Es gibt aber eine grosse Anzahl

von «Real-Häusern», die damit ausgestattet

sind. Das Gebäude Netzwerk Institut (GNI) unterscheidet

vier Stufen des Ausbaus. Die nachfolgende

Definition legt die mögliche Einteilung

der Ausbaustufen fest.

2.2.1 Grundausbau

Der Grundausbau beschränkt sich hauptsächlich

auf die «passive Ausrüstung» des Wohnraumes.Hier

geht es vor allem um die Erschliessung

der Wohnräume mit geeigneter Verrohrung

oder mit geeigneten Erschliessungskanälen

(z.B. im Boden), welche für eine Nachrüstung

die richtige Basis für die Installation darstellen.

Zum Grundausbau zählt auch die Installation

eines geeigneten Kommunikationsnetzwerkes

(Home Cabling). Dieses ermöglicht die Vernetzung

der unterschiedlichen Heim-PCs und

kann auch für die Verteilung der Audio/Video-

Anwendungen im Wohnbereich genutzt werden.

Eine Wireless-Installation ist als Alternative

im Nachrüstungsbereich und Ergänzung für

mobile Anwendungen. Die Kosten für diesen

Ausbau betragen rund 1–1,5% der Gesamtbausumme

(jeweils ohne Landkosten). Diese Kosten

auch in den nachfolgenden Definitionen

sind ergänzend zu den normalen Elektroinstallationskosten

die üblicherweise entstehen, zu

verstehen.

2.2.2 Einfacher Ausbaustandard

Dieser Ausbaustandard ist am weitesten verbreitet.

Beleuchtung, Beschattung (Jalousien,

Markisen, Vorhänge) und allenfalls Heizung

und Lüftung, sowie dazugehörige Taster und

Sensoren, werden teilweise mit einem Bussystem

vernetzt. Die durchschnittlichen Totalkosten

(Planung, Hardware, Software, Dienstleistung

exkl. Installation) betragen dabei 2–4%

der Gesamtbausumme (zusätzlich zum Grundausbau).

2.2.3 Mittlerer Ausbaustandard

Ein wichtiges Merkmal vom mittleren Ausbaustandard

sind einfache Bedienpanel sowie die

Integration weiterer Gewerke wie z. B.

Sicherheitfunktionen, Videogegensprechanlage

oder Audio-/Video-Systeme. Die Bedienpanels

ermöglichen die optische Darstellung vom Betriebszustand

der Anlagen wie Beleuchtung,

Beschattung und Heizung. Auf diesem Display

können die einzelnen Anlagen auch zentral

bedient werden. In diesem Ausbaustandard

werden auch oft der Zugriff von aussen sowie

die Integration von umfangreichen Funktionen

(Einsatz eines Gebäudecontrollers) umgesetzt.

Die durchschnittlichen Totalkosten (Planung,

Hardware, Software, Dienstleistung exkl. Installation)

betragen dabei 1–2% der Gesamtbausumme

(zusätzlich zum Grundausbau und zum

einfachen Ausbaustandard).

2.2.4 Hoher Ausbaustandard

Zusätzlich zu den vorgenannten Ausbaustandards

wird die Vollintegration der Systeme der

Haussteuerung, Sicherheitsanlagen, Unterhaltungselektronik

sowie der Kommunikation umgesetzt.

Auf der vollgrafischen Visualisierung

mit einem oder mehreren – fixen (in der Wand

eingebaut) oder mobilen (tragbaren) – Anzeigegeräten

lässt sich das ganze Haus oder die Wohnung

überwachen und steuern. In diesem Ausbaustandard

werden auch oft umfangreiche Audio-/Videosysteme

(Einsatz von Multiroom-Systemen)

umgesetzt.In der Zukunft werden auch

die vernetzten Haushaltsgeräte in diesem Ausbaustandard

eine sehr wichtige Rolle spielen.

Die Grenze zwischen dem mittleren und dem

hohen Ausbaustandard ist fliessend und nicht

6


präzise eingrenzbar. Die durchschnittlichen Kosten

(Planung, Hardware, Software, Dienstleistung

exkl. Installation) betragen dabei 2–10%

der Gesamtbausumme (zusätzlich zum Grundausbau

sowie zum einfachen und mittleren Ausbaustandard).

2.2.5 Grafik der Ausbaustandards

Mögliche Gliederung der Ausbaustufen

im Intelligenten Wohnen,

wobei der Grundausbau heute bereits

als Standard angesehen werden

sollte.

Grundlagen Intelligentes Wohnen I

2.3. Beurteilung der aktuellen

Marktsituation für Intelligentes

Wohnen

Es scheint uns wichtig, für eine Marktstudie

Intelligentes Wohnen auch im Hinblick auf den

Produkte-Lebenszyklus zu betrachten. Der

Markt für Intelligentes Wohnen ist nicht mehr in

der Einführungsphase. Der Anfang der Wachs-

tumsphase ist erreicht: Die Zahl der Anbieter

und Produktvarianten hat sich zwar erhöht, jedoch

wurde die angestrebte Wachstumsrate

noch nicht erlangt.Die positive Entwicklung des

Wohnungsmarktes und die steigenden Zahlen

von Neubauten unterstützen die Wachstumsmöglichkeiten

dieses Marktes weiterhin.

Lebenszyklus, Status quo

Intelligentes Wohnen

7


Statische Daten I

3 Statistische Daten

Als Basis für die Marktstudie haben wir folgende statistischen Daten eruiert. Quellen waren dabei

das Bundesamt für Statistik, «baublatt» Bauservice sowie Wüest & Partner AG.

3.1 Baubewilligte Wohnungen

Die folgenden Zahlen, die wir zur Berechnung hinzugezogen haben, beruhen auf den Baubewilligungen

von 2004 (Quelle nach Angaben Wüest & Partner AG). Die Anzahl der baubewilligten Wohnungen

und somit das Potenzial für Intelligentes Wohnen für die Jahre 2006–2007 nahm auch im

Jahr 2005 nochmals deutlich zu.

3.1.1 Anzahl Baubewilligungen (Gebäude!) und Kostensegmente im Jahr 2004


Die meisten neu erstellten Wohnungen machen

die 4- bis 5-Zimmer-Wohnungen aus. Im Jahr

2004 hatten diese beiden Wohnungen einen Anteil

von 66% der neu erstellten Wohnungen. Im

Wohnungsbau geht allerdings der Anteil der 1–

2-Zimmer-Wohnungen zurück: 1990 machten

sie 18% der neu erstellten Wohnungen aus, 2004

nur noch 5,7%.

3.3 Wohnverhältnisse

3.3.1 Bewohnte Wohnungen nach

Wohndichte 1990-2000

Die Entwicklung in der Schweiz geht auch dahin,

dass immer weniger Personen pro Wohnraum leben.Die

Zahl der Wohnungen wächst schneller als

die der Bevölkerung.Zwischen 1990 und 2000 betrug

die Zunahme der Wohnungen 8%, diejenige

der Bevölkerung 6%.Die durchschnittliche Personenzahl

pro bewohnte Wohnung sank damit von

2,4 auf 2,3.Gleichzeitig stieg die durchschnittliche

Wohnfläche pro Person von 39 m 2 auf 44 m 2

(Quelle: Bundesamt für Statistik).

3.3.2 Entwicklung Wohneigentum

Der überwiegende Teil der Wohngebäude gehört

natürlichen Personen (2000: 73,3%; 1990: 68,8%)

– nicht, wie häufig vermutet, juristischen Personen.Dennoch

ist die Wohneigentumsquote in der

Schweiz relativ niedrig: Nur 34,6% aller dauernd

bewohnten Wohnungen wurden 2000 von ihren

Eigentümern selbst genutzt.Das ist der weitaus geringste

Anteil unter allen europäischen Ländern.

Immerhin hat die Wohneigentumsquote seit 1970

etwas zugenommen, was hauptsächlich der raschen

Zunahme des Stockwerkeigentums zu verdanken

ist.

Der Anteil der Einfamilienhäuser am gesamten

Wohngebäudebestand nahm zwischen 1970 und

2000 von 40% auf 56% zu.Von den neu erstellten

Gebäuden mit Wohnungen waren z. B. im Jahr

2003 und 2004 75% Einfamilienhäuser (Quelle:

Bundesamt für Statistik).

3.3.3 Entwicklung Mietpreise

Steigende Mietpreise sind ein wichtiger Faktor

bei der Überlegung für den Bau eines Eigenheimes.

Steigende Mieten und günstige Bauzinsen

sind ein wesentlicher Grund für eine erhöhte

Investitionsbereitschaft im Wohnungsmarkt.

Die durchschnittlichen Mietpreise lagen 2003

um rund 36% über jenen von 1990 (Mietindex).

Sie sind damit deutlich stärker gestiegen als die

Konsumentenpreise insgesamt (+23%). Die seit

1992 deutlich sinkenden Hypothekarzinse haben

bloss zur Abflachung des Mietpreisanstiegs,

nicht aber zu einer Senkung der Mieten geführt.

Das Mietpreisniveau variiert je nach Region.

Wie aus der Mietpreis-Strukturerhebung von

2003 hervorgeht, ist das Wohnen in ländlichen

Gebieten im Durchschnitt um knapp 12% billiger

als in städtischen. Von den städtischen Gebieten

weist die Agglomeration Zug die höchsten

Durchschnittsmieten auf (1484 Franken),

Neuenburg die niedrigsten (817 Franken). 1

1 Quelle: Bundesamt für Statistik

Statische Daten I

Wohnungen: Bewohner und Eigentümer

Vom Eigentümer bewohnte Wohnungen 1999

CH¹

35

DEU

43

DNK

NLD

FRA

AUT

51

53

55

56

FIN

60

PRT

64

GBR

68

BEL

74

IRL

78

ESP

82

0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%

¹ CH: Wert von 2000

9


Marktabschätzung Intelligentes Wohnen I

Definition der Marktgrössen

4 Marktabschätzung

Intelligentes Wohnen Schweiz

4.1 Marktgrössen

Folgende Begriffe aus dem Absatzmarkt werden häufig unterschiedlich verwendet und deshalb sei

hier kurz deren Definition in einer einfachen Grafik dargestellt.Die anschliessend berechneten Summen

beinhalten die Dienstleistung und das Material für die Realisierung des Intelligenten Wohnens.

Dabei wurde aufgrund statistischer Daten nur der Bereich Neubauten angeschaut.

Marktkapazität

Marktpotential

Marktvolumen

Marktanteil

4.2 Marktkapazität IW Neubau

Die Marktkapazität zeigt uns das gesamte Aufnahmevermögen des Marktes für das Intelligente Wohnen

(Dienstleistung und Material). Die Marktkapazität gibt an, wie viele Projekte auf einem Markt

realisiert werden könnten und welcher Umsatz für Intelligentes Wohnen dadurch erwirtschaftet

würde, falls alle denkbaren Käufer über das erforderliche Einkommen verfügen und Intelligentes

Wohnen realisieren möchten.

Die Bestimmung der Marktkapazität ist daher relativ einfach.

Für das Jahr 2004

Art

Anzahl Objekte

Wohnungen Miete 10 790

Wohnungen im Stockwerkeigentum 13 188

Einfamilienhäuser 12 957

Total neu erstellte Wohnungen 36 935

36 935 Wohnungen hätten somit 2004 mit Intelligentem Wohnen ausgerüstet werden können.

Ziehen wir dazu den Wert aus Kap. 8.17.1 hinzu, den unsere Befragten bereit wären, für Intelligentes

Wohnen zu investieren, sowie den Wert für die Kosten zur Erstellung eines EFH aus der Statistik

Wüest & Partner AG (siehe 3.1.2), ergäbe sich folgende Marktkapazität:

Angaben für das Jahr 2004

Art des Objektes

Wohnungen

Stockwerk-

Wohnungen Miete eigentum Einfamilienhäuser

Anzahl realisierter Objekte 10 790 13 188 12 957

Durchschnittliche Baukosten in Mio.* 0,4 0,62 0,83

Anteil für Intelligentes Wohnen 1% 3% 4%

Marktkapazität in Mio. Fr. 43 245 430

Total Marktkapazität in Mio. Fr. 719

*Die Baukosten für Miete und Stockwerkeigentum sind geschätzt aufgrund der Angaben des Immomonitoring 2005 von Wüest & Partner.

10


4.3 Marktpotenzial IW

Als Marktpotenzial bezeichnen wir in dieser

Studie den maximalen Umsatz für Intelligentes

Wohnen, der bei optimalen Bedingungen für alle

Anbieter erreichbar ist.Das Marktpotenzial ist

wie die vorherige Berechnung eine Schätzung.

Für das Marktpotenzial gehen wir in unserer

Berechnung davon aus, dass Intelligentes Wohnen

nur in Objekten realisiert wird, die auch

von den Eigentümern bewohnt werden. Denn

zurzeit werden Mietwohnungen nur sehr selten

mit Bestandteilen aus dem Intelligenten Wohnen

ausgerüstet.

Daraus folgt:

Marktkapazität Stockwerk Eigentum 245 Mio.

+ Marktkapazität EFH 430 Mio.

= Marktpotenzial 675 Mio.

Wie wird aus dieser Berechnung unschwer erkennen

können, handelt es sich um ein sehr

grosses Marktpotenzial.

4.4 Marktvolumen Neubau IW

Das 2004 realisierte Marktvolumen für Intelligentes

Wohnen entspricht dem tatsächlich erzielten

Umsatz in diesem Bereich. Da dazu keine

statistischen Angaben existieren, machen wir

hier eine Schätzung:

Das Marktpotenzial IW von 675 Mio. Franken

wäre in 2% der Eigentumswohnungen und 4%

der EFH realisiert. Daraus ergäbe sich ein

Marktvolumen von 22,1 Mio. Franken. Verifizieren

wir diese Summe mit einer durchschnittlichen

Investition für die Realisierung des Intelligenten

Wohnens von ca. 30 Tausend Franken,

ergibt sich ein Markt von ca. 730 Objekten die

pro Jahr realisiert werden.

Die Berechnung Ihres Marktanteiles überlassen

wir jetzt Ihnen!

4.5 Marktvolumen Renovation

Gemäss Studie der CS (Swiss Issues Immobilien;

Fakten und Trends 2006) sind ca. 2,5 Mio.Wohnungen

sanierungsbedürftig. Ca. 65% davon

dürften auch hier analog Aussage unter Punkt

3.3.2 Mietwohnungen sein. Diese Gruppe sieht

aber gemäss Umfrage zur Zeit noch ein kleines

Potenzial für Intelligentes Wohnen voraus –

nicht zuletzt aus Kostengründen.

Nehmen wir also die 35% der Wohnungen (ergibt

875’000 Einheiten), bei einem durchschnittlichen

Renovations-Zyklus von 25 Jahre,

ergeben sich 35’000 Wohnungen pro Jahr,die saniert

werden (Marktpotenzial). Bei einer Realisierungsquote

von 5% – dies entspricht ca.1’750

Wohnungen pro Jahr mit einer Investition für

das Intelligente Wohnen von ca. 10’000.– Fr. pro

Renovation - egibt sich dadurch nochmals ein

Marktvolumen im Renovationsbereich von ungefähr

17,5 Millionen Franken.

Nicht dabei sind bestehende Wohnungen, die

nicht im Rahmen einer Sanierung, sondern aus

Interesse an der Sache mit «intelligentem Wohnen»

ausgestattet werden. Dafür wird der Markt

zunehmend Do-it-Yourself-Produkte anbieten,

welche ohne Eingriffe in die Installation angewendet

werden können (z.B. Funkübertragung).

Die nächste Marktstudie des GNI zum Thema

Intelligentes Wohnen wird diese Markt ebenfalls

näher untersuchen.

Zukunftsprognosen I

5 Zukunftsprognosen

Die nachfolgenden Prognosen für die Zukunft

wurden hauptsächlich aus dem Immo-Monitoring

von Wüest & Partner AG abgeleitet und mit

eigenen Erfahrungen aus dem Markt sowie den

Ergebnissen aus der Umfrage ergänzt.

5.1 Der zukünftige Wohnungsbedarf

Die Wohnungsleerstände nehmen gegenwärtig

zu. Dadurch wird es umso wichtiger, dass sinnvoll

ausgestattete Wohnungen,die den Marktbedürfnissen

gerecht werden, leichter zu vermieten

sind. Eine zukunftsgerichtete Ausstattung

beinhaltet auch Intelligentes Wohnen. Dies ist

ein Zeichen für die Investoren, auch bei Mietobjekten

zielgruppengerecht in Intelligentes Wohnen

zu investieren. Dabei sollen vor allem die

mittelgrossen Wohnungen sehr gefragt sein.

Wüest & Partner AG schätzt, dass in diesem Bereich

durch Single- und Paarhaushalte ohne

Kinder oder aus zahlungskräftigen älteren Personen,

die sich in der Nachfamilienphase befinden,

der Bedarf stark steigen wird. Die Nachfrage

konzentriert sich dabei in erster Linie auf die

Grosszentren und deren Agglomeration (Quelle:

Immomonitoring Wüest & Partner).

5.2 Die Nachfrage nach dem

Eigenheim

Die Nachfrage nach Eigenheimen wird nicht

zuletzt aufgrund der demografischen Entwicklung

(Zuwanderung durch Personenfreizügigkeit

und positives Wirtschaftswachstum) wei-

11


Zusammenfassung Markt I

terhin hoch bleiben.Gemäss Modellrechnungen

werden im Jahre 2010 rund 170 000 Eigentumswohnungen

und Einfamilienhäuser mehr permanent

bewohnt sein als im Jahre 2000. Dabei

sei vor allem bei den grösseren Wohnungen eine

zusätzliche Nachfrage zu erwarten, insbesondere

bei den Einfamilienhäusern.

Die Angebotsstruktur ist dabei aber einem Wandel

unterworfen.Die Bedeutung der Gebrauchtobjekte,d.h.der

älteren Einfamilienhäusern,die

verkauft werden, wird aufgrund der Alterstruktur

der heutigen Bewohner in den nächsten Jahren

deutlich zunehmen. Immer mehr Umbauprojekte

werden auf den Markt kommen. Diese

sind für die Integration des Intelligenten Wohnens

gleich zu behandeln wie Neubauten (Quelle:

Immomonitoring Wüest & Partner).

Die oben genannten Faktoren lassen sich wie

folgt zusammenfassen: Der Anteil an Eigentum

in Neu- und Umbauten im Wohnbereich nimmt

zu. Die durchschnittliche Wohnungsgrösse – ob

Eigentumswohnung oder Einfamilienhaus – ist

stark gestiegen.Diese beiden Faktoren begünstigen

den Markt für Intelligentes Wohnen stark.

Der Nutzen von Intelligentem Wohnen nimmt

mit der Wohnungsgrösse zu.Die Investitionsbereitschaft

in die technische Infrastruktur und

die Mitbestimmung durch die späteren Nutzer

ist im Einfamilienhaus und in der Eigentumswohnung

um ein Vielfaches höher als in einer

Mietwohnung. Voraussetzung dafür ist allerdings,

dass potenzielle Käufer sowie auch Investoren

und Planer entsprechend aktiv auf die

Möglichkeiten des Intelligenten Wohnens aufmerksam

gemacht werden! Die Ergebnisse aus

der Umfrage zeigen im nachfolgenden Kapitel

zudem einen deutlichen Trend, dass die befragten

Zielgruppen in der Zukunft verstärkt Intelligentes

Wohnen in ihren Projekten realisieren

wollen.

6 Zusammenfassung

Markt

12


7 Umfrage

Intelligentes

Wohnen Schweiz

7.1 Aufgabe und Methode

Prof. Niklaus Degunda von der Fachhochschule

Nordwestschweiz (FHNW) fördert seit seiner

Wahl zum GNI-Präsidenten die Durchführung

von Studierendenarbeiten im Auftrag des GNI.

Nachdem 2004 eine Marktstudie Gebäudeautomation

Schweiz 2004–2006 in ehrenamtlicher

Tätigkeit durch Mitglieder von MeGA und GNI

erstellt wurde, beschloss der GNI-Vorstand, in

Zukunft für solch aufwändige Vorhaben die Unterstützung

durch Fachhochschulen zu suchen.

Als ein erstes Projekt bot sich die Umfrage über

Intelligentes Wohnen in der Schweiz als Bestandteil

der entsprechenden Marktstudie an (Marktstudie

Intelligentes Wohnen Projekt-Nr. 1955,

Marder, Reimann).

Ziel der Umfrage war, den Wissensstand und die

Beurteilung über den Markt Intelligentes Wohnen

bei beteiligten Zielgruppen, welche eine

wichtige Rolle als Entscheidungsträger spielen,

zu erfahren. Bewusst wurden dabei die Endanwender

sowie die direkt beteiligten Anbieter

(Produzenten,Installateure,Systemintegratoren,

Dienstanbieter usw.) ausgeklammert.

Die befragten Zielgruppen waren:

• Architekten

• Generalunternehmungen

• Immobiliengesellschaften (Immobilientreuhänder)

• System- und Fertighaushersteller

• Wohnbaugenossenschaften

Diese Zielgruppen bilden durch ihre Position im

Investitions- und Planungsprozess eine Schlüsselposition

und sind externe Beeinflusser in der

Entscheidung für oder gegen Intelligentes Wohnen.

Die Fragen richteten sich mit einer Ausnahme

an die Unternehmung als Ganzes (nicht an

die ausfüllende Person).

Zusammen mit den beiden Vertretern des Auftraggebers

GNI, René Senn und Richard Staub,

erstellten die WirtschaftsingenieurstudentInnen

Andrea Marder und Roger Reimann den Fragenkatalog.

Im Bereich Marktumfrage und Statistik

wurden sie dabei unterstützt von Stephanie Greiwe

von der FHNW. Für die Auswahl der geeigneten

Befragungstechnik wurden verschiedene Methoden

verglichen und bewertet. Aufgrund des

Vergleichs und der Kostenanalyse entschied sich

das Projektteam zusammen mit dem Auftraggeber

und der Beraterin für eine Online-Umfrage

mit gestützten Fragen per Internet, welche per E-

Mail angekündigt wurde.Von der FHNW standen

dazu erprobte und effiziente Tools zur Verfügung.

Die Umfrage wurde nur in deutscher Sprache

durchgeführt, deshalb wurden auch nur deutschsprachige

Unternehmungen angeschrieben. Eine

nächste Umfrage sollte dieses Manko aber sicher

berücksichtigen und gesamtschweizerische Ergebnisse

liefern können. Für das Adressmaterial

wurden diverse Verbände sowie der «baublatt»

Bauservice angefragt,wodurch folgende Adressen

(personalisierte) zur Verfügung standen:

• sia – Schweizerischer Ingenieurund

Architektenverein: 1200

• SVIT – Schweizerischer Verband

der Immobilienwirtschaft: 1400

• SVW – Schweizerischer Verband

für Wohnungswesen: 70

• VSGU – Verband Schweizerischer

Generalunternehmungen: 22

• «baublatt» Bauservice: 840

Dieses Adressen wuden mit eigenen ergänzt,

insgesamt wurden 4500 E-Mails verschickt,

unzustellbar waren davon 480 (die zur Verfügung

gestellten Adressen waren bezüglich Aktualität

sehr unterschiedlicher Qualität). Die Online-

Umfrage mit dem Tool Rogator dauerte einen

Monat (Februar 2006). 380 Angeschriebene beantworteten

die Umfrage vollständig, 40 Angeschriebene

55% der Fragen (diese wurden in der

Auswertung ebenfalls berücksichtigt). Damit

wurde das Ziel, mindestens 300 Umfrageergebnisse

zu erhalten, deutlich übertroffen. Die Auswertung

durch die StudentInnen erfolgte mit der

Statistiksoftware SPSS. Diese ermöglichte auch,

verknüpfte Auswertungen zu generieren wie z.B.

in Frage 8.12.2 wo es darum geht,herauszufinden

welche Umfragegruppen denn bereits Projekte

mit Intelligentem Wohnen realisiert haben.

Neben den Auswahlfragen gab es auch Möglichkeit

für Bemerkungen.Etliche Umfrageteilnehmer

konnten nicht den definierten Zielgruppen zugeordnet

werden. Diese wird in den Ergebnissen als

«Sonstige» aufgeführt. Erfreulich war auch eine

stattliche Anzahl von sehr wichtigen Feedbacks zur

Umfrage und zum Thema Intelligentes Wohnen,

welche die Befragten selber formuliert haben.

Umfragen Intelligentes Wohnen I

Einleitungsinfo

Damit die Befragten wussten um was

es im Inttelligenten Wohnen geht,

wurde folgender Text am Anfang der

Befragung platziert:

«Intelligentes Wohnen heisst Leben

mit einer zeitgemässen und ausbaubaren

technischen Infrastruktur in allen

Wohnräumen. Dabei werden vernetzbare

Systeme für alle Gewerke wie Beleuchtung,

Beschattung, Heizung,

Lüftung, Sicherheit, Unterhaltungselektronik,

Haushaltgeräte, usw. eingesetzt,

die mehr Komfot, Wirtschaftlichkeit,

Flexibilität und Sicherheit

schaffen. Diese Produkte lassen sich

miteinander verbinden und einfach

bedienen. Beispielsweise wird Licht

und Temperatur immer bedarfsgerecht

geregelt, die Waschmaschine

meldet sich,wenn sie fertig ist und vieles

mehr.»

13


Umfrageergebnisse I

8 Umfrageergebnisse

8.1.1 Wie würden Sie insgesamt die Kenntnisse Ihres Unternehmens im Bereich

Intelligentes Wohnen einschätzen?

100%

80%

Prozent

60%

40%

44%

20%

24%

21%

7%

4%

0%

Keine Kenntnisse Geringe Kenntnisse Durchschnittliche

Kenntnisse

Gute Kenntnisse

Sehr gute Kenntnisse

Grundkenntnisse über Intelligentes Wohnen sind bei vielen Marktteilnehmern vorhanden. Es ist allerdings

anzunehmen, dass eher Personen die Umfrage ausgefüllt haben, die sich bereits mit dem Thema auseinander

gesetzt haben. Über 30% haben allerdings zum jetzigen Zeitpunkt keine bis geringe Kenntnisse. Entsprechende

Informationsarbeit ist also gefragt.

8.1.2 Wie würden Sie insgesamt die Kenntnisse Ihres Unternehmens im Bereich

Intelligentes Wohnen einschätzen (nach Branchen)?

Architektur

5

23

53

18

2

Fertig- und Systemhaus-Hersteller

13

50

25

13

Branche

Generalunternehmen

Genossenschaft

3

17

24

53

47

24

22

6

6

0

Immobilienunternehmen

4

26

40

26

4

Sonstiges

6

30

47

15

2

0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%

Keine Kenntnisse Geringe Kenntnisse Durchschnittliche Kenntnisse Gute Kenntnisse Sehr gute Kenntnisse

Aufgeteilt nach Umfragegruppen ist ersichtlich, dass vor allem bei den Genossenschaften noch wenig bis geringes

Interesse am Thema besteht. In dieser Branche haben 70% keine bis geringe Kenntnisse.

Gute Kenntnisse haben vor allem die Fertig- und Systemhaushersteller. Der Grund dafür liegt sicher in der relativ

jungen Kundschaft und dem modulartigen Angebot. Viele Fertighaushersteller bieten heute bereits Intelligentes

Wohnen als Zusatzmodul mit entsprechenden Zusatzkosten an. Gefordert durch den Markt, sind solche

Firmen überdurchschnittlich innovativ.

14


8.2.1 Bieten Sie in Ihrem Unternehmen Elemente (Beratung, Planung, Umsetzung)

des Intelligenten Wohnens an?

Ja: 37% Nein: 63%

Jedes dritte befragte Unternehmen bietet Elemente (Beratung, Verkauf, Installation) für das Intelligente Wohnen

an. Dieses hohe Resultat hat das Projektteam überrascht. Sie bestätigt, dass viele Unternehmungen erkannt

haben, ihre Kunden in diesem Bereich zu unterstützen.

Umfrageergebnisse I

8.2.2. Bieten Sie in Ihrem Unternehmen Elemente des intelligenten Wohnens an

(nach Branche)

Architektur

45

55

Fertig- und Systemhaus-

Hersteller

71

29

Branche

Generalunternehmen

Genossenschaft

12

61

88

39

Ja

Nein

Immobilienunternehmen

31

69

Sonstiges

28

72

0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%

Die Auswertung nach Branchen verdeutlicht die Aussage der bereits heute aktiven Umfragegruppen. Dort wo

die Kenntnisse grösser sind, wird das Intelligente Wohnen den Kunden auch aktiv angeboten. So sind die Fertigund

Systemhaushersteller neben den Generalunternehmen die Gruppen, welche Intelligentes Wohnen am

häufigsten anbieten. Erfreulich ist, dass über 60% der Generalunternehmen und 45% der Architekten Elemente

des Intelligenten Wohnens anbieten. Das Angebot dürfte heute wohl v. a. im Bereich universelle Kommunikationsverkabelung

liegen.

15


Umfrageergebnisse I

8.3 Inwieweit stimmen Sie folgenden Aussagen in Bezug auf Intelligentes Wohnen zu?

Die Endverbraucher sind zu wenig informiert 2 5

48

45

Es fehlt an Kundennachfrage 5

31

52

11

Intelligentes Wohnen ist zu kompliziert

12

38

39

11

Intelligentes Wohnen ist zu teuer

6

28

52

15

0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%

Prozent

Stimme ich nicht zu Stimme ich eher nicht zu Stimme ich eher zu Stimme ich voll zu

Die Endverbraucher sind eindeutig zu wenig informiert. 93% der Befragten teilen diese Meinung. Die Kundennachfrage

ist deshalb zum jetzigen Zeitpunkt eher bescheiden. Intelligentes Wohnen wird auch als eher zu teuer

angesehen. Bei vielen herrscht auch die Skepsis, Intelligentes Wohnen sei zu kompliziert. Die Anbieter sind also

gefordert, mit Endkunden-gerechten und ehrlichen Informationen die Kunden für das Intelligente Wohnen zu

sensibilisieren. Welche Methode sich dafür eignet, geht aus dem Resultat der Frage unter Punkt 8.8. hervor.

8.4 Wie schätzen Sie das zukünftige Wachstum im Bereich Intelligentes Wohnen ein?

1%

21%

Wird abnehmen

Bleibt konstant

Wird zunehmen

78%

Die klare Mehrheit der Befragten rechnet mit einer Zunahme des Wachstums im Intelligenten Wohnen. Dies bedeutet

folgerichtig auch, dass sich die Wohnbaubranche kundengerecht mit dem Thema aktiv befassen muss.

Die 4 Personen,welche annehmen Intelligentes Wohnen nimmt ab,kommen aus dem Bereich Immobiliendienstleistungen

wie Vermittlung usw.

16


8.5 Wie setzen Sie die Prioritäten im Bereich des Intelligenten Wohnens

in Ihrer Tätigkeit?

Audio- und Multimedia-Verteilung 13

42

44

Sicherheitseinrichtungen

29

50

Anwesenheits-Simulation

30

47

23

21

1

0

1

Umfrageergebnisse I

Komfortbeleuchtung

18

49

31

2

Automatische

Beschattungssteuerung

23

52

23

1

Flexible Verrohrung aller Zimmer

3

21

76

0

0% 20% 40% 60% 80% 100%

Keine Priorität Mittlere Priorität Hohe Priorität Kenne ich nicht

Der flexiblen Verrohrung des Wohnraumes wird die meiste Priorität geschenkt. Der Grundgedanke der passiven

Ausrüstung wird damit bestätigt und scheint sich am Markt zu etablieren. Die Notwendigkeit, heute für zukünftige

Bedürfnisse gerüstet zu sein, scheint sich durchzusetzen. Wohnräume sollen für verschiedene Wohnformen

– Single, Paare ohne Kinder mit zwei Einkommen, «Normalfamilie», Patchworkfamilie,Wohngemeinschaft usw.

– flexibel genutzt werden. Dies bedingt nutzungsneutrale Räume und die entsprechende technische Infrastruktur.

Audio- und Videoverteilung («Multiroom-Systeme») war bis anhin relativ teuer, wird aber in den nächsten

Jahren dank immer günstigerer Client-Server-Technologie (z. B. Media Center mit Microsoft Media Center Edition)

immer mehr nachgefragt werden. Voraussetzung dafür ist eine Multimediafähige Verkabelung.

8.6.1 Hat Ihr Unternehmen in Zukunft vor, Elemente des Intelligenten Wohnens

anzubieten?

5%

21%

29%

Ja, sicher

Ja, wahrscheinlich

Nein, wahrscheinlich nicht

Nein, ganz sicher nicht

45%

65% der befragten Unternehmen bieten in Zukunft sicher oder sehr wahrscheinlich Elemente des Intelligenten

Wohnens an. Dieses Resultat widerspiegelt eindeutig den Trend und die steigende Nachfrage im Bereich Intelligentes

Wohnen. Für zukünftige Endkunden und den Markt ein erfreuliches Ergebnis.

17


Umfrageergebnisse I

8.6.2 Hat Ihr Unternehmen in Zukunft vor, Elemente des Intelligenten Wohnens

anzubieten (nach Branche)?

Branche

Architektur

24

53

21 2

Fertig- und Systemhaus-Hersteller

25

38

38

0

Generalunternehmen

47

39

14 0

Genossenschaft 6

35

47

12

Immobilienunternehmen

16

44

32

8

Sonstiges

11

36

40

13

0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%

Ja, sicher Ja, wahrscheinlich Nein, wahrscheinlich nicht Nein, ganz sicher nicht

Generalunternehmen und Architektur haben die Kundenbedürfnisse erkannt und wollen in Zukunft vermehrt

Elemente des Intelligenten Wohnens anbieten. Bei den Fertig- und Systemhausherstellern – zur Hauptsache

fokussiert auf Einfamilienhäuser mit niedrigerem Budget – dürften zum Teil die noch relativ hohen Kosten, z.B.

für die Haussteuerung mit einem Bussystem, gegen ein Angebot sprechen. Die Immobilienunternehmungen

dürften wohl erst Angebote erstellen, wenn sie eine Nachfrage nach Intelligentem Wohnen als Auswahlkriterium

für Wohnraum wahrnehmen. Durch gezielte Marketingaktivitäten und Aufklärung über Intelligentes

Wohnen kann hier sicher einiges bewegt werden.

8.7 Welches ist für Sie der wichtigste Kundenutzen von Intelligentem Wohnen?

40%

37%

30%

26%

20%

19%

15%

10%

4%

0%

Erhöhen des Komforts

für die Bewohner

Einsparung von

Energie (-Kosten)

Erhöhung der

Sicherheit von

Personen und

Sachwerten

Berücksichtigung der

Bedürfnisse von alten /

behinderten Menschen

Sonstiges

Die Erhöhung des Komforts für die Bewohner wird als wichtigster Kundennutzen erkannt.Das tägliche Leben soll

so weit wie möglich erleichtert werden. Überraschend ist – gegenüber ausländischen Studien – die hohe Gewichtung

der Energieeinsparung als Kundennutzen. Hier zeigt sich, dass in der Schweiz ein hohes Bewusstsein bezüglich

Energieeffizienz im Bauen – z. B. Minergie – aufgebaut wurde. Wegen den in letzter Zeit massiv gestiegenen

Preisen für fossile Brennstoffe verstärkt sich auch die Kostenrelevanz dieses Themas. Energieeffizienz ist demnach

ein langfristiges Kriterium bei der Umsetzung des Intelligenten Wohnens. In der vertrauten, eigenen Umgebung

ist das Bedürfnis nach Sicherheit sehr stark und kann mit Intelligentem Wohnen durch viele Funktionen unterstützt

werden.Von nicht wenigen wird zudem die Möglichkeit erkannt, dass durch Elemente der vernetzten Technologien

das autonome Wohnen im Alter oder bei Behinderung nachhaltig unterstützt werden kann.

18


8.8 Wie informieren Sie sich über aktuelle Trends des Intelligenten Wohnens?

100%

80%

72%

60%

46%

40%

38%

Umfrageergebnisse I

27%

25%

20%

10%

8% 7%

0%

Fachzeitschriften Internet Messen / Hersteller Verbände / Gar nichts Sonstiges Fachbücher

Ausstellungen

Organisationen

Neben den modernen Informationsmitteln wie Internet haben die hergebrachten bei weitem nicht ausgedient.

Die Mehrheit informiert sich in Fachzeitschriften und viele besuchen Messen, um sich über die aktuellen Trends

bezüglich Intelligenten Wohnens zu informieren.Doch auch Verbände haben durchaus auch ihre Daseinsberechtigung

als Informationsvermittler! Das GNI und die Fachgruppe Intelligentes Wohnen setzten mit der Kommunikations-Strategie

für Intelligentes Wohnen der Umfrage nach auf die genau richtigen Mittel. Die Aktivitäten

in Richtung Projektberichte, das Internet, aber auch die Beteiligung an Messen (Ineltec, Bauen und Modernsieren)

treffen die Zielgruppe der externen Beeinflusser optimal.

8.9 Welchen Aussagen, in Bezug auf die Informationsbeschaffung bei Intelligentem

Wohnen, stimmen Sie zu?

Die Informationsbeschaffung ist zu

aufwändig

10

31

48

11

Die Informationsbeschaffung ist zu

teuer

28

54

16

1

Die Anbieter der Informationen wirken

unseriös

19

61

18

2

Es gibt zu viele Begriffe, die verwirren

4

11

52

33

Vorhandene Informationen sind

unverständlich

9

43

44

5

Es fehlen Anbieter für Informationen

10

34

51

5

0% 20% 40% 60% 80% 100%

Stimme ich nicht zu Stimme ich eher nicht zu Stimme ich eher zu Stimme ich voll zu

Der Markt und vor allem die Endkunden brauchen mehr verständliche Informationen, welche einfach zugänglich

sein müssen. Eine grosse Verwirrung lösen die unterschiedlichen Begriffe in Bezug auf Intelligentes Wohnen

aus.Hier ist durch eine gezielte Marketingaktivität Abhilfe zu schaffen.Die Initiative Intelligentes Wohnen scheint

mit der einheitlichen Kommunikation in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf dem richtigen Weg zu

sein.

19


Umfrageergebnisse I

8.10 Bieten Sie Ihren Bauherren die Möglichkeit des Intelligenten Wohnens aktiv an?

Branche

Architektur

Fertig- und Systemhaus-

Hersteller

Generalunternehmen

Genossenschaft

13

19

19

25

62

50

64

87

25

19

17

Ja, immer

Manchmal

Nein, nie

Immobilienunternehmen

13

55

31

Sonstiges

18

42

40

0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%

Auffälliges Resultat: Die Wohnbaugenossenschaften scheinen gegenüber dem Intelligenten Wohnen sehr

skeptisch zu sein. Intelligentes Wohnen wird als Luxusbedürfnis klassiert, welches ausserhalb der finanziellen

Möglichkeiten der Genossenschaften resp. deren MieterInnen liegt. Diese Einschätzung sollte zumindest im

Bereich passive Ausrüstung und Grundausbau (siehe Definition unter Punkt 2.2 und folgende), z. B. mit einer

universellen Kommunikationsverkabelung, überprüft werden – nicht zuletzt auch wegen den Unterstützungsmöglichkeiten

durch Intelligentes Wohnen im Alter. Bei den weiteren Umfragegruppen ist die Bereitschaft, Intelligentes

Wohnen aktiv anzubieten, doch schon erstaunlich hoch.

8.11.1 Haben Sie bereits Projekte realisiert, bei dem Intelligentes Wohnen

berücksichtigt wurde?

20%

40%

Ja

Nein, aber wir haben es vor

Nein, wir haben es auch nicht vor

40%

40% der Befragten haben bereits Projekte realisiert, bei denen Elemente des Intelligenten Wohnens berücksichtigt

wurden. Ebenso viele haben in Zukunft vor, Projekte in diesem Bereich zu lancieren. Dieses Ergebnis ist sehr

ermutigend, da in Zukunft 80% der Befragten Projekte mit Intelligentem Wohnen realisieren wollen.

20


8.11.2 Haben Sie bereits ein oder mehrere Projekte realisiert, bei denen Intelligentes

Wohnen berücksichtig wurde (nach Branche)?

Fertig- und Systemhaus-Hersteller

Branche

Architektur

Generalunternehmen

Genossenschaft

7

38

48

33

50

25

33

40

60

38

17

12

Ja

Nein, aber wir haben es vor

Nein, wir haben es auch nicht vor

Umfrageergebnisse I

Immobilienunternehmen

33

47

19

Sonstiges

33

37

30

0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%

Zu den Vorreitern gehören auch hier wieder die Architekten – dies im Gegensatz zur oft gehörten Behauptung,

die Architekten ständen dem Intelligenten Wohnen skeptisch bis ablehnend gegenüber. Auch die Generalunternehmen

bekennen sich klar zum Intelligenten Wohnen, aber auch die Immobilienunternehmen scheinen diesem

Trend zu folgen.Auch hier wird deutlich, dass die Genossenschaften zum jetzigen Zeitpunkt dem Intelligenten

Wohnen eher skeptisch gegenüberstehen.

8.12 Welche Technologien haben sie bei Ihrem(n) Projekt(en) eingesetzt?

40%

30%

28%

27%

23%

20%

18%

10%

4%

0%

Multimedia-

Verkabelung mit

zentralem Verteiler

Bus-Systeme für

Haussteuerung

Sicherheitsanlagen

Audio und Video

Multiroom-Systeme

Sonstige

Multimedia-Verkabelung mit zentralem Verteiler sowie Bussysteme für Haussteuerung wurden bisher am meisten

in Projekten eingesetzt. Sicherheitsanlagen sind zumindest im hochpreisigen Wohnbau schon lange ein fester Bestandteil.Audio-/Video-Multiroom-Systeme

waren bisher relativ teuer.Mit der Verbreitung der Media-Center-Technologie

für den Wohnbereich werden vernetzte IP-basierte Audio-/Video-Systeme sicher an Bedeutung gewinnen.

21


Umfrageergebnisse I

8.13 Welche Vernetzungstechniken im Bereich der Privathaushalte und Wohnungen

kennen Sie?

100%

83%

80%

63% 62%

60%

40%

20%

0%

22%

18%

11%

8%

4% 4%

Wireless LAN Funk-

Ethernet Powerline KNX/EIB LON-Works Sonstige Keine AMX / Crestron Zig Bee

steue-

(Konnex)

rungen

1%

Die drei Vernetzungstechniken Wireless LAN (lokale Kommunikationsnetz mit Funk), Funksteuerungen und

Ethernet sind auch im Bereich der Privathaushalte sehr bekannt. Eher erstaunlich der recht hohe Bekanntheitsgrad

von Powerline (Übertragung von Daten über 230-V-Netz). KNX scheint einen klaren Vorsprung zu den anderen

Systemen zu haben.

8.14 Welche Vernetzungstechnik wird in Ihren Projekten bevorzugt eingesetzt?

100%

80%

60%

56%

40%

41% 40%

20%

0%

15%

11% 11%

7%

3% 3%

1%

Wireless LAN

Ethernet

Funksteuerungen

Sonstige

KNX/EIB (Konnex)

Keine

Powerline

AMX / Crestron

LON-Works

ZigBee

22

Wireless LAN und Ethernet sind durch die grosse Verbreitung von PCs auch in Privathaushalten sehr verbreitet.

Erstaunlich ist der dritte Platz für Funksteuerungen – gibt es hier doch immer wieder Probleme mit der sicheren

Übertragung sowie Bedenken gegenüber «Elektrosmog». Möglichweise sind dies häufig auch Nachrüstungen.

KNX scheint laut Umfrage klarer Favorit für Haussteuerungen für Intelligentes Wohnen zu sein. Powerline

scheint – im Gegensatz zum Bekanntheitsgrad – nicht sehr häufig eingesetzt zu werden und noch weniger LON-

Works.Auch AMX und Crestron scheinen als hochpreisige Multiroom- und Controlsysteme eher wenig zum Zuge

zu kommen. ZigBee als neue Funktechnik für Steuersysteme ist nur Insidern bekannt.


8.15 Wie wichtig schätzen Sie folgende Aspekte in Bezug auf Vernetzungstechnik?

Technologie ist überall verfügbar

Unterhaltskosten, einfache

Erweiter-/Änderbarkeit

Installationskosten 1

1

13

27

46

52

71

53

35

Nicht wichtig

Wichtig

Sehr wichtig

Umfrageergebnisse I

Preis-/Leistungsverhältnis

1

42

57

Ausfallsicherheit

1

27

71

0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%

Prozent

Den Unterhaltskosten resp. der Möglichkeit, eine bestehende Anlage einfach zu erweitern, wird sehr grosse

Beachtung geschenkt. Neben diesem Aspekt ist bei zunehmender Technisierung die Ausfallsicherheit von

zentraler Bedeutung.Aber auch niedrige Installationskosten und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sind wichtige

Kriterien für erfolgreiche Produkte und Anlagen im Intelligenten Wohnen.

8.16 Wie viel % an den Gesamtkosten eines durchschnittlichen Einfamilienhauses

(ohne Land) benötigt die Elektroinstallation?

100%

80%

60%

45%

40%

26%

20%

20%

9%

0%

unter 3% 3 bis 5% 6 bis 10% mehr als 10%

Diese Frage wurde nicht gestellt, um exakte, statistische Ergebnisse zu erhalten. Interessiert hat uns die «spontane

Einschätzung». Unscharf ist ja schon die Formulierung «durchschnittliches Einfamilienhaus» (siehe statistische

Daten im ersten Teil). Bei 20% der durchschnittlichen Einfamilienhäuser beträgt die Elektroinstallation

gemäss Umfrageteilnehmer weniger als 3%, bei 45% zwischen 3% und 5% der Gesamtkosten. Dies bestätigt andere

Untersuchung, nach denen der Anteil der Elektroinstallation im Wohnbau an den Gesamtkosten innerhalb

der letzten 20 Jahre von 6% auf 3% gesunken ist. Es herrscht offensichtlich ein sehr hoher Kostendruck, der nur

eine einfache Installation zulässt. Bei 26% der Einfamilienhäuser betragen gemäss Umfrage die Installationskosten

zwischen 6% und 10%. 9% der Einfamilienhäuser haben Elektroinstallationskosten von über 10% der Gesamtkosten.

Die letzten beiden Gruppen sind sicher Einfamilienhäuser mit hohem Standard und der

Berücksichtigung spezifischer Kundenwünsche, also des Marktsegments, wo heute am meisten Umsatz mit

Intelligentem Wohnen erzielt wird.

23


Umfrageergebnisse I

8.17.1 Wie viele Prozent Mehrkosten für Intelligentes Wohnen würden in einem

durchschnittlichen Einfamilienhaus gerechtfertigt sein?

Prozent

100%

80%

60%

42%

40%

20%

18%

24%

11%

5%

0%

0% 1 bis 2% 3 bis 5% 6 bis 10% mehr als 10%

Auch hier wollten wir eher eine Antwort «vom Gefühl her». Erstaunlich, dass 18% die Forderung erheben,

Intelligentes Wohnen dürfe keine Mehrkosten verursachen! Für 42% der Befragten dürfen die Mehrkosten für

Intelligentes Wohnen in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus bis zu 2% betragen, für immerhin 24% bis

zu 5%.Ausser im hochpreisigen Wohnbau scheint die Herausforderung für die Anbieter von Intelligentem Wohnen

in Zukunft zu sein, diese Budgetlimiten zu erfüllen und trotzdem eine gute Qualität anzubieten.

8.17.2 Wie viele Prozent Mehrkosten für Intelligentes Wohnen würden, Ihrer

Meinung nach, in einem durchschnittlichen Einfamillienhaus gerechtfertigt sein

(nach Branche)?

Architektur

14

58

18

7

3

Fertig- und Systemhaus-

Hersteller

13

25

38

25

0

Branche

Generalunternehmen

Genossenschaft

3

29

47

41

39

24

11

6

0

0

0%

1 bis 2%

3 bis 5%

6 bis 10%

mehr als 10%

Immobilienunternehmen

21

26

28

18

7

Sonstiges

26

34

21

8

11

0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%

Auch hier zeigt sich deutlich der Kostendruck, unter dem Wohnbaugenossenschaften stehen, um ihre Aufgabe

für sozialen und damit preiswerten Wohnraum anzubieten. Erstaunlich, dass 25% der Fertig- und Systemhaushersteller

bereit wären, 6–10% Mehrkosten für Intelligentes Wohnen in Kauf zu nehmen! Signifikant bleibt der

Bereich 1–2% Mehrkosten. Gemäss Ausbaustufen im ersten Teil liessen sich damit die passive Ausrüstung und

die universelle Kommunikationsverkabelung realisieren. Damit wäre die Basis gelegt, der Ausbau wäre später

ohne Eingriffe in die Primärstruktur realisierbar. Hier gilt es auch, damit den Markt der Zukunft vorzubereiten.

24


8.18 Welche Elemente würden Sie für Ihr persönliches Intelligentes Wohnen wählen?

Prozent

30%

20%

10%

0%

23% 23%

Elemente zur

Senkung des

Energieverbrauchs

Flexible

Multimedia-

Verkabelung in

allen Wohnräumen

16%

Businstallation zur

Vernetzung von

Licht, Jalousien

usw.

13%

Sicherheitsanlagen

12% 12%

Altersgerechte

Installation

Multiroom System

für Audio und

Video

1%

Sonstiges

0%

Keine

Umfrageergebnisse I

Die Senkung des Energieverbrauchs, eine flexible Verkabelung sowie die Businstallation sind die drei wichtigsten

Technologien, welche sich die Befragten persönlich wünschen würden. Der Energieverbrauch steht sogar an

erster Stelle. Diesem Aspekt sollte demnach in der Praxis und im Umfeld des Intelligenten Wohnens vermehrt

Beachtung geschenkt werden. Es muss vermieden werden, dass durch schlecht eingesetzte Elektronik und durch

die Befriedigung von Luxusbedürfnissen der Elektrizitätsverbrauch weiter gesteigert wird. Die Vernetzung von

Sensoren und Aktoren bietet die Möglichkeit, die bedarfsgerechte Steuerung und Regelung der Haustechnik mit

hohem Komfort zu verbinden.

8.19 Welcher Branche gehört Ihr Unternehmen an?

50%

40%

40%

Prozent

30%

20%

10%

30%

14%

9%

4%

2%

0%

Architektur

Immobilienunternehmen

Sonstiges Sonstiges

Generalunternehmen

Genossenschaft

Fertig- und Systemhaus-Hersteller

Die Architekten bilden die grösste Umfragegruppe, gefolgt von Immobilienunternehmen. Die anderen Gruppen,

besonders Fertig- und Systemhaushersteller, sind zahlenmässig schwächer auf dem Markt vertreten,

deshalb der geringere Anteil an der Umfrage.

25


Umfrageergebnisse I

8.20 Welche Position führen Sie in Ihrem Unternehmen aus?

Prozent

100%

80%

60%

44%

40%

25%

20%

0%

13%

8% 8%

3%

Inhaber/in Geschäftsleiter/in Abteilungsleiter/in Projektleiter/in Sonstiges Bautreuhänder

Die Umfrage wurde von allen Hierarchiestufen ausgefüllt. Signifikant ist die sehr grosse Beteiligung von Inhabern

und Geschäftsleitern.Sie sind die Entscheidungsträger,welche in einem Unternehmen über den Einsatz neuer Technologien

bestimmen. Die Aussagekraft der Antworten wird durch diese Eigenschaft zusätzlich unterstützt.

8.21 Wie viele Mitarbeitende hat Ihr Unternehmen?

100%

80%

Prozent

60%

40%

44%

20%

19%

15%

12%

0%

3% 2% 1%

1 bis 5 6 bis 10 11 bis 20 21 bis 50 51 bis 100 101 bis 150 150 bis 200 mehr als 200

3%

Rund 45% der Befragten arbeiten in Kleinstbetrieben. Ein Drittel beschäftigt sechs bis zwanzig Angestellte. Dies

widerspiegelt auch klar die schweizerische Bauwirtschaft, v. a. auch die Situation bei den Architekten, die mehrheitlich

kleinen Firmen haben.

26


8.22 In welcher Region ist Ihr Unternehmen angesiedelt?

Prozent

35%

31%

30%

25%

20%

17%

15%

15%

Umfrageergebnisse I

10%

10% 10%

8%

5%

0%

5%

2%

1% 0%

PLZ 8 PLZ 3 PLZ 4 PLZ 6 PLZ 9 PLZ 5 Sonstige PLZ 7 PLZ 1 PLZ 2

Die Umfrage wurde in der deutschsprachigen Schweiz durchgeführt. Auf eine möglichst ausgewogene Verteilung

wurde geachtet, aufgrund demografischer Aspekte konnten einzelne Anhäufungen jedoch nicht vermieden werden.

27


Bemerkungen der Umfrageteilnehmer I

9 Bemerkungen der Umfrageteilnehmer

Von den zahlreichen Bemerkungen wurden einige repräsentative ausgewählt, sprachlich bearbeitet und nach

Themen sortiert. Sie werden bewusst nicht kommentiert und sollen den Leser zum Nachdenken anregen.

9.1 Kritische Bemerkungen zum Intelligenten Wohnen

«Alles viel zu installationslastig. Ausgangspunkt ist

hochwertige Energie. Diese wird zuerst in Information

umgewandelt, bevor sie dann zu Beleuchtungsstärke,

Wärme, Oberflächentemperatur umgewandelt wird.

Intelligentes Wohnen sollten nicht «»im Raum»» sei.»

«Die Entwicklung neuer Technologien schreitet den

eigentlichen Bedürfnissen weitestgehend voraus. Die

hohen Entwicklungskosten werden mit vorauseilenden

Produktauslieferungen versucht zu armortisieren.

Der Markt wird dadurch mit unausgereiften Produkten

gedeckt und resultierend daraus sind unzufriedene

Endbenutzer, welche dadurch Ihr Interesse

am Bedarf von komfortunterstützenden Technologien

verlieren. Diese Entwicklung prägt einige Branchen

- Telekommunikation, Automobilhersteller und

nicht zuletzt die Baubranche. Die primäre Frage ist

nicht was der Mensch braucht. Schlussendlich folgen

alle materiellen Entscheidungsfindungen dem Kosten-/Nutzen-

und Qualitätsfaktor. Daher stellt sich

meines Erachtens viel eher die Frage, in wie fern sich

Entwickler und Produzenten der Herausforderung

stellen können, um ganzheitlich ausgereifte, durchdachte

Produkte anzubieten und somit das nötige

Vertrauen bei den Endverbrauchern gewinnen.»

«Die Installation kostet das Doppelte, die Technik ist

zu aufwändig. Das ganze wird zum Spielzeug, statt

PS2 spielt man IW. Lebensqualität bedeutet nicht

unbedingt, von jedem Punkt aus jede beliebige Funktion

wählen zu können, sondern ein Licht anzumachen

und sich ein Buch zu greifen. Absolut interessant

ist der Aspekt Sicherheit.»

«Intelligentes Wohnen betrachte ich als «»Spielerei»»

für Leute, die gerne möglichst viele technische

Geräte haben und gerne damit umgehen. Die Unterhalts-

und Reparaturmöglichkeit dieser Systeme erscheint

mir über einen längeren Zeitraum (mehr als

30 Jahre) eher ungewiss. Vermutlich wird man dann

die Teile nicht mehr erhalten.»

«Intelligentes Wohnen geht weit über die technische

Ausrüstung und die elektrische Installation hinaus.

Die Bezeichnung ist marktscheierisch und nicht inhaltlich

orientiert. Wenn man wirklich intelligent ist,

wählt man eine andere Bezeichnung für die Vernetzung

der elektrischen Installationen. Ich war auch erstaunt,

dass in ihrer Umfrage Probleme der Verkabelung

angesprochen wurden, nicht aber Möglichkeiten

der kabellosen Vernetzung.»

«Intelligentes Wohnne muss einfach und verständlich

sein. Die hohe Anfälligkeit für Ausfälle (Bsp.Autoelektronik,

Heizsysteme)zeigt, dass Komfort versus

Betriebssicherheit geht. Hier zeigt sich für mich ein

grosser Handlungsbedarf. Dem Menschen sollte auch

nicht alles abgenommen werden. Ansonsten wird er

überrollt. Eigenverantwortlichkeit sollte einfliessen.

«Warum Sie Ihre Studie intelligentes Wohnen nennen

ist mir unklar: Ob es intelligent ist, wenn ich z.B.

meinen Steamer mit dem Handy aus 1000 km Entfernung

in Betrieb sezten kann oder, wenn ein Buchhaltungsprogramm

den Inhalt meines Kühlschrankes

überwacht - na ja. Es gibt Installationen, die meiner

Meinung nach Sinn machen. Das Problem ist aber,

dass sich solche «»Spielereien»» nur eine verschwindend

kleine Minderheit leisten können.»

«Wer auf diesen Zug aufspringt, wird lernen, dass

der Fortschritt der Technik alles veralten lässt, was

anfangs als Fortschrittlich eingestuft wird. Wer mitmacht,

wird alle 5 Jahre Neuinvestitionen tätigen

müssen, um mit dem Stand der Technik mithalten

zu können. Es gibt immer Freaks, die alles Neue

haben müssen, aber in der Breite wird sich das nie

durchsetzen.»

28


9.2 Überlegungen zu Intelligentem Wohnen

«Die Fragestellungen sind häufig zu komplex, um

sie mit einer einfachen, vorgegebenen Lösung beantworten

zu können. Grundsätzlich ist festzustellen,

dass junge Bauherren aufgrund der finanziellen Situation

nicht in der Lage sind, «»intelligent»», d.h.

weitsichtig mit den später notwendigen Infrastrukturen

zu bauen. ƒltere Immobilieneigentümer hingegen

sind schlecht informiert und durch die permanente

Veramerikanisierung (Stichwort: Anglizismen) der

Sprache auch nicht sonderlich motiviert, sich mit

diesem wichtigen Thema zu beschäftigen.»

«Die menschliche Komponente ist nicht zu vernachlässigen:

Fehlbedienungen oder gar keine Bedienung

(Wartung und Nachjustierung von Laien problematisch),

zu komplexe Systeme (‹berforderung),

Fehlmanipulationen und Zerstörung (meist unbemerkt).»

«Die Systeme müssen einfach bedienbar sein. Und

eine umfassende Betriebsanleitung und Schulung

müssen inbegriffen sein.»

«Die Umfrage scheint auf EFH’s beschränkt zu sein.

Grösseres Potential scheint bei MFH’s, inkl. Stockwerkeigentum,

gegeben zu sein.»

«Die Verteuerung der Baute muss im Rahmen bleiben.

Bezüglich den Kosten muss ein zusätzlicher Nutzen

spürbar(vom Kunden)sein.»

«Die Zielgruppe von intelligentem Wohnen dürfte

primär im Segment Eigenheim (EFH und allenfalls

Stockwerkeigentum) zu finden sein. Kostengünstige

(Teil-)Lösungen im Anlegersegment für den Mietwohnungsbau

dürften jedoch in absehbarer Zukunft

eine zur interessanten Alternative zum konventionellen

Wohnbau avancieren.»

zum Thema machte. Er ist ein Softwarespezialist und

hat ein überdurchschnittliches Einkommen. Er hat

darüber hinaus einen erheblichen Beitrag bei der Vernetztung

seines Hauses geleistet. Das heisst, zur Zeit

ist die aktive Aufforderung an den Bauherrn, aktivkomponenten

einzubauen eher kontraproduktiv

wenn nicht gar Auftragsgefährdet.»

«Intelligentes Wohnen muss in der Technik und Anwendung

vereinfacht werden. Die Anwender dürfen

nicht überfordert werden. Zudem muss der Betrieb

und Unterhalt von z.B. Elektriker gewährleistet werden.

Es darf nicht sein dass bei einer Störung der Lüftungsanlage

der Elektroniklieferant, der HLK Monteur

und der Elektriker aufgeboten werden muss und

dann Schnittstellenprobleme entstehen. Für den

Endanwender muss ein Ansprechpartner zur Verfügung

stehen, der Betrieb und Wartung über alle Anlagen

zu einem fairen Preis übernimmt.»

«Ich gebe proprietären Systemen nicht viel Chancen

am Markt, da man dann auf ein Pferd setzen muss

(und das kann halt je nach Entwicklungsstand auch

mal lahmen, obwohl die Technik schon weiter ist).

Deshalb möglichst universell verkabeln, die Endgeräte

werden laufend für Standardverkabelungen entwickelt

und man kann jederzeit die richtige Technologie

auf dem Markt bekommen. Dass man mit

Technologie viel lösen kann ist klar, aber Sachen wie

Voice over IP/Multimedia/Multiroomsysteme usw.

werden sich erst im Markt behaupten, wenn sie für

den «»Normalkunden»» gemacht sind (= super einfach),

dann wird er diese auch nutzen.»

«Intelligentes Wohnen wird momentan für kleine

Stückzahlen geplant. Um einen Durchbruch zu erlangen,

ist jedoch auf die grosse Menge zu planen. Der

Markt ist jedoch noch nicht so weit.»

Bemerkungen der Umfrageteilnehmer I

«Auf die Themen «»Sicherheit»» und «»Energiekosten»»

reduziert, sind die Möglichkeiten von Home

Automation nur marginal ausgeschöpft. Weiter gefasst,

kann ich mir variable Grundrisse/Raumnutzungen

vorstellen, die den Lebensabschnitten der Bewohner

folgen.»

«Inteligentes Wohnen setzt die aktive Bereitschaft

der Bewohner zum Mitmachen voraus. Es genügt

auch nicht, dass nur ein Bewohner die Anlage bedient.

Die Mehrkosten (heute noch massiv) könnten

sich mit der Zeit nach unten entwickeln. Ich habe

erst einen Bauherren gefunden, der aktives Wohnen

«Zurzeit kosten intelligente Haussteuerungen

einfach noch zuviel, damit

diese standardmässig im Wohnbau eingesetzt

werden könnten. Bei sinkenden

Preisen würde die Akzeptanz und damit

auch die Stückzahlen verkaufter

Systeme massiv steigen.»

29


Bemerkungen der Umfrageteilnehmer I

9.3 Information über Intelligentes Wohnen

«Seit unserer zweijährigen Tätigkeit sind wir noch

nie mit Informationen / Werbung bezüglich intelligentes

Wohnen bedient worden. Da ein Bauwerk

auch ohne diese Elemente komplex genug ist, haben

wir uns bisher nicht aktiv um Informationen bemüht.

Folge dessen können wir das Thema auch

nicht mit einer Bauherrschaft besprechen.»

«Sie sollten dafür sorgen, dass dies Anliegen in der

Presse und in den weiteren Medien mehr zum tragen

kommt! Der Normalbürger resp. der Verbraucher hat

wenig Ahnung oder hat wenig davon gehört!»

«Wo und wie kann man sich über Intelligentes

Wohnen gescheit machen?»

«Um mich mit dieser Thematik auseinander zusetzen,

habe ich meine gesammte Wohnung ausgerüstet. Nach

rund einem Jahr ziehe ich eine sehr positive Bilanz.»

«Wir sind hauptsächlich im Bereich Verkauf und

Projektmanagement tätig und arbeiten meistens mit

Generalunternehmern zusammen. Daher haben oft

keinen Einfluss auf die Ausstattung der Wohnobjekte.

Wir sind nicht mit der Projektierung von Immobilien,

sondern mit der treuhänderischen Arbeit (Erstvermietung/Verkauf/Bewirtschaftung)

betraut. Das

bedeutet, dass wir in die Planung meist keinen Einfluss

nehmen können.»

9.4 Wohnbau-Genossenschaften

«Wohnungen von gemeinnützigen Wohnbauträgern

haben in erster Linie Günstigkeit und allgemeine

Wohnqualität (Wohnumfeld, Hausgemeinschaft, ökologische

Materialien/Nachhaltigkeit, usw.) zu erfüllen.

Allenfalls optional Wünschbares (wie z.b. intelligentes

Wohnen), was Mehrkosten (Investitionen, Mietzinse)

ergibt, muss dabei zurückstehen. Unsere Gesellschaft

besteht ja nicht nur aus «»Bonusempfängern»», die im

Dienste der Banken und Versicherungen stehen.»

«Für unsere Genossenschaft

sind diese

Fragen bedeutungslos.

Unsere Ziele sind gute,

zahlbare Wohnungen,

gute Grundrisse, gute

Architektur und ökologische Bauweise (was natürlich

gewisse Aspekte des sog. Intelligenten Wohnen

beinhaltet, z.B. Komfortlüftung.)»

9.5 Bemerkungen zur Umfrage

30

«Es wäre sinnvoll, gleich zu Beginn der Umfrage a)

die Richtung der Optik klarzustellen (z.B. Bauherr

bzw. Investor oder Planer und b) zu differenzieren ob

die gemachten Aussagen sich auf MFH mit Miet- oder

Eigentumswohnungen oder auf EFH bezieht. Je nachdem

ist die Priorität in der Aussage erheblich anders.»

«Bei der Umfrage ist es stark abhängig, welchen

Wohnungstyp und welchen Ausbaustandard man erstellt:

Einfamilienhaus, Eigentumswohnung oder

Mietwohnung?»

«Bravo, der Aufbau der Umfrage gefällt mir. Freue

mich auf die Auswertung.»

«Coole Umfrage! Freundlicher Gruss aus dem sonnigen

Davos.»

«Danke für die gute Umfrage. Anregung: Elektrosmog

im Auge behalten.»

«Guter Auftritt und sehr kundenfreundlich. Benötigte

keine 10 Minuten für die Beantwortung.»

«Ihre Fragen lassen zu wenig Spielraum für antworten

mit mehr Erklärung, da ich glaube, dass Intelligente

Steuerungen nicht nur für den Wohnkomfort,

sondern langfristig auch sehr stark für Energieeinsparungen

gebracht werden (Wärme abhalten, Belichtung

steuern, usw.)»

«Verschiedene Angaben konnten nicht korrekt gemacht

werden. Unterschiede nach Objektarten

(«»normaler»» Wohnungsbau, Stockwerkeigentum,

EFH, Villen usw.) gibt es scheinbar nicht: %-Angabe

sind fix, dabei wäre «»von...bis»» richtiger»

«Vielleicht sollten Sie sich überlegen, bei 2- bis 3

Fragen die Mehrfachnennung zu ermöglichen. Wünsche

Ihnen gutes Gelingen.»


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10 Ausblick oder Schlusswort

Unsere Marktstudie ist wohl die erste veröffentlichte Studie zum Thema Intelligentes Wohnen in der Schweiz.

Die statistischen Daten sowie die Befragung und die Anzahl der Befragten geben ein gutes Bild über die aktuelle

und zukünftige Marktsituation in der Schweiz. Die Resultate der Umfrage zeigen den klaren Trend und das

Potenzial, das Intelligentes Wohnen noch hat. Mit der richtigen Kommunikation und dem gemeinsamen Engagement

der Marktpartner, wie es das Ziel der Initiative ist, kann sich Intelligentes Wohnen entsprechend weiterentwickeln.

Das GNI und im Speziellen die Fachgruppe Intelligentes Wohnen werden hier weiterhin eine starke

vermittelnde Position in der Schweiz einnehmen. So wird auch die vorliegende Marktstudie einen wesentlichen

Beitrag dazu leisten. Über Anregungen und Inputs zur vorliegenden Studie empfangen wir gerne Ihre Anmerkungen,

egal ob Kritik oder Lob.

Senden Sie bitte Ihre Mitteilungen an: iw@g-n-i.ch

Gebäude Netzwerk Institut

GNI-Fachgruppe «Intelligentes Wohnen»

Postfach, 8045 Zürich

Tel. 043 244 99 67

Fax 043 244 99 68

iw@g-n-i.ch

www.g-n-i.ch

www.intelligentes-wohnen.ch Erscheinung: Juli 2006

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