immer präsent - Polizei Brandenburg - Brandenburg.de

internetwache.brandenburg.de

immer präsent - Polizei Brandenburg - Brandenburg.de

110

POLIZEI INTERN

Untersuchung der

Wirkungen polizeilicher

Maßnahmen in Bezug

auf die Risikogruppe

„Junge Fahrer“ in

Märkisch-Oderland

Dieser Beitrag erscheint in Fortsetzung

der Beiträge zu Wirksamkeitsuntersuchungen

polizeilicher

Maßnahmen in der Ausgabe

1/2004.

Unfallopferzahlen nicht darüber

hinwegtäuschen, dass das Land

Brandenburg nach wie vor die vorletzte

Stelle im Bundesvergleich inne

hat.

In Workshops wurden mit

Polizeivollzugsbeamten/

-innen des operativen Dienstes

aller an der Verkehrsunfallbekämpfung

beteiligten

Bereiche und ihrer Vorgesetzten

Maßnahmenkonfigurationen

erarbeitet und bewertet,

die seit Beginn des

Jahres 2004 umgesetzt werden.

Die geographische Lage des Schutzbereiches

macht eine seiner Besonderheiten

in der Bevölkerungsentwicklung

aus. Der Schutzbereich

erstreckt sich von der Bundeshauptstadt

Berlin bis an die Bundesgrenze

zur Republik Polen. Die

Lage zwischen Ballungsgebiet und

Erholungszentren führt dazu, dass

entgegen dem Trend der meisten

Regionen des Landes Brandenburg,

die Bevölkerungszahlen nicht abnehmen,

sondern weiter ansteigen

( 2001: 189.634 Einwohner; 2003:

192.558 Einwohner; davon 16.756

im Alter von 18 – 25 Jahre). Der

prozentuale Anteil der „Jungen Fahrer“

liegt bei 8,7 % an der Gesamtbevölkerung.

Die Anzahl der Verkehrsunfälle und

der im Straßenverkehr verletzten

und getöteten Personen ist in den

letzten Jahren rückläufig. Dieser

Bundestrend zeigt sich auch im

Schutzbereich Märkisch-Oderland.

Dennoch darf dieser Rückgang der

Die Gruppe der „Jungen Fahrer“ ist

nach wie vor als Risikogruppe im

Verkehrsgeschehen einzustufen. So

wurden im vergangenen Jahr 6.309

Verkehrsunfälle registriert. Davon

wurden 985 Verkehrsunfälle durch

„Junge Fahrer“ verursacht, das sind

15,6 %. Im gleichen Zeitraum wurden

1.169 Personen bei allen Verkehrsunfällen

verletzt, jedoch 338

Personen wurden verletzt bei Verkehrsunfällen,

die von „Jungen Fahrern“

verursacht wurden. Das bedeutet

28,9 % aller verletzten Personen

sind dem Fahrverhalten der

„Jungen Fahrer“ zuzuordnen. Ebenfalls

25 % der im Straßenverkehr

getöteten Personen starben bei Verkehrsunfällen,

die von „jungen Fahrern“

verursacht wurden.

Beispielhaft sollen hier noch einmal

die Geschwindigkeitsunfälle im

Jahr 2003 betrachtet werden. 476

Verkehrsunfälle wegen unangepasster

Geschwindigkeit wurden registriert,

davon wurden 169 Verkehrsunfälle

von „Jungen Fahrern“

verursacht, das sind 35,5 %. Im

Rahmen aller Geschwindigkeitsunfälle

wurden 279 Personen verletzt

und 11 Personen getötet. Bei den

von „Jungen Fahrern“ verursachten

Geschwindigkeitsunfällen starben

4 Personen und 127 wurden

verletzt. Daraus ergibt sich, dass

45,8 % der Verletzten und 36,36 %

der getöteten Personen bei Geschwindigkeitsunfällen

der Risikogruppe

„Junge Fahrer“ zuzuordnen

sind.

Analog setzt sich dieser Trend bei

den Verkehrsunfällen mit Personenschäden

(VUP) fort. Im Jahr

2003 wurden von den „Jungen Fahrern“

25,91 % der VUP verursacht.

Anhand dieser aufgeführten Fakten

wird deutlich, warum sich das Projekt

zur Wirksamkeitsuntersuchung

polizeilicher Maßnahmen im

Schutzbereich Märkisch-Oderland

gerade mit der Risikogruppe der

„Jungen Fahrer“ beschäftigt.

Zur Vorbereitung entsprechender

Maßnahmen erfolgte eine weitergehende

Untersuchung der Unfälle

„Junger Fahrer“ in Bezug auf

Schwerpunktzeiten und -örtlichkeiten.

Im Rahmen der durchgeführten

Workshops wurde von den teilnehmenden

Polizeivollzugsbeamten/-innen

erfragt, an welchen Objekten

und zu welchen Zeiten mit

einer hohen Konzentration „Junger

Fahrer“ zu rechnen ist. Dieses Erfahrungswissen

wurde mit dem Datensystem

DAGO und den Einsatzunterlagen

des Schutzbereiches

Märkisch-Oderland abgeglichen.

Dabei wurden besonders Discotheken,

Tankstellen sowie Ausbildungszentren

verifiziert.

Eine Definition von Projektzielen

erfolgte von den Polizeivollzugsbeamten/-innen

in Workshops. Folgende

Ziele für den Schutzbereich

Märkisch-Oderland als Ergebnis

nach Ablauf des Zeitraums der

Wirksamkeitsuntersuchung im Januar

2005 wurden definiert:

- Die Verkehrsunfälle mit Personenschäden

verursacht durch

„Junge Fahrer“ sind gesenkt.

- Die Anzahl der risikobereiten

„Jungen Fahrer“ ist gesunken.

Im Rahmen der Wirksamkeitsuntersuchung

erfolgten konkrete Aufgabenstellungen

an alle Bereiche

des polizeilichen Einsatzgeschehens

im Bereich der Überwachung

und Kontrolle, der Öffentlichkeitsarbeit

und der Prävention. Diese

Einzelmaßnahmen wiederum sind

in verschiedene Elemente zerteilt,

so dass daraus Maßnahmevarianten

gebildet werden können. Die

Arbeitsergebnisse im täglichen

Dienst werden erfasst und an die

22

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine