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RISE

Regional Identity and culture, Strengths development

and Environment action

Ein Gemeinschaftsprojekt des Landkreises Deggendorf

(Deutschland), des EU-Regionalmanagements Obersteiermark

West (Österreich) und des Espace Mittelland (Schweiz)

Kurzfassung

Unterstützt von der

Europäischen Union


RISE

SCHLUSSBERICHT

Inhaltsverzeichnis

1 PROJEKTÜBERSICHT

2 DAS PROJEKT RISE

2.1 Ziele des Projektes

2.2 Projektebenen

2.2.1 Projektebene 1: Projektmanagement & Koordination

2.2.2 Projektebene 2: modellhafte innovative Ansätze auf regionaler Ebene

2.2.3 Projektebene 3: ergänzende Pilotprojekte

2.3 Beteiligte Regionen

2.3.1 Landkreis Deggendorf / Teilraum Deggendorf/Plattling

2.3.2 Regionalmanagement Obersteiermark-West / Aichfeld-Murboden

2.3.3 Espace Mittelland / Kooperationsraum Seeland - Jurasüdfuß – Jura Bernois

3 KOMPONENTE 1: MANAGEMENT UND KOORDINATION

3.1 Stärken-Schwächen

3.1.1 Landkreis Deggendorf / Teilraum Deggendorf/Plattling

3.1.2 EU-Regionalmanagement Obersteiermark-West / Aichfeld-Murboden

3.1.3 Espace Mittelland / Kooperationsraum Seeland - Jurasüdfuß – Jura Bernois

3.2 Good Practices

3.2.1 Teilraumgutachten für den Verflechtungsraum Deggendorf/Plattling

3.2.2 Interkommunales Entwicklungskonzept Deggendorf/Plattling/Stephansposching

3.2.3 Regionales Entwicklungsprogramm Aichfeld-Murboden

3.2.4 Energieagentur Obersteiermark West

3.2.5 Regionales Raumentwicklungskonzept EOS (REK 99)

3.2.6 Strukturreform seeland.biel/bienne

3.3 Evaluation

3.3.1 Ergebnisse

3.3.2 Messung der Zielerreichung

4 KOMPONENTE 2: IDENTITÄT UND KULTUR

4.1 Regionenvergleich

4.2 Good Practices

4.2.1 ArtCanal

4.2.2 Kulturspur

4.2.3 Würzingerhaus Außernzell

4.2.4 Künstlersymposium am Bogenbach

4.2.5 Vernetzung Musikschulen

4.2.6 Kulturzentrum Stift Seckau

4.3 Pilotprojekte

4.3.1 Kulturvernetzung auf regionaler Ebene

4.3.2 Kulturelle Identität zwischen Geschichte, Wirtschaft, Kultur und Lebensstilen

4.3.3 Regionale Identität – Eigensicht und Fremdsicht

4.4 Evaluation

4.4.1 Ergebnisse

4.4.2 Messung der Zielerreichung

4.5 Konvent 2004 in Biel

4.5.1 Inhalte und Ablauf

4.5.2 Impulsreferat Prof. Ganser: Regionale Entwicklung durch regionale Identität

3

unterstützt von der Europäischen Union


RISE

SCHLUSSBERICHT

5 KOMPONENTE 3: STÄRKEN UND WIRTSCHAFTSKOMPETENZ

5.1 Regionenvergleich

5.2 Good Practices

5.2.1 ARGE Wirtschaftsregion Donaustädte, Projekt „Donauhanse“

5.2.2 Innovations- und Technologiecampus Deggendorf (ITC)

5.2.3 Holzcluster / HIZ

5.2.4 Interessengemeinschaft Autocluster

5.2.5 Wirtschaftsachsen Thun-Bern-Biel und Bern-Burgdorf-Langenthal

5.3 Pilotprojekte

5.3.1 Themennetzwerke der Wirtschaft

5.3.2 Benchmarking für Schreinereien und Tischlereien

5.4 Evaluation

5.4.1 Ergebnisse

5.4.2 Messung der Zielerreichung

5.5 Konvent 2005 in Deggendorf

5.5.1 Inhalte und Ablauf

5.5.2 Impulsreferat Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher: Regionale Wirtschaft in Zeiten der Globalisierung

6 KOMPONENTE 4: FREIRAUM UND LEBENSQUALITÄT

6.1 Regionenvergleich

6.2 Good practices

6.2.1 ARGE 50plus Zirbenland

6.2.2 Biotopverbund Grosses Moos

6.2.3 Revitalisierung Alte Aare

6.2.4 „Grüne Achse“ Deggendorf-Plattling

6.2.5 „Brückenschlag Donau“: Entwicklungskonzept Nördliches Donauufer

6.3 Pilotprojekte

6.3.1 Ländlicher Tourismus - Entwicklung von sicheren und nachhaltigen Motorrad-Tour-Angeboten

6.3.2 Nachhaltige Rastplätze an Radwegen

6.4 Evaluation

6.4.1 Ergebnisse

6.4.2 Messung der Zielerreichung

6.5 Konvent 2006 in Judenburg

7 ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

7.1 Webpage RISE

7.2 Dokumentationen und Reports

7.3 Presseberichte

8 AUSBLICK

9 ANHANG

9.1 Projekttermine

9.1.1 Steering Committee

9.1.2 Operative Work Group

9.1.3 Projektgruppe Komponente 2

9.1.4 Projektgruppe Komponente 3

9.1.5 Projektgruppe Komponente 4

9.1.6 Konvente

9.2 Teilnehmer an den Konventen

4

unterstützt von der Europäischen Union


RISE

SCHLUSSBERICHT

Deggendorf, Zeltweg, Bern

August 2007

Impressum:

Geschäftsstelle Teilraum Deggendorf/Plattling

Im Auftrag des

Landkreis Deggendorf

Herrenstraße 18

D-94469 Deggendorf

EU-Regionalmanagement Obersteiermark-West

Bundesstraße 66

A-8740 Zeltweg

Berz Hafner + Partner AG

Im Auftrag des

Espace Mittelland

Münsterplatz 3a

CH-3011 Bern

V.i.S.d.P.:

Klaus Busch

Geschäftsstelle Teilraum Deggendorf/Plattling

Stadt Deggendorf

Franz-Josef-Strauß-Straße 3

D-94469 Deggendorf

www.interreg-rise.de

Im Rahmen dieses Berichtes wird aus sprachlichen Gründen auf weibliche Endungen verzichtet.

Es werden ausdrücklich immer beide Geschlechter zu gleichen Maßen angesprochen

unterstützt von der Europäischen Union

5


SCHLUSSBERICHT RISE

1 Projektübersicht

PROJEKTÜBERSICHT

Lead Partner:

Beteiligte Staaten:

Landkreis Deggendorf

Herrenstraße 18

D-94469 Deggendorf

Deutschland, Österreich, Schweiz

Nationale Co-Finanzierer:

Partner:

Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und

Technologie

Steiermärkische Landesregierung, Abt. Raumplanung

Staatssekretariat für Wirtschaft / seco

Deutschland:

Landkreis Deggendorf

Herrenstraße 18

D-94469 Deggendorf

Schweiz:

Espace Mittelland

Münsterplatz 3a

CH-3011 Bern

Österreich:

Regionalmanagement Obersteiermark West

Bundesstrasse 66

8740 Zeltweg

Technische Projektkoordination:

Deutschland:

Geschäftsstelle Teilraum Deggendorf/Plattling

Stadt Deggendorf

Franz-Josef-Strauß-Straße 3

D-94469 Deggendorf

Schweiz:

Berz Hafner + Partner AG

Postfach 575

CH-3000 Bern 14

Österreich:

Regionalmanagement Obersteiermark West

Bundesstrasse 66

8740 Zeltweg

Themen / Komponenten: 1. Regionalentwicklung: Management und Koordination

2. Identität und Kultur

3. Stärken und Wirtschaftskompetenz

4. Freiraum und Lebensqualität

Zeitraum: 2004 - 2006

Budget: ERDF 212.500 €

Nationale Co-Finanzierung Deutschland 106.250 €

Nationale Co-Finanzierung Österreich 106.250 €

= Interreg III C Budget 425.000 €

Finanzierungsanteil Schweiz 200.000 €

Gesamtbudget: 625.000 €

unterstützt von der Europäischen Union

6


SCHLUSSBERICHT RISE

2 Das Projekt RISE

DAS PROJEKT RISE

Seit 1999 bestanden Kontakte zwischen dem Teilraum Deggendorf/Plattling als „Region der Zukunft“ und

der Region Erlach/Östliches Seenland als „Europäische Referenzregion“. 2003 haben die beiden Regionen

gemeinsam mit der österreichischen Region Aichfeld-Murboden (Steiermark) ein gemeinsames INTERREG

III C-Kooperationsprojekt unter dem Namen "RISE - Regional identity and culture, strengths development &

environment action" eingereicht. Dieses Projekt wurde Anfang 2004 bewilligt.

Kooperierend und co-finanzierend waren die jeweiligen Regierungen aus den drei Partnerländern an dem

Projekt beteiligt. In Deutschland geschah dies durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur,

Verkehr und Technologie, in Österreich durch das Amt der Steiermärkischen Landesregierung in

Graz und in der Schweiz durch den Regierungsausschuss des Espace Mittelland und das Bundeswirtschaftsministerium.

Der Name RISE ist eine Komposition aus den Anfangsbuchstaben der drei Schwerpunkte der Zusammenarbeit:

Regional Identity and culture, Strengths development und Environment action (Regionale Identität

und Kultur, Entwicklung der Stärken und Sicherung der Umwelt). Gleichzeitig ist RISE auch ein englisches

Tätigkeitswort und bedeutet soviel wie sich erheben, aufwachen, etwas tun.

Nomen es Omen. Das Kooperationsprojekt RISE sollte ein Beitrag zur Förderung nachhaltiger Entwicklung

in verstädterten ländlichen Regionen Europas werden. Alle drei Partnerregionen haben vergleichbare naturräumliche

und strukturelle Voraussetzungen. Alle drei haben ländliche oder ländlich-industrielle Wurzeln

und in den letzten Jahrzehnten eine starke Entwicklung durchgemacht. Alle drei verfügen über ein großes

landschaftliches Potenzial, das vom Wasser geprägt ist. Alle drei sind gut erschlossen und befinden sich im

Einflussbereich größerer, wirtschaftlich potenter Agglomerationen. Alle drei kämpfen um ihre Eigenständigkeit

und Identität. Interessanterweise entwickelten die drei Partnerregionen trotz ähnlicher wirtschaftlicher

und planerischer Ausgangslage jeweils unterschiedliche Strategien und Lösungsansätze sowohl im politischen

als auch im operativen Bereich der Regionalentwicklung. Das machte die Sache interessant.

Übergeordnetes Ziel von RISE war der politische und fachliche Erfahrungsaustausch in den gemeinsam interessierenden

Themenfeldern sowie die Erprobung und Durchführung von innovativen Pilotprojekten im

Bereich der regionalen Entwicklungsarbeit in stark besiedelten ländlichen Räumen. Für die Partnerregionen

und die staatlichen Kooperationspartner, aber auch für Akteure aus Wirtschaft und Kultur sollten dadurch

wertvolle Erkenntnisse und konkreter Nutzen generiert werden.

Das Projekt RISE lief über einen Zeitraum von drei Jahren (2004 - 2006). Jedes Jahr fand in einem der drei

Partnerländer ein mehrtägiger Konvent statt, der einem speziellen Themenfeld innovativer Regionalentwicklung

gewidmet war. Die Jahreskonvente wurden durch sieben konkrete Pilotprojekte bereichert, die

sich unter Beteiligung von interessierten Organisationen im Bereich der oben stehenden Themenfelder

entwickelten und zu direkt nutzbaren Ergebnissen führten.

unterstützt von der Europäischen Union

7


SCHLUSSBERICHT RISE

2.1 Ziele des Projektes

2.2 Projektebenen

unterstützt von der Europäischen Union

8

DAS PROJEKT RISE

Übergeordnetes Ziel des Kooperationsprojektes RISE war die Erprobung und Durchführung von innovativen

Maßnahmen und Aktionen im Bereich der regionalen Entwicklungsarbeit in stark besiedelten ländlichen

Räumen. Durch den gegenseitigen, an konkreten Beispielen festgemachten Erfahrungsaustausch zwischen

den Partnerregionen sollte ein entsprechender Mehrwert für die regionalen Verantwortungsträger und deren

Partner, für wirtschaftliche Akteure und damit zusammenhängend für die regionale Bevölkerung erreicht

werden. Die abschließende Evaluierung der Ansätze auf transnationaler Ebene ist die Grundlage für die

spätere Nutzung durch ähnlich gelagerte Regionen in der Europäischen Union.

Die Zielrichtung des Projektes unterstützte insbesondere die im Europäischen Raumentwicklungskonzept

definierten Politiken und Entwicklungsziele sowie die im Programm INTERREG IIIC definierten Ziele hinsichtlich

erforderlicher, gemeinsamer Problemlösungsstrategien und Erfahrungsaustausche. Damit sollte

eine höhere Effizienz im Bereich regionalen Lernens und regionaler Innovationstätigkeit und eine Impulswirkung

für eine ausgeglichene, nachhaltige Entwicklung der beteiligten Regionen erreicht werden.

Aufgrund der gemeinsamen spezifischen Problemlage der Partnerregionen fokussierten die Ziele des Projektes

auf:

- Neue Ansätze und Formen der Zusammenarbeit ("Gebietsreform in den Köpfen", private-publicpartnership

Modelle, New Governance) als Voraussetzung für gemeinsames Planen und Handeln in

den Regionen

- Eine Stärkung sowie eine ausgewogene Partnerschaft und Komplementarität zwischen städtischem

und ländlichem Raum und Akteuren auf verschiedenen Umsetzungsebenen (Prinzip: Subsidiarity und

Conciliation)

- Entwicklung, Pflege und Inwertsetzung des naturräumlichen und kulturellen Erbes im Sinne einer Weiterentwicklung

und einer wirtschaftlichen Nutzung der regionalen Identität

- Die Abstimmung und Vernetzung von Mittelstädten im Sinne möglicher Synergien, zusätzlicher Potenziale

und Chancen, unter besonderer Berücksichtigung der entwicklungspolitischen Situation von zentralen

Doppelorten

- Unterstützung des Strukturwandels im produzierenden Sektor aufbauend auf regionalen Fertigkeiten

und Rohstoffen

Ziel der Aktivitäten war ein netzwerkorientiertes Vorgehen im Sinne einer breit angelegten Stärkung der regionalen

Entwicklungskapazitäten. Angesprochen waren sowohl öffentliche Körperschaften und Einrichtungen,

private wirtschaftliche Akteure, regionale Kultur- und Bildungseinrichtungen als auch die regionale Bevölkerung.

2.2.1 Projektebene 1: Projektmanagement & Koordination

Ziel der Projektebene 1 war die Unterstützung und Weiterentwicklung einer breiten, vernetzten Trägerschaft

auf der Basis der regionalen Entwicklungsstrukturen. Eine begleitende, “lernende” Akteursbasis zu den angesprochenen

Themenfeldern sollte die bestehenden Strukturen unterstützen. Die Vernetzung zwischen

den einzelnen Partnerregionen war dabei Voraussetzung für gegenseitiges Lernen und einen entsprechenden

Mehrwert der einzelnen Handlungsansätze.

2.2.2 Projektebene 2: modellhafte innovative Ansätze auf regionaler Ebene

Die zweite Ebene befasste sich mit modellhaften innovativen Entwicklungsansätzen und ergänzendem Erfahrungsaustauschprozessen

auf regionaler Ebene. Diese bezogen sich jeweils auf spezifische / themenorientierte

Lösungsansätze zu Teilaspekten nachhaltiger Regionalentwicklung in der eigenen Region.

Die Themenstellungen und geplanten Ergebnisse stellten jeweils einen Erfahrungs-Mehrwert für die übrigen

Partnerregionen dar. Die Partnerregion mit der jeweiligen “Themenführerschaft” übernahm auch die inhaltliche

Vorbereitung und begleitete den parallel geplanten Erfahrungsaustausch zum Thema. In gemeinsamen

Konventen wurden die Ergebnisse und Erfahrungen der drei Projektebenen verknüpft und ausgetauscht.

2.2.3 Projektebene 3: ergänzende Pilotprojekte

Die zweite Ebene diente gleichsam als “Trichter” oder Filter für die dritte Ebene von ergänzenden Pilotprojekten

zu unten dargestellten Problemfeldern. Die sieben durchgeführten Pilotprojekte stellten jeweils konkrete

Experimente und Umsetzungsbeispiele für die Erprobung oder Verifizierung von angesprochenen

Themen dar.

Die Entwicklung der “Gesamtmatrix” an Problemstellungen und Lösungsansätzen erfolgte gemeinsam. Im

Sinne des partnerschaftlichen Ansatzes wurden auch direkte Kooperationen und Vernetzungen zwischen

den Pilotprojekten unterstützt. Die Pilotprojekte konnten sich grundsätzlich auf alle unten aufgeführten

Themen beziehen, basierten aber auf der Beteiligung lokaler und regionaler Partner.


SCHLUSSBERICHT RISE

DAS PROJEKT RISE

PE 1

Partner 1, 2, 3: Projektmanagement & Koordination

Partner 1 CH

Partner 2 D

Partner 3 A

PE 2

Identität &

Kultur

Identitätsstiftung,

Inwertsetzung historisches

Erbe,

Kulturtourismus

Stärken &

Wirtschaftskompetenz

Raumbeobachtung,

Funktionsteilung Städte,

Flächenmanagement,

Anbindung F&E

Freiraum &

Lebensqualität

Freiraumsicherung,

Inwertsetzung natürliche

Potenziale,

Verknüpfung Tourismus

PE 3

Pilotprojekt

1

Pilotprojekt

2

Pilotprojekt

1

Pilotprojekt

2

Pilotprojekt

1

Pilotprojekt

2

2.3 Beteiligte Regionen

2.3.1 Landkreis Deggendorf / Teilraum Deggendorf/Plattling

Der Teilraum Deggendorf/Plattling setzt sich aus den Städten Deggendorf

und Plattling, den Märkten Hengersberg und Metten sowie den Gemeinden

Niederalteich, Offenberg, Otzing und Stephansposching zusammen. Er bildet

den geographischen Mittelpunkt Niederbayerns und liegt am Südrand

des Bayerischen Waldes an der Mündung der Isar in die Donau, einem der

letzten großen natürlichen Mündungs- und Auenbereiche von europäischer

Bedeutung

In der Region treffen der weitgehend ebene Gäuboden und die Höhen des

Vorderen Bayerischen Waldes mit Höhendifferenzen von über 800 m aufeinander.

Der Hafen und der Freihafen in Deggendorf, das Autobahnkreuz

Deggendorf und der Eisenbahnknoten in Plattling bieten eine hervorragende

verkehrliche Anbindung im Nah- und Fernbereich. Die Städte Deggendorf

und Plattling nehmen gemäß Landesentwicklungsprogramm als Doppelort

die Funktionen eines Oberzentrums wahr. Der Doppelort liegt im

Schnittpunkt zweier überregionaler Entwicklungsachsen. Durch die historische

Orientierung Deggendorfs zum Bayerischen Wald sowie Plattlings

zum Gäuboden werden im Doppelort Deggendorf/Plattling die Potenziale

und Interessen zweier ganz unterschiedlicher Siedlungsräume zusammengeführt.

Eine ausgeprägte Stadt-Umlandproblematik überlagert sich im

Teilraum mit den veränderten Rahmenbedingungen (Globalisierung, Strukturwandel,

Öffnung im Osten, fortschreitende europäische Einigung).

Die Flussläufe der Donau und

der Isar (hier die Isarmündung)

sind identitätsstiftend in der Region

Charakteristisch für die Region:

Getreidefelder im Gäuboden mit

den Ausläufern des Bayerischen

Waldes im Hintergrund

Der Teilraum Deggendorf/Plattling ist eine Arbeitsgemeinschaft nach dem bayerischen Gesetz über kommunale

Zusammenarbeit (KommZG). Die Geschäftsstelle des Teilraumes Deggendorf/Plattling ist bei der

Stadt Deggendorf angesiedelt.

2.3.2 EU-Regionalmanagement Obersteiermark-West / Aichfeld-Murboden

Die Region Aichfeld–Murboden in der Oberen Steiermark besteht aus den

Bezirken Judenburg und Knittelfeld mit insgesamt 38 Gemeinden. Hauptsiedlungsraum

ist der Zentralraum mit den Bezirksstädten Judenburg und

Knittelfeld. Insgesamt weist die Region ca. 78.000 Einwohner auf. Die Bevölkerungsentwicklung

ist stark rückläufig.

Die Stadt Judenburg bildet den städtischen Kern der Region Aichfeld-

Murboden

Der Flusslauf der Mur bildet das

Rückgrat der Region

unterstützt von der Europäischen Union

9


SCHLUSSBERICHT RISE

Die Beckenlandschaft entlang der Mur wird umrahmt von den Niederen

Tauern im Norden und den Seetaler Alpen im Südwesten. Der städtisch

und industriell geprägte Zentralraum wird von landwirtschaftlicher Nutzung

und Grünlandnutzung umrahmt.

Lage, wirtschaftliche Ausstattung und Infrastruktur eröffnen der Region eine

Perspektive eines eigenen Wirtschaftsraumes zwischen den Agglomerationen

Graz und Linz.

Einst Kreuzungspunkt der Kulturen – Strettweger Kultwagen aus der Hallstattzeit

– Handelszentrum des Mittelalters (Gulden, Kunst, Klöster) und

Zentrum der Eisenindustrie, verlagert sich die wirtschaftliche Entwicklung

immer stärker zum Dienstleistungsbereich. Das in Bau befindliche Motorsportzentrum

in Spielberg stellt das aktuell bedeutendste regionale Leitprojekt

dar.

DAS PROJEKT RISE

Charakteristisch für die Region:

Das Tal der Mur mit der umgebenden

Gebirgslandschaft

2.3.3 Espace Mittelland / Kooperationsraum Seeland - Jurasüdfuß – Jura Bernois

Der Kooperationsraum Seeland-Jurasüdfuß-Jura Bernois liegt im Herzen

des Schweizerischen Mittellandes, mitten auf der Nahtstelle zwischen dem

deutschen und dem frankofonen Kulturraum. Er setzt sich aus den sechs

Planungsregionen Biel-Seeland, Amt Erlach-östliches Seeland, Grenchen-

Büren, Seebezirk, Jura-Bienne sowie Solothurn und Umgebung zusammen.

Der Kooperationsraum umfasst eine Fläche von 1223 km2 und bietet

Lebensraum für 330'000 Menschen, die sich auf 193 politische Gemeinden

verteilen. Die Landschaft ist geprägt vom spannungsreichen Gegensatz

zwischen der schroffen ersten Jurakette und dem stark vom Wasser geprägten

Vorland. Die von Neuenburger-, Bieler- und Murtensee dominierte

Senke bildet seit der Steinzeit einen einheitlichen Kulturraum, dessen

Hauptmerkmal heute die Zweisprachigkeit ist. Der Hauptort Biel/Bienne mit

seinen 50'000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist auch im praktischen Alltag

vollkommen zweisprachig. Der Kooperationsraum ist durch ein dichtes

Autobahn- und Eisenbahnnetz hervorragend erschlossen und in den letzten

Jahrzehnten stark gewachsen. Die regionale, stark exportorientierte

Wirtschaft bietet rund 145'000 Arbeitsplätze an. Die funktionalen Beziehungen

sind heute in einem dichten Netz mittelgroßer Städte ausgesprochen

komplex geworden und stellen für die Zukunft eine große raumordnungspolitische

Herausforderung dar. Es erstaunt deshalb nicht, dass der

Kooperationsraum Seeland-Jurasüdfuß-Jura Bernois derzeit einem intensiven

Veränderungsprozess unterworfen ist. Die Einführung gemeinsamer,

übergeordneter Organisationsstrukturen soll mithelfen, sich als Region der

Zukunft erfolgreich in der Schweiz und in Europa bemerkbar zu machen.

Die sechs beteiligten Planungsregionen des Kooperationsraumes suchen

derzeit nach einer gemeinsamen, übergeordneten Entwicklungsstrategie.

Gegenwärtig stützt sich aber noch jede Planungsregion auf ihren eigenen

Richtplan.

Mit ihrem Raumentwicklungskonzept (REK) hat die Region Amt Erlachöstliches

Seeland 1999 methodisches Neuland betreten und ist dafür in einem

internationalen Wettbewerb als europäische Region der Zukunft ausgezeichnet

worden. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Richtplan ist

das REK 99 nicht mehr darauf ausgelegt, einen künftigen Raumzustand zu

definieren. Es versucht vielmehr, das bestehende Nutzungsgefüge durch

die Realisierung konkreter Projekte auf direktem Weg zu optimieren. Dazu

bietet es den Gemeinden eine breite Auswahl von Entwicklungs- und Arbeitszielen

an, die auf freiwilliger Basis in grenzüberschreitender Zusammenarbeit

umgesetzt werden können.

Der Kooperationsraum Seeland

- Jurasüdfuß – Jura Bernois: Eine

vom Wasser geprägte Kulturlandschaft.

Im Bild der mäandrierende

Aarelauf zwischen Biel

und Solothurn mit den bewaldeten

Juraketten im Hintergrund

Die drei großen Seen (hier der

Bieler See) mit ihren Rehbergen

sind prägend für die Region

Die schweizerische Landesausstellung

Expo 02 hat der Region

zu neuem Selbstbewusstsein

verholfen (im Bild die Klangtürme

auf der Arteplage Biel)

10

unterstützt von der Europäischen Union


SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 1

3 Komponente 1: Management und Koordination

Ziel dieses gemeinsamen Projektteiles aller Partner war die Vorbereitung, Zusammenführung und Begleitung

der einzelnen Themenfelder sowie die begleitende Evaluierung auf der Projektebene 1. Im Vordergrund

standen dabei auch innovative Methoden der begleitenden Raumbeobachtung und die Netzwerkarbeit

während des Projektes.

3.1 Stärken-Schwächen

3.1.1 Landkreis Deggendorf / Teilraum Deggendorf/Plattling

Lage

Infrastruktur

Bevölkerung

Industrie, Gewerbe

Handel, Dienstleistungen

STÄRKEN

Zentrale Lage im Kreuzungsbereich zweier

Entwicklungsachsen (auch Verkehrsachsen),

neuerdings zentrale Lage in einem erweiterten

Europa (Grenznähe Österreich und tschechische

Republik)

Außergewöhnlich gute Erreichbarkeit im Kfzund

Schiffsverkehr, Flughafennähe im Kfz-

Verkehr (Flughafen München < 1 Stunde), gute

Erreichbarkeit im Schienenverkehr in Nord-Süd-

Richtung (Donauachse).

Hochrangige technische Infrastruktur in den

Siedlungsräumen

Wichtiger Hafenstandort Deggendorf (einziger

Zollfreihafen Süddeutschlands)

Zuwanderungsregion (bis ca. 2020), bedingt

durch Zuwanderungen aus strukturschwachen

Gebieten in Deutschland (neue Bundesländer)

und aus Mittelosteuropa

Derzeit noch gute Altersstruktur (verändert sich)

durch weit reichende Ausbildungsangebote

Industriebesatz mit erfolgreichen Leitbetrieben

und internationaler Vernetzung

Gesunder Branchenmix kleiner und mittlerer

Unternehmen sorgt für eine relative Unempfindlichkeit

gegenüber wirtschaftlichen Krisensituationen

Strukturbereinigung weitgehend abgeschlossen

Gute Verknüpfung von Industrie/Gewerbe und

(Aus-)Bildung

Industrienahe Dienstleistungen vorhanden,

Entwicklungen im Forschungsbereich

Großer Versorgungs- und Nachfragebereich für

Handel und Dienstleistungen im Bayerischen

Wald

Breites und teilweise qualitativ gutes Versorgungsangebot

Positive Umfeldbedingungen für die Entwicklung

des Dienstleistungssektors durch Stadter-

SCHWÄCHEN

Periphere Lage im Bundesgebiet

Mangelhafte Schienenanbindung zum wichtigen

Absatzraum München und zum Flughafen

München.

Mangelhafte Schienenanbindung in die Tschechische

Republik, verbesserungsfähige Straßenanbindung

dorthin

Häufige Behinderungen im Schiffsverkehr

durch Niedrig- oder Hochwasser (ca. 100 Tage/Jahr)

Zuwanderungen sorgen für gleich bleibende

Bevölkerung im Bereich der Erwerbstätigen,

aber wesentliche Zunahmen bei den Über-65-

Jährigen („gesellschaftliche Vergreisung“)

Starke Abnahme der Unter-19-Jährigen bis

2020 (ca. – 20%)

Hoher Konkurrenzkampf in der gewerblichen

Ansiedlungspolitik, „Landflucht“ der Betriebe

Strukturkrisen im Bereich der Bauwirtschaft

Abhängigkeiten von Kfz-Industrie (Zulieferbetriebe)

Mängel im Versorgungsbereich (einzelne Sparten,

z.B. Möbel, höherwertige Kleidung)

Entstehende Konkurrenzen im Dienstleistungsbereich

in der Tschechischen Republik (Abwanderung

von Dienstleistern und Nachfragern)

Verschiebung von Einkaufs-„zentren“ in Stadtrandbereiche

und Umlandgemeinden, Schwächung

der Innenstädte

11

unterstützt von der Europäischen Union


SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 1

Arbeitsmarkt,

Qualifikation

Standortpotential,

Standortangebot

Tourismus

Land- und

Forstwirtschaft

neuerungs- und Gestaltungsmaßnahmen

Traditionelle Rolle als Bildungs-, Verwaltungsund

Dienstleistungszentrum der Region „Bayerischer

Wald“

Sektoral durchmischter Arbeitsmarkt mit zu

großen Teilen in der Region ausgebildetem

qualifiziertem Facharbeiterpotential

Im Bundesvergleich niedrige Arbeitslosenquote

Ausgezeichnetes regionales Schulangebot mit

allen Schulsparten bis hin zur Hochschule

(Fachhochschule Deggendorf), Universitäten in

der näheren Umgebung (Passau, Regensburg,

München)

Überregional bedeutsame berufliche Aus- und

Weiterbildungseinrichtungen

Überregional bedeutsame und landesplanerisch

geförderte großflächige Standorte für Industrieansiedlungen

an der A 92 (Plattling)

Innovationsorientiertes regionales Impuls- und

Existenzgründerzentrum i(I@TC Deggendorf)

Technologieunterstützung und Vernetzungen

durch Fachhochschule Deggendorf

Kombination von Wohnqualität mit Ausbildungs-

und Arbeitsplatzangebot

Erweiterter Umlandbereich des Ballungsraumes

München, insbesondere Flughafennähe

Verkehrsanbindung

Attraktive Landschaftsräume und Naherholungspotentiale

im unmittelbaren Wohnumfeld

Ansätze im Aufenthaltstourismus in einigen

Gemeinden und in der näheren Umgebung,

Tages- und Städtetourismus

Ansätze der Städte im Kulturtourismus

Überregional bedeutsame und gut frequentierte

Fernradwege

Überregionale Absatzmärkte für bestimmte

Produktbereiche

Landwirtschaftliche Produktverarbeitung in der

Region

Vielversprechende Ansätze der Direktvermarktung

und der Produktion nachwachsender Rohstoffe

Aus- und Fortbildungsangebote im land- und

forstwirtschaftlichen Bereich

Drohende Verlagerung von Dienstleistungsfunktionen

in umliegende regionale Zentren

Wegbrechen der Nahversorgung in ländlichen

Gemeinden

Arbeitsmarktkonkurrenzen durch die Grenzöffnung

zur tschechischen Republik

Problematische Beschäftigungssituation im Bereich

niedrig Qualifizierter

Abwanderung der „Elite“ in umliegende Ballungsräume,

insbesondere in den Großraum

München

Industrielle Flächenreserven nicht schwerpunktmäßig

entwickelt (z.B. professioneller reg.

Industriepark); Verfügbarkeit nicht immer gegeben

Fehlendes übergreifendes regionales Standortmarketing

sorgt weiterhin für kommunale

Konkurrenzen

„Hinterland“-Image

Teilweise geringes qualitatives Niveau der Anbieter

Ungenutzte Kapazitäten im Radtourismus, auch

bedingt durch problematische und unklare

Streckenführungen (Donauradweg)

Teilweise fehlende innerregionale Abstimmung

der Angebote

Gebietsweise ökologisch und ökonomisch problematische

Monostrukturen (z.B. Zuckerrübenanbau

im Gäuboden)

Gebietsweise hoher Anteil an Nebenerwerbsbetrieben

(schwierige Standortbedingungen)

Geringe regionale Verarbeitungs- und Vermarktungspotenziale

im Holzsektor

3.1.2 EU-Regionalmanagement Obersteiermark-West / Aichfeld-Murboden

STÄRKEN

SCHWÄCHEN

Lage

große Entfernungen zu Absatzmärkten, z.T.

auch extrem periphere Lage

12

unterstützt von der Europäischen Union


SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 1

Infrastruktur

Bevölkerung

Industrie, Gewerbe

Handel, Dienstleistungen

Arbeitsmarkt,

Qualifikation

Standortpotential,

Standortangebot

Tourismus

Land- und

Forstwirtschaft

hochrangige technische Infrastruktur und weitgehend

günstige Verkehrsanbindung

Grundstrukturen für umweltfreundliche Energieversorgung

im Zentralraum

hoher Industriebesatz mit erfolgreichen Leitbetrieben

und internationaler Vernetzung

organisatorische Verselbständigungen bzw.

Strukturbereinigung weitgehend abgeschlossen

industrienahe Dienstleistungen in Ansätzen

vorhanden und weiter wachstumsfähig

breites und qualitativ gutes Versorgungsangebot

positive Umfeldbedingungen für die Entwicklung

des Dienstleistungssektors durch Stadterneuerungs-

und Gestaltungsmaßnahmen

industriell geprägter Arbeitsmarkt mit qualifiziertem

Facharbeiterpotential

Strukturverschiebung der Beschäftigung vom

Produktions- in den Dienstleistungssektor

überregional bedeutsame berufliche Aus- und

Weiterbildungseinrichtungen (insbesondere

SZF, HTL-Zeltweg)

überregional bedeutsame, großflächige Standorte

für Industrieansiedlungen

innovationsorientiertes regionales Impulszentrum

(AIZ)

Nähe zur Montanuniversität Leoben als Basis

für Technologieunterstützung

attraktive Landschaftsräume und Naherholungspotentiale,

v.a. in den Randgebieten

örtliche Ansätze im Aufenthaltstourismus (Hohentauern,

Oberzeiring)

Ansätze der Städte im Kulturtourismus

überregionale zukünftige Bedeutung des geplanten

Motorsportzentrums Spielberg

teilweise flächenstarke Betriebe mit hoher

Waldausstattung

wertvolle Ansatzpunkte bei Alternativproduktionen

und Spezialerzeugnissen

Lücken bei der hochrangigen überregionalen

Verkehrsanbindung

innerregionale Engpässe und mangelnde

Bahnangebote, v.a. für den Güterverkehr

kontinuierliche gesamtregionale Bevölkerungsverluste

durch Abwanderung

zunehmende Überalterung v.a. in Städten

Dominanz und hohe Abhängigkeit von größeren

Betrieben / Sachgütererzeugung

Strukturlücken bei den Klein- und Mittelbetrieben,

im verarbeitenden Holzsektor

hoher Anteil außengesteuerter Produktionsbetriebe,

geringe regionale Verflechtungen

gesamtregional noch unterdurchschnittliche allgemeine

Dienstleistungsquote (Ausnahme Öffentlicher

Sektor)

zu geringer Besatz bei spezifischen produktionsorientierten

Diensten

Konzentration / Verschiebung von Dienstleistungsfunktionen

in regionale Zentren

Ausdünnung der Randgebiete im Bereich der

Nahversorgung

überdurchschnittlicher Stand bei Arbeitslosigkeit,

insbesondere bei Frauen, Langzeitarbeitslosen,

über 50jährigen¸ damit Zunahme bei den

regionalen Problemgruppen

negativer Beschäftigungssaldo aus Neugründungen

und Betriebsstilllegungen

fehlende Angebote im Bereich hochrangiger

Ausbildungseinrichtungen

kaum F&E bezogene Infrastrukturen

industrielle Flächenreserven nicht schwerpunktmäßig

entwickelt (z.B. professioneller reg.

Industriepark); Verfügbarkeit nicht immer gegeben

fehlendes regionales Standortmarketing

schwache touristische Struktur auf einem geringen

quantitativen und teilweise niedrigen

qualitativen Niveau

zu enge Ausrichtung der Infrastruktur auf den

Tages- und Inländertourismus

geringe Kompetenz und Schlagkraft regionaler

Marketingstrukturen

gebietsweise hoher Anteil an Nebenerwerbsbetrieben

und an Bergbauernbetrieben (schwierige

Standortbedingungen)

13

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SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 1

3.1.3 Espace Mittelland / Kooperationsraum Seeland - Jurasüdfuß – Jura Bernois

STÄRKEN

SCHWÄCHEN

Lage

Infrastruktur

Bevölkerung

Industrie, Gewerbe

Handel, Dienstleistungen

Arbeitsmarkt,

Qualifikation

Geographisch zentrale Lage im schweizerischen

Mittelland

Sehr gute verkehrliche Anbindung der Zentren

Biel, Solothurn und Lyss ans übergeordnete

Bahn- und Straßennetz

Dichtes, flächendeckendes ÖV-Netz; praktisch

alle Siedlungen des Kooperationsraumes (auch

die kleinen) sind mit Bahn- oder Buslinien erschlossen

Qualitativ hochwertige Infrastruktur in den

Siedlungsräumen

Zuwanderungsregion

Hoher Bildungsstand

Mehrsprachigkeit

Traditionelle Brückenbauerfunktion zwischen

alemannischem und romanischem Kulturraum

Zuwanderungsregion

Hoher Bildungsstand

Mehrsprachigkeit

Traditionelle Brückenbauerfunktion zwischen

alemannischem und romanischem Kulturraum

Sehr gutes, breit gefächertes und räumlich differenziertes

Angebot an Waren und Dienstleistungen

aller Art

Die vielen Klein- und Mittelzentren des Kooperationsraumes

decken die Einkaufs- und

Dienstleistungsbedürfnisse der Bevölkerung

hervorragend ab

Schaffung von Impulsen für die Entfaltung des

Dienstleistungssektors durch Agglomerationsprogramme

(Abstimmung von Siedlungsentwicklung

und Verkehr), durch die Planung und

Realisierung kantonaler Entwicklungsschwerpunkte

sowie durch Maßnahmen zur Attraktivierung

der Städte und Regionalzentren

Bevorzugter Standort für Verwaltungszweige

und Unternehmen aus dem Bereich der Kommunikation

(u.a. Bundesamt für Kommunikation

BAKOM, Callcenter Orange Mobiltelefonie).

Geringe Arbeitslosigkeit

Abseits der wichtigsten helvetischen Ost-West-

Transversale, vor Solothurn den Jurasüdfuß

verlässt und über Bern - Fribourg an den Genfersee

führt

Als Teil des Großraums Bern im internationalen

Kontext betrachtet geringere Entwicklungschancen

als die benachbarten Metropolitanräume

Zürich, Basel und Lausanne/Genf

Fehlende Umfahrung der Stadt Biel (wird bis

2015 fertig gestellt)

Keine durchgehende Verbindung der Autobahn

A5 Solothurn - Biel - Neuchâtel - Lausanne.

Das fehlende Teilstück durch die Stadt Biel

wird bis 2015 fertig gestellt.

Stagnation der Zentren und gleichzeitiges

Wachstum der peripheren Gemeinden führen

zu einer fortschreitenden Zersiedlung des

Raumes mit negativen Auswirkungen auf

Landschaft und Infrastrukturkosten

Stagnation der Zentren und gleichzeitiges

Wachstum der peripheren Gemeinden führen

zu einer fortschreitenden Zersiedlung des

Raumes mit negativen Auswirkungen auf

Landschaft und Infrastrukturkosten

Ansiedlung der Einkaufszentren und Fachmärkte

auf der grünen Wiese am Rand der Agglomeration,

gekoppelt mit zunehmenden Standortschwierigkeiten

für den Detailhandel in den

Innenstädten und dem „Lädelisterben“ in den

Dörfern.

Fehlendes übergreifendes Standortmarketing

14

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SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 1

Standortpotential,

Standortangebot

Tourismus

Land- und

Forstwirtschaft

Lebendiger Arbeitsmarkt mit vielen jungen und

innovativen Firmen, die für moderne und attraktive

Arbeitsplätze in zukunftsträchtigen

Branchen sorgen.

Traditionsgemäß gut qualifizierte Arbeitskräfte

in den Bereichen Präzisionsmechanik und

Kommunikation

Gutes Bildungsangebot auf allen Stufen. Zwei

Universitäten (Bern und Neuchâtel) in 30’ mit

dem öffentlichen Verkehr erreichbar.

Hervorragende Lebensqualität (Erholung und

Freizeit, Seen, landschaftliche Schönheit)

Hervorragende Verkehrsanbindung.

Gute verkehrliche Anbindung

Attraktive Umgebung

Zweisprachigkeit

Technische Hochschule (Informatik, Automobiltechnik,

Holzingenieurwesen), Schulen für Mikrotechnik

und Kunst

Tradition und Kompetenz in der Präzisionstechnologie

als Grundlage für den Erhalt und

Ausbau dieses wichtigen Industriezweigs

Festlegung und Förderung zentral gelegener

Arbeitsplatzstandorte durch die Erarbeitung

von Agglomerationsprogrammen.

Landschaftlich ansprechende, sehr abwechslungsreiche

Region

Besondere Qualitäten für Aktivitäten im Bereich

„Human powered mobility“ HPM

Ausgebautes, sicheres Wegnetz für den Langsamverkehr

seit der Expo 02

Eignung für wasserbezogene Aktivitäten;

Schifffahrt auf Seen und Kanälen

Reiches Angebot an reizvollen mittelalterlichen

Städtchen

Eignung für Tagesausflüge aus den umliegenden

größeren Städten

Ideale pedologische und klimatische Voraussetzungen

für Gemüsebau im Grossen Moos

sowie intensive Gemischtwirtschaft (Viehzucht

und Ackerbau) im tieferen Mittelland.

Exportorientierte Gemüseproduktion („Gemüsegarten

der Schweiz“) mit vielen nachgelagerten

Betrieben (Verarbeitung, Spedition)

Viel versprechende Pilotprojekte in der regionalen

Vermarktung (Regio Plus-Projekt Tou-

LaRe).

Bildungsangebote mit regionaler bis überregionaler

Ausstrahlung:

- Inforama Ins

- Interkantonale Försterschule Lyss

auf regionaler und kantonaler Ebene sorgt für

entwicklungspolitisch wenig sinnvolle lokale

Konkurrenzsituationen

Für die Ansiedlung von produzierenden Grossbetrieben

mit internationaler Ausstrahlung fehlen

baureife strategische Landreserven.

Hohe Steuerbelastung im Kanton Bern

Der Kanton Bern hat das Image, verwaltungsdominiert

und nicht sehr wirtschaftsfreundlich

zu sein

Dem Großraum Bern wird im Vergleich zu den

Metropolitanräumen Zürich, Basel oder Lausanne

/ Genf ein geringeres Entwicklungspotenzial

prognostiziert.

Komplizierte föderalistische Strukturen in der

Tourismusförderung wirken sich hinderlich aus

Mangelhafte Zusammenarbeit und Kompetenzgerangel

unter den verschiedenen Tourismusorganisationen

Tagestourismus dominiert klar gegenüber

mehrtägigen Ferienaufenthalten.

Grosse Konkurrenz durch nahe gelegene, klassische

Tourismusdestinationen wie beispielsweise

die Jungfrauregion oder das Aletschgebiet)

Unvermindert starker Strukturwandel in der

schweizerischen Landwirtschaft (Abbau der

staatlichen Subventionen und der Schutzzölle)

führt zur Aufgabe vieler kleiner Familienbetriebe,

mit noch unabsehbaren Folgen für Gesellschaft

und Landschaft.

Intensivlandwirtschaft im Grossen Moos gefährdet

langfristig die Fruchtbarkeit der Böden

und die Biodiversität (mit ökologischen Ausgleichsprojekten

wie dem Biotopverbund Grosses

Moos wird Gegensteuer gegeben).

Holzüberschuss; teure und defizitäre Waldpflege;

geringe regionale Verarbeitungs- und Vermarktungspotenziale

im Holzsektor.

15

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SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 1

3.2 Good Practices

3.2.1 Teilraumgutachten für den Verflechtungsraum Deggendorf/Plattling

Durch die historische Orientierung Deggendorfs zum Bayerischen Wald sowie Plattlings zum Gäuboden

werden im Doppelort Deggendorf/Plattling die Potenziale und Interessen zweier ganz unterschiedlicher

Siedlungsräume zusammengeführt. Das überdurchschnittliche Wachstum der Region hat zu einer erheblichen

Zunahme der Siedlungsflächen geführt. Die ungleichmäßige Verteilung der unterschiedlichen Funktionen

schuf neue, zusätzliche Organisations- und Verkehrsprobleme. Das Zusammenwachsen des gemeinsamen

Siedlungs- und Lebensraumes in eine „geordnete städtebauliche Entwicklung“ zu überführen, überstieg

die Möglichkeiten einzelnen kommunalen Handelns. Das Ziel, Identitäten zu erhalten und der geringer

werdende finanzielle Handlungsspielraum der Kommunen erzwang eine Koordinierung des kommunalen

Angebotes in der Region.

Auf Grundlage einer gemeinsamen Problemanalyse und sowohl kommunaler als auch interkommunaler

Umsetzungsprojekte wurde eine neue politische Kultur der Kooperation in Form einer freien Partnerschaft

selbständige Kommunen entwickelt, um Probleme gemeinsam zu lösen und mit dem neu gewonnenen

Gewicht gemeinsamer Größe und Stärke im härter werdenden Wettbewerb zu bestehen. Die „Souveränität“

der Städte und Gemeinden blieb dabei uneingeschränkt erhalten. Sie wurde durch gemeinsames Überlegen

und Handeln nicht ersetzt, sondern im Sinne einer „Gebietsreform in den Köpfen“ ergänzt.

Teilraum Deggendorf/Plattling

Stadt Deggendorf

Franz-Josef-Strauß-Straße 3

D-94469 Deggendorf

Tel.: +49 (0991) 2960-413, Fax: +49 (0991) 2960-199

E-Mail: klaus.busch@deggendorf.de

Internet: www.deggendorf-plattling.de

Geschäftsführer: Klaus Busch

Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie

Prinzregentenstraße 24

D-80538 München

Tel.: +49 (089) 21627060, Fax: +49 (089) 21627003

3.2.2 Interkommunales Entwicklungskonzept Deggendorf/Plattling/Stephansposching

Im Teilraumgutachten Deggendorf/Plattling aus dem Jahr 1996 wurde ein detailschärferes gemeindeübergreifendes

Konzept für die Ordnung, Neustrukturierung und Entwicklung des Raumes südlich der Donau

zwischen Deggendorf, Plattling und der Gemeinde Stephansposching vorgeschlagen. Dieses interkommunale

Entwicklungskonzept wurde von den drei beteiligten Kommunen im Jahr 2000 fertig gestellt. Es befasst

sich mit einer abgestimmten Siedlungsstrukturierung, mit den Ausweisungen von Freiflächen und der

landschaftsverträglichen Nutzung der dortigen Wasserflächen für Erholungszwecke. Das IKE ist Gegenstand

eines Modellvorhabens der Raumordnung (MORO) des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und

Wohnungswesen und des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung zum Thema "Regionales Flächenmanagement".

Stadt Deggendorf

Franz-Josef-Strauß-Straße 3

D-94469 Deggendorf

Tel.: +49 (0991) 2960-413, Fax: +49 (0991) 2960-199

E-Mail: klaus.busch@deggendorf.de

Internet: www.deggendorf-plattling.de

Stadt Plattling

Bauverwaltung

Preysingplatz 1

D-94447 Plattling

Tel: +49 (09931) 708-46, Fax: +49 (09931) 708-99

Gemeinde Stephansposching

Deggendorfer Straße 6

D-94569 Stephansposching

Tel: +49 (09935) 9500-11, Fax: +49 (09935) 9500-99

16

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3.2.3 Regionales Entwicklungsprogramm Aichfeld Murboden

In einem landesweiten Schwerpunktprogramm werden aktuell Regionale Entwicklungsprogramme ausgearbeitet,

mit intensiver Diskussion und Einbindung der Gemeinden soll daher ein mit der Region und den

gemeinden abgestimmtes räumliches Entwicklungsleitbild geschaffen werden. Eingebunden in den Prozess

waren die Mitglieder des regionalen Planungsbeirates (Gemeinden, Abgeordnete, Interessensvertretungen)

sowie die relevanten Dienststellen und die örtlichen Raumplaner.

Land Steiermark, Abteilung 16 Landes- und Gemeindeentwicklung

Stempfergasse 7

A-8010 Graz

Tel.: +43 (0316) 877-3644, Fax: DW -3711

E-Mail: a16@stmk.gv.at

Internet: www.raumplanung.steiermark.at

Entwurf / redaktionelle Betreuung: DI Richard Resch

3.2.4 Energieagentur Obersteiermark West

Die Energieagentur Judenburg-Knittelfeld-Murau wurde 1998 im Rahmen des EU-Förderprogrammes SA-

VE II gegründet. Der gemeinnützige Verein wurde bis Juli 2001 zusätzlich zu den Mitgliedsbeiträgen der

Gemeinden, vom Land Steiermark, dem Wirtschaftsministerium und der EU unterstützt und finanziert sich

seit dem zu 96% selbständig.

Die Energieagentur ist Informationsdrehscheibe für einen effizienten Umgang mit Energie. Professionelles

Know-how über aktuelle Technologien garantieren eine kompetente, produkt- und firmenunabhängige, objektive

Beratung.

Die Energieagentur Judenburg-Knittelfeld-Murau und Wallner&Schauer entwickelten gemeinsam mit Akteuren

des Bezirkes Murau die kraftvolle Energievision Murau. Bis 2015 soll der Bezirk Murau im Bereich

Wärme und Strom energieautark sein. Das heißt die Energieversorgung soll ausschließlich aus erneuerbaren

Energieträgern sichergestellt werden. Die Rohstoffpotentiale im Bereich Biomasse sind vorhanden, e-

benso für Kleinwasserkraftwerke. Murau als sonnenreichster Bezirk ist nicht nur prädestiniert für Skifahren

und Wandern, sondern auch für eine intensive Nutzung der Solarenergie. Eine Solaraktion ist derzeit in

Vorbereitung. In der jetzigen Phase sind über 30 Firmen, Institutionen und Personen dabei, Projekte zu

entwickeln und umzusetzen.

Energieagentur Judenburg-Knittelfeld-Murau

Kaserngasse 22

A-8750 Judenburg

DI Josef Bärnthaler

Tel.: +43 (3572) 44670-0, Fax: DW -25

Email: energieagentur@ainet.at

Internet: www.energieagentur.ainet.at

3.2.5 Regionales Raumentwicklungskonzept EOS (REK 99)

Die Region Erlach - östliches Seeland (EOS) ist ein historisch gewachsenes Konglomerat aus 32 Gemeinden.

Sie umfasst ein komplex organisiertes, funktional schwer zu definierendes Gebiet im Spannungsfeld

der Agglomerationen Bern, Neuchâtel, Biel und Solothurn. Schwierige Bedingungen also, um auf längere

Sicht eine eigenständige regionale Identität zu bewahren. Die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker

der Region EOS haben erkannt, dass dieses Ziel nur durch eine verstärkte Zusammenarbeit erreicht werden

kann. Mit dem Raumentwicklungskonzept (REK) 99 haben sie ein neuartiges Instrument geschaffen,

das die Eigeninitiative der Gemeinden zur obersten Maxime regionalplanerischer Tätigkeit erklärt und radikal

auf die Freiwilligkeit setzt. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Richtplan ist das REK 99 nicht darauf

ausgerichtet, einen anzustrebenden Zustand zu definieren und den sich daraus ergebenden Handlungsbedarf

abzuleiten. Es versucht vielmehr, das bestehende Nutzungsgefüge durch die Realisierung

konkreter Kooperationsprojekte auf dynamischem Weg zu optimieren. Die Umsetzungsstrategie ist denkbar

einfach: Abkehr von der reaktiven Planung hin zur aktiven Lebensraumgestaltung. Umschalten von der

17

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Regionalverband Amt Erlach-östliches Seeland

Geschäftsstelle: Berz-Hafner + Partner AG

Postfach 575

CH-3000 Bern 14

Tel: +41 (031) 38860-60, Fax: +41 (031) 38860-69

E-Mail: info@berz-hafner.ch

Internet: www.regioneos.ch

Geschäftsführung: Heinrich Hafner

3.2.6 Strukturreform seeland.biel/bienne

Die sechs Regionalplanungsverbände des schweizerischen Kooperationsraums Seeland - Jurasüdfuß - Jura

Bernois sind historisch gewachsen. Ihre geopolitischen Abgrenzungen decken sich nicht mehr mit den

tatsächlichen funktionalen Beziehungen der Gegenwart. Dieser Umstand erschwert die raumplanerische

Zusammenarbeit und macht sie ineffizient. Eine Antwort darauf ist die Strukturreform seeland.biel/bienne,

welche die Zusammenlegung der raumrelevanten regionalen Organisationen zum Ziel hat. Der Kooperationsraum

Seeland - Jurasüdfuß - Jura Bernois soll damit als Wirtschafts- und Lebensraum gestärkt werden

und auf kantonaler und schweizerischer Ebene größeres politisches Gewicht erhalten. Das Themenspektrum

umfasst nicht nur die Raumplanung, sondern sämtliche gesellschaftlich wichtigen Bereiche (also beispielsweise

auch wirtschaftliche, kulturelle und soziale Fragen). Der Prozess ist bereits weit fortgeschritten.

Im Herbst 2005 haben die beiden Kernregionen Biel - Seeland und Erlach - östliches Seeland fusioniert.

Gleichzeitig sind auch die beiden wichtigen regionalen Trägerschaften Wirtschaftskammer Biel - Seeland

und Tourismus Biel - Seeland in den neuen Verein seeland.biel/bienne integriert worden. Seeland.biel/bienne

ist seit 2006 operativ tätig.

Regionenkonferenz Biel - Seeland - Jura bernois BSJb

Geschäftsstelle: Regionalplanungsverband Biel-Seeland

Bahnhofstrasse 38

CH-2500 Biel

Tel: +41 (032) 32273-71

E-Mail: info@region-biel-seeland.ch

Internet: www.region-biel-seeland.ch

3.3 Evaluation

3.3.1 Ergebnisse

Die beteiligten Regionen konnten sich und ihre spezifischen Profile und Ansatzpunkte zur regionalen Entwicklung

gegenseitig kennen lernen.. Die Regionen Teilraum Deggendorf/Plattling und Kooperationsraum

Seeland-Jurasüdfuß-Jura Bernois hatten hierbei einen Kenntnisvorsprung durch die bereits seit längerer

Zeit bestehende Kooperation. In der Region Aichfeld-Murboden wurden insbesondere seit der Neuausrichtung

des EU-Regionalmanagement Obersteiermark West wesentliche Fortschritte erzielt, die Vakanz der

Geschäftsführung in der 1. Hälfte des Projektes war aber problematisch.

Ähnliches gilt auch für die Einbeziehung der wichtigsten Organisationen und Akteure in den Informationsprozess.

In Deutschland und der Schweiz waren mehr Akteure und Organisationen eingebunden als in Österreich.

Die in der Application-Form veranschlagte Zahl von 15 Organisationen und Akteuren pro Region

wurde hier weit übertroffen. Dies mag damit zusammenhängen, dass es in der deutsch-schweizerischen

Kooperation schon Kontakte von regionalen Organisationen und Akteuren vor dem Beginn von RISE gab.

In Österreich wurde diese Zahl erst durch ein intensives Einbringen der neuen Geschäftsführung zum Ausklang

des Projektes erreicht.

Die Übertragung der Ergebnisse zwischen den Regionen ist weitestgehend erfolgt. Nicht zuletzt der Abschlusskonvent

2006 diente dieser Zielsetzung. Auch die Sammlung der Good Practices zu Beginn des

Projektes hat hierzu einen entscheidenden Beitrag geleistet.

3.3.2 Messung der Zielerreichung

Ziel: Wertung: Erläuterungen

Beteiligung von mindestens

50 – 100 Interessenten an

jährlichen Konventen

erreicht

nicht erreicht

nicht bekannt

Zahl der Teilnehmer an den Konventen:

Biel (2004): 107

Deggendorf (2005): 109

Judenburg (2006): 88

18

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SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 1

Information, Involvierung

von mindestens 10.000 Internet

Usern zu Fragen der

Regionalentwicklung

erreicht

nicht erreicht

nicht bekannt

Die interreg-rise.de-Webpage steht seit November

2004 zur Verfügung. Aus technischen Gründen verfügt

sie nicht über einen Zugriffszähler. Daher ist nicht

bekannt, ob die genannten Zahlen erreicht wurden.

Information von mindestens

2.000 Personen über

Printmedien

erreicht

nicht erreicht

nicht bekannt

Zu RISE erschienen zahlreiche Artikel regionalen Tageszeitungen

aller drei beteiligten Regionen. Zudem

wurden Inserate geschaltet. Die Auflagenhöhe der

beteiligten Printmedien von zusammen weit über

100.000 Personen garantiert eine Erreichung von

2.000 Personen.

Dokumentation regionaler

Kurzprofile der Partner und

Sammlung von 10 „Good

Practices“

erreicht

nicht erreicht

nicht bekannt

Die regionalen Kurzprofile und insgesamt 24 Good

Practices wurden dokumentiert und auf der Webpage,

in den Component Reports sowie in der Schlussdokumentation

publiziert.

19

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SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 2

4 Komponente 2 "Kultur und Identität"

Ziel dieser Projektteiles war die Konzeption und Umsetzung von innovativen Maßnahmen im Bereich der

Identitätsstiftung und der Regionalkultur. Mit Unterstützung des Programms wurden entsprechende Aktivitäten

vorbereitet, umgesetzt und im Hinblick auf identitätsstiftenden Charakter und Beitrag für die regionale

Entwicklung evaluiert.

4.1 Regionenvergleich

Ausgangssituation

Teilraum Deggendorf/Plattling

Die Regionen weisen bezüglich Einwohnerzahlen, räumliche Ausdehnung, Siedlungsstruktur, naturräumliche

Gliederung etc. unterschiedliche Gegebenheiten auf. Dies erschwert einen schlüssigen Regionenvergleich.

Trotzdem können gewisse Übereinstimmungen und Ähnlichkeiten entdeckt werden.

Als Grundlage für den vorliegenden Regionenvergleich dienten ausschließlich die im Projekt zusammen

getragenen Daten. Diese ermöglichen zwar einen guten Überblick über die Regionen, vermögen aber

längst nicht alle Aspekte zur Thematik Identität und Kultur aufzuzeigen.

STÄRKEN

SCHWÄCHEN

Regional Transnational Regional Transnational

- überörtliche Identität

durch Landschaftsraum

(Donau, Bayerischer

Wald als überregional

bekannter Begriff

für Lebens- und

Kulturraum, Gäuboden)

- örtliche Identität:

Brauchtumspflege;

sprachliche Identität

- spannende Lage an

Kulturraumgrenze

- traditioneller Knotenpunkt

von Entwicklungs-

und Verkehrsachsen

- Identität durch bekannte

Landschaftsräume:

Bayerischer Wald; Donau

- Donau und Isar als

verbindendes Glied

nach Europa

- verkehrliche Anbindung

- Abstimmung zwischen

den zwei Städten Deggendorf

und Plattling nur

ansatzweise; ansonsten

gegenseitige Konkurrenz

(bezieht sich nur auf den

kulturellen Bereich, insb.

Veranstaltungen!)

- keine gemeinde übergreifenden

Verbünde

- eher schwache regionsfremde

Nachfrage

- kein virtuelles Netzwerk

vorhanden (fehlende Ü-

bersicht)

- keine Betreuungskapazitäten

auf überörtlicher

Ebene

- Bayerischer Wald

und Donau sind

zwar bekannte Begriffe.

Deggendorf

und Plattling werden

jedoch weniger erkannt

und nicht direkt

mit Bayerischem

Wald in Zusammenhang

gebracht.

CHANCEN

GEFAHREN

Regional Transnational Regional Transnational

- Förderung über Interreg

IIIA

- Doppelort Deggendorf/Plattling

(Synergien

nutzen)

- Abstimmung Konkurrenz

zwischen den Orten

fördern

- Projekt RISE als große

Chance für interregionale

Kooperation

- Kulturraum- und Landesgrenze

(Deutschland,

tschechische

Republik und Österreich).

Die spezielle

Lage im Dreiländereck

ist eine Chance.

- Festigen und Nutzen

der unter Stärken genannten

Punkte

- Förderung Interreg III

A für grenzübergreifende

Projekte

- Grosse Konkurrenz im

Umfeld (Passau, Regensburg,

Landshut,

München) kann kulturelle

Entwicklung hemmen.

- Konkurrenz zwischen

den Orten

- Beim Ausbleiben gemeindeübergreifender

Verbunde, virtueller

Netzwerke und überörtlicher

Betreuungskapazitäten

leidet die Qualität

der kulturellen Angebote

aufgrund fehlender Koordination.

- harte Konkurrenz mit

München, Landshut,

Passau und Regensburg

im transnationalen

Umfeld

- Grenzlage nicht nur

als Chance (transnationale

Zusammenarbeit)

sondern auch

als Gefahr (Randregion

im eigenen

Land)

20

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SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 2

Aichfeld-

Murboden

STÄRKEN

SCHWÄCHEN

Regional Transnational Regional Transnational

- Siedlungsgefüge mit

einem Potenzial an Akteuren

und Nachfragern

- Identitätspotenzial

durch die Mur als steirischer

Landesfluss

- überörtlich bedeutsames

Kulturangebot

- besondere Dynamik

und Schwerpunkte im

musikalischen Bereich

- punktueller grenzübergreifender

kultureller

Erfahrungsaustausch

- bestehende Kultur-

Städtepartnerschaften

- gegenseitige Konkurrenzierung

zwischen den

einzelnen Orten und Bezirken

- weitgehend fehlendes

regionales Profil nach

außen

- Identitätsfindungsprozess

auf regionaler Ebene

kaum entwickelt

- Beschränkung auf lokale

Aktivitäten

- National und international

eher unbekannte

Region

- inneralpine Randlage

mit suboptimaler

verkehrlicher Anbindung

(Netzlücken)

beeinträchtigt Entwicklung

auch in den

Bereichen Kultur

und Identität

- Einzelveranstaltungen

mit überregionaler Bedeutung

CHANCEN

GEFAHREN

Regional Transnational Regional Transnational

- Ansatzpunkte und hohes

Interesse für regionale

Kooperation

- Ankoppelungsmöglichkeit

an Leitprojekt Motorsportzentrum

Zeltweg

(ehemaliger Formel1-Ring).

- Ansatzpunkte Industriearchitektur

könnten

noch wesentlich stärker

genutzt werden

- Jahr der Volkskultur

2005 nutzbar machen

- Projekt RISE als

Chance für die Verstärkung

der interregionalen

Kooperation

- Transnational bedeutsame

industrielle Leitbetriebe

in der Region

- unzureichende Präsenz

auf dem regionalen

Markt

- kein ausreichendes Potenzial

für Marktauftritte

außerhalb der Region

- gegenseitige Konkurrenz

- starke Mitbewerber im

obersteirischen Umfeld

- Koppelungsmöglichkeiten

zwischen Leitprojekt

und Kultur / Identität offen

Keine Angaben

- Erfahrung mit gemeindeübergreifender

Kooperationspraxis

Kooperationsraum

Seeland-

Jurasüdfuß-Jura

Bernois

STÄRKEN

SCHWÄCHEN

Regional Transnational Regional Transnational

- überörtliche Identität

durch unverwechselbaren

Landschaftsraum

(Seeland, Grosses

Moos, Jura) sowie

durch identitätsstiftende

Produktionszweige

(Uhrenindustrie, Gemüsebau)

- kantonale und kommunale

Kulturförderung

- Verbunde (Regionale

Kulturkonferenz, Espace

Mittelland)

- Zweisprachigkeit

- Kernstädte mit breitem

kulturellem Angebot

(Biel, Solothurn)

- Nischenangebote mit

- exportorientierte Wirtschaft

(Uhrenindustrie,

Mikrotechnik, Kommunikation)

als Wegbereiter

sowie als Imageträger

der Region

- durch die unmittelbare

Lage an der Sprachund

Kulturgrenze an

den Umgang mit kulturellen

und mentalen

Unterschieden gewöhnt.

- Erfahrung mit Großprojekt

EXPO 02 (Landesausstellung)

- konkrete Erfahrungen

mit dem internationalen

Projekt Artcanal

- Beschränkte Übersicht

über das vielfältige

Kulturangebot (keine umfassende

Informationsplattform

vorhanden)

- kritische Grundhaltung

einer breiten Bevölkerungsschicht

gegenüber

professioneller Kultur

- wenig weltoffene

Grundhaltung einer

breiten Bevölkerungsschicht

- Zugehörigkeit zu

wirtschaftsschwächeren

Kantonen

(Bern, Freiburg, Solothurn)

mit geringerem

Interesse an

transnationalen Beziehungen

als z. B.

Zürich oder Zug.

21

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SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 2

regionalem Bezug (Biotopverbund,

Rebbaumuseum

etc.)

CHANCEN

GEFAHREN

Regional Transnational Regional Transnational

- Zweisprachigkeit

- Erbe aus der EXPO 02

nutzen

- Strukturwandel (Zusammenschluss

der

Regionalplanungsverbände

zu seeland.bienne)

- Nischenbereiche mit

regionalem Bezug fördern

- Kombinierte Angebote

Kultur-Sport-Freizeit

(Fortbewegungsmittel

Velo)

- Projekt RISE als große

Chance für interregionale

Kooperation

- Nähe zur Sprach- und

Landesgrenze und dadurch

vertrauter Umgang

mit dem frankophonen

Kulturraum

- Projekt Artcanal: Weiterentwicklung

und

Realisierung in einem

internationalen Kontext.

- gute Anbindung an übergeordnete

Zentren (Bern,

Zürich) mit reichhaltigem

Kulturangebot kann kulturelle

Entwicklung der

Region bremsen

- Zweisprachigkeit (kann

nebst Stärke und Chance

auch eine Hürde darstellen)

- kantonsübergreifende

Region (administrative

Hürden)

- Spardruck bei Bund,

Kantonen und Gemeinden

führt zu einer Verknappung

der finanziellen

Mittel im Kulturförderungsbereich.

- mittelfristig keine

Zugehörigkeit zur

EU (ausbleibende

Fördermaßnahmen)

- Zürich, Genf und

Basel als „Global

Players“ bilden eine

starke transnationale

Konkurrenz.

Vergleichende

Analyse

GEMEINSAMKEITEN

Identität

- Flusslauf als identitätsstiftendes Element (Donau, Mur, Aare); Fluss als Grenze zwischen unterschiedlichen

Naturräumen (Teilraum Deggendorf/Plattling: Gäuboden/Bayerischer Wald; Kooperationsraum

Seeland-Jurasüdfuß-Jura Bernois: Seeland/Jura)

- landwirtschaftliche Prägung (Deggendorf/Plattling: Kornkammer; Region Aichfeld-Murboden: Landund

Forstwirtschaft; Kooperationsraum Seeland-Jurasüdfuß-Jura Bernois: insbesondere Gemüsebau

und Reben)

- historische Wurzeln: keltische und römische Spuren (Teilraum Deggendorf/Plattling / Kooperationsraum

Seeland-Jurasüdfuß-Jura Bernois, Kulturwagen Strettweg); Burgen und Schlösser in allen Regionen

- überörtliche Identität durch überregional bekannte Lebens- und Kulturräume sowie Kulturraumgrenzen:

Deggendorf/Plattling: Bayerischer Wald, Donau; Kooperationsraum Seeland-Jurasüdfuß-Jura Bernois:

Seeland, Jurafuß, Grosses Moos

- identitätsstiftende Konzepte mit „Brückenfunktion“: Deggendorf/Plattling: Projekte über und entlang

der Donau und Isar (regionale Ausstellungen und Veranstaltungen zu regionaler Identität); Kooperationsraum

Seeland-Jurasüdfuß-Jura Bernois: Gemeinschaftsprojekte der Expostädte (Yverdon, Murten, Neuchâtel,

Biel) mit dem Ziel, die sprachübergreifende Kooperation zu stärken. Landesausstellungen Judenburg

und Knittelfeld mit jeweils regionaler Einbindung

Kultur

- vielseitiges Angebot an Galerien und Museen (in der Regel mit regionalem Bezug)

- regelmäßig stattfindende kulturelle Veranstaltungen (Theater, Musik klassisch bis Rock, Freiluftveranstaltungen)

- vorwiegend lokal organisierte Vermarktung (Presse, Flyer, Plakate)

UNTERSCHIEDE

Teilraum Deggendorf/Plattling

Aichfeld-Murboden

Kooperationsraum

Seeland-Jurasüdfuß-

Jura Bernois

Größe der Region 26 Gemeinden / 117'000

Einwohner

9 Gemeinden / 55'000

Einwohner im Kernraum

der Region

193 Gemeinden /

330'000 Einwohner

gewerbliches Umfeld

(Einfluss auf Identität)

Mischkultur kleiner und

mittlerer Unternehmen

Schwerpunktbranchen:

Stahl, Eisenverarbeitung,

ländlicher Raum mit

Landwirtschaft (Ge-

22

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SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 2

mit starker handwerklicher

Ausprägung

Holz, Papier, Zellstoff

müse, Reben); städtischer

Raum mit Präzisions-,

Medizinal-,

und Umwelttechnik;

Telematik, Kommunikation

und Design,

Uhrenindustrie

überörtliche Identität

überörtliche Identität

durch die Tourismusregion

Bayerischer Wald

als überregional bekannter

Begriff für einen Lebens-

und Kulturraum

Konzentration auf örtliche

Identitäten, überörtliches

Profil Aichfeld – Murboden

noch wenig ausgeprägt

5000 Jahre ununterbrochene

Siedlungsgeschichte;

überörtliche

Identität durch

Zweisprachigkeit

(deutsch / französisch);

prägnante

Landschaftselemente

(Wasser, Jurafuß,

Grosses Moos); weltbekannte

Uhrenindustrie

virtuelle Netzwerke

kein virtuelles Netzwerk

vorhanden

kein virtuelles Netzwerk

auf regionaler Ebene, Einbindung

in landesweites

Kulturnetzwerk

www.kultur.steiermark.at

Im kulturellen Bereich

ist kein regionales virtuelles

Netzwerk vorhanden.

Ansätze dazu

gibt es im lokalen Bereich.

Eine wichtige

Informationsdrehscheibe

stellt das Amt

für Kultur der Stadt

Biel dar.

Verbünde im Bereich

Kultur

keine gemeindeübergreifenden

Strukturen

keine gemeindeübergreifenden

Strukturen für den

gesamten Kulturbereich,

Ansätze bei einzelnen Projekten

und Sparten

Regionale Kulturkonferenz

(Zusammenschluss

von rund 40

Gemeinden zwecks

Finanzierung regional

bedeutender Kulturinstitute);

Städtebundtheater

Biel-Solothurn;

Assemblée des Associations

et Organismes

Culturels Bienne.

regionsfremde Nachfrage

eher schwache regionsfremde

Nachfrage

regionsfremde Nachfrage

aus benachbarten Bezirken

in einer geringen Größenordnung

Einzugsbereich über

die Region hinaus bis

in die Agglomerationen

Bern und Zürich

Kulturförderung

Förderungsrahmen: Euregio:

Förderung über

Interreg III A

Kunst- und Kulturförderung

auf Ebene Land Steiermark

Förderungsaktivitäten

durch die regionale

Kulturkonferenz

Marketing-Elemente

Einbindung in Landschaft,

Tradition und

Historie

Städtisches Ambiente, Natur-

und Kulturlandschaft

im Umfeld

Lage (zentral, gut erschlossen);

Zweisprachigkeit;

kulinarische

Angebote, Landschaft

Strategien und

Maßnahmen auf

regionaler Ebene

(Vergleich

der Entwicklungsstrukturen

Teilraum Deggendorf/Plattling Aichfeld-Murboden Kooperationsraum Seeland-

Jurasüdfuß-Jura Bernois

Euregio Bayerischer Wald-

Böhmerwald: Förderung über

Interreg III A für grenzüberschreitende

Kulturprojekte;

Förderung des Bayerischen

Staatsministeriums für Wissenschaft,

Forschung und Kultur;

Unterstützung durch Bereitstellung

kommunaler Räumlichkeiten

und Mitarbeiter der Kultur-

Ehemalige Landesausstellungen

"Menschen & Münzen & Märkte"

in Judenburg 1989 sowie Verkehr

in Knittelfeld 1999 als zentrale regionale

Leitveranstaltungen

Generelle Diskussionsansätze im

Rahmen verschiedener regionaler

Entwicklungsstrukturen (AIZ, HIZ),

im Rahmen von Schulprojekten

(Gymnasium Judenburg, HAK,

Die Landesausstellung EXPO

02 rief die charakteristischen

Merkmale und Besonderheiten

der Region ins Bewusstsein und

hatte identitätsstiftenden Einfluss.

Festigung der Kooperation zwischen

den Expo-Städten; Versuch,

das Expoerbe durch Gemeinschaftsprojekte

nachhaltig

23

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SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 2

abteilungen Deggendorf und

Plattling.

Konkrete Förderungsaktionen:

Anton Brunner-Musikpreis für

Nachwuchskünstler an den regionalen

Gymnasien; Deggendorfer

Fachhochschulpreis;

Regionales Sponsoring durch

Banken und Firmen mittels Bereitstellung

unentgeltlicher Arbeitsleistungen

HTL). Thematische / kleinregionale

Ansätze: Holztechnologie, Zirbenland,

etc.

Geringe regionale Ansatzpunkte

im Kulturbereich.

in Wert zu setzen

Finanzielle Unterstützung von

Anlässen und Institutionen seitens

Kanton und Gemeinden

durch Defizitgarantien, Stipendien

und Subventionen

Regionale Kulturkonferenz Biel:

Zusammenschluss von rund 40

Gemeinden zwecks Finanzierung

regional bedeutender Kulturinstitute.

4.2 Good Practices

4.2.1 ArtCanal

Der Zihlkanal verbindet den Neuenburgersee mit dem Bielersee. Er trennt aber auch den Kanton Neuenburg

vom Kanton Bern, eine französischsprachige von einer deutschsprachigen Region. Der Zihlkanal ist

Verbindung und Trennung zugleich, Nabelschnur und Grenzgraben zwischen zwei bedeutenden Kulturen.

Er eignet sich deshalb in besonderem Masse für eine künstlerische Auseinandersetzung mit diesem vielschichtigen

Thema. Nach dem Konzept des Plastikers Paul Widmer haben 56 Schweizer Kunstschaffende,

die Hälfte davon aus dem Ausland, ihre Vorstellungen von Trennen und Verbinden in Kunstwerke am, entlang

und im Wasser umgesetzt. Aus allen fünf Kontinenten brachten die Kunstschaffenden ihre Erfahrungen

im Umgang mit fremden Kulturen in die Region und haben damit einen wesentlichen Beitrag zu einer

weltoffenen Haltung des Kooperationsraumes Seeland-Jurasüdfuß-Jura Bernois geleistet.

Association Artcanal

Case postale 332

2525 Le Landeron

Tel.: +41/(0)32/3772131

E-Mail:edition.clandestin@bluewin.ch

Internet: www.artcanal.ch

Geschäftsführerin: Judith Luks

4.2.2 Kulturspur

Das Projekt Kulturspur hat sich den Schutz und die Inwertsetzung des reichen natur- und kulturhistorischen

Erbes im Kooperationsraum Seeland - Jurasüdfuß - Jura Bernois durch die Erhaltung und touristische Erschließung

wertvoller landschaftsgeschichtlicher Zeugen vor Ort zum Ziel gesetzt. Gleichzeitig soll die Kulturspur

zum Aufbau eines qualitativ hoch stehenden sanften Tourismus genutzt werden. Nach dem Vorbild

des französischen Ecomuseums sollen die Objekte nicht in Museen, sondern direkt in der Landschaft und

somit in ihrem historischen und aktuellen Kontext besichtigt werden können. Damit entsteht eine enge Koppelung

mit Freizeitaktivitäten wie Wandern, Radwandern oder Skaten, die im Kooperationsraum ebenfalls

stark gefördert werden. Nach mehrjähriger Aufbauarbeit sind heute mehrere Rundgänge (Geschichte der

Juragewässerkorrektion, historische Wegspuren um Busswil, kulturhistorischer Rundgang durch das Regionalzentrum

Lyss, Mühlespur und Biberspur) in Betrieb und werden rege genutzt. Ein weiteres Angebot

(Industriespur) ist in Vorbereitung. Die Themen sind didaktisch aufgearbeitet und werden interessierten

Schulklassen über das Internet (www.kulturspur.ch) zur Verfügung gestellt.

Arbeitsgruppe Kulturspur

c/o Präsident Thomas Flühmann

Nutrex AG

Juraweg 5

CH-3292 Busswil;

Fachliche Begleitung durch die Geschäftsstelle

des Regionalverbandes Erlach - östliches Seeland

(Berz Hafner + Partner AG, Fliederweg 10, Postfach 575, 3000 Bern 14)

24

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SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 2

4.2.3 Würzingerhaus Außernzell

Mit dem „Würzingerhaus“ besitzt die Gemeinde Außernzell ein architektonisches

Juwel, für das eine sinnvolle Nutzung gefunden werden musste.

Da in diesem Gebäude früher bereits ein Wirtshaus existierte, sollte auch

nach einer aufwändigen und behutsamen Renovierung wieder ein Landgasthof

einziehen. Dazu kamen – im ersten Stock - ein großer Veranstaltungsraum,

ein Sitzungssaal für den Gemeinderat, ein Büro für den Bürgermeister

und im zweiten Stock unter altem Dachstuhl eine Veranstaltungs-

und Ausstellungsfläche. Zu guter Letzt wurde eine Bücherei gegründet

und in den noch verbliebenen Räumen des Würzingerhauses untergebracht.

Gemeinde Außernzell

Eginger Str. 1

D-94532 Außernzell

Tel.: +49 (09903) 343, Fax: +49 (09903) 941195

E-Mail: poststelle@schoellnach.de

Internet: www.aussernzell.de

4.2.4 Künstlersymposium am Bogenbach

Die Hochwasserfreilegung des Deggendorfer Innenstadtbereiches wurde in einem Zeitraum von über 20

Jahren baulich realisiert. Als öffentliche Baumaßnahme sollte die Maßnahme auch durch ein Kunstobjekt

ergänzt werden. Die Beschränkung auf ein Objekt bei einer räumlichen Ausdehnung von ca. 1.500 m mal

50 m und bei einer Nutzung als durchgehender Spazierweg erschien nicht angebracht. Daher wurde ein

Künstlersymposium durchgeführt, das den Wasserlauf und den Hochwasserschutz zum Thema hatte. Im

Symposium entstanden insgesamt 34 (Teil-)Objekte die 5 bzw. 6 Jahre vor Ort verblieben. Insgesamt drei

Objekte werden voraussichtlich auf Dauer bleiben können. Kunst konnte so auf der gesamten Länge des

Bogenbaches für jeden Spaziergänger bzw. auch für Benutzer von Teilbereichen erlebbar sein. Neue Zugänge

zur Kunst wurden der Öffentlichkeit durch das Entstehen der Objekte vor Ort und durch das Gespräch

mit den anwesenden Künstlern geboten.

Stadt Deggendorf

Sachgebiet 41 – Stadtplanung

Franz-Josef-Strauß-Straße 3

D-94469 Deggendorf

Tel.: +49 (0991) 2960-416, Fax: +49 (0991) 2960-199

E-Mail: hans.maurer@deggendorf.de

4.2.5 Vernetzung Musikschulen

Die Direktoren der Musikschulen Judenburg, Knittelfeld, Zeltweg und Fohnsdorf gingen eine freiwillige Kooperation

ein, Ziel war der Abbau der Konkurrenzsituation, Nutzung der gegenseitigen Synergien im Sinne

einer Ressourcen sparenden Zusammenarbeit und höheren Angebotsqualität in der Region Aichfeld-

Murboden

Ulrich-von-Liechtenstein Musik- und Kunstschule der Stadt Judenburg

Kaserngasse 22

A-8750 Judenburg

Tel.: +43 (03572) 82427-5, Fax: +43 (03572) 44534

E-Mail: musikschule.judenburg@ainet.at

Internet: www.ms-steiermark.at

Musikschule der Gemeinde Fohnsdorf

Spitalgasse 12

A-8753 Fohnsdorf

Tel.: +43 (03573) 3416, Fax:+43 (03573) 3416

E-Mail: musikschule@fohnsdorf.at

Musikschule der Stadt Knittelfeld

Leitnerstraße 21-23

A-8720 Knittelfeld

Tel.:+43 (03512) 82510, Fax:+43 (03512) 82510–4

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4.2.6 Kulturzentrum Stift Seckau

Seckau mit seiner über achthundertjährigen Geschichte ist seit langem ein Brennpunkt kulturellen Geschehens.

Das Kloster mit dem Abteigymnasium und seinen Werkstätten besaß und besitzt geistliche, aber

auch geistige und kulturelle Ausstrahlung, die es zu erhalten und zu stärken gilt.

In der Vereinigung Seckau Kultur haben sich Menschen zusammengefunden, die durch ihr Interesse und

ihre Unterstützung seit Anfang 1987 fast 500 Veranstaltungen ermöglichten. Das ist eine beachtliche Zahl,

wenn man bedenkt, dass die Zuschüsse aus öffentlicher Hand sehr gering sind oder überhaupt ausbleiben.

Dennoch kann sich das künstlerische Niveau bestimmt sehen lassen! Immer wieder gelingt es "Hochkarätiges"

ins Programm aufzunehmen und die "Seckauer Kulturwoche" (seit 1980) gehört als Höhepunkt der

jährlichen Veranstaltungsreihe längst zum fixen Kulturbestandteil der Steiermark. Sie findet wie immer in

den Wochen um Pfingsten statt.

Das Konzept ist sehr einfach: von jedem etwas! Das ganze kulturelle Umfeld soll berücksichtigt werden, ergänzt

durch pädagogische Aspekte: die Schülerinnen und Schüler des Abteigymnasiums stellen den

Grundstock des jungen Publikums. Seckau mit seiner über achthundertjährigen Geschichte ist seit langem

ein Brennpunkt kulturellen Geschehens. Das Kloster mit dem Abteigymnasium und seinen Werkstätten besaß

und besitzt geistliche, aber auch geistige und kulturelle Ausstrahlung, die es zu erhalten und zu stärken

gilt.

In der Vereinigung Seckau Kultur haben sich Menschen zusammengefunden, die durch ihr Interesse und

ihre Unterstützung seit Anfang 1987 fast 500 Veranstaltungen ermöglichten. Das ist eine beachtliche Zahl,

wenn man bedenkt, dass die Zuschüsse aus öffentlicher Hand sehr gering sind oder überhaupt ausbleiben.

Dennoch kann sich das künstlerische Niveau bestimmt sehen lassen! Immer wieder gelingt es "Hochkarätiges"

ins Programm aufzunehmen und die "Seckauer Kulturwoche" (seit 1980) gehört als Höhepunkt der

jährlichen Veranstaltungsreihe längst zum fixen Kulturbestandteil der Steiermark. Sie findet wie immer in

den Wochen um Pfingsten statt.

Abtei Seckau

A-8732 Seckau 1

Tel.: +43 (03514) 5234-101, Fax: DW -105

Email: verwaltung@abtei-seckau.at

Internet: www.abtei-seckau-at

Internet: www.seckau-kultur.at

4.3 Pilotprojekte

4.3.1 Kulturvernetzung auf regionaler Ebene

Auf der Basis der Vorbereitungs- und Erhebungsarbeiten im Rahmen des Projektes RISE wurden Aktivitäten

für eine stärkere Zusammenarbeit der Kulturverantwortlichen auf jeweiliger regionaler Ebene vorbereitet.

Gleichzeitig wurden die Vorstellungen für eine gegenseitige Vernetzung zwischen den Partnerregionen

präzisiert und festgelegt. Darauf aufbauend sollte in der Region Aichfeld-Murboden ein Pilotprojekt zur gemeinsamen

Dokumentation und Bewerbung qualitativ hochwertiger örtlicher und regionaler Leitveranstaltungen

initiiert und aufgebaut werden.

Mit dem Pilotprojekt „Kulturvernetzung auf regionaler Ebene“ ist der Versuch

unternommen worden, ein gemeinsames Modell für ein regionales

Kulturnetzwerk zu entwickeln, das folgende Mindestkriterien erfüllt: Terminliche

Abstimmung und vorausschauende Planung der Kulturevents, themenorientierte

Gliederung der Informationen, möglichst vollständige Künstler-

und Agenturdatenbank sowie gemeinsamer interaktiver Veranstaltungskalender.

Der Mehrwert für die regionalen Verantwortungsträger ergibt sich durch die terminliche Abstimmung und

vorausschauende Planung, die themenorientierte Unterscheidung sowie einen gemeinsamen interaktiven

Veranstaltungskalender. Darüber hinaus sollen mit einfach buchbaren Angeboten über die Buchungsplattform

„Feratel“ auch mehr Kulturtouristen in Verbindung mit anderen touristischen Themen in die Region

gebracht werden.

Das Tool bietet somit eine zusätzliche Unterstützung für die Vernetzung in der Region und bietet den Internetbesuchern

eine umfassende Informationsmöglichkeit. Die Entwicklung dieses Tools fokussierte ausschließlich

auf die spezifische Situation der Urlaubsregion Murtal. Die RISE-Partner wurden noch nicht in

die Bearbeitung einbezogen, sondern anlässlich des Judenburger Konvents lediglich über das Zwischenergebnis

informiert

26

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4.3.2 Kulturelle Identität zwischen Geschichte, Wirtschaft, Kultur und Lebensstilen

Im Teilraum Deggendorf wurde parallel zum Projekt „Kulturvernetzung auf regionaler Ebene“ eine sechsteilige

Veranstaltungsreihe an der Volkshochschule Deggendorfer Land e.V. zur kulturellen Identität der Region

(Geschichtliche Wurzeln, wirtschaftliche Bedingungen, Alltagsleben und kultureller Wandel, Bauen und

Wohnen, kulturelle Schätze) im Jahr durchgeführt. Mit der Veranstaltungsreihe hat die Volkshochschule

Deggendorfer Land e.V. versucht, die Bevölkerung im Teilraum Deggendorf/Plattling für die Fragen der regionalen

und kulturellen Identität zu sensibilisieren. Im Rahmen dieses Pilotprojektes haben sich insgesamt

rund 200 Personen mit den Themenbereichen Geschichte, Landschaft, Bauen und Wohnen, Kunst und

Musik, Wirtschaft, Alltagsleben und kultureller Wandel auseinander gesetzt.

Das Pilotprojekt kann für sich in Anspruch nehmen, einen wesentlichen

Beitrag zur regionalen Bewusstseinsbildung im Landkreis Deggendorf geleistet

zu haben. Das Ziel der Einbindung ansässiger Kulturschaffender

und der Impulswirkung auf das kulturelle Schaffen innerhalb des Landkreises

Deggendorf wurde zwar erreicht, dasjenige einer interregionalen Ausstrahlung

aber nicht vollständig erreicht.

4.3.3 Regionale Identität - Eigensicht und Fremdsicht

„Ohne Erinnerung keine Zukunft“ stellt ein Leitmotiv des Projektes dar. Das Interesse liegt dabei in einer

Überführung kultureller Errungenschaften in richtungweisende zukünftige Perspektiven. Was prägt die heute

geltenden Identitäten der Bewohner? Was sind die Grundlagen für Selbstverständnis und Zukunftsdenken?

Wie wird die Region von außen gesehen, wie nimmt sie sich selbst wahr? Es soll auf künstlerische

Weise versucht werden, Antworten auf diese Fragen zu finden. Drei Fotografen aus den Partnerregionen

wurden beauftragt, mit je 15 Fotos die eigene und eine der anderen Regionen zu dokumentieren. Das Ergebnis

ist eine Fotoausstellung mit Namen „Eigensicht und Fremdsicht“, die 2006 und 2007 in den Partnerregionen

präsentiert wird. Eine Publikation zu dem Projekt wurde erstellt, die einen faszinierender Bilderbogen

beinhaltet, der auf eindrückliche Weise Identität und kulturelle Vielfalt in den drei Partnerregionen dokumentiert.

Zwei Sichten werden einander gegenübergestellt: Jene auf das Eigene und jene auf das Fremde.

Die Bilder regen an, über die eigene Lebenswelt nachzudenken und geben Antworten auf die Frage:

„Wo leben wir“.

Mit dem Fotoprojekt konnte das Ziel eines interregionalen Kulturprojektes

unter einem gemeinsamen Leitthema mustergültig umgesetzt werden. Die

Einbindung von Kulturschaffenden aus den drei Partnerregionen sowie der

fachliche Austausch unter ihnen sind vollauf geglückt. Die Wanderausstellung,

welche bereits in Plattling und Judenburg besichtigt werden konnte

und 2007 auch in der Schweiz zu Gast sein wird, brachte der Bevölkerung

wichtige Impulse zur kulturellen Auseinandersetzung mit der eigenen Identität.

Der Mehrwert für alle beteiligten Partner ist offenkundig. Das Projekt

hat Vorbildcharakter für weitere, ähnliche gelagerte Aktionen in anderen

künstlerischen Sparten.

Das schlicht gestaltete Fotobuch ist Garant dafür, dass das Leitthema „ohne Erinnerung keine Zukunft“

auch in den nächsten Jahren in den Partnerregionen noch präsent sein wird. Es ist dazu geeignet, den Regionalentwicklungsprozess

nachhaltig zu unterstützen.

4.4 Evaluation

4.4.1 Ergebnisse

Die Auseinandersetzung mit Fragen der regionalen Identität und Kultur hatte während der gesamten Projektdauer

einen hohen Stellenwert. Dies zu Recht. RISE hat klar gemacht, dass bei der interregionalen Zusammenarbeit

selbst unter günstigen Rahmenbedingungen (drei deutschsprachige Regionen mit vergleichsweise

tiefen Kommunikationshürden) mentalitätsmäßige Unterschiede bestehen, die zuerst einmal

überwunden werden müssen. RISE hat es geschafft, über Konvente und Pilotprojekte PolitikerInnen sowie

Wissensträger aus den Bereichen Kultur, Wirtschaft und Tourismus mehrmalige persönliche Begegnungen

zu ermöglichen. Dank RISE konnten die Beteiligten einen kontinuierlichen Gedankenaustausch pflegen und

wertvolle persönliche Kontakte aufbauen, die mindestens teilweise über das Projektende hinaus Bestand

haben werden. Die Auseinandersetzung mit ungewohnten Verhaltensmustern, Denkweisen und Lösungsansätzen

hat in allen drei Partnerregionen deutliche Spuren hinterlassen und unbestreitbar zu einer Horizonterweiterung

geführt.

Bereits zu Beginn des Projektes (April 2004) haben sich Kulturschaffende aus allen drei Partnerregionen in

Knittelfeld (A) getroffen, um sich gegenseitig über die Schwerpunkte ihrer Tätigkeiten zu informieren und

die Möglichkeiten für konkrete Kooperationen auszuloten. Seitens der schweizerischen Delegation ist an-

27

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SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 2

schließend mit großem Engagement das Projekt „Kunst am Wasser“ vorangetrieben worden, das eine interregionale

Skulpturenausstellung auf den Wassern von Donau, Mur und Zihlkanal vorsah. Das Umsetzungskonzept

für dieses ambitiöse Leitprojekt wurde in enger Zusammenarbeit unter den Kulturverantwortlichen

der drei Partnerregionen bis zur Ausführungsreife entwickelt, scheiterte jedoch letztlich an den unterschiedlichen

Budgetvorstellungen und finanziellen Ressourcen. Trotzdem hat dieser Versuch zu einem künstlerischen

Wurf mit internationaler Ausstrahlung in den Köpfen aller Beteiligter sehr viel ausgelöst und dafür

gesorgt, dass der Kooperationsraum Seeland – Jurasüdfuß – Jura Bernois das Projekt 2006/07 unter dem

Namen Fluid Artcanal international mit anderen Partnern aus Deutschland und Südkorea realisiert.

Aus den vielen am Bieler Konvent entwickelten Kooperationsansätzen sind schließlich drei Kulturprojekte

umgesetzt worden. Mit dem Fotoprojekt „Eigensicht – Fremdsicht“ ist es gelungen, ein echtes regionsübergreifendes

Gemeinschaftswerk zu schaffen, das Künstler aus verschiedenen Nationen zusammen gebracht

hat, zum Nachdenken anregt und Perspektiven für eine Weiterentwicklung eröffnet.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass das gegenseitige Kennenlernen der Partnerregionen mit spezifischen

Profilen und Ansatzpunkten im Bereich Kultur und Identität mindestens teilweise erreicht worden ist. Die

Bereitschaft unter den Kulturschaffenden zur Realisierung von Gemeinschaftsprojekten ist da, die Ideen

auch. Auf Grund der engen finanziellen Leitplanken mussten jedoch die kulturellen Aktivitäten bereits ab

Mitte der Projektdauer eingeschränkt werden.

Der Einbezug der wichtigsten Organisationen und Akteure (Ziel waren 15 pro Region) in den Informationsprozess

ist mittels direktem Einbezug der jeweiligen kulturellen Koordinationsstellen erreicht worden. So

wurde beispielsweise im Kooperationsraum Seeland – Jurasüdfuß – Jura Bernois eine Kerngruppe gebildet,

die sich aus der Kulturbeauftragten der Stadt Biel, dem Direktor des Städtebundtheaters Biel – Solothurn,

dem Präsidenten der Assemblée des Associations des Organismes Culturels der Region Biel sowie

dem Präsidenten des Regionalplanungsverbandes Solothurn und Umgebung zusammen setzte. Die Übertragung

der Ergebnisse zwischen den Regionen ist ohne Abstriche erfolgt.

4.4.2 Messung der Zielerreichung

Ziel: Wertung: Erläuterungen

Dokumentation regionaler

Kurzprofile der Partner und

Sammlung von 10 „Good

practices“

Durchführung von 1 –2 Pilotprojekten

erreicht

nicht erreicht

nicht bekannt

erreicht

nicht erreicht

nicht bekannt

Die regionalen Kurzprofile und insgesamt 24 Good

Practices wurden dokumentiert und auf der Webpage,

in den Component Reports sowie in der Schlussdokumentation

publiziert.

Es wurden 3 Pilotprojekte durchgeführt

Datenbank der Künstler

und Akteure auf transnationaler

Basis mit mindestens

100 Akteuren

erreicht

nicht erreicht

nicht bekannt

Die Bereitstellung einer umfassenden transnationalen

Datenbank hat sich im Verlauf des Projektes als wenig

sinnvoll heraus gestellt. Auf allfällige Kontaktwünsche

kann jederzeit zielgerichtet über die Projektmanager

der Partnerregionen reagiert werden.

Beteiligung von mindestens

50 – 100 Interessenten an

geplantem thematischen

Konvent

erreicht

nicht erreicht

nicht bekannt

Am thematischen Konvent 2004 in Biel nahmen 107

Personen teil

Mindestens 100 Beteiligte

an verschiedenen Pilotprojekten

erreicht

nicht erreicht

nicht bekannt

Die direkte Beteiligung an der Erarbeitung und Umsetzung

der Pilotprojekte kann nicht exakt beziffert

werden. Unter Berücksichtigung des Projektes „Kultur

am Wasser“ kann jedoch davon ausgegangen werden,

dass der Schnitt von 25 Beteiligten pro Projekt

problemlos erreicht worden ist.

Akquisition von mindestens

5.000 Besuchern bei den

geplanten Pilotvorhaben im

erreicht

nicht erreicht

Allein das Projekt Eigensicht – Fremdsicht hat mit

seinem Fotoband und den Ausstellungen in Plattling

und Judenburg Tausende erreicht. Es ist davon auszugehen,

dass die Marke von 5'000 Besuchern mit

der Inbetriebnahme des österreichischen Internet-

28

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SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 2

kultur-touristischen Bereich nicht bekannt Tools „Regionale Kunst-Event-Kultur-Vernetzung“

problemlos erreicht wird.

Ansprache von mindestens

10.000 Personen durch kultur

- touristische Werbemittel

erreicht

nicht erreicht

nicht bekannt

Die Auswirkungen der im Rahmen von RISE geschaffenen

kultur-touristischen Werbemittel können derzeit

noch nicht abgeschätzt werden. Es ist jedoch davon

auszugehen, dass die bereits bestehende Website

www.kulturvernetzung.ch sowie die in Entstehung

begriffenen Tools „Regionale Kunst-Event-

Kulturvernetzung“ (A) und das ebenfalls stark auf kulturlandschaftliche

Besonderheiten ausgerichtete Tool

www.bikersrode-rise.com ein weitaus größeres Publikum

erreichen werden.

4.5 Konvent 2004 in Biel

4.5.1 Inhalte und Ablauf

Der erste Konvent vom 4./5. November 2004 RISE in Biel war dem

Schwerpunkt „Identität und Kultur“ gewidmet; beides wichtige Fundamente

einer erfolgreichen Regionalentwicklung. Der Anlass sollte aber auch Gelegenheit

bieten, für die beiden anderen Themenschwerpunkte „Stärken

und Wirtschaftskompetenz“ und „Freiraum und Lebensqualität“ den Boden

für eine fruchtbare Zusammenarbeit zu ebnen.

Zum Konvent hatten sich insgesamt 107 Personen angemeldet. Davon

stammten 70 Anmeldungen (64%) aus der Schweiz (Kooperationsraum

Seeland-Jurasüdfuß-Jura Bernois), 28 (26%) aus dem deutschen Teilraum

Deggendorf/Plattling und 9 (10%) aus der österreichischen Region Aichfeld-Murboden.

Während die ausländischen Gäste das gesamte Programm mitmachten,

beschränkten sich viele Schweizer Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf

den Besuch ausgewählter Programmteile. Dies führte dazu, dass sich die

TeilzeitbesucherInnen nur bedingt in den Anlass und in die Thematik einbringen

und entsprechend weniger davon profitieren konnten.

In das Thema des Konventes „Identität und Kultur“ wurden die TeilnehmerInnen

von verschiedenen ReferentInnen aus den drei Partnerländern eingeführt.

„Wo sind Sie zu Hause?“ Mit dieser und anderen provozierenden Fragen

ist Prof. Dr. Dr. hc. Karl Ganser ein fulminanter Auftakt in den Konvent gelungen.

Als ehemaliger Geschäftsführer der Gesellschaft für Internationale

Bauausstellung Emscher Park und Vorstand des Deutschen Architekturzentrums

Berlin weiß er, dass Identität und Heimat nicht etwas Vorhandenes

ist, sondern etwas, das tagtäglich neu erobert werden muss, durch

gemeinschaftliches und zugleich außergewöhnliches Tun.

Karin Rickenbacher, Leiterin Programm TeleBielingue und Theo Martin,

Chefredaktor a.i. Bieler Tagblatt (beide CH) berichteten von der identitätsstiftenden

Wirkung regionaler Medien in einem zweisprachigen Lebensund

Kulturraum.

Wie regionale Identität durch Raum- und Landesplanung entwickelt und

gefördert werden kann, erzählte Kathrin Maier (Bayerisches Staatsministerium

für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie München). Dass

die Umsetzung der landesplanerischen Ansätze in einer Region in hohem

Masse von den beteiligten Personen abhängig ist, ergänzte Klaus Busch

(Geschäftsführer Teilraum Deggendorf/Plattling) aus seinen Erfahrungen

aus der Praxis.

Josef Schick (Kulturvernetzung Weinviertel) und Richard Resch (Dipl. Ing.,

Ingenieurkonsulent für Raumplanung und Raumordnung und Regionalplaner

Aichfeld-Murboden) zeigten anhand von Beispielen aus Österreich (österreichische

Eisen- und Bernsteinstrasse, Weinviertel Festival), wie regionale

Identität durch Vernetzung entstehen kann.

29

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SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 2

Als Einstieg in das Thema „Identität und Kultur“ hatten die TeilnehmerInnen

in vier verschiedenen Gruppen die Gelegenheit, einander die Identitätsmerkmale

der eigenen Region vorzustellen, die anderen Regionen kennen

zu lernen sowie über Gemeinsamkeiten und Gegensätze zu diskutieren.

Als Besonderheiten in den drei Regionen sind u.a. die Klöster Deggendorf/Plattling,

die Zweisprachigkeit im Kooperationsraum Seeland –

Jurasüdfuß – Jura Bernois und die Holz- und Metallindustrie in Aichfeld –

Murboden genannt worden.

Als Gemeinsamkeiten regionaler Identität wurden zahlreiche Merkmale erkannt:

Alle drei Partnerregionen haben vergleichbare naturräumliche und

strukturelle Voraussetzungen (vgl. Anhang). Alle drei haben ländliche oder

ländlich-industrielle Wurzeln und in den letzten Jahrzehnten eine starke

Entwicklung durchgemacht. Alle drei verfügen über ein großes landschaftliches

Potenzial, das vom Wasser geprägt ist. Alle drei sind gut erschlossen

und befinden sich im Einflussbereich größerer Agglomerationen. Alle drei

kämpfen um ihre Eigenständigkeit und Identität. Der Rohstoff Holz sowie

regionaltypische Spezialitäten sind zwei weitere gemeinsame Identitätsmerkmale,

die genannt wurden.

Auf die Frage, wer oder was Identität in den Regionen stiftet, wurden folgende

Merkmale geltend gemacht: Vereine, Geschichten, Traditionen, der

kausale Zusammenhang von Arbeitsplätzen, Wohlstand und Wachstum,

Bildungseinrichtungen, Medien, kulturell engagierte Personen und Institutionen.

Der regionsübergreifende Gedankenaustausch zum Thema „Identität“ ermöglichte

vor allem den „Neulingen“ einen Einstieg in das Projekt RISE

und diente als Grundlage für die weiteren Gruppenarbeiten.

4.5.2 Impulsreferat Prof. Ganser: Regionale Entwicklung durch regionale Identität

Regionale Identität

Individuelle Identität

Regionale Identität sei förderlich für die regionale Entwicklung, das ist heute eine weit verbreitete Annahme.

Reale Erfahrung dagegen ist, dass die Regionen, die sich am schnellsten und am frühesten an die

weltweiten Modernisierungsprozesse unter Verlust ihrer regionalen Eigenheit anpassen, zumindest unter

regionalwirtschaftlichen Gesichtspunkten die Nase vorne haben.

Umgekehrt wird auch gedacht: Regionale Entwicklung soll regionale Identität fördern. In dieser Denkweise

ist regionale Identität nicht Mittel, sondern mehr Ergebnis der regionalen Entwicklung. Dabei ist allerdings

die Frage zu beantworten, wozu regionale Identität dann gut ist. Auch hier ist die Erfahrung, dass die Modernisierung

von Regionen, um einen anderen Begriff für regionale Entwicklung zu wählen, die Unterschiede

unter den Regionen verwischt, nivelliert und nicht heraus präpariert.

So oder so, regionale Identität scheint also eine normative Vorstellung zu sein, die von der Realität weit

entfernt ist.

Fragen wir uns selbst nach unserer eigenen Identität mit der simplen Frage: „Wo bin ich zu Hause?“

Da fallen die Antworten äußerst unterschiedlich aus. Nur eine Minderheit wird den Ort/die Region angeben,

in der sie aufgewachsen ist und in der sie noch immer lebt. Diese „traditionelle Heimatverbundenheit“ ist

Menschen mit anderen Lebensstilen eher suspekt. Es fehle an Weltoffenheit, an Toleranz, an internationaler

Erfahrung, an Mobilitätsbereitschaft …

Im krassen Gegensatz dazu steht der „Weltenbürger“, der schon früh durch die Welt gereist ist, beinahe

überall schon war, sich überall und nirgendwo zu Hause fühlt und die Frage nach einem Zuhause als irrelevante

Zumutung empfindet.

Für diese Menschen sind die Schreibtische in den Metropolen der Welt überall gleich, die Hotels ebenso,

die Flughäfen, die Flugzeuge, die Apartments, die Restaurants und sie legen Wert darauf, überall und zu

jeder Zeit die weltbekannten Markenprodukte konsumieren zu können. Für diese Menschen ist die einheitliche

Normung aller Bauwerke und Produkte die Voraussetzung dafür, um überall schnell zu Hause sein zu

können oder auch um ohne Emotionen wieder abzureisen.

Dazwischen gibt es vielerlei Schattierungen. Eine besonders in der Schweiz auffällige Variante ist der „genormte

Weltbürger“, der am Ende seines Lebens oder schon früher eine Spaltung seiner Identität bemerkt

und sich mit einem Zweitwohnsitz an eine besondere Landschaft bindet. Besonders bevorzugte Landschaften

für Arrivierte sind zum Beispiel Tessin oder Toskana.

Solche Menschen leben in einer doppelten Identität, in einer gestressten Normalität durch ein Übermaß an

Mobilität und einer rekreativen Abgeschiedenheit, um sich von diesem Stress zu erholen oder gar zu befreien.

(In Wirklichkeit ist der Spreizschritt über mehrere Identitäten, verteilt auf mehrere Lokalitäten die eigentliche

Ursache des Stresses.)

30

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SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 2

Zu Hause sein

Debatte über I-

dentität

Was die Philosophen

dazu sagen

Heimat schützen

Nicht Heimat

schützen, sondern

Heimat

schüren

Endlich so – wie

anderswo

Lassen wir es bei dieser kurzen Skizze der individuellen Identität und fragen uns:

Kann es regionale Identität geben ohne Menschen, die in einer Region zu Hause sind und eben nur in dieser

Region, in der sie sich vor allem und nur dort wohl fühlen, dort engagieren und sich zu dieser Region

auch bekennen?

Das wirft die Grundsatzfrage auf, ob Lebewesen allgemein und Menschen im Besonderen ohne ein “Zuhause“

auskommen können. Die Anthropologie glaubt, Belege dafür zu haben, dass alle Lebewesen höchst

irritiert sind, wenn ihnen der genetisch geprägte und im Laufe des Lebens erlernte Ortsbezug verloren geht.

Die Debatte darüber allerdings verläuft kontrovers, ob ausgerechnet der Mensch sich von dieser generellen

genetischen Prägung der Lebewesen schadlos oder gar mit Gewinn befreien kann.

Die Anhänger der anthropologischen Sesshaftigkeitsthese führen ins Feld, dass die zunehmende Zahl von

Neurosen und neurotischen Verhaltensweisen bis hin zu Krankheiten verursacht/mit verursacht durch Mobilität/Mobilitätszwänge

der modernen Gesellschaft und dem damit verbundenen Verlust der Ortsgebundenheit

sind.

Nach dem bisher Gesagten müsste am Anfang aller regionalpolitischen Bemühungen um regionale Identität

eine regionsinterne Debatte über den Wert von „zu Hause sein“ ansetzen, über „Heimat“, um an dieser

Stelle den vor allem in Deutschland sehr diskreditierten Begriff einzuführen. Das ist eine äußerst spannende

und kontroverse Diskussion, die erst einmal völlig frei von abgeleiteten Zwecken wie Bewahrung von

Kultur oder Förderung von Tourismus oder Vorteil für die regionale Entwicklung ist. Haben Sie in Ihren Modellregionen

im Verlauf Ihres Projektes eine solche Debatte schon angezettelt und wenn ja, mit welcher

Methode und mit welchem Ergebnis?

Namhafte zeitgenössische Philosophen befassen sich mit dem „Scheitern der Moderne“. Sie erklären dies

mit der mangelhaften „Rückbindung“ des menschlichen und gesellschaftlichen Handelns in geschichtliche

Zusammenhänge und in die Verantwortung für die Zukunft.

Das lässt sich auch mit anderen Begriffen ausdrücken:

Die moderne Gesellschaft hat – und das ist eine Norm – des Respekt vor der Geschichte zu achten und

aus Verantwortung für die Zukunft eine nachhaltige Entwicklung zu wollen.

Damit sind wir bei vertrauten Vokabeln der regionalpolitischen Debatte angelangt.

Leichter, allzu leichter Konsens bei politischen Bemühungen um Regionalität ist bei „Pflege der Geschichte“

zu erreichen. Denkmalpflege, Naturschutz, Brauchtumspflege … haben hohe Sympathiewerte, zumindest,

zu lange dies nicht zu Konflikten mit aktuellen politischen und wirtschaftlichen Interessen führt.

Aber entsteht dadurch wirklich regionale Identität? Oder führen diese Bemühungen in der Summe nur zu

einer besonderen Version von „Freizeitpark“, also zur Präsentation einer Kulisse, die mit dem realen Leben

wenig zu tun hat?

Der Slogan der Bayerischen Staatsregierung für die „Landesidentität“ lautet: „Laptop und Lederhose“. Oder

der von Baden-Württemberg: „Wir können alles, außer Hochdeutsch.“

Wird den Menschen durch solche Slogans und durch die reale Politik, die hinter ihnen steckt, lediglich die

Anpassung an eine radikale ortlose Modernisierung erleichtert? Bietet ihnen die Geschichtspflege sozusagen

die „erholsame Toskana“ zu Hause in ihrer gestressten Doppelexistenz?

Also: Regionalität, regionale Identität, vielleicht doch besser ohne permanenten Rückgriff auf die Geschichte?

Nein: Die Auseinandersetzung mit der Geschichte muss sein, die kritische Aufarbeitung, die Herausarbeitung

der unbequemen Dinge, die Darstellung der Konflikte, die Beschreibung und die Bewertung der gesellschaftlichen

Zustände. Um es kurz zu fassen: Nicht billige Präsentation, sondern permanente Geschichtsarbeit

zur Bearbeitung und Aufarbeitung der Vergangenheit ist eine der Voraussetzungen, um regionale

Identität entstehen zu lassen.

Diese schöne und zutreffende Formulierung hat H. Rauterberg in einem Interview mit mir in der Zeit mal

gefunden.

Damit soll deutlich gemacht werden, dass Heimat keine bequeme historische Kategorie darstellt, mit der

man sich bequem in den Sessel der Folklore legen kann, sondern eine anstrengende individuelle und gesellschaftliche

Arbeit, die ins Tagesgeschehen und in die Tageskonflikte eingreift. Regionale Identität ist

nicht etwas, das vorhanden ist und das sich konservieren lässt, sondern etwas, das tagtäglich neu erobert

werden muss durch gemeinschaftliches und zugleich außergewöhnliches Tun, egal wo und in welchen Bereichen.

Am Beispiel:

Regionale Identität entsteht also nicht und nicht vorrangig durch Denkmalpflege, sondern durch die Baukultur

des aktuellen Bauens. Regionale Identität entsteht durch neue Produkte mit außergewöhnlichen Qualitäten,

die in einer Region neu entstehen und nicht billigerweise importiert werden, also nicht oder nicht nur

über die Wiederbelebung handwerklicher Traditionen im musealen Kontext.

Die verbreitete Praxis der Bemühungen um regionale Identität allerdings sieht anders aus. Sie verläuft nach

dem Prinzip: „Schaut her, wie schön wir sind und wie geschichtlich bedeutsam wir waren!“

Dabei entstehen dann Präsentationsfiguren, die fast in allen Regionen gleich ausfallen. Man stelle einmal

die Werbeprospekte des Fremdenverkehrs oder der Wirtschaftsförderung, auch die Internetpräsentationen

31

unterstützt von der Europäischen Union


SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 2

Regionalpolitik

des Besonderen

der Regionen nebeneinander. Dann kommt man zu dem Ergebnis: „Alle haben alles“, was bedeutet, keiner

hat etwas Besonderes.

Wenn regionale Identität regionale Entwicklung befördern soll, dann ist sie gefordert, das Besondere, das

Außergewöhnliche zu tun. Umgekehrt gilt genauso: Wenn regionale Entwicklung am Ende zu mehr regionaler

Identität führen soll, dann kann sie nicht nach dem Prinzip verlaufen, „Endlich so wie anderswo“.

Wie schwer das ist, dass es aber doch geht, und wie so etwas organisiert werden kann, das zeigt der Vortrag

am Beispiel der Internationalen Bauausstellung Emscher Park, wo über zehn Jahre hinweg im Ruhrgebiet

Bemühungen um mehr regionale Identität gelaufen sind und leidlich erfolgreich waren.

32

unterstützt von der Europäischen Union


SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 3

5 Komponente 3 „Stärken und Wirtschaftskompetenz“

Dieser Projektteil sollte dazu beitragen, die in den Regionen bestehenden spezifischen Stärken und Kompetenzen

privater und öffentlicher Entwicklungsträger weiter zu entwickeln und zu stärken. Durch den Erfahrungsaustausch

und Netzwerkaktivitäten zwischen den Partnern sollten bestmögliche Synergien und

Mehrwerte für die einzelnen Akteure und für die regionale Entwicklung erreicht werden.

5.1 Regionenvergleich

Ausgangssituation

Teilraum Deggendorf/Plattling

Die Regionen weisen unterschiedliche Gegebenheiten auf. Teilweise bestehen unterschiedliche Datengrundlagen

(z.B. Jahresangaben, Volkszählungsdaten) bzw. sind einzelne Daten nicht ermittelbar in den

Regionen. Die unterschiedlichen Ausgangslagen erschweren den Vergleich. Trotzdem können innerhalb

der Regionen Ähnlichkeiten entdeckt werden.

STÄRKEN

SCHWÄCHEN

Regional Transnational Regional Transnational

- Fest verankerte Struktur

interkommunaler

Zusammenarbeit

- Ausgeprägte Kooperation

im Doppelort als

städtisches Zentrum

- „Krisensichere“ gewerbliche

Mischstruktur

- Wichtiger Bildungsstandort

- Geographische Lage

- Exportorientierung

- Historische internationale

Verankerung

durch die Wasserstraße

Donau

- Verkehrsanbindung

- Mitglied der Euregio

Bayerischer Wald /

Böhmerwald

- Niedrige Erwerbsquote

- Tourismussektor

- Regionalmanagementstrukturen

- Hohe Pendlerquote

- Schwach ausgeprägte

„Internationalität“

der Bevölkerung

(sprachlich und

mental)

- Schwächer ausgeprägter

Dienstleistungssektor,

hoher

Anteil im produzierenden

Gewerbe

- Zuwanderungsregion

- Entwicklungsregion in

den letzten 20 Jahren

- Verkehrsanbindung

- Qualität der Böden für

die landwirtschaftliche

Nutzung

CHANCEN

GEFAHREN

Regional Transnational Regional Transnational

- Standortlage (Entwicklungsachsen)

- Zunehmende Wichtigkeit

interkommunaler

Prozesse

- „Randlage“ touristischer

Destinationen

- Geographische Lage

- Historische Verflechtungen

- Strategisch wichtige

Lage für die Europäische

Union

- „Ausruhen“ auf dem Erfolg

der letzten 20 Jahre

- Verlust von Standortqualität

- Abwanderung hochqualifizierter

Arbeitskräfte in

die Agglomerationen

- Folgen der EU-

Erweiterung (Arbeitsmarkt)

- Abhängigkeit von

der Kfz-Industrie

Aichfeld-

Murboden

STÄRKEN

SCHWÄCHEN

Regional Transnational Regional Transnational

- Ausgeprägte touristische

Infrastruktur

- Begonnener Strukturwandel

- Hohe Erwerbsquote,

insbesondere bei

Frauen

- Verkehrsanbindung

- Bekanntheitsgrad als

Standort (z.B. durch

A1-Ring)

- Negative Bevölkerungsentwicklung

- Hohe Pendlerquote

- Ungeklärte bzw. umstrittene

Folgenutzung von

Monostrukturen (z.B. A1-

Ring)

- Negatives Image

- Europäische „Randlage“

- Geringer Branchenmix

- Starke Gewichtung

des metallverarbeitenden

Sektors bedeutet

Krisenanfälligkeit

33

unterstützt von der Europäischen Union


SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 3

CHANCEN

GEFAHREN

Regional Transnational Regional Transnational

- Innovative Wirkung

des Strukturwandels

- Innovative Strukturen

im Cluster „Holz“

- Nähe zu wichtigen Bildungseinrichtungen

(Graz und Leoben)

- Nähe zu Südosteuropa

- Bevölkerungsentwicklung

mit Verlust von qualifizierten

Arbeitskräften

- Soziale Schieflagen

- Folgen der EU-

Erweiterung (Arbeitsmarkt)

- Landschaftsraum /

Tourismus

- Innovative Strukturen

im Cluster„Holz“

- Verlust von Standortqualität

durch ungeordnete

Entwicklung im Murtal

Kooperationsraum

Seeland-

Jurasüdfuß-Jura

Bernois

STÄRKEN

SCHWÄCHEN

Regional Transnational Regional Transnational

- Geografisch zentrale

Lage im schweizerischen

Mittelland

- Flächendeckende Erschließung

durch den

öffentlichen Verkehr

- Zuwanderungsregion

- Niedrige Arbeitslosigkeit

- Niedrige Pendlerquote

- Bildungsstandort mit

mehreren höheren

Schulen interregionalen

Zuschnitts

- Universitäten Bern und

Neuchâtel in unmittelbarer

Nachbarschaft

- Hoher Bildungsstand

- Dichtes Netz an kleinen

und mittleren

Städten

- Lage zwischen wichtigen

Wirtschaftszentren

- Fest verankerte Strukturen

interkommunaler

Zusammenarbeit auf

Stufe Planungsregion

- Sehr gute Verkehrsanbindung

ans übergeordnete

Schienen- und

Straßennetz

- Wirtschaft traditionell

stark auf den Außenhandel

ausgerichtet;

viele Betriebe mit internationalen

Beziehungen

- Innovative Leitbetriebe

in zukunftsträchtigen

Branchen

- Mehrsprachigkeit

- Heimat der schweizerischen

Uhrenindustrie

als weltbekanntes

Markenzeichen

- Weltmarke SWATCH

- Image der Schweiz

- Komplizierte geopolitische

Struktur (193 Gemeinden,

6 Planungsregionen,

3 Kantone) mit

hohem Koordinationsaufwand

- Schwach entwickelte

Regionalmanagementstrukturen

- Bewusstsein über Chancen

und Potenzial des

Kooperationsraums bei

den PolitikerInnen noch

wenig ausgeprägt

- Regionalen Zusammenschlüssen

wie dem Kooperationsraum

Seeland

- Jurasüdfuß - Jura Bernois

fehlen in der

Schweiz die staatspolitische

Legitimation und

damit die Entscheidkompetenz

- Kooperationsraum

liegt im Zwischenraum

der großen

Ballungsräume Zürich,

Basel und Genf

/ Lausanne.

- Isoliertes Inseldasein

innerhalb der

Europäischen Union

CHANCEN

GEFAHREN

Regional Transnational Regional Transnational

- Erhöhung der Durchschlagskraft

durch verstärkte

Zusammenarbeit

unter den regionalen

Organisationen

(Fusionsprojekt seeland.bienne)

- Gute Verankerung regionaler

Entwicklung in

der Bevölkerung durch

Basisdemokratische

Entscheide

- Festigung und Weiterentwicklung

der bestehenden

Cluster (Präzisionstechnik,

Energie,

- Verstärkte nationale

und internationale Präsenz

durch Entwicklung

des Metropolitanraumes

Bern

- Mehrsprachigkeit

- Profilierung als Brückenregion

zwischen

alemannischem und

romanischem Kulturraum

- Imagepflege in Leitbranchen

(z.B. Uhrenindustrie)

- Teilnahme an interregionalen

Kooperati-

- Gemeindeautonomie

kann den dringend notwendigen

Regionalisierungsprozess

stark verzögern

- Abwanderung hochqualifizierter

Arbeitskräfte in

die benachbarten Ballungsräume

Zürich, Basel

und Genf / Lausanne

- Beibehaltung der

selbst gewählten

Isolation und dadurch

keine Mitbestimmung

an wichtigen

europäischen

Entwicklungsprozessen

- Bedrohung der eigenständigen

Regionalentwicklung

durch die Sogwirkung

der benachbarten

Ballungsräume

Zürich, Basel und

Genf / Lausanne

34

unterstützt von der Europäischen Union


SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 3

Autozulieferer)

- Stärkung des Städtenetzes

Espace Mittelland

- Inwertsetzung der hohen

landschaftlichen

Qualitäten als wirtschaftlicher

Standortfaktor

onsprojekten wie RISE

Vergleichende

Analyse

GEMEINSAMKEITEN

- Doppelorte als zentrale Orte in der Region (Deggendorf/Plattling; Judenburg/Knittelfeld; Lyss/Aarberg

Nidau/Biel); dadurch ist das Selbstverständnis der interkommunalen Kooperation sehr ausgeprägt.

- Landwirtschaftliche Prägung in allen drei Regionen (Gäuboden in Deggendorf; Forstwirtschaft in O-

bersteiermark West; Gemüsebau, Ackerbau, Viehwirtschaft und Reben im Kooperationsraum Seeland -

Jurasüdfuß - Jura Bernois). In allen drei Regionen verliert die Landwirtschaft aber an Bedeutung.

- Wirtschaftlicher Strukturwandel, allerdings historisch bedingt in unterschiedlicher Intensität (am stärksten

in Obersteiermark-West, auch im Landkreis Deggendorf, weniger im Kooperationsraum Seeland - Jurasüdfuß

- Jura Bernois).

- Lage an wichtigen Verkehrsachsen (Straße, Schiene, im Landkreis Deggendorf auch Wasserstraße

Donau) als wichtiger Standortfaktor.

- Verstädterungstendenzen auch in ländlichen Gemeinden; alle drei Regionen stellen so genannte „Zwischenstädte“

dar.

- Ausbaufähiger Tourismussektor; alle drei Regionen sind touristische „Randlagen“ in der Nähe wichtiger

Tourismusdestinationen

- Brücken- und Portalfunktion in Europa; alle drei Regionen sind „Tore“ zu anderen Regionen mit anderer

Identität (Landkreis Deggendorf in die tschechische Republik und entlang der Donau nach Südosteuropa;

Obersteiermark nach Slowenien; Kooperationsraum Seeland - Jurasüdfuß - Jura Bernois in die

Romandie und nach Frankreich).

- Nur geringfügige Abweichungen in der Gliederung der Erwerbsstruktur nach Wirtschaftsektoren.

- Mit Ausnahme des Kooperationsraumes Seeland - Jurasüdfuß - Jura Bernois starke Pendlerbewegungen,

relativ geringe Arbeitslosigkeit.

UNTERSCHIEDE

Teilraum Deggendorf/Plattling

Aichfeld-Murboden

Kooperationsraum

Seeland-Jurasüdfuß-

Jura Bernois

Größe der Region 26 Gemeinden / 117'000

Einwohner

9 Gemeinden / 55'000

Einwohner im Kernraum

der Region

193 Gemeinden /

330'000 Einwohner

Bevölkerungsentwicklung

Zuwanderungsregion mit

Bevölkerungszunahme

auf absehbare Zeit,

Stagnation erst ab 2020

erwartet

Bevölkerungsrückgang seit

den 70er Jahren, gleich

bleibend auch in Zukunft

Zuwanderungsregion

mit kommunalen Unterschieden

(Bevölkerungsverlust

in Biel als

zentraler Stadt des

Kooperationsraumes,

Bevölkerungszuwachs

im Umland)

Gewerbliche Struktur

Kleinteilige Mischstruktur

kleiner und mittlerer

Unternehmen mit starker

handwerklicher Ausprägung.

Im produzierenden

Bereich Schwerpunkt

in der Kfz-

Zulieferung durch nahe

gelegene Kfz-

Produktionsstätten.

Struktureller Umbruch im

Gang, aber weiterhin

Schwerpunkt im metallverarbeitenden

Sektor. Einrichtung

neuer Schwerpunktbranchen

im weiter

definierten Holz-Cluster.

Innerhalb des Kooperationsraumes

gibt es

unterschiedliche

Strukturen:

Ländliche Räume mit

stark landwirtschaftlicher

Prägung (Gemüseanbau),

städtische

Räume mit starker

technischer Ausprägung

innerhalb von

„Zukunftsbranchen“

35

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SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 3

Beschäftigungsentwicklung

Starke Zunahme auch

aufgrund europäischer

und staatlicher Förderung

im Landkreis Deggendorf

(Förderung von

Grenzregionen an EU-

Außengrenzen), in den

letzten Jahren stagnierend.

Vorübergehende Stagnation

als Zeichen des Strukturwandels.

In letzter Zeit

Zunahme der Beschäftigung.

Kontinuierliche Zunahme.

Wirtschaftsstruktur

Kleinteilige Mischstruktur

mit Schwerpunkt Kfz-

Zulieferung

Schwerpunkt Metallverarbeitung,

in seiner Bedeutung

abnehmend

Schwerpunkt Präzisionstechnik,

Kommunikationstechnik

und

Dienstleistungen.

Verkehrsinfrastruktur:

Schifffahrt

Große Bedeutung der

Schifffahrt im Transportwesen

durch Lage

an der Wasserstraße

Donau; Hafenstandort.

Keine Schifffahrt

Touristische Schifffahrt

auf dem Bieler-,

Murten- und Neuenburgersee

sowie auf

der Aare von Biel bis

Solothurn.

Strategien und

Maßnahmen auf

regionaler Ebene

(Vergleich

der Entwicklungsstrukturen)

Teilraum Deggendorf/Plattling Aichfeld-Murboden Kooperationsraum Seeland-

Jurasüdfuß-Jura Bernois

Konzentration auf interkommunale

Kooperationsprozesse unter

Nutzung der kommunalen

Stärken mit gemeinsamer Außendarstellung

Förderung gewerblicher Mischstrukturen,

bewusste Vermeidung

von Monostrukturen

Ausbau und Verbesserung der

Infrastruktur

Förderung des Ausbildungsstandortes

und Wirtschaft

Förderung und Verbesserung

„weicher“ Standortfaktoren

(Wohn- und Lebensqualität)

Verstärktes touristisches Angebot

unter Nutzung der Potenziale

benachbarter Tourismusdestinationen

Installation interkommunaler Kooperationsprozesse,

insbesondere

zwischen den Städten Judenburg

und Knittelfeld

Förderung des wirtschaftlichen

Strukturwandels unter besonderer

Konzentration auf den Holzsektor

(HIZ)

Ausbau und Verbesserung der

Infrastruktur

Förderung der Weiterbildung im

handwerklichen Bereich

Verstärktes touristisches Angebot

unter Nutzung der Potenziale benachbarter

Tourismusdestinationen

Stärkung interkommunaler Kooperationsprozesse

unter Nutzung

kommunaler Stärken und

zur Vermeidung unnötiger Konkurrenz

Förderung bestehender Stärken

unter Nutzung des vorhandenen

Images (z.B. als Wiege der Uhrenindustrie)

Aufbau einer kantonalen Wirtschaftsachse

Thun-Bern-Biel

Ausbau der Infrastruktur (Fertigstellung

Autobahn A5)

Ausbau des Ausbildungsangebotes

Aufbau und Umsetzung einer

Strategie zur Inwertsetzung des

Erbes aus der Landesausstellung

Expo 02.

Verstärkung des touristischen

Angebotes unter Nutzung der

Potenziale benachbarter Tourismusdestinationen.

5.2 Good Practices

5.2.1 ARGE Wirtschaftsregion Donaustädte, Projekt „Donauhanse“

Mit dem Projekt „Donauhanse“ soll die Städtekooperation mit zunächst 19 Partnern entlang der Donau von

Ulm bis Odessa ausgebaut werden. Die fünf Städte Regensburg, Straubing, Deggendorf, Passau und Linz

sind gemeinsam als Arbeitsgemeinschaft „Wirtschaftsregion Donaustädte“ als einer dieser Partner definiert.

Das Projekt „Donauhanse“ hat die transnationale Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft,

Bildung, Raumplanung und Kultur sowie die nachhaltige Steigerung der Wertschöpfung und des

wirtschaftlichen Nutzens zum Ziel. Der Projektanteil der Wirtschaftsregion Donaustädte umfasst mehrere

Teilprojekte, die entweder von den fünf Städten gemeinsam durchgeführt werden oder als spezielles Teilprojekt

einer Stadt realisiert wird.

36

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SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 3

Wirtschaftsregion Donaustädte

Stadt Deggendorf

Wirtschaftsförderung

Franz-Josef-Strauß-Straße 3

D-94469 Deggendorf

Tel.: +49 (0991) 2960-130, Fax: +49 (0991) 2960-199

E-Mail: alexandra.mandl@deggendorf.de

Internet: www.donaustaedte.com

5.2.2 Innovations- und Technologiecampus Deggendorf (ITC)

Im Rahmen der kommunalen Wirtschaftsförderung soll die Wirtschaftskraft der Stadt und des Landkreises

Deggendorf mit Hilfe von Innovationen, Technologien und dem Einsatz neuer Medien gefördert und gestärkt

werden. Auf einer hierfür verfügbaren Konversionsfläche wird Existenzgründern und Firmen aus dem

Hightech- und Medienbereich mit einer modernen und kostenoptimierten Infrastruktur die nötige Unterstützung

gegeben und langfristig das Wirtschaftswachstum und die Versorgung mit Arbeitsplätzen gewährleistet.

Die räumliche Nähe zur Fachhochschule Deggendorf und zu renommierten Forschungsinstituten im

Großraum München ist dabei ein wesentlicher Erfolgsfaktor und fördert den Technologietransfer zwischen

Wirtschaft und Wissenschaft.

Stadt Deggendorf, Landkreis Deggendorf, Sparkasse Deggendorf

Christian Hantke

Geschäftsführung ITC

Ulrichsberger Straße 17

D-94469 Deggendorf

Tel: +49 (0991) 3628-600, Fax: +49 (0991) 3628-605

E-Mail: hantke@itc-deggendorf.de

Internet: www.itc-deggendorf.de

5.2.3 Holzcluster / HIZ

„Eine geschlossene, optimierte Wertschöpfungskette auf engstem Raum – zielgerichtet auf eine gemeinsam

verfolgte Vision“. Das ist das Leitbild für das Holzinnovationszentrum Zeltweg, kurz HIZ genannt. Ziel

des Holzinnovationszentrums ist es, Flächen für moderne Produktionen, neue Holz-Anwendungsgebiete

und hochtechnologische Forschungs- und Entwicklungsbestrebungen zu einem fairen Preis- Leistungsverhältnis

anzubieten. Dabei wird auch die Neugründung von Betrieben mit umfangreichem Ansiedelungs- und

Clustermanagement unterstützt. Das HIZ bietet somit eine professionelle Basis für Kooperationen rund um

Holzbe- und Verarbeitung. Ziel ist, diese Synergien zu fördern, und die enormen Marktchancen, die der

Rohstoff „Holz“ bietet, gemeinsam zu nutzen.

Im Jahr 2007 wird das HIZ um einen wesentlichen Teil erweitert: Das „Haus der Zukunft“ - ein wirtschaftliches

Zentrum für den Holzbau. Mit dem Bau des „Haus der Zukunft“ werden Räume für innovative Unternehmen

geschaffen – ergänzt wird das Angebot durch ein professionelles Dienstleistungspaket, das zur

Optimierung der Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Betriebe wesentlich beitragen wird.

Holzinnovationszentrum Gmbh

Forstweg (ÖDK-Gelände)

A-8740 Zeltweg

Tel.: +43 (03577) 22225

Fax.: +43 (03577) 22225-30

E-Mail: office@hiz.at

Internet: www.hiz.at

5.2.4 Interessengemeinschaft Autocluster

Obwohl die Schweiz als Zulieferer der Automobilindustrie eine bedeutende wirtschaftliche Rolle spielt, fehlte

bisher ein gemeinsames Netzwerk der vielen Zulieferfirmen. Der von der Solothurner und Neuenburger

Handelskammer ins Leben gerufene Autocluster will diese Lücke schließen. Ziel ist der Aufbau einer Plattform

für den regelmäßigen Erfahrungsaustausch in den Bereichen Information, Technologietransfer und

Ausbildung. Die Plattform soll mittelfristig auch als PR-Instrument zur Gewinnung neuer Kunden, zur Rekrutierung

von Personal und zur Ansiedlung und Gründung neuer Unternehmen dienen. Zur Zeit arbeiten im

Rahmen der Interessengemeinschaft Autocluster (www.AutoCluster.ch) 55 Einzelfirmen zusammen.

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SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 3

Solothurner und Neuenburger Handelskammer

Grabackerstrasse 6

Ch-4402 Solothurn

Internet: www.AutoCluster.ch

5.2.5 Wirtschaftsachsen Thun-Bern-Biel und Bern-Burgdorf-Langenthal

Der Regierungsrat des Kantons Bern hat sich gestützt auf eine Analyse der

wirtschaftlichen Stärken und Schwächen des Kantons für eine Wachstumsstrategie

entschieden, welche die Hauptentwicklung der Wirtschaft entlang

der Verkehrsachsen Thun - Bern - Biel sowie Bern - Burgdorf - Langenthal

vorsieht. Der Kooperationsraum Seeland - Jurasüdfuß - Jura Bernois ist

durch die Wirtschaftsachse Thun - Bern - Biel direkt betroffen. Das Ziel der

kantonalen Wachstumsstrategie besteht in der konsequenten Konzentration

der staatlichen Leistungen auf die Standorte mit dem größten Entwicklungspotenzial,

um das Kosten-Nutzen-Verhältnis zu verbessern und nachfolgend

Steuersenkungen zu ermöglichen. Besonders gefördert werden so

genannte Entwicklungsschwerpunkte in den Bereichen Wohnen und Arbeiten.

Innerhalb des Kooperationsraums Seeland - Jurasüdfuß - Jura Bernois

hat in den letzten Jahren insbesondere das bahnhofnahe Gebiet des Regionalzentrums

Lyss durch die Realisierung großer Investitionsvorhaben

stark von der Wachstumsstrategie profitiert.

Regierungsrat (Exekutive) des Kantons Bern

5.3 Pilotprojekte

5.3.1 Themennetzwerke der Wirtschaft

In Zusammenarbeit mit dem „managementcenter deggendorf“ an der Fachhochschule Deggendorf wurde

im Teilraum Deggendorf/Plattling im Sinne eines „Testlaufes“ eine regionale/teilräumliche Clusteranalyse

erarbeitet, die sich mit der regionalen Wirtschaftsstruktur ebenso wie mit möglichen Ansätzen interregionaler

Kooperation auseinandersetzte. In diese mehrstufige Analyse flossen sowohl bestehende Statistiken als

auch die Erkenntnisse aus Interviews mit Unternehmern aus dem Teilraum Deggendorf/Plattling ein, aus

denen schließlich die Stärken und Schwächen herausgearbeitet wurden. Es entstanden so Themennetzwerke,

die den Städten und Gemeinden die Gewerbeansiedelungen und -förderungen erleichtern sollen.

Die Erarbeitungsschritte dieser Analyse wurden eng mit den Projektpartnern abgestimmt und in den Partnerregionen

ggf. punktuell auf Basis der dort vorliegenden Clusteranalysen ergänzt, um vergleichbare Ergebnisse

zu erhalten.

Es wurde bei der Erhebung methodisch darauf geachtet, die Erkenntnisse

aus dieser kleinregionalen Erhebung so aufzubereiten,

dass sie den Partnern Kenntnisse bei der Umsetzung teilräumlicher

Clusterstrategien vermitteln kann, die diese in der Region

verwenden können.

Innovativ an dem Projekt ist die starke Verknüpfung von Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung. Der gewünschte

Mehrwert durch die wissenschaftliche, thematische und räumliche Verknüpfung von Wissen und

Know-how wird erreicht und ist – methodisch – auch für die Partnerregionen nutzbar. Thematische Akteure

wurden sehr breit im Teilraum Deggendorf/Plattling und nur beschränkt („Cluster-Manager“) in den Partnerregionen

eingebunden. Im Teilraum Deggendorf/Plattling dient das Projekt in sehr erheblichem Maß der

nachhaltigen Unterstützung und Qualifizierung des Regionalentwicklungsprozesses und sorgte für Neustrukturierungsmaßnahmen.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Wertigkeit dieses Pilotprojektes für den Teilraum Deggendorf/Plattling

sehr hoch, für die Weiterentwicklung dieser Region sogar entscheidend ist.

5.3.2 Benchmarking für Schreinereien und Tischlereien

Ergänzend wurde im Bereich „Holzbau und Energie“ ein Schwerpunkt des Erfahrungsaustauschs gesetzt.

Aufbauend auf das Projekt „Themennetzwerke“ wird im Bereich „Holzbau und Energie“ ein Benchmarking

für Schreinereien und Tischlereien durchgeführt, dass sowohl einen innerregionalen als auch einen regions-

und länderübergreifenden Ansatz enthält.

Die Einbindung der Partner Schweiz und Deutschland wurde seitens der Holzcluster Steiermark GmbH in

Form einer Aussendung der privaten Benchmarkunterlagen und Aufbereitung des gesamten Benchmark-

38

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SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 3

5.4 Evaluation

5.4.1 Ergebnisse

systems für die Datenintegration beider Partner durchgeführt. Eine Projektierung wurde anlässlich des

Holzkongresses 2005 und anlässlich des Konvents in Judenburg 2006 durchgeführt. Aufgrund des Projektansatzes

wurden nur Regionalstrukturen im Tischlerhandwerk berücksichtigt, damit ist ein regionaler Focus

gegeben, der innovative Maßnahmen aufgrund der Datenanalyse zulässt.

Aufgrund der regionalen Benchmarkausrichtung können hier Defizite der

Region mit den Verantwortungsträgern und regionalen Sparten besprochen

werden. Durch die angesetzte Dreiteiligkeit mit Deggendorf, Biel und dem

Raum Judenburg/Zeltweg ergibt sich somit ein Mehrwert für die regionalen

Partner. Ergebnisse aus den ersten Analysen der regionalen Struktur zeigen

die möglichen Lernpotenziale und Innovationspotenziale der Region

auf. In der Steiermark wurden 700 Tischlereien zur Befragung eingeladen,

davon haben sich 120 zur Befragung bereiterklärt und 40 bis dato die Befragung

durchgeführt. Aus diesen 40 befragten Unternehmen leiten sich

eindeutige Innovations- und Lernprozesse ab.

Durch die Einführung der neuen Methode im Bereich des Kennzahlenerarbeitens respektive Benchmark ist

Impulswirkung, die nachhaltig zu sehen ist anzurechnen, denn durch Zeitreihenvergleiche lassen sich Impulse

im Innovationsbereich messbar darstellen. Die Erhebung wurde in Kooperation mit proHolz und

Holzcluster Steiermark im Raum Steiermark durchgeführt. Die Netzwerkpartner in Deutschland und der

Schweiz nahmen Bezug auf Ihre regionalen Strukturen im Bereich der Gewerbekammern.

Das Projekt hat das Potenzial, den Regionalentwicklungsprozess im Wirtschaftssektor „Holz“ zu unterstützen,

ist aber kaum sektorenübergreifend angelegt. Es stellt eine innovative Maßnahme im Bereich der regionalen

Entwicklungsarbeit dar. Ein Mehrwert für die regionalen Verantwortungsträger und die regionalen

Partner kann erreicht und eine Impulswirkung erzielt werden, wenn es gelingt, die Erhebungsergebnisse

auch in die Umsetzung (Beratung, Problembewältigung) zu bringen. Auf diese Weise würde das Projekt eine

effiziente Hilfestellung bei der Entwicklung einer regionalen Wertschöpfungskette erreichen. Der Schritt

ist aber noch nicht vollzogen.

Ein Maßnahmen- und Aktionsprogramm wurde für die Komponente ebenso wie Kriterien für die Pilotprojekte

erstellt. Das partnerübergreifende Erfahrungsnetzwerk ist allerdings nicht vollständig vorhanden. Es haben

sich zwar Partner z.B. im Holzbereich oder im Bereich der erneuerbaren Energien gefunden, doch

konnten für andere wichtige regionale Wirtschaftszweige keine Erfahrungsnetzwerke aufgebaut werden.

Das hängt mit der zeitlichen und finanziellen Begrenzung von RISE zusammen, da die Akquisition von regionalen

Akteuren gerade im Wirtschaftsbereich mit einem erheblichen Aufwand verbunden ist und sehr

stark von der zeitlichen Verfügbarkeit von Akteur/innen im Wirtschaftsbereich abhängig ist.

Die Einbeziehung der wichtigsten wirtschaftlich orientierten regionalen Akteure in den Regionen in den Informationsprozess

ist in diesem Zusammenhang zwar erfolgt, konnte aber noch nicht die gewünschte

Nachhaltigkeit und Breite erreichen.

Eine nachhaltige Weiterführung der regionalen und transnationalen Aktivitäten und Strukturen scheint möglich.

In allen drei Regionen haben die regionalen Aktivitäten im Bereich der Wirtschaft einen Anschub durch

RISE erhalten. Die Weiterführung der transnationalen Aktivitäten und Strukturen wurde für einzelne wirtschaftliche

Themenbereiche in die Wege geleitet.

5.4.2 Messung der Zielerreichung

Ziel: Wertung: Erläuterungen

Dokumentation regionaler

Kurzprofile der Partner und

Sammlung von 10 „Good

Practices“

Durchführung von 1 –2 Pilotprojekten

erreicht

nicht erreicht

nicht bekannt

erreicht

nicht erreicht

nicht bekannt

Die regionalen Kurzprofile und insgesamt 24 Good

Practices wurden dokumentiert und auf der Webpage,

in den Component Reports sowie in der Schlussdokumentation

publiziert.

Es wurden 2 Pilotprojekte durchgeführt

39

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SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 3

Beteiligung von mindestens

50 – 100 Interessenten an

geplantem thematischen

Konvent

erreicht

nicht erreicht

nicht bekannt

Am thematischen Konvent 2005 in Deggendorf nahmen

109 Personen teil

Mindestens 100 Beteiligte

an verschiedenen Pilotprojekten

erreicht

nicht erreicht

nicht bekannt

Mit den Interviews bzw. Erhebungen in den Pilotprojekten

konnten mehr als 100 regionale Akteure im Bereich

der Wirtschaft in die Projekte eingebunden werden.

Durch die Präsentation der Ergebnisse speziell

in Unternehmerkreisen wurde die Beteiligung und Information

noch erweitert.

5.5 Konvent 2005 in Deggendorf

5.5.1 Inhalte und Ablauf

Der zweite Konvent am 3. und 4. November 2005 in der Fachhochschule

Deggendorf war dem Schwerpunkt „Stärken und Wirtschaftskompetenz“

gewidmet. Hier lag auch der Schwerpunkt der Workshops. Es wurde aber

auch Gelegenheit geboten, für die beiden anderen Themenschwerpunkte

„Kultur und Identität“ und „Freiraum und Lebensqualität“ die bestehende

Zusammenarbeit fortzusetzen.

Zum Konvent hatten sich insgesamt 109 Personen angemeldet. Davon

stammten 23 Anmeldungen aus der Schweiz (Kooperationsraum Seeland-

Jurasüdfuß-Jura Bernois), 72 aus dem deutschen Teilraum Deggendorf/Plattling

und 13 aus der österreichischen Region Aichfeld-Murboden.

Außerdem war eine Gaststudentin aus Polen anwesend.

Prof. Dr. Reinhard Höpfl, Präsident der Fachhochschule Deggendorf, und

Landrat Christian Bernreiter begrüßten die Gäste. Prof. Dr. Reinhard Höpfl,

wies in seinem Grußwort auf die Bedeutung der FH für die Region Deggendorf

hin. Die FH besteht seit 1994 und hat 3000 Studenten. Studienschwerpunkte

sind die Bereiche Technik und Bau, einige Studiengänge

werden auch in Englisch angeboten. Durch die FH werde dem regionalen

Nachholbedarf an Akademisierung Rechnung getragen. Nach dem Strukturwandel

in der Landwirtschaft seien die HightechIndustrie und auch der

Tourismus Motoren der Entwicklung in der Region. Die Verkehrsanbindung

der sehr dynamischen Region sei hervorragend und profitiere von der EU-

Osterweiterung, da Deggendorf für Firmen, die nach Osteuropa investieren

wollen, interessant geworden sei. Prof. Höpfl bedankt sich für die Wahl der

FH als Veranstaltungsort des RISE-Projektes und wünscht dem Konvent

einen guten Verlauf.

Christian Bernreiter, Landrat des Landkreises Deggendorf, wies darauf hin,

dass die Bemühungen der Vergangenheit Früchte tragen und der Landkreis

Deggendorf deshalb eine Aufsteigerregion mit 118 000 Einwohnern in

26 Städten und Gemeinden ist , die den Anschluss zu anderen Regionen

geschafft hat. Er betont die Wichtigkeit der kleinen und mittelständischen

Betriebe für die Region und dass sich auch die Nähe zu BMW sehr förderlich

auswirke. Mit dem RISE-Projekt habe der Raum Deggendorf–Plattling

eine gute Gelegenheit, den erfolgreichen Weg zusammen mit den Partnerregionen

aus Österreich und der Schweiz weiter zu gehen. In diesem Sinn

wünschte er dem Konvent viel Erfolg.

Christine Herrgott, Ministerialrätin im Bayerischen Staatsministerium für

Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, stellte fest, dass das

Projekt RISE neben einem politischen und fachlichen Erfahrungsaustausch

die Erprobung und Durchführung von innovativen Pilotprojekten zum Ziel

hat. Aufgrund der gemeinsamen spezifischen Problemlagen der RISE-

Partnerregionen werden folgenden neue Ziele definiert:

- Neue Ansätze und Formen der Kooperation als Voraussetzung für

gemeinsames Planen und Handeln in den Regionen.

- Eine ausgewogene Partnerschaft zwischen städtischem und ländlichem

Raum sowie zwischen den beteiligten Akteuren auf verschiede-

40

unterstützt von der Europäischen Union


SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 3

nen Umsetzungsebenen.

- Inwertsetzung des naturräumlichen und kulturellen Erbes im Sinn einer

Weiterentwicklung und wirtschaftlichen Nutzung regionaler Identität.

- Vernetzung von Mittelstädten im Sinn möglicher Synergien und Potenziale.

Veränderte Rahmenbedingungen, wie die EU-Osterweiterung, die Globalisierung

oder der Wettbewerb der Regionen erfordern neue Zielsetzungen

in der bayerischen Landesentwicklung. So ist die Bedeutung eigenständiger

regionaler Entwicklungsprozesse gestiegen. Eine Regionalentwicklung

"von unten" ergänzt als sog. "weiches Instrument" die klassischen Planungsinstrumente.

Vernetzung und Kooperation ist auf allen Ebenen erforderlich

und darf nicht an Ressort– oder Landesgrenzen enden. In diesem

Sinn ist das Projekt RISE von besonderer Bedeutung, weil die Vernetzung

und der Erfahrungsaustausch der drei Regionen zu Innovation, Kreativität

und zur Erhaltung und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit beitragen.

RISE steht somit im Kontext der bayerischen Landesentwicklung; von ihm

kann auch die Landesebene lernen.

In das Thema des Konventes „Stärken und Wirtschaftskompetenz“ wurden

die TeilnehmerInnen von verschiedenen ReferentInnen aus den drei Partnerländern

eingeführt.

Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher vom Forschungsinstitut für anwendungsorientierte

Wissensverarbeitung in Ulm betonte in seinem Impulsreferat,

dass Europa ein Governance-Modell sei, das, fast schon wie die

Schweiz, überdemokratisch geordnet sei. Dies sei ein großer Vorteil, der

auf globaler Ebene nicht zu finden sei. Deshalb stellt sich die Frage, welche

Voraussetzungen es gibt, nach denen Ländern als reich zu bezeichnen

sind. Prof. Radermacher identifiziert sieben Kerneigenschaften, die erfüllt

sein müssen.

Anschließend stellten Anne Huber und Wolfgang Dorner vom Managementcenter

an der Fachhochschule Deggendorf das Projekt Themennetzwerke

vor. Ing. Joachim Reitbauer vom Holzinnovationszentrum in Zeltweg

schloss sich mit einer Vorstellung des „Holzclusters Steiermark“ mit Hinblick

auf die Einflussmöglichkeiten regionaler Branchencluster auf die Stärkung

der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Region an. Schweizerischerseits

folgte dann Jürg Wellstein, Redaktor des Newsletters des

Energie Clusters Schweiz mit einer Vorstellung seines Clusters unter dem

Titel „Energie und Umwelt - Möglichkeiten der wirtschaftlichen Nutzung regionaler

Ressourcen“.

Am 3. November 2005 wurde die Fotoausstellung „"Eigensicht & Fremdsicht"

durch Bernhard Greiler, Geschäftsleiter der Volkshochschule Deggendorfer

Land e. V., erstmalig eröffnet.

Das Thema des Konvents „Stärken und Wirtschaftskompetenz“ wurde in

drei Workshops weiter vertieft.

23 Teilnehmende befassten sich im Workshop A1 mit dem Thema „Themennetzwerke

– Erfahrungsaustausch regionale Wirtschaftsförderung“.

Aus der Gegenüberstellung der unterschiedlichen Erfahrung kristallisierten

sich die folgenden Förder- und Hemmfaktoren regionaler Wirtschaftsförderung

heraus:

- Die Förderung der Kommunikation und Vernetzung ist ein Erfolgsfaktor

- Die Politik hat eine neue Rolle inne: Sie ist Moderatorin.

- Der Bedarf nach einer Koordinierungs-/ Vernetzungsstelle ist gegeben.

- Auch die obersten Firmenetagen müssen die Vernetzung/Kooperation

wollen (Committment).

- Eine Vertrauensbasis ist Grundvoraussetzung

- Umdenken in Betrieben und Kommunen ist notwendig

- Neue Organisations- und Finanzierungsformen sind zu überlegen, z.B.

Public Private Partnership

Erkenntnisse aus dem Workshop:

- Der Erfahrungsaustausch sollte fortgeführt werden

- Die Kooperation sollte im Bereich Holzcluster vertieft werden

In Workshop A2 befassten sich 11 Teilnehmende mit dem Thema „Holzbau:

Entwicklung und Nutzung regionaler Wertschöpfungsketten“. Hier kam

41

unterstützt von der Europäischen Union


SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 3

man zu folgenden Erkenntnissen:

- Image von Holz/Wald verbessern

- Kooperation verschiedener Akteure erhöhen

- Vertriebsstrukturen (zusammen mit Unternehmen) verbessern

- Prozesse optimieren und Kontinuität sichern

Nach Meinung der Teilnehmende kann folgendes getan werden:

- Ein Holz-Netzwerk sollte geschaffen werden ("Kümmerer" nötig)

- Bessere Informationen für Entscheidungsträger sollten bereit stehen

- Emotionen zum Holz sollten beim Verbraucher geweckt werden

In Workshop A3 befassten sich 11 Teilnehmende mit dem Thema „Energie

und Umwelt: Wohin geht der Weg in der Region?“. Folgende Erkenntnisse

wurden gewonnen:

- Interdisziplinäre Projekte und strategische Planung sind notwendig

- Vernetzungen von Partnern müssen verbessert werden

- Musterprojekte sollten öffentlichkeitswirksam dargestellt werden

Zukünftige Aufgaben/Fragestellungen sind:

- Wie sollen Kompetenzen besetzt werden?

- Ein Leitbild entwickeln, Ziele formulieren

Zudem trafen sich die zwei bestehenden Projektgruppen „Identität und Kulturvernetzung“ sowie „Angebotsentwicklung

Tourismus“ zur weiteren Vertiefung der Kooperationsprozesse

5.5.2 Impulsreferat Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher: Regionale Wirtschaft in Zeiten der Globalisierung

Einleitung

1. Ein gut funktionierendes

Governance-System

2. Gut ausgebildete

und motivierte

Menschen

3. Gute Infrastruktur

auf internationalem

Niveau

4. Technische

Mittel, Kapitalstock

5. Zugriff auf benötigte

Ressourcen

Europa ist ein Governance-Modell, das, fast schon wie die Schweiz, überdemokratisch geordnet sei. Dies

sei ein großer Vorteil, der auf globaler Ebene nicht zu finden ist: Global Player haben eine ungeheuere

Macht. Deshalb stellt sich die Frage, welche Voraussetzungen es gibt, nach denen Ländern als reich zu

bezeichnen sind. Radermacher identifiziert sieben Kerneigenschaften, die erfüllt sein müssen: ist nur einer

der Punkte nicht erfüllt, dann sind die Bedingungen für Reichtum nicht erfüllt.

Dies ist die zentrale Frage und meint den Gesamtrahmen der Organisation einer Gesellschaft. Die Frage

ist, wie sich hier Regionen einbringen, z.B. durch das Steueraufkommen.

Das Ausbildungsniveau eines Landes ist mitentscheidend. Jede Region strebt demnach nach dem besten,

wie das Beispiel der Ansiedlung der Universität in Passau zeige, in einer Region, die fast ausschließlich

von der Landwirtschaft geprägt gewesen sei.

Was braucht eine Region, um ihre speziellen Bedürfnisse zu befriedigen? Im Prozess der Globalisierung

gibt es insgesamt eine zunehmende Bedeutung von Autobahnen oder auch Flughäfen.

Hoch technisierte Arbeitsplätze sind in den reichen Ländern zu finden. Wie ist eine Region hier ausgestattet?

Eine wichtige Rolle spielen Premiumpartner (z.B. Infineon in Klagenfurt) als Motor einer Region.

Ressourcen, von denen der Mensch leben muss: Nahrung, Wasser, Öl. Wie wird sich der Preis von knappen

Ressourcen entwickeln? Die Frage der Privatisierungsprozesse sind für Regionen extrem wichtig.

Auch die internationalen Finanz- und Kapitalmärkte üben einen Einfluss aus.

Euro und Schweizer Franken sind in der Premiumklasse der Währungen. In diesem Zusammenhang geht

Radermacher auf die sich immer weiter verbreitenden Regionalwährungen ein. Nach seiner Auffassung

haben diese, bei aller Sinnhaftigkeit des Gedankens einer regionalen Wertschöpfung übe reine regionale

Währung keine Zukunft, weil, würde man das System konsequent zu Ende denken, es dann schlicht verboten

werden würde.

6. Leistungsfähige

Forschungsund

Innovationspotenziale

7. Einbettung in

internationale

Wertschöpfungs-

Netzwerke

Für reiche Länder gilt nur eine Methode noch reicher zu werden: Innovationen, insbesondere auch soziale

und organisatorische. Anders ist dies beispielsweise in China: dort ist es preiswerter, Innovationen von anderen

zu kopieren und gleichzeitig zu verbessern. Dies kann zu hohen Wachstumsraten führen, die so nur

in armen Ländern möglich sind. Absolut betrachtet haben die reichen Länder die größeren Zuwächse.

Wer bereits in Netzwerken drin ist, ist auf der sicheren Seite ("wer drin ist, ist drin!"). Das Beispiel dazu ist

die deutsche Wiedervereinigung, die mit ungeheueren Zuschüssen relativ gut bewerkstelligt wird. Das

Problem stellt sich für diejenigen, die neu in Netzwerke dazukommen, das gilt auch z.B. für berufliche

Netzwerke.

42

unterstützt von der Europäischen Union


SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 3

Aktuelle Globalisierungsprozesse

Was kann eine

Region konkret

tun?

Global Player haben ungeheure Macht, abzusahnen. Wie kann diese Macht anders verteilt werden? Der

Planet wird geplündert! Weder der Kommunismus – Gleichverteilung – bringt Motivation für die Menschen,

da er frustrierend als System ist, weil der erwirtschaftete Kuchen zu klein ist. Noch bringen die Argumente

der Marktfundamentalisten („Vodoo-Ökonomie“) eine Lösung, nach der, wenn der Staat beseitigt wäre, alle

im Reichtum schwelgen würden. Das ist –bekanntlich – eine große Illusion.

In armen Ländern leben beispielsweise 2/3 von 20% des Bruttosozialprodukts, in den reichen Ländern mit

vielen gut ausgebildeten Leuten, ist das Verhältnis umgekehrt. Arme Länder haben keine große Motivation

für gut ausgebildete Leute, da auch hier der Reichtum auch auf wenige verteilt wird und niemand ein Interesse

an Veränderung dieses Status hat.

Die globale Entwicklung zeigt: 20% der Weltbevölkerung haben 85% vom Kuchen. Der Preis dafür ist: extreme

Armut inmitten von Reichtum, Abschottung der Premiumländer, Verstädterung und Slumbildung,

Kinderarbeit, Müll, Kollaps der Ökosysteme....usw.

Die Frage ist: bekommen wir global eine europäische Entwicklung hin, in der alle reicher werden, oder die

gegenteilige Entwicklung. Ein globaler Marshallplan könnte hier helfen.

Die Bedingungen sind jeweils sehr speziell. Das Beispiel Deggendorf zeigt, das die Nähe zu globalen Zentren

wie München als „Premiumstellen der Weltökonomie“ genutzt werden können. Ist die EU-

Osterweiterung als Bedrohung oder als Chance zu sehen? Es sind relativ gute Förderprogramme vorhanden,

aber es bleibt eine Herausforderung, geeignete Nischen zu finden.

Eine gute regionale Entwicklung ist dann möglich wenn eine Kohärenz, also ein Eigenbild der Region, besteht

und

• Stärken erkannt werden;

• sich Stärken entwickeln können;

• Kooperationen ausgebaut werden;

• Projekte konsequent durch gezogen werden.

43

unterstützt von der Europäischen Union


SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 4

6 Komponente 4 "Freiraum und Lebensqualität"

Strategie und Fokus dieses Projektteiles war die Konzeption und insbesondere Weiterverfolgung von

Grundlagen, Konzeptionen und Planungen im Bereich des Freiraumes als Erholungsraum und wesentlicher

Baustein der regionalen Lebensqualität. Auch bei diesem Themenfeld sollten Erfahrungen und “Good Practices”

der Partnerregionen ausgetauscht und zusätzliche Anstöße für die Umsetzung geleistet werden. Ergänzend

zu den Zielsetzungen für die lokale Bevölkerung sollten dabei auch wirtschaftlich–touristische Erfordernisse

berücksichtigt werden.

6.1 Regionenvergleich

Ausgangssituation

Teilraum Deggendorf/Plattling

Die Regionen weisen von ihrer Grundausstattung, ihren Potenzialen und Infrastrukturen, aber auch im Bereich

der Organisations- und Marketingeinrichtungen eine sehr unterschiedliche Ausgangslage auf. Dadurch

wird ein schlüssiger Regionenvergleich erschwert. Übereinstimmungen und Ähnlichkeiten unter den

drei Partnerregionen ergeben sich durch die jeweilige Nachbarschaft zu höher entwickelten Tourismusregionen

und die laufende Strukturbereinigung auf betrieblicher und infrastruktureller Ebene.

STÄRKEN

SCHWÄCHEN

Regional Transnational Regional Transnational

- Zuordnung zum Landschaftsraum

Bayrischer

Wald mit entsprechenden

naturräumlichen

Ressourcen

- Lage an Donau und

Isar als attraktives

landschaftliches Potenzial

der Region

- Isarmündungsgebiet

als naturräumlicher

Ansatz von nationaler

Bedeutung

- Ansatzpunkte für Erholung

am Wasser

(Wassersport, Badeseen,

etc.)

- Kulturelles Potenzial

und Vielfalt insbesondere

der Doppelorte

Deggendorf und Plattling

sowie einzelner

örtlicher Attraktionen

- Lage an national bedeutsamen

Rad- und

Wandertouren

- zumindest randliche

Teilnahme am Marketingverbund

Nationalpark

/ Naturpark Bayrischer

Wald

- zentrale Lage an der

Donau als europäisches

Flusssystem mit

steigender Bedeutung

und entsprechenden

touristischen Nutzungsmöglichkeiten

- Lage an einem traditionellen

Knotenpunkt

von Entwicklungs- und

Verkehrsachsen

- Beeinträchtigung der

Fluss- und Landschaftsräume

durch technische

Regulierungsmaßnahmen

und Beeinträchtigungen

durch die Siedlungsentwicklung

- Gefährdung der landschaftlichen

Attraktivität

im Umfeld durch Aufgabe

der Flächenbewirtschaftung

sowie durch Verwaldung

- Interkommunale Abstimmung

im Hinblick auf

Infrastruktur und Marketing

noch wenig entwickelt

- Schwerpunkt der Nachfrage

auf Tagestourismus,

wertschöpfungsintensiver

Nächtigungstourismus

schwach ausgeprägt

- Insgesamt geringer Anteil

an Wertschöpfung

- Bayerischer Wald

und Donau sind

zwar international

bekannte Marken.

Die Verknüpfung der

Region mit diesen

Marken ist allerdings

noch zu gering.

CHANCEN

GEFAHREN

Regional Transnational Regional Transnational

- Erweiterung der Erholungsansätze

durch die

Schwerpunktsetzung

am Standort „Grüne

Mitte“

- Stärkere überregionale

Verknüpfung und Qualifizierung

entlang Radund

Wanderrouten

- Stärkere überregionale

Verknüpfung des Angebotes

entlang der

Donauachse

- Angebotsentwicklung

und Positionierung im

Zusammenhang mit

dem Profil Nationalpark

Bayrischer Wald

- Konkurrenzfähigkeit um

Naherholungsgäste aus

dem bayrischen Zentralraum

- Konkurrenz zwischen

Tagesausflugsverkehr

und Aufenthaltstourismus

- Grenzlage nicht nur

als Chance (transnationale

Zusammenarbeit),

sondern

auch als Gefahr.

- Förderung Interreg III

A für grenzübergreifende

Projekte

44

unterstützt von der Europäischen Union


SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 4

Aichfeld-

Murboden

STÄRKEN

SCHWÄCHEN

Regional Transnational Regional Transnational

- Attraktive Landschaftsräume

und Naherholungspotenziale

vor allem

in den Randlagen

des Zentralraumes

- Attraktive Innenstadtbereiche

insbesondere

im historischen Zentrum

Judenburg

- Erholungspotenzial

entlang der Mur und

Murbegleitender Erholungs-

und Grünflächen

- Punktuell herausragende

Leitinfrastrukturen

und Betriebe in der

Region

- geplantes Motorsportzentrum

als regionales

und transnational bedeutsames

Leitprojekt

- geringe Dichte und generell

eher bescheidene

Qualität des touristischen

Angebotes

- Orientierung der touristischen

Entwicklung auf

örtliche Angebote

- weitgehend fehlendes

touristisches Profil und

Bewerbung auf regionaler

und überregionaler

Ebene

- geringe Nächtigungsintensität

und bescheidener

Anteil des Beherbergungs-

und Gaststättenwesens

an der Gesamtwertschöpfung

- National und international

eher unbekannte

Region

- inneralpine Randlage

mit suboptimaler

verkehrlicher Anbindung

(Netzlücken)

beeinträchtigt auch

touristische Entwicklung

CHANCEN

GEFAHREN

Regional Transnational Regional Transnational

- Murachse als potenziell

entwicklungsfähige

Erholungsachse im

Nahbereich der städtischen

Zentren

- Mur Radweg mit begleitenden

Angeboten

als wesentliche Erholungs-

und Freizeitachse

durch die Region

- Regionales Kompetenzzentrum

als Ansatzpunkt

für die touristische

Kooperation

und Organisation

- Ankoppelungsmöglichkeit

an Leitprojekt

Motorsportzentrum

Zeltweg (ehemaliger

Formel1-Ring).

- Gefährdung des naturräumlichen

Potenziales

im Zentralraum und in

den Randgebieten (Zerschneidung,

Aufforstung,

etc.)

- unzureichende und sinkende

Bedeutung des

generellen Tourismusangebotes

auf dem österreichischen

und internationalen

Markt

- kein ausreichendes Potenzial

für Marktauftritte

außerhalb der Region

-

Kooperationsraum

Seeland-

Jurasüdfuß-Jura

Bernois

STÄRKEN

SCHWÄCHEN

Regional Transnational Regional Transnational

- Intakte, reizvolle und

sehr abwechslungsreiche

Landschaft (Grosses

Moos, Seen, Jura,

Plateaulandschaft des

tieferen Mittellandes)

als Grundlage für

Erholungs- und Freizeitaktivitäten

- Gut erreichbarer Naherholungsraum

in unmittelbarer

Nähe der

Agglomeration Bern

- regionale Identität und

mögliche touristische

Positionierung mit Bieler-,

Neuenburger- und

Murtensee und den

bewaldeten Juraketten

- Weltbekannte Uhrenindustrie

als Imageträger

der Region

- Die Landesausstellung

Expo 02 hat den Kooperationsraum

national

und international

bekannt gemacht

- geringe Bedeutung des

touristischen Sektors im

Rahmen der Gesamtwertschöpfung

- Harte Konkurrenz durch

nahe gelegene Tourismusregionen

von Weltrang

(Altstadt Bern,

Jungfrauregion,

Aletschgebiet, Matterhorn)

- Tagestourismus überwiegt;

der wertschöpfungsintensive

Nächtigungstourismus

ist mit

Ausnahme der Kongressstadt

Biel nur

schwach ausgeprägt.

- Außerhalb der Kernstäd-

- wenig weltoffene

Grundhaltung insbesondere

unter der

ländlichen Bevölkerung

- Zugehörigkeit zu

wirtschaftsschwächeren

Kantonen

(Bern, Freiburg, Solothurn)

mit beschränkten

internationalen

Beziehungen

- Die Region hat es

auf touristischer E-

bene nicht fertig gebracht,

aus der einmaligen

Chance der

Landesausstellung

2002 nachhaltigen

45

unterstützt von der Europäischen Union


SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 4

- Mit der Durchführung

der Expo 02 hat die

Region ein großes

Know-how im Management

von publikumsintensiven

touristischen

Grossanlässen

erworben.

- Vielseitige wassergebundene

Freizeit- und

Erholungsangebote an

den attraktiven Seen

und Flüssen

- Kernstädte Biel, Solothurn,

Murten und Lyss

mit breitem touristischem,

kulturellem und

sportlichem Angebot

- Dichtes Netz an mittelalterlichen

Kleinstädten

mit hervorragend

erhaltener Bausubstanz

- Solothurn als unbestritten

schönste Barockstadt

der Schweiz

- Vielfalt an ergänzenden

örtlichen Nischenangeboten

(Kleinmuseen,

Gourmet-

Gaststätten, Weinkeller,

etc.)

- Know-how und funktionierende

regionale

Strukturen (Verein

TouLaRe) im Bereich

des ländlichen Tourismus

- Sensibilisierung der

Bevölkerung für den

Natur- und Kulturraum

(Lehrpfade, Kulturspur)

- Vielfältiges Angebot

an zugänglichen Naturschutzgebieten.

- Gemeindeübergreifende

Anstrengungen

zur Erhaltung und

Aufwertung der verbliebenen

naturnahen

Lebensräume (teilregionale

Landschaftsentwicklungskonzepte,

Biotopverbund Grosses

Moos)

te Biel und Solothurn ist

das Angebot an Hotelbetten

unterentwickelt

- Die staatliche Tourismusförderung

ist in der

Schweiz kantonal geregelt,

was für den kantonsübergreifenden

Kooperationsraum

erhebliche

adminisitrative Erschwernisse

mit sich

bringt.

- Die Zersplitterung in

mehrere regionale und

kommunale Tourismusverbände

und -vereine

und die Konkurrenz unter

diesen Organisationen

erschwert einen einheitlichen

Auftritt und damit

die Durchschlagskraft auf

dem Markt.

- Beschränkte Übersicht

über das touristische

Angebot (keine umfassende

Informationsplattform

vorhanden)

Nutzen zu ziehen.

CHANCEN

GEFAHREN

Regional Transnational Regional Transnational

- Aufbau einer schlagkräftigen

touristischen

Dachorganisation mit

gemeinsamem Auftritt

- Aufbau einer gemeinsamen

Informations-

- Bessere Vermarktung

der hohen Lebensqualität

als wesentlicher

Standortfaktor für

Wohnen und Arbeiten

in der Region

- Schleichender Attraktivitätsverlust

der Landschaft

durch fortschreitende

Zersiedelung und

Übernutzung der ländlichen

Gebiete

- Kurz- und mittelfristig

keine Zugehörigkeit

zur EU, zunehmende

Isolation

- Hochpreisland

Schweiz gefährdet

46

unterstützt von der Europäischen Union


SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 4

plattform

- Inwertsetzung der Erfahrungen

und Netzwerke

der EXPO 02

zur Durchführung kooperative

Großprojekte

- Konsequente Nutzung

der Potenziale im Zusammenhang

mit Kultur-Sport-Freizeit

Angeboten

entlang Velorouten

um die Seen

- Ausbau des Biotopverbundes

Grosses

Moos als Ansatz für

sanfte Erholungsangebote

- Aufbereitung attraktiver

Ferienangebote

zur Stärkung des

Nächtigungstourismus

- Positionierung als gelebter

zweisprachiger

Kulturraum mitten in

einem zusammen

wachsenden Europa

der Regionen.

- Verstärkung der sprachlichen

und kulturellmentalen

Disparitäten

zwischen Deutschschweiz

und Romandie.

- Trotz aller Anstrengungen

fortschreitender Bedeutungsverlust

des touristischen

Sektors

- Konzentration der finanziellen

Mittel von

Schweiz-Tourismus auf

die nationalen Top-

Destinationen, was zu

einem finanziellen Überlebenskampf

der touristischen

Randregionen

führt

die touristische Konkurrenzfähigkeit

auf

internationaler Ebene.

Vergleichende

Analyse

GEMEINSAMKEITEN

Freiraum / Lebensqualität

- hohes, teilweise auch entsprechend genutztes Potenzial an naturräumlichen Attraktionen insbesondere

Seeland und Jura, Donauraum und Bayrischer Wald, teilweise attraktives Erholungsumfeld in

der Region Aichfeld-Murboden

- Flussläufe und Wasser als wesentliche identitätsstiftende und teilweise auch schon touristisch genutzte

Elemente (Donau, Isar, Mur, Aare, Bieler-, Murten- und Neuenburgersee) insbesondere für die Naherholung

der einheimischen Bevölkerung

- Montanes und teilweise alpines Hinterland mit örtlichen Angebotsschwerpunkten und teilweise eigenem

überregionalem Profil (Bsp. NP Bayrischer Wald, Watch Valley, Parc régional Chasseral)

Erholung /Tourismus

- Ergänzungsfunktionen der Regionen zu städtisch und wirtschaftlich orientierten Wachstumszentren

(Bern / Zürich bzw. Münchner Zentralraum)

- Teilweise gute Ausstattung mit Naherholungseinrichtungen des Tages- und Wochenendbedarfes

(Wandern, Wassersport, Velo)

- Umstrukturierung und teilweise Rückbau des privaten touristischen Leistungsangebotes

- Punktuelle, teilweise auch nachhaltige Leitprojekte auf überregionaler und nationaler Ebene (Motorsportzentrum,

Expo 02)

- Insgesamt geringer Wertschöpfungsanteil der Tourismuswirtschaft mit entsprechend geringer Bedeutung

im öffentlichen Diskurs

- wenig ausgeprägte regionale Marketingstrukturen bei einer Dominanz örtlicher Strukturen und gegenseitiger

Konkurrenzierung

UNTERSCHIEDE

Teilraum Deggendorf/Plattling

Aichfeld-Murboden

Kooperationsraum

Seeland-Jurasüdfuß-

Jura Bernois

Größe der Region 26 Gemeinden / 117'000

Einwohner

9 Gemeinden / 55'000

Einwohner im Kernraum

der Region

193 Gemeinden /

330'000 Einwohner

Naturräumliches Potenzial

Generell hohes Potenzial

durch die zentrale Lage

an Donau und Isar,

hohe Bedeutung und

touristische Nutzungen

insbesondere entlang

der Donau.

Naturraum Bayerischer

Wald als ergänzendes

Beschränktes Potenzial

innerhalb des Zentralraumes,

starke Verlagerung

der Erholungsaktivitäten

auf das alpine Umland.

Geringe Wertschätzung

und Bedeutung der Murachse

als zentrales Naherholungsgebiet

der Regi-

Hohes naturräumliches

Potenzial mit einer

großen Vielfalt

unterschiedlichster

Landschaften (Seen,

Grosses Moos, Juragebirge,

Plateau des

tieferen Mittellandes).

Landschaft noch weit-

47

unterstützt von der Europäischen Union


SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 4

Kulturtouristisches Potenzial

Hinterland. on. gehend intakt.

Attraktive punktuelle kulturtouristische

Potenziale

und Angebote

Punktelle kulturtouristische

Potenziale ohne regionalen

Verbund (Bsp. Stift Seckau,

Montanmuseum,

Stadtturm Judenburg, ..)

Attraktive kulturtouristische

Potenziale und

Angebote (keltische

und römische Siedlungsreste,

viele gut

erhaltene mittelalterliche

Städtchen, Barockstadt

Solothurn,

interessante Museen,

Juragewässerkorrektion,

Lehrpfade (Kulturspur);

Gemeinsame Vermarktung

fehlt.

Naherholungsinfrastruktur

Integriertes Naherholungs-

und Tourismusangebot

in der engeren

und weiteren Region mit

einem umfassenden

Angebot an Wanderund

Radangeboten sowie

örtlichen Sport- und

Freizeitbetrieben

Starke Ausrichtung der

Naherholungs- und Infrastrukturaktivitäten

auf das

regionale Umfeld (z.B.

Wandern, Rad,..)

Einzelne örtliche Schwerpunkte

im Siedlungsnahbereich

(z.B. Reiten, Golf,

Sportzentren)

Umfassendes Freizeitund

Erholungsangebot,

insbesondere in

Bezug auf wassergebundene

Aktivitäten

auf den Seen; hervorragende

Infrastruktur

im Bereich Wandern

und Human Powered

Mobility; Lückenloses

und sicheres Velound

Skaternetz zwischen

den Expostädten

Biel, Murten, Neuenburg

und Yverdon.

Betriebliche Suprastruktur

Mittlere Anzahl und Potenziale

touristischer

Leitbetriebe mit hoher

Qualität

Stand / Entwicklung bei

traditioneller Gastronomie

und Beherbergung

Geringe Anzahl an touristischen

Leitbetrieben mit

hoher Qualität

Rückbau bei traditioneller

Gastronomie und Beherbergung

Hohe Erschließungsdichte

zur Gewährleistung

einer attraktiven

Naherholung (öffentlicher

Verkehr, öffentliche

Schifffahrt, Bergbahnen);

eidgenössische

Turn- und Sportschule

Magglingen

und Papiliorama Kerzers

als touristische

Leitbetriebe; Städte

Biel, Murten und Solothurn

als Tourismusmagnete;

gut ausgebaute

Gastronomie

mit einigen regional

bekannten Gourmet-

Tempeln; ungenügendes

Beherbungsangebot

insbesondere

im ländlichen Raum

Erreichbarkeit / Nachfrage

Gute Erreichbarkeit und

Frequenz aus dem

Großraum München

Inneralpine Randlage ohne

direkten Einfluss relevanter

Ballungsräume, örtliche

Naherholungsansätze im

alpinen Umfeld

Punktuelle Ansätze im

Nächtigungs- Aufenthaltstourismus

Sehr gute Erreichbarkeit

auf Schiene und

Strasse aus den benachbarten

Ballungszentren

Bern, Zürich,

Basel und Lausanne.

48

unterstützt von der Europäischen Union


SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 4

Tourismusförderung

Spezifische Förderungsansätze

und laufende

Projekte im Zusammenhang

mit der

Teilnahme an den Gemeinschaftsinitiativen

INTERREG und LEA-

DER+ sowie EFRE

Schwerpunktförderung für

Motorsportzentrum durch

Land Steiermark und Bund

Punktuelle Förderungen

für Tourismusprojekte und

regionale Kooperationsprojekte

auf Landesebene

im Rahmen EFRE

Förderung durch die

Dachorganisation

Schweiz Tourismus

sowie durch regionale

und lokale Tourismusorganisationen,

die von den Gemeinden

finanziert werden;

Förderprogramm Regio

Plus des Bundes

(Projekt TouLaRe zur

Stärkung des Agrotourismus

und regionaler

Absatzmärkte);

Marketing

Großräumige, regionale

und örtliche Aktivitäten

Umfassende elektronische

Präsentationen

Laufende Umstrukturierung

der regionalen Tourismusstrukturen

auf eine

großräumige Einheit

Marketing erfolgt

durch die regionalen

und lokalen Tourismusorganisationen

sowie private Anbieter;

Konkurrenzsituation

verhindert einen

gemeinsamen Auftritt

Strategien und

Maßnahmen auf

regionaler Ebene

(Vergleich

der Entwicklungsstrukturen)

Teilraum Deggendorf/Plattling Aichfeld-Murboden Kooperationsraum Seeland-

Jurasüdfuß-Jura Bernois

Teilnahme an überregionalen

Entwicklungs- und Marketingstrukturen

(NP Bayrischer Wald,

Ostbayern, Donauachse)

Entwicklungsansätze und Kooperationen

entlang der Donauachse

Regionale und überörtliche Projekte

zur Qualifizierung der touristischen

Suprastruktur und der

Infrastruktur (Beherbergungsqualitäten,

Rad- Wanderwege,

sanfte Erschließungen)

Aufbau eines überregionalen touristischen

Kompetenzzentrums

der Bezirke Judenburg und Knittelfeld

gemeinsam mit dem touristisch

bedeutenderen Bezirk Murau

Konzentration der Förderungen

auf Leitprojekt Motorsportzentrum

(noch aktuell?) mit einer begleitenden

Einbindung lokaler Angebote

und Strukturen

Ergänzende kleinregionale und

örtliche Konzeptionen und Projekte

auf jeweils thematischer Ebene

Versuche, auf dem geistigen

Erbe und dem Netzwerk der

Landesausstellung 2002 eine

Tourismusdestination aufzubauen;

Überregionales Projekt „Helveticité“

zur Konkretisierung der

Projektansätze; Zusammenschluss

der Expo-Städte zur Finanzierung

und Umsetzung

konkreter Projekte;

Integration des Verbandes Tourismus

Biel Seeland in die regionale

Dachorganisation seeland.bienne

6.2 Good Practices

6.2.1 ARGE 50plus Zirbenland

Das Projekt Tourismus ARGE 50plus beschäftigt sich mit der nachhaltigen touristischen Entwicklung des

Sagenhaften Steirischen Zirbenlandes mit den Gemeinden Amering, Eppenstein, Maria-Buch-Feistritz, Obdach,

Reisstrasse, St. Anna am Lavantegg, St. Wolfgang-Kienberg, und Weißkirchen sowie die Tourismusverbände

Region Weißkirchen und Steirisches Zirbenland. 50plus bezeichnet die in Zukunft touristisch interessanteste

Zielgruppe, die neben dem Aspekt des ständigen größer Werdens ebenfalls in wirtschaftlicher

Sicht ein überdurchschnittliches, frei verfügbares Einkommen für den Urlaub zur Verfügung hat und dadurch

besonders attraktiv ist. Es werden entsprechende Angebote entwickelt und Qualitätskriterien für

Partnerbetriebe definiert. Der Holzgedanke spiegelt sich in unzähligen Freizeitangeboten, sowie in der E-

tablierung von Zirbenzimmer wieder. Buchbare Angebote sowie der offizielle Marktauftritt sind seit Herbst

2004 festgelegt. Langfristiges Ziel ist die Steigerung der Wertschöpfung in der Region, das Ausschöpfen

der möglichen Synergien durch angepasste Vernetzung sowie das Sichern und Schaffen von zusätzlichen

Arbeitsplätzen durch den Tourismus.

ARGE 50plus Zirbenland

St. Wolfganger Strasse 1

A-8742 Obdach

Tel.: +43 (03578) 3406, Fax: +43 (03578) 3495

E-Mail: urlaub@50plusurlaub.at

Internet: www.50plusurlaub.at

49

unterstützt von der Europäischen Union


SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 4

6.2.2 Biotopverbund Grosses Moos

Das Grosse Moos mitten im Herzen des Kooperationsraumes Seeland - Jurasüdfuß - Jura Bernois ist mit

einer Ausdehnung von 77 km2 die größte Schwemmlandebene der Schweiz. Es ist ein intensiv genutzter

Agrarraum mit Schwerpunkt Gemüsebau und gleichzeitig einem besonderen ökologischen Potenzial. Das

Grosse Moos bietet stark bedrohten Arten der offenen und halboffenen Landschaft wie Rebhuhn, Kiebitz

oder Feldhase ausgezeichnete Lebensbedingungen. Unter der Leitung des Verbandes der Gemeinden des

Seebezirks und der Region Erlach - östliches Seeland fördert die Organisation „Biotopverbund Grosses

Moos“ seit 1996 die Schaffung naturnaher Flächen und deren großflächige Vernetzung

(www.biotopverbund.ch). Bisher wurden über 5 Mio. CHF in die ökologische Aufwertung des Grossen Mooses

investiert. Das Projekt wird in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft entwickelt.

Geschäftsstelle: Berz-Hafner + Partner AG

Kaspar Reinhard

Postfach 575

CH-3000 Bern 14

Tel: +41 (031) 38860-60, Fax: +41 (031) 38860-69

E-Mail: info@berz-hafner.ch

Internet: www.regioneos.ch

Präsident:

Martin Johner

Sonnhalde 14

CH-3210 Kerzers

6.2.3 Revitalisierung Alte Aare

Das 400 Hektar große Gebiet der Alten Aare zwischen Aarberg und Nidau-Büren-Kanal figuriert seit 1992

im Inventar der Auengebiete von nationaler Bedeutung. Zugleich ist es unmittelbares Naherholungsgebiet

für 30'000 Einwohnerinnen und Einwohner des Kooperationsraumes Seeland - Jurasüdfuß - Jura Bernois.

Gemäß Bundesverordnung muss das ganze Gebiet durch geeignete Maßnahmen umfassend geschützt

und nach Möglichkeit wieder hergestellt werden. Der federführenden Region Erlach - östliches Seeland ist

das Kunststück geglückt, nach einem jahrelangen Meinungsbildungsprozess ein tragfähiges und von allen

Betroffenen akzeptiertes Gleichgewicht zwischen Schutz und Nutzung zu finden. Durch die partizipative

Vorgehensweise sind Grundeigentümer und Gemeinden heute stolz auf das Erreichte und setzen sich mit

Überzeugung die für Erhaltung und Attraktivierung dieses einmaligen Lebensraumes ein.

Projektteam, bestehend aus 5 spezialisierten Büros:

• Berz Hafner + Partner AG (Raumplanung, Projektleitung)

• Künzler Bossert und Partner AG (Naturschutz)

• Le Foyard AG (Flora, Fauna und Lebensräume)

• Urbanum AG (Wasserbau)

• Christian Küchli / Impuls AG (Forstwirtschaft)

Korrrespondenzadresse Projektteam:

Berz-Hafner + Partner AG

Postfach 575

CH-3000 Bern 14

Tel: +41 (031) 38860-60, Fax: +41 (031) 38860-69

E-Mail: info@berz-hafner.ch

6.2.4 „Grüne Achse“ Deggendorf-Plattling

In den 70er und 80er Jahren wurde auf mehreren Grundstücken im Deggendorfer Stadtteil Natternberg

Sand und Kies abgebaut. Die dort entstandenen Gewässer werden derzeit ohne vorhandene Infrastruktur

als Badegewässer genutzt. Die Kiesnassabbauflächen stellen in der Region Deggendorf ein wichtiges Mosaiksteinchen

für die als Standortfaktor bedeutsame Funktion als Freizeit- und Erholungsform dar. Im Teilraumgutachten

für den Verflechtungsraum Deggendorf/Plattling wurde vorgeschlagen, im Bereich der Kiesnassabbauflächen

einen Landschaftsraum zu schaffen, welcher die (Nah-) Erholungsfunktion des Gebietes

fördert und gleichzeitig die naturräumlichen Besonderheiten dieses nahe der Isarmündung gelegenen Bereiches

berücksichtigt und sichert. Im Interkommunalen Entwicklungskonzept wurde hieraus die städtebauliche

Vision entwickelt, die beiden Städte in einem gemeinsamen Zentrum sichtbar zusammenzuführen und

über diese neue Mitte – in Form einer „Grünen Achse“ – die beiden Stadtzentren miteinander zu verbinden.

Neben der Umsetzung der regionalplanerisch festgelegten Folgenutzungen sollen im Bereich der „Grünen

Achse“ auch die Sicherung und Aufwertung des Freiraumes, die Umstrukturierung intensiv landwirtschaftlich

genutzter Flächen sowie die Integration von Freizeitinfrastrukturen mit regionaler Bedeutung thematisiert

werden. Gleichzeitig können interessante Querverbindungen zu dem international bedeutsamen Naturschutzgebiet

im Auenbereich der Isarmündung geschaffen werden. Für den gesamten Verflechtungs-

50

unterstützt von der Europäischen Union


SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 4

raum der Städte Deggendorf und Plattling können erhebliche Verbesserungen der Wohn- und Arbeitsqualität

erzielt werden. Vor dem Einstieg in eine landschaftsplanerische und bauleitplanerische Umgestaltung

des Bereiches wurde eine Marktstudie zur Erschließung und Ganzjahresnutzung der Kiesweiher und ihrer

Umgebung sowohl für Tagesnutzer aus der Region als auch für Kurz- und Langzeiturlauber erstellt. Der

Rahmenplan wird – gefördert aus LEADER+ - derzeit erstellt.

Stadt Deggendorf

Sachgebiet 41 – Stadtplanung

Franz-Josef-Strauß-Straße 3

D-94469 Deggendorf

Tel.: +49 (0991) 2960-413, Fax: +49 (0991) 2960-199

E-Mail: klaus.busch@deggendorf.de

Internet: www.deggendorf-plattling.de

Stadt Plattling

Bauverwaltung

Preysingplatz 1

D-94447 Plattling

Tel: +49 (09931) 708-46, Fax: +49 (09931) 708-99

6.2.5 „Brückenschlag Donau“: Entwicklungskonzept Nördliches Donauufer

Die Stadt Deggendorf liegt, wie viele andere Donaustädte auch, mit ihrem Stadtkern nicht an, sondern einige

hundert Meter entfernt neben der Donau. Die Nutzung des Donautales als Verkehrsweg hat in den letzten

beiden Jahrhunderten zusätzlich noch dazu geführt, dass der Siedlungskern durch Straße, Schiene und

unstrukturierte Gewerbenutzungen vom Uferbereich der Donau abgeschnitten wurden. Im Zuge der Stadterneuerung

ist eine Heranführung und Anbindung des städtischen Ufers an den Stadtkern sowie die Aufwertung

des städtischen Ufers selbst von erheblicher Bedeutung, um den Fluss für die Stadtbevölkerung

gleichzeitig erlebbar und in seinen unterschiedlichen Funktionen im Sinne der Naherholung nutzbar zu machen.

Gleichzeitig war im gesamten städtischen Donauabschnitt eine Verbesserung des Hochwasserschutzes

erforderlich. Die Maßnahmen wurden in einem Gesamtkonzept für den Donauuferbereich zusammengeführt

und werden schrittweise umgesetzt. In einem transdisziplinären Ansatz des Interreg II B-Projektes

„BRIDGE – Lifeline Danube“ hat es sich die Stadt Deggendorf zudem gemeinsam mit den anderen Projektbeteiligten

darüber hinaus zum Ziel gemacht, im Austausch und in der Kooperation der in den acht Städten

beheimateten Hochschulen und Stadtplanungsämter Leitlinien für die Zukunft des Donauraumes auf ökologischer,

touristischer und planerischer Basis zu finden.

Stadt Deggendorf

Sachgebiet 41 – Stadtplanung

Franz-Josef-Strauß-Straße 3

D-94469 Deggendorf

Tel.: +49 (0991) 2960-410, Fax: +49 (0991) 2960-199

E-Mail: ernst.kallmuenzer@deggendorf.de

Internet: www.deggendorf.de

6.3 Pilotprojekte

6.3.1 Ländlicher Tourismus - Entwicklung von sicheren und nachhaltigen Motorrad-Tour-Angeboten

Durch die Vielfalt der Erlebnismöglichkeiten in den RISE-Partnerregionen sollte die Zielgruppe der Motorrad-,

Enduro- und Bikerfahrer verstärkt angesprochen werden. Namhafte Institutionen aus der Industrie, der

Wirtschaft und den Medien sowie Veranstalter von Biker und Motorradveranstaltungen wurden im Verbund

der Biker Roads RISE in Zusammenarbeit mit den RISE – Regionen zusammengefasst, um gemeinsam ein

den Startschuss für ein Motorradprojekt mit europäischen Dimensionen zu entwickeln. Dabei sollten allen

Motorradfahrern maßgeschneiderte Produkte offeriert werden.

Erarbeitet wurde eine eigene Internetplattform (www.bikerroads-rise.com),

auf der Motorradfahrern alle Informationen von speziell ausgesuchten Touren

bis hin zu Sicherheitstipps, von Freizeittipps bis zu eigenen Routenbeschreibungen,

angeboten werden. Durch Vernetzung und Zusammenarbeit

zwischen den Partnerregionen und der Urlaubsregion Murtal wurde eine

Verknüpfung mit der Gesamtstrategie des Projekts erreicht. Die direkte

Kommunikation zwischen den Tourismusorganisationen und den Betrieben

wurde verstärkt. Durch den Einsatz modernster Informations- und Kommunikationstechnologien

wurde ein Mehrwert an Know-How im Tourismusbereich

erreicht.

51

unterstützt von der Europäischen Union


SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 4

Das Motorradprojekt dient auch der umfassenden Einbindung der regionalen Bevölkerung und trägt damit

zur Steigerung der regionalen Wertschöpfung bei. Das Projekt besitzt eine Modellfunktion, da das Internettool

inklusive der dargestellten Ablaufplanung in jeder beliebigen europäischen Region einsetzbar ist.

6.3.2 Nachhaltige Rastplätze an Radwegen

6.4 Evaluation

6.4.1 Ergebnisse

Die Partnerregionen sind landschaftlich vom Wasser geprägt. Alle Partnerregionen verfügen über überregionale

Radwege von touristischer Bedeutung entlang ihrer Wasserflächen. In der Region Aichfeld-Murboden

sollten „Modell-Rastplätze“ für den Murradweg entworfen werden, die als Muster für die Partnerregionen

dienen können. Ebenso wie das Motorrad-Projekt sollten diese in ein „Internationales Biking Informations

System (IBIS)“ einfließen.

Das Projekt der nachhaltigen Rastplätze wurde auf regionaler Ebene vorbereitet,

geplant und umgesetzt und orientierte sich an der Gesamtstrategie

des RISE-Projekts. Bei diesem Projekt wurde darauf geachtet, dass

das Know-How regionaler Partner (Höhere Technische Bundeslehranstalt

Zeltweg, Stadt Judenburg) eingesetzt wurde.

Unter dem Leitmotiv „RISE macht Schule“ wurde das vorhandene Fachwissen vor allem durch die enge

Kooperation zwischen Schule und Gemeinde hervorragend ein- und umgesetzt. In der Auswahl des Rad-

Rastplatzstandorte wurde insbesondere auf die naturräumlichen Potenziale eingegangen. Die Rastplätze

zielen sehr stark auf die involvierte Bevölkerung ab und stehen sowohl den Radtouristen als auch für die

Naherholungsnutzer zur Verfügung. Die Rad-Rastplätze dienen als Infodrehscheibe für den Radfahrer aus

nah und fern und könnten daher als Impulsgeber für ein nachhaltiges Radwegekonzept eingesetzt werden.

Durch die Neuorientierung des Regionalmanagements (Übernahme der Geschäftsführung durch die SFG

Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH) und die Miteinbeziehung der Urlaubsregion Murtal konnte

in der verantwortlichen Partnerregion Aichfeld-Murboden Mitte 2005 nach einer längeren Phase eines

unbefriedigenden Projektfortschritts in diesem Themenbereich von RISE eine „Neuorientierung“ in der spezifischen

RISE-Projektarbeit erfolgen nach einem unbefriedigenden begonnen werden.

Anlässlich einer Reihe von Planungstreffen, Besuchen in den Partnerregionen, Teilnahme an den Konventen

unter Einbeziehung von regionalen Verantwortlichen und Expert/innen wurde ein gegenseitiges Kennenlernen

ermöglicht und in zufrieden stellender Weise erreicht. Ein Maßnahmen- und Aktionsprogramm

wurde festgelegt und die Entwicklung von Konzepten für Pilotprojekte vorangetrieben. Partnerübergreifend

wurden Erfahrungen ausgetauscht und die Grundlagen für eine vernetzte Zusammenarbeit geschaffen. Eine

Durchführung und Qualifizierung ökologischer Maßnahmen fand z. B. durch die Steigerung der Attraktivität

des Murradweges und die Gestaltung von nachhaltigen Motorradrouten statt.

6.4.2 Messung der Zielerreichung

Ziel: Wertung: Erläuterungen

Dokumentation regionaler

Kurzprofile der Partner und

Sammlung von 10 „Good

practices“

Durchführung von 1 –2 Pilotprojekten

erreicht

nicht erreicht

nicht bekannt

erreicht

nicht erreicht

nicht bekannt

Die regionalen Kurzprofile und insgesamt 24 Good

Practices wurden dokumentiert und auf der Webpage,

in den Component Reports sowie in der Schlussdokumentation

publiziert.

Es wurden 2 Pilotprojekte durchgeführt

Beteiligung von mindestens

50 – 100 Interessenten an

geplantem thematischen

Konvent

erreicht

nicht erreicht

nicht bekannt

Am thematischen Konvent 2006 in Judenburg nahmen

88 Personen teil

Ansprache von mindestens

10.000 Personen/Nutzern

durch Freiraum- und Erholungsaktivitäten

erreicht

nicht erreicht

nicht bekannt

Über die Websites www.murtal.at, www.bikerroadrise.com,

www.interreg-rise.de, Bereitstellung eines

mit Holz gestalteten Fahrradrastplatzes in der Stadt

Judenburg zur weiteren Impulsgebung.

52

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6.5 Konvent 2006 in Judenburg

Der dritte Konvent am 12. und 13. Oktober 2006 im \zentrum. Judenburg

war dem Schwerpunkt „Freiraum und Lebensqualität“ gewidmet. Da er am

Ende des RISE-Projektes stattfand, lag der Schwerpunkt des Konvents

nicht in einzelnen Workshops, sondern in der Präsentation der Ergebnisse

aus RISE, insbesondere der Pilotprojekte.

Zum Konvent hatten sich insgesamt 81 Personen angemeldet. Davon

stammten 13 Anmeldungen aus der Schweiz (Kooperationsraum Seeland-

Jurasüdfuß-Jura Bernois), 25 aus dem deutschen Teilraum Deggendorf/Plattling

und 43 aus der österreichischen Region Aichfeld-Murboden.

Die Bürgermeisterin der Stadt Judenburg, Grete Gruber, sowie weitere regionale

politische Verantwortungsträger begrüßten die Konventteilnehmer.

Hofrat DI Dietlinde Mlaker, Leiterin der Abteilung 16 Landes- und Gemeindeentwicklung

bei der Steiermärkischen Landesregierung informierte darüber,

dass die Steiermärkische Landesregierung im Frühling 2006 beschlossen

hat, die Strukturen der steiermärkischen Regionalpolitik zu reformieren.

Dieser Prozess trägt die Bezeichnung „Regionext“ und wird von

der Abteilung 16, Landes- und Gemeindeentwicklung koordiniert. Ziel von

Regionext sind attraktive Lebensräume, die im europäischen Wettbewerb

der Regionen erfolgreich sind. Folgende Bereiche werden zur Zeit im

Rahmen dieses Projektes vorbereitet:

- Die Neuordnung der Aufgaben von Land und Gemeinden;

- Die Zusammenarbeit von Gemeinden in Kleinregionen;

- Die Schaffung eines rechtlichen und organisatorischen Rahmens für

Gemeindekooperationen auf Kleinregionsebene und bezirksübergreifenden

Regionen.

Regionext ist jedoch kein radikaler Umbruch der bisherigen Entwicklungen,

sondern die Fortsetzung eines schon seit geraumer Zeit eingeschlagenen

Weges in Richtung eines höheren Qualitätsniveaus in der Regionalentwicklung.

Dieses umfassende Projekt baut auf viele in den letzten Jahrzehnten

gesammelten Erfahrungen auf. Gerade in der Obersteiermark – West finden

sich mit der LEADER+ Region Holzwelt und dem Holzinnovationszentrum

zwei der prominentesten Beispiele von durch die Abteilung 16 unterstützter

erfolgreicher Regionalentwicklung in der Steiermark. Frau Mlaker

drückte ihre Freude darüber aus, dass die Regionalentwicklung in der O-

bersteiermark im Rahmen des von der Abteilung 16 mitgetragenen IN-

TERREG IIIC Projektes RISE in den Bereichen Identität und Kultur, Wirtschaftskompetenz

und Freiraumqualität durch konkrete Umsetzungsprojekte

weiterentwickelt werden konnte.

Hofrat Mag. Ludwig Rader von der Fachabteilung Europa und Außenbeziehungen

beim Amt der Steirermärkischen Landesregierung stellte in seinem

Vortrag die Frage, was im europäischen Kontext eine Region ist: Region

Österreich? Region Europa? Oder lässt sich eine Region nicht in Landesgrenzen

einteilen? Aus dieser Fragestellung heraus verfolgt die Europäische

Union in ihrer Regionalpolitik vor allem ein Ziel: Die Friedenserhaltung

durch den Abbau regionaler Disparitäten.

Prof. Dr. Kai-T. Illing von der Universität Graz befasste sich in seinem Referat

mit dem Gesundheitstourismus als Chance für ländliche Regionen.

Eine verengte Definition des Gesundheitstourismus ist es, einen wesentlichen

Zeitteil nutzen, um bewusst etwas für die eigene Gesundheit zu tun,

am besten unter medizinaler Anleitung. Eine erweiterte Definition dürfte

lauten: etwas tun für sich im Interesse von:

- Bodystyling

- Sinn

- Liebe

- Leistungsfähigkeit

- Leidensfreiheit

- Entspannung

Prof. Illing ging im Anschluss den Fragen nach, wo gesunder Tourismus

stattfindet und welche Auswirkungen die globale Entwicklung auf den Gesundheitstourismus

hat. Dem folgte eine genaue Analyse der Marktsituation

des Gesundheitstourismus in Österreich und Deutschland, dem Prof. Il-

53

unterstützt von der Europäischen Union


SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 4

ling eine Stagnation auf hohem Niveau bescheinigte.

Gesundheitstourismus im ländlichen Raum sollte die folgenden Bedürfnisse

befriedigen:

- nach Entspannung infolge von Überanstrengung, Stress, Erschöpfung

- nach Coaching durch einen „Therapeuten“ bei Problemen aller Art wie

z.B. Mobbing, Scheidung

- nach Mentalfitness (Braintraining aller Art, für Manager zur Optimierung

der Karriere oder für ältere Menschen bei nachlassender Gedächtnisleistung)

- nach Entgrenzung verschiedener Art z.B. religiös-ethisch (Meditation)

oder weltlich (Grenzerfahrung durch Extremsport)

Anschließend stellte DI Josef Bärnthaler das Projekt „Holzwelt Murau“

Themennetzwerke vor. Hofrat DI Elfriede Kapfenberger-Pigl, Leiterin der

Baubezirksleitung Judenburg, schloss sich mit einer Vorstellung des „LIFE-

Natur Projektes „Obere Mur“ an.

Bernhard Stejskal, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Naturpark

Grebenzen, folgte mit einer Vorstellung der Tourismusentwicklung in der

Naturparkregion Zirbitzkogel-Grebenzen. Er berichtete über die Organisationsstruktur

(Problematik der Doppelgleisigkeit), die Aufgaben eines Naturparks

(Schutz, Erholung, Bildung, Regionalentwicklung), die Nächtigungsentwicklung

(wachsend) und Bettenentwicklung (stagnierend) und die

Netzwerkarbeit des Naturparks.

Kammerobmann ÖR Matthias Kranz stellte einige der vielen typischen kulinarischen

Regionen vor: Er erläuterte den Begriff „Genussregion“ und

versuchte die Ziele dieser Region näher zu bringen. Viele Menschen suchen,

um sich zu erholen, wieder zu dem Ursprung der Dinge oder auch zu

dem einfachen Leben zurück

Mag. Judith Pizzera von der Karl-Franzens-Universität Graz stellte Zukunftsthemen

für ländliche Regionen aus der Sicht des Tourismus vor. Die

Internationalisierung des Tourismus schreitet seit dem Ende der achtziger

Jahre im Sinne der Globalisierung der Wettbewerbsbedingungen massiv

voran. Globale Anbieternetze, Kooperationen und Joint Marketing sowie

niedrige Flugpreise strukturieren den Markt. Vor allem traditionelle Tourismusgebiete

(Alpenraum, Mittelmeerraum etc.) sind von dieser Entwicklung

negativ betroffen. Internationale Trends sind

- Kurzreisen

- Spontane, kurzfristige Reiseentscheidungen

- Individuelle und flexible Reisegestaltung

- Spezialisierung und Zielgruppen- Themenorientierung

- Intensiver Erlebnis- und Erholungsbedarf

- Anspruchsvolle Reisen, Qualität und hoher Komfort

- Steigende Bedeutung der Umweltqualität

Ursachen der Strukturschwäche sind veränderte Konkurrenzverhältnisse,

Verschlechterungen des Preis-Leistungs-Verhältnisses, Imagedefizite im

traditionellen Angebot, Kapitalschwäche und fehlende Innovationskraft und

Gesellschaftliche und soziale Umstrukturierungsprozesse. Sie haben seit

den achtziger Jahren das Urlaubs- und Reiseverhalten massiv beeinflusst

und gelten als Ursache für die Strukturschwäche des Tourismus im Alpenraum.

Als neue Anforderungen für den Tourismus stellen sich das Leben und A-

gieren in zwei Welten, einer Freizeitwelt und einer Alltags-/Arbeitswelt ergibt

neue Anforderungen für Wirtschaft, Gesellschaft und Politik dar. Die

ökonomisch orientierte und international beeinflusste Wettbewerbsfähigkeit

wird mit dem Verlangen nach einer umwelt- und sozialverträglichen Tourismusentwicklung

und dem Konzept einer nachhaltigen Entwicklung konfrontiert.

Für Angebote in alpinen Tourismusregionen gilt:

- Die Zeiten des quantitativen Wachstums sind vorbei.

- Großangelegte Umstrukturierungen werden zur Bewältigung der Zukunft

notwendig sein.

- Käufermarkt und kurze Innovationszyklen erfordern Agieren und nicht

Reagieren.

- Große strukturelle Umbrüche in Europa bringen nicht nur Gefahren

54

unterstützt von der Europäischen Union


SCHLUSSBERICHT RISE KOMPONENTE 4

sondern auch Chancen.

Mögliche Zukunftschancen für ländliche Regionen abseits der Tourismushochburgen

bieten sich aus der Suche nach Alleinstellungsmerkmalen:

- Touristischer Innovationsgeist

- Verstärkte Themenorientierung in allen Segmenten

- Qualitätssteigerung

- Professionelle Inwertsetzung sonstiger regionaler Potentiale

Der Nachmittag des 12.10.2006 stand ganz im Zeichen der Vorstellung der

sieben Pilotprojekte aus RISE. Freddy Wascher, Geschäftsführer der Urlaubsregion

Murtal stellte zunächst das Projekt „Ländlicher Tourismus -

Entwicklung von sicheren und nachhaltigen Motorrad-Tour-Angeboten“ vor.

Im folge Bürgermeisterin Grete Gruber mit der Vorstellung des Projektes

„Nachhaltige Rastplätze an Radwegen“. Freddy Wascher übernahm im

Anschluss daran die Vorstellung des Pilotprojektes „Kulturvernetzung auf

regionaler Ebene“. Johannes Friedli, Präsident des Regionalverbandes Solothurn

und Umgebung präsentierte das Projekt „Regionale Identität - Eigensicht

und Fremdsicht“, gefolgt von Hans Obermeier, stv. Geschäftsführer

des Teilraumes Deggendorf/Plattling, der das Projekt „Kulturelle Identität

zwischen Geschichte, Wirtschaft, Kultur und Lebensstilen“ vorstellte.

Wolfgang Dorner vom Managementcenter an der Fachhochschule Deggendorf

berichtete über das Themennetzwerke-Projekt. Raimund Ziegler

vom Holzcluster Steiermark schloss die Präsentation der Pilotprojekte mit

seinem Bericht über das Projekt „Benchmarking für Schreinereien und

Tischlereien“ ab.

55

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SCHLUSSBERICHT RISE

ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

7 Öffentlichkeitsarbeit

7.1 Webpage RISE

Die Internetpräsentation für das Projekt RISE wurde im Herbst 2004 erarbeitet und im November 2004 unter

der Adresse „www.interreg-rise.de“ in das Internet eingestellt. Sie enthält einen englischsprachigen und

einen deutschsprachigen Teil und wurde seit 2004 fortlaufend aktualisiert. Die beteiligten Regionen haben

einen Link auf die Präsentation eingerichtet.

Für das Pilotprojekt „Ländlicher Tourismus - Entwicklung von sicheren und nachhaltigen Motorrad-Tour-

Angeboten“ wurde eine eigene Webpage erarbeitet (www.bikerroads-rise.com), auf der Motorradfahrern alle

Informationen von speziell ausgesuchten Touren bis hin zu Sicherheitstipps, von Freizeittipps bis zu eigenen

Routenbeschreibungen angeboten werden. Sie enthält zudem einen Intranet-Teil, der für die Projektpartner

zur weiteren Projektentwicklung zugänglich ist.

Darüber hinaus finden sich Darstellungen zu RISE auf folgenden weiteren Webpages:

- www.interreg3c.net

- www.deggendorf-plattling.de

- www.espacemittelland.ch

- www.interreg.ch

- www.regionalinitiativen.de

- www.murtal.at

- www.regiongb.ch

- www.raumplanung.steiermark.at

- www.landkreis-deggendorf.de

7.2 Dokumentationen und Reports

Die Aktivitäten in RISE wurden fortlaufend dokumentiert. Zu jedem Treffen des Steering Commitees, der

Operative Work Group und der Projektgruppen wurden Protokolle erstellt. Zu den Konvents wurden Dokumentationen

erstellt und auf der Webpage publiziert. Zum Konvent 2005 in Deggendorf drehten Studenten

der Medientechnik an der Fachhochschule Deggendorf zudem noch vier Kurzfilme, die ebenfalls auf der

RISE-Webpage publiziert wurden.

Zur Vorstellung des RISE-Projektes wurde für den Konvent 2004 in Biel ein Folder in einer Auflagenhöhe

von 1.500 Exemplaren veröffentlicht. Dieser ist inzwischen komplett vergriffen. Nach Abschluss der Analysephase

in der ersten Projekthälfte wurden die Ergebnisse für die einzelnen Komponenten in vier Component-Reports

zusammengefasst.

7.3 Presseberichte

Die RISE-Partner erarbeiteten im Projektzeitraum 42 Pressemitteilungen zum Projekt bzw. den Projektkomponenten.

109 Artikel zu dem Projekt erschienen in Printmedien, zumeist – aber nicht ausschließlich –

in den regionalen Medien der Partnerregionen. Diese wurden in einem Pressespiegel dokumentiert und den

Partnern zur Verfügung gestellt.

In „Non-Print“-Medien erschienen folgende Berichte zu RISE:

- Unser Radio Deggendorf: Bericht zur Antragsabgabe (Behandlung im Kreistag) im August 2003

- Tele Bielingue Biel (TV): Bericht zum Konvent in Biel im November 2004

- Unser Radio Deggendorf: Bericht zum Konvent in Biel im November 2004

- Unser Radio Deggendorf: Bericht zum Kick-off „Themennetzwerke“ im März 2005

- Donau TV Deggendorf: Bericht zum Kick-off „Themennetzwerke“ im März 2005

- Unser Radio Deggendorf: Bericht zum Konvent in Deggendorf im November 2005

- Donau TV Deggendorf: Bericht zum Konvent in Deggendorf im November 2005

- Radio 89,6: Bericht über Tätigkeiten von EUROW mit Vorstellung RISE

- Radio A1: Bericht über Tätigkeiten von EUROW mit Vorstellung RISE

- Unser Radio Deggendorf: Bericht zum Abschluss „Themennetzwerke“ im August 2006

- Donau TV Deggendorf: Bericht zum Abschluss „Themennetzwerke“ im August 2006

- Unser Radio Deggendorf: Bericht über den Konvent in Judenburg im Oktober 2006

- Radio A1: Bericht über den Konvent in Judenburg im Oktober 2006

- Aichfeld TV: Bericht über den Konvent in Judenburg im Oktober 2006

56

unterstützt von der Europäischen Union


SCHLUSSBERICHT RISE

AUSBLICK

8 Ausblick

Im Projekt RISE wurde etwas getan. Jedes Jahr fand in einem der drei Partnerländer ein mehrtägiger Konvent

statt, der einem speziellen Themenfeld innovativer Regionalentwicklung gewidmet war. Die Jahreskonvente

wurden durch sieben konkrete Pilotprojekte bereichert, die zu direkt nutzbaren Ergebnissen führten.

Somit wurde das Projekt RISE ein wertvoller Beitrag zur Förderung nachhaltiger Entwicklung in verstädterten

ländlichen Regionen Europas und ein besonderes Projekt in Interreg, da es im Gegensatz zur

Vielzahl der Interreg-Projekte in direkte, vor Ort anwendbare Umsetzungsprojekte mit handfesten Ergebnissen

mündete. Dabei ist es gelungen, eine Vielzahl wichtiger und wertvoller Akteure aus den drei Partnerregionen

einzubinden.

Die Erkenntnisse aus dem Projekt RISE führten auch zu entscheidenden Veränderungen in der Struktur der

beteiligten Regionen. In der Schweiz formierte sich der Regionalverband seeland/biel.bienne neu. In

Deutschland führten die Ergebnisse des Themennetzwerke-Projektes zu einer Neuinstallation des Regionalmanagements

als kooperativer Ansatz der Kompetenzträger in der Region. In Österreich wurde die Kooperation

gerade im touristischen Bereich weit über die Region Aichfeld-Murboden hinaus ausgedehnt.

Mit RISE enden drei intensive Jahre internationaler Zusammenarbeit, welche den Beteiligten direkten Einblick

in das Denken und Handeln anderer europäischer Regionen, einen reichhaltigen und anregenden Erfahrungsaustausch

sowie den Aufbau von wertvollen persönlichen Bekanntschaften ermöglichten.

Das dabei entstandene Netzwerk unter Politikerinnen, Politikern und Fachleuten ist eine wichtige Investition

in die Zukunft und bildet eine wesentliche Grundlage für die gemeinsame Weiterentwicklung. Der Aufbau

eines derart intensiven internationalen Netzwerks ist mit bedeutenden personellen und finanziellen Anstrengungen

verbunden. Es wäre wenig sinnvoll, diese Investitionen nun brach liegen zu lassen. Bereits im

Sommer 2006 haben sich die Projektverantwortlichen in Klausur begeben, um über Ausrichtung und Inhalte

einer Fortsetzung der Kooperation zu diskutieren. Alle beteiligten Partner wünschen eine Fortsetzung der

Kooperation. Sie soll noch direkter, effizienter und konkreter werden als bisher.

Die Ziele der zukünftigen interregionalen Kooperation sind:

- Weiterführung und Intensivierung des Erfahrungsaustauschs unter Einbindung möglichst vieler regionaler

Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Kultur und Tourismus

- Entwicklung und Umsetzung von weiteren Gemeinschaftsprojekten

- Beizug weiterer Partnerregionen in Europa (z. B. Frankreich, Tschechien, Rumänien, etc.) Akquisition

europäischer Fördermittel, gemeinsame Antragstellung, gemeinsames Projektmanagement

Die prioritären Themenfelder der zukünftigen interregionalen Kooperation sind:

- Image- und Profilbildung der Regionen im Kontext umliegender Metropolregionen (Zusammenarbeit,

Abgrenzung, Infrastruktur) durch Städtenetze und Stadt-Umland-Kooperationen

- Kultur und Tourismus

- Erneuerbare Energien mit Schwerpunkt auf dem Rohstoff Holz

- Holz als Bau- und Werkstoff: Stärkung der regionalen Wertschöpfungsketten

- Hochschulkooperationen mit Schwerpunkt „Kompetenzbildung für die Entwicklung von ländlichen

Räumen und Stadt/Umlandstrukturen sowie regionale Raumbeobachtung“

57

unterstützt von der Europäischen Union


SCHLUSSBERICHT RISE

ANHANG

9 Anhang

9.1 Projekttermine

9.1.1 Steering Committee

25. Juni 2004 in München

5. November 2004 in Biel

4. November 2005 in Deggendorf

12. Oktober 2006 in Judenburg

9.1.2 Operative Work Group

3. März 2004 in Wien

26. März 2004 in Wien

30. April 2004 in Knittelfeld

25. Juni 2004 in München

1. September 2004 in Wien

15. Oktober 2004 in Wien

17. Dezember 2004 in Wien

3. März 2005 in Deggendorf

17. Juni 2005 in Wien

16. September 2005 in Twann

12. Mai 2006 in Deggendorf

8. Dezember 2006 in Wien

9.1.3 Projektgruppe Komponente 2

29. und 30. April 2004 in Knittelfeld

Drei Workshops beim Konvent 2004 in Biel

3. Juni 2005 in Judenburg

Ein Workshop beim Konvent 2005 in Deggendorf

3. Juli 2006 in Bern

9.1.4 Projektgruppe Komponente 3

Ein Workshop beim Konvent 2004 in Biel

2. März 2005: Kick-off-meeting „Themennetzwerke“ in Deggendorf

30. April 2005 in Graz

29. September 2005 in Graz

Drei Workshops beim Konvent 2005 in Deggendorf

12. Mai 2006: Ergebnispräsentation „Themennetzwerke“ in Plattling

9.1.5 Projektgruppe Komponente 4

Ein Workshop beim Konvent 2004 in Biel

15. September 2005 in Solothurn

Ein Workshop beim Konvent 2005 in Deggendorf

11. Mai 2006 in Deggendorf

9.1.6 Konvente

"Kultur und Identität" am 4. und 5. November 2004 in Biel

„Stärken und Wirtschaftskompetenz“ am 3. und 4. November 2005 in Deggendorf

"Freiraum und Lebensqualität" am 12. und 13. Oktober 2006 in Judenburg

58

unterstützt von der Europäischen Union


SCHLUSSBERICHT RISE

ANHANG

9.2 Teilnehmer an den Konventen

Name: 2004 2005 2006

Karin Achatz, Leiterin Tourismus Stadt Deggendorf (DE)

Hans J. Ammann, Direktor Theater Biel Solothurn (CH)

Josef Bärnthaler, Energieagentur Judenburg-Knittelfeld-Murau, Geschäftsführer (AT)

Christine Bärnthaler (AT)

Elvira Bartoschek, EU Regionalmanagement Obersteiermark West (AT)

Knut Bartsch, KERMI GmbH, Geschäftsführer (DE)

Christian Bernreiter, Landrat Landkreis Deggendorf (DE)

Bruno Berz, Geschäftsführer Regionalverband EOS (CH)

Josef Paul Bielmeier, 2. Bürgermeister Stadt Deggendorf (DE)

Manuel Birgmann, Deggendorfer Zeitung (DE)

Christian Brechbühl, Gemeinderat Murten (CH)

Jacques Bregnard, Chargé de mission République et canton du Jura Delémont (CH)

Fritz Burkhalter, BNPO Schweiz, Inhaber (CH)

Ursula Burkhalter, BNPO Schweiz, Inhaberin (CH)

Klaus Busch, Geschäftsführer Teilraum Deggendorf/Plattling (DE)

Christian Cappis, Generalsekretär ESPACE Mittelland Bern (CH)

Rolf Christen, Regionalplanungsverband EOS, Vorstand (CH)

Wolfgang Dorner, Fachhochschule Deggendorf (DE)

Franz Dullinger, Stop & Go (DE)

Dipl.Päd. Marianne Duscher, HBLA Murau, Fachvorstand (AT)

Anna Eder, Stadt Deggendorf, Oberbürgermeisterin (DE)

Christine Eder, Bund der Selbständigen, Vorsitzende (DE)

Inge Edmeier, Landkreis Deggendorf, Tourismusreferentin (DE)

Julia Ehgartner, HBLA Murau (AT)

Dr. Martin Eiberweiser, Geo Consult GmbH, Inhaber (DE)

Peter Eisenschmied, Direktor Kulturreferat Knittelfeld (AT)

Fred Ernst, Association Artcanal Erlach (CH)

Regula Ernst- Stalder, Association Artcanal Erlach (CH)

Maximilian Ertl, Wirtschaftsförderer Landkreis Deggendorf (DE)

Heinz Etter, Verband der Gemeinden des Seebezirks, Vorstand (CH)

Jakob Etter-Herren, Region seeland.biel/bienne, Präsident (CH)

Christiane Feldmann, Stadtpräsidentin Murten (CH)

Dr. Wolfgang Fischer, Universität Graz (AT)

Wilhelm Fischl, Geschäftsleiter Gemeinde Stephansposching (DE)

Stefan Flückiger, Holzproduzenten Seeland, Geschäftsführer (CH)

Peter Flückiger, Regionalplanungsgruppe Solothurn + Umgebung (CH)

Rudolf Frey, Gemeinde Lyss, Abteilungsleiter Bau und Planung (CH)

Johannes Friedli, Regionalplanungsgruppe Solothurn u. Umgebung (CH)

Horst Fritzsche, Sächsisches Staatsministerium des Innern, Referatsleiter (DE)

OA Dr. Gerhard Fürst, Gesundheitstherme Wildbad (AT)

LAbg. DI Heinz Gach, Landtag Steiermark (AT)

Johann Gaisbauer, Amt für Landwirtschaft und Forsten, Bereichsleiter Forsten (DE)

Prof. Dr. Dr. hc. Karl Ganser, Vorstand Deutsches Architekturzentrum, Breitenthal (DE)

François Gauchat, Pro Natura Jura bernois Prêles (CH)

Philipp Gensheimer, Vorstand Region Biel-Seeland (CH)

Bernhard Gerber, Geschäftsstelle Regionalverband EOS (CH)

Marlene Graßl, Fachhochschule Deggendorf, Studentin (DE)

Bernhard Greiler, Volkshochschule Deggendorfer Land e.V., Geschäftsstellenleiter (DE)

Harald Griesser, Land Steiermark Graz (AT)

Josef Grimm, Stadt Plattling, Leiter f. Kultur und Tourismus (DE)

Margarethe Gruber, Bürgermeisterin Stadt Judenburg (AT)

Reinhard P. Gruber, Literat Stainz (AT)

Werner Gruber, Fa. Mediasoft, Projektleiter (AT)

Thomas Gsponer, Direktor Walliser Industrie- und Handelskammer Sion (CH)

59

unterstützt von der Europäischen Union


SCHLUSSBERICHT RISE

ANHANG

Name: 2004 2005 2006

Nicolas Guenin, Association régionale Jura-Bienne (CH)

Eszter Gyarmathy, Kulturbeauftragte Stadt Biel (CH)

Ulrich Haag, Baudirektion Stadt Biel (CH)

Konrad Haberger, Landvolkshochschule Niederalteich, Bildungsreferent (DE)

Hermann Hackl, Gemeinde Schaufling, 1. Bürgermeister (DE)

Heinrich Hafner, Projektmanager RISE Bern (CH)

Beat Hagmann, Vorsteher Abteilung Tourismus Beco Bern (CH)

Dr. Stephen Hahn, Regierung von Niederbayern, Leiter Regionalmarketing (DE)

Fritz Halser, Garnhartner & Schober, Landschaftsplaner (DE)

Jürg Hänggi, Raumplanung + Beratung Bern (CH)

Manuela Hanser, Urlaubsregion Murtal (AT)

Silvia Hartleb, Projektleiterin Schloss Farrach (AT)

Rudolf Hartmann, Geschäftsführer RPV Biel-Seeland (CH)

Arnulf Hasler, EU-Regionalmanagement Obersteiermark-West, Regionalplaner (AT)

Christine Herrgott, Bayer. Staatsmin. f. Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr u. Techn. (DE)

Urs Höchner, Stadtschreiber Stadt Murten (CH)

Prof. Dr. Reinhard Höpfl, Fachhochschule Deggendorf, Präsident (DE)

Anna Maria Hofer, Grossrätin Biel (CH)

Josef Hofmeister, Geschäftsleiter Markt Metten (DE)

Prof. Dr. Kai Illing, Fachhochschule Graz (AT)

Martin Johner, Biotopverband Grosses Moos Kerzers (CH)

Ernst Kallmünzer, Stadtplaner Stadt Deggendorf (DE)

Peter Kallus, Redaktionsleiter Donau-Anzeiger Deggendorf (DE)

HR DI Elfriede Kapfenberger-Pigl, Baubezirksleitung Judenburg (AT)

Günter Keerl, KERMI GmbH, Prokurist (DE)

Norbert Kirsch, Kirsch + Kollegen GbR, Inhaber (DE)

Christine Krebs, Journalistin Biel (CH)

Mag. Genoveva Kocher, Holzcluster Steiermark, Assistenz IT-Projekte (AT)

Elke Köck, HBLA Murau (AT)

Sabrina Köstenberger, HBLA Murau (AT

LKR ÖR Matthias Kranz, Landwirtschaftskammer (AT)

Roland Kurz, Mediasoft (AT)

Martina Lanschützer, HBLA Murau (AT)

Sonja Lechner, Urlaubsregion Murtal (AT)

Hans-Jörg Lehmann, Bundesamt f. Landwirtschaft (CH)

Nicole Litzel, Institut für Volkswirtschaftslehre, Projekt CORIS (DE)

Erich Lüdi, Energieplaner (CH)

Judith Luks, Association Artcanal Biel (CH)

Gerhard Lutz, Fotograf „Eigensicht & Fremdsicht“ (DE)

Werner Mader, Gemeinde Niederalteich, Kämmerer (DE)

Kathrin Maier, Bayer. Staatsmin. f. Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr u. Techn (DE)

Dr. Christina Mandl, EU Regionalmanagement Obersteiermark-West (AT)

Anne Mattivi, Fachhochschule Deggendorf (DE)

Hans Maurer, Stadt Deggendorf, Leiter Stadtplanungsamt (DE)

Christian Mayer, 1. Bürgermeister Markt Hengersberg (DE)

Kurt Meier, Stadt Deggendorf, Wirtschaftsförderung (DE)

Sophie Ménard, Secrétaire générale Chambre économique Bienne-Seeland (CH)

Walter Mietschke, Fotograf Eigensicht-Fremdsicht (AT)

Margit Mietschke, Fotografin Eigensicht-Fremdsicht (AT)

Heinz Mitteregger, Stadtmarketing Judenburg (AT)

HR DI Dietlinde Mlaker, Land Steiermark A 16, Hofrat (AT)

Pierre Möschler, Directeur des écoles et de la Culture Bienne (CH)

Hermann Moser, Gemeindepräsident Lyss (CH)

Dunja Müller, Geografie & Service, Moderatorin (DE)

Susanne Müller, Visual artiste Prêles (CH)

60

unterstützt von der Europäischen Union


SCHLUSSBERICHT RISE

ANHANG

Name: 2004 2005 2006

Gustav Munz, Bundesamt für Landwirtschaft Bern (CH)

Andreas Neukam, Student Universität Bayreuth (DE)

Dr. Heinrich Niedermaier, Amt für Landwirtschaft und Forsten, Amtsleiter (DE)

Rudolf Nowak, Kulturattaché Österreichische Botschaft Bern (CH)

Alex Nussbaumer, Vorstandsmitglied Repla RSU Solothurn (CH)

Hans Obermeier, Stv. Geschäftsführer Teilraum Deggendorf/Plattling (DE)

Günther Obermeier, 3. Bürgermeister Stadt Plattling (DE)

Stephan Ochsenbein, Stadtschreiber Nidau (CH)

Franz Oswald, Professor für Architektur ETH Zürich (CH)

Alois Pacher, Gesundheitstherme Wildbad, Geschäftsführer (AT)

Pierre Pestalozzi, Association Artcanal Bern (CH)

Birgitta Petschek-Sommer, Leiterin Städt. Museen Deggendorf (DE)

Karl-Adolf Pfestorf, FWG-Stadtratsfraktion Deggendorf, Fraktionsvorsitzender (DE)

Vors. Johann Pirer, Urlaubsregion Murtal, Bürgermeister (AT)

Mag. Judith Pizzera, Uni Graz, Geographie (AT)

Gerhard Plöchinger, Architekt (DE)

Mag. Ludwig Rader, Land Steiermark A 1E, Hofrat (AT)

Prof. Dr. Dr. F. J. Radermacher, Forschungsinst. f. anwendungsor. Wissensverarb. (DE)

Erhard Radlmaier, 1. Bürgermeister Markt Metten (DE)

David Raemy, Universität Bern (CH)

Siegfried Ramsauer, 1. Bürgermeister Gemeinde Stephansposching (DE)

Herbert Rauch, Gemeinde Otzing, Geschäftsleiter (DE)

Nicola Reinartz, Fachhochschule Deggendorf (DE)

Kaspar Reinhard, Berz Hafner + Partner AG Bern (CH)

Bert Reiszky, Architekt (DE)

Joachim Reitbauer, Holzcluster Steiermark, Geschäftsführer (AT)

Hans A. Renfer, Volkswirtschaftsdepartement Kanton Solothurn (CH)

Richard Resch, Projektbetreuung RM Obersteiermarkt West Graz (AT)

Karin Rickenbacher, TeleBielingue AG Biel (CH)

LAbg. ÖR Peter Rieser, Landtag Steiermark (AT)

Silvana Ripa, Bielerseeschifffahrt Biel (CH)

André Rothenbühler, Region Jura-Bienne, Präsident (CH)

Jean-Pierre Ruch, Regionalplanung im Raum Grenchen-Büren, Geschäftsführer (CH)

Alfons Ruckstuhl, Association Artcanal Biel (CH)

Tabith Ruepp, ESPACE Mittelland Bern (CH)

Elisabeth Ruegsegger, Regionalverband See Morat (CH)

Sabine Ruhstorfer, Stadt Deggendorf, Baudirektorin (DE)

Kaspar Sammer, Euregio Bayerischer Wald/Böhmerwald, Geschäftsführer (DE)

Friedrich Santschi, Geschäftstelle VRB Bern (CH)

Margaretha Schär, Vizegemeindepräsidentin Lyss (CH)

Karl Schafhauser, Geschäftsleiter Gemeinde Offenberg (DE)

Joachim Scheid, Geografie & Service, Moderator (DE)

Josef Schick, Geschäftsführer Kulturvernetzung Weinviertel Mistelbach (AT)

André Schluchter, Kantonales Amt für Kultur und Sport Solothurn (CH)

Jürgen Schmauß, Regierung von Niederbayern Landshut (DE)

Erich Schmid, 1. Bürgermeister Stadt Plattling (DE)

Johannes Schmid, 1. Bürgermeister Gemeinde Otzing (DE)

Robert Schmid, Gemeinde Oprund, Gemeindepräsident (CH)

Eric Schneider, Association Artcanal Le Landeron (CH)

Urs Schnell, Präsident AAOC Biel/Bienne (CH)

Caroline Schnellmann, SECO Bern (CH)

Prof. Dr. Wolfgang Schreiber, Bezirksklinikum Mainkofen, Ärztlicher Direktor (DE)

Alexander Schwarz, Fachhochschule Deggendorf, Student (DE)

Gottfried Schwarz, Präsident RPV Biel-Seeland Pieterlen (CH)

HR Dr. Dieter Schwarzbeck, Bezirkshauptmannschaft, Bezirkshauptmann (AT)

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unterstützt von der Europäischen Union


SCHLUSSBERICHT RISE

ANHANG

Name: 2004 2005 2006

Mag. Dr. Bernhard Schweighofer, Urlaubsregion Murtal (AT)

Barbara Schwickert, Stadträtin Biel (CH)

Hannes Seebacher, Mediasoft (AT)

Fredy Sidler, Präsident Führungsausschuss Seeland-Bienne (CH)

Helene Sironi, Entwicklungswerkstatt Biel (CH)

Wolfgang Spliesgart, Botschaft der Bundesrepublik Deutschland Bern (CH)

Werner Stebler, Leiter Stadtbauamt Solothurn (CH)

Denise Steiner, Berz Hafner + Partner AG Bern (CH)

Georg Steiner, Geschäftsführer Tourismusverband Ostbayern Regensburg (DE)

Mag. Bernhard Stejskal, Naturpark Grebenzen (AT)

Hans Stöckli, Nationalrat, Stadtpräsident Stadt Biel (CH)

Karoline Straner, Stadtmarketing Judenburg (AT)

Béatrice Struchen, Grossrätin Aarberg (CH)

Alexandra Subsom , ESPACE Mittelland Bern (CH)

Max Süss, Max Süss Immobilien, Inhaber (DE)

Josef Thalhammer, Gemeinde Niederalteich, 1. Bürgermeister (DE)

HR Dr. Wolfgang Thierrichter, Bezirkshauptmannschaft, Bezirkshauptmann (AT)

Marianne Tiefenbach, Interfakultäre Koordinationsstelle für allgem. Ökologie Bern (CH)

Eveline Timmerer-Maier, Urlaubsregion Murtal (AT)

Heinz Traub, IHK. f. Niederbayern, Geschäftsfeld Innovation und Umwelt (DE)

Berta Trautmann, Lebenskunstwerkstatt (AT)

Wendelin Trs , Deggendorfer Zeitung Deggendorf (DE)

Uschi Tschannen, Kanton Solothurn Tourismus, Geschäftsführerin (CH)

Norbert Überschär, Geschäftsleiter Markt Hengersberg (DE)

Joanna Ujdak, Wirtschaftsakademie Krakau, Studentin (PL)

Norbert Paul Ulbing, LTI Ges. für Informationsmanagement mbH, Geschäftsführer (AT)

Jean-Michel Vetter, Amt für Gemeinden und Raumordnung Bern (CH)

Josef Vollmann, Kulturreferat Abtei Seckau (AT)

Mag. Franz Walcher, Baubezirksleitung (AT)

Dr. Siegfried Walser, Fachhochschule für Wirtschaft Freiburg, Direktor (CH)

Nikolaus Walther, 1. Bürgermeister Gemeinde Offenberg (DE)

Freddy Wascher, Geschäftsführer Tourismusverband Murtal Knittelfeld (AT)

Manfred Weber, Europäisches Parlament, MdEP (DE)

Monika Weinl, Regierung von Niederbayern, Regierungsvizepräsidentin (DE)

Jürg Wellstein, energie-cluster.ch, Redaktion Newsletter (CH)

Max Werren, Kanton Bern (CH)

Dr. Senta Wessely-Steiner, Österreichische Generalkonsulin (AT)

Christoph Wider, Fotograf „Eigensicht-Fremdsicht“ (CH)

Gero Wieschollek, Geografie & Service, Moderator (DE)

DI Martin Wieser, Land Steiermark A 16 (AT)

Margrit Winkelmann, Seeländer-Bäuerinnen Vereinigung Siselen (CH)

Stephan Wirth, Schweizerisches Generalkonsulat, Konsul (CH)

Max Wittwer, Repla Solothurn, Vorstand (CH)

Rupert Zeitzler, Wartner & Zeitzler, Landschaftsarchitekt (DE)

Raimund Ziegler, Holzcluster Steiermark (AT)

Miriam Zollner, Fachhochschule Deggendorf, Mitarbeiterin managementcenter (DE)

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