DEGEMED News 44 Juli 2013

degemed.news

DEGEMED News 44 Juli 2013

Eine

Milliarde

MEHR!

www.eine-milliarde-mehr.de

news

Nr. 44 Juli 2013

Schwerpunktthema

Wer vertritt die Reha im

18. Deutschen Bundestag?

Schwerpunktausgabe

»Bundestagswahl 2013«

Aus dem Inhalt

Schwerpunkt

• Wer die Wahl hat, … S. 4

• 17 Fragen, 17 Antworten S. 5

Qualitätskongress

Gemeinsame Veranstaltung von

Degemed und FVS S. 8

Zuweisungspraxis

Korruption in der Reha? S. 9

Meinung

Dr. Ina Ueberschär im Interview S. 10

Es sind noch Plätze frei im Plenarsaal: Wer für die Rehabilitation in den Bundestag kommt,

bestimmen die Wähler am 22. September.

Berlin. Knapp drei Monate vor der Bundestagswahl

liegen die Programme der

Parteien vor und die Konturen werden deutlicher.

Grund genug für eine Schwerpunktausgabe

der DEGEMED News zum Thema

»Wahl«. Wer plant was in der Rehabilitation?

Welche neuen reha-relevanten Ideen

und Initiativen zeigen die Programme? Die

DEGEMED hat ihre Wahlprüfsteine den Parteien

zugeschickt und um Beantwortung

der 17 Fragen gebeten. Das Ergebnis stellen

wir Ihnen hier vor. Gleichzeitig lohnt sich

ein Blick in die Programme der Parteien.

CDU/CSU: Stärkung von

Vorsorge und Reha

Milliarden für Rentner, mehr Kindergeld und

bessere Straßen: CDU und CSU haben ein

Regierungsprogramm vorgelegt, das von

der Opposition als »Wohlfühl-Papier« und

»Märchenbuch« kritisiert wird. Denn die

Wahlversprechen werden nach derzeitiger

Kassenlage kaum zu finanzieren sein.

Einer der Schwerpunkte ist die Mütter-

rente, die laut Kanzlerin »ganz oben auf der

Prioritätenliste« steht. Sie wird rund sieben

Milliarden Euro kosten. Finanziert werden

soll sie aus dem Bundeszuschuss zur Rentenversicherung.

Von Rehabilitation wird im

Wahlprogramm der CDU/CSU an vier Stellen

gesprochen, vor allem im Zusammenhang

mit Rente und Pflege. »Ziel von CDU

und CSU ist es, Vorsorge und Rehabilitation

weiter zu stärken«, heißt es wörtlich im

Programm. Und unter Punkt 4.6: »Bezieher

von Erwerbsminderungsrenten werden wir

mit einer spürbaren Erhöhung ihrer Rentenansprüche

besser stellen und ihnen damit

eine sichere Versorgung ermöglichen. Die

Beschäftigungsmöglichkeiten älterer Menschen

wollen wir durch bessere Gesundheitsleistungen

und darüber hinaus durch

eine bessere Anpassung der Rehabilitationsleistungen

an den sich verändernden

Altersaufbau unserer Gesellschaft fördern.«

Das hört sich nach einer Neuauflage der

auf Eis liegenden Pläne zur Erhöhung des

Reha-Budgets an.

10. Deutscher Reha-Tag

Wahlauftakt und Jubiläum S. 11

MBOR

Regionale Unterschiede S. 13

Kinder- und Jugend-Reha

Dringendes Handeln erforderlich S. 14

Neue Mitglieder

Die DEGEMED wächst weiter S. 15

SPD: Gleichstellung von Akut und Reha

Die SPD hat ihr Regierungsprogramm

bereits Anfang April vorgelegt. Sie setzt

sich für ein Präventions- und Gesundheitsgesetz

sowie für eine Präventionsstrategie

ein. Wichtig für die medizinische Rehabilitation

ist die Forderung der SPD nach einer

Gleichstellung mit der medizinischen Akutversorgung,

der Abbau von Zugangshürden

und die Beseitigung des Reha-Deckels. Damit

folgt die Partei einer ganzen Reihe langjähriger

Forderungen der Rehabilitation. Zur

Vermeidung von Pflegebedürftigkeit geht

die SPD darüber hinaus in eine Offensive

für die geriatrische Rehabilitation inklusive

Seite 3


intern

Editorial

Liebe Kolleginnen

und Kollegen,

Norbert Glahn,

Vorstands–

vorsitzender

der DEGEMED

»Rede, damit ich dich sehe!« hat der griechische

Philosoph Sokrates (470 v.Chr.

– 399 v.Chr.) einst gesagt und meinte damit:

Lege deine Meinung offen, sonst wirst du

übersehen! Das gilt besonders in Wahl-

Zeiten. Knapp 100 Tage vor der Bundestagswahl

und direkt vor der parlamentarischen

Sommerpause hat in Berlin das politische

Tauziehen begonnen. Und manch ein Politiker

ist deutlich präsenter und mitteilsamer

als noch vor wenigen Wochen. Ohne die

gebotene Neutralität zu verletzen, hat die

DEGEMED diesen Umstand genutzt und die

Fraktionen der im Bundestag vertretenen

Parteien aufgefordert, Stellung in Sachen

Rehabilitation zu beziehen. Leitlinien waren

und sind dabei die bereits in der Ausgabe 43

(März 2013) abgedruckten »Wahlprüfsteine«

unseres Berufsverbandes. Die Antworten, die

bis Ende Juni in der Geschäftsstelle eintrafen,

haben uns veranlasst, diese Ausgabe des

Newsletters als eine Schwerpunktausgabe

»Bundestagswahl 2013« zu gestalten. Zwar

können wir nicht alles abdrucken – dazu ist

der Umfang des Newsletters einfach zu begrenzt

–, aber wesentliche Aspekte, ergänzt

um Zitate aus den Wahlprogrammen aller

Fraktionen, finden Sie auf den folgenden

fünf Seiten. Wir von der DEGEMED – so viel

ist sicher – sehen uns die Statements nicht

nur jetzt genau an. Wenn es im Januar in

den neu gebildeten Ausschüssen an die

Arbeit geht, werden wir sicher den einen

oder anderen Abgeordneten zitieren und

an seine Aussagen erinnern. Doch bis

dahin liegen noch drei spannende Monate

vor uns. Lassen Sie uns die Zeit nutzen und

Politik aktiv mitgestalten.

Ihr Professor Bernd Petri

Vorstandsvorsitzender der DEGEMED

2

Monitoring-Stelle fordert mehr

Anstrengungen für UN-BRK

Reha-Professur in

Potsdam angetreten

BSG zum Wunsch- und Wahlrecht:

Kein Wille geschehe!

Berlin. Anlässlich des 4. Jahrestages

des Inkrafttretens der UN-Behindertenrechtskonvention

am 26. März hat die

Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention

die Anstrengungen

von Bund und Ländern zur Umsetzung

der Konvention gewürdigt. Die bisher

geleisteten Anstrengungen, die Rechte

von Menschen mit Behinderungen in

Politik und Verwaltung zu verankern,

seien positiv zu würdigen, erklärt Valentin

Aichele, Leiter der Monitoring-Stelle.

Mittlerweile gebe es auf Bundesebene

und in zehn Bundesländern Aktionsund

Maßnahmenpläne. Zugleich kritisiert

Aichele, dass sechs Bundesländer

(Baden-Württemberg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern,

Niedersachsen,

Sachsen, Schleswig-Holstein) bisher

keine Umsetzungsstrategie in Kraft

gesetzt hätten. Das sei ein echtes Manko.

Es seien in den letzten vier Jahren

große Probleme beispielsweise in den

Bereichen inklusive Bildung, Schutz vor

Gewalt, politische Mitwirkung, Barrierefreiheit

und gesundheitliche Versorgung

erkennbar geworden.

Prof. Dr. med.

Heinz Völler

Potsdam. »Rehabilitation

als Teil der Gesundheitswissenschaften«

war

das Thema des Antrittssymposiums

von Prof.

Dr. med. Heinz Völler am

3. Mai auf dem Campus

Am Neuen Palais der

Universität Potsdam.

Der Ärztliche Direktor der Klinik am See in

Rüdersdorf ist Inhaber der Stiftungsprofessur

für Rehabilitationswissenschaften,

die von der Brandenburg Klinik in Bernau,

der Klinik am See und der MEDIAN Kliniken

GmbH & Co. KG getragen wird. Auf der

Grundlage der 2010 vereinbarten Kooperation

verfolgen die Kliniken gemeinsam mit

der Universität das Ziel, die Forschung in

der Rehabilitationsmedizin zu fördern und

auszubauen. Das Antrittssymposium thematisierte

die gesellschaftspolitischen und

sozialmedizinischen Herausforderungen

einer sich verändernden Gesellschaftsstruktur.

Ins besondere die Rehabilitationswissenschaften

stehen vor der Aufgabe,

hier patienten orientierte Lösungskonzepte

zu erarbeiten.

Kassel. Das Bundessozialgericht

(BSG) hat mit zwei Entscheidungen

am 7.5.2013 erhebliche Irritationen

ausgelöst. Gegenstand beider Urteile

sind Ansprüche von Rehabilitanden auf

Kostenerstattung bei Wahl einer nicht

von der Krankenkasse vorgeschlagenen

Reha-Einrichtung (Az. B 1 KR 12/12 R,

B 1 KR 53/12 R). Das BSG entschied,

dass gesetzlich Krankenversicherte bei

der Wahl einer teureren Vertragseinrichtung

für stationäre medizinische Rehabilitation

keinen Kostenerstattungsanspruch

gegen ihre Krankenkasse haben.

Das Gericht orientierte sich in seinen Urteilen

streng am Wortlaut des § 40 Abs.

2 Satz 3 SGB V. Diese Vorschrift sieht eine

Kostenerstattung nur bei Auswahl einer

zertifizierten Reha-Einrichtung ohne

Versorgungsvertrag vor. Das BSG sieht

darin offenkundig keinen Widerspruch

zum im SGB IX verankerten Wunschund

Wahlrecht. Das Urteil wird Thema

des 7. Deutschen Reha-Rechtstags am

27.9.2013 in Berlin. Info und Anmeldung

unter www.anwaltakademie.de oder

unter www.degemed.de


schwerpunkt

Kostenerstattung durch die Pflegekasse.

Und der Ausbau ambulanter/teilstationärer

Hilfen im Akut- und Reha-Bereich steht

ebenfalls im Parteiprogramm. Für Patienten

und Behinderte bricht die SPD an vielen

Stellen eine Lanze. So mit der weiteren

Vereinheitlichung des Rechts behinderter

Menschen im SGB IX , aber auch mit einem

Bundesleistungsgesetz zur UN-Behindertenrechtskonvention

sowie Wunsch- und

Wahlrechten und Servicestellen als Teil

eines inklusiven Sozialraumes. Last, not

least soll eine einheitliche Bedarfsermittlung

nebst Verfahren für alle Sicherungssysteme

und Träger zum Schnittstellenabbau eingeführt

werden und eine große Pflegereform

mit neuem Bedürftigkeitsbegriff und Leitbild

rundet das umfangreiche Programm ab.

FDP unerwartet knapp

Deutlich geringer als erwartet – zumal

bei einem amtierenden Gesundheitsminister

aus den eigenen Reihen – fällt der

Gesundheitsbereich im FDP-Programm

aus. Immerhin konstatiert das Programm

»Rehabilitation führt zu nicht unerheblichen

Einsparungen bei Erwerbsminderungsrenten

und Pflegeleistungen«. Ansonsten

beschränkt sich das Programm darauf, die

geriatrische Kompetenz in allen Gesundheitsberufen

zu stärken und die Kriterien

zur Pflegeversicherung zu ändern.

Bündnis 90/Die Grünen praxisnah

Bündnis 90/Die Grünen zeigen sich in

ihrem Programm von Ende April nah am

Patienten und an der Praxis. Sie fordern ein

inklusives Gesundheitssystem für Behinderte

mit allen notwendigen präventiven,

diagnostischen, therapeutischen sowie rehabilitativen

Maßnahmen. Eine Art »Stiftung

Warentest« im Gesundheitswesen und der

Ausbau unabhängiger Patientenberatung

sollen für Neutralität sorgen. Gleichzeitig

mit einem Präventionsgesetz für wohnortnahe

Gesundheitsversorgung sollen auch

Anreize für eine bessere Prävention und

Rehabilitation bei Pflege gesetzt werden.

Eine Pflege-Bürgerversicherung unter

Einbeziehung aller Bürger und Einkommen

sowie die Überführung der Behindertenhilfe

aus der Sozialhilfe in ein Teilhabeleistungsgesetz

runden die Wahlforderungen ab.

Die Linke mit Milliarden gegen Barrieren

Die Linke macht sich für die Umsetzung

der UN-Behindertenrechtskonvention und

den Aktionsplan stark. Gleichzeitig soll ein

bundeseinheitliches Teilhabesicherungsgesetz

verabschiedet werden und rund eine

Milliarde Euro sollen in ein Sonderinvestitionsprogramm

für Abbau baulicher und

kommunikativer Barrieren fließen. Bei der

Pflegeversicherung fordert Die Linke die

Finanzierung aller Leistungen in vollem Umfang

und ein höheres Leistungsniveau.

Erste Frau in das DRV-Direktorium gewählt

3

Vertreterversammlung der DRV

Bund bestimmt Gundula Roßbach

zur Nachfolgerin von Dr.

Herbert Rische

Düsseldorf. Die bisherige Erste Direktorin

der DRV Berlin-Brandenburg, Gundula

Roßbach, wird Nachfolgerin von Dr. Herbert

Rische im Direktorium der Deutschen Rentenversicherung

Bund (DRV Bund). Nach

ihrer erfolgreichen Präsentation im Vorstand

der DRV Bund stellte sich die 48-jährige

Juristin in der Vertreterversammlung

am 27. Juni in Düsseldorf zur Wahl. Die Vertreterversammlung

bestätigte sie als Mitglied

des dreiköpfigen Direktoriums offiziell.

Weitere Direktoren sind Dr. Axel Reimann

und Herbert Schillinger. Wann sie endgültig

die neue Funktion übernimmt, hängt aber

vom Zeitpunkt des Ausscheidens von Dr.

Herbert Rische ab. Ebenfalls offen ist dessen

Nachfolge im Amt des Präsidenten der

DRV Bund und die Aufteilung der Zuständigkeiten

in dem Kollegialorgan. Bisher

ist Dr. Axel Reimann der für Rehabilitation

zuständige Direktor.

Es wurde Zeit: Die Vertreterversammlung

hat Gundula Roßbach neu in das Direktorium

gewählt. Sie war nach einer Tätigkeit

bei einem Kommunalen Spitzenverband in

Brandenburg bei der Deutschen Rentenversicherung

Bund beschäftigt, dort zuletzt

als Leiterin der Abteilung Prüfdienst.

2006 ist die Juristin zur stellvertretenden

Geschäftsführerin der Deutschen Rentenversicherung

Berlin-Brandenburg gewählt

worden, 2009 zur Geschäftsführerin.

Das bisherige Direktorium, noch ungegendert. (V. l.) Herbert Schillinger, Dr. Herbert Rische

und Dr. Axel Reimann


schwerpunkt

Bundestag

Wer die Wahl hat, …

Rund 100 Tage vor der Wahl

bat die DEGEMED im Juni die

Fraktionen aller Parteien des Bundestages

darum, sich zu den 17

Wahlprüfsteinen des Verbandes

(s. Newsletter Nr. 43/März 2013)

zu äußern.

Berlin. Mal eher verhalten, mal deutlicher

-– die Antworten der Politik auf die 17 Fragen

der DEGEMED fielen differenzierter aus als

erwartet. Insgesamt 21 Seiten Text umfassten

die Schreiben der fünf Parteien. Die

Redaktion hat für die degemed News einige

interessante Aussagen zusammengestellt.

Die kompletten Antwortschreiben finden

Sie im Internetauftritt der DEGEMED als PDF

zum Download. Das Herunterladen und

Aufbewahren lohnt sich. Denn die Wahlversprechen

von heute sind die Wahlprüfsteine

von morgen.

Die Antwortenden waren:

4

Patrick Döring

Andrea Nahles

Birgitt Bender

•Patrick Döring MdB, FDP

Generalsekretär; Diplom-Ökonom, Unternehmer;

geboren 1973 in Stade; verheiratet;

Mitglied des Bundestages seit 2005, seit

März 2010 stellvertretender Vorsitzender der

FDP-Fraktion, Generalsekretär der FDP seit

April 2012.

Karl Schiewerling

•Karl Schiewerling MdB, CDU/CSU

Vorsitzender der Arbeitsgruppe Arbeit und

Soziales; Industriekaufmann, Personalfachkaufmann;

geboren 1951 in Essen; katholisch;

verheiratet, drei Kinder; Mitglied des

Bundestages seit 2005.

•Andrea Nahles MdB, SPD

Generalsekretärin; Literaturwissenschaftlerin

M. A.; geboren 1970 in Mendig; verheiratet;

seit 1997 Mitglied im SPD-Parteivorstand,

seit 2003 im Präsidium der SPD, seit November

2009 Generalsekretärin der SPD.

•Birgitt Bender MdB,

Bündnis 90/Die Grünen

Gesundheitspolitische Sprecherin; Juristin;

geboren 1956 in Düsseldorf; 1988 bis 1990

Fraktionsvorsitzende, 1992 bis 2000 stellvertretende

Fraktionsvorsitzende, Mitglied

des Bundestages seit 2002.

Dr. Ilja Seifert

•Dr. Ilja Seifert MdB, Die Linke

Sprecher für Behindertenpolitik; Literaturhistoriker;

Lyriker, geboren 1951 in Berlin; bis

1989 Mitglied der SED, des FDGB und der

FDJ, seit 1990 Mitglied der PDS, März bis

Oktober 1990 Mitglied der Volkskammer,

Mitglied des Bundestages Oktober 1990 bis

1994, 1998 bis 2002 und seit 2005.


schwerpunkt

Rehapolitik auf dem Prüfstand: 17 Fragen – 17 Antworten

1. Welchen Stellenwert haben Leistungen

der medizinischen Rehabilitation

künftig bei der Sicherung der Teilhabe

von Menschen mit chronischen Erkrankungen

oder Behinderungen?

3. Welche Chancen sehen Sie für die

Verankerung erweiterter Klagerechte

zur effektiven Rechtsdurchsetzung einzelner

Leistungsberechtigter und Leistungserbringer?

5. Welche Rolle soll die medizinische Rehabilitation

künftig in einem vernetzten

Gesundheitswesen spielen?

Die demographisch bedingte Verlängerung

der Lebenszeit sowie die Abnahme

jüngerer und Zunahme älterer Menschen

mit ihren Konsequenzen für Arbeitsmarkt,

Wirtschaft und Gesellschaft erfordern eine

längere Beteiligung aller Erwerbsfähigen am

Arbeitsleben. Hier bildet die Rehabilitation

ein zentrales Instrument, um eine nachhaltige,

länger währende Stabilisierung der

Erwerbsfähigkeit innerhalb der Generationen

zu verwirklichen. Dabei kommt der medizinischen

Rehabilitation insbesondere in

Bezug auf chronische Erkrankungen sowie

Behinderungen eine wichtige gesamtgesellschaftliche

und volkswirtschaftliche Funktion

zu. Gerade mit Blick auf den drohenden

Fachkräftemangel nimmt die medizinische

Rehabilitation aus unserer Sicht einen hohen

Stellenwert ein, weshalb wir uns für eine

noch bessere Rehabilitation in Quantität und

Qualität einsetzen.


2. Wie soll das SGB IX vor dem Hintergrund

der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention

weiterentwickelt

werden?

Wir setzen uns für eine Weiterentwicklung

des SGB IX ein. So muss zum Beispiel die

Inanspruchnahme des Persönlichen Budgets

ausgeweitet sowie die Arbeit der Gemeinsamen

Servicestellen verbessert werden.

Über die konkreten Maßnahmen sollte jedoch

erst nach Vorliegen der laufenden wissenschaftlichen

Evaluation entschieden werden.


Für Streitfälle ist in den zuständigen Ämtern

eine neutrale und unabhängige Ombudsstelle

einzurichten, die zunächst bei Verstößen

gegen das Teilhabesicherungsgesetz auch

in eigener Befassung tätig werden kann.

Die Ombudsstelle soll fachübergreifend und

kompetent besetzt werden, Behindertenvertretungen

sind in die Ombudsstelle zu integrieren.

Mitglieder der Ombudsstelle dürfen

in keinem Beschäftigungsverhältnis zu dem

Amt stehen, das Partei des Schiedsverfahrens

ist. Entscheidungen sollten einmütig

getroffen werden.

DIE LINKE fordert, einen Gesetzentwurf zur

Änderung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes

(AGG) vorzulegen, mit dem

ein Verbandsklagerecht implementiert wird

(BT-Drs. 17/11590). Es soll Verbände ermächtigen,

auch ohne individuell klagewillige

Betroffene Klage erheben zu können. Dies

muss auch für das SGB IX gelten (BT-Drs.

17/9758).


4. Welche gesetzlichen Änderungen sind

bei den Reha-Zugangsverfahren der einzelnen

Reha-Träger notwendig?

Das Zugangsverfahren in der GRV ist deutlich

einfacher und niedrigschwelliger als

das in der GKV. Zudem wird das zweistufige

Antragsverfahren in der GKV vielfach als unnötig

bürokratisch wahrgenommen. Ob und

inwieweit eine Angleichung der Regelungen

in der GKV an die in der GRV möglich ist, ist

auch mit den Selbstverwaltungspartnern im

Gemeinsamen Bundesausschuss zu klären.


Die SPD spricht sich ausdrücklich für eine

fortgesetzte Konvergenz der Gesundheitssektoren

aus. Nur durch die Vernetzung und

stärkere Koordination aller ambulanten und

stationären Leistungsangebote auf lokaler

Ebene wird die optimale Versorgung der

Patientinnen und Patienten geschaffen. Wir

setzen dabei gerade auf den Ausbau der ambulanten

medizinischen Rehabilitation vor

Ort, um die Möglichkeiten der Integration von

Reha-Maßnahmen in das Alltagsleben der

Patientinnen und Patienten zu fördern.


6. Sind die bisherigen gesetzlichen Regelungen

zur Bemessung des Reha-Budgets

der Deutschen Rentenversicherung

(DRV) angesichts der demografischen

Entwicklung noch ausreichend?

Natürlich ist es unser Ziel, dass notwendige

Reha-Leistungen auch tatsächlich durchgeführt

werden und nicht aufgrund von Rationalisierungen

unterbleiben. Um diese Zielsetzung

zu erreichen, ist es unter anderem

notwendig, die Rentenversicherungsträger

mit den entsprechenden Finanzmitteln auszustatten.

Daher wollen wir das Budget der

Reha-Mittel für die Rentenversicherungsträger

den neuen Notwendigkeiten anpassen.

Dies ist im Rentenpaket, das wir in unserem

Wahlprogramm vorsehen, auch so beabsichtigt.

Für diese Anhebung des Reha-Budgets

macht sich die Union stark.


5


schwerpunkt

6

7. Wie kann die Rationierung notwendiger

medizinischer Reha-Leistungen

künftig verhindert werden?

Wir werden die Entwicklung der Ausgaben

sowie des Leistungsspektrums für die medizinische

Rehabilitation auch in der kommenden

Wahlperiode sehr genau im Auge behalten.

Jedwede Form von Rationierungen in

der Gesundheitsversorgung der Patientinnen

und Patienten sind für uns inakzeptabel.


8. Sollte der Anteil der Reha-Ausgaben

der Krankenkassen auf 2 % der Gesamtausgaben

fixiert werden, um ein

weiteres Absinken dieses Anteils zu

verhindern?

Starre Budgets setzen falsche Anreize. Je

nach Ausgestaltung können sie zur Vorenthaltung

notweniger Leistungen wie zur Verschwendung

führen. Wir setzen stattdessen

auf qualitätsgesicherte Indikationsstellung,

klare Zuständigkeiten und Transparenz in der

Bewilligungspraxis.


9. Wie müssen gemeinsame Grundsätze

für die Vergütung von Leistungen zur

Rehabilitation und Teilhabe (§ 21 SGB IX)

aussehen?

gemeinsame Empfehlungen sowie Rahmenverträge

mit den Arbeitsgemeinschaften der

Rehabilitationsdienste und -einrichtungen

zu vereinbaren. Ziel des § 21 Abs. 2 SGB IX ist

es entsprechend, eine Erweiterung des Abstimmungsgebotes

der Rehabilitationsträger

mit den Leistungserbringern zu erreichen.

Darüber hinaus erweitert § 21 Abs. 2 SGB IX

die Möglichkeit gemeinsamer Empfehlungen

nach § 13 SGB IX über den Inhalt von Versorgungsverträgen.


10. Sollten die 2011 geschaffenen Landesschiedsstellen

nach § 111 b SGB V

zwischen Krankenkassen und Reha-Einrichtungen

auch auf andere Reha-Träger

ausgedehnt werden?

Die Schaffung einer Schiedsstelle für Konflikte

bei Vergütungsverhandlungen war eine

langjährige Forderung vieler Sozialverbände.

Diese Schiedsstelle muss auch für den

Bereich der ambulanten Rehabilitation tätig

sein. Denn auch für diesen Bereich müssen

sich Leistungserbringer auf eine angemessene

und leistungsgerechte Vergütung und

deren Fortschreibung verlassen können. Da

auch die Rentenversicherung Leistungsträger

von ambulanten Rehabilitationsleistungen

sein kann, sollte eine Schiedsstelle

als Konfliktlösungsmechanismus analog

der Regelung zu § 111c Abs. 3 SGB V auch

im SGB VI verankert werden. Zu prüfen wäre,

ob im SGB IX für alle Reha-Träger für solche

Schiedsstellen einheitliche Vorgaben festgeschrieben

werden.

sind, nicht immer ortsnah sein. Wichtiger sind

hier Kriterien wie Zugänglichkeit, Qualitätsorientierung

und Wirtschaftlichkeit.


12. Welche Bedeutung hat eine ausgewogene

Struktur von privaten, öffentlichen

und freigemeinnützigen Leistungsanbietern

für medizinische Rehabilitation?

Eine ausgewogene Struktur privater, öffentlicher

und freigemeinnütziger Leistungsanbieter

im Bereich der medizinischen Rehabilitation

befürworten wir vollumfänglich. Unserer

Auffassung nach wird das bestehende

Vergaberecht für die Beschaffung insbesondere

sozialer Dienstleistungen jedoch noch

nicht durchgehend den Anforderungen der

Praxis gerecht. Wir verfolgen daher den Ansatz,

die Qualität bei der Vergabe von Dienstleistungen

besser zu berücksichtigen. Wir

wollen den nationalen Rechtssetzungsspielraum

nutzen, um insbesondere bei sozialen

Dienstleistungen die Berücksichtigung der

bieterbezogenen Qualitätskriterien bei der Zuschlagerteilung

stärker zu gewichten und uns

auf europäischer Ebene für die Schaffung einer

entsprechenden, für alle Dienstleistungen

geltenden Regelung bei der anstehenden

Reform der Vergaberichtlinien einsetzen.


13. Wie transparent muss die Belegungssteuerung

durch die Reha-Träger sein?


Paragraph 21 Abs. 2 SGB IX bestimmt, dass

die Rehabilitationsträger und Arbeitsgemeinschaften

der Dienste und Einrichtungen der

Rehabilitation Rahmenverträge vereinbaren

können, zu deren Inhalten Qualitätsanforderungen

an die Ausführung der Leistungen,

das beteiligte Personal und die begleitenden

Fachdienste gehören. Ferner erlaubt § 21

Abs, 2 SGB IX den Rehabilitationsträgern,

über den Inhalt der Verträge, deren inhaltliche

Mindestanforderungen katalogartig

in § 21 Abs. 1 SGB IX vorgegeben sind,

11. Wie wichtig ist die Sicherung einer

regionalen, orts- und betriebsnahen Versorgung

mit ambulanten und stationären

Rehabilitationsangeboten?

Ambulante Rehabilitationsangebote müssen

ortsnah vorgehalten werden. Dagegen

müssen und können stationäre Angebote,

insbesondere wenn sie hoch spezialisiert

Wir würden uns mehr Transparenz wünschen.

Diese wäre auch wichtig um zu gewährleisten,

dass Belegungen nach Qualität

und Bedarf und nicht nach dem Kriterium

Eigen- oder Fremdeinrichtung erfolgen. Diese

Transparenzanforderung sollte im Übrigen

auch für Entscheidungen über die Zulassung

von Reha-Einrichtungen gelten.


schwerpunkt

14. Mit welchen politischen Maßnahmen

kann dem Fachkräftemangel in der Rehabilitations-

und der Gesundheitsbranche

insgesamt begegnet werden?

Berufe in der Alten- und Krankenpflege

nehmen nicht nur eine wichtige Funktion

in der Gesellschaft ein, es handelt sich angesichts

des Fachkräftemangels auch um

Berufsfelder mit großen Chancen. Um die Attraktivität

dieser Berufe gerade unter jungen

Menschen zu steigern, setzen wir auf Qualität

der Ausbildungswege, bessere Aufstiegschancen

und vor allem mehr Wertschätzung

in der Gesellschaft z. B. durch Imagekampagnen

wie www.ich-pflege-weil.de. Im Übrigen

setzen wir auf eine umfassende Strategie zur

Bewältigung der gesamtgesellschaftlichen

Aufgabe. Für die Fachkräftesicherung ist

es unerlässlich, Bildung und Weiterbildung

zu stärken, für einen flexiblen und familienfreundlichen

Arbeitsmarkt zu sorgen, längere

Lebensarbeitszeit und mehr qualifizierte

Einwanderung zu befördern. Deutschland

muss eine Willkommenskultur etablieren,

offen sein und um kluge Köpfe aus aller Welt

konkret und aktiv werben. Die begonnene

Liberalisierung bei der Einwanderung wollen

wir fortsetzen.


15. Welche gesetzlichen Regelungen

sind notwendig, um für mehr Gemeinsamkeit

bei der externen Qualitätssicherung

der einzelnen Reha-Träger (DRV,

GKV) zu sorgen?

Der Ausbau und die Sicherung der Qualität

im gesamten Gesundheitssektor ist

eine Schlüsselaufgabe. Wir unterstützen

ausdrücklich eine Vereinheitlichung des

QS-Reha®-Verfahrens der Krankenkassen

und der Qualitätssicherungsverfahren der

Rentenversicherung.


16. Welche Auswirkung sollte die Ergebnisqualität

auf das Vergütungsniveau

oder die Auslastung einer Reha-Einrichtung

haben?

Finanzielle Anreize können Anbieter dazu

motivieren, die Versorgung der Rehabilitandinnen

und Rehabilitanden kontinuierlich zu

verbessern und sich – patientenorientiert –

immer wieder selbst zu hinterfragen. Deshalb

sollte sich eine bessere Ergebnisqualität,

wie z. B. vermiedene Pflegebedürftigkeit oder

deutlich verbesserte Alltagskompetenzen,

auch finanziell niederschlagen. Das könnte

außer über eine bessere Vergütung auch

über eine höhere Belegungsquote geschehen.


17. Sollte der zusätzliche Aufwand für

das gesetzlich geforderte interne Qualitätsmanagement

durch die Vergütung

kompensiert werden?

Ja. Die Unterfinanzierung der Kliniken und

medizinischen Einrichtungen ist zu beenden.

Alle begründeten Kostenerhöhungen (z. B.

gesetzlich, tariflich oder durch Steigerung der

Fixkosten) sind zu refinanzieren.

7

Die Reha-Welt

in Zahlen:

• Anteil der Menschen mit persönlicher Rehabilitationserfahrung,

die sagen, dass Reha etwas mit Wiederherstellung der

Gesundheit, Heilung oder Genesung zu tun hat (Quelle: GfK,

wdv):

45 %

Zahlen helfen uns, die Wirklichkeit zu erkennen.

Wenn wir etwas wiegen, messen

oder zählen können, entsteht dabei ein Bild

im Kopf und wir trauen uns ein Urteil zu.

Nicht immer liegen wir dabei richtig. Das

liegt nur zum Teil an den Zahlen selbst.

Unsere Rubrik »Die Reha-Welt in Zahlen«

stellt Zahlen ohne Kommentar zusammen,

die uns in den letzten Wochen begegnet

sind. Manche Zahlen verblüffen oder ärgern,

andere erregen Widerspruch. Allen

ist aber gemeinsam: Sie haben etwas mit

Reha zu tun und wurden bereits veröffentlicht.

• Beschäftigungsquote älterer Arbeitnehmer (55–64 Jahre) in

Deutschland 2012 (Quelle: Eurostat; zum Vergleich: D 2001

37,9 %; EU 2012 47,4 %):

• Zusätzliche Kosten pro Fall für personellen Mehraufwand

nach Anforderungsprofil MBOR der DRV (Quelle: Bethge,

MHH):

59,9 %

215,88 Euro

• Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen in Spanien im März

2013 (Quelle: Eurostat; zum Vergleich: D 7,6 %): 55,9 %

• Anteil ausländischer Beschäftigter im Gesundheits- und Sozialwesen

in Deutschland 2011 (Quelle: Bundesagentur für

Arbeit):

4,5 %

• Tatsächliche Ausgaben für Gesundheit pro Kopf in Deutschland

2011 (Quelle: Stat. Bundesamt) :

3.590 Euro

• Geplante Ausgaben der GKV für Prävention insgesamt pro

Versicherten ab 2014 nach dem Entwurf des Präventionsförderungsgesetzes

(Quelle: BMG):

• Erwartete Mehrausgaben der GKV für individuelle Vorsorgeleistungen

in anerkannten Kurorten ab 2014 nach dem Entwurf des

Präventionsförderungsgesetzes (Quelle: BMG):

6 Euro

15–20 Mio. Euro


qualitätsmanagement

8

Qualitätsmanagement

Gemeinsamer Qualitätskongress von

Degemed und Fachverband Sucht (FVS)

Zum Ende der Nachfrist für Zertifizierungen

am 30. Juni haben

sich die meisten Reha-Einrichtungen

für das interne Qualitätsmanagement

nach DEGEMED ®

entschieden.

Berlin/Frankfurt a.M. Die DEGEMED

baut ihre Marktführerschaft beim internen

Qualitätsmanagement weiter aus. Nach

einer Auswertung der Bundesarbeitsgemeinschaft

für Rehabilitation (BAR)

vom Mai verwenden bereits 250 Reha-

Einrichtungen das QM-System der DEGE-

MED. Weitere 59 haben das Verfahren des

Fachverbandes Sucht (FVS) eingeführt.

Beide miteinander verwandten Verfahren

kommen zusammen auf einen Marktanteil

von 24 Prozent (309 von 1.310).

Gemeinsamer Qualitätskongress 2013

von DEGEMED und FVS

Zahlreiche Reha-Einrichtungen haben in

den vergangenen 24 Monaten das QM-

System der DEGEMED neu eingeführt.

Um ihnen den Einstieg in die Routineanwendung

zu erleichtern, veranstalten

350

300

250

200

150

100

50

0

309

DEGEMED + FVS

250

DEGEMED

214 199

QMS-Reha

IQMP

Fast ein Viertel aller zertifizierten Reha-

Einrichtungen wählt die QM-Verfahren von

DEGEMED und Fachverband Sucht.

DEGEMED und FVS gemeinsam am 10. und

11.10.2013 in Berlin einen praxisorientierten

Qualitätskongress.

Neue DIN EN 15224 kommt

Neben der neuen gesundheitsspezifischen

DIN EN 15224 wird bei der zweitägigen

Veranstaltung vor allem der Austausch

der Anwender, also der einzelnen QM-

Beauftragten in Reha-Einrichtungen auf der

Agenda stehen.

QM-Verfahren Mai 2013

114 107

deQus

ktQ

system QM Reha

63 59

FVS

304

Andere (25)

n=1.310; Quelle: BAR

Service

Über alle Aktualisierungen des Auditleitfadens

für das interne QM nach

DEGEMED ® informiert die Homepage

der DEGEMED. Dort sind ebenfalls

Programm und Anmeldeformular für

den Qualitätskongress verfügbar.

Sekundärprävention im Internet

lebensstil-aendern.de – Herz- und Rückenpatienten erzählen

von Rebecca Schweier & Gesine Grande, HTWK Leipzig

Auf www.lebensstil-aendern.de

berichten Patientinnen und Patienten

von ihrem Weg zu einer

gesünderen Lebensweise mit

chronischen Herz- und Rückenerkrankungen.

Sie erzählen von

den Schwierigkeiten und Rückschlägen,

davon, wie es ihnen

gelungen ist, diese Hürden zu

überwinden und wer oder was

ihnen dabei ganz besonders

geholfen hat.

Leipzig. Jahrelang hatte Christine Wagner

(Name geändert) starke Rückenschmerzen.

Durch ihr tägliches Yoga-Programm

und den regelmäßigen Stressausgleich

beim Joggen hat sie mittlerweile nur noch

selten Probleme. Auf www.lebensstilaendern.de

erzählt die 51-Jährige: »Es

ist wirklich nicht so einfach, weil Sie sich

immer wieder motivieren müssen. Es macht

nämlich nicht immer Spaß. Also finde ich

jetzt. Mir macht es nicht immer Spaß, aber

ich weiß letztendlich tut es mir gut.« Um

sich gar nicht erst dem Kampf mit ihrem

»inneren Schweinehund« auszusetzen,


projekte

Klinikpraxis

Zuweisung gegen Entgelt – Korruption auch in der Reha?

Aktuelle Studie belegt: Zuweisung

von Patienten in stationäre

Einrichtungen gegen Entgelt

spielt große Rolle. Politik will mit

Verschärfung des Strafrechts

reagieren

Berlin. Die Versorgung von Patienten

folgt nicht allein medizinischen Gesichtspunkten.

In der Vergangenheit wiesen

Stichworte wie Kickback-Prämien oder

vergütete Anwendungsbeobachtungen

vor allem bei niedergelassenen Ärzten

auf einen Graubereich hin. Die Studie des

Kriminologen Prof. Dr. jur. Kai-D. Bussmann

(Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht und

Kriminologie der Martin-Luther-Universität

Halle-Wittenberg) liefert nun starke Indizien,

dass auch bei der Patientensteuerung

in stationäre Einrichtungen, darunter auch

Reha-Einrichtungen, Korruption vorkommt.

Der GKV-Spitzenverband als Auftraggeber

der Studie fordert Sanktionen.

Bahr: Bei Korruption

bis zu drei Jahre Haft

Gesundheitsminister Bahr will nun mit seiner

im April angekündigten Initiative Strafbarkeitslücken

schließen und die Gewäh-

rung finanzieller und materieller Vorteile

zwischen Akteuren im Gesundheitsbereich

unter Strafe stellen. Von bis zu drei Jahren

Haft für Korruption im Gesundheitswesen

ist die Rede. Der geplante Straftatbestand

soll nicht nur für Ärzte, sondern für alle Leistungserbringer

gelten. Davon wären auch

Reha-Kliniken betroffen.

Service

Autor und Auftraggeber der Studie

»Unzulässige Zusammenarbeit im

Gesundheitswesen durch Zuweisung

gegen Entgelt« stellen deren Ergebnisse

und ihre Forderungen auf dem

Deutschen Reha-Rechtstag am 27.9.

in Berlin vor. Die Studie ist abrufbar

unter www.gkv-spitzenverband.de

Gernot Kiefer,

Vorstand des

GKV-Spitzenverbands,

zur Veröffentlichung

der

Studie: »Die

vorgelegten Studienergebnisse

lassen den Schluss zu: Im deutschen

Gesundheitswesen besteht

gegenwärtig erhebliches Korruptionspotenzial.«

Anteil der Einrichtungen, die eine Situation berichtet haben, in

der von ihnen Zuwendungen erwartet wurden

Pflegeheime

Reha-Einrichtungen

private und öffentliche

Krankenhäuser

im Durchschnitt

16

19

25

Quelle: GKV-Spitzenverband; Angaben in Prozent

9

0 10 20 30 40 50

39

Auf der Website zeigen Patienten ihren

Weg zu mehr Gesundheit.

erledigt Christine Wagner mittlerweile ihr

Yoga-Programm gleich morgens. Christine

Wagner ist eine von knapp 70 Patientinnen

und Patienten, die auf www.lebensstilaendern.de

in kurzen Video-, Audioclips

und Textbeiträgen von ihrem Weg zu einer

gesünderen Lebensweise mit chronischen

Herz- und Rückenerkrankungen erzählen.

Das Gesundheitsportal entsteht im Rahmen

eines von der DRV Bund geförderten

Forschungsprojekts an der Hochschule

für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig.

Mit dem Projekt sollen Patientinnen und

Patienten sowie Angehörige durch das

Erfahrungswissen anderer Betroffener bei

der nachhaltigen Lebensstilveränderung

unterstützt werden.

Evaluation läuft

Die Website lebensstil-aendern.de ist seit

November 2011 online und erfreut sich

einer wachsenden Besucherzahl. Derzeit

wird das Projekt hinsichtlich seiner Effekte

auf Motivation und Verhaltensänderungsbereitschaft

von Patienten kurz nach der

Reha evaluiert. Daneben wird anhand eines

Online-Fragebogens die Bewertung der

Website durch Nutzer und medizinische

Experten erhoben. Der entsprechende Fragebogen

für Health Professionals ist weiterhin

offen und findet sich unter http://www.

lebensstil-aendern.de/expertenfeedback.

Mit den Ergebnissen der Evaluation ist Anfang

nächsten Jahres zu rechnen.


meinung

Nachgefragt

Mit Engagement und gesundem Menschenverstand

Interview mit Dr. Ina Ueberschär (DRV Mitteldeutschland)

10

Dr. med. Ina Ueberschär ist

eine von wenigen Frauen in

der Geschäftsführung eines

Trägers der Deutschen Rentenversicherung

(DRV). Zudem ist

sie die einzige Ärztin in dieser

Funktion. Dabei ist sie schon

lange in leitenden Positionen

bei der DRV Mitteldeutschland,

der LVA Sachsen und beim Landesarbeitsamt

Sachsen-Anhalt/

Thüringen tätig.

DEGEMED News: Frau Dr. Ueberschär, uns

fällt auf, dass Sie unter den zahlreichen

Geschäftsführern der Deutschen Rentenversicherung

die einzige Ärztin sind. Woran

liegt das?

Dr. Ueberschär: Das liegt meines Erachtens

schlicht und einfach daran, dass gezielt

erfahrene Führungskräfte mit einem akademischen

Background auf dem Gebiet

der Rechts-, Wirtschafts- oder Politikwissenschaften

gesucht werden. Ich gestehe,

dass ich deshalb zunächst auch gewisse

»Bauchschmerzen« hatte, ob ich als Sozialmedizinerin

einer solchen herausgehobenen

und verantwortungsvollen Aufgabe

in der Geschäftsführung eines großen Rentenversicherungsträgers

vollumfänglich

gewachsen sein werde. Ein langjähriger

und sehr erfahrener Geschäftsführerkollege

zerstreute meine Bedenken. Er sagte

mir, dass unabhängig von der Art des akademischen

Hochschulabschlusses langjährige

Führungserfahrung, Sozialkompetenz,

ein hohes Engagement und ein gesunder

Menschenverstand entscheidendes

Rüstzeug seien. Nach nunmehr bereits fünf

Jahren Geschäftsführungsverantwortung

in der DRV Mitteldeutschland kann ich dies

voll bestätigen. Diese Aufgabe war und ist

eine neue spannende Herausforderung.

Außerdem nutze ich die Möglichkeit, in

die Diskussionen und Entscheidungsfin-

Dr. med. Ina Ueberschär

dungen auch mein sozialmedizinisches

Wissen und Denken mit einzubringen.

DEGEMED News: Die ablaufende Legislaturperiode

hat trotz einiger Schlagworte wie

»Demografiestrategie« oder »Rentendialog«

kaum Zählbares für die Reha eingebracht.

Waren die Erwartungen zu hoch?

Dr. Ueberschär: Ich kann diese Einschätzung

so nicht teilen. Auch in der

ablaufenden Legislaturperiode konnte die

gesetzliche Rentenversicherung als der

wichtigste Rehabilitationsträger vielen

Versicherten erfolgreich und nachhaltig

helfen, weiter bzw. wieder beruflich und damit

auch sozial teilzuhaben. Dafür standen

auskömmliche finanzielle Mittel zur Verfügung,

auch wenn im Jahre 2012 das Reha-

Budget marginal überschritten wurde. Die

diesbezügliche weitere Entwicklung bleibt

abzuwarten. Die inhaltlichen Angebote der

Leistungserbringer und der DRV wurden

gezielt weiterentwickelt und den neuen

Erfordernissen angepasst. Als Stichworte

möchte ich hier stellvertretend nur MBOR

und die Präventionsangebote der DRV, wie

z. B. Betsi bzw. FEE nennen.

DEGEMED News: Die Antragszahlen im

Bereich der Rehabilitation für Kinder und

Jugendliche sind insgesamt rückläufig, ob-

wohl alle Experten von einem mindestens

gleichbleibenden Bedarf ausgehen. Ein

Zugangsproblem?

Dr. Ueberschär: Ja, leider. Wurden 2007 bei

der DRV bundesweit noch 85.166 Anträge

gestellt, waren es 2012 nur noch 67.207.

Das ist ein Minus von über 20 Prozent und

liegt damit deutlich über dem demografiebedingten

Rückgang infolge der abnehmenden

Zahl von Kindern und Jugendlichen.

Dabei wissen wir, dass bei nicht

wenigen Kindern und Jugendlichen ein

dringender Rehabilitationsbedarf besteht,

denken wir nur an die steigende Zahl von

Kindern mit Essstörungen und Verhaltensauffälligkeiten.

Die DRV hat sich deshalb

diesem wichtigen Thema angenommen

und versucht, das Zugangsproblem zu

lösen. Ich verweise in diesem Zusammenhang

u. a. auf das Positionspapier der

gesetzlichen Rentenversicherung zur Rehabilitation

von Kindern und Jugendlichen

2012. Ein zusätzliches »Hemmnis« sehe

ich in der bestehenden Gleichrangigkeit

bei der Zuständigkeit für die Rehabilitation

von Kindern und Jugendlichen zwischen

gesetzlicher Kranken- und Rentenversicherung.

Zur Vermeidung von Doppelzuständigkeiten

vertrete ich die Auffassung,

dass die Rehabilitation von Kindern und

Jugendlichen mit einer positiven Erwerbsprognose

voll in die Zuständigkeit der DRV

gehören sollte. Die Sicherung der späteren

Erwerbsfähigkeit beginnt mit der Sicherung

der Schul- und Ausbildungsfähigkeit.

Info

Die DRV Mitteldeutschland ist für Kunden

in Sachsen, Sachsen-Anhalt und

Thüringen zuständig. Mit einem Haushaltsvolumen

von 27,9 Milliarden Euro

im Jahr 2013 ist sie der größte regionale

Rentenversicherungsträger. Die

rund 4.400 Beschäftigten betreuen

mehr als 2,1 Millionen Versicherte und

zahlen rund 1,6 Millionen Renten aus.

Für Leistungen zur Teilhabe (Reha-

Budget) stehen im Jahr 2013 390,6

Millionen Euro zur Verfügung.


aktionen

Jubiläum 10. Deutscher Reha-Tag

Deutscher Reha-Tag lud zum Wahlauftakt

Anlässlich seines zehnjährigen Bestehens hatte der Deutsche Reha-Tag am 14. Juni Politiker und

namhafte Vertreter von Verbänden und Organisationen der Rehabilitation zum Wahlauftakt in die

Landes vertretung NRW in Berlin eingeladen.

Berlin. Der Deutsche Reha-Tag begeht in

diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum.

Für die beteiligten Institutionen, Verbände

und Organisationen ein guter Anlass, um

auf eine erfolgreiche Bilanz des jährlichen

Aktionstages zurückzublicken. Unter dem

Titel »Gute Reha in Deutschland?!« ging

es am 14. Juni bei der zentralen Bundesveranstaltung

auch um die politischen

Weichenstellungen der Rehabilitation in der

kommenden Legislaturperiode.

Initiatoren der ersten Stunde: DEGEMED-

Vorstand Prof. Dr. Bernd Petri sprach über

zehn Jahre Reha-Tag.

Umsetzung und Überarbeitung des SGB IX,

den Stand der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention,

den erleichterten

Zugang zur Rehabilitation, verbesserte

Schnittstellen und das Reha-Budget. Bei

der anschließenden Öffnung der Runde für

das Publikum standen die »Qualität in der

Rehabilitation« und aktuelle rehapolitische

Fragen vor dem Hintergrund der kommenden

Bundestagswahl im Mittelpunkt.

Reha-Tag ist Erfolgsgeschichte

Eine positive Bilanz der zehnjährigen Geschichte

des Reha-Tags zogen zu Beginn

der Veranstaltung die Initiatoren der ersten

Stunde: Prof. Dr. Bernd Petri, Vorstandsvorsitzender

der DEGEMED, Dr. Katharina

Nebel, Präsidentin des Bundesverbandes

Deutscher Privatkliniken e.V., Dr. Susanne

Weinbrenner von der Deutschen Rentenversicherung

Bund und Oliver Blatt als

Vertreter des Verbandes der Ersatzkassen

e.V. (vdek). Das gemeinsame Ziel, die Leistungsfähigkeit

der Rehabilitation in der

Öffentlichkeit bekannter zu machen, sei mit

dem Aktionstag erreicht worden, erklärten

die Initiatoren im Dialog mit Moderator

und Paralympiker Matthias Berg vor rund

100 geladenen Gästen. Im politischen Podium

der Veranstaltung diskutierten Silvia

Schmidt MdB (SPD), Markus Kurth (Bündnis

90/Die Grünen) und Dr. Ilja Seifert (Die

Linke) rund eineinhalb Stunden über die

Service

Bilder zur Veranstaltung sind in Kürze

auch im Internetauftritt des Reha-

Tages unter www.rehatag.de zu sehen.

Der Aktionstag selbst findet unter dem

Motto »REchtzeitig HAndeln: Reha verbindet«

am 28. September 2013 statt.

Kliniken und Einrichtungen, die am

Aktionstag teilnehmen wollen, können

sich im Internet kostenlos anmelden.

11

Klinik-Initiative

»Aktion Kinderreha« will aufklären

Angesichts rückläufiger Antragszahlen bei der Kinder- und Jugendreha hat die Dr. Becker Klinik Norddeich

die »Aktion Kinderreha« ins Leben gerufen.

Norden Norddeich. Die Antragszahlen

in der Kinder- und Jugendreha gehen

zurück (vgl. auch Bericht S. 14). Falsche

Vorstellungen über die Reha oder die Sorge,

das Kind könne wichtigen Schulstoff

verpassen, führten häufig dazu, dass kein

Antrag gestellt würde, erläutert Daniel

Schwartz, Verwaltungsdirektor der Dr.

Becker Klinik Norddeich die Situation. Der

gebürtige Rheinländer hat deshalb die

»Aktion Kinderreha« ins Leben gerufen. Ziel

der Initiative ist es, ein breites öffentliches

Bündnis zu schaffen, das sich für die Kinderreha

einsetzt und betroffenen Eltern

den Zugang erleichtert. Erste Maßnahmen

sind die Online-Schaltung der Internetseite

www.aktion-kinderreha.de sowie ein Unterstützungsschreiben

an Institutionen und

Verbände. »Es ist jetzt wichtig, dass wir

Mitstreiter finden. Privatpersonen, die bereit

sind, Botschafter für die Sache zu werden.

Kliniken, Leistungsträger, Vereine oder sonstige

Einrichtungen aus dem Bereich Kinderreha

können sich ebenfalls als Partner

und Sponsoren beteiligen«, so Schwartz.

DEGEMED unterstützt Aktion

Die DEGEMED unterstützt die Aktion Kinderreha.

»Von frühzeitigem Eingreifen und

qualifizierter Hilfe profitieren Kinder und

Jugendliche ein Leben lang«, so Christof Lawall,

Geschäftsführer der DEGEMED. »Dennoch

wissen Eltern, Haus- und Fachärzte oft

zu wenig über Reha.« Die Aktion Kinderreha

leiste Aufklärungsarbeit und tue dies mit

Kreativität und Intelligenz, aber ohne viel

Aufwand. Die DEGEMED fordert deshalb alle

Rehabilitationsträger, alle Reha-Kliniken für

Kinder und Jugendliche und die Verbände

der Haus- und Kinderärzte auf, dies ebenfalls

zu tun. Wer das Anliegen der »Aktion

Kinderreha« unterstützen möchte oder

sich einfach weiter informieren will,

kann über die Homepage www.aktionkinderreha.de

Kontakt aufnehmen.


tagungen

Tagungsbericht

Du bist, was Du isst – auch in der Reha

Gemeinsame Fachtagung von

DEGEMED, VDD und DGE zeigt

aktuellen Stand von Verpflegung

und Ernährung in der medizinischen

Rehabilitation

Deutsche Gesellschaft

für Ernährung e. V

12

Berlin/Kassel. Gemeinsam mit der

Deutschen Gesellschaft für Ernährung

e.V. (DGE) und dem Verband der Diätassistenten

– Deutscher Bundesverband e.V.

(VDD) hatte die DEGEMED am 29. Mai zur

Fachtagung »Optimierung von Verpflegung

und Ernährung in der medizinischen

Rehabilitation« nach Kassel eingeladen.

Ernährungsexperten aus ganz Deutschland

diskutierten dort den Stellenwert, die

Konzepte sowie die Umsetzung bedarfsorientierter

Ernährung in der medizinischen

Rehabilitation. Etwa 1,5 Mio. Deutsche

insgesamt – und etwa 30 Prozent zumeist

ältere Patienten im stationären Akutbereich

– sind derzeit mangelernährt (BMI

< 18,5 kg/m2). Darum spielt Ernährung

in den Rehabilitationseinrichtungen bis

hin zur Gemeinschaftsverpflegung eine

gewichtige Rolle. Auf der Tagung wurden

Gesundheit und Ernährung in Deutschland

Anteil Erwachsener, die Empfehlung der DGE erreichen

(5 x Obst/Gemüse pro Tag)

Praxisbeispiele ebenso vorgestellt wie die

DGE-Qualitätsstandards für vollwertige Ernährung

in der Rehabilitation, die dem Klinikmanagement

Orientierung für ein gutes

Verpflegungsmanagement geben.

Männer Frauen

7,0 % 15,0 %

Anteil Erwachsener mit Übergewicht (BMI >25 kg/m²) 67,1 % 53,0 %

Anteil Erwachsener mit Adipositas (BMI >30 kg/m²) 23,3 % 23,9 %

(Quelle: DEGS1, Bundesgesundheitsblatt; Mensink, RKI Berlin)

Service

Die Präsentationen der Fachtagung

in Kassel können von der DEGEMED-

Homepage unter www.degemed.de

(Downloads) heruntergeladen werden.

Die DEGEMED bietet die Fachtagung

im Mai 2014 erneut an. Schwerpunkt

ist dann die Überarbeitung der

Richtlinie »Ernährungsmedizin und

Diätetik in Reha-Einrichtungen« der

DRV Bund.

Reha-Recht

Diskussionsforum Rehabilitations- und Teilhaberecht wird ausgebaut

Im Anschluss an den erfolgreichen

Aufbau des Portals

www.reha-recht.de setzt die

DVfR in einem neuen Projekt

nun auf noch mehr Interaktivität

und Kooperation mit ihren Mitgliedern.

Es soll eine moderne

Plattform für den interdisziplinären

Diskurs geschaffen

werden, auf der tragfähige Standards

der Rechtsprechung diskutiert

und entwickelt werden.

Heidelberg. Nach wie vor gibt es erheblichen

Bedarf an Austausch zwischen

Rechtsprechung, Wissenschaft und

Rechtsanwendern, um Diskrepanzen

zwischen den gesetzlichen Grundlagen

des Rehabilitations- und Teilhaberechts,

der Kommentierung und Jurisdiktion zum

SGB IX und ihrer praktischen Umsetzung


tagungen

Fachtagung

MBOR: Vier Regionen, fünf Geschwindigkeiten

DEGEMED-Fachtagung »MBOR

Regional« zeigt: Variantenreichtum

stellt Reha-Einrichtungen

mit Mischbelegungen vor Herausforderungen

Kassel. Das Anforderungsprofil der Deutschen

Rentenversicherung (DRV) zur Medizinisch-beruflich

orientierten Rehabilitation

(MBOR) definiert den Rahmen. Der Rahmen

ist aber nicht das Bild. In zahlreichen

Punkten gibt es zwischen den einzelnen

Trägern der DRV große Unterschiede (s.

Abb.) Das zeigte die Fachtagung MBOR Regional

der DEGEMED am 13.5. in Kassel.

Einfach wird es für Einrichtungen, die

regelhaft nur mit einem DRV-Träger als

Hauptbeleger zusammenarbeiten. Hier

reicht die Orientierung an dessen Vorstellungen

und Vorgaben aus. Schwierigkeiten

könnten Einrichtungen haben, die mit mehreren

DRV-Trägern zusammenarbeiten. Sie

müssen z. B. mit differenzierten Zugangsverfahren,

unterschiedlichen Verweildauern

oder uneinheitlichen Vergütungsmodalitäten

zurechtkommen.

Service

Am 15. Oktober 2013 veranstaltet die

DEGEMED ein »MBOR-Update« in Kreischa

bei Dresden. MBOR-Diagnostik,

Therapien und Sozialmedizinische

Beurteilung sind Themen dreier Workshops.

Die Möglichkeit zur Besichtigung

des Medizinischen Zentrums für Arbeit

und Beruf (MedZAB) der Klinik Bavaria

Kreischa besteht ebenfalls. Anmeldung

über die Geschäftsstelle der DEGEMED.

DEGEMED entwickelt MBOR-

Mantelkonzept für Mitglieder

Die Medizinisch-beruflich orientierte

Rehabilitation wird in diesem Jahr 2013

in die Routine der Deutschen Rentenversicherung

überführt. Für durch die

Rentenversicherung belegte Kliniken

bedeutet MBOR, dass diese indikationsübergreifend

ihre therapeutischen und

diagnostischen Konzepte verstärkt an

berufs- und arbeitsplatzorientierten Aspekten

auszurichten haben. Aus diesem

Grunde entwickelt die DEGEMED für ihre

Mitglieder in nächster Zeit ein MBOR-

Mantelkonzept für die MBOR-Stufen A

(Basisangebot) und B (Kernangebot).

Es soll u. a. eine praxisgeleitete Hilfestellung

bei der MBOR-Implementierung

in Mitgliedskliniken bieten.

MBOR-Unterschiede zwischen DRV-Trägern (Stand Mai 2013)

Kategorien

Träger

DRV Bund DRV BaWü DRV Westfalen DRV MD DRV BsH

MBOR-Angebot durch Einrichtungen:

M B O R S t u fe A ( B a s i s a n g e b ot ) alle alle alle alle alle

MBOR Stufe B (Kernangebot) Auswahl** alle* Auswahl** alle* alle*

MBOR Stufe C (Spezielles Angebot) Auswahl ** alle*** Auswahl** alle*** alle*

Identifikation MBOR-Bedarf Träger Einrichtung Träger Einrichtung Einrichtung

MBOR in AHB/AR nein ja nein ja ja

Vergütung (Zuschlag Stufen B u. C) nein ja ja ja ja

Verlängerung Verweildauer ja ja ja ja nein

Fallmanagement nein nein ja

(Betriebsservice)

nein

ja (nachgehende

Betreuung)

13

* DRV-eigene und federgeführte Einrichtungen ** Kompetenzzentren/Schwerpunkteinrichtungen *** Kooperation mit BfW (ggf. im örtlichen Verbund)

zu überwinden. Aus diesem Grund soll

das Forum www.reha-recht.de mit allen

Zielgruppen und unter Nutzung des Web

2.0 zu einer interaktiven Plattform für den

Informations- und Meinungsaustausch

sowie Wissenstransfer zur Anwendung

des Rehabilitations- und Teilhaberechts

umgebaut werden. Dafür sollen neue Kommunikationsformen

erprobt werden, wie z.

B. moderierte Expertenforen oder auch ein

Reha-Recht-Wiki.

Erweiterte Zusammenarbeit

Zugleich will die DVfR die Zusammenarbeit

mit Verbänden der Reha-Akteure intensivieren,

um verschiedene Blickweisen von Leistungsberechtigten,

Leistungsträgern und

Leistungserbringern, von Arbeitgebern und

betrieblichen Interessenvertretungen bei

der Entwicklung tragfähiger Standards der

Rechtsanwendung zu integrieren. Ferner

sollen sich durch Kooperation tragfähige Finanzierungsstrukturen

entwickeln, um die

Ziele des Projekts langfristig zu sichern.

Die DVfR koordiniert das Diskussionsforum

seit 2010. Dank der Mitwirkung von

inzwischen über 100 Autoren hat sich

www.reha-recht.de mittlerweile als wichtige

Informationsplattform zum Rehabilitations-

und Teilhaberecht etabliert, auf

das eine stetig steigende Zahl von Nutzern

regelmäßig zugreift. Zukünftig können

diese sich nun noch intensiver und gezielter

austauschen.


initiativen

14

Kinder- und Jugendreha

Dringendes Handeln erforderlich

Immer mehr kranke Kinder und

Jugendliche – doch kaum jemand

kommt in die Reha: Die

medizinische Rehabilitation von

Kindern und Jugendlichen ist

derzeit für Kliniken wie für Kostenträger

eine große Herausforderung.

Das zeigte die Tagung

»Engagement für chronisch

kranke Kinder und Jugendliche«

am 13. Juni in Berlin.

Berlin. Die Faktenlage ist erdrückend:

Von den rund 11 Millionen Kindern und

Jugendlichen zwischen 3 und 18 Jahren in

Deutschland leiden rund 1,8 Millionen an

Übergewicht (Adipositas), eine Million an

psychischen Erkrankungen und 600.000

an Asthma. Gleichzeitig gingen in den letzten

fünf Jahren die Anträge auf Rehabilitation

von Kindern und Jugendlichen zurück.

Rehabilitationseinrichtungen für Kinder

und Jugendliche haben freie Kapazitäten.

Mit 30.919 bewilligten Maßnahmen (2012)

umfasst die Kinder- und Jugendrehabilitation

der DRV gerade einmal drei Prozent der

Reha-Leistungen (vor 2010 vier Prozent.)

Einigkeit bei den Forderungen

Vor diesem Hintergrund verwundert es

nicht, dass bei der Tagung »Engagement

für chronisch kranke Kinder und Jugendliche«

Referenten wie Zuhörer im Dietrich-

Bonhoeffer-Haus in Berlin nahezu unisono

forderten: »Es muss etwas getan werden.«

Ministerin a. D. Dr. Monika Stolz MdL und

Staatssekretärin Dr. Annette Niederfranke

(BMAS) signalisierten gleich zur Eröffnung

der Fachtagung Verständnis und Unterstützung

seitens der Politik. Die Deutsche

Gut besucht war die Tagung »Engagement für chronisch

kranke Kinder und Jugendliche« am 13. Juni in

Berlin im Dietrich-Bonhoeffer-Haus.

Rentenversicherung, das zeigten die Referate

von Dr. Susanne Weinbrenner und

Dr. Ralph Jäger, will den Zugang zu dieser

Form der Rehabilitation einfacher gestalten

und niedergelassene (Kinder-)Ärzte besser

einbinden. Ihre Vorstellungen zur Weiterentwicklung

der medizinischen Rehabilitation

von Kindern und Jugendlichen hat die DRV

Bund bereits 2012 in einem Positionspapier

formuliert.

Die Dokumentation der Veranstaltung

finden Sie in Kürze unter www.caritas.de

Fachkräftemangel

Ausländische Fachkräfte gewinnen – leichter gesagt als getan

Die DEGEMED fordert die Anerkennung

ausländischer Berufsabschlüsse

transparenter und

unbürokratischer zu gestalten.

Berlin. Ausländische Reha-Fachkräfte

haben es in Deutschland weitaus schwerer

als ausländische Fußballer. Denn die

verschiedenen Verfahren zur Anerkennung

ausländischer Berufsabschlüsse sind oft

bürokratisch, intransparent und werden zu

guter Letzt in allen Bundesländern unterschiedlich

gehandhabt. Wer es dann doch

schafft, für den ist der Kulturwechsel die

nächste Hürde. Hier ist hohe Sensibilität

seitens der Klinik als Arbeitgeber gefragt.

In der Praxis bieten Kliniken heute Sprachkurse

an, Unterstützung bei Behördengängen,

der Wohnungssuche und vieles mehr.

Politik muss handeln

Angesichts des weiter steigenden Fach-

BU PEPO

Er kann seinen Job ohne weiteres in

Deutschland ausüben: der Spanier Josep

»Pep« Guardiola, seit 1. Juli der neue Trainer

des FC Bayern München.

kräftebedarfs im Gesundheitswesen fordert

die DEGEMED nun die Politik auf, die Anerkennung

ausländischer Berufsabschlüsse

transparenter und unbürokratischer zu

gestalten. Gleichzeitig muss nach adäquaten

Lohnmodellen gesucht werden, denn

viele ausländische Fachkräfte werden von

attraktiven Angeboten beispielsweise aus

Skandinavien, Österreich oder der Schweiz

angezogen. Nicht nur Fußball, auch die

Arbeit in der Rehabilitation in Deutschland

ist ein attraktiver Arbeitsmarkt – das sollte

deutlich werden.

Service

Passend zum Thema bietet die

DEGEMED am 13. September 2013 in

Kassel den Praxis-Dialog Reha/Pflege

mit dem Thema »Integration ausländischer

Fachkräfte in der Reha«

an. Kliniken stellen ihre Erfahrungen,

Probleme und Erfolge vor. Mit Diskussionen

sollen neue Anregungen und

Ideen geschaffen werden.


kliniken

Neue Mitglieder vorgestellt

DEGEMED wächst erneut um zwei Mitglieder

Mit dem Beitritt von zwei Kliniken im Frühjahr ist die Zahl der

DEGEMED-Mitglieder erneut gewachsen.

Berlin. Mit großer Freude konnten Vorstand

und Geschäftsführung der DEGEMED im

Frühjahr 2013 nochmals zwei neue Mitglieder

in der DEGEMED begrüßen. Es sind

die Dörenberg-Klinik im niedersächsischen

Bad Iburg und das Klinikum St. Georg in

Leipzig.

Vielfältiges Therapieangebot

am Teutoburger Wald

Die Dörenberg-Klinik in Bad Iburg besteht

seit 1976. Mit ihren Schwerpunkten konservative

Orthopädie, Rehabilitation und

Berufsgenossenschaftliche stationäre

Weiterbehandlung bietet das Haus mit 223

Betten seinen Patienten hervorragende

Möglichkeiten der Genesung. Es werden

alle erforderlichen ambulanten, teil- und

vollstationären Behandlungsformen angeboten.

In reizvoller Lage am Südrand

des Teutoburger Waldes gelegen, wird in

der Dörenberg-Klinik medizinische und

therapeutische Fachkompetenz mit dem

Die Dörenberg-Klinik in Bad Iburg liegt am

Rande des Teutoburger Waldes und behandelt

Patienten im Fachgebiet Orthopädie.

Erholungswert des Naturparks Terra vita

verbunden. Der bundesweit anerkannte

und geschätzte Ruf und das seit Jahren

gelebte Qualitätsmanagement belegen die

hohe Akzeptanz der Klinik mit ihren 160

Mitarbeitern. Dies spiegelt sich auch in der

hohen Zufriedenheit der Patientinnen und

Patienten wider. »Behandelt werden und

aktiv handeln« steht für das integrative,

ganzheitliche Therapiekonzept der Dörenberg-Klinik

Bad Iburg. Ausdruck hierfür ist

auch die Vielfalt in deren umfangreichen

Therapieangebot.

»Heilung und mehr« im

Klinikum St. Georg in Leipzig

Das Klinikum St. Georg gGmbH ist Teil

der St. Georg Unternehmensgruppe. Diese

besteht aus dem Klinikum St. Georg

gGmbH, fünf Tochtergesellschaften und

dem Eigenbetrieb Städtisches Klinikum »St.

Georg« Leipzig. Insgesamt werden rund

3.370 Mitarbeiter beschäftigt. Die Unternehmensgruppe

ist an 17 Standorten in

und um Leipzig präsent und verfügt derzeit

über etwa 1.700 Betten. In den 26 Kliniken

mit jeweiligen Fachbereichen, Ambulanzen,

einer Belegbettenstation, interdisziplinären

Behandlungszentren, Instituten,

Notaufnahmen und Tageskliniken werden

jährlich circa 47.000 Patienten stationär

und teilstationär behandelt. Die Zahl der

ambulanten Patienten beträgt 140.000.

Die weitläufige Parkanlage des »St. Georg«

unterstützt die Genesung der Patienten

und bietet die Möglichkeit zur Erholung

im Grünen. Sie bekräftigt den Leitspruch

»Klinikum St. Georg – Heilung und mehr«.

Das betrifft ebenso Bemühungen, die

Entwicklung in der Rehabilitation voranzutreiben.

Das »Zentrum für Rehabilitationsmedizin«

besteht aktuell aus dem Institut

für Physikalische Medizin, der ambulanten

rheumatologischen und muskuloskeletalen

Rehabilitation sowie der Klinik für Stationäre

Geriatrische Rehabilitation.

Das Klinikum St. Georg in Leipzig umfasst

26 Kliniken, darunter das »Zentrum für Rehabilitationsmedizin«.

Frank Schmees,

Geschäftsführer der

Dörenberg-Klinik

GmbH

» Wir wollen aktuelle Entwicklungen in

der Rehabilitation nicht nur umsetzen,

sondern aktiv mitgestalten. Dazu stellt

die DEGEMED eine ideale Plattform

dar.«

Dr. Iris Minde,

Geschäftsführerin der

Klinikum St. Georg

gGmbH

» Die DEGEMED ist ein starker Partner

in allen Fragen der Rehabilitation.

Wir legen großen Wert darauf, immer

aktuell über wichtige Themen wie Gesundheitspolitik,

Gesetzgebung und

Kostenträger informiert zu sein. Deshalb

sind wir ein Mitglied der DEGEMED

geworden.«

15


termine

Veranstaltungen der DEGEMED

Know-how aus der Praxis für die Praxis

Praxisdialog Reha-Pflege: Ausländische

Fachkräfte in der Reha

am 13.9.2013 in Kassel

Im Kampf gegen den Fachkräftemangel in

Rehabilitationskliniken liegt die vermeintliche

Lösung nah – die Akquise ausländischer

Fachkräfte. Doch auch wenn recht einfach

junge und qualifizierte Mitarbeiter aus EU-

Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit angeworben

werden können, steht man bei der Anerkennung

der ausländischen Berufsabschlüsse

und der Integration der Fachkräfte in die

Gemeinschaft weiteren Herausforderungen

gegenüber. Und letztendlich bleibt das Risiko,

die Mitarbeiter innerhalb kurzer Zeit wieder

zu verlieren. In dieser Veranstaltung kommen

Vertreter aus Kliniken zu Wort, die über ihre

Erfahrungen mit der Beschäftigung ausländischer

Fachkräfte referieren. Dabei wird insbesondere

die Problematik der Anerkennung

von Berufsabschlüssen beleuchtet.

7. Deutscher Reha-Rechtstag am

27.9.2013 in Berlin

Der diesjährige Reha-Rechtstag befasst

sich u. a. mit den Themen »Vergütungsverhandlung

und Schiedsstellenverfahren

in der Rehabilitation« und »Trägerübergreifende

Bedarfsfeststellung«. Darüber

hinaus stehen das Wunsch- und Wahlrecht,

aktuelle Rechtsfragen des BEM und Reha-

Empfehlungen des MDK auf der Agenda. Die

wissenschaftliche Leitung und Moderation

obliegt Prof. Dr. Felix Welti, Universität Kassel.

Mit dem Deutschen REHA-Rechtstag bieten

die Deutsche Gesellschaft für Medizinische

Rehabilitation (DEGEMED), die DeutscheAnwaltAkademie

und die Deutsche Vereinigung

für Rehabilitation e.V. (DVfR) jährlich ein

Forum für die Vernetzung aller in der Praxis

mit der Rehabilitation befassten Berufsgruppen.

Qualitätskongress am 10. und

11.10.2013 in Berlin

Internes Qualitätsmanagement erfordert

eine stetige Weiterentwicklung und kontinuierliche

Anpassung an neue Auflagen. Der

Qualitätskongress will QM-Beauftragte und

Anwender bei dieser Aufgabe unterstützen.

Der gezielte Blick auf aktuelle Entwicklungen

im Qualitätsmanagement und die neue »Leitnorm«

für das Gesundheitswesen DIN EN

15224 werden neben Beispielen einer guten

QM-Praxis im Mittelpunkt stehen. Der zweitägige

Kongress mit Abendprogramm bietet

genug Raum für Vernetzung und intensiven

Austausch mit Referenten und Kollegen. Über

1.300 Rehabilitationseinrichtungen verfügen

über ein zertifiziertes internes Qualitätsmanagement.

Mehr als 300 davon haben sich

dabei für die Verfahren von DEGEMED oder

Fachverband Sucht entschieden. Der Qualitätskongress

wird daher als Kooperation

von DEGEMED und Fachverband Sucht e.V.

ausgerichtet.

Seminar: In Verhandlungen führen

am 24. und 25.10.2013 in Berlin

Die Übernahme von Verantwortung im

Unternehmen ist untrennbar verbunden mit

der Fähigkeit zu verhandeln. Verhandlungen

mit Mitarbeitenden, Lieferanten, Kunden,

Behörden oder Gegenparteien gehören deshalb

zum Berufsalltag vieler Führungskräfte.

Gekonnte Verhandlungsführung bildet den

Schlüssel zum Erfolg! Heiner Schülke, Trainer

für Verhandlungen mit Schwerpunkt Gesundheitswesen,

verfügt über eine jahrzehntelange

Erfahrung im Führen von Verhandlungen

sowohl auf Seiten der Kostenträger als auch

der Leistungserbringer. In diesem Seminar

vermittelt er Techniken und Instrumente

der Verhandlungsführung und setzt einen

Schwerpunkt auf die nonverbale, unbewusste

Kommunikation.

DEGEMED – Mitgliederversammlung

am 18.11.2013 in Berlin

Vorankündigungen 1. Quartal 2014:

Erstellung des Reha-Entlassungsberichts,

Januar 2014, Berlin

Zugang in die Rehabilitation,

Februar 2014, Berlin

Haustechnik und Brandschutz,

Februar 2014, Kassel

Veränderung der Altersstruktur der

Rehabilitanden – Herausforderung für

Reha-Kliniken, April 2014, Berlin

Service

Weitere Informationen zu den

Veranstaltungen und zur Anmeldung

erhalten Sie bei der Geschäftsstelle

der DEGEMED

Tel.: 030 284496-6

E-Mail: degemed@degemed.de

oder im Internet unter

www.degemed.de.

Kurz vor Schluss

DRV: 5,1 Milliarden Euro zuviel

Die Rentenversicherung hat das

vergangene Jahr mit einem Einnahmeüberschuss

in Höhe von 5,1

Milliarden Euro abgeschlossen. Das

gab Annelie Buntenbach, Vorsitzende

des Bundesvorstandes der Deutschen

Rentenversicherung Bund, zu Beginn

ihres Berichts an die Mitglieder der

Bundesvertreterversammlung am

27.6. in Düsseldorf bekannt. Aufgrund

der insgesamt positiven finanziellen

Entwicklung sei die Nachhaltigkeitsrücklage

Ende letzten Jahres auf

29,5 Milliarden Euro angestiegen. Die

Rücklage hat damit das 1,7-fache

einer Monatsausgabe erreicht. Nach

heutigem Stand der Vorausberechnungen

würde sich bei unveränderter

Gesetzeslage ein Spielraum für eine

weitere Beitragssatzsenkung Anfang

nächsten Jahres ergeben, so Buntenbach.

Warum statt einer dritten Senkung

des Beitragssatzes in Folge der

Überschuss nicht in die Reha geht,

sagte Buntenbach nicht.

Impressum

DEGEMED

Deutsche Gesellschaft für

Medizinische Rehabilitation e.V.

Vorstand:

Prof. Bernd Petri (Vorsitzender)

Dr. Constanze Schaal

(1. stellv. Vorsitzende)

Volker Behncke (2. stellv. Vorsitzender)

Petra Schraml-Dussle

Horst Gollée

Thomas Bold

Geschäftsführer:

Christof Lawall (V.i.S.d.P.)

Fasanenstraße 5, 10623 Berlin

Tel.: 030 284496-6

Fax: 030 284496-70

E-Mail: degemed@degemed.de

Internet: www.degemed.de

Realisation und Verlag:

müller:kommunikation,

Eichhoffstr. 36, 44229 Dortmund

Tel. 0231 477988-30

www.muellerkom.de

Redaktionsschluss: 28.6.2013

Titelfoto: Deutscher Bundestag/Thomas

Koehler/photothek.net; S. 3: Foto Fr. Roßbach,

Quelle DRV Berlin-Brandenburg;

Direktorium: Bildarchiv DRV Bund,

H. Ferbitz; S. 9: Fotolia.de, GKV Spitzenverband;

S. 12: Susanne Dobler; S. 14:

Ivan Jakushkin

Namentlich gekennzeichnete Beiträge

geben die Meinung der Autoren wieder.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine