DEGEMED News 45 Oktober 2013

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DEGEMED News 45 Oktober 2013

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Milliarde

MEHR!

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Nr. 45 Oktober 2013

127 Abgeordnete

anderer Parteien

Bundestagswahl

Absolute Mehrheit

für die Reha-Partei

473 Abgeordnete

der »Reha-Partei«

Die meisten der neu gewählten Abgeordneten haben Reha-Einrichtungen im Wahlkreis.

Berlin. Die Bundestagswahl am 22.9.2013

hat die Rehabilitation deutlich gestärkt.

Von den 630 Abgeordneten, die künftig

den Bundestag bilden, vertreten allein 240

direkt gewählte Parlamentarier über ihre

Wahlkreise die Interessen von Rehabilitationseinrichtungen.

Weitere 233 Abgeordnete,

die über die Landesliste ins Parlament

einzogen, stammen aus Reha-Wahlkreisen.

Insgesamt sind damit 473 Abgeordnete für

Fragen der medizinischen Rehabilitation

ansprechbar. Direkten Kontakt zu Reha-

Kliniken in ihren Wahlkreisen haben z. B.

Peter Weiss (CDU), Maria Michalk (CDU)

oder Karin Evers-Meyer (SPD). Zur zweiten

Gruppe gehören etwa der bisherige Beauftragte

der Bundesregierung für die Belange

behinderter Menschen, Hubert Hüppe

(CDU), Sabine Dittmar (SPD) oder Kerstin

Kassner (Die Linke).

Ausschüsse Arbeit und Soziales und

Gesundheit entscheidend

Bereits kurz nach den konstituierenden

Sitzungen der neuen Bundestagsfraktionen

entscheiden die Führungen darüber,

welche Abgeordnete sie in die unterschiedlichen

Bundestagsausschüsse entsenden.

Für die Rehabilitation sind vor allem die

beiden Ausschüsse für Arbeit und Soziales

und für Gesundheit wichtig. Bereits in der

vergangenen Legislaturperiode sind hier

wichtige Fragen wie etwa das Reha-Budget

der DRV diskutiert worden – und oftmals

gescheitert.

Von zunehmender Bedeutung sind aber

inzwischen ebenso die Ausschüsse für

Wirtschaft und für Inneres. Sie sind zuständig

für die komplexen Themen der Gesundheitswirtschaft

oder der demografischen

Entwicklung.

Schwerpunktausgabe

»Nordrhein-Westfalen«

Aus dem Inhalt

Schwerpunkt NRW

• Reha-Land NRW in Zahlen S. 4

• Landesschiedsstellen:

Problemzone NRW S. 5

• „Ins Freie“: Geriatrie

kündigt Verträge S. 6

• Interview: Bundes- und

Landesverband Geriatrie S. 7

• Initiative LAG Neuroreha:

Frühreha optimieren S. 8

• DRV Westfalen:

Vorreiter im Internet S. 9

• DRV Rheinland:

Ambulant vor stationär S. 10

Qualitätsmanagement

Der neue Qualitätskompass S. 3

Diskussionsforum:

Neues von reha-recht.de S. 12

Neue Mitglieder

aus Bayern und Sachsen S. 15

Von Reha überzeugen – von Gestaltungsmehrheit

Gebrauch machen

In der neuen Legislaturperiode wird es entscheidend

darauf ankommen, die Abgeordneten

für Reha-Themen zu sensibilisieren

und zu überzeugen. Eigentlich sollte das

angesichts der regionalwirtschaftlichen

(Stichwort: Klinik als Arbeitgeber) und der

volkswirtschaftlichen Bedeutung (Stichwort:

Fachkräftemangel) nicht schwer

fallen. Das wird aber nur gelingen, wenn

Reha-Träger, Kliniken und Verbände immer

Seite 2

Mitmachen: DEGEMED-Mitgliederversammlung am 18.11.2013 (Gäste: Gundula Roßbach, Dr. Michael Krause)


intern

Liebe Kolleginnen

und Kollegen,

Editorial

Norbert Glahn,

Vorstands–

vorsitzender

der DEGEMED

eine Bundestagswahl mit Überraschungen

liegt hinter uns. Sie hat die Parteienlandschaft

in Deutschland in Bewegung gebracht

und sie wird auch die konkrete politische

Arbeit unseres Verbandes in der nächsten

Legislaturperiode beeinflussen. Denn nicht

nur die Ministerien und Ausschüsse in Berlin

werden schon bald in neuer Besetzung prä-

sentiert, auch etliche neue Abgeordnete sind

erstmals im Parlament vertreten. Erstaunlich

ist dabei, wie viele der 630 Parlamentarier

aus Wahlkreisen mit Reha-Hintergrund

kommen. Insgesamt 75 Prozent – das zeigen

die Recherchen der DEGEMED in der Titelgeschichte

unseres Newsletters – haben eine

Klinik oder Einrichtung der Rehabilitation in

ihrem Wahlkreis. Doch noch sind nicht alle

für die Belange der Rehabilitation sensibilisiert.

Unsere Aufgabe in den ersten Wochen

und Monaten kann deshalb nur eine sein: der

Dialog. Sprechen wir die neuen Mitglieder

des Deutschen Bundestages an, laden wir

sie zu unseren Veranstaltungen in Berlin

und vor Ort in den Kliniken ein und bieten

wir ihnen Informationen zur Bedeutung und

Leistungsfähigkeit der Rehabilitation im

Gesundheitssystem an. Denn nur wer über

die Rehabilitation und ihre Leistungen gut

informiert ist, kann »pro Rehabilitation«

entscheiden. »Senatores boni viri, senatus

autem bestiae.« – »Die Senatoren sind

gute Männer, doch der Senat ist eine

Bestie« – sagt ein römisches Sprichwort.

Denn wir in der Rehabilitation brauchen

»gute« Parlamentarier an unserer Seite,

um die nächste Legislaturperiode im Sinne

unserer Anliegen mitgestalten zu können.

Sie zu gewinnen, dafür ist jetzt eine gute

Gelegenheit.

Ihr Professor Bernd Petri

Vorstandsvorsitzender der DEGEMED

2

wieder gemeinsam auf die Bedeutung und

das Potenzial der Reha aufmerksam machen.

Die Behindertenrechtsbewegung hat

mit dem großartigen Slogan »Nichts über

absolut

Prozent

Wahlkreise insgesamt 299 100,0

davon mit Reha- und Vorsorgeeinrichtungen 240 80,3

davon ohne Reha- und Vorsorgeeinrichtungen 59 19,7

Abgeordnete in Wahlkreisen mit Reha- und

Vorsorgeeinrichtungen insgesamt 473 75,1

davon über Direktmandat 240 38,1

davon über Landesliste 233 37,0

Abgeordnete im 18. Deutschen Bundestag* 630 100,

Reha- und Vorsorgeeinrichtungen 2013: 1015

Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR),

Rehastättenverzeichnis

* Stand 25.09.2013

www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete18/index.jsp Liste,

Abgeordnete 18. WP Gesamtliste

uns ohne uns!« vorgemacht, wie das geht.

Nur dann wird aus der absoluten Mehrheit

auch tatsächlich eine Gestaltungsmehrheit

im Sinne der Rehabilitation.

18. Deutscher Bundestag – Wahlkreise mit

Rehabilitationseinrichtungen und deren Abgeordnete

Innovationspreis für

gelungenes Reha-Konzept

Münster. Die Deutsche Rentenversicherung

Westfalen hat für das Modellprojekt

RehaFuturReal ® den Innovationspreis

Case Management 2013 von der

Deutschen Gesellschaft für Care und

Case Management (DGCC) verliehen

bekommen. Im Rahmen der Jahrestagung

der DGCC im Historischen Rathaus

in Münster nahm Erster Direktor

Thomas Keck Ende Juni den Innovationspreis

aus der Hand von Prof. Dr. Wolf

Rainer Wendt, dem Vorsitzenden der

DGCC, entgegen. Das Konzept RehaFuturReal

® steuert den Rehabilitationsprozess

durch ein aktives, strukturiertes

Reha-Management, das Arbeitgeber

und die möglichen Leistungserbringer

intensiv mit einbezieht. Zudem erhält

der Rehabilitand einen einzigen Ansprechpartner,

der ihn individuell berät

und die Koordination übernimmt. Charakteristisch

für das Konzept ist, dass

der Ansprechpartner den Arbeitgeber

persönlich aufsucht und vor Ort nach

einer Lösung gesucht wird, den Rehabilitanden

wieder ins Erwerbsleben zu

integrieren.


intern

Qualitätsmanagement

Qualitätskompass ergänzt den Qualitätsbericht

DEGEMED-Mitglied Dr. Becker Klinikgruppe

hat der Arbeitskreis in Ergänzung zum Qualitätsbericht

jetzt den Qualitätskompass

erarbeitet.

Bei dem Qualitätskompass werden auf

einer Doppelseite Qualitätskennzahlen zu

den wesentlichen Qualitätsparametern

aufgeführt (s. Abb.). Der Qualitätskomvon

Dr. med. Reinhart Butsch, Vorsitzender des Arbeitskreises

Qualität und Transparenz der DEGEMED

Der Arbeitskreis Qualität und

Transparenz stellt auf dem gemeinsamen

Qualitätskongress

von DEGEMED und FVS am

10./11. Oktober 2013 den neuen

Qualitätskompass vor.

Mit der Vorlage zum Qualitätsbericht nach

DEGEMED hat der Arbeitskreis Qualität und

Transparenz bereits im Jahr 2009 einen

anspruchsvollen Standard zur Darlegung

der Behandlungsqualität in Rehakliniken

entwickelt. Der sich sowohl an Patienten

und Patientinnen als auch an Zuweiser

und Kostenträger richtende Bericht findet

innerhalb und außerhalb der DEGEMED

zahlreiche Nutzer. Inspiriert durch das

Dr. med. Reinhart

Butsch, Vorsitzender

des Arbeitskreises

Qualität und

Transparenz; Arzt

für Psychosomatische

Medizin und

Psychotherapie,

MBA, Leiter Qualitätsmanagement der

Wicker-Gruppe, Bad Wildungen

Der Arbeitskreis Qualität

und Transparenz

• setzt sich zusammen aus engagierten

QM-Fachleuten

• berät die DEGEMED bei der Festlegung

und Durchführung der Qualitätsgrundsätze

• ist Diskussionsplattform für alle inhaltlichen

und methodischen Fragen von

Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung

• entwickelt und begleitet das DEGE-

MED-Zertifizierungsverfahren und das

DEGEMED-Qualitätsmanagement

• ist beteiligt am Dialog mit den Zertifizierungsgesellschaften

pass wird auf dem Qualitätskongress von

DEGEMED e.V. und Fachverband Sucht

e.V. (FVS) vom 10. bis 11. Oktober 2013 in

Berlin vorgestellt und soll die DEGEMED-

Zertifizierungsanforderungen an einen

Qualitätsbericht erfüllen.

3

Qualitätsparameter und Qualitätskennzahlen des Qualitätskompass

Qualitätsparameter Qualitätskennzahl 1 Qualitätskennzahl 2 Qualitätskennzahl 3

Allgemein

Kurzbeschreibung der

wesentlichen Indikationen

Hauptdiagnosen

Die häufigsten Hauptdiagnosen

mit ICD-Code

Mitarbeiterzahl

Anzahl ÄrztInnen

Anzahl PsychologInnen/ Anzahl TherapeutInnen

Anzahl Gesundheits- und

KrankenpflegerInnen

PsychotherapeutInnen

Anzahl nicht medizinisches

Personal

Fortbildungstage Mitarbeiter Fortbildungstage je MitarbeiterIn

KTL-Leistungen In Stunden/Wochen nach KTL-Kapiteln Gesamtstunden pro

Woche

Therapeutenwechsel

Anteil der Patienten ohne

Therapeutenwechsel

Reha-Therapiestandards der DRV Zusammenfassender

Erfüllungsgrad der Anforderungen

Durchschnittliche Dauer bis zur

Aufnahme

Patientenzufriedenheit gem.

interner Befragung

Patientenzufriedenheit gem.

Rückmeldung Kostenträger

Ergebnisqualität

Durchgeführte (Verbesserungs-)

Projekte

… für Eilfälle

Note Gesamtzufriedenheit

Zufriedenheit gesamt

(Qualitätspunkte)

Assessmentverfahren

Aufnahme vs. Entlassung

Stichwortartige Darstellung der durchgeführten

(Verbesserungs-) Projekte

… für Anschlussrehabilitation

Note Unterkunft und

Verpflegung

Subjektiver Behandlungserfolg

(Qualitätspunkte)

Sozialmedizinischer Verlauf

(Rückkehrquote ins

Erwerbsleben nach zwei

Jahren)

… für Heilverfahren

Weiterempfehlungsquote

Beschwerdequote beim federführenden

Kostenträger

Erreichung der Rehaziele


schwerpunkt

4

Reha-Land NRW

Das Land NRW

in Zahlen

Nordrhein-Westfalen zeichnet sich

durch eine dichte Versorgungslandschaft

aus. Nach Bayern und

Baden-Württemberg ist das Land

drittgrößter stationärer Reha-Anbieter

in Deutschland. Gemessen

an seiner Einwohnerzahl bietet sich

ein konträres Bild. Ein Land der Gegensätze.

Düsseldorf. Im Jahr 2012 wurden in den

151 Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen

in Nordrhein-Westfalen 237.230

Patientinnen und Patienten stationär behandelt.

Nach aktuellen Zahlen des Statistischen

Landesamtes (Information und Technik

Nordrhein-Westfalen Sept. 2013 ) waren die

20.797 Betten in diesen Einrichtungen zu

87,1 Prozent ausgelastet. Die durchschnittliche

Aufenthaltsdauer der Patienten belief

sich auf fast vier Wochen (27,9 Tage).

Die Reha in NRW wächst

Insgesamt gab es 2012 in Nordrhein-Westfalen

drei Reha-Einrichtungen mehr als ein Jahr

zuvor. Die Gesamtzahl der Patienten erhöhte

sich zwischen 2011 und 2012 um 7.642

Personen und die Zahl der Betten um 48. Die

Reha-Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen

beschäftigten 2012 insgesamt 1.317 Ärztinnen

und Ärzte, das waren 11,2 Prozent

mehr als im Jahr 2000. Die Zahl des nichtärztlichen

Personals stieg um 12,0 Prozent

jeweils am 31.12. jeweils am 31.12.

Nordrhein-

Westfalen

2000 146 21 325 228 860 1 184 4 068

2 011 148 20 749 229 590 1 276 4 836

Vorsorge- oder

Rehabilitationseinrichtungen 2011

Einrichtungen

100.000

Betten je

insgesamt Einwohner

Baden-Württemberg

208 247

Bayern 289 250

Brandenburg 29 214

Hessen 102 279

Mecklenburg-

62 640

Vorpommern

Niedersachsen 132 228

Nordrhein-

148 116

Westfalen

Rheinland-Pfalz 62 198

Saarland 19 302

Sachsen 49 213

Sachsen-Anhalt 20 154

Schleswig-Holstein 66 371

Thüringen 36 275

Stadtstaaten

zusammen:

Berlin, Bremen,

Hamburg

11 17

Quelle: Destatis

auf 14.967 Personen; darunter befanden

sich 4.872 Pflegekräfte. Im Jahr 2012 war

nahezu die Hälfte (48,2 Prozent) der Ärzte

Frauen. Der Frauenanteil im nichtärztlichen

Bereich (überwiegend Pflegepersonal und

medizinisch-technischer Dienst) lag bei 77,9

Prozent.

Dichte Versorgungslandschaft

Zieht man die Vergleichszahlen des Statistischen

Bundesamtes (2011) hinzu, so ist

NRW eine dichte Versorgungslandschaft,

die deutschlandweit nach Bayern (289 Einrichtungen)

und Baden-Württemberg (208

Einrichtungen) auf Platz drei liegt. Vergleicht

man jedoch die Bettenkapazitäten und Fallzahlen

pro 100.000 Einwohner, liegt NRW

mit 116 Betten und 1.287 Fällen je 100.000

Einwohner auf dem vorletzten Platz, nur noch

gefolgt von den Stadtstaaten.

Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen 2000, 2011 und 2012

Versorgungsplanung

Landeskrankenhausplan

ist Richtschnur

Der aktuelle Krankenhausplan

NRW 2015 ist am 23.

Juli 2013 in Kraft getreten.

Düsseldorf. Der Landeskrankenhausplan

ist die Grundlage der flächendeckenden

stationären medizinischen Versorgung

in Nordrhein-Westfalen. Seine

Rahmenvorgaben für die rund 400 Krankenhäuser

in NRW sollen bis zum Jahr

2015 umgesetzt werden. Festlegungen

für einzelne Krankenhäuser enthält er allerdings

nicht. Solche Konkretisierungen

werden in 16 regionalen Versorgungsgebieten

entwickelt, deren regionale

Planungskonzepte nach Bewertung

durch die jeweiligen Bezirksregierungen

abschließend vom Ministerium für Gesundheit,

Emanzipation, Pflege und Alter

des Landes NRW (MGEPA) entschieden

werden.

Nach dem Plan ist vor dem Plan

Besonderen Wert legt die Landesregierung

NRW nach eigenen Angaben auf

den Dialog mit der Krankenhausgesellschaft,

den Ärzteorganisationen und

den Krankenkassenverbänden unter

Einbeziehung des Patientenbeauftragten.

Denn »nur so können notwendige

Veränderungen frühzeitig erkannt und

weiterhin gemeinsam daran gearbeitet

werden, das System zukunftsfest zu

halten«, so das MGEPA in seinem Internetauftritt.

Verwaltungs-

Einrich-

Aufgestellte

Stationär behandelte

Hauptamtlich tätige

Pflege-

bezirk

–––––––––––

Jahr

tungen

Betten

Patienten im Jahresdurchschnitt

Ärzte und Ärztinnen

personal

Service

Der Landeskrankenhausplan kann

unter www.mgepa.nrw.de/ministerium/service

im Menüpunkt »Publikationen«

heruntergeladen werden.

2012 151 20 797 237 232 1 314 4 872

Veränderung

2012 geg.

2000

+3,4 % –2,5 % +3,7 % +11,0 % +19,8 %

Quelle: Destatis


schwerpunkt

Schiedsstelle NRW

Landesschiedsstellen: Problemzone NRW

Zwei Jahre nach

Inkrafttreten der

bundesrechtlichen

Vorgabe existiert im

Westen endlich eine

Schiedsstelle – auf

dem Papier.

Düsseldorf. Ursprünglich

waren die Schiedsstellen im

Koalitionsvertrag von 2009

als »Konfliktlösungsmechanismus«

geplant. Reha-

Einrichtungen sollten mit

Krankenkassen nicht mehr

end- und oft ergebnislose

Streits über Vergütungsvereinbarungen

führen müssen,

sondern sich um ihren

originären Auftrag kümmern

können, die Versorgung der

Patienten. Der Gesetzgeber

schuf im Jahr 2011 in § 111b SGB V den bundesrechtlichen

Rahmen für Reha-Schiedsstellen

und ermächtigte die Verordnungsgeber

in den Ländern, die Einzelheiten zu regeln.

Einige Länder reagierten schnell. Andere

überließen die Initiative den Verbänden der

Krankenkassen und Leistungserbringer.

Rot = Verordnung in Kraft

Rosa = Verordnung in Vorbereitung

Dunkelgrau = Vereinbarung in Kraft

Hellgrau = Vereinbarung in Vorbereitung

Hellgrau schraffiert = Vereinbarungsentwurf

von Landesregierung gekippt

Landesschiedsstelle NRW

Grundlage: »Vereinbarung über die

Bildung einer Schiedsstelle zur Festsetzung

der Entgelte für Vorsorgeund

Rehabilitationseinrichtungen im

Land Nordrhein-Westfalen nach

§ 111 b SGB V«

Inkrafttreten: 01.10.2013

Beteiligte Kassen: AOK NordWest,

AOK Rheinland/Hamburg, BKK Landesverband

NORDWEST, IKK classic,

Knappschaft, Sozialversicherung für

Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau,

vdek für alle Ersatzkassen.

Beteiligte Leistungserbringerverbände:

BV Geriatrie, buss,

DEGEMED, FVS, VPK NRW, BamR,

Caritasverbände Essen, Münster,

Paderborn, Köln, Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe

Sitz der Geschäftsstelle: VPK NRW

5

In NRW lange diskutiert

In Nordrhein-Westfalen begannen erste Gespräche

im Herbst 2012 und zogen sich bis

in diesen Sommer. Streitpunkt war zuletzt die

Größe der Schiedsstelle. Die Kassenverbände

forderten neben den drei unparteiischen

Mitgliedern sechs weitere Vertreter für jede

Seite, insgesamt also 15 Mitglieder. Jede

Kassenart sollte so bei jedem Schiedsverfahren

repräsentiert sein. Zu groß, fanden die

Verbände der Leistungserbringer. Ein Vermittlungsversuch

des Gesundheitsministeriums

scheiterte zunächst. Im August wandte sich

schließlich der gesundheitspolitische Spre-

cher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens

Spahn, an die zuständige Ministerin Barbara

Steffens und setzte sich für die unverzügliche

Schaffung einer Schiedsstelle durch eine

Rechtsverordnung ein. Inzwischen ist die Vereinbarung

abgeschlossen. Neben den drei

unparteiischen Mitgliedern werden jeweils

vier Vertreter der Vereinbarungspartner Platz

nehmen. Offen ist nun noch die Bestellung

der unparteiischen Mitglieder.

Jens Spahn in seinem Schreiben vom

20.08.2013 an Barbara Steffens: »Vor

diesem Hintergrund bitte ich Sie, eine

entsprechende Verordnung schnellstmöglich

in Kraft zu setzen. Denn

ansons ten wird den Reha-Einrichtungen

in Nordrhein-Westfalen die Möglichkeit,

im Konfliktfall die Schiedsstelle anzurufen,

vorenthalten, obwohl die bundesgesetzliche

Grundlage bereits seit

über zwei Jahren in Kraft ist. Dies wird

von den Reha-Einrichtungen zu Recht

beklagt.«


schwerpunkt

Reaktion der Kassen

sehr zurückhaltend

Die Kassenverbände haben sich gegenüber

dem Bundesverband Geriatrie als

auch gegenüber der Öffentlichkeit mit

ihren Reaktionen sehr zurückgehalten.

Eigene Pressemitteilungen wurden nicht

veröffentlicht.

6

Kündigungsaktion

»Ins Freie?«

Kollektive Kündigung: Geriatrische

Reha in NRW wehrt sich

gegen das Dumping-Kartell der

Kassen und steigt aus

Düsseldorf. Die im Landesverband Geriatrie

zusammengeschlossenen Reha-Einrichtungen

in Nordrhein-Westfalen haben mit

der kollektiven Kündigung ihrer bestehenden

Vergütungsvereinbarungen Ende Juli

viel Aufsehen erregt.

80 Prozent Beteiligung

Nach Angaben des BV Geriatrie nahmen

80 Prozent der geriatrischen Einrichtungen

in diesem Bundesland an der Aktion teil. Die

Einrichtungen begründen ihren Schritt mit

Der Bundesverband

Geriatrie

Der Bundesverband Geriatrie ist ein

Verband von Klinikträgern, die mehr als

280 geriatrische Kliniken bzw. Einrichtungen

betreiben und über ca. 18.500

Betten/Reha-Plätze verfügen. So sind

u. a. fast alle größeren Klinikverbünde

und -konzerne mit ihren geriatrischen

Einrichtungen Mitglieder des Bundesverbandes.

Neben der Interessenwahrnehmung

als politischer Verband sieht

der Bundesverband Geriatrie e.V. seine

besondere Aufgabe in der Sicherung

und Weiterentwicklung der Qualität der

Versorgung.

der seit Jahren bestehenden strukturellen

Unterfinanzierung durch die Krankenkassen

und dem »Ausbluten« ihres Versorgungsbereichs.

Keine Erhöhung seit acht Jahren

Teilweise seien seit acht Jahren die Vergütungssätze

nicht mehr erhöht worden. Umgekehrt

habe sich aber nach Aussage des

BV Geriatrie in den Jahren 2006 bis 2012

ein Kostenanstieg von 18 Prozent ergeben.

Die Kündigung sei als Signal gedacht. Die

Krankenkassen als Kostenträger sollen so

zu Verhandlungen und zu einem Dialog gebracht

werden, »an dessen Ende eine Basis

für die gesetzlich verankerte, medizinisch

notwendige Versorgung geriatrischer Patienten

steht«, so Christoph Wolters, Vorsitzender

des LV Geriatrie. In anderen Ländern

seien wegen des Kostendrucks bereits geriatrische

Einrichtungen wieder geschlossen

worden. In Nordrhein-Westfalen solle das

vermieden werden.

Info

Grundlage für die Vergütung sind Vergütungsvereinbarungen

nach § 111

Abs. 5 SGB V. Vereinbarungspartner

der Einrichtungen sind Kassenverbände

auf Landesebene oder einzelne

Kassen. Einseitige Kündigung

ist möglich nach Ende der Laufzeit

der Vereinbarung. Kollektive Kündigungen

sind extrem selten. Trotz Kündigung

der Vergütungsvereinbarung

besteht der Versorgungsvertrag nach

§ 111 Abs. 1 SGB V weiter.

Auf Presseanfragen antwortete die

AOK NORDWEST im Namen der

gesetzlichen Krankenkassen:

»Die Krankenkassen in NRW haben

Kündigungen der Vergütungsvereinbarungen

von mehreren Geriatrischen

Rehabilitationseinrichtungen erhalten.

Wir werden in Kürze mit unseren Vertragspartnern

konkrete Termine vereinbaren

und dann die aktuelle Situation

sowie die weitere Vorgehensweise im

gemeinsamen Dialog beraten. Wir sind

sicher, dass wir eine konstruktive Lösung

für alle Beteiligten finden werden.

Wichtig: Die Versorgung im Bereich der

geriatrischen Rehabilitation bleibt für

die Versicherten gesichert.«

Auch die Rentenversicherung äußerte

sich in der Öffentlichkeit nicht. Allen geriatrischen

Kliniken, die die Vergütungsvereinbarungen

nach § 111 Absatz 5

SGB V mit der Knappschaft in den Landesteilen

Nordrhein und Westfalen-Lippe

gekündigt haben, gingen schriftliche

Bestätigungen der Kündigungen zu.

Auf Presseanfragen erklärte die DRV

Knappschaft Bahn See:

»Wir sind mit den übrigen Landesverbänden

der gesetzlichen Krankenkassen

in Kontakt, um mit den geriatrischen

Rehabilitationseinrichtungen Termine

für Verhandlungen zur Vereinbarung

neuer Vergütungsvereinbarungen

abzustimmen. Für ein erstes Gespräch

mit der Klinikseite in Westfalen-Lippe ist

der 8. Oktober 2013 vereinbart worden.

Es ist davon auszugehen, dass die

Verhandlungen nicht sofort am ersten

Verhandlungstag ein Ergebnis erzielen.

Vielmehr ist mit schwierigen Verhandlungen

zu rechnen.«


schwerpunkt

Interview

Einrichtungen der geriatrischen Rehabilitation wehren sich

gegen strukturelle Unterfinanzierung

Ein Gespräch mit Dirk van den Heuvel (Geschäftsführer des Bundesverbandes

Geriatrie) und Christoph Wolters (Vorsitzender des Landesverbandes Geriatrie NRW)

DEGEMED-News: Herr Wolters, die kollektive

Kündigung ist ein ungewöhnlicher Schritt.

Wie groß ist die Not in der geriatrischen

Reha in NRW?

Christoph Wolters: Sie ist sehr groß. Viele

Einrichtungen der geriatrischen Rehabilitation,

die bekanntlich sehr personalintensiv

ist, stehen heute mit dem Rücken zur Wand.

Zwar konnten die Einrichtungen in den vergangenen

Jahren durch interne Sparmaßnahmen

oder auch durch das Aufschieben

eigentlich dringend notwendiger Investitionen

die Kostensteigerungen zu einem gewissen

Teil kompensieren. Diese Potenziale

sind allerdings längst aufgebraucht. Um es

konkret zu machen: Seit langer Zeit, zum

Teil bereits seit fünfzehn Jahren, haben

unsere Reha-Einrichtungen keine Erhöhung

der Vergütungssätze erhalten. Zugleich

hatten wir in der Reha allein in den vergangenen

sieben Jahren Kostensteigerungen

von durchschnittlich 18 Prozent. Dies führte

zu einer strukturellen Unterfinanzierung, die

uns nun an einen Wendepunkt gebracht

hat: Wollen wir die flächendeckende

fachspezifisch-geriatrische Rehabilitation

betagter und hochbetagter Menschen

erhalten oder riskieren wir angesichts der

dramatischen wirtschaftlichen Situation

ein Kliniksterben im großen Umfang?

DEGEMED-News: Was haben die Krankenkassen

zuvor angeboten und wie reagieren

sie jetzt auf die Kündigungen?

Christoph Wolters: Wir haben in der Vergangenheit

gegenüber den Krankenkassen

die finanzielle Entwicklung und die absehbaren

Folgen häufig – und sehr nachdrücklich

– angesprochen. Auf politischer Ebene

hat sich der Bundesverband Geriatrie für

eine schnelle und für alle Seiten befriedigende

Lösung eingesetzt. Jedoch gab es

seitens der Kostenträger keine befriedigenden

Angebote. Auch die eingerichteten

Schiedsstellen anderer Bundesländer, in

denen Lösungen zur Finanzierung getroffen

werden sollen, haben unsere Erwartungen

Dirk van den Heuvel

Christoph Wolters

bislang nicht erfüllt. Mit den Krankenkassen

in NRW gab es erste Gespräche, in denen

von der Geriatrie eine Offenlegung der Wirtschaftsdaten

der Einrichtungen angeboten

wurde, um auf dieser sachlichen Basis die

wirtschaftliche Sicherung der geriatrischen

Reha zu erörtern. Die Signale der Kostenträger,

dass eine dauerhafte, tragfähige

Lösung herbeigeführt werden soll, fehlen

allerdings nach wie vor.

DEGEMED-News: Herr van den Heuvel,

wie brenzlig ist die Situation in anderen

Ländern?

Dirk van den Heuvel: Leider ist die genannte

strukturelle Unterfinanzierung der Reha

kein Problem allein Nordrhein-Westfalens,

sondern betrifft alle Bundesländer, selbst

wenn das Verhältnis zwischen Akut- und

rehabilitativer Versorgung überall etwas

unterschiedlich ist. Aktuell gibt es sowohl

in Bayern, Baden-Württemberg und

Mecklenburg-Vorpommern Initiativen der

Rehaeinrichtungen bzw. des Bundes- oder

Landesverbandes Geriatrie gegen die

strukturelle Unterfinanzierung. In Bayern ist

dabei aktuell der größte politische Druck

aufgebaut. Allerdings sind die Signale der

Kostenträger momentan wenig ermutigend.

Insbesondere die Verbände der

Ersatzkassen spielen hier eine unrühmliche

Rolle. Es gibt mehr als große Zweifel, ob

dem klaren, auch gesetzlich verankerten

Grundsatz »Reha vor Pflege« Genüge getan

wird. Die Sinnhaftigkeit einer fachgerechten

geriatrischen Reha stellt übrigens niemand

in Frage. Erst vor wenigen Wochen hat die

Stiftung Warentest diese Reha analysiert

und kam zu dem Schluss, dass ältere,

multimorbide Patienten von einer fachgerechten

geriatrischen Rehabilitation enorm

profitieren und so eine mögliche Pflegebedürftigkeit

hinausschieben können. Die

Leistung ist gefragt, nur bezahlen möchte

sie keine Krankenkasse.

DEGEMED-News: Viele Reha-Einrichtungen

in anderen Indikationen empfinden ebenfalls

die Vergütungspolitik der Krankenkassen

als besonders destruktiv. Was raten Sie

denen?

Dirk van den Heuvel: Natürlich ist das

Missverhältnis zwischen Kostensteigerung

und Vergütung ein Problem, das die Rehabilitation

generell betrifft. Im Bereich der geriatrischen

Reha sind die Auswirkungen jedoch

besonders stark – es geht schlicht um

die Existenz. Wir wollen keinen lähmenden

Dauerkonflikt mit den Kostenträgern,

sondern faire und zielorientierte Verhandlungen.

Ich denke, dass wir mit unserer

konzertierten Aktion in NRW zumindest soviel

Aufmerksamkeit in Medien und Politik

erreicht haben, dass solche Gespräche von

verschiedensten Seiten unterstützt werden.

Gemeinsame Positionen zu entwickeln und

zu vertreten, ist sicherlich ein gangbarer

Weg, auch für andere Bereiche der Rehabilitation.

7


schwerpunkt

Initiative

Die neurologische Frühreha in NRW optimieren

Wie ist es um die Versorgung

von Patienten in Nordrhein-

Westfalen bestellt, die auf neurologische

Frührehabilitation

angewiesen sind? Das hatten

2012 Experten und neurologisch-neurochirurgische

Chefärzte

aus NRW gefragt und rund

700 fehlende Betten konstatiert.

8

Köln. Aus der Sorge um die Versorgung

wurde eine Initiative, die im Juli bereits auf

ihr einjähriges Bestehen zurückblicken

konnte: die Landesarbeitsgemeinschaft

Neurorehabilitation NRW (LAG). Zwölf

Klinikbetreiber, neurochirurgisch-neurologische

Chefärzte und weitere Vertreter der

Gesundheitsbranche aus Nordrhein-Westfalen

haben sich in ihr zusammengeschlossen.

Ihr Ziel: die Versorgungssituation für

Patienten mit schweren Hirnschädigungen,

wie sie zum Beispiel nach einem Schlaganfall

oder einem Schädel-Hirn-Trauma auftreten

können, zu verbessern. Die garantiert

die neurologische Frührehabilitation. Doch

nur weniger als 400 neurologische Frührehabetten

stehen in Nordrhein-Westfalen

zur Verfügung, d. h. auf 55.000 Einwohner

kommt je ein Bett. Zum Vergleich: In Thüringen

ist es ein Bett pro 12.000 Einwohner.

Erfolgreiche Arbeit

Auf diese Minderversorgung hatte die

Landesarbeitsgemeinschaft im Juli 2012

Einer der Meilensteine war im Februar 2013 die Pressekonferenz zur Vorstellung des IGES-

Gutachtens zur Situation der Neurologisch-Neurochirugischen Frührehabilitation.

erstmals öffentlich hingewiesen. Rund

700 fehlende Betten konstatierte die Initiative

angesichts der realen Bedarfslage

in Nordrhein-Westfalen. »Wir wollten in der

Öffentlichkeit das Bewusstsein auf die dringend

notwendige Verbesserung der Versorgungssituation

dieser schwer betroffenen

Menschen und ihrer Angehörigen in NRW

lenken. Dieses Ziel haben wir erreicht«,

bilanziert Prof. Dr. Dr. Paul W. Schönle, Gründungsmitglied

der LAG die vergangenen

zwölf Monate. Ein Meilenstein der gemeinsamen

Arbeit sei im Februar die Vorstellung

des IGES-Gutachtens zur Situation der

Neurologisch-Neurochirugischen Frührehabilitation

gewesen. Dieses sei sowohl bei

der Presse als auch NRW-Landtagsabgeordneten

verschiedener Fraktionen sowie

dem Ministerium für Gesundheit, Emanzipation,

Pflege und Alter des Landes NRW

auf reges Interesse gestoßen.

für Gesundheit haben in ihren Stellungnahmen

zum Krankenhausplan 2013 das

Thema neurologische Frühreha jeweils aufgenommen«,

zeigt sich Dr. Ursula Becker,

ebenfalls Gründungsmitglied der LAG, zufrieden.

Neben der Versorgungssicherheit

für neurologische Frühreha-Patienten hat

sich die LAG für die Zukunft noch weitere

Ziele gesteckt. »Unsere Mitglieder arbeiten

derzeit an Themen wie Hygiene oder Qualitätssicherung

in Reha-Krankenhäusern.

Denn so, wie wir uns jetzt in puncto neurologische

Frühreha einbringen konnten,

kann und will die LAG mit ihrer Expertise

auch weiterhin dazu beitragen, die Qualität

der Gesundheitsversorgung in NRW zu optimieren«,

so Becker.

Die Gründungsmitglieder der Landesarbeitsgemeinschaft

Neurorehabilitation

NRW stellten sich am 9. Juli 2012 zu einem

Gruppenfoto. Mit dabei waren von Anfang

an führende Leistungserbringer des Landes

Nordrhein-Westfalen.

Politisches Gehör verschafft

Auch die Unterstützung der LAG durch die

Ad-hoc-Initiative Neurologischer und Neurochirurgischer

Chefärzte in NRW und Patientenvertreter

wie die ZNS – Hannelore Kohl

Stiftung, Schädel-Hirnpatienten in Not e.V.

und Forum Gehirn e.V. habe dazu geführt,

dass der Landtag das Thema Anfang des

Jahres auf die politische Agenda genommen

habe. »Die Fraktionen im Ausschuss

Info

Mehr zur Landesarbeitsgemeinschaft

Neurorehabilitation NRW erfahren Sie

unter: http://neuroreha-nrw.de/

Das IGES-Gutachten zur Situation

der Neurologisch-Neurochirugischen

Frührehabilitation ist abrufbar im

Bereich »Veranstaltungen”.


schwerpunkt

DRV Westfalen

DRV Westfalen ist Vorreiter im Internet

Filme und der Sympathieträger

»Fidelis« sollen informieren und

werben.

Münster. Keine alltägliche Situation,

wenn ein Filmteam mit Redakteur, Kameramann,

Tonassistent und Visagistin

anreist. Doch die fünf Rehabilitationskliniken

der DRV Westfalen waren bestens

vorbereitet. Im Spätsommer 2012 hieß

es zwei Tage lang in jeder Klinik »Kamera

läuft« für Ärzte, Therapeuten, Psychologen

und Ernährungsberater. Am Ende

entstanden fünf Imagefilme, die zukünftigen

Rehabilitanden im Internet zeigen

sollen, was sie in ihrer Reha erwartet.

Zunahme der Internetrecherche

Die Anregung, dass die zehn Jahre alten

Klinikfilme dringend aktualisiert werden

müssten, kam aus einer Chefarztdienstbesprechung.

Da heute immer öfter

kleine Filme im Internet für die Informationsgewinnung

eingesetzt werden,

sollten die neuen Klinikfilme ebenfalls

fürs Internet geeignet sein. Unterstützt

wurde dieses Vorhaben von der Studie

»Nutzen Rehabilitanden das Internet zur

Vorbereitung auf die Rehabilitation?« der

Deutschen Rentenversicherung Bund.

Bei ihr wurden von Januar bis März

2011 insgesamt 981 Rehabilitanden

in sieben psychosomatischen Reha-

Einrichtungen der DRV Bund nach ihrem

Surfverhalten befragt. Ergebnis: 81

Prozent der Rehabilitanden nutzen das

Internet, um sich über ihre Einrichtung

zu informieren. Weitere sechs Prozent

nutzen das Internet indirekt, indem sie

auf Informationen zurückgreifen, die

Verwandte oder Bekannte im Internet

gesammelt haben. »Es kann nicht ausgeschlossen

werden, dass die Nutzer

von der Güte der Online-Information und

der Professionalität der Internet-Präsenz

auf die Kompetenz der Behandlung

schließen«, so die Studie in ihrem Fazit.

»Mit den neuen Imagefilmen unserer

Kliniken im Netz reagieren wir auf das

andere Kundenverhalten in Zeiten des

Internets«, betont Eberhard Mehm vom

Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

der DRV Westfalen, der die Koordination

der Filmaufnahmen innehatte.

Klinikfilme im Netz

Die neuen Imagefilme der fünf Kliniken

sind seit Ende 2012 im Internet. Und

der Aufwand, den eigenen Auftritt zu

pflegen, lohnt sich. Bis zu 30.000 Seitenaufrufe

stündlich verbuchen alle fünf

DRV-Kliniken. Die meisten Besucher

kommen über die Suchmaschine Google.

Und das gezielt, denn Gesundheitsthemen

stehen im Web weit oben, wie

Zahlen des statistischen Bundesamtes

aus der Untersuchung »Internetnutzung

in privaten Haushalten« (2010) belegen.

Danach nutzen 67 Prozent aller über

65-Jährigen das Internet zur Recherche

von Gesundheitsthemen und auch in

den Altersgruppen 25 bis 64 Jahre sind

es kaum weniger. Und darunter sind

viele potenzielle Rehabilitanden.

Gesundheitsbotschafter Fidelis

Aus diesem Grund entwickelte die DRV

Westfalen dann auch einen Sympathieträger,

den »Fidelis«. Ursprünglich als

Imagefigur für das Betriebliche Gesundheitsmanagement

der DRV Westfalen

ins Leben gerufen, soll er künftig im

Web, aber auch in Broschüren und Flyern

zur Anwendung kommen. Fidelis will

nicht nur die Patienten zu Bewegung

und guter Ernährung bewegen, sondern

vor allem als Gesundheits-Botschafter

das Herz des Patienten erreichen. Frei

nach dem lateinischen Ursprung des

Wortes »fidelis« ist die DRV Westfalen

sicher, mit ihm einen zuverlässigen Botschafter

zu haben, der treu für gesundheitsbewusstes

Verhalten wirbt.

9

Krankenhausdirektoren

Neuer Vorstand der Fachgruppe Reha des VKD

Wilhelm Brokfeld gibt Vorsitz der

Fachgruppe an Achim Schäfer

weiter.

Bad Pyrmont. Die Fachgruppe Rehabilitation

des Verbandes der Krankenhausdirektoren

Deutschlands e.V. (VKD) hat in ihrer Mitgliederversammlung

einen neuen Vorstand

gewählt. Sie bestimmte einstimmig Achim

Schäfer (MZG Westfalen, Bad Lippspringe)

zum neuen Vorsitzenden der Fachgruppe. Er

löst Wilhelm Brokfeld (Reha-Zentrum Münsterland,

Bad Rothenfelde) ab, der weiter

als stellvertretender Vorsitzender mitarbeitet

und ebenfalls einstimmig gewählt wurde.

Weitere Mitglieder des neuen Vorstands

sind August Grossmann (Moorland-Klinik

Vlotho) und Markus Komp (HELIOS Klinik

Bad Berleburg). Auch ihre Wahl erfolgte

einstimmig. Die DEGEMED wünscht Achim

Schäfer und dem gesamten neu gewählten

Vorstand viel Glück und Erfolg bei der

Bewältigung der verantwortungsvollen

Aufgabe.

Achim Schäfer,

neuer Vorsitzender

Fachgruppe

Rehabilitation

des VKD


schwerpunkt

DRV Rheinland

Ambulant vor stationär

Die Deutsche Rentenversicherung

Rheinland setzt seit Jahren

auf die ambulante Rehabilitation.

Kein anderer Reha-Träger

bewilligt bundesweit so viele

Maßnahmen in diesem Bereich.

10

Düsseldorf. Die ganztägig ambulante

Rehabilitation der Rentenversicherung ist

inhaltlich und konzeptionell eine gleichwertige

Alternative zur stationären Rehabilitation.

Sie findet wohnortnah statt. So kann

das in der Rehabilitation Erlernte im Alltag

direkt umgesetzt werden. Vorteilhaft ist es

dabei oft, dass – mit Einverständnis des

Versicherten – eine Kontaktaufnahme zu

den heimischen behandelnden Ärzten und

gegebenenfalls den Werk- oder Betriebsärzten

auf kurzem Weg möglich ist.

Bundesweiter Spitzenplatz

Die ganztägig ambulante Rehabilitation

hat sich als eigenständige Säule der medizinischen

Rehabilitation etabliert. Holger

Baumann, Mitglied der Geschäftsführung

bei der Deutschen Rentenversicherung

Rheinland und zuständig für die Rehabilitation,

sagt: »Mit einem Anteil von 25 Prozent

an allen bewilligten Rehabilitationen

nimmt die Deutsche Rentenversicherung

Rheinland bundesweit einen Spitzenplatz

ein. Wir kooperieren inzwischen flächendeckend

mit sehr vielen ambulanten

Anbietern im gesamten Rheinland, die sich

zur Einhaltung sehr hoher Qualitätskriterien

verpflichtet haben.« Ein Modellprojekt

zur ambulanten Rehabilitation in Köln, so

Zu Hause können manche Übungen fortgeführt

werden.

Auch auf den zweiten Blick besteht kein Unterschied: Ambulante Rehabilitation ist eine

gleichwertige Alternative zur stationären.

Baumann weiter, richte sich speziell an türkische

Mitbürger, die an psychischen und

psychosomatischen Erkrankungen leiden.

Die Deutsche Rentenversicherung

Rheinland wendet jährlich rund 340 Millionen

Euro für die Reha ihrer Mitglieder auf.

Baumann stellt dazu fest, dass sich diese

Investition schnell rentiert: »Eine Reha-Maßnahme

rechnet sich bereits dann, wenn

der Eintritt in die Rente um nur vier Monate

verschoben werden kann.«

Ausbau seit 1998

Die Wohnortnähe zur Rehabilitationseinrichtung

gewährleistet zudem, dass die

Patienten in ihrem gewohnten Lebensumfeld

bleiben können und ein unmittelbarer

Bezug zum Arbeitsplatz hergestellt werden

kann. Im Zuständigkeitsbereich der Deutschen

Rentenversicherung Rheinland sind

rund 50 ganztägig ambulante Rehabilitationseinrichtungen

zugelassen. Hier werden

vor allem Patienten mit orthopädischen

Leiden, Herzerkrankungen, psychosomatischen

Erkrankungen oder Nervenleiden

behandelt. Seit dem Beginn der ganztägig

ambulanten Rehabilitation im Jahr 1998

nehmen in jedem Jahr mehr Patienten

dieses Angebot wahr. Im Jahre 2012 wurden

rund 25 Prozent aller medizinischen

Holger Baumann, Mitglied der

Geschäftsführung der Deutschen

Rentenversicherung Rheinland und

zuständig für die Rehabilitation

Leistungen zur Teilhabe – ohne Nachsorge,

Kinderrehabilitation, Krebsnachbehandlung

und Suchterkrankungen – ganztägig ambulant

durchgeführt.

Die hohe Kundenzufriedenheit und die

sehr guten Reha-Erfolge zeigen der Deutschen

Rentenversicherung Rheinland, dass

sie mit dem Ausbau der ambulanten, wohnortnahen

Rehabilitation auf dem richtigen

Weg ist.

Ein weiterer Vorteil für die Rehabilitanden:

Für die ambulante Reha müssen sie im

Gegensatz zur stationären Reha nichts aus


aktionen

DEGEMED-Umfrage

Belegungsrückgang in der psychosomatischen Rehabilitation

Belegungsrückgänge sind in der psychosomatischen Rehabilitation seit dem Frühjahr ein wichtiges

Thema. Die DEGEMED hat hierzu bei den Mitgliedern Zahlen erhoben.

Berlin. Seit dem Frühjahr informierten mehrere

Reha-Einrichtungen die DEGEMED über

spürbare Belegungsrückgänge durch die

DRV Bund in der Indikation Psychosomatik.

Die DEGEMED führte eine Online-Umfrage

unter ihren Mitgliedern durch, um die Belegungsrückgänge

zu quantifizieren und

deren Auswirkungen besser bewerten zu

können. Mehr als ein Drittel aller Mitgliedskliniken

mit der Indikation Psychosomatik

haben an der Erhebung teilgenommen.

Rückgang bereits seit Jahresbeginn

Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere

die Belegung durch die DRV Bund zurückgegangen

ist. Der Rückgang ist bei 80 Prozent

der Einrichtungen bereits seit Jahresbeginn

spürbar. Dabei liegt die Auslastung

teilweise unter 65 Prozent. Auf Nachfrage

der DEGEMED bei der DRV wird als Ursache

des Belegungsrückgangs eine verminderte

Anzahl von Antragstellern genannt.

Psychosomatische Rehabilitationskliniken

in Deutschland

• In Deutschland gibt es 388 Rehakliniken

mit der Indikation Psychosomatik

(Quelle: rehakliniken.de,

Zugriff: 25.9.2013)

• Die DRV Bund hat mit ca. 155 psychosomatischen

Kliniken und Fachabteilungen

einen Belegungsvertrag

abgeschlossen. Davon sind 16 Kliniken

Kinder- und Jugendtherapeutische

Einrichtungen und 7 Kliniken

ganztägig ambulante Einrichtungen

(Quelle: DRV Bund).

• In psychosomatischen Kliniken

finden keine Anschlussheilbehandlungen

statt.

• Die Verweildauern wurden 2011 von

der DRV Bund von sechs auf fünf Wochen

deutlich reduziert.

11

Die Reha-Welt in Zahlen:

Zahlen helfen uns, die Wirklichkeit zu erkennen.

Wenn wir etwas wiegen, messen

oder zählen können, entsteht dabei ein Bild

im Kopf und wir trauen uns ein Urteil zu.

Nicht immer liegen wir dabei richtig. Das

liegt nur zum Teil an den Zahlen selbst.

Unsere Rubrik »Die Reha-Welt in

Zahlen« stellt Zahlen ohne Kommentar

zusammen, die uns in den letzten Wochen

begegnet sind. Manche Zahlen verblüffen

oder ärgern, andere erregen Widerspruch.

Allen ist aber gemeinsam: Sie haben etwas

mit Reha zu tun und wurden bereits

veröffentlicht.

• Steigerung des Vergütungssatzes nach erstem Schiedsstellenspruch in Baden-Württemberg (Quelle: BWKG): 4,01 %

• Anträge auf Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe bei DRV 2012 (Quelle: DRV Bund; zum Vergleich 2005: 1,636 Mio.): 2.097 Mio.

• Meldepflichtige Arbeitsunfälle in Deutschland 2012 (Quelle: DGUV): 885.009

• Durchschnittliche Auslastung der Reha- und Vorsorgeeinrichtungen NRW

(Quelle: Statistisches Landesamt NRW, IT.NRW)

8 7,1 %

• GKV-Anteil abgerechneter Reha-Maßnahmen der Arge Krebs in NRW 2012 (Quelle: Arge Krebs): 4,9 %

• Mögliche Höhe einer Freiheitsstrafe bei Korruption im Gesundheitswesen nach dem Entwurf des § 307 c Abs. 1 SGB V

(Quelle: BMG):

• Durchschnittliche Dauer einer stufenweisen Wiedereingliederung zu Lasten der DRV nach medizinischer Reha

(Quelle: DRV Bund):

• Anteil der Erwerbstätigen unter den 60- bis 65-Jährigen in Deutschland 2012

(Quelle: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung):

• Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage, die durch Einnahme von Suchtmitteln verursacht wurden 2012

(Quelle: WIdO; zum Vergleich: Anzahl 2002 2,07 Mio. Fehltage):

bis zu drei

Jahre

50,4 Tage

42 %

2,42 Mio.


echt

Reha-Recht

Neues aus dem Diskussionsforum Rehabilitations- und Teilhaberecht

12

Neue Beiträge und Inhalte in

Fachforum und Infothek.

Einzelforen

Dr. Andreas Penner berichtet in Forum D

über die Entwicklung des Schiedsstellenverfahrens

nach § 111 Abs. 5 SGB V und benennt

verschiedene Praxisprobleme, aber

auch Möglichkeiten, die dieses Instrument

bietet (Beitrag D16-2013). Weiterhin wird in

Forum D ausführlich über die aktuellen Entwicklungen

bei der Reform der Eingliederungshilfe

informiert und diskutiert, welche

bereits seit über zehn Jahren auf dem Plan

steht und nun neuen Aufwind erfährt (insb.

die mehrteiligen Beiträge D13-2013 ff. von

Dr. Wolfgang Schütte und D20-2013 f. von

Dr. Peter Gitschmann).

In Forum B erläutert Cathleen Rosendahl

von der Universität Halle, unter welchen

Voraussetzungen ein behinderter Arbeitnehmer

von seinem Arbeitgeber verlangen

kann, dass dieser ihn behinderungsgerecht

für eine konkrete Tätigkeit beschäftigt (Beitrag

B3-2013). Darüber, wie die Internationale

Klassifikation der Funktionsfähigkeit,

Behinderung und Gesundheit (ICF) im

Rahmen des Sozialrechts anzuwenden ist,

gibt Dr. Harry Fuchs in Forum C (Beitrag C2-

2013) Auskunft.

Als einer von verschiedenen Beiträgen

zu diesem Themenbereich in Forum A,

widmet sich Prof. Andreas Langer den

Schwierigkeiten, die bei der Umsetzung des

Persönlichen Budgets bestehen (Beitrag

A10-2013). Mit Fragen der Zuständigkeitsklärung

nach § 14 SGB IX beschäftigt sich

Prof. Susanne Peters-Lange am Beispiel

der beruflichen Weiterbildung (Beitrag A9-

2013).

Infothek

In den Veranstaltungskalender wurde u. a.

das 7. REHA-SYMPOSIUM des Vereins zur

Förderung der Rehabilitationsforschung in

Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und

Schleswig-Holstein (vffr) aufgenommen,

welches am 11. November 2013 in Lübeck

stattfindet. Thema der Veranstaltung sind

die neuesten Entwicklungen in der Reha-

Nachsorge.

Zur Zeit überprüfen Bund und Länder die

teilweise seit über zehn Jahren geltenden

Gesetze zur Gleichstellung behinderter

Menschen. Hintergrund ist das Inkrafttreten

der UN-Behindertenrechtskonvention für

Deutschland im Jahr 2009. In einigen Bundesländern

sind bereits neue Gleichstellungsgesetze

in Kraft getreten. Dazu stellt

die Monitoring-Stelle verschiedene Informationen

zur Verfügung, die Sie gesammelt

auch in unserer Infothek finden können.

Außerdem befassen sich verschiedene Beiträge

in unserem Forum D mit dem Thema

Barrierefreiheit.

Des Weiteren finden Sie in unserer

Infothek den neuen Teilhabebericht der

Bundesregierung über die Lebenslagen von

Menschen mit Beeinträchtigungen »Teilhabe

– Beeinträchtigung – Behinderung«.

Er stellt eine Weiterentwicklung des Behindertenberichts

(Bericht zur Lage der Menschen

mit Behinderungen) dar und ist Teil

des Nationalen Aktionsplans zur Umsetzung

der UN-Behindertenrechtskonvention.

Ebenso können Sie das Eckpunktepapier

Strukturreform PFLEGE und TEILHABE bei

uns einsehen: Die Eckpunkte beschreiben

die zentralen Defizite des aktuellen Systems

und enthalten Vorschläge für eine

Strukturreform PFLEGE und TEILHABE auf

der Grundlage einer Differenzierung von

CURE und CARE. Formuliert werden drei

zentrale Perspektiven für eine Strukturreform.

Ferner haben wir für Sie verschiedene

Themenseiten in der Infothek eingerichtet,

auf denen Sie sich über aktuelle Gesetzesinitiativen

(wie die Entwürfe zu einem Teilhabe-

oder einem Bundesleistungsgesetz)

informieren können.

»Wie gehts weiter?«

Projektsteuerkreis unterstützt Weiterentwicklung

des Diskussionsforums

Heidelberg. Das von der Deutschen Vereinigung

für Rehabilitation e.V. (DVfR) betriebene Diskussionsforum

Rehabilitations- und

Teilhaberecht (www.reha-recht.

de) hat sich seit seiner Gründung

im Jahr 2009 zu einer Diskussions-

und Informationsplattform

für Fragen des Leistungsrechts

der medizinischen, beruflichen

und sozialen Rehabilitation entwickelt.

Das Diskussionsforum

wird vom Bundesministerium

für Arbeit und Soziales (BMAS)

gegenwärtig und befristet bis

Dr. Friedrich Mehrhoff

(DGUV),

Vorsitzender des

Projektsteuerkreises

zum Jahr 2015 aus Mitteln der Ausgleichsabgabe

gefördert. Nach Auslaufen der Förderung ab 2016

muss ein fördermittelunabhängiges Geschäftsmodell

zur Verfügung stehen. Zu diesem Zweck

hat die DVfR einen Projektsteuerkreis eingerichtet.

Der Projektsteuerkreis wird von Dr. Friedrich Mehrhoff

(DGUV) geleitet. Die DEGEMED nimmt daran

teil. Weitere Teilnehmer kommen aus dem Bereich

der Wissenschaft, von Rehabilitationsträgern, Behinderten-

und Betroffenenverbänden sowie von

Leistungserbringerverbänden.


projekte

Reise- und Fahrtkosten

Wer zahlt die Fahrt?

Vor allem Kassen wälzen Transportkosten

auf Kliniken ab. Die

AG MedReha SGB IX will es genau

wissen und startet nun eine

Umfrage.

zu Lasten von Reha-Kliniken zu erfahren,

befragen die in der AG MedReha zusammengeschlossenen

Verbände ihre Mitglieder.

Die Ergebnisse werden veröffentlicht

und dienen dann auch als Grundlage für

den Dialog mit Rechtsaufsichtsbehörden.

Berlin. Immer mehr Rehabilitationsträger

scheinen Reha-Kliniken an den Kosten

für notwendige Krankentransporte vor

Beginn einer Reha zu beteiligen. Oft

müssen Kliniken diese Kosten sowie die

Aufwendungen für Fahrdienste oder allgemeine

Fahrtkosten der Rehabilitanden bei

Nutzung des eigenen Kfz oder öffentlicher

Verkehrsmittel teilweise oder sogar in

vollem Umfang tragen. So regelt es eine

entsprechende Vereinbarung einer großen

Ersatzkasse, die der DEGEMED vorliegt. In

§ 5 (Fahr- und Transportservice) heißt es:

»Die Reha-Einrichtung organisiert in eige-

In der Zukunft werden Personentransporte

natürlich kostenfrei abgewickelt. Bis es

soweit ist, muss einer dafür zahlen.

ner Verantwortung und zu eigenen Lasten

unter Beachtung der gesetzlichen Vorgaben

den Transport der Patienten.«

Umfrage der AG MedReha

Um mehr über das tatsächliche Ausmaß

und die Verbreitung dieser Vereinbarungen

Info

Für die notwendigen Fahrt- und Transportkosten

von Rehabilitanden müssen

die Reha-Träger selbst gegenüber ihren

Versicherten aufkommen.

Rechtsgrundlage: § 60 Abs. 5 SGB V

(gegenüber Krankenkassen) bzw. § 28

SGB VI (gegenüber Trägern der DRV) i.

V. m. § 53 SGB IX.

Die Umfrage wird online und anonym

durchgeführt; Erhebungszeitraum:

Anfang bis Mitte Oktober 2014.

Mitglieder der AG MedReha: BDPK,

buss, DEGEMED, FVS, BV Geriatrie

13

Internationale Botschafter

Sechste Bäder- und Reha-Tour 2013 warb in Brüssel

Traditionelle Fahrradtour von

Fahrern mit und ohne Handicap

führte im September durch vier

Länder

Stuttgart. Am 30. August um 11 Uhr war es

soweit: Baden-Württembergs Sozialministerin

Katrin Altpeter gab am SRH Klinikum

Karlsbad-Langenstein den Startschuss zur

sechsten Bäder- und Reha-Tour. Neun Tage

Radfahren stand für das 36-köpfige Team

von Rad-, Trikes- und Handbike-Fahrern auf

dem Programm, erneut beschirmt durch

den Krebsverband Baden-Württemberg.

Prominente Mitradler

Unter Leitung des Ersten Direktors der Deutschen

Rentenversicherung Baden-Württemberg,

Tourinitiator Hubert Seiter ging es

über Elsass, Saarland und Rheinland-Pfalz

durch vier Länder bis zum Tourziel Brüssel,

das am 7. September erreicht wurde.

Gruppenbild der Radler auf der 7. Etappe

in Eupen (Belgien) im Innenhof des Amtssitzes

von Karl-Heinz Lambertz, dem Ministerpräsidenten

der deutschsprachigen

Gemeinschaft in Belgien.

»Zeigen, was möglich ist« durch und nach

Rehabilitation made in Germany – das

vermittelten die Radler dabei nicht nur Politikern

des Europäischen Parlaments, sondern

auch 50 prominenten Vertretern aus

den Ländern und Regionen, die die Tour auf

ihren acht Etappen (Kork, Sarrebourg, Saarbrücken,

Trier, Daun, Monschau, Lüttich

und Leuven/Brüssel) besuchten. Darunter

waren Karl-Heinz Lambertz, Ministerpräsident

der deutschsprachigen Gemeinschaft

in Belgien, Dr. Eckart Cuntz, deutscher Botschafter

in Belgien, und Torsten Einstmann,

Vertreter des Beauftragten für die Belange

Behinderter Menschen in Deutschland,

aber auch Bundestagsabgeordnete wie

Gabriele Molitor, behindertenpolitische

Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion

war dabei.

Tatkräftige Unterstützung erhielt die

Reha-Tour erneut durch viele DEGEMED-Mitglieder,

wie u. a. dem neuen Teammitglied

Thomas Keck, Erster Direktor der Deutschen

Rentenversicherung Westfalen. Nach

den eindrucksvollen europäischen Tour-

Tagen hoffen alle Beteiligten, dass es 2014

wieder heißt: »Zeigen, was möglich ist«.


initiativen

14

Wunsch- und Wahlrecht

»Sie wünschen?«

Die Entscheidungen des BSG

geben Rätsel auf. Währenddessen

erklären Krankenkassen das

Wunsch- und Wahlrecht bereits

für abgeschafft.

Kassel. Die Irritationen über die beiden

Entscheidungen des Bundessozialgerichts

(BSG) vom 07.05.2013 (Az. B 1 KR 12/12

R, B 1 KR 53/12 R) halten an. In diesen

beiden Urteilen ging es um die Kostenerstattung

für eine selbstbeschaffte Rehabilitation

in einer Reha-Einrichtung. Die Richter

lehnten einen solchen Anspruch ab und

orientierten sich dabei am Wortlaut des

§ 40 Abs. 2 Satz 3 SGB V. Die Auswahl einer

vom Antragsteller gewünschten Reha-Einrichtung

käme danach trotz medizinischer

Eignung nicht in Betracht. Der Grund: Die

gewünschten Einrichtungen besitzen einen

Versorgungsvertrag. Damit sind sie zwar

zum Erbringen von Reha-Leistungen für die

Krankenkassen berechtigt. Aber eben nur

grundsätzlich. Wünscht nun ein Versicherter

die Rehabilitation genau dort, ist dieser

Wunsch nicht maßgeblich. Gebunden würde

die Krankenkasse vielmehr nur, wenn

es sich dabei um eine Einrichtung ohne

Versorgungsvertrag handelt.

Die DEGEMED stellt ihren Mitgliedern unmittelbar

nach Veröffentlichung der Urteilsbegründung

eine Auswertung der beiden

Entscheidungen zur Verfügung.

Hintergrund

Wunsch- und Wahlrecht

Seit dem 01.07.2001 regelt § 9 SGB

IX das Wunsch- und Wahlrecht der

Versicherten bei der Durchführung

von Leistungen zur Teilhabe. Darin

heißt es, dass Rehabilitationsträger

berechtigte Wünsche von Versicherten

bei der Durchführung der

Leistungen berücksichtigen müssen.

Seit Inkrafttreten der Vorschrift

streiten Rehabilitationsträger

mit Versicherten darüber, wann

Wünsche als »berechtigt« anzusehen

sind und welche Folgen das

hat. So entschied das Bayerische

Landessozialgericht 2008, dass

unter bestimmten Umständen die

Durchführung einer stationären

Rehabilitation ausschließlich in der

vom Antragsteller gewünschten

Einrichtung in Betracht kommen

kann (»Ermessensreduzierung auf

Null«).

10. Deutscher Reha-Tag

Ungebrochener Zulauf zum Jubiläum

Rund eine halbe Million Besucher

informierte der Deutsche Reha-Tag

als jährlicher Aktionstag der Rehabilitation

in den vergangenen zehn

Jahren. Der Initiatorenkreis, zu dem

auch die DEGEMED gehört, übergibt

2014 das Heft des Handelns

an die Kliniken und Einrichtungen.

Berlin. Mit rund 150 Aktionen, Tagen der

offenen Tür und Infoständen hat der Deutsche

Reha-Tag in seinem Jubiläumsjahr

zum zehnten Mal seine Attraktivität unter

Beweis gestellt. Unter dem Motto »REchtzeitig

HAndeln: Reha verbindet« zeigten rund

200 Kliniken und Einrichtungen der Rehabilitation

bundesweit am und im Umfeld

des 28.9. die Bedeutung der Rehabilitation

als Brücke in Alltag und Beruf. Unter den

Teilnehmern waren wie in jedem Jahr auch

Mitgliedskliniken der DEGEMED.

Reha hat wachsende Bedeutung

als Brücke in Alltag und Beruf

Die Bedeutung der Rehabilitation ist in den

vergangenen Jahren erheblich gewachsen.

Darauf wollten die teilnehmenden Kliniken

und Einrichtungen in diesem Jahr besonders

hinweisen. Gemeinsam zeigten sie,

wie Reha die Rückkehr in Alltag und Beruf

fördert und welche Konzepte dies unterstützen.

Besucher und Interessenten konnten

sich unter www.rehatag.de vorab online

über Teilnehmer und Veranstaltungen informieren.

Initiatorenkreis übergibt Reha-Tag

Bereits Mitte Juni hatte der 24-köpfige

Initiatorenkreis im Rahmen einer Jubiläumsveranstaltung

alle Fraktionen des

Bundestages und Vertreter der Gesundheitswirtschaft

eingeladen, um über die

Rehabilitation in der nächsten Legislaturperiode

zu diskutieren. Dabei wurde auch ein

neues Konzept für den Reha-Tag vorgestellt.

Danach wird der Initiatorenkreis sich aus

der ersten Reihe des Aktionstages zurückziehen

und das Heft des Handelns an die

Teilnehmer weitergeben. Alle Kliniken und

Einrichtungen sollen ab 2014 selbstständig

thematische Schwerpunkte festlegen

können, um so noch zielgenauer als bisher

in den Dialog mit Politik, Wirtschaft und

Öffentlichkeit einsteigen zu können. Der

Initiatorenkreis verspricht sich davon einen

noch breiteren und vielfältigeren Dialog auf

der Basis der erfolgreichen Aufklärungsarbeit

des Deutschen Reha-Tages.


kliniken

Neue Mitglieder vorgestellt

Neue Mitglieder aus Bayern und Sachsen

Der Sommer hat bei der DEGE-

MED für einen weiteren Mitgliederzuwachs

gesorgt. Im Juli

kamen mit dem ambulanten

Rehazentrum Wöhrderwiese in

Nürnberg und der Psychosomatische

Reha-Fachklinik Eubios

zwei hochspezialisierte Einrichtungen

hinzu.

Rehazentrum Wöhrderwiese –

Familienunternehmen in dritter

Generation

Das Rehazentrum Wöhrderwiese in Nürnberg

wurde 1950 auf der Ruine der Hadermühle,

der ältesten Papiermühle Deutschlands,

errichtet. Über 60 Jahre später sind

80 Mitarbeiter aus den verschiedensten

medizinischen Bereichen für das Familienunternehmen

tätig. Der Schwerpunkt

der Einrichtung mit 80 Plätzen liegt in der

ambulanten orthopädischen Rehabilitation.

Für die Gesamtversorgung der Patienten

werden zusätzlich IRENA, Heilmittel, Prävention

und Betriebliche Gesundheitsförderung

angeboten. Für die Therapie stehen

ein 17 mal 7 Meter großes Therapiebecken

mit 32 Grad Wassertemperatur, mehr als

400 Quadratmeter Medizinische Trainingstherapie

mit Parkblick, Arbeitsplatztherapie

und Arbeitsplatztraining auf 150 Quadratmetern

(In- und Outdoor) zur Verfügung.

Die Lage des Hauses, das an der Wöhrder

Wiese »mitten in der Stadt und doch im

Grünen« liegt, trägt ebenso zum Wohlfühl-

faktor bei wie die familiäre Atmosphäre. Die

Einrichtung ist bereits seit 2006 nach DIN

EN ISO 9001:2008 und seit 2008 zusätzlich

nach DEGEMED zertifiziert.

Psychosomatische Reha-Fachklinik

Eubios – Hilfe für Kinder und Jugendliche

Die Psychosomatische Reha-Fachklinik

Eubios im erzgebirgischen Thalheim besteht

als stationäre Einrichtung seit den

1960er-Jahren, vormals als sogenanntes

Logopädisches Kindersanatorium, später

als Sprachheilklinik. Seit der Übernahme

durch EUBIOS im Jahr 2001 weist sich

die Klinik als psychosomatische Reha-

Fachklinik aus. Hauptleistungsträger ist

die DRV Bund. Die Patienten werden von

allen Rentenversicherungen und Krankenkassen

zunehmend aus dem ganzen

Bundesgebiet überwiesen. Im multiprofessionellen

Team werden in einer auf 39 Tage

orientierten stationären Therapie sowohl

Vorschulkinder und junge Schulkinder mit

elterlicher Begleitperson als auch allein reisende

Schulkinder therapiert. Begleitkinder

können mit aufgenommen werden. Indiziert

ist eine psychosomatische Feststellung mit

dem Schwerpunkt von Sprach- und Sprechstörungen.

Am Standort Thalheim werden

54 Therapieplätze vorgehalten. Im Haus

2 in Grünhain nochmals zwölf Plätze, vor

allem für durch Krankenkassen zugewiesene

Patienten.

Leitbild des Unternehmens ist »dienen

und leisten« für die Gesundheit des Patienten

und dessen gleichberechtigte Teilhabe

am gesellschaftlichen Leben.

Die Reha-Fachklinik Eubios im erzgebirgischen

Thalheim weist sich als psychosomatische

Reha-Fachklinik aus.

Prof. Dr. Ingrid Hauschild,

Klinikleiterin und

Geschäftsführerin der

Psychosomatischen Reha-

Fachklinik Eubios Prof. Dr.

Ingrid Hauschild GmbH &

Co. KG.

» Dienen und leisten – in diesem Sinne

in Erfahrungsaustausch zu treten ist

unser Anliegen auch durch eine Mitgliedschaft

in der DEGEMED

15

Oliver Fuchs, Inhaber

Ambulantes Rehazentrum

Wöhrderwiese

Das Rehazentrum Wöhrderwiese ist spezialisiert auf muskuloskelettale Erkrankungen

(auch im Bereich arbeitsplatzorientierte Therapie).

» Gemeinsam Ziele erreichen ist der

Leitspruch unseres Rehazentrums.

Diesen leben wir als Einrichtung in

der Versorgung unserer Patienten, der

Zusammenarbeit mit unseren Mitarbeitern

und wünschen uns dies auch als

neues Mitglied in der DEGEMED


termine

Veranstaltungen der DEGEMED

Know-how aus der Praxis für die Praxis

Qualitätskongress in Kooperation

mit Fachverband Sucht am 10.

und 11.10.2013 in Berlin

Inzwischen verfügen über 1.300 Einrichtungen

über ein zertifiziertes internes

Qualitätsmanagement. Mehr als 300 davon

haben sich für die Verfahren von DEGEMED

oder FVS entschieden. Ein internes Qualitätsmanagement

entwickelt sich stetig weiter

und muss kontinuierlich angepasst werden.

Der Qualitätskongress will QM-Beauftragte

und Anwender bei dieser Aufgabe unterstützen.

Inhalte der Veranstaltung sind

Beispiele guter Praxis und der Blick auf neue

Entwicklungen. Die neue Leitnorm für das

Gesundheitswesen DIN EN 15224 wird hierbei

beleuchtet. Der zweitägige Kongress mit

Abendprogramm bietet Raum für Vernetzung

und Diskussion mit Referenten und Kollegen.

Seminar: In Verhandlungen führen

am 24. und 25.10.2013 in Berlin

Wir alle verhandeln täglich – zum Teil, ohne

dass es uns bewusst ist. Dafür gibt es

Regeln, die über den Erfolg mitentscheiden.

Diese können um Techniken und Instrumente

ergänzt werden, die den Erfolg noch wahrscheinlicher

machen. Sowohl als Verhandler

(zunächst auf Seiten der Kostenträger, dann

der Leistungserbringer) als auch als Trainer

mit Schwerpunkt auf Verhandlungen im

Gesundheitswesen verfügt Dipl.-Volkswirt

Heiner Schülke über jahrzehntelange Erfahrung.

Neben dem Aufbau einer optimalen

Argumentationskette ist sein Schwerpunkt

die nonverbale, unbewusste Kommunikation.

DEGEMED-Mitgliederversammlung

am 18.11.2013 in Berlin

Externe Referenten: Gudula Roßbach, DRV Berlin-Brandenburg,

und Dr. Michael Krause, wdv.

Kooperationsveranstaltung mit

der DVSG: Zugang zur Rehabilitation

am 15.01.2014 in Berlin

Wie organisieren Reha-Träger den Zugang

in die Leistung? Bleiben die Unterschiede

zwischen DRV und GKV auch in der neuen

Legislaturperiode bestehen? Was können

Rehakliniken tun, um den Weg in ihre Klinik

zu erleichtern? Zielgruppe der Veranstaltung

sind ärztliche Mitarbeiter, Mitarbeiter aus Klinikverwaltungen

und Sozialdienste. Zugang

zur Rehabilitation ist eine Kooperationsveranstaltung

mit der DVSG.

Seminar: Erstellung des Reha-

Entlassungsberichts am 21.01.2014

in Berlin

Die Dokumentation von Rehabilitationsverlauf

und -ergebnis ist von zentraler Bedeutung.

Schnell, umfassend und exakt – so

sollen Reha-Einrichtungen die Entlassungsberichte

erstellen und zur Verfügung stellen.

Dabei unterscheiden sich die Anforderungen

teilweise erheblich. Die DEGEMED führt ihre

Veranstaltungsreihe zu Entlassungsberichten

in der medizinischen Reha fort. Das eintägige

Seminar bietet Ärzten und anderen leitenden

Mitarbeitern von Reha-Einrichtungen Orientierung

und aktuelle Infos aus erster Hand und

ist als ärztliche Fortbildung anerkannt.

Seminar: In Verhandlungen führen

am 13. und 14.02.2014 in Berlin

Richtig verhandeln ist eine Fähigkeit, die

jeder beherrschen sollte. Das Seminar im

Oktober ist bereits ausgebucht. Wegen der

hohen Nachfrage wird die Veranstaltung deshalb

nochmals im Februar 2014 angeboten.

Diskussionsforum der DEGEMED

beim Rehabilitationswissenschaftlichen

Kolloquium der DRV-Bund

und DGRW vom 10. bis zum

12.3.2014 in Karlsruhe

Weitere Veranstaltungen 2014:

Haustechnik und Brandschutz, Februar

2014, Kassel

Veränderung der Altersstruktur der

Rehabilitanden – Herausforderung für Reha-

Kliniken, April 2014, Berlin

MBOR »Indikationsspezifisch«, Mai 2014,

Kassel oder Münster oder Stuttgart

Rehabilitation für Migranten, Juni 2014,

Berlin

DEGEMED-Sommerakademie, 1.-4. Juli

2014 in der Klinik Höhenried, Bernried

Service

Weitere Informationen zu den

Veranstaltungen und zur Anmeldung

erhalten Sie bei der Geschäftsstelle

der DEGEMED

Tel.: 030 284496-6

E-Mail: degemed@degemed.de

oder im Internet unter

www.degemed.de.

Kurz vor Schluss

Mehr Erwerbstätige als Rentner

unter den 60- bis 65-Jährigen

In der Altersklasse der 60- bis

65-Jährigen gibt es erstmals seit

fast vier Jahrzehnten wieder mehr

Erwerbstätige als Rentner. Das hat

das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung

(BiB) im August veröffentlicht.

So gingen im Jahr 2012 rund

42 Prozent in dieser Altersgruppe

einer bezahlten Arbeit nach, während

der Anteil von Renten- und Pensionsempfängern

mit 40 Prozent etwas

darunter lag. Mehr Erwerbstätige

als Rentner hatte es bei den 60- bis

65-Jährigen zuletzt im Jahr 1974

gegeben. Den Aufwärtstrend erklärt

das BiB u. a. mit veränderten gesetzlichen

Rahmenbedingungen. Anreize

zur Frühverrentung seien stark reduziert

worden. In den kommenden

Jahren werden Veränderungen in der

Altersstruktur, eine weiter steigende

Lebenserwartung und die »Rente mit

67« dazu führen, dass Erwerbsarbeit

im siebten Lebensjahrzehnt weiter

zunimmt.

Impressum

DEGEMED

Deutsche Gesellschaft für

Medizinische Rehabilitation e.V.

Vorstand:

Prof. Bernd Petri (Vorsitzender)

Dr. Constanze Schaal

(1. stellv. Vorsitzende)

Volker Behncke (2. stellv. Vorsitzender)

Petra Schraml-Dussle

Horst Gollée

Thomas Bold

Geschäftsführer:

Christof Lawall (V.i.S.d.P.)

Fasanenstraße 5, 10623 Berlin

Tel.: 030 284496-6

Fax: 030 284496-70

E-Mail: degemed@degemed.de

Internet: www.degemed.de

Realisation und Verlag:

müller:kommunikation,

Eichhoffstr. 36, 44229 Dortmund

Tel. 0231 477988-30

www.muellerkom.de

Redaktionsschluss: 28.09.2013

Fotos: S. 1, S. 6, S. 11 = Fotolia; S. 5:

Stephan Baumann; S. 10: RHM; S. 12:

DGUV; S. 13: paramount pictures

Namentlich gekennzeichnete Beiträge

geben die Meinung der Autoren wieder.

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