DEGEMED News 46 Dezember 2013

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DEGEMED News 46 Dezember 2013

Analyse

S. 9

Koalitionsvertrag

auf Seite 9

news

Nr. 46 Dezember 2013

Selbstverständnis

Die Reha ist zu nett,

friedlich und angepasst

Aus dem Inhalt

Meinungsforschung

Reha und Öffentlichkeit 3

Wissenschaft

Studie zur Kinderrehabilitation 4

Kinder- und Jugendreha

Bündnis gegründet 5

Pflege-Kampagne

Interview mit Andreas Westerfellhaus 6

Koalitionsvertrag

Republik des Glücks 9

Umfrage

Kranke Mitarbeiter, was nun? 11

Transportkosten

Kassen fordern Kliniken 12

KlinikAward 2013

And the winner is … 13

Neues Mitglied

Die Klinik Höhenried 14

Nicht mehr verstecken: Reha-Kliniken müssen selbstbewusster sein und ihre Interessen

offensiver vertreten.

Entlassungsmanagement

Forderungen der DVSG 15

Berlin. Der neue Koalitionsvertrag zeigt es.

Die medizinische Reha taucht nur in wenigen

Zusammenhängen auf. Erneut sind es

andere Themen, bei denen die künftigen

Regierungsparteien Reformbedarf erkennen

und politisches Handeln ankündigen.

Reha-Budget

Immerhin will die neue Bundesregierung

nun endlich das Reha-Budget der Rentenversicherung

demografiefest ausgestalten.

Sie räumt damit eine unerledigte Hinterlassenschaft

der schwarz-gelben Regierungskoalition

auf. Reha- und Präventionsleistungen

sollen auch künftig nach Bedarf

und nicht nur nach Kassenlage möglich

sein. Der Fachkräftemangel bleibt auf der

Agenda. Reha liegt also doch gefühlt im

Mainstream aktueller Themen, irgendwie.

Selbst – Bewusst – Sein

Doch das allein reicht natürlich nicht. Der

Mainstream kann sich ändern, jederzeit.

Was dann? Ängstliche Angepasstheit

verändert gar nichts. Selbstbewusst und

unbefangen müssen daher ambulante und

stationäre Reha-Zentren heute klarmachen:

Sie sind es, die die Erwerbsfähigkeit sichern

und Pflege vermeiden – täglich in Tausenden

von Fällen! Medizinische Rehabilitation

ist eigenständig und nicht substituierbar.

Sie muss sich daher auch politisch selbst

vertreten. Andere werden es nicht tun.

Teilhabe ist der Auftrag

Rehabilitanden und Klinikbeschäftigte in

der Reha wissen es längst: Jede Reha ist

so individuell wie der Mensch, um den es

dabei geht. Die Deutungshoheit, was »gute

Reha« ist, kann daher nicht allein bei den

Statistikern der Kostenträger liegen. Bei

allen Diskussionen über Konzepte und

Strukturen müssen sich Reha-Kliniken aktiv

einschalten – von Anfang an!

Neue Aktionsformen notwendig

Die medizinische Reha muss neue politische

Aktionsformen finden, die ihrer tatsächlichen

Bedeutung entsprechen. Dies

gilt für spezielle versorgungsstrukturelle

und konzeptionelle Fragen ebenso wie für

sozial- und gesundheitspolitische Themen.

Die geriatrische Reha in Nordrhein-Westfalen

hat es doch im Sommer vorgemacht:

Die kollektive Kündigung von Versorgungsverträgen

sorgte für Aufsehen und Bewegung.

Auch Minister nehmen so etwas

wahr. Und beginnen mit dem Nachdenken.

MITMACHEN! Reha stark machen! Nächste DEGEMED-Mitgliederversammlung am 9.4.2014.


intern

Liebe Kolleginnen

und Kollegen,

Editorial

Norbert Glahn,

Vorstands–

vorsitzender

der DEGEMED

der Koalitionsvertrag ist unterschrieben, eine

neue Regierung ist in Sicht. Und die medizinische

Rehabilitation? Sie wird in dem Entwurf

des neuen Koalitionsvertrags der CDU,

CSU und SPD durch relevante Regelungen an

verschiedenen Stellen erwähnt: Zum einen

stellt der neue Koalitionsvertrag die bedarfsgerechte

Ausstattung des Reha-Budgets der

Rentenversicherung in Aussicht und greift da-

mit ein Thema auf, das in der abgelaufenen

Legislaturperiode nicht mehr abgearbeitet

werden konnte. Zum anderen wird auch das

Thema Pflege angegangen, um die Situation

der Pflegebedürftigen, von Angehörigen

und Menschen, die in der Pflege arbeiten, zu

verbessern. Darüber hinaus wird bereits für

das Jahr 2014 ein Präventionsgesetz angekündigt,

das insbesondere die Prävention

und Gesundheitsförderung in verschiedenen

Lebenswelten wie im Pflegeheim stärken soll.

Alles in allem ein guter Anfang und eine

gute Chance für die Rehabilitation! Und wir

werden weiterhin mit Kraft und Ausdauer

unsere Positionen in die Politik einbringen.

Wir hoffen, dass wir mit der Wahl des künftigen

neuen Präsidenten der Deutschen

Rentenversicherung Bund – Herrn Dr. Axel

Reimann – einen starken Partner, über den

wir uns sehr freuen, für die medizinische

Rehabilitation gewonnen haben. Liebe

Kolleginnen und Kollegen, wir haben uns

in der DEGEMED 2013 wieder mit großem

Engagement und Ihrer Hilfe für die

medizinische Rehabilitation, u. a. durch

»Eine Milliarde MEHR«, eingesetzt und wir

werden das auch 2014 tun! Eine neue

Kampagne ist bereits in Planung. Lassen

Sie uns die Aufgabe gemeinsam angehen.

Ich bedanke mich herzlich für Ihre

Unterstützung und wünsche Ihnen, Ihren

Familien und Ihren Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern ein frohes Weihnachtsfest

und ein erfolgreiches neues Jahr!

Ihr Professor Bernd Petri

Vorstandsvorsitzender der DEGEMED

2

DEGEMED veröffentlicht Jahresprogramm 2014

Berlin. Die DEGEMED hat ihr Veranstaltungsprogramm

für 2014

veröffentlicht. Darin enthalten sind

18 Veranstaltungen und Seminare

des Verbands. Mit ihrem erweiterten

Programm will die DEGEMED die verschiedenen

in der Rehabilitation tätigen

Berufsgruppen ansprechen, zum

fachlichen Austausch anregen und

zur Vernetzung der verschiedenen

Akteure des Gesundheitswesens

beitragen.

Den Beginn des Veranstaltungsprogramms

macht bereits am 15. Januar

die Tagung »Zugang in die Rehabilitation«

im Magnus-Haus in Berlin. Darin

geht es unter anderem um die transparente

Fallsteuerung durch GKV und

DRV sowie die Rolle von Krankenhaus

und Hausarzt beim Entlassungsmanagement

und dem Erkennen eines

Reha-Bedarfs. Die Fachtagung ist eine

gemeinsame Veranstaltung von DE-

GEMED und DVSG. Sie richtet sich an

Sozialdienste im Gesundheitswesen,

Mitarbeiter von Reha-Einrichtungen und

Rehabilitationsträgern sowie an alle, die

DEGEMED e.V. Tel.: 030 284496-6

Fasanenstraße 5 Fax: 030 284496-70

10623 Berlin degemed@degemed.de

www.degemed.de

die degemed

Die Deutsche Gese lschaft für Medizinische Rehabilitation

e.V. ist ein Spitzenverband der medizinischen Rehabilitation

in Deutschland.

Die degemed setzt sich als indikationsübergreifender

Spitzenverband mit einer klaren Qualitätsorientierung als

Markenkern für die Interessen der Leistungserbringer der

stationären und ambulanten medizinischen Reha ein.

Die degemed ist offen für a le Betreibermode le und Rechtsformen

von Reha-Einrichtungen. Zu den Mitgliedern zählen

private, freigemeinnützige und ö fentlich betriebene Einrichtungen.

Die degemed ist ein direktverband. A le Mitglieder haben direkten

Zugang zu Gremien und Arbeitskreisen und können so

unmittelbar an der Meinungsbildung und der strategischen

Ausrichtung des Verbandes mitwirken.

Die degemed ist seit 1997 mit dem internen Qualitätsmanagement

nach DEGEMED ® Vorreiter und marktführer bei der

Zertifizierung von Reha-Einrichtungen.

Newsletter und Veranstaltungsinformationen

Wenn Sie in Zukunft Neuigkeiten über aktue le Themen in der

Rehabilitation oder unsere Veranstaltungen erhalten möchten,

bitten wir Sie, die unten stehenden Felder auszufü len.

Newsletter und Veranstaltungsinformationen werden Ihnen

dann per E-Mail gesendet. Die Daten werden nicht an Dritte

weitergegeben.

Vorname: _________________________________

Nachname: _________________________________

Adresse: _________________________________

_________________________________

E-Mail-Adresse: _________________________________

Veranstaltungen 2014

15.01.2014 Zugang in die Rehabilitation

Ort: Berlin (Kooperationspartner: dVSg)

Zielgruppe: Sozialdienste im

Gesundheitsbereich, Reha-Berater,

Mitarbeiter von Reha-Einrichtungen

21.01.2014 erste lung des Reha-entlassungsberichts

Ort: Berlin Zielgruppe: Ärzte, Mitarbeiter

von Reha-Einrichtungen

04.02.2014 16. Kölner Kongress Personen-

Ort: Köln und Unfa lschaden

(Kooperationspartner:

IHR Rehadienst gmbH)

Zielgruppe: Mitarbeiter von

Versicherungen, Reha-Einrichtungen

und Sozialversicherungsträgern

13.–14.02.2014 In Verhandlungen führen

Ort: Berlin Zielgruppe: Führungskräfte

in Reha-Einrichtungen

10.–12.03.2014 23. Reha-Wissenschaftliches Kolloquium

Ort: Karlsruhe • diskussionsforum

„mBOR in der Psychosomatik“

Zielgruppe: a le Akteure der Rehabilitation

• diskussionsforum

Landesschiedsstellen § 111b, SgB V

(Kooperationspartner: BV-geriatrie,

VKd – Fachgruppe Reha)

Zielgruppe: Mitarbeiter von Reha-

Einrichtungen und Landesschiedsste len

25.03.2014 Physiotherapie in der

Ort: Berlin medizinischen Reha

Zielgruppe: Physiotherapeuten, Ärzte

mitglied werden!

Über die zahlreichen politischen, konzeptione len und fachlichen

Gründe hinaus profitieren die Mitglieder der DEGEMED

von praktischen Vorteilen:

• vergünstigte Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001

• kostengünstige Schulungen und Fortbildungen zu

rehapolitischen und fachspezifischen Fragen sowie

gesetzlichen Änderungen

• schne le Informationen zu den neuesten

Veränderungen in der Rehabilitation

• wertvo ler Erfahrungsaustausch durch Vernetzung,

z. B. in Arbeitskreisen und Expertenrunden

• öffentlichkeitswirksame Darste lung von Projekten

im verbandseigenen Newsletter und im Internet

• wirksame Vertretung gemeinschaftlicher Anliegen

auf politischer Ebene

• wertvolle Kontakte zu Entscheidern in Politik,

Wirtschaft und bei Leistungsträgern

• Unterstützung bei rechtlichen Frageste lungen

• günstige Konditionen durch Rahmenvereinbarungen bei

der Beschaffung externer Produkte oder Dienstleistungen

Kontakt und Anmeldung

Deutsche Gese lschaft für

Medizinische Rehabilitation e.V.

Fasanenstraße 5

10623 Berlin

Tel.: 030 284496-6

Fax: 030 284496-70

E-Mail: degemed@degemed.de

www.degemed.de

04.04.2014 Risikomanagement und Hygiene

Ort: Berlin Zielgruppe: Geschäftsführer, Verwal-

tungsleiter, Qualitätsmanagement,

Chef- und Abteilungsärzte

09.04.2014 mitgliederversammlung

Ort: Berlin

Zielgruppe: DEGEMED-Mitglieder

KW 15 Update ernährung in der Rehabilitation.

Ort: Berlin Wandel durch evidenz.

(Kooperationspartner: dge, Vdd)

Zielgruppe: Diätassistenten,

Ernährungsmediziner, Ökotrophologen,

Geschäftsführer, leitende Ärzte,

Qualitätsmanagement, Verwaltungsleiter

KW 19 Reha-mittelstandstag (Kooperations-

Ort: offen partner: VKd – Fachgruppe Reha)

Zielgruppe: Akteure der Rehabilitation

und der Gesundheitswirtschaft

21.05.2014 mBOR „Psychosomatik“

Ort: Berlin Zielgruppe: Chefärzte, Verwaltungsleiter,

Qualitätsmanagement, Psychologen,

Therapeuten

03.06.2014 Reha für migranten

Ort: Berlin Zielgruppe: a le Akteure der Rehabilitation

Service

Veranstaltungen

im Jahr 2014

Seminare und Tagungen der

degemed –

deutsche gesellschaft für

medizinische Rehabilitation e.V.

01.07.–04.07.2014 degemed-Sommerakademie

Ort: Bernried Zielgruppe: Junge Führungskräfte in

Reha-Einrichtungen

15.09.2014 Pflegefachtagung

Ort: Kassel Zielgruppe: Pflegekräfte, Ärzte,

Pflegedienstleitungen

26.09.2014 Reha-Rechtstag

Ort: Berlin (Kooperationspartner: dVfR, dAA)

Zielgruppe: Juristen, leitende Ärzte,

Geschäftsführer, Pflegekräfte,

Verwaltung

06.–07.10.2014

gemeinsamer Qualitätskongress mit FVS

Ort: Berlin Zielgruppe: Qualitätsmanagement,

leitende Ärzte

05.11.2014 mitgliederversammlung

Ort: Berlin Zielgruppe: DEGEMED-Mitglieder

KW 46 Sport, Bewegung und ergotherapie

Ort: offen in der Rehabilitation

Zielgruppe: Ärzte, Physio-, Sportund

Ergotherapeuten

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mit der Einleitung von Reha-Leistungen in

ihrer täglichen Arbeit beschäftigt sind.

Das Programm der Fachtagung

und das Jahresprogramm finden

Sie als PDF zum Download auf der

Website des Verbands. Weitere

Details zu den Veranstaltungen

finden Sie im Veranstaltungskalender

der Internetseite und in den

DEGEMED-News.

Kooperation für

Qualitätssicherung

Berlin. In einer Kooperationsvereinbarung

haben der GKV-Spitzenverband

und die Deutsche Rentenversicherung

Bund im Oktober die Zusammenarbeit

in der Qualitätssicherung der medizinischen

Rehabilitation konkretisiert.

Zukünftig sollen die unterschiedlichen

QS-Verfahren der Krankenkasse und

der DRV gemeinsam weiterentwickelt

werden, um einen Vergleich der

Kliniken untereinander und einen

qualitätsorientierten Wettbewerb zu

erleichtern. Beide Rehabilitationsträger

erkennen ihre Verfahren in der Kooperationsvereinbarung

gegenseitig

an und haben vereinbart, dass künftig

mehrfache externe Qualitätssicherungsmaßnahmen

für Kliniken und

Fachabteilungen vermieden werden

sollen. Je nach Hauptbeleger wird entweder

das GKV- oder das DRV-Verfahren

angewendet. Zur besseren Koordinierung

wird eine eigene Clearingstelle

eingerichtet. Die Vereinbarung steht

unter www.gkv-spitzenverband.de im

Bereich Krankenversicherung/Rehabilitation

als PDF zum Download bereit.


Meinungsforschung

Ein offenes Geheimnis? Reha und Öffentlichkeit

Was verstehen die Leute eigentlich unter Reha? Besser mal nachfragen.

Berlin. Die wdv-Gruppe wollte es wissen

und beauftragte die Gesellschaft für Konsumforschung

(GfK) mit einer Studie. Die

GfK sollte herausfinden, was die Bewohner

Deutschlands sich unter »Rehabilitation«

vorstellen und welche Bedeutung eigene

Erfahrungen für das Meinungsbild haben.

image

»Gesundheit, Heilung und Genesung«

Bei ungestützten Antworten liegen die

Stichworte Wiederherstellung der Gesundheit,

Heilung und Genesung weit vorne.

42 Prozent der Teilnehmer nennen diese

Begriffe. Vor allem in der Altersgruppe der

über 60-Jährigen spielen diese Begriffe

eine große Rolle. Werden den Teilnehmern

zusätzlich Antwortkategorien vorgegeben,

ist das Bild auf den ersten Blick noch eindeutiger:

Über 80 Prozent assoziieren mit

Reha Erholung nach schwerer Krankheit

oder Wiedereingliederung in den Alltag.

Rehabilitation ist Hochleistungsmedizin, aber wissen es alle?

Reha bedeutet für mich …

Bitte denken Sie einmal an den Begriff »Rehabilitation«, der oft mit dem Wort »Reha«

abgekürzt wird. Ganz spontan, was verstehen Sie unter Rehabilitation?

3

Nicht alle Aspekte im Blick

Die Umfrage zeigt aber auch, dass bestimmte

Aspekte und Inhalte der modernen

Rehabilitation noch keinen Eingang in die

allgemeine Vorstellung gefunden haben.

Nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten

stimmt der Aussage zu, Rehabilitation biete

die Möglichkeit zur Neuorientierung im Leben.

Ebenso bedeutet nur für eine knappe

Mehrheit Rehabilitation die Chance, eine

gesundheitsbewusste Lebensweise zu

lernen.

Sagen Sie mir bitte zu jeder Aussage, inwieweit sie Ihrer Meinung nach zu dem Begriff

der Rehabilitation passt.

Markenimage unklar

Die Ergebnisse der Umfrage legen nahe,

dass die Reha von einem eindeutigen Markenimage

noch weit entfernt ist. Zahlreiche

Assoziationen sind nicht falsch, bestimmte

Zuschreibungen wundern aber doch. Allein

an der Komplexität des »Produktes Reha«

liegt es nicht. Andere Branchen machen

es seit langem vor. Kluge Markenkommunikation

kann auch bei viel komplexeren

Produkten eindeutige Bilder in den Köpfen

der Verbraucher entstehen lassen. Beispiel

gefällig? Wer bietet eigentlich »Vorsprung

durch Technik«?

Basis: n=985 Befragte aus Privathaushalten in Deutschland; Quelle: wdv, GfK

Befragungszeitraum: Februar 2013 • Befragungsmethode: CAPI (Computer

Aided Personal Interviewing) • Zielpersonen: Grundgesamtheit Männer und Frauen ab

14 Jahre in der Bundes republik Deutschland; daraus repräsentative Stichprobe von ca.

1.000 Personen • Auftraggeber: wdv-Gruppe (wdv Gesellschaft für Medien & Kommunikation

mbH & Co. OHG), Offenbach • Ausführendes Institut: GfK SE Nürnberg


wissenschaft

Forschung

Neue Studie zur Kinderrehabilitation

Ein Beitrag von Prof. Dr. Matthias Richter, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Einflussfaktoren auf die Inanspruchnahme von Rehabilitationsmaßnahmen bei Kindern und Jugendlichen (rekju)

Das Institut für

Medizinische Soziologie

4

Halle. Trotz einer Zunahme chronischer Erkrankungen

im Kindes- und Jugendalter verzeichnet

die Deutsche Rentenversicherung

in den letzten Jahren sinkende Antrags- und

Antrittszahlen im Bereich der stationären

Kinderrehabilitation. Belastbare Erkenntnisse

zu zentralen Einflussfaktoren auf die

Inanspruchnahme von Rehabilitationsmaßnahmen

bei Heranwachsenden liegen bislang

kaum vor. Die Martin-Luther-Universität

Halle-Wittenberg führt daher, unter der

Leitung von Prof. Dr. Matthias Richter, eine

Untersuchung zur Inanspruchnahme von

stationären Rehabilitationsmaßnahmen bei

Kindern und Jugendlichen in Mitteldeutschland

durch. Gefördert wird das Projekt von

der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland

und wird im kommenden Frühjahr

abgeschlossen sein. Ziel des Projektes

ist es, den Einfluss sozialer Ungleichheiten

auf die Inanspruchnahme stationärer Reha-

Prof. Dr. Matthias Richter,

Direktor des Instituts für

Medizinische Soziologie (IMS)

bilitationsmaßnahmen von Kindern und Jugendlichen

zu untersuchen sowie die zentralen

Einflussfaktoren zu identifizieren, die eine

(Nicht-)Inanspruchnahme determinieren.

Eltern stehen im Mittelpunkt

Hierfür werden in einer prospektiven Teilstudie

die Eltern von chronisch kranken

Kindern und Jugendlichen im Alter von 7

bis 17 Jahren mit ärztlicher Rehabilitationsempfehlung

über Aspekte der Inanspruchnahme

einer stationären Rehabilitation

befragt. Der Zugang erfolgt über niedergelassene

Kinder- und Jugendärzte in Mitteldeutschland.

Zudem werden in einer retrospektiven

Teilstudie die Eltern von Kindern

und Jugendlichen befragt, die eine stationäre

Rehabilitationsmaßnahme durch die

DRV Mitteldeutschland oder Bund bewilligt

und in einer der drei kooperierenden Rehabilitationskliniken

Bad Kösen, Bad Salzungen

und Bad Gottleuba erhalten haben.

In beiden Teilstudien werden die Eltern zu

sozioökonomischen, krankheitsbezogenen,

psychosozialen und personalen Faktoren

sowie den strukturellen Rahmenbedingungen

der Rehabilitationsmaßnahme

befragt. Erstmalig werden praxisrelevante

Erkenntnisse über zentrale Ursachen der

Inanspruchnahme von stationären Kinderund

Jugendrehabilitationen bereitgestellt.

Barrieren im Reha-Zugang und somit

Gründe für eine Nicht-Inanspruchnahme

werden aufgezeigt und eine Identifikation

von Risikogruppen ermöglicht.

Das Institut für Medizinische Soziologie

(IMS) der MLU Halle-Wittenberg ist

ein führendes Zentrum für Forschung

und Lehre im Bereich der Medizinischen

Soziologie und Sozialepidemiologie

in Deutschland und bietet

ein innovatives Forschungsumfeld im

Public-Health-Kontext.

Aufgabe des IMS ist es, zu einer

Erhaltung und Verbesserung der Gesundheit

über den Lebenslauf – mit

einem besonderen Schwerpunkt auf

dem Kindes- und Jugendalter – beizutragen.

Diese Aufgabe wird über

unterschiedliche Forschungszugänge

erfüllt, indem die materiellen, psychosozialen

und verhaltensbezogenen

Determinanten der Gesundheit identifiziert

und Strategien zur Verbesserung

der Gesundheit entwickelt und

evaluiert werden. Der interdisziplinäre

Dialog zwischen Natur- und Sozialwissenschaften

ist fester Bestandteil der

Arbeit.

Im Bereich der Lehre und Nachwuchsförderung

sind die Aufgaben die Ausund

Weiterbildung von praktischen

Ärzten und jungen Wissenschaftlern:

Ärzte, die auch schwierige Situationen

mit soziologischen und psychologischen

Erkenntnissen kompetent deuten

und in verantwortungsbewusstes

Handeln umsetzen; Nachwuchswissenschaftler,

die mit ihrer Forschung

soziale Determinanten der Gesundheit

ergründen und innovative Strategien

entwickeln. Hervorgegangen ist das

Institut für Medizinische Soziologie

2011 aus der Sektion für Medizinische

Soziologie am Institut für Medizinische

Epidemiologie, Biometrie und

Informatik. Seit März 2011 ist Prof. Dr.

Matthias Richter Direktor des IMS.


kinder und jugend

Antragsrückgang

Reha-Zugang kinderleicht?

Mutter-Vater-Kind-Leistungen

nehmen zu, medizinische Reha

für Kinder und Jugendliche ist

dagegen stark rückläufig.

Berlin. Eigentlich sind Krankenkassen und

die DRV gleichrangig für die medizinische

Reha von Kindern und Jugendlichen zuständig.

Der Zugang zu Leistungen soll dadurch

einfacher sein. Doch gerade bei Krankenkassen

fällt es schwer, Reha-Leistungen

für chronisch kranke Kinder klar abzugrenzen

von Vorsorge- und Reha-Leistungen für

Mütter oder Väter (Grundlage: §§ 24 und

41 SGB V, sogenannte Mutter–Vater-Kind-

Leistungen).

GKV-Statistik unklar

Die Statistiken der Krankenkassen sind

nicht eindeutig. Sie weisen zum einen für

das Jahr 2012 einen deutlichen Ausgabenanstieg

für Mutter-Vater-Kind-Leistungen

(Vorsorge und Reha) von 281 Mio. Euro

(2011) auf 324 Mio. Euro (2012) aus.

Aussagen zur Fallzahlenentwicklung in

der medizinischen Reha für Kinder und

Jugendliche lassen sich aber nicht treffen.

Diese Altersgruppe wird bislang nicht gesondert

erfasst. Die Vermutung liegt nahe,

dass der Zuwachs bei den Mutter-Vater-

Kind-Leistungen zu einem Minus in der

Kinderreha führt. Der Hintergrund: Mutter-

Vater-Kind-Leistungen sind im Schnitt

wesentlich günstiger als Reha-Leistungen

für Kinder, die während der Maßnahme von

ihren Eltern begleitet werden müssen.

Deutlicher Antragsrückgang, gleichbleibend

niedrige Bewilligungsquote

Ein genaueres Bild liefert die DRV: Von

2007 bis 2012 gingen die Bewilligungen

aller Träger der DRV im Bereich der medizi-

Anträge und Bewilligungen Kinder- und

Jugendreha DRV 2007–2012

100000

80000

60000

40000

20000

0

2007 2008 2009 2010 2011 2012

Quelle: DRV Bund

Anträge

Bewilligungen

nischen Reha für Kinder und Jugendliche

um 20 % zurück (2007: 42.945, 2012:

36.850). Im gleichen Zeitraum sanken allerdings

auch die Anträge um 21 % (2007:

85.166, 2012: 67.207). Die Bewilligungsquote

stieg in diesem Zeitraum zwar leicht

an (2007: 50,4 %, 2012: 54,8 %), liegt

aber insgesamt immer noch deutlich unter

dem Durchschnitt der Reha-Leistungen für

Erwachsene (65 %).

5

5

Kinder- und Jugendreha

Bündnis will für mehr Aufmerksamkeit sorgen

Im Oktober hat sich unter

Mitwirkung der DEGEMED in

Berlin das Bündnis Kinder- und

Jugend reha gegründet.

Berlin. Die Lage der Kinder- und Jugendreha

hat sich im laufenden Jahr weiter

verschärft. Nach Zahlen der Deutschen

Rentenversicherung Braunschweig Hannover

aus dem September sank die Zahl

der Anträge dort in den vergangenen fünf

Jahren um 23 Prozent. Grund dafür ist

nach Ansicht der DRV die unbegründete

Angst der Eltern vor Schulausfall. Bundesweit

sieht es nicht anders aus. Einige

Reha-Einrichtungen mussten schon Abteilungen

schließen. Ein Bündnis aus sieben

Verbänden will dem Negativtrend jetzt

entgegensteuern.

Gemeinsame Strategie

Bei ihrer ersten Sitzung vereinbarten die

Initiatoren eine gemeinsame Kommunikationsstrategie.

Dazu gehört die Erstellung

von Informationsmaterial für Ärzte und

Eltern, das möglichst bundesweit verteilt

werden soll. Eine begleitende Pressearbeit

soll parallel dazu in der Öffentlichkeit aufklären.

Auf fachlicher und politischer Ebene

soll das Thema »Kinder- und Jugendreha«

mittelfristig bei Fachtagungen und im

Dialog mit der neuen Bundesregierung angesprochen

werden. Langfristig verspricht

sich das Bündnis so eine Stärkung der Kinder-

und Jugendreha als Fachrichtung und

wichtiger Teil des Gesundheitssystems.

Am 2. Dezember trafen sich die Initiatoren in Berlin zu ihrer zweiten Sitzung.


kampagne

Interview

Ab jetzt wird‘s laut: »Last Call« für Pflege-Kampagne

Der Deutsche Pflegerat ist in diesem Jahr in die Offensive gegangen. Mit seiner Kampagne »Ich

will Pflege« (www.ichwillpflege.de) sorgt er bundesweit in Politik und Medien für Aufsehen. Sein

Präsident Andreas Westerfellhaus erklärt, warum.

6

DEGEMED-News: Was sind die Ziele Ihrer

Kampagne und wie zufrieden sind Sie

mit dem Verlauf?

Westerfellhaus: Die Kampagne soll

Pflegende und Betroffene sensibilisieren,

die Medien gewinnen und letztendlich

Politikerinnen und Politiker erreichen. Mit

der Aktion »Last Call« rufen wir jetzt zum

Endspurt auf: Möglichst viele Menschen

sollen die Forderungen der Pflege noch

mit ihrer Unterschrift unterstützen. Die

Unterschriften werden wir im Januar

an die neuen Verantwortlichen im Bundesgesundheitsministerium

übergeben.

Konkret fordern wir die Vorlage eines

Referentenentwurfs zum Berufsgesetz

Pflege. Es soll in einer neuen Ausbildung

die Berufe zusammenführen und für die

Sicherstellung und Finanzierung einer genügend

großen Anzahl an Ausbildungsplätzen

sorgen. Und der Deutsche Pflegerat

hat einiges im Gepäck: Über 37.000

Menschen haben die Forderungen der

Kampagne unterschrieben, über 300.000

Mal wurde die Website seit Mai aufgerufen,

3.650 aktive Fans bei Facebook und mehr

als 200 Follower bei twitter kommen dazu.

Die Kampagne ist ein voller Erfolg.

DEGEMED-News: Wie beurteilen Sie die Lage

der Pflegenden in Reha-Einrichtungen?

Westerfellhaus: Sie ist in allen Sektoren

identisch: zu wenig Personal, Pflege im

Dauerlauf, schlechte Bezahlung und Nachwuchssorgen.

Die Situation der Pflegenden

muss sich jetzt als erstes verbessern. Reformen

werden nur wirken, wenn die Bundesregierung

als erstes Schritte einleitet,

die sich mit der Verbesserung der Rahmenbedingungen

auseinandersetzen. Daher

fordere ich einen Nationalen Aktionsplan

nicht nur für die Pflege, sondern vor allem

für die Pflegenden selber.

DEGEMED-News: Wie wirkt sich die geplante

Verkammerung der Pflegeberufe

auf die Reha-Einrichtungen aus?

Westerfellhaus: Auch hier kann die

Antwort nur für die gesamte Berufsgruppe

in allen Sektoren gelten: Die

Selbstverwaltung ist die logische Konsequenz,

die aus dem Streben nach

einer höheren Autonomie entsteht. Sie

wird Ressourcen zur Mitgestaltung freisetzen,

wie den gewaltigen zukünftigen

Herausforderungen an die Versorgung

der Bevölkerung mit professionellen

Pflegeleistungen zu begegnen ist.

DEGEMED-News: Was kann die Reha-

Branche von der Pflege lernen?

Westerfellhaus: Professionell Pflegende

sind ein unverzichtbarer Bestandteil

in der Gesundheitsversorgung. Sie

denken kreativ, sind motiviert und

stellen täglich ihre Qualifikation und

Arbeitsleistung unter Beweis. Andere klagen,

Pflegende handeln. Pflegende aus Reformprozessen

auszuklammern bedeutet

Ressourcenverschwendung!

Andreas Westerfellhaus,

Präsident des Deutschen

Pflegerats e.V.

Zur Person

Andreas Westerfellhaus, 57 Jahre

• Krankenpfleger/Fachkranken pfleger für

Intensivpflege und Anästhesie

• Lehrer für Pflegeberufe

• Betriebswirt – Fachrichtung Sozialwesen

• Geschäftsführer der ZAB – Zentrale Akademie für

Berufe im Gesundheitswesen GmbH, Gütersloh

• Geschäftsführer der DGF – Deutsche Gesellschaft

für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V., Berlin

• Seit Oktober 2009 Präsident des Deutschen Pflege -

rates e.V. ( Bundesarbeitsgemeinschaft der Pflegeorganisationen

und des Hebammenwesens), Berlin

• Seit 01.06.2013 berufen als Senator in den Senat der

Wirtschaft

Was ist eigentlich

»Der Deutsche Pflegerat«?

Der Deutsche Pflegerat (DPR) als

Bundesarbeitsgemeinschaft der

Pflegeorganisationen ist Partner der

Spitzenorganisationen der Selbstverwaltung

und vertritt die Belange

des Pflege- und Hebammenwesens

in Deutschland. Der DPR hat das Ziel,

die Positionen der Pflegeorganisationen

zu koordinieren und deren

politische Durchsetzung zu steuern.

Sein Sitz ist Berlin.


positionen

Reha-Recht

Neues aus dem Diskussionsforum Rehabilitations- und Teilhaberecht

Die DEGEMED News stellt Beiträge

und Neues aus dem Diskussionsforum

Rehabilitations- und

Teilhaberecht (www.reha-recht.

de) vor.

Einzelforen

In Forum A stellen Carsten Klein und Dirk

van den Heuvel vom Bundesverband Geriatrie

in Beitrag A18-2013 den bisherigen

Umsetzungsstand der Landesschiedsstellen

für Vergütungsvereinbarungen nach

§ 111b SGB V dar. In einem weiteren Beitrag

widmet sich Dr. Robert Weber der Rechtsprechung

zur Kostenübernahme bei der

Hörmittelversorgung (Beitrag A20-2013).

Dr. Thomas Motz wirft einen Blick über den

Tellerrand und beschäftigt sich mit der

Frage, unter welchen Voraussetzungen

ein Anspruch auf Leistungen der medizinischen

Rehabilitation im Nicht-EU-Ausland

bestehen kann (Beitrag A23-2013).

Fragen des Sonderkündigungsschutzes

von Vertrauenspersonen schwerbehinderter

Menschen bespricht Ute Bernhardt in

Forum B (Beitrag B5-2013). Mit dem Kündigungsschutz

und der Beschäftigungs-

pflicht schwerbehinderter Arbeitnehmer

befasst sich zudem Cathleen Rosendahl

in Beitrag B7-2013. In Forum C informiert

Diana Ramm über eine Tagung zu Entwicklungen

im Bereich der Berufskrankheit Lendenwirbelsäule

(Beitrag C3-2013).

Die neuen Beiträge in Forum D informieren

wieder über aktuelle Entwicklungen

und die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Die Autoren Daniela

Boeschen, Roland Windt und Gerd Glaeske

von der Universität Bremen stellen hier

ihre Ergebnisse aus einer Studie zu neuen

Arzneimitteln vor und hinterfragen u. a.

deren therapeutischen Nutzen (Beitrag

D27-2013).

Weiterhin befasst sich Karl-Heinz Köpke

mit dem Stellenwert und Potenzial der Sozialarbeit

in der medizinischen Rehabilitation

(Beitrag D29-2013).

Infothek

Im Zuge der Koalitionsverhandlungen haben

verschiedene Verbände und Organisationen

ihre Forderungen und Empfehlungen

an eine zukünftige Bundesregierung veröffentlicht.

In ihrer Stellungnahme »Chancen

durch Rehabilitation« hat die Deutsche

Vereinigung für Rehabilitation (DVfR)

beispielsweise ihre Vorschläge zur Bewältigung

sozialpolitischer Herausforderungen

übermittelt. In einer gemeinsamen Resolution

mit dem Titel »Rationierung beenden!«

weisen verschiedene Verbände auf

dringenden Handlungsbedarf in der medizinischen

Rehabilitation hin. Das Thema

Hörmittelversorgung haben der Deutsche

Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte

und die Kassenärztliche Bundesvereinigung

(KBV) in einer gemeinsamen Pressemitteilung

thematisiert. Darin warnen

sie vor massiven Qualitätseinbußen bei

der Schwerhörigen-Versorgung. Wichtige

Urteile zur Hörmittelversorgung finden Sie

in der Rubrik »Aus der Rechtsprechung« ,

darunter eine Entscheidung des Bundessozialgerichts

vom 24. Januar 2013, in der

es sich mit der Praxis der Krankenkassen

bei der Versorgung mit Hörhilfen auseinandersetzt.

7

Positionspapier

Vier Verbände, vier Punkte

Gemeinsam mit der DEGEMED

haben sich vier Leistungserbringerverbände

mit Forderungen

an die neu gewählten Bundestagsabgeordneten

von CDU,

CSU und SPD gewandt.

Berlin. Der Bundesverband Geriatrie

(BV Geriatrie), der Bundesverband für

stationäre Suchtkrankenhilfe (buss), der

Fachverband Sucht und die DEGEMED

haben sich Ende Oktober mit einem gemeinsamen

Positionspapier an alle neu

gewählten Bundestagsabgeordneten von

CDU, CSU und SPD gewandt. Das Papier

beschreibt vier zentrale Aufgabenfelder

(»Vier Punkte«) zur Weiterentwicklung der

medizinischen Rehabilitation in Deutschland.

Die beteiligten Verbände appellieren

an die neue Bundesregierung und alle

Politiker, die in den Bereichen Arbeit und

Soziales sowie Gesundheit Verantwortung

tragen, diese Aufgabenfelder in den kommenden

vier Jahren zu berücksichtigen.

Sie finden das Positionspapier sowie eine

Pressemitteilung im Internetauftritt der

DEGEMED.

Die vier Punkte

1. Beseitigung der Zugangsbarrieren

zur medizinischen Rehabilitation in

der gesetzlichen Krankenversicherung

(GKV)

2. Stärkung des Grundsatzes »Reha vor

Pflege«

3. Sicherstellung der bedarfsgerechten

Versorgung in der gesetzlichen Rentenversicherung

durch Änderung der

gegenwärtigen Budgetsystematik

4. Schaffung einer leistungsgerechten

und transparenten Vergütung


8

politik

Psychisch Kranke

Zahlen Patienten

den Preis?

Die aktuellen Pläne der Koalitionspartner

setzen das Gesundheitssystem

weiter unter Druck,

so die Deutsche Gesellschaft für

Psychiatrie und Psychotherapie,

Psychosomatik und Nervenheilkunde

(DGPPN).

Berlin. Psychisch Kranken in Deutschland

droht eine Verschlechterung der medizinischen

Versorgung. Das befürchtet die

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und

Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde

(DGPPN).

Grund dafür sei, so der Verband, dass

die Koalitionspartner ein neues Vergütungssystem

durchsetzen wollten. Zwar sei

es richtig, die ambulante und stationäre

Versorgung besser zu verzahnen und hier

verstärkt neue Möglichkeiten zu schaffen.

»Alarmierend ist jedoch, dass die Koalitionspartner

eine Verweildauerreduktion an

den Kliniken fordern, ohne dass vorher entsprechende

qualifizierte ambulante Versorgungsangebote

aufgebaut wurden«, warnt

DGPPN-Präsident Wolfgang Maier.

»It´s better to burn out than to fade away« …

fand Neil Young 1979. 2013 sind die Experten

entschieden anderer Meinung: Burn-out

und psychische Erkrankungen sollten wirksam

eingedämmt werden. Dafür müssen

aber die Strukturen stimmen.

Appell an die Koalition

Durch die Pläne der Koalitionspartner droht

Menschen mit psychischen Erkrankungen

in Deutschland eine Verschlechterung ihrer

medizinischen Versorgung, so der Verband.

Gerade Schwerstkranke hätten das

Nachsehen – die erklärte Absicht der Koalitionäre,

diese nicht zu benachteiligen, verkomme

zu einer Farce. Die DGPPN fordert

die Koalitionspartner deshalb dringend auf,

bei den »systematischen Veränderungen

des Vergütungssystems in Psychiatrie und

Psychosomatik« dem Mehrbedarf an Krankenhausbehandlungen

gerecht zu werden,

wirtschaftliche Fehlanreize auszuschließen

und vorzeitige, ökonomisch motivierte

Wer ist eigentlich die

»DGPPN«?

Die Deutsche Gesellschaft für

Psychiatrie und Psychotherapie,

Psychosomatik und Nervenheilkunde

(DGPPN) ist eine medizinische

Fachgesellschaft. Sie wurde 1842

gegründet und zählt heute mehr als

7.000 Mitglieder. Damit ist sie die

größte und älteste wissenschaftliche

Vereinigung von Ärzten und Wissenschaftlern,

die in Deutschland auf

den Gebieten Psychiatrie, Psychotherapie,

Psychosomatik und Nervenheilkunde

arbeiten.

Website: www.dgppn.de

Prof. Dr. med. Wolfgang Maier,

Präsident der DGPPN und Direktor der

Klinik und Poliklinik für Psychiatrie

und Psychotherapie der Rheinischen

Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Entlassungen von Patienten zu vermeiden.

Gleichzeitig müsse die ambulante Versorgung

gestärkt werden – patientenorientiert,

integriert, sektorübergreifend und flächendeckend.

DRV Bund

Vergabe der MBOR-Kapazitäten beginnt

DRV Bund entscheidet über Konzepte in der Orthopädie

Berlin. Über ein Jahr ist es inzwischen

her: Im August 2012 schrieb die DRV Bund

alle orthopädischen Reha-Einrichtungen

an, die sie vertraglich und federführend

belegt. Sie forderte diese Einrichtungen

auf, Behandlungskonzepte für die Rehabilitation

von Menschen mit besonderen

beruflichen Problemlagen (BBPL) einzu-

Vergabe MBOR-Kapazitäten der DRV Bund in der Orthopädie

Fallgruppe 1 Fallgruppe 2 Fallgruppe 3

DRV Bund nicht Federführer DRV Bund Federführer DRV Bund Federführer

Keine weitere Konzeptprüfung Konzeptprüfung negativ Konzeptprüfung positiv

Ablehnung Ablehnung des Konzepts Einladung zu weiteren Gesprächen

reichen. Grundlage der Konzepte sollte

das gemeinsame Anforderungsprofil für

Medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation

MBOR aus dem Jahr 2012 sein.

Etwa 150 Reha-Einrichtungen haben

im vergangenen Jahr innerhalb der von

der DRV Bund gesetzten Frist Konzepte

eingereicht. Nach Durchsicht und Bewertung

aller Konzepte hat die DRV Bund

nun Ende November die Einrichtungen über

ihr weiteres Vorgehen informiert. Nur die

Einrichtungen, die die DRV Bund federführend

belegt und deren MBOR-Konzept dem

Anforderungsprofil entspricht, werden zu

weiteren Gesprächen über Abteilungsgrößen

und Vergütung eingeladen. Für die Einrichtungen,

deren Konzept aus qualitativen

Gründen abgelehnt wurde, gibt es nach

Auskunft der DRV Bund keine Möglichkeit

der Nachbesserung.

DEGEMED-Fachtagung MBOR in der

Psychosomatik am 21.5.2014 in Berlin


Analyse

Koalitionsvertrag

politik

Jetzt haben wir es schriftlich:

Willkommen in der Republik des Glücks

Endorphinschub bei Rentnern:

Die Große Koalition setzt auf

massive Ausgabensteigerung.

Die Reha wird immerhin erwähnt.

Berlin. Die vergangene Bundesregierung

veranstaltete Demografiegipfel und

bekannte sich zu Demografiestrategien.

Zur notwendigen Anhebung des Reha-

Budgets der Rentenversicherung kam

es aber nicht. Die künftigen Koalitionspartner

wollen nun den Ankündigungen

Taten folgen lassen. Sie stellen die

Beibehaltung und eine bedarfsgerechte

Ausgestaltung des Reha-Budgets der

gesetzlichen Rentenversicherung in

Aussicht.

Reha-Budget der DRV

Zur Erinnerung: Bislang hängt das

Reha-Budget an der Entwicklung der

Bruttolöhne, nicht am Bedarf. Bereits die

letzte Bundesregierung hatte Entwürfe

für eine bedarfsgerechte Anpassung

des Budgets vorgelegt und dafür eine

»Demografiekomponente« ins Spiel gebracht.

Diese Demografiekomponente

sollte sich an den »reha-intensiven«

Jahrgängen orientieren und hätte das

Budget in den nächsten Jahren deutlich

anwachsen lassen. Diese Idee greift der

Koalitionsvertrag wieder auf.

Ausbau Prävention

Gleichzeitig kündigt die künftige Regierungskoalition

einen neuen Anlauf für

ein Präventionsgesetz an. Bislang ist

Wir wissen nicht, was genau Gerhard Polt

meinte, als er sagte: »Ich brauche keine

Opposition, denn ich bin bereits Demokrat.«

An die Große Koalition 2013 hat er

vielleicht noch nicht gedacht

Prävention vor allem ein Thema für Krankenkassen

und Unfallversicherungsträger.

Künftig sollen nach dem Koalitionsvertrag

alle Sozialversicherungsträger

einbezogen werden.

Koalitionsvertrag 2013

Thema Formulierung Zeithorizont

Fachkräftesicherung (S. 37)

»Der demografische Wandel berührt unmittelbar das Arbeitskräfteangebot und offen

damit die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ebenso wie unsere Sozialsysteme.

Wir werden alles daran setzen, den Wohlstand zu erhalten sowie

Wachstum und Chancengerechtigkeit zu fördern, indem wir den Fachkräftebedarf

decken und zugleich den Menschen bessere Erwerbschancen eröffnen.

Dies begreifen wir als große gesamtgesellschaftliche Aufgabe dieser Legislaturperiode.«

Anhebung Reha-Budget DRV (S. 72) »Das Reha-Budget wird bedarfsgerecht unter Berücksichtigung des demografischen

offen

Wandels angepasst, damit die gesetzliche Rentenversicherung auch

in Zukunft die notwendigen Rehabilitations- und Präventionsleistungen an ihre

Versicherten erbringen kann.«

Ausbau Prävention (S. 82)

»Wir werden noch 2014 ein Präventionsgesetz verabschieden, das insbesondere

die Prävention und Gesundheitsförderung in Lebenswelten wie Kita, Schule,

Betrieb und Pflegeheim und die betriebliche Gesundheitsförderung stärkt und

alle Sozialversicherungsträger einbezieht.«

2014

9

Behindertenbeauftragter Hubert Hüppe (CDU) begrüßt Koalitionsvertrag

Der Beauftragte der

Bundesregierung für

die Belange behinderter

Menschen, Hubert

Hüppe, begrüßt den

Koalitionsvertrag:

»Aus der Sicht von

Menschen mit Behinderungen

ist das ein gutes Ergebnis. So viele

wichtige Punkte für Menschen mit Behinderung

waren in den Koalitionsverträgen,

die ich als Bundestagsabgeordneter bisher

erlebt habe, noch nie enthalten«, freute

sich Hüppe anlässlich der Unterzeichnung.

Besonders wichtig ist Hüppe das klare Bekenntnis

zur Reform der Eingliederungshilfe,

weg vom bisherigen Fürsorgesystem hin

zu einem personenzentrierten Bundesteilhabegesetz,

das das Wunsch- und Wahlrecht

von Menschen mit Behinderungen

berücksichtigt. Daneben seien viele weitere

Punkte enthalten wie etwa die Weiterentwicklung

des Nationalen Aktionsplans,

die schnellstmögliche Einführung des

neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs, die

Förderung der beruflichen Ausbildung von

Jugendlichen mit Behinderung, die Schaffung

medizinischer Behandlungszentren

zur (zahn)-medizinischen Versorgung,

der bessere Schutz von Kindern und

Jugendlichen mit Behinderung vor (sexueller)

Gewalt oder die Neuauflage des Förderprogramms

»Altersgerecht Umbauen«.


projekte

MBOR soG

Soziale Arbeit in Zeiten von MBOR

Mit der Ausrichtung der medizinischen Rehabilitation in der DRV auf die Medizinisch-beruflich

orientierte Rehabilitation (MBOR) verändern sich auch die Anforderungen an die Soziale Arbeit in

MBOR-Einrichtungen. Manual der DVSG reagiert darauf.

10

Berlin. Das MBOR-Anforderungsprofil der

DRV führt Sozialarbeiter/-pädagogen

in vier von fünf MBOR-Angeboten für Rehabilitanden

mit besonderer beruflicher

Problemlage (BBPL) auf. Es fordert sozialarbeiterische

Kompetenz in Gruppen zu

arbeits- und berufsbezogenen Themen und

bei »berufsorientierter Diagnostik«, »berufsbezogenen

Gruppen« und »Belastungserprobung«.

DVSG entwickelt Manual

In MBOR ist damit fokussiert auf berufliche

bzw. arbeitsplatzbezogene Problemlagen

ein bedeutsamer Anteil sozialarbeiterischer

Leistungen enthalten. Bislang fehlt jedoch

eine konzeptionelle Systematisierung. Aus

diesem Grunde erarbeitet die Deutsche

Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen

e.V. (DVSG) z. Zt. ein Manual

zu den sozialarbeiterischen Leistungen

in MBOR. Es legt seinen Schwerpunkt auf

Kleingruppenangebote von vier bis zwölf

Personen. Die DVSG intendiert damit einerseits

die Etablierung standardisierter

MBOR-Gruppenangebote, andererseits die

Förderung qualifizierter Patientenschulungen

durch Soziale Arbeit mit »Train the

Trainer«-Seminaren, u. a. mit Referenten

des Zentrums Patientenschulung e.V.

Modellprojekt geplant

Die Entwicklung und Erprobung des »MBOR

soG« soll möglichst durch ein wissenschaftlich

begleitetes Modellprojekt zur

bundesweiten Bestandsaufnahme sozialarbeiterischer

Leistungen abgesichert

werden. Erste Ergebnisse zur Umsetzung

von MBOR durch Soziale Arbeit liegen aus

einer Befragung von Rehabilitationseinrichtungen

im Land Brandenburg aus dem

Jahr 2011 vor. (s. Schulz-Behrendt 2012).

Info

Das Manual »MBOR soG« wird

erstmalig im Frühjahr 2014 in Form

eines »Train the Trainer«-Seminars

der DVSG vorgestellt und geschult:

»Soziale Arbeit in der Medizinischen

Rehabilitation – MBOR: Train the Trainer

28.–29.03.2014 in Frankfurt a.M.,

http://dvsg.org/hauptnavigationlinks/veranstaltungen/dvsg-fortbildungsseminare/

Claudia Schulz-Behrendt (2012):

»Welches Handlungsspektrum deckt

die Soziale Arbeit ab? Im Fokus: Einzelberatung

und Gruppenangebote

in der medizinischen Rehabilitation«,

in: Forum sozialarbeit + gesundheit

Jg. 10, 2012, H. 1, S. 16–18.

Die Reha-Welt in Zahlen:

Zahlen helfen uns, die Wirklichkeit zu erkennen.

Wenn wir etwas wiegen, messen

oder zählen können, entsteht dabei ein Bild

im Kopf und wir trauen uns ein Urteil zu.

Nicht immer liegen wir dabei richtig. Das

liegt nur zum Teil an den Zahlen selbst.

Unsere Rubrik »Die Reha-Welt in Zahlen«

stellt Zahlen ohne Kommentar zusammen,

die uns in den letzten Wochen begegnet

sind. Manche Zahlen verblüffen oder ärgern,

andere erregen Widerspruch. Allen

ist aber gemeinsam: Sie haben etwas mit

Reha zu tun und wurden bereits veröffentlicht.

• Anzahl der Erwerbstätigen in Deutschland im September 2013

(zum Vergleich: Sept. 2012 41,8 Mio.; Quelle: Statistisches Bundesamt)

• Anteil der Beschäftigten, die angeben, im vergangenen Jahr gearbeitet zu haben, obwohl sie krank waren

(Quelle: AOK-Fehlzeitenreport 2012)

• Abgeordnete im 18. Deutschen Bundestag, die über ihre Wahlkreise direkten Kontakt mit Reha-Einrichtungen

haben (Quelle: eigene Auswertung)

42,1 Mio.

59 %

473

(von 630)

• Fehlende Ärzte und Pflegekräfte in Deutschland 2015 (Quelle: Roland Berger) 175.000

• Anerkennung ausländischer Abschlüsse von Medizinern in Deutschland 2012

(Quelle: Statistisches Bundesamt)

ca. 5.100

• Anteil der Reha-Antragsteller mit ausgeübtem Wunsch- und Wahlrecht 2012 (Quelle: DRV Bund) 28 %

• Anzahl der Reha-Einrichtungen mit zertifiziertem internen QM (Stand 11.10.2013; Quelle BAR) 1.343


projekte

DEGEMED-Umfrage

Kranke Mitarbeiter – was nun?

Vor allem in kleinen Rehabilitationseinrichtungen

kann ein

hoher Krankenstand personelle

Engpässe und hohe Kosten verursachen.

Wie gehen Kliniken

damit um?

Berlin. Um den Krankenstand gering zu

halten, müssen Kliniken Instrumente einführen,

mit denen gegengesteuert werden

kann. Aber ob Gesundheitsförderung den

Krankenstand verbessert, darüber streiten

Experten. Die Praxis zeigt, dass mit Gesundheitsangeboten

zumeist nur bereits

aktive Mitarbeiter erreicht werden. Und

wenn die Mitarbeiter sowieso unzufrieden

sind, ist es dann überhaupt sinnvoll, die

Gesundheit zu fördern oder sind motivierende

Maßnahmen zur Qualifizierung und

Arbeitsorganisation besser? Die DEGEMED

nimmt sich nun dieser Thematik an und

will in Erfahrung bringen, wie Rehabilitationseinrichtungen

mit dem Thema Krankenstand

umgehen und ob dieser evtl. ein

Problem von Rehabilitations-Einrichtungen

sein könnte.

Umfrage der DEGEMED läuft

Im Dezember 2013 wurde dazu eine Umfrage

zur betrieblichen Gesundheitspolitik

unter den Mitgliedskliniken gestartet. Geplant

ist eine Laufzeit von ca. vier Wochen.

Fehlzeiten 2012 in Zahlen

• Fast jeder Zweite (47,7 Prozent) war

im letzten Jahr mindestens einmal

krankgeschrieben.

• Der Anteil derer, die 2012 wenigstens

einmal arbeitsunfähig waren, ist bei den

Frauen mit 51,3 Prozent jedoch deutlich

höher als bei den Männern mit 44,6

Prozent.

• Der Durchschnittsversicherte blieb

mehr als 14 Tage lang krankheitsbedingt

der Arbeit fern – das ist der

höchste ermittelte Wert seit dem Jahr

2000.

• Beschäftigte in Deutschland fehlen

immer häufiger aufgrund psychischer

Erkrankungen am Arbeitsplatz. Seit dem

Jahr 2000 ist die Anzahl der psychisch

bedingten Fehltage um rund 85 Prozent

gestiegen.

Quelle: TK Gesundheitsreport 2013

Die DEGEMED stellt die Ergebnisse den Teilnehmern

Anfang des Jahres zur Verfügung.

11

Rechtsprechung

»Reduktion des Wunsch- und Wahlrechts?«

Erster Senat des BSG: keine

Erweiterung des Leistungsanspruchs

auf medizinische Reha

durch Wunsch- und Wahlrecht

über die gesetzlichen Grenzen

hinaus

Berlin. Anfang Mai entschied das Bundessozialgericht

(BSG) über einen Anspruch

auf Kostenerstattung einer Versicherten

gegen ihre Krankenkasse wegen einer

medizinischen Reha (B 1 KR 53/12 R).

Die Versicherte hatte eine andere als die

vorgeschlagene Einrichtung gewählt und

wollte nun die Mehrkosten von ihrer Kasse

ersetzt haben. Das BSG entschied, dass die

Verweigerung der Kostenerstattung durch

die Kasse nicht zu beanstanden war.

Wirtschaftlichkeitsgebot maßgeblich

Das BSG befasste sich in seiner Entscheidung

auch mit der Reichweite des Wunschund

Wahlrechts (§ 9 SGB IX). Der Anspruch

auf Auswahl einer bestimmten, vom Versicherten

gewünschten Reha-Einrichtung

richtet sich danach vor allem nach dem für

den Reha-Träger maßgeblichen Leistungsrecht,

bei Krankenkassen also nach dem

SGB V. Hier gelte neben § 40 SGB V auch

das Wirtschaftlichkeitsgebot (§ 12 Abs. 1

SGB V). Die Ablehnung einer gewünschten

teureren und die Auswahl einer günstigeren

Einrichtung folge dem Wirtschaftlichkeitsgebot

und stelle keinen Ermessensfehler

dar. Die in § 40 Abs. 2 Satz 2 SGB V normierte

Mehrkostenregelung könne nicht

herangezogen werden. Sie gelte nur für

zertifizierte Einrichtungen ohne Versorgungsvertrag.

Die gewünschte Einrichtung

hatte aber mit der Krankenkasse der Versicherten

einen Versorgungsvertrag.

Bedeutung des Wunsch- und

Wahlrechts unklar

Die Veröffentlichung der schriftlichen

Urteilsbegründung löst Ratlosigkeit aus.

Nimmt man die Entscheidung beim Wort,

stellt künftig bei Reha-Leistungen der gesetzlichen

Krankenversicherung das Wirtschaftlichkeitsgebot

(§ 12 Abs. 1 SGB V)

die äußerste Grenze zulässiger Wünsche

der Versicherten dar. Anders formuliert: Jeder

Wunsch, der auch nur geringfügig über

das günstigste Leistungsangebot einer

Krankenkasse hinausgeht, wäre unwirtschaftlich

und damit nicht mehr berechtigt.

Die Konsequenz: Krankenkassen stellen nur

noch einen Kostenvergleich an, befassen

sich aber nicht mehr mit der persönlichen

Situation, dem Alter, dem Geschlecht, der

Familie oder mit religiösen oder weltanschaulichen

Bedürfnissen der Leistungsberechtigten.

Zwölf Jahre nach Inkrafttreten

des SGB IX ein deutlicher Rückschritt.

Service

Beteiligen Sie sich an der weiteren

Diskussion des Urteils und seiner

Begründung auf www.reha-recht.de

Das Wunsch- und Wahlrecht ist

Thema des nächsten Reha-Rechtstages

am 26.9.2014.


finanzen

12

Reise- und Fahrtkosten

Einmal hin und zurück?

Umfrage der AG MedReha zeigt: Vor allem Krankenkassen wälzen

Transportkosten auf Kliniken ab.

Berlin. Zahlreiche Rehabilitationskliniken

unterhalten für ihre Rehabilitanden einen

Transportservice. Eigenständig oder gemeinsam

mit Dritten (mit Fahrdiensten,

Krankentransportunternehmen) organisieren

sie vor Beginn der Reha den Krankentransport

aus dem Krankenhaus oder die

Anreise der Rehabilitanden von deren Heimatort.

Ebenso sorgen sie nach Ende der

Reha für die Heimreise der Rehabilitanden.

Fahrt- und Transportkosten sind Sache

der Reha-Träger, nicht der Reha-Klinik

Die Kosten dafür müssen eigentlich die

Rehabilitationsträger übernehmen. Die

Anspruchsgrundlagen dafür sind § 60 Abs.

5 SGB V (gegenüber Krankenkassen) bzw.

§ 28 SGB VI (gegenüber Trägern der DRV)

i. V. m. § 53 SGB IX. Zahlreiche Rehabilitati-

75–100 %

75–100 %

51–75 %

51–75 %

26–50 %

26–50 %

bis zu 25 %

bis zu 25 %

gar nicht

gar nicht

onsträger verlagern aber durch Vereinbarungen

mit Reha-Kliniken diese Kosten auf

die Kliniken. Sie müssen nun Fahrdienste

und Krankentransporte selbst organisieren.

Außerdem sollen sie die damit verbundenen

Kosten ganz oder in erheblichem

Umfang selbst tragen. Verweigert eine

Reha-Klinik die Übernahme dieser Kosten,

wird sie faktisch nicht mehr belegt.

Kostenverlagerung kein Einzelphänomen

Die Umfrage der AG MedReha, an der sich

284 Reha-Kliniken beteiligten, zeigt ein eindeutiges

Bild: 43 % der Befragungsteilnehmer

gaben an, bereits eine entsprechende

Vereinbarung mit mindestens einem

Reha-Träger abgeschlossen zu haben. Fast

90 % der Teilnehmer berichten, dass es vor

allem Krankenkassen sind, die von Reha-

0 % 10 % 20 % 30 % 40 % 50 %

0 % 10 % 20 % 30 % 40 % 50 %

In welchem Umfang werden die Kosten, die in Ihrer Reha-Einrichtung durch Fahrdienste

und Patiententransporte tatsächlich entstehen, durch die Rehabilitationsträger

nach Ihrer Einschätzung insgesamt ersetzt?

Kliniken das Organisieren von Fahrdiensten

und Krankentransporten erwarten. Und

fast 70 % berichten, dass die anfallenden

Kosten von den Reha-Trägern nicht oder

maximal zur Hälfte ersetzt werden.

Ziel der Kassen: Senkung der

Leistungsausgaben

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen auch,

dass es sich bei diesen Vereinbarungen

nicht mehr um Einzelphänomene handelt.

Vor allem Krankenkassen setzen auf solche

Regelungen, um eigene Leistungsausgaben

zu senken. Dafür nehmen sie in Kauf,

dass Anzahl und Dichte therapeutischer

und anderer Leistungen im Rahmen der

medizinischen Rehabilitation zu Lasten der

Rehabilitanden abgesenkt werden. Denn

Reha-Kliniken müssen die Kosten für die

Fahrdienste aus dem Vergütungssatz bzw.

der Fallpauschale erwirtschaften, die die

Krankenkassen ihnen für die eigentliche

Leistung zur medizinischen Rehabilitation

bezahlen.

100

90100

8090

7080

60 70

5060

4050

3040

2030

1020

0 10

0

Krankenkassen

Krankenkassen

Träger der DRV

Träger der DRV

Träger der

gesetzlichen Träger der UV

Andere

Andere

gesetzlichen UV

Welche Rehabilitationsträger erwarten von Ihnen vor allem, den Fahrdienst bzw. notwendigen

Krankentransport der Rehabilitanden vor Beginn und nach Ende der Rehabilitation

zu organisieren? Mehrfachnennung möglich. Angaben in Prozent.

Die DEGEMED hat den Patientenbeauftragten

der Bundesregierung, Wolfgang

Zöller, aufgefordert, sich im Interesse der

Patienten für eine Änderung dieser Praxis

einzusetzen.

Info

Die Umfrage wurde online

und anonym durchgeführt.

Erhebungszeitraum: Oktober 2011

Teilnehmer: 284

Mitglieder der AG MedReha: BDPK,

buss, DEGEMED, FVS, BV Geriatrie


initiativen

Preiswürdiges Klinikmarketing

And the winner is …

Anfang November wurden in

Köln die Gewinner des Klinik-

Awards 2013 bekannt gegeben.

Unter den Nominierten waren

diesmal auch zwei Mitglieder

der DEGEMED.

Köln/Kreischa. Spannung lag in der Luft,

als es am 6. November beim Gala-Abend

des Kongresses Klinikmarketing im Kölner

RheinEnergieStadion an die Preisverleihungen

ging. Über 100 Bewerbungen aus

Deutschland, Österreich und der Schweiz

waren beim diesjährigen KlinikAward von

rotthaus medical eingegangen. Eine hochkarätige

Jury hatte eine Vorauswahl von 65

Kliniken getroffen, aber die Ermittlung der

Gewinner des »Oscars der Klinikbranche«

basiert nur zu 50 Prozent auf dem Jury-

Urteil. Die anderen 50 Prozent machen die

Abstimmung des Fachpublikums während

des Best-Practice-Tags des Kongresses aus

und ein Onlinevoting.

Zwei DEGEMED-Mitglieder dabei

Beim diesjährigen Gala-Abend fieberten

auch Mitgliedskliniken der DEGEMED mit.

Die Klinik Bavaria in Kreischa war in gleich

zwei Kategorien nominiert: für die Bewerbung

um das »beste Personalmarketing«

und den »besten Klinikfilm«. Beim Personalmarketing

bewarb sich das DEGEMED-

Andreas Frädrich (r.) bei der Nominierung

der Klinik Bavaria für den KlinikAward in

der Kategorie »Bestes Personalmarketing«.

Freude über den Sieg: (v. l) Bastian

Liebsch, Leiter Unternehmenskommunikation

Dr. Becker Klinikgruppe, Dr. Holger

Süß, Chefarzt Dr. Becker Burg-Klinik, Sybille

Falkenhahn, Verwaltungsdirektorin Dr.

Becker Burg-Klinik, Rebecca Jung, Leiterin

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Dr. Becker

Klinikgruppe, Martin Kobold, Kobold

Film- und TV-Produktion, Damian Schipporeit,

FILMBLICK Hannover

Mitglied mit seinem »Projekt Internationale

Kontaktarbeit«, bei dem es um eine besondere

Willkommenskultur der Klinik geht. In

der zweiten Kategorie, dem »besten Klinikfilm«,

zeigte die Klinik Bavaria einen Beitrag

rund um ein Patientenschicksal in ihrem

Weaningzentrum, einem der bundesweit

größten Zentren für Beatmungsentwöhnung.

Konkurrenz aus den Reihen des

gleichen Verbandes hatte die Klinik Bavaria

von der Dr. Becker Klinikgruppe in Köln. Ein

halbes Jahr hatten die Dreharbeiten an der

Dr. Becker Burg-Klinik für den Film »Das

Wesentliche wiederfinden« gedauert. Er

erzählt die Geschichte von drei Menschen,

die – leer und ausgebrannt – Hilfe in der

psychosomatischen Reha-Klinik suchen.

Beim Klinik-Award lag der Film schließlich

vorn und holte den begehrten Preis.

Jubelnde Erste und faire Zweite

»Wir sind so stolz, dass wir platzen

könnten« , freute sich Bastian Liebsch, Leiter

der Unternehmenskommunikation und

Geschäftsleiter der Dr. Becker Klinikgruppe,

KlinikAward –

der Oscar der Klinikbranche

Mit dem KlinikAward werden alljährlich

hervorragende Leistungen im Bereich

Klinikmarketing ausgezeichnet und

die Weichen für mehr Transparenz und

Wettbewerb im Klinikmarkt gestellt.

Erstmalig wird die begehrte Trophäe für

verschiedene Marketingaktivitäten19-

mal vergeben – von »Bester Klinikfilm«

über »Bester Werbespot« bis hin zu dem

»Besten Personalmarketing« .

Die Nominierten werden auf der Internetseite

www.klinikaward.org bekannt

gegeben.

Seit dem Jahr 2006 wird der Klinik-

Award jährlich im Rahmen des Kongress

Klinikmarketing, dem größten

Fachkongress im Bereich der Gesundheitskommunikation

im deutschsprachigen

Raum, durch die rotthaus medical

gmbh (rotthaus.com) verliehen.

über die Auszeichnung. Und das ganze

Team feierte mit. »Wir gratulieren der Dr.

Becker Klinikgruppe und freuen uns, dass

auch wir ganz vorn dabei waren« , erklärte

Andreas Frädrich, Pressesprecher der Klinik

Bavaria. Insgesamt 19-mal wurde der »Oscar

der Klinikbranche« an diesem Abend

vergeben. Und für das nächste Jahr laufen

schon bald wieder die Vorbereitungen.

13


intern

Neue Mitglieder vorgestellt

Mit der DEGEMED

ins neue Jahr

Klinik Höhenried in Bernried wird

erstes neues DEGEMED-Mitglied

im Jahr 2014

Berlin/Bernried. Robert Zucker, Geschäftsführer

der Klinik Höhenried gGmbH,

kennt die DEGEMED bereits seit mehreren

Jahren als förderndes Mitglied. Jetzt können

Vorstand und Geschäftsführung des

Verbandes die bayerische Klinik als Vollmitglied

begrüßen.

Die Klinik Höhenried der DRV Bayern Süd

liegt direkt am Starnberger See.

14

Großes Behandlungsspektrum

am Starnberger See

Mit der Kardiologie, der Orthopädie und der

Psychosomatik vereint die Klinik Höhenried

der Deutschen Rentenversicherung Bayern

Süd die wichtigsten Gebiete der stationären

und ambulanten Rehabilitation unter einem

Dach. Die gegenseitige diagnostische und

therapeutische Unterstützung aller drei

Fachabteilungen ermöglicht maßgeschneiderte

Programme für die vielfältigsten Beschwerdebilder.

Neben der fachlichen Kompetenz

und der modernsten Ausstattung

mit medizinischen Geräten bietet die Klinik,

inmitten einer weitläufigen Parklandschaft

mit 2,5 km Ufer des Starnberger Sees gelegen,

besonders günstige Voraussetzungen,

um den Rehabilitanden zu helfen, ihre Erkrankung

zu bewältigen.

Moderne Klinik mit langer Tradition

Die Klinik Höhenried kann auf eine lange

Tradition zurückblicken. Im weitläufigen

Park des in den Jahren 1937 bis 1939 erbauten

Schlosses Höhenried errichtete die

LVA Oberbayern im Jahr 1955 die »Klinik

Höhenried« als Reha-Zentrum für Herzund

Kreislauferkrankungen. Schloss und

Schlosspark waren zuvor in Privatbesitz.

In den Jahren von 1963 bis 1987 wurden

die Klinik ausgebaut und zahlreiche neue

Gebäude erstellt. In einer zweiten Phase bis

2006 wurde das Haus saniert. Heute erwarten

die Patienten moderne Zimmer mit

Robert Zucker,

Geschäftsführer

der Klinik

Höhenried gGmbH

»Wir sind überzeugt, dass die DEGE-

MED eine wichtige Interessenvertretung

für die Belange der Reha-

Kliniken ist, da die relevanten Themen

erkannt und sinnvoll aufgearbeitet

werden.«

viel Komfort von elektrisch verstellbarem

Bett bis zum W-LAN. Das große Parkgelände

mit seinem Schloss, dem Badeplatz am

See und dem Buchheim Museum gestalten

den Aufenthalt erholsam und anregend.

Personalia

Neu in der Geschäftsstelle

Katharina Ruppelt verstärkt seit 1. Oktober die DEGEMED in der Öffentlichkeitsarbeit

Berlin. Die Geschäftsstelle der DEGEMED

hat am 1. Oktober erneut Verstärkung

bekommen. Katharina Ruppelt, die schon

während ihres Studiums bei der DEGEMED

tätig war, ist jetzt festes Mitglied des Teams

der Geschäftsstelle.

Während ihres Studiums der Gesundheitswissenschaften

absolvierte sie

zunächst ihr Praxissemester bei der DE-

GEMED. Die Arbeit begeisterte sie so, dass

sie auch nach Abschluss ihres Studiums

im September der DEGEMED treu blieb und

das Angebot einer Festanstellung gern

annahm. Sie wird weiterhin Lucie Hamann

im Veranstaltungsmanagement unterstützen,

aber zukünftig auch für den Bereich

Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich sein.

Vor und während ihres Studiums hat Frau

Ruppelt als Gesundheits- und Krankenpflegerin

gearbeitet. Ihre Freizeit verbringt sie

gern in der Natur und ist viel mit dem Rad

unterwegs.


08.10.13 11:22

fokus

Position

So funktioniert Entlassungsmanagement besser

Die DVSG hat in einem Positionspapier

Anforderungen an

das Entlassungsmanagement

aus Sicht der Sozialen Arbeit

definiert.

Berlin. Das Entlassungsmanagement

muss als interdisziplinäre Aufgabe ausgestaltet

werden – das fordert die Deutsche

Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen

(DVSG) in einem Positionspapier´,

das im Oktober veröffentlicht wurde.

litationsklinik als auch mit ambulanten Beratungsangeboten

sein. Weiterhin müssten

die häufig nebeneinander bestehenden

Strukturen des Entlassungsmanagements

von Pflege und Sozialer Arbeit sowie anderer

Professionen mittelfristig eng verzahnt

bzw. in einer Organisationseinheit integriert

werden. Bisher bestehen für das Entlassungsmanagement

in Akutkrankenhäusern

und Rehabilitationskliniken so gut wie keine

gesetzlichen Regelungen zur Sicherung der

Qualität der Leistungen.

Professionen verzahnen

In der Veröffentlichung formuliert der Fachverband

Anforderungen an die Weiterentwicklung

des Entlassungsmanagements

aus der Perspektive der Sozialen Arbeit.

Vor dem Hintergrund, dass Entlassungsmanagement

zunehmend als interprofessionelle

Aufgabe verstanden werde, so die

DVSG, sei die Erarbeitung eines interdisziplinären

Expertenstandards, in den alle

beteiligten Professionen ihre Kompetenzen

einbringen, unabdingbar. Dieser müsse

durch das Bundesministerium für Gesundheit

gefördert werden, so der Verband.

Bestandteil des Konzeptes sollte auch die

Verzahnung des Entlassungsmanagements

mit psychosozialen Beratungs- und

Unterstützungsleistungen sowohl innerhalb

des Krankenhauses und der Rehabi-

Service

Das Positionspapier steht unter

www.dvsg.org unter Aktuelles – Stellungnahmen/Positionen

zum Download

zur Verfügung.

Termin: Gemeinsame Fachtagung von

DVSG und DEGEMED »Zugang in die

Rehabilitation« am 15.1.2014 in Berlin.

15

E-Bericht

Neue Anforderungen der DRV ab 2014

DEGEMED-Fachtagung informiert über Änderungen beim Reha-Entlassungsbericht

eldung

tlichen Fortbildung „Erstellung des Rehaungsberichts“

am 21. Januar 2014

gebühren (inkl. Verpflegung)

der DEGEMED: 125 Euro

eder: 245 Euro

ebühr ist gemäß § 4 Nr. 22a UStG von der

befreit.

Fax an: 030 284496-70

er E-Mail versendet.)

Ja Nein

_________

t durch Zugang der Rechnung. Mit Zuebühr

fä lig. Bei einer Absage bis sieben

tatten wir die vo len Kosten. Bei einer

le Veranstaltungs gebühr fä lig.

Berlin. Die Dokumentation von Rehabilitationsverlauf

und -ergebnis

ist von zentraler

Bedeutung. Reha-

Kliniken sollen die

Entlassungsberichte

schnell, umfassend

und exakt nach den

Erstellung des

Reha-Entlassungsberichts

Ärztliche Fortbildung

am 21. Januar 2014

9:30 bis 16:00 Uhr

Kaiserin Friedrich-Haus, Berlin

Vorgaben der Leistungsträger

erstellen.

Die Anforderungen von

Rentenversicherung

und Krankenkassen

unterscheiden sich dabei

erheblich.

Änderungen ab 2014

Die Deutsche Rentenversicherung hat ihre

Anforderungen 2013 geändert. Ab 2014

müssen alle E-Berichte den neuen Vorgaben

folgen. Vor allem die behandelnden

Ärzte müssen hier den Überblick behalten.

Sie verantworten Richtigkeit und Vollständigkeit

der Dokumentation. Die Deutsche

Rentenversicherung (DRV) nutzt den Entlassungsbericht

zusätzlich für die externe

Qualitätssicherung.

E-Berichte vergütungsrelevant

Die DRV Baden-Württemberg hat inzwischen

angekündigt, schon im kommenden

Jahr die Vergütung an Qualität und Schnelligkeit

der E-Berichte zu koppeln. Bereits in

der Vergangenheit wurden die Laufzeiten

der E-Berichte erfasst, bei zu langen

Laufzeiten drohte die Unterbrechung der

Belegung. Das eintägige Seminar bietet

Ärzten und anderen Leitenden Mitarbeitern

von Reha-Einrichtungen Orientierung und

aktuelle Infos aus erster Hand und ist als

ärztliche Fortbildung anerkannt.

Service

DEGEMED-Fachtagung E-Berichte in der

medizinischen Reha am 21.1.2014 in

Berlin. Anmeldung unter www.degemed.de


termine

Veranstaltungen der DEGEMED

Know-how aus der Praxis für die Praxis

Fachtagung: Zugang in die Rehabilitation

am 15.1.2014 in Berlin

Für Reha-Kliniken ist der einfache und unbürokratische

Zugang zu Leistungen zentral.

Aber nicht immer folgen Fallsteuerung und

-zuweisung transparenten Kriterien. Und

oft ist unklar: Wer ist Türsteher und wer ist

Türöffner beim Zugang in die medizinische

Rehabilitation? Das Erkennen eines Reha-

Bedarfes etwa im Krankenhaus oder durch

den Hausarzt allein führt jedenfalls noch

nicht zur Leistung. Die Fachtagung ist eine

gemeinsame Veranstaltung von DEGEMED

und DVSG. Sie richtet sich an Sozialdienste,

Mitarbeiter von Reha-Einrichtungen und

Kostenträgern und alle, die mit der Einleitung

von Reha-Leistungen in ihrer täglichen Arbeit

beschäftigt sind.

Erstellung des Reha-

Entlassungsberichts am 21.1.2014

in Berlin

Schnell, umfassend und exakt – so sollen

Reha-Einrichtungen nach den Vorgaben der

Leistungsträger die Entlassungsberichte

erstellen und zur Verfügung stellen. Dabei

unterscheiden sich die Anforderungen etwa

von Rentenversicherung und Krankenkassen

teilweise erheblich. Vor allem die behandelnden

Ärzte müssen hier den Überblick

behalten, denn sie verantworten Richtigkeit

und Vollständigkeit der Dokumentation. Das

eintägige Seminar bietet Ärzten und anderen

leitenden Mitarbeitern von Reha-Einrichtungen

Orientierung und aktuelle Infos aus

erster Hand und ist als ärztliche Fortbildung

anerkannt.

Seminar: In Verhandlungen führen

vom 13. bis 14.2.2014 in Berlin

Führungskräfte in Rehabilitationseinrichtungen

verhandeln täglich mit Mitarbeitern,

externen Partnern oder Kostenträgern. Viel

hängt dabei vom individuellen Verhandlungsgeschick

ab. Wer die hohe Kunst einer

guten Verhandlung beherrscht, der bringt die

eigenen Anliegen in der Verhandlung so ein,

dass das Ergebnis auch für den Verhandlungspartner

stimmig ist. In dem zweitägigen

Seminar erlernen und erproben die Teilnehmer

Verhandlungstechniken und -instrumente

sowie Kompetenzen, um sich optimal

auf schwierige Verhandlungssituationen

vorzubereiten. Das Seminar richtet sich insbesondere

an Führungskräfte und Führungskräftenachwuchs

in Reha-Einrichtungen.

Diskussionsforen der DEGEMED

beim 23. Rehabilitationswissenschaftlichen

Kolloquium der DRV-

Bund und der DGRW vom 10. bis

12.3.2014 in Karlsruhe

• »MBOR in der Psychosomatik«

• »Landesschiedsstellen § 111b, SGB V«

(Kooperationspartner sind der BV-Geriatrie

und die Fachgruppe Reha des VKD)

Physiotherapie in der medizinischen

Reha am 25.3.2014 in

Berlin

Die Physiotherapie spielt in medizinischen

Rehabilitationsmaßnahmen seit jeher eine

bedeutende Rolle. Doch haben sich die

Anforderungen an die Physiotherapie verändert,

durch eine zunehmende berufliche

Orientierung der medizinischen Rehabilitation

(MBOR). Das Seminar beschäftigt sich

konkret mit diesen neuen Anforderungen,

zeigt auf wie Physiotherapie optimal in den

Therapieplan integriert werden kann und wo

sie sich in der Klassifikation therapeutischer

Leistungen (KTL) wiederfindet. Raum für Vertiefung

und Austausch bieten zwei Fachforen

am Nachmittag zu den Themen »Wirbelsäule

und Rückenschmerz« und »Untere und obere

Extremitäten«.

Vorankündigungen 2014

(Änderungen vorbehalten):

DEGEMED Mitgliederversammlung am

9.4.2014 in Berlin

Update: Ernährung in der Rehabilitation

- Wandel durch Evidenz am 10. 4.2014 in

Berlin

Risikomanagement und Hygiene am

17.6.2014 in Berlin

Reha-Rechtstag am

26.9.2014 in Berlin

Service

Weitere Informationen zu den

Veranstaltungen und zur Anmeldung

erhalten Sie bei der Geschäftsstelle

der DEGEMED

Tel.: 030 284496-6

E-Mail: degemed@degemed.de

oder im Internet unter

www.degemed.de

Wir wünschen allen

Leserinnen und Lesern ein

frohes Weihnachtsfest und

ein erfolgreiches neues Jahr!

Impressum

DEGEMED

Deutsche Gesellschaft für

Medizinische Rehabilitation e.V.

Vorstand:

Prof. Bernd Petri (Vorsitzender)

Dr. Constanze Schaal

(1. stellv. Vorsitzende)

Volker Behncke (2. stellv. Vorsitzender)

Petra Schraml-Dussle

Horst Gollée

Thomas Bold

Geschäftsführer:

Christof Lawall (V.i.S.d.P.)

Fasanenstraße 5, 10623 Berlin

Tel.: 030 284496-6

Fax: 030 284496-70

E-Mail: degemed@degemed.de

Internet: www.degemed.de

Realisation und Verlag:

müller:kommunikation,

Eichhoffstr. 36, 44229 Dortmund

Tel. 0231 477988-30

www.muellerkom.de

Redaktionsschluss: 3.12.2013

Fotos: S. 1 Fotolia; S. 3 Fotolia; S. 4 Fotolia,

S. 5 Stefan Müller, S.7 Fotolia, S. 8

Neil Young: Adrian M. Buss; S. 9 Gerhard

Polt: Dionys Asenkerschbaumer; Hubert

Hüppe: Deutscher Bundestag/Renate

Blanke; S. 11 Techniker Krankenkasse;

S. 12 Fotolia, Wolfgang Zöller: Deutscher

Bundestag/H. J. Müller; S. 15 Fotolia;

S. 16 Fotolia.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge

geben die Meinung der Autoren wieder.

Ku

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