DEGEMED News 42 Dezember 2012

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DEGEMED News 42 Dezember 2012

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Nr. 42 Dezember 2012

Schwerpunktthema

Reha trägt Verantwortung

für die junge Generation

Schwerpunktausgabe

»Medizinische Rehabilitation von

Kindern und Jugendlichen«

Aus dem Inhalt

Schwerpunkt

Rehabilitation der DRV S. 3

FOR-Verfahrensabsprache

zwischen GKV und DRV S. 4

FOR in der Praxis S. 5

BMAS: Kinder und Jugendliche

brauchen schnelle Hilfen S. 6

Positionspapier:

Hürden abbauen S. 7

Familie, Schule, Gesellschaft: psychosomatische Erkrankungen im Kinder- und Jugendalter

haben vielfältige Ursachen.

Berlin. Die Lebensbedingungen – und

damit auch die gesundheitliche Situation

von Kindern und Jugendlichen – haben

sich in den vergangenen Jahren deutlich

verändert. Die Folge, das zeigen wissenschaftliche

Untersuchungen wie die

KIGGS-Studie des Robert-Koch-Instituts, ist

eine Zunahme chronischer und psychosomatischer

Erkrankungen im Kindes- und

Jugendalter. Vorsorge und Rehabilitation

haben daher im gesundheitlichen Versorgungssystem

der Gesellschaft einen

besonderen Stellenwert. Der steigende Bedarf

an spezifischen und qualifizierten Vorsorge-

und Rehabilitationsleistungen liegt

auf der Hand – allerdings sprechen die Antrags-,

Bewilligungs- und Belegungszahlen

eine andere Sprache. Auf der Suche nach

den Ursachen, nach neuen Konzepten und

Ideen hat die DEGEMED die medizinische

Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen

in den Fokus dieses Newsletters

gestellt und sie lässt die unterschiedlichen

Akteure dieses wichtigen Bereichs in eigenen

Beiträgen zu Wort kommen.

Verworrene Zuständigkeiten

Dass die Materie keineswegs einfach ist,

zeigt schon das Beispiel Kostenträger:

Denn für Leistungen zur stationären Rehabilitation

von Kindern und Jugendlichen

sind zum Teil sowohl die Träger der gesetzlichen

Rentenversicherung als auch die

gesetzlichen Krankenkassen gleichrangig

zuständig. Die Träger der gesetzlichen

Rentenversicherung erbringen Leistungen,

wenn die Erkrankung voraussichtlich Auswirkungen

auf die spätere Erwerbsfähigkeit

hat. Da bei der DRV der Kindbegriff aus

dem Waisenrentenrecht stammt, können

Kinder bis zum vollendeten 27. Lebensjahr

die Leistungen erhalten, sofern sie sich in

Schul- oder Berufsausbildung befinden. Die

Leistung dauert in der Regel vier Wochen,

die bis zu sechs Wochen verlängert werden

kann. Relevante Erkrankungen sind in

einem speziellen Katalog festgelegt.

Die gesetzlichen Krankenkassen erbringen

für versicherte Kinder und Jugendliche

(damit sind auch familienversicherte Kin-

GPOH im Porträt S. 8

Interview mit Dr. Helga Seel S. 11

Reha für Migranten S. 12

Neue Mitglieder vorgestellt S. 15

Termine S. 16

der und Jugendliche bis zum 25. Lebensjahr

gemeint) sowohl stationäre als auch

ambulante Leistungen der medizinischen

Rehabilitation. Diese müssen notwendig

sein, um eine Behinderung oder Pflegebedürftigkeit

abzuwenden, zu beseitigen, zu

mindern, auszugleichen, ihre Verschlimmerung

zu verhüten oder ihre Folgen zu

mildern. Die GKV erbringt diese Leistungen

für Kinder, die das 14. Lebensjahr noch

nicht vollendet haben, in der Regel für vier

bis sechs Wochen, nach Vollendung des

14. Lebensjahres regelmäßig für einen Zeitraum

von drei Wochen mit der Möglichkeit

einer Verlängerung. Eine Eingrenzung auf

bestimmte Erkrankungen gibt es nicht.


intern

Editorial

2

Liebe Kolleginnen

und Kollegen,

Norbert Glahn,

Vorstands–

vorsitzender

der DEGEMED

heute halten Sie die erste Schwerpunktausgabe

des DEGEMED-Newsletters in der Hand,

in der wir das Thema »Kinder und Jugend-

Rehabilitation« aus verschiedenen Blickwinkeln

beleuchten. In Zukunft wollen wir solche

Ausgaben regelmäßig veröffentlichen, denn

die Art der Informationsbündelung steht

symbolisch für die transparente Arbeit der

DEGEMED. Wir tragen aus Mitglieder- und

Expertenkreisen interessante Themen in den

Verband hinein, sammeln Meinungen und

Fakten, diskutieren und hinterfragen sie, um

schließlich zu einer gemeinsamen Position

zu finden. So entsteht der klare Kurs, für den

die DEGEMED seit Jahren bekannt ist und

den sie in diesem Jahr deutlich vertreten hat.

Mit unserer Kampagne »Eine-Milliarde-mehr«,

die wir vor einem Jahr gestartet haben, hat

der Verband öffentlicher als je zuvor 2012

Position bezogen. Mehr als 200 Unterstützer

und 8.000 Besucher der Aktions-Website

sind uns dabei bisher gefolgt. Auch 2013

werden wir diesen Weg weitergehen. Erster

und wichtiger Schritt des neuen Jahres wird

dazu die Mitgliederversammlung am 27.

Februar sein, bei der die DEGEMED ihren

Vorstand neu wählt und – bedingt durch den

Tod von Dietgrim Rene in diesem Jahr – auch

einen neuen Vorsitzenden der Mitgliederversammlung.

Für den neuen Vorstand wird

2013 – so viel steht schon jetzt fest – ein

spannendes Jahr werden. Denn mit der

Bundestagswahl vor Augen steigt auch die

Sensibilität für das Thema Rehabilitation.

Politiker lassen sich einfacher und direkter

ansprechen und unsere Anliegen finden

stärker Gehör als sonst. Das werden wir zu

nutzen wissen und die Anhebung des Reha-

Budgets weiter zu einem der zentralen Themen

2013 machen. Ich freue mich, dass wir

für diesen Kurs von so vielen Mitstreiterinnen

und Mitstreitern in diesem Jahr Zustimmung

bekommen haben und hoffe, dass dies

auch 2013 weiter der Fall sein wird. Ihnen

und Ihren Familien wünsche ich schon jetzt

ein schönes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches

neues Jahr 2013.

Ihr Hartmut Stern

Vorstandsvorsitzender der DEGEMED

Studierende: jede fünfte Pille

gegen psychische Störungen

Höheres Tempo bei der

UN-Konvention

Nur jeder dritte Betrieb hat

ein Gesundheitsmanagement

Hamburg. Jede fünfte Pille, die ein

Hochschüler verschrieben bekommt,

ist ein Medikament zur Behandlung von

Erkrankungen des Nervensystems – Tendenz

steigend. Das ist das Ergebnis einer

Auswertung der Techniker Krankenkasse

(TK) zur gesundheitlichen Situation von

Studierenden im Alter von 20 bis 35 Jahren.

Demnach erhielt ein Student im Jahr

2010 durchschnittlich 13,5 Tagesdosen

Psychopharmaka und Co., vier Jahre vorher

waren es 8,7 Tagesdosen – eine Steigerung

um 55 Prozent. Erwerbspersonen in dieser

Altersgruppe bekamen 2010 statistisch

gesehen 9,9 Tagesdosen verschrieben und

damit »nur« 39 Prozent mehr als 2006 (7,1

Tagesdosen). Insgesamt wurden jedem

Hochschüler im Jahr 2010 Medikamente

für 65 Tage verordnet, einem erwerbstätigen

Altersgenossen dagegen 72 Tagesdosen.

Besonders stark stiegen innerhalb der

letzten vier Jahre die Verordnungsraten von

Antidepressiva: um mehr als 40 Prozent.

Berlin. Der Beauftragte der Bundesregierung

für die Belange behinderter Menschen,

Hubert Hüppe, hat aus Anlass des

Internationalen Tags der Menschen mit Behinderung

das Tempo der Umsetzung der

UN-Behindertenrechtskonvention bemängelt.

Dazu erklärt er: »Die UN-Behindertenrechtskonvention

hat die Chancen weltweit

verbessert, Benachteiligungen von Menschen

mit Behinderungen abzubauen und

die Teilhabe zu verbessern. Sie hat eindeutig

festgelegt, Teilhabe ist Menschenrecht

und kein Akt der Gnade.« Trotzdem sei vier

Jahre nach dem Beschluss des Bundestages

zur UN-Behindertenrechtskonvention

das Unterstützungssystem für Menschen

mit Behinderung weiter auf Trennung

ausgerichtet. Nicht selten würde auf Zeit

gespielt, um Inklusion zu verhindern und

trennende Strukturen zu erhalten. Teilhabe

sei ein Menschenrecht, auf das man nicht

noch jahrzehntelang warten könne. Mehr

unter: www.behindertenbeauftragter.de.

Fellbach/Ludwigsburg. Gesundheit am

Arbeitsplatz gewinnt auch im Mittelstand

zunehmend an Bedeutung. Dennoch

haben 62 Prozent der kleinen und mittleren

Unternehmen in Deutschland bisher

noch kein betriebliches Gesundheitsmanagement

(BGM) eingeführt. Begründet

wird diese Zurückhaltung vor allem mit

fehlenden Ressourcen und einem zu

großen Verwaltungsaufwand. Mittelständler,

die bereits ein BGM betreiben,

nehmen dafür zumeist rund 10.000 Euro

jährlich in die Hand.

Ohne die Unterstützung externer Experten

kommen aber auch sie nicht aus.

Das sind Ergebnisse der Studie »Gesundheit

im Unternehmen« der Süddeutschen

Krankenversicherung und der mhplus

Krankenkasse in Zusammenarbeit mit

dem F.A.Z.-Institut. Weitere Informationen

dazu und Ergebnisse der Untersuchung

finden Sie im Internet unter www.sdk.de/

unternehmen/presse.


Kinder- und Jugend-Reha

schwerpunkt

Rehabilitation durch die Deutsche Rentenversicherung

von Dr. med. Ralph Jäger, Ärztl. Dezernent, Deutsche Rentenversicherung Bund

Die durch die Deutsche Rentenversicherung

getragene medizinische

Rehabilitation von Kindern

und Jugendlichen befindet

sich auf einem ebenso hohen

medizinischen Niveau wie die

der Erwachsenen. Allerdings

erfährt sie noch nicht die Akzeptanz

und Popularität, die ihr als

Instrument zur Verbesserung

bzw. Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit

und damit der

Schul- und späteren Erwerbsfähigkeit

zustünde.

Die Zahl chronisch kranker Kinder und

Jugendlicher nimmt in der Bundesrepublik

Deutschland zu, dies belegen u. a. die Zahlen

der KiGGS-Studie des Robert-Koch-Institutes.

Die häufigsten Indikationen – Krankheiten

der Atemwege, die psychischen/

psychosomatischen Störungen und die

Adipositas mit ihren Folgeerkrankungen –

machen rund zwei Drittel aller bei der Deutschen

Rentenversicherung durchgeführten

Leistungen aus. Trotzdem ist die Zahl der

Anträge auf Rehabilitationen von Kindern

und Jugendlichen seit einigen Jahren rückläufig.

Die Ursachen hierfür sind vielfältig,

allein die demografische Entwicklung reicht

als Erklärungsmodell nicht aus. Ein Grund

ist sicherlich auch die Tatsache, dass vielen

Eltern, aber auch betreuenden Ärzten, die

Abgrenzung zur medizinischen Vorsorge

und damit der hohe Stellenwert einer medizinischen

Rehabilitation nicht hinreichend

geläufig ist. Die Zahlen der KiGGS-Studie,

die Zahlen des Statistischen Bundesamtes

und die der Deutschen Rentenversicherung

sprechen ihre eigene Sprache: Offenbar

werden diejenigen Kinder und Jugendlichen,

die einer medizinischen Rehabilitation

bedürfen, noch nicht in ausreichendem

Maße erreicht. Dies dürfte besonders

Kinder und Jugendliche aus Familien in

Dr. med. Ralph Jäger

sozialen Problemlagen betreffen, hierfür

müssen Lösungsvorschläge erarbeitet und

umgesetzt werden.

Die Deutsche Rentenversicherung hat

ihre Anstrengungen, der rückläufigen

Antragsentwicklung entgegenzuwirken,

weiter verstärkt. Durch adressatengerechte

Information, aber auch Überarbeitung der

Formulare (Antragsformular, ärztlicher Befundbericht

etc.) und eine benutzerfreundlichere

Gestaltung versucht man, Barrieren

im Zugang zur Kinder- und Jugendrehabilitation

abzubauen. Die Kinderheilbehandlungsrichtlinien

wurden aktualisiert. War

früher die Bewilligung einer Begleitperson

grundsätzlich nur für Kinder im Vorschulalter

möglich, so ist dies jetzt bis zum

vollendeten achten Lebensjahr regelhaft.

Durch flexible Rehabilitationsdauern wird

dem zunehmenden Anstieg von Begleiterkrankungen

Rechnung getragen und

eine individuelle Behandlung der Kinder

und Jugendlichen in der Reha-Einrichtung

möglich gemacht. In allen Reha-Kliniken

wird Überbrückungsunterricht – zum Teil in

allen Schularten bis hin zur Gymnasialstufe

– angeboten, somit kann die Rehabilitation

unabhängig von Schulplänen und -ferien

ganzjährig durchgeführt werden, ohne

dass es zu größeren Lerndefiziten kommt.

Die Nachhaltigkeit einer Rehabilitation

wird in hohem Maße durch die sich

anschließenden Leistungen geprägt.

Erwachsenen Rehabilitanden stehen dafür

spezielle Nachsorgeprogramme

(z. B. IRENA) zur Verfügung oder auch

Reha-Sport. Für Kinder und Jugendliche

gibt es keine solchen Angebote, da der

Gesetzgeber der Rentenversicherung

hierfür keine Spielräume eingeräumt hat.

Im Dialog mit der Gesetzlichen Krankenversicherung

gilt es, diese Möglichkeiten auch

für Kinder und Jugendliche zu schaffen, um

die Erfolge einer Rehabilitation auch ver-

Anträge Kinder- und Jugendreha DRV 2006–2011; Quelle DRV Bund

100.000

80.000

60.000

40.000

20.000

0

2006 2007 2008 2009 2010 2011

Anträge

Rückläufige Entwicklung der Reha-Anträge für Kinder und Jugendliche bei

der DRV: Von 2007 bis 2011 gingen die Anträge um 15 % (2007: 85.166, 2011:

72.183) zurück.

3


schwerpunkt

stetigen zu können. Die Deutsche Rentenversicherung

hat sich auch für die Zukunft

die Aufgabe gestellt, medizinische Rehabilitation

von Kindern und Jugendlichen

weiterzuentwickeln und hierzu ein entsprechendes

Positionspapier veröffentlicht. Es

beschreibt die gegenwärtige Situation und

künftige Aufgaben und verdeutlicht einmal

mehr die feste Verankerung von Kinder- und

Jugendlichen-Rehabilitation im Leistungsspektrum

der gesetzlichen Rentenversicherung.

Fazit:

Die medizinische Rehabilitation von Kindern

und Jugendlichen ist und bleibt eine wichtige

gesellschaftliche Aufgabe, der sich die

Deutsche Rentenversicherung mit hohem

Engagement stellt. Für die Rehabilitationsleistungen

stehen bestens ausgestattete

Fachkliniken bedarfsgerecht und in ausreichendem

Maße zur Verfügung. Diese werden

kontinuierlich durch die Rentenversicherungsträger

auf ihre Qualität hin überprüft

und weiterentwickelt. Ein wichtiges Ziel aller

an der gesundheitlichen Betreuung unserer

Kinder und Jugendlichen Beteiligten sollte

es künftig sein, die bedürftigen, chronisch

Kranken besser zu erreichen, um durch die

entsprechenden Angebote an medizinischer

Rehabilitation langfristig Einfluss auf deren

gesundheitliche Entwicklung und damit auf

deren Erwerbsfähigkeit nehmen zu können.

Weiterführend muss die Möglichkeit der

Durchführung von Nachsorgeleistungen

geschaffen werden, hier ist die Zusammenarbeit

aller Sozialleistungsträger gefordert.

Verfahren

»Familienorientierte Rehabilitation« für schwerst chronisch kranke Kinder – eine

gemeinsame Verfahrensabsprache von Kranken- und Rentenversicherung

Ein Beitrag von Irmgard Backes, GKV-Spitzenverband, und

Anja Druckenmüller, Deutsche Rentenversicherung Bund

4

Schwerst chronisch kranke Kinder

und ihre Familien müssen

auf Dauer viele Probleme und

Belastungen bewältigen. Der

normale Alltag wird unter anderem

erschwert durch häufige

Operationen, lange Krankhausaufenthalte

und eine ungewisse

Zukunft. Hierunter leidet nicht

nur das kranke Kind, sondern

auch die gesamte Familie.

Vor diesem Hintergrund haben der GKV-Spitzenverband

unter Beteiligung der Verbände

der Krankenkassen auf Bundesebene, der

Spitzenverband der landwirtschaftlichen Sozialversicherung

und die Deutsche Rentenversicherung

Bund eine Verfahrensabsprache

zu Anträgen der »Familienorientierten

Rehabilitation« getroffen. Diese soll sicherstellen,

dass im Rahmen der Leistungsgesetze

der Renten- und Krankenversicherung

schwerst chronisch kranke Kinder in Einzelfällen

unbürokratisch eine medizinische Rehabilitationsleistung

mit familienorientierter

Zielstellung erhalten können. Unter »Familienorientierter

Rehabilitation« ist dabei eine

Leistung zur medizinischen Rehabilitation

zu verstehen, bei der insbesondere Kinder

mit Krebserkrankungen, Mukoviszidose,

Zustand nach Operationen am Herzen oder

nach Organtransplantationen von den Eltern

und/oder Geschwistern begleitet werden.

Deren Einbeziehung in den Rehabilitationsprozess

ist deshalb erforderlich, weil die

Erkrankung des Kindes die Alltagsaktivitäten

der Familie erheblich beeinträchtigt. Maßgebend

ist außerdem, dass die Mitaufnahme

der Familienangehörigen eine notwendige

Voraussetzung für den Rehabilitationserfolg

des erkrankten Kindes ist. Eine eigene Rehabilitationsbedürftigkeit

der Familienangehörigen

ist dabei nicht erforderlich.

Ziel sind Kinder und Familien

Die in speziellen, qualitätsgesicherten

Rehabilitationseinrichtungen durchzuführende

medizinische Rehabilitationsleistung

soll zu einer körperlichen, seelischen und

sozialen Regenerierung des erkrankten

Kindes und seiner Familienangehörigen

beitragen. Ziel einer »Familienorientierten

Rehabilitation« ist die erfolgreiche Rehabilitation

des erkrankten Kindes, wobei

hierbei ein besonderes Augenmerk auf die

Stabilisierung der Familie gelegt wird. Die

Leistungen sind daher darauf ausgerichtet,

den Rehabilitationserfolg beim erkrankten

Kind zu erreichen und dauerhaft zu sichern.

Die dabei erfolgende Einbeziehung und Be-

teiligung der Familienmitglieder ist hilfreich

in Bezug auf die Rehabilitationsbereitschaft

des erkrankten Kindes, die Akzeptanz therapeutischer

Leistungen oder die notwendige

Lebensumstellung der Familie.

Flexibler Zugang

Leistungen der »Familienorientierten Rehabilitation«

sind eine Form der Kinderrehabilitation,

so dass der Antrag sowohl bei der

Krankenkasse als auch bei der Rentenversicherung

gestellt werden kann. Stellt sich

im Verlauf der Bearbeitung des Antrages

heraus, dass für einen Familienangehörigen

ein eigenständiger Rehabilitationsbedarf

besteht und sind Leistungen zur medizinischen

Rehabilitation zu erbringen, prüft

der jeweilige Rehabilitationsträger die

Zuständigkeit für diese Maßnahme und

unterstützt den Familienangehörigen bei

der Antragstellung. Dabei ist eine zeitgleiche

Leistungserbringung in derselben oder in

einer anderen Rehabilitationseinrichtung

am Rehabilitationsort anzustreben. Die

»Familienorientierte Rehabilitation« kann

grundsätzlich nur einmal nach Stellung der

Erstdiagnose beziehungsweise nach Abschluss

der Primärbehandlung durchgeführt

werden. Eine Wiederholung der Leistung

kann jedoch u. a. bei Rezidiverkrankungen in

Betracht kommen.


Familienorientierte Rehabilitation in der Praxis

FOR bietet qualifizierte Hilfe für betroffene

Familien – bisher ohne gesetzlichen Anspruch

von Petra Bierwirth, Geschäftsführerin der

Kindernachsorgeklinik Berlin-Brandenburg gGmbH

schwerpunkt

Wenige Einrichtungen in

Deutschland bieten eine Reha-

Maßnahme für ganze Familien

an. Die Kindernachsorgeklinik

Berlin-Brandenburg gGmbH hat

sich darauf spezialisiert.

Herz- und krebskranke Kinder und Jugendliche

können sich in der Kindernachsorgeklinik

Berlin-Brandenburg nach ihren

Herzoperationen, -transplantationen oder

chemotherapeutischen Behandlungen

mit ihren Eltern und Geschwistern in einer

vierwöchigen Reha erholen. Dabei steht die

Familie im Mittelpunkt: Die Eltern erleben, in

welchem Maße ihr Kind körperlich belastbar

ist. Sie sehen, dass es dem Kind gut tut

und dass sie ihr Kind für die weitere Genesung

nicht »in Watte packen« müssen. Von

den Therapeuten erhalten sie Tipps sowie

Erläuterungen für weiterführende Therapiemöglichkeiten

zu Hause.

Stark werden mit anderen

Gemeinsamkeit wird an der Kindernachsorgeklinik

groß geschrieben. Viele Angebote

Petra Bierwirth

der Klinik werden mit der ganzen Familie

bzw. mit anderen betroffenen Familien

gemeinsam wahrgenommen. Dabei

lernt man sich gegenseitig kennen und

tauscht Erfahrungen aus – ein wertvolles

Miteinander, das auch verwaiste Familien

einschließt, in denen ein Kind aufgrund

einer schweren Krankheit oder eines Unfalls

verstorben ist. Hier bietet die Klinik ein

besonderes Angebot, damit Familienmitglieder

unter spezieller psychologischer

und therapeutischer Betreuung ihre Trauer

verarbeiten und neue Lebensperspektiven

entwickeln können.

Reha-Form ohne gesetzlichen Anspruch

Einen gesetzlichen Anspruch auf diese

Form der Rehabilitation gibt es für die betroffenen

Familien bisher nicht. Allerdings

existiert seit 2009 eine sogenannte untergesetzliche

Verfahrensabsprache mit den

Krankenkassen und der Rentenversicherung.

Das wissen längst nicht alle Kostenträger.

Deshalb ist es eine große Aufgabe,

die Familienorientierte Rehabilitation (FOR)

und ihre Bedeutung bei extrem belasteten

Familien bekannter zu machen. In der Praxis

führt diese Lücke allzu oft dazu, dass

nur eine Kostenzusage für die Mutter und

das betroffene Kind vorliegt. Dass aber die

gesamte Familie über Wochen, Monate und

auch Jahre durch die Krankheit des Kindes

zumeist große Entbehrungen, Angst und

Ungewissheit zu ertragen hatte und für lange

Zeit ein Leben zwischen Klinik und Zuhause

führen musste, wird oft nicht erkannt

oder gar ausgeblendet. Hier gilt: Rechtzeitig

handeln. Je früher die Kinder, Jugendlichen

und ihre Familien nach den Belastungen

genesen, umso geringer sind schließlich

die Kosten für das Gesundheitssystem.

5

Die Kindernachsorgeklinik Berlin–Brandenburg

bietet eine umfangreiche medizinische

und therapeutische Betreuung.

Umfangreiche Ausnahme-Rehabilitation

In Deutschland gibt es insgesamt nur fünf

Kliniken, die ein so umfangreiches Reha-

Konzept umsetzen wie die Kindernachsorgeklinik

Berlin-Brandenburg. Und die

Bernauer Klinik ist die einzige Einrichtung

ihrer Art in den neuen Bundesländern. Neben

der medizinischen Betreuung, Ergo-,

Physio-, Psycho-, Reit-, Kunst-, Tanztherapie,

Erlebnispädagogik, Logopädie, einer

Schwimm- und Sporthalle bietet die Klinik

eine Kita, eine Schule, eine Holz-, Keramikund

Kreativwerkstatt, einen Familientreff

und einen Jugendclub. Sozialarbeiter fast

aller Kliniken Deutschlands verweisen betroffene

Familien an die Reha-Einrichtung.

Service

Kindernachsorgeklinik

Berlin-Brandenburg

gemeinnützige GmbH

Bussardweg 1

16321 Bernau-Waldsiedlung

Tel.: 03338 908020

Fax: 03338 908039

info@knkbb.de

www.knkbb.de


schwerpunkt

BMAS

Kinder und Jugendliche brauchen schnell Hilfen

von Dr. Annette Niederfranke, Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales

6

Wir alle wissen: Die

Zukunft unserer Gesellschaft

liegt in den

Händen unserer Kinder

und Jugendlichen.

Wir müssen deshalb

dafür sorgen, dass sie

gesund, ohne Gewalt

Dr. Annette Niederfranke aufwachsen und eine

gute Bildung erhalten, damit sie am Leben

in unserer Gesellschaft und vor allem am

beruflichen Leben uneingeschränkt teilhaben

können. Hierbei sind auch gute und

schnelle Leistungen der medizinischen

Rehabilitation gefragt. Gute Rehabilitation

für Kinder und Jugendliche ist eine Investition

in die Zukunft unserer Gesellschaft.

Die Rehabilitationsträger, insbesondere die

Rentenversicherung und die Krankenkassen,

haben hier eine besonders verantwortungsvolle

Aufgabe zu erfüllen.

Rückläufige Antragszahlen alarmierend

Es muss uns alarmieren, dass die Antragszahlen

und auch die Belegungszahlen bei

der stationären Rehabilitation der Rentenversicherung

in den letzten Jahren deutlich

zurückgegangen sind. Richtig ist, dass die

Gesamtzahl der Kinder in Deutschland

rückläufig ist. Auf der anderen Seite sehen

wir, anhand einschlägiger Untersuchungen

wie etwa die KiGGS-Studie des Robert-

Koch-Instituts , dass die Gesundheit der

Kinder auf lange Sicht nicht besser, sondern

eher schlechter geworden ist. Deutlich

wird dies bei dem Anstieg verschiedener

Krankheitsbilder, vor allem auch im psychischen

Bereich. Wir brauchen also in

Zukunft nicht weniger, sondern eher mehr

Rehabilitation. Für die Gegenwart können

wir schlussfolgern, dass wir nicht alle kranken

Kinder und Jugendlichen mit unseren

Rehabilitationsangeboten erreichen. Das

müssen und werden wir ändern.

Aus der Praxis wird immer wieder berichtet,

dass Eltern, die Arbeitslosengeld II

beziehen, Leistungskürzungen im Rahmen

der Grundsicherung für Arbeitsuchende

befürchten und deshalb keinen Antrag auf

Leistungen zur medizinischen Rehabilitation

stellen. Kinder und Jugendliche, die vor

Durchführung der stationären Rehabilitation

einen Anspruch auf Sozialgeld oder

Arbeitslosengeld II hatten und weiterhin

haben, erhalten jedoch diese Leistungen

ungekürzt auch während der stationären

Rehabilitation. Diese Information haben wir

an alle an der Kinder- und Jugendrehabilitation

Beteiligten weitergegeben.

Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass

stationäre medizinische Reha-Leistungen

auch tatsächlich in Anspruch genommen

werden, ist nach meiner Auffassung die

Möglichkeit, dass Bezugspersonen die

kranken Kinder im Bedarfsfall begleiten

dürfen. Diese Möglichkeit grundsätzlich

nur für Kinder im Vorschulalter vorzusehen,

halte ich für zu strikt. Deswegen begrüße

ich es sehr, dass die Rentenversicherung

das Alter der Kinder, die regelhaft begleitet

werden dürfen, nunmehr auf das vollendete

achte Lebensjahr angehoben hat. Für

schwerere Erkrankungen gibt es weitreichendere

Regelungen. Insgesamt plädiere

ich dafür, von dem Ermessen im Einzelfall

zugunsten der Kinder großzügig Gebrauch

zu machen.

Bedarfsgerechte Angebote schaffen

Wir müssen auch darüber nachdenken,

ob wir mit unseren Angeboten tatsächlich

den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen

entsprechen. Die Einrichtungen der

Kinder- und Jugendrehabilitation sind im

Jahresdurchschnitt nicht so stark belegt

wie die anderen Kliniken in der Trägerschaft

der Deutschen Rentenversicherung. Andererseits

reichen die Reha-Plätze in den

Schulferien beinahe nicht aus. Mehr ambulante

Reha-Angebote könnten und müssten

hier eine Lösung sein für die Kinder und

Jugendlichen, die während der Rehabilitation

in ihrem familiären und sozialen Umfeld

bleiben wollen oder deren Eltern das

wünschen. Für viele Eltern ist es zudem kein

gangbarer Weg, ihre Kinder aus der Schule

zu nehmen. Ist aber eine stationäre Rehabilitation

medizinisch erforderlich, dann ist

es für Ärzte, Eltern und für die Kinder und

Jugendlichen gut zu wissen, dass die stationären

Einrichtungen einen guten Schulunterricht

gewährleisten. Insofern sind die

Ängste, dass die Kinder und Jugendlichen

in den schulischen Leistungen zurückfallen,

in der Regel unbegründet.

Zusammenarbeit zwischen Trägern

muss funktionieren

Kinder und Jugendliche brauchen schnell

Hilfen. Sie brauchen passgenaue Hilfen, die

auch die sozialen Rahmenbedingungen

einbeziehen. Die Weichen, die wir für diese

Kinder stellen, prägen sie ein Leben lang.

Sie entscheiden über ihre weitere Gesundheit

und damit auch über ihre berufliche

Zukunft. Deswegen darf es für die Kinder

und Jugendlichen und ihre Eltern keine

Schwierigkeiten oder Reibungsverluste wegen

der parallelen Zuständigkeit von Krankenkassen

und Rentenversicherung geben.

Im Klartext: Die Kinder und ihre Eltern dürfen

nicht hin und her geschoben werden.

Auch muss die Zusammenarbeit zwischen

beiden Reha-Trägern dort, wo sie erforderlich

und geboten ist, gut funktionieren. Das

gilt auch für die Reha-Nachsorge, denn wir

müssen ein Interesse daran haben, dass

die Reha-Erfolge nachhaltig sind. Ich würde

über die Rehabilitation von Kindern und

Jugendlichen gerne zu einer Vereinbarung

mit dem Bundesgesundheitsministerium

kommen und bin deshalb im Gespräch,

wie man diese Leistungen zielgenauer den

Krankenkassen und der Rentenversicherung

zuordnen kann. Zahlreiche schwierige

Fragen müssen geklärt werden, auch finanzielle.

Diese Fragen möchte ich mit allen

Beteiligten erörtern und ich bin zuversichtlich,

dass wir gemeinsam zu einer guten

Lösung kommen werden.

Service

Informationen zur Kinder- und Jugendrehabilitation

gibt es auf dem

Internetportal des Bundesministeriums

für Arbeit und Soziales »www.

einfach-teilhaben.de«. Sie sind dort

sowohl in der Rubrik Gesundheit und

Pflege als auch in der Rubrik Kindheit

und Familie eingestellt.


schwerpunkt

Positionspapier

Hürden zur Kinderrehabilitation abbauen

von Eckart Behr, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft

Kinder- und Jugendrehabilitation e.V., und

Dr. Tomas Steffens, Diakonie Deutschland

Sieben Forderungen für die Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen

Unbestritten ist die Rehabilitation von Kindern

und Jugendlichen ein wichtiger Baustein

in der gesundheitlichen Versorgung

und Teilhabesicherung junger chronisch

kranker Menschen. Zuletzt hat das Positionspapier

der gesetzlichen Rentenversicherung

zur Rehabilitation von Kindern und

Jugendlichen dies überzeugend betont.

Dennoch befindet sich das System in einer

schwierigen Situation. Symptomatisch

hierfür ist die rückgängige Antragsentwicklung

bei gleichzeitig hohen Belegungsrückgängen

in den Kliniken. Diese Zahlen sind

unserer Auffassung nach auch Symptom

in dem Sinne, dass gefragt werden muss,

ob alle Kinder und Jugendlichen wirklich

eine Chance haben, bei Bedarf Reha-Leistungen

zu erhalten. Einige Barrieren wollen

wir nennen:

1. Wir sind der Auffassung, dass eine

rehabilitationswissenschaftliche und

gesundheitspolitische Verständigung

darüber stattfinden muss, welche Kinder

und Jugendlichen bislang keine oder

kaum Rehabilitationschancen haben

und wie der Zugang insbesondere dieser

Bevölkerungsgruppen zur Rehabilitation

erleichtert werden kann.

2. Auf der Ebene der BAR haben sich die

Reha-Träger in Umsetzung des SGB IX

auf eine Gemeinsame Empfehlung zur

frühzeitigen Bedarfserkennung verständigt.

Wir halten es für sinnvoll, die

Empfehlung für die Gruppe der Kinder

und Jugendlichen zu konkretisieren und

mit einer konkreten Handlungsstrategie

zu verbinden. Dabei kommt der Kooperation

mit der Kinder- und Jugendhilfe eine

wichtige Rolle zu. Wir regen eine Informationsstrategie

zur Kinder- und Jugendrehabilitation

von Politik, Reha-Trägern,

Leistungserbringern, Fachgesellschaften

und Wohlfahrtsverbänden an.

3. Eine Hürde für die Inanspruchnahme

der Kinder- und Jugendrehabilitation

Eckart Behr

Dr. Tomas Steffens

stellt das zweistufige Antragsverfahren

der Krankenversicherung dar. Es ist nicht

nur bürokratisch, sondern suggeriert

den Versicherten zudem, dies sei der

(einzige) Weg, bei der Krankenversicherung

Leistungen zur medizinischen

Rehabilitation zu beantragen – entgegen

den Bestimmungen des SGB IX. Es ist

zu gewährleisten, dass alle Kinderärzte

Leistungen zur medizinischen Rehabilitation

(auch zu Lasten der GKV) einleiten

dürfen.

4. Es ist ein trägerübergreifendes, auf die

Bedarfe von Kindern und Jugendlichen

abgestimmtes und ICF-basiertes gemeinsames

Formular der Reha-Träger

für die Beantragung der Kinder- und

Jugendrehabilitation zu entwickeln.

Darin ist für alle Beteiligten am Prozess

der Antragstellung ein hohes Maß an

Verständlichkeit zu gewährleisten.

5. In sozialrechtlicher Hinsicht ist eine Weiterentwicklung

des Rehabilitationsrechts

sinnvoll. Dazu gehören neben der Modifizierung

des Reha-Budgets insbesondere

folgende Problemfelder:

a) Im Rentenversicherungsrecht können

Irritationen dadurch vermieden werden,

dass der Rechtsanspruch auf Leistungen

zur medizinischen Rehabilitation von

Kindern und Jugendlichen deutlicher als

»Pflichtleistung« formuliert wird.

b) Im Bereich der Krankenversicherung ist

das im § 40 SGB V formulierte »gestufte

Verfahren« zu modifizieren. Eine stationäre

Rehabilitationsmaßnahme ist immer

in einen Gesamtbehandlungsprozess

eingebettet, der sich einem fachlich fragwürdigen

sequenziellen Krankheitsverständnis

entzieht. Die Nachrangigkeit der

medizinischen Rehabilitation gegenüber

Akutleistungen ist deshalb zu relativieren.

6. Die neu eingeführten Behandlungszeitkorridore

der Deutschen Rentenversicherung

sind gemeinsam mit den Leistungserbringern

im Blick auf ihre Wirksamkeit

zu evaluieren.

7. Die Kinder- und Jugendrehabilitation

muss stärker als bislang in die regionalen

Netzwerke für Kindergesundheit eingebettet

werden. Aus der Sicht der Rehabilitanden

geht es dabei um die Gewährleistung

eines sektorenüberreifenden und

den Rehabilitationserfolg sichernden

Versorgungsprozesses. Die Rehabilitationsträger

sind zur Verwirklichung eines

abgestimmten Versorgungs- bzw. Teilhabemanagements

aufgefordert. Dazu wird

angeregt, dass sich zur Weiterentwicklung

der »Nachsorge« (in Umsetzung

von § 26 Abs. 3 SGB IX) Reha-Träger

und Reha-Leistungserbringer auf eine

dies bezügliche Rahmenvereinbarung

verständigen.

7


schwerpunkt

Porträt

GPOH: Einsatz für die Onkologische Reha

von Kindern und Jugendlichen

von Konstantin A. Krauth, Leitender Kinder- und Jugendarzt Kinderhämatologie und Onkologie,

Klinik Bad Oexen, und Dr. med. Thomas Mandel, Facharzt f. Kinder- u. Jugendmedizin

und Geschäftsführer der GPOH e.V. und gGmbH

8

In der Gesellschaft für Pädiatrische

Onkologie und Hämatologie

(GPOH) arbeiten u. a. Ärzte,

Wissenschaftler, Pflegende

und Psychologen zusammen

an der Erforschung, Diagnose,

Behandlung und Nachsorge von

bösartigen Erkrankungen und

Blutkrankheiten bei Kindern und

Jugendlichen.

Die Aufgaben der GPOH sind vielfältig; sie

lassen sich in die Aufgaben der unmittelbaren

Behandlung der Patientinnen und

Patienten, der Erforschung der Erkrankungen,

der Fort- und Weiterbildung und in

die Kooperation mit anderen Fachgesellschaften

differenzieren:

• Erforschung, Diagnostik und Therapie

von Tumoren, malignen und benignen

Blutkrankheiten des Kindes- und

Jugendalters,

• Verbesserung des ganzheitlichen und

multiprofessionellen Versorgungskonzeptes

und der dafür erforderlichen

Strukturen und Rahmenbedingungen in

Diagnostik, Therapie, psychosozialer Betreuung,

Rehabilitation, Nachsorge und

Palliativversorgung,

• Förderung der ärztlichen Weiterbildung

(Schwerpunktbezeichnung: Kinder-

Hämatologie und -Onkologie) und die

Förderung der kontinuierlichen Fort- und

Weiterbildung aller weiteren in der Pädiatrischen

Onkologie und Hämatologie

tätigen Berufsgruppen,

• Kooperation mit nationalen und internationalen

Fachgesellschaften der

Hämatologie und Onkologie (inklusive

der chirurgischen, pathologischen, radiologischen

und radioonkologischen

Dr. med. Thomas Mandel

Konstantin A. Krauth

Fachgesellschaften) und anderen

kinder- und jugendmedizinischen Fachgesellschaften

und Verbänden sowie mit

den fachspezifischen Selbsthilfegruppen

und Patientenvertretungen,

• Durchführung nationaler und internationaler

Studien zur Diagnostik und

Therapie von hämatologischen und

onkologischen Erkrankungen im Kindesund

Jugendalter.

Die GPOH führt jährlich zwei wissenschaftliche

Halbjahrestagungen zur Förderung

der kontinuierlichen Fort- und Weiterbildung

aller in der Pädiatrischen Onkologie

und Hämatologie tätigen Berufsgruppen

durch. In der Regel finden diese in Berlin

(Mai) und Frankfurt (November) statt. Seit

Oktober 2011 sind die Geschäftsstelle der

GPOH e.V. und die im Mai dieses Jahres

gegründete GPOH gemeinnützige GmbH in

Berlin ansässig.

Eigene Reha-AG gegründet

Die Rehabilitation von ehemals oder noch

an Krebs erkrankten Kindern und Jugendlichen

ist für die GPOH ein besonderes

Anliegen. So wurde 2011 von den leitenden

Ärzten der Rehabilitationskliniken Bad

Oexen, Bad Oeynhausen, Katharinenhöhe,

Tannheim und der Syltklinik eine Arbeitsgemeinschaft

für diese Thematik gegründet:

AG Rehabilitation in der Pädiatrischen

Onkologie und Hämatologie (REPOH). Ziele

dieser AG sind die Sicherung der Qualität

in der Rehabilitation von onkologisch

und hämatologisch erkrankten Kindern

und Jugendlichen und ihren Familien, die

Evaluation und die Fortentwicklung der

Rehabilitation.

FOR seit 27 Jahren

Für die erfolgreiche Rehabilitation krebskranker

Kinder ist die Mitaufnahme und

Einbeziehung der gesamten Familie in den

Rehabilitationsprozess von essenzieller

Bedeutung. Hier hat sich die sogenannte

Familienorientierte Rehabilitation (FOR) als

geeignete Form erwiesen. Diese wird seit

27 Jahren in wenigen spezialisierten, von

der GPOH empfohlenen Rehabilitationseinrichtungen

unter kinderonkologischer

Leitung durchgeführt. Die Reha-Leistungen

für die mit betreuten Familienangehörigen

zielen darauf ab, die Rehabilitationsziele für

das kranke Kind zu erreichen und den medizinischen

Behandlungserfolg nachhaltig

zu sichern. Die Unterstützung sowohl des

Familiensystems als auch der einzelnen

Familienmitglieder trägt – nach oft langer

Trennung während der akut-medizinischen

Therapie – zum Wiedererleben von Normalitätserfahrungen

sowohl für das erkrankte

Kind als auch für seine Geschwister, die

Eltern und die Familie als Ganzes bei. Durch

diese Form der Rehabilitation kommt es

u. a. zur Förderung der Reha-Bereitschaft,


schwerpunkt

zur Förderung der Akzeptanz therapeutischer

Maßnahmen und zur Bewältigung

und Umsetzung von Veränderungen der Lebensgestaltung,

die durch die Erkrankung

des Kindes notwendig wurden. Die FOR

dient so nicht nur der somatischen, sondern

auch der emotionalen, seelischen und

sozialen Rehabilitation. Jugendliche werden

i. d. R. ab dem vollendeten 15. Lebensjahr

innerhalb ihrer Peer-Group nach speziellen

Reha-Konzepten für Jugendliche in

gesonderten Gruppen rehabilitiert. Sie profitieren

vom Austausch mit Altersgleichen

und der Konzentration auf alterstypisch

relevante Interessen und Fragen (Pubertät,

Partnerschaft, Schule, Ausbildung, Beruf).

In einzelnen Einrichtungen werden äquivalent

hierzu auch gesonderte Maßnahmen

für junge Erwachsene im Alter von 18 bis

30 Jahren angeboten, die sich besonders

mit den in dieser Lebensphase relevanten

Fragen beschäftigen (Ausbildung, Studium,

Beruf, Beziehung, Familie).

Zusammenfassend ist die Rehabilitation

onkologisch bzw. hämatologisch erkrankter

Kinder und ihrer Familien, Jugendlichen

und jungen Erwachsenen Teil des Gesamtbehandlungskonzeptes

und leistet innerhalb

der Behandlungskette bzw. innerhalb

des Behandlungs- und Versorgungsnetzes

einen wesentlichen Beitrag zur Rückkehr in

ein möglichst normales Leben.

Service

Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie

und Hämatologie (GPOH)

Vorsitzende: Professor Dr.

Angelika Eggert, Essen

Geschäftsführung: Dr. med.

Thomas Mandel, Berlin

Weitere Informationen finden Sie

auf der Website: www.gpoh.de

Jetzt Mitglied werden!

Gemeinsam stark für die medizinische Rehabilitation

Die DEGEMED ist ein Spitzenverband

der medizinischen Rehabilitation in

Deutschland. Ihre Mitglieder sind Anbieter

der medizinischen Qualitäts-Rehabilitation

in stationären und ambulanten

Kliniken und Einrichtungen. Die DEGE-

MED hat 1997 auf Basis ihrer Qualitätsgrundsätze

und der DIN EN ISO 9001

ein eigenständiges Zertifizierungsverfahren

für stationäre und ambulante

Rehabilitationseinrichtungen entwickelt.

Es wurde auf die Anforderungen DIN EN

ISO 9001:2008 hin abgestimmt, weiter

optimiert und ist nach § 20 Abs. 2a SGB

IX von der Bundesarbeitsgemeinschaft

für Rehabilitation (BAR) anerkannt.

Die DEGEMED ist als Verband eine

starke Stimme für alle Einrichtungen

der Qualitäts-Rehabilitation und für eine

reha-vernetzte Gesundheitssicherung.

Gestalten Sie jetzt aktiv die Entwicklung

der Qualitäts-Rehabilitation mit

und werden Sie aktives oder förderndes

Mitglied in der DEGEMED!

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Ich möchte ordentliches oder förderndes Mitglied in der degemed werden.

Bitte rufen Sie mich an.

Nehmen Sie mich bitte in den Verteiler für die Veranstaltungen der

Degemed und Ihren Newsletter auf.

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Bitte kopieren und faxen an

030 284496-70 oder

per Mail anmelden:

degemed@degemed.de

Datum/Unterschrift

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qm/reha-budget

BAR-Verfahren

Internes QM: DEGEMED ist Marktführer

10

Nach dem Auslaufen der Übergangsfrist

zum 30.9. zeigt

sich: Die meisten Reha-Einrichtungen

haben sich für das interne

Qualitätsmanagement nach

DEGEMED® entschieden.

Frankfurt a.M./Berlin. Nach einer Auswertung

der BAR vom Oktober 2012 verwenden

bereits 233 Reha-Einrichtungen

das QM-System der DEGEMED. Weitere 57

haben das gemeinsame Verfahren von DE-

GEMED und Fachverband Sucht (FVS) eingeführt.

Das interne QM nach DEGEMED®

ist seit 1997 am Markt. Seine Basierung

auf der DIN ISO gewährleistet eine hohe

Prozessorientierung. Das QM liegt aktuell

in der Version 5.0 vor und wird ständig

weiterentwickelt.

QM-Verfahren Oktober 2012 (n = 1.208, Quelle: BAR)

250

200

150

100

50

0

233

DEGEMED

200

QMS-Reha

186

DEGEMED-Qualitätskongress 2013

Zahlreiche Reha-Einrichtungen haben in

den letzten 24 Monaten das QM-System

der DEGEMED neu eingeführt. Um ihnen

den Einstieg in die Routineanwendung zu

erleichtern, veranstaltet die DEGEMED am

10.10.2013 einen praxisorientierten Qualitätskongress.

Neben der neuen gesundheitsspezifischen

ISO EN 15224 wird auch

die Nutzung der Ergebnisse der externen

Qualitätssicherung (QS-Reha der GKV, externe

QS der DRV) auf der Agenda stehen.

Reha-Träger: Kündigungen

bleiben aus – vorerst

Obwohl alle Einrichtungen ohne zertifiziertes

internes QM nach dem Auslaufen

der dreijährigen Übergangsfrist als ungeeignet

gelten, belegen die Reha-Träger

diese Einrichtungen weiter. Dies wird damit

begründet, dass nicht in allen Fällen die

notwendige Zertifizierung auch vor dem Ende

der Übergangsfrist hätte abgeschlossen

werden können. Die Bundesarbeitsgemeinschaft

für Rehabilitation e.V. (BAR) hat auf

ihrer Homepage eine Liste der betroffenen

Einrichtungen veröffentlicht, die auf Antrag

IQMP

Reha-Einrichtungen

103 100

deQus

KTQ

DEGEMED/FVS

57 54 43

systemQM

Qualitätssiegel Geriatrie

232

Sonstige

die Zertifizierung noch bis zum 30.6.2013

nachholen können. Es bleibt offen, ob die

Reha-Träger nach Ende dieser Nachfrist

dann tatsächlich die Belegung nichtzertifizierter

Einrichtungen einstellen und

Belegungsverträge kündigen.

Service

Über alle Aktualisierungen des

Auditleitfadens für das interne QM

nach DEGEMED® informiert die

Homepage der DEGEMED

www.degemed.de

Finanzierung

Bringt die Lebensleistungsrente die Anhebung des Reha-Budgets?

Nach der Einigung des Koalitionsgipfels

am 4. November auf

die Einführung einer steuerfinanzierten

Lebensleistungsrente

scheint der Weg frei für die Anhebung

des Reha-Budgets.

Berlin. Bundesministerin von der Leyen

begrüßte die Einigung. Für sie sei die

vereinbarte Lebensleistungsrente ihre

Zuschussrente unter neuem Namen. Der

Sozialbeirat kritisiert dagegen in seinem

am 30.11. veröffentlichten Gutachten zum

Rentenversicherungs- und Alterssicherungsbericht

der Bundesregierung im Jahr

2012 das Vorhaben heftig. Der Sozialbeirat

bemängelt insbesondere die Vermischung

steuerfinanzierter Fürsorge- und beitragsfinanzierter

Rentenleistungen und betont,

die Bekämpfung der Altersarmut sei eine

gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Inzwischen

wird die Zeit für die beabsichtigte

Anhebung ab Mitte 2013 immer knapper.

Ob von der Leyen noch in diesem Jahr

einen Referentenentwurf auf der Basis der

Beschlüsse des Koalitionsgipfels vorlegen

kann, ist noch unklar.

Service

Das Gutachten des Sozialbeirats

steht unter www.sozialbeirat.de zum

Download zur Verfügung.

Die DEGEMED tritt weiterhin mit ihrer

Kampagne »Eine Milliarde MEHR!«

für eine deutliche und nachhaltige

Anhebung des Reha-Budgets schon

ab 2013 ein.

Eine

Milliarde

MEHR!

www.eine-milliarde-mehr.de


Nachgefragt

meinung

UN-Konvention und RehaFutur sind Themen der Zukunft

Interview mit Dr. Helga Seel, Geschäftsführerin der

Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e.V. (BAR)

Seit dem 1. August 2012 ist Dr.

Helga Seel Geschäftsführerin

der BAR und Nachfolgerin von

Bernd Petri. Mit der Arbeit der

BAR ist sie schon lange vertraut.

Lange Jahre leitete die promovierte

Philologin das Integrationsamt

Köln und war Vorsitzende

der Bundesarbeitsgemeinschaft

der Integrationsämter

und Hauptfürsorgestellen (BIH).

Dr. Helga Seel

DEGEMED-News: Die BAR beeinflusst die

Rehabilitation in vielfältiger Weise, etwa

durch die Gemeinsamen Empfehlungen

nach § 13 SGB IX. In welche Richtung wird

sich die BAR in den nächsten Jahren weiter

entwickeln?

Dr. Helga Seel: Die BAR greift aktuelle

Entwicklungen auf und bereitet ein Forum

für die Diskussion und die Erarbeitung von

Lösungsansätzen mit ihren Mitgliedern. Rehabilitation

ist nicht statisch – vielmehr erfordern

die sich verändernden Rahmenbedingungen

von den Rehabilitationsträgern

und auch den Leistungserbringern immer

wieder Wandel, Neuausrichtung, Veränderung

im Denken und Handeln. Angesichts

der gesellschaftlichen Entwicklung wächst

die Bedeutung von Rehabilitation. Die UN-

Behindertenrechtskonvention gibt dabei

die Richtung vor: hin zu einer personenzentrierten

Teilhabeleistung, die individuelle

Bedarfe stärker berücksichtigt und das

Selbstbestimmungsrecht der Menschen

mit Behinderung achtet.

Diese Ansätze bedingen eine von den

Belangen des Menschen mit Behinderung

ausgehende und trägerübergreifende

Herangehensweise. In diesem Zusammenhang

sind die Gemeinsamen Empfehlungen

zu sehen. Damit eine Gemeinsame

Empfehlung Wirkung entfaltet, ist eine

»Weiterverarbeitung« notwendig, etwa in

Form einer dann wiederum trägerspezifischen

Handlungshilfe für die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter vor Ort. Und hierbei

ist dann wiederum wichtig, dass im gegliederten

System der Rehabilitation trägerspezifische

Interessen und vorhandene Strukturen

nicht alleine bestimmend sind für die

Planung von Leistungen zur Teilhabe, sondern

dass sich die trägerübergreifenden

Ausprägungen ebenso wiederfinden. Hier

setzen der Auftrag und die zentralen Handlungsfelder

der BAR an: Für ihre Mitglieder

schafft sie im weitesten Sinne Grundlagen

für die Umsetzung von trägerübergreifender

Koordination und Kooperation.

DEGEMED-News: Welche konkreten Projekte

gehen Sie als Erstes an?

Dr. Helga Seel: Maßgeblich für die Planung

des Orientierungsrahmens der BAR für die

Jahre 2013 bis 2015 sind die Umsetzung

der UN-Behindertenrechtskonvention

und auch die Ergebnisse des RehaFutur-

Prozesses und ebenso die die gesellschaftliche

Entwicklung bestimmenden Faktoren.

Angesichts der Aktualität von Themen

wie dem demografischen Wandel, der

Erhöhung des Renteneintrittsalters oder

auch der Entwicklungen im Bereich psychischer

Erkrankungen wird sich die BAR

unter anderem mit trägerübergreifenden

Fragestellungen im Zusammenhang mit

dem Erhalt von Beschäftigungsfähigkeit

befassen. Denn auch aus Unternehmenssicht

geben die Entwicklungen ausreichend

Anlass, in die Gesundheit der Arbeitnehmerinnen

und Arbeitnehmer zu investieren.

Hier hängen Prävention und Rehabilitation

eng zusammen und frühzeitiges Anpacken

erzeugt positive Effekte in unterschiedliche

Richtungen.

DEGEMED-News: Was ist aus Ihrer Sicht aktuell

das größte Problem der Rehabilitation

in Deutschland? Und was schlagen Sie zur

Lösung vor?

Dr. Helga Seel: Wir verfügen bereits über

ein breit angelegtes Leistungsspektrum,

um den unterschiedlichen Bedarfen behinderter

Menschen Rechnung zu tragen.

Was deren Nutzung angeht, werden Fragen

von Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der

Leistungen vor dem Hintergrund begrenzter

Personalkapazitäten und endlicher Finanzmittel

bei den einzelnen Leistungsträgern

immer wichtiger.

Wenn man Rehabilitation als ganzheitlichen

Prozess gestalten will, setzt dies

ganzheitliches, prozessgesteuertes Denken

und Handeln voraus. Unser Sozialleistungssystem

bietet hierzu ausreichende Möglichkeiten.

Die BAR nimmt in diesem System

von Reha und Teilhabe wichtige Rollen für

ihre Mitglieder ein: Als Partner, als Berater,

als Dienstleister ist es ihre Verpflichtung,

Grundlagen zu schaffen und weiter auszugestalten,

um die Forderungen an die

Rehabilitation einerseits umzusetzen und

andererseits die Ansprüche der Rehabilitationsträger

an sich selbst im trägerübergreifenden

Kontext zu erfüllen.

BAR (Bundesarbeitsgemeinschaft

für Rehabilitation e.V.)

Gründung: 1967

Sitz:

Frankfurt am Main

Mitglieder: 32 (Kassenverbände, DRV,

bA, DGUV, Bundesländer,

bDA, DGB, BIH, BAGüS, KBV

Aufgaben: Reha-Trägerübergreifende

Koordination, Vorbereitung

Gemeinsamer Empfehlungen

und Rahmenvereinbarungen,

Statistik,

Projekte

Info:

www.bar-frankfurt.de

11


initiativen

Transkulturelle Rehabilitation

Millionen Migranten fordern die

medizinische Rehabilitation heraus

12

In der Bundesrepublik Deutschland

leben etwa 16 Millionen

Menschen mit Migrationshintergrund.

Das sind rund 19 Prozent

der Bevölkerung. Neuere Studien

zeigen, dass sie gegenüber der

Bevölkerungsmehrheit deutlich

weniger Leistungen zur medizinischen

Rehabilitation in

Anspruch nehmen und ungünstigere

Erfolge in der Rehabilitation

erzielen. Die DEGEMED

macht das Problem zum Thema

einer Satellitenveranstaltung des

Reha-Kolloquiums vom 4. bis 6.

März 2013 in Mainz.

Berlin. Die Zahlen sprechen für sich:

Insgesamt rund 16 Millionen Menschen

mit einem Migrationshintergrund leben in

Deutschland, davon ca. 9 Millionen deutsche

und ca. 7 Millionen nicht deutsche

Staatsbürger. Zusammen sind das etwa

19 Prozent der Bevölkerung. Die beiden

größten Gruppen sind 3,2 Millionen (Spät-)

Aussiedler und etwa 2,5 Millionen Menschen

mit türkischem Migrationshintergrund,

darunter 1 Million in Deutschland

Geborener und Aufgewachsener. Neuere

Studien zeigen, dass sie alle gegenüber der

Bevölkerungsmehrheit eine statistisch signifikant

geringere Inanspruchnahme von

Leistungen zur medizinischen Rehabilitation

aufweisen sowie ungünstigere Erfolge

in der Rehabilitation erzielen. Reha-Kliniken,

die sich auf die Behandlung von Menschen

mit Migrationshintergrund spezialisiert

haben, sind Mangelware. Dringender Handlungsbedarf

ist angezeigt.

Vielfältige Herausforderung

Die Zugangs- und Wirksamkeitsbarrieren

dieser potenziellen Rehabilitandengruppen

fordern die medizinische Rehabilitation

An der Rhein-Haardt-Klinik der RHM Klinikgruppe ist transkulturelle Rehabilitation bereits

seit Jahren Alltag.

heraus – und das nicht nur wegen der hohen

Patientenzahl, sondern insbesondere

aufgrund der Vielfalt der beeinflussenden

Faktoren. Sie reichen von zumeist schlechteren

gesundheitsrelevanten Expositionen

durch überdurchschnittlich belastende

Einflüsse in der Arbeitswelt, über die unterschiedlichen

kulturellen Prägungen bzw.

Vorprägungen bis hin zur mangelnden

Sprachkompetenz. Gerade letztere ist in

der Rehabilitation wegen überwiegend

sprachbasierter Diagnose-, Therapie-,

Behandlungs- und Schulungsangebote

(»sprechende Medizin«) der wichtigste

Einflussfaktor für den Zugang zu und für

den Erfolg von Rehabilitationsleistungen

dieser Rehabilitandengruppe. Um Sprachproblemen

sowie kulturspezifischen

Unterschieden (Krankheitsverständnis,

-bewältigung und Schmerzempfinden) in

einer in sich heterogenen Rehabilitandengruppe

professionell überhaupt mit guter

Versorgungsqualität begegnen zu können,

werden den Einrichtungen in Studien eine

Organisationsentwicklung im Sinne eines

kultursensiblen Diversity Managements

und muttersprachliche wie auch zugehende

Informations-, Beratungs- und auch

Behandlungsangebote empfohlen.

Satellitenveranstaltung stellt

gute Beispiele vor

Gute Beispiele für eine funktionierende

»transkulturelle Rehabilitation« sind selten,

aber es gibt sie. Das zeigt die Rhein-

Haardt-Klinik der RHM Klinikgruppe in Bad

Dürkheim (ein DEGEMED-Mitglied), die sich

auf die psychotherapeutische und psychosomatische

Rehabilitation abhängigkeitskranker

Erwachsener spezialisiert hat. Die

Klinik bietet unter anderem eine muttersprachliche

Psychotherapie in türkischer,

russischer, polnischer sowie griechischer

und kroatischer Sprache an. Zudem wurde

eine Fachabteilung für türkische Migranten

mit psychosomatischen Erkrankungen

geschaffen, deren Konzept auf den jahrelangen

positiven Erfahrungen mit dem

bundesweit anerkannten transkulturellen

Behandlungsangebot basiert. Migranten

aus anderen Kulturkreisen erhalten eine

kultursensible Rehabilitationsbehandlung,

die Ausgrenzung und Stigmatisierung ver

indern soll.

Service

Ausführlich vorgestellt wird dieses

Praxisbeispiel bei einer Satellitenveranstaltung

der DEGEMED im Rahmen

des 22. Rehabilitationswissenschaftlichen

Kolloquiums vom 4. bis 6. März

2013 in Mainz. Die Veranstaltung

stellt aktuelle wissenschaftliche

Studien vor und zeigt darüber hinaus

erste Lösungsansätze für eine bedarfsgerechte

Gestaltung der Rehabilitation.

Details zur Veranstaltung

finden Sie unter www.degemed.de


echt

Internet

Neues aus dem Diskussionsforum

Rehabilitations- und Teilhaberecht

Auch in dieser Ausgabe der DEGEMED-

News möchten wir Sie auf das Diskussionsforum

Rehabilitations- und Teilhaberecht

aufmerksam machen und Sie darüber informieren,

zu welchen Themen im vergangenen

Monat Beiträge auf der Website www.

reha-recht.de veröffentlicht wurden und

welche neuen Inhalte Sie in der Infothek des

Diskussionsforums finden.

Einzelforen

Diana Ramm, Manuela Willig und Professor

Felix Welti von der Universität Kassel erläutern

in Forum A, warum nach ihrer Ansicht

die Gesetzliche Rentenversicherung ihre

Leistungen zur Kinderrehabilitation nicht

davon abhängig machen darf, dass die

Rehabilitationsmaßnahme einen positiven

Einfluss auf die spätere Erwerbsfähigkeit

des Kindes hat (Beitrag A26-2012). Maren

Giese von der Universität Bremen geht in

Forum A der Frage nach, wann der Sozialhilfeträger

eine Persönliche Assistenz für ein

an Diabetes erkranktes Kind zum Besuch

einer Kindertagesstätte zu finanzieren hat.

In den Beiträgen A23-2012 und D16-2012

setzt sich Daniel Hlava (Universität Kassel)

mit den verbandlichen Klagerechten auseinander.

Des Weiteren berichten in Forum D

Dr. Katrin Grüber, Dr. Friedrich Mehrhoff und

Dr. Annekatrin Wetzstein von der Erarbeitung

eines Aktionsplans zur Umsetzung der

UN-Behindertenrechtskonvention bei der

Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung

(DGUV) (Beitrag D17-2012).

Infothek

Neu in den Veranstaltungskalender aufgenommen

wurde u. a. das 22. Rehabilitationswissenschaftliche

Kolloquium. Das 22.

Reha-Kolloquium findet vom 4. bis 6. März

2013 in Mainz statt und steht unter dem

Motto »Teilhabe 2.0 – Reha neu denken?«

Die Deutsche Rentenversicherung Bund

veranstaltet das Kolloquium gemeinsam

mit der Deutschen Rentenversicherung

Rheinland-Pfalz und der Deutschen

Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften

(DGRW). Weiterhin finden Sie in

der Infothek das Grundlagenpapier zu den

Überlegungen der Arbeitsgruppe »Weiterentwicklung

der Eingliederungshilfe für

Menschen mit Behinderungen« der Arbeitsund

Sozialministerkonferenz (ASMK). In

dem Papier wurden die im Jahr 2010 von

der ASMK gebilligten »Eckpunkte für die

Reformgesetzgebung Weiterentwicklung

der Eingliederungshilfe für Menschen mit

Behinderungen« näher konkretisiert.

Das Gesetz zur Neuausrichtung der

Pflegeversicherung wurde am 29. Oktober

2012 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.

Die Leistungen der Pflegeversicherung werden

mit Beginn des Jahres 2013 auf die besonderen

Bedürfnisse der Demenzkranken

hin ausgeweitet. Das ambulante Leistungsangebot,

das bisher Grundpflege und

hauswirtschaftliche Versorgung umfasst,

wird um Betreuungsleistungen für Demenzerkrankte

erweitert. Zugleich bekommen

Demenzkranke in der ambulanten Versorgung

höhere Leistungen als bisher.

Zuvor hat das Pflege-Neuausrichtungs-

Gesetz am 21. September 2012 den Bundesrat

passiert. Damit ist der Bundesrat

nicht den Empfehlungen des Gesundheitsausschusses

gefolgt, einen Vermittlungsausschuss

einzuberufen, um das Gesetz

noch einmal grundlegend zu überarbeiten.

Sie finden sowohl die Empfehlungen des

Gesundheitsausschusses des Bundesrats

als auch das Gesetz zur Neuausrichtung

der Pflegeversicherung in der Infothek.

Aufgrund des Nationalen Aktionsplans

haben sich verschiedene Länder dazu entschlossen,

für ihren Zuständigkeitsbereich

ebenfalls Aktionspläne zur Umsetzung der

UN-BRK zu erstellen. Die verschiedenen Aktionspläne

der Länder sowie Aktionspläne

von Institutionen, Verbänden, Wirtschaftsunternehmen

und Städten sind in die Infothek

eingestellt.

DVSG-Fachtagung

»Rehabilitation 2013«

Leipzig. Die DVSG führt in Kooperation

mit der Deutschen Rentenversicherung

Mitteldeutschland und der DEGEMED am

7. Februar 2013 in Leipzig die Fachtagung

»Rehabilitation 2013: Perspektiven

und eine neue Ausrichtung für eine zukunftsfähige

Rehabilitation« durch.

Im Mittelpunkt stehen die demografische

Entwicklung und Veränderungen

in der Berufswelt mit ihren Auswirkungen

auf die Rehabilitation und die soziale

Arbeit in der Rehabilitation. Die Tagung

im Berufsförderungswerk Leipzig richtet

sich an Sozialarbeiter und Rehafachberater

im Gesundheitswesen.

Service

Die Anmeldung erfolgt nur im Onlineverfahren

auf der Homepage der

DVSG unter www.dvsg.org. Dort

finden sich auch weitere Informationen

zur Tagung sowie das Programm.

Deutsche Vereinigung für Soziale

Arbeit im Gesundheitswesen e.V.

Bundesgeschäftsstelle

Haus der Gesundheitsberufe

Alt-Moabit 91, 10559 Berlin

Tel.: 030 394064540

Tagungsort:

Berufsförderungswerk Leipzig

Georg-Schumann-Straße 148

04159 Leipzig

13


veranstaltungen

14

Fachtagung

Reha-Rechtstag erörtert Landesschiedsstellen

Die Schaffung der Landesschiedsstellen

sowie die Auswirkungen

der Pflegereform und

weiterer Gesetzesänderungen

auf die Rehabilitation standen

im Mittelpunkt des 6. Deutschen

Reha-Rechtstags.

Kassel. Etwa sechzig Teilnehmer aus Anwaltschaft,

Justiz und Sozialverwaltung

diskutierten auf der gemeinsamen Veranstaltung

von Deutscher Anwaltsakademie

(DAA), Deutscher Vereinigung für Rehabilitation

(DVfR) und DEGEMED unter wissenschaftlicher

Leitung von Prof. Dr. Felix Welti.

Der Präsident des Bundessozialgerichts

(BSG) Peter Masuch eröffnete den Rechtstag

mit einem Überblick über die Entwicklung

der Rechtssprechung im Recht

der Rehabilitation und Teilhabe. Erneut

sei die Weiterleitung nach § 14 SGB IX

Gegenstand sozialgerichtlicher Entscheidungen

gewesen. RAin Manuela Paulsen

untersuchte in ihrem anschließenden

Vortrag mit den rechtlichen Möglichkeiten

für Suchtrehabilitation für Strafgefangene

eine hochrelevante Fragestellung, die in

der Praxis von Strafverteidigern erhebliche

Unsicherheiten und Probleme hervorruft.

Der thematische Schwerpunkt des Vormittags

lag bei der Vergütungsfindung

und Preisverhandlung durch die neuen

Landesschiedsstellen nach § 111 b SGB

V. Die Bildung der Landesschiedsstellen

verlaufe sehr unterschiedlich, bemerkte

RA Dirk van den Heuvel (Berlin) und gab

einen Überblick über die Aktivitäten in den

einzelnen Bundesländern (Grafik). RA Dr.

Andreas Penner warf die Frage nach dem

materiellen Prüfungsmaßstab der Schiedsstellen

auf. Robert Nicholls (Hannover)

berichtete am Beispiel Niedersachsen über

den Ablauf der Verhandlungen zwischen

Kassenverbänden und Leistungserbringern.

MinR Markus Algermissen erläuterte

anschließend für das Bundesgesundheitsministeriums

(BMG) die Auswirkungen der

Pflegereform und des Patientenrechtegesetzes

auf die Rehabilitation. Am Nachmittag

diskutierten die Teilnehmer in zwei

Der Präsident des Bundessozialgerichts

(BSG) Peter Masuch eröffnete den Reha-

Rechtstag.

unterschiedlichen Workshops über Reha

für pflegende Angehörige und über das

Thema Bedarfsfeststellung. Der Rechtstag

schloss mit einem Überblick von Ass. iur.

Antje Welke über die aktuellen Überlegungen

zur Reform der Eingliederungshilfe

und die möglichen Auswirkungen auf das

Rehabilitationsgeschehen.

Service

Der 7. Reha-Rechtstag findet voraussichtlich

im September 2013

statt. Programm und Anmeldung ab

Mai 2013 unter www.degemed.de

DEGEMED-Tagung

Seminar zum Entlassungsbericht war Publikumsmagnet

Erstellung des

Reha-Entlassungsberichts

Seminar

am 15. Januar 2013

9:30 bis 16:00 Uhr

in der Charité in Berlin

Die Wartezeit hatte am

18.10.2012 ein Ende –

das Seminar zur »Erstellung

des Reha-Entlassungsberichts«

wurde

an diesem Tag erneut

angeboten.

Frankfurt a.M. Die Erwartungen an diesen

Tag waren groß. Was muss beim Verfassen

des Reha-Entlassungsberichts beachtet

werden, wie kann man die damit verbundene

Arbeitszeit effektiv nutzen? Macht

es Sinn, Textbausteine zu verwenden oder

stellen diese die gewünschte Individualität

eines jeden Entlassungsberichts in Frage?

Und wie kann man erreichen, dass der

Entlassungsbrief schon bei der Entlassung

des Rehabilitanden mitgegeben werden

kann und nicht erst Wochen später? Welchen

Nutzen hat der E-Bericht für die Nachbehandler?

Die Teilnehmer bekamen auf all

diese Fragen eine Antwort.

Ausführliche Diskussionen

Das Seminar bot zu Beginn einen Einblick

in die Anforderungen an den E-Bericht, die

von der Deutschen Rentenversicherung

Bund und der Deutschen Gesetzlichen

Unfallversicherung gestellt werden. Die

Teilnehmer bekamen die Möglichkeit ausgiebig

mit deren Vertretern zu diskutieren.

Schade war, dass die Vertretung der Krankenkassen

kurzfristig ausfiel. Allerdings

wird bei dem Wiederholungstermin am

15.01.2013 der Leiter des Fachreferats

Vorsorge und Rehabilitation der Techniker

Krankenkasse diese Aufgabe übernehmen

und die Anforderungen der Krankenkassen

aus der Sicht der Techniker Krankenkasse

darstellen. Auch rechtliche und datenschutzrechtliche

Fragen wurden in diesem

Seminar unter die Lupe genommen und

erörtert. Dr. Hans-Georg Hansen (Richter

am LSG Mainz) und Dirk van den Heuvel

(Rechtsanwalt und Geschäftsführer des

Bundesverbands Geriatrie e.V.) standen

hier Rede und Antwort.

Service

Die DEGEMED ist erfreut, dass dieses

Seminar so positiv aufgenommen

wurde und bietet aufgrund der hohen

Nachfrage am 15. Januar 2013 ein

weiteres Folgeseminar an.

Bitte vormerken: DEGEMED-Seminar

Erstellung des Reha-Entlassungsberichts

am 15.01.2013 in Berlin.

Begrenzte Teilnehmerzahl! Anmeldung

unter www.degemed.de.


kliniken

Neue Mitglieder vorgestellt

Zwei neue Kliniken im Herbst

Je ein Haus der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft und der Krankenversorgung der

Bundesbahnbeamten sind neue Mitglieder der DEGEMED.

Berlin. Zwei neue Mitglieder konnten jetzt

Vorstand und Geschäftsführung der DE-

GEMED begrüßen: die Klinik Königstein der

Krankenversorgung der Bundesbahnbeamten

(KVB) im Taunus und die BG-Klinik für

Berufskrankheiten in Bad Reichenhall.

Die Klinik Königstein der KVB ist eine Fachklinik

für Anschlussheilbehandlung und

Rehabilitation für Herz- und Gefäßerkrankungen

und Orthopädie. Die Klinik grenzt

unmittelbar an ausgedehnte Wald- und

Wiesengebiete mit abwechslungsreicher

Natur und schönen Ausblicken im heilklimatischen

Kurort Königstein. Für die Patienten

stehen 184 Einzelzimmer, modern

und behindertenfreundlich eingerichtet, mit

großen Bädern zur Verfügung. Angefangen

vom Foyer bis zu dem erweiterten Therapiezentrum

mit Schwimmbad, Bäderabteilung

sowie dem neuen Wellness-Bereich

spürt man die wohltuende Atmosphäre des

ehemaligen Grandhotels.

Die BG-Klinik für Berufskrankheiten wurde

vor fast 50 Jahren gegründet. Hochqualifizierte

Beschäftigte, eine moderne medizinisch-technische

Ausstattung und die Bad

Reichenhaller Alpensole ermöglichen eine

optimale gesundheitliche Betreuung. Die

Die Klinik Königstein ist spezialisiert auf Herz- und sowie .

Klinik hat den Auftrag, mit allen geeigneten

Mitteln die durch Berufskrankheiten oder

Arbeitsunfälle verursachten Gesundheitsschäden

zu beseitigen, zu bessern oder

die Folgen zu mildern. In der Klinik sind

die Kompetenzzentren für berufsbedingte

Atemwegs- und Lungenerkrankungen, für

Berufsdermatosen sowie für Psychotraumatologie

angesiedelt. Ein weiterer Schwerpunkt

ist die Prävention berufsbedingter

Hauterkrankungen. Auf 138 Planbetten

kommen 85 Beschäftigte. Träger der Klinik

ist die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft.

Die Klinik für Berufskrankheiten Bad

Reichenhall ist im August 2012 für ihr

Qualitätsmanagement nach den Qualitätsgrundsätzen

der DEGEMED zertifiziert

worden.

Thilo Kruse,

Verwaltungsleiter der

KVB Klinik

» Die stationäre Rehabilitation braucht

eine wirksame Interessenvertretung

gegenüber Politik, Gesetzgebung und

Rehabilitationsträgern. Aus diesem

Grund sind wir Mitglied der DEGEMED

geworden.«

Dr. Wolfgang Raab,

Ärztlicher Direktor

der BG-Klinik

Berufskrankheiten

15

An der BG-Klinik Berufskrankheiten in Bad Reichenhall werden auch Folgen von Arbeitsunfällen

behandelt.

» Das Vertrauen unserer Patienten und

der

sowie die fachliche

Kompetenz unserer Mitarbeiter sind

grundlegend für unsere Arbeit. Das

Qualitätsmanagementsystem zeigt

uns alle Möglichkeiten auf, wie wir die

fachliche Vernetzung unseres Teams

und damit den Erfolg der Klinik auch

zukünftig vorantreiben können.«


termine

Veranstaltungen der DEGEMED

Know-how aus der Praxis für die Praxis

Folgeseminar wegen hoher

Nachfrage »Erstellung des Reha-

Entlassungsberichts« am 15.1.2013

in Berlin

Die Dokumentation von Rehabilitationsverlauf

und -ergebnis ist von zentraler

Bedeutung. Schnell, umfassend und

exakt – so sollen Reha-Einrichtungen die

Entlassungsberichte erstellen und zur Verfügung

stellen. Dabei unterscheiden sich

die Anforderungen, die die Rehaträger an

Entlassungsberichte stellen, teilweise

erheblich. Das eintägige Seminar bietet

Ärzten und anderen leitenden Mitarbeitern

von Reha-Einrichtungen Orientierung und

aktuelle Infos aus erster Hand und ist als

ärztliche Fortbildung anerkannt.

Satellitenveranstaltung der

DEGEMED zum 22. Reha-Kolloquium

am 6.3.2013 in Mainz

»Zugangs- und Wirksamkeitsbarrieren bei

Menschen mit Migrationshintergrund in

der medizinischen Rehabilitation. Herausforderungen

für eine nutzergruppenorientierte

Versorgung«, so lautet das Thema

der degemed-Satellitenveranstaltung auf

dem 22. Rehabilitationswissenschaftlichen

Kolloquium vom 4. bis 6. März 2013

im Congress Centrum Mainz.

Die Veranstaltung macht anhand

aktueller wissenschaftlicher Studien auf

diese Problemlage in der Rehabilitation

aufmerksam, zeigt Lösungsansätze für

eine nutzergruppenorientierte Versorgung

in den Einrichtungen und stellt ein Praxisbeispiel

dar.

Achtung Terminänderung:

Fachtagung »Telemedizin in der

Therapie« am 22.3.2013 in Nürnberg

Veranstalter ist das Deutsche Telemedizin

Zentrum e.V. (DTV e.V.) in Kooperation mit

der DEGEMED.

Service

Weitere Informationen zu den

Seminaren und zur Anmeldung

erhalten Sie bei der Geschäftsstelle

der DEGEMED

Tel.: 030 2844966

E-Mail: degemed@degemed.de

oder im Internet unter

www.degemed.de.

Fachtagung »Fachkräftemangel

in der Rehabilitation« am 25.4.2013

in Berlin

Wachsender Fachkräftebedarf, alternde

Belegschaften und kein Nachwuchs in

Sicht. Die Prognosen für die kommenden

Jahre sehen auch für Rehabilitationseinrichtungen

nicht rosig aus. Doch gibt es

bereits heute gute Handlungsmöglichkeiten,

um den Fachkräftemangel einzudämmen

und sich auf die veränderten

Bedingungen einzustellen. In der Veranstaltung

werden Best-Practice Beispiele

dargestellt und innovative Ideen und

Lösungswege aufgezeigt.

Fachtagung »MBOR – Regional,

Aktivitäten und Besonderheiten

bei den DRV-Regionalträgern« am

13.5.2013 in Kassel

Die Fachtagung informiert über die Vielfalt

in der Ausgestaltung und Umsetzung von

MBOR und stellt entsprechende Aktivitäten

der Regionalträger in der Rentenversicherung

in den Fokus.

Die Fachtagung knüpft an die Auftaktveranstaltung

zu neueren Konzepten in der

beruflich orientierten Rehabilitation vom

17. September 2012 in Kassel an. Sie ist

Teil einer Veranstaltungsreihe zur Begleitung

der MBOR-Umsetzung aus praxisorientierter

Sicht.

Fachtagung »Optimierung von

Verpflegung und Ernährung in der

medizinischen Rehabilitation« am

29.5.2013 in Kassel

Die Veranstaltung informiert über Möglichkeiten

zur Optimierung vollwertiger Verpflegung

in der Rehabilitation nach dem

DGE-Standard und thematisiert neuere

Erkenntnisse der Ernährungsmedizin und

Diätetik in Rehabilitationseinrichtungen.

Sozialmedizinisches Symposium

am 20.6.2013 in Berlin

Die Veranstaltung im Kaiserin Friedrich-

Haus präsentiert aktuelle Entwicklungen

und den Stand der Forschung in der medizinischen

Rehabilitation und Sozialmedizin

für Reha-Ärzte.

Wir wünschen allen

Leserinnen und Lesern ein

frohes Weihnachtsfest und

ein erfolgreiches neues Jahr!

Impressum

DEGEMED

Deutsche Gesellschaft für

Medizinische Rehabilitation e.V.

Vorstand:

Hartmut Stern (Vorsitzender)

Dr. Constanze Schaal

(1. stellv. Vorsitzende)

Volker Behncke (2. stellv. Vorsitzender)

Thomas Bold

Hermann Buhlert

Horst Gollée

Markus Komp

Geschäftsführer:

Christof Lawall (V.i.S.d.P.)

Fasanenstraße 5, 10623 Berlin

Tel.: 030 284496-6

Fax: 030 284496-70

E-Mail: degemed@degemed.de

Internet: www.degemed.de

Realisation und Verlag:

müller:kommunikation,

Eichhoffstr. 36, 44229 Dortmund

Tel. 0231 477988-30

www.muellerkom.de

Redaktionsschluss: 5.12.2012

Foto S. 1: Fotolia

Namentlich gekennzeichnete Beiträge

geben die Meinung der Autoren wieder.

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