DEGEMED News 43 März 2013

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DEGEMED News 43 März 2013

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Nr. 43 März 2013

Rehabilitation im Wahljahr

DEGEMED bezieht

Position zur Wahl 2013

Aus dem Inhalt

Bundestagswahl

Wahlprüfsteine der DEGEMED S. 4

Interview

Dr. Susanne Weinbrenner S. 5

Vorstandswahl

Bernd Petri löst Hartmut Stern ab S. 6

Digitale Vernetzung

Kooperation mit Samedi GmbH S. 8

DEGEMED wächst

Erneut zwei neue Mitglieder S. 9

Reha-Kolloquium

DEGEMED-Diskussionsforum S. 10

Nur noch knapp sechs Monate bis zur Wahl. Am 22. September bestimmen die Deutschen,

wer in den Bundestag in Berlin einzieht.

Integrationsmanagement

MBI-Konzept überarbeitet S. 12

IT-Lösungen

Befragungen mit EvaSys S. 13/14

Berlin. Das Wahljahr hat begonnen,

die Parteizentralen bereiten die Bundestagswahl

vor. Bevor der Wahlkampf

im Sommer in die heiße Phase eintritt,

müssen die Wahlkampfstäbe gebildet,

Wahlprogramme geschrieben und Kandidaten

gekürt werden. Wieder werden die

Bewerber in ihren Wahlkampfbroschüren

den Eindruck von Aufgeschlossenheit und

Bürgernähe wecken. Gleichzeitig treten wegen

des nahen Endes der Legislaturperiode

einzelne Sachthemen in Politik und Gesetzgebung

in den Hintergrund.

Reha im Kontext von Gesundheitsund

Sozialpolitik

Die Rehabilitation steht mit ihrem spezifischen

Profil im sozial- und gesundheitspolitischen

Kontext. In der zu Ende

gehenden Wahlperiode war sie Bestandteil

der Debatte um Bekämpfung der Altersarmut.

Dabei hat gerade die Bundesregierung

in der Demografiestrategie auch

andere Akzente gesetzt und die Bedeutung

und Eigenständigkeit der Rehabilitation

betont.

Reha ist Methode

Heute ist die medizinische Rehabilitation

die wichtigste Methode zur Sicherung

von Selbstständigkeit und Teilhabe in

einer alternden Erwerbsgesellschaft. Als

zentraler Bestandteil in der Versorgung

und Integration chronisch kranker oder

von Behinderung bedrohter Menschen

leistet sie den entscheidenden Beitrag zur

Erhaltung von Autonomie sowie zur Vermeidung

drohender Pflegebedürftigkeit. Die

DEGEMED ist daher überzeugt: Leistungen

zur medizinischen Rehabilitation sind als

einrichtungsgebundene, interdisziplinäre

Komplexleistungen nicht substituierbar.

Nur Rehabilitationseinrichtungen bieten die

notwendige sozialmedizinische Kompetenz

und Behandlungsqualität. Nur sie stellen

die bedarfsgerechte und ganzheitliche

Versorgung der Rehabilitanden mit vielfachen

medizinischen und sozialen Problemlagen

sicher. Deutschland hat hier eine

leistungsfähige und qualitätsgesicherte

Angebotsstruktur entwickelt, die in Europa

einzigartig ist.

DEGEMED-Vorschläge zur

Weiterentwicklung der Reha

Die DEGEMED fordert daher alle politischen

Kräfte und den Gesetzgeber dazu auf, in

der kommenden Legislaturperiode alle

Maßnahmen im Gesundheits- und Sozialbereich

darauf auszurichten, Zugangs- und

Wirkungsbarrieren für Menschen mit Rehabilitationsbedarf

effektiv zu beseitigen, den

Fortbestand der hoch entwickelten, qualitätsgesicherten

und vielfältigen Leistungserbringerlandschaft

zu gewährleisten und

die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

fair, leistungsgerecht und innovationsfreundlich

zu gestalten.

Seite 3


intern

Liebe Kolleginnen

und Kollegen,

Editorial

Norbert Glahn,

Vorstands–

vorsitzender

der DEGEMED

mit großer Freude habe ich im Februar die

Wahl zum Vorsitzenden der DEGEMED

angenommen. Ich möchte mich an dieser

Stelle noch einmal herzlich bei der Mitgliederversammlung

der DEGEMED für das in

mich gesetzte Vertrauen bedanken. Und vor

allem möchte ich Hartmut Stern als meinem

Vorgänger im Amt für seine hervorragende

Arbeit zum Wohl des Verbands und der

medizinischen Rehabilitation danken. Viele

von Ihnen werden mich aus meiner Arbeit

als Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft

für Rehabilitation (BAR) in

Frankfurt am Main kennen, wenige wissen,

dass ich Mitglied der Geschäftsführung

der BG Klinik für Berufskrankheiten in Bad

Reichenhall und der Geschäftsführung der

Verwaltungsberufsgenossenschaft, Hamburg,

bin. Und schließlich habe ich seit 2010

eine Honorarprofessur an der Hochschule

Bonn-Rhein-Sieg. Diese Erfahrung aus Praxis

und Theorie, aus Leistungserbringer- und

Kostenträger-Sicht sind es, die ich in die

DEGEMED einbringen möchte. Die DEGEMED

steht als Spitzenverband der medizinischen

Rehabilitation seit über zehn Jahren für eine

strikte Qualitätsorientierung. Sie ist offen für

alle Indikationen und alle Betreiberformen, ob

privat, öffentlich oder frei-gemeinnützig. Und

sie steht als Verband für eine konsequente

Weiterentwicklung der Rehabilitation.

Diese Strukturen und die Tatsache, dass

bei der DEGEMED als Direktverband jeder

unmittelbar an der Meinungsbildung und

Ausrichtung mitwirken kann, sind es, die die

Aufgabe eines Vorsitzenden ausgesprochen

spannend machen. Die DEGEMED ist aktiv,

sie lebt Qualität und Rehabilitation und sie

bezieht klare Positionen. Ich lade Sie alle

herzlich dazu ein, sich gemeinsam mit mir in

der DEGEMED zu engagieren.

Ihr Professor Bernd Petri

Vorstandsvorsitzender der DEGEMED

2

Erste DEGEMED-Klinik

nach BAR re-zertifiziert

Bad Lauterberg. Die Kirchberg-Klinik in

Bad Lauterberg ist die erste Mitgliedsklinik

der DEGEMED, die nach dem BAR-Verfahren

re-zertifiziert worden ist. Die Auditoren

der LGA Interzert, die am 30. und 31. Januar

das Audit durchführten, beurkundeten

der Klinik jetzt erneut ein internes Qualitätsmanagement,

das den Vorgaben der

Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation

in Frankfurt entspricht. Die Kirchberg-

Klinik, die sich bereits 2007 den strengen

Prüfungen nach dem DEGEMED-Verfahren

unterzogen hatte, war 2010 das erste DE-

GEMED-Mitglied, das sich den Anforderungen

der BAR stellte. Darüber hinaus waren

Qualitäts-Experten der Klinik auch an der

Entwicklung des Auditleitfadens der DEGE-

MED aktiv beteiligt. Die Kirchberg-Klinik ist

eine moderne Privatklinik im Harz mit 262

Betten in den Fachbereichen Innere Medizin,

Psychosomatik und Sportmedizin.

Therapeut entwickelt

Safari für Kinder

Norddeich. Basierend auf seinen täglichen

Erfahrungen in der Dr. Becker Klinik Norddeich

hat der Kinder- und Jugendtherapeut,

Diplom-Sportlehrer Heiko Schwerin,

14 spielerische Übungen entwickelt, die

Kindern Spaß an Bewegung vermitteln:

die Wohnzimmer-Safari. Das Spiel- und

Bewegungskonzept gibt den Eltern Impulse,

wie sie die motorische Entwicklung

ihrer Kinder unterstützen können. Es lässt

sich problemlos in jedem Wohnzimmer

umsetzen. Die Wohnzimmer-Safari gibt

es als kostenloses

Faltposter für die

Kinderzimmertür.

Interessenten senden

einen mit 1,45

Euro frankierten,

adressierten A5-

Briefumschlag an

Dr. Becker Klinik Norddeich

Stichwort Wohnzimmer-Safari

Badestraße 15

26506 Norddeich

Die Wohnzimmer-Safari gibt’s auch online

– mit Sprecher und Dschungelgeräuschen

vertont, unter www.wohnzimmer-safari.de

Neues Internetportal

»REHADAT-Forschung«

Köln. Unter www.rehadat-forschung.de ist das

neueste Portal des REHADAT-Informationssystems

online gegangen. Das Portal bündelt

Informationen zu Projekten, Wissenschaftlern

und Literatur in dem Themenfeld berufliche

Teilhabe und erleichtert

so die Orientierung

über die Forschungsaktivitäten

in Deutschland.

Das Themenspektrum

umfasst alle Bereiche

der beruflichen

Teilhabe: zum Beispiel

den Berufsbezug in der

medizinischen Rehabilitation, den Übergang

in Ausbildung und Arbeit oder Projekte, die

sich mit dem Arbeitsleben befassen. Jedes

Projekt wird inhaltlich beschrieben und durch

Kontaktadressen und – wenn vorhanden – Veröffentlichungen

ergänzt. Alle Projekte können

im Portal über eine thematische Gliederung

oder über eine Detailsuche mit verschiedenen

Suchoptionen gefunden werden.

Ebenfalls erreichbar über das Portal ist das

grundlegend aktualisierte Verzeichnis der

Rehabilitationswissenschaftler/-innen in

Deutschland in der Ausgabe 2013.


titel

Sicherung der Teilhabe

• Das SGB IX ist konsequent zu einem für

alle Rehabilitationsträger unmittelbar

geltenden Leistungsrecht weiterzuentwickeln,

das alle Zugangsvoraussetzungen,

Formen und Ausgestaltungen aller Leistungen

zur Teilhabe und Rehabilitation

abschließend normiert.

• Die Zugangsverfahren aller Rehabilitationsträger

müssen auf der Basis einheitlicher

Regelungen im SGB IX die schnelle

und bedarfsgerechte Erbringung von

Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe

ermöglichen.

• Die effektive Rechtsdurchsetzung

Leistungsberechtigter und die faire Ausgestaltung

der Leistungsbeziehungen

zwischen Reha-Trägern und Leistungserbringern

sind für die Sicherung der

Teilhaben und die Weiterentwicklung der

Rehabilitation elementar. Daher sind die

bisherigen Klagemöglichkeiten im Zuge

einer umfassenden SGB-IX-Novelle zu

erweitern.

• Die bislang erhobenen und veröffentlichten

Statistiken der Reha-Träger folgen

keiner einheitlichen Systematik und sind

oft sehr ungenau. Kapazitätsplanungen

und für Leistungsanbieter betriebswirtschaftlich

notwendige Anpassungen

von Konzeption und Leistungsangebot

lassen sich nur schwer vornehmen. Zur

transparenteren Darstellung des Rehabilitationsgeschehens

sollte die Bundesarbeitsgemeinschaft

für Rehabilitation

e.V. (BAR) oder eine andere unabhängige

Institution mit der Erstellung eines jährlichen

Berichts zu Rehabilitation und

Teilhabe beauftragt werden.

Finanzierung und Vergütung

• Das Reha-Budget der Deutschen Rentenversicherung

ist bedarfsgerecht und demografiefest

auszugestalten. Dazu muss

das Reha-Budget mit einer Demografiekomponente

fortgeschrieben werden,

die die tatsächliche Erwerbsbeteiligung

der reha-intensiven Jahrgänge, deren

veränderte Morbidität sowie zusätzliche

Aufwendungen für Prävention und Reha-

Forschung umfasst. Die Demografiekomponente

ist jährlich von der Selbstverwaltung

der Träger der DRV zusammen mit

den Haushaltsplänen festzulegen.

• Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung

für Leistungen zur Rehabilitation

und Teilhabe sind ab 2014 auf

mindestens 2 Prozent der Gesamtausgaben

zu fixieren.

• Im SGB IX sind verbindlich geltende

Grundsätze für die Vergütung von Leistungen

zur Rehabilitation und Teilhabe zu

normieren. Ziel ist die leistungsgerechte

und sich an den Strukturanforderungen

der Rehabilitationsträger orientierende

Vergütung der Leistungen.

• Die bereits für den Geltungsbereich des

SGB IX geschaffenen Landesschiedsstellen

sind auch auf andere Rehabilitationsträger

auszuweiten und zu Schiedsstellen

für die Vergütung für alle Leistungen

zur Teilhabe und Rehabilitation weiterzuentwickeln.

Ihre rechtlichen Grundlagen

sind im SGB IX zu regeln.

Rehabilitationsmarkt

• Eine regional ausgewogene Versorgung

mit orts- und betriebsnahen ambulanten

und stationären Rehabilitationseinrichtungen

ist durch die Rehabilitationsträger

verbindlich sicher zu stellen. Die

spezifischen Ziele und Aufgaben in Rehabilitation

und Teilhabe erfordern eine

ausdifferenzierte und hoch spezialisierte

Anbieterlandschaft. Die über Jahrzehnte

entwickelte vielfältige Struktur unterschiedlicher

Leistungsanbieter muss daher

im Hinblick auf die weiter bestehende

Komplexität der Leistungen erhalten und

gezielt weiterentwickelt werden.

• Die Wettbewerbsneutralität der Auswahl-

und Belegungsentscheidungen

der Rehabilitationsträger ist sicherzustellen.

Die Gleichbehandlung aller Anbieter,

die die geforderten Qualitätsstandards

erfüllen, ist zu gewährleisten.

• Die Gewinnung und Bindung gut ausgebildeter

und motivierter Fachkräfte ist für

alle Anbieter in der Rehabilitations- und

Gesundheitsbranche wie bei allen anderen

personalintensiven Dienstleistungen

in der Zukunft von herausragender

Bedeutung. Die Gesundheitsbranche

braucht eine verbesserte Anerkennung

von Berufsabschlüssen von Bewerbern

aus EU-Ländern und eine modifizierte

»Blue Card«-Regelung für qualifizierte

Einwanderer aus Nicht-EU-Ländern.

Qualität und Qualitätsmanagement

• Die geteilte Zuständigkeit für externe

Qualitätssicherung führt zu einem ineffizienten

Nebeneinander konkurrierender

Systeme und zu unkoordinierten Maßnahmen.

Reha-Einrichtungen werden

dadurch unnötig mehrfach belastet. Die

Zuständigkeit für die externe Qualitätssicherung

in der gesamten medizinischen

Rehabilitation ist daher entweder auf

einen Rehabilitationsträger oder auf ein

externes Institut zu übertragen.

• Der zusätzliche Aufwand für das vom

Gesetzgeber geforderte interne Qualitätsmanagement

(QM) und die Teilnahme

an der externen Qualitätssicherung

(QS) wird bislang weder durch eine

bessere Auslastung noch durch eine

höhere Vergütung kompensiert. Alle

Rehabilitationseinrichtungen müssen

daher den Mehraufwand über einen von

den Rehabilitationsträgern zu zahlenden

Systemzuschlag abgegolten bekommen.

• Die Ergebnisqualität hat bislang keine

Auswirkung auf Vergütung und Auslastung

der Rehabilitationseinrichtungen,

obwohl dem spezifischen Leistungsrecht

der einzelnen Reha-Träger konkrete

Zielvorstellungen zugrunde liegen (Erhaltung

Erwerbsfähigkeit, Vermeidung

Pflegebedürftigkeit …), deren Erreichen

nach der Leistung auch objektiv überprüfbar

ist.

DEGEMED verabschiedet Wahlprüfsteine

Um die entsprechenden Aussagen der

Wahlprogramme und Kandidaten zu vergleichen,

hat die DEGEMED Wahlprüfsteine

verabschiedet. In den vier dargestellten

Themenfeldern stellen die Prüfsteine offene

Fragen zu rehabilitationspolitischen Problemen.

Alle Parteizentralen der im Bundestag

vertretenen Parteien werden zur Beantwortung

dieser Fragen eingeladen. Die DEGE-

MED will die Antworten veröffentlichen. Die

Wahlprüfsteine können darüber hinaus von

jeder Klinik im direkten Kontakt mit Wahlkreiskandidaten

oder anderen Politikern vor

Ort genutzt werden.

Service

Die DEGEMED-Wahlprüfsteine und

die Vorschläge der DEGEMED zur

Weiterentwicklung der Rehabilitation

stehen auf der Homepage der

DEGEMED zum Download bereit.

3


aktuell

Bundestagswahl 2013

Die Wahlprüfsteine der DEGEMED

4

Vier Themenfelder, siebzehn Fragen: Die

DEGEMED will von den bei der Bundestagswahl

vertretenen Parteien konkrete Antworten

auf drängende Fragen zur Zukunft

der Rehabilitation. Und auch Sie können

mitmachen. Stellen Sie bei Wahlkampfveranstaltungen,

in Diskussionen und im

persönlichen Gespräch die Bundestagsabgeordneten

in Ihrem Wahlkreis zur Rede,

sensibilisieren Sie die Parteien in Ihrem

Wahlkreis und notieren Sie sich die Aussagen.

Anhand der Wahlprüfsteine können

Sie nach der Wahl dann die Wahlversprechen

einfordern.

Sicherung der Teilhabe/Behindertenpolitik/Rolle

der Reha

• Welchen Stellenwert haben Leistungen

der medizinischen Rehabilitation künftig

bei der Sicherung der Teilhabe von Menschen

mit chronischen Erkrankungen

oder Behinderungen?

• Wie soll das SGB IX vor dem Hintergrund

der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention

weiterentwickelt werden?

• Welche Chancen sehen Sie für die Verankerung

von erweiterten Klagerechten zur

effektiven Rechtsdurchsetzung zugunsten

einzelner Leistungsberechtigter und

Leistungserbringer?

• Welche gesetzlichen Änderungen sind

bei den Reha-Zugangsverfahren der einzelnen

Reha-Träger notwendig?

• Welche Rolle soll die medizinische Rehabilitation

künftig in einem vernetzten

Gesundheitswesen spielen?

Finanzierung und Vergütung

der Rehabilitation

• Sind die bisherigen gesetzlichen Regelungen

zur Bemessung des Reha-Budgets

der Deutschen Rentenversicherung

(DRV) angesichts der demografischen

Entwicklung noch ausreichend?

• Wie kann die Rationierung notwendiger

medizinischer Reha-Leistungen künftig

verhindert werden?

• Sollte der Anteil der Reha-Ausgaben

der Krankenkassen auf 2 Prozent der

Gesamtausgaben fixiert werden, um ein

weiteres Absinken dieses Anteils zu verhindern?

• Wie müssen gemeinsame Grundsätze

für die Vergütung von Leistungen zur

Rehabilitation und Teilhabe (§ 21 SGB IX)

aussehen?

• Sollten die 2011 geschaffenen Landesschiedsstellen

nach § 111 b SGB V

zwischen Krankenkassen und Reha-Einrichtungen

auch auf andere Reha-Träger

ausgedehnt werden?

Rehabilitationsmarkt

• Wie wichtig ist die Sicherung einer regionalen,

orts- und betriebsnahen Versorgung

mit ambulanten und stationären

Rehabilitationsangeboten?

• Welche Bedeutung hat eine ausgewogene

Struktur von privaten, öffentlichen

und frei-gemeinnützigen Leistungsanbietern

für medizinische Rehabilitation?

• Wie transparent muss die Belegungssteuerung

durch die Reha-Träger sein?

• Mit welchen politischen Maßnahmen

kann dem Fachkräftemangel in der Rehabilitations-

und der Gesundheitsbranche

insgesamt begegnet werden?

Qualität und Qualitätsmanagement

• Welche gesetzlichen Regelungen sind

notwendig, um für mehr Gemeinsamkeit

bei der externen Qualitätssicherung der

einzelnen Reha-Träger (DRV, GKV) zu

sorgen?

• Welche Auswirkung sollte die Ergebnisqualität

auf das Vergütungsniveau oder

die Auslastung einer Reha-Einrichtung

haben?

• Sollte der zusätzliche Aufwand für das

gesetzlich geforderte interne Qualitätsmanagement

durch die Vergütung kompensiert

werden?

Die Reha-Welt in Zahlen

Zahlen helfen uns, die Wirklichkeit zu erkennen.

Wenn wir etwas wiegen, messen

oder zählen können, entsteht dabei ein Bild

im Kopf und wir trauen uns ein Urteil zu.

Nicht immer liegen wir dabei richtig. Das

liegt nur zum Teil an den Zahlen selbst.

In dieser Ausgabe der DEGEMED News

startet »Die Reha-Welt in Zahlen« als neue

Rubrik. Hier sind Zahlen ohne Kommentar

zusammengestellt, die der Redaktion

begegnet sind. Manche Zahlen verblüffen

oder ärgern, andere rufen Widerspruch

hervor. Allen ist aber gemeinsam: Sie haben

etwas mit Reha zu tun und sind bereits

veröffentlicht.


meinung

Nachgefragt

Selbstverständnis, Standards und Strukturen

Interview mit Dr. med. Susanne Weinbrenner

Seit dem 1. Juli 2012 ist Dr. med.

Susanne Weinbrenner Leitende

Ärztin und Leiterin des Geschäftsbereichs

Sozialmedizin

und Rehabilitation der Deutschen

Rentenversicherung Bund

(DRV Bund). Gleichzeitig ist sie

Geschäftsführerin der Akademie

für Sozialmedizin, Berlin. Die

DEGEMED News sprach mit ihr

über aktuelle Anliegen der Rehabilitation.

DEGEMED News: Frau Dr. Weinbrenner, in

Ihrer vorherigen Tätigkeit am Ärztlichen

Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ)

hatten Sie viel mit Evidenzbasierung und

Leitlinien zu tun. Wie zufrieden sind Sie

mit den »Leitlinien« in der medizinischen

Rehabilitation, den sogenannten Reha-

Therapiestandards der DRV?

Dr. Susanne Weinbrenner: Die Entwicklung

von Reha-Therapiestandards (RTS) auf der

Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse war

ein wesentlicher Schritt zur qualitativen

Verbesserung der Rehabilitation. Ihre Konzeption

als Instrument der Reha-Qualitätssicherung,

die sich an internationalen Standards

der Leitlinienentwicklung orientiert

hat, bildet die Grundlage für die Bewertung

der Prozessqualität. Damit unterscheiden

sie sich von anderen medizinischen Leitlinien,

die auf einzelne Patienten und deren

Versorgung ausgerichtet sind.

DEGEMED News: Leitlinien setzen Standards,

den »Standard«-Rehabilitanden

gibt es aber nicht. Welches Maß an Therapiefreiheit

ist gewollt und steht mit den

Reha-Therapiestandards noch im Einklang?

Dr. Susanne Weinbrenner: Die RTS geben einen

begründeten therapeutischen Rahmen

vor, ermöglichen aber weiterhin – trotz einer

angestrebten Standardisierung – einen individuellen

Zuschnitt für die Ausgestaltung

Dr. med. Susanne Weinbrenner

der Rehabilitation. Bei Bedarf können und

müssen individuelle Problemkonstellationen

oder unterschiedliche Erfordernisse

bei den Rehabilitanden berücksichtigt

werden. Unsere Auswertungen im Rahmen

der Reha-Qualitätssicherung zeigen, dass

diese Freiräume von Reha-Einrichtungen

auch genutzt werden.

DEGEMED News: Ärzte in Reha-Einrichtungen

kritisieren die starke Betonung der

Struktur- und der Prozessqualität in der

externen Qualitätssicherung. Die Ergebnisqualität

spiele dagegen nur eine untergeordnete

Rolle.

Dr. Susanne Weinbrenner: Die Reha-Qualitätssicherung

der DRV berücksichtigt vor

allem Aspekte der Patientenorientierung.

Dabei wird auch der subjektiv wahrgenommene

Behandlungserfolg – also ein

Parameter der Ergebnisqualität – als guter

Prädiktor für die (Wieder-)Eingliederung

in das Erwerbsleben erfasst. Für die Versicherten

soll sichergestellt sein, dass – unabhängig

von der Reha-Einrichtung – eine

adäquate Rehabilitation durchgeführt wird.

Die erhobenen Qualitätsdaten sollen Handlungsbedarfe

verdeutlichen und Verbesserungsprozesse

initiieren.

DEGEMED News: Für Reha-Einrichtungen

wird es zunehmend schwieriger, qualifizierte

Fachkräfte zu gewinnen. Was sagen

Sie jungen Ärztinnen und Ärzten, die über

eine Tätigkeit in der Reha nachdenken?

Zur Person

Dr. med. Susanne Weinbrenner studierte Medizin

an den Universitäten Ulm und Heidelberg

und schloss 2003 ein weiteres Studium

zum Master of Public Health (MPH) an der

TU Berlin ab. Anschließend arbeitete sie am

Institut für Gesundheitswissenschaften der

TU. Von 2006 bis 2012 war sie Abteilungsleiterin

»Evidenzbasierte Medizin und Leitlinien«

am Ärztlichen Zentrum für Qualität

in der Medizin sowie seit 2011 Mitglied der

Institutsleitung.

Dr. Susanne Weinbrenner: Die Arbeit in der

Rehabilitation ist nicht nur für junge Ärztinnen

und Ärzte attraktiv. Komplexe Fälle,

Teamarbeit und steigende Bedeutung der

Rehabilitation durch den demografischen

Wandel ermöglichen eine anspruchsvolle

und befriedigende Arbeit. Insbesondere

der Patientenkontakt ist in der Rehabilitation

deutlich länger und intensiver als

anderswo. Ärztinnen und Ärzte können sich

der Betroffenen mit allen ihren Problemen

annehmen. Man kann also den Kollegen

die Tätigkeit in der Rehabilitation nur

empfehlen.

Der Geschäftsbereich Sozialmedizin

und Rehabilitation …

… ist Teil des Grundsatz- und Querschnittsbereichs

der Deutschen Rentenversicherung

Bund.

Er setzt sich zusammen aus den Bereichen

Reha-Wissenschaften, Reha-

Qualitätssicherung, Epidemiologie

und Statistik, Sozialmedizin und Rehabilitationsrecht.

Auch die Akademie

für Sozialmedizin Berlin ist hier

verortet. Die wesentlichen Aufgaben

des Geschäftsbereichs bestehen

darin, in den genannten Bereichen

Konzepte und Fragestellungen, die

für alle Rentenversicherungsträger

relevant sind, zu entwickeln und zu

bearbeiten. Insgesamt hat der Geschäftsbereich

mehr als 70 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter.

5


fakten

Vorstandswahl

Bernd Petri löst Hartmut Stern an Verbandsspitze ab

Bei der Neuwahl des Vorstands

der DEGEMED Ende Februar trat

Prof. Bernd Petri an die Stelle von

Hartmut Stern.

6

Berlin. Die DEGEMED stellt die Weichen

für die weitere erfolgreiche Entwicklung

des Verbandes in der Zukunft. Die Mitgliederversammlung

wählte am 27.02.2013

den Vorstand für die nächste dreijährige

Amtsperiode. Prof. Bernd Petri (BG Klinik

für Berufskrankheiten, Bad Reichenhall)

übernimmt das Amt des Vorsitzenden des

Vorstands von Hartmut Stern (Bavaria Klinik,

Kreischa). Dr. Constanze Schaal (Reha-

Zentren der DRV Baden-Württemberg) und

Volker Behncke (AWO Gesundheitsdienste,

Hannover) wurden als erste Stellvertreterin

bzw. als zweiter Stellvertreter des Vorsitzenden

bestätigt. Dem künftigen Vorstand

gehören außerdem Petra Schraml-Dussle

(Fachklinik Sonnenhof, Waldachtal), Horst

Gollée (Kirchberg Klinik, Bad Lauterberg)

und Thomas Bold (Paracelsus-Osterberg-

Klinik, Bad Gandersheim) als Beisitzer an.

Hartmut Stern wird sich aber weiter für die

DEGEMED engagieren und übernimmt den

Vorsitz in der Mitgliederversammlung. Sein

Der neu gewählte Vorstand der DEGEMED: v. l. Hartmut Stern, Hermann Buhlert, Horst

Gollée, Prof. Bernd Petri, Petra Schraml-Dussle, Volker Behncke, Thomas Bold. Nicht im

Bild: Dr. Constanze Schaal.

Stellvertreter in diesem Amt ist künftig Hermann

Buhlert (Klinik am See, Rüdersdorf).

Verband verdankt Hartmut Stern viel

Prof. Petri, der zugleich Mitglied der Geschäftsführung

der Verwaltungsberufsgenossenschaft

(VBG) ist, würdigte Stern für

seine Arbeit als Vorsitzender der DEGEMED

in den vergangenen drei Jahren: »Integrität,

Kompetenz und Begeisterung für die medizinische

Rehabilitation zeichnen Hartmut

Stern aus. Das hat er auch in die Arbeit für

die DEGEMED eingebracht. Die DEGEMED

verdankt ihm viel.« Stern versprach, die DE-

GEMED auch weiterhin über sein neues Amt

hinaus zu unterstützen: »Viele aktuelle Themen

und Entwicklungen in der Rehabilitation

müssen kritisch begleitet werden. Die MBOR

wird beispielsweise vieles verändern. Hier

will ich mit dafür sorgen, dass die DEGEMED

dieses Thema immer wieder aufgreift und in

der Diskussion mit den Reha-Trägern Position

bezieht.« Petri kündigte an, das inhaltliche

Profil der DEGEMED weiter zu schärfen. »Der

Verband wird gleichzeitig Interessenvertreter

und Innovationstreiber in der medizinischen

Rehabilitation sein«, so Petri.

Prof. Bernd Petri engagiert sich seit

langem in unterschiedlichen Funktionen

für die Belange der Rehabilitation. Von

2006 bis 2012 war er Geschäftsführer der

Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation

e.V. (BAR) in Frankfurt, davor leitete

er die Bezirksdirektion der VBG in Dresden.

Petri stammt aus Essen und ist

Volkswirt.

Belegung

Kontinuierlicher Anstieg AHB und AR: Antragsverfahren verlieren an Bedeutung

Die Fallzahlen im Bereich der

Anschlussheilbehandlung

(AHB) bzw. Anschlussrehabilitation

(AR) steigen seit Jahren

kontinuierlich an. Dies gilt für

Rentenversicherung und Krankenkassen

gleichermaßen.

Berlin. Der im Januar 2013 erneut von

der Deutschen Rentenversicherung (DRV)

vorgelegte Reha-Bericht Update 2012 zeigt

deutlich eine der nachhaltigsten Entwicklungen

im Bereich der medizinischen Re-

habilitation: Die Reha im sogenannten Antragsverfahren,

also unabhängig von einer

vorangegangenen Krankenhausbehandlung,

verliert an Bedeutung. Der Anteil der

AHB bzw. AR lag dagegen bei allen Trägern

der DRV insgesamt im Jahr 2011 schon bei

35 Prozent (327.357 von 935.404 Fällen).

Zum Vergleich: Im Jahr 1995 kamen nur

14 Prozent aller Rehabilitanden der DRV

direkt aus dem Krankenhaus in die Reha-

Einrichtung (129.129 von 903.927 Fällen).

Seither stieg in fast allen Jahren der Anteil

der AHB/AR-Fälle sowohl absolut als auch

prozentual.

40

35

30

25

20

15

10

5

0

1995

1997

1999

2001

2003

2005

2007

2009

2011

Entwicklung des AHB/AR-Anteils bei der Deutschen

Rentenversicherung, Angaben in Prozent;

Quelle: DRV Reha-Bericht Update 2012


Finanzierung

fakten

Höheres Reha-Budget noch vor Bundestagswahl?

DRV hält Reha-Budget 2012 nur

teilweise ein; Rentenpaket und

Kampf gegen Altersarmut verhindern

weiter bedarfsgerechte

Finanzierung der Rehabilitation;

Hermann Gröhe stellt Erhöhung

noch in dieser Legislaturperiode

in Aussicht

Hält an Kopplung des Budgets an Rentenpaket

noch fest: Bundesministerin

für Arbeit und Soziales, Dr. Ursula von

der Leyen.

Will Budgetanhebung noch in dieser

Legislaturperiode: Hermann Gröhe,

Generalsekretär der CDU.

Berlin. Während die Diskussion über Zeitpunkt

und Umfang der Budgeterhöhung

für Reha-Leistungen der Deutschen Rentenversicherung

(DRV) weiter anhält, zeigt

die Statistik, dass die Ausgaben dafür im

Jahr 2012 das hohe Niveau des Vorjahres

wieder erreicht haben. Einzelne Träger der

DRV haben ihr Budget im vergangenen

Jahr teilweise sogar deutlich überschritten,

andere konnten es dagegen einhalten. Für

die Einhaltung des Reha-Budgets kommt

es aber auf die Gesamtbetrachtung an. Nur

wenn die Träger der DRV die Summe ihrer

Budgets insgesamt überschreiten, löst das

den Sanktionsmechanismus in § 220 SGB

VI aus. Die Mittel werden dann zwei Jahre

später gekürzt. Aus der Bundespolitik kommen

unterdessen unterschiedliche Signale.

Das Bundesministerium für Arbeit und

Soziales (BMAS) hält noch unverdrossen

an einer Paketlösung fest. Der Generalsekretär

der CDU, Hermann Gröhe, teilte der

Arbeitsgemeinschaft Medizinische Rehabilitation

(AG MedReha SGB IX) dagegen

kürzlich mit, dass die CDU alles tun wolle,

um eine Erhöhung des Budgets noch in dieser

Legislaturperiode zu ermöglichen. Die

Kopplung des Themas an das Rentenpaket

erwähnte er nicht mehr.

Info

Eine

Milliarde

MEHR!

www.eine-milliarde-mehr.de

Die DEGEMED tritt weiterhin mit ihrer

Kampagne »Eine Milliarde MEHR!« für

eine deutliche und nachhaltige Anhebung

des Reha-Budgets ein.

7

Änderungen für Träger und Kliniken

Dieser schleichende Prozess wirkt sich

auf Reha-Träger und auf Kliniken aus. Die

Träger der DRV müssen bei ihrer Kapazitätsplanung

dafür sorgen, dass eine

ausreichende Anzahl an eigenen oder Vertragseinrichtungen

vorhanden ist, um eine

schnelle Verlegung aus den Krankenhäusern

und eine wohnortnahe Versorgung in

allen AHB-Indikationen (alle somatischen

Indikationen, nicht aber bei Kindern und

Jugendlichen und im Bereich Abhängigkeitserkrankungen)

zu gewährleisten.

Nicht alle Kliniken erfüllen die aber zum Teil

sehr hohen Strukturanforderungen, die die

DRV für eine sogenannte AHB-Zulassung

voraussetzt. Reha-Kliniken, die bislang

ausschließlich mit Rehabilitanden aus

dem Antragsverfahren belegt werden, beklagen

darüber hinaus eine stark schwankende

Auslastung.

Stagnation bei den Krankenkassen

Etwas anders das Bild bei den Krankenkassen.

Hier verharrt der AHB/AR-Anteil

seit Jahren auf hohem Niveau. 2008 betrug

der Anteil 79,8 Prozent (605.172 von

insgesamt 758.631 stationären und ambulanten

Fällen), 2011 lag er bei 83,1 Prozent

(612.962 von insgesamt 737.888

Fällen). Gründe hierfür sind das ältere

Klientel, aber auch die im Vergleich zu

anderen Reha-Trägern außerordentlichen

Zugangsbarrieren im Antragsverfahren.

90

88

86

84

82

80

78

76

74

72

70

2008 2009 2010 2011

Entwicklung des AHB/AR-Anteils bei der Gesetzlichen

Krankenversicherung, Angaben in

Prozent; Quelle: KG5, eigene Berechnung


kooperation

Kliniksteuerung

Digitale Vernetzung der Rehabilitation

von Dr. Tobias Krüger-Wauschkuhn, Samedi GmbH, Berlin

8

Die Samedi GmbH will in Kooperation

mit der DEGEMED die

Informations- und Kommunikationsprozesse

in der rehabilitativen

Versorgung optimieren und

damit die Qualität der Behandlung

nachhaltig verbessern. Für

das Projekt »Digitale Vernetzung

der Rehabilitation« werden noch

Kliniken gesucht.

Berlin. Demografischer Wandel, zunehmender

Kostendruck, Ärztemangel

– deutliche Hinweise für die Wichtigkeit

struktureller Veränderungen im deutschen

Gesundheitssystem. Kommunikations- und

Informationsdefizite führen im Rehabilitationsablauf

häufig zu vermeidbaren Abstimmungsfehlern

und Versorgungsbrüchen,

Effektivitäts- und Effizienzdefizite

sind vorprogrammiert.

Das Projekt

»Digitale Vernetzung

der Rehabilitation« der

Samedi GmbH (Berlin)

Dr. Tobias Krüger-

Wauschkuhn

will in Kooperation mit

der DEGEMED durch eine

vollständig medienbruchfreie

IT-Koordination eine grundlegende

Verbesserung der Informations- und Kommunikationsprozesse

in der rehabilitativen

Versorgung erreichen und damit die Effizienz,

Effektivität und Qualität der Behandlung

nachhaltig verbessern.

Software für die Reha-Planung

Um den komplexen Anforderungen einer

sektorenübergreifenden Behandlungskoordination

gerecht zu werden, wird im

Rahmen des Projektes die Softwarelösung

samedi® eingesetzt. Sie dient als technische

Plattform für eine vollständig digitale,

standortübergreifende Vernetzung auf

Basis einer gemeinsamen Prozessplanung

und Patientensteuerung. Die Koordination

des Rehabilitationsprozesses sowie die

digitale Abbildung aller relevanten Kommunikationswege

zwischen Patienten,

Arztpraxen, Kliniken, Kostenträgern und

anderen medizinischen Dienstleistern

erfolgt dank webbasierter Architektur ohne

zusätzliche Soft- oder Hardwareinstallation

unter Einhaltung höchster Sicherheitsanforderungen.

Kernelemente des Projektes sind:

1) Digitaler Informationsaustausch

Das Formularwesen von samedi®

ermöglicht eine strukturierte digitale

Kommunikation zwischen Leistungserbringern

und Leistungsträgern. Es wird

im Rahmen der Antragstellung sowie zur

Befund- bzw. Datenübermittlung bei Aufnahme

und Entlassung eingesetzt. Die

automatische Übernahme von Informationen

aus den Praxisverwaltungssystemen

und hinterlegte Plausibilitäts- sowie

Qualitätssicherungs-Checks reduzieren

den erforderlichen Zeitaufwand und

sichern eine hohe Datenqualität sowie

vollständige Datensätze.

2) Online-Terminkoordination

Unter Berücksichtigung der im Regelwerk

jedes Netzwerkteilnehmers individuell

definierten Buchungsrechte erfolgt

eine verbindliche standortübergreifende

Terminkoordination des gesamten Rehabilitationsverlaufs

– von der Aufnahme in

die Reha-Klinik bis hin zu den Nachsorgeterminen

bei Haus- und Fachärzten

sowie Nachsorgeanbietern. Der Patient

wird dabei per E-Mail oder SMS über den

anstehenden Termin informiert.

3) Automatisierte

Patienteninformationen

Jeder Rehabilitand wird entsprechend

der Behandlungsphase automatisiert

mit indikationsspezifischen Informationen

versorgt. Dabei ist eine Individualisierung

des Info-Materials anhand

wichtiger Schlüsselparameter (z. B.

Die samedi-Software bildet den

Rehabilitationsprozesses und alle

relevanten Kommunikationswege ab.

Nebendiagnosen, geplante Therapie,

Alter, Geschlecht) geplant, um eine bedarfsgerechte,

individuell maßgeschneiderte

Informierung der Rehabilitanden in

Hinblick auf Krankheit und Behandlung

zu erreichen.

Das Projekt »Digitale Vernetzung der Rehabilitation«

ist auf zwei Jahre ausgelegt.

Als Indikation sind die Orthopädie oder

Kardiologie vorgesehen. Begleitend ist eine

wissenschaftliche Auswertung relevanter

Zielparameter geplant (z. B. bezüglich der

beruflichen Wiedereingliederung).

Service

Samedi und DEGEMED suchen Reha-

Kliniken, die an dem Projekt teilnehmen

möchten. Weitere Informationen

unter www.samedi.de, Kontakt:

krueger-wauschkuhn@samedi.de.


kliniken

Neue Mitglieder vorgestellt

Mit zwei neuen Mitgliedern ins neue Jahr

Aus der hessischen Metropole Frankfurt am Main und dem niedersächsischen

Bad Gandersheim kommen zwei neue Mitglieder der DEGEMED.

Berlin. Das Jahr 2013 begann für die DE-

GEMED mit Mitgliederzuwachs. Das MAIN.

BGMED Rehazentrum und die Paracelsus-

Osterberg-Klinik konnten Vorstand und

Geschäftsführung der DEGEMED begrüßen.

Insgesamt sind damit jetzt 59 Kliniken bei

der DEGEMED aktiv. DEGEMED News stellt

die neuen Mitglieder vor.

Zusammenarbeit mit den Ärzten der BGU

und seiner modernsten Ausstattung bietet

das Rehazentrum ein breites Behandlungsspektrum

und steht für die Wiederherstellung

und Optimierung individueller

körperlicher Leistungsfähigkeit. Weitere

Informationen gibt es unter

www.mainbgmed-rehazentrum.de.

• MAIN.BGMED Rehazentrum

Das MAIN.BGMED Rehazentrum wurde

2012 als Tochtergesellschaft der Berufsgenossenschaftlichen

Unfallklinik (BGU)

Frankfurt am Main gegründet. Unter dem

Motto »alle Leistungen aus einer Hand«

bietet es für alle Kostenträger verschiedene

bedarfsgerechte Behandlungskonzepte

in den Bereichen Berufliche Rehabilitation

und Prävention. Vorrangig ist das Angebot

des ambulanten Rehazentrums auf die

medizinischen Fachbereiche Orthopädie,

Chirurgie und Traumatologie zugeschnitten.

Ein Schwerpunkt besteht in der Spezialisierung

auf arbeitsplatzspezifische

Therapieformen und Testungen. Zusätzlich

wird auch modernes Gesundheitstraining

angeboten.

Mit fachlich fundierter Beratung und

Betreuung, einer engen interdisziplinären

Empfang beim MAIN.BGMED Rehazentrum

in Frankfurt am Main

• Paracelsus-Osterberg-Klinik

In der Paracelsus-Osterberg-Klinik, Fachklinik

für orthopädische Rehabilitation und

Anschlussrehabilitation, werden Patienten

mit Knie-, Hüft- und Schultergelenkendoprothesen

behandelt, aber auch mit

Schenkelhalsbrüchen, Wirbelsäulenerkrankungen

sowie bei Osteoporose, Skoliose

und Arthrose. Die Patienten erhalten eine

professionelle medizinische Betreuung

durch orthopädische Fachärzte sowie qualifizierte

und hoch motivierte Pflegekräfte,

Physio- und Ergotherapeuten, Psychologen,

Ernährungsfachkräfte und Sozialarbeiter.

Des Weiteren werden internistische Begleiterkrankungen

wie Bluthochdruck, Diabetes,

Herzerkrankungen, Fettstoffwechselstörungen,

Adipositas etc. mitbehandelt. Dafür

stehen internistische Fachärzte, speziell

weitergebildete Pflegekräfte und Diabetesberaterinnen

zur Verfügung.

Neben Krankengymnastik, Aqua- und

Krafttraining, Ergotherapie etc. erhalten

die Patienten auch Angebote im psychologischen

Fachbereich, zur geistigen Fitness

wie Gehirnjogging, Alltagstraining, Ernährungsberatung/Kochkurse.

Ziele sind Schmerzfreiheit, Erhalt der

Selbstständigkeit und Erhöhung der Lebensqualität.

Die Klinik verfügt über 90

Betten, 80 komfortable Einzelzimmer mit

Dusche, WC, Balkon in ruhiger, idyllischer

Lage. Für die Aufnahme von Begleitpersonen

stehen fünf Doppelzimmer zur Verfügung.

Die Klinik wird von allen gesetzlichen

Krankenkassen, privaten Krankenkassen

und Selbstzahlern belegt.

Die Paracelsus-Osterberg-Klinik in

Bad Gandersheim in Niedersachsen.

Holger Kammann,

Verwaltungsdirektor der

Paracelsus-Osterberg-

Klinik

» Ziel unserer Mitgliedschaft in der DE-

GEMED ist, für die Stärkung der Interessen

der medizinischen Rehabilitation

sowie der Reha-Branche einzutreten.

Zudem setzen wir auf weitere Vernetzung

und den fachlichen Austausch mit

Anbietern der medizinischen Qualitäts-

Rehabilitation im Rahmen eines Spitzenverbands.«

Thomas Mangelmann,

Geschäftsführer MAIN.BG-

MED Rehazentrum GmbH

» Auch als Anbieter ambulanter Rehaleistungen

brauchen wir einen Interessensvertreter

und den Austausch

zur Weiterentwicklung einer professionellen

sektorenübergreifenden Rehabilitation.«

9


kongress

Reha-Kolloquium 2013

Reha-Barrieren für Menschen

mit Migrationshintergrund

Ein DEGEMED-Diskussionsforum

machte beim 22. Rehabilitationswissenschaftlichen

Kolloquium

in Mainz auf erhebliche

Zugangs- und Wirksamkeitsbarrieren

für Menschen mit

Migrationshintergrund in der

medizinischen Rehabilitation

aufmerksam.

Fragerunde mit dem hochkarätig besetzten Referenten-Podium beim DEGEMED-

Diskussionsforum

10

Berlin/Mainz. Nahezu 16 Millionen Menschen

mit Migrationshintergrund leben

in Deutschland, davon ca. neun Millionen

mit und sieben Millionen ohne deutsche

Staatsbürgerschaft. Das ist rund ein Fünftel

der Bevölkerung. Sie alle, das zeigten Wissenschaftler,

Unternehmensberater und

Praktiker aus Rehabilitationseinrichtungen

am 6. März 2013 in Mainz, sind benachteiligt,

wenn es um die Inanspruchnahme

von Leistungen zur medizinischen Rehabilitation

geht. Denn sie nehmen sie, bedingt

durch Kultur- und Sprachbarrieren, deutlich

weniger wahrscheinlich in Anspruch als

Menschen ohne Migrationshintergrund.

Und wenn, dann sind die Chancen auf

einen Rehabilitationserfolg vergleichsweise

gering. Dieses enorme Ausmaß der

Benachteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund

in der medizinischen

Rehabilitation diskutierten die Teilnehmer

des DEGEMED-Diskussionsforums in Mainz

und machten die strukturellen Defizite der

gesundheitlichen Versorgung deutlich.

Noch viel zu tun in der Praxis

Der Handlungsbedarf – das zeigte die

Veranstaltung – ist da. Allerdings wird die

kulturelle Vielfalt (in Deutschland leben

194 Nationalitäten und 471 ethnische

Minderheiten mit teilweise kulturell unterschiedlichem

Krankheitsverständnis) bei

der Versorgung potenzieller Patienten zu

einer Herausforderung. Kultursensible Lösungsansätze,

wie ein »Diversity-Management«,

sind gefragt und ein offenes Ohr für

die Erfahrungen aus der laufenden Praxis.

Wie transkulturelle Rehabilitation funktionieren

kann, zeigte das Beispiel der Rhein-

Haardt-Klinik der RHM Klinikgruppe in Bad

Dürkheim (ein DEGEMED-Mitglied). Die

Fachklinik für Sucht und Psychosomatik

arbeitet mit einem transkulturell geschulten

und vielsprachig zusammengesetzten

Rehabilitationsteam. Bei der Behandlung

muss nicht nur ein hoher Anteil der Eingangsdiagnosen

genau hinterfragt werden,

sondern auch mit einer kulturspezifisch

um Herkunfts-, Migrations- sowie Integrationsaspekte

ergänzten Anamnese über

alle Berufsgruppen hinweg kultursensibel

rehabilitiert werden.

Service

Die Vorträge zum DEGEMED-

Diskussionsforum »Zugangs- und

Wirksamkeitsbarrieren bei Menschen

mit Migrationshintergrund in

der medizinischen Rehabilitation

– Herausforderungen für eine nutzergruppenorientierte

Versorgung«

auf dem 22. Rehabilitationswissenschaftlichen

Kolloquium 2013 in

Mainz finden Sie unter www.degemed.de

im Bereich »Downloads«.

Das Reha-Kolloquium war mit rund 1.500

Fachbesuchern auch in diesem Jahr wieder

der Treffpunkt der Rehabilitation.

Prof. Dr. Jan Kizilhan von der Albert-

Ludwigs-Universität Freiburg wies anhand

von Studienergebnissen auf Defizite in der

Reha-Versorgung von Patienten mit Migrationshintergrund

hin.

Chefärztin Dr. Kathrin Engerer und Therapeutische

Leiterin Hayriye Korkmaz berichteten über die transkulturelle

Rehabilitation an der Rhein-Haardt-Klinik

der RHM Klinikgruppe in Bad Dürkheim.


kongress

Reha-Kolloquium 2013

»Branding« der Reha?

Fachgruppe Reha im Verband

der Krankenhausdirektoren

Deutschlands e.V. (VKD) diskutierte

in Mainz über die Wahrnehmung

der Rehabilitation in

der Öffentlichkeit

Mainz. »Teilhabe 2.0 – Reha neu denken?«

Der diesjährige Titel des 22. Reha-wissenschaftlichen

Kolloquiums in Mainz wies in

die Zukunft. Manchen Vorträgen gelang das

auch. Spannend waren aber vor allem die

selbst organisierten Diskussionsforen. Die

Veranstaltung des VKD überraschte:

Dr. Renate Müller Dr. Michael Krause

me und erläuterte aktuelle Ergebnisse einer

Umfrage zum Bild der Rehabilitation. Sein

ernüchterndes Fazit: Das Produkt Reha sei

hochgradig erklärungsbedürftig. Dr. Renate

Ein Diskussionsforum ohne Reha-Wissenschaftler

– geht das? Es geht sogar gut.

Moderator Wilhelm Brokfeld, Vorsitzender

der Fachgruppe und Verwaltungsdirektor

der Klinik Münsterland in Bad Rothenfelde,

begann mit einer nicht nur sprachlich

missglückten Journalistenanfrage als

Fallbeispiel und fragte, was denn heute

eigentlich der Markenkern der Reha sei.

Noch selbstkritischer war Co-Moderator

Achim Schäfer, Geschäftsführer des Medizinischen

Zentrums für Gesundheit Bad

Lippspringe. Die Reha sei »zu nett, friedlich

und angepasst«. Dr. Michael Krause (wdv,

Offenbach) machte eine Bestandsaufnah-

Müller (brandleague, München) setzte

darauf auf und erklärte die Grundsätze moderner

Markenbildung. Markenidentität und

Zielgruppe müssten klar sein, bevor man

mit der Überzeugungsarbeit anfange. Sie

machte aber auch Mut. Auch BMW habe

in den Sechziger Jahren massive Imageprobleme

gehabt, sie dann aber auch

entschlossen und erfolgreich bearbeitet.

Die anschließende intensive Diskussion

machte klar: Das Nachdenken über das

»Branding« der Reha hat gerade erst begonnen.

Und klar ist auch: Dem Kolloquium

tun Diskussionsforen gut, in denen auch

Zeit zur Diskussion bleibt.

Internet

Neues aus dem Diskussionsforum

Rehabilitations- und Teilhaberecht

11

Auch in dieser Ausgabe der DEGEMED

News möchten wir Sie auf das Diskussionsforum

Rehabilitations- und Teilhaberecht

aufmerksam machen und Sie darüber informieren,

welche neuen Inhalte Sie auf der

Website www.reha-recht.de erwarten.

Einzelforen

In den vier Einzelforen finden Sie wieder

mehrere neue Beiträge, darunter diverse

Urteilsanmerkungen. So bespricht z. B.

Rechtsanwalt Gottfried Krutzki im Forum

A eine Entscheidung des Bundessozialgerichts,

in der es um die Frage ging, wer die

Kosten für die Anschaffung und den Einbau

eines schwenkbaren Autositzes zu übernehmen

hat: die Krankenkasse oder der Sozialhilfeträger

(A3-2013). Stefanie Porsche

beschäftigt sich im Forum B mit der Frage,

ob ein Arbeitgeber die Schwerbehindertenvertretung

(SBV) bereits am Prozess der

Erstellung einer Stellenausschreibung beteiligen

muss (B1-2013). Im Forum C erläutert

Rechtsanwalt Joachim Francke anhand

einer aktuellen Gerichtsentscheidung, ob

und wann eine Vertrauensperson bei medizinischen

Begutachtungen zuzulassen ist

(C1-2013). Und unter den neuen Beiträgen

im Forum D finden Sie unter anderem zwei

Beiträge von Henning Groskreutz (D6-2013

und D7-2013), in denen das Individualbeschwerdeverfahren

zu dem durch die

UN-Behindertenrechtskonvention eingerichteten,

internationalen Ausschuss für die

Rechte von Menschen mit Behinderungen

thematisiert wird.

Infothek

Neu in den Veranstaltungskalender

aufgenommen wurde u. a. das Seminar

»Gleichbehandlungsrecht und die Behindertenrechtskonvention

im Sozialrecht«. Im

Rahmen des Seminars werden Kenntnisse

zur UN-Behindertenrechtskonvention

einschließlich ihrer Geltendmachung in

gerichtlichen oder behördlichen Verfahren

vermittelt. Die Veranstaltung wird vom Deutschen

Anwaltsinstitut e.V. in Kooperation

mit dem Deutschen Institut für Menschenrechte

ausgerichtet und findet am 21. März

2013 im DAI-Ausbildungscenter Berlin statt.

Weiterhin finden Sie in der Infothek aktuelle

Urteile des Bundessozialgerichts zur Versorgung

mit Hilfsmitteln.

Zu der Tagung »Erwerbsintegration und

berufliche Teilhabe von Menschen mit psy-

chischer Erkrankung«, die am 15. und 16.

November 2012 in Bremen stattgefunden

hat, finden Sie eine Themenseite mit den

Präsentationen der Referenten in unserer

Infothek. (In diesem Zusammenhang wurde

auch ein Veranstaltungsbericht als Diskussionsbeitrag

D5-2013 veröffentlicht.)

Der Deutsche Städtetag hat einen Sachstandsbericht

herausgegeben, in dem er

die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention

(Stand 2011) im Elementar- und

Schulbereich in Deutschland beschreibt.

Die Deutsche Rentenversicherung Bund

hat den Reha-Bericht Update 2012 mit den

wichtigsten aktuellen Daten und Fakten

zur Rehabilitation der Rentenversicherung

veröffentlicht. Sie finden sowohl den Sachstandsbericht

des Deutschen Städtetags

als auch den Reha-Bericht 2012 der Deutschen

Rentenversicherung in der Infothek.

Zusätzlich finden Sie in der Infothek Übersichten

über die wesentlichen Änderungen

und Neuregelungen zu Beginn des Jahres

2013 im Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums

für Arbeit und Soziales

und im Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums

für Gesundheit.


projekte

MBI - Medizinisch-Berufliches Integrationsmanagement

Neues MBI-Konzept reagiert auf

MBOR und RehaFutur

12

»Argumente für ein Medizinisch-

Berufliches Integrationsmanagement

(MBI) – Fortschreibung

2012« heißt ein von sechs

maßgeblichen Leistungserbringerverbänden

der medizinischen

und beruflichen Rehabilitation

überarbeitetes Konzept-

und Positionspapier zur

medizinischen und beruflichen

Rehabilitation.

Berlin. Erstmals im Jahr 2009 konsentiert,

sahen sich die im DEGEMED-moderierten

Arbeitskreis MBI zusammenwirkenden

Verbände und Einrichtungen durch zwei

Entwicklungen zur Überarbeitung des Argumentationspapiers

veranlasst: Zum einen

richtet die Deutsche Rentenversicherung

Bund mit dem bald allgemeinverbindlichen

Konzept der Medizinisch-beruflich

orientierten Rehabilitation (MBOR) die

medizinische Rehabilitation künftig diagnostisch

und therapeutisch stärker an der

Beschäftigungsfähigkeit aus. Zum anderen

geht der durch das Bundesministerium für

Das Betriebliche Eingliederungsmanagement

nach § 84 SGB IX ist gerade in kleinen

und mittelständischen Unternehmen ein

wichtiges Verbindungsglied im MBI-

Prozess.

Arbeit und Soziales zur Neuordnung der

beruflichen Rehabilitation initiierte Prozess

»RehaFutur« in die Umsetzungs- und Ausgestaltungsphase

durch Einrichtungen der

beruflichen Rehabilitation. MBI greift beides

auf. Gerade die besser synchronisierte Verzahnung

von medizinischer und beruflicher

Rehabilitation stellt eine zentrale Intention

dieses gemeinsamen Leistungserbringerkonzeptes

dar.

MBI ist mehr als MBOR

Als ein sektorenübergreifendes Konzept

unterscheidet sich MBI von MBOR, da

letzteres ausschließlich im Bereich der

medizinischen Rehabilitation berufliche

Orientierungen in der Diagnostik und

Therapie stärkt, nicht aber ein längst überfälliges

Schnittstellenmanagement im

sektoral zergliederten Gesundheitssystem

beinhaltet. Auch sind arbeitslos Erwerbsfähige

konzeptionell im MBI einbegriffen.

Ein wesentliches Moment von MBI ist ein

koordiniertes, »proaktives« Zugehen beider

Reha-Leistungserbringer auf die Betriebe,

wobei die Verpflichtung letzterer zu einem

Betrieblichen Eingliederungsmanagement

(BEM nach § 84 SGB IX) das Verbindungsscharnier

zum MBI darstellt.

Lotse für KMU

Gerade kleinen und mittelständischen

Betrieben will MBI ein fallbezogener Lotse

durch das gegliederte Gesundheitssystem

sein. MBI beansprucht eine koordinierende

Klammer zu bilden im Viereck zwischen

Betroffenen, Betrieb, Leistungsträgern

und Leistungserbringern. Die dafür notwendigen

Steuerungselemente des MBI

sind im Kern ein Assessement, das einen

Abgleich des arbeitsplatzbezogenen Anforderungsprofils

mit dem individuellen Fähigkeitsprofil

mit beinhaltet sowie Beratung

und Fallmanagement (Casemanagement).

Gemeinsame Servicestellen, kompetenziell

aufgewertet zu MBI-Referenzzentren, böten

einen idealen Ort zur Institutionalisierung

der zentralen vermittelnden und koordinie-

Bei der MBOR-Fachtagung der DEGEMED in

Kassel wurden im September 2012 unterschiedliche

Ansätze in der Praxis verglichen.

renden MBI-Intention: dem sektorenübergreifenden

Schnittsstellenmanagement,

wie es den Zielsetzungen der §§ 9 und

19 SGB IX iVm §§ 8, 10 bis 13 SGB IX entspricht.

Service

Das MBI-Papier »Argumente

für ein Medizinisch-Berufliches

Integrationsmanagement – Fortschreibung

2012« finden Sie auf

der DEGEMED-Homepage unter

www.degemed.de

»Zurück in den Beruf«: MBI verzahnt medizinische

und berufliche Rehabilitation und

schafft übergreifende Prozesse.


projekte

Fachtagung

»MBOR Regional« zeigt Variantenreichtum der MBOR-Umsetzung

2013 geht die Medizinisch-beruflich

orientierte Rehabilitation

(MBOR) in die Routine. Alle DRVbelegten

Kliniken haben damit

ihre Konzepte diagnostisch und

therapeutisch an der Beschäftigungsfähigkeit

auszurichten.

Doch in der Praxis gibt es Unterschiede,

wie eine DEGEMED-

Fachtagung zeigt.

Kassel. Eine Herausforderung für alle

Beteiligten stellt der konzeptionelle Variantenreichtum

in der MBOR-Umsetzung dar.

Sichtbar wird dieser vor allem zwischen

differierenden MBOR-Ansätzen und Umsetzungspraktiken

regionaler DRV-Träger.

Dies bestätigen die nunmehr vorliegenden

Ergebnisse des formativen MBOR-Evaluationsprojektes

»MBOR Management«.

Es zeigt Unterschiede in der Steuerung

(Träger »top down« / Klinik »bottom up«), in

Diagnostiken und Therapiepfaden (strukturiert/

individuell) sowie in der Art und

Weise der Vergütung (Sondervergütungen/

Pauschalvergütungen/Verweildauerverlängerung).

Wenn regionale Besonderheiten

notwendig sind und durchaus auch Vorteile

haben können, dürfte dieses für Rehabilitationskliniken

mit mehren Belegern aus

der Rentenversicherung eine besondere

Herausforderung darstellen.

Fachtagung im Mai

Die DEGEMED-Fachtagung »MBOR Regional

– Berufliche Orientierung in der

medizinischen Rehabilitation. Ansätze der

Regionalträger« geht am 13. Mai 2013

in der Habichtswald-Klinik in Kassel-Bad

Wilhelmshöhe dieser Problemlage nach.

Sie informiert für alle Regionen (Nord/Ost/

Süd und West) über die jeweiligen MBOR

Umsetzungsaktivitäten und zeigt darüber

hinaus für jede Interessantes, Besonderes

oder Beispielhaftes auf.

Service

Die Veranstaltungsankündigung mit

der Anmeldung finden Sie auf der

Homepage der DEGEMED unter www.

degemed.de in der Rubrik »Alle Veranstaltungen«.

13

IT-Lösungen

Zugang zu EvaSys wird einfacher

Die DEGEMED und Electric Paper

Evaluationssysteme haben

Ende 2012 eine Rahmenvereinbarung

geschlossen. Sie soll

für Mitglieder den Zugang zum

Befragungssystem EvaSys vereinfachen.

Berlin/Lüneburg. Die Electric Paper

Evaluationssysteme GmbH ist führender

Anbieter von Softwarelösungen zur Durchführung

von Befragungen, die automatisiert

erstellt, durchgeführt und ausgewertet

werden – egal ob Papier-, Online- oder Hybridbefragungen.

Anwendung finden Befragungslösungen

überall dort, wo Feedback

systematisch erfasst und im Rahmen eines

Qualitätsmanagements ausgewertet wird.

Weitgehend automatisierte Befragung

Mit der Befragungsmanagementlösung

EvaSys werden Befragungen von Patienten,

Mitarbeitern, Einweisern usw. mit

überschaubarem Aufwand realisiert und

einfach und professionell deren Feedback

gemessen. Die flexible Architektur ermöglicht

vielfältigen Einsatz und bietet maximale

Automation von der Fragebogenerstellung

über die Auswertung bis hin zum

Ergebnisreporting. EvaSys wird weltweit

erfolgreich in mehr als 1.000 Organisationen

zur Durchführung von Befragungen

eingesetzt.

DEGEMED-Mitglieder profitieren

Ende des vergangenen Jahres konnte erneut

eine Rahmenvereinbarung zwischen

Electric Paper Evaluationssysteme und der

DEGEMED abgeschlossen werden. Das Ziel

der Rahmenvereinbarung zwischen den

beiden Organisationen ist es, Mitglieds-Organisationen

der DEGEMED den Zugang zu

Stephan Schreiber,

Account Manager EvaSys

EvaSys zu erleichtern und die Partnerschaft

weiter auszubauen. Deshalb profitieren

DEGEMED-Mitglieder über die Rahmenvereinbarung

von speziell vereinbarten

Konditionen.

Service

Für Fragen zu den Themen Rahmenvereinbarung

oder EvaSys steht

Ihnen gerne zur Verfügung:

Stephan Schreiber

Account Manager

E-Mail: sales@evasys.de


projekte

Praxisbericht

Automatisierte Patientenbefragung – Möglichkeiten, Grenzen und Zukunft

14

von Berit Wichmann, Zentrale

QM-Koordinatorin der RehaZentren

der Deutschen Rentenversicherung

Baden-Württemberg,

DGQ Quality Manager

Schnell die Zufriedenheit der

Patienten erfragen und auswerten,

sich mit den anderen

Kliniken vergleichen und dabei

Ansätze zur Verbesserung

finden – mit dieser Zielsetzung

setzen die neun Kliniken der

Gruppe RehaZentren Baden-

Berit Wichmann

Württemberg seit Anfang 2011

die Software EvaSys ein. Da alle Daten auf

einer zentralen Datenbank liegen, reduziert

sich der Pflegeaufwand für das Gesamtsystem

und ein Benchmark ist schnell

möglich.

Für den Einsatz von Eva Sys sprach für

die RehaZentren, dass eine Gruppierung

und Gewichtung der Ergebnisse möglich

ist. Durch bereichsbezogene Fragengruppen

lassen sich einzelne Bereiche in der

Gesamtbefragung nicht nur auswerten,

sondern – mittels Hinterlegung von Zielgrößen

– auch im Ampelsystem einfach

darstellen.

Wiederum lassen sich die einzelnen Abteilungen

in Teilindikatoren aggregieren mit

dem Ziel, einen Durchschnittswert (z. B. für

die Gruppe Ärzte/Pflegedienst/Psychologen)

zu berechnen.

Aus dem Durchschnitt aller Teilindikatoren

ergibt sich die Gesamtzufriedenheit,

die systembedingt Globalindikator heißt.

Die Teilindikatoren sind das arithmetische

Mittel aus den enthaltenen Fragen. Durch

eine unterschiedliche Anzahl von Fragen je

Teilindikator fließt jede einzelne Frage mit

einem anderen Anteil in das Gesamtergebnis

ein.

Selbstverständlich werden auch die

Ergebnisse der Einzelfragen grafisch dargestellt,

ebenfalls ist der Vergleich mit Vorperioden

möglich.

In vielen Fragebögen werden Felder

eingesetzt, in denen die Patienten hand-

schriftliche Kommentare abgeben können.

Diese werden ebenfalls eingescannt,

müssen aber, um sie sinnvoll zu nutzen,

relativ aufwendig aufbereitet, exportiert

und weiter aufbereitet werden. Nach ersten

Erfahrungen haben sich die RehaZentren

gegen die Nutzung von Freitextfeldern im

Fragebogen entschieden und stellen den

Patienten andere Möglichkeiten zur Verfügung,

um handschriftliche Kommentare

abzugeben.

Zu erwähnen ist auch, dass mit EvaSys

Ampelsystem auf Abteilungsebene

auch personalisierte Auswertungen möglich

sind, sodass zum einen die Ergebnisse

für einen Patienten vorliegen, zum anderen

die Ergebnisse mehrerer Fragebögen zusammengefasst

werden.

Dimension Rohwert Normierter Wert

70 1001 30

… die ärztliche Betreuung 1.8 80

… das Pflegepersonal 1.5 80

… die psychologische/

psychotherapeutische

Betreuung 2.1 130

Globalindikator als Durchschnitt der Teilindikatoren

Globalindikator

Ärzte/Pflegedienst/Psychologen

Therapien

Organisation/Hotelerie

Darstellung einer Einzelfrage

In Bezug auf die Anzahl der Kontakte

Kontakt

Berit Wichmann

Zentrale QM-Koordinatorin

DGQ Quality Manager

b.wichmann@rehazentren-bw.de

12 34 5

12 34 5

12 34 5

12 34 5


arbeitsmarkt

Ausbildung

Pflegeausbildung: eine Elite-Veranstaltung für Abiturienten?

Zwölf Schuljahre als Zugang für

die Ausbildung in der Gesundheits-,

Kranken- und Altenpflege

forderte die EU-Kommission.

Doch Deutschland soll eine Ausnahme

machen dürfen, wenn

EU-Parlament und Mitgliedsstaaten

zustimmen.

Berlin/Brüssel. Ende des Jahres 2011

legte die EU-Kommission Vorschläge für die

Änderung der Berufsanerkennungsrichtlinie

2005/36/EG vor. Diese beinhalten

u. a. die Anhebung der Zugangsvoraussetzungen

für die Ausbildung in der Gesundheits-

und Kranken- sowie der Altenpflege

auf zwölf Schuljahre statt wie bisher zehn.

In 25 von 27 EU-Mitgliedsstaaten ist dies

bereits der Fall. Allerdings ist die Frage,

ob das nur um der Gleichheit willen auch

für Deutschland zwingend notwendig

ist. Wichtig ist ja die Vergleichbarkeit der

Abschlüsse und nicht die Gleichheit der Zu-

gangsvoraussetzungen. Denn auch wenn

die Anforderungen an die Pflegekräfte in

den letzten Jahrzehnten gestiegen sind

und voraussichtlich auch weiter steigen

werden, wird deutlich, dass es der falsche

Weg wäre, eine große Gruppe Menschen

von vornherein für diesen Berufsbereich

auszuschließen. Es ist bekannt, dass das

Ausbildungsniveau in Deutschland in diesem

Bereich sehr hoch ist und deutsche

Pflegekräfte im europäischen Ausland

begehrt sind.

Keine Antwort auf Fachkräftemangel

Abitur als Voraussetzung für diese Berufe

ist keine Lösung für den fachlich steigenden

Anspruch. Die Möglichkeit für eine

gute und sinnvolle Fort- und Weiterbildung

ist eine viel passendere Strategie, das

Pflegepersonal für diesen zu rüsten. Der

Binnenmarktausschuss des Europäischen

Parlaments hat sich am 23.01.2013 nach

langen Verhandlungen geeinigt, dass

Deutschland die bisherigen Zugangsvoraussetzungen

beibehalten kann. Diese

Nachwuchs gesucht

Personalangebot und -nachfrage

nicht-ärztlicher Fachkräfte in Mio.

1,452

1,422

2010 2011 2020* 2030*

* Prognose

1,469

1,455

Angebot

1,459

1,600

1,235

Nachfrage

Quelle: FTD; PricewaterhouseCoopers

2,021

Entscheidung muss im Frühjahr noch

vom Plenum des Europaparlaments und

von den Mitgliedsstaaten bestätigt werden.

Wenn dies der Fall sein sollte, kann

Deutschland sich glücklich schätzen, dass

die Pflegeausbildung nicht zu einer Elite-

Veranstaltung für Abiturienten gemacht

wird. Denn dies wäre ein Schritt in die

falsche Richtung bei dem sowieso schon

bestehenden Fachkräftemangel im Pflegebereich

(siehe Abb.).

15

DEGEMED-Tagung

Den Fachkräftemangel aktiv angehen

Die Prognosen sind

schlecht. Auch wenn es

verschiedene Berechnungen

von möglichen

Zukunftsszenarien gibt,

bleibt das Ergebnis am

Ende gleich: Es fehlen

Fachkräfte im Gesundheitswesen

und dieser Zustand

wird sich in den nächsten Jahren

noch verschärfen.

Doch noch ist das Potenzial vorhandener

Fachkräfte nicht ausgeschöpft. So

verlassen viele Pflegekräfte oder Ärzte

ihren Beruf wenige Jahre nach dem

Berufseintritt wieder. Die Gründe hierfür

sind vielfältig und reichen von Frustration

über die Arbeitsbedingungen und

mangelnde Aufstiegschancen bis zur

schwer umsetzbaren Vereinbarkeit von

Familie und Beruf. Letztere ist auch ein

Grund, warum in der Pflege, in der größtenteils

Frauen arbeiten, die höchste

Quote an Teilzeitbeschäftigungen besteht.

Denn noch immer liegen familiäre

Verpflichtungen hauptsächlich bei den

Frauen und damit bei potenziellen Fachkräften

in der Pflege.

Gezielt gegensteuern

Nur wer die Ausstiegsgründe kennt,

kann gezielt gegensteuern. In den meisten

Rehakliniken wird heute schon

reagiert. Es werden Arbeitsstrukturen

verändert, Hilfskräfte angelernt und

Beschäftigte aus dem Ausland ange-

worben. Und was einmal als Notlösung

begonnen hat, hat sich mancherorts

bewährt und wird fortgeschrieben. Den

größten Erfolg bringt jedoch die Kombination

von Maßnahmen. Neu- oder wiedergewonnene

Fachkräfte können nur

langfristig gebunden werden, wenn sie

ein Arbeitsumfeld vorfinden, in dem sie

sich entwickeln können und das sich mit

ihrem Privatleben verbinden lässt.

Service

DEGEMED-Fachtagung

Wie solche Erfolgskonzepte aussehen

können, zeigt die DEGEMED-

Fachtagung »Fachkräftemangel in

der Rehabilitation – Lösungen aus

der Praxis für die Praxis« am 25. April

2013, 9:45 bis 15:30 Uhr, Berlin.

Das detaillierte Programm finden Sie

im Internetauftritt der DEGEMED unter

der Rubrik »Veranstaltungen«.


termine

Veranstaltungen der DEGEMED

Know-how aus der Praxis für die Praxis

Fachtagung Fachkräftemangel

in der Rehabilitation am 25.4.2013

in Berlin

Ältere Patienten, alternde Belegschaften

und kein Nachwuchs in Sicht. Die Prognosen

für die kommenden Jahre sehen auch

für Rehabilitationseinrichtungen nicht

rosig aus. Doch gibt es bereits heute gute

Handlungsmöglichkeiten, um den Fachkräftemangel

einzudämmen und sich auf

die veränderten Bedingungen einzustellen.

In der Veranstaltung werden Best-Practice-Beispiele

dargestellt und innovative

Ideen und Lösungswege aufgezeigt.

Fachtagung MBOR Regional:

Berufliche Orientierung in der

medizinischen Rehabilitation – Wie

viel Vielfalt ist möglich und nötig?

am 13.5.2013 in Kassel

Die Fachtagung informiert über die Vielfalt

der Ausgestaltung und Umsetzung

von medizinisch-beruflich-orientierter

Rehabilitation und nimmt entsprechende

Aktivitäten der Regionalträger der Rentenversicherung

in den Blick. Die Fachtagung

knüpft an die Auftaktveranstaltung zu

neueren Konzepten in der beruflich orientierten

medizinischen Rehabilitation am

17. September 2012 in Kassel an. Sie ist

Teil einer Veranstaltungsreihe zur Begleitung

der MBOR-Umsetzung aus praxisorientierter

Sicht.

Fachtagung Optimierung von

Verpflegung und Ernährung in der

medizinischen Rehabilitation am

29.5.2013 in Kassel

Die Veranstaltung informiert über Möglichkeiten

zur Optimierung vollwertiger Verpflegung

in der Rehabilitation nach dem

Service

Weitere Informationen zu den

Veranstaltungen und zur Anmeldung

erhalten Sie bei der Geschäftsstelle

der DEGEMED

Tel.: 030 2844966

E-Mail: degemed@degemed.de

oder im Internet unter

www.degemed.de.

DGE-Standard und thematisiert neuere

Erkenntnisse der Ernährungsmedizin und

Diätetik in Rehabilitationseinrichtungen.

Seminar Soziale Medien –

Schwerpunkt Gesundheitskommunikation

am 4.6.2013 in Berlin

»Gesundheitskommunikation« heißt der

diesjährige Schwerpunkt des DEGEMED-

Seminars Soziale Medien. Gab es als

Informationsquelle für Patienten »früher«

nur das direkte Arzt-Patienten-Gespräch,

haben sich die Möglichkeiten in den

letzten Jahrzehnten zunächst auf Massenmedien

(Fernsehen/Zeitschriften)

und zunehmend auf interaktive Medien

(Internet) ausgeweitet. Wie wird sich

die Gesundheitskommunikation im 21.

Jahrhundert weiterentwickeln? Welche

Chancen und Risiken birgt die Informationsflut?

Welche Bedeutung kommt künftig

dem Arzt-Patienten-Gespräch zu? Und

wie können Ärzte und medizinische Fachkräfte

den Fragen des »vorinformierten«

Patienten begegnen? Die Veranstaltung

möchte diese und weitere Fragen rund um

das Thema Gesundheitskommunikation

aufwerfen und beleuchten.

Fachtagung: QS-Reha®-Update

2013 in Kooperation mit dem BV

Geriatrie am 11.6.2013 in Berlin

Im Jahr 2012 wurde das QS-Reha®-

Verfahren der gesetzlichen Krankenversicherung

(GKV) in den somatischen und

psychosomatischen Fachabteilungen neu

gestartet. Nach einem Jahr liegen bereits

erste Ergebnisse vor – Zeit, Bilanz zu

ziehen. In der Fachtagung werden Ergebnisse

und Erfahrungen vorgestellt und zu

klärende Aspekte des Verfahrens diskutiert.

Referenten von GKV, DRV, aus der

Wissenschaft und der Datenerhebung und

-auswertung werden wesentliche Aspekte

näher erläutern und sich den Fragen der

Teilnehmer stellen.

Fachtagung: Engagement

für chronisch kranke Kinder und

Jugendliche am 13.6.2013 in Berlin

Die Teilhabe chronisch kranker Kinder und

Jugendlicher hat sich durch veränderte

soziale, familiäre und gesellschaftliche

Bedingungen deutlich erschwert. Eine

Herausforderung für Reha-Kliniken und

Leistungsträger. Die Fragen: Welche Krankheitsbilder

stehen aktuell im Vordergrund?

Welche sozialen Lebenswirklichkeiten

beeinflussen das Krankheitsmanagement

vor, während und nach der Reha? werden

im Rahmen der Fachtagung diskutiert.

Jubiläumsveranstaltung »10

Jahre Deutscher Reha-Tag« am

14.6.2013 in Berlin

Bei dem Festakt nehmen Politiker aller

Parteien Stellung zum Thema »gute Rehabilitation«

und stellen sich der Frage, wie

sie sich in der kommenden 18. Legislaturperiode

mit ihrer Partei hierfür einsetzen

möchten.

Vorankündigungen:

Sozialmedizinisches Symposium am

20.6.2013

Reha-Rechtstag am 27.9.2013

Fachtagung Pflege in der Reha am

13.9.2013

Fachtagung Qualitätsmanagement am

10./11.10.2013

Impressum

DEGEMED

Deutsche Gesellschaft für

Medizinische Rehabilitation e.V.

Vorstand:

Prof. Bernd Petri (Vorsitzender)

Dr. Constanze Schaal

(1. stellv. Vorsitzende)

Volker Behncke (2. stellv. Vorsitzender)

Petra Schraml-Dussle

Horst Gollée

Thomas Bold

Geschäftsführer:

Christof Lawall (V.i.S.d.P.)

Fasanenstraße 5, 10623 Berlin

Tel.: 030 284496-6

Fax: 030 284496-70

E-Mail: degemed@degemed.de

Internet: www.degemed.de

Realisation und Verlag:

müller:kommunikation,

Eichhoffstr. 36, 44229 Dortmund

Tel. 0231 477988-30

www.muellerkom.de

Redaktionsschluss: 8.3.2013

Foto S. 1: Fotolia; S. 12 rechts unten: Bfw

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