Bericht in Textform und Erläuterungen (Größe: 8MB) - Iserlohn

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Bericht in Textform und Erläuterungen (Größe: 8MB) - Iserlohn

Stadt Iserlohn

Rahmenplanung „Obere Mühle“

Bericht

HEINZ JAHNEN PFLÜGER


2 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

IMPRESSUM

Auftraggeber

Auftragnehmer

Stand

Stadt Iserlohn

Iserlohn

Heinz Jahnen Pflüger

Aachen

P. Jahnen

20.07.2011

HEINZ JAHNEN PFLÜGER

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3

INHALT

1 Anlass und Gegenstand der Untersuchung 5

2 Wesen der Rahmenplanung 5

3 Zeitplan 7

4 Potentialanalyse 7

4.1 Auswertung relevanter Gutachten, Planungen, Untersuchungen,

Beschlüsse 7

4.1.1 Flächennutzungsplan 9

4.1.2 Einzelstandortbezogene Analysen und Konzepte im Rahmen des

Gesamtkonzeptes 9

4.1.3 Planungsziele der Bauleitplanung 11

4.1.4 Altlastenverdachtsflächen / Gefährdungsabschätzungen 13

4.1.5 Ver- und Entsorgung 13

4.1.6 Verkehrs - und Parkraumsituation und Entwicklung 13

4.1.7 Freiraumentwicklung und – vernetzung 15

4.1.8 Machbarkeitsstudie Offenlegung Baarbach 17

4.1.9 Zielsetzungen zur Anbindung an die Innenstadt 17

4.1.10 Überlegungen zur Neuordnung der Alexanderhöhe 17

4.1.11 Sonstige Vorgaben und Nutzungsrestriktionen. 19

4.2 Historische Entwicklung und Denkmalschutz 21

4.3 Lage und stadträumliche Einbindung des Gebietes 22

4.3.1 Lage am Rand der Südlichen Innenstadt 22

4.3.2 Räumlich-funktionale Beziehungen zu den angr. Räumen 22

4.4 Verkehr 23

4.4.1 Einbindung in das innerstädtische Straßennetz 23

4.4.2 Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) 23

4.4.3 Einbindung in das Fuß- und Radwegenetz 23

4.4.4 Stellplatzbedarf bzw. Bereitstellung von Stellplätzen 24

4.4.5 Straßenraumgestaltung 25

4.5 Stadtbild 26

4.5.1 Baulicher Zustand, Bau- und Nutzungsstruktur 26

4.5.2 Wechselwirkungen und Abhängigkeiten zwischen Teilbereichen

bzw. Teilprojekten 27

4.5.3 Freiraumqualität und Freiraumverflechtungen 27

4.6 Nutzungsanalyse 28

4.6.1 Rahmenbedingungen der gewerblichen Nutzung 29

4.6.2 Rahmenbedingungen der wohnbaulichen Nutzung 30

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4 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

-

5 Erarbeitung von zwei Ziel - und Strukturkonzeptvarianten

31

5.1 Ziel - und Leitbildentwicklung unter Einbeziehung übergeordneter

Planungen 31

5.1.1 Verkehr - Verkehrliche Maßnahmen 33

5.1.2 Bausubstanz – Bauliche Maßnahmen 33

5.1.3 Freiraum – Freiraumplanerische Maßnahmen 35

5.1.4 Nutzung – Nutzungskonzeptionelle Maßnahmen 35

5.1.5 Chancen und Potenziale 36

5.2 Formulierung der Grundsätze der Planung 37

5.3 Planungsalternativen 37

5.3.1 Anbindung Bahndamm 39

5.3.2 Verkehrsführung „Obere Mühle“ 41

5.3.3 Christophery 43

5.3.4 Quartiersmitte 45

5.3.5 Gebäudekomplex Pekrun / Prym / Phillips 47

5.3.6 Sportplatz 51

5.3.7 Auerweg 53

5.4 Abstimmung mit dem Auftraggeber hinsichtlich ihrer Entwicklungschancen

und Entwicklungspotenziale 53

5.5 Gemeinsame Festlegung auf eine Variante zur weiteren Bearbeitung

53

6. Beteiligung, Kommunikation und

Öffentlichkeitsarbeit 54

6.1 Auftaktveranstaltung 54

6.2 Bürgerwerkstatt 55

6.3 Thementag 71

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5

1ANLASS UND GEGENSTAND DER UNTERSUCHUNG

Anlass und Ziel der Rahmenplanung ist es, die baulich strukturelle und soziale

Lage des Untersuchungsraumes nachhaltig zu verbessern. Im ersten Arbeitsschritt

sind die Abhängigkeiten und Wechselwirkungen der unterschiedlichen

Nutzer und Nutzungen im Bestand aufzuzeigen und zu analysieren.

Hieraus abgeleitet werden Vorschläge für die weitere Entwicklung im Rahmenplan

dargestellt und Zielsetzungen formuliert. Der Rahmenplan enthält

wesentliche Aussagen zur potentiellen baulichen Struktur und zur nutzungsstrukturellen

Entwicklung des Plangebietes. Dabei werden hinsichtlich der

Nutzung auch Verlagerungspotentiale, bezogen auf das Plangebiet sowie

die nahe gelegene Alexanderhöhe mit ihren derzeitigen kulturellen Nutzungen

betrachtet. In Bezug auf die bauliche Struktur werden verschiedene

Szenarien entwickelt, die in engem Bezug zur beabsichtigten Nutzung stehen.

Die räumliche Abgrenzung des Planbereiches erfolgt zwischen Pastorenweg

und der ehemaligen Bahntrasse Iserlohn – Menden im Westen, der Einsteinstraße

und der östlichen Grenze des Sportplatzes In der Läger im Osten,

der ehemaligen Bahntrasse Iserlohn – Menden im Norden, dem Grünzug

südlich der Hardtstraße im Süden durch die südliche Grundstücksgrenze

der Bebauung am Stiller Weg / Auerweg bzw. der Straße In der Läger.

2 WESEN

DER RAHMENPLANUNG

Ein Rahmenplan ist rechtlich nicht definiert. Dieses mag zunächst als Mangel

erscheinen, die Planungspraxis zeigt allerdings mehr und mehr, dass gerade

diese fehlende Legaldefinition den Auftraggebern ein Instrument in die

Hand gibt, das flexibel genug ist, um die jeweils spezifischen Probleme einer

Aufgabe anzugehen.

Auch inhaltlich bestehen – anders als bei der Bauleitplanung – keine Vorschriften,

nicht einmal eingebürgerte Vorstellungen. Es ist daher möglich, die

Rahmenplanung gezielt auf die Inhalte auszurichten, die einen Auftraggeber

besonders interessieren oder die Kerninhalte einer Aufgabenstellung darstellen.

Seit Novellierung des BauGB in seiner Fassung vom 24.Juni 2004 sind entsprechend

§ 1 Abs. 6.11 die Ergebnisse einer von der Gemeinde beschlossenen

sonstigen städtebaulichen Planung zu berücksichtigen.

Für den Standort Iserlohn bedeutet das, dass Ergebnisse und Inhalte der

Rahmenplanung sowohl die Grundlage für anstehende Baumaßnahmen und

Förderanträge als auch Grundlage und Begründung (Anlass) für sich abzeichnende

Maßnahmen innerhalb der Bauleitplanung darstellen.

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6 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

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7

3 ZEITPLAN

Zu Beginn der städtebaulichen Rahmenplanung wurde in Zusammenarbeit

mit der Stadt Iserlohn eine Ablaufplanung erstellt (Siehe Abb. nebenstehende

Seite).

Diese Ablaufplanung wurde Grundlage der Zeitplanung und somit der gesamten

Projektplanung.

4 POTENTIALANALYSE

4.1 AUSWERTUNG RELEVANTER GUTACHTEN, PLANUN-

GEN, UNTERSUCHUNGEN, BESCHLÜSSE

Die Rahmenplanung „Obere Mühle“ ist als eine Teilplanung des Projektes

„Soziale Stadt Iserlohn“ eingebettet in eine Vielzahl von Planungsaktivitäten

der Stadt Iserlohn.

Grundlage aller Planungsaktivitäten sind zudem politische Beschlüsse, bauleitplanerische

Rahmenbedingungen sowie Gutachten zu speziellen Fragestellungen

im Plangebiet.

Innerhalb der Rahmenplanung findet eine Auswertung und Abstimmung dieser

Grundlagen statt.

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8 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

Flächennutzungsplan Iserlohn (Auszug Plangebiet)

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9

4.1.1 Flächennutzungsplan

Der rechtskräftige Flächennutzungsplan der Stadt Iserlohn stellt den überwiegenden

Teil des Plangebietes als gewerbliche Baufläche dar.

Die südlichen Hanglagen des Plangebiets mit den hier befindlichen Wohngebäuden

werden als Grünflächen ohne besondere Zweckbestimmung dargestellt.

Der Sportplatzbereich „Läger“ wird als Grünfläche mit der Zweckbestimmung

„Sportplatz“ dargestellt. Der Straßenzug Obere Mühle wird als

„überörtliche Straße“ dargestellt.

Ausgehend von dieser Darstellung im Flächennutzungsplan muss eine erhebliche

Abweichung der Realnutzung von diesen Festsetzungen festgestellt

werden.

Auf Basis der BauNVO entwickeln sich im Flächennutzungsplan dargestellte

gewerbliche Bauflächen im Bebauungsplan weiter zu Gewerbegebieten und

Industriegebieten. Hier ist festzustellen, dass entsprechend der Baunutzungsverordnung

in diesen Gebieten Wohnungen nur für Betriebsinhaber,

Bereitschaftspersonen oder Aufsichtspersonal zulässig sind. War dies in der

Vergangenheit ggf. noch in großen Teilen der Fall, so muss heute festgestellt

werden, dass weite Bereiche des Plangebietes rein zu Wohnzwecken

genutzt werden und somit planungsrechtlich betrachtet unzulässig sind.

Die weiter fortschreitende Umnutzung des Plangebiets lässt eine zunehmende

Differenz zwischen Darstellung der Nutzungen im Flächennutzungsplan

und der Realnutzung erwarten. Die eingetretenen Präzedenzfälle „entwerten“

somit die Wirksamkeit des städtebauliche Planungs- und Steuerungselements

„Flächennutzungsplan“ und fordern die Fortschreibung oder

Änderung des Flächennutzungsplanes.

4.1.2 Einzelstandortbezogene Analysen und Konzepte im Rahmen

des Gesamtkonzeptes

Im Rahmenplangebiet ergibt sich die Aufgabe für eine Vielzahl von Einzelobjekten

und Einzelfragestellungen Lösungsvorschläge zu entwickeln. So werden

zu Einzelstandorten und Einzelfragestellungen Analysen und Konzepte

erarbeitet, die in der Rahmenplanung zusammengeführt werden.

Parallel zu Erstellung des Gesamtkonzeptes zur Rahmenplanung „Obere

Mühle“ wird durch das Architekturbüro Gerlach / Krings / Böhning, Aachen

eine Machbarkeitsstudie zur Umnutzung des Fabrikkomplexes Kissing &

Möllmann erarbeitet.

Nach dem Erwerb dieser Anlage durch einen neuen Eigentümer im Rahmen

einer Zwangsversteigerung finden Abstimmungsgespräche zwischen Stadt /

Erwerber und Architekt zur Schaffung eines neuen Nutzungskonzeptes statt.

Die Ergebnisse dieser Planung und hier insbesondere die gewählte Erschließungs-

und Nutzungsstruktur finden Eingang in die Rahmenplanung.

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10 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

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4.1.3 Planungsziele der Bauleitplanung

Aufbauend auf den Ausführungen zur Analyse des rechtskräftigen Flächennutzungsplanes

wird festgestellt, dass für den Planbereich keine rechtskräftigen

Bebauungspläne existieren.

Ziel der anstehenden Bauleitplanung muss es daher sein, die innerhalb der

Rahmenplanung entwickelten und dargestellten Planungsziele planungsrechtlich

zu fixieren und somit zur Grundlage der weiteren Entwicklung des

Gebietes werden zu lassen.

Hierzu hat die Stadt Iserlohn im Jahre 2010 einen Aufstellungsbeschluss

Bebauungsplan Nr. 373 "Obere Mühle / Auerweg" gefasst, der wie folgt begründet

wird:

Für den Bereich Obere Mühle / Auerweg soll ein Bebauungsplan aufgestellt

werden. Das Bebauungsplangebiet wird im Westen durch den Pastorenweg,

im Norden durch die ehemalige Bahntrasse Iserlohn - Menden, die nördliche

Grundstücksgrenze der Bebauung am Lünkerhohl, die nördliche Flurstückgrenze

der Straße Obere Mühle und im Süden durch die südliche Grundstücksgrenze

der Bebauung am Stiller Weg und der nördlichen Flurstückgrenze

der Straße Unterm Fröndenberg begrenzt. Der Abgrenzungsvorschlag

des Bebauungsplangebietes ist dem beigefügtem Lageplan zu entnehmen.

Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes beinhaltet einen Teil

des Projektgebietes der “Regionale 2013 / Soziale Stadt” mit den Projekten

ehemalige Fa. Kissing und Möllmann im Bereich Auerweg und ehemalige

Fa. Christophery im Bereich Lünkerhohl. Mit beiden Projekten soll im Rahmen

der “Sozialen Stadt” das Ziel verfolgt werden, die baulich strukturelle

und soziale Lage in den benachteiligten Stadträumen nachhaltig zu verbessern.

Aus der aktuellen Situation und ersten konzeptionellen Überlegungen

heraus ergibt sich eine Planerfordernis gem. §1 Abs.2 BauGB für den gesamten

Planbereich, der auch die südöstlich angrenzenden Baugebiete umfasst.

Ziel des Bebauungsplanes ist es, unter Berücksichtigung des Bestandes

und der besonderen topographischen Lage (Tallage) attraktive Mischund

Wohnbauflächen zu entwickeln und städtebauliche Missstände zu beseitigen.

Der Bereich stellt eine der ältesten gewerblichen Ansiedlungsgebiete

Iserlohns dar. Zu Beginn der Entwicklung sind hier nur betriebszugehörige

Wohngebäude entstanden. Das Ziel einer weiteren gewerblichen Entwicklung

für den südöstlichen Planbereich spiegelt sich in der Darstellung des

Flächennutzungsplanes als Gewerbliche Baufläche wider. Später hat sich

Wohnbebauung auch unabhängig von den Gewerbebetrieben im Süden des

Plangebietes angesiedelt. Diese Entwicklung führte zur Zeit der intensiven

industriell gewerblichen Nutzung u.a. durch die Fa. Christophery verstärkt zu

Immissionsproblemen. Seit Aufgabe der gewerblich industriellen Nutzung

durch die Fa. Kissing und Möllmann ist im Bereich des ehemaligen Firmenkomplexes

im Bereich Auerweg nur noch kleinteiliges Gewerbe ansässig,

das im Zusammenhang mit vereinzelter Wohnnutzung zu Konflikten führt.

Die Gebäude der ehemaligen Fa. Christophery stehen zurzeit leer. Hier gibt

es erste Überlegungen, Teile der Gebäude u.a. zu einer Wohnanlage zu

entwickeln. Die Umnutzung der ehemaligen Industrieareale bietet die Chance,

den gesamten Bereich im Zusammenhang neu zu ordnen und bestehende

und geplante Nutzungen zu gliedern. Die Wohnbebauung im Bereich

Auerweg / Stiller Weg soll dabei gezielt aus der Tallage nach Süden zur offenen

Landschaft hin entwickelt werden. Für die Komplexe Kissing und

Möllmann, Christophery und den Bereich Obere Mühle ist ein gegliedertes

Mischgebiet vorgesehen. Der Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan

Nr. 373 "Obere Mühle / Auerweg" ermöglicht auch die Sicherung und Steuerung

konkreter Planungsziele, die sich im weiteren Verfahren durch die Zusammenarbeit

mit potentiellen Investoren ergeben (Zurückstellung von Baugesuchen,

Erlass einer Veränderungssperre).

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12 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

Neben der baulichen Entwicklung wird unter anderem auch die geplante Offenlegung

des Baarbaches im Bereich Christophery und die Sanierung der

Altlasten im Bereich Christophery und Kissing und Möllmann ein wesentlicher

Bestandteil des Bebauungsplanes sein.

Ziel des Bebauungsplanes:

• Entwicklung von Wohn- und Mischgebieten,

• Offenlage des Baarbaches im Bereich Christophery,

• Schaffung von Planungssicherheit,

• Verbesserung der Arbeits- und Wohnsituation,

• Sanierung der Altlasten im Bereich Christophery und Kissing &

Möllmann,

• Schaffung eines Steuerinstrumentes zur weiteren Entwicklung der Industriebrachen.

Der rechtswirksame Flächennutzungsplan (FNP) stellt den südlichen Planbereich

als Grünfläche und die Bauflächen südlich und nördlich der Oberen

Mühle als gewerbliche Baufläche dar. Im Rahmen des Verfahrens ist eine

Änderung des FNP erforderlich, da die Bauflächen im südlichen Planbereich

als allgemeines Wohngebiet und die übrigen Bereiche als ein gegliedertes

Mischgebiet entwickelt werden sollen.

(Auszug aus dem Aufstellungsbeschluss, DS 7/1211 ; DS 8/0539)

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4.1.4 Altlastenverdachtsflächen / Gefährdungsabschätzungen

Ausgehend von der industriellen Nutzung der im Planbereich befindlichen

Industrieanlagen ist an den einzelnen Standorten mit Altlasten zu rechnen.

Entsprechend dieser auf Nutzungsrecherchen beruhenden Aussage sind die

Altanlagen als Altlastenverdachtsflächen gekennzeichnet.

Für die Planbereiche Kissing & Möllmann sowie Christophery liegen Altlastengutachten

vor.

In Bereichen mit Verfüllungen wie dem Sportplatzbereich „Am Läger“ besteht

auf Grundlage des Entstehungszeitraumes ebenfalls ein Verdacht auf Altlasten.

Entsprechende Voruntersuchungen liegen vor.

4.1.5 Ver- und Entsorgung

Die Ver- und Entsorgung des Planbereiches ist durch die bestehenden Anlagen

zunächst gesichert.

Aufgrund der industriellen Nutzungsgeschichte und Entstehungszeit des

Planbereiches ist die Notwendigkeit der Erneuerung weiter zu prüfen.

Im Zuge konzeptioneller Überlegungen zur Umgestaltung des zentralen

Planbereiches als künftige „Quartiersmitte“ wird der hier befindliche Standort

einer Trafostation überplant. In Gesprächen mit der Stadt ließ der Betreiber

seine Bereitschaft zur Verlagerung der Trafostation erkennen.

4.1.6 Verkehrs - und Parkraumsituation und Entwicklung

Die Verkehrssituation im Plangebiet ist wesentlich durch den Verlauf des

Straßenzuges Obere Mühle und dessen Funktion als klassifizierte Hauptverkehrsstraße

geprägt. Eine wesentliche Veränderung der hier vorhandenen

Verkehrsbelastung ist nicht zu erwarten.

Die Verkehrssituation in den Nebenstraßen des Plangebiets stellt sich aufgrund

der hier befindlichen Wohnnutzung bis auf den oberen Abschnitt

Lünkerhohl als unproblematisch dar.

Im oberen Abschnitt Lünkerhohl mit seiner fortwährenden industriellen Nutzung

sind Konflikte zwischen industriellem Erschließungsbedarf und angrenzender

Wohnnutzung festzustellen. Aufgrund mangelnder Raumverfügbarkeit

finden hier Liefer- und Ladevorgänge mit Schwerlastverkehr in hierfür

unterdimensionierten Straßenräumen statt. Zudem sind Teile der Verkehrsanlagen

aufgrund der verfügbaren Raumgeometrie für bestimmte Fahrbeziehungen

des Schwerlastverkehrs ungeeignet, sodass verbotswidrige

Fahrbewegungen zu beobachten sind.

Die Parkraumsituation wurde im Rahmen der Bestandsaufnahme und Planung

analysiert (siehe Kap. 4.4.4).

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14 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

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4.1.7 Freiraumentwicklung und – vernetzung

Der Planbereich befindet sich als Tallage eingebettet in die umgebenden

bewaldeten Hanglagen in einem direkten räumlichen und visuellen Kontakt

mit den angrenzenden Freiräumen.

Aufgrund der industriellen Vorgeschichte des Planbereiches stand eine direkte

funktionale Verknüpfung der Siedlungsbereiche mit den Freiräumen

nicht im Interesse der Nutzer. Erst die schrittweise Umnutzung weiter Planbereiche

hin zu einer Wohnnutzung hat die unmittelbare Verknüpfung von

Wohnen und Freiräumen in den Fokus des planerischen Interesses treten

lassen.

Im Zuge von begleitenden Planungen zum Projekt „Soziale Stadt“ wurden zu

den angrenzenden Freibereichen „Hardt“ sowie Sportplatz „Läger“ konzeptionelle

Planungen angefertigt.

Im Zuge der Rahmenplanung „Obere Mühle“ stellt sich die Aufgabe, die Erreichbarkeit

der Freibereiche „Hardt“ mit dem Plangebiet zu verbessern und

somit den Wohnwert des Plangebietes weiter zu steigern.

Das im Rahmen der Umnutzungskonzeption entwickelte Konzept zum Umbau

des Sportplatzes Läger zum Sport- und Spielbereich für Kinder und Jugendliche

mit Spiel- und Trendsportfeldern, Wasserspielplatz und Kletterwald

wird als wertvoller Projektbaustein betrachtet und in die Rahmenplanung

übernommen.

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16 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

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17

4.1.8 Machbarkeitsstudie Offenlegung Baarbach

Im Vorlauf zur Rahmenplanung wurde durch das Ing. Büro Beck, Wuppertal

eine Machbarkeitsstudie zur Offenlegung des Barbaches erstellt.

Neben ökologischen Aspekten werden im Rahmen dieser Machbarkeitsstudie

eine Vielzahl von städtebaulich-gestalterischen Vorschlägen zur Verbesserung

des Wohnumfeldes, des Freizeitwertes sowie der gestalterischen

Aufwertung des Quartiers gemacht.

Hierbei wird das Potenzial deutlich, dass eine Offenlegung des Baches für

das Quartier in vielerlei Hinsicht birgt.

Ziel und Aufgabe der Rahmenplanung ist es somit, eine Offenlegung des

Baarbaches in Einklang mit den hier entwickelten Konzeptbausteinen zu

bringen und in das städtebaulich-gestalterische Gesamtkonzept zu integrieren.

4.1.9 Zielsetzungen zur Anbindung an die Innenstadt

Die Anbindung des Plangebiets an die Innenstadt wird derzeit durch die

Fortsetzung des Straßenzuges Obere Mühle – Hohler Weg – Kurt-

Schuhmacher-Ring gebildet. Entlang dieser verkehrlich hoch belasteten

Straßenverbindung mit geringer Attraktivität und hohem Lärmpegel ist die

Innenstadt zwar auf kurzem Wege, jedoch sehr unattraktiv für Fußgänger

und Radfahrer zu erreichen.

Eine für Fußgänger attraktivere Verbindung besteht über den bestehenden

Weg auf dem Bahndamm zur Peterstraße und weiter in die Innenstadt. Allerdings

ist dieser Bahndammweg nur unzureichend mit dem Plangebiet verknüpft.

Die derzeitigen Verbindungen bestehen aus einem nicht befestigten Fußpfad

oberhalb der Gärten entlang des Straßenzuges Lünkerhohl mit Anschluss

im mittleren Straßenabschnitt Lünkerhohl sowie über einen illegal

genutzten Fußweg Obere Mühle – Auerweg über das Fabrikgelände Kissing

& Möllmann zum Bahndammweg.

Dieser Bahndammweg stellt nicht nur einen attraktiven Teil einer Verbindung

zur Innenstadt dar, sondern auch eine kurze Verbindung zum Bahnhof sowie

den angrenzenden Schulen.

Innerhalb der Rahmenplanung wird somit die Zielsetzung verfolgt, die Anbindung

des Quartiers an die Innenstadt und den Bahnhofsbereich durch eine

Verbesserung der Verknüpfung mit dem Bahndammweg herzustellen.

4.1.10 Überlegungen zur Neuordnung der Alexanderhöhe

Die Stadt Iserlohn betreibt eine Planung zur städtebaulichen Neuordnung

des Bereiches Alexanderhöhe. Ziel dieser Planung ist die Errichtung einer

Festhalle als multifunktionalen Neubau mit Einrichtungen wie großen und

kleinen Festsaal, Tagungs- und Seminarräumen sowie Gastronomieangeboten.

Mit einer Entfernung von ca. 1000 Metern zum Plangebiet kann dieses Projekt

und die hiermit verbundene Frequentierung positiven Einfluss auf das

Plangebiet Obere Mühle nehmen.

Voraussetzung hierzu ist, wie bei einigen anderen Aspekten der Rahmenplanung,

eine deutliche Verbesserung der Anbindung des Plangebietes für

Fußgänger und Radfahrer an die umliegenden Bereiche und insbesondere

an den Fuß- und Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse mit unmittelbarer

Anbindung an die Alexanderhöhe.

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18 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

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4.1.11 Sonstige Vorgaben und Nutzungsrestriktionen

Die Eigentumsstruktur im Plangebiet ist durch die industrielle Nutzung und

Vorgeschichte des Plangebietes geprägt. Während die derzeit oder ehemals

als Fabrik genutzten Bauten und Flächen großflächig Einzeleigentümern zugeordnet

werden können, sind die als Wohnhäuser genutzten baulichen Anlagen

und Liegenschaften entsprechend kleinteilig im Besitz verschiedener

Eigentümer.

Für die anstehende Umnutzung bzw. Weiterentwicklung der Fabrikbauten

bedeutet die hierbei notwendige Abstimmung mit wenigen Eigentümern eine

Vereinfachung der anstehenden Planverfahren.

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20 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

Hier

Flurkarte Iserlohn, Stand 1830, Auszug Plangebiet

Flurkarte Iserlohn, Stand 1900, Auszug Plangebiet

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21

4.2 HISTORISCHE ENTWICKLUNG UND DENKMALSCHUTZ

Auf Grundlage der vorhandenen historischen Karten kann die Entwicklung

des Plangebietes im Zeitraum von 1830 bis 1900 belegt werden.

Während die Flurkarte von 1830 nur eine Bebauung am unteren, südlichen

Rand des heutigen Straßenzuges „Obere Mühle“ bis etwa zum Standort der

später errichteten Eisenbahnbrücke zeigt, enthalten die Darstellungen der

um 1900 gefertigten Flurkarten alle wesentlichen Straßenzüge des Plangebietes

sowie die Bahnanlagen der „Eisenbahn nach Fröndenberg“.

Im Unterschied zum heute bestehenden Straßennetz zeigt die Karte eine am

südwestlichen Plangebietsrand gelegene, parallel zur Industriestraße und

Nadel Straße geführte Erschließungsstraße als „Kampstraße“. Die heutige

Einsteinstraße wird in dieser Flurkarte „gestrichelt“ als „Weg“ oder „Planung“

dargestellt.

Der Vergleich zum heutigen Straßennetz lässt den Schluss zu, dass die

ehemals vorhandene Kampstraße im Zuge der weiteren Entwicklung und

Bebauung des Plangebietes nach 1900 aufgegeben wurde und durch den

Industriekomplex der Fabrikanlagen Pekrun / Prym überbaut wurde.

Auszug Flurkarte 1900

Obwohl im Plangebiet eine Vielzahl von historischen Gebäuden vorzufinden

ist, stehen lediglich die Gebäude Obere Mühle 28 förmlich unter Denkmalschutz.

Hierbei handelt es sich um die Fabrikanlage „Kissing & Möllmann“, zu deren

Umnutzung innerhalb eines parallel zu dieser Rahmenplanung geführten

Planverfahrens Konzepte erarbeitet werden.

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22 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

4.3 LAGE UND STADTRÄUMLICHE EINBINDUNG DES GEBIE-

TES

Eingebunden in die gesamtstädtische Struktur Iserlohns bestehen zwischen

dem Plangebiet und angrenzenden Stadtbereichen vielfältige Wechselbeziehungen.

4.3.1 Lage am Rand der Südlichen Innenstadt

Als historische Weiterentwicklung der südlichen Innenstadt in östlicher Richtung

entlang des Baarbaches stellt der Planbereich den siedlungsgeschichtlich

jüngeren Teil der südlichen Innenstadt dar.

Während hier vermehrt Einzelhandels- und Dienstleistungsangebote zu finden

sind, stellt sich der Planbereich als „Vorstadt“ mit eindeutiger Hinwendung

und „Beziehung“ zum Zentrum der südlichen Innenstadt dar.

Stadträumlich betrachtet stellt der Bereich das Bindeglied zwischen Innenstadt

und Stadtrand dar.

Ziel der Rahmenplanung sollte es sein, auf Basis dieser Analyse die Funktion

als Bindeglied durch den Ausbau der Infrastruktur insbesondere für Fußgänger

und Radfahrer weiter zu entwickeln.

4.3.2 Räumlich-funktionale Beziehungen zu den angrenzenden

Räumen

Ausgehend vom historischen Siedlungskern Iserlohns hat sich das Plangebiet

radial vom Stadtkern ausgehend entwickelt. Die Tallage mit relativ steilen

Rändern bevorzugt und begünstigt eine eindimensionale Ausrichtung

entlang des Bachlaufes zur Innenstadt. Senkrecht hierzu geführte Verbindungen

sind stets mit erheblichen Höhenüberwindungen verbunden.

Trotz dieser topografischen Disposition haben sich räumlich-funktionale Beziehungen

zu den Talrändern und über die Talränder hinweg entwickelt.

Die Talränder mit ihren naturräumlichen Angeboten dienen als Wohnstandorte

sowie der Naherholung und in beschränktem Maße als Nutz- und Ziergärten.

Im Plangebiet selber sind keine Angebote der Grundversorgung des täglichen

oder auch mittel- bis langfristigen Bedarfs vorhanden.

Einzelhandelsangebote beschränken sich auf Rest- und Billigangebote eines

Anbieters.

Somit hat sich eine Orientierung der Bewohner des Plangebiets zu den Einzelhandelsangeboten

außerhalb des Rahmenplangebiets in Richtung der

südlichen Innenstadt entlang des Straßenzuges „Obere Mühle“ entwickelt

und verfestigt. Über die Anbindung zur Peterstraße / Karlstraße erschließen

sich in fußläufiger Entfernung weitere Einzelhandels- und Dienstleistungsangebote

nördlich des Planbereiches, deren Erreichbarkeit jedoch mangelhaft

ist.

Die Versorgung des Gebiets mit schulischen Einrichtungen wird durch die

die Grundschule Süd an der Waisenhausstraße sichergestellt. Dieser

Standort ist derzeit fußläufig unkomfortabel oder aber auf illegalem Weg

durch das Betriebsgelände Kissing & Möllmann zu erreichen.

Die Analyse lässt somit wesentliche Mängel in der verkehrlichen Verflechtung

des Planbereiches mit den angrenzenden Stadtbereichen erkennen.

Ziel der Rahmenplanung muss hier insbesondere die Verbesserung der

Schulwegeanbindung und deren Sicherheit sein.

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4.4 VERKEHR

Die gesamte Verkehrssituation im Plangebiet ist durch die Lage des Plangebiets

im Tal geprägt. Ausgehend von den topografischen Verhältnissen hat

sich ein Verkehrsnetz entwickelt, das zunächst durch eine bachbegleitende,

durch geringe Steigungen charakterisierte Straßenführung gekennzeichnet

ist.

4.4.1 Einbindung in das innerstädtische Straßennetz

Die Einbindung in das innerstädtische Verkehrsnetz erfolgt lediglich über

den Straßenzug „Obere Mühle“. Weitere Verbindungen sind aufgrund der

topografischen Situation nicht entstanden.

4.4.2 Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)

Das Plangebiet wird durch die Linie 204 (Schulbus) bedient. Haltestellen befinden

sich im Bereich der Fabrikanlage Christophery sowie dem Sportplatz

„Am Läger“.

4.4.3 Einbindung in das Fuß- und Radwegenetz

Die Einbindung des Plangebiets in das Rad und Fußwegenetz der Stadt

stellt sich vielfältig dar.

Angebote an ausgewiesenen Radwegen fehlen in den Straßenräumen des

Plangebietes gänzlich. Als wichtige potenzielle Radtrasse kann ohne übermäßige

Steigungen die Trasse des Straßenzuges „Obere Mühle“ gelten. Die

Herstellung von Radverkehrsanlagen in diesem Straßenzug würde das

innerstädtische Radwegenetz bis zum Stadtrand und den im Plangebiet geplanten

Freizeiteinrichtungen am Sportplatz „Läger“ verlängern und die

Standorte miteinander verknüpfen.

Der durch das Plangebiet führende Radweg auf der Bahntrasse quert den

Bereich auf einer 9 Meter höher gelegenen Brücke ohne legale Anbindung in

den Planbereich.

Das Fußwegenetz ist ebenfalls durch seine historisch gewachsene Orientierung

zur Innenstadt geprägt. Lediglich Fußwege mit Freizeitfunktion führen

in die angrenzenden Naturräume.

Eine Ausnahme hiervon stellt die Fußwegeverbindung ausgehend vom

Straßenzug Lünkerhohl über die „Hardt“ zu den nördlich angrenzenden

Stadtbereichen dar. Über diese steile und unkomfortable Verbindung lässt

sich im weiteren Straßenverlauf die Innenstadt auf kurzem Wege erreichen.

Die Nutzung der ehemaligen Bahntrasse als kurze Fußwegeverbindung zum

Bahnhof und der Innenstadt scheitert an mangelnden legalen Anbindungen

an das Fußwegenetz des Quartiers. „Trampelpfade“ nördlich der Wohnbebauung

Lünkerhohl belegen den Bedarf nach einer komfortablen Anbindung

des Quartiers an die Bahntrasse.

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24 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

4.4.4 Stellplatzbedarf bzw. Bereitstellung von Stellplätzen

Im Plangebiet ist eine Vielzahl öffentlicher sowie privater Stellplätze vorhanden.

Während bauliche Anlagen jüngeren Datums regelmäßig privaten

Stellplatzbereichen zugeordnet sind, ist bei den Anlagen aus der Gründungszeit

des Stadtquartiers festzustellen, dass hier keine oder nur sehr

wenige private Stellplätze vorzufinden sind. Grund hierfür ist das Fehlen des

Automobils zum Zeitpunkt der Errichtung dieser Anlagen.

Im Plangebiet sind (Mai 2011) folgende Stellplatzanlagen im öffentlichen

Raum markiert oder legal zu nutzen:

Obere Mühle, Mittelinsel: ca. 36 Stpl.

Obere Mühle, Längsaufstellung Bahnbrücke bis „Henkelmann“: ca. 14 Stpl.

Industriestraße, Längsaufstellung beidseitig: ca. 14 Stpl.

Nadelstraße / Obere Mühle Quartiersmitte: ca. 36 Stpl.

Lünkerhohl, Längsaufstellung: ca. 28 Stpl.

Obere Mühle, „Henkelmann“ bis Ortsausgang, Längsaufstellung: ca. 12 Stpl.

Obere Mühle gegenüber „Henkelmann“: ca. 14 Stpl.

Einsteinstraße, Längsaufstellung: ca. 16 Stpl.

Aulweg, Längsaufstellung: ca. 28 Stpl.

Sportplatz, Schotterplatz: ca. 26 Stpl.

Auf Basis dieser Bestandsaufnahme ergibt sich eine Gesamtzahl von ca.

224 öffentlichen Stellplätzen.

Der Planbereich „südliche Innenstadt Iserlohn“ weist im Jahre 2010 1.970

Wohneinheiten mit 3.572 Bewohnern aus. Hieraus ergibt sich eine Belegung

von 1,8 Bewohnern / Wohneinheit.

Im Planbereich der Rahmenplanung „Obere Mühle“ werden zum Dez. 2010

351 Einwohner gezählt. Ausgehend von 1,8 Bewohnern / Wohneinheit ergibt

sich eine Anzahl von ca. a. 195 Wohneinheiten im Rahmenplangebiet „Obere

Mühle“.

Hieraus ergibt sich ein Verhältnis von 1,15 öffentlichen Stellplatz / Wohneinheit.

Regelgrößen der städtebaulichen Dimensionierung empfehlen 1 öffentlichen

Stellplatz / 4 Wohneinheiten. Hierauf aufbauend ist festzustellen, dass

der Planbereich rein nachweistechnisch überproportional gut mit öffentlichen

Stellplätzen ausgestattet ist.

Somit ergibt sich die Möglichkeit, im Planbereich weitere Wohneinheiten bis

zu einer Vervierfachung der heutigen Anzahl schaffen zu können, ohne die

Notwendigkeit auszulösen, weitere öffentliche Stellplätze schaffen zu müssen.

Die historisch gewachsene Situation des Planbereiches begründet dennoch

einen Mangel an Stellplätzen, denn ein Großteil der privaten Anlagen verfügt

historisch bedingt über keine oder deutlich zu wenige Stellplätze und nimmt

das Angebot an öffentlichen Stellplätzen in Anspruch. Hierbei ergibt sich vor

allem ein Verteilungsproblem bzw. eine teilräumlich schlechte Zuordnung

der Stellplätze.

So muss in der Quartiersmitte mit der hier in Betrieb befindlichen Industrieanlage,

den angrenzend zu Wohnzwecken umgenutzten Fabrikanlagen sowie

der Veranstaltungslokalität „Henkelmann“ eine zeitweise Überlastung

des Stellplatzangebotes mit entsprechenden Verdrängungseffekten und

Parksuchverkehren zu den angrenzenden Quartiersbereichen festgestellt

werden.

HEINZ JAHNEN PFLÜGER

834 110720 Bericht .doc


25

Eine Verbesserung dieser Situation wird sich im Zuge einer schrittweisen

Umnutzung des Planbereiches einstellen. Grund hierfür wird der im Zuge der

notwendigen behördlichen Genehmigungen zu führende private Stellplatznachweis

sein, der die Schaffung zusätzlicher (privater) Stellplätze bewirkt.

Ziel der Rahmenplanung muss hierüber eine bedarfsgerechte räumliche Zuordnung

und somit Neuorganisation der öffentlichen Stellplätze sein.

4.4.5 Straßenraumgestaltung

Die Straßenraumgestaltung im Planbereich stammt aus den jeweiligen Entstehungszeiten

der Teilräume.

Während der untere Abschnitt des Straßenzuges Obere Mühle mit der bepflanzten

Mittelinsel als repräsentativer Straßenraum betrachtet werden

kann, stellen sich die übrigen Straßenräume rein funktional und schmucklos

dar.

War diese Gestaltung im Hinblick auf die industrielle Nutzung in der Vergangenheit

angemessen, so sind die Straßenräume im Zuge der voranschreitenden

Umnutzung hin zu Wohnzwecken mit entsprechenden Anforderungen

an die Aufenthaltsqualität stadtgestalterisch neu zu definieren.

Hieraus ergibt sich im Zuge der Rahmenplanung das Ziel, den Straßenraum

„Obere Mühle“ weiter als repräsentativen Stadtraum, als „Adresse und Gesicht“

des Quartiers weiter aufzuwerten und in den weiteren Straßen vor

dem Hintergrund der hier in Zukunft dominierenden Wohnnutzung Anliegerstraßen

mit hoher Aufenthaltsqualität zu errichten.

834 110720 Bericht .doc

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26 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

4.5 STADTBILD

4.5.1 Baulicher Zustand, Bau- und Nutzungsstruktur

Die Entstehungszeit der baulichen Anlagen im Plangebiet datiert überwiegend

aus den Jahren der Gründerzeit (ca. 1880 bis 1910). Wenige Anlagen

wie die Fabrik „Christophery“ (ca. 1930) sowie Ergänzungsbauten und Anbauten

sind jüngeren Datums.

Siedlungsstruktur südliche Innenstadt (Quelle: Stadt Iserlohn)

Während eine Vielzahl (privater) Wohnbauanlagen insbesondere in den

Randbereichen stetig modernisiert wurden, muss bei den Fabrikanlagen ein

durchgängiger Sanierungsstau festgestellt werden.

Als Ausnahme hiervon sind solche Anlagen zu nennen, die im vergangenen

Jahrzehnt zu Wohnzwecken umgenutzt wurden.

Die Baustruktur des Plangebietes ist durch einen baulichen Kontrast zwischen

der unmittelbaren Tallage einerseits sowie den Talrändern bzw. Talflanken

andererseits geprägt.

Während die Tallagen aufgrund der relativ ebenen Topografie als Baugrund

für die Fabrikanlagen gewählt wurden, reihen sich entlang der Talränder sowie

der Talflanken kleinere bauliche Anlagen, die zumeist als Wohngebäude

genutzt werden.

Die unbebauten Flächen der Tallagen sind zumeist als Stellplatz-, Lageroder

Verkehrsflächen befestigt und entsprechend genutzt. Unversiegelte

Grünanlagen finden sich nur auf „Restflächen“ wie Böschungen und Verkehrsinseln.

Im Bereich der Talränder und Talflanken, mit den hier stehenden Wohngebäuden,

sind Freiflächen als private Zier- und auch Nutzgärten gestaltet und

gehen nahtlos in die bewaldeten Talhänge über.

Das Potenzial des Plangebietes besteht somit in einem historisch gewachsenen

unmittelbaren Nebeneinander von Fabrikanlagen, Wohngebäuden

und Waldrändern. Somit ist ein spannungsvoller und kontrastreicher Siedlungsraum

entstanden, der auch künftig in seiner Eigenart als Leitbild trägt.

HEINZ JAHNEN PFLÜGER

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27

4.5.2 Wechselwirkungen und Abhängigkeiten zwischen Teilbereichen

bzw. Teilprojekten

Die unmittelbare Nachbarschaft von ehemals- und andauernd gewerblich

genutzten Fabrikanlagen in der Tallage und Wohnnutzungen am Talrand

führt zu direkten Abhängigkeiten zwischen den Teilbereichen des Plangebietes

sowie den Teilprojekten.

Während das Interesse der Wohnbevölkerung im Plangebiet durch Maßnahmen

der Immissionsreduzierung sowie Beruhigung des Verkehrsgeschehens

und allgemeinen Maßnahmen zur Verbesserung der Wohnbedingungen

geprägt ist, bleibt es Ziel der hier wirtschaftenden Betriebe, die

Rahmenbedingungen für ihre gewerblichen Nutzungen zu verbessern bzw.

zu erhalten.

Eine Sonderrolle im Plangebiet spielt die Fabrikanlage Kissing & Möllmann

mit ihren derzeitigen Nutzungen. Insbesondere die soziale Einrichtung

„Werkstatt“ wird als Element mit direkten Auswirkungen auf das Plangebiet

betrachtet. Während die Notwendigkeit der Einrichtung kaum in Frage gestellt

wird, hat deren Präsenz im öffentlichen Raum unmittelbar Einfluss auf

die Entwicklungsmöglichkeiten des städtebaulichen Umfeldes. Aus stadtplanerischer

Sicht sind Lösungen zu bevorzugen, die den Erhalt der „Werkstatt“

ermöglichen, die Erschließung und somit die Präsenz im öffentlichen Raum

jedoch durch eine entsprechende Orientierung der hierzu notwendigen Erschließungsanlagen

minimieren.

Die Nutzung des „Henkelmann“ als Lokalität mit langjähriger Tradition gerät

im Zuge der andauernden Umnutzung das Quartiers hin zu Wohnzwecken in

einen zunehmenden Konflikt um Stellplätze und (Geräusch) – Emissionen.

Aus Sicht der Rahmenplanung trägt diese Einrichtung zur „Lebendigkeit“ des

Quartiers bei und sollte daher erhalten werden. Eine Verlagerung der Einrichtung

an einen für Emissionen unempfindlicheren Standort innerhalb des

Quartiers sollte geprüft werden.

Einige der derzeitigen Nutzungen des Teilbereiches Pekrun / Prym sind im

Sinne der Baunutzungsverordnung als „erheblich belästigend“ einzustufen

und somit mit der fortschreitenden Umnutzung des Gesamtquartiers hin zu

Wohnzwecken nicht vereinbar. Eine Umnutzung der unmittelbaren Umgebung

ist daher erst nach Aufgabe der Nutzungen oder Umsetzung von Maßnahmen

zur Reduzierung von Emissionen zulässig.

Die weitere Entwicklung des Sportplatzgeländes stellt für das Plangebiet eine

Chance dar, standortnah eine wesentliche Verbesserung „weicher“

Standortfaktoren zu erreichen. War die bisher betriebene „Vereinssportanlage“

ein Angebot nicht nur an den Stadtteil, kann eine attraktive Freizeitanlage

jedoch auch Wirkung über den Stadtbereich hinaus entfalten und zu einem

„Magnet“ für das Umland werden. Hierdurch zu erwartende Auswirkungen

sind bei der Ausrichtung und Dimensionierung einer solchen Anlage

zwingend zu beachten.

4.5.3 Freiraumqualität und Freiraumverflechtungen

Die Freiraumqualitäten sowie Freiraumverflechtungen des Plangebietes

werden im Wesentlichen durch die Tallage geprägt.

Während die Talsohle überwiegend bebaut ist und über wenige Grünflächen

verfügt, sind die Talränder durch Gartenanlagen begrünt und gehen nahtlos

in die an den Talhängen befindlichen Hochwälder über.

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28 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

Somit besteht die Qualität des Gebiets zunächst in der unmittelbaren Nachbarschaft

von dicht besiedelter Tallage und unmittelbar angrenzenden Waldlagen.

Die Qualitäten der benachbarten Freiräume werden vor allem aufgrund ihres

naturräumlichen Charakters als sehr hoch bewertet.

Die Freiräume im unmittelbaren Plangebietsbereich stellen sich überwiegend

als „Restflächen“ in Form von begrünten Böschungen und Verkehrsinseln

dar.

Von besonderer städtgestalterischer Bedeutung wird die im Standortbereich

der Fabrikanlage Kissing & Möllman befindliche angerartige

Straßenaufweitung „Obere Mühle“ bewertet. Der hier anzutreffende Stadtraum

mit seiner alleeartigen Bepflanzung kann als Merkzeichen betrachtet

werden.

Die Analyse der Verflechtungen zwischen Tallage und dem hier befindlichen

Wohnen und den angrenzenden Freiräumen zeigt deutliche Mängel in der

Verflechtungsdichte.

Eine Anzahl von „Trampelpfaden“ und über Privatgelände verlaufende Fußwege

zeugen von zusätzlichem Verflechtungsbedarf.

4.6 NUTZUNGSANALYSE

Die Analyse der Nutzungsstruktur im Plangebiet zeigt eine starke Nutzungsdurchmischung

von Wohnnutzungen bis hin zu störender gewerblicher Nutzung.

Hierüber hinaus sind vielfältige kulturelle Nutzungen feststellbar.

Insgesamt spiegelt sich hiermit die industrielle Nutzungsgeschichte des

Plangebietes mit z.T. historisch unmittelbar angrenzend realisierten Wohnnutzungen.

Die Entwicklung der Nutzungen im Plangebiet zeigt eine zunehmende Verlagerung

bzw. Aufgabe gewerblicher Nutzungen zugunsten von Einzelhandel-,

Kultur-, Freizeit- und Wohnnutzungen.

So ist im Plangebiet nur die Fa. Springtec als klassisch industriegewerbliche

Produktionsstätte verblieben. In den übrigen Fabrikanlagen haben sich nach

deren Aufgabe durch einen Nutzer eher kleingewerblich orientierte Nutzungen

etabliert.

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29

4.6.1 Rahmenbedingungen der gewerblichen Nutzung

Grundlage der gewerblichen Nutzung im Plangebiet ist dessen frühindustrielle

Nutzungsgeschichte. Entsprechend den seinerzeit üblichen Standards erfolgte

die städtebauliche Organisation des Plangebietes.

Somit entspricht die Dimensionierung der Erschließungsstruktur einem über

100 Jahre alten Leitbild und erscheint im Vergleich mit aktuellen Planungsprinzipien

zur Erschließung von gewerblichen Anlagen nur eingeschränkt

tauglich. Die zu beobachtenden Verkehrskonflikte beruhen regelmäßig auf

der Tatsache, dass sich Fahrzeuggrößen und Tonnagen erheblich vergrößert

haben und die bestehenden Straßen und Anlieferzonen hierfür nicht

bemessen wurden. Zudem muss festgestellt werden, dass die Verlagerung

von Speditionsverkehren von der Schiene auf die Straße ebenfalls zur Veränderung

des Verkehrsgeschehens im Plangebiet geführt hat. So kann angenommen

werden, dass zwischen dem in Iserlohn ehemals vorhandenen

Güterbahnhof (als örtlichem Verteilzentrum) und dem Plangelände kleine

Transportfahrzeuge pendelten, deren Größe an die vorhandenen Verkehrsräume

angepasst war oder, wie im Falle der Fabrikanlage Kissing &

Möllmann, ein eigener Gleisanschluss vorhanden war. Heute werden diese

Verkehre durch Sattelzüge mit bis zu 40 To Gewicht und entsprechender

Größe erledigt, verbunden mit offensichtlichen Verkehrskonflikten in den z.

T. engen Straßenräumen.

Die unmittelbare Nachbarschaft von Wohnen und Gewerbe führt, gemessen

an aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen, zu einer Vielzahl von Konflikten

im Bereich der Emissionsbetrachtung. Rechtlich zulässig ist die derzeitige

Nutzungsmischung nur aufgrund der gewachsenen Struktur, die auch

störenden oder erheblich störenden gewerblichen Nutzungen einen Bestandsschutz

gewährt. Bei Nutzungsänderungen oder Erweiterungen ist der

Gesetzgeber gezwungen, die Anlagen nach aktuellem Recht zu beurteilen.

Dies bedeutet regelmäßig Betriebsgenehmigungen nur mit „Auflagen“ und

Einschränkungen zu erteilen, wodurch die Wirtschaftlichkeit der Betriebe

u.U. leidet.

Die Tallage sowie bauliche Einbindung mit angrenzenden Wohngebieten

bedeutet für gewerbliche Betriebe ein begrenztes Erweiterungspotenzial,

wodurch Betriebserweiterungen oder Umstellungen weiter erschwert werden.

Insgesamt betrachtet lässt sich festhalten, dass der Standort „Obere

Mühle“ für industrielle Betriebe sowie störende und erheblich störende Betriebe

kein zukunftssicherer Standort darstellt.

Nicht störende Betriebe oder solche, die ihr Emissionsverhalten durch geeignete

Maßnahmen „wohnverträglich“ gestalten können, bietet der Standort

gute Arbeits- und Entwicklungsmöglichkeiten.

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30 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

4.6.2 Rahmenbedingungen der wohnbaulichen Nutzung

Die Lagegunst des Standortes „Obere Mühle“ als Wohnstandort war zum

Entstehungszeitpunkt vor allem durch die räumliche Nähe von Arbeitsstätte

und Wohnstätte begründet.

Heute wird diese Nähe aufgrund der von den gewerblichen Betrieben ausgehenden

Emissionen teilweise als Nachteil betrachtet.

Die Kompaktheit historischer Stadtanlagen schlägt sich heute in einer geringen

räumlichen Distanz zwischen Innenstadt und Planbereich „Obere Mühle“

nieder. Diese Innenstadtnähe wird allgemein als Vorteil für den Wohnstandort

wahrgenommen und gerät im Hinblick auf den demografischen Wandel

und die Mobilitätsanforderungen älterer Mitmenschen zu einem eindeutigen

Standortvorteil.

Einwohnerzahlen Plangebiet, Quelle Bundesagentur für Arbeit, Stadt Iserlohn-

Statistikstelle

Die Tallage des Planbereichs mit steilen, schlecht bebaubaren Talhängen

hat zum Erhalt unmittelbar angrenzender Naturräume geführt. So kann das

unmittelbare Nebeneinander von Wohnen und naturräumlichem Wald durch

den hierdurch gegebenen Freizeit- und Erholungswert als weiterer Standortvorteil

betrachtet werden.

Nachteilig wirkt die Tallage indes auf die Belichtungs- und Besonnungsverhältnisse.

Insbesondere die Südseite der Tallage muss im Dezember und

Januar auf eine dauerhafte Besonnung verzichten.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die innenstadtnahe Lage

und die unmittelbar angrenzenden Naturräume einen großen Standortvorteil

darstellen.

Die Entwicklung des wohnbaulichen Angebotes in Iserlohn hat sich in den

vergangenen Jahren verlangsamt, die Bevölkerungsentwicklung stagniert

mit einer rückläufigen Tendenz.

Zuzüge bzw. weitere Nachfrage nach Wohnraumunter kann unter diesen

Rahmenbedingungen nur durch besondere Wohnangebote generiert werden.

So erscheinen Angebote, ausgelöst durch den demografischen Wandel wie

altengerechtes Wohnen oder Seniorenwohnen sowie Wohnangebote für den

neu etablierten Hochschulbereich an diesem Standort vermarktbar.

Die Analyse der aktuellen Einwohnerzahlen des Gebietes belegen eine im

Vergleich zur Gesamtstadt relativ durchschnittliche Gesamtstruktur mit leicht

geringerem Medianalter, gering höherer Ausländerquote und ähnlicher

Migrantenquote. Der Anteil der Personen die in einer Bedarfsgemeinschaft

leben, ist im Vergleich zur Gesamtstadt leicht erhöht.

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31

5 ERARBEITUNG

VON ZIEL - UND STRUKTURKON-

ZEPT-VARIANTEN

5.1 ZIEL- UND LEITBILDENTWICKLUNG UNTER EINBEZIE-

HUNG ÜBERGEORDNETER PLANUNGEN

Aufbauend auf den Planungsvorgaben und übergeordneten Planungen erfolgt

die Entwicklung eines städtebaulichen Leitbildes mit folgenden Zielen:









Bürgerschaftliche Organisation der Planung als Bottom-up-Prozess,

Umnutzung leer stehender Anlagen unter Erhalt der historischen Spuren,

Verbesserung der Wohnqualität durch städtebauliche Entdichtung,

Schaffung eines innenstadtnahen gemischt genutzten Wohnquartiers

für unterschiedliche soziale Gruppen mit hohem Freizeitwert,

Aufwertung der öffentlichen Räume hin zu mehr Aufenthaltsqualität

und eigenständigem Charakter,

Neuordnung des ruhenden Verkehrs,

Erhöhung der ökologischen und wohnumfeldbezogenen Wertigkeit

des Planbereiches mittels Durchgrünung und Offenlegung des Baarbaches,

Verbesserung der Einbindung des Quartiers in das umliegende Fußund

Radwegenetz.

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32 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

Karte Verkehrliche Maßnahmen

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33

5.1.1 Verkehr – Verkehrliche Maßnahmen

Die Analyse der Verkehrssituation im Plangebiet ergibt drei unterschiedliche

Handlungsbereiche:

Den Straßenzug Obere Mühle als gewidmete Straße mit hoher Verkehrsbelastung

sowie nennenswerten Anteilen an Bus- und LKW-

Verkehren,

den Straßenzug Einsteinstraße-Lünkerhohl - Nadelstraße als Erschließungsstraße

der hier ansässigen Gewerbebetriebe mit hohem

Erschließungsanteil und Schwerlastverkehr

sowie die Straßen Auerweg und Lünkerhohl als Anliegerstraßen mit

Anforderungen aus dem unmittelbaren Wohnumfeld.

Innerhalb der Rahmenplanung werden für die drei Teilbereiche folgende Ziele

und Maßnahmen abgeleitet:

Obere Mühle:

Reduzierung der Geschwindigkeit am Ortseingang zur Verbesserung

der Verkehrssicherheit.

Schaffung von Querungsmöglichkeiten für Fußgänger und Radfahrer

am Ortseingangsbereich zwecks Verknüpfung der beidseitig beginnenden

Freizeitwege mit dem geplanten Freizeitbereich „Sportplatz“.

Verbesserung der Verkehrsgeometrie im Einfahrtsbereich „Phillips“

und Auerweg.

Aufwertung der Seitenbereiche des Straßenraumes im Bereich der

„Quartiersmitte“.

Nutzung der geteilten Fahrbahnsituation im Bereich der für eine Separation

von fließendem und ruhendem Verkehr zur Schaffung „ruhiger“

Seitenbereiche.

Verbesserung des ÖPNV – Angebotes, Wiedereinführung einer Buslinie

wie in früheren Zeiten der Linie 4, Taktverdichtung.

Verbesserung des Stellplatzangebotes, insbesondere in Quartiersmitte

im Standortbereich des „Henkelmann“.

Erlass einer Stellplatzsatzung zur Regelung des Stellplatznachweises

bei Umnutzungen.

5.1.2 Bausubstanz – Bauliche Maßnahmen

Einer der wesentlichen Planungsanlässe für die Rahmenplanung „Obere

Mühle“ ist die Aufgabe industrieller Nutzungen und hiermit einhergehender

Notwendigkeit der Umnutzung komplexer Fabrikanlagen aus der Gründerzeit

und den Folgejahren.

Neben eindeutig abgängiger Bausubstanz wie dem Verwaltungsbau der

Fabrikanlage „Christophery“ wird es notwendig werden, im Rahmen von

Umstrukturierungsmaßnahmen für die historischen Fabrikanlagen auch hier

Rückbaumaßnahmen zur Schaffung neuer und kleinteiliger Erschließungsanlagen

vorzunehmen.

Die Rahmenplanung schlägt für die Fabrikanlagen Kissing & Möllmann,

Christophery sowie Pekrun-Prym-Phillips Neuordnungs- bzw. Umstrukturierungsmaßnahmen

zur Schaffung einer bedarfsgerechten Erschließung für

eine gemischte Nutzungsstruktur vor.

Hierbei ist insbesondere bei der Schaffung von Wohnnutzungen auf eine

Durchgrünung sowie Verbesserung der Belichtungsverhältnisse zu achten.

Als besondere Maßnahme ist der Rückbau der Trafostation im mittleren

Planbereich zu betrachten. Hierdurch entsteht der notwendige Handlungsspielraum

zur Neuordnung und Schaffung einer Quartiersmitte.

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34 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

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35

5.1.3 Freiraum – Freiraumplanerische Maßnahmen

Die Freiraumstruktur des Planbereiches ist durch seine industrielle Nutzung

geprägt.

Während die umliegenden Hang- und Hügelbereiche mit ihrer natürlichen

(Wald) – Vegetation bis an den Talfuß reichen, ist der gesamte Talbereich

dicht bebaut.

Die Rahmenplanung schlägt vor, die im Zuge von Rückbau- und Umstrukturierungsmaßnahmen

entstehenden räumlichen Dispositionsmöglichkeiten in

der unmittelbaren Tallage zur Schaffung eines „grünen Bandes“ zu nutzen.

Im Zusammenspiel mit der geplanten und im Zuge der Rahmenplanung evaluierten

Offenlegung des Baarbaches entsteht das Ziel, eine naturräumliche

Grünverbindung mit positiven Effekten auf die Wohnsituation im Plangebiet

zu schaffen.

5.1.4 Nutzung – Nutzungskonzeptionelle Maßnahmen

Die ehemals industrielle Nutzung des Plangebietes mit angelagerten Wohnnutzungen

befindet sich in einem Umbruch. Bis auf einen Fabrikstandort im

Lünkerhohl wurden großflächige Nutzungen aufgegeben und in gemischte

Nutzungsstrukturen mit zunehmendem Wohnanteil überführt.

Die Rahmenplanung schlägt vor, durch die Schaffung eines neuen Planrechtes

diesen Prozess zu beschleunigen sowie den rechtlichen Schutz für bereits

existierende Wohnnutzungen zu verbessern.

Grundlage hierfür wäre die Festsetzung eines gegliederten Mischgebietes

auf Grundlage von § 6 der Baunutzungsverordnung mit dem Ausschluss von

Nutzungen wie Tankstellen und Vergnügungsstätten.

Diese Festsetzung sollte sich über das gesamte Plangebiet mit folgenden

Ausnahmen erstrecken:



Planbereich „Sportplatz Läger“: Festsetzung eines Sondergebietes für

Sport und Freizeit,

Randbereiche Auerweg: Festsetzung eines allgemeinen Wohngebietes

(WA)

834 110720 Bericht .doc

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36 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

5.1.5 Chancen und Potenziale

Neben den vorgeschlagenen Maßnahmenbereichen wurden innerhalb der

Rahmenplanung folgende Chancen und Potenziale im Plangebiet offen gelegt:

Einbindung des Quartiers in das umgebende Freizeitwegenetz sowie

verbesserte Anbindung an die Bahntrasse,

Umgestaltung des Straßenraumes „Obere Mühle“ zur Verbesserung

der Wohnumfeldsituation, Verlagerung von Verkehren von den Fassaden

weg,

Schaffung einer Quartiersmitte im Schnittpunktbereich der Straßen

Obere Mühle - Industriestraße – Nadelstraße,

Schaffung zusätzlicher Parkplätze für das Quartier entlang des Straßenzuges

„Obere Mühle“,

Nutzung des geplanten Freizeitbereiches am Sportplatz als Quartierstreff,

Umnutzung der z.T. leer stehenden Fabrikanlagen zu gemischten

Nutzungsstrukturen mit hohem Wohnanteil zur Stabilisierung eines lebendigen

und vielfältigen Quartiers.

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37

5.2 FORMULIERUNG DER GRUNDSÄTZE DER PLANUNG

Aufbauend auf die Bestandsaufnahme sowie die in Kapitel 6 dargestellten

Ergebnisse der Bürgerbeteiligung werden folgende Planungsgrundsätze

formuliert:







Kissing & Möllmann: Verbleib der erhaltenswerten Bausubstanz mit

einfachem Wohnen, „Werkstatt“ und nicht störendem Gewerbe.

Christophery: Rückbau von Teilbereichen der Gesamtanlage, insbesondere

des Verwaltungsgebäudes unter Erhalt der städtebaulichen

Torsituation zusammen mit der Fabrikanlage „Kissing & Möllmann“

durch Erhalt der expressionistischen Starßenrandbebauung.

Prym / Pekrun: Regelung der störenden Nutzungen unter Erhalt der

Wohnnutzung.

Nutzungen: Erhalt und Stärkung der Nutzungsvielfalt unter Moderieren

der Störungen.

Verkehr / Erschließung: Verkehrsberuhigung und Vernetzung mit dem

Umfeld.

Sportplatz / Baarbach: Freizeitsport mit Bach und Wald.

5.3 PLANUNGSALTERNATIVEN

Aufbauend auf den formulierten Leitbild- und Planungsgrundsätzen erfolgt

die Erarbeitung und Abwägung unterschiedlicher Planungsalternativen für

Teilbereiche. Nach Entscheidung für eine Vorzugsvariante werden die Teilbereichslösungen

zu einer Gesamtlösung zusammengeführt.

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38 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

Variante 1

Variante 2

Variante 3

Variante 4

Variante 5

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39

5.3.1 Abgang Bahndamm

Aufbauend auf der Standortanalyse sowie den Ergebnissen der Bürgerwerkstatt

kommt die Rahmenplanung zu dem Ergebnis, außer der Wegeführung

durch das Gelände Kissing & Möllmann eine direkte Verbindung zwischen

dem Straßenzug „Obere Mühle“ und dem Bahndamm zu schaffen.

Variante 1 schlägt eine kombinierte Treppen- und Stufenanlage im Widerlagerbereich

der Bahndammbrücke vor. In diesem Standortbereich ist die Neigung

der Böschung relativ gering und eignet sich zur Errichtung einer Freitreppe.

Variante 2 schlägt als behindertengerechte Verbindung eine Rampenanlage

mit 6 % Gefälle entlang der Bahndammböschung vor. Mit einer notwendigen

Länge von über 150 Metern muss die Anlage in drei Rampenabschnitte gegliedert

werden. Die relativ steile Böschung des Bahndamms eignet sich

wenig zur Errichtung einer üblich gegründeten Wegeführung, es ist mit hohen

Abfangmaßnahmen zu rechnen. Alternativ kann die Rampenanlage als

Stahlkonstruktion mit Fundamentanlagen am Fuß- und Kronenpunkt des

Bahndamms entwickelt werden.

Variante 3 entwickelt unter Verlegung der Straße „Lünkerhohl“ eine vor dem

Bahndamm gelegene Aufschüttung. Durch den hierbei entstehenden Gewinn

an Freifläche wird es möglich, eine organisch geführte Rampenanlage

mit ca. 6 % Gefälle als Verbindung zwischen Oberer Mühle und Bahndamm

zu schaffen.

Variante 4: Die Bestandsaufnahme zeigt, dass sich oberhalb (nördlich) der

Wohnbebauung des Straßenzuges Lünkerhohl ein Fußweg mit Anbindung

an die Gärten sowie den Straßenzug Lünkerhohl entwickelt hat. Die Planung

schlägt vor, diesen „Fußweg“ zu befestigen und somit zu „legalisieren“. Eine

behindertengerechte Anbindung dieser Wegeführung an den Straßenzug

Lünkerhohl scheidet aufgrund der Höhen- und Eigentumsverhältnisse aus.

Variante 5: Als direkten Ersatz der in Zukunft wegfallenden Verbindung über

das Firmengelände Kissing & Möllmann wird vorgeschlagen, in Verlängerung

des Pastorenweges eine möglichst höhengleiche Fußwegeverbindung

zwischen Bahndamm und Auerweg herzustellen. Hierzu werden von privaten

Eigentümern Flächen und / oder Grunddienstbarkeiten benötigt.

Die Abwägung der Varianten ergibt vor allem vor dem Hintergrund einer

Kosten-Nutzen-Abschätzung Vorteile für eine „einfache“ und kostengünstige

Treppenanlage zur Sicherung der Schulwege und einer direkten fußläufigen

Anbindung an den Bahnhof.

Als behindertengerechte Lösung ist Variante 3 zu bevorzugen, da hier neben

der Aufwertung des öffentlichen Raumes durch die Vergrößerung der

Grünflächenanteile aufgrund der Verkröpfung der Zufahrt des Straßenzuges

Lünkerhohl auch eine Verkehrsberuhigung dieses Straßenzuges zu erwarten

ist.

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40 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

Variante 1

Variante 2

Variante 3

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41

5.3.2 Verkehrsführung „Obere Mühle“

Aufbauend auf der Bestandsaufnahme sowie den Diskussionsergebnissen

der Bürgerwerkstatt werden alternativ zu einer Überarbeitung der bestehenden

Situation zwei alternative Verkehrsführungen entwickelt.

Variante 1 baut die vorhandenen Verkehrsflächen auf notwendige Fahrbahnbreiten

zurück und nutzt die entstehenden Spielräume zur Anlage von

Parallelstellplätzen und Baumpflanzungen im Straßenraum.

Variante 2 entwickelt ein Konzept, die fließenden und ruhenden Verkehre im

unteren Abschnitt des Straßenzuges zu separieren. Hierbei werden die fließenden

Verkehre auf die Südseite der durch die Mittelinsel geteilten Fahrbahnen

geführt. Die nördlich gelegene Fahrbahn dient als reine Erschließung

der hier organisierten Stellplatzanlagen. Hierdurch können mehr Stellplätze

organisiert und diese verkehrssicherer genutzt werden. Zugleich entsteht

durch das Abrücken der fließenden Verkehre von der Fassade der

Fabrikanlage Christophery eine relativ ruhigere Vorzone, die eine nicht gewerbliche

Umnutzung der Anlage begünstigt.

Variante 3 entwickelt das in Variante 2 dargestellte Konzept der Schaffung

beruhigter Vorzonen weiter und versetzt die Fahrbahnen für den fließenden

Verkehr jeweils vor den Fabrikanlagen Christophery und Kissing & Möllman.

Neben den in Variante 2 dargestellten Effekten ist zu erwarten, dass durch

das mehrmalige Versetzen der Fahrbahn eine deutliche Beruhigung des

Verkehrsgeschehens eintritt.

Abwägung der Varianten: Kennzeichen aller Varianten ist die relativ geringe

Eingriffsnotwendigkeit in vorhandene Straßenanlagen, da diese mit den

bestehenden Fahrbahnen lediglich neu „organisiert“ werden müssen. Insbesondere

vor dem Hintergrund einer möglichen und wünschenswerten Umnutzung

der Fabrikanlage Christophery hin zu Wohnnutzungen birgt Variante

2 Vorteile durch das Abrücken der Fahrbahn und die Schaffung eines

Vorbereichs vor der südlichen Gebäudefassade. In wieweit eine Nutzung der

Fabrikanlage Kissing & Möllmann einen straßenseitigen Vorbereich benötigt,

wird die weitere Entwicklung zeigen. Derzeit ist nicht absehbar, dass hier ruhebedürftige

Wohnnutzungen oder publikumsintensive Nutzungen einen

vergrößerten Vorbereich benötigen.

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42 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

Variante 1

Variante 2

Variante 3

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43

5.3.3 Christophery

Die baulichen Anlagen des Fabrikkomplexes Christophery sind ungenutzt

und stehen leer. Eine Umnutzung, z.B. zu Wohnzwecken der städtebaulich

äußerst dicht bebauten Gesamtanlage erfordert zur Schaffung gesunder und

attraktiver Wohnverhältnisse einen Rückbau einzelner Gebäudeteile. Neben

der Beachtung von städtebaulichen und stadgeschichtlichen Kriterien ist die

immissionstechnische Betrachtung wesentlicher Bestandteil der Planungsüberlegungen.

Variante 1 stellt den Rückbau des Verwaltungsgebäudes sowie der nordwestlichen

Kopfgebäude dar. Auf den entstehenden Freiflächen werden

Stellplatzanlagen und Grünbereiche nachgewiesen.

Variante 2 stellt neben dem Rückbau der nordwestlichen Kopfgebäude auch

den Rückbau der historischen Fabrikgebäude entlang der Straße Lünkerhohl

dar. Der Standort des ehemalige Verwaltungsgebäude wird neu bebaut. Auf

der nunmehr frei werdenden Innenfläche werden Grünanlagen und Stellplatzanlagen

nachgewiesen.

Variante 3 entwickelt aufbauend auf Variante 2 eine klare Blockrandbebauung

entlang dem Straßenzug Obere Mühle. Das ehemalige Verwaltungsgebäude

wird zurückgebaut und stattdessen entsteht am Fahrbahnrand der

Oberen Mühle ein neues Gebäude mit eindeutiger städtebaulicher Raumbildung.

Abwägung der Varianten: Variante 1 stellt den allgemein diskutierten und

geforderten Abriss des Verwaltungsgebäudes sowie der westlichen Kopfgebäude

dar. Der hierbei entstehende Freibereich hätte im Vergleich zu den

bei Variante 2 und 3 entstehenden Freiflächen nur begrenzten Wert für die

bestehenden Wohngebäude im Straßenzug Lünkerhohl, da weder Belichtung

noch Durchlüftung oder Durchgrünung wesentlich verbessert würden.

Negativ würden sich die nach dem Abriss des Verwaltungsgebäudes ungehindert

einwirkenden Schallimmissionen vom Straßenzug Obere Mühle

auswirken.

Aus städtebaulicher Sicht stellt Variante 3 die größten Verbesserungen des

Quartiers hinsichtlich einer Entwicklung hin zu einem gemischt genutzten

Quartier mit hohem Wohnanteil dar. Eine Umnutzung des Areals Christophery

zu einer gemischten Nutzung mit hohem Wohnanteil würde von der eindeutigen

Orientierung des Konzeptes mit einer „warmen und lauten“ Südseite

(Aufenthalt) und „ruhigen und kühlen“ Nordseite (Schlafen) profitieren.

Diese Orientierungsvorteile wären für die bestehende Wohnbebauung

„Lünkerhohl“ ebenfalls zu verzeichnen.

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44 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

Variante 1

Variante 2

Variante 3

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45

5.3.4 Quartiersmitte

Das Stadtquartier „Obere Mühle“ verfügt derzeit über keine „Mitte“ oder einen

Kristallisationspunkt mit stadträumlicher Ausprägung. Nahezu in der geografischen

Mitte des Quartiers gelegen befindet sich ein dreiecksförmiger

„Raum“ der derzeit in unterschiedliche Teilräume gegliedert ist. Durch eine

formale „Zusammenfassung“ dieser Teilräume kann eine gestalterisch betonte

„Mitte“ für das Quartier entstehen, die unterschiedliche Funktionen

übernimmt. Grundvoraussetzung für die dargestellten Umgestaltungsmöglichkeiten

ist jeweils der Umbau oder die Verlagerung der hier befindlichen

Trafostation.

Variante 1 entwickelt auf dem Gesamtbereich eine dreiecksförmig bepflanzte

grüne Mitte mit Aufenthaltsflächen und offengelegten Baarbachflächen. Die

angrenzenden Flächen dienen wie heute der Aufnahme von Stellplatzanlagen.

Diese Konzeption kann einen geringen Zuwachs an Stellplatzflächen

nachweisen.

Variante 2 spannt den „gestalterischen Bogen“ weiter und fasst den gesamten

Platzbereich durch eine umlaufende Baumpflanzung. Hierdurch werden

die Straßenräume formal Teil der Platzfläche und könnten in der Folge verkehrstechnisch

im Sinne einer Tempo 30 Zone oder eines Shared-Place-

Konzeptes „rückgestuft“ werden. Die den Straßenflächen angelagerten Flächen

dienen dem Stellplatznachweis, die innere Freifläche wird als Grünfläche

mit offengelegtem Baarbach und Aufenthaltsbereichen gestaltet.

Variante 3 stellt im Planbereich das Ziel der Schaffung möglichst vieler zusätzlicher

Stellplatzanlagen in den Vordergrund der Planungsüberlegungen.

So wird mit einer Maueranlage der Höhenunterschied zwischen den beiden

Straßenzügen bewältigt, und es entsteht eine zur Oberen Mühle orientierte

Fläche, die sich zur Ausweisung von Stellplatzanlagen eignet. Überschlägig

kann von der Schaffung von 20 neuen Stellplätzen ausgegangen werden.

Abwägung der Varianten: Aus stadtgestalterischer Sicht birgt Variante 2

die größten Potenziale zur Ausbildung einer eindeutigen Quartiersmitte. Sollte

der Schwerpunkt der Planung auf einer möglichst großen Zahl an neu zu

schaffenden Stellplätzen liegen, so ist Variante 3 weiter zu verfolgen. Durch

eine gestalterische Aufwertung der notwendigen Höhenabfangungen, z.B.

als Sitzstufenanlage kombiniert mit „Wasser“ des hier offengelegten

Baarbaches kann auch diese Variante mit einem hohen Wiedererkennungswert

ausgestattet, Kristallisationspunkt des Planbereiches werden.

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46 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

Historische Situation um 1900

Variante 1

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47

5.3.5 Gebäudekomplex Pekrun / Prym / Phillips

Der Gebäudekomplex Pekrun / Prym / Phillips ist als zusammenhängende

Industrieanlage nach 1900 entstanden. Die historischen Flurkarten aus dem

Jahre 1900 zeigen den Planbereich mit einem als „Kampstraße“ bezeichneten

Straßenzug gegliedert und erschlossen. In der heute bestehenden Situation

ist der Straßenzug überbaut und nicht mehr existent.

Zunächst zeigt sich also eine für gründerzeitliche Stadtplanungen typische

Parzellierung und Blockbildung, die hier zugunsten eines zusammenhängenden

Fabrikkomplexes aufgegeben wurde.

Die derzeitige Nutzung der baulichen Anlagen gliedert sich nach Aufgabe

der großflächigen Nutzungen eher kleinteilig. Einer weiteren, nachfragegerechten

kleinteiligen Nutzung und Umnutzung steht die derzeitige großmaßstäbliche

Erschließung entgegen. Zudem wird eine differenzierte Eigentumsbildung

erschwert bzw. verhindert.

Ausgehend von dieser Situation verfolgt die Rahmenplanung das Ziel, eine

neue Erschließung für den Planbereich zu entwickeln, durch die eine kleinteilige

Nutzungsänderung und Eigentumsbildung ermöglicht und gefördert

wird.

Variante 1:„Historisches Vorbild“

Aufbauend auf die ehemals vorhandene „Kampstraße“ wird ein neuer Straßenzug

zwischen Oberer Mühle und Lünkerhohl, parallel zur Nadelstraße

entwickelt. Die Querung des Fabrikkomplexes erfolgt vorbei an den „Hauptgebäuden“.

Zur Realisation der neuen Straße müssen „Nebengebäude“ abgebrochen

werden.

Als Ergänzung dieser „Einhangstraße“ wird über das Geländer der Fa. Phillips

sowie weiter nördlich des Geländes Pekrun eine ergänzende Straße errichtet.

Zur Realisation ist ein Rückbau des gesamten Gebäudebestandes

„Phillips“ notwendig. Diese neue Erschließung ermöglicht eine Parzellierung

und südliche Ausrichtung von Baugrundstücken auf dem Gelände „Phillips“

sowie Pekrun.

Eine weitergehende Bebauung des Areals „Philips“ im Bereich der heutigen

Stellplatzanlagen ist möglich und sollte im weiteren Planverfahren vor allem

vor dem Hintergrund der örtlichen Belichtungssituation zur Wahrung gesunder

Wohnverhältnisse geprüft werden.

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48 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

Variante 2

Variante 3

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49

Variante 2: Reduzierte Erschließung

Auf Grundlage der Entwurfsvariante 1 erfolgt unter Verzicht auf die Herstellung

der historischen „Kampstraße“ die Errichtung einer Straße von der Oberen

Mühle zum Straßenzug Lünkerhohl über das Gelände „Phillips“ und

Pekrun.

Zur Realisation ist ein Rückbau des gesamten Gebäudebestandes „Phillips“

notwendig. Diese neue Erschließung ermöglicht eine Parzellierung und südliche

Ausrichtung von Baugrundstücken auf dem Gelände „Phillips“ sowie

Pekrun.

In dieser Variante erfolgt die differenzierte Erschließung der historischen

Fabrikanlage über eine interne von der Straße Lünkerhohl aus.

Eine weitergehende Bebauung des Areals „Philips“ im Bereich der heutigen

Stellplatzanlagen ist möglich und sollte im weiteren Planverfahren vor allem

vor dem Hintergrund der örtlichen Belichtungssituation zur Wahrung gesunder

Wohnverhältnisse geprüft werden.

Variante 3: Talerschließung

Im Gegensatz zu den Varianten 1 und 2, die sich beide auf das historische

Vorbild der Kampstraße stützen, entwickelt Variante 3 eine zum Straßenzug

Obere Mühle und Einsteinstraße in Tallage parallel geführte Erschließungsstraße.

Zur Realisation ist ein Rückbau des gesamten Gebäudebestandes „Phillips“

notwendig. Diese neue Erschließung ermöglicht eine Parzellierung und südliche

Ausrichtung von Baugrundstücken auf dem Gelände „Phillips“ sowie

Pekrun.

Diese Variante ermöglicht die Errichtung einer differenzierten Erschließung

der historischen Fabrikanlage sowohl über eine interne Anlage von der Straße

Lünkerhohl als auch vom neuen Straßenzug aus

Eine weitergehende Bebauung des Areals „Philips“ im Bereich der heutigen

Stellplatzanlagen ist möglich und sollte im weiteren Planverfahren vor allem

vor dem Hintergrund der örtlichen Belichtungssituation zur Wahrung gesunder

Wohnverhältnisse geprüft werden.

Die Abwägung der innerhalb der Rahmenplanung erarbeiteten Varianten

stellt dar, dass Variante 2 mit der geringsten Straßenlänge und somit Flächeninanspruchnahme

den größten Effekt erzielt.

Variante 3 nutzt allerdings bestehende Straßenanschlüsse und erschließt

entlang des „Talgrundes“ alle Liegenschaften des Planbereiches gleichermaßen.

Neben einer völligen Neuordnung des Geländes „Phillips“ wird hiermit eine

Neustrukturierung des Geländes Pekrun erreicht sowie der Grundstein für

eine neue, sparsame interne Erschließung des Gesamtkomplexes gelegt.

Weiter Alternativen sind denkbar. Hierbei sollten jedoch zusätzlichen Anbindungen

im Kurvenbereich an den Straßenzug „Obere Mühle“ vermieden

werden.

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50 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

Variante 1

Variante 2

Variante 3

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51

5.3.6 Sportplatz

Die Aufgabe der heutigen Vereinssportanlage zugunsten einer an Trendsportarten

orientierten Freizeitanlage wurde von den politischen Gremien

beschlossen. Hierauf aufbauend werden für den Planbereich verschiedene

Strukturentwürfe gefertigt, die sich vor allem durch ihre verkehrliche und

räumliche Organisation unterscheiden.

Variante 1 organisiert den von vielfältigen Verkehrsbeziehungen gekennzeichneten

Ortseingang als Kreisverkehrsplatz mit 20 Metern Durchmesser

und Mittelinseln in den Vorlaufbereichen. Hierdurch wird eine Verkehrsberuhigung

bewirkt und das Queren der Straße für Nutzer der beidseits gelegen

Wald- und Naherholungsangebote verkehrssicher gestaltet. Die Unterbringung

der Stellplätze erfolgt als Senkrechtaufstellung entlang der Straße

Obere Mühle. Der offen gelegte Baarbach trennt die Verkehrsanlagen und

die östlich gelegenen Freizeiteinrichtungen mit Spielfeldern, Wasserspielplatz

und Waldspielplatz. Das derzeitige „Vereinshaus“ wird zum Servicepunkt

für die Freizeiteinrichtungen und insbesondere den Kletterwald. Die

am nördlichen Sportplatzrand entlang der Einsteinstraße befindlichen Wertstoffbehälter

behalten ihren Standort, der historische Eingangsbereich bleibt

erhalten.

Variante 2 organisiert den Ortseingang als Fahrbahnversatz mit Querungshilfe.

Hierdurch wird eine Verkehrsberuhigung bewirkt und das Queren der

Straße für Nutzer der beidseits gelegen Wald- und Naherholungsangebote

verkehrssicher gestaltet. Die Unterbringung der Stellplätze erfolgt im nördlichen

Sportplatzbereich mit separater Zufahrt von der Einsteinstraße aus.

Der offen gelegte Baarbach trennt den Straßenzug Obere Mühle und die

östlich gelegenen Freizeiteinrichtungen mit Spielfeldern, Wasserspielplatz

und Waldspielplatz. Das derzeitige „Vereinshaus“ wird zum Servicepunkt für

die Freizeiteinrichtungen und insbesondere den Kletterwald. Die am nördlichen

Sportplatzrand entlang der Einsteinstraße befindlichen Wertstoffbehälter

werden in den Bereich der neu organisierten Stellplatzanlagen verlegt,

die historischen Eingangsanlagen an der Einsteinstraße bleiben erhalten.

Variante 3 organisiert den Ortseingangsbereich als lang gestreckte Mittelinsel

in Fahrbahnmitte der Oberen Mühle. Diese als „Funktionsstreifen“ ausgestaltete

Verkehrsanlage dient der Aufnahme von Querungshilfen, Abbiegestreifen

sowie Baumpflanzungen. Hierdurch wird eine Verkehrsberuhigung

bewirkt und das Queren der Straße für Nutzer der beidseits gelegen Waldund

Naherholungsangebote verkehrssicher gestaltet. Die Unterbringung der

Stellplätze erfolgt wie derzeit auf der südlich des „Vereinsheim“ gelegenen

Stellplatzfläche. Der offen gelegte Baarbach trennt den Straßenzug Obere

Mühle und die östlich gelegenen Freizeiteinrichtungen mit Spielfeldern,

Wasserspielplatz und Waldspielplatz. Das derzeitige „Vereinshaus“ wird zum

Servicepunkt für die Freizeiteinrichtungen und insbesondere den Kletterwald.

Die am nördlichen Sportplatzrand entlang der Einsteinstraße befindlichen

Wertstoffbehälter verbleiben an ihrem Standort, die historischen Eingangsanlagen

an der Einsteinstraße bleiben erhalten.

Eine Abwägung der unterschiedlichen Lösungsansätze ergibt folgendes

Ergebnis:

Freizeitanlagen: Als Ergebnis der politischen sowie bürgerschaftlichen Diskussion

innerhalb der Veranstaltungen kann ein weit überwiegender Konsens

bezüglich der Umnutzung der Vereinssportanlage hin zu einer Freizeit(sport)anlage

festgestellt werden.

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52 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

Offenlegung Baarbach: Die Offenlegung des Baarbachs wird insgesamt widersprüchlich

diskutiert. Dies betrifft jedoch nur die Abschnitte im Bereich

der Bebauung. Eine Offenlegung und somit ökologische Reaktivierung des

Fließgewässers im Bereich der Sportanlagen wird allgemein begrüßt.

Ortseingang Obere Mühle: Die vielfältigen Verkehrsbeziehungen zusammen

mit einem zu beobachtenden hohen Geschwindigkeitsniveau führen zu Verkehrskonflikten.

Die dargestellte Kreisverkehrslösung stellt den weitgehendsten

Eingriff dar, lässt jedoch eine zwingende Notwendigkeit aufgrund der geringen

Verkehrsströme aus den Seitenbereichen vermissen. Der in Variante

2 dargestellte Fahrbahnversatz dient der Geschwindigkeitsreduzierung und

Verbesserung der Querungsmöglichkeit für Fußgänger und Radfahrer, stellt

jedoch keine Vorteile für abbiegende KFZ dar. Der in Variante 3 dargestellte

Funktionsstreifen ist je nach Lage vorhandener Leitungstrassen mit geringen

Eingriffen herstellbar und birgt Vorteile für alle Verkehrsarten sowie das

Stadtbild.

Organisation Stellplätze: Die in Variante 1 dargestellte Organisation der

Stellplätze entlang dem Straßenzug Obere Mühle lässt aufgrund der guten

Erreichbarkeit und Anbindung an das Quartier Synergieeffekte und somit eine

Entlastung der Stellplatzproblematik im Quartier erwarten. Eine neu zu

schaffende Stellplatzanlage im nördlichen Sportplatzbereich wie in Variante

2 dargestellt, birgt den Nachteil einer schlechten Einsehbarkeit und Erreichbarkeit.

Der in Variante 3 dargestellte Status Quo löst zwar keine Kosten

aus, birgt jedoch auch keine Verbesserung der heutigen Situation.

Aufstellort Wertstofftonnen: Der derzeitige Standort wird aus verkehrstechnischer

Sicht sowie von den Bürgern als optimal betrachtet und bedarf daher

keiner Veränderung.

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53

5.3.7 Auerweg

Im Planbereich beidseitig des Auerweges ist bereits heute stark durch

Wohnnutzung geprägt. Die Rahmenplanung schlägt hier eine Nachverdichtung

mit bis zu 2-geschossigen Wohnhäusern vor.

Im Sinne der Baunutzungsverordnung wird ein allgemeines Wohngebiet

(WA) mit dem hier vorgesehenen Nutzungsspektrum unter Ausschluss von

Tankstellen und Gartenbaubetrieben vorgeschlagen. Vor dem Hintergrund

der Ortsrandlage und des Überganges zur freien Landschaft (Wald) wird

vorgeschlagen die GRZ auf 0,3 zu beschränken.

5.4 ABSTIMMUNG MIT DEM AUFTRAGGEBER HINSICHTLICH

IHRER ENTWICKLUNGSCHANCEN UND ENTWICK-

LUNGSPOTENZIALE

Im Rahmen der Projektbearbeitung fand innerhalb der Stadtverwaltung eine

Abstimmung über die Inhalte des Rahmenplanberichtes statt. Innerhalb einer

Lenkungsgruppensitzung am 14.07.2011 wurden letzte Abstimmungen

geführt und anschließend Bestandteil der Rahmenplanung.

Die Gegenüberstellung der Planungsalternativen ergab hinsichtlich ihrer

Entwicklungschancen und Entwicklungspotenziale eine eindeutige Priorisierung

zugunsten der Planungsvariante A.

5.5 GEMEINSAME FESTLEGUNG AUF EINE VARIANTE ZUR

WEITEREN BEARBEITUNG

Übereinstimmend wurde beschlossen, Variante A als Vorzugskonzept der

Rahmenplanung der weiteren Bearbeitung zu Grunde zu legen.

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54 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

6. BETEILIGUNG, KOMMUNIKATION UND ÖFFENT-

LICHKEITSARBEIT

6.1 AUFTAKTVERANSTALTUNG

Als Auftaktveranstaltung fand am 04.02.2011 um 18:00 Uhr eine Bürgerinformation

in den Räumen des Marine-Vereins Iserlohn, Obere Mühle 46 – 50

statt.

Zu dieser Veranstaltung wurde in der Tagespresse ortsüblich eingeladen.

Nach Begrüßung der ca. 60 anwesenden Bürgerinnen und Bürger durch

Herrn Pestl sowie einer Einführung in Thema und räumlicher Abgrenzung

durch Frau Bilke, Stadt Iserlohn informierte Herr Jahnen, HJPplaner Aachen

über Aufgabenstellung, Inhalte und Ziele der anstehenden Rahmenplanung.

Im Zuge der anschließenden allgemeinen Redebeiträge stellten die Bürger

die aus ihrer Sicht relevanten Aufgabenstellungen innerhalb des Quartiers

unter folgenden Oberbegriffen dar:









Nutzungsproblematik Gebäudekomplex „Kissing und Möllmann“,

Sicherheit und Rechtmäßigkeit der Fußwegeverbindung (Schulweg)

„Obere Mühle“ – Bahntrasse - Bahnhof über das Grundstück

„Kissing und Möllmann“,

Gebäudeleerstand Fabrikanlagen „Christophery“,

Nutzungs- und Immissionskonflikte im Straßenzug „Lünkerhohl“,

Verkehrskonflikte Zufahrtsbereich Parkplatz „teka“, „Phillips“,

Immissions- und Verkehrskonflikte (Parkdruck) Jazzkneipe „Henkelmann“,

Nutzungsentwicklung Sportplatz „Läger“,

Planungen der Stadt zur Offenlegung „Baarbach“.

In einer anschließenden Diskussion stand die Frage nach Planungsvorgaben

der Stadt und somit der „Unabhängigkeit“ der beauftragten Planer im

Vordergrund des Interesses der Bürger.

Herr Pestl stellte dar, dass lediglich zur Aufgabe des „Vereinssportplatzes“

Läger ein politischer Beschluss vorläge. Der Fortbestand der „Werkstatt“ im

Fabrikkomplex „Kissing und Möllmann“ sei politischer Wille. Zu den vorliegenden

Planungen zur Offenlegung des Baarbaches wurde ausgeführt, dass

es sich hierbei zunächst um eine Machbarkeitsstudie handle, deren Sinnhaftigkeit

und Realisierbarkeit im Zuge der Rahmenplanung zu überprüfen sei.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurden die folgenden geplanten Arbeitsschritte

und öffentlichen Veranstaltungen wie Bürgerwerkstatt und Sprechstunden

der Planer im Quartiersbüro angekündigt, und es erfolgte eine

mündliche Einladung an alle Anwesenden.

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55

6.2 BÜRGERWERKSTATT

Als Grundlage und wesentlichem Baustein der Rahmenplanung fand am

11.03.2011 um 16:00 Uhr eine Bürgerwerkstatt in den Räumen der Volkshochschule,

Stadtbahnhof statt.

Zu dieser Veranstaltung wurde in der Tagespresse ortsüblich eingeladen.

Hierüber hinaus erfolgte die Information und Einladung der Bürger über Plakate

im Stadtgebiet und insbesondere im Quartier.

Die Moderation der Bürgerwerkstatt erfolgte durch Herrn Prof. P. Jahnen

(HJPplaner) unter Assistenz von Frau Dipl.-Ing. Martina Hörmann (HJPplaner).

Als Vertreter des beauftragten Büros für ein Umnutzungskonzept für

das Fabrikareal „Kissing und Möllmann“ war Herr Dipl. Ing. E. Krings anwesend.

Nach Begrüßung der ca. 60 anwesenden Bürgerinnen und Bürger durch

Herrn Baudezernent Olaf Pestl sowie einer Einführung in Thema und räumlicher

Abgrenzung übernahm Herr Jahnen, HJPplaner Aachen die weitere

Gesprächsführung der Veranstaltung.

Nach einer allgemeinen Information über Ablauf, Inhalte und Ziele der Veranstaltung

erfolgte der Übergang in die inhaltlichen Arbeitsschritte.

Der Workshop wurde hierbei nach dem Prinzip eines „Methaplanes“ organisiert

und abgehalten. In mehreren aufeinander folgenden Arbeitsabschnitten

wurden die Themen Bestand, Planungsziele für das Plangebiet sowie eine

Wichtung der Planungsinhalte sowie die Formulierung von Leitthemen / Leitsätzen

erarbeitet, abgestimmt und in Plänen und als Texte fixiert.

Der aktive Teil der Bürgerwerkstatt wurde von Herrn Prof. Jahnen durch folgende

Zuruffrage eingeleitet:

„Was prägt die heutige Nutzungsstruktur und städtebauliche Gestalt in

ihrem Quartier, durch welche Elemente wirkt der Ort heute?“

Die Nennungen der Bürger wurden notiert und anschließend auf Themenkarten

geordnet und wie folgt dokumentiert:




















Nebeneinander von industriellen- und Wohngebäuden

Industriegeschichte

Raumkanten, Stadtbild

Radwegeverbindung in die Stadt

Grün

Schöne, historische Gebäude

Waldnähe

Stadtnähe

Sportplatz im Quartier

Ruhige Wohnstraße

Wohnen und Arbeiten

Fabrikgebäude historisch wichtig

Musik- und Ballettschule

Lebendiges Quartier

„Henkelmann“ als Freizeitangebot

„Leben“ auf dem Sportplatz

Keine Schlafstadt

Möglichkeiten für „kleine“ Gewerbebetriebe

Guter Wohnstandort

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56 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

„Qualitäten“ sowie „Umnutzung Industriegebäude“

HEINZ JAHNEN PFLÜGER

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57

Mit der anschließenden Aufgabe wurden die Teilnehmer der Bürgerwerkstatt

aufgefordert, inhaltliche Themen der Bearbeitung innerhalb der Bürgerwerkstatt

als Oberbegriffe zu benennen.

Die Nennungen der Bürger wurden notiert und anschließend auf Themenkarten

geordnet und wie folgt dokumentiert:









Umnutzung Industriegebäude

Baarbach

Sportplatz

Verkehrsanbindung

Erschließung

Parkraum

Nutzungen

Sonstiges

In einer Folgefrage wurden die Teilnehmer aufgefordert, ihre drei bis fünf

wichtigsten Anregungen zu folgender Frage auf vorgegebene Karten zu

schreiben:

Wie soll sich das Quartier entwickeln, welchen Charakter soll es bekommen?

Die Ergebnisse wurden nunmehr den Themenkarten inhaltlich zugeordnet

und anschließend ebenfalls wie folgt präsentiert:

Themenkarte Umnutzung Industriegebäude

Wohnen und Arbeiten in Industriegebäuden

Werkstatt im Hinterhof erhalten

Werkstatt im Hinterhof weiter entwickeln

K&M – Industrie-Museum in Verbindung mit der FH Iserlohn

Hagen: Vorindustrie / Handwerk

Iserlohn: Übergang Handwerk – Industrie

Ruhrgebiet: Industrie

Nutzung der bestehenden Industriegebäude

Kissing + M Künstlerateliers und Galerie

Pekrun Gebäude Weg – Grünfläche

Christophery Seniorengerechte Wohnungen

Industriebrachen Thomas Philipps Hanbeck Prym

Mehr Grünfläche durch evtl. Abriss eines ehemaligen Fabrikverwaltungsgebäudes

Gewerbeumnutzungen, auch Wohnen, Vereinfachung Genehmigung

Teilweise Umgestaltung der Industriegebäude

Erhalt der alten Industriegebäude

Erhalt und Pflege alter Gebäude (auch Industriegebäude)

Nutzung der Industriegebäude

Revitalisierung K. M: - soziale Akzente, - kleingewerbliche Nutzung, -

kulturelle Angebote

Ehemaliges Bürogebäude Christophery abreißen

Umgestaltung Fa. Christophery

Christophery

Christophery gegenüber Hankel am Bach

Erhalt / Umnutzung der wichtigen Industriegebäude, Entfernung der

neuen Anbauten, Beibehaltung der städtebaulichen Struktur

Begrünung und Verkleinerung Christophery im Bereich Lünkerhohl

Christophery Unterhaltung

Christophery Sport

Fassaden (Industriegebäude) erhalten

Bestand weitgehend erhalten und evtl. sanieren / restaurieren

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58 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

„Baarbach“ sowie „Sportplatz“

HEINZ JAHNEN PFLÜGER

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Frage der Umnutzung der vorhandenen Industriegebäude - Erhalt der

Ablesbarkeit industriegeschichtlicher Entstehung

Abriss Verwaltung Christophery

Kissing + Möllmann

Keine Investition in K+M

Christophery: Abriss des Christophery-Verwaltungsgebäudes

Ggf. auch der weiteren Gebäude und neu gestalten mit viel Grün

Kissing u. Möllmann: Teilabriss der Industrie-Brache Millionen –

Investition fraglich, Bewohner sowie alte Eigentümer haben keine

Verbesserungen erreicht

Themenkarte Baarbach








Baarbach und Wasserspielplatz

Baarbach öffnen

Entwässerung Überplanen „Problem“

Lünkerhohl Eingang den Baarbach freilegen

Keine Offenlegung des Baarbachs; Sportplatz erhaltenswert, Überlauf

/ Einlaufbauwerk unkalkulierbar, Zerstörung von städtebaulichen

Strukturen

Offenlegung Baarbach, mehr Grün

Baarbach

Themenkarte Sportplatz















Sportplatz sollte als Fußballplatz erhalten bleiben und renoviert werden

Sportplatz für Kinder nutzbar machen

Sportplatz beibehalten

Keine Offenlegung des Baarbachs, da ohne echten Nutzen, Ungeziefer

eingedeckelt wäre besser, Bau von offenem Rückhaltebecken südlich

der Zufahrt, Sprungschanze ohne Dauerstau

Sportplatz wichtig für das Umland und das Vereinsgeschehen Iserlohns

Sportplatz für Migranten evtl. erhalten

(bessere Integration?!)

Kein großer Freizeitpark, Problem: Freizeittourismus, Lärm durch Anund

Abfahrten, keine Verbesserung des Wohnumfelds

Sportplatzumgestaltung

Parkanlagen, Parkplätze für Alle, Sportplatz

Lägersportplatz als Naherholungsgebiet umbauen mit Grillplätzen für

Familien und Gruppen (Festplatz) usw.

Familienfreizeitangebot Lägerplatz

Entsprechend „Konzept05“, Punkt (MK) 6.3: Schaffung attraktiver

Spiel- und Sportgelegenheiten z.B. für Fußballturniere

Sportplatz

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60 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

„Verkehrsanbindung / Erschließung / Parkraum“ sowie „Sonstiges / Nutzungen“

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Themenkarte Verkehrsanbindung / Erschließung / Parkraum

Die Fabrik Kissing und Möllmann ist bereits jetzt Schulweg + Zugang zur

Stadt für viele Menschen am Auerweg und für Menschen, die über den

Auerweg zum Proberaum Musikschule gehen. Das muss erhalten bleiben.

Barrierefreie Verbindung zur Innenstadt

Verkehrsberuhigung

Verbesserung ÖPNV, barrierefreier Zugang zum Rad- u. Wanderweg,

Erhalt des Sportplatzes, mehr Licht in dem dunklen Tal

Mehr Parkmöglichkeiten

Parkmöglichkeiten

Genügend Parkplätze für Anwohner und Besucher

Verkehrsumgestaltung Parkplatz Thomas – Philipps

Verkehrsführung

Themenkarte Nutzungen / Sonstiges

Eventuell Einkaufsflächen

Mischstrukturen im Gebiet

Erhalt der Strukturen (Wohnen / Arbeiten) im Quartier

Friedliches Miteinander von Anwohnern und Besuchern

Stärkung der sozialen Strukturen im Quartier

Begegnungspark, Grün + Kommunikation

Plätze zur Begegnung schaffen

Klärung Eigentumsverhältnisse „Kissing & Möllmann“

Gewerbe fördern und anpassen

Wohnaufwertung

Kultur – Wohnen + Arbeiten im Viertel

Kulturelle Vielfalt

Kulturelle Vielfalt erhalten

Bewahrung der Kulturlandschaft

Nicht um 22:00 Uhr die Bürgersteige hochklappen, das Quartier ist auch

Lebensraum für Menschen unter 60 Jahren

Altenwohnungen grün und stadtnah

Wohnen für alle Altersgruppen

Wald stärker betonen

Bürgerarbeit!, zu mehr Verständnis untereinander, „Nur Lärm ist Leben“,

Tot ist man noch lange genug

Kulturellen Nutzen erhalten

Das kulturelle Leben erhalten

Kulturzentrum Henkelmann

Kulturzentrum incl. Henkelmann

In der hierauf folgenden Phase wurden zu den Themenbereichen Arbeitsgruppen

bestehend aus Bürgern, Planer und Stadtverwaltung gebildet. Innerhalb

eines Zeitfensters von ca. 70 Minuten bestand die Aufgabe dieser

Arbeitsgruppen darin, Umsetzungs- und Lösungsvorschläge für die zuvor

genannten Zielvorstellungen zu erarbeiten.

Die Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:

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62 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

9

Arbeitsgruppe „Umnutzung Industriegebäude“

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Arbeitsgruppe Umnutzung Industriegebäude

K & M (Kissing und Möllmann)

Denkmalgebäude erhalten, alles andere abreissen

K&M, Werkstatt im Hinterhof erhalten

K&M, Wohnen in einfachem Standard

K&M, Teilabrisse sinnvoll

K&M, Nicht störendes Gewerbe ist okay

Wohnnutzung ehem. Industriegebäude, Mehrgenerationen

Neuer Eigentümer, K&M ?

Christophery

Christophery, Abriss rückwärtiges Gebäude

Christophery, Abriss Verwaltungstrakt

Erhalt städtebaulicher Torsituation „Christophery – K&M“

Prym /Pekrun

Prym / Pekrun, z.T. störendes Gewerbe vorhanden

B-Plan P+P, Kein störendes Gewerbe, z.B. Schrotthändler

In der anschließenden Wichtung wurden die Teilnehmer aufgefordert, auf

den Themenkarten jene Inhalte mit einem Punkt zu versehen, die ihnen besonders

wichtig erschienen. Hierzu hatte jeder Teilnehmer insgesamt 5

Punkte zur Verfügung. Ziel dieses Arbeitsschrittes ist die „Qualifikation“ der

Arbeitsergebnisse aus den Arbeitsgruppen durch die gesamte Teilnehmerschaft.

Als Ergebnis lässt sich zum Themenbereich folgende Präferierung

festhalten:

K & M (Kissing und Möllmann)

7 Punkte:

Denkmalgebäude erhalten, Alles andere abreißen

K&M, Werkstatt im Hinterhof erhalten

3 Punkte:

K&M, Wohnen in einfachem Standard

K&M, Nicht störendes Gewerbe ist okay

2 Punkte:

K&M, Teilabrisse sinnvoll

1 Punkt:

Wohnnutzung ehem. Industriegebäude, Mehrgenerationen

Christophery

10 Punkte:

Christophery, Abriss rückwärtiges Gebäude

1 Punkt:

Christophery, Abriss Verwaltungstrakt

Erhalt städtebaulicher Torsituation „Christophery – K&M“

Prym /Pekrun

5 Punkte:

Prym / Pekrun, z.T. störendes Gewerbe vorhanden

4 Punkte:

B-Plan P+P, Keine störendes Gewerbe, z.B. Schrotthändler

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64 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

Arbeitsgruppe „Sportplatz / Baarbach“

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Arbeitsgruppe Sportplatz / Baarbach








Wasserspielplatz

Kleinkinder-Spielplatz

Generationenspielplatz

Sport: Fußball, Basketball, Volleyball, Eisfläche, Bänke

Grillplatz

Wandern berücksichtigen

Kletterwald

In der anschließenden Wichtung wurden die Teilnehmer aufgefordert, auf

den Themenkarten jene Inhalte mit einem Punkt zu versehen, die ihnen besonders

wichtig erschienen. Hierzu hatte jeder Teilnehmer insgesamt 5

Punkte zur Verfügung. Ziel dieses Arbeitsschrittes ist die „Qualifikation“ der

Arbeitsergebnisse aus den Arbeitsgruppen durch die gesamte Teilnehmerschaft.

Als Ergebnis lässt sich zum Themenbereich folgende Präferierung

festhalten:

8 Punkte:

Wasserspielplatz

5 Punkte:

Kletterwald

3 Punkte:

Wandern berücksichtigen

Grillplatz

2 Punkte:

Generationenspielplatz

Kleinkinder-Spielplatz

Sport: Fußball, Basketball, Volleyball, Eisfläche, Bänke

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66 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

Arbeitsgruppe „Verkehr / Erschließung“

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67

Arbeitsgruppe Verkehr / Erschließung


















Radtrasse: Bänke

ÖPNV früher 4, heute 204 (Schulbus), Anruflinienfahrt, Taktverdichtung

bis Sportplatz

Freizeitbus / Naherholung: Danzturm – Literaturhotel

Stellplätze Sportplatz,- Anbindung Wald usw.

Anbindung Radtrasse, dingliche Sicherung Weg, Treppe / Weg Kopf

Brücke

Danzturm: Fußwegekonzept, ausschildern, vernetzen

Wohnstraßen: Verkehrsberuhigung, Licht / Beleuchtung

Erschließung: Thomas / Phillips, Auerweg / Obere Mühle, Sattelzüge

40 To

Lägerbachstraße: Historischer Verlauf

Verkehrsberuhigung: Maßnahme Straße verändern, Begrünung, Leitsysteme

für Blinde

Ampelschaltung verbessern, Schleichverkehr Hardtstraße, Sonderfunktionen

(an den Ampelanlagen) für Blinde

Haltebucht Musikschule um Kinder aussteigen zu lassen

Parkplatz „vor Kopf“ Sportplatz

Parkplatz „Phillips“ doppelt nutzen – Henkelmann

Gebäude „44“ zur Disposition (städtisch)- Parken

Umgestaltung „Platz“ Nadelstraße/Obere Mühle, Parken / Gestaltung

Trafostation

Rückbau Straßenraum Obere Mühle

In der anschließenden Wichtung wurden die Teilnehmer aufgefordert, auf

den Themenkarten jene Inhalte mit einem Punkt zu versehen, die ihnen besonders

wichtig erschienen. Hierzu hatte jeder Teilnehmer insgesamt 5

Punkte zur Verfügung. Ziel dieses Arbeitsschrittes ist die „Qualifikation“ der

Arbeitsergebnisse aus den Arbeitsgruppen durch die gesamte Teilnehmerschaft.

Als Ergebnis lässt sich zum Themenbereich folgende Präferierung

festhalten:

2 Punkte:

Anbindung Radtrasse, dingliche Sicherung Weg, Treppe / Weg Kopf

Brücke

Ampelschaltung verbessern, Schleichverkehr Hardtstraße, Sonderfunktionen

(an den Ampelanlagen) für Blinde

1 Punkt:

Erschließung: Thomas / Phillips, Auerweg / Obere Mühle, Sattelzüge

40 To

Verkehrsberuhigung: Maßnahme Straße verändern, Begrünung, Leitsysteme

für Blinde

Parkplatz „Phillips“ doppelt nutzen – Henkelmann

Gebäude „44“ zur Disposition (städtisch)- Parken

Umgestaltung „Platz“ Nadelstaße/Obere Mühle, Parken / Gestaltung

Trafostation

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68 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

Arbeitsgruppe „Nutzungen“

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69

Arbeitsgruppe Nutzungen









Innovativer (individueller) Einzelhandel ausdehnen ins Gebiet

Viel Entwicklungspotential

Nebeneinander von kommerziellen und sozialen Einrichtungen

Mehrgenerationen – Begegnungsstätte

Vielfalt erhalten

Nutzungskonflikte moderieren

Beratungsangebote für Hauseigentümer (Förderung)

Läden und Wohnen

In der anschließenden Wichtung wurden die Teilnehmer aufgefordert, auf

den Themenkarten jene Inhalte mit einem Punkt zu versehen, die ihnen besonders

wichtig erschienen. Hierzu hatte jeder Teilnehmer insgesamt 5

Punkte zur Verfügung. Ziel dieses Arbeitsschrittes ist die „Qualifikation“ der

Arbeitsergebnisse aus den Arbeitsgruppen durch die gesamte Teilnehmerschaft.

Als Ergebnis lässt sich zum Themenbereich folgende Präferierung

festhalten:

5 Punkte:

Nutzungskonflikte moderieren

Mehrgenerationen – Begegnungsstätte

4 Punkte:

Vielfalt erhalten

Beratungsangebote für Hauseigentümer (Förderung)

3 Punkte:

Läden und Wohnen

Nach Sichtung sowie inhaltlicher Bestimmung und Präzisierung der Ergebnisse

der Wichtung wurden zu den Themen folgende Zielformulierungen als

Leitregeln getroffen, vorgestellt und allgemein verabschiedet:

Kissing und Möllmann:

Verbleib der erhaltenswerten Bausubstanz mit einfachem Wohnen,

Werkstatt und nicht störendem Gewerbe.

Christophery:

Rückbau unter Erhalt der städtebaulichen Torsituation.

Prym-Pekrun:

Regelung der störenden Nutzungen unter Erhalt der Wohnnutzung.

Nutzungen:

Erhalt und Stärkung der Nutzungsvielfalt unter Moderieren der Störungen.

Verkehr / Erschließung:

Verkehrsberuhigung und Vernetzung mit dem Umfeld.

Sportplatz / Baarbach:

Freizeitsport mit Bach und Wald.

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70 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

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71

6.3 THEMENTAG

Als Angebot für alle Bürger, auch in einem persönlichen Gespräch mit den

Planern Aspekte der Planung zu erörtern, fand am 18.03.2011 zwischen

10:00 und 17:00 Uhr ein „Thementag“ Städtebaulicher Rahmenplan „Obere

Mühle“ statt.

Zu dieser Veranstaltung wurde in der Tagespresse ortsüblich eingeladen.

Hierüber hinaus erfolgte die Information und Einladung der Bürger über Plakate

im Stadtgebiet und insbesondere im Quartier.

Im Laufe dieses Thementages kamen ca. 20 Bürger in die Räumlichkeiten

des Quartiersbüros.

Neben einer allgemeinen Information über Planungsinhalte sowie die bisherigen

Veranstaltungen konnten in Gesprächen insbesondere persönliche

Aspekte erörtert werden.

So war bei Hausbesitzern in Begleitung von Architekten Interesse bezüglich

der zu erwartenden Aufwertungsprozesse zu erkennen, die Entwicklung der

eigenen Immobilie wurde thematisiert.

Einzelpersonen, die anlässlich der Bürgerwerkstatt ihre Skepsis bezüglich

einer ernsthaften Berücksichtigung von Bürgerwünschen geäußert hatten,

erkundigten sich nach dem weiteren Fortgang des Planungsprozesses.

Neben Themen mit unmittelbarem Bezug zum Planungsraum „Obere Mühle“

wurden von den Besuchern auch Solche des weiteren Planungsraumes

Südliche Innenstadt vorgetragen.

Insgesamt konnte diese Veranstaltung genutzt werden, um den Kontakt zu

interessierten Bürgern weiter zu pflegen und deren Anregungen in die Planung

einzustellen.

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72 RAHMENPLANUNG OBERE MÜHLE

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