Einer trage des anderen Last

dioezeselinz

Einer trage des anderen Last

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Bildnachweis:

Barbara Großmann /

pixelio.de

5 nicht legt sie bloß,

nicht sucht sie das Ihre,

nicht lässt sie sich anstacheln,

nicht rechnet sie das Böse an,

6 nicht freut sie sich über die Ungerechtigkeit,

sie freut sich aber mit der Wahrhaftigkeit.

7 Alles erträgt sie,

allem vertraut sie,

alles hofft sie,

allem hält sie stand.

8 Die Solidarität fällt niemals aus.

Prophetien? Sie werden verschwinden.

Sprachen? Sie werden aufhören.

Erkenntnis? Sie werden verschwinden.

9 Denn bruchstückhaft erkennen wir,

bruchstückhaft reden wir prophetisch.

10 Wenn aber das Vollkommene kommt,

wird das Bruchstückhafte verschwinden.

11 Als ich noch unmündig war,

redete ich wie ein Unmündiger,

dachte wie ein Unmündiger,

überlegte wie ein Unmündiger.

Als ich Mann wurde, ließ ich das Unmündige verschwinden.

12 Denn wir sehen jetzt durch einen Spiegel, rätselhaft,

dann aber Angesicht zu Angesicht.

Ich erkenne jetzt bruchstückhaft,

dann aber werde ich genau erkennen,

wie auch ich genau erkannt wurde.

13 Nun also bleibt:

Vertrauen, Hoffnung, Solidarität,

diese drei.

Die größte von ihnen: die Solidarität.

Aus: Gerhard Jankowski, Solidarisch leben. Texte und Kontexte, Berlin 2009,

121-123.

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