Familienfreundlichkeit in der deutschen Wirtschaft – Ergebnis ... - IW

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Familienfreundlichkeit in der deutschen Wirtschaft – Ergebnis ... - IW

2/2010

Abbildung 1

Einstellung zum Thema Familienfreundlichkeit

Anteil der Unternehmen in Prozent, die folgenden Aussagen zustimmen

Trifft voll zu

Trifft eher zu

Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist in unserem

Unternehmen eine Selbstverständlichkeit.

51,8

37,0

Mitarbeiter mit und ohne Familienpflichten haben

die gleichen Entwicklungs- und Aufstiegschancen.

63,9

21,6

Mitarbeiter und ihre Interessenvertretung sind

kontinuierlich in die Gestaltung familienfreundlicher

Angebote mit eingebunden.

Geschäftsleitung befragt Mitarbeiter regelmäßig

über ihre Bedürfnisse zur Vereinbarkeit von Familie

und Beruf.

21,0

20,3

27,7

24,4

Geschäftsleitung informiert Mitarbeiter regelmäßig

über familienfreundliche Angebote.

14,3

23,1

0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100

Quelle: Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2010

Auch wenn die Zustimmungsquoten bei diesen drei Aspekten, die den Dialog zwischen

Geschäftsführung und Belegschaft charakterisieren, deutlich hinter jenen bei den beiden

Gesichtspunkten zurückbleiben, die die Unternehmenskultur widerspiegeln, kann nicht

zwangsläufig auf ein Kommunikationsdefizit in den Betrieben geschlossen werden. Der

Kenntnisstand kann von Geschäftsführung und Belegschaft auch ohne einen institutionalisierten

regelmäßigen Informationsaustausch ausreichend sein, weil zum Beispiel beide Seiten

auf einer informellen Ebene miteinander kommunizieren oder die Mitarbeiter lediglich

dann unterrichtet werden, wenn Letztere in das Unternehmen neu eintreten und sich Änderungen

im Angebotskatalog ergeben. Die Teilhabe an der Gestaltung familienfreundlicher

Maßnahmen kann daran scheitern, dass auf Arbeitnehmerseite kein geeigneter Ansprechpartner

für die Geschäftsführung existiert, der die Interessen der Belegschaft vertritt. So e-

xistiert zum Beispiel in lediglich gut 11 Prozent der Unternehmen in der Industrie und deren

Verbundbranchen ein Betriebsrat, nur in gut 15 Prozent ein von Geschäftsführung und

Mitarbeitern besetztes gemeinsames Mitbestimmungsgremium und in knapp 10 Prozent eine

sonstige alternative Form der Interessenvertretung (Stettes, 2008, 64).

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