Die Zukunft der fossilen Energie - IWO-Österreich

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Die Zukunft der fossilen Energie - IWO-Österreich

IWO-ÖSTERREICH, INSTITUT FÜR WIRTSCHAFTLICHE ÖLHEIZUNG AUSGABE 3.2010

www.iwo-austria.at

Die Zukunft der

fossilen Energie

Öl bleibt auch weiterhin unverzichtbar

THEMENSCHWERPUNKT: IWO-Symposium 2010 „Energie-Mix-Strategie Österreich 2020“


EDITORIAL

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Mag. Martin Reichard

Geschäftsführer, IWO-Österreich

Werte Leserinnen und Leser,

die Zukunft der österreichischen wie auch der globalen Energieversorgung

ist in Wahrheit keine Frage, ob man nun für oder

gegen fossile Energieträger ist. Die Richtungsentscheidung,

vor der wir stehen, ist nicht auf ein Entweder-oder zu reduzieren,

sondern ist in der sachlichen Diskussion auf ein sinnvolles

Miteinander auszuweiten.

Fakt ist, dass wir in Österreich noch viele Jahrzehnte fossile

Energieträger brauchen werden. Neben der Energiestrategie,

die für 2020 von 66 % fossiler Energieträger ausgeht, trauen

sich selbst die Vertreter alternativer Energieträger unter optimaler

Subvention aus den Steuertöpfen nicht mehr als einen

Anteil von 50 % am Gesamtenergiehaushalt zu. Woher die restliche

Energie kommen soll, wird trotz besseren Wissens gerne

unter den Teppich gekehrt. Anstatt einzelne Energieträger zu

verteufeln und andere Technologien von staatlicher Seite hoch

zu subventionieren, sollte man sich vielmehr darüber Gedanken

machen, wo die verschiedenen Energieträger mit ihren

spezifischen Vor- und Nachteilen optimal im Sinne der Energieeffizienz

eingesetzt werden können. Der steigende Energieverbrauch

und der Trend zu immer mehr Wohnfläche verlangen

im Raumwärmebereich einen Energiemix, der die verschiedenen

Einsatzmöglichkeiten von zwei bis drei Energieträgern

kombiniert und die Energieeffizienz optimiert. Dem

Hybrid-Haus dient als Basisheizung eine moderne zuverlässige

Öl-Brennwertheizung für kalte Wintertage, zuheizen kann

man mit einem Kachelofen und für die Übergangszeit bzw. den

Sommer bietet sich eine Solaranlage für die Warmwasseraufbereitung

an. Auf diesem Weg können die verschiedenen Vorteile

der Energieträger individuell genutzt werden. In der Summe

der Vorteile liegt das wahre Einsparungspotenzial, denn

am umweltfreundlichsten ist noch immer jene Energie, die

nicht verbraucht wird.

In diesem Zusammenhang besonders unverständlich ist daher

die Kritik einzelner Gruppen am „Heizen mit Öl“-Kesseltauschprogramm.

Mit dem Tausch des alten Ölkessels auf ein modernes

Brennwertgerät werden auf Dauer 40 % Heizöl und somit

CO 2 und andere Emissionen eingespart. Weiterer Vorteil für die

Allgemeinheit ist, dass die Förderung von Mineralölindustrie

und dem Energiehandel getragen wird und vollkommen ohne

Steuergelder auskommt. Statt immer mehr in eine hochsubventionierte

Energieproduktion zu investieren, sollte Österreich

vielmehr Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs

und Erhöhung der Energieeffizienz ergreifen.

Ihr Martin Reichard

START

INHALT

03 Kommentar: Kommunikation

Logisch oder ökologisch?

OMV-Stratege Wolfgang Ernst über die Zukunft der

fossilen Energieträger in Österreich und die Auswirkung

auf die Energiebranche.

IWO intern: Juristin neu beim IWO

Erfahrene Rechtsexpertin erweitert IWO-Kompetenz.

04 IWO-Symposium Rückblick

Das Miteinander von morgen.

05 IWO-Symposium

Die Zukunft der fossilen Brennstoffe.

06 IWO-Symposium

Panel I, Vorträge: Altmann, Döry.

07 IWO-Symposium

Panel I, Vorträge: Schalk, Schwarzer, Vogel, Lechner.

08 IWO-Symposium

Panel II, Vorträge: Killian, Kneissl.

09 IWO-Symposium

Panel II, Vorträge: Loacker, Maier, Rose, Wilde.

10 TRÖl Politik / Technik

Neues 3. Kapitel, 2. Teil, „Flüssige Brennstoffe“.

11 Kurzmeldungen Politik / Technik

Heizöltanks, Ölvorkommen, Förderpraxis,

Zeolith-Kompaktgerät.

12 HMÖ Regionales

Erfolgsgeschichte aus dem Salzburger Pongau.

Heizölpreisentwicklung

Die Preise sind seit dem Frühjahr stabil und bewegen

sich derzeit auf dem Niveau vom April.

Terminhighlights

23. September IWO-Symposium

11. November IWO-Abend, Hamburg

23. November IWO-Mitgliederversammlung

Zahl des Quartals 395

Die österreichische Mineralölbranche hat seit Beginn der

Förderaktion „Heizen mit Öl“ bereits Einsparungen in Höhe

von 395 Gigawattstunden (GWh) erreicht. Damit wird die

Mineralölwirtschaft zum Vorreiter in Sachen Energieeffizienz

und liefert den absolut höchsten Beitrag zur Erreichung der

Klimaeffizienzziele.

IMPRESSUM: Medieninhaber (Verleger): IWO-Österreich, Institut für wirtschaftliche Ölheizung, Sitz:

1030 Wien, Reisnerstraße 3/7, Tel.: 01/710 68 99, Fax: 01/710 68 99-50, E-Mail: wien@iwo-austria.at,

www.iwo-austria.at; Unternehmensgegenstand: Informationen rund um das Heizen mit Öl,

effizienten Energieeinsatz von Heizöl extra leicht und Heizöl leicht im Raumwärmemarkt;

Geschäftsführer: Mag. Martin Reichard; Vorstand: Maximilian Gaspar, Ing. Klaus Geer,

Dr. Franz Heger, Mag. Jürgen Roth;

Redaktion/Gestaltung: ikp Wien GmbH, 1090 Wien; Druck: Outdoor Productions, 1010 Wien;

Fotos: IWO-Österreich

3.2010


Kommentar

Ihre Ansprechpartnerin für Kommunikation: Tel. 01/710 68 99-33, klara.betes@iwo-austria.at

IWO intern

KOMMUNIKATION

Erfahrene Juristin

neu im IWO-Team

Das Institut für wirtschaftliche Ölheizung

(IWO) wird ab sofort von

Frau Mag. Christa Wendler unterstützt.

Logisch oder ökologisch?

Österreich wird die Folgen der globalen

Wirtschaftskrise noch länger spüren.

Sanierungsschritte sind notwendig,

um Budgetdefizit und Staatsverschuldung

einzudämmen.

Das Schlagwort von der ökologischen

Steuerreform ist in aller Munde. Dürfen

wir erwarten, dass das derzeitige Energiesteuersystem

mit Augenmaß, auf

Basis objektiver Kriterien und mit sozialer

Treffsicherheit reformiert wird?

Zusätzliche Belastungen für die Wirtschaft

und eine Schmälerung der Kaufkraft

für die privaten Haushalte

wären leichter zu akzeptieren,

wenn eine ökologische Steuerreform

auch logisch wäre.

Österreich besitzt eines der

umfangreichsten Subventionssysteme

der EU. Statt Erhöhung

der Steuersätze könnte

man beispielsweise auch

Dauer-, Mehrfach- und Übersubventionierungen

(Negativsteuern)

einschränken. Man könnte eine steuerliche

Gleichbehandlung der Energieträger

hinsichtlich Energiegehalt und Umsatzsteuer

realisieren. Ein objektiver „Ökozuschlag“,

bei dem zusätzlich zum Klimaschutz

auch die Lufthygiene berücksichtigt

wird, wäre eine ökologisch sinnvolle

Differenzierung der Steuerlast.

Eine weitere Erhöhung der Steuern auf

Energie ist der Bevölkerung kaum vermittelbar.

Individuelle Mobilität ist in

Österreich schon um 25 % höher belastet

als im EU-Durchschnitt und 15 % höher

als in Deutschland. Zwei Drittel der

3.2010

Ing. Wolfgang Ernst:

Corporate Strategy OMV

Österreicher finden, dass die Mineralölsteuer

schon zu hoch ist. Im Straßengüterverkehr

wird ohnehin täglich Dieselpreis

und Roadpricing gemeinsam kalkuliert.

Auch hier ist die Belastung schon

jetzt höher als im Ausland. Eine zu hohe

Diesel-Möst führt zur Verlagerung des

Tankens ins benachbarte Ausland und

wäre in jeder Hinsicht kontraproduktiv.

Bei Treibstoffen sinkt mit jedem Cent

Erhöhung das zusätzlich erzielbare Steueraufkommen.

Die privaten Haushalte

haben ihre Treibhausgasemissionen seit

1990 um 24 % gesenkt und das Kyoto-Ziel

deutlich übererfüllt. Für Steuererhöhungen

bei Heizenergie

unter dem Deckmantel Klimaschutz

wird vermutlich wenig

Verständnis aufkommen. Da

eine Erhöhung der Erdgasabgabe

und der Heizölsteuer vor

allem Seniorenhaushalte und

Kleinabnehmer treffen würde,

stellt sich sofort die Frage nach

der sozialen Symmetrie. Auch die Industrie

zahlt bereits mehrfach für die Wirtschaftskrise,

steht im harten internationalen

Wettbewerb und will Zusatzbelastungen

nicht mehr akzeptieren – und

seien sie noch so „ökologisch“.

Ob sich eine (öko)logische Steuerreform

realisieren lässt, die verkraftbar, möglichst

objektiv und gerecht ist und noch

dazu maßgeblich zur Budgetsanierung

beiträgt? Im politischen Interessenausgleich

könnte die Logik sehr leicht auf

der Strecke bleiben, meint

Ihr Wolfgang Ernst

© Parlamentsdirektion/Christian Hikade

Die Rechtsexpertin

wird dem IWO

zukünftig als juristische

Beraterin

zur Seite stehen. In

den vergangenen

sieben Jahren war

Frau Mag. Wendler

in der Wirtschaftskammer

NÖ, Sparte Industrie, tätig.

Als direkte Ansprechpartnerin sowohl

in branchenbezogenen als auch

umwelt- und energierechtlichen Belangen

unterstützte sie die Mitgliedsunternehmen

in allen Bereichen der

Rechtsberatung.

Zusätzlich war sie mit der Begutachtung

von nationalen und EU-rechtlichen

Rechtsvorschriften betraut.

Auch im Bereich Lobbying, Wissensvermittlung,

Eventorganisation

und Medienarbeit bewies Frau Mag.

Wendler viel Organisationsgeschick

und Durchsetzungsvermögen.

Die dort gewonnenen Erfahrungen

erleichtern ihr nun den Wechsel zum

IWO. Wir begrüßen Frau Mag. Wendler

im IWO-Team und wünschen ihr

alles Gute und viel Erfolg im Rahmen

ihrer neuen Tätigkeit.

3


RÜCKBLICK

IWO-Symposium 2010

Energie-Mix-Strategie

Österreich 2020

Rund 100 Energieinteressierte hatten beim diesjährigen IWO-Symposium die Gelegenheit, den spannenden

Vorträgen und angeregten Diskussionen von nationalen und internationalen Energieexperten zu dem Thema

Energie-Mix-Strategie Österreich 2020“ beizuwohnen. Stattgefunden hat das Symposium wie die vergangenen

Jahre auch im Rittersaal des Palais Niederösterreich in der Wiener Herrengasse.

Die Eröffnungsansprache hielt dieses

Jahr Mag. Martin Reichard, der das Publikum

auf die spannenden Vorträge einstimmte.

Im Zentrum seiner Ausführungen

standen das Thema Energieeffizienz

und der Beitrag, den die Mineralölwirtschaft

leisten kann. Unter dem Thema

„Das Miteinander von morgen – wie wird

sich Österreichs Energiemix 2020 zusammensetzen?“

startete der Regionalgeschäftsführer

der Wien Energie Vertrieb

GmbH & Co KG, Ing. Wolfgang Altmann,

das Panel I mit einem Vortrag

über Erdgas und seine Rolle im Energiemix

des urbanen Raums.

Im Anschluss daran sprach der Präsident

des Europäischen Holzwerkstoffverbandes

und Sprecher der Österreichischen

Plattenindustrie, Kommerzialrat

László Döry, unter anderem über die

endliche Verfügbarkeit des Werkstoffs

Holz und dass dieser im Sinne einer vernünftigen

Wertschöpfung nicht verheizt

werden sollte.

Ing. Friedrich Schalk, Geschäftsführer

von Shell Austria, nutzte seine Präsentation,

um einen effizienteren Maßnahmenmix

für die Zukunft anzuregen.

Univ.- Doz. Dr. Mag. Stephan Schwarzer,

Leiter der Abteilung für Umwelt- und

Energiepolitik bei der Wirtschaftskammer

Österreich, und Mag. Herbert Lechner,

stv. Geschäftsführer und wissenschaftlicher

Leiter der Österreichischen

Energieagentur, gaben einen realistischen

Einblick in die Zukunft, in der sowohl

fossile als auch erneuerbaren

Energien eine wichtige Rolle spielen

werden. Zum Abschluss des ersten Panels

sprach sich DI Theresia Vogel, die

Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds

der Bundesregierung, für einen

langfristigen Energiemix aus erneuerbarer

Energie und innovativer Technologie

aus.

Da die Energieexperten unterschiedliche

Stand- und Schwerpunkte hatten,

gab es nach dem Abschluss des ersten

Panels noch eine angeregte Diskussion,

die wie die gesamte Veranstaltung unter

der Moderation von Martin Kugler (Die

Presse) geleitet wurde. Etwas verspätet

wurden die Zuhörer dann zum Mittagessen

entlassen, um dort die Diskussionen

fortsetzen zu können.

Unter vier Augen hatten die Zuhörer die

Gelegenheit, den Vortragenden persönliche

Fragen zu ihren Reden zu stellen,

Meinungen auszutauschen und neue

Kontakte zu knüpfen. Auch zwischen

den Rednern gab es nach der Diskussionsrunde

noch ausreichend Gesprächsstoff.

Das Panel II stand unter dem Thema

Die Zukunft der fossilen Brennstoffe –

unentbehrlich oder rasch ersetzbar?“

4

3.2010


IWO-SYMPOSIUM

und wurde von Manfred Killian, Vorstand

BP in Österreich, mit einem Energieausblick

bis ins Jahr 2030 eröffnet.

Buchautorin Dr. Karin Kneissl, die unter

anderem das Werk „Der Energiepoker“

verfasste, sprach über die OPEC im

Zusammenhang mit der Transformation

des Energiemix. Die Perspektive eines

Finanzmarktexperten brachte Mag.

Hannes Loacker, Ölmarktanalyst Raiffeisen

Zentralbank, in die Runde ein. Der

Leiter der Sektion IV – Energie und Bergbau

des BMWFJ, Dr. Alfred Maier, referierte

über die Gestaltungsmöglichkeiten

der Politik am Energiesektor und die

Herausforderung des Umbaus der Energiesysteme.

DI Karl Rose, Energieexperte, ehem.

Chief Strategist Shell International und

Geschäftsführer Strategy Lab, verwies

darauf, dass immer noch über eine Milliarde

Menschen keinen Zugang zu Energie

haben und Klimaschutz in den meisten

Entwicklungs- und Schwellenländern

keine Rolle spielt. Im Hinblick auf

Österreich sprach sich Rose für eine realitätsnahe

Einschätzung der wirtschaftlichen

und technischen Potenziale

von alternativen Energieformen aus.

Frau Dr. Wilde von der Europäischen

Kommission präsentierte die Anstrengungen

der europäischen Energiepolitik

und die Maßnahmen zur Sicherung der

Energieversorgung.

Schlussendlich waren sich die Experten

einig, dass fossile Energieträger noch

langfristig eine wichtige Stütze unserer

Energieversorgung darstellen werden.

Erneuerbare Energien werden parallel

langsam und von niedrigem Niveau weg

an Bedeutung gewinnen. Nach einer

spannenden Diskussionsrunde konnten

Experten und Interessierte noch bei

Kaffee und Kuchen über die Vorträge

und die zukünftigen Energie-Mix-Strategien

diskutieren und das IWO-Symposium

2010 gemütlich ausklingen lassen.

3.2010

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RÜCKBLICK

Panel I

Erdgas und seine Rolle im Energiemix

des urbanen Raums im Jahr 2020

In Wien werden am Raumwärmemarkt

bereits seit den

80er-Jahren verstärkt Erdgas

und Fernwärme eingesetzt.

Aktuell werden rund 50 % der

Wohnungen in Wien mit Erdgas

versorgt. Bis 2020 wird

sich die Dominanz von Erdgas

im urbanen Raum weiter fortsetzen,

jedoch ist in langfristigen

Prognosen auch die Verdrängung

von Erdgas aus dem Raumwärmemarkt hin zu

Kraftwerken ersichtlich. Der Fokus der Erdgasbranche wird

sich in Zukunft auch auf die Themen Biogaserzeugung und

Biogaseinspeisung richten. Die geringere CO2-Belastung bei

der Verbrennung ist besonders für den städtischen Bereich

von Vorteil. Der Verkehr ist ein weiteres Einsatzgebiet mit

Potenzial. Mittelfristig ist Compressed Natural Gas (CNG) die

umweltfreundlichste Alternative zu herkömmlichen Kraftstoffen.

Die Energiestrategie Österreich sieht für 2020 rund

200.000 mit Bio-CNG-Mischung angetriebene Fahrzeuge auf

Österreichs Straßen vor.

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Ing. Wolfgang Altmann

Regionalgeschäftsführer Wien Energie Vertrieb

GmbH & Co KG

KommR László Döry

Präsident des Europäischen Holzwerkstoffverbandes

und Sprecher der Österreichischen Plattenindustrie

Verbrennung des wertvollen Rohstoffes

Holz ist fragwürdig

Die Sorge der holzverarbeitenden

Industrie heißt Biomasse.

Warum? Weil 90–95 %

der Biomasse, die zu Strom

und Wärme verarbeitet werden,

heute Holz sind. Darum

fürchtet die Industrie um die

Verfügbarkeit des Rohstoffes

Holz. Bezeichnenderweise

gibt es bis dato keine seriösen

Studien über die nachhaltige

Verfügbarkeit von Holz in

Europa.

Holz bietet eine einfache Möglichkeit zur Reduktion der CO2-

Emissionen, die die Hauptursache des Klimawandels sind.

Bekannt ist der CO2-Speichereffekt der Wälder. Verbrennt

man jedoch den Rohstoff, ist der CO2-Senkeffekt dahin. Wird

allerdings Holz beispielsweise im konstruktiven Holzbau eingesetzt,

bleibt die CO 2-Speicherung erhalten und man erreicht

eine höhere Wertsteigerung als durch Verbrennung.

3.2010


IWO-SYMPOSIUM

Ing. Friedrich Schalk

Geschäftsführer Shell Austria

Effizienter Maßnahmenmix

für die Zukunft

Wir brauchen einen Mix von

drei Maßnahmen gegen den

Klimawandel und für die

Deckung des steigenden Energiebedarfs.

Es gilt, die Energieeffizienz

zu erhöhen, kohlenstoffärmere

Energieträger,

wie Erdgas und Biotreibstoffe,

und neue Klimaschutztechnologien,

wie CCS, die unterirdische

CO2-Speicherung, zu

fördern. Im Wärmemarkt lässt sich beim Heizöl über den Einsatz

von Brennwerttechnologie die Energieeffizienz erhöhen.

Dafür war schwefelarmes Heizöl der Wegbereiter. Shell war

unter den Ersten in Österreich, die ein schwefelarmes Heizöl

mit spezieller Wirkstoffkomponente angeboten haben. Diese

Wirkstoffkomponente sorgt nicht nur für erhöhte Effizienz,

sondern schützt und pflegt auch die Heizungsanlage. Um das

beste Heizöl für jeden Kunden zu finden, ist Shell die Kundenberatung

ein wichtiges Anliegen. Shell war in Österreich 2009

auch der erste Anbieter von Heizöl mit Biokomponenten.

Damit leistet Shell einen wichtigen Beitrag hin zu mehr

Effizienz, Umweltschutz sowie für die Zukunftssicherheit von

Heizöl.

DI Theresia Vogel

Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds der

Bundesregierung

Die Zukunft ist erneuerbar

Der Klima- und Energiefonds

unterstützt die Bundesregierung

bei der Erreichung der

Klimaziele und der Umsetzung

der nationalen Energie-

(forschungs)strategie. Unsere

Vision für 2020 sind u. a. die

Reduktion von Treibhausgasen

um 20 %, die Steigerung

der Energieeffizienz um 20 %

und die Erhöhung des Anteils

an erneuerbarer Energie im

Energiemix um 50 %. Den Einsatz von fossilen Energieträgern

im Energiemix halten wir für die Erreichung nationaler und

globaler Klimaziele als nicht geeignet. Für uns und den Wirtschaftsstandort

Österreich heißt die langfristige Perspektive

klar: Mit innovativen Technologien und erneuerbarer Energie

kann mehr bewegt werden.

3.2010

Univ.-Doz. Dr. Mag. Stephan Schwarzer

Leiter der Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik

Wirtschaftskammer Österreich

Energieeffizienz ist das Gebot der Stunde

Die weltweit ständig steigende

Energienachfrage und der

notwendige Klimaschutz stellen

unsere Politik und die

Wirtschaft vor große Herausforderungen.

Nachhaltigkeit,

Wettbewerbsfähigkeit und

Versorgungssicherheit sind in

einem ausgewogenen Verhältnis zueinander umzusetzen.

Das schwer beladene 20-20-20-Ziel: Im Hinblick auf die verpflichtenden

Targets für 2020 ist eine Stabilisierung des Energieverbrauchs

unumgänglich. Dazu benötigen wir eine Steigerung

der Energieeffizienz. Dies ist für die Zielerreichung der

kostengünstigste Weg und zugleich auch der Weg mit der

größten inländischen Wertschöpfung.

Was können die Betriebe konkret zur Senkung des Energieverbrauchs

tun? Energieeffizienz im eigenen Betrieb zu implementieren

ist ein Gebot der Stunde und eine reine Win-win-

Chance. Denn energieeffiziente Betriebe haben Wettbewerbsvorteile

gegenüber weniger effizienten Betrieben, bei steigenden

Energiepreisen amortisieren sich die Investitionen immer

rascher.

Mag. Herbert Lechner

Stv. Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter der

Österreichischen Energieagentur

Mehr Energieeffizienz und Erneuerbare

Diese strategischen Stoßrichtungen

kennzeichnen die

österreichische Energiestrategie

und werden den für den

(Ofen-)Heizölmarkt relevanten

Gebäudebereich nachhaltig

verändern. In diesem Sektor

soll der Energieverbrauch bis

2020 um 10 % gegenüber 2005

gesenkt werden. Dies erfordert

eine Entwicklung zu „Fast-Nullenergiegebäuden“ im

Neubau (wie in der EU-Gebäuderichtlinie skizziert) und die

Steigerung der energetischen Sanierungsrate im Gebäudebestand.

Zugleich soll die Umstellung der Wärmebereitstellung

auf Systeme mit geringen oder keinen CO2-Emissionen vorangetrieben

und die bestehende Art.-15a-B-VG-Vereinbarung

dementsprechend angepasst werden. Das Impulsprogramm

„Wärme aus Erneuerbaren“ mit einem jährlichen Finanzierungsvolumen

von 150 Mio. Euro soll ebenso dazu beitragen,

die Marktanteil von Solarwärme, Umgebungswärme und Biomasse

im Niedertemperaturbereich deutlich zu steigern.

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RÜCKBLICK

Panel II

Manfred Killian

Vorstand BP in Österreich

Energieausblick bis 2030

In unseren Berechnungen

gehen wir davon aus, dass

der gesamte Weltenergieverbrauch

bis 2030 um 1,7 % pro

Jahr steigen und etwa 350

mboed erreichen wird. 98 %

dieses Wachstums werden

aus den Nicht-OECD-Ländern

kommen. Gas und Kohle werden

die stärkste Wachstumsentwicklung

zeigen, während

der Marktanteil von Öl

sinken wird. Die erneuerbaren

Energien (Wind, Solar, Biokraftstoffe)

werden in diesem

Zeitraum ihren Anteil von 1,5 % auf 6 % vervierfachen. Der

Transportsektor wird auch künftig wesentlich vom Öl abhängen

und ein signifikantes Wachstum in den Schwellenländern

aufweisen, während erneuerbare Energieträger und die Kernenergie

die Entwicklung in der Stromproduktion wesentlich

beeinflussen werden. Wir gehen daher heute davon aus, dass

auch noch 2030 die fossilen Energieträger 62 % am gesamten

Energiemix ausmachen werden.

Dr. Karin Kneissl

Buchautorin „Der Energiepoker“, München, 2. Aufl. 2008

Die OPEC: Rivale oder Partner in der

Transformation des Energiemix

Die zwölf Mitglieder der OPEC

verfügen über 79,6 % der

bekannten Erdölreserven.

Wenngleich die OPEC nur 42 %

der täglichen Erdölnachfrage

deckt, so ist mit zunehmender

Bedeutung des OPEC-Öls

infolge Produktionsrückgangs

in Nicht-OPEC-Staaten zu

rechnen. Die Reservenlage ist

vorsichtig zu beurteilen.

Eine UN-Initiative zur Bewertung

von Rohstoffreserven

wird von der OPEC mit betrieben. Die OPEC sollte nicht als

Rivale, sondern als Partner in der Transformation des Energiemix

begriffen werden, umso mehr, als fossile Brennstoffe

mittelfristig dominieren werden.

Dies trifft v. a. im Falle einer verschärften Rezession zu, da die

Mittel und der politische Wille für Investitionen in andere Energieträger

fehlen könnten.

8

3.2010


IWO-SYMPOSIUM

Mag. Hannes Loacker

Ölmarktanalyst Raiffeisen Zentralbank Österreich AG

Emerging Markets bleiben der Wachstumsmotor

für die Ölnachfrage

Aus heutiger Sicht ist zu

erwarten, dass in den nächsten

20 Jahren der Bedarf an

Rohöl um mehr als 1 % pro

Jahr zunimmt, der Bedarf an

Erdgas oder Kohle gar um

zumindest 2 % pro Jahr. Spätestens

ab 2015 werden mehr

als 50 % der Ölnachfrage aus

den Emerging Markets kommen.

Gerade China hat immer

noch enormen Aufholbedarf.

So kommen zum Beispiel auf 1.000 Einwohner Chinas nur rund

30 Autos. Eine Vervierfachung oder Verfünffachung auf 120–

150 Autos je 1.000 Einwohner scheint in den nächsten 20–30

Jahren realistisch. Der Umstand, dass sich 70 % der Ölreserven

in den OPEC-Ländern befinden, wird die Preismacht der

OPEC in den nächsten 20 Jahren weiter erhöhen. Mit einer

raschen Substitution von fossilen Brennstoffen durch erneuerbare

Energien ist nicht zu rechnen.

DI Karl Rose

Energieexperte, Geschäftsführer Strategy Lab, ehem.

Chief Strategist Shell International

Energiemix der Zukunft

Zur Zeit machen fossile

Brennstoffe ca. 80 % der globalen

Primärenergie aus.

Dieser Prozentsatz wird nur

langsam sinken, da vor allem

die sogenannten „neuen“

erneuerbaren Energien, wie

Photovoltaik, und Wind, zwar

mit sehr großen Wachstumsraten

aufwarten können, aber

nur von einer sehr kleinen

Basis aus starten. Ein Vergleich

von 116 Energieszenarien

zeigt, dass in allen Fällen

ein Anteil der fossilen Brennstoffe für 2040 von über 70 %

erwartet wird. Weitere wichtige Einflussfaktoren für den

zukünftigen Energiemix sind die Entwicklung der Weltwirtschaft,

zukünftige Energiepreise, unkonventionelles Gas,

sowie die Evolution des Energiemarktes in China.

Es wird weiters sehr große regionale Unterschiede im Energiemix

sowie in den Lösungswegen für eine nachhaltige

Zukunft der Energieversorgung geben.

3.2010

Dr. Alfred Maier

BMWFJ, Leiter der Sektion IV – Energie und Bergbau

Der Umbau des Energiesystems wird

herausfordernd!

Der globale Gesamtenergieverbrauch 2007 ist durch fossile Energierohstoffe

dominiert:

• 34,0 % Erdöl, 20,9 % Erdgas, 26,5 % Kohle (= 81,4 % fossil)

und 5,9 % Kernkraft ergeben 87,3 % aller Energieträger.

Die Ressourcenpotenziale sind limitiert, nicht erneuerbar

und kaum recyclierbar.

• 2,2 % Wasserkraft, 9,8 % Biomasse und Abfall sowie 0,7 %

andere RES (Wind, Geothermie, Sonne etc.) ergeben die

erneuerbare Ergänzung (12,7 %).

Österreich muss bis 2020 mit

der Energiestrategie Österreich

den Anteil erneuerbarer Energieträger

am Bruttoendenergieverbrauch

auf 34 % sowie die

Energieeffizienz um 20 % erhöhen

und seine Treibhausgasemissionen

im Non-ETS-Sektor

um 16 % reduzieren. Effiziente

Raumwärme ist dazu ein effektiver

Erfolgsfaktor.

Dr. Marion Wilde

Europäische Kommission, Generaldirektion für Energie,

Referat B3, Kohle & Öl

Europäische Energiepolitik: Fokus fossile

Brennstoffe

EU-weit ist der Anteil der fossilen

Brennstoffe im Energiemix

signifikant. Die EU verfolgt als

wesentliche Ziele im Energiebereich

Nachhaltigkeit, Wettbewerbsfähigkeit

und Versorgungssicherheit.

Das von der

Europäischen Kommission im

November 2008 vorgelegte

Energiepaket zur Förderung der Energieversorgungssicherheit

in Europa und zur Unterstützung der Klimaschutzvorschläge

befördert die Nutzung der einheimischen Energieressourcen wie

erneuerbare Energien und fossile Brennstoffe. Kurz- bis mittelfristig

bedeutet die Abhängigkeit Europas von Energieeinfuhren,

dass wirksame Vorkehrungen zur Verhinderung und zum

Management von Versorgungskrisen getroffen werden müssen.

Die Europäische Kommission hat dazu wichtige Vorschläge wie

die mittlerweile verabschiedete Verordnung zur Gasversorgungssicherheit

vorgelegt and arbeitet insbesondere an einem Energieinfrastrukturpaket

und einer Energiestrategie 2011 bis 2020.

9


POLITIK / TECHNIK

TRÖl – Technische Regeln für Ölanlagen

Neues Kapitel 3:

Im Zuge der Neufassung

der TRÖl (Technische

Regeln für

Ölanlagen) wurde

ein neues 3. Kapitel

eingefügt, der 1. Teil

wurde bereits in der

vorherigen Ausgabe

vorgestellt. Nun folgt

der 2. Teil.

2. TEIL

Flüssige Brennstoffe

Der im HEL enthaltene natürliche Anteil

an chemisch gebundenem Schwefel

wird bei der Verbrennung im Feuerraum

zu Schwefeldioxid (SO 2

) und ein Teil davon

zu Schwefeltrioxid (SO 3

) umgesetzt.

Die mit Wasserdampf und SO 3

gebildeten

Schwefelsäureaerosole können bei Unterschreiten

des Schwefelsäuretaupunktes

kondensieren und die sogenannte

Niedertemperaturkorrosion bewirken.

Die dadurch gebildeten Korrosionsprodukte

werden bei der Reinigung der Feuerstätte

beseitigt. Bei Einsatz von HEL

schwefelfrei werden – bedingt durch den

Schwefelgehalt von maximal 10 mg/kg

(10 ppm) – so gut wie keine derartigen

Korrosionsprodukte gebildet.

Die Viskosität ist ein Merkmal für die

Strömungseigenschaften des Heizöls

in Rohrleitungen und bestimmt auch

die Zerstäubungsgüte in einer Öldüse.

Mögliche Nachteile höherer Viskosität

im Hinblick auf die Zerstäubung können

durch die üblicherweise in Druckzerstäuberbrennern

kleinerer Leistung

eingebaute Ölvorwärmung kompensiert

werden. Die aufgrund einer Vorwärmung

geringere Viskosität ermöglicht bei gleichem

Öldruck auch den Einsatz einer

größeren Öldüse für die gleiche Durchsatzleistung.

Die Kälteeigenschaften von

HEL sind von den bei der Herstellung

verwendeten Komponenten abhängig

und werden im Labor durch festgeschriebene

Analyseverfahren charakterisiert.

Mit abnehmender Temperatur

des Heizöls stellt sich zuerst der Cloud

Point (CP – Trübungspunkt) und danach

der Cold Filter Plugging Point (CFPP –

Filtrierbarkeitsgrenze) ein.

biogene Komponenten enthält. Der Gehalt

der jeweiligen biogenen Komponente

ist einzeln in Volumsanteilen (%(V/V))

durch den Hersteller anzugeben. Zur

Qualitätsoptimierung und zur Kennzeichnung

ist die Verwendung von geeigneten

kohlenwasserstofflöslichen, aschefreien

Zusätzen ohne bekannte schädliche Nebenwirkungen

im Ausmaß von insgesamt

höchstens 1 % Masse zulässig.

HEL mit biogenen Komponenten hat gemäß

ONR 31115 einen maximal zulässigen

Schwefelgehalt von 10 mg/kg (10

ppm) Brennstoff.

Für derartige HEL-Qualitäten ist ein

Brennwert H s von mindestens 42,0 MJ/kg

vorgeschrieben. Für Berechnungen ist

für die jeweilige Brennstoffqualität der

Brennwert H s analytisch zu ermitteln.

Das anwendungstechnische Verhalten

von HEL wird u. a. auch durch die Normparameter

Schwefelgehalt und Viskosität

sowie das Kälteverhalten bestimmt.

10

Die ÖNORM C1109 hat als Mindestanforderung

den CFPP mit minus 8

°C definiert. Der Einsatz eines Fließverbesserers

stellt sicher, dass die

bereits bei einer höheren Temperatur

– dem CP – ausgefallenen Paraffine

nicht zusammenpacken und dadurch

zu Betriebsstörungen führen.

Anmerkung: Bei HEL-Qualitäten mit einem bereits

ab Raffinerie beigemischten hohen Anteil

an Fließverbesserer ist durch eine weitere Zugabe

keine Verbesserung des Kälteverhaltens

möglich.

Für HEL schwefelarm und HEL schwefelfrei

gibt es eine zusätzliche normative

Anforderung, welche durch den

Brennstoffhersteller eingehalten werden

muss. Bei diesen Qualitäten ist eine

ausreichende Schmierfähigkeit sicherzustellen,

sodass der in der ÖNORM EN

ISO 12156-1 geforderte Grenzwert von

460 µm nicht überschritten wird.

Heizöl extra leicht mit biogenen

Komponenten

Die normativen Anforderungen für Heizöl

extra leicht mit biogenen Komponenten

sind in der ONR (ÖNORM-Regel – entspricht

einer Vornorm) 31115 festgelegt.

HEL mit biogenen Komponenten ist ein

flüssiger standardisierter Brennstoff,

der zusätzlich zur konventionellen mineralölstämmigen

Komponente weitere

Anmerkung: Für HEL mit 10 % Volumsanteil

an RME kann näherungsweise ein Brennwert

H s

von 45,3 MJ/kg und ein Heizwert H i

von 42,3

MJ/kg Brennstoff eingesetzt werden.

Bei einem Einsatz von HEL mit biogenen

Komponenten dürfen sich die Emissionseigenschaften

im Vergleich zum Betrieb

mit Heizöl extra leicht nach ÖNORM

C 1109 nicht verschlechtern und es muss

eine Freigabe der Gerätehersteller für

die Verwendung in diesen Ölanlagen

vorliegen.

Abweichend zu den Anforderungen für

HEL nach ÖNORM C 1109 sind in der ONR

31115 u. a. auch andere normative Vorgaben

für das Kälteverhalten definiert. Für

HEL mit biogenen Komponenten wird für

den Cold Filter Plugging Point (CFPP –

Filtrierbarkeitsgrenze) ein max. zulässiger

Wert von minus 10 °C und für den

Cloud Point (CP – Trübungspunkt) eine

Temperatur ≤ 1 °C vorgeschrieben.

Da eine Heizölqualität nach ONR 31115

einen max. zulässigen Schwefelgehalt

von 10 mg/kg aufweisen darf, ist analog

zu einem rein fossilen HEL schwefelarm

eine ausreichende Schmierfähigkeit sicherzustellen.

Der in der ÖNORM EN ISO

12156-1 geforderte Grenzwert von 460

µm darf nicht überschritten werden.

Fortsetzung folgt in der nächsten Ausgabe mit

den normativen Anforderungen für die FAME-

Komponenten.

3.2010


Ihr Ansprechpartner für Technik: Tel. 01/710 68 99-31, christian.ulrich@iwo-austria.at

POLITIK / TECHNIK

Aktuelle Kurzmeldungen

Politik

Heizöltank ist bester Energiespeicher

Versorgungssicherheit

Irak hat mehr Öl als angenommen

Umwelt

Deutschland fördert moderne

Öl-Brennwerttechnik

Einer Umfrage des deutschen

Instituts für wirtschaftliche

Ölheizung (IWO) zufolge wurde

im vergangenen Jahr jedes

zweite neu installierte Öl-

Brennwertgerät mit einer Solarwärmeanlage

kombiniert.

Die meisten dieser Anlagen

werden zur Warmwasserbereitung

eingesetzt, 40 % unterstützen

zusätzlich die Heizung.

Damit noch mehr Haushalte

auf moderne Brennwerttechnik umsteigen, fördert der

deutsche Staat über das KfW-Programm „Energieeffizient

Sanieren“ den Kesseltausch und bietet zusätzlich

eine Solarförderung für Modernisierer, die auch die Kraft

der Sonne nutzen möchten. Damit haben die Deutschen

bereits erkannt: Moderne Brennwerttechnik macht sich

durch hohe Effizienz und die daraus resultierende Energieeinsparung

bezahlt.

3.2010

In den kalten Wintermonaten

kann

man in Österreich

trotz vergleichsweise

niedrigem Energieverbrauch

bei

energetisch sanierten

Häusern nicht

auf ein konventionelles

Heizsystem

verzichten.

Da ist es sinnvoll, Energie einfach und kostengünstig zu

bevorraten. Im Gegensatz zu leitungsgebundenen Energieformen

wie Strom und Gas fallen bei einem Öltank keinerlei

Grund- und Leitungsgebühren an. Ein Öltank ist daher

ein optimaler Langzeit-Energiespeicher. Das bedeutet,

wenn nicht geheizt wird, fallen bei einer Ölheizung auch

keinerlei Kosten an. Ein weiterer Vorteil ist der hohe Energieinhalt

von Heizöl. In 1.000 Liter HEL stecken über 10.000

kWh Energie – mehr als in jedem anderen Energieträger.

Foto: „Town & Country Haus“

Grafik: IWO

Der Irak hat viel größere Erdölvorkommen, als bisher bekannt

war, und ist damit die viertgrößte Ölnation. Wie der

irakische Ölminister verlautbarte, lagern in den irakischen

Ölfeldern nach neuesten Schätzungen insgesamt mindestens

143,1 Mrd. Barrel Öl. Das sind rund 24 % mehr, als man

bisher vermutet hatte. Damit überholt der Irak in der internationalen

Rangfolge der Erdölstaaten den Iran und rückt

von Platz fünf auf Platz vier vor – hinter Saudi-Arabien,

Venezuela und Kanada. Berücksichtigt man nur das Öl,

welches ohne aufwendige Technik gefördert werden kann,

dann liegt der Irak nach diesen neuen Berechnungen sogar

weltweit auf Platz zwei. Denn das in Kanada und Venezuela

lagernde Öl wird zu einem großen Teil aus Ölsand gewonnen,

was kostspieliger ist als die normale Ölförderung.

Technik

Energie durch ölbetriebenes Zeolith-

Kompaktgerät effizienter nutzen

Foto: Flickr

Flüssige Brennstoffe haben eine hohe Energiedichte und

sind einfach zu speichern. Da der Energiebedarf von Gebäuden

tendenziell sinkt und im Jahresverlauf schwankt,

gewinnt diese kostengünstige Energiespeicherbarkeit an

Bedeutung. Daher wird in Deutschland an der Entwicklung

eines ölbetriebenen Zeolith-Kompaktgerätes gearbeitet.

Dabei wird der Wärmebedarf des Gebäudes durch ein

Wärmepumpenmodell gedeckt und durch ein integriertes

Öl-Brennwertgerät werden Leistungsspitzen abgedeckt.

Der kleine, modulierende Ölbrenner mit 4 bis 17 kW Leistung

soll sowohl mit schwefelarmem Heizöl als auch mit

Heizöl mit Bioanteilen betrieben werden können.

11


REGIONALES

P.b.b., Verlagspostamt 1030 Wien, VNR 02Z034372M

HMÖ:

Erfolgsgeschichte aus

dem Salzburger Pongau

Das Institut für wirtschaftliche Ölheizung freut sich immer sehr, wenn es Post

von zufriedenen Empfängern der Heizkesselförderung bekommt. Hier wollen wir

wieder ein Beispiel aus der Praxis präsentieren. Erhalten haben wir diese Nachricht

von Gottfried R. (per E-mail) aus St. Johann im Pongau:

„Sehr geehrte Damen und Herren!

Wir, das sind drei Familien in einem drei

Wohnungen umfassenden, dreigeschoßigen

Wohnhaus (~255 m² Wohnfläche) in

St. Johann im Pongau, die ihre Aktion

2009 wahrgenommen und seit August

2009 einen neuen Öl-Brennwertkessel in

Betrieb haben.

Ich nehme mir nun endlich Zeit, das zum

Anlass zu nehmen und diese Erfolgsgeschichte

aus meiner Wahrnehmung zu

schildern.

Auf die Aktion wurden wir durch Printmedien

aufmerksam und nach Rückfrage

beim Installateur genügte

ein E-Mail, um alles auszulösen! Und

genauso einfach, problemlos und auch

termingerecht lief dann alles ab. Eine

sehr lobenswerte und für das doch sonst

sehr komplizierte Österreich eine einmalig

einfache Aktion. (Ich glaube, das

Demontieren und Abtransportieren des

alten Hoval-Stahlkessels aus dem Keller

war das Schwierigste!)

Die Verbrauchsfakten: Der langjährige

Ölverbrauch lag von 1998 bis 2007 bei

5.201 Litern. In der Heizperiode 2008/09

(Wärmedämmung) brauchten wir 2.742

Liter. Das bedeutet eine Ersparnis von

rund 47 %. In der Heizperiode 2009/10

(Brennwertkessel) verbrauchten wir nur

mehr 1.837 Liter – also erneut um 33 %

weniger. Wenn das keine Erfolgsgeschichte

ist! Nochmals herzlichen Dank

für die Heizkesselaustausch-Aktion

bzw. die Unterstützung. Sie hat uns allen

große Einsparungen gebracht – euch

große Umsatzrückgänge! Umso erwähnenswerter

die Aktion.

Preis

Cent/Liter

80

75

70

Ihr dankbarer Gottfried R.

und Miteigentümer“

Heizölpreisentwicklung seit Februar 2010

Foto: pixelio.de

Nun, was brachte es uns: 2008 haben wir

eine Wärmedämmfassade (14 cm) aufgebracht

und – soweit nicht schon erfolgt –

die Fenster erneuert. 2009 dann der

Brennwertkessel.

65

60

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Quelle: WKÖ, AK, proPellets, EVU, E-Control, Handel

Preise inkl. MwSt., bei Heizöl und Pellets ohne Abfüllpauschale, bei Erdgas und

Fernwärme ohne Leistungs-, Grund- und Messpreise

REGIONALE ANSPRECHPARTNER

Sbg, T, Vlbg

Martin Kals

Frax 503, 6232 Münster

Tel./Fax 05337/550 09

Mobil 0664/265 92 44

martin.kals@iwo-austria.at

Stmk, Ktn, Bgld

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Mobil 0664/110 10 70

Fax 0317/24 44 01

peter.sohar@iwo-austria.at

Wien, NÖ, OÖ

Dipl.-Ing. Gerald Petz

Reisnerstr. 3/7, 1030 Wien

Mobil 0664/345 87 10

Fax 01/710 68 99-50

gerald.petz@iwo-austria.at

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3.2010

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