Sonderveröffentlichung Heuer Dialog Stuttgarter Zeitung

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SONDERVERÖFFENTLICHUNG Dienstag, 9. Juli 2013 31 IMMOBILIENDIALOG REGION STUTTGART Zum sechsten Mal findet heute der Immobiliendialog Region Stuttgart statt. Im Rathaus der Landeshauptstadt treffen sich rund 500 Immobilienexperten zum Netzwerken und zum Gedankenaustausch rund um die Immobilie. Foto:WilhelmMierendorf Platz zum Arbeiten und Leben »PROGRAMM Umbruch. Die Stuttgarter Gewerbegebiete stehen vor dem Umbruch. Arbeitnehmer erwarten heute von ihrem Arbeitsplatz vor allem Infrastruktur, Verkehrsanbindung und Aufenthaltsqualität. Der Stuttgarter Engineering Park (STEP) macht vor, wie die Gewerbegebiete der Zukunft aussehen können. Eine gemeinsame Kindertagesstätte mit Grundschule, Fitnessangebote, ein Restaurant, eine Wäscherei, ein Reisebüro und ein Frisör bietet das Gelände in Stuttgart Vaihingen. „Unternehmen und Immobilienbesitzer reagieren auf die Bedürfnisse der Arbeitnehmer, Erholungsphasen und Arbeiten in Einklang zu bringen“, sagt Ines Aufrecht. Die Leiterin derWirtschaftsförderungunterstütztderzeit einige Projekte zur Urbanisierung Stuttgarter Gewerbegebiete etwa in Weilimdorf. „Wir initiieren hier zunächst Bedarfsanalysen und fragen die Arbeitnehmer, was sie sich wünschen“, erläutert die Wirtschaftsförderin.AnschließendwerdenPlanungsbüros beauftragt, die praktische Umsetzung vorzubereiten. „Hier sind auch die Immobilieneigentümergefordert.Dennmitgemeinschaftlichen Strukturen werden Immobilien für Mieter interessanter“, sagt Aufrecht. Zusammen mit der Stadt tüfteln derzeit Gewerbe-Netzwerke an gemeinsamen Energiekonzepten und verbesserter Aufenthaltsqualität, etwa durch Grünflächen. Die Wirtschaftsförderung unterstützt Unternehmen und Immobilieneigentümer in enger Zusammenarbeit mit den Bezirksvorstehern gezielt beim Genehmigungsprozess oder bei der Flächensuche etwa für Betreuungsangebote. Und die städtischen Wirtschaftsexperten achten außerdem darauf, dass Einzelhandel und Dienstleistungen in Gewerbegebieten mit innerstädtischem Angebot verträglich bleiben. Dass Kaufkraft aus den Ortskernen abfließt, wolle man nicht, so Aufrecht. „Ein Aspekt, den wir bei der Neuplanung von Quartieren berücksichtigen, ist wohnungsnahes Arbeiten“, weiß Aufrecht. Wer kurze Wege zur Arbeit zurücklegt, spart Emissionen. Ein gemischtes Gebiet ist etwaaufdemGeländeesehemaligenGüterbahnhofs im Neckarpark geplant. „Das klapptvoralleminStädtengut,weilwirhier Der Stuttgarter Engineering Park (STEP) in Vaihingen einen großen Anteil an nicht-produzierendem Gewerbe haben, die Dienstleistungen machen 80 Prozent aus. Das produzierende Gewerbe schlägt in Stuttgart mit etwa 15 Prozent der Arbeitsplätze zu Buche“, erläutert die Leiterin der Wirtschaftsförderung. Günter Sabow sieht Erfolgschancen und Perspektiven für den Wirtschaftsstandort Stuttgart. Der Vorstand der Wirtschaftsund Industrievereinigung (WiV) Stuttgart ist der Meinung, dass die Stadt in Sachen WeiterentwicklungvonGewerbegebieteninden vergangenen Jahrenzupassiv undzögerlich war.„DasindunsStädteundWettbewerber wieZürich,KarlsruheoderKölninzwischen weit voraus“, sagt der Honorarprofessor. „Das Bedürfnis nach urbanen Strukturen wird in Stuttgarter Gewerbegebieten bisher Foto: Wilhelm Mierendorf leider in keiner Weise befriedigt“, erläutert Sabow.Manchmalhatderstudierteundpromovierte Bauingenieur das Gefühl, dass wichtige politische Entscheider ihm nicht aufmerksam zuhören, wenn Vergleichszahlendemonstriertwerden.„DenenistdieRelevanzdesThemasfürdieLandeshauptstadt leider nicht ausreichend bewusst.“ Als Grund dafür führt der Wissenschaftler an, dass sich der Gemeinderat noch immer auf den Erfolgen der Vergangenheit ausruhe. Die Landeshauptstadt habe es lange nicht nötig gehabt, in Innovationen zu investieren, die großen Unternehmen waren ohnehin da. Nachdem jüngst namhafte Firmen wie die Unternehmensberater Ernst & Young oder die Buchauslieferung KNV beschlossen haben, Stuttgart den Rücken zu kehren, hofft Sabow auf ein Umdenken. „Wir hatten bereits sehr aussichtsreiche Gespräche mit Oberbürgermeister Kuhn“, sagt der Vorstand. Ein Weiterkommen verspricht er sich außerdem von einem Vor- Ort-Termin der WiV mit dem Stadtoberhaupt im August. Die Forderung nach mehr Urbanität wird uns in den kommenden 15 bis20Jahrenzunehmendbegleiten“,glaubt derVorstand.UndderKampfumFach-und Führungskräfte werde den Ruf nach Anbindung, Infrastruktur und Aufenthaltsqualität nur noch verstärken. „Einzelne Bestrebungen in allen Ehren, aber uns fehlt ein konkretes Konzept“, fordert Sabow. Natürlich müsse der Immobilienbesitzer ebenfalls in seine Anlage investieren. Aber das würde er erst, nachdem ein Gewerbegebiet attraktiv und zukunftsfähig gemacht wurde. Um das zu erreichen, müsse die Stadt frei werdende Flächen aufkaufenundfürAnfragenvonUnternehmerseite vorhalten. LeilaHaidar Mit Spannung wird auf dem diesjährigen Immobiliendialog Region Stuttgart, einer Gemeinschaftsveranstaltung von der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart, der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt und Heuer Dialog, der Eröffnungsvortrag von Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn zum Thema Wohnen in Stuttgart (9 Uhr) erwartet. In einer Keynote spricht ab 9.45 Uhr im Stuttgarter Rathaus Professor Franz-Josef Radermacher, Vorstand des FAW Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung sowie Mitglied des Club of Rome, über die Welt und die Immobilienwirtschaft im Jahr 2050. Anschließend beleuchtet Burkhard Allgeier, Chefvolkswirt der Privatbankiers Hauck & Aufhäuser, „die deutsche Konjunktur im Licht der Eurokrise“. Über „steigende Wohnungspreise in der Region Stuttgart – Wo führt das hin?“ referiert ab 11.45 Uhr Professor Harald Simons von der Empirica. In mehreren Panels geht es im Laufe des Tages um verschiedene Aspekte der Immobilienwirtschaft. Die Themen: „Investieren und Finanzieren in der Region Stuttgart – Wird der Markt noch enger? (11.15 Uhr) “, „Aufholen: Gewerbegebiete wollen mehr Urbanität (14.10 Uhr)“ und „Gemischte Stadtquartiere versus Großprojekte (16.45 Uhr)“. Felix Embacher stellt auf dem Immobiliendialog die neue Büromarktstudie der Bulwien Gesa AG vor und Raphael Gielgen und Peter Waibel stellen die Frage „Wem gehört das Büro?“ und sehen die „graue Immobilie“ zukünftig vom gesellschaftlichen Wandel getrieben und fordern, dass sie zum Lockstoff werden muss. kn IWS Immobilien- Award Metropolregion Stuttgart Preiswürdig: Ausgezeichnete Immobilienobjekte Metropolregion: Immobilien mit Weitblick Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH Region Stuttgart Hightech-Region Europas Nachhaltigkeit: Zwischen Ökologie und Ökonomie Erscheinungstermin: 7. September 2013 Nehmen Sie Kurs auf Wohneigentum. itestro/Fotolia.com Jörg Engel/Fotolia.com Anzeigenschluss: 23. August 2013 Wir beraten Sie gerne: Gert Kerzinger Fon 0711 7205 - 1608 E-Mail g.kerzinger@stzw.zgs.de Vom kompetenten Partner. An zahlreichen attraktiven Standorten in und um Ludwigsburg, Stuttgart, Köln, Frankfurt a. M., München und am Bodensee bieten wir Ihnen mo dernes und komfortbetontes Wohneigentum. Informieren Sie sich gleich über unsere aktuellen Neubau-Projekte. Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH, 71630 Ludwigsburg Rufen Sie uns an! Tel. 07141 149-215 www.whs-wuestenrot.info Als zentraler Ansprechpartner für Investoren und Unternehmen in der Stadt Stuttgart und den fünf umliegenden Landkreisen macht die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) die Qualitäten des Wirtschaftsstandortes bekannt und fördert mit zahlreichen Projekten und Angeboten die Entwicklung des Standortes. wrs.region-stuttgart.de Die WRS betreut Neuansiedlungen in der Region ebenso wie Expansionsvorhaben oder Standortveränderungen ansässiger Unternehmen. Interessenten erhalten fundierte Informationen zu Standortdaten und -faktoren, zum regionalen Immobilienmarkt oder zum jeweiligen Branchenumfeld. Das regionale Immobilienportal ermöglicht die Recherche von Standortangeboten. Um den Fachkräftebedarf zu sichern, bietet die WRS den in der Region Stuttgart sitzenden Unternehmen unterschiedliche Services in den Bereichen Mitarbeiterrekrutierung, -qualifizierung und -bindung an. fachkraefte.region-stuttgart.de immo.region-stuttgart.de www.stzw.de


32 „SIM ist richtig und wichtig“ Dienstag, 9. Juli 2013 SONDERVERÖFFENTLICHUNG Interview. Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn äußert sich zur Wohnraum-Situation. HerrOberbürgermeister,inStuttgartistbezahlbarerWohnraumknapp.WiesehenSie die Chance, dass Ihre Zielmarke von 1500 neuen Wohnungen pro Jahr auch tatsächlichumgesetztwird? Es ist eine elementare Frage sozialer Gerechtigkeit, ob unsere Stadtgesellschaft in der Lage ist, bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen. 1500 neue Wohnungen pro Jahr sind finanziell eine große Herausforderung. Mein Ziel ist es, bis zur Haushaltsdebatte im Herbst ein strategisch ausgerichtetes Handlungskonzept vorzulegen, wie wir zu mehr Wohnungsbau kommen. Ich hoffe, dass sich der Gemeinderat auf eine gemeinsame Grundlinie einigt und die Haushaltsmittel entsprechend einsetzt. Teil dieses Konzeptes wird es auch sein, Wohnungen nach zu subventionieren, die aus der Sozialbindung fallen. Bis 2018 sind davon 2400 Objekte betroffen. Stuttgart braucht in erster Linie mehr bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit geringerem Einkommen. WasbedeutetfürSienachhaltigesBauenin Stuttgart? Nachhaltiges Bauen bedeutet für mich, Gebäude so zu errichten, umzubauen und zu betreiben, dass sie ökologisch, gesellschaftlich, städtebaulich und wirtschaftlich zukunftsfähig sind. Das heißt für Stuttgart, dass neue Gebäude und Wohnviertel grundsätzlich„Energieplus“-Standardhabensollten, also mehr Energie produzieren, als sie selbst verbrauchen. Eine weitere zentrale Rolle spielt die ökologische Sanierung von Altbauten. Bei der langen Tradition Stuttgarts als Stadt berühmter Architekten und findigerIngenieurestehtfürmichaußerFrage, dass wir diese Herausforderungen bewältigen werden. Hierfür ist insbesondere auch eine Intensivierung der ZusammenarbeitzwischenWissenschaft,Unternehmen und öffentlicher Hand erforderlich. Der Mieterverein und die Sozialdemokraten fordern seit Jahren die WiedereinführungeinesstädtischenWohnungsamtes,das sich unter anderem auch verstärkt um die Bedarfsplanung kümmert. Wie stehen Sie zueinemstädtischenWohnungsamt? Ob wir so etwas brauchen, werden wir sehen. Zunächst werden wir die Instrumenteentwickeln,diezumehrWohnungsbauin Stuttgart führen. Auf der MIPIM haben Sie keinen Zweifel daran gelassen, dass Sie am Stuttgarter Innenentwicklungsmodell festhalten wollen. Wie weit können Sie denn bei diesem Thema der Immobilienwirtschaft entgegen kommen? Die zweijährige Pilotphase für das SIM, das Stuttgarter Innenentwicklungsmodell, ist jetzt abgeschlossen. Nach meiner festen Überzeugung ist das SIM richtig und wichtig, um mehr Wohnraum zu schaffen. Die Regel, dass bei neuem Baurecht ein Anteil 20 Prozent Wohnen und davon wieder ein Anteil von 20 Prozent sozial gefördertes Wohnen verlangt wird, halte ich für ein wertvolles Gestaltungsinstrument. Die erste Bilanz des SIM steht jetzt an und wird dem Gemeinderat demnächst vorgelegt. Mit der Immobilienwirtschaft stehen wir dazu im Dialog. Die Anregungen der Immobilienwirtschaft zu inhaltlichen und Verfahrensfragen werden wir auswerten und auf ihre Umsetzbarkeit hin prüfen. Für mich geht es nur um das Wie, nicht um das Ob. In Stuttgart gilt seit Jahren InnenentwicklungvorAußenentwicklung.Wiezeitgemäß Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn hält das Prinzip der Innenentwicklung vor Außenentwicklung nicht nur für zeitgemäß, sondern auch für zukunftsweisend. Foto: Leif Piechowski Awards kann man bauen! Bewerben Sie sich jetzt mit Ihrem realisierten Bauprojekt. Veranstalter: Die ImmobilienAward-Verleihung findet am 21. November 2013 in der Reithalle Stuttgart statt. Mehr Infos unter: www.immobilienaward2013.de sinddieseAnsätzenoch? Ich möchte an dem Grundsatz „Die Innenentwicklung hat Vorrang“ festhalten. Viele Städte lösen die Wohnungsprobleme, indem sie freie Flächen im Außenbereich entwickeln und bebauen. Für mich ist aber die Landschaft in Stuttgart ein schützensund erhaltenswertes Gut, das wir nicht zerstören sollten. Immerhin machen Landwirtschaft 23 Prozent und Wald 24 Prozent an unserem Stadtgebiet aus. Flächenverbrauch zu Lasten von Grün- oder Waldflächen beeinträchtigt die Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger Stuttgarts und damit auch die Attraktivität des Standorts. InsofernhalteichdasPrinzipInnen-vorAußenentwicklung nicht nur für zeitgemäß, sondern für zukunftsweisend. Die meisten Familien träumen vom Einfamilienhaus. Könnten Sie sich vorstellen, in der Landeshauptstadt kostengünstige FlächenfürFamilienbereitzustellen? Die Stadt organisiert bereits heute im Rahmen des Programms „Preiswertes Wohneigentum“ den Bau von günstigen Reihenhäusern, Doppelhaushälften und familiengerechten Eigentumswohnungen und stellt dafür auch Grundstücke zur Verfügung. Der konkrete Grundstückspreis ist entsprechend den Förderrichtlinien abhängig vom Einkommen und der Anzahl der Kinder der Käufer. 9,4 Millionen Euro hat die Stadt in den letzten drei Jahren zur Verfügunggestellt.Miristauchwichtig,dassFamilien mit Kindern in der Stadt und nicht nur an den Rändern leben. Da wir in StuttgartnichtvielefreieFlächenhabenwirdder Schwerpunkt aber schon im Wohnungsbau liegen müssen. WelcherBedeutungmessenSiederZusammenarbeit mit der Region in Zusammenhang mit der Entwicklung des Wohnungsbaus bei? Wo müssen Landeshauptstadt und Region in Bezug auf die Bereitstellung von Wohnraum aus Ihrer Sicht künftig viel engerzusammenarbeiten? Für die Region, aber auch für Stuttgart ist es wichtig, wo in der Region Wohnungen gebaut werden. Ich finde es z.B. wichtig zu fragen: Gibt es Mechanismen, mit denen mansicherstellenkann,dassWohnungsneubau in der Region nahe an S-Bahn-Knotenpunkten stattfindet? Denn sonst bedeutet der Wegzug von Menschen in die Region aus Wohnungsmangel in Stuttgart nichts anderes, als vermehrtes Verkehrsaufkommen auf der Straße und damit eine Koppelung des Wohnungsproblems mit dem Verkehrsproblem. Das ist ein weites Feld zukünftiger Zusammenarbeit. DieFragenstellteIngoDalcolmo Trotz hoher Zufriedenheit mit dem Leben in Stuttgart wurden als größte Probleme in einer Umfrage zu hohe Mieten (Platz 1) und ein mangelhaftes Wohnungsangebot (Platz 5) angegeben. Foto: Mierendorf Bezahlbar und über alle Stadtteile verteilt WohneninderStadt. In Stuttgart gibt es Wohnraum, doch nicht für jeden Geldbeutel. Wer eine Wohnung sucht, kann viel erzählen. In der Landeshauptstadt allemal: Auf vielen Blogs im Internet wird von langen MenschenschlangenbeiSammelbesichtigungen erzählt oder von Vermietern, die in Mietanzeigen großer Wohnungen nur „ein Kind ab elf Jahren“ oder gar „zwei Buben imAltervon10bis12Jahren“wollen.Eine angemessene und bezahlbare Bleibe in Stuttgart zu finden, ist eben nicht einfach. Die Bürgerumfrage 2011 zeigte, dass jene mit niedrigem und mittlerem Einkommen davon betroffen sind. Trotz hoher Zufriedenheit mit dem Leben in Stuttgart wurden als größte Probleme zu hohe Mieten (Platz 1) und ein mangelhaftes Wohnungsangebot (Platz 5) angegeben. Gesucht sind kleinere Wohnungen oder erschwingliche Vier- bis Fünfzimmerwohnungen für Familien. Junge Menschen kämen wegen den Studien- oder Arbeitsplätzen in die Stadt, Familien und Ältere blieben, so ein Makler. Preiswerter Wohnraum sei schnell weg: SelbstinRandgebietenwieHedelfingenverkauften sich etwa Reihenhäuser oft in zwei Wochen. NUR WENIGE ANGEBOTE IM UNTEREN PREISSEGMENT WiesehrsichMietendurchdieSituation erhöhen, wird in Indexen unterschiedlich interpretiert. Nach dem Mietspiegel 2013/2014 der Stadt steigen sie um durchschnittlich 5,5 Prozent an. Bei der PWIB Wohnungs-InfobörseGmbHliegtderdurchschnittliche Mietpreis in Stuttgart bei 11,87 Euro pro Quadratmeter. „Es gibt Wohnungen für zwölf, dreizehn Euro Kaltmiete netto pro Quadratmeter“, sagt Rolf Gaßmann, Vorsitzender des Mieterbunds Stuttgart. „Aber für sieben bis acht Euro pro Quadratmeter gibt es kaum Angebote.“ Die Anzahl derSozialwohnungenhättensichindenvergangenen Jahren drastisch verringert, etwa weil diese aus der Bindung liefen. „Die Stadt muss daher neue Belegungsrechte schaffen, außerdem selbst geförderten Wohnungsbau, über die Stuttgarter Wohnbau- und Städtebaugesellschaft, die SWSG, geförderten Wohnraum schaffen oder Baugenossenschaften des freien Wohnungsbaus fördern.“ Dieses Feld sei über dieJahresträflichvernachlässigtworden.In Stuttgart seien einst über 600 sozial geförderte Wohnungen geschaffen worden, nun seien es weniger als 50. Im vergangenen Jahr wurden laut Statistik in Stuttgart 128 Wohnungen mit öffentlichem Geld gefördert – Mietwohnungen für mittlere Einkommensbezieher, Eigentumswohnungen sowie 43 Sozialwohnungen. Im Jahr 2006 waren es noch 400 Wohnungen. Beim Stuttgarter Haus- und Grundbesitzerverein wird das anders gesehen. Zudem werden sowohl die Wohnungsnot als auch die zu teuren Mieten in Stuttgart. Es werde falsch gerechnet, so Vereinsgeschäftsführer Ulrich Wecker. Die Durchschnittsmiete betrage 7,67 Euro, zudem seien die Reallöhne gestiegen, so dass die Stuttgarter Mieten im Vergleich dazu moderat und bezahlbar seien. Außerdem könne man aufgrund der guten Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln auch ins günstigere Umland ziehen. WENIGER ZWANG AUF DEM IMMOBILIENMARKT Die Schaffung von Sozialwohnungen wird bei den Haus- und Grundbesitzern als Aufgabe der öffentlichen Hand, keinesfalls der privaten Wohnungswirtschaft gesehen. DieStadtseibesserberaten,wennsieInvestoren nicht zwinge, Wohnungen zu erstellen, sondern Planungsgewinne abschöpfe und dann dieses Geld zielgerichtet den Bedürftigen als Wohngeld zur Verfügung stelle, so Wecker. Wohnungsbau ist zwar gefragter, aber eben weniger lukrativ als der Bau von Geschäftsräumen. Die Mietsteigerungen indes werden bei der Arbeitsgemeinschaft der Stuttgarter Wohnungsunternehmen nicht negiert. Indes hat deren Vorsitzender Thomas Wolf bereits vor einiger Zeit gesagt, dass preisgünstiger Wohnungsbau praktisch nicht mehr möglich sei. Die hohen Kosten, etwa durch energetische Auflagen, führten dazu, dass der soziale Unternehmensauftrag kaum noch zu erfüllen sei: „Wir brauchen neue Wege der Förderung.“ Bei der SWSG indes fordert man mehr Bauland und Fördersicherheit. Das Wohnungsunternehmen der Landeshauptstadt will weiterhin im Jahr zwischen 500 und 600 Wohnungsmodernisierungen sowie Neubauwohnungen nach Abriss verwirklichen. Und für die Finanzierung von geförderten Wohnungen sei man auf Mittel nach dem Landeswohnbau-Förderungsgesetz 2013 angewiesen, so Pressesprecher Peter Schwab.Manhoffe,dassdasProgrammvon der EU, wo es zur beihilferechtlichen Prüfung liege, unverändert genehmigt werde. Zudem fühle sich die SWSG den sozialen Grundlagen des SIM verpflichtet, so könne sie Schritt für Schritt den Anteil von besonders günstigem Wohnraum für Menschen mit niedrigen Einkommen erhöhen. Es sei Basis für durchmischte Wohngebiete, die Bandbreite der Fördermittel versprächen Erfolge. „Unterstützung für Familien, die Wohneigentum erwerben wollen, steht neben der Förderung mittlerer Einkommensbezieher und der klassischen preisgebundenen Wohnung im Mietensegment“, so Schwab. peix


SONDERVERÖFFENTLICHUNG Dienstag, 9. Juli 2013 33 Große Nachfrage Interview. Heute findet der Immobiliendialog statt. Ein Gespräch mit Mitveranstalter Gitta Rometsch. Der sechste Stuttgarter Immobiliendialog bietet ein Forum für Fachleute, sich auszutauschen.MitveranstalterindesImmobiliendialogs und geschäftsführende Gesellschafterin der Heuer Dialog GmbH, Gitta Rometsch, steht Rede und Antwort zur Idee des Events. FrauRometsch,wofürbrauchenwireigentlicheinenImmobiliendialoginStuttgart? Der Immobiliendialog ist wie in den Vorjahren ausgebucht. Das zeigt, dass es Gesprächsbedarf zum Thema Immobilien gibt. Die Nachfrage wird jedes Jahr größer, auch weil man in der heutigen Zeit gut vernetzt sein will und den persönlichen Kontakt schätzt. Sechs Jahre Immobiliendialog haben dazu beigetragen, dass der Markt transparenter wurde. WergehörtzumTeilnehmerkreis? Etwa 80 Prozent unserer rund 500 Teilnehmer kommen aus Baden-Württemberg. Von ihnen sind 67 Prozent selbst Immobilieneigentümer und 19 Prozent Dienstleister. Weitere 14 Prozent kommen aus dem Bereich Finanzierung. Wir ziehen also Menschen an, die ein persönliches Interesse haben, die auch in der Verantwortung stehen, in ihre Gebäude zu investieren und letztlich ein lohnendes Investment wollen. Sie beziehen die regionalen Immobilienmärktethematischmitein,warum? Das Stuttgarter Immobilienangebot ist begrenzt. Das liegt zum einen an Stuttgarts Kessellage, wo einfach nicht mehr Flächen erschlossen werden können. Auf der anderen Seite ist der Markt leergekauft und Investoren sowie Unternehmen weichen auf die Region aus. Da werden Ludwigsburg, Esslingen und Böblingen immer interessanter. Warum ist der Stuttgarter ImmobilienmarktbeiInvestorensobeliebt? In Deutschland einmalig ist, dass der Stuttgarter Immobilienmarkt bei hoher Qualität und Wirtschaftskraft noch relativ moderate Preise aufweist. Dazu kommt, dass sich die Preise und Strukturen hier stabil entwickeln und vorausschaubar sind. Anleger, die sich auf den volatilen Märkten in Frankfurt oder Berlin eine blutige Nase geholthaben,findeninderSchwabenmetropole ein Stück Stabilität. Gitta Rometsch von Mitveranstalter Heuer Dialog ist schon gespannt auf den Vortrag von Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn. Fotos: Heuer/Mierendorf Was macht Stuttgart anders als andere Städte? Die Landeshauptstadt beschäftigt sich mit innovativen Themen rasch und intensiv. DasThemaNachhaltigkeitistbeispielsweise bei den Projektentwicklern und Bestandshaltern früh angekommen. Im Gewerbebereich reagiert die Wirtschaftsförderung von Stuttgart etwa auf die Bedürfnisse der Arbeitgeber nach urbanisierten Gewerbegebieten mit guter Infrastruktur. DasMottodesdiesjährigenImmobiliendialogs lautet „Frischer Wind und Kontinuität“. Was verändert sich auf unserem Marktundwasbleibtgleich? Wir warten alle auf Fritz Kuhns Eröffnungsrede. Was die regionalen und überregionalen Bauträger und Investoren im Hinblick auf eine attraktive Weiterentwicklung des Wohnraumangebots erwartet, ist eine zentrale Frage. Wir rechnen mit einem Umdenken in der Quartiersentwicklung. Gemischte Gebiete aus Gewerbe, Einzelhandel, Dienstleistung und Wohnen machen gegenüberGroßprojektenSinn,dasiekurze Arbeitswege mit hoher Aufenthaltsqualität verbinden. Das sieht man gut am Beispiel des neuen Stadtteilzentrums am Killesberg. Gleich bleiben wird das große Interesse der Investoren an Stuttgart. Anleger setzen derzeit verstärkt auf regionale Fonds, die die Immobilienmärkte der Region abbilden. Auch das Thema Nachhaltigkeit wird uns weiter begleiten. DieFragenstellteLeilaHaidar. Geschäftshäuser im Fokus Investmentmarkt. Geschäftshäuser sind nach wie vor die bevorzugten Investitionsobjekte. Auf dem Stuttgarter Immobilien-InvestmentmarktwurdenimerstenHalbjahr2013 rund 435 Millionen Euro investiert. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum verringerte sich das Transaktionsvolumen damit nur um fünf Millionen Euro, so das Bankhaus Ellwanger & Geiger aufgrund von eigenen Erhebungen. Das hohe Transaktionsvolumen führt Björn Holzwarth, Leiter Gewerbliche Immobilien, insbesondere auf mehrere TransaktionenimzweistelligenMillionenbereich und eine Transaktion im dreistelligen Millionenbereich zurück. Insgesamt wurden im 1. Halbjahr etwa 25 Transaktionen getätigt. Der Fokus der Investoren lag mit rund 59 Prozent Anteil am Transaktionsvolumen auf der Nutzungsart Geschäftshäuser, gefolgt von der Nutzungsart Büro mit etwa 29 Prozent.AlsKäuferwarenImmobilienfonds mit einem Anteil von rund 37 Prozent am Transaktionsvolumen am aktivsten, dicht gefolgt von Entwicklern, die mit etwa 36 Prozent ebenfalls eine hohe Investitionsbereitschaft zeigten. Auf der Verkäuferseite waren Equity Fonds mit einem Anteil von etwa 40 Prozent am Transaktionsvolumen die dominierende Gruppe. Ähnlich aktiv waren Entwickler mit rund 39 Prozent. kn Marktmonitor Derzeit erwarten Immobilienexperten tendenziell steigende Preise bei Immobilien und auch etwas höhere Mieten. Dies zeigt der „Marktmonitor Immobilien 2013“, eine gerade erschienene bundesweite Befragung von Maklern, die jedes Jahr von Professor Stephan Kippes, Professor für Immobilienmarketing und Maklerwesen an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU), in Zusammenarbeit mit dem Immobilienportal www.immowelt.de durchgeführt wird. Die gesamte Studie kann unter www.marktmonitor-immobilien.de kostenlos heruntergeladen werden. kn » impressum Redaktion: STZW Sonderthemen Ingo Dalcolmo Verkaufsleitung: Werner Swoboda Z 07 11 / 72 05 - 16 20 Immobilien – wann, wenn nicht jetzt! Profitieren Sie von historisch niedrigen Zinsen! Investieren Sie in eine Wert-Immobilie als Kapitalanlage! Steuern, anstatt aus dem Ruder laufen lassen PROJEKTSTEUERUNG · ENTWICKLUNGSMANAGEMENT · IMMOBILIENBERATUNG Wir bieten interessante Objekte in den Wachstumsregionen: Stuttgart | Freiburg | Bodensee www.stzw.de/lokal Alle Infos zu den lokalen Werbemöglichkeiten. Fraport AG, Frankfurt/Main Dornier Museum, Friedrichshafen 07142/76-212 SüdWERT Wohnungsprivatisierungsgesellschaft mbH Berliner Straße 19 · 74321 Bietigheim-Bissingen · info@suedwert.de Altlasten? Probleme mit Verträgen? Probleme mit Gutachtern? Probleme mit Behörden? www.altlasten-haftungsmanagement.de S-Plieningen 100 m², Bj 73 3,5 Zi-Maison. ruhig, pfiffig EBK, Balk., Aufzug, TG-StPl. KP € 210.000 Prov. 3,57 % www.suedwert.de In der Region eine feste Größe. www.stzw.de Wir schaffen Wohnraum für Studierende! 30 Wohnanlagen mit über 6300 Wohnplätzen – das ist unsere Bilanz. Wir machen weiter! Mit Ihnen? 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